~Fuchshain~ Der schottische Traum von Ravenna und Vampyrin!
Farbe
Hintergrund Farbe
Hintergrund Farbe
Rand Farbe
Schriftart
Schriftgröße
  1. Langsam zirkelte ich quer durch das Bad, das Handy fest an mein Ohr gedrückt mit der anderen mein Badehandtuch gegen den Körper gepresst. Das nasse Haar klebte in meinem Nacken als ich mit Cayden telefonierte „Ja, das Visum ist beantragt, die meinten aber es könnte einen Monat dauern.“ Ich seufzte leise auf „Ich kann so froh sein, dass ich erstmal bei Vina bleiben durfte, ich werde hier bei ihr ein paar der Pferde trainieren. Desweiteren wird Moon wohl erst einmal eine Weile hier bleiben – in der Ausbildung zum Therapiepferd macht er sich wohl recht gut.“ Auf der anderen Seite wurde es kurz ruhig „Ich wünschte ich könnte jetzt bei dir sein. Aber ich weiß das der Hof ja weiter geleitet werden muss.“ Auch ich verstummte einen Moment lang – jetzt war ich schon zwei Tage hier vermisste meine Pferdebande zu Hause ziemlich arg. „Ja…ich weiß. Nächstes Mal muss ich mit dem Visum besser aufpassen. Aber ich muss jetzt Schluss machen, es gibt gleich Frühstück.“ Nachdem ich aufgelegt hatte trocknete ich mich zu Ende ab, umschlang meine Haare mit einem Handtuch und gesellte mich dann zu Thor, Vina und Georgio. Die drei besprachen gerade wie der tag heute ablaufen würde – „Denk daran Vina, du musst dich noch schonen wegen dem Unfall“ warf ich dabei kritisch ein, sie rollte ein wenig die Augen lächelte dann jedoch „Jaja..immer besorgt. Mit wem möchtest du denn anfangen, wegen dem Training? Als ich mir ein Stück Salat auf mein Käsebrötchen legte dachte ich einen Moment lang nach…Ghosts hatte es mir schon immer angetan, er konnte schon eine ganze Menge was die Dressur anging, weshalb für mich nicht mehr allzu viel zu tun blieb. „Ich werde mit Ghosts anfangen, dann Skymir und mal schauen ob ich dann noch einen von deinen schaffe oder ob ich mich ein wenig mit Braum beschäftige.“ Thor nickte bedächtig „Naja, wenn du mit Ghosts auf den Platz gehst, werde ich dich zusammen mit Marsi begleiten – der kann das auch mal wieder gebrauchen.“. „Dann lass uns mal anfangen?“ Damit erhoben wir uns alle vom Tisch, Riley schoss hinter mir her – die Hündin schien irgendwie einen Narren an mir gefressen zu haben und schlich mir bisher immer hinterher.

    Im Stall suchte ich mir die Sachen des Rappen zusammen, holte ihn aus einem der Stalltrakte – der Weg bis zur Sattelkammer und den Putzplatz an dem ich die Sachen abgestellt hatte waren…um es mit einem Wort zu sagen weit. Ich hatte von Vina deswegen einen Plan bekommen, da ich etwas zu Faul zum laufen war – schwang ich mich auf den schmalen Rücken des Hengstes. Laut hechelnd folgte die etwas ältere Hündin Riley dem schwarzen Pferd – schon jetzt war es beinahe ätzend heiß außerhalb des Schattens. Im entspannten Schritt folgten wir den Wegen, angekommen wurde der Hengst gründlich geputzt, dann gesattelt und nur einige Minuten später befanden wir uns auf dem Platz. Es gab nur wenige Unterschiede zwischen der A und E Dressur – es gab nur verschiedene Tempounterschiede. Vina hatte mir erzählt, dass Ghosts mit dem Trab im Allgemeinen einige Probleme hatte, wie es viele Isländer hatten, also begann ich erst einmal mit einer konstanten Anlehnung gearbeitet wurde auch an der Biegung und Stellung alles zunächst im Schritt. Mit Volten, Zirkeln und Schlangenlinien hielt ich den Hengst unter Beschäftigung, gerade als ich begann mit dem Traben rief eine Stimme „Tür frei Bitte“, ich parierte in den Schritt „Tür ist frei“, damit betrat Thor mit Marsimoto den Platz. Beide Hengste bebrummelten sich gegenseitig als sich unsere Wege kreuzten, Thor machte eine gute Figur auf dem Pferd, dabei fiel mir auf das ich ihn zum ersten mal reiten sah. Danach konzentrierte ich mich wieder auf den Hengst den ich schließlich trainieren sollte. Zum zweiten Mal trabte ich nach einer Runde Tölt auf dem Zirkel an, klappte schon mal besser als zuvor, doch parierte ich wieder durch, denn Ghosts sollte aus dem Schritt antraben. Ich blieb wieder eine Weile im Schritt, töltete auch ein wenig auf der ganzen Bahn um ihn zunächst ein wenig aufzuwärmen. Dann machten wir uns wieder an die Arbeit mit dem Trab – dieses Mal lies ich es nicht zu das er versuchte anzutölten, auf kleinen Volten gelang es mir ihn schließlich immer wieder in den Trab zu bewegen. Auch Thor und Marsi arbeiteten gemeinsam an den verschiedenen Tempowechseln, sodass wir sehr aufeinander aufpassen mussten um nicht einander in die Quere zu geraten. „Das sieht doch schon viel harmonischer aus, Ghosts will ja immer dazu lernen.“ Rief Thor mir einmal zu. Als der Hengst und auch ich durchgeschwitzt waren ging ich vom Platz hinunter, dicht gefolgt von Thor und Marsi – „Sag mal wollen wir noch eine kleine Schrittrunde zur Entspannung drehen?“ Erst wollte ich das Angebot abschlagen, aber eine kleine Ablenkung konnte sicher nicht schaden. „Gern, dann kannst du mir die Gegend zeigen“ Seine gepiercten Lippen verzogen sich zu einem Lächeln. Hintereinander ging es im Schritt in Richtung Gelände, bald wurde der Weg breiter so ritten wir nun neben einander her. Zunächst nur schweigend ehe Thor das Wort ergriff „ Wie ist es in Schottland so?“ Ich sah mich ein wenig um „Gar nicht so anders als hier, klar wir haben immer den Wind in der Nähe da es eben nur eine kleine Insel ist, aber ich bin vollkommen glücklich dort. Gerade die Isländer haben dort wirklich Glück, denn Uprising hat ja eigentlich Ekzem aber wegen dem Wind wird er beinahe unberührt davon. Auch wenn es hier wundervoll ist, die Pferde und mir die Arbeit Spaß macht – ich vermisse meine neue Heimat.“ Seine Hand überbrückte die Distanz zwischen uns und er drückte mir die Schulter sanft „Wenn du die Pferde trainierst wird die Zeit schneller vergehen als du es dir vorstellen kannst“ Ich fand diese Berührung auf eine Art verwirrend, doch so wie ich es komisch fand nahm Thor seine Hand auch schon wieder fort. Wir ritten in einem Bogen um den Hof, kamen aus der anderen Richtung wieder am Putzplatz an, machten beide Hengste fertig ehe wir uns zum Mittagessen wieder im Haupthaus einfanden. Es gab eine leckere Spinatlasagne, ich bekam dieses Mal den Platz genau neben Thor zugewiesen und noch immer war mir die eigenartige Begegnung beim Ausritt in Kopf. Unwillkürlich schüttelte ich meinen Kopf, griff nach einem Stück Brot in der Mitte des Tisches und begann langsam darauf herum zu kauen. Geistesabwesend griff ich nach einer Gabel, beteiligte mich kaum an den Gesprächen bei Tisch – es waren Vina, Georgio, Thor und ein paar Pfleger deren Namen ich nicht kannte mit von der Partie. Mit fahrigen Fingern begann ich zu Essen mir fiel die Gabel aus der Hand, ich wollte noch nach ihr greifen es gelang mir zu meiner eigenen Überraschung auch – und noch jemand anderes…Thor hatte mein Handgelenk gepackt, denn mit ihm hatte ich die widerspenstige Gabel vor dem Sturz den Tisch hinunter gewahren können. Mir war dabei unwohl, ich zog meine Hand hastig weg, die Gabel fiel mit einem klirren auf den Boden. Ich verkniff es mir gleich nach dem Ding zu greifen, denn Thor hatte sich schon die Mühe gemacht dies zu tun. In einem Impuls wollte ich irgendwie sagen das ich bereits einen Freund besaß, doch hielt ich lieber meinen Mund. Ich ignorierte den Blick den Vina und Georgio sich dabei zuwarfen…Das restliche Essen verlief ohne weitere Vorfälle – dann ergriff Vina wieder das Wort „Thor, ich war vorhin bei den Fohlen, eine der Holzlatten ist kaputt, wäre Klasse wenn du dich darum kümmern würdest?“ Thor erhob sich im Gespräch mit einem der anderen Pfleger und Vina stützte ihren Kopf in die Arme und begann breit zu grinsen. „Sarah?“…ich schaute sie über den Tisch hinweg an „Jaa?“ Vina tauschte einen Blick mit Geogio – „Er ist Schwul“ waren die einzigen Worte die ihr in diesem Moment von den Lippen gingen. Ich war…verdattert? Ich schaute in die Richtung in der Thor gerade verschwunden war, dann wieder zum Tisch und zu Vina. „Okay, das ist jetzt überraschend..dann brauch ich mir also gar keine Sorgen machen?“ Vina schüttelte lächelnd den Kopf. „Guuut, dann geh ich jetzt mal mit Skrýmir arbeiten“ ….DAS war peinlich gewesen…Also lief ich in den Stall um mir den Hengst zu holen, der hatte Einzelhaft, denn wenn sich einer „seiner“ Menschen auf die Weide begab schirmte er sie ab gegen die anderen Pferde, zwar kannte er mich nicht, doch war es so auch einfacher für mich – ich musste nicht ewig zur Weide laufen. Skrýmir brummelte mir entgegen, denn eigentlich würde bald die Fütterungszeit anbrechen und er hoffte darauf wohl bereits „Tut mir Leid mein Kleiner, heute heißt es erst die Arbeit dann das Vergnügen. In deinem Falle ist es das wohl dein Fressen.“ Damit holte ich ihn aus der Box, sein Schweif war eingeflochten – eine Maßnahme wegen des enorm langen Schweifhaares, das Vina einfach nicht über das Herz brachte abzuschneiden. Gerade auf einer Körung würde das feine, leicht gewellte Haar die Blicke auf sich ziehen. Wie schon am Vormittag machte ich den Hengst fertig – zog mich jedoch in die etwas kühlere Halle zurück um dort zu reiten, denn sie Sonne brannte schon erbärmlich. Leider hatte sich einer der Reitschüler ähnliches gedacht und er und Little Grey stiefelten quer durch die Halle. Die Stute nahm hin das er kaum eine richtige Hilfe gab, doch einer der Pflege war dabei und korrigierte ihn dabei. Ich schmunzelte, die Stute war wirklich sehr brav – sie war die Mutter von Thowra, also erhoffte ich mir ähnliches von meiner Stute. Ich schwang mich in den Sattel des Hengstes, machte mich in einigen Schrittrunden mit ihm bekannt holte ihn ein wenig an die Hand. Er besaß einen schwungvollen Trab, ich hätte mir vielleicht doch die Stiefeletten statt der Chucks anziehen sollen, denn ich rutschte falls er zu hastig wurde aus den Steigbügeln. Kurzerhand zog ich mir einfach die Schuhe aus, sodass ich wenigstens besser in den Steigbügeln unterwegs war – der Pfleger schaute ein wenig verquer, doch es war ja meine Sache. Skrý besaß von sich aus eine klare Gangtrennung zwischen denen ich mit ihm wechseln konnte wie beinahe bei einem Auto – wow jetzt ließ ich mich schon auf so etwas hinab. Die Tempounterschiede stellten für den jungen Hengst schon ein paar Probleme dar, sobald ich im Schritt begann energischer zu Treiben wollte er gleich in die nächste Gangart. So parierte ich ihn immer wieder durch falls dies passierte, stellte ihn ein wenig mehr an die Hand, da er manchmal dazu neigte im Trab sich hinaus zu hebeln. Der Hengst arbeite wundervoll mit ganz so als wolle er mir unbedingt gefallen. Als ich mit der Galopparbeit anfing, verließ der Schüler auf Grey die Halle, sodass ich nun die ganze Halle nutzen konnte. Die Unterschiede im Galopp lernte der Hengst schnell, wenn man mal davon absah das er sowieso eine ganze Menge bereits konnte – der einfache Galoppwechsel zum Beispiel hatte Vina bereits mit ihm trainiert. Das Verkleinern des Vierecks und dessen Vergrößern waren für ihn nicht weiter schwer, in der 10 Meter Volte war er noch etwas unbalanciert, doch würden wir daran arbeiten. Für heute machte ich dann erstmal Schluss, denn wir waren beide ordentlich am schwitzen. Am Putzplatz spritzte ich dem Hengst noch die Beine ab, auch Riley war wieder mit dabei und schlabberte begeistert Wasser aus dem Schlauch. Von der Hündin begleitet lief ich durch die hübschen Gärten des Geländes, doch die Blumen ließen bereits ihre Köpfe hängen – jemand musste heute noch die Blumen gießen. Also lief ich schneller in Richtung des Haupthauses, betätigte den Hahn und das Wasser verteilte sich in die verschiedenen Wasserschläuche. Aus meiner Tasche sammelte ich mein eBook, setzte mich in den Rasen – Riley als meine Rückenstütze…zwar hatte ich vorgehabt duschen zu gehen, doch so ließ sich der Tag beinahe viel besser ausklingen.



    Fortsetzung folgt...
  2. Die Tage strichen schnell dahin, die Autofahrt dauerte nicht allzu lang als ich vor der Haustür meiner Eltern stand – ein paar Pferde standen noch auf den mir einst so bekannten Wiesen. Pferde der Leute aus dem Ort, es tat gut dies alles wieder zu sehen. Meine Mutter fiel mir sofort um den Hals, mein Vater nickte mir bedächtig zu „Schöne Reise gehabt?“ Langsam löste ich mich aus der Umarmung meiner Mutter „Oh ja…ein schönes Training gehabt…und dann in zwei Tagen zu euch gefahren. Nichts auf der Straße gewesen – wenn man mal von den Kolonen der LKWs absieht, aber das hab ich ja früher auch schon geschafft.“ erwiderte ich ihm grinsend. Nach einer ersten Tour über den Hof, ging es in den Garten der da hinter lag – meine Großeltern waren ebenfalls da. Nun tat es mir beinahe Leid seit fast einem Jahr nicht mehr zu Besuch gewesen zu sein…erst auf Heartland und dann der Umzug. Wir hatten einander viel zu erzählen…von den vergangenen Monaten, meinem neuen Beruf und natürlich auch wie die Zukunft aussehen würde. Durch die Blume ließen sie verlauten das sie alle auf eine Hochzeit warteten, doch waren Cayden und ich erst seit Weihnachten ein richtiges Paar – so schnell gingen wir es längst nicht an. Am Abend erhielt ich dann noch einen Anruf von Alicia, sie hatte wieder einen Auftrag für mich. „Oh, das passt ja gerade. Zurzeit bin ich bei meinen Eltern, am Wochenende könnte ich vorbei kommen. Geht das klar?“ Es herrschte eine kurze betretende Stille, ehe sie mit „Okay, ja das bekommen wir hin. Ich muss ja nicht die ganze Zeit dabei sein. Kennst den Dicken ja auch schon ne Weile“. Damit verlängerte sich mein Aufenthalt zwar noch ein wenig hier in Deutschland, doch die lieben Viechers daheim mussten ja irgendwie auch versortg werden. Zunächst fiel ich jedoch vorn über in mein Bett und erst hier wurde mir so richtig bewusste wie einsam es doch war allein in seinem Bett zu liegen. Die Hitze war natürlich ein wenig anstrengen, versursachte mir wieder Kreislaufprobleme, bei uns zu Hause hatte ich damit beinahe keine Probleme. Es wehte immer eine frische Brise, selbst wenn das Thermometer nach weit oben kletterte und es gab nichts besseres als warmen Sommerregen.

    Die Woche flog schnell dahin – wir besuchten den Tierpark in dem ich einst das Geld für meine Fahrerlaubnis besorgt hatte, ich schaute bei meinem ehemaligen Pflegehund vorbei der nun selbst ziemlich alt war. Dennoch sprang er an mir hoch, freute sich über meinen Besuch als gäbe es kein Morgen mehr. Verschiedene Freunde aus alter Zeit wurden abgeklappert und meine alte Schule besucht um zu sehen wer von den Lehrern noch da war. Jetzt jedoch saß ich im Auto Richtung Alicias Hof, der irgendwo bei Paderborn liegen musste. Eine halbe Stunde nachdem mein Navi mich - wie eigentlich immer – in eine falsche Richtung gebracht hatte, kam ich endlich auf den Hof. Alicia hatte ich bereits mitgeteilt ich würde später kommen. Auf dem Hof sah ich direkt in Richtung des Platzes – dort ritt einer der Pfleger – oder war es eine Frau, auf die Entfernung war dies schlecht zu sagen – Give, sodass ich nur noch in den Sattel steigen musste. Ich schüttelte innerlich den Kopf, manche meiner Kunden waren in dieser Hinsicht zwar sehr zuvorkommend, doch machte ich die Pferde oftmals lieber gern selbst zurecht. Nunja..so ging es aber auch einen Zacken schneller, wobei ich ja sowieso die nächsten zwei bis drei Tage hier bleiben würde. Im Gästezimmer zog ich mir fix meine Jeansreithose an, lockeres schwarzes Top und meine grünen Chucks, dann ging es zu meinem nächsten „Patienten“ ich dankte dem Pfleger den ich bereits vom letzten Mal kannte und schwang mich auf ihn hinauf. Erst gewöhnten wir uns wieder aneinander ehe es im Schritt in Richtung der Millitärystrecke ging. Im Grunde gab es kaum etwas neues an der Strecke mit einem Unterschied – Höher und Weiter, sodass ich nun nicht die Probleme haben würde Give noch an neue Dinge zu gewöhnen. Wobei in der Hinsicht der Hengst sogar sehr unkompliziert war, sobald er eines verstanden hatte, man ihm zeigte wer ihr das sagen hatte ging alles gut von der Hand. Zum Üben gab es noch ein paar kleine Sprünge, Trabstangen sowie den Wassergraben, ehe es an die wirklich großen Baumstämme ging. Einer von ihnen besaß eine Dicke von sicher einem Transporterreifen, doch dies sollte uns nicht weiter stören. Ich konzentrierte mich erst einmal auf die Bergauf und ab Sprünge, dabei ging es auf eine Plattform hinauf, wenige Galoppsprünge darauf um auf der anderen Seite wieder hinunter zu gehen. Dann gab es noch welche die erst nach unten gingen über einen schmalen Baumstamm oder ein paar Heuballen ehe es wieder nach oben ging. Dabei ließen wir es langsam angehen, manchmal zeigte sich Give als unwillig, dann gab es gutes Zureden oder einen leichten Klaps mit der Gerte – sollte es gar nicht gehen stieg ich vom Pferd. An diesem Tage hatte der goldene Hengst genug geleistet, bekam sein Fressen eine kühle Dusche und wurde dann von mir in seine Box geleitet.

    Die nächsten Tage verliefen ähnlich wie auch bereits mein erster – es ging auf den Platz um warm zu werden oder aber eine kurze Runde ins Gelände uns anschließend auf die Strecke. Give lernte die höheren Hindernisse kennen, nahm die weiteren ohne Probleme an. Der Wassergraben stellte beinahe überhaupt gar keine Probleme dar – Give nahm alles an. Die Höhenunterschiede waren ihm ab und an nicht ganz geheuer doch mit weiterer Übung würde er dabei routinierter werden. Am Sonntagabend verabschiedete ich mich also von Alicia um mich auf den Weg zum Flughafen zu machen.

    Im Flug hatte ich wieder mein ein super spannendes Buch welches ich in den Stunden des Fluges nur zu fressen begann – the demon circle war sowieso eine meiner liebsten Bücherreihen momentan! Es dauerte eine halbe Ewigkeit ehe ich meinen Koffer aufgeklaubt hatte, dann mein Handgepäck auch noch im Flieger hatte liegen lassen – also nochmal alles abgeben an der Information, der Dame hinter und schließlich den Ausweis vorzeigen, sodass man auch ja die Person wäre die auf dem Handgepäck verzeichnet wäre. Mit der Dame ging es dann auch wieder zurück. Dort rief ich auch gleich Cayden an, denn ich hatte ihm vergessen zu schreiben wann ich ankommen würde. „Hey, also ich bin wieder in der Heimat – werde hier im Flughafen mich in das Café setzten und einfach warten bis du hier bist?“ *Klar, ich setzt mich jetzt in den Jeep und dann sollte ich in einer Stunde da sein – hast du noch Zeit zum Lesen“ Oh ja er kannte mich sehr wohl! Ich grinste breit auch wenn Cayden dies in diesem Moment nicht sehen konnte… „Ja..habe noch ein paar Seiten vor mir. Ist zu Hause alles in Ordnung?“ Cayden schwieg einen Moment „ Hansi hat einen ziemlichen blauen Fleck von Bucks erhalten, er wollte ihn auch mal probieren aufzuhaltern..erst hat er sich Sturm geholt um Bucks ein wenig anzulocken, doch als der kam und Hans das Halfter anlegen wollte gab es einen gewaltigen Tritt gegen die Schulter – er ist ausgewichen, sodass er nur gestreift wurde aber er belässt es jetzt erstmal bei der Fohlenpflege.“ Das Lächeln wich aus meinem Gesicht…mit dem Hengst hatte ich mir ganz schön was aufgehalst, aber irgendwie liebte ich ihn ja schon. „Dann kann ich ihn ja auch bald bemitleiden“ begann ich herum zu witzeln. Dann legten wir beide auf, ich takelte zum Empfangsbereich um hinaus zu gehen – dort wurde ich noch einmal kontrolliert. Der Mann schaute mich an „Sarah Kyren?“ sagte er in gebrochenen Englisch – auch er schien nicht aus der Gegend zu kommen. „Wir müssen sie leider in den nächsten Flieger zurück nach Deutschland schicken. Ihr Visum ist abgelaufen!“ ….
  3. 282828„Jüüüüüüüüüüüüüüli!“ rief ich durch den Bauwagen der als Toilette diente „mach hin du wurdest schon ausgerufen!“ Zusammen mit Kathi begleitete ich unsere Freundin zu einer Fohlenschau im Ort. Julie hatte sich beim Essen, die Preiselbeersoße auf der weißen Hose verteilt, also versuchte sie gerade vergeblich diese loszuwerden.



    282828Cayden blickte verwirrt drein „Frag gar nicht erst“ winkte ich ab, beobachtete lieber Julie die – in meiner Hose- nun den Platz mit ihrem Scheckfohlen Ayumi betrat, wobei auch von Fohlen nicht mehr ganz die Rede sein konnte schließlich war sie bereits 2 Jahre alt. Das halten bei X hatte Julie lange mit Ayumi geübt, doch trotzdem stand die Jungstute nicht komplett still. Ihr Kopf war hoch erhoben, ihre Ohren schienen auf ihrem Kopf beinahe zu tanzen wie sie da hin und her bewegt wurden. Die Augen von Ayumi blickten aufgeregt und dennoch neugierig durch die Weltgeschichte. Während dieses Momentes grüßte meine Freundin die Richter, ein leicht verspanntes Lächeln auf den Lippen - sie tat dies hier noch nicht so routiniert wie ich oder Cayden. Mit Ayumi am Halfter lief sie schließlich auf die ganze Bahn – der abgesteckte Platz war etwas kleiner als gewöhnlich, die längste Seite nur knapp zehn Meter lang. Ich wünschte Julie viel Glück mit hochaufgerichtetem Daumen. Da zupfte sie bereits leicht am Führstrick und joggte los, ihr Stutfohlen trabte in raumgreifenden Bewegungen neben ihr her. In Julies linker Hand ruhte eine kleine Gerte die ihr beim dirigieren der Stute helfen sollte. Der Führstrick hing durch und Julie tippte Ayumi leicht mit der Gerte am Po an um ihrem Trab noch ein wenig mehr Schwung zu geben, denn die Stute schlurfte ganz schön mit den Beinen. Während wir uns einen Sitzplatz suchten ging Julie auf den Zirkel parierte dort zum Schritt durch. Ein aus dem Zirkel wechseln folgte nach etwa einer Runde herum, dann auch dort wieder einmal herum ehe Julie Ayumi auch wieder antraben ließ. Damit hatten die Richter zwei der Grundgangarten des Fohlens bereits gesehen. Ganz in Arabermanier hob die Stute dabei leicht ihren Schweif an – ihr Blut ließ sich nicht verleugnen. Nun begann Julie schneller zu rennen – inständig hoffte ich Ayumi würde auch angaloppieren das hatte auf dem Aufwärmplatz nicht ganz geklappt, doch die Stute ließ meine „Ängste“ unbegründet. Gemächlich galoppierte sie neben ihrer Besitzerin her, die mittlerweile den Strick gelöst hatte um der Stute mehr Freiheit zu geben. Ayumi blieb jedoch lieber bei Julie, wie die beiden doch in den letzten Monaten zu einem super Team geworden waren! Nach dem spritzigen Galopp wurde Julie langsamer, ihr Atem ging unübersichtlich in Stößen, doch sie lief unbeirrt auf X zu um die Richter zu grüßen. Wieder mit dem Fohlen am Strick lief sie auf uns zu, umarmte mich „Danke für den Hosentausch!“. Ich schaute an mir hinunter, sah den Fleck , stellte mich in Pose „Hey komm der ist doch modisch – mit oder ohne dem, Ayumi hat das heute total super gemacht!“ Wir getätschelten alle die junge Stute um ihr dann eine Kleinigkeit an Futter zu verabreichen.



    „Sarah? Maren hier…ich wollte fragen ob du wieder Zeit für einen Kurztrip hier bei uns in Polen hast. Das wäre Klasse, denn Katniss würde sich sicher über ein Training bei dir freuen und ich natürlich auch! Ruf bitte zurück.“ – Damit verstummte der Anrufbeantworter. Wir waren heute den ganzen Tag unterwegs gewesen, ein wenig Abstand vom Hofstress finden. Aiden und Hans – kurz Hansi, der neue Trainer auf dem Hof hatten versprochen den Hof zu schmeißen. Cayden , Kathi und ich hatten Julie auf eine Fohlenschau mit ihrer Stute begleitet, danach waren wir gemütlich Essen gewesen. Ich drehte mich zu Cayden um „Ich halte das eigentlich für keine schlechte Idee, dann kommst du mal raus, nebenbei könntest du ja gleich mal deine Eltern in Deutschland besuchen, oder nicht?“ Dabei biss ich mir auf die Lippen, seit Weihnachten schob ich diesen Besuch nun schon auf, dabei war ich seitdem schon öfter wieder in der alten Heimat gewesen, oder eben zu Besuch bei Maren um ihre Pferde zu trainieren. „Ja…das ist wohl eigentlich mehr als nötig“ die Hand fuhr zum Kopf schob eine Strähne beiseite „Dann kann ich fragen ob meine Tante mir gleich mal den Pony etwas beschneiden könnte“ dabei grinste ich, denn von einem gewöhnlichen Pony ließ sich hierbei nicht mehr sprechen. Dann schnappte ich mir unser schnurloses Telefon, verzog mich in eine stille Ecke um Maren davon zu unterrichten, dass ich vorbei kommen würde.

    Nun – drei Tage später – standen wir gemeinsam im Stall, Maren putzte gerade ihre Stute Katniss, die zwar im Gelände recht erfahren war, doch in die Welt der Distanz hatte sie bisher keinen Vorstoß gewagt. Wir unterhielten uns über das Grundlegende Training, dabei berichtete Maren ebenfalls das sie ihre Stute bereits öfter im Gelände lange Strecken hatte Traben lassen. Auch auf dem Platz – in der Dressur kam dies vermehrt vor, dabei zeigte sie eine besondere Ausdauer das Tempo zu halten. “Okay, dann würde ich heute einfach ganz in Ruhe mit ihr hinaus ins Gelände gehen, sie dabei beobachten aber ich denke dennoch wir werden in den nächsten Tagen einfach eine Art von Intervalltraining mit Katniss absolvieren. Soll bedeuten eine Schrittphase, etwa fünf Minuten traben, dann wieder eine Schrittphase und so weiter. Zeigt sie nach den fünf Minuten keine besonderen Ermüdungserscheinungen erhöhen wir immer wieder um eine Minute. Das jedoch nicht mehr als eine halbe Stunde, wenn du das jeden Tag mit ihr durchziehst wird sie einen der Einführungsritte ohne weitere Probleme absolvieren können.“ Maren stimmte mir ohne weiteres zu – genau solches habe sie auch bereits im Internet gesehen, gelesen und natürlich auch schon ein wenig herum experimentiert. „Bei fast zehn Minuten sind wir mittlerweile bereits, da ich mir aber nicht ganz sicher bin wollte ich lieber eine Fachfrau an die Sache ranlassen.“ Meinte sie grinsend zu mir. Also schwangen wir uns auf die Pferde – mit von der Partie war der Hengst Parlay, der sich vor einigen Jahren einmal im Besitz meines Vaters befunden hatte, ich hatte ihn dann über Umwege hier zu Maren bringen können. Der gute Stand gut im Training seine besten Jahre hatte er noch vor sich! Parlay konnte auf eine erstaunliche Anzahl von Nachkommen hinab sehen. Wir verließen den Hof in Richtung Westen vorbei an einem See ehe sich eine wunderschöne Wiese vor uns erstreckte, dort begannen wir erstmals anzutraben, doch wir beließen es bei einem gleichmäßigen Tempo damit Parlay auch mitkommen würde. Katniss trat weich aus, hielt ihr Tempo ohne weitere Probleme Konstant und schien verbissen darauf es ihrer „Herrin“ recht zu machen – einzig wegen des weniger talentierten Parlay legten wir viele Schrittphasen ein ehe wir zum Hof zurück kehrten. „Dann gehen wir es morgen an wie ich bereits erwähnt habe, mit einem tollen Intervalltraining.“

    So verbrachte ich die nächsten Tage zusammen mit Maren an der frischen Luft und im Sattel – ganz anders jedoch als die Besitzerin des Pferdes, denn ich musste in die Pedalen treten während Maren auf dem Pferd saß. Dies sollte nicht unbedingt bedeuten es sei nicht weniger anstrengend, denn das Gegenteil war eher der Fall. Im Trab lange Zeit entweder sitzen zu bleiben oder leichtzutraben beanspruchte enorm die Muskeln, weshalb Maren schon am zweiten Tag von Muskelkater der miesen Sorte gequält wurde. Mittlerweile waren wir bei einer Trabphase von etwa einer Viertelstunde angekommen, dann folgte eine Schrittphase oder eher der gemächliche *Jog* - ein etwas schnellerer Schritt von einer Zeit bei zehn Minuten.

    „Katniss macht ihre Sache wirklich sehr gut, machen wir für heute erst einmal Schluss.“ Wir waren beinahe eine ganze Stunde unterwegs gewesen – rechnete ich nicht die Pause ein die wir nach den ersten 10 km gemacht hatten. In dieser Zeit hatte Katniss am Fluss trinken können, war von ihrem Sattel kurzerhand befreit worden und wir hatten uns ins Gras fallen gelassen. Nach der Pause ging es auf einem etwas anderen Weg wieder zurück, zweimal mussten wir an einer Straße vorbei, doch die Stute blieb hierbei verhältnismäßig ruhig. Die Balance ihres Trabes lief aus der Bahn bald fanden beide jedoch wieder zu ihrem Rhythmus und schon ging es zurück zum Hof. „Einen Einführungsritt könntest du im Grunde bereits mit ihr wagen, doch eine knappe Woche Training wird noch lange nicht genug sein. Konzentrier dich auf das Training mit ihr…arbeite an der Kondition sowie an ihrer Ausdauer und ihr bekommt es ohne Probleme geschaukelt.“ Damit stand auch schon der letzte Abend hier in Polen an, mit dem Mietauto würde es nun in Richtung Berlin zu meinen Eltern gehen. Im schönen Brandenburg stand der Hof von dem ich ursprünglich kam, auf dem ich vieles gelernt hatte von dem was ich nun an andere weiter gab.



    Fortsetztung folgt - Alicia das wird dein Bericht! :S
  4. Meine Finger folgten den seichten Wirbeln, die ich so sehr kannte und dabei rannen mir Tränen die Wangen hinunter. Meine Kehle fühlte sich an wie zugeschnürt von den Stunden des Weinens, es kostete mich meine gesamte Kraft noch auf den Füßen zu bleiben. Mit beiden Händen hielt ich mich an seiner Mähne fest, das Gesicht an seinen Hals gelegt und dabei blieb der Hengst so Bewegungslos als wolle auch er mir Trost spenden. Heute morgen war allgemeiner Tierarztbesuch auf dem Hof gewesen, Maren hatte dabei alle Pferde untersucht – Bucks hatte sie dabei mit einem Blasrohr lahm legen müssen, doch zumindest würde er wohl eines Tages wieder reitbar sein. Draki sah noch immer schlecht aus – schlechtes Fell, er war dünn geworden und schien Schmerzen zu haben. Maren hatte mir dafür eine Packung Schmerztabletten dagelassen, doch der eigentliche Grund wieso ich hier wie ein Häufchen Elend im Stall stand war mein geliebter Moon. Bereits seit einigen Wochen hatte er sich beim reiten unwillig gezeigt, enge Wendungen schienen ihm zu missfallen und so hatte ich Maren ihn ganz besonders untersuchen lassen. Moon besaß „nur“ Arthrose, doch im Grunde war alles was ihn je ausgemacht hatte irgendwie verloren gegangen….nie wieder würden wir an einem Distanzrennen teilnehmen..nicht länger durch die Wälder preschen und genau diesen Erinnerungen trauerte ich nach. Wir würden weiterhin beieinander sein, Spaziergänge sowie kleinere Schrittausritte waren im Grunde sogar genau das richtige. Dennoch hatte mich diese Nachricht allzu sehr getroffen, wütend hatte ich Cayden von mir gewiesen mich zu Moon in den Stall gesellt und ließ erst dort meinen wahren Gefühlen freien Lauf. Nun fühlte ich mich irgendwie einem Fisch in der Wüste gleich…viele Gedanken schossen mir durch den Kopf, doch ein Entschluss stand nun beinahe fest.. Meine Tränen wischte ich mit dem Ärmel meiner Jacke fort, hauchte meinem Hengst einen Kuss auf die Nüstern ehe ich mit wackligen Beinen ins Haus zurück lief. Dort wurde ich von Kathi aufgeschnappt, diese zog mich auf einen Stuhl setzte bestimmt ein Glas Wasser vor meine Nase „Trink!“ ihre Stimme hatte einen klaren Befehlston, der keine Widerrede duldete. Erst als das kühle Nass meine Kehle hinab lief bemerkte ich wie durstig ich tatsächlich war. „Als nächstes schwingst du deinen Arsch unter die Dusche, du hast nasse Sachen, du stinkst nach Pferd und siehst schrecklich aus.“ Erneut dieser Ton, den ich nicht gewohnt war, doch fühlte ich mich noch immer Elend und gehorchte ohne Probleme.

    Eine halbe Stunde später hockte ich etwas besserer Laune mit dem Handtuch in meinen Haaren auf der Couch unseres gemeinsamen Wohnzimmers. Neben mir saß Kathi, auf dem Sessel gegenüber saß Cayden und ich hatte ihnen soeben meine Pläne berichtet – der wie folgt aussah. Wir hatten in den letzten Monaten eine ganze Menge an Pferden aufgekauft..darunter einige der besondere Pflege zuteil werden musste – dabei handelte es sich um Stormy, Sturmwind, Bucks und Draki und nun auch Moon. Deswegen würden wir jene Pferde verkaufen die einen tollen Platz mit exzellenter Förderung verdient hatten. Thowra und Uprising konnte ich nicht abgeben, letzterer war ein Sohn von meinen einstigen Hengst Blettur und ein würdiger Nachfahre. Thowra hatte ich von Lena beinahe geschenkt bekommen, also lag sie mir somit ebenfalls am liebsten. Desweiteren würden einige meiner Connemaras bleiben Varulv, der ein ausgezeichneter Springer war außerdem vom Charakter meinem Hengst Moon sehr ähnlich. Kürbis würde ebenfalls bleiben, denn jetzt brauchte Pumpkin noch ihre Mutter, außerdem hatte ich ihrer alten Besitzerin einen Endplatz bei mir versprochen. Doch die Liebe zu der eigenartigen Connemarastute ging über dieses Versprechen hinaus. Willow ebenfalls bleiben, denn an meiner zweiten schwarzen Perle hing ebenfalls mein Pferd. Mit „nur“ 10 Pferden würden wir mehr Zeit haben um sie alle zu fördern und einzeln je auf sie eingehen zu können. Cayden hatte diesen Gedanken ebenfalls bereits geteilt, doch bisher noch nicht dazu geäußert.



    Innerhalb einer Woche hatten wir beinahe alle Pferde an verantwortungsvolle Besitzer vergeben…gerade bei Scylla freute es mich besonders, denn die Besitzerin hatte zugesagt sie würde falls die Stute gekört wäre in unsere Zucht kommen. Genauso Moons Sohn Wish würde einen tollen Platz bei Gwen finden – genau jene die damals bei Amy gewesen war und der ich zu Weihnachten Minou gegeben hatte – eine lange Reise nach Kanada würde ihm nun bevor stehen. Noomie und Nymeria würden gemeinsam einen Platz bei einer Shettyzucht finden, die von medy organisiert wurde – in einem Monat konnten sie etwa ausreisen. Meine beiden Islandstuten Aesi und Luna hatten ebenfalls einen gemeinsamen Platz bekommen, mit ihnen dorthin war die kleine Stute Lunara gekommen. Jetzt waren einzig noch River und Cap auf der Suche nach einem tollen Platz, doch bis dahin wurden sie von uns weiter in verschiedene Anzeigen gesetzt.

    Moon wurde jeden Tag von einem von uns beiden bewegt, seine Unwilligkeit blieb vorerst noch bestehen, doch stolperte er weniger und jeden Abend bekommt er die auf Naturbasis gelegenen Medikamente von Maren. Bucks machte bisher keine Sichtbaren Fortschritte, wobei er dennoch zumindest mehr als freudig über die Koppel preschte und dabei sogar schon wieder zu buckeln begann. Es freute mich das es ihm zumindest körperlich wesentlich besser zu gehen schien, doch es würde sicher noch eine ganze Weile dauern ehe sich ihm wieder jemand nähern würde und noch um einiges länger ehe jemand auf seinem Rücken sitzen würde. Das Leben ging weiter, doch die Trauer nach dem alten spülte um mich herum wie die Wellen an die Klippen meines neuen Heims. So saß ich also nun hier auf der Bank nur drei Schritte weiter und die Klippe erstreckte sich unter mir…als ich hinter mir Schritte vernahm. Im Halbdunkeln drehte ich meinen Kopf sah Cayden auf mich zukommen..langsam beinahe zögernd. Ich hatte ihn die letzten Tage beinahe abgewiesen, doch als er sich neben mich auf die Bank saß schenkte er mir unendlichen Trost. Schon allein seine Hand auf meinem Oberschenkel, ließ mich vor Glück erschauern…er schien nicht wütend auf mich, durch seine Hand pulsierte pures Einverständnis in mich hinein. Wie froh ich sein konnte einen solchen Mann an meiner Seite zu wissen…
  5. Ostern und Beltaine waren an uns vorbei gezogen – nicht ohne neue Gäste auf Caed Crevan. Ty hatte uns in dieser Zeit besucht - alle unsere Pferden hatten nun wieder wunderschöne Hufe, dabei hatte er mir noch berichtet wie sich Lunara machte. Lunara war die Stute die Money vor knapp zwei Monaten geboren hatte, fast zeitgleich mit Pumpkin Cayden und ich hatten beschlossen die Stute zu kaufen. Gestern hatte mich Amy beinahe verzweifelt angerufen – Money schien nach der Geburt noch immer nicht ganz fit, sie hatte Durchfall bekommen. Ein Tierarzt war bereits verständigt worden, doch zu allem Übel hatte die Stute ihr Fohlen von sich gestoßen. Lunara war innerhalb einer Woche zur Waisenstute geworden – Money biss sie sogar weg! Nun saß ich zusammen mit Cayden im Auto – seit neustem war die Brücke zum Festland endlich offen! Der Transporter mit dem wir fuhren bot Platz für vier Pferde – zur Zeit standen darin Kürbis und ihr Fohlen Pumpkin, wir wollten sehen ob meine Connemarastute die kleine Lunara als Amme annehmen würde, wenn nicht würden wir Lunara dennoch mitnehmen um sie mit der Flasche aufzuziehen. Damit zog das Haflingerfohlen eher als geplant bei uns ein, aber immerhin sollte es ja sowieso zu uns gehören. Ich umarmte die etwas neben sich stehende Amy, einerseits zerrissen bei dem Gedanken Pretty könnte selbiges mit ihrem Fohlen tun, wenn es einmal da war aber auch die Trauer das Lunara sie schon so schnell verlassen würde. „Dann laden wir die beiden mal aus, es wird schon werden!“ Gesagt getan – eine halbe Stunde später befanden wir uns neben dem Paddock auf dem die neugierige Pumpkin, die kleine Lunara zum spielen auffordern wollte. Angesichts der fremden Stute schien das andere Fohlen noch unsicher zu sein, doch taute sie mit jeder Minute auf. Wir verzogen uns nach drinnen, genossen auf der Terrasse einen Tee und hatten einen Blick auf die Szene. Siehe da – Kürbes erwies sich als wahre Mama, sie ließ erst Pumpkin trinken ehe sich auch Lunara an sie drängte und versuchte zu saufen. Kürbis schnüffelte an ihr, schaute verwirrt drein hinderte die Hafistute jedoch nicht daran. Amy schien ein Stein vom Herzen zu fallen – „Was für ein Glück! Natürlich wird sie Money noch eine Weile vermissen, aber sie hat bei euch einen tollen Platz“ sagte sie als sie meine Hand drückte.

    Also verließen wir Heartland wieder mit drei Pferden im Transporter, durch das Sichtfenster zwischen den Sitzen konnte ich alle Pferde beobachten, die Fahrt verlief ohne weitere Probleme, wir luden die Fohlen und Mama aus – letztere erhielt noch eine Portion Stutenfutter, denn mit einer zusätzlichen „Belastung“ benötigte sie auch ein wenig mehr an Energie. Wir hatten nun ein weiteres kleines Fohlen auf dem Hof – irgendwie freute ich mich ja, denn die anderen waren nun bereits fast alle „erwachsen“, sie waren nicht länger komplette Fohlen mit ihren beinahe drei Jahren. Aesi und Thowra waren erst zwei, doch auch sie wurden immer älter…das machte mir wieder einmal klar wie sehr die Zeit doch rannte.

    Dann ging ich zu den anderen Neuzugängen die seit etwa einer Woche den Hof bewohnten – von dem einen trug ich einen riesigen blauen Fleck auf dem Oberschenkel. Star Bucks…seine Besitzerin hatte ihn direkt aus der Tierklinik verkauft. Beim reiten war er wohl gestiegen, gekippt und hatte sie die Rippen angebrochen – er war in eine Spezialklinik hier in Schottland gekommen. Über eine Anzeige hatte ich ihn gefunden – er war zu verkaufen. Star Bucks war von schwieriger Natur, nach seinem Unfall und den Tagen in denen er in einer engen Box verbringen musste hatten alles vielleicht noch verschlimmert. Bei dem Versuch ihn in den Hänger zu verladen, hatte er um sich getreten und gebissen – wir hatten ihn nur noch hinein scheuchen können, mit dem Hänger auf den Paddock und ihn dort raus lassen. Der Rappschecke war noch immer in der Zeit der Genesung, ob er jemals wieder reitbar sein würde musste eine Nachuntersuchung feststellen. Im Moment musste ich ihn erstmal machen lassen…auch wenn es mir Leid tat. Bucks Mähne war lang, verfilzt und das einstige weiß seines Felles war eher schmutzig grau denn weiß, doch besuchte ich ihn jeden Tag – manchmal auch mehr – mit einem Apfel oder einer Banane um ihn zu mir zu locken. Noch saß ich hinter dem Zaun, biss in den Apfel warf ihm einige der Sachen zu, doch sein Misstrauen mir gegenüber blieb und er würde die Stücken erst aufsammeln, wenn ich weit genug entfernt war. Auch wieder an diesem Tag musste ich enttäuscht von dannen ziehen, ohne das ich ihn näher an mich heran bringen konnte. Mein nächster Weg führte mich in den Stall dort hatte mein anderer Neuzugang strikte Boxenruhe für mehr als sechs Wochen bekommen. Draki – er war hier in Schottland gewesen um eine Islandzucht mit Fohlen zu bereichern, da hatte mich Vina gebeten ihn während seines Deckeinsatzes öfter dort zu besuchen, nun stand der Schimmelhengst in meiner Box. Die ersten Tage war alles ruhig verlaufen, bis mich die Besitzer des Hofes angerufen hatten – Draki ging wohl ein wenig unsicher, eiere durch die Gegend. Zusammen mit einem Tierarzt sahen wir uns die Geschichte an, beim vor traben wurde deutlich – der Hengst ging hinten lahm. Eine weitere Untersuchung der Beine ergab kein eindeutiges Ergebnis, weshalb gleich in die Klinik gefahren wurde. Dort standen wir schlussendlich vor dem Ergebnis der Decksaison, Draki hatte sich auf der Weide den Beckenknochen übel gebrochen. Ob dies geschehen war beim Spiel mit den Stuten oder ob er direkt beim Deckakt war nicht sicher, doch eines war Glasklar…er würde nie wieder eine Stute decken….Mit Vina hatte ich soweit geklärt, er würde bis zu seiner Genesung ein zu Hause auf unserem Hof finden, vielleicht würde er auch für immer bleiben. Erstmal jedoch musste er wieder zu Kräften kommen. Mit der Hand streichelte ich über seinen Nasenrücken, schob auch ihm einen Apfel zu – der Aufenthalt in der Klinik hatte ihm einiges seiner Fettreserven genommen, seine Rippen waren zu sehen, die Kruppe war ebenfalls definiert. Ohne richtiges Training würde er noch eine ganze Weile so aussehen…es tat mir Leid um das Kerlchen. „Gute Nacht“ wisperte ich ihm zu. Schließlich leistete ich Cayden noch auf dem Platz Gesellschaft, nachdem Uprising nun eine ganze Weile mit Sattel und Trense longiert worden war und auch ab und an jemand auf ihm gesessen hatte, lief er nun seit gut zwei Wochen auch auf dem Platz allein mit einem Reiter. Auf der Ovalbahn klappte das ganze auch schon ziemlich gut, zwar herrschte noch ganz schöner Gangsalat doch erst einmal galt es eben er kannte die Bremse, den Vorwärtsgang und lernte den Reiter zu tragen. Vina würde in den nächsten Tagen wohl mal vorbei schauen um den Rapphengst einzutölten. Aiden hatte gestern mit den Traktor neues Heu auf den Hof gebracht, der Auspuff hatte Recht viel Rauch verursacht. Gerade in dem Moment war Cayden mit Uprising über den Hof, der ungewohnte Rauch, das Geräusch des Traktoren und sein wiehernder Kumpel Sturmwind veranlassten den jungen Hengst zu ein paar Schritten des Töltes, doch nicht sonderlich vieler ehe er wieder etwas nervös trabte. Cayden hatte ihn schnell beruhigen können und hatte mir am Abend davon begeistert erzählt.
  6. Ich stand am Putzplatz putze in aller Ruhe Uprising um ihn ein wenig zu longieren, da pfefferte jemand plötzlich seinen Helm auf den Boden. Sowohl der junge Hengst als auch ich schracken zusammen, mein Blick folgte der Flugbahn des Helmes. Eine missmutig dreinblickende Kathi stand dort, mit Ikarus am Zügel, dessen Atem noch immer nicht wieder ganz normal war. „Huch, was ist denn mit dir los?“ fragte ich Kathi. „Ach..die letzte Rennsaison war schon weniger gut verlaufen, wir haben ihn aus den Rennen genommen. Früher war er vollkommen wild auf das Rennen, war in den ersten Reihen mit dabei. Spätestens seit letztem Jahr scheint er nur noch mit der halben Arschbacke dabei zu sein. Zudem wird er mit seinen jetzt 6 Jahren langsam zu alt, für die kürzeren Strecken, auf die Dauer ist er einfach nicht schnell genug. Die Distanz macht ihm das Laufen schwerer, da er sowieso nicht richtig dabei ist erschwert das die gesamte Situation auch noch. Heute hab ich dann einen Übungsritt zusammen mit Aiden gemacht.“ Dabei schüttelte sie etwas hoffnungslos den Kopf „Selbst dein Moon hätte ihn einholen können! Das hab ich schon oft genug auf der Weide beobachten könne, wenn die Hengste wie die Irren darüber rennen.“ Während Kathi nun begann Ikarus abzusatteln, suchte ich nach irgendwelchen tröstenden Worten konnte in meinem Inneren jedoch keine entdecken. Da erfasste Kathi wieder das Wort „Ich hab ihn damals gekauft eben, weil er eben so gern gerannt ist. Ich habe ihm dabei nur zu gern zugeschaut. Jetzt wo er nicht mehr den Spaß daran hat bringt es mir absolut nichts ihn darin zu trainieren. Andererseits kann ich ihn nicht einfach aufgeben, so lang wie er bereits bei mir ist. Ein zusätzlicher Brotvertilger – wir können das stemmen, doch auch so, fett werden braucht er nicht.“ Missmutig und vor sich hin grübelnd verrichtete jeder seine Fertigkeiten. Uprising ließ sich mittlerweile ohne weitere Probleme auf dem Platz longieren, in dem jungen Hengst erkannte ich viele Charakterzüge seines Vaters wieder, sein Vertrauen in den Menschen hatte über die Monate immer mehr zugenommen. Das Klima stellte ihn auch nicht länger vor Probleme und durch den stetigen Wind hier an der Küste hatte er auch endlich wieder eine vollere Mähne und wurde nicht länger von Ekzem gequält. Im Trab zirkelte er brav um mich herum – auf der Wiese hatte er bereits einige Töltansätze gezeigt, doch beim Training war es bisher noch nicht dazu gekommen. Sobald er eingeritten war wollte ich ihn nach Holland zu Finya und Vina bringen um ihn ordentlich einzutölten oder ihm dort sogar den Pass näher zu bringen. Ich schüttelte den Kopf das würde noch eine Weile dauern, schließlich war er erst vier und ich hatte keine Eile. Den Sommer über würde er mit den jungen Hengsten auf der Hochebene verbringen, danach würde seine Arbeit weiter gehen. Glücklich kehrte ich mit einem leicht verschwitzten Pferd zurück, legte eine Decke auf seinen Rücken während er sein Futter bekam. Zu Besuch kamen derweil Noomie und Nymeria die ich aufgeregt davon scheuchte, nicht nur die Tatsache das Noomie rossig war – auch mussten sie Uprising ja nicht das Futter nehmen.

    Am Abend leistete ich Cayden Gesellschaft als er die Unterlagen durchsah, in letzter Zeit sortierte er die einzelnen Daten der Pferde des Hofes in verschiedenen Ordnern anzulegen. Dabei gab es eine Menge Papierkram – bei dem ich schon lang nicht mehr durchschaute. Da mir das beobachten und seine Wortkargheit irgendwann auf den Keks gingen. „Ich geh mal nach Kathi schauen, die war heute etwas betrübt da Ikarus nicht länger gefallen am Rennen hat.“ Ein geistesabwesendes „mhm“ kam von Cayden als ich lächelnd aus dem Raum schritt. Den Flur entlang führte eine Treppe in einen weiteren Flur von dort gelangte man in die nächste Wohnung – die von Kathi. Wie Cayden meinte ebenfalls von Aiden, doch eigentlich hatte der junge Stallbursche eine Wohnung neben der Reithalle, oder eher in ihr. Zwar hatte Kathi mir in der Hinsicht bisher noch nichts verraten, doch fanden wir erst langsam zueinander, schließlich kannten wir uns erst seit etwa drei Monaten. Klopfend blieb ich vor der Tür stehen, die bald darauf von Kathi geöffnet wurde. Im Hintergrund erkannte ich ein Lied der Band Eluveitie, glaubte darin Omnos zu hören. „Wieder ein wenig erholt?“ Kathie winkte ab, bot mir einen Tee an „Was soll ich machen? Heulen bringt mir herzlich wenig in dem Fall. Ich habe überlegt ihn jetzt mehr in der Dressur zu fördern, aber da zeigte er bisher auch nicht die nötige Ausdauer am lernen.“ Bedächtig hörte ich zu, wenn Ikarus auf langen Strecken die Ausdauer fehlte so fiel auch die Distanz weg, Dressur war nicht seine Stärke – er hatte auch einfach nicht den nötigen Pepp in den Gängen. „Wie macht er sich denn beim Springen?“ Kathi unterbrach ihre Überlegungen kurz, dann fuhr sie fort „Seine Vorbesitzerin hat nie davon gesprochen und auch ich hab ihn bisher nicht springen sehen oder lassen.“ Da erhellte sich ihr Gesicht ein wenig, und ich zeigte ein Lächeln „Lass uns morgen die Halle ein wenig abstecken, ein paar Hindernisse aufstellen und ein paar der Pferde zusammen mit Ikarus springen lassen? Am besten Moon und Varulv, die beiden haben bereits Erfahrung und können ihm den Weg zeigen.“ Kathi stierte auf die Wanduhr – sie zeigte gerade 21 Uhr – „Ich denke da das hier unser Hof ist…könnten wir das doch jetzt machen?“ Kathi hatte ein Gedanke gefasst und soviel hatte ich bereits mitbekommen, hatte sie diesen ließ sie davon nicht zu schnell ab. Also liefen wir über den Hof, holten vom Hengstpaddock – man war ich froh das die Pferde noch nicht auf den Sommerweiden waren…denn der Weg dorthin dauerte etwa eine Viertelstunde und ehe man die gewünschten Pferde dann mal gefunden hatte konnte schon mal eine weitere halbe Stunde vergehen. Zumindest hatte mir das Cayden oft gesagt, so hatte ich beschlossen immer ein paar der Pferde hier oben zu behalten – so konnte ich faul wie ich war hin reiten um die Pferde zu holen und das andere Pferd mitnehmen. Mit Ikarus, Moon und Varulv am Strick ging es hinein in die Halle, das Licht und der Lärm beim aufbauen der Hindernisse führte auch bald Aiden zu uns der etwas verwirrt auf das Geschehen blickte, mit einem schütteln des Kopfes jedoch mit dabei war. Nach einiger Zeit hatten wir tatsächlich alles aufgestellt, die Pferde hatten sich es im Dunkeln vor der Halle beinahe gemütlich gemacht und mussten drinnen ein wenig wach gemacht werden. Mit einer Anfangshöhe von einem knappen halben Meter begannen wir also unseren Versuch. Moon und Varul taten den Anfang, Ikarus war bereits ganz heiß hinter den beiden her zu rennen als Aiden ihn vom Strick löste. In einem Affenzahn raste er auf das Hindernis zu – ich dachte schon er würde mit voller Breitseite hinein rennen ehe er seine Beine mit einer ruckartigen Bewegung beinahe bis an die Ohren nahm und über das Hindernis hinweg fegte. Wir drei sahen uns alle ein wenig belämmert an – der junge Hengst war beinahe einen Meter höher gesprungen als nötig. „Na wenn der nicht für das Springen geeignet ist…fress ich nen Besen.“ kommentierte ich die Situation. Auch die weiteren Sprünge zeigten ein solches Muster, nachdem wir alle Pferde wieder an ihren Ort gestellt hatten, gingen wir wieder ins Haus hinein. Diesmal gesellten wir uns in die gemeinsame Küche im Erdgeschoss des Hauses. „Zumindest haben wir etwas gefunden für das Ikarus geschaffen zu sein scheint. Aber ich bin so lang nicht mehr gesprungen, vor allem nicht mit einem ungeübten Pferd.“ Warf Kathi ein. Unweigerlich musste ich an die Legende der Griechen denken…Ikarus mit den Flügeln aus Harz und Federn, der zu nah an die Sonne geriet und hinab stürzte. So war es auch mit dem Pferd…im Rennen war er hoch hinaus gekommen, war tief gefallen, doch wie der Ikarus aus der Legende der nach seinem Tod zum Olymp aufgestiegen war so hatte auch der Hengst einen neuen Weg gefunden. „Was hältst du davon, wenn ich ihn trainiere?“ Kathi stieß ein leichtes quietschen aus, ihre Augen leuchteten „Würdest du?!“ „Natürlich, dafür bin ich ja auch Trainer. Am besten wir nehmen gleich das Geländespringen in Angriff, du selbst hast mal gesagt gerade im Gelände sei er eine Lebensversicherung. So haben wir ein nahezu perfektes Geländespringpferd. Gewöhnen wir ihn noch an Dinge wie Baumstämme, Wassergräben , Büsche und die Sache könnte ein ziemlich guter Plan werden, oder?“ Kathi stimmte zu umarmte mich bevor ich nach oben ging – sagte mir eine gute Nacht. Oben angekommen kuschelte ich mich zu Cayden in unser gemeinsames Bett – mein irischer Bär schlief bereits, doch das Licht brannte noch und auf seiner Brust lag ein Buch „the Daylight War“ ich hatte es bereits gelesen, doch nun hatte es Cayden in seinen Bann gezogen. Mit langsamen Bewegungen nahm ich ihm das Buch, schaltete das Licht aus und legte stattdessen meinen Kopf auf seine Brust um dann die Decke über uns zu ziehen.

    Frisch aus den Federn, geduscht und satt gefuttert befand ich mich nun mit Ikarus am Halter auf der Hofinternen Geländestrecke, die Hindernisse die ich ihm bisher gezeigt hatte waren ihm minder egal gewesen. Der Wassergraben war nicht ganz sein Fall gewesen mit Argusaugen hatte er das Wasser beobachten, ein wenig gezögert ehe er sich durch ein Leckerli überzeugen ließ hindurch zu gehen. Ich musste nur einen Weg finden, dass er später darüber hinweg gehen würde. Später würde er einen Baumstamm überwinden müssen, dahinter ein Becken voller Wasser. Bis es jedoch dahin kommen würde musste er einige Turniere bestreiten, während dieser Zeit würden wir viel mit Wasser üben um ihn daran zu erinnern. Mit ihm kehrte ich wieder zurück, setzte mich auf seinen Rücken und kehrte mit ihm in die Halle zurück. Allein waren die Hindernisse kein Problem gewesen, doch wie sah es mit einem Reiter aus? Die ersten Sprünge machten mir recht schnell klar – nope es stellte keine Probleme dar. Also machten wir für diesen Tag Schluss mit dem Training. Am Nachmittag holte ich mir den Hengst noch einmal aus dem Stall, ging diesmal direkt mit ihm auf die Strecke. Kleine Baumstämme, die zu Trabstangen auf dem Boden lagen machten den Anfang. Es folgte ein erster Sprung, den der Hengst ein wenig widerspenstig nahm. Mit einem gewissen Mut machte er sich an den Ziellauf, zögerte einen Moment ehe ich ihm die Waden energisch in den Bauch drückte und er doch noch absprang. Also zog ich im leichten Trab einen Zirkel um das Hindernis herum um noch einmal darüber hinweg zu springen. Ein zweites und auch das dritte Mal erzielten das Ergebnis – er sprang ohne weitere Probleme. Nun folgten auch die weiteren Hindernisse in der Strecke, bis auf den Wassergraben denn da galoppierte er einfach hindurch. Da es früher Abend wurde machte ich Schluss, den Wassergraben konnte ich auch noch später in Angriff nehmen. Ich erzählte Kathi beim Abendbrot von unseren Erfolgen an diesem Tag, sie schien darüber zu strahlen und dieser Fakt machte auch mich Glücklich.

    Die nächsten Tage hatte ich vor den Wassergraben mit Caydens Hilfe einige kleine Büsche gepflant, so sah es nicht nur hübscher aus, nein der Hengst nahm es auch endlich als ein Hindernis wahr. Der Wassergraben stellte nicht länger ein Problem dar, Ikarus sprang geübt über die einzelnen Hindernisse, sogar in Begleitung von Moon. Da jedoch lag eines der kleineren „Probleme“ da fühlte er sich wie in einem Rennen und raste sosehr durch den Parcours das ich es mit der Angst zu tun bekam. Da in einem Turnier jedoch keine anderen Pferde mit im „Ring“ dabei waren, gab es da nicht viel zu tun. Ansonsten musste bei Ikarus nun einfach die Routine dazu kommen, mit jedem Training ob nun mit mir, Kathi oder aber Aiden würde egal sein. Hauptsache man blieb bei der Sache, aber da machte ich mir mit Kathi gar keine Sorgen, auch sie hatten ihn bereits einmal gesprungen nachdem sie sich auf Moon mit den ersten Geländehindernissen bekannt gemacht hatte. Danach machten wir einen entspannten Ausritt, diesmal begleiteten uns die „Männer“ des Hofes. Aiden hatte sich für diesen Ritt Gwynnbleidd herausgesucht. Cayden gesellte sich auf Sturmwind hinzu, während ich mit Kathi noch einmal die Pferde tauschte, sie auf Ikarus und ich auf meinem Moon. Zusammen mit unserer Truppe liefen auch Uprising und Cap ohne Reiter mit einher – wir befanden uns auf einer Insel mit sehr wenig Betrieb. Sie folgten Moon ihrem Herdenchef beinahe überall hin und würden uns somit sicher nicht abhanden kommen…
  7. Verlobungsfeier (c) BluePearl

    Nachdem Ty mir den Antrag gemacht hatte, hatte ich erstmal meine Eltern angerufen und ihnen diese wunderbare Nachricht erzählt. Ich war so glücklich und auch meine Freundinnen rief ich nacheinander an. Wir wollten gemeinsam feiern und so hatte ich sie alle für heute auf unseren Hof eingeladen. Ravenna und ihr Freund Cayden würden gemeinsam mit Vampyrin vorbeikommen, da sie direkt um die Ecke wohnten. So kam es auch, dass Ravenna und Cayden ihre Pferde Golden River und Varulv mitbringen würden. Morgens steckte ich zusammen mit Ty nach dem Frühstück auf der Hausweide zwei Paddock ab, damit die Pferde sich dort ausruhen können. IceLandGirl, Edfriend und Hedone würden mit dem Flugzeug kommen, sodass ich zusammen mit Ty zum Flughafen fuhr. Mark und Marie waren natürlich mit von der Partie und kümmert sich um die Pferde, während wir meine Freundinnen abholten. Die Fahrt zum Flughafen dauerte ungefähr zwei Stunden. Natürlich ließ ich Ty fahren. Er war eh de Meinung, dass ich mit meiner kleinen Kugel Probleme kriegen würde mit dem fahren. Ich ließ ihm in den Glauben. Es war süß, dass er sich solche Sorgen machte. Für ihn war das ja auch alles neu. Am Flughafen angekommen ging ich in die Empfangshalle und wartete, dass meine drei Mädels hinter der Tür hervor kamen. Als sie dann ankamen lagen wir uns alle in den Armen. Es tat so gut sie mal wieder zu sehen. Sofort plapperten wir alle durcheinander. Sachte lag eine Hand auf meinem Bauch. In letzter Zeit tat ich das oft. Wir gingen zum Auto und verstauten das Gepäck der Mädels im Auto. Hedone fragte mich in welchen Monat ich den schön wäre und Eddi wollte wissen, wie Ty mir den Antrag gemacht hat. Genug Stoff um die 2 Stunden Fahrt zu füllen. Ich war bereits im 4.ten Monat und man sah schon, dass da etwas in mir heranwuchs. Auch die Geschichte über den Heiratsantrag erzählte ich ihnen gerne. Ice fand, dass es eine süße Idee von ihm gewesen ist. Natürlich wollten wir uns später die Decke nochmal ansehen. Ich hatte sie auch in die Wohnung geholt und in meinem Schrank verstaut, da sie nicht schmutzig werden sollte. Es war so schön gewesen und ich wollte diese Decke behalten und zwar so schön es ging. Später könnte ich meinem Kind dann von der Decke und dem Antrag erzählen. Wir fuhren auf den Hof. Eddie war ja schon öfters hier gewesen, da sie sich um meine kümmerte, wenn es gesundheitliche Probleme gab. Sie kannte die Pferde schon lange und daher wollte ich den Tierarzt auch nicht wechseln. Bei einem Notfall hatten wir auch einen Arzt hier auf der Insel. Hedone und Ice waren jedoch noch nie hier gewesen. Ich hatte ihnen nur Fotos geschickt. Wir stiegen aus und gingen erstmal ins Haus um das Gepäck zu verstauen. Zum Glück war der Hof groß genug und hatte mehrere Zimmern, die ich als Gästezimmer zu Verfügung stellen konnte. Eins der Zimmer wollten wir aber als Kinderzimmer umbauen. Nachdem das erledigt war gingen wir in den Stall, wo ich den dreien Marie und Mark vorstellte. Es war wirklich schön, dass meine Freundinnen mich besuchen kamen. Ich hatte sie vermisst. Wie sollte es auch anders sein für Pferdemädchen- als erstes ging es in den Stall und die Pferde werden sich angeschaut.Schließlich wollten wir auch noch ausreiten und so konnte jeder die Pferde kennen lernen.Als erstes gingen wir in den Hengststall. Eddi wollte Terminator reiten. Er war ein wunderbarer Hengst und ich fand auch, dass sie beiden gut zusammen passen würden. „Terminator war auch das Pferd, das sie Ehre hatte, diese wunderschöne Decke zu tragen“, erzählte ich ihnen. „Und die Rosen hatte er auch im Maul. Ein Wunder, dass er die nicht gefressen hatte.“ Da mussten alle lachen. Ja, ich hätte es ihm zugetraut diese wunderschönen Rosen zu fressen. Es waren ja keine Stacheln mehr dran gewesen und Blätter sind bestimmt lecker. Bergkristall streckte seinen Kopf Hedone entgegen und ließ sich bereitwillig kraulen- ja er genoss es richtig Eddie fragte mich, ob alles wieder okay sei mit seinen Zähnen und ich antwortete ich:“ Ja, jetzt frisst er wieder wie ein Mähdrescher.“ Als letztes stand noch Was immer du tust in der Box. Er hatte sich gut entwickelt und war nicht mehr ein unproportionierter Junghengst. Da ich ihn damals von Vampyrin bekommen hatte, sollte sie ihn heute reiten. Es wäre bestimmt, einen alten Bekannten nicht nur wieder zu sehen sondern auch zu reiten. Zudem würde ich so auch wissen, wie sie seine Entwicklung sieht. Wir verließen den Hengststall und hörten Hufgetrappel. „Ravenna und Cayden wollten rübergeritten kommen. Vermutlich sind die beiden es“, sagte ich zu den dreien. Ice fragte mich, wie weit Ravennas Hof von mir entfernt liege. „Ungefähr 30 Minuten, wenn man nur Schritt reitet“, antwortete ich ihr. Mit dem Auto brauchte man etwas länger, da man nicht Querfeld ein fahren konnte.Ravenna und Cayden erreichten den Hof und stiegen von den Pferden ab. Dann lagen wir uns aber auch schon in den Armen. Auch die anderen begrüßten Ravenna und Cayden, die anschließend die Pferde auf die Weide brachten, wo sie sich erholen konnten. Vampyrin kam zu der Zeit auf den Hof gefahren und parkte ihr Auto. Nun waren wir alle komplett. Cayden hatte sich zu Ty und Mark gesellt, wo er vermutlich mehr zu Wort kommen würde als bei uns. Herzlich begrüßten wir Vampyrin. Die Tour durch die Ställe würde weitergeführt. Im Stutenstall sah uns als erstes Sunnivah entgegen, die ich heute reiten würde. Alles andere würde Ty nur zu sehr besorgen. Ich hatte ihm versprochen, dass ich auf mich aufpassen werde und solange ich noch aufs Pferd kam, würde ich das auch nutzen. Lovegame stand neben Sunnivah und stupste Ice von hinten an. Anscheinend wollte sie auch etwas Aufmerksamkeit haben. Unser gescheckte Stute Don't Cry litttle Baby würde Marie reiten. Am Ende der Boxengasse stand meine kleinste Stute- Kiss of Paradise. „Sie ist genauso schick wie ihr Daddy“, meinte Vampryrin. „Ja, dass ist sie. Sie macht ihm ganz schön Konkurrenz.“ Nachdem wir durch die Stallungen gegangen waren, ging es ins Haupthaus. Wir hatten uns viel zu erzählen und so nahmen wir das Wohnzimmer für uns ein. Die drei Jungs durften dann ausweichen. Aber hey, sie waren einfach viel weniger als wir. Zudem war ich hier diejenige, die in Watte gepackt wurde, wenn auch nicht ganz freiwillig. Wir unterhielten uns eine Zeit lang was jeder so machte und was im Leben so passiert ist. Es war wirklich toll, alle mal wieder um sich zu haben. Schade nur, dass wir das nicht öfters machen konnten. Gegen Mittag ging es dann wieder in den Stall und wir putzten die Pferde. Nach und nach waren alle Pferde gesattelt und aufgetrenst. Ich hatte mir überlegt, dass wir gemeinsam einen gemütlichen Ausritt machten und danach zusammen etwas aßen. So hatten die Jungs auch mal etwas Zeit für sich. Mit Aufstiegshilfe kam ich auf Sunny. Als Gruppe ritten wir los und schnell kam das Gespräch wieder auf das Thema Hochzeit und wann es den so weit sollen soll. „Also geplant ist, dass wir warten, bis das Baby auf der Welt ist. Ich möchte nicht mit einer Kugel vor den Altar treten. Ich möchte ein schönes Kleid tragen und zudem haben wir uns noch kaum Gedanken darüber gemacht, wie wir unsere Hochzeit gestalten wollen. Weder Location noch sonst etwas steht und wir würden das wohl erst fertig bekommen , wenn ich kurz vor der Geburt stehen würde. So hab ich jedenfalls genug Zeit alles mit ihm abzusprechen. Auch soll es noch warm sein, wenn wir heiraten“, antwortete ich. „Vielleicht ist Ravenna ja noch schneller als ich“, meinte ich und lachte. Sie hatte so Andeutungen gemacht, dass sie auf einen Antrag von Cayden warten würde beziehungsweise wohl nicht nein sagen würde. „Dann gibt es eine Doppelhochzeit“, meinte Ice. Wir lachten. „Das wird wohl weniger passieren“, meinten Ravenna und ich. Als Braut stand man im Mittelpunkt und man wollte die Aufmerksamkeit dann doch für sich selber haben. „So werden wir uns jedenfalls schneller wieder sehen“, meinte Hedone. Wir ritten durch den Wald. Geplant war, dass wir auf der großen Lichtung mit dem kleinen Häuschen eine Rast einlegte. Von meinen Hochzeitsplänen wechselte das Thema. Eddi fragte mich, ob ich schon wüsste was es werden würde. „Theoretisch könnte ich es mir sagen lassen, aber ich möchte es nicht wissen. Solange es gesund ist, ist es mir egal.“ Mädchen oder Junge, das war doch nebensächlich. Hauptsache es war gesund. „Und wie sieht Ty das? Männer wollen doch meistens einen kleinen Sohn“, sagte Marie. „Das stimmt. Ty hätte gerne einen Sohn, aber er hat auch gesagt, dass er sich über ein Mädchen freuen würde. Er meinte, ich könnte je nachdem was es werden würde , dem Kleinem ein Geschwisterchen schenken, damit wir dann eine Tochter und einen Sohn haben. Aber soweit bin ich noch lange nicht. Erstmal ein Kind zur Welt bringen. Ob ich das noch ein zweites Mal durchstehe weiß ich icht.“ Besorgt fragte Vampyrin:“Geht es dir den so schlecht?“ Ich schüttelte den Kopf.“Nein. Mir geht es gut, nur Ty ist so besorgt wegen jeder Kleinigkeit. Wenn es nach ihm ginge sollte ich 24h auf der Couch liegen und nichts machen. Es könnte ja was passieren und unser Kind gefährden. Damit er mich überhaupt noch aufs Pferd lässt reite ich jetzt nur noch unsere alten Hasen und longiere die Pferde. Es ist ja sehr süß, wie er sich um mich kümmert, aber manchmal ist er zu überfürsorglich“, antwortete ich.„Er macht sich halt auch Gedanken. Es ist ja für euch beide etwas neues und bei neuen Dingen ist man doch immer sehr vorsichtig“, meinte Marie. Wir entschieden uns dafür, ein Stückchen zu traben, damit die Pferde auch Spaß an dem Ausritt hatten. Zudem kamen wir auch so schneller zur Lichtung. Ty hatte vorgehabt nach unserem Aufbruch Tollkirsche vor die Kutsche zu spannen und Mark würde sich auf Illuminata schwingen. Cayden musste Varulv wieder satteln und dann konnten die drei auch losreiten. Flying Rook musste heute den Tag auf der Weide verbringen zusammen mit Kiss of Paradise. Sie war einfach noch nicht fit genug um so einen langen ausritt durchzuhalten. Ty hatte in seiner Kutsche die Sachen fürs Picknick dabei. Die drei nahmen einen anderen Weg, der etwas kürzer war und vorallem auch für die Kutsche zu fahren war. Natürlich waren wir dennoch schneller. Wir stiegen ab und banden die Pferde an. Es gab genug Bäume, an denen wir sie festmachen konnten. Kurze Zeit später trafen auch die Jungs ein. Wir breitete eine große Decke aus, auf der wir uns alle hinsetzen konnten.Der Korb mit den Leckereien und die Getränke stellten wir in die Mitte. Nachdem alle ein Getränk in der Hand hielten stießen wir an auf das Ungeborene und auf die Verlobung. Die Pferde konnten in Ruhe grasen und wir aßen kleine Snacks, die ich am Morgen mit Ty zusammen vorbereitet hatte. Anscheinend schien es allen zu gefallen, was mich freute. Wir waren ja alle Pferdemädels, sodass ich mir schon gedacht hatte, dass alle mitmachen würden und auch Spaß haben werden. Wir blieben eine Zeit lang auf der Lichtung und räumten schließlich zusammen. Wir mussten ja auch wieder zurück zum Hof. Wir gingen zu den Pferden und sattelten sie wieder. Um die Lichtung herum floss ein kleiner Bach. Ravenna ging zu Golden River und stolperte über eine Baumwurzel. Sie konnte ihr Gleichgewicht nicht mehr halten und rutschte hinunter in den kleinen Bach. Ein Lachen konnte sich wirklich keiner Verkneifen, aber auch sie lachte mit. Zum Glück war es schon etwas wärmer, sodass es bestimmt eine angenehme Erfrischung war. Zudem konnte sie gleich nach Hause reiten und sich umziehen. Wir machten uns auf den Weg zum Hof und ließen die Pferde noch galoppieren. Die Wege gaben es her, dass wir zu zweit nebeneinander galoppieren konnten. Auf dem Weg zum Hof bog Ravenna ab um zu sich nach Hause zu reite. Sie wollte sich umziehen und auch Cayden ritt mit Varulv nach Hause. Die beiden würden dann mit dem Auto nachkommen. Zum Glück wohnten sie dicht bei uns, sodass sie schnell wieder bei uns sein würde. Am Stall angekommen wurden zuerst die Pferde versorgt. Nachdem alle wieder in ihren Offenstallboxen standen bekamen sie noch ihr Futter. Etwas früher gefüttert als sonst, aber das würde sie nicht stören. Der Abend war reserviert für ein Essen mit den Mädels. Es sollte kein großes 5 – gänge Menü werden. Dafür hatte ich auch nicht die Kapazitäten was die Küche anging. Wir hatten uns überlegt, dass wir selbstgemachte Pizza machen. So konnte jeder sich seine Stücken selber belegen und es war schnell gemacht. Zudem mochte auch jeder Pizza und ich hatte dafür auch genügend Platz in der Küche. Da Ravenna und Cayden später nachkamen , machten sie sich die Pizza etwas später als wir, sodass der Backofen in zwei Rutschen arbeitete. Wir hatten uns alle vor den Karmin gesetzt und unterhielten uns. Als erstes verließen uns Mark und Marie, da sie noch nach Hause fahren mussten und wieder etwas weiter am Haus werkeln mussten. Ich bewunderte die beiden, dass sie trotz der Arbeit im Stall am Abend noch Energie hatten um ihr kleines Haus auf Vordermann zu bekommen. Das gröbste hatten die beiden schon hinter sich. Es freute mich, dass sie näher zu uns zogen, was auch gut war, wenn das Baby zur Welt kommen würde. Der Gedanke an einen weiteren Mitarbeitet spuckte immer noch in meinem Kopf herum. Aber auf jeden Fall würde ich für Tollkirsche eine Reitbeteiligung suchen. Es hatten sich auch schon ein paar Mädels gemeldet, die ich auch einladen wollte zum Probereiten. Doch das würde erst nach der Party so weit sein. Spät am Abend fuhren Vampyrin, Ravenna und Cayden nach Hause, da sie sich noch um die Pferde kümmern mussten. Alle anderen Mädels blieben und wir quatschten bis tief in die Nacht hinein. Doch auch wir fanden irgendwann ein Ende und verkrochen uns in die Betten. Schließlich muss der Betrieb morgen wieder laufen und ich hatte Gäste, die auch bewirtet werden wollten. Also würde es ein langer und anstrengender Tag werden. Zum Glück unterstützte Tyson mich sehr, dass das alles überhaupt möglich war. Sonst hätte ich meine Freundinnen nicht einladen können.



    Die letzten Tage waren geradezu an mir vorbei gezogen, wir hatten bei unserer Freundin und Nachbarin Blue ihre Verlobung gefeiert. Mit Storm sowohl an einem Westernturnier als auch an einem Distanzturnier teilgenommen, beide Male sogar Erfolge für uns verbuchen können. Mit Sorge hatte ich beobachtet wie Pumpkin umher streifte, die stand seit etwas mehr als zwei Tagen nun zusammen mit Mama Kürbis auf der Jungpferdekoppel – sie war das einzige Jungfohlen. Aesi wowie Thowra waren Älter als sie, mit Noomie und Nymeria gab es zwar Annäherungen jedoch waren beide ein eingespieltes Team. So hatte ich Amy angeschrieben, ich wusste davon, das Money eine kleine Stute zur Welt gebracht hatte, die kleine und Pumpkin lagen nur zwei Wochen auseinander. In etwa einem Monat würde die kleine Omnia Lunaris nun nach Cead Crevan kommen. Doch heute stand etwas viel wichtigeres auf dem Spiel..Kathi und ich hatten einen neuen Highlandhengst gekauft, der zwar noch nicht gekört war, jedoch standen die Chancen nicht schlecht. Cayden holte ihn gerade aus Eriska ab, während Kathi und ich die Boxen fertig machten, denn zusammen mit Yael würde auch eine neuerliche Islandstute bei mir einziehen…Luna..einst schon einmal in meinem Besitz gewesen kehrte sie nun zu mir zurück. Mit Kathi zusammen ging die Arbeit leicht von der Hand, gemeinsam quatschten wir über alles mögliche….Seit der Verlobungsparty war ich unsicher geworden, wäre ich wirklich bereit mit Cayden mehr zu wagen als eine Beziehung. Eine Verlobung und die damit in die Nähe rückende Hochzeit würde unweigerlich eines Tages zu dem Wunsch Kind führen. Dabei drehte sich ein Kloß in meinem Hals…weder konnte ich mir vorstellen eine gute Mutter zu sein…noch die Sorge für ein Kind zu haben. Mal ganz davon abgesehen – ich konnte Kinder überhaupt nicht ausstehen. Sie stanken…sie sabberten und nerven taten sie obendrein auch noch…einen Sack Hundewelpen dagegen fand ich durchaus attraktiver. Mit Kathi hatte ich darüber gesprochen, doch so wirklich etwas dabei heraus gekommen. Seufzend setzte ich die Arbeit fort , während Kathi schnell zwei Heunetzte holte für die Neulinge.

    Gegen Mittag nun endlich kamen Cayden und Aiden wieder, die jeweils mit zwei unterschiedlichen Hängern gefahren waren. Wir halfen beim entladen der beiden Pferde, die Reise per Schiff musste ein anstrengend gewesen sein, denn beide Pferde stürzten sich auf ihre Heunetzte. Wirkten zwar neugierig auf ihre Umgebung, jedoch sahen ihre Augen geschafft aus. „Die beiden werden sich schon wieder erholen“ wisperte Cayden mir zu, der wohl den besorgten Blick auf meinem Gesicht gesehen haben musste. „Wollen wir vielleicht noch ein wenig Ausreiten?“ fragte mich da Cayden. „Nur wenn du die Kamera daheim lässt, du hast jetzt langsam genug an Fotos von mir gemacht meinst du nicht auch?“ Caydens grinsen wurde immer länger, eine Strähne seines Haares fiel ihm ins Gesicht als er auf mich zu kam. Sein warmer Atem auf meinem Gesicht. „Ich kann mich einfach an diesem Gesicht“ seine Hand fuhr meinen Rücken hinab, ich legte mich in diese Geste „diesem Körper“ dann drückte er seine Lippen auf die meinen, davor jedoch wisperte er Worte die kaum an meine Ohren drangen. „diesen Lippen nicht satt sehen kann?“ Ich zitterte bei dem Gefühl das er in mir auslöste, nach einer Weile ließen wir voneinander ab. Zusammen liefen wir auf die Weiden, Cap und Wish waren heute die auserkorenen. Wir ritten bis hinab zu den Klippen, sahen der Sonne zu wie sie langsam begann sich selbst im Meer zu ertrinken…Hier lag meine wirkliche Heimat, mit jedem Atemzug sog ich sie in mich auf, geliebt von einem Mann den ich mir hatte nie erträumt…wollte ich da überhaupt mehr? Die Hochzeitswünsche rückten in einen Teil meiner Gedanken an denen ich sie verbannen und halten konnte…
  8. Herzlich Willkommen

    auf dem Hof



    [color=rgb(255,215,0)~Caed Crevan~



    Sarah und Kathi haben sich entschieden auf dem Hof mal wieder ein Hoftunier zu veranstalten - seit mehr als einem Jahrzehnt sei dies nicht mehr der Fall gewesen.



    Zur jeder Disziplin die gemeldet werden kann gibt es gleich noch besondere Informationen. Im allgemeinen ist jedoch wichtig, das an jeder Disziplin nur ein Pferd von einem besitzer starten kann, denn eine doppelte Belegung wäre nicht fair!





    Ponyrennen

    Hier dürfen die kleinen mit dem starken Herzen beweisen was in ihnen steckt um es für Pferd und Reiter schwieriger zu machen findet das Rennen nicht einfach nur auf der Rennbahn statt, sondern im Gelände. Die Strecke beträgt etwa 1,3 km - eine Strecke führt durch die Hügel rund um den Hof, die Zielgerade befindet sich am Hofeigenen Strand, dies sind etwa die letzten 500 m des Rennens. Bitte tut euren Pferden einen gefallen - schickt sie nicht unvorbereitet in dieses Rennen!

    Die Begrenzung der Größe liegt zwischen 1,25 - 1,48 m.

    ------------------------------------

    Gebt eine Zahl von 1-100 an.





    Shettyrennen

    Auch die kleinsten unter den Pferden dürfen an unserem Tunier nicht fehlen! Jedoch ist hier die Ausdauer und Geschwichtigkeit von Pferd und "Reiter" gefragt. Auf einer Strecke von 100m auf der Ovalbahn, rennt ihr zusammen mit eurem Pony dem Ziel entgegen - das schnellste Team gewinnt!

    ------------------------------------

    Gebt eine Zahl von 1-100 an.





    Tonnenrennen

    Auf den Platz stehen drei massive Tonnen, nun gilt es so schnell wie möglich um diese Tonnen herum zu laufen um einen Sieg einzuheimsen. Die Dressurkracks unter euch - beweist den Westernreitern das auch eure Pferde solche Disziplinen bestreiten können!

    ------------------------------------

    Gebt eine Zahl von 1-100 an.



    Schlüsselloch reiten

    Auf dem Boden des Platzes in den Sand gezeichnet ist ein Schlüsselloch, reitet so vorsichtig wie möglich durch das Enge Loch, dreht euer Pferd einmal um und verlasst das Schlüsselloch so schnell wie möglich. Doch Vorsicht - berührt ihr die Makierung scheidet ihr aus.

    "http://www.fotos-hochladen.nethttp://img5.fotos-hochladen.net/uploads/untitledbme102c7on.png

    ----------------------------------

    Schreibt einen Text wie ihr mit eurem diese Disziplin bestreitet, dieser kann euch gleichermaßen als Pflegebericht dienen. Wenn ihr euch jedoch hier anmeldet schreibt ihr entweder Kopf oder Zahl, ist die Anmeldungsfrist vorbei lasse ich virtuell eine Münze werfen. Was dann getroffen wird, sind diejenigen die in der engeren Auswahl sind, danach entscheidet die krativität eurer Texte. Diejenigen die das entgegengesetzte gewählt haben, schreiben in ihrem Text das sie die Markierung berührt haben. [code=auto:0
    Teilnehmer:

    Pferd:

    Disziplin:

    [/code

    Damit ist beinahe alles gesagt was ich wissen müsst - wir freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen!

    Noch Fragen? Dann schickt mir eine PN!



    LG Sarah und Kathi
  9. Die Überfahrt mit dem Schiff hatten Mutter sowie Fohlen nun gut überstanden, denn seit kurzem läuft die kleine Pumpkin an der Seite von Kürbis - aufgrund des ulkigen Namens der Mutter, wegen der fellfarbe so wollte ich einen Namen der nicht leugnen konnte wer ihre Eltern waren. Moon´s Pumpkin trug dieses Erbe nicht nur in ihrem Namen,auch ihre Fellfarbe ließ solches vermuten..in einer Mischung aus meinen geliebten Pferden ging sie einher. Ärgerte ihre Mutter gewaltig, ließ sich von meinem Moon jedoch ab und an ein wenig ausbremsen. Mit den anderen Fohlen war sie ebenso unkompliziert wie auch im Umgang mit Menschen, sie versprach ebenso grottenbrav zu werden wie auch schon ihre Geschwister Minou und Wish. Mit einiger Verzögerung erreichten wir den Platz des Geschehens, gegen Mittag, unsere Nummer war die drei. Als sich also die erste auf den Weg in die Halle machte - ging ich zusammen mit Cayden, Kathi und Aiden in Richtung des Vorbereitungsplatzes. Aesi stand in einer der Boxen, denn es fanden gleich zwei Fohlenschauen gleichzeitig statt, jedoch war die Isländstute etwas später an der Reihe. Hier auf dem Platz übten bereits zwei andere mit ihren Fohlen, also führte Cayden die etwas Vorlaute Pumpkin am Halfter, während ich Kürbis an den Zügeln hielt.



    Als die Lautsprecher gerade unsere Namen durchgesagt hatten führte ich mit Cayden Kürbis und Pumpkin im Schritt in die Halle.Dort angekommen befreiten wir Pumpkin aus dem Halfter, hinter mir schlossen sich die Türen - ich somit auf mich allein gestellt. Bei X angekommen parierte ich beide Pferde durch zumindest war mir dies bei Mutter Kürbis möglich, Pumpkin zirkelte etwas um uns herum.Freundlich grüßte ich die Richter, beobachtete wie sie die erst knapp zwei Monate alte Stute beäugten.In diesem Augenblick zog sich die Zeit ewig und ich konnte nur stehen und abwarten. Schließlich waren die Grundgangarten an der Reihe. Ich begann also mit Schritt und achtete darauf, dass dieser kräftig war, denn so würde Pumpkin hoffentlich in die Abdrücke ihrer Vorderhufe treten. Selbst den Schritt wollte ich auf beiden Händen präsentieren. Ein weiterer Vorteil war dann, dass die Richter auf jeden Fall die bessere Seite zu sehen bekamen. Danach gab ich das Zeichen zum Antraben, Kürbis trabte begeistert neben mir her. Ich beeilte mich extra, sodass die Bewegungen raumgreifend waren und ich das Potential meines Fohlens auch zur Genüge vorstellen konnte.Pumpkin jedoch buckelte erstmal begeistert von der schnelleren gangart an der Seite ihrer Mutter. Wir blieben zwei Runden auf dem Zirkel und wechselten dann nochmal auf die andere Hand. Angaloppieren ließ ich Kürbis auch schließlich, da die Stute mir vertraute und auch bei der Bodenarbeit stets an meiner Seite blieb, ließ ich die Trense los um freier rennen zu können.Auch diese Gangart zeigte ich auf beiden Seiten. Als ich etwas zu Atem gekommen war, im Schritt den kurzen Weg bis hin zur Mittellinie und Punkt X hinter mir gebracht hatte - schlug mein Herz wieder normal.Aufgeweckt musterten beide Pferde die Richter, als wollen sie sich nochmal ausgiebig präsentieren.Mit einem Grinsen grüßte ich und führte beide Stuten im Schritt aus der Reithalle. Dort wurde ich freundlich von Cayden, Kathi und Aiden begrüßt die uns alle drei ausgiebig beglückwünschten.



    http://joelle.de/uploads/gallery/album_15660/gallery_8666_15660_15808.jpg



    Erst später auf einem der Fotos die Kathi mit Hugo(ihrer Kamera) gemacht hatte sah ich wie gut wir gelaufen waren - es war genau die Situation gewesen in der Pumpkin gebuckelt war! "Also das muss ich an unsere Bilderwand pinnen!" - denn im Reiterstübchen, der Reithalle, hatten wir eine gesamte Wand aus Kork gezimmert auf der schon viele tolle Bilder von Moon, Varulv und Co. zu sehen waren. Selbst Finlay in einem Mittelalteroutfit durfte bereits dort einen Platz finden. Cayden half mir dabei die Pferde in ihr zu Hause auf Zeit zu bringen.



    Nach ein paar Stunden machten wir uns daran das Heu aus der Mähne der jungen Islandstute zu entfernen, pappten noch etwas von den Glanzspray hinein und fanden uns auch bald darauf auf dem Vorbereitungsplatz vor.



    Mit erschöpften Pferden traten wir nach dem wundervollen Hotelaufenthalt den Heimweg zu unserem "Fuchshain" zurück....
  10. Der Morgen begann mit Nebel über den Highlands, wie ich diesen Ausblick aus dem Fenster genoss! Mit einem schnellen Frühstück befanden wir uns nur eine Dreiviertelstunde später auch schon vor unserer extra abgesteckten Weide. Einen Teil der Jungpferdekoppel hatten wir abgezweigt um darauf unsere vier Turteltauben zu platzieren, in einem Teil befanden sich mein Moon und Kürbis auf der anderen Seite Finlay und die Stute dessen Name ich immer wieder vergaß. Natürlich waren die Fohlen mehr als interessiert an dem Geschehen auf ihrer Weide, waren dieser Tage jedoch eher unten am Strand anzutreffen, denn oben auf den Wiesen. Nymeria und Noomie passten zu unserem bedauern unter dem abgesteckten Zaun hindurch, zwar gab es keine Probleme mit den beiden jedoch sollten sich Cayden und Aiden – Kathis Stallpfleger- darum kümmern damit dies nicht mehr geschah. Später am Nachmittag wollte sich eine Freundin auf dem Hof „blicken lassen“ um sich mit der Stute Scylla bekannt zu machen, sie wollte diese eventuell als Reitbeteiligung haben. Zusammen mit Kathi , zwei weiteren Pflegern machten wir uns auf den morgendlichen Rundgang über die Koppeln, durch den Stall und allgemein über den Hof um zu schauen ob überall alles in Ordnung war. Vor etwas mehr als einer Woche war eine Trainerin auf dem Hof gewesen um sich die Fohlen ein wenig vorzunehmen, da der Frühling immer näher rückte waren sie mit der Weide genug ausgelastet. Thowra und Aesi hatten mit ihren knapp zwei Jahren noch Zeit, doch die beiden Shettystuten hatte ich vor demnächst ein wenig intensiver zu arbeiten. Zwar waren auch die beiden erst zwei Jahre alt, sollten jedoch schon etwas mit dem „Einfahren“ konfrontiert werden. Dies bedeutete erstmal die Bodenarbeit im Round Pen, Spaziergänge um sie an die Umgebung zu gewöhnen sowie erste Erfahrungen mit dem Geschirr. Doch zunächst durften sie ihren Sommer auf der weitläufigen Weide genießen, erst im Herbst würde ich diesem Plan folgen.

    Auf dem Rundgang folgten uns Gamhain und Corvus quer über den Hof, der kleine Parson Russel hatte sich schnell mit der Bearded Collie Dame angefreundet, gemeinsam schliefen sie nun in einer der Boxen – vorsichtshalber hatte ich Corvus per Chip „kastrieren“ lassen um keine Welpenüberraschung zu erhalten. Zusammen mit dem Rundgang brachte ich gleich Varulv und Cayden Willow Maiden mit hoch an den Putzplatz. Mit etwas Abstand zueinander banden wir die beiden an, um anschließend ihr Sattelzeug zu holen. Die beiden wollten wir ein wenig auf dem Platz bewegen. Während unseres Gesprächs kam auch Kathi dazu, erzählte das einige ihrer Pferde nun ebenfalls verkauft werden würden, da sie sich ganz auf die Zucht konzentrieren wollte, wenig später stand sie mit ihrer Stute Green Tea ebenfalls neben uns am Anbindeplatz. Einer der Pfleger beschäftigte sich bereits mit dem Isländerhengst Uprising der nun bald eingeritten werden sollte. Die einfachen Dinge des Longierens hatte der nette Hengst bereits begriffen, eine Trense trug er ebenfalls schon. Um ihn nicht zu überfordern wollten wir mit dem Sattel und dem Reitergewicht noch ein wenig warten, doch im Grunde machte sich Uprising besonders gut. Desweiteren gefiel es mir zu sehen wie er und mein Dülmenerhengst Sturmwind einander zu gefallen schienen. Vielleicht lag dies daran, dass beide Hengste erst neu auf dem Hof waren. Nachdem die Pferde alle gesattelt waren machten wir uns zu dritt auf den Weg zum Platz, dort begannen wir zunächst recht unabhängig voneinander unsere Pferde warm zu reiten. Später als wir gemeinsam ritten hatten wir viel zu lachen, korrigierten einander und sprachen über all die möglichen Dinge die noch vor uns lagen oder getan werden mussten. Aiden war noch nicht ganz mit dem Ausmisten der Ställe fertig weswegen sie den Zaun noch nicht erledigt hatten, dafür hatten sie aber Nymeria und Noomie von der Jungpferdeweide geholt. Als Cayden sich nicht sicher war ob er das Tor geschlossen hatte zur Futterkammer gab er Willow einen ordentlichen Stupser in den Bauch, verließ im Galopp den Platz und ich schaute ihm Kopfschüttelt mit einem Lächeln auf dem Gesicht nach. Auch Kathi musste ein wenig lachen, fragte bald darauf ob wir nicht ein paar Cavaletties mit aufbauen wollten. So stieg ich von Varulvs Rücken, stellte die ersten beiden an den Rand und eines etwa in die Mitte des Platzes. Etwa zur selben Zeit kehrte auch Cayden zurück – er hatte das Tor zwar nicht verschlossen, jedoch hatte Aiden daran gedacht und so waren die vorwitzigen Shettys nicht in die Futterkammer gelangt. Somit gesellte sich auch Cayden zu den Sprüngen hinzu. Bald darauf musste ich jedoch schon wieder hinunter vom Pferd, da mein Besuch nun bald auftauchen würde. Während ich nun Varulv also absattelte, ihm einen Eimer hinstellte und derweil bereits Scylla von der Koppel zu holen – dauerte bei der Größe der Wiesen auch „nur“ eine Viertelstunde, der Rückweg konnte zumindest auf dem nackten Rücken der Stute zurück gelegt werden. Dann brachte ich fix den Rapphengst Varulv noch auf die Wiese, dort wurde er bereits von meinem Wish Sehnsüchtig erwartet. Wish hatte heute eine Pause, denn er hatte erst vor zwei Tagen einen langen Ausritt zusammen mit Cayden und mir unternommen. Cayden war dabei meinen neuen alten Hengst Cap geritten, damals hatte ich ihn bereits einmal in meinem Besitz, seit nunmehr vier Tagen stand er wieder bei mir. Cap hatte sich schön in die Hengstgruppe integrieren lassen und zeigte ein vorbildliches Verhalten, sodass auch er heute eine Pause einlegen durfte. Ich wollte sie, falls es die Zeit denn dann noch erlaubte später vielleicht noch ein wenig auf dem Platz laufen lassen, anderseits mangelte es ihnen auf den Wiesen nicht unbedingt an Bewegung, da das Heu oben verfüttert wurde, die Tränke sich jedoch weiter hinten in den Hügeln befand hatten die Hengste immer eine bestimmte Strecke zurück zu legen. Auf dem Rückweg erwartete mich bereits Julie, in der Eigeninitiative hatte sie bereits begonnen Scylla zu putzen. Mit einer Umarmung begrüßten wir uns einander, während ich ihr ein wenig von der jungen Stute erzählte, doch im Grunde sollte es mit Scylla keine weiteren Probleme geben. Erst am Vortag hatte ich mich der jungen Stute beschäftigt, denn bald wollte ich auch erste Springturniere mit Scylla gehen. Vom Longieren kannte die Schimmelstute bereits die Trabstangen, sodass die kleinen Hindernisse für sie keine weiteren Probleme dargestellt hatten. Wir unternahmen nur einen ersten Spaziergang, da sowohl Julie als auch ich nicht viel Zeit hatten. Im Grunde zeigte ich ihr nur wo alles war, hatte ihr gezeigt wie Scylla gern gekrault wurde und wir hatten besprochen was sie alles mit ihr vor hatte. Da ich Julie schon lange kannte, machte ich mir da weniger Sorgen, ihr vertraute ich Scylla nur zu gern an.

    Gegen Abend unternahmen wir dann noch alle einen schönen Ausritt, ich saß dabei auf dem Dülmenerhengst Sturmwind, Cayden hatte sich für Stormwind entschieden. Kathi gesellte sich auf dem Schimmelhengst mit der eigenwilligen Narbe dazu, Gwynnbleid war im Allgemeinen eine imposante Erscheinung. Um Finlay eine Pause zu gönnen von seinen Pflichten entschied Aiden sich für den etwas in die breite gegangenen Highlandhengst. So mit der ganzen „Familie“ in den Sonnenuntergang der Highlands zu reiten hatte etwas unheimlich entspannendes, auch kleine Galoppstrecken bauten wir ein, die Wettrennen die dabei entstanden waren immer mit dem selben Ergebnis – Gwynnbleidd gewann die Sache haushoch. Dahinter tauschten Stormy, Sturm und Finlay öfters die Plätze, nach mehr als drei Stunden – bereits im Dunkeln kamen wir zurück. Kathi und ich sagten den Jungs sie sollten die Pferde uns überlassen, mit wenigen Handgriffen war dieser Teil erledigt, jeder bis auf Finlay erhielt sein Futter. Danach brachten wir alle Hengste wieder auf ihre Wiesen, mit dreckigen Sachen huschten wir an den Jungs vorbei entledigten uns den Reitklamotten, wuschen uns ein wenig ehe wir aus der Küche alle Sachen für den Lagerfeuerabend hervor kramten. Neben ordentlich viel Gemüse, etwas Obst und dem Fleisch für die „Kerle“ hab es auch Marshmalows für uns alle. Aiden hatte aus dem Stall das Radio geholt, steckte den Musikstick hinein…bei den Klängen von Saltatio Mortis im Hintergrund ließen wir einen ereignisreichen Tag auspendeln. Dabei durfte gute Musik, Freunde und ein guter Met natürlich nicht fehlen! Im Flackern des Feuers war meine Zeit auf Heartland beinahe vergessen…hier lag nun mein neues Leben. Nach zwei Monaten hier fühlte ich mich endgültig angekommen.
  11. Striga und Thowra hatten einander, tobten über die Wiesen und am Strand entlang - kurzum die beiden verstanden sich prächtig. Wir hatten uns nun nach einem Monat in Schottland an die neue Heimat gewöhnt - die Arbeit brachte mich jedoch immer wieder von hier weg, erst gestern war ich aus Polen zurück gekehrt, dort hatte ich einige Pferde von Maren trainiert. Sowie einen neuen Hengst mit nach Crevan gebracht. Sein Name war Sturmwind - er war ein junger Dülmenerhengst, war in freier Wildbahn aufgewachsen und nun mit mir nach Schottland gereist um ihm ein neues Leben zu geben. Er war meinem Connemarahengst Stormy ziemlich ähnlich,sodass ich auch Sturm in Western ausbilden wollte um mit ihm auch dort auf Tuniere gehen zu können. Erst einmal kam der junge Hengst zu meinem Wallach River auf den Paddock um ankommen zu dürfen, wenn mich nicht alles täuschte schienen sie einander zu mögen.

    An diesem Morgen hockte ich zusammen mit Cayden am Frühstückstisch - wir debatierten über den verschiedenen Anzeigen von ganz vielen Shettlandfohlen. Denn dadurch bedingt das Thowra und Striga einander so vertrugen, lag nun das Problem vor - Noomie mit ihren zarten Beinchen kam einfach nicht ganz hinterher. Wir wollten einen Hengst - der später kastriert werden würde - oder aber eine Stute die sowohl im Alter, dem Aussehen und dem Charakter ein wenig zu Noomie passen würde. Die Shettystute war unser kleiner Sonnenschein, wurde von allen immer freundlich begrüßt, denn sie lief einem Hofhund gleich frei über den Hof. Dadurch musste ein ebenso fröhliches Fohlen oder eher Jungpferd her, denn Noomie war nun bereit eine Zweijährige. Wir hatten uns bereits ein paar Leute angeschaut mit ihren jungen Shettys,doch das richtige war bisher noch nicht dabei gewesen. Ich stützte etwas mutlos den Kopf in die Hände - "Ich glaub das wird schwieriger als ich es erwartet hatte" Cayden schlug mir sanft auf die Schulter "Heute schauen wir uns eine Stute namens My Hope Nymeria an" - die Stute hatte ich allein des Namens in die engere Auswahl genommen. Nymeria war der Name einer Wölfin aus unser beider Lieblingsserie "Game of Thrones" - zwar erfüllte sie auch die Farbe, jedoch würde sie etwas größer werden als Noomie und war etwas ängstlich veranlagt. Am Vorabend hatte ich mit der Besitzerin eingiebig telefoniert.

    Am Nachmittag fuhren wir auf den Hof - einmal gesehen und mein Herz zerlief wie Kerzenwachs beim Anblick der kleinen Stute. Zwar schien sie Ängstlich, doch ein wenig Neugierig wirkte sie auch. "Dann nehmen wir sie wohl mit,oder? Wir sind beide Trainer - du hast Storm zu einem tollen Pferd gemacht, dann bekommst du ja wohl ein kleines Fohlen hin,oder?" meinte Cayden, küsste mich auf die Lippen - nach den Monaten fühlte es sich noch immer so gut an! Ich zeigte eines meiner breitesten Lächeln und eine halbe Stunde später fuhren wir zurück nach Eriska und von dort aus zum Hof. Nymeria wurde auf den Innenhof gelassen - Noomie kam angetrabt, beäugte unser ganzes gehabe um dann die andere Stute freudig anzubrummeln. Cayden musste sich bücken um den Strick zu lösen und schließlich beschnupperten sie sich. Bald darauf tobten sie über den Hof als würden sie schon ewig einander kennen. Als ich darauf beim Abendessen die Papiere der kleinen in die Ordner sortierte, fiehl mir dabei auf, das die Stute von einem Hengst stammte der einmal in meinem Besitz gewesen war! Window - vielleicht würde Nymeria bald auch genauso frech werden wie ihr Vater? Die Zeit würde dies beweisen!

    Da ich noch ein wenig reiten wollte machten Cayden und ich uns Varulv und Willow fertig, wir konnten es beide gar nicht erwarten bis beide zur Zucht bereit waren, denn ein Fohlen aus den beiden wäre sicher ein Blickfang. Zunächst gingen wir in unsere Halle, bauten ein paar Hindernisse auf um beide Rappen darüber hinweg springen zu lassen. Nach dem erfrischenden Training gingen wir noch zusammen ins Gelände ehe wir am Abend erschöpft in unser Bett fielen - seit dem Umzug nach Schottland bewohnten wir ein Zimmern. Zunächst hatte ich mich sehr daran gewöhnen müssen, doch mittlerweile waren es die Tage die ich abseits von Cayden in fremden Betten verbringen musste die mir Unbehagen bereiteten. In einer Hinsicht war ich in diesem Moment glücklich, doch wie so oft dachte ich bereits am Anfang an das Ende.
  12. Nachdem ich eine Woche auf gepackten Koffern gehockt , mich von allen hier auf Heartland verabschiedet - Jack, dessen Kochkünste ich vermissen würde, Ty der mir in meinem Wissen um Pferde Haltung und Pflege sosehr geholfen hatte und vor allem auch von Amy. An jenem Abend waren sehr viele Tränen gefallen - doch alles in allem hatten sie mir viel Glück gewünscht.

    Nun hockte ich auf diesem Frachtschiff fest - ich hätte mich entscheiden können mit all meinen Pferden zu fliegen, doch wollte ich keinem von ihnen dies antun. Also hatte ich mich nach Schiffreisen nach Schottland erkundigt - durch Zufall hielt einer der Frachter genau im Hafen von Port Appin um dort Medikamente und Lebensmittel abzuliefern. Von dort würden wir per Auto nach Eriska fahren und von dem kleinen Ort aus war es nicht mehr lang bis zu dem Hof den Cayden von seinen Großerltern geerbt hatte. Eine entfernte Cousine – wohnte dort bereits. Nach vielem Mailkontakt hatten wir beide beschlossen gemeinsam auf Caed Crevan eine Zucht für Highlandponys und Connemaras aufzubauen. Genauso wie auch ich hatte sie einige Pferde anderer Rassen, die auf dem Gut jedoch auch ein wunderschönes zu Hause finden würden. Einige meiner Schätze befanden sich nun also bei mir an Bord - darunter Thowra - ein Isländermix aus Vinis Zucht, meine recht neue Stute Willow Maiden, Stormy – denn er vertraute mir von allen am meisten und der frisch kastrierte Araber Golden River. Die anderen waren bereits vor gut einem halben Monat mit Cayden nach Eriska aufgebrochen. Dort in der Nähe gab es einen See – oder vielmehr ein zu großer Teich namens Logan Dubh, dieser befand sich direkt auf dem Gutsgelände und ich hatte schon ein erstes Foto von Cayden erhalten auf dem Moon zu sehen war wie er Knietief im Wasser stand. Da hatte ich erst gemerkt wie sehr ich meine Lieblinge vermisste. Cayden und ich hatten in unserer alten Heimat alle Zelte abgebrochen um einer noch recht ungewissen Zukunft entgegen zu blicken – Cayden hatte Call an ein junges Mädchen verkauft, die mit dem jungen Friesen sicher viel Spaß haben würde. Minou hatte sich gemeinsam mit Gwen auf den Weg nach Kanada begeben, doch hatte ich ein Foto von deren Imbolc-Feier erhalten. Wie es der Zufall so wollte fand dieses keltische Fest genau an meinem Geburtstag statt, dies war mein letzter Tag auf Heartland gewesen…

    Einige Stunden später, zog ich meine Sachen an, torkelte ein wenig über das Deck und hinunter in den Frachtraum um nach den letzten Pferden zu gucken – Thowra hatte leichte Beruhigungstropfen in ihr Futter bekommen, damit die Reise nicht allzu anstrengend für sie wurde. River hatte die Tropfen aufgrund seines Temperamentes erhalten, obwohl er durch die Kastration schon ruhiger geworden war. Eigentlich hatte ich nie vorgehabt zu Kastrieren, sollte er doch mal in eine Zucht gestellt werden, doch eine Hodenentzündung hatte diesen Wünschen einen Riegel vorgestellt – nun gut, dennoch würde ich ihn nicht einfach aufgeben. Von Anfang an stand fest – River kommt mit!

    Auf dem Hof selbst gab es ein kleines Shetlandfohlen, welches dem Großvater gehört hatte. Zusammen mit der anderen Jungstute Striga würden dies Thowras neue Gefährten werden – mal davon abgesehen, das Cayden berichtet hatte Kürbis sei wieder tragend! Also konnten wir uns auf einen tollen Nachwuchs dieses Jahr freuen.

    Nach drei Tagen auf dem Wasser wieder Boden unter den Füßen zu haben war mehr als nur herrlich! Ich musste mich schon zusammen nehmen um nicht auf die Knie zu fallen und den Boden zu küssen. Stattdessen rannte ich Cayden entgegen und küsste ihn mehr als nur einmal auf die Lippen. Während die Männer die einzelnen Boxen aus dem Frachter luden, stellte er mir „Vämp“ vor, wie ihr Spitzname war. Nachdem alle Boxen aus dem Frachter waren, holten wir die erschöpften Pferde heraus, stellten sie in die Hänger auf das ihre Reise bald ein Ende haben würde. Die zweistündige Fahrt über hatte ich mir vorgenommen, alles zu erzählen und erzählt zu bekommen, doch wegen des mangelnden Schlafes razte ich bei dem stetigen Brummen des Motors sofort ein. Erst als wir auf den Parkplatz kamen – zu dieser Zeit war es gerade 3 Uhr morgens, wurde ich kurz wach. Am Rande nahm ich wahr wie die restlichen Pferde in die Boxen gebracht wurden.



    Als ich das nächste Mal wach wurde – in einem Bett – schreckte ich auf, ich benötigte meine Zeit ehe ich wusste wo genau ich war….Eriska…Schottland. Ich schwang die Beine aus dem Bett – die Seite neben mir war leer, dann musste Cayden bereits draußen sein. Als ich ein Blick aus dem Fenster erhaschte hielt ich einen Moment die Luft an – es schien als gehöre ich hierher. „Welcome to Scotland“ murmelte ich vor mir her. Mein Blick war auf die Ovalbahn gerichtet, zwischen der kleinen Baumgruppe hindurch sah ich wie gerade Varulv trainiert wurde.
  13. In den letzten Wochen hatte ich mich ausgiebig mit Scylla beschäftig – sie war in der Dressur außerordentlich begabt, eine solide Grundausbildung hatte sie bereits genossen und nun nutzte ich die Weihnachtszeit um in der Halle mit ihr zu üben. Wir hatten erst eine kleine Ewigkeit benötigt um einander kennenzulernen, ihr schwungvoller Trab war um so vieles anders gewesen als der von Moon oder Varulv. Mit einiger Mühe war es mir gelungen ihr eine konstante Anlehnung nahe zu bringen – oft hatte ich sie longiert um ihr auch an der Longe mit der Hilfe von Ausbindern nahe zu bringen, das dieses etwas Gutes war. Auch Cayden hatte sich in ihren Sattel geschwungen, während ich mich ebenfalls mit Varulv beschäftigt hatte – der Hengst war neu auf meinem Hof und konnte etwas Training auch nicht von der Hand, oder eher dem Huf weisen. Scylla lernte enorm schnell dazu, den einfachen Galoppwechsel bekam sie sogar am schnellsten auf die Reihe, die Schwierigkeiten stellten sich erst ein als es darum ging die verschiedenen Tempowechsel einzubauen. Scylla rannte im Trab oftmals unter dem Sattel fort, dann musste ich mich etwas schwer machen ihr ein wenig an Tempo nehmen, sonst wirkte das Reiten von ihr bald zu hektisch. Unabdingbar klemmte ich mich also dahinter ihr dieses hektische als ein wenig „auszutreiben“ - auch an der Longe. Zusammen mit Cayden longierte ich sie öfter , nahm ihr mit der Stimme stetig Tempo aus der jeweiligen Gangart und alsbald rannte sie weniger unter dem Sattel. An einem Abend unternahm ich einen kleinen Spazierritt zusammen mit Gwen auf Altair und Scylla. Ab und an gingen wir auch gemeinsam auf den Platz, trainierten beide Pferde und quatschten allgemein ein wenig. In letzter Zeit hatte sie sich oft um Minou gekümmert, zudem hatte in meinem Kopf der Plan Gestalt angenommen ihr die junge Stute zu schenken. Die Ritte durch den Schnee taten Scylla mehr als gut, es klärte ihren Kopf machte sie frei für neues. Auf dem Platz arbeitete sie freudiger mit, ließ sich regulieren fort an brachten uns die einzelnen Tempowechsel keine Schwierigkeiten mehr – im Mitteltrab durchquerten wir die Diagonale wechselten in eine 10 Meter Volte um schließlich aus ihr an zu galoppieren. Doch immer wieder sah ich gern wie wir im gestreckten Galopp um die Bahn preschten – am Ende der Arbeit schien dies eine Art der Lösung für sie zu sein…vielleicht so etwas wie eine Belohnung ihrer Arbeit. Mein Herz sprang dabei immer höher, würde sie diese Lebensfreude auch an ihre Fohlen weitergeben können? Für heute stieg ich von ihrem Rücken, sattelte sie mit steifen Fingern an und wärmte mir die Finger noch ein wenig unter ihrer warmen Mähne. Ich zog ihren Duft in mich auf – ehe ich sie zu den anderen auf die Koppel brachte – gemeinsam freuten sie sich über die Rückkehrerin, tollten einander umher, jagten, stoppten und preschten dann wieder los als wären sie des Lebens nimmer satt. Auch den Hengsten stattete ich einen Besuch ab, liebkoste Varulvs Maul, küsste Wish und Moon auf die Nüstern und lockte den noch immer etwas scheuen Storm zu mir. Ich war noch immer am handern mit mir ob ich ihm je einen Sattel auf den Rücken legen wollte, doch gleichermaßen fand ich den Gedanken von ihm durch die Wälder zu reiten mehr als wunderschön. Ich zuckte mit den Schultern, ging hinein ins Haus und stellte fest das es plötzlich so leer hier war. Laura hatte gestern Abend den Flug zurück nach Finnland genommen, also hatte ich hier nicht länger Gesellschaft. Seufzend und mit klammen Fingern setzte ich mich an die Heizung hielt die Finger dagegen – sobald die wieder warm waren würde ich mir einen Tee machen! Da plötzlich klopfte es an der Tür, verdutzt öffnete ich die Tür – sah vor mir Cayden der mir eine Tasse in die Hand gab. Der Duft von Met drang in meine Nase – meine Hände wurden beinahe Augenblicklich etwas wärmer. Oh! Cayden wusste was ich gern Trank! „Dankeschön“ Ich holte ihn herein, gab ihm einen Kuss auf die Wange – für mehr würde später Zeit sein, sonst würde ich ihm die Tasse mit dem Kostbaren Met nur über das T-Shirt schütten. Gemeinsam setzten wir uns auf die Couch, schoben die DVD von „Game of Thrones“ ein und in seinen Armen wich alsbald die Kälte von draußen. So hätte ich Ewig verbringen können…
  14. Das Frühstück hatten wir für diesen Morgen beendet – „Laura?“ , mein Gast starrte auf die Tischdecke. „Oh, ja..ich hab nur daran gedacht ob es meinen anderen beiden Pferden gut geht..ich bin jetzt beinahe zwei Wochen hier.“ Ich verstand sie, auch wenn Moon mein Liebling von allen war..ihm mein Herz gehörte, so liebte ich auch all die anderen Pferde in meinen Stallungen. Seit gestern gehörte dazu auch eine junge Connemarastute namens Scylla – die Zucht konnte ihre Pforten beinahe öffnen. „Ihnen geht es sicher gut, du hast doch eine Freundin die sich um sie kümmert. Wenn du möchtest könntest du Cayden wieder beim longieren von Stormbringer helfen, oder aber Amy bei der Arbeit begleiten..ich muss heute wieder mal ein kleines Training auf dem Gut Tannenheide absolvieren.“ Laure nickte, beschloss einen kleinen Ausritt auf Morke zu machen um sich dann ein wenig mit Scylla zu beschäftigen – es schien als würde ihr die junge Stute gefallen! So verabschiedete ich mich für diesen Tag, auf dem Hof begegnete mir Cayden – er wollte mich heute begleiten. Die letzten beiden Tage waren wir beide selten beieinander gewesen, außerdem konnte er mir bei der Arbeit mit den Stuten helfen. Gestern und den Tag davor hatte ich die beiden ein wenig unter Stelli reiten sehen, sie geputzt und ein wenig im Round Pen bewegt um mich mit ihnen vertraut zu machen und sie ebenfalls mit mir.

    Also lud ich Corvus und Cayden in mein kleines, aber feines Auto um schließlich vom Hof zu fahren in Richtung Tannenheide – das Gestüt der beiden war nicht weit weg. Nach nur einer halben Stunde trafen wir auf dem Hof ein – ich stellte Stelli Cayden vor und verkündete er würde mir mit dem Training der beiden Stuten helfen. Dabei traf es sich gut, das Laith diejenige war die zwar etwas zurückhaltend war, jedoch dabei nicht ängstlich und die größere der beiden Stuten. Gemeinsam sattelten wir die beiden, schritten über den mit Schnee bedeckten Hof hinüber zur geräumigen Halle. Unter Stelli hatte ich bereits gesehen, das beide Stuten weit in der Ausbildung waren – sie liefen ordentlich am Zügel, ließen sich ohne weitere Probleme biegen und stellen und die Tempowechsel zeigten sich deutlich innerhalb einer Gangart, sodass es keine Probleme geben sollte einen versammelten Galopp oder Trab von beiden zu fordern. Vom Boden aus kannten beide Stuten bereits die Hinterhandwendung, wie ich im Round Pen festgestellt hatte. Also schwangen wir uns bald darauf in die Sättel, stellten uns die Bügel ein um erst einmal im Schritt neben einander durch die Halle zu gurken um zu besprechen worauf wir uns heute konzentrieren wollten. Beide Stuten kannten bereits die einfachen Galoppwechsel waren also das stellen in einen anderen Galopp bereits gewohnt, deswegen wollten wir heute auf die verschiedenen Tempi innerhalb einer Gangart achten, also dem Arbeitstrab, dem Mitteltrab und dem versammelten Trab, wie auch im Galopp. Zusätzlich würden wir auch auf den Außengalopp ein wenig eingehen und schauen wie die Stuten darauf reagierten. Gesagt getan, wir begannen mit den ersten richtigen Hufschlagfiguren, wärmten die beiden im Schritt und Trab erst einmal richtig auf ehe wir uns an die Galopparbeit machten. Laith bewies hier ihre Ausdauer – der Außengalopp klappte bei ihr nicht hundertprozentig, doch geduldig ließ sie sich von Cayden immer wieder durchparieren und von neuem angaloppieren. Kiss dagegen hatte schnell begriffen worum es hierbei ging und bereits nach einer guten Viertelstunde beendete ich die Sache an dieser Stelle damit eine positive Erfahrung ihre letzte Erinnerung sein würde. Ich zuckelte im Schritt auf dem zweiten, dritten Hufschlag bis sich auch Cayden mit Laith dazu gesellte. Die Volten hatten wir bereits etwas verkleinert, denn in einer L Dressur gab es nur noch 8 Meter Volten, doch für die erste Trainingsstunde hatten sich beide Stuten gut angestellt. Beim Absatteln brachten uns die Pfleger die Abschwitzdecken die wir auf die Pferde legen sollten, denn dank dem Plüschfell hatten sie ordentlich geschwitzt. Die Pfleger versicherten uns außerdem sie würden die Stuten später wieder entdecken.

    Am den folgenden Tagen wechselten wir uns ab, einmal war ich auf dem Boden, Cayden hockte auf Laith und wir übten die Hinterhandwende – dann war es anders herum und saß auf Kiss. So konnten wir vom Boden aus die ersten Kommandos geben um ihnen die Hilfegebungen des Reiters verständlicher zu machen. Die Kurzkehrt verlangte schon ein etwas intensiveres Training – zunächst absolvierten wir die Übung im Schritt. Die Hilfen die ich gab waren die für eine Volte, als Kiss nun etwas seitwärts trat hielt ich ihre Vorwärtsbewegung auf indem ich Kreuz und Oberschenkel anspannte und gab am äußeren Zügel eine kurze Parade. Dabei sollte eine Art Halbkreis entstehen..ich ritt langsam jede Phase ab – Kiss sollte zwar einen Schritt machen jedoch Seitwärts statt Vorwärts. Jedesmal wenn sie Seitwärts trat trieb ich wieder von innen nach um den nächsten Schritt auszulösen und hielt jedesmal die Vorwärtsbewegung auf. Zunächst misslang beiden Stuten diese Übung immer wieder..manchmal blieb Laith auf dem inneren Hinterbein stehen, dann setzten wir die Wendung etwas größer an um uns danach darauf zu konzentrieren jeden Schritt gut auszureiten. Um Laith den Takt ein wenig zu vereinfachen tippte ich sie mit der Gerte ein paar Mal auf die Hinterhand. Kiss dagegen wurde manchmal etwas hektisch und rannte eher um die Wendung, sie war bei dieser Übung ein wenig überfordert. Also gingen wir noch einen Schritt zurück, machten es wie bei Laith und gingen einen Schritt zurück und ritten alles ein wenig größer. Aber im Grunde schafften beide Stuten die Übung schließlich – nicht perfekt und sie benötigten noch immer eine Menge an Training, aber sie waren beide auf einem guten Weg. Nach ein paar Tagen banden Cayden und ich auch Stelli in das Training mit ein, denn schließlich sollte auch sie mit ihren Stuten klarkommen, aber darin bestand kein Zweifel schließlich kannte sie ihre Stuten besser und länger als wir es taten.

    Die darauffolgenden Tage probten wir das neu erlernte, bis der Tag der Prüfung anstand. Insgesamt präsentierten wir den Richtern jedoch zwei in sich geschlossene und wendige Pferde, die es beide vermochten ordentlich am Zügel zu laufen, sich selbstverständlich schön aufrichteten und ihr bestes gaben. Die verschiedenen Tempi innerhalb der Gangarten waren klar von einander zu unterscheiden – so war es nicht verwunderlich, dass sowohl Laith als auch Kiss die Stufe mit Bravour wechseln durften!

    Während des Trainings auf dem Gestüt Tannenheide hatte sich Laura wieder etwas beruhigt und machte sich weniger Sorgen um die anderen daheim in Finnland. Gemeinsam unternahmen wie weiterhin Ausritte ab und an ließ sie auch Morke im Stall um ihm Pausen zu gönnen – gemeinsam mit Wish und Storm preschte er über die Weiden. Etwa drei Tage vor Weihnachten unternahmen Laura, Cayden und ich einen schönen Ausritt in die verschneite Landschaft. Laura hatte sich dafür Willow genommen, ich selbst hockte auf Kürbis und Cayden hatte sich eine Stute von Amy geliehen – Meike, keine unbedingt leichte Stute, doch er kannte sie bereits und bei ihm war sie recht umgänglich. Manchmal musste er die ältere Stute davon überzeugen weiter zu gehen, doch dank der anderen Pferde folgte sie zumeist auf dem Fuß.Der gesamte Hof freute sich schon gewaltig auf unseren Weihnachtsball – jeden Tag erhielten wir Anrufe über neue Anmeldungen und die Aufbereitung der alten Scheune bereitete uns allen – vor allem aber Jack und dem Rest der Männer auf Heartland, sogar Scott half dabei mit.
  15. Die letzten Tage auf Heartland hatte ich mit einem Ausritt verbracht – Amy und ich übten schon seit geraumer Zeit mit Moon und Figaro für einen Distanzritt der bald stattfinden würde. Die Abende hatte ich zusammen mit Cayden verbracht..unsere Dates, die wir wohl nachholen mussten…Wir lernten uns einfach auch besser kennen, tief in der Nacht verabschiedeten wir uns von einander. Wenn ich mir auch manchmal wünschte er würde bleiben, doch diesen Wunsch zu äußern traute ich mich nicht. An diesem Abend würde eine Freundin aus Finnland – mit im Schlepptau ihr eigenes Pferd Morke, einen Norwegerhengst den ich trainieren wollte. Andererseits hatte sie die Reise auch getan um Heartland zu besuchen und am Weihnachtsball teilzunehmen.

    Am Abend fiel mir Laura in die Arme – eine sichtlich geschaffte Laure – wir machten uns Augenblicklich daran den kleinen Hengst in den Stall zu stellen. „Die nächsten Tage lassen wir ihn erstmal ankommen, dann können wir mit dem Training beginnen. Wenn du Hunger hast, ich hab schon etwas vorbereitet.“ Laure verstaute noch den Sattel von Morke blickte mich an „Für etwas zu Essen würde ich glatt sterben!“ Als wir gerade aus dem Stall kamen fuhr ein weiterer Transporter auf den Hof – ebenfalls ein Gast aus Finnland, die Trakehnerstute Calista, sie würde auf Heartland einen perfekten Start ins Leben erlangen und dann wieder zusammen mit Laura und ihrem Hengst zurück nach Finnland gehen. Ty nahm die junge Stute in Empfang, zusammen mit ihm hatte ich am Vormittag die Box vorbereitet. Nun schlenderten Laura und ich noch zu den kleinen Offenställen und ich stellte ihr meine Connemaraponys vor. Cayden hatte ich für diesen Abend gebeten für das Essen nach Haus zu gehen, wenn er auch beim Kochen geholfen hatte und ich ihm einiges mitgegeben hatte. „Da du ja Vegetarier bist und auch ich wenig Fleisch esse, hab ich Kartoffelbouletten gemacht. Die sind mit ein bisschen Joghurt, Zwiebeln, Knoblauch und Paprika – dazu dann eine Tomatensoße. Falls der Nachtisch noch passt, gibt es Mouse au Chocolat!“ verkündete ich fröhlicher Stimme. Das Abendbrot ging schneller hinter sich als wir beide erwartet hatten, doch gegen den Nachtisch wurden die Abstände zwischen den Gähnern Lauras immer weniger – „ Na, ich glaube den Nachtisch verschieben wir auf das Frühstück, sonst hast du alles in den Haaren. Ich hab dir eines der kleinen Gästezimmer bereit gemacht, wenn du also schlafen gehen möchtest?“ Laura entschuldigte sich mehrere Male, bis ich es ihr etwas ausgeredet hatte – die Zeitumstellung, die lange Fahrt damit war nunmal nicht zu scherzen. Also verzog sich Laura in mein Gästezimmer, in der Zwischenzeit räumte ich die Küche auf, setzte mich noch ein wenig vor den Fernseher – um dann davor einzuschlafen.



    Am nächsten Morgen hörte ich ein stetiges Piepen, hob den Kopf und spürte gleich darauf die Strafe…die Nacht auf der Couch hatte mir einen steifen Nacken beschert.Ein leichtes Frühstück aus Müsli – Laura schrieb ich auf einen Zettel sie könne sich im Kühlschrank bedienen und das ich im Stall war. Dort versorgte ich alle Pferde, machte die Boxen ein wenig klar Schiff und holte mir dann den kleinen Norweger aus der Box. Mit feinen Bürstenstrichen ging ich durch sein Fell, entfernte die Überreste des Heus in seiner Mähne und steckte ihm ab und an ein kleines Leckerli zu – der kleine hing noch ganz schön durch, seine Ohren schlackerten, seine Unterlippe hing etwas nach unten und seine Augen waren etwas glasig vor Müdigkeit. Calista machte einen etwas munteren Eindruck, doch auch sie war geschafft von den Strapazen. Als ich gegen Mittag zu Amy hinüber ging begrüßte mich Jack mit einem ganzen Blech voller Kekse – ein paar der Teile hortete ich mir um dann mit ihnen in den Taschen meiner Jacke Gwen am Round Pen bei der Arbeit mit Lakim zu beobachten. „Sieht schon gut aus bei euch beiden! Man könnte beinahe meinen du hast noch nie etwas anderes gemacht“ Gwen bot ich einen Keks, den sie dankend entgegen nahm – „Ich werde mal schauen ob mein Besuch derweil erwacht ist.“ Damit verabschiedete ich mich von Gwen und schlenderte vom Round Pen zu meinem Wohnhaus. Als ich im Flur meine Schuhe abstreifte hörte ich gerade Geklapper aus der Küche und eine noch etwas verpennte Laura kam aus ihr hinaus – „Gut geschlafen?“ fragte ich grinsend.



    Die nächsten zwei Tage beließen wir es beim putzten der beiden Pferde – dann begann ich am Wochenende mit Calista zu arbeiten. Lisa hatte mir per Mail geschrieben die ersten Übungen zu den einzelnen Kommandos war der Stute nicht unbekannt, die Longe an sich kannte sie eben noch nicht. Zum Wiederholen fanden Laura und ich uns dennoch am Round Pen ein, fragten die Kommandos der jungen Trakkistute ab – die klappten ziemlich gut, doch auch am Nachmittag erhielt sie noch eine kleine Trainingseinheit. Diese Übungen taten uns beiden gut, sie würden das Vertrauen steigern. Zur gleichen Zeit absolvierte ich auch einige Trainigseinheiten mit Morke im Round Pen, denn bei ihm galt das gleiche wie bei Calista. Am Nachmittag schwang sich Laura in seinen Sattel, ich mich in den von Wish – beide Hengste standen in den Boxen nebeneinander und ein Schrecktraining im gelände konnten beide gut gebrauchen. Auch wenn weder ich noch Laura Gerten benötigten – „Damit können wir gegen ein paar Büsche und Äste hauen, da sehen wir was geschieht. Auf einer Strecke hab ich bereits vor einer Woche Plastiktüten und ein paar Flaschen verteilt. Vögel und die Kühe auf den Weiden werden wohl den Rest machen.“ - „Oh..da werden die beiden ja etwas zu tun haben. Ich bin ja oft mit Morke unterwegs, aber ein kleines Training kann ja immer nicht schaden. Aber warum reitest du ihn nicht?“ Wir ritten bereits vom Hof, den langen Weg hinunter. „Klar, ich bin der Trainer, aber du kennst den Hengst besser als ich – zudem musst du ihn in einer Gefahrensituation kontrollieren können, nicht ich.“ – „Okey, macht Sinn!“ Das erste Training führte uns nicht an der von mir präparierten Strecke vorbei, ich wollte die beiden nicht gleich fordern. Bei der ersten Biegung – die Kühe kannte Wish bereits, da er weiter voran Schritt ließ sich auch Morke nicht lang bitten. Der erste Hüpfer war als ich *beiläufig* einen Ast streifte und die wenigen Blätter daran zu rascheln begannen, beide Hengst blieben verdutzt stehen beguckten sich einander, dann den wackelnden Ast ehe Morke entschied ihm würde nichts geschehen und fleißig weiter lief. Wish benötigte dabei etwas länger. Während unseres Ausrittes kümmerte sich Cayden um das Training mit Calista, heute würde sie das erste Mal in ihrem Leben eine Trense tragen, da auch er mit ihr die vergangenen Tage gearbeitet hatte stellte dies keine Probleme dar. Als wir von einem erfolgreichen Ritt zurückkehrten lief Calista mit Trense durch den Pen – gute Arbeit für alle von uns!

    Auch die weiteren Arbeiten mit beiden Pferden, drei wenn man Wish hinzu zählte. Calista lief bereits in der Halle an der Longe, brauchte ab und an noch einen der ihr beim einhalten des Hufschlages half, aber sie wurde immer besser dabei – ihr Temparament lies sich nutzten um sie auch ohne eine Peitsche allein mit der Stimme zu kontrollieren. Wobei ihr Antrieb besser war als ihr Wille zum halten. Morke und Wish schritten nun Mutig voran, wenn es um die Kühe ging, die Gertenschläge gegen einen Baum juckten sie selten und auch die Flatterstrecke hatten beide Jungpferde bereits mit Bravur hinter sich gebracht. Der Traktor mit dem Ty jeden morgen das Heu brachte war, Aufgrund der Tatsache das er Heu lieferte ebenso wenig zu fürchten wie in etwa ein Halfter – Pony und Futter – das klappte einfach immer! Jetzt blieben nicht mehr viele Tage bis zum Weihnachtsball – Laura und ich würden bald nach München fahren um uns da ein paar hübsche Kleider zu kaufen. Die Tage kochten auch Laura, Cayden, Amy und ich gemeinsam..manchmal waren wir nur zu dritt oder leisteten den anderen im Haupthaus Gesellschaft – im Grunde eine wunderschöne Vorweihnachtszeit und die erste Weihnacht die ich mal wieder mit Amy verbrachte! Laura und ich hatten ebenfalls unseren Spaß, dank demselben Musikgeschmack dröhnten oftmals die Klänge von Hammerfall, Trivium und Co. Durch das Haus und auch Cayden leistete uns bei diesen Aktionen Gesellschaft…jeden Tag arbeiteten wir immer mal wieder mit den Pferden, bis zum Sonntag hatte Calista ihr komplettes Anlongieren absolviert – jetzt würde sie auf Heartland in die Hände von Amy, Gwen und Ty übergehen um angeritten zu werden. Am dritten Advent fiel neuer Schnee – den Ausritt unternahmen wir an diesem Tag nicht, auch Calista wurde nicht trainiert. Der Schnee war zu viel, zudem hatten sie sich nach einer vollen Woche intensiv Training eine Pause verdient.