~Fuchshain~ Der schottische Traum von Ravenna und Vampyrin!
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  1. Es war so weit. Meg war gestern in Glasgow gelandet. Etwas später als gedacht, da die Piloten gestreikt hatten, aber egal. Ein kurzer Anruf hatte uns mitgeteilt, dass sie sicher gelandet war. Ihre Koffer hatte sie auch schon. Sie hatte die Nacht im Hotel verbracht und heute wollten wir sie dann abholen. Die Fahrt würde je 4 Stunden dauern, sodass sie den Großteil des Tages unterwegs sein würde. Da ich mit dem Baby beschäftigt war, hatte sich Ty bereiterklärt sie abzuholen. Er hat mir nicht mal eine Wahl gelassen, aber so kenne ich meinen Verlobten. Er wollte nur, dass es mir und dem Baby gut ging. Da Fionn gerne sich spazieren fahren lässt, schnappte ich mir Lovegame am Halfter und ging spazieren. Heute war ein schöner Herbsttag, aber dennoch waren wir beide dick eingepackt. Marie schwitzte sich auf dem Platz mit Was immer du tust warm, während Mark Terminator longierte. Er lahmte nicht mehr und da wir nicht genau wussten, woher er diese Lahmheit wollte ich, dass Mark langsam mit dem Training anfing. Ty war am Haus geblieben und hatte auf Cayden gewartet. Gemeinsam wollten sie losfahren und Meg holen, sowie Ghost.

    Mich hatte die Nachricht erreicht, dass Monster ihren Hof auflöste und so war es gekommen, dass ich Interesse an Ghost geäußert hatte. Der Tinkerhengst war genau der richtige Partner für meine 3 Hengste und er würde auch ein gute Reitpferd abgeben. Zuerst für Ronja und später dann für meinen kleinen Schatz. Sie könnten gemeinsam aufwachsen. Vielleicht würde es auch dazu führen, dass Bergkristall wieder etwas lebhafter wurde. Ich hatte Sarah davon erzählt und da sie die Patin war, wollte sie Ghost Fionn später zur Taufe schenken. Da er mit gleichaltrigen zusammenstehen sollte, haben wir uns dazu entschieden, dass er erstmal bei Sarah stehen würde. Zusammen mit Braum und Smarty hätten sie eine kleine Junghengsteherde.

    Vor dem Spaziergang hatte ich Sarah angerufen um ihr zu bestätigen, dass Ghost nun vom Flughafen abgeholt werden konnte und auch Meg nun zu uns stoßen würde. Ich war sehr gespannt darauf, ein weiteres Teammitglied begrüßen zu dürfen. „Cayden und Ty werden bestimmt eine schöne Fahrt haben. Ghost steht bereit und ich habe dem Personal Bescheid gegeben, dass die beiden ihn abholen werden. Brauchst du noch Hilfe bei der Vorbereitung der Box?“



    „Wow, na das ist doch auch eine tolle Nachricht!“ versicherte ich Siobhan. „Lass nur. Das ist schon alles fertig. Mit Braum und Smarty hat er gute Gesellschaft.“ Wir quasselten noch eine Weile weiter, ehe ich mich wieder zu meinen Pferden aufmachte.



    Im Kinderwagen lag mein Engel. In der rechten Hand hielt ich den Strick von Lovegame. Ich verabschiede mich von meinem Mann mit einem Kuss und schob Fionnn Richtung Wald. Lovegame trottete neben uns her und vertuschte immer wieder, ihre Nüstern in den Wagen zu halten um zu sehen, wer da lag.





    0000ffIch wartete schon auf Cayden. Wir mussten uns etwas beeilen, damit wir pünktlich zur Fähre kamen und Meg abholen konnten. Ich wollte Siobhan nicht reisen lassen, da sie mit Fionn genug zu tun hatte und Ruhe brauchte. Momentan schlief er ruhiger, aber ich wusste, dass sie diesen Schlaf auch brauchte. Sie sollte sich ausruhen und zu Kräften kommen. Zudem wäre es für beide anstrengend gewesen, so lange hin und her zu fahren. Als Cayden auf den Hof fuhr, stieg ich zu ihm ein und begrüßte ihn. „Hey. Na, hat dich Sarah nicht gehen lassen oder hattest du Probleme mit dem Hänger, dass du so spät kommst“, fragte ich ihn.



    "Tja ein bisschen von beidem würde ich sagen. Sie wollte mit den Mädels noch auf eine Kutschtour mit Willow gegangen und hatte ein wenig Schwierigkeiten mit der neuen Kutsche. Da musste ich dann ein wenig ran. Jetzt brauchst sie nur noch das Geschirr anlegen und alles andere ist schon fertig. Aber mit dem Hänger ist alles Okay, aber das Auto war ein wenig zu gemüllt und das hielt auf. Jetzt können wir aber los...von wo müssen wir Meg denn abholen?" fragte ich Ty über die Autotüren hinweg.



    0000ff„Wir müssen nach Glasgow. Sie hat sich dort ein Hotel genommen. Die Pferde stehen auch dort. Deswegen passt es sich so gut und sie kann gleich etwas mit anpacken“, meinte ich zu ihm. Nun lagen 4 Stunden Fahrt vor uns. Das war der einzige Nachteil, wenn man auf einer Insel wohnte. Das Festland war weit weg. „Ich hab mir gedacht, dass wir sie abholen und dann rüberfahren zu den Pferden. Dann können wir alle einsammeln und schnell wieder nach Hause fahren.“



    "Klingt nach einem super Plan. Wollen wir uns abwechseln oder fährt einer durch, anschließend dann der andere zurück?" Es würde eine ganze Weile dauern bis wir da waren, also würde ich die erste Variante wohl bevorzugen. "Wie macht sich denn Fionn eigentlich?" unbewusst war ich hinüber ins Gälische gewechselt, denn Ty war einer der wenigen mit dem ich die Sprache frei heraus sprechen konnte und der mich dann auch verstand.



    0000ff„Lass uns lieber zwischendurch wechseln. 4 Stunden ist schon lang. Das möchte ich nicht durchfahren, wenn ich es nicht sein muss. Wir wollen ja heile hin und zurück“, antwortete ich ihm. Es war entspannt in Gälisch zu reden. Cayden war der einzige, mit dem ich es sprechen konnte. „Fionn macht sich gut. Er schläft länger und so bin ich auch wieder in unser Bett gezogen. Einmal in der Nacht wird er wach, aber damit kann ich leben. Ansonsten ist er eher ein ruhiges Baby, dass alles erkunden will. Er hat auch angefangen zu krabbeln, sodass wir alles abriegeln müssen, wo er rauf und runter könnte.“



    "Oh ja....alles Kinderfest machen wird nen Haufen Arbeit, falls du Hilfe benötigst sag einfach Bescheid." Zusammen stiegen wir in das Auto ein. "Nächstes Ziel - Glasgow!" sagte ich und begann den Motor zu starten.



    0000ff„Daran werde ich dich erinnern mein Freund. Mir ist auch zu Ohren gekommen, dass du dich gut als Babysitter machst. Das werden wir wohl demnächst in Anspruch nehmen müssen.“ Wir stiegen ins Auto und fuhren los. „Ich muss aufs Festland- zum Gericht. Mein Fall wird neu aufgerollt. Wieso weiß ich nicht. Damals hat mir schon keiner geglaubt. Wieso sollte es jetzt anders sein?“



    Es war ein gewagter Schritt, zwar hatten wir damals die selbe Grundschule besucht, doch eine Freundschaft hatte es nicht gegeben. Erst als ich hier in Auchnacraigh zu wohnen begannen und sich auch unsere Frauen besser verstanden hatten hatte es soetwas gegeben. Ab und an trafen wir uns für einen gemeinsamen Ausritt, hatten im Sommer zusammen das Heu gemacht oder diverse andere Dinge. Manchmal gab es ein Bier nach der Arbeit, aber nie hatte ich gefragt wieso er seinerzeit im Gefängnis gelandet und später auf Classical Harmony. "Ich nehme an das ist etwas gutes, vielleicht glaubt die dieses Mal jemand, aber....in welcher Angelegenheit. Was hat dich damals in diesen Schlamassel geritten?"



    0000ffIch seufzte. „Wenn ich das wüsste, würde ich um einiges schlauer sein. Mein Vater war Jockey. Er war gar nicht mal so schlecht. Klar, man verdient nicht so viel, dass man in Saus und Braus leben kann, aber es hat uns über die Runden gebracht. Er hatte dann viele Probleme, als er vermehrt Rennen geritten ist, die besser bezahlt worden sind. Ich kann dir nicht genau sagen was los war, aber sie haben ihn dann tot im Stall gefunden. Angeblich eine Überdosis, aber das hätte er niemals getan. Er hat für den Sport gelebt und für die Pferde. Das war sein Leben, sein Ding. Ich hab mich dann um meine Mum gekümmert und mit diversen Jobs probiert, uns übers Wasser zu halten. Erst hab eich gedacht, dass sie mich aus gutem Willen eingestellt haben auf der Rennbahn, aber sie haben mir die Sachbeschädigung und das gestohlene Geld in die Schuhe geschoben. Da ich früher auffällig gewesen war, hat mich das Strafmaß voll erwischt. Was soll man den auch tun, wenn man kein Geld hat und sich nichts kaufen kann? Ich gebe ja zu, dass es falsch war. Sie haben mich eingesperrt und aufgrund guter Führung stand dann die Wiedereingliederung in die Gesellschaft an. Ich sollte arbeiten und Siobhan war die einzige, die jemanden gebrauchen konnte. Sie war gerade erst hier her gezogen und außer Mark und Marie gab es keine Fachkräfte. Auch hätte sie niemanden einstellen können, da der Hof sich finanziell nicht trug. Da war es ganz gut, dass ich bezahlt wurde und sie mir nur Arbeit geben musste. Anfangs habe ich rebelliert, da ich nicht mit Pferden arbeiten wollte. Sie haben mich zu sehr an meinen Vater erinnert. Andererseits habe ich es aber auch vermisst. Letztendlich habe ich mich entschieden dann doch nett zu ihr zu sein. Sie war es auch zu mir, obwohl ich so ein Arsch war. Zudem wollte ich das Erbe meines Vaters achten.“



    Ich zog die Augenbrauen ein wenig nach oben während ich angestrengt zuhörte. "Dämliche Angelegenheit, nur zu hoffen das alles gut für dich ausgeht." Wenn ich daran dachte das es vielleicht nicht gut ausgehen würde? Was sollte aus Siobhan und dem gemeinsamen Sohn denken....daran mochte ich gar nicht wirklich denken.



    0000ffIch stimmte ihm zu. Meine größte Angst war es, dass es zu viel für Siobhan werden würde. Sie war eine starke Frau, aber irgendwann spielen die Kräfte nunmal nicht mehr mit. Ich weiß, dass sie der Kleine ganz schön auf Trap hält. „Ich denke mal, dass sie mich nicht nochmal einsperren können. Ich habe meine Strafe abgesessen. Vielleicht gibt es neue Spuren zu dem wirklichen Täter, denn ich war es nicht. Zeitweise war es ja ganz cool für einen gefährlichen Typen gehalten zu werden, aber das bin nunmal nicht ich. Vorallem schauen einen die Leute komisch an und an jeder Ecke wird getuschelt. Wenn ich doch dort bleiben muss, dann kümmere dich bitte gut um meine Verlobte und unseren Sohn.“



    Ich musste mich dazu zwingend den Fuß auf dem Pedal des Wagens zu lassen. Es war ein wahnsinniger Vertrauensbeweis den er da äußerte "N atürlich, aber das wird schon alles gut werden." Zumindest hoffte ich an meine Antwort...aber was sollte schon genau passieren?



    0000ff„Das hoffe ich doch. Dennoch kann man nie wissen, was sie mir dieses Mal unterstellen“, sagte ich zu ihm. „Ich weiß, dass ich unschuldig bin. Ich weiß nicht, was Siobhan darüber denkt. Ich habe ihr diese Geschichte nie so richtig erzählt. Sie weiß halt, warum ich verurteilt worden bin und ich habe ihr gesagt, dass ich es nicht war. Aber mehr weiß sie nicht. Ich will sie damit auch nicht belasten. Das ist alter Krempel, denn ich hinter mir lassen wollte. Ich habe jetzt ein gutes Leben, eine tolle Verlobte und meine eigene kleine Familie. Ich bin glücklich und dann kommt so ein Mist ins Haus geflattert“, klagte ich mein Leid. „Harte Zeiten kommen auf uns zu und ich meine nicht nur den Winter.“



    Bei dem Wort Familie zog sich etwas in meinem Herzen zusammen, ich würde mit Sarah nie ein Kind haben....das war mir nur zu schmerzlich bewusst. Auf einer Art zerriss es mir das Herz, auf der anderen Seite wusste ich nicht damit umzugehen. Sie dann mit Fionn auf dem Arm zu sehen, tat beinahe noch mehr weh als die Vorstellung das sein eigen Fleisch und Blut nicht die Chance gehabt hatte zu Leben. "Harte Zeiten wird es wohl ganz gut treffen, aber lass uns nicht weiter darüber reden. Die Fahrt wird sonst nur unnötig in die Länge gezogen mit solch betrüblichem Zeugs."



    0000ff„Das stimmt. Ich musste mit dir darüber reden, damit ich ruhigen Gewissens aufs Festland fahren kann, wenn es soweit ist. Ich habe zwar nichts zu befürchten, aber man weiß ja nie und mir ist es wichtig, dass für Siobhan und Fionn gesorgt wird.“ Damit ließ ich das Thema dann auch sein. Es schien ihm nicht gut zu gehen und ich wusste nicht mal wieso. Hatte ich was verpasst? „Ich bin wirklich gespannt, wie Ghost so ist. Auch auf Meg bin ich gespannt. Eddie meinte, dass sie eine tolle Auszubildene ist.“



    „Eine Auszubildende ist immer eine tolle Sache! Wir hatten auf Heartland das letzte Mal welche, aber Caed Crevan ist dafür noch nicht qualifiziert. Lohnt sich es sich das Geld für die Prüfung auszugeben?“ Wir hatten schon einmal darüber gesprochen, es war jedoch wieder in den Schatten gerückt als der Filmdreh begann. Ich hatte den leicht verwirrten Ausdruck in seinem Gesicht gesehen, überlegte dann einen kurzen Augenblick…wenn er Siobhan nicht alles über das Gericht und die Gründe dafür erzählt hatte, so war es wahrscheinlich das auch er nichts von dem Abbruch der Schwangerschaft von Sarah wusste. „Siobhan hat es dir nicht erzählt,oder?“



    0000ff„Das kann ich dir nicht beantworten. Siobhan hatte diese Entscheidung in Deutschland getroffen, als sie nicht mal ahnte, dass sie auswandern würde. Wir suchen ja schon lange nach einer Aushilfe und es meldet sich keiner. Vielleicht würde eine Ausbildung dieses Mangel aufheben“, meinte ich zu ihm. „Ich hab da eh keine Ahnung. Ich habe keine Ausbildung gemacht. Ich hab nur die Lizenzen für die Rennen gemacht.“ Was meinte er nur damit ? „Was soll sie mir erzählt haben?“ Ich wusste, dass ich ihr noch von meiner dunklen Zeit erzählen muss, aber mit dem Baby war alles anders geworden und ich wollte sie nicht beunruhigen.



    Ich hatte eine konkrete Frage gestellt zu dem was mich bedrückte, also wie sollte er eine bessere Antwort geben? „Ich bin mir nichtmal sicher ob Siobhan es auch weiß..vor dem Filmdreh, bevor ich zu diesem Ritt nach Kanada bin. Etwa um die Zeit in der wir Bucks wieder einfingen und Sarah im Krankenhaus lag, wegen ihrer Eileiterentzündung.“ Ich holte tief Luft, unbemerkt drückte ich auch etwas mehr auf das Gaspedal, sodass wir über die Landstraße mit knapp 80 km/h fuhren. Der Dreck flog beständig an das Metallgehäuse des Autos „Da stellten die Ärzte fest das Sarah Schwanger war“ kam es mir endlich über die Lippen, meine Anspannung jedoch blieb und mein Fuß verwahrte auf dem Gaspedal.



    0000ffIch hörte ihm zu. „Cayden, nimm den Fuß vom Gas, bitte. Ich wollte heil ankommen und dein Auto glaube ich auch.“ So wie er reagierte, schien er damit nicht glücklich zu sein. Sarah sah auch nicht schwanger aus. Der Filmdreh lag ja schon eine Weile zurück und auch ihr Krankenhausaufenthalt. „Sie hat es verloren“, fragt eich nach. Anders könnte ich mir nicht erklären, wieso er traurig und zugleich wütend aussah.



    Verbittert lachte ich auf, leckte mir mit der Zunge über meine trockenen Lippen um so irgendwie wieder zu Worten zu kommen, der Fuß kam nur etwas widerwillig vom Gas herunter. Meine Wut, meine Enttäuschung darüber würden wohl noch eine ganze Weile in mir lodern. Aber…oh ihr Götter, ich liebte diese Frau viel zu sehr um sie aufgeben zu können, um ein „uns“ einfach so in den das Gras der Heide dieses Landes zu werfen. „Damit hätte ich mich noch abfinden können. Nein, sie hat es abgetrieben…ohne zuvor mit mir darüber zu sprechen.“



    0000ffEs schockierte mich zu hören, dass sie abgetrieben hatte. Und dann auch noch ohne es ihm zu sagen. „Das tut mir sehr Leid für dich Cayden. Deswegen hattet ihr auch den Streit und du bist nach Kanada gegangen, oder?“ Oh man. Ich plappere unaufhörbar von Fionn. Das musste seine Wunden bestimmt wieder aufgerissen haben. „Habt ihr das den jetzt geklärt? Wenn es dir zu viel ist, dann suchen wir uns jemand anderen, der auf Fionn aufpasst, wenn wir zum Gericht müssen.“



    "Nein, wir haben beinahe alles geklärt. Bleibt ist natürlich die Tatsache, das ich noch immer gern eine Familie hätte. Irgendwie geb ich die Hoffnung nicht allzu schnell auf...vielleicht braucht sie einfach ein wenig Zeit." Innerhalb war ich nicht ganz so ruhig wie ich vorgab, aber tatsächlich hatte ich noch einen kleinen Funken an Hoffnung.



    0000ff„Ihr werdet bestimmt Familie haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie das gar nicht möchte. Wenn du dich danach sehnst ein Würmchen zu betuddeln, kannst du gerne vorbei kommen. Siobhan hat mir erzählt, wie liebevoll du dich um Fionn gekümmert hast, als sie bei euch war.Wie sind dankbar , wenn wir Zeit für uns haben. Klar, Babys sind nicht einfach, aber mit der Zeit wird es leichter. Ich würde gerne noch ein Geschwisterchen für Fionn haben. Es wäre schön, wenn sie zu zweit wären. Aber ich weiß nicht wie Siobhan darüber denkt. Zudem ist es momentan eh noch zu früh darüber nachzudenken. Erstmal werden wir wohl heiraten mit anschließender Taufe“, meinte ich zu ihm. Ich hoffe so sehr für ihn, dass die beiden eine Familei gründeten. Wenn sie kein Baby wollte, könnte sie auch ein Kind adoptieren.



    "Ja...unsere Hochzeit steht ja nun auch erst einmal an, auch wenn wir uns noch nicht auf einen wirklichen Termin geeinigt haben" an den Tag an dem ich sie gefragt hatte, dachte ich noch heute gern zurück....wie viel Angst hatte ich zuvor gehabt überhaupt diesen Schritt zu wagen. Nach all dem was vorher gewesen war, das wir uns gerade erst versöhnt hatten. Stattdessen hatte sie meine Erwartungen übertroffen...bald würde auch sie den Namen meiner Familie tragen. Ein Schauer der Freude lief über meinen Rücken, endlich entspannte sich auch mein gesamter Körper wieder ein wenig. "Fionn wird immer willkommen in unserem Hause sein...ganz gleich worum es geht."



    0000ff„Einen Termin haben wir auch noch nicht. Sibohan möchte gerne im Frühsommer heiraten. Im Winter ist es zu kalt und im Sommer schwitzt man sich die Seele aus dem Leib. Daher werden wir wohl zwischen Mai und Juni heiraten. Ich freue mich schon darauf. Dann kann ich sie offiziell meine Frau nennen“, antwortete ich ihm. „Das freut mich zu hören. Ich bin auch froh, dass Sarah Patin wird. Zusammen mit Mark haben wir zwei tolle Paare, die sich um unseren Sohn kümmern würden, wenn etwas passiert.“ Man wusste ja nie was das Leben für einen bereit hält. Die Fährüberfahrt verging schnell. Jetzt nur noch in die Stadt fahren.



    „Genau, Frühsommer oder früher Herbst wäre perfekt. Im Grunde hatten wir sogar einen Tag – den ersten Mai, Beltaine, dort sind wir uns letztes Jahr zum ersten Mal begegnet. Zwar sind wir noch längst nicht so lang ein Paar aber immerhin. Da in diesem Jahr an dem Tag jedoch Amy´s Hof in Österreich in Flammen aufging, wollte Sarah diesen Termin ungern nehmen.“ Noch immer erinnerte ich mich an diese Nacht im Mai….Feuerriten….Fruchtbarkeitsriten…welch eine Ironie hatte sie gefangen genommen in denen beide Dinge eingetroffen waren. In jener Nacht war Heartland den Flammen übergeben worden, gleichzeitig hatte Sarah mir erzählt es sei wohl auch die Nacht gewesen in der unser Kind gezeugt worden war. Vielleicht ein weiterer unausgesprochener Grund an diesem Tag nicht in den Bund der Ehe einzutreten. Ich schüttelte den Kopf *Denk nicht länger daran* schollt ich mich in Gedanken. „Dann sollten wir auch bald tauschen,oder?“



    0000ffIch nickte. „Lass uns an der nächsten Raststätte tauschen. Irgendwie bin ich schon etwas nervös wegen Meg. Es ist für sie bestimmt komisch, alles hinter sich zu lassen und hier weiter zu machen. Sie ist ja noch so jung. Hoffentlich war es für sie keine Fehlentscheidung. Vielleicht vermisst sie ihre Eltern und ihre Freunde so sehr, dass es ihr hier nicht gut geht.“



    „Sie hat ja nun auch bei Eddi in Frankreich gelebt, kam sie denn auch von dort?“ Da die Bundesstraße nicht sonderlich groß war, fuhr ich nur an den Rand – Raststätten gab es hier kaum. Wir tauschten einmal und schon ging es weiter in Richtung Glasgow



    0000ff„Ja, sie kommt von dort. Das wird für uns alle eine neue Erfahrung. Zum Glück sind Siobhan und Mark Ausbilder, sodass wir das auf jeden Fall hinkriegen werden uns um die zu kümmern. Auch mit der Schule ist schon alles geklärt. Sie wird Fernunterricht bekommen, da sie sonst auf dem Festland auch eine Wohnung bräuchte und das geht nicht“ meinte ich zu ihm und fuhr weiter. Ich dachte, wir wären schon viel weiter in Stadtnähe.



    „Wow…kann sie denn gut Deutsch oder Englisch…oder müsst ihr dann auch auf Französisch umsatteln?“ dabei sah ich grinsend zu ihm hinüber – das konnte ich mir nicht so richtig vorstellen, aber zumindest war es eine gute Vorstellung



    0000ff„Sie kann wohl Deutsch ganz gut und Englisch kann sie auch. Sie war auf einer Schule, die die Sprachen angeboten hat als Kurse. Ich bin mal gespannt, wie es wird. Gälisch wird sie wohl nicht können“, meinte ich zu ihm und lachte. Ja, darauf mussten wir achten,wenn wir sie gleich begrüßten. Man merkt es kaum, wenn man die ganze Zeit Gälisch spricht und dann wieder wechseln muss.



    „Ist toll auch mal in der guten alten Sprache zu reden…Sarah besitzt nicht den Elan die Sprache zu lernen. Zwar mag sie Recht damit haben, das sie am Aussterben ist, doch reden die Clan´s seit Generationen in ihr und wenn wir es schon nicht geschafft haben das Schottland wieder unabhängig von Großbritannien ist, dann eben so!“ Vor einigen Wochen hatte es Wahlen gegeben, nur ganz knapp waren wir an der Unabhängigkeit vorbei…irgendwie hätte ich mir wieder ein freies Schottland gewünscht. Wie in den Zeiten meiner Ahnen. „Wie standest du zu der Sache?“





    0000ff„Ganz ehrlich ? Ich hab das nicht groß mitbekommen. Ich hatte mit dem Hof und unserem Kleinen so viel zu tun, dass ich gar nicht mehr über solche Themen nachgedacht habe. Ich war nur froh ins Bett zu fallen und zu schlafen. Es geht ganz schön an die Substanz wenig zu schlafen und dann den ganzen Tag über Siobhans Ausfall mit aufzufangen“, sagte ich zu ihm. Ich wusste nicht, was wirklich besser gewesen wäre. Klar, einerseits wäre es dann so wie früher, aber was würde das für die Wirtschaft bedeuten?





    „Gut, daran habe ich nicht gedacht. Nun ja man kann es nicht ändern.“ Wir fuhren gerade an einem Straßenschild vorbei – Glaskow 42 Kilometer „Wow wir haben es bald geschafft!“ Ich war gespannt auf den jungen Hengst, er war hier auf dem Hof geboren worden und Kathi hatte ihn einmal in ihrem Besitz gehabt und er sollte erstmal zu uns herum. Wir würden ihn trainieren und dann dem kleinen Fionn zu seiner Taufe schenken.



    0000ffBald war es soweit und ich freute mich schon darauf Meg in unserem Team begrüßen zu können. „Stimmt. Jetzt wäre ich jedenfalls wieder so weit , dass ich die Medien verfolgen kann. Fionn schläft immer öfters durch, sodass ich auch ausgeruht bin.“, meinte ich zu ihm. Der Kleine war nun fast 2 M onate alt und man spürte schon, dass es besser wurde mit dem Schlafen.



    „Schon zwei Monate…wahnsinnig wie die Zeit beginnt zu rennen!“ erstaunt blickte ich meinen neu gewonnenen Freund an. Die Straße wurde nun immer größer, mehr Autos waren um uns herum, wo wir sonst allein gewesen waren



    0000ffNicht mehr lange und wir hatten die Stadt erreicht. Der Verkehr wurde dichter und ich lenkte uns zum Hotel, damit wir Meg abholen könnten. Wir hatten ihr gesagt, dass sie gleich mit helfen würde, ein Pferd abzuholen, sodass sie Reitklamotten tragen sollte.



    Endlich aus dem Auto steigen zu können fühlte sich wunderbar an –ich streckte meine müden Knochen ein wenig in jede Richtung, die Gelenke in meinen Schultern begannen ein wenig zu knacken. Dann sah ich mich um – am Hotel sollte sich auch der Stall der Pferde befinden, dort irgendwo würde Ghost auf uns warten. Ein den Bildern zu schließen stattlicher Tinkerhengst von knapp drei Jahren.



    0000ffVor dem Hoteleingang stand ein Mädchen, dass zu der Beschreibung von Meg passte. Ich ging zu ihr und wie ich es mir schon gedacht hatte, war es unsere Auszubildende. Ich begrüßte sie herzlich und stellte ihr dann Cayden vor. Gemeinsam luden wir ihre Koffer ins Auto. Sie erzählte, dass der Flug gut war und sie auch ein schöner Zimmer gehabt hatte. „Cayden, wir müssen auf die andere Seite des Flughafens“, meinte ich zu ihm. Meg hatte schon nach gefragt gehabt, wo der Stall war.



    Wir stiegen also alle gemeinsam in das Auto, schnallten uns an ehe der Motor angelassen wurde und ich vom Hof den Hotels rollte. Meg wies mir vom Rücksitz aus den Weg – in einem Englisch deren Aussprache man deutlich ihre französische Herkunft anmerkte, irgendwie machte dieser sie jedoch auch sympathisch. Dort angekommen stiefelten Ty und Meg in Richtung des Stalles während ich die Klappe des Hängers aufmachte – wir gingen nicht davon aus das Ghost sofort hinauf gehen würde.



    0000ffGemeinsam mit Meg ließ ich mich zu der Box des Tinkers führen. Er schien ganz ruhig zu sein. Ich ließ ihn erstmal meine Handfläche beschnuppern und halfterte ihn dann. Er war jetzt 3 Jahre alt und war auch halfterführig. Meg hatte ihm die Transportgamaschen angelegt, während ich ihn hielt. Als wir dann zum Hänger gingen machte er immer so komische Schritte wegen den Gamaschen. Beim Hänger wartete Cayden auf uns. Meg und Cayden standen neben der Rampe. Langsam führte ich den Hengst davor. Nur zögerlich und mit gutem Zureden folgte er mir in den Hänger, wo ich ihn anband und ihn lobte. Die beiden schlossen die Hängerklappe und auf ging es Richtung Heimat.



    „Und was hast du vor nach der Ausbildung zu machen Meg?“ fragte ich nach hinten, während es zurück auf die Bundesstraße ging – wir hatten wieder eine lange Fahrt vor uns die ich nicht schweigend verbringen wollte. Auf dem Rücksitz sah mich Meg verwirrt an, blickte dann zu Ty herüber der wie von einer Tarantel gestochen begann zu lachen….war die Frage falsch gewesen?



    0000ff„Cayden, Englisch kein Gälisch“, sagte ich zu ihm in gälisch. „Er will nur wissen, was du nach der Ausbildung vor hast“; sagte ich zu ihr. „Ich weiß es noch nicht“, antwortete Meg. „Erstmal wollte ich die Ausbildung beenden und dann sehen wo es mich hinzieht.“



    Ich sank etwas in meinem Sitz zusammen „Oh“ kam es mir über die Lippen…da war es mir dann doch nicht so einfach gefallen wie zuvor behauptet. „Aber ich hab nach meiner Ausbildung, dem Praktika´s in Deutschland auch lange nicht gewusst was ich mit mir anfangen soll, bis meine Lebensgefährtin kam und wir eine Zucht anfingen. Du müsstet Sarah sogar kennen, sie hat letztes Jahr Kürbis und Varulv von Eddi gekauft.“



    800000„Ja, stimmt. Ich habe sie kurz gesehen, als sie die beiden Pferde vom Hof geholt hat“, antwortete ich ihm. „Ich denke, ich werde schauen wohin der Wind mich trägt. Ich habe ja noch 2 Jahre Zeit um herauszufinden, was ich danach machen will.“



    Ich hatte angenommen, das sie in ihrem letzten Jahr war dabei sie noch in ihrem ersten – so konnte es sich wenden. Der Weg zurück würde sicher etwas länger dauern, auf der Autobahn fuhr ich selten über 80 km/h, doch im Inneren des Hängers bewegte sich die ganze Zeit nichts. „Hast du ein Problem mit gutem altem Scotish Folk? Dann würde ich das Radio etwas an machen“ wir hatten noch nicht wirklich ein Thema gefunden, über das wir reden konnten….sie würde uns wahrscheinlich für „Uncool“ halten.



    800000Ich hatte keine Ahnung wovon er da sprach und da ich nicht gleich den zweiten Eindruck auch versauen wollte meinte ich, dass es mich nicht stören würde. Ich schaute gespannt raus auf die Landschaft, die sich mir bot.



    Die Musik von Gaelic Storm brachte uns langsam in Richtung Fährstation – wir wechselten ab und an Worte aber Meg schien nicht sonderlich Wortreich zu sein, oder aber es lag daran, das wir tatsächlich Männer waren. In diesem Alter war es eben ein wenig verwirrend – ich kannte es aus meiner eigenen Jugend….damals…war eigentlich noch gar nicht so weit zurück.



    800000Oh man. Es war hier so schön. Es war viel schöner als ich es mir vorgestellt hatte. Und hier würde ich wohnen und arbeiten. Es war die richtige Entscheidung gewesen. Das wusste ich jetzt mit Sicherheit. Eine Band dröhnt aus dem Radio. Es war für mich ungewöhnlich, aber okay. Die beiden Männer schienen sich gut zu verstehen. Ich war anfangs immer etwas schüchtern.



    Meg schaute die gesamte Fahrt über wie gebannt aus dem Fenster, eben solchen Blick hatte ich zum ersten Mal bei Sarah gesehen, als wir hier her gezogen waren. Wenn auch damals alles unter eine gewaltigen Schicht Schnee gelegen hatte. „Wie es die Sagen der Highlands beschrieben wird, nicht wahr?“ fragte ich sie – dieses Mal in Englisch – nach dem was sie in diesem Moment fühlte. Noch ein paar Kilometer und Ty und ich würden die Plätze tauschen.



    800000„Ja“, antwortete ich staunend. „Ihr habt es hier so schön. Obwohl etwas mehr Sonne wäre schon schön. Meine Eltern haben mir geschrieben, dass sie 20°C haben. Die werden sich aber auch schnell wieder abkühlen“, meinte ich. Es war alles so erschlagend.



    „Willkommen in Schottland, wenn es nicht gerade regnet, dann gibt es Nebel oder aber beides gemeinsam, selbst im höchsten Sommer gibt es nur um die 25 Grad – das macht die Nähe zum Meer. Da wir auch noch auf einer Insel wohnen, macht es das nicht unbedingt besser“ Es tat mir Leid für die Kleine, sie würde ihr Festland sicher eine ganze Weile noch vermissen.



    800000„Das wird bestimmt eine Umstellung werden. Ich finde es nicht schlimm, wenn es nicht so heiß wird im Sommer. Das ist ja weder für uns angenehm noch für die Tiere“, meinte ich. Ab und an haben wir im Sommer nichts mit den Pferden gemacht, da es einfach viel zu warm gewesen war.



    „Oh ja, in meinem Jahr in Deutschland hab ich es im Sommer kaum ausgehalten, mir war es viel zu warm und die Pferde waren auch dezent gestresst von diesem Wetter.“ Wir hatten eine gute Strecke geschafft, da hielten wir zum ersten Mal an, sahen nach dem Hengst in seinem Hänger und anschließend fuhr Ty die Strecke bis zum Hof zurück.



    800000„Ja, es ist zwischenzeitlich immer sehr warm gewesen. Daher wird es schön sein, wenn es jetzt nicht so heiß ist. Ich freue mich hier zu sein“, antwortete ich. Ich fühlte mich hier gut aufgehoben. Die beiden waren nett und ich hatte ein gutes Gefühl.



    Als wir am Hof ankamen war es bereits stockdunkel, meine Gelenke fühlten sich an wie eingefroren obwohl mir im eigentlichen Sinne warm war. Außerhalb des Transporters streckte ich meine etwas müden Glieder erneut – den ganzen Tag so im Auto zu verbringen war schon hart. „Dann befreien wir auch mal Ghost aus seinem dunklen Gefängnis“ Meg stieg durch die kleine Tür vorn am Hänger, während Ty und ich die Klappe herunter ließen, dann die Stange wegnahmen und beobachteten wie Meg den Hengst langsam mit Bedacht nach unten führte. Der Hengst spielte mit den Ohren, zog einmal scharf die Luft ein um sie mit einem lautstarken Wiehern wieder entweichen zu lassen – als wolle er allen verkünden ,dass er angekommen war. Im Stall stand bereits in der Box neben der er stehen sollte Bucks – der noch immer nicht die gesamte Zeit bei den Hengsten draußen stand. Sarah hatte einfach Angst er würde erneut reiß aus nehmen, doch zumindest ließ er sich von ihr mittlerweile ein Halfter anlegen und sogar führen. Langsam aber sicher konnte man bei seinen Fortschritten zusehen. "Komm dem lieber nicht zu nahe....noch ist er nicht ganz kuriert, warnte ich die Praktikantin.



    800000Es war bereits dunkel, als wir ankamen. Ich konnte nicht viel erkennen, aber ich morgen war auch noch ein Tag. Ich führte den schönen Hengst die Rampe hinunter. Er machte seine Sache gut und ich klopfte ihm den Hals. Dann führte ich ihn zu seiner neuen Box. „Was ist mit ihm passiert“, fragte ich nach. Ghost lief in der Box herum.



    „Schlechte Menschen in der Vergangenheit…dann hatte er eine Rippenverletztung, die zuerst nicht richtig versorgt wurde. Als er zu uns kam war dann ein Gewitter bei dem einige Pferde ausrissen, da er regelrechte Panik vor Menschen hatte gelang es uns 5 Wochen nicht ihn wieder fangen zu können. Zu allem Übel wurde er auch noch von einem kleinen Rudel von Wölfen angegriffen. Meine zukünftige Frau ist zwar seine bisherige Bezugsperson, lässt sich Halftern und führen aber auf manche Menschen ist er noch immer nicht gut zu sprechen.“ Bucks bewies es mal wieder, denn er drückte sich mit nicht zu sehenden Ohren an die Rückwand der Box um genug Abstand zwischen uns zu bringen.



    800000Ich hörte ihm zu. Es hörte sich an, als würde Bucks viel durchgemacht haben. Es tat mir Leid, dass er so eine schlechte Vergangenheit hatte. Aber er schien Fortschritte zu machen, wenn ich Cayden glauben schenken dürfte. Ghost hatte hier einen guten Platz. Sarah schien ein Händchen für Pferde zu haben, wenn sie es geschafft hat, den wilden Hengst zu zähmen.



    Meg schaute eine Weile in die Box von Bucks, ehe sie ihren Blick wieder Ghosts zuwandte. „Dann lassen wir die beiden einfach mal in Ruhe, oder? Und ihr müsst ja auch noch nach Classical Harmony.“



    0000ff„Ja. Komm Meg. Wir müssen los. Du musst ja noch dein Zimmer beziehen und zu Abend essen“, meinte ich. Gemeinsam fuhren wir los nach Hause. Meine Verlobte wartete sicher auf uns beiden.



    Sehnsüchtig wartete ich auf die Rückkehr von Ty und auf die Ankunft von Meg. Wir hatten ein Schild im Hof aufgehangen mit einem Herzlich Willkommen. Es war bereits dunkel und ich hatte gerade Fionn gestillt, als das Auto auf den Hof fuhr. Mit meinem Sohn auf dem Arm trat ich auf die Veranda. Die beiden stiegen aus und ich hieß Meg auf Classical Harmony herzlich willkommen. Ich führte sie gleich rein ins Haupthaus. Sie hatte sicherlich Hunger. Mein Verlobter trug ihre Koffer in ihre Wohnung hinter den Stutenställen. Gemeinsam aßen wir zu viert zu Abend. Meg schien erschöpft zu sein von dem langen Tag, was ich ihr nicht verübeln konnte. Mir ging es nicht anders. Wir unterhielten uns über ihren Flug und dann brachten wir sie in ihr neues Zuhause. Sie schien es zu mögen, was mich freute. Wir ließen sie dann alleine, damit sie sich einrichten konnte. Wir wohnten ja sehr nah beieinander, sodass sie schnell bei uns sein könnte, wenn etwas ist. Als auch der Kleine schlief, kroch ich zu Ty unter die Decke. „Was haben die Pferde heute getan“, frage er mich. „Kiss ist und heute von der Wiese ausgebüchst, als ich Flying Rook reingeholt habe um sie zu longieren. Aber sie ist nicht weit gekommen. Der Kinderwagen war zu interessant. Allison und Ronja waren da und haben sich um Tollkirsche gekümmert. Sie schien es richtig zu genießen so betüddelt zu werden. Sunnivah habe ich heute einen Ruhetag gegönnt. Ich möchte, dass Meg sie morgen reiten, damit ich sehen kann, wie viel sie schon kann. Mark und Marie sind noch mit Illuminata und Cry ausgeritten. Es war wohl ganz gut. Die beiden hatten Pfeffer im Hintern. Aber nunja- sie sind noch jung“, erzählte ich ihm. Er berichtete mir von der Fahrt und dann schliefen wir ein.



    Ich erzählte Cayden am Abend noch von unserem kleinen Ausritt mit den Mädels und Willow vor der Kutsche "Die kleine macht sich wirklich immer besser. Immer wieder erstaunlich wie sie es meistert, obwohl sie auf dem einen Auge beinahe blind ist! Ach ja...unterwegs haben wir noch Julie getroffen - mit dem Ausbildungsbetrieb läufts momentan so das sie kaum ihre eigenen Pferde bewältigen kann und da die Arme nicht so viel Unterstützung hat wie wir werd ich wohl mal wieder vorbei gucken. Ihre Lady Äppel ist ebenfalls eingefahren - dann nehm ich noch Willow dazu und die Mädels können eins der Pferde reiten" Das alles stand erst noch in Planung und ich musste Julie erst noch um Erlaubnis fragen, doch war ich mir sicher sie hätte keine Probleme. Noch während der Film seinem Ende zu ging fand Cayden neben mir in den Schlaf....auch ich folgte ihm bald darauf.





    Sarah, Cayden - von Ravenna gespielt

    Siobhan, 0000ffTyson und 800000Meg- von BluePearl gespielt
  2. [color=rgb(128,128,128)Willkommen zum endgültig letzten Teil des Filmberichts - es hat mir wirklich Spaß gemacht den Bericht zu schreiben. Die teilnehmenden Pferde haben bereits ihre Teilnahmezertifikate erhalten.

    [color=rgb(128,128,128)Über eine Rückmeldung eurerseits freuen sich Bluepearl und ich!





    [color=rgb(0,128,128)„In Anbetracht der Tatsache das in diesem Jahr der Hof von Amy an diesem Tag abgebrannt ist – wegen meiner Idee auf Heartland Beltaine zu feiern wäre es wohl unangebracht dort unsere Hochzeit zu begehen. Im Grunde haben wir ja auch noch Zeit uns einen Termin auszusuchen, oder? Fragte ich in Richtung Cayden der hoch über mir aufragte auf dem Rücken des Hengstes Smaug. Da der gestrige Abend nun doch nicht so verlaufen war wie ich es geplant hatte – eigentlich sogar besser – mussten wir heute testen wie Smaug reagierte wenn zwei Reiter auf ihm saßen. Wir hatten nur noch diese eine Woche um alle restlichen Szenen in einen Kasten zu bekommen, was eine Menge Stress für alle beteiligten bedeutete. Maren hatte mich in der vergangenen Woche angerufen – Peeta war nun auch endlich gekört und es tat mir beinahe ein wenig Leid, seit fast einem Monat war er nun schon nicht mehr zu Hause gewesen – jedoch waren auch die anderen der Darstellerpferde so lang nicht mehr bei ihren Besitzern gewesen. Aimiliani würde in weniger als drei Stunden ihren großen Auftritt vor der Kamera haben – der Move den sie gelernt hatte konnte die Stute zuweilen im Schlaf, mit dem Clicker machte ihr die Arbeit sichtlichen Spaß.

    [color=rgb(0,128,128)Wir brauchten nicht lange um die Klippen zu erreichen – um uns herum hatte sich das Filmteam bereits ausdestreckt, ich war überzeugt Smaug würde wenig Anstalten machen, weshalb wir es heute Nachmittag mit einem Drehversuch der Szene probieren wollten.

    [color=rgb(0,128,128)Wir blieben an den markierten Stellen stehen, langsam trieb ich Peeta seitwärts näher an den großen Hengst neben sich heran. Wie in der Szene beschrieben, drehte ich mich im Sattel seitlich zu „Odin“ erst einmal wollte ich es langsam angehen lassen – Cayden jedoch kannte die Szene packte mich bei den Schultern und gab mir den beschriebenen leidenschaftlichen Kuss, willig öffneten sich meine Lippen, was eigentlich eine Übung hatte werden sollen wurde zu unserer Eigeninterpretation der Szene im Film. So gut es ging regte ich mich ihm entgegen, spurte fordernde Hände an meinen Hüften, ehe ich es mich versah saß ich seitlich nahe des Mähnenkams unseres Schlachtrosses. Nur für diesen einen Moment ließen wir wieder von einander ab, ehe ich mich näher an ihn drängte. Im Kopf hörte ich noch immer das Lied, seine Worte und meinen Krieger auf dem Pferde – zwar stand ihm der schmalere Gwyn als Ross besser, doch auch Smaugs Gestalt ließ sich nicht vergessen. Seine Hände lösten sich langsam von meinen Hüften wanderten hinab um mir dort mehr halt auf dem Pferd geben zu können. Nach einigen Momenten löste ich mich unwillig, versuchte meinen Herzschlag zu verlangsamen, zu Atem zu kommen – Smaug zumindest ließ sich nicht stören und auch Peeta stand neben seinem neu gewonnen Freund. Ich kicherte wie eines dieser scheuen Schulmädchen im Film, räusperte mich „Eigentlich hätten wir „ doch meine Worte wurden mir von den Lippen genommen von dem Mann der bald der man an meiner Seite sein würde – nicht nur in meinen Träumen, sondern auch vor dem Gesetzt. Dies Land, die Pferde und jeder einzelne Stein würde nun wahrhaftig zum Teil meines Lebens werden. Ich begann zu zittern in seinen Armen, jedoch nicht vor Kälte denn die Strahlen des sterbenden Sommers schenkten uns für heute ihre Wärme, sondern vor Aufregung. Langsam ließ ich mich seiner Berührungen fallen, setzte mich rittlings auf den Hengst. Den Kopf an die Schulter meines Gefährten gelegt während seine Hand an meinem Bauch ruhte. Eine ganze Weile blieben wir schweigend so sitzen, beobachteten das tosende Meer zu Füßen der Klippen. „Wir sollten langsam zurück“ schickte mir einen Schauer mein gesamtes Rückgrat hinunter, da die Worte so nah an meinem Ohr geflüstert wurden. „Mhm sollten wir wohl“ ein paar Stunden der inneren Ruhe, wenn auch mein Körper nach anderen Dingen verlangte und ich hatte gespürt das es nicht allein mir so erging. So befanden wir uns bald jeder wieder auf „seinem“ Pferd auf dem Rückweg zum Hof. Dort bereiteten sie gerade die Szene mit Aimiliani vor. Wir übergaben einem der Pfleger die Pferde – Cayden hatte Aiden zugesagt ihm bei der Fütterung unserer eigenen zu helfen und ich rannte an Theodors Seite, auf dessen Lippen ein wissendes Lächeln lag, sein Blick hinter mich gerichtet wo ich mich soeben von Cayden mit einem Kuss verabschiedet hatte. Als wüsste er ganz genau was vor sich gegangen war errötete ich unter diesem Blick leicht. „Ist alles fertig?“ dabei klang meine Stimme unnatürlich hoch in ihrem Tonfall,sodass ich mich kurz räusperte „Die Szene mit Smaug kannst du fest mit einplanen Theo“ – ja ich nannte ihn bei seinem Spitznamen, was nur wenige am Set taten. Im Verlauf der Wochen hatte die Roanstute gelernt sich bei der Berührung eines breiten Gegenstandes sowie eines Wortes „auf die Knie“ fallen zu lassen – so sollte dargestellt werden wie sie von einem Kriegshammer getroffen wurde. Dann hatte sie gelernt sich von dieser Position aus auf die Seite fallen zu lassen um anschließend ihre Lieblingsdisziplin den „Todeskampf“ zum besten zu geben. Bedeute in ihrem Fall sich auf der Seite liegend versuchen aufzurichten, zucken, komische Geräusche zum besten geben und plötzlich keine Regung mehr zu zeigen. Das alles nach einander sowie mit einzelnen Kommandos verbunden. Als die Szene beginnen sollte wurde jedoch klar das die Stute heute ein wenig mürrisch drauf zu sein schien – zweimal klappte es nicht wie es gehen sollte. Also wurden einige der Schaulustigen weg geschickt um der Stute ihre Ruhe zu bewahren. Nach und dach – mit der Hilfe einiger Leckerlis erwies sich Aimiliani als arbeitsfähig und absolvierte alle Übungen in der gewohnten Routine. Es bedurfte dennoch knapp 6 Wiederholungen bis alles klappte und auch Theodor zufrieden mit der Szene wurde, anschließend packte man alles Equipment zusammen, ins Auto um alles für Smaug fertig zu haben.

    [color=rgb(0,128,128)Ich unterdessen sprach ich am Telefon mit Michelle Brook, der Besitzerin vom Willo´ the Wisp, dem Sohn von meinem Hengst Moon sowie mir Fynja und Luisa, deren Pferde sich heute auf den langen Weg der Heimreise gemacht hatten. Auch Flying Rook würde ich später zu Siobhan zurück bringen, einen kleinen Ausritt auf der gutmütigen Stute konnte ich sicher genießen. Der Hengst von Gwen – Altair war bereits in der letzten Woche wieder nach Hause zurück geholt worden, seine Reise nach Kanada hatte er gut überstanden. Sobald es mir meine Zeit erlauben würde konnte ich den Besitzern auch die Zertifikate für ihre Pferde übergeben, als Beweis das sie in einem Film mitgewirkt hatten, doch alles in allem hatten sie vor allem etwas veränderte Pferde zurück bekommen, jeder in einem anderen Ausmaß. Auch Smantha berichtete ich von Aimilianis heutigem Erfolg.



    [color=rgb(0,128,128)~26.9.2014~

    [color=rgb(0,128,128)Der Hof schien mir nun – nach mehr als vier Wochen Full House etwas ausgestorben – die gesamte Crew war beinahe abgereist. Einzig die Trainer und auch Theo waren noch hier, natürlich hatte es sich auch Gregory nicht nehmen lassen noch eine Weile zu bleiben – denn auch Smaug würde noch ein wenig im Training bleiben. Wie es mit Peeta aussah musste ich noch mit Maren besprechen. Wir aßen gemeinsam zu Frühstück, redeten über die Erlebnisse der letzten Wochen sowie die gemachten Erfahrungen, den Spaß und die Patzer die man gemacht hatte. „Ich kann es noch immer nicht glauben das alles vorbei ist“ sagte ich etwas wehmütig „Wann können wir den Film in Vollendung sehen, Theo?“ Der ältere Mann hatte sich einen Bart stehen lassen, kratzte sich unschlüssig „Keine Ahnung, aber ihr werdet wohl die ersten sein, die davon erfahren werden. Zur Prämiere seit ihr natürlich herzlich eingeladen!“ Gerade als ich einen weiteren Schluck von meinem Tee nehmen wollte erhielt ich einen unerwarteten Anruf, die Anzeige des Displays verriet mir jedoch das es sich dabei um Siobhan handelte.

    [color=rgb(0,0,0)"Hi Sarh, hier is Siobhan. [color=rgb(0,0,0)Ich wollte fragen, ob ich zu euch rüber kommen kann. Ich habe mir gedacht, ich gebe euch einen kleinen Babycrashkurs, damit ihr auf Fionn auch mal aufpassen könnt. Als Paten habt ihr schließlich ein Abo auf diese AUfgabe", meinte ich zu ihr.

    [color=rgb(0,128,128)Babycrachkurs? Ich schluckte angesichts der Tatsache auf den Knirps aufzupassen „Hört sich aber nach einer guten Idee an, sonst leg ich ihm die Windel noch verkehrt herum an. Wann hast du denn daran gedacht?“ Ich hatte noch vor mit Smaug wieder eine hübsche Dressureinlage zu veranstalten damit auch er bald zu Salera zurück kehren konnte.

    "Ich habe an den späten Nachmittag gedacht. Wir haben alle Hände voll zu tun, da Meg in ein paar Tagen kommt. Wir müssen auch noch unsere eine Wiese mähen und Heu reinholen", meinte ich zu ihr. Der Tag war relativ vollgepropt mit Aufgaben.

    [color=rgb(0,128,128)„Trifft sich gut, denn wir wollen heute auch noch ein wenig Arbeit nachholen – da jetzt wirklich das meiste weg ist können wir uns wieder richtig dem Hof widmen. Aber ist schon komisch jetzt scheint es hier beinahe wie ausgestorben.“

    [color=rgb(0,0,0)"Dann komm ich so gegen 17 Uhr zu euch, wenn das okay ist", sagte ich. Es gab noch einiges zu tun und wenn Sarah auch noch Arbeit hatte, könnte man sich auch dementsprechend spät treffen.

    [color=rgb(0,128,128)„Gut, dann würde ich sagen sorg ich heute Abend auch gleich für das Abendessen. Theodor und Gregory sind auch noch da, sowie Judith die Flying Rook immer geritten ist beim Dreh. Morgen früh werden sie dann nach Hause fahren, Beziehungsweise fliegen vom Festland aus.“ Im Kopf ging ich die heutigen Aufgaben durch, wenn Siobhan um 17 Uhr kam würden wir locker mit allem fertig werden können.

    "Okay. Dann sehen wir uns um 17 Uhr bei dir", meinte ich zu ihr. Ich verabschiedete mich von ihr und ging dann wieder an die Arbeit.





    Wir waren etwas pät dran, da ich Fionn erst noch wickeln musste. Aber egal. Sarah würde sich schon denken können, dass ich sie nicht absichtlich warten lasse. Mit einem Baby musste man flexibel sein.

    Ich fuhr rüber zu ihr und als wir angekommen waren, schnallte ich die Babyschale ab und trug ihn zusammen mit seiner Tasche zur Haustür, wo ich an der Tür klingelte.

    [color=rgb(0,128,128)Von Gamhain und auch von dem älteren Corvus wurde Siobhan freudig begrüßt, das Fell der Bearded Collie Dame schien gar nicht mehr zur Ruhe zu kommen. „Hey, hab mir schon gedacht das dich der Knirps aufhält. Hast du denn wenigstens alles geschafft was du wolltest“ Fragte ich sie noch in der Tür ehe mir bewusst wurde wie unhöflich das wirkte. „Kommt erstmal rein ihr beiden!“

    [color=rgb(0,0,0)Ich lachte. "Ja, der Kleine hat mich aufgehalten und ja, wie haben alles geschafft. Ty macht jetzt nur noch die restliche Arbeit. Er stapelt die Heuballen. Dabei kann ich ihm nicht helfen." Ich trat ein. Ich hielt die Babyschale nach oben, da ich nicht wollte, dass Fionn von einen der Hunde angeschleckt wurde. Ich wusste nämlich nicht, wie er darauf reagieren würde. Nicht, dass er sich im Fell festhält und dran zieht

    [color=rgb(0,128,128)„Die scheinen sich immer noch tierisch über Besuch zu freuen, dabei waren die letzten Wochen so viele Menschen hier langsam sollte man meinen die sind da mal ruhiger geworden“ Ich stupste beide Hunde von den beiden Besuchern weg, damit sie auch rein kommen können. „Gamhain, Corvus. Korb!“ sie sahen mich an, trollten sich dann in Richtung ihres Körbchens und blickten von dort noch immer neugierig zu – ich musste den Kopf schütteln. „Naja dafür hab ich ja auch Hunde, nichtwahr? Wie dem auch sei – das Essen ist serviert Spinat mit Nudeln…so als Auflauf.“ Damit führte ich sie in die Küche an dessen Tisch auch der Rest der Leute saß. Ein letztes Mal in dieser vertrauten Runde.

    "Klingt prima", meinte ich zu ihr und folgte ihr in die Küche. Ich stelle Fionn in seiner Schale neben mir ab. Er schaute uns zu und fuchtelte mit seinen Finger herum. Die Spielkette vom Kinderwagen hatte ich nun an die Schale gebaut, sodass er sich beschäftigen konnte. Es war schön einen Teil der Filmgruppe nochmal zu sehen.

    [color=rgb(0,128,128)Langsam begann ich an jeden seinen Teller zu verteilen, außerhalb des Hauses peitschte der Regen heftig gegen die Scheiben und das Dach – die einzelnen Dachschindeln klapperten wegen des Windes. Ich hielt einen Moment inne „Der Regen diesen Herbst soll besonders heftig sein in diesem Jahr, meinte zumindest die Tante heute im Tante Emma Laden die Straße runter. Gewitter hab ich jedoch nicht im Wetterbericht gehört“

    Ich stimmte ihr zu. "Ty meinte auch, dass das Wetter dieses Jahr echt nicht gut ist. Zum Glück haben wir die Ballen schon alle drinnen und er muss sie nur noch richtig stapeln." Es wäre schade gewesen, wenn das Heu nass geworden wäre.

    [color=rgb(0,128,128)„Wahrhaftig…bin ja dann mal gespannt ob der Winter dann genauso Arschkalt wird wie der letzte, das hat den Umzug damals ganz schön verzögert.“ Gemeinsam begingen wir unser Abendessen, wir waren eine tolle Gruppe, die ich vermissen würde, wenn sie erst einmal fort waren.

    "Das kann gut sein. Wir decken uns jedenfalls dick ein mit Heu und Stroh, falls der Winter wieder so schlimm werden wird. Lieber zu viel haben als zu wenig"; meinte ich zu ihr. "Auch wenn das jetzt eine logistische Meisterleistung nahe kommt, alles unterzubringen."

    [color=rgb(0,128,128)„Da hat unser Hof“ kurz verstummte ich – noch immer konnte ich es nicht ganz fassen, das dieser Hof nun auch zu mir gehörte, wahrhaftig „ ein Glück genug Platz zu bieten“ Nach dem Abendessen verzogen sich Siobhan und ich uns ins Wohnzimmer um den Babykurs zu beginnen, später würde ich davon Cayden erzählen, wobei er bei 4 jüngeren Geschwistern da sicher mehr Routine besaß, oder eben auch Erfahrung als ich. Angesichts des Sturmes hatten wir Ty benachrichtigt das Siobhan die Nacht heute bei uns verbringen würde. Die Männer, abgesehen von Theo machten sich auf in den Stall um nochmal alles zu kontrollieren und die Pferde zu füttern. Kathrin und Theodor machten sich an die Küche – schließlich hatte ich gekocht, da durften die anderen sich ruhig um die Küche kümmern.

    Wir verzogen uns ins Wohnzimmer und ich hatte Fionn aus seiner Babyschale genommen. Ich breitete eine Decke auf dem Boden aus und ließ ihn krabbeln. "Du kannst eigentlich nicht viel falsch machen und wenn doch wird er dir verzeihen. Ich habe ja auch keine Ahnung." Dann erzählte ich ihr, auf was sie alles beachten musste. Vom richtigen Halten bis hin zum Wickeln ließ ich nichts aus.

    [color=rgb(0,128,128)„Naja du hast immerhin ne Hebamme die dich angeleitet hat und sicher auch diese Babykurse, oder?“ fragte ich sie am Ende, nachdem ich mich vollgesogen wie ein Schwamm fühlte nachdem was mir soeben alles erzählt wurde.

    "Ja klar, aber in der Praxis ist es dann nochmal anders. Es hilft, aber ich weiß auch nicht, ob ich immer alles richtig mache", antwortete ich ihr. Fionn krabbelte immer zwischen uns hin und her. Ich schaute ihm gerne dabei zu, wie er die Welt erkundete.

    [color=rgb(0,128,128)„So ähnlich war es bei den Seminaren die ich damals für mein Studium hatte, deswegen hab ich es bereits nach dem ersten Semester aufgegeben. Tiermedizin war dann doch nichts für mich, aber das Training der Pferde liegt mir besser….es ist praktischer. Lerning by doing nannte es mein Musiklehrer immer. Ähnlich wird das wohl bei Fionn werden und da ich ja zumindest Welpendreck wegmachen gewohnt bin wird ich beim wickeln ja wohl nicht aus den Latschen kippen. Allerdings ist Fionn doch erst nen Monat alt….ist es da gut, wenn er dieses Milchpulver bekommt während ihr weg seid? Ich meine Muttermilch wird doch besser sein“ Ich kannte mich in der Menschenbabywelt nicht sonderlich aus, doch bei Welpen konnte es unteranderem zu Entwicklungsstörungen kommen.

    "Keine Sorge. Ich werde Milch abpumpen und dann müsstet ihr die Flasche nur noch etwas warm machen. Milchpulver bekomtm er nicht. Das konnte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Das kennst du aber bestimmt schon, dass man am Handgelenk prüft, ob die Milch nicht zu heiß ist", meinte ich zu ihr. "Es kann sein, dass ich in absehbarer Zeit mit Ty aufs Festland muss. Vermutlich nur f ür einen Tag, aber da würde ich ihn ungerne mitnehmen. Heute kam ein Brief vom Gericht. Ty hat ihn noch nicht gelesen, aber ichmöchte schonmal alles vorbereitet haben, falls wir rüber müssen."

    [color=rgb(0,128,128)Abpumpen…ich zog die Augenbrauen zusammen, schaute skeptisch an mir herunter…musste ja nicht sehr angenehm sein. „Vom Gericht? Meinst du es hat damit zu tun das er im Gefängnis war….ich mein du hast ja erzählt er war nicht immer so wie jetzt. Wie geht es ihm dabei?“ diese Nachricht war irgendwie bedrückend.

    Ich musste lachen, als sie die Augenbrauen zusammenzog."Das ist halb so schlimm, wie es sich anhört", meinte ich zu ihr. "Ich denke , dass es mit seinem Gefängnisaufenthalt zu tun hat. Ich weiß nicht, wie es ihm dabei geht. Der Brief ist heute Mittag gekommen und er war noch nicht wieder im Haus. Ich werde ihn aber später mal anrufen um zu hören, ob alles okay ist."

    [color=rgb(0,128,128)Ich schüttelte den Kopf „Das wird wohl nicht gehen, die Leitung ist durch den Sturm Tod – da ist es dann manchmal ätzend auf einer Insel zu leben. Internet und Telefon sind hier manchmal bescheiden, oder es liegt am Alter des Hauses. Aber morgen könnt ihr den Brief dann gemeinsam öffnen!“ ich versuchte sie erst gar nicht beruhigen zu wollen, ein solcher Brief verhieß nichts Gutes.

    "So ein Mist. Ich würde gerne bei ihm sein, wenn er den Brief aufmacht. Er hat ihn bestimmt schon geöffnet. Ich hab Angst, dass er etwas dummes tut. Er spricht ja kaum über seine Vergangenheit oder seine Familie. Ich weiß nichtmal, ob er er Verwandte hat. Diese Themen sind für ihn ein rots Tuch", erzählte ich ihr. Ich hoffe ja, dass er zur unserer Hochzeit mir offenbaren würde, ob seine Eltern noch leben und wenn ja, ob er sie einladen wollte. "

    [color=rgb(0,128,128)„Knifflige Angelegenheit, vielleicht ist seine Familie ihm peinlich, oder der Grund weshalb er im Gefängnis gelandet ist. Kann man leider alles nicht wissen, wenn er nicht darüber reden will. Irgendwann wird er wohl den Mut finden können, es dir anzuvertrauen.“ Ich legte ihr meine Hand auf die Schulter, drückte sie leicht um ihr so ein wenig Trost spenden zu können.

    "Ich kann es mir auch nur so erklären. Ich denke aber eher, dass es damit zu tun hat, das er ins Gefängnis musste. Das wäre jedenfalls logisch. Ich hoffe so sehr, dass er nicht wieder zurück muss oder sowas. Ich kann mir nicht vorstellen, was das Gericht von ihm will und das beunruhigt mich." Ihr Geste half mir, die Fassung nicht zu verlieren.

    [color=rgb(0,128,128)Ich spürte wie sie den Tränen nahe war, die Tatsache das auch der Schlafmangel in ihren Augen zu sehen war machte sie zu einem kleinen Haufen des Kummers. Ein Blick auf die Uhr verriet mir das der Abend bereits weit Fortgeschritten war „Vielleicht sollten wir ins Bett gehen um ein wenig zur Ruhe zu kommen, dann kannst du morgen früh gleich mal probieren bei ihm anzurufen.“

    Ich nickte. "Das ist eine gute Idee." Fionn krabbelte auf der Decke und ich nahm ihn auf den Arm. "Hast du vielleicht Schlafsachen für mich? In der Jeans wird das sonst sehr unbequem."

    [color=rgb(0,128,128)Nachdem ich sie mit allem versorgt hatte was sie noch benötigte erhielt ich noch den Auftrag unter ihren Augen das Baby in sein Bettchen zu bringen – zwar war es den Welpenlaufstall ausgestattet mit dicken Decken, aber im Grunde war es dem Knirps egal. „Dem scheint es nichts auszumachen, wenn er da drin liegen muss,was?“ meinte ich lachend.

    "Das stimmt. Er ist halt ein unkompliziertes Baby . Darüber bin ich auch sehr froh. Wenn ich von anderen hörte, dass ihre Baby nur schreien oder sich nicht hinlegen lassen, habe ich mit Fionn einen Musterknaben", sagte ich zu ihr. "Jetzt geht es aber auch ins Bett. Ich bin hundemüde und darf bestimmt in der Nacht nochmal hoch. Ich wünsche dir eine Gute Nacht."

    [color=rgb(0,128,128)Auch Cayden gesellte sich bald zu mir, legte sich dich neben mir hin, sodass ich seine kalten Beine an den meinen spürte, als ich meine eigenen von seinen weg zog rückten sie nach „Nimm gefälligst deine Eisbeine von mir weg.“ Sagte ich lachend, doch der Rest seines Körpers strahlte eine wohlige Wärme aus also hieß es nur ein wenig warten, bis auch seine Beine warm werden würden.

    [color=rgb(0,128,128)Mitten in der Nacht wachte ich leicht fröstelnd auf, also tastete ich um mich herum um den warmen Körper zu finden der noch beim Einschlafen bei mir gewesen war. Verwirrt blickte ich mich um, in der letzten Zeit schlief Cayden nicht besonders gut, dann saß er am Fenster aber der Schaukelstuhl dort war leer. Draußen hörte ich schließlich wie Fionn begann zu wimmern, die knarrende Tür des Gästezimmers und wie Siobhan über den Flur huschte um zu ihrem Sohn zu gelangen. Die Wände hier waren nicht sonderlich dick weshalb ich das dumpfe Gerede hören konnte mit dem sie ihren Sohn zu beruhigen begann, der immer weniger zu schreien begann. Mit langsamen Bewegungen ging sie über den Flur, da hörte ich die schweren Schritte von Cayden über den Flur gehen. „Gib ihn mir und geh wieder ins Bett, ich kann eh nicht schlafen. Gefüttert hast du ihn ja bereits. Gönn dir mal eine ganze Nacht Schlaf.“ kamen die Worte gemurmelt an mein Ohr.

    Als Fionn schrie, wachte ich auf und ging sofort zu ihm. Mir war schon klar, was er wollte. Ich nahm ihn hoch und ließ ihn trinken. Sofort verstummte er und man hörte nur noch ein schmatzen. Ich ging mit ihm auf und ab, nachdem er getrunken hatte, damit er wieder einschlief. Cayden kam den Flur herunter. "Das wäre wirklich schön. Danke Cayden", antwortete ich ihm. Sanft legte ich ihm meinen kleinen Sohn in die Arme. "Pass mir gut auf ihn auf." Es war schon etwas komisch ihn jemand anderem anzuvertrauen, aber ich wusste, dass Cayden vorsichtig sein würde. Ich beobachtete die beiden noch eine Weile und ging dann ins Bett. Dankbar eine ganze Nacht schlafen zu können.

    [color=rgb(0,128,128)Noch immer halb liegend halb sitzend lauschte ich den langsamen Schritten die immer wieder an unserem Zimmer vorbei kamen, da wir die Heizung noch nicht eingeschaltet hatten war mir noch immer etwas kalt, also zog ich mir meine Decke etwas höher legte mein Kopf auf die Kissen und fand einen unruhigen Schlaf. Als ich in dieser Nacht ein zweites Mal erwachte, war ich noch immer allein. Auf nackten Füßen schlich ich mich zur Tür versuchte sie langsam ohne einen weiteren Ton zu öffnen und spähte den halbdunklen Flur hinab. Auf der rechten Seite gab es ein hohes Fenster durch das der halbe Mond hinein schien. Dort im Licht des Mondes saß Cayden mit ausgestreckten Beinen, in dessen Kuhle das Baby lag – Fionn schien jedoch nicht zu schlafen zumindest zuckten dann und wann seine Beine oder die Arme. Caydens Hand ruhte auf dem Bauch des Kindes, strichen sanft darüber hinweg. Seine Augen waren jedoch nach draußen gerichtet, dem Licht entgegen und von seinen Lippen kam eine ganze Litanei gälischer Worte dir ich nicht verstand oder zumindest sprach Cayden so leise das ich sowieso nichts verstanden hätte. Ich ließ mich in die Hocke gleiten, verspürte den Drang zu ihm zu gehen, doch hielt mich der Moment auf. Das Licht des Mondes offenbarte mir die glitzernden Spuren von Tränen auf seinem Gesicht, so leise ich konnte ging ich zurück in mein leeres Bett.

    [color=rgb(0,128,128)Am Morgen erwachte ich, die Sonne kam kaum über den Horizont, da mir irgendwas an den Haaren zog. Verwirrt drehte ich mich von der Außenkante des Bettes zu dessen Mitte dem Ursprung des festen Zuges. Da erkannte ich das es nicht wie gedacht Cayden war, nein der schlief friedlich an meiner Seite, in unserer Mitte lag Fionn, der mich mit seinen starrblauen Augen zu beobachten schien. Mit den Händen befreite ich meine Haare aus seinen Fängen, ließ meinen Blick zu Cayden huschen der mich nun zu beobachten schien. Ich erzählte nichts davon wie ich ihn in der Nacht gesehen hatte, würde er es wollen so konnte er mit mir reden. „Das war wirklich liebevoll von dir Siobhan eine ruhige Nacht zu gönnen.“ Flüsterte ich, wollte ihn dann über das Kind hinweg küssen, doch er zog sich von mir sacht zurück. „Er hat mir auch geholfen, weist du mit einem Kind kann man reden ohne das es dämlich klingt. Es gibt einige Dinge die…“ er verstummte, blickte auf das Baby „ die ich mit dir nicht bereden kann und mit sonst keinem anderen, weil sie einfach zu dumm sind um sie auszusprechen, selbst in meinen Ohren. Einem Baby kann ich sie erzählen ohne das es urteilt, ohne das es die Worte wirklich versteht.“ Er lächelte schräg, schüttelte dann den Kopf „Ich hör mich an wie ein Irrer.“ „Das tust du nicht, Cayden.“ Sacht strich ich sein Kinn entlang, hoch zu dem Ansatz seiner Haare durch sie hindurch bis in seinen Nacken und zog seinen Kopf zu dem meinen. Dieses Mal wehrte er sich nicht um den Kuss, innerlich wusste ich das er in der letzten Nacht um das geweint hatte was vielleicht nie sein würde und um das Leben seines eigenen Fleisches welches ich ihm genommen hatte. Wir fanden wieder in den Schlaf, das Kind in Caydens Armbeuge ich an seine Schulter gekuschelt.

    [color=rgb(0,128,128)Später am Morgen tat Fionn dann seinen Hunger kund, die Uhr über der Tür zeigte 11 Uhr. Am anderen Ende des Flures wurde eine Tür geöffnet, während Cayden aus dem Bett glitt und das Baby zu beruhigen versuchte. Immer wieder murmelte er etwas das klang wie „mo cridhe“, den Rest der Worte vermochte ich nicht auszumachen und da stand dann auch schon Siobhan in der Tür.

    Es war so schön gewesen eine Nacht mal Ruhe zu haben. Ich war Cayden sehr dankbar, dass er mir Fionn abgenommen hat. Da die Nacht ruhig verlaufen war, musste es für Fionn wohl auch gut gewesen sein. Ob er gemerkt hat, dass es nicht Ty und ich waren, die die Nacht bei ihm verbracht haben? Als er am Morgen dann wieder schrie war ich schon wach und so ging ich ausgeruht zu meinem Schreihals. Ich nahm meinen Schreihals entgegen. "Danke, dass ihr ihn die Nacht bei euch hattet. Es hat wirklich gut getan mal durchzuschlafen", sagte ich zu den beiden. Ich legte Fionn so in meine Arme, dass er trinken konnte. Mir war es nicht peinlich, wenn mir jemand dabei zusah. Schließlich war se etwas ganz natürliches.

    [color=rgb(0,128,128)Gemeinsam – alle noch im Schlafanzug gingen wir in die Küche um uns ein etwas verspätetes Frühstück zu gönnen, da nicht nur das Baby in unserer Mitte Hunger verspürte. Nach und nach trudelten auch der Rest der Leute ein, die noch da waren. „Theodor ist schon vor zwei Stunden mit dem Auto los, sein Flug ging so früh“ erklärte Hansi, der bereits die Pferde gefüttert hatte. „Schade…ich dachte ich würde ihn noch einmal sehen, naja wir telefonieren eben nochmal miteinander.“ Siobhan derweil drückte ich schon einmal unser Telefon in die Hand.

    Ich tipppte schnell unsere Nummer ein und hilt mir den Höher ans Ohr. Nach ein paar mal klingeln hob Ty ab. "Hey mein Schatz. Wie geht es dir? Ich habe mir solche Sorgen gemacht. Hat der Hof Schaden beim Sturm erlitten"; fragte ich ihn. Es beruhigte mich, da unser Hof nichts abbekommen hat. Er meinte aber auch, dass wir reden müssen. "Ich weiß. Ich hab den Brief gesehen. Hast du ihn schon geöffnet", fragte ich nach. "Nein. Ich wollte das mit dir zusammen machen. " Ich atmete erleichtert auf. "Ich komme gleich rüber. Wir frühstücken noch und dann komme ich." Wir verabschiedeten uns voneinander und dann legte ich auf.

    [color=rgb(0,128,128)Nach dem Frühstück machten wir uns hinaus auf den Hof, der von Pfützen aus Matsch überzogen war, dort verabschiedete ich mich von Siobhan und ihrem Sohn um wieder dem geregelten Ablauf meines Hofes zu folgen…der Filmdreh war vor rüber. Peeta würde noch heute Nachmittag den Weg nach Hause antreten, ich jedoch hatte noch einen Auftrag zu erledigen – das Training von Smaug.
  3. 42.600 Zeichen (c) Ravenna & Bluepearl - beehrt uns mit einem Kommentar!

    [color=rgb(0,128,128)Ravenna als Sarah,[color=rgb(0,100,0) Ravenna als Cayden , BluePearl als Siobhan



    ~21.9.2014~

    [color=rgb(0,128,128)Als ich an diesem Morgen erwachte erkannte ich an den leichten Sonnenstrahlen, die durch das Zimmer schienen das es bereits viel zu spät war. Ich fuhr hoch, blickte mich um nur um von einer starken Hand am Arm zurück unter die wohlige Wärme der Decken gezogen werden. "Es ist viel zu spä..." jeder weitere Prostest wurde sinnlos als meine Lippen in einem Kuss gefangen genommen wurden. Cayden legte die Hand dabei an die Beuge meines Halses,ein Schauer lief mir dabei über den Rücken. Wie sehr ich ihn vermisst hatte war mir erst am Abend bewusst gewesen, da ich einer ertrinkenden gleich an seinen Lippen gehangen hatte.Unwillig entzog ich mich des Kusses "Vor der Szene muss ich noch bei Bucks vorbei schauen! " protestierte ich, das Lachen von Cayden kam zwischen seinen Lippen hervor klang jedoch eher nach dem Schnurren einer Katze. Worte sprach er jedoch nicht, seine Hand löste sich vielmehr von meiner Hüfte ein letzer Kuss auf die Stirn und ich war entlassen. Ihn versuchend nicht anzusehen zog ich mich an,eine schwarze Reithose die schon längst nicht mehr an mir wegzudenken war und mehrere verschiedene Oberschichten.Der Herbst setzte langsam ein,hier in den Highlands blieb man in dieser zeit selten trocken entweder peitschte ein unablässiger Regen zu Boden oder aber die Nebel waren so dicht das man selbst von ihm klamme Kleidung bekam. Auch heute erhob sich ein Dust der von der Sonne in goldenes Licht getaucht wurde, auf das übliche Haare kämen verzichtete ich einfach. Indes hatte auch Cayden sich aus dem Bett erhoben, streckte seinem Körper nach allen Seiten um die Bettschwere los zu werden und nahm dann seinen Platz neben mir am Schrank ein. Während er sich also begann anzuziehen,machte ich mich in unsere kleine Küche im Dachgeschoss. Beim eingießen des Tees legten sich unerwartet Arme um mich,als Cayden mir einen Kuss in den Nacken gab. Das tröstete mich beinahe darüber hinweg das ich mir das heiße Wasser über die Hand geschüttet hatte. Mit wenigen Schritten Cayden auf meinen Fersen huschte ich zum Wasserhahn ein leises "Ah." entrang sich mir als wohlig kaltes Wasser über die leicht verbrannte Haut perlte. "Tut mir Leid" sprach Cayden goß nun selbst Wasser in die Tassen,schob sie zu mir herüber. "Was für Szenen sind denn heute an der Reihe?" fragte er während seine Lippen geschürzt waren um den Tee zu kühlen. "Peeta ist heute gleich zweimal an der Reihe...einmal muss er die *Leiche* über das Schlachtfeld ziehen und anschließend die Szene in der Smaug und er an den Klippen stehen während Brunhild und Odin einander küssen." Aus dem Augenwinkel blickte ich ihn an,lächelte verschmitzt "Für die weitere Szene muss Smaug noch vorbereitet werden...willst du mir dabei helfen?" Offensichtlich kannte er den weiteren Verlauf nicht betrachtete mein Lächeln,zog dabei eine Augenbraue nach oben "Jaaaa?" zog er das Wort unnötig in die Länge. Ich trunk den Rest meines Tees, "Heute um 18 Uhr an den Stallungen" ich zwinkerte ihm zu,schenkte ihm einen Abschiedskuss um dann nach unten in den Flur zu eilen und mich in die Gummistiefel zu quetschen - wie es schien brauchte ich bereits wieder neue. Auf dem Weg quer über den Hof schaute ich suchend in die Runde nach einem bereits bekannten Gesicht,zwar erkannte ich Gregory und auch Judith winkte mir zu,doch war ich auf der Suche nach der großen, pumeligen Gestalt von Theodor selbst. Ihn fand ich schließlich an der Stelle an der sich das "Heer" bereits eingefunden hatte, auffallend schwenkte er die Hände in der Luft,sein rundes Gesicht angelaufen und die wenigen Fusseln seines Hauothaares schwankten hin und her- ganz offensichtlich war er wegen etwas in Rage geraten. "Schafft diesen versoffenen Typen hier her!Gibt ihm meinetwegen eine kalte Dusche um ihn hierher zu befördern!" kamen die Worte an meine Ohren. Fragend kam ich näher, als sein Blick auf mich traf wurde seine Gesichtsfarbe schon ein wenig mehr dem normalen entsprechend."Was ist dir denn unter die Haut geraten?" Offenbar verdrießlich das ich das Thema ansprach wurde er um ein paar Nuancen dunkler "Randall" knurrte er nur "Ein Mann der mit seiner Kamera verwachsen scheint, mein bester Kameramann,der jedoch mehr gefallen am Alkohol gefunden hat.Nur Ärger mit dem Kerl,leider der einzige der den Kran betätigen kann." Theodor rollte die Augen,fixierte irgendwas hinter mir..ich drehte mich halb um. Da kam ein Mann auf uns zu, die kurzen Haare klebten ihm direkt am Kopf,seine Augen waren leicht geschlossen und eine Hand rieb sich den Kopf.Als er jedoch Theodor unter die Augen trat war sein Blick heller und ohne weiteren Kommentar begab er sich zu seinem Equipment. Theodor indes schüttelte nur den Kopf,strich sich durch die nicht vorhandenen Haare und brüllte einige Befehle durch die Gegend.

    [color=rgb(0,128,128)Die Pferde wurden noch einmal kontrolliert,in ihre Stellung gebracht bis Theodor nach seiner "Brunhild" auf Peeta rief.An ihrem Gürtel hing bereits die Peitsche mit der sie die Leiche hinter dem Pferd her ziehen würde. Peeta hatte in der vergangenen Woche eine Art Intensivtraining absolviert - das ziehen von Autoreifen war kein Problem mehr.Zusammen mit meiner Stute Willow hatten wir ihn sogar vor eine der Kutschen gespannt und...ganz der brave Hengst klappte auch diese Übung ohne weitere Probleme! "Bist du schon aufgeregt? " flüsterte ich ihm ins Ohr, bei meinen Worten hob er den Kopf blieb ansonsten doch in einer gewissen "Leck mich" Stimmung,die sich alle der Pferde angewöhnt hatten in den vergangenen Wochen...bei der Arbeit waren sie aufmerksam,agil und immer bei der Sache,der Trubel um sie herum ließ sie vollkommen kalt.Waren Stormbringer,Aimiliani und auch Kempa zu Anfang ein wenig aufgeregt,beinahe etwas nervös gewesen standen sie nun mit leicht geschlossenen Augen ,ein Bein entlastet inmitten der Menge auf ihren Einsatz wartend. Gerade das sich mein einst wilder Hengst so gelassen hab,ließ mich auch Hoffnung in Bucks schöpfen. Peetas Zügel wurden mir aus der Hand genommen,unsere Brunhild setzte sich in den Sattel um vor die Kamera zu reiten. Dort angekommen schwang sie sich wieder vom Rücken, bekam ihren Platz zugewiesen während Peeta einfach da stand. Einige wenige Schritt von ihm entfernt befand sich Smaug in voller Montur,mit einem imposanten Wikingerkrieger auf dem Rücken. Leise pfiff ich durch die Zähne, so konnte man sich Odin vorstellen, in Gregorys Hand befand sich ein riesiger Speer...Gumnir...sein Auge wurde durch eine Klappe verdeckt und sein Haar zu einer kunstvollen Frisur verschlungen. Da ging die Szene bereits in die erste Runde, Brunhild band die Peitsche um die Beine der Leiche und pfiff - ein ebenfalls entscheidender Moment für Peeta. Der Hengst hob aufmerksam den Kopf, drehte den Arsch herum und galoppierte auf sie zu,die erste Hürde war genommen. Mit einem Sprung landete Judith im Sattel,"bohrte" Peeta die Haken in den Bauch und dieser Sprang sofort los galoppierte an Smaug und all den anderen vorbei während unsere Brunhild ihren Kriegsschrei zum besten gab.Das Volk der Asen und Wanen begann zu jubeln,die Schwerter klapperten gegen die Schilde und unsere Newcomer unter den Filmpferden Smaug und Peeta schreckten davor nicht zurück. Als die Szene vorüber war begann das knapp 60-köpfige Team zu klatschen und zu jubeln. Theodor wollte noch zwei weitere Male die Szene drehen "Ist immer besser so zum Vergleich!" anschließend war das Team wieder damit beschäftigt die gesamte Kulisse abzubauen,sowie den Greenscreen vor dem Smaug gestanden hatte - später konnten so die vier zusätzlichen Beine angebracht werden. Ich half Gregory noch sich von seiner Rüstung zu befreien,anschließend versorgten wir Smaug ausgiebig."Der hat nachher nochmal Training. " sagte ich.Gregory hing halb über dem Rücken des Hengstes,deutete auf mich und grinste ein wenig...oder was war es? Seine Hand zeigte auf mich "An diesem Morgen wirkst du so...beschwingt? Gehe ich also richtig in der Annahme das du wieder die.die Vorzüge eines Partners genießt. " auch wenn Gregory nicht offen aussprach der Gedanke mit einem Mann - oder eher egal wem - über mein Nachtleben zu reden versetzte mich gleich in einen Zustand der mich erröten ließ. Meine Kehle fabrizierte ein Husten "Wenn du damit meinst wir haben uns ausgesöhnt,ja." damit widmete ich mich einem kleinen Dreckfleck auf der Schulter des Hengstes. Dabei versuchte ich mich einzig darauf zu konzentrieren sah jedoch aus dem Augenwinkel wie Gregory breit lächelte...etwas daran störte mich.Das Lächeln das seine Züge zierte wirkte als wisse er mehr als ich Preis gab? Bei dem Gedanken Cayden hatte....brodelte in mir eine leichte Wut auf. Der Vormittag war noch nicht angebrochen derweil war ich schon wieder wütend, sah jedoch dem Besuch von Siobhan mit einer gewissen Freude entgegen. Also kümmerte ich mich noch darum das Armani und Kempa ihre tägliche Bewegung bekamen.Obwohl ich die ganze Zeit die Augen nach Cayden auf hielt konnte ich ihn nicht finden stattdessen hatte ich abwechselnd Aiden,Kathi und immer wieder Gregory am der Backe,die mich entweder in meiner Arbeit aufhielten oder mir neue auftaten.



    *Zur selben Zeit - Caydens Sicht*

    [color=rgb(0,100,0)Womöglich würde sie mir meinen breiten Kopf von den Schultern reißen mir vielleicht erklären wir kannten uns noch nicht lang genug. Mein Entschluss jedoch stand fest - mit Kathi hatte ich darüber ausgiebig diskutiert, schließlich hatte sie in Sachen die den Hof betrafen ebenso ein Mitspracherecht wie auch ich.

    [color=rgb(0,100,0)Es hatte mir einen Stich in der Magengegend versetzt als Sarah davon gesprochen hatte der Hof sei kein wirklicher Teil ihres Lebens...stets hatte ich gedacht es sei anders...im Grunde jedoch hatte sie recht. Als meine Freundin hätte sie keinerlei Rechte,würden wir sie ihr nicht gewähren. Also hatte mein Plan nach unserer Versöhnung in der Nacht Gestalt angenommen.So hatte ich Gregory, Aiden und natürlich auch die Herrin des Hauses Kathrin eingeweiht und sie gebeten Sarah beschäftigt zu halten. Jetzt stand ich mit dem Telefon im Stall um Siobhan anzurufen. Ein nervtötend langes Piepen ertönte in meinen Ohren,als endlich Ty abnahm der keinen Hehl aus seinem schottischen Akzent machte der auch in meiner Sprache heimisch war. "Ty.Hier ist Cayden.Ist Siobhan zufällig in der Nähe?" Es ertönte ein Ruf nach seiner Frau, dann raschelte es am anderen Ende der Leitung und schließlich war Siobhan am Hörer " Du würdest mir einen wahnsinnigen Gefallen tun,wenn du Sarah zum Mittagessen bei dir einladen würdest und sie am besten bis zum Nachmittag bei dir fesselst." erklärte ich ihr kurz angebunden.



    „Hey Cayden.“ Ich wollte nicht nachfragen, ob sie sich ausgesöhnt haben, da er vermutlich nicht wusste, dass ich in alles eingeweiht war. „Was hast du den vor Cayden? Ich kann sie zu mir einladen, da ich noch mit ihr über etwas wichtiges sprechen wollte. Zudem brauche ich auch den nächsten Einsatzplan der Pferde, die bei uns stehen und ans Set müssen“, sagte ich zu ihm.



    [color=rgb(0,100,0)"Ja klar der Einsatzplan ist sehr wichtig, aber da kann ich nicht sonderlich helfen." Dann schwieg ich eine kleine Weile "Dir ist doch sicher nicht entgangen wie es die letzten Wochen zwischen mir und Sarah gelaufen ist, wir haben uns wieder ausgesöhnt....und naja wenn du sie am Nachmittag nach Hause begleitest wirst du schon sehen" dabei versuchte ich geheimnisvoll zu klingen, was mir jedoch nicht sonderlich gelang...



    „Cayden, ich weiß was los war und das ihr euch versöhnt hat freut mich sehr. Also raus mit der Sprache. Was hast du vor?“ Ich wollte ihn davor bewahren etwas dummes zu tun. Die beiden haben sich gerade erst vertragen und wir haben ja gesehen was passiert, wenn Entscheidungen ohne den anderen getroffen werden. „Am besten sagst du ihr, dass ich angerufen habe und sie sprechen möchte und dann behalte ich sie hier. Genug zu quatschen haben wir definitiv.“



    [color=rgb(0,100,0)Ich atmete schwer durch, ich kannte Siobhan noch nicht gut genug um sie einschätzen zu können, war mir jedoch sicher sie würde dicht halten. "Aber, du darfst es ihr nicht verraten...allerdings darfst du mir sagen ob es vielleicht eine Schnapsidee ist." Noch einmal einatmen, ausatmen..."Einen Antrag will ich ihr machen...das sie weiß wohin sie entgültig gehört...in die Highlands, auf den Hof Caed Crevan und ich will das sie weiß was auch immer geschehen mag, sie an meine Seite gehört." Dann verstummte ich, mein Herz schlug mir beinahe bis zum Hals und erwartete die Antwort der Frau am anderen Ende.



    „Ich halte dicht. Darauf kannst du dich verlassen.“ Ich hörte ihm zu und dachte kurz nach. „Ich denke, dass es eine gute Idee ist, aber überrumpel sie nicht. Plan alles in Ruhe. Ich halte dir Sarah so lange fest, bis du alles hast. Wenn du Hilfe brauchst beim Vorbereiten, kann ich dir auch Ty rüber schicken. Denn wird das für Saraha heute ein aufregender Tag. Mit einigen Entscheidungen.“ Schließlich wollte ich sie fragen, ob sie Fionns Patin werden möchte.



    [color=rgb(0,100,0)Ein riesiger Stein fiel mir von meinem Herzen "Ich wollte mir eines der Ponys nehmen, Theodor hat mir zugesichert das ich ihm die Rüstung anlegen darf - ich selbst komme in Kriegermontur der Highland´s - Stilecht in Kilt. Ihr erklären wieso ich mich damals für sie entschied, ihr klar machen wie sehr ich sie brauche und sie dann fragen...Ist das vielleicht zu viel,oder sollte ich es weniger "imposant" angehen...das war nur was ich in der Nacht als passend empfand." Als es hinter mir zu klappern begann drehte ich mich halb panisch um sah jedoch nur einen der anderen Trainer hinüber zu Aimilianis Box laufen.



    Es war zu süß wie er sich Gedanken darüber machte, ob das nicht too much wäre. „Ach quatsch. Zeig ihr ruhig, dass du für sie alles tun würdest, damit ihr beiden zusammen bleibt. Ich finde die Idee jedenfalls sehr schön. Hätte mein Zukünftiger nicht die Decke entworfen, hätte er mit so was auch ein Ja aus meinem Mund entlocken können. Ich kann dir nicht sagen, wie sie darauf reagieren wird. Für mich klingt es aber sehr gut geplant und auch romantisch, wenn du dich nicht in der Rüstung verhedderst und vom Pferd fällst. Aber das solltest du wohl hinkriegen“; meinte ich und lachte.



    [color=rgb(0,100,0)"Mhm" sagte ich lachend..."Mir ist ja zum Glück nicht Hansi auf die Stirn geschrieben, diese Pflaume ist nen richtiger Tollpatsch wie er im Buche steht. Wenn du der Meinung bist meine Idee sei ausgereift dann kann ich es wohl wagen..ich danke dir!"



    *Sarah´s Sicht*

    [color=rgb(0,128,128)"Hey! Rief ich als mir Gregory plötzlich die Zügel von Armani aus der Hand nahm. "Also den Hengst kann ich auch allein in den Stall bringen, also wirklich" doch der hochgewachsene Mann ließ sich nicht beirren "Theodor wollte dich wegen des Trainings von Smaug noch etwas fragen, deswegen werd ich jetzt den kleinen hier weg bringen und du scherst dich zu Theodor.

    [color=rgb(0,128,128)Dort angekommen war ich für diesen Tag endgültig aus meiner inneren Wut nicht mehr heraus zu bringen. Theodor hatte nicht mit mir reden wollen - war denn heute alles wie verhext?! Nun sehnte ich beinahe den Besuch von Siobhan herbei, der jedoch noch zwei Stunden auf sich warten lassen würde...



    „Kein Problem. Ich drücke dir die Daumen, aber eine Doppelhochzeit kannst du dir jetzt schon abschminken“, sagte ich und lachte. „Sag Mark, dass er mich anrufen soll, wenn ich Sarah wieder zurück bringen sollen.“ Ich legte auf und räumte noch etwas auf. Ich setzte auch Wasser auf , da wir Tee trinken würden. Ich war froh darüber, dass sie so dicht bei uns wohnten. So konnten wir immer schnell zu dem anderen fahren. Als es an der Tür klingelte, hielt ich gerade Fionn im Arm. Ich ging zur Tür und öffnete sie. „Hey Sarah“, begrüßte ich sie und ließ sie ins Haus kommen. „Lass uns in die Küche gehen.



    [color=rgb(0,128,128)Ich war beinahe froh gewesen als mich Siobhan angerufen hatte ob ich nicht bei ihr zu Mittag essen wollte. Das mir ulkige Verhalten der anderen ging mir dermaßen auf die Nerven das ich nur zu gern vorbei fuhr. Irgendwas lag in der Luft. .das spürte ich genau.Nicht genau zu wissen was es war trieb mich beinahe mehr in den Wahnsinn als die anderen die mir kaum von der Stelle wichen. "Kathi...falls du Cayden siehst sag ihm Bescheid das ich bei Siobhan und Ty bin.Am Nachmittag für die neue Szene bin ich wieder zurück" Kathi jedoch winkte ab "Die Pferde bekommen wir auch allein an Ort und Stelle, geh ruhig!"



    Ich hatte mich entschieden etwas einfaches und schnelles zu kochen. Also gab es Frikadellen und Kartoffelbrei. Fionn hatte ich in seine Karre gelegt. Er spielte gerade mit der Spielkette und freute sich über die Geräusche der kleinen Glöckchen. Marie und Ty würden ebenfalls zum Essen kommen und danach weiter arbeiten. Da Meg bald kommen würde mussten wir das Gästehaus herrichten. Wir freuten uns schon sehr auf sie, da sie eine gute Hilfe sein würde. Zudem konnte sie ihre Lehre beenden.



    [color=rgb(0,128,128)Bisher hatten wir einander zum Essen nicht beigewohnt, als mir also der Teller mit dem Essen vor die Nase gesetzt wurde blickte ich Lächelnd auf die Frikadelle...eine Erinnerung an mein altes Heim stich mir durch mein ohnehin aufgewühltes Herz. "Siobhan. ..ich glaube einer der Männer freut sich über ein Stück Fleisch mehr...ich bin seit geraumer Zeit schon Vegetarier" Gerade in meiner Erzählung kamen auch Marie und Ty dazu,die beide ein wenig abgekämpft von der Arbeit wirkten. Besonders Ty schien grau unter den Augen die ohnehin leicht gerötet schienen - ein Zeichen für zu wenig Schlaf. Wenn ich mir da jedoch Siobhan ansah,waren beide nicht unbedingt auf der Höhe. Ich deutete in Richtung Kinderwiege "Der Knirps hält euch wohl gut auf Trab,eh?" einen leichten spöttischen Unterton konnte ich nicht vermeiden, tauschen wollte ich nicht unbedingt.



    "Oh entschuldigen. Daran habe ich gar nicht gedacht. Ich kann dir noch Bratkartoffeln mit Rührei machen. Das isst du oder?" Oh man. Wie peinlich. Sie hatte es mal erwähnt aber irgendwie habe ich es vergessen. "Oh ja. Ich wäre dankbar für eine ruhige Nacht." Ty stimmte mir zu. "Er ist das beste was uns beiden passieren konnte, aber ich wünsche mir, dass er bald durchschläft. Es wird immer anstrengender konzentriert zu Arbeiten. Heute morgen habe Tollkirsche die Ration von Illuminata gegeben."



    [color=rgb(0,128,128)"Wenn du sogar Probleme mit dem Futter der Pferde hast, kann ich dir auch den kleinen Fehler mit dem Fleish verzeihen" dabei lächelte ich sie froh an, zeigte dabei sogar einmal Zähne. Hier fühlte ich mich irgendwie wohl. Gemeinsam begannen wir mit dem Essen - Siobhan zwang ich dazu sich auf den Hintern zu setzten, denn sie machte sich daran mir extra etwas zu machen. "Jetzt setz dich hin! Das Püree ess ich schon so"



    "Nein nein. Das macht keinen Aufwand. Ich bin ja gleich fertig", sagte ich zu ihr und schlug das Ei in die Pfanne. "So jetzt ist alles fertig und wir können essen", meinte ich und stellte ihr den Teller hin. "Momentan geht alles drunter und drüber, weil Fionn uns die Nächte nicht schlafen lässt. Es ist schon etwas besser geworden, aber nicht viel. "Und genau deswegen ist es wichtig, dass ich den neuen Einsatzplan für die Pferde kriege. Sonst steht du ohne Pferde am Set und das wollen wir alle nicht."



    [color=rgb(0,128,128)Innerlich drehte ich leicht die Augen, konnte mir mein Lächeln jedoch auch nicht aus dem Gesicht wischen. Ich mochte diese Familie, die mir immer mehr begann ans Herz zu wachsen, ich schaute quer über den Tisch hinweg in die Richtung in der das Baby jetzt in seeliger Ruhe vor sich hin zu schlafen schien...nur in der Nacht würde er dann seinen Eltern wieder Terror bescheren. "Den Einsatzplan hab ich vorhin bereits geschrieben, wenn mich jemand auf dem Rückweg begleitet kann ich ihn euch gleich in die Hand drücken und die bereits genutzen Pferde - es sind nur zwei - wieder zurück nehmen." erklärte ich zwischen zwei Bissen des Rühreis.



    "Dann begleite ich dich bei der Rückfahrt und Mark kann dann mit dem Anhänger und seinem Auto zurück fahren. Da er dann eh hier her muss, fahre ich dann bei ihm mit", meinte ich zu ihr. "Ja, das wäre super. Wir müssen noch die letzten Tapeten anbringen, damit wir einziehen können", sagte Marie. "Alleine ist es ganz schön schwer diese Bahnen anzubringen. Nächste Woche kommen die Möbel. Bis dahin muss dann auch der letzte Teppich liegen." Es war schön, dass die beiden bald direkt nebenan wohnen würden. Klein FIonn schlief ruhig vor sich hin. Zwischen 3 und 5 Stunden schlief er durch. In der Nacht hieß es dann 1-2 mal aufstehen und stillen. Nach dem Essen wollte ich noch mit Sarah quatschen - schließlich sollte ich sie hier ablenken und ich woltle sie noch fragen, ob sie Patin werden möchte.



    [color=rgb(0,128,128)"Scheint ja auch ordentlich voran zu gehen mit eurem Auszug wenn ich das jetzt so mitbekomme!" meinte ich an Marie gewandt, nahm anschließend wieder einen Bissen meines Essens. "Der Tag heute war...komisch. Da hab ich mich gestern wieder mit Cayden zusammen gerauft, wir haben uns ausgesprochen, dann hatte ich mich auf einen gemeinsamen Tag gefreut. Stattdessen bekomm ich ihn gar nicht zu Gesicht, sonder Gregory hängt mir an den Fersen, oder Kathi kam mit ulkigen Aufgaben bei denen ich ihr helfen sollte. Dabei hab ich es heute sogar versäumt Bucks einen Besuch abzustatten."



    "Ach mach dir nichts draus. Vielleicht kommt es dir nur komisch vor, weil du keinen Spießrutenlaufen machst um Cayden aus dem Weg zu gehen. Du hast halt momentan viel zu tun. Es ist nicht einfach mit den ganzen Filmleuten", antwortete ich ihr. "Morgen wird es dir bestimmt anders vorkommen." Marie antwortete ihr:" Ja, wir kommen gut voran. Wird aber auch Zeit, dass wir umziehen. Ich möchte dieses Gefühl von Ankommen haben, wenn ich nach Hause fahre.



    [color=rgb(0,128,128)Ich zuckte bei Siobhans Worten lieblos die Schulter, wahrscheinlich hatte sie Recht und ich machte mir zu Unrecht gedanken. Maries Worte versetzen mir noch zusätzlich einen Stoß in die Rippen.Sie wollte ein Gefühl des Ankommens..auch ich sehnte mich danach endlich angekommen zu sein. Meine Arbeit füllte mich aus,die Pferde aber nach trotzdem mehr als neun Monaten hier fühlte ich mich noch nicht ganz heimisch.Was auch daran liegen mochte das ich selbst nicht wirklich zu Caed Crevan gehörte. ..es war schon längst ein Teil meines Herzens,die wahren Erben jedoch waren Kathrin und Cayden. Der Rest....zum Rest gehörte ich,auch wenn mich mit Cayden viel verband so fühlte ich mich ihm manchmal doch so fern. Also nickte ich nur zustimmend, versuchte im Kopf ein anderes Thema zu finden gab den Versuch jedoch wieder auf...ich hatte einfach meine Gedanken woanders.



    Nachdem wir alle aufgegessen hatten, hatte auch Fionn mitbekommen, dass es Essen gab und verlangte nach seinem Mittagessen. Die Küche ließ ich erstmal Küche sein und kümmerte mich um mein Babys. „Dann scheint mein Rat dir wohl doch geholfen zu haben, wenn Cayden und du euch wieder versöhnt habt. So ist es doch viel besser. Manchmal muss man die Menschen zu ihrem Glück zwingen.“ Die Zeit verging und die Küche war wieder sauber, das Kind gewickelt und wir hatten uns ins Wohnzimmer gesetzt. Ich hatte eine Decke auf dem Boden ausgebreitet, wo Fionn drauf krabbelte und saß zu Sarah hoch. „Ich muss jetzt was fragen und egal wie du antwortest, es wird sich nichts ändern. Ty und ich haben uns überlegt, dass du Patin von Fionn werden sollst. Natürlich nur, wenn du das willst.“



    [color=rgb(0,128,128)Das Mittagessen ging mit heitern Gesprächen schnell voran,ich dachte nicht länger an vergangenes und beobachtete Siobhan mit ihrem kleinen Sohn,der ab und an mich mit seinen blauen Augen zu fixieren schien.

    [color=rgb(0,128,128)Die Frage traf mich unerwartet, es gäbe noch andere Kandidaten -Marie- hätte ich für wahrscheinlich gehalten. Das ich nicht gerührt war konnte ich nicht leugnen, am Rande meiner Augen standen die Tränen derer ich letzte Nacht so viele vergossen hatte. Ich hockte mich mit zu ihr nach unten auf die Decke,faste nach ihren Händen. " Ja!Ich werde es als eine Herausforderung annehmen,dann werd ich soetwas wie seine coole Tante!" woher die plötzliche Euphorie her kam vermochte ich nicht zu sagen.



    Ich war erleichtert, als sie mir sagte, dass sie Patin werden würde. Ich nahm sie in die Arme und lächelte. „Danke Sarah. Ich bin wirklich froh, dass du ja gesagt hast. Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass du ihm so einiges mit auf dem Weg geben kannst, dass ich vielleicht nicht kann.“ Dann musste jetzt nur noch Ty seinen vorgeschlagenen Paten fragen und wir hatten alles für die Taufe fertig- abgesehen von einem Termin und dem ganzen drumherum. Schließlich wollten wir Taufe und Hochzeit verbinden.



    [color=rgb(0,128,128)"Dann wird es bald ja eine riesige Feier geben,es ist ja Hochzeit und Taufe zusammen geplant. ..Willst du dann traditionell in Weiß oder?"Ich stellte mich mir selbst kurz in einem weißen, riesigen Rüschenkleid vor und bekam eine Gänsehaut...in Gedanken ein absoluter Graus...aber wem es gefiel. Ich zuckte leicht mit der Schulter.



    „Ja, es wird eine große Feier. Wir feiern beides zusammen, damit nicht alle zweimal anreisen müssen. Und ja, ich möchte in weiß heiraten, aber ich werde nicht komplett traditionell unterwegs sein. Ich möchte beides miteinander verbinden. Ich möchte ein paar Farbakzente und irgendwie eine Korsage und schöne Stickereien oder Spitze. Und auch etwas, dass zeugt, dass ich hier her gehöre. Auf jedenfall möchte ich nicht aussehen wie eine Barbie. Auch sollte das Kleid eher in einer A Linie geschnitten sein. Was war nicht geht sind üppige Unterröcke. Am schlimmsten ist Tüll. Aber ich suche mir mein Kleid noch aus. Erstmal muss der Babyspeck weg. Du hilfst mir dann, okay? Kathi muss auch mitkommen zur Kleideranprobe. Nur ihr beide seit immer hier. Alle anderen kommen erst zur Hochzeit.. Das qualifiziert euch dafür mir bei allen Vorbereitungen zu helfen. “ Ich grinste breit und fing Fionn nebenbei wieder ein, da er von der Decke gekrabbelt war.



    [color=rgb(0,128,128)"Wobei soll ich dir helfen, beim Kleid oder dem Babyspeck?" meinte ich leicht "hinterhältig" grinsend - so sehr war sie gar nicht auseinander gegangen, also war auch kaum etwas davon zu sehen. "Aber die Idee es irgendwie zu verbinden finde ich eine feine Sache, es wird sicher nicht einfach, aber du bekommst das sicher hin! Wobei ich dir zustimme...Tüll und Unterröcke fänd ich auch mehr als schrecklich dabei. Mit der Anprobe hast du allerdings meine Kollegin Julie vergessen." erinnerte ich sie an meine Arbeitskollegin, die ebenfalls nicht weit von uns entfernt wohnte.



    „Bei beidem“, meinte ich zu ihr. „Ja stimmt. Oh man. Ich brauche bald ein zweites Gehirn.“ Es war so vieles an das ich denken musste. „Bis wir ein Kleid kaufen wird noch eine Zeit vergehen. Ich denke, das wir den Sommeranfang als Hochzeitstermin nehmen werden. Vielleicht aber auch den Termin, an dem er mich gefragt hat. So genau haben wir noch nichts geplant.“ Oh man. Mein Leben hatte sich komplett verändert, aber ich war froh darüber. „Meg kommt auch bald zu uns und dann wird es zum Glück etwas entspannter werden. Eddie meinte, dass sie wohl sehr fleißig ist.“



    [color=rgb(0,128,128)"Meg wird euch sicher eine große Hilfe sein...Weisßt du denn ob mit Eddi´s Umzug alles glatt gelaufen ist? Zumindest war sie so weise es nicht - wie wir mitten im tiefsten Winter zu tun" meinte ich leicht lachend. Fionn kam wieder auf mich zu gekrochen, den Kopf konnte er jedoch noch nicht sonderlich lange oben behalten, also legte er sich wieder hin. Eine höchst Interessante Pose nahm er dabei ein - die Knie leicht unter dem Bauch, die speckigen Ärmchen zu den Seiten ausgestreckt, sodass sein Po wie der einer Ente in die Luft ging - unwillkürlich schoss mir die Melodie von "Alle meine Entlein" durch den Kopf, um diese loszuwerden schüttelte ich etwas den Kopf. Doch ebenso bei dem Gedanken daran, das ich nun bald seine Patin werden würde...eine eigenwillige Vorstellung.



    "Ich habe heute erst mit Eddie telefoniert. Ihr geht es gut und es hat alles gut geklappt. Sie hat auch ein Geschwisterpaar auf der Ranch. Die Stadtmenschen wollen eine geerbte Ranch verkaufen. Da diese aber nicht im besten Zustand ist wohnen sie bei ihr", antwortete ich ihr. Fionn krabbelte weiter und pausierte in einer merkwürdigen Pose. Ich zückte die Kamera und schoss ein Foto.



    [color=rgb(0,128,128)"Mit solchen Fotos wirst du später die Wände tapezieren können...gerade jetzt in diesem Zeitalter. Bei uns war das noch was anderes aber heutzutage dokumentiert ja jeder das Leben seines Kindes auf Schritt und Tritt. Manchmal schon...naja schrecklich,oder nicht?



    "Ich halte das alles fest, damit Ty auch was mitbekommt. Zudem sind es später schöne Erinnerungen. Aber die Wände werde ich nicht tapetieren. Ich denke besonders jetzt am Anfang sind Foto wichtig, da er so schnell wächst." Mein kleiner Fratz war schon einige Zentimeter gewachsen.



    [color=rgb(0,128,128)"Meine Eltern haben mich damals immer an den Türrahmen gestellt und an jedem Geburtstag einen Strich gemacht, wie viel ich gewachsen bin - als ich älter wurde bin ich zuerst dahin gerannt ehe ich mich meinen Geschenken gewidmet habe. Fand ich eigentlich eine tolle Sache, aber wirklich viele Bilder von mir als Kind gibt es nicht, wir haben damals ein Haus gebaut und da blieb das irgendwie auf der Strecke" ich lächelte dabei, mir war es nie wichtig gewesen. Aber es war schon das Siobhan alles für Ty ersichtlich machen konnte.



    Ich lachte. Ja dir obligatorische Messwand. Ich hatte schon einen Plan."Ich werde eine Holzplatte ins Zimmer hängen, diese schön anstreichen und ihn dann messen. Wenn er zu groß wird kann ich die Platte abnehmen und aufheben."



    [color=rgb(0,128,128)"Finde ich auch eine gute Idee, so verunstaltest du zumindest nicht deine Türrahmen und die Holzlatte kann er vielleicht eines Tages für sein eigenes Kind nehmen" Zwar würde dies noch lange dauern, doch so ein bildlicher Vergleich würde sicher interessant werden.



    "Ja genau. Ich freue mich schon darauf den ersten Strich zu setzen", antwortete ich ihr. Mein Engel krabbelte weiter und stieß gegen Sarah. "Anscheinend findet er mich jetzt doof. Wenn du willst, kannst du ihn auf den Arm nehmen. Er kuschelt sich gerne an."



    [color=rgb(0,128,128)Ich besah mir die winzige Gestalt zu meinen Knien, atmete einmal tief ein und blickte dann meiner Sache sehr unsicher zu Siobhan auf "Was anderes als Hundewelpen hatte ich noch nicht auf dem Arm, da mach ich doch irgendwas falsch" gestand ich ihr, nicht das ich keine Lust hatte ihn auf den Arm zu nehmen...nein nicht einmal Abscheu verspürte ich dabei. In einer hintersten Ecke meines Verstandes erlaubte ich mir an meine eigene Tochter zu denken, wieso hatte ich ihr solchen Hass entgegen gebracht? Doch im Grunde wusste ich es...dieses Kind hier zu meinen Füßen konnte ich jederzeit wieder abgeben, es war nicht verpflichtend wie es ein eigenes gewesen wäre.



    "Er wird es dir verzeihen", meinte ich zu ihr. Ich half ihr dabei den Kleinen auf den Arm zu nehmen. "So, jetzt liegt er schön in deinen Armen. Mit der einen Hand musst du das Köpfchen festhalten, damit es nicht wegsackt. Wie du sieht kuschelt er sich von selbst so in den Arm hinein, dass du nicht viel verkehrt machen kannst." Ich fand es toll, dass sie sich bemühte mit Fionn klar zu kommen. Wenn sie Patin war, müsste sie auch ab und an vorbeischauen und ihn betüddeln. Es war schön, die beiden so zu sehen, da sie beide nicht unglücklich aussahen. Mit seinen kleinen Händen suchte Fionn seine Milchbar.



    [color=rgb(0,128,128)Wie seine kleinen Hände nach der Quelle seiner Nahrung suchten, zog sich in meinem Inneren etwas zusammen, ein selten gekanntes Gefühl stieg in mir auf.....zuletzt hatte ich es verspürt als ich einen unserer Hundewelpen mit der Flasche versorgt hatte. Meine Lippen kräuselten sich leicht nach oben, als ich seinen suchenden Händen mit den meinen Einhalt gebot und der kleine Knirps mich beinahe schockiert zu mustern schien. "Da hat wohl wieder jemand Hunger, oder?" dabei war ich mir gerade nicht so sicher ob ich dabei mit dem Baby in meinem Arm sprach oder aber der Frau vor mir....komisches Gefühl.



    Ich lachte. Fionn und Hunger- das passt immer. "Pass auf. Sonst nimmt er gleich deinen Finger in den Mund, da er denkt, dass der auch Milch geben kann. So hungrig kann er gar nicht sein. Er hat doch eben erst etwas gekriegt. Aber es ist normal, dass er mit seinen Händen das sucht, was er bereits kennt. Bei Ty ist er auch immer auf der Suche."



    [color=rgb(0,128,128)"Tja...ich hab eben auch immer Hunger und was ein anständiger Krieger sein will muss eben anständig Essen" Mit meinen Händen hielt ich die seinen gefangen,zog die Augenbrauen nach oben als er leise zu wimmern begann. "Sh,sh who would cry of that?" flüsterte ich in der Sprache die ich in den letzten Wochen so oft mit den Schauspielern sprach.



    Ich schaute den beiden gespannt zu. Sarah kam gut klar mit Fionn und es war rührend zu sehen, wie sie ihm etwas ins Ohr flüsterte. Seine kleinen Patschehände hielt sie fest und er schaute sie mit großen Augen an. "Er isst anständig, darauf kannst du dich verlassen. Ich hab schon Angst, dass ich ihm gar nicht so viel geben kann."



    [color=rgb(0,128,128)Wirklich richtig hörte ich Siobhan gar nicht mehr zu, gab die Hände des Kleinen nur nach und nach frei, da seine Hände jedoch noch immer nach etwas zu suchen schienen griff er nach den Lederketten um meinen Hals. Für ein so kleines Wesen bewies er ordentliche Kraft und führte zwischen meinen Brüsten Thor´s Hammer hervor der sich dort wegen der langen Kette oft verhakte. Mit dem Anhänger in den Händen schien er sich zu beruhigen, seine Augenlieder zuckten immer mehr, die Art seine Hände um den Anhänger zu legen wurde langsamer und innerhalb von knapp 10 Minuten die wir im Schweigen verbrachten fand der Knirps in den Schlaf. Flüchtig erhaschten meine Augen die Zeiger der Wanduhr, meine Augen weiteten sich "Verdammt schon 16 Uhr?! Ich sollte wirklich langsam nach Hause!" flüsterte ich um das Baby nicht zu wecken



    "So schnell kommst du jetzt hier aber nicht weg. Ich muss noch die Sachen packen für den kleinen. Halt ihn mal weiter so schön im Arm und ich hole die Tasche von oben runter und hole die Babyschale", meinte ich zu ihr. Verdammt. Ich wusste nicht, ob Cayden schon fertig war mit allem. Ich rief Mark an, dass er Cayden Bescheid geben sollte, dass wir auf den Weg sind. Ich holte die Tasche und die Babyschale und kehrte zu ihr zurück. "Komm. Ich nehme ihn dir wieder ab, damit du Auto fahren kannst. " Vorsichtig legte ich meinen kleinen Spatz in die Babyschale, wo er friedlich weiter schlief. "So, jetzt können wir los."



    [color=rgb(0,128,128)Ich wartete geduldig bis Siobhan alle Sachen an sich genommen hatte ehe wir gemeinsam zum Auto stiefelten und ich mich hinter das Auto klemmte. "Dann machen wir uns mal auf den Weg, was?" sagte ich - dieses Mal mit besserer Laune als auf dem Weg hierher.



    "Ja. Ich hab Mark schon Bescheid gegeben, dass er auch gleich fertig ist, wenn wir da sind", meinte ich zu ihr. Ich war schon gespannt, wie sie auf Cayden reagieren würde.



    [color=rgb(0,128,128)Der Weg auf der kleinen Landstraße, die mehr einem Schotterweg glich als einer wahrhaftigen Straße - da war ich froh über den Geländewagen, brachte uns schnell an die Einfahrt des Hofes, der kleine Kiesweg der nun zu unserem Haus führte ging entlang der Weiden, ich konnte jedoch keines der Pferde dort ausmachen, die wirklich zum Hofinventar gehörten. Als wir den Filmflächen näher kamen, lag eine ungewohnte Ruhe über dem Gelände...hie und da standen zwar ein paar Leute, das jedoch eine der geplanten Szenen gedreht wurde schien nicht der Fall zu sein. Verwundert brachte ich das Auto am Parkplatz zum stehen, stieg mit Siobhan zusammen aus um zum Haupthaus hinüber zu gehen. Wie schon die gesamten Tage ging einer feiner Nieselregen zu Boden.



    Als wir ankamen stieg ich aus und nahm die Babyschale vom Rücksitz. Der Kleine schlief immer noch sehr ruhig , was wohl auch erstmal so bleiben würde. Wenn er erstmal schlief, dann schlief er auch. Es regnete leicht, sodass wir uns beeilten ins Haupthaus zu gelangen. Ich war gespannt was Cayden so geplant hatte beziehungsweise wie das jetzt alles von statten gehen soll.



    [color=rgb(0,128,128)Als wir dann da also zügigen Schrittes den Weg zum Haupthaus hinauf stiefelten erklang plötzlich das sachte Spiel einer Gitarre, verwundert blieb ich stehen blickte mich nach dem Ursprung der Musik um. Bald darauf sah ich ihn - Theodor wie er mit der Gitarre in der Hand im leichten Regen stand, neben ihm Gregory der mit einem Regenschirm ihm Schutz bot. Die Melodie des Liedes war mir nur zu sehr bekannt, doch der Text war ein wenig abgeändert. Statt wie im Original "black is the colour" sang Theodor nun "red". Meine Augenbrauen zogen sich fragend zusammen...es war das Lied das gespielt hatte als Cayden mich zum ersten Mal gefragt hatte ob wir eigentlich wahrhaftig ein Paar waren. Ich drehte mich zu Siobhan um, die nur wissend lächelte und in eine Richtung deutete. Dort - im Licht der Sonne kaum zu sehen nährte sich mir ein Reiter.



    Ich hatte mir einen Schirm organisiert Mark war so nett und hatte sich zu uns gestellt. Als Sarah mich nur ansah, deutete ich auf den Weg vor ihr. Cayden kam langsam angeritten. Ich hoffte so sehr für ihn, dass sie Ja sagen würde. Es würde ansonsten in einem weiterem Streit ausarten. Fionn hatte ich vor mir abgestellt. Unter dem Schirm wurde er nicht nass und die Musik schien ihn auch nicht zu stören.



    [color=rgb(0,128,128)Gwynbleidd schritt weit aus, die Brustplatte schien ihn ein wenig zu behindern, doch starrte ich nur auf den Mann der auf seinem Rücken saß. Ein grau, schwarz gemusterter Kilt mit einem Plaid über die Schulter geworfen, ein Breitschwert an der Hüfte und den Haaren zu einer aufwändigen Frisur verflochten sah er aus wie geradewegs aus dem 17. Jahrhundert hierher versetzt. Cayden trug die traditionelle Tracht der Hochlandschotten. Seine Gesichtszüge gaben nicht mehr über seine Gefühle preis wie die Steine zu meinen Füßen. Doch sah ich wie seine Lippen, dem Lied von Theodor folten, wenn auch lautlos. Nach und nach kam er näher, ich spürte gar nicht richtig wie ich langsam in seine Richtung lief, meine Knie weich zu werden schienen. Mein Geist verstand nicht was vor sich ging. Mit einem leichten Ruck am Zügel hieß er den Hengst stehen. Damit alle um uns herum seine folgenden Worte verstanden sprach er in seiner zweiten Muttersprache neben dem Gälischen in seinem harten schottischen Akzent. " So long as my body lives, and yours - we are one flesh, and when my body shall cease, my soul will still be yours, Sarah - I swear by my hope of heaven and gods. I will not be parted from you. So I hope it´s in your inner heart. Will you Sarah Raven Kyren marry me?" Ob es der stetige Regen war der meine Wangen hinab ran, oder doch das Salz meiner Tränen als ich zu ihm hinauf starte wusste ich nicht genau, doch vermochte ich auch nicht den Kiefer zu bewegen, meine Zunge schien an meinem Gaumen zu kleben und mein Atem und Herz begannen einen Reigen zu tanzen. Meine Hände kneteten einander, kratzten an den Nietnägeln und wussten nicht wohin sie sollten. Da streckte er die Hand in meine Richtung aus, seine Augen begannen wie so oft Katzengleich zu schimmern. Ergriff ich diese Hand, würde ich eine McAlistair, ich würde einem Clan angehören, eine Schottin werden bis auf das Blut und vorallem wäre Cayden der Mann an meiner Seite...



    Cayden hatte seine Idee wirklich fabelhaft umgesetzt. Hätte ich nicht schon einen wundervollen Mann an meiner Seite, der mit einen romantischen Antrag gemacht hätte, hätte ich ihn zu Cayden geschickt, damit er mir auch einen so schönen Antrag macht. Sarah schien sprachlos zu sein. Ich war mir eigentlich sicher, dass sie Ja sagen würde. Sie hatte mit Cayden einiges durchgestanden. Jemanden der einen so bedingungslos liebt findet man selten.



    [color=rgb(0,128,128)Da ich noch immer nicht imstande war irgendetwas zu sagen, ergriff ich einfach seine Hand, lächelte und nickte. Der Applaus der plötzlich von allen Seiten zu erklingen begann schwall immer lauter an, Gwyn zuckte im ersten Moment zusammen. Ich sah mich um, überall aus ihren Ecken tauchten die Menschen des Filmsets auf, begannen gemeinsam das Lied anzustimmen das Theodor zu Anfang gespielt hatte. Cayden zog mich hinter sich auf den Rücken des Hengstes, drehte sich leicht, sodass wir uns im Jubel der Menge zu Küssen begannen. Die Unebenheiten der vergangenen Wochen schienen von uns gewischt zu sein...ich würde diesen Mann heiraten!



    Ich hatte es doch gewusst! Ich klatschte ebenfalls Beifall und sang mit. Ich freute mich so für Sarah. Jetzt wird sie ihr eigenes Brautkleid finden müssen. Dann können wir gleich zu zweit losziehen. Es war schön, dass die beiden nach dieser holprigen Zeit nun ein Happy End hatten. Sie gehörten einfach zusammen.



    [color=rgb(0,128,128)Cayden löste sich bald darauf von mir, zeigte sein breites Lächeln, murmelte irgendetwas unverständliches auf Gaelic was ich nicht verstand und strich mir über die Regennassen Haare. Gemeinsam stiegen wir aus dem Sattel, langsam da sich meine Beine anfühlten wie Butter. Siobhan kam auf mich zu, während Ty Cayden begann auf die Schulter zu klopfen. Die anderen Leute begannen sich nach und nach aufzuteilen nur der innere Kreis meiner Freunde blieb mir erhalten. Siobhan, Ty, sowie auch Kathi,Julie, Aiden und Hansi. "Ihr wusstet alle davon, nicht wahr?" fragte ich beinahe etwas beleidigt in die Runde.



    "Na klar wussten wir Bescheid. Ich musste dich extra lange bei mir festhalten. Hat auch ganz gut geklappt, wie ich finde", meinte ich zu Sarah. Ich nahm sie in den Arm um ihr zur Verlobung zu gratulieren. "Ich hab mich nach dem Mittag vom Hof geschlichen und Cayden geholfen alles her zu richten. Es war eien ganz schöne Arbeit alles so schnell fertig zu machen. Aber wie man sieht hat es sich gelohnt", meinte mein Verlobter. Ich stellte mich zu Ty, der einen Arm um mich legte und mich an sich zog. Wir hielten einander im Arm. Fionn verschlief natürlich alles.



    [color=rgb(0,128,128)Nachdem wir uns bei einem Tee im Haus etwas aufgewärmt hatten, ein wenig zusammen gequatscht hatten und die Tage des Drehs reflektiert, sowie den Einsatzplan der Pferde die auf Classical Harmony untergebracht waren übergeben hatten gab Fionn zum ersten Mal wieder einen Ton von sich. "Na dann werden wir auch langsam heim,oder?" fragte Mark an Ty und Siobhan gewandt.



    Ich nickte nur. "Lassen wir den beiden frisch Verlobten noch etwas Zeit für sich. Morgen werden die Pferde nicht gnädiger mit euch sein, wenn sie ihr Futter nicht pünktlich kriegen", meinte ich und lachte. Ty hatte Fionn auf den Arm genommen und schaukelte ihn hin und her. Wir drei verabschiedeten uns von allen und gingen dann zum Auto. Die beiden Pferde waren schnell eingeladen und mit den beiden AUtos fuhren wir heim. Zuhause angekommen luden Mark und Ty die Pferde aus. Den Einsatzplan hatte ich mitgenommen. Während Ty sich um die Pferde kümmerte und Mark rüber zu Marie fuhr, stillte ich Fionn und wickelte ihn dann. Er ließ sich dann auch schnell davon überzeugen, dass schlafen wieder angesagt war. Zusammen mit Ty aß ich zu Abend und ging dann ins Bett. Ty kam heute mit nach oben, da ich ihn bei mir haben wollte. Ich vermisste es neben ihn aufzustehen. Ich konnte aber verstehen, dass er ausgeschlafen sein musste.
  4. [color=rgb(169,169,169)32.383 Zeichen (c) BluePearl & Ravenna - beehrt uns doch mit einem Kommentar!

    [color=rgb(0,128,128)Ravenna als Sarah BluePearl als Siobhan



    3 Wochen nach der Geburt von Fionn stand das nächste große Ereignis an: ein Filmfest. Caed Crevan hatte sich zu einem Filmset verwandelt und da wir Nachbarn waren unterstützte ich Sarah und Kathi. Ich hatte ein paar Pferde auf dem Hof aufgenommen. Klar, es war zusätzliche Arbeitet, aber es war alles abgesprochen. Da Eddie ziemliche Probleme nach ihrer Rückkehr hatte, war sie nun umgezogen. Die Tage wollte ich sie noch mal anrufen, denn ich wollte gerne ihre Auszubildende übernehmen, wenn Eddie da nichts gegen hätte und die junge Frau dagegen nichts einzuwenden hatte. Fionn ließ mich nicht wirklich viel schlafen. Daher war ich für jede Stunde dankbar, die er schlief, denn es war Erholung. Heute wollte ich beim Filmset vorbei schauen. Mark verbrachte quasi seine ganze Zeit drüber, da er mit Flying Rook trainierte. Tyson und ich wollten rüber fahren, da sie für eine Szene Rook und noch ein anderes der Pferde brauchten, das bei uns standen. Wir brauchten 7 Minuten bis zum Hof. Ich hatte die Babyschale auf der Rückbank angeschnallt. Da er gerade wach war, nahm ich das Tragetuch und schlang es mir zusammen mit Fionn um. Es war angenehm zu tragen und Fionn mochte es auch. Die Tasche mit den ganzen Babykram ließ ich im Auto. Wenn ich etwas bräuchte, dann wäre ich schnell wieder beim Auto. Ty lud die beiden Pferde aus, während ich die Stangen heraus löste. Dann gingen wir auf die Suche nach Sarah, da wir nicht wussten, wo die Pferde hin sollen.



    [color=rgb(0,128,128)Zwischen all dem Chaos, sah ich Siobhan und Ty erst viel zu spät, eilte dann jedoch zu ihnen herüber. Am Halfter führte ich unser Schlachtross - Smaug, mit dem ich gerade vom Platz und einer erneuten Bodenarbeitssession kam. "Hey, da seit ihr ja. Entschuldigt, dass ich erst jetzt komme!" Dem Baby in seiner Hängevorrichtung verschuldete ich kaum eines Blickes - bei einem Wesen dieser Art vollführte mein Herz keinen Sprung. Bei einem Fohlen oder gar einem Welpen sah das schon wieder ganz anders aus - ich "bewunderte" jedoch jede Mutter für ihr Durchhaltevermögen sich solch einen Klotz für vielleicht mehr als 18 Jahre ans Bein zu binden.



    "Ach, mach dir keine Gedanken", sagte ich zu ihr. "Das wir pünktlich sind, ist ja schon ein kleines Weltwunder. Fionn hält uns ganz schön auf trab, auch wenn er gerade seinen ruhigen Moment hat. Wo soll Ty den die Pferde hinbringen", fragte ich sie. Fionn war momentan wirklich sehr ruhig. Vermutlich gab es einfach viel zu sehen.



    [color=rgb(0,128,128)Erst nach ihrer Erwähnung schenkte ich dem Baby - Fionn - einen Blick, der Name erinnerte mich an den Hund den ich in meiner Kindheit gekannt hatte. Mit seinem weißen Fell und den Schlappohren hatte er seinem Namen "der Weiße" alle Ehre gemacht. Dem Baby fehlten jedoch jegliche Haare auf dem Kopf, da jedoch auch Siobhan von blonder Haarfarbe war, konnte man auch von ihrem Sohn davon ausgehen. Die noch blass blauen Augen des Kindes blickten noch in keine besondere Richtung, waren mehr geschlossen als geöffnet und sein Gesicht wirkte noch ein wenig aufgebläht - was jedoch auch an dem Umstand liegen konnte das ich Babys immer ulkig aussehend fand. "Naja, in den ersten Wochen wird es wohl nicht besser werden mit dem Geschreie des Kindes" obwohl ich irgendwie versuchte mehr Begeisterung in meine Worte zu legen, missfiel mir dies doch so ziemlich auf ganzer Linie. "Naja, also die Pferde - Rook könnt ihr getrost mit in den Offenstall stellen, die kennen sich ja alle noch aus dem Sommer." Im Sommer hatten einige meiner Stuten bei ihre auf den Weiden gestanden, da diese in der Nähe ihres Hofes waren. So hatten sie zumindest Zugang zu einer Weide gehabt, während Bucks da draußen herum fleuchte. "Sag mal hab ich schon erzählt das wir unseren Ausreißer Bucks endlich wieder gefunden haben?"



    Ich lachte. "Nein. Das wird wohl jetzt erstmal eine Weile lang so gehen. Aber das ist egal. Ich liebe ihn so sehr, dass ich das gerne auf mich nehme. Es muss sich auch erstmal alles einpendeln. Er schmeißt unser ganzes Leben durcheinander. Zum Glück kriegen wir bald Unterstützung. Eddi ist umgezogen und ich wollte ihre Auszubildene zu uns holen. Sonst kann sie ihre Lehre nicht zuende machen, was schade wäre. Ich wollte sie heute noch anrufen, wenn ich Eddei erreicht habe", erzählte ich ihr. Ich war froh, dass Fionn gerade leise war und den ganzen Trubel beobachtete. Er war ein Schatz. Als Sarah sagte, dass Rook in den Offenstall sollte und der Fries ein einen Paddock sollte, ging er los. "Ne. Das hast du mir noch nicht erzählt, aber wir haben uns auch lange nicht gesprochen gehabt. Ich bin momentan nur zu sehr ungewöhnlichen Zeiten zu erreichen. „Wie habt ihr ihn gefunden?“



    [color=rgb(0,128,128)Gefunden haben wir ihn gar nicht, sondern eher zusammen getrieben - durch einen Wolfsangriff wurde er verletzt. Die Mutter hat er mit einem gezielten Tritt zur Strecke gebracht, der Vater ist verschwunden. Der Förster hat die drei vier Monate alten Welpen jetzt eingefangen. Ich hab mich jetzt dazu bereit erklärt sie zu mir zu nehmen. Die Mutter war kein reiner Wolf,sodass sie eben nicht unter das Naturschutzgesetz fallen. Sie ihrem Schicksal überlassen kann ich nicht. Ich werde stattdessen verantwortungsvolle Besitzer für sie suchen. So ist es an sich auch einfach besser, durch die Hundezucht meiner Eltern damals bin ich das sogar noch gewohnt ein zu Hause zu finden." Wir schlenderten durch die Menschenmenge hindurch zu den Ställen - dort wartete bereits Gregory um mir Smaug wieder abzunehmen. "Ganz schön viel Trubel haben wir hier auch schon! Gestern wurde die erste Szene gedreht in zwei Tagen steht bereits die neue an. Dieses Mal wird Peeta, der Hengst von Maren, im Mittelpunkt stehen. Rook hat ihre Sache gestern ja bereits wundervoll gemeistert!



    „Da habt ihr ja Glück gehabt, dass er wieder zu euch gekommen ist, wobei bestimmt noch viel Arbeit vor dir liegt, damit er zahmer wird. Gemeinsam werdet ihr das schon schaffen.“, meinte ich zu ihr. „Willst du auch einen Welpen als Hofhund behalten?“ Es kam nicht selten vor, dass Ställe Hofhunde hatten. Ich hatte auch schon ein paar Mal darüber nachgedacht, aber jetzt mit Fionn würde ich einem Welpen nicht gerecht werden. Marie und Mark könnten sich eher um einen Welpen kümmern, sobald die Wohnung fertig war. Sie hatten mir erzählt, dass sie in den letzten Zügen stecken und bald komplett fertig sind. „Das freut mich zu hören. Rook schient sich wohl so gut zu machen, dass die Reiterin sie gerne abkaufen möchte. Solange ich aber kein vergleichbares Pony für meinen kleinen Spatz habe, dass er später reiten kann, werde ich sie nicht aus der Hand geben. Da ich sie vom Tierschutz habe, muss ich mir auch sehr sicher sein, dass ihre neuen Besitzer viel Zeit haben und sich gut um sie kümmern.“



    [color=rgb(0,128,128)"Oh ja, ein Pferd gibt man nicht leichtfertig aus der Hand, aber Rook ist auch wirklich einfach ein Spatz.Hätten wir noch Inmate gehabt, das kleine Fohlen wäre der ja beinahe perfekt gewesen, dann wären Pferd und Kind zusammen aufgewachsen!"



    „Das stimmt. Wobei ich gerne eine Welsh D hätte. Ob eine Freundin oder einen Freund für Was immer du tust, weiß ich noch nicht. Ich denke, dass es eher eine Stute werden wird, damit wir züchten können. Genauso habe ich mir das vorgestellt. Dann muss ich wohl bis nächstes Jahr warten, wenn ihr wieder Fohlen habt. Am Anfang kann Fionn noch Tollkirsche reiten, aber für sie wird er wohl schnell zu groß werden, weswegen ich jetzt schon ein bisschen die Augen aufhalte.“



    [color=rgb(0,128,128)"Aber ihr habt doch auch noch ein junges Pferd...hier die kleine gepunktete...Kiss of..lalala" dabei fuchtelte ich mit der Hand in der Luft herum in der Hoffnung auf den Namen zu kommen, der mir irgendwie in den Gedanken lag.



    „Du meinst Kiss of Paradise. Ja, die Kleine wird 2 Jahre. Ich möchte einfach ein paar Ponys haben. Zudem weiß ich nicht, wie lange uns noch Bergkristall erhalten bleibt. Er hat ganz schön abgebaut und Eddie konnte nichts festestellen. Körperlich scheint es ihm gut zu gehen, aber irgendwie ist er nicht ganz bei einem. Wir haben mit ihm viel Bodenarbeit gemacht. Er schien ihm dadurch besser zu gehen, aber so ganz gefällt er mir nicht. Vielleicht möchte er sagen, dass er nur noch in Ruhe auf der Weide sein möchte. Ich möchte auch Ronja noch eine Chance nach Tollkirsche anbieten können, denn sie macht sich wirklich gut und ihre Mutter scheint es auch gut zu tun bei uns zu sein.“, erklärte ich ihr. Ich züchtete nicht aktiv und ich wollte meinen Schwerpunkt auch aufs Distanz reiten legen. Tyson hatte daran Gefallen gefunden, wenn er es mal langsamer angehen musste.



    [color=rgb(0,128,128)"Mhm...verstehe...schon keine leichte Entscheidung, ja. Ich habe auch zwei junge Pferde, der eine könnte sogar beinahe perfekt sein für den Knirps" damit zeigte ich auch Fionn mit der Hand - erstaunlich wie ruhig er noch immer war." Aber den könnte ich nicht aus der Hand geben, Braum ist wirklich ein Schatz!Außerdem auch kein Welsh" grinste ich breit. "Willst du vielleicht nen Tee,oder so?"



    „Ich werde mich nochmal hinsetzten und einen Plan machen. Fionn soll sein eigenes Pferd kriegen. Das steht schon fest. Und halt das noch ein Welsh D zu uns kommen soll. Aber wann das sein wird steht noch in den Sternen. Ein Tee wäre toll“, antwortete ich ihr. Gemeinsam gingen wir hinüber zum Haus. Fionn hatte wohl genug alles still beobachtet. Jetzt entschied er sich dafür allen zu sagen, dass er da war, indem er anfing zu quäken. „Shhhh mein Kleiner. Ich glaube, der Kleine will auch was trinken. Ich kann ihn doch bei dir in der Küche stillen, oder?“



    [color=rgb(0,128,128)Ich breitete die Hand aus "Wie dir beliebt" Noch war ich nicht genervt von dem Geräusch des Babys, denn der Wasserkocher übertönte alles andere. "Ich will Apfel, du auch?" damit dippte ich einen Teebeutel in die Tasse.



    „Ja gerne“, antwortet eich ihr. Ich wickelte das Tuch ab und zog mein Shirt aus. Ich hatte extra einen Stillbh an, sodass der kleine nun trinken konnte. Er war auch sofort wieder leise. „Fionn ist ein wahrer Schatz. An sich ist er sehr ruhig, außer er hat irgendetwas. So wie jetzt“, meinte ich zu ihr.



    [color=rgb(0,128,128)Aus dem Winkel meiner Augen beobachtete ich wie sie ihren Sohn stillte, versuchte mich in einer dieser Situationen zu sehen, doch so sehr ich auch versuchte meinen sonst so wachen Geist auf dieses Ereignis zu lenken so trat es nicht ein. "Trotzdem würde ich mir so etwas nicht vorstellen wollen. Gebunden an so ein Kind" Ich schüttelte den Kopf, überlegte ob ich ihr erzählen sollte was ich gegen den Willen Caydens getan hatte...



    „Ich bin sehr glücklich darüber, dass er in mein Leben getreten ist. Er ist an mich und Tyson gebunden, das stimmt, aber das sind meine Pferde auch. Nur Fionn ist was ganz besonderes. Er wird immer bei mir sein, egal was passiert“, antwortete ich. So wortkarg hatte ich sie schon lange nicht erlebt. „Alles okay bei dir? Soll ich vielleicht lieber woanders mit ihm hingehen? Ich kann verstehen, wenn du hier viel zu tun hast und nicht für ein Pläuschchen Zeit hast.“



    [color=rgb(0,128,128)Mit der Hand winkte ich ab, trug die beiden Teetassen zum Tisch hinüber, stellte eine vor ihr ab. Setzte mich anschließend auf den Stuhl ihr gegenüber hin, ehe ich einen tiefen Atemzug nahm. "Nein, der Tag ist fast vorrüber, heute hätte ich nichts mehr zu tun.Es ist nur der Umstand meiner momentanen Situation, der an meinen Nerven nagt." Noch hatte ich nicht den Mut ihr wirklich zu sagen, was geschehen war - es nagte nicht an meinen Nerven das ich das Leben in mir zunichte gemacht hatte, es war vielmehr der Schmerz das Cayden sich von mir zu entfernen schien...langsam und doch unaufhaltsam.



    Ich musste Fionn einmal umlegen und dann hatte ich auch eine Hand frei für den Tee.“Was ist den los? Kneifen kannst du jetzt nicht mehr. Erzähl mir was los ist und es wird eine Lösung geben.“ Ich hatte wirklich nicht viel mitbekommen in den letzten Wochen. Meine Welt hatte sich nur um Fionn gedreht. Jetzt wollte ich aber wieder für alle da sein.



    [color=rgb(0,128,128)"In den letzten Tagen und Wochen ist ne Menge schief gegangen...als ich derletzt ins Krankenhaus gebracht wurde...stellte sich heraus das ich ein Kind erwarten würde." Ich stockte einen Moment, nahm einen Schluck des noch heißen Apfeltees, zog die Lippen wegen des heißen Getränks das meine Kehle hinab ran ein wenig nach hinten. "Ich habe wirklich versucht mit dem Gedanken zu leben das ein Kind in mir heranwuchs, doch eine Art des Hasses auf dieses Wesen hatte mich ergriffen. Ich wusste ich würde keine Mutter sein, niemals werden - nicht im Hass. Bei einer Untersuchung des Arztes wurde ersichtlich, das durch die Behandlung mit Antibiotika, wegen meiner Eileiterentzündung, das Kind wohl einen Schaden genommen hatte." Wieder nahm ich einen Schluck sah über den Tisch zu Siobhan, mit ihrem Kind in den Armen. Ich freute mich für sie, sie schien in dieser Rolle wahrlich aufzugehen. "Ich habe mich - bereits vorher - dafür entschieden das Kind abzutreiben." Das ich Cayden bei dieser Entscheidung nicht mit einbezogen hatte, verschwieg ich für den Moment, wusste jedoch das Siobhan diesen Umstand bemerken würde.



    Erst wollte ich ihr alles gute wünschen, doch dann erübrigte sich dann. „Mit der Entscheidung bist du aber zufrieden oder bereust du es jetzt? Ich hätte mich nie gegen mein Kind entscheiden können. Es ist ein Teil von mir und selbst, wenn Ty nicht wieder zurückgekommen wäre, hätte ich das druchgezogen. Was sagt Cayden den dazu?“ Soweit ich wusste fand er Kinder toll. Ich verstand auch nicht, wie sie selbst ihr eigenes Kind nicht mögen konnte. „Ist es denn okay für dich, dass ich Fionn mitgebracht habe? Oder kannst du ihn auch nicht..... leiden?“



    [color=rgb(0,128,128)Ein zaghaftes Lächeln erschien auf meinen Lippen, im vollen Bewusstsein, das ich die Frage mit Cayden überging. "Er ist wie du bereits gesagt hast an dich gebunden, nicht an mich selbst, ich kann vielleicht mit kleinen Kindern nicht viel anfangen. Mein Herz mag nicht springen bei dem Gedanken an ein Baby, aber im Grunde habe ich nichts gegen ihn." Mein Blick blieb an dem Kind hängen, dessen Kopf ich nur sehen konnte. Dann atmete ich wieder auf "Du fragtest was Caydens Meinung dazu war....er war aufgebracht. Ich habe diese Entscheidung für mich allein getroffen." Ich senkte den Blick, tiefe Traurigkeit überwältigte mich, "Ich war Egoistisch, doch er hätte nicht von mir verlangen dürfen ein Kind zu bekommen das ich nicht bekommen wollte. Doch tut es mir so unendlich weh ihn damit so verletzt zu haben." Noch keinem hatte ich erzählt., das er im unbändigen Zorn die Hand gegen mich erhoben hatte, doch kannte vertraute ich Siobhan. "Cayden hat seiner Wut mir gegenüber Ausdruck verliehen, als er mich schlug - doch einen Moment später umarmte er mich, wir beide weinten. Dann war ich fort zu einem Training, als ich wieder zurück kam war er auf einem Wanderritt in Kanada. Seitdem er wieder zurück ist...wechselten wir kein Wort miteinander." Das ich ihm regelrecht aus dem Weg zu gehen versuchte verschwieg ich ihr jedoch.



    „Das freut mich zu hören. Hörst du mein Kleiner? Sarah hat nichts dagegen, dass du mit mir gekommen bist“, sagte ich zu Fionn und strich ihm über seine Pausbäckchen. Es war gerade nicht der richtige Augenblick um sie zu fragen, ob sie sich nicht dennoch vorstellen könnte Patin zu werden. „Ich kann verstehen, dass Cayden wütend war und wieso er sich verletzt fühlt. Du hast ihm einen Teil von ihm genommen , ja herausgerissen, ohne vorher zu fragen. Auch, wenn sie sonst nicht die gefühlsduseligsten Menschen sind, bei Baby und Kindern kennen sie jede Menge Gefühle. Denk mal daran zurück, wie sehr Ty mich ins Haus einsperren wollte, nur damit dem Kind nichts passiert. So wie ich Cayden kenne, scheint er Kinder zu mögen. Er hatte sich bestimmt vorgestellt, dass ihr eine kleine Familie werdet. Dennoch ist das keine Entschuldigung für seinen Ausraster. Ihr müsst darüber reden, wie ihr eure Zukunft gestalten wollt und vorallem wie es mit dem Thema Kinder aussieht“; riet ich ihr. „Geh ihm nicht aus dem Weg, da es ihn noch mehr verletzt. Versuch ihm zu erklären, wieso du Kinder nicht magst oder warum du keines haben möchtest.“



    [color=rgb(0,128,128)Als ich einen weiteren Schluck aus meiner Tasse hatte nehmen wollen bemerkte ich das sie bereits leer gewesen war. "Wir sollten darüber reden, doch jetzt mitten in den Dreharbeiten finden wir kaum freie Momente." Durch den Henkel der Tasse spielte ich an ihre herum, drehte sie durch meine Hände. " Ich könnte ihm jedoch nicht erklären wieso ich Kinder nicht leiden kann....sollte er jedoch Familienwünsche haben, so bin ich nicht diejenige mit denen er sie erfüllen könnte. Durch die späte Erkennung meiner Entzündung verlor ich die Fähigkeit Kinder zu bekommen"



    „Ihr müsst euch die Zeit nehmen. Es ist wichtig, dass ihr euch darüber aussprecht.“ Es war wichtig zu reden. Vorallem, wenn es so wichtige Angelegenheiten sind. „Das tut mir Leid. Davon weiß er auch noch nichts oder? Ich würde dich jetzt nur zu gerne in den Arm nehmen, aber da ist wohl gerade jemand anderes an der Reihe“, sagte ich zu ihr. Fionn trank gierig und ich wusste jetzt schon, dass er gleich einschlafen wird. „Ihr könnt auch noch ein Kind adoptieren, wenn ihr Kinder haben wollte. “



    [color=rgb(0,128,128)Erneut winkte ich ab, "Ich bin darüber nicht sonderlich traurig, wenn ich wirklich darüber nachdenke. Aber du hast Recht, wir kommen nicht darüber hinweg miteinander zu reden." Dann hielt ich einen Moment inne im Spiel mit der Tasse. Überdachte ihre Idee mit der Adoption, wenn das Kind bereits älter wäre, so müsste ich keine Mutter im ersten Sinne sein...ein Lehrer um es das Leben zu lehren..."Vielleicht ein älteres Kind...das könnte ich mir sogar vorstellen" dabei zeigte sich zum ersten Mal in den letzten Minuten ein ernst gemeintes Lächeln auf meinen Lippen.



    „Reden müsst ihr auf alle Fälle. Cayden und du müsst herausfinden, was ihr von eurem Leben wollte und ob das zusammen passt. Ignorieren bringt nichts“, meinte ich zu ihr. „Wenn sie älter sind, sind sie auch nicht so schlafraubend. Fionn kann das ganz gut zu den unmöglichsten Zeiten wach zu werden und es alle wissen zu lassen.“ Es würde ihr nicht helfen, wenn sie nicht mit Cayden sprach. Es war besser zu wissen, wie sehr er sich eine Familie wünschte. Wenn er ein Kind wollte und Adoption keine Option für ihn war, standen die beiden vor einem Problem. „Zudem würde man mit einer Adoption einem Kind helfen, denn ich weiß, dass ihr gute Eltern sein würdet.“



    [color=rgb(0,128,128)Eine ganze Weile hing ein jeder von uns seinen Gedanken nach, als in das stätige Saugen des Säuglings plötzlich komplette Stille eintrat. Siobhan zog sich langsam wieder an, während das Kind in einer Seelenruhe zu schlafen schien. "Irgendwie werden wir uns zusammen raufen...irgendwie" sprach ich, wurde mir bewusst das ich meine Stimme gesenkt hatte um Fionn in seinem Schlaf nicht zu stören."



    „Ihr werdet das schon schaffen“; sagte ich leise zu ihr, da der Kleine eingeschlafen war. „Jetzt haben wir erstmal etwas Ruhe. Vielleicht 2 Stunden, wenn ich Glück habe. Schnapp dir Cayden heute Abend und dann redet darüber. Tyson habe ich auch erst ignoriert, aber am Ende war es besser zu reden und hätte ich schon früher mit ihm geredet, dann hätten sich einige Dinge von vorn herein geklärt.“



    [color=rgb(0,128,128)Ich nickte bedächtig, meine Lippen aufeinander gepresst - Cayden kehrte am Abend nicht in dieses Haus zurück. Er schlief in dem noch nicht ganz fertig gestellten Hotel um "zu arbeiten"...er sprach es nicht aus, doch auch er ging mir aus dem Weg. "Das wird gar nicht so leicht werden.“



    „Du fängst ihn einfach ab, bevor er losfährt. Solltest du das nicht schaffen, dann fährst du ihm halt hinterher. Wir erschaffen jetzt nicht unnötige Hindernisse um sich vor dem Gespräch zu drücken“; meinte ich zu ihr. So leicht würde das nicht werden, aber es musste getan werden. Ohne ein Gespräch würde das hier bald alles eine Eislandschaft sein.



    [color=rgb(0,128,128)Mein Kopf bewegte sich von oben nach unten, verursachte ein nicken...."Sollte ich nicht den Mut dazu finden, wird es einfahren....der Hof ist ein Teil meines Lebens, doch sollte es zum Stillstand kommen müsste ich wohl gehen. Das ist das letzte was ich will, sodass ich mich um ein voran kommen kümmern muss."



    „Und was soll ich bloß ohne meine tolle Nachbarn machen? So weit lassen wir es nicht kommen. Vorallem, wenn es sich nur um ein Gespräch handelt. Zur Not fessel ich euch beide an einen Stuhl und ich mache euch erst wieder los, bis ihr euch ausgesprochen habt“; sagte ich zu ihr und lächelte. Manchmal brauchte man einen Stups von einem anderen.



    [color=rgb(0,128,128)Jetzt warf ich meinen Kopf in den Nacken, ein herzliches Lachen entrann sich meiner Kehle als ich mir die Szenerie bildlich in meinen Gedanken vorzustellen begann. "Wir können beide sehr stur sein, das ist dir aber schon klar. Es könnten Monate vergehen, wenn wir da sitzen"



    Ich lachte mit ihr.“Du das stört mich nicht. Ich hab ja noch Fionn, der uns alles unterhalten wird, falls ihr es nicht schafft. Und Essen gibt es übrigens auch kein für euch. Dann dauert es vielleicht doch keine Monate.“ Klar war das war nur ein Scherz.



    [color=rgb(0,128,128)"Okay...ich kenne meinen Magen, der wird sich ordentlich beschweren, wenn er nichts zu Essen bekommen bekommt. Aber mal im Ernst.....es wird trotzdem nicht leicht werden. Danke für deinen Beistand."



    „Wofür sind Freundinnen den sonst da. Und wehe ich komme morgen wieder und das ist nicht geklärt. Dann schnappt klein Fionn euch beide und hält euch mit seinem atemberaubenden Geschreie so lange fest, bis ihr redet.“ Ja, auch mein Schatz wollte immer pünktlich sein Essen haben.



    [color=rgb(0,128,128)Ich nahm die Hände in die Luft, wie um mich zu ergeben. "Oh Götter bewahre"



    "Siehst du mein Engel - du bist jetzt schon ein gefürchteter Krieger", sagte ich leise zu meinem Spatz."Darüber wird dann der nächste Film- Wie Fionn der schreiende Krieger alle zum aufgeben bewegt."



    [color=rgb(0,128,128)„Ach ja, dann hat er also einen Kriegsschrei ähnlich dem von Xena?" Ich dachte an die gefürchtete Kriegerprinzessin aus der Serie meiner Kindheiten, reflektierte wie ich einmal werden wollte wie sie. Jetzt musste ich in ihre Haut schlüpfen um den Mut für ein weiteres Gespräch mit Cayden zu bekommen.



    „Also bitte Sarah. Fionn ist doch kein Mädchen. Sein Schrei ist viel männlicher, auch wenn man das Momentan noch nicht hört.“ Schreien konnte er ganz gut. Aber zum Glück tat er es nicht lange. Es gab auch Babys, die einfach grundlos schrieben um Aufmerksamkeit zu bekommen, aber Fionn tat das nicht. Er schaute sich lieber die Welt an.



    [color=rgb(0,128,128)"Na dann kann ich ja beruhigt sein, aber" ich warf einen Blick auf die Uhr " ich will noch meinen allabendlichen Gang zu Bucks machen. Entweder du begleitest mich mit zu ihm,oder aber du begleitest Ty nach Hause?"



    „Ich denke, ich sollte mit Ty nach Hause fahren. Sonst sitze ich hier fest und keiner kann schlafen“, meinte ich zu ihr. Langsam stand ich auf und gemeinsam gingen wir nach draußen. Wie ich es mir gedacht hatte, hatten Tyson und Cayden sich verbrüdert und die Zeit zusammen verbracht, während Sarah und ich geklönt hatten.



    [color=rgb(0,128,128)Mein Blick richtete sich zuerst auf den Boden als wir nach draußen traten, dann hob ich ihn jedoch in Gedanken bei der Kriegerin die ich immer hatte sein wollen. Mit dem Film war ich diesem Wunsch noch so viel näher gekommen. "Hallo Ty, wir sind dann auch fertig. Frau und Kind sind bei bester Gesundheit, wenn du sie also mitnehmen willst." sagte ich lächeln



    Ty lachte. „Möchtest du keinen Schreihals bei dir beherbergen? Dann nehme ich meine Frau und meinen Sohn mal lieber mit. Nicht, dass sie noch wegen Ruhestörung auf den Scheiterhaufen muss.“ Ich schüttelte lachend den Kopf. „Das laute Organ hat er von dir. Er schläft gerade. Nimmst du ihn mal? Ich kann ihn langsam nicht mehr halten. Mein Arm schläft ein.“ Ty nahm mir das kleine Bündel ab und ich umarmte Sarah. „Denk daran was wir eben besprochen haben. Ich komme morgen wieder.“



    [color=rgb(0,128,128)Letzteres sagte sie leise an meine Schulter gesprochen, so hatte selbst ich Probleme sie wirklich zu verstehen, doch wisperte ich ein "Natürlich" zu ihr zurück. Ein Stück folgte ich der Truppe noch, bis ich mich endgültig von ihnen abnabelte um zurück ins Haus zu gehen



    Gemeinsam fuhren wir zurück. Es war ein anstrengender Tag gewesen und morgen würde es nicht viel einfacherer werden. Das wusste ich jetzt schon.Ich würde auf jeden Fall nochmal vorbeikommen um herauszufinden, ob Sarah meinen Rat befolgt hatte. Zuhause angekommen fanden wir eine Notiz von M+M. Sie hatten mit Lovegame und Illumina einen Ausritt gemacht. Ronja war heute wohl auch da gewesen und hatte sich um Tollkirsche gekümmert. Was immer du tust hatten sie freilaufen lassen, genauso wie Bergkristall. Terminator hatte sich an der Longe austoben dürfen. Cry hingegen hatte heute mit Mark an ihrem Springstiel gearbeitet. Kiss of Paradise hatte wohl seit neustem gefallen daran gefunden den Pferden bei der Arbeit zusehen. Tyson ging noch zu Sunnivah und kuschelte mit ihr ,bevor er die Pferde fütterte und zu uns ins Haus kam.



    [color=rgb(0,128,128)In der sanften Abendbrise schienen sich die Bäume leise zu unterhalten, mein Blick folgte noch einer ganzen Weile dem immer kleiner werdenden Auto, bis ich den Blick schroff abwandte und in Richtung von Bucks Korall lief. Schnaubend stand der Hengst da, brummelte leise als er mich kommen sah – vollzog mein Herz doch einen Sprung bei diesem Ton, so wusste ich doch das es eher dem Apfel in meiner Tasche galt als mir selbst. Jeden Abend führte mich seit knapp 3 Wochen mein Weg zu ihm, ich warf ihm einen Apfel zu, flüsterte ein paar liebevolle Worte ehe ich wieder ging. Manchmal streckte ich den Apfel auf der Handfläche zu ihm hinein, doch noch hatte seine Neugier nicht gesiegt. Theodor hatte eingeworfen, den Hengst ein paar Tage hungern zu lassen, dann mit einem Eimer Müsli hinein zu gehen um ihn zu locken, doch hielt ich von solcherlei Methoden eher weniger. So konnte ich jedoch auch nicht leugnen, dass sie in meinem Hinterkopf verborgen blieb. Zusammen mit den anderen Besprach ich beim Abendessen, die nächste Szene von Peeta die ich den frühen Morgenstunden gedreht werden sollte – wenn der Nebel sich aus Nilfheim erhob. Cayden schien sich besonders mit Gregory sehr gut zu verstehen, die über diverse Techniken des Showkampfes plauderten. Morgen würde ein erster Versuch, einer Szene mit Smaug anstehen, stehen war hierbei sogar das richtige Thema. Odin in diesem Falle verlieh seiner Geliebten Brunhild die Ehre Götter zu töten, am Abend vor der Schlacht unternehmen sie einen gemeinsamen Ritt. Nahe bei den Klippen würden also Peeta und Smaug eng beieinander stehen müssen, während die Schauspieler sich in den Rollen von Odin und Brunhild küssten. Später würde die Szene heraus gearbeitet werden, wenn Brunhild sich ebenfalls auf den Rücken Smaugs schwingt um ihrem Geliebten näher zu sein. Dies war etwas was bisher noch nicht in seinen Übungsstunden gemacht worden war. Das Personal kümmerte sich um den weiteren Abwasch, sodass ich dies nicht kümmern würde. Nach und nach verließen die Gäste des Hofes das große Esszelt um sich in ihre Betten zu verziehen. Das Gewusel auf dem Hof wurde immer weniger, bis schlussendlich nichts mehr davon zu spüren war. Hansi und Aiden hatten sich verzogen, Kathi hatte ich den ganzen Tag noch gar nicht gesehen. Mir gegenüber saß noch Cascar, die Varulv bei den Dreharbeiten mitversorgte und sogar in einer der Reitszenen das Double hatte spielen können. Gwen und Cayden saßen am anderen Ende des Tisches in ein Gespräch vertieft wie es mir schien – die beiden waren zusammen aus Kanada hierher gereist um beim Dreh teilzunehmen, doch nur eine würde wieder gehen. Ich dachte an das Versprechen welches ich Siobhan gegeben hatte, blickte immer wieder zu Cayden hinüber, bis sich wie durch ein Wunder unsere Blicke trafen. Nur mit einem leichten Nicken deutete ich nach draußen, als er seinen Blick abwendete sank ich in mir zusammen, dachte er hatte es nicht gesehen, nicht sehen wollen. Es dauerte nicht lange, da erhob er sich verabschiedete sich von Gwen und verschwand aus der Zeltöffnung – ich meinerseits würgte Cascar ab, wenn dies auch nicht die feine englische Art war und rannte ihm beinahe hinterher. Rannte passte schließlich ganz gut, denn mit dem fortgeschrittenen Abend stolperte ich ihm beinahe in die Arme bei meiner leichten Tollpatschigkeit. Da waren wir also, standen nur wenige Meter von einander entfernt und wussten nichts zu sagen, dabei wusste ich um eine Zeit in der es anders gewesen war…um so vieles anders. Ein Kloß presste mir die Luftröhre zusammen, wütend nahm ich das leise verräterische Kribbeln in meiner Nase wahr…NEIN! Ich wollte jetzt nicht weinen. So sehr ich auch versuchte es durch das Anhalten der Luft zu bewerkstelligen, die Luft entwich mir mit einem lauten Seufzer als erste Tränen meine Augen zum überlaufen brachten. Mit wenigen Schritten hatte ich die Distanz zwischen uns überbrückt, suchte halt in seinen kräftigen Armen wider meines Glaubens erhielt ich diesen.

    Irgendwann als ich wieder zu sprechen vermochte sah ich zu ihm hinauf, wenn auch wenig zu erkennen war – nicht nur wegen des Tränenschleiers vor meinen Augen. „Ich kann das nicht länger ertragen, diese Stille zwischen uns. Ich habe einen Fehler begangen, einen Fehler den ich schon in der Vergangenheit oft begangen habe….ängstigt mich etwas renne ich davor weg, breche die Zelte ab und kehre ihm den Rücken zu.“ Ich tat eine kleine Pause um ihm die Möglichkeit zu geben mir zu antworten, doch er hielt mich nur eng an seine Brust gepresst. „ Cayden, du wusstest ich wollte nie ein Kind, das habe ich ewiglich gepredigt….als es dann geschah…spürte ich mit jedem Tag einen Hass auf dieses Wesen das dort in mir wächst. Ich habe versucht mich damit abzufinden, ich wollte es…für dich, weil du dir so sehr eine Familie gewünscht hast.“ Da streckte er seine Arme von sich aus, die Hände an meinen Schultern, sodass ich von seiner Brust fort gerissen wurde. Mit kratziger Stimme als habe er sie lange nicht benutzt, oder unterdrücke selbst die Tränen antwortete er „Du wolltest wirklich…?“ Ich nickte, war mir nicht sicher ob er es sah, doch würde er die Vibration der Bewegung spüren. „Du hast nie gefragt weist du…ob ich es behalten möchte. Als du mit dem Strampler ankamst wusste ich du wolltest es unbedingt. In meinem Hirn legten sich alle Schalter um, ich selbst spürte mich gefangen…ein wenig meiner Entscheidung beraubt und verletzt, denn du würdest nicht von deinem Gedanken ablassen. Also verrannte ich mich noch mehr in meinem Hass. Wie kann ich Mutter werden, wenn ich von Hass erfüllt bin?“ Noch einmal hielt ich inne, ein wispern nicht lauter als der Windhauch um mich herum kam von Cayden, er räusperte sich um es lauter zu sagen „Es tut mir Leid, wirklich, wir hätten uns mehr absprechen sollen…bei allem, wir haben Fehler gemacht.“ Ich nahm seine Entschuldigung nicht auf, „Als ich dann bei dem Ultraschall war, sagte der Arzt mir das Kind habe durch die späte Erkennung meiner Krankheit einen gewissen Schaden genommen, es würde krank zur Welt kommen, da war für mich klar das ich es gehen lassen würde. Es sollte nicht krank in eine Welt geboren werden in der seine Mutter es hasst, ich weiß ich hätte mit dir reden sollen. Es tut mir ebenfalls Leid, dich nicht einbezogen zu haben“ Wir lösten uns von einander, spazierten ein wenig ohne bestimmtes Ziel über den Hof hinweg sprachen nicht länger über das was geschehen war. Cayden berichtete von seinem aufregenden Ritt durch Kanada, die Gespräche mit Matthew und wie toll sich Willow bei dem Ritt angestellt hatte. Erst spät in der Nacht nach etlichen Stunden der belanglosen Gespräche kehrten wir in unser Haus zurück. Einen Moment blieb ich unschlüssig auf der Treppe stehen die Füße auf der zweiten Treppe fragend meine Hand ausgestreckt. Cayden jedoch fasste mich nicht bei der Hand, stattdessen trafen seine Lippen auf die meinen. In diesem Kuss lag eine Art Hunger der auch in mir zu wachsen begann, erst jetzt wurde ich mir wirklich bewusst wie sehr ich ihn brauchte, wie sehr ich an diesem Mann hing. Als wir küssend auf das Bett nieder gingen, hielt er einen Moment inne – in seinen Augen glitzerte etwas…es schien eine letzte Frage zu geben „Was wäre das Kind geworden?“ sprach seine raue, angespannte Stimme. Schnell huschte mein Blick davon, danach hatte ich nicht gefragt…also schüttelte ich den Kopf „Was hättest du dir gewünscht?“ seine Hand strich mir eine meiner roten Strähnen aus dem Gesicht, küsste meinen Scheitel, meine Nasen und ich hungerte danach das er mir eine Antwort gab um ihn wieder küssen zu können. „ein Mädchen“ waren die letzten Worte, die er sprach ehe wir uns einander zuwandten, nach so vielen Wochen des Zwists zwischen uns.
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    Zu sagen der Hof war gefüllt mit Menschen hätte das ganze noch…untertrieben – es war beinahe überfüllt! Nicht nur die ausgewählten mit ihren Pferden waren angereist, auch die ganzen Schauspieler zusammen mit ihnen LKW´s beladen mit allem möglichen und unmöglichen an Requisiten, Equipment und Kamerakräne. Es gab kaum einen Ort an dem nicht ein Trupp Menschen beisammen stand um etwas aufzubauen. Diese Gelegenheit jedoch hatte ich zugleich ergriffen – genau im Zentrum des Geschehens hatten wir einen Pferch aufbauen lassen, egal wer über den Hof ging, an diesem musste er definitiv vorbei. Mit einigen Mühen hatten wir den leicht sedierten Bucks nun in diesen Pferch gesetzt, sodass er sich an den Lärm und auch das Gewusel an Menschen um sich herum ertragen lernen musste. Während bereits vereinzelt immer wieder die Pferdelosen Szenen gedreht wurden, so beschäftigte ich mich bereits seit mehr als einer Woche mit den Pferden und Darstellern. Wir hatten Salera und ihren Hengst Smaug dazu auserkoren das Schlachtross des Gottes Odin zu spielen in den Phasen in denen der Schauspieler Gregory also nicht am Set war, nutzte er um sich mit dem Hengst bekannt zu machen. Beaufsichtigt wurde er dabei von einem der Trainer, die mit angereist waren, aber auch von Salera selbst die mächtig stolz auf ihren Hengst zu sein schien. Außerdem hatten wir noch sieben andere Darstellerpferde und ihre Besitzer zu uns eingeladen, darunter auch Peeta, den Hengst von Maren den ich erst kürzlich trainiert hatte im Springen. Durch einige Schwierigkeiten mit dem ehemaligen Besitzer, war der Hengst bei ihr in Gefahr, weshalb ich den Regisseur dazu ermutigt hatte den hübschen Braunfalben bei uns mit wirken zu lassen. Neben Peeta waren auch noch zwei andere mir bekannte Pferde gewählt wurden, die knuffige Islandstute Kempa sowie ein Moon Sohn namens Willo´the Wisp. Sogar die Criollostute von unserer Nachberin Flying Rook, war gewählt worden um in dem Film mit wirken zu können. Altair der Hengst von Gwen war mir ebenfalls geläufig gewesen, hatte ihn jedoch noch nicht in Natura gesehen. Aimiliani und Armani jedoch waren, zwei mir vollkommen unbekannte Pferde, die ich erst hier auf dem Hof kennengelernt hatte. Als ich jetzt so über den Hof schlenderte, kam ich mir beinahe vor wie beim Slalom, doch irgendwo genoss ich diesen Trubel auch – seit knapp zwei Tagen war auch Cayden wieder auf dem Hof. Dank der vielen Leute konnte ich ihm leicht aus dem Weg gehen. Auf dem großen Platz des Hofes erwartete mich eine neuerliche Trainingseinheit mit den Schauspielerinnen und den ihnen zugewiesenen Pferden. Jede der neun Frauen sollte eine der Walküren Odins darstellen, die nach einer Schlacht die ehrenvollen Krieger mit nach Walhalla führten. Zwar hatte der Regisseur bei der Auswahl der Frauen darauf geachtet, dass sie einiges an Reiterfahrung mit sich brachten, sodass die Reitdoubles nicht von Nöten sein würden. Damit sie sich jedoch an ihre zugewiesenen Pferde gewöhnen konnten, war hier dasselbe Prozedere wie auch bei Smaug – die Frauen halfen beim Putzen, dem Füttern , erhielten Einweisungen durch die Besitzer und durch mich und auch andere Trainer immer wieder „Reiteinheiten“, sowie Bodenarbeit.

    Nun nach knapp drei Tagen war ich wieder einmal mit dieser Einheit an der Reihe, als ich endlich am Platz ankam begrüßten mich dort neun verschiedene Dreier-Teams, bestehend aus zwei Menschen und deren Pferd. In den Legenden hieß es die Walküren seien auf ihren feingliedrigen Ponys durch Asgard geritten – jene die länger unter Odin gedient hatten, waren im Stande ihre Pferde nur mit ihren Gedanken zu lenken. Selbiges hatte auch Theodor im Sinne gehabt, doch eigneten sich nicht alle der Pferde dafür im Trubel des Geschehens noch ohne Trense kontrollierbar zu sein. Vor allem nicht wenn der Hubschrauber über sie hinweg flog – es würde eine Szene geben in denen die Pferde in vollem Galopp hinter Odins hinterher mussten, das alles konnte schnell in einer Raserei enden. Der Stall jedoch war auch so etwas wie eine Hightech Anlage geworden – jeden Abend alle zwei Stunden starteten Schüsse, Knallwerk, Gewitter und auch der Motorenlärm für etwa eine Viertelstunde, setzte dann wieder aus um anschließend von neuem zu beginnen. Gegen Mitternacht jedoch verstummten die Geräte damit die Tiere eine gewohnte Nachtruhe verbringen konnten. Es war jedoch faszinierend zu beobachten wie bereits nach nur einer Woche alle Pferde sehr gelassen auf diese Methode reagierten. Zu den sowieso heran geschafften Pferden, die in einzelnen Szenen eine besondere Rolle spielen sollte, beherbergte der Hof und auch der unserer Nachbarin Siobhan, knapp 50 bis 60 andere Pferde unterschiedlichster Rasse und Größe. Ein gewaltiger Friesenhengst befand sich darunter, der auserwählt worden war um den Schauspieler der Hrodgar verkörpert zu tragen.

    Meine Teams standen erwartungsvoll vor mir – heute sollten die Pferde erstmals ihre „Rüstungen“ kennenlernen, die im Grunde aus einer Art leichtem Fellsattel bestand, einer breiten Brustplatte die sehr einem normalen Vorderzeug glich und einer wunderbar gearbeiteten Trense. Im Grunde unterschied sich das Equipment nicht groß von dem was die Pferde nicht schon kannten, doch war es gerade für die Schauspieler von Nöten sich daran zu gewöhnen. Auch mich selbst erwartete eine neuerliche Trainingseinheit, denn eines der Teams erwartete auch mich – Stormbringer und Marple Anderson. Zunächst hatte ich es abgelehnt Stormbringer mit in den Film zu nehmen, denn ich hielt ihn für noch nicht geeignet dafür. Hansi und auch Kathrin hatten mich darin bestärkt er sei längst nicht mehr der ängstliche Hengst von vor einem Jahr, also hatte ich mich breit schlagen lassen unter der Voraussetzung eine wirklich erfahrenere Reiterin auf ihn zu lassen. So also hatte man mich mit Marple bekannt gemacht, gegen die ich nach wenigen Gesprächen und gemeinsamen Ausritten nichts mehr einzuwenden hatte. Auch die anderen Teams hatten sich so gefunden. Da Maren auf ihrem Hof zu tun hatte, war Cayden derjenige der Amanda Johannsen den Umgang mit dem braven Hengst zeigte. Amanda würde im Film selbst die Rolle der Brunhild einnehmen, der Walküre die Odin am nächsten stehen würde. Weshalb auch gerade Smaug und Peeta oft zusammen gefüttert wurden, gemeinsam auf dem Paddock waren, da sie auch in den Schlachtszenen Seite an Seite laufen mussten. Altair und Flying Rook waren für die näheren Szenen des Kampfes ausgewählt worden, da sie sich in den Wendungen ohne Trense am besten kontrollieren ließen, die Reiterinnen Melinda Gawron und Judith Carter waren mit der Westernreitweise vertraut. Zusammen mit den anderen Trainern hatten sie bereits das Kämpfen vom Rücken der Pferde aus geübt – gemeinsam, aber auch in der Gruppe der anderen Reiter und Pferde. Für diesen Nachmittag war die Kampfszene angesetzt worden, an anderer Stelle würden auch Stormbringer und Varulv mit ihren Walküren Corinne Witherspoon und natürlich Marple an Odins Seite kämpfen, wenn auch er selbst in der Szene nicht zu sehen sein würde. Ich gesellte mich mit zu meiner Partnerin, die Storm am Knotenhalfter links neben sich fest hielt. „Gestern sind die Sättel für eure Pferde angekommen, ihr hattet bereits die Gelegenheit euch mit ihnen vertraut zu machen. Heute sollen die Pferde selbst sie kennenlernen, da sie wie Sättel von Barefoot keinen Baum besitzen, passen sie beinahe auf jedes Pferd müssen jedoch individuell eingestellt werden. Legt sie ihnen erst einmal an, wenn wir damit fertig sind kommt jeder in die Mitte des Platzes“ Ich wies auf den Mann den ich mit mir gebracht hatte „Mister Burkton hier ist Sattler, wird also einen Blick auf die Pferde werfen um sicher zu stellen das es nirgendwo drückt“ ich überließ Mr. Burkton und Marple die Anpassung des Sattels bei Stormbringer um hinüber zu Smaug und seinem Team zu gehen. „Smaug erhält eine andere Ausrüstung als die anderen, denn als Schlachtpferd Odins, soll er nicht nur durch seine Größe und Auftreten aus der Masse hervor stechen. Da die Lederrüstung jedoch an ihn angepasst werden muss, wird Smaug erst am Nachmittag in die Anprobe müssen. Ich hab ja bereits die letzten Tage mit ihm trainiert, denn in der Dressur hatte er ja noch ein wenig zu hadern, deswegen werde ich auch heute wieder auf ihm „vor reiten“ Gregory wird heute Abend seine erste Szene mit ihm haben und bis dahin soll er sich dann ausruhen können.“ Salera nickte nur, während Gregory ein wenig Enttäuscht daher blickte „ Du musst eh in die Maske um noch rechtzeitig „Odin“ zu werden, außerdem kannst du Smaug sicher nicht in der Dressur trainieren,oder?“ neckte ich den hochgewachsenen Mann vor mir. „Dafür werde ich mit ihm in die Schlacht ziehen können“ sprach er im brüsken Ton, des Gottes den er zu verkörpern hatte. Schüttelnd wandte ich mich den Teams zu, ließ sie anschließend in der Obhut eines anderen Trainers um mich meinem persönlichen Schutzbefohlenen zu kümmern – das Schlachtross. Der Hengst war für seine knapp drei Jahre wirklich sehr gelassen und brav, zeigte jedoch in der reiterlichen Ausbildung einige Lücken – gerade was auch die selbstständige Aufrichtung anbelangte. In der Zeit seit er hier auf dem Hof war hatte er bereits einiges dazu gelernt, das nicht nur in der Dressur durch mich. Zu seinem ohnehin ruhigen Charakter war eine gewisse Routine mit Stress hinzu gekommen, die gerade auf Körungen und Turnieren einmal von Vorteil sein würden. Mit dem Hengst am Zaum suchte ich mir eine der – im Moment – ruhigeren Ecken etwas außerhalb des Hofes um mit Smaug zu üben. In Gedanken zog ich mir Linien, die einen Platz für mich hier auf der Wiese darstellen sollten – da hinten der große Stein, die kleinen Flechten auf der gegenüberliegenden Seite und auch die Formation an Büschen weiter hinten. Die einzelnen Bahnfiguren hatte Smaug ohne weitere Probleme verinnerlicht, seine leichteste Übung war hierbei der einfache Galoppwechsel gewesen. Smaug war unheimlich wissbegierig weshalb das Training mit ihm einfach angenehm war, die konstante Anlehnung stellte ab und an einige kleine Hürden dar, doch alles in allem hatte Smaug eine Menge gelernt. Nach einer knappen halben Stunde des Trainings entledigte ich des Hengsts seines Sattels, legte ihm die gebisslose Trense an um mich mit Hilfe eines Steines auf seinen Rücken zu schwingen. Im Schritt folgten wir einer ganzen Weile, der Grünfläche des Hofes, vorüber an den Leuten die mit all möglichen Dingen beschäftigt war. Sah ich in Richtung der Weiden der Hengste sah ich bereits wie die Szene des Nachmittages vorbereitet wurden, auf dem Platz hinter mir ritten die Schauspieler ihre Pferde mit dem neuen Equipment, die Besitzerinnen der Ponys standen in der Mitte schienen manchmal kleine Anweisungen zu geben, doch konnte ich über die Entfernung nicht viel dazu sagen. Mit den Schenkeln trieb ich Smaug wieder in den Schritt folgte der zertretenen Grasnarbe, fragte mich dann innerlich wann sich das Land von diesem Film wohl erholt haben würde. Jetzt war es nur eine Woche da sie alle hier waren, doch langsam bereute ich es auch beinahe. Als ich den Hof über das Waldstück an der Geländestrecke weitestgehend hinter mir gelassen hatte, ließ ich Smaug die Zügel, trieb meine Schenkel heftiger als beabsichtigt in seine Flanken, sodass er mit einem Satz nach vorn sprang und durch den Wald davon preschte. Meine nun kürzer geschnittenen Haare wirbelten mir um den Kopf, doch bekam ich auch die Enden von Smaug´s wallender Mähne ins Gesicht. Mit der Hand griff ich hinein um irgendwo meinen Halt zu haben, wollte einen Moment einfach die Augen schließen um die Ruhe auch in meinem inneren zu suchen. Bald musste ich den jungen Hengst jedoch in seinem Lauf stoppen, da die Insel hier in beeindruckenden Klippen endete. Dort angekommen ließ ich mich vom Rücken des Hengstes gleiten, denn noch war sein Training für diesen Vormittag nicht ganz beendet. Nach einer Weile des herum Führens damit sich die Atmung beruhigen konnte stoppte ich den Hengst „stellte ihn ab“ und setzte mich zunächst zu seinen Füßen auf den Boden. Sobald er den Kopf senkte um zu fressen tippte ich ihm auf die Nüstern um dieses Verhalten zu „strafen“, sagte desweiteren lautstark „Nein!“. Um die Stufe der Schwierigkeit nun ein wenig zu erhöhen stand ich auf, lief um den jungen Hengst herum – zu aller erst ein wenig langsamer, dann auch immer schneller. Smaug lernte schnell und auch gern – innerhalb einer Woche hatte er dieses „Kunststück“ beinahe zu einer Art Perfektion gebracht. Nur geschah es ab und an dann doch das er den Kopf senkte um zu fressen, dies galt es ihm noch etwas abzugewöhnen. Auch Salera trainierte mit ihm erst auf Kommando sein Müsli zu sich zu nehmen, sodass die Übung des Stehens noch besser funktionierte. Mittlerweile konnte ich auf ihn zu rennen, die Arme lautstark in die Luft werfen oder gar ein Rad um ihn herum schlagen – hatte er das Wort „Steh“ vernommen bewegte sich Smaug nicht von der Stelle. Führend kehrte ich mit ihm zurück zum Hof, das Mittagessen stand an der Tagesordnung – beinahe 150 Leute wurden durch ein wahnsinnig tolles Catering versorgt, sodass ich mir das kochen in den letzten Tagen hatte sparen können. Zusammen mit den Trainern fand ich mich an unserem Tisch ein, wir hatten eine Menge zu besprechen, denn jedes der Darstellerpferde hatte eine ganz spezielle Aufgabe sowie Szene. Für die anstehende am Nachmittag stand nichts im Wege, in drei Tagen jedoch war die Szene mit der verletzten Walküre geplant – Aimiliani ihr Pferd musste dafür lernen „auf die Knie zu fallen“ sobald die Axt aus Schaumstoff sie an der Brust berührte. Danach würde sich die Stute langsam auf die Seite fallen lassen, damit es so aussah als sei sie tödlich verunglückt. Anschließend sollten mehrere Pferde tot auf dem Boden liegen, zwischen ihnen einige andere menschliche Leichen, der Hubschrauber oder aber eine Kameradrohne würde darüber hinweg fliegen um auch diese Szene im Bild zu haben – auch dort musste Aimiliani so tun als wäre sie nicht länger an Leben. „Jasper? Wie macht sich Aimi denn so?“ Jasper war der Trainer der Sammy beim Training mit der Stute zur Seite gestellt worden war. Jasper schluckte hastig an seinem Brot, begann dann zu husten als er sich verschluckt hatte, als er zu sprechen begann klang er beinahe ein wenig heiser. „Die Stute ist wirklich lernwillig! Das Knien stellt bereits keine Probleme mehr dar – sobald sie an der Brsut touchiert wird macht sie einen Kniefall. Das hinlegen stellt dann doch ein paar Probleme dar, aber nicht etwa im Sinne von sie weigert sich, sondern macht sie das einfach zu schnell. Wahrscheinlich muss da dann mit der Zeitlupe am Computer etwas getan werden, wenn wir das nicht hinbekommen wollten. Geht es aber weiterhin so gut voran könnten wir ab nächste Woche das ganze bereits mit einem Reiter probieren. Aber ich hab dich heute mit dem guten Smaug üben sehen, der Gute scheint auch Fortschritte zu machen.“ Ich winkte nur ab, wollte etwas erwidern als sich Kathleen in das Gespräch einzuklinken begann, sie trainierte zusammen mit Gwen Altair und auch Flying Rook, denn beide Pferde hatten eine Szene gemeinsam. „Ich finde es ja Wahnsinn, wie schnell sich Rook und Alatir aneinander gewöhnt haben – in der ersten Zeit hat Alatir doch ein wenig den Hengst heraus hängen lassen. Da hat ihm die Stute gezeigt wo der Haken hängt und et Voila es ging ohne weiteres. An die Kameradrohne über ihren Köpfen haben sie sich beide schnell gewöhnt, Rook hat sie von Anfang an beinahe ignoriert. Mit Halsring mitten unter den anderen Pferden, sowie in den Momenten in denen „die Heere“ aufeinander zu preschen bleiben sie stets gut kontrollierbar. Da wir so rasch voran kamen haben die beiden jetzt sogar gelernt noch besser auf die Stimmen der Reiter zu achten, zwei tolle Pferde Rook und Altair.“ Ich musste lachen, ja der Forrest Hengst machte mächtig was her, hatte durch diverse Turniere und viel Training auch mächtig Erfahrung mit Trubel. Mark´s Stute Rook kannte ich bereits, die der Stute zugeteilte Schauspielerin Judith Carter hatte sogar versucht die Criollostute zu kaufen. Armani und Kempa hatten lernen müssen einen Wagen zu ziehen – sodass sie im Grunde jetzt als beinahe „eingefahren“ eingestuft werden konnten. Der Hengst war erst kürzlich aus weniger guten Verhältnissen gerettet worden, hatte noch ein bisschen wenig auf den Rippen – erhielt hier jedoch eine ordentliche Portion Futter täglich. Durch den Kontakt zu anderen Pferden, den täglichen Weidegang und auch das Training schien das Leuchten in seine Augen zurück zu kehren. An der Seite der jungen Islandstute Kempa war er eher für die ruhigeren Szenen zuständig – wie sie angebunden vor einem der Ratszelte standen, sie zogen den Wagen mit der verletzten Walküre und waren in der Meute der „toten Pferde“ in die auch Aimiliani eingeteilt worden war. Mykene der Trainer von Varulv und auch von Stormbringer in Zusammenarbeit mit Hansi machten gute Fortschritte mit dem Training meiner beiden Hengste, die jedoch nur kleine Nebenrollen in den Kampfszenen bekommen hatten, oder eben die Walküren zu tragen hatten. Irgendwelche besonderen Tricks hatten sie nicht zu lernen, bis auf die Tatsache das auch die beiden ohne Trense geritten wurden. Peeta dagegen erhielt eine Sonderbehandlung, nicht nur da er durch seinen vorherigen Besitzer „bedroht“ war – er sollte das Pferd der Walküre Brunhild werden. Neben dem Training im „stehen bleiben“ erhielt er auch eine angefangene Fahrausbildung „Liliane, wie macht sich denn unser Peeta?“ Die ältere Frau sah von ihrer Suppe auf, legte den Löffel beiseite und rückte ein Stück näher heran um nicht so schreien zu müssen. „Wir haben ihn heute zum ersten Mal einen Autoreifen ziehen lassen – im Grunde wird er wohl nie vor eine Kutsche gespannt sein, aber etwas hinter sich her ziehen ist schon furchteinflößend für ein Pferd. Später soll er ja den toten Hrdodgar an der Reihe der Krieger vorbei ziehen – im Galopp. Davon sind wir noch etwas entfernt, aber auch Amanda die ihn reitet macht ihre Sache wirklich gut. Cayden hat uns heute beim Training unterstützt“ Cayden also…mhm….darauf wusste ich nichts zu sagen, schweigend nahm nun jeder sein Essen zu sich, hing irgendwie seinen eigenen Gedanken nach.

    Die Vorbereitungen für die neue Szene lief auf Hochtouren, die beiden zukünftigen Walküren hockten in der Maske während Gwen und Mark damit beschäftigt waren ihre Pferde zu kleiden. Die neuen Sättel kamen auf den Rücken, eine verzierte Schnur diente als Halsring. An den Vorderbeinen waren kleine „Armbänder“ mit Glöckchen befestigt, die Hinterbeine trugen nichts. Mähne und Schweif der beiden waren auf Hochglanz gestriegelt worden, später jedoch würde man etwas Kunstblut über die Pferde träufeln müssen um die Kriegsszene authentischer wirken zu lassen. Als jeder an seinem rechten Platz war, die Aufgaben verteilt und unnützes Zeug aus dem Weg geräumt worden war – begann der erste Drehtag für die Pferdeszenen. Man sah wie sich Amanda und Judith gegenseitig gelingen in der Schlacht wünschen, auf Pfiff rief Judith Rook herbei stieg in den Sattel um ihren Platz in des Heeres Reihen einzunehmen. Gregory in seiner Rolle als Odin schritt mit seinem Sleipnir die Reihen des Heeres entlang, sprach Worte des Mutes ehe die kämpfenden aufeinander prallten. Nun wurde von zwei Seiten aus gefilmt – Altair und Rook eher von oben, während eine der Kameras mitten im Geschehen stand und somit Stormbringer und Varulv im Blick hatte. Nach nur knapp 10 Minuten war die gesamte Szene im Kasten, denn sobald die Walküren von Feinden aus dem Sattel gerissen wurden, rannten die Pferde im Schlachtgetümmel davon. Ab da begann eine der anderen bereits gedrehten Szenen, die diese Schlacht zeigten. Auf dem Bildschirm wurde sich die Szene angeschaut, Theodor jedoch war noch nicht von den Einstellungen überzeugt, also wurde wieder alles auf Anfang gebracht und von neuem begonnen. Es benötigte drei weitere Wiederholungen bis wirklich jeder mit der Szene zufrieden war. „Tolle Arbeit Leute! Die erste Szene mit den Pferden ist im Kasten!“ rief Theodor lauthals.
  6. Der Morgen war noch jung als das Flugzeug gelandet war, sodass sich Aiden und Kathi noch auf der Futterrunde für die Pferde befanden und Hansi wollte sich heute wieder einmal mit dem Junghengst Smarty beschäftigen – mit seinen zwei Jahren hatte seine Vorbesitzerin begonnen ihn bereits einzureiten, da wir es aber als zu jung befanden bestand der Großteil seiner Arbeit nur aus Bodenarbeit, sowie Longierstunden mit einem leichten Sattelpad.

    Also war es jetzt allein an mir unserem Gast gegenüber zu treten Mr. Quarvel hatte sein Frühstück bereits eingenommen, befand sich auf einem Rundgang quer über den Hof wie mir eine der Reitmädels unserer Nachbarn verriet. Mein Blick ging auf mein Handy, es war gerade einmal 7:23, was also hatte ihn dazu bewegt so früh dem Bett zu entsteigen. Ein kurzer Besuch bei Bucks jedoch war noch in meinem Zeitrepertoire, der Hengst wich nicht länger in die Ecke seiner Box zurück beäugte mich mit seinem blauen Auge Aufmerksam. Beinahe schien er seine Angst mir gegenüber langsam aber sicher zu verlieren. Zumindest machte ich in dieser Hinsicht deutliche Fortschritte.

    Vor dem Stall sah ich mich suchend in alle Richtungen um, am Zaun der in Richtung der Hengstweiden entlang führte sah ich eine Gestalt eingehend die Gegend beobachten. Mit schnellen Schritten brachten meine Füße mich in jene Richtung in der auch Mr. Quarvel stand, ich begrüßte ihn auf dem Hof fragte nach dem Anliegen seines Besuches, wenn ich auch darum wusste.

    „Ihre Mitarbeiter haben mir bereits berichtet, sie hatten in der letzten Zeit viel um die Ohren, weshalb mein Brief etwas in die Vergessenheit gerückt zu sein schien.“ Er machte eine unbedeutende Handbewegung in die Runde „Einen wunderschönen, beinahe antiken Hof den sie hier besitzen!“ Ich folgte seiner Handbewegung, schüttelte dann den Kopf „Mir gehört zwar ein Großteil der Pferde hier, doch der Hof gehört meinem Freund Cayden McAlistair und seiner Cousine Kathrin McAlistair, sie haben den Hof von ihrer Großmutter geerbt. Einige der Renovierungen sind noch im Gange, aber dieses Jahr wird wohl alles beendet sein.“ Wir besprachen noch ein wenig den Hof, die umliegende Landschaft, jedoch lenkte keiner das Gespräch auf den eigentlichen Grund seines Besuches. Bis jetzt.

    „In meinem Brief habe ich ihnen ja bereits geschildert wie mir Archer seinerzeit von der Koppel geklaut wurde.“ Mr. Quarvel hielt einen Moment inne, während ich mit den Zähnen nervös begann meine Unterlippe zu malträtieren bis ich Blut zu schmecken begann, selbst dann jedoch vermochte ich nicht damit inne zu halten. „In den vergangenen Tagen habe ich den Hof eingehend besichtigt, mir ein Bild vom Zustand meines Hengstes gemacht.“

    Meines.

    Das war es er würde mir Stormy wieder nehmen! „Mr. Quarvel, ich bitte sie. Ich habe den Hengst beinahe vor über einem Jahr gekauft, ihn mühsam trainiert und Stormy ist auf dem besten Weg ein zuverlässiges Reittier für jeden zu wer“ ich wollte noch weiter reden, doch das Lächeln auf dem Gesicht des Mannes vor mir wurde immer breiter, dann hob er eine Hand um mir Einhalt zu gebieten, verwirrt hörte ich auf zu reden. „Ich bin nie hierher gekommen um ihnen Ar..Nein ich sollte ihn wohl Stormbringer nennen…zu nehmen. Ich hätte ohnehin vorgehabt ihn zu verkaufen, in bessere Hände als die ihren hätte er es wohl nicht treffen können. Als Jungpferd war er noch beinahe komplett ein Rappe, aber bei ihnen scheint er immer mehr auszuschimmeln, der Hengst ist in einem tollen Zustand, lässt sogar mich an sich heran. Früher hatte er bei uns oftmals Probleme mit Männern, ganz so als sei er eher ein Frauenpferd.“



    Der Giftdorn der sich in meinem Herzen nun aufzulösen begann ließ mein Herz zum ersten Mal seit Wochen wieder einen kleinen Sprung vollführen, der nicht gefüllt war mit lauter Schmerz. Gleicherlei ließ mich die Begeisterung keinen weiteren Ton über die Lippen bringen, ich hätte diesen etwas pummeligen Kerl, mit seinen feuerroten Haaren und der riesen Geheimratsecke nur allzu gern umarmt. Ein Seufzen jedoch war es, welches irgendwann meine Lippen verließ, da erst bemerkte ich ,dass ich die Luft angehalten hatte. Der ältere Herr nahm mich bei den Schultern „Nun kommen sie Mädchen, atmen sie mal wieder frei, weil eine kleine Bedingung hätte ich dann doch gern“

    Ich sah ihn aus zusammen gekniffenen Augen etwas von der Seite an „Die da wäre?“ fragte ich mit matter Stimmer, da ich mein Glück irgendwie noch immer nicht fassen konnte. „Ich bin nicht nur begnadeter Hobbyzüchter von einigen Connemara´s sonder bin darüber hinaus auch noch ein Filmregisseur, der zur Zeit einen Wikingerfilm dreht. Die Umgebung dieses Hofes, die Ruinen auf dem Gelände und die Pferde vor Ort würden einen perfekten Drehplatz für die nächsten Szenen darstellen!

    Wenn es ihnen nichts ausmacht, könnte ich mein Team anrufen und innerhalb einer Woche wären wir mit Sack und Pack hier um die nötigen Szenen zu drehen.“ Das musste ich erstmal schlucken, jemand wollte einen Film drehen auf Caed Crevan?! „Sie würden natürlich eine horende Summe erhalten, als Dank das wir für einige Wochen ihren Hof in Beschlag nehmen, darüber hinaus könnten einige der Schauspieler eine fähige Reitlehrerin gebrauchen.

    Desweiteren benötigen wir noch ein Pferd passend zum Anführer unseres Clans, da sie sicher Kontakt zu anderen Pferdemenschen haben, können sie mir sicher bei der Suche nach einem passenden Hengst oder Stute helfen?“ Ich war nun vollkommen verblüfft, hörte mit offenen Ohren und Augen seinen Worten zu und bekam den Mund vor Erstaunen beinahe kaum zu. „Ich werde das ganze in unserem Team besprechen, dann kann ich ihnen Morgen in der Früh eine Antwort darauf geben“



    Am Abend hielten wir mit Cayden via Skype eine Konferenz ab. „Wir erhalten eine halbe Million, wenn die Leute hier auf dem Hof drehen dürfen. Darüber hinaus würden einige unserer Pferde im Film selbst auftauchen, zudem benötigen wir sogar noch weitere Darsteller, die in den Kriegsszenen mit auf den Pferden sitzen.“ Zählte Kathi noch einmal alles zusammen, im Grunde war alles bereits besprochene Sache!

    In den folgenden Wochen würde Caed Crevan zu einem Filmschauplatz werden!
  7. [color=rgb(169,169,169)Langsam gehen mir die Kapitelnamen aus ._.





    Nachdem die Arbeiten an der Halle nun endlich beendet waren, hatte ich mir Greentea geschnappt um mit ihr ein wenig in der „neuen“ Halle zu trainieren. Die Stute selbst war ein wenig schwer davon zu überzeugen gewesen, die saftige Wiese wieder zu verlassen, hatte dann jedoch ihre Herde hinter sich gelassen und sich von mir ausgiebig putzen lassen. Bei der Gelegenheit schnippelte ich ihren Schweif wieder auf eine normale Länge, denn auf dem Boden zu hängen brauchte er nicht. Das Training, wenn es auch eines hatte werden sollen absolvierten sowohl Stute als auch ich irgendwie nur mit der halben Arschbacke – weder das Schritte verlängern im Trab noch der einfache Galoppwechsel wollten heute so richtig klappen. Frustriert brach ich das Training dann einfach ab, brachte Greentea schlurfenden Schrittes zurück zum Putzplatz, in der Sattelkammer landete der Sattel etwas lauter als gewollt auf der dafür vorgesehenen Aufhängung.



    Ein Kopf streckte sich aus der Futterkammer, der zu Kathi gehörte, die an diesem Morgen die Pferde hatte versorgen wollen. „Huch, was ist denn mit dir los?“ Innerlich wollte ich ihr erzählen was gerade in mir vor ging, doch kannte ich sie einfach noch nicht lang genug um ihr das anvertrauen zu können. Also winkte ich mit der Hand ein wenig ab, zuckte mit den Schultern „Streit mit Cayden, aber das wird schon wieder irgendwie.“ Kathi kam nun etwas mehr aus der Futterkammer „Wow, ich dachte immer so was passiert bei euch gar nicht.“ Ob diese Aussage jetzt aufmunternd gewesen sein sollte, vermochte ich nicht genau zu sagen, also schenkte ich Kathi ein Lächeln. „Naja, die nächsten Tage bin ich nicht hier, da haben wir eine kleine Pause, die uns sicher ganz gut tun wird. Ich werde zu Maren nach Polen fliegen um einen ihrer Hengste zu trainieren, vielleicht auch noch ein Besuch bei Vina, der neue Hof ist wohl bereits bezogen.“



    Außerdem benötigte ich wen zum Reden….zwar hatte ich Vina noch nicht gefragt, doch war ich mir sicher meine langjährige Freundin würde es mir nicht verübeln. Zwar hatte ich auch Amy im Kopf gehabt, doch die schwebte mit Ty gerade irgendwo in den Wolken und diese Glückseligkeit war es nicht unbedingt die ich jetzt gebrauchen konnte. „Ja, hab den Termin schon im Kalender eingetragen gesehen, war ja alles schon vor deinem Krankenhaus Aufenthalt geplant gewesen, da wird es jetzt ja höchste Zeit. Dieses Mal werd ich ein Adlerauge auf Bucks gerichtet haben, nicht das er wieder ausreißt wenn du fort bist!“ Da fiel mir noch etwas ein, „Kathi, besorgt bitte noch einen Hufschmied der sich so bald wie möglich an seine Hufe macht, die sehen schon gang schön arg aus.“ Kathi nickte und notierte es sich gleich in ihrem Handy, ehe sie sich wieder ihrer Aufgabe widmete und ich zurück zu Greentea ging. Die Stute hatte ihr Mahl beendet, also band ich sie los und schwang mich auf ihren Rücken um sie zur Weide zu reiten.

    Dort entließ ich sie wieder in die Freiheit und beobachtete wie sie der kleinen Gruppe von Stuten entgegen galoppierte. Ich hoffte sie bald gekrönt zu bekommen, sie und auch Willow, denn dann konnte die Zucht in eine weitere Runde gehen. In diesem Jahr hatten wir keine der Stuten bisher decken lassen, dafür war es uns gelungen Ikarus und Varulv kören zu lassen. Auf dem Weg zurück von den Weiden begegnete ich niemandem, kümmerte mich dann persönlich um die Futterration von Bucks.

    Der Hengst schien sich immer besser zu erholen, auch wenn ich es noch immer bedauerte ihm seine Mähne und auch den Schweif SO kurz geschnitten zu haben, aber es war nun mal sehr verfilzt gewesen. Mit zurückgelegten Ohren beobachtete Bucks, wie ich das Futter aus dem Eimer von außen in den Trog füllte, erst als ich einen Schritt von der Boxentür wegtrat bewegte sich der Hengst nach vorn. Da würde noch einige Zeit vergehen müssen, wenn Bucks freiwillig zu mir kommen sollte „Guten Hunger“ wisperte ich ihm zu ehe ich den kleinen Ponyhengst wieder verließ.

    Sollte es je soweit sein, so war ich mir bereits jetzt sicher – einen Reiter würde er vielleicht nie auf seinem Rücken dulden, aber vielleicht würden wir es mit einem Sulky versuchen können.



    Am Abend saß ich gerade in der gemeinsamen Küche nahm einzig ein Mahl aus Tomatensalat zu mir, trank ein Glas Bier als Cayden zur Tür hinein kam. Seine Schultern waren nass, auch aus seinem Bart troffen einige Tropfen des Regens der draußen fiel. Erst ging sein Blick auf das beinahe leere Glas mit dem Bier auf dem Tisch, zuckte dann zu mir und nachdem dies einige Male geschehen war zogen sich seine Augenbrauen in einem gequälten Ausdruck zusammen. Ein Sinn der leichten Erkenntnis schien in seinem Blick zu liegen, langsam ohne sich auch nur darum zu kümmern das er den Boden voll tropfte kam er zu mir herüber, ließ sich schwer auf den Platz vor mir sinken. Mit forschenden Augen sah er mich über den Tisch hinweg an, es fiel mir so unheimlich schwer den zornigen oder eher schmerzvollen Blick seiner grau-grünen Augen zu erwidern.

    Als nach mehreren Sekunden, die mir eher wie Stunden erschienen, seine zornige, laute Stimme an meine Ohren drang erschrak ich so sehr das mir der Löffel aus der Hand fiel. Seine Hände, die noch zuvor sein Kinn gestützt hatten prallten laut auf dem Tisch auf, der Stuhl war etwas nach hinten gerutscht, Cayden sprach laut, schrie jedoch nicht „Diese Entscheidung lag nicht allein bei dir, auch ich hatte ein Recht darauf, das war unser Kind!“ seine Stimme zitterte, ob es vor Zorn auf mich war oder der Schmerz den seine Augen zu versprühen begannen war mir nicht ganz klar.

    „Ein Kind das ich bereits begann in mir zu hassen, ich habe die gesamte Zeit im Krankenhaus darüber nachgedacht, mir eingeredet ich könnte wenn ich den Mann liebte auch das Kind lieben. Aber sieh uns doch an, sie mich an! Ich lebe zusammen mit einem Mann den ich nicht einmal ein Jahr kenne, auf einem Hof der nicht der meinige ist mit Pferden die ich abgeben müsste, wenn wir uns eines Tages nicht mehr verstehen würden. Die Zeit für ein Kind war nicht reif, wird es auch nie sein.“

    Auch ich hatte meine Stimme erhoben, war näher an ihn heran getreten. Cayden lachte auf, dabei wirkte er beinahe wie Irr „Deswegen tötest du etwas das auch meinem Blute entstammte – ohne es mit mir abzusprechen!?“ jetzt wurde seine Stimme lauter, energischer.

    „DU bist nicht mein Mann, also obliegt diese Entscheidung noch immer bei mir“ es war raus, Worte im Zorn gesprochen, niemals wahrhaftig so gemeint und doch konnte ich sie in diesem Moment nicht mehr zurück nehmen. Da spürte ich plötzlich ein heftiges Brennen auf der Wange, hörte Caydens Worte in meinen Ohren „Egoistin“ und sah wie er aus dem Raum verschwand. Meine Wange brannte an der Stelle an der seine Hand mich getroffen hatte, der Widerhall seiner Worte in meinen Ohren mochte nicht weichen. Das war nicht Cayden gewesen, das war das Monster gewesen das ich aus ihm gemacht hatte als ich seinem Kind das Leben genommen hatte.

    Mit dem Rücken prallte ich gegen die Tür des Kühlschrankes, als hemmungslose Tränen begannen meine Wangen hinab zu laufen und mein schluchzen die Küche erfüllte. Dann hörte ich das Quietschen der Tür, ein Kopf in der dunklen Öffnung, den ich durch den Schleier meiner Tränen nicht erkennen konnte. Erst als ich in eine Umarmung genommen wurde, die Wange an der mich Caydens Schlag getroffen hatte Nass wurde und der unverkennbare Duft meines Partners mir in die Nase drang wusste ich, dass es Cayden war. Im ersten Moment verspürte ich den Drang ihn mit wilder Macht von mir zu stoßen, auf seine Brust einzuhämmern bis auch mein Zorn verpufft war, doch dieser rumorte schon längst nicht mehr durch mich hindurch. „Es tut mir so unendlich Leid“ murmelte Cayden, dessen Stimme brüchig klang, da hockten wir also Arm in Arm auf dem Boden unserer Küche und weinten beide um etwas das wir im Inbegriff waren aus den Augen zu verlieren – unsere Beziehung.



    Wir hatten uns am Abend irgendwann ohne weitere Worte von einander gelöst, jeder auf seiner Schlafstatt verbracht, die Bettseite neben mir fühlte sich ohne seinen Körper noch immer so leer an. Heute Morgen hatte ich einen zügigen Ausritt mit Thowra unternommen, beinahe viel zu sehr hatte ich die Stute unten am Strand zu einem Galopp getrieben. Thowra wollte sich danach kaum beruhigen, tänzelte etwas hin und her und blieb noch eine ganze Weile schwer zu bremsen. Erst nachdem wir einen weiteren, dieses Mal kontrollierteren Galopp gewagt hatten mit einer langen folgenden Trab oder eher Töltphase schien Thowra sich zumindest soweit beruhigt zu haben das ich am langen Zügel mit ihr zurück kehren konnte.

    Danach folgte meine morgendliche Runde zu Bucks an die Box, heute schien er weniger aggressiv was das Anlegen seiner Ohren betraf, der Blick seiner Augen schien beinahe Neugierig zu sein. Als ich die Box verließ sah ich gerade Cayden und Ikarus als kleine Punkte, den Hof in Richtung unserer Geländestrecke verlassen, mit einem Schimmel hintendrein der Gwynn sein musste.

    Zwar konnte der Schimmel im Springen nicht unbedingt punkten, doch ein paar Sprünge und Geschicklichkeitshindernisse würden für Abwechslung im Training sorgen. Nach der Runde durch den Stall, in dem ja zur Zeit nur Bucks und Braum standen, letzterer um dem anderen Hengst Gesellschaft zu leisten, musste ich mich auch schon auf den Weg zum hiesigen Flughafen machen.



    Der Flieger landete mit einiger Verspätung, dann endlich am Flughafen von Warschau von hier aus würden mich Maren und vielleicht auch Alex abholen. Am Gate unten erwartete mich jedoch nicht Maren sondern Angy, die mich in Richtung des Gestütes mitnahm – sie erzählte um den Trubel den es zum derzeitigen Zeitpunkt um Peeta gab und Maren es vorzog den Hof so wenig wie möglich zu verlassen. „Na, da bin ich nicht die einzige die im Moment viel um die Ohren hat.“ Die Fahrt ging schnell dahin, am Hof wurde ich wie üblich freundlich begrüßt. „Na da haben sich aber schon wieder einige neue Farbflecke dazu gesellt, oder?“ fragte ich als ich den Blick meiner Augen über die Weide der Stuten gleiten ließ.

    Eine Stute mit schwarzem Kopf und auch so wunderschönen Abzeichen stand nahe des Zaunes und beobachtete uns eingehend „Das da ist Walinka, die erst seit kurzem bei mir ist, aber jetzt führ ich dich mal zu meinem Counterpart zu Katniss – dem Peeta:“ Ich verzog etwas das Gesicht in ihre Richtung „Na Klasse ich nehme an du bist auch so ein Peeta- Fan, bei dem Namen?! Dabei war Gale einfach geil!“ Maren blieb einen Moment stehen, „Gale? Der ist immerhin für den Tod von Prim verantwortlich!“, „Also das die da rein rennt konnte Gale ja wohl schlecht sehen?“ verkündete ich in halb sarkastischem Tonfall. Noch den ganzen Weg bis zu dem wunderschönen Braunwindfarbenen Hengst stritten wir im Spaß über das Buch, bis ich doch kurz inne halten musste.

    „Okay, in Pferdeform gefällt mir Peeta dann doch besser als der aus dem Film“ dabei streckte ich dann seitlich die Zunge zu Maren aus, die mein Grinsen auch etwas schief erwiderte. „Wie er so von Charakter ist brauch ich dir ja nicht mehr zu sagen, haben wir ja alles am Telefon bereits besprochen. Soll ich gleich helfen ihn mit fertig zu machen, dann siehst du wo alles steht für morgen.“ Für dieses Angebot bedankte ich mich bei Maren, schwatzend machten wir uns also daran den Hengst für ein erstes Springtraining vorzubereiten. In der Rittigkeit war Peeta um einiges einfacher als Katniss, sodass ich eine vorherige Bodenarbeit jetzt nicht in den Raum gestellt hatte. Sollte es zu Problemen kommen, konnte ich dies noch immer nachholen.

    Bereits eine halbe Stunde später machte ich mich an den ersten Kreuzer heran – nicht das Peeta nicht schon auf Niveau A war, ich für meinen Teil kannte seine Springmanier jedoch nicht und war auch in letzter Zeit nicht mehr gesprungen. Deshalb begannen wir auch mit kleinen Sprüngen, Trabstangen auf den Boden damit sich Pferd und auch Reiter aneinander gewöhnen konnten. Erst dann half Maren dabei die Hindernisse auf eine Höhe von knapp 1,15 Meter zu bringen – diese Höhe war nur bedingt höher als die Sprünge die der Hengst ohnehin schon kannte. Mit einer mir beinahe unbekannten Kontrollierbarkeit bewegten wir uns auf die erste Kombination heran, ein schneller Rein-raus Sprung.

    Mit einem kräftigen Absprung hievte Peeta uns beide über den ersten Sprung, dabei verlor ich einen meiner Steigbügel, begann etwas zu klammern mit den Beinen und Peeta brach den nächsten Sprung ab. „Woooow“ beruhigte ich den Hengst, oder eben auch mich. Maren kam heran getrabt „Alles okey bei dir?“ „Oh ja, aber mit so einem kräftigen und hohen Absprung hab ich jetzt nicht gerechnet.“ Maren kratzte sich am Hinterkopf „Joa, der war viel Höher als er hätte gemusst.“

    Also sortierte ich mich wieder ein bisschen, nahm die Kombination erneut, war jetzt jedoch mehr vertraut mit dem Absprung des Hengstes und wir kamen ohne weitere Probleme durch den Parcours. Da es hier doch sehr warm noch war, Peeta schon beträchtlich am Schwitzen war brach ich das Training nach dem ersten erfolgreichen Parcours ab und gesellte mich zu Angy in den Schatten.



    Die nächsten Tage beschäftigte ich mich morgens und in den späten Abendstunden mit Peeta, einmal als er vor einem Wassergraben doch mal verweigert hatte warf es mich seitlich aus dem Sattel, ich trug nur einen Schrecken und einen blauen Fleck davon.

    Also widmete ich mich am Abend dieses Tages dem Freispringen am Wassergraben, damit Peeta zu einer gewissen Routine an diesem Sprung gelangte. Dabei nahm ich sogleich die Maximalweite von 3 Metern für den Wassergraben, der aus nichts als einer Plane mit davor gestellten Hindernissen bestand – erst bei wirklichen Turnieren würde sich in ihnen Wasser befinden.

    Ein Training mit Wasser hatte der Hengst jedoch schon öfters mit Maren und Angy gemacht, sodass ich dies nicht zu übernehmen brauchte.Zumal er erst kürzlich von einem Extrem Trail aus Kanada zurück gekehrt war. Am vierten Tag erklärte ich meine Arbeit mit Peeta für vorläufig beendet „Die Hindernishöhe kennt er nun, der weitere Wassergraben stellt keine Probleme dar – jetzt könnt ihr ihn auf weiteren Turnieren vorstellen.“ Maren bedankte sich bei mir, wir nahmen ein gemeinsames Essen ein, dann fuhr in Zurück in mein Hotelzimmer.



    Ursprünglich hatte ich von hier aus vorgehabt zu Vina zu fahren, da Kathi jedoch angerufen hatte der Typ sei aufgetaucht der den Brief vor einiger Zeit geschickt hatte wegen Stormbringer, schnappte ich mir meine Sachen und buchte den nächsten Flieger Richtung Schottland. Am Flughafen schließlich rief ich Vina einfach an, schilderte ihr nun doch meine derzeitige Lage – der Schlag jedoch den Cayden mir versetzt hatte verschwieg ich auch ihr, in diesem Moment war er einfach nicht er selbst gewesen.

    Vina jedoch ließ mich nicht vollkommen ausreden

    „Sarah, an deiner Stelle hätte ich GENAU das selbe getan. Ich kann Kinder auch einfach nicht leiden, sie sind laut, rauben dir nicht nur den Schlaf sondern auch irgendwann nach und nach das Leben, die sabbern und manche von ihnen sind auch einfach dumm wie Stroh – ehe die wieder zu ertragen sind hätten sie mir mehrere Male den Verstand geraubt. Ich bewundere jede Mutter, die das auch nur irgendwie aushält!"dann beruhigte sich Vina wieder, doch ich vernahm noch so etwas wie *nichts als menschliche Affen* und musste dann doch mit dem Grinsen kämpfen.

    Vina ließ mich schlussendlich doch noch Ausreden, kommentierte nicht länger jedes meiner Argumente das gegen ein Kind gesprochen hatten und sprach mir auch Mut zu das Cayden sich wohl auch wieder beruhigen würde. Von Hansi wurde ich dann abgeholt, der mir auch gleich erzählte wie der Typ, der sich mit dem Namen Theodor Quarvel vorgestellt hatte vor zwei Tagen aufgetaucht war.

    “Wir haben ihm erstmal eines der Gästezimmer zugewiesen, ein Glück konntest du so schnell zurück kommen, jetzt wo Cayden weg ist“ Ich riss meine Augen auf, drehte den Kopf Ruckartig in seine Richtung „Weg?“ hauchte ich leise. „Naja nicht für immer, er hat sich kurzfristig Willow geschnappt und ist mit ihr auf einem Wanderritt durch Kanada, veranstaltet von dieser Gwen die auch hier war.“ Ich nickte bedächtig…ja Abstand würde wohl auch ihm gut tun.
  8. *höhö* Mein 25.Kapitel :D



    In den vergangenen Tagen kümmerten wir uns immer wieder um die Wunden von Bucks, was beinahe einem kleinem „Abenteuer“ glich. Gleichermaßen erinnerte mich die gebastelte Apparatur an jene in der Spirit in dem Film gleichnamigen Film die Hufe gemacht bekam. Bucks hatte in dieser „Schiene“ nicht die Möglichkeit nach uns zu treten, normalerweise wurden hier Bullen eingesperrt um sie zu behandelt. Da der Hengst jedoch seine Portion Antibiotika benötigte führte kein Weg daran vorbei.



    Andererseits hatte ich auch Sorge um die verbliebenen Wolfswelpen, wir hatten an der Stelle an der wir die Mutter gefunden hatten immer wieder frische Spuren von ihnen gefunden, der Vater jedoch schien nicht in der Nähe zu sein.

    Ein Förster hatte sich bereits auf die Suche nach dem Rüden gemacht um zu klären was mit den kleinen geschehen sollte. Dabei hatte er den Rüden bereits einmal aus der Ferne gesehen, die klaren blauen Augen die ihn dabei angeblickt haben hatten ihm bewusst gemacht, dass es sich bei dem Rüden um keinen Reinwolf handelte.

    Ich jedoch hatte in den vergangenen Tagen auch noch ganz andere Probleme zu bekämpfen gehabt, trotz der Anweisung des Arztes hatte ich mich an einem Morgen in den Sattel von Eisblume geschwungen um einen Ausritt zu machen. Cayden hatte mich unterwegs abgefangen, wie leichtsinnig ich doch mit dem Leben unseres Kindes umgehen würde.

    Dabei hatte ich ihn beinahe wütend angefunkelt, wir hatten uns in der gesamten Zeit noch nicht einmal gestritten, „Das Leben eines Kindes welches ich niemals gewählt habe. Ich…kann nicht glauben das ausgerechnet MIR das passiert ist.Du sprichst von diesem Ding als hätte ich vor es zu behalten!“



    Cayden schien bekümmert, dann wurde auch er wütend, schienen ihm jedoch die Worte zu fehlen und er ging einfach davon. Ich hingegen brachte die Stute auf ihre Weide, die die Stuten nun endlich wieder bewohnen konnten. Noch eine ganze Weile, blieb ich an ihrer Seite strich verträumt durch die glatte Mähne, einzelne Tränen rannen meine Wangen hinab.

    Dies alles hatte ich nicht gewollt, für den Hass in meinem Inneren konnte ich nicht verantwortlich gemacht werden. Das Leben ohne Cayden an meiner Seite konnte ich mich einfach nicht mehr vorstellen, dieses Leben mit einem Kind an unserer Seite sah ich jedoch nicht.

    Wenn ich bereits jetzt von einem Hass angetrieben wurde, so würde es nicht besser werden. Später am Nachmittag hatte ich einen Termin zur Abtreibung, Cayden billigte dies nicht doch lag diese Entscheidung nun einmal auch allein bei mir. Nach einiger Zeit sammelten sich auch Grey, Thowra und Willow um mich herum, ihre Köpfe stupsten mich sanft an oder lagen ruhend bei mir, schenkten mir ihr Vertrauen. Doch musste ich mich auch bald von ihnen trennen, der Termin rückte immer näher, also versuchte ich weitestgehend Cayden aus dem Weg gehen.



    ~eine Woche später~



    Fazit der vergangenen Zeit war zumindest – Bucks erholte sich prächtig, der Wolfrüde hatte seine Welpen verlassen, diese jedoch befanden sich noch immer auf der Insel. Ohne die Versorgung der Eltern jedoch konnten sie nicht lange überleben können, also hatte ich einzelne Futterstellen bereit gestellt. Die Abtreibung des Kindes war – wie zu erwarten – bei Cayden nicht auf Begeisterung getroffen, er selbst schlief auf der Couch im Wohnzimmer.

    Damit war ich unzufrieden, doch jegliche Form der Annäherung belief sich bisher auf mehr als taube Ohren, somit verbrachte ich viel Zeit mit Kathi, die von der gesamten Sache nichts wusste. In der Hinsicht hatte ich mich im Schweigen geübt, zumal noch nichts des ganzen zu erkennen gewesen war.

    Der Arzt hatte sich Sorgen um meinen Gemütszustand gemacht, weshalb ein psychologisches Gutachten gemacht worden war, welches positiv ausgefallen war – es gab keine Anzeichen für Probleme, es war sogar Erleichterung gewesen die mich durchströmt hatte.

    Die Zeit die ich bei Bucks verbrachte, ob ich nun Stundenlang in einem Stuhl neben seiner Box stand – welche wir nun doppelt gesichert hatten – leise zu ihm redete oder sogar versuchte ihn aus der Hand mit einem Apfel oder ähnlichem zu füttern. Noch hatte er bisher nichts aus meiner Hand genommen, doch wurde er nicht länger panisch, wenn ich vor seiner Box auftauchte.

    Für mich ein gutes Zeichen das der Hengst nicht aufgegeben werden durfte, das es sich zu kämpfen lohnte auch für ein anderes Leben mit Cayden.
  9. Nachdem sie mich ins Krankenhaus verfrachtet hatten, wurde ich dort nach und nach wach – die Narkose hatte man mir nur gegeben Aufgrund des besseren Transportes. Am Abend hatte ich einen ganzen Cocktail an Tabletten erhalten, die ich ohne Widerstand zu mir genommen hatte – nun standen da also drei Leute vor mir. Ein grobschlächtiger Kerl namens Dr.Warren, eine der Schwestern sowie einem Assistenzarzt deren Name mir sofort wieder entfallen war. „ Es handelt sich bei ihnen um eine Eileiterentzündung, die sie sich höchst wahrscheinlich eingefangen haben als ihnen die Spirale eingesetzt wurde.“ Innerlich rollte ich die Augen, spürte jedoch wie mir die Hitze in die Wangen zu steigen begann bei seinen Worten. Von dieser Aktion hatte ich Cayden nichts erzählt, wollte ich doch um jeden Preis verhindern schwanger zu werden. Es war nicht einfach nur die Tatsache, das ich Kleinkinder nicht ausstehen konnte – meine eigene Mutter war einfach so miserabel gewesen, dass ich so etwas keinem Antun wollte, denn der Apfel fiel ja bekanntlich nicht weit vom Stamm. Ein geschielter Blick zu Cayden herüber ließ mir jedoch keinen Aufschluss über seine Gefühlsregung. „Ihr ohnehin niedriger Östrogenspiegel begünstigte das Entstehen einer Entzündung enorm, doch auch der späte Arztbesuch trug dazu bei das es möglicherweise zu einigen Komplikationen darunter auch Unfruchtbarkeit kommen kann“ Während irgendwo tief in meinem Inneren etwas zu zerbrechen schien, war da ein viel größerer Teil der sich beherrschen musste kein Lächeln zu zeigen. Von meinem Freund irgendwo links von mir jedoch kam ein schlecht unterdrücktes einziehen der Luft, ihm schien diese Tatsache ganz und gar nicht zu gefallen. Mein Blick ging von den Ärzten zu den auf meinem Bauch verschränkten Händen, die Medikamente verhinderten das ich jeglichen Schmerz verspürte, der Arzt hatte die gesamte Zeit weitererzählt und bei einem Wort schoss mein Kopf ungläubig in die Höhe. „Was?“ fragte ich mit beinahe quietschender Stimme. Dr. Warren zeigte ein Lächeln, wiederholte dann noch einmal was er während meiner Unachtsamkeit erwähnt hatte „Sie werden die nächsten zwei Wochen hier behandelt um sie unter Kontrolle zu haben damit die verabreichten Antibiotika sie und ihrem Fötus nicht schaden“ Fötus genau jenes Wort war es gewesen, welches mir jegliche Farbe in meinem Gesicht genommen hatte, als ich es bereits das erste Mal gehört hatte, doch selbst jetzt nach einer Wiederholung wollte die Tragweite dieser Worte nicht in meinen Kopf dringen. Mit nicht zu wenig schockiertem Blick starrte ich den drei Personen hinterher, die soeben mein Krankenzimmer verließen. Merklich spürte ich wie mein Herz schneller zu schlagen begann, wie sich meine Gedanken zu drehen begannen. Mai…Beltaine…..der Brand auf Heartland – Cayden und ich waren da gewesen „Oh Götter“ murmelte ich vor mir her. Ob es wohl Ironie des Schicksals gewesen war? Beltaine war nicht nur das Fest des Feuers, sondern auch der Fruchtbarkeit. Die darauf folgende Zeit hatte ich Amy unterstützt, mich in meine Arbeit gestürzt und war dann auch noch aus Schottland verwiesen worden. Während der ganzen Zeit hatte ich keinen Besuch erhalten, war mir das nicht schon zuvor aufgefallen? Dann schüttelte ich den Kopf, der Arzt hatte mir doch gesagt – nach dem einsetzen der Spirale konnte es zu einer Unregelmäßigkeit in meinem stetigen Zyklus kommen. Mit zitternden Händen fasste ich mich an die Stirn, stütze meinen Kopf, nur um meinen Händen etwas zu tun zu geben. Während der gesamten Zeit hatte auch Cayden still, ja beinahe versteinert auf dem Stuhl neben mir gesessen, kein Ton schien von meinem stillen Nordmann zu kommen. Dann griff er nach meinen Händen, deren Finger begonnen hatten mir die Schuppenflechte blutig von der Kopfhaut zu pullen, nahm mich in eine seiner so vertrauten Umarmungen, erst dann begannen die Tränen zu fließen – ob aus purer Verzweiflung oder vor Glück konnte ich in diesem Augenblick nicht sagen.



    ~ 2 Wochen später ~

    Meine Eileiterentzündung war abgeklungen, dem Baby und mir ging es gut, doch so wirklich mit dem Gedanken angefreundet das ich nun wirklich schwanger war konnte ich noch immer nicht. Unser Leben auf dem Hof ging erst einmal wie gehabt weiter. Meinen Besuch bei Maren musste ich vorzeitig absagen, hatte ihr jedoch versichert, dass sobald Hansi Zeit hatte er sich um ihren Hengst Peeta kümmern würde. Nur zwei Tage nachdem ich das Krankenhaus verlassen hatte, ging es zusammen mit Cayden auf eine Körung mit Gwynbleidd, wenn er es auch lieber gesehen hätte ich wäre zu Hause geblieben. Wirklich geredet über unsere derzeitige Lage hatten wir bisher nicht - die Entzündung der Eileiter, die späte Diagnose hatte tatsächlich zu einer Unfruchtbarkeit geführt, weshalb auch die Schwangerschaft Risikohaft sein würde. Obwohl ich mit niemandem darüber sprach, so hatte ich noch immer den absonderlichen Gedanken das Kind zu verlieren…..ich würde eine schreckliche Mutter abgeben – denn ich spürte schon jetzt einen Hass in mir auflodern der nicht allein gegen das Kind in mir selbst gerichtet war. Doch jetzt war die Körung an der Reihe, versuchte mich so wie immer zu geben um meine düsteren Gedanken in mir gefangen zu halten.

    „Du solltest viel öfter in Turnierklamotten umher laufen!“ flüsterte ich Cayden ins Ohr, heute würde er auf Gwynbleidd seine erste Körung bestreiten „Naja, so toll find ich das jetzt nicht“ lachte er und stellte den Fuß in den Bügel und schwang sich auf den Rücken des Schimmelhengstes. „Auf eine gelungene Kür“ feuerte ich ihn an. Dann huschte ich an die Seitenbande, bewaffnet mit Fotoapparat um alles festzuhalten. Im Schritt ging es für beide auf den Platz, Gwyn war heute ein wenig schneller unterwegs, denn auf einem Turnier oder einer Körung war er lange nicht gewesen. Bei X hielten die beiden an – die Kür hatten wir gemeinsam erarbeitet, denn ich hatte daran besonders Spaß. Ursprünglich war geplant gewesen, dass ich reite, doch wegen der unerwarteten Schwangerschaft war dies heikel gewesen. Ich beobachtete wie Cayden die Richter grüßte, die Zügel wieder richtig aufnahm und der Mittellinie bis zu ihrem Ende folgte, nach links ab bog und anschließend antrabte. Im Training hatte Gwyn bewiesen, das er auch in der Dressur eine angenehme Figur machen konnte, sogar einen tollen Aufwärtsgalopp zeigte. Wobei jedoch seine wahre Begabung eher in der Distanz lag. Cayden brachte Gwyn ein wenig in die Anlehnung, der Schimmelhengst zeigte auch gleich was ein Vollblüter war – hob den Schweif beiseite, blähte die Nüstern auf und ein brummendes Geräusch hallte über den Platz ganz als wolle der Hengst verkünden „Hier kommen wir!“ Als nächstes ritten sie auf den Zirkel, der Hengst bog wundervoll den Hals, was unsere Arbeit nun wirklich Früchte tragen ließ. Aus dem Trab angaloppiert auf die Bahn gewechselt anders wie sein Partner Ikarus preschte er nicht los sondern zeigte einen ruhigen Kanter. Seine Beine schienen kaum den Boden zu berühren, der Sand wirbelte kaum auf und ich schien in einer Art Tagtraum gefangen zu sein als ich die beiden beobachtete. Anschließend ließ Cayden Gwynbleidd wieder etwas ruhiger durch die Bahn traben. Noch einmal kurz die Seite wechseln den Richtern so die Möglichkeit geben ihn von allen Seiten zu sehen. Anschließend folgte noch ein kurzer Galopp auf der ganzen Bahn – und in den Ecken immer wieder einen Zirkel damit die Wendigkeit des Hengstes zur Geltung kam. Dann fanden sich Pferd und Reiter wieder bei X ein, grüßten die Richter und am langen Zügel kamen sie wieder zu mir an den Ausgang des Platzes. „Das habt ihr Klasse gemeistert!“

    Danach hatten wir den Schimmelhengst ordentlich versorgt, Cayden war wieder in seine normale Arbeitskleidung gestiegen und wir waren wieder in Richtung Caed Crevan gefahren – die Ergebnisse würden wir erst in ein paar Wochen erhalten. „Geht es dir gut?“ fragte mich Cayden – einer der Fragen die er mir in letzter Zeit stets zu stellen begann, eine jener Fragen die ich schon jetzt nicht mehr hören konnte. Auch wenn ich es versuchte nicht allzu sehr zu zeigen, unser Verhältnis schien irgendwie angekratzt zu sein…dabei war ich jedoch diejenige die sich Katzenartig und kratzbürstig verhielt. Ich war in einer Situation gefangen, der ich nicht länger zu entkommen vermochte.

    Die nächsten Tage strichen dahin, die Vorbereitungen für das einfangen von Bucks waren in vollem Gange – Little Grey war rossig, also konnte es endlich los gehen!

    Am folgenden Tag trottete ich zusammen mit der Stute in den eigens dafür konstruierten Korral, an einem Balken war die Stute angebunden, dieser befand sich in einem kleineren Areal das Bucks, sollte er in den größeren Bereich gehen nicht betreten konnte. Per Knopfdruck ließ sich das Tor des großen Areals verschließen und wir hatten den Hengst endlich wieder in unserer Gewalt. Ich band die Stute an den kleinen Balken – das kleine Areal besaß einen Gang nach draußen, sodass ich ohne Probleme später mit der Stute nach draußen konnte. Wir postierten ebenfalls Futter und Wasser in den Korral um anschließend auf die Anhöhe hinter den Büschen zu gehen. Der Wind stand günstig so konnte er uns nicht wittern – Aiden, Kathi und Hansi befanden sich im Sattel, seit ungefähr zwei Wochen hielt sich Bucks in der Nähe des Hofes auf. Mit viel Lärm und zusammen mit den Hunden wollten wir ihn in diese Senke treiben, zu gern hätte auch ich im Sattel gesessen.

    Dann kamen die Geräusche der anderen immer näher und dann zum ersten Mal seit über vier Wochen sah ich meinen Hengst wieder einmal, wie er über die Anhöhe getrottet kam – jegliche Energie schien aus ihm gewichen zu sein. Die starken Regenfälle der letzten Tage, die abendlichen Gewitter schienen ihn mitgenommen zu haben. Sein Körper schien eingefallen, seine Hufe waren deutlich zu lang und die Mähne schien ebenfalls nicht mehr zu retten. Als er den Duft der Stute in seine Nüstern bekam schien sein altes Ich für einen Moment in ihm aufzuflackern. Deutlich zeigte sich wie er zu humpeln begann, doch nur wenige Momente später fiel das Tor hinter ihm ins Schloss. Erleichtert atmeten Cayden und ich auf, wir trotteten die Anhöhe langsam herunter, schon jetzt sah ich das verschmierte rot an den Abzeichen an seiner Kehle. Ich schlug mir die Hände vor den Mund „Oh mein Gott“ wisperte ich – das war beinahe etwas zu viel in letzter Zeit. Da kam auch schon Hansi in einem rasenden Tempo auf Ikarus die Anhöhe hinunter, schon von weitem begann er zu erzählen „ Etwa eine Stunde den Strand hinunter haben wir einen toten Wolf gefunden, die Spuren eines Kampfes sind wegen dem Regen nicht mehr zu sehen gewesen. Aber dem Wolf wurde der Kopf zerschmettert, nach dem wie er schon verwest ist, würde ich auf drei Tage schätzen. Es gab rund um den Ort noch andere neue Spuren, ein erwachsener und mindestens zwei Welpen laufen hier noch herum, der Mutter jedoch hat Bucks den gar aus gemacht.“ Damit lächelte er ein wenig gewinnend, ehe sich sein Blick auf den verletzten Hengst heftete. Seine linke Hinterhand zeigte deutliche Kratzspuren der Krallen der Wölfe, die versucht hatten ihn so irgendwie zu Fall zu bringen. An der Kehle befand sich eine zwar nicht tiefe, aber sehr breite Bisswunde – der Wolf hatte immer wieder den Halt verloren und hatte nachbeißen müssen. Auch die rechte Seite zeigte vereinzelte Kratzwunden, mit dem rechten Vorderbein lahmte er stark, auf die Entfernung schien auch dort eine Bisswunde zu sein. Alles in allem stand Bucks vollkommen apathisch da, nährten wir uns jedoch unnötig dem Zaun des Korrals wurde er leicht unruhig, bleckte in unsere Richtung die Zähne und man konnte die Kratzwunden an seinen Nüstern erkennen. Sofort fingerte ich nach meinem Handy, „Maren, hey…wir haben Bucks gefangen! Er wurde von Wölfen attackiert, sah aber bereits vorher schon nicht gut aus“ erzählte ich ihr halb schluchzend.
  10. Vorbereitungen



    Vor zwei Wochen war die Quarter Stute Banshee zu uns nach Caed Crevan gekommen, als ihre Besitzerin Tassila sie bei uns anmeldete war ich von einer Schimmelstute ausgegangen. Die Banshee´s in den irischen und auch schottischen Legenden wurden stets auch als weiße Frauen bezeichnet, einen Rappen vor mir zu sehen brachte mich dann doch ziemlich zum Lachen. Hansi hatte sie vom Hof der Besitzerin zu uns gebracht, der kräftige Körperbau – ihr von Muskeln gezeichneter Körper zeichnete sie als erfolgreiche Stute aus. Ritte von einer Distanz von knapp 80 km bewältigte sie an einem Tag! Wehmütig dachte ich an die Zeiten zurück an denen ich auch mit Moon an solchen Ritten teilgenommen hatte, ehe seine Kariere durch die Arthrose ein vorzeitiges Ende genommen hatte. Aus dem Training konnte man die Stute nicht nennen, sie war bestens auf den LDR vorbereitet der in nur zwei Tagen beginnen sollte. Da ich die Stute reiten würde, da Tassila die nötige Zulassung nicht besaß hatte ich mich erst an die Stute gewöhnen müssen die einen eigenwilligen Charakter besaß. Zuweilen sogar recht Dickköpfig gewesen war in unseren Trainings. Weshalb ich die erste Woche nur vom Boden aus mit ihr gearbeitet hatte, die Leckerlis die bei Banshee aus Kaloriefreien Kokusstücken bestand, waren stets dabei und natürlich der Clicker. Gemeinsam absolvierten zunächst Gehorsamkeitsübungen, wie weichen, folgen, rückwärts damit die Stute mich als den „Herdenchef“ ansah. Ich erinnerte mich an das erste Training am Tage ihrer Ankunft, da ich mich mit meinem gesamten Gewicht gegen die Brust der Stute hatte pressen müssen damit sie einen Schritt nach hinten tat. Mittlerweile reichte ein touchieren der Brust mit einer Gerte vollkommen aus, meine ruhige, dennoch konsequente Art führte mich oftmals an das Ziel meiner Begierde. Nach diesen Kopfübungen, dufte sich die Stute auf dem Platz beweisen was sie in Richtung Ausdauer alles zu zeigen hatte, eine Trabphase von knapp 15 Minuten hielt sie durch ohne wie eine Dampfwalze zu schnaufen. Nachdem die Frage der „Herrschaft“ geklärt zu sein schien, ging es für uns auch immer öfter auf verschiedene Untergründe – für einen Distanzritt war es wichtig das sowohl Pferd als auch Reiter Fit genug waren, sodass wir jeden Tag eine Joggingtour von knapp 90 Minuten einlegten. Banshee trug dabei die gesamte Ausrüstung auf ihrem Rücken, während ich neben ihr her lief. Erst gegen Ende der ersten Woche unternahmen wir einen EDR zur reinen Übung – bedeutete einen Einführungsdistanzritt – begleitet wurden wir von Cayden auf Stormbringer, denn auch der Hengst war auf dem besten Wege ein Distanzpferd zu werden. Dann gönnten wir den Pferden wieder zwei Tage „Ruhe“ wir unternahmen unsere gewohnte Joggingrunde, machten Dehnungsübungen - den Kopf zwischen die Beine, sich die Beine ein wenig strecken lassen und für mich bedeutete dies Liegestütze, Häschenhüpf und andere kleinere Übungen während die Stute am langen Strick etwas grasen durfte. Trotz des täglichen Umganges mit Banshee zeigte sie sich mir gegenüber zwar mit dem nötigen Respekt, was die dickköpfige Stute jedoch nicht daran hinderte von mir getroffene Entscheidungen stets zu hinterfragen. Wählte ich den Weg am Strand entlang, machte sie stets Anstalten wieder nach oben auf die Dünen zu gehen. Wollte ich im Wasser reiten damit die Gischt die Stute von unten etwas abkühlen konnte bedurfte es einiger Überzeugung, darunter auch kräftigem Treiben sie immer wieder ins knietiefe Wasser zu bekommen. Stetig war ihr Kopf hoch erhoben oder aber auf den Boden gerichtet – ganz so als suche sie bereits nach den weißen Markierungen die beim Ritt unseren Weg kennzeichnen würden. Bei all den kleinen Machtkämpfen die wir dann und wann auszufechten hatten, merkte ich dennoch wie das Vertrauen der Stute mir gegenüber dennoch stetig zu steigen begann. Banshee achtete auf den Weg, umging oftmals Hindernisse die ich nicht als solche erkannt hatte – oder die Stute erkannte sie ehe ich sie kannte. Oftmals ließ ich die Zügel hängen um Banshee die Entscheidung des Tempos zu überlassen, wurde dabei nicht enttäuscht, weder raste sie Kopflos davon noch hielt sie an und wollte ich langsamer so genügte auch die Stimme – die Stute liebte eben den Lauf, das sah man ihren treuen braunen Augen nahezu an, wenn man begann ihr die Ausrüstung anzulegen.

    Am heutigen Tag unternahm ich erneut einen der EDR um ihr dann morgen Ruhe zu gönnen ehe es bald los gehen würde mit dem Ritt – ich war so Aufgeregt!

    Wir folgten gerade dem Verlauf eines kleinen Baches, der in einiger Entfernung ins Meer laufen würde, als es in den Büschen zu rascheln begann ehe ein leises Platsch zu hören war. Aus dem Augenwinkel vernahm ich eine kleine Gestalt, obgleich Banshee recht ruhig war tat sie einen kleinen erschrockenen Satz beiseite, ehe wir beide nach dem Ursprung des Geräusches zu suchen begannen. Zwei junge Otter die aus diesem Jahr stammen mussten begannen sich immer Wasser gegenseitig zu jagen, hin und her ging ich wildes Spiel. Im Schein der im Westen untergehenden Sonne unterbrachen wir unseren hastigen Ritt, sahen den beiden Geschöpfen zu, die mich und Banshee gar nicht zu bemerken schienen. Hoch über meinem Kopf ertönte der Schrei eines Seeadlers, auch er zog seine Kreise über der herrlichen Landschaft und als der Wind begann meine roten Locken aus dem Gesicht zu wehen schloss ich verträumt die Augen. Ich liebte mein neues schottisches Leben einfach, auch jetzt nach knapp sieben Monaten konnte ich mich nicht daran satt sehen. Im ruhigen Tempo schritten wir weiter der Abenddämmerung entgegen.



    Der nächste Tag bestand vom frühen Morgen an damit, die gesamten Sachen der Stute zu packen, unsere eigenen eingeschlossen. Cayden hatte eigens dafür eine Liste geschrieben:



    ''Ausrüstung Banshee[list

    [*''Sattel

    [*''Trense

    [*''Satteldecke

    [*''Halfter, Strick (2 mal)

    [*''Putzzeug/Schweißmesser

    [*''2 Eimer

    [*''2 Abschwitzdecken

    [*''Regendecke

    [*''Hänger-Schloß

    [*''Paddock plus Batterie

    [*''1 Nagel-Nachziehzange

    [*''Zinkpaste

    [*''Erste Hilfe für Pferd und Reiter

    [*''Transportgamaschen und Bandagen

    [*''Hufschuhe

    [/list

    ''Ausrüstung Sarah[list

    [*''2 Lederriemen für den Sattel

    [*''1 (Regen-)Jacke

    [*''Reitkappe

    [*''Reitstiefel

    [*''bequeme Reithose (ohne Besatz)

    [*''1 Klarsichthülle (Wegebeschreibung)

    [*''1 Bauchjacke ! (für Getränke)

    [*''Taschenlampe

    [*''2 Schlafsäcke

    [*''Fotoapparat

    [*''1 Uhr

    [*''Stift

    [*''Taschenmesser mit dem Hufkratzer das!

    [*''Sonnencreme

    [*''Ausschreibung für Ritt

    [*''Straßenkarte

    [/list

    ''Verpflegung Banshee[list

    [*''2 Portionen Hafer

    [*''1 Portion Kops

    [*''2 Säcke Heu, 1 Sack Stroh (für Paddock)

    [/list

    ''Verpflegung für alle[list

    [*''Getränke (für Autofahrt und den Ritt)

    [*''beliebiges Essen (Pfefferminz, Mars...)

    [*''Packung Traubenzucker

    [/list



    Wobei vieles schon bei Ankunft der Stute in dem Hänger verstaut gewesen war und erst gar nicht hervor gekramt. Der Ritt der Banshee und mir vor Augen lag war eine Distanz von 120 Kilometern, die allerdings auf zwei Tage aufgeteilt worden war, sodass es am ersten Tag und zweiten Tag jeweils knapp 60 Kilometer zu bewältigen gab. Bei der Anmeldung hatte ich so Cayden als auch die Besitzerin der Stute Tassila als meine Betreuer eingetragen. Nach einer Distanz von jeweils 20 Kilometern beabsichtigte ich einen Halt bei den VetGates um die Stute checken zu lassen. Dort mussten sie sich dann sowohl um mich als auch um Banshee kümmern, die Stute bei einem Halt absatteln, sie durch abkühlen, ihr Futter und Wasser bereit stellen, denn auch ich war durch so einen Ritt geschafft und nicht in der Lage das Pferd zu versorgen. Doch nun hieß es zunächst die routinierte Rappstute in den Hänger zu befördern, den Weg zu Fähre einzuschlagen mit dem Auto – wie froh ich war wenn endlich die Brücke fertig errichtet war! Während der dreistündigen Fahrt beobachtete ich die Stute immer wieder aus dem Heckfenster, doch es schien als würde sie zufrieden ihr Heu mümmeln. Am Platz des Geschehens angekommen, meldete ich uns beide an – wurde sogleich zur Voruntersuchung der Stute gebracht. Dabei wurde Banshee gleich von zwei Tierärzten auf ihre Atmung, ihre Herzgeräusche sowie die Kotabgabe untersucht. Ein Osteo tastete die Rappstute ab, ich musste die Stute sowohl auf hartem als auch auf weichem Boden vortraben – als alles von vorn bis hinten untersucht und protokoliert worden war, erhielt ich die Karte der Strecke, eine Straßenkarte der hießigen Gegend sowie den Bescheid das Banshee die Voruntersuchung durchlaufen hatte. Als ich zu unserem Lagerplatz zurückkehrte lief ich an vielen unserer Konkurrenten vorbei, einige davon zierliche Araber, jedoch auch immer wieder Connemaras aus der Verpaarung mit einem Vollblüter. Dort wurde ich bereits auch schon von Tassi freundlich begrüßt und auch Banshee schien gleich aufgeregter bei dem Anblick ihrer wirklichen Bezugsperson. „Wie hat sie sich denn benommen?“ Ich blickte der Stute hinterher, die von Cayden soeben in den frisch errichteten Paddock gebracht wurde. „Nun ja wir hatten schon unsere Differenzen, aber alles in allem lief es wirklich klasse – sie ist ein tolles Pferd, wirklich, auch wenn ich bei ihrer Ankunft zunächst daran verzweifelt bin mit ihr zu arbeiten. Bei der Bodenarbeit hat sie einmal beim Galopp angefangen in meine Richtung zu Buckeln und hätte mich fast erwischt.“ Tassi blickte einen Moment erschrocken, da ich aber im Ganzen vor ihr saß schien sie keine Bedenken zu haben. „Die Voruntersuchung hat sie bereits hinter sich, dann kann es morgen richtig los gehen!“ Auch wir begannen langsam damit unser Zeit aufzustellen, tranken noch gemeinsam einen Tee, ehe wir uns für den nächsten Tag früh zu Bett legten.



    Der Ritt



    Früh am Morgen wurden wir wach, begannen einige der Sachen bereits zu verstauen – in die Satteltasche kam das erste Hilfeset, das Taschenmesser, sowie eine Flasche mit Wasser für mich. Die Sachen der Stute wurden ebenfalls nach draußen gehangen – erst in zwei Stunden würde unser Start sein, doch bis dahin gab es einiges zu tun!

    Als der Startschuss gegeben wurde begann der schwierigste Teil der gesamten Strecke – der Muskelapparat würde eine Weile brauchen ehe er in Gang kam, danach lief er Buchstäblich von allein. Bei dem gesamten Ritt gab es knapp 14 Teilnehmer, jeweils in zweier Teams wurden wir entlassen, während meine Mitstreiterin ihr Pferd zuvor aufgewärmt hatte um gleich los zu traben hatte ich nichts dergleichen getan. In einem schnellen, aber gemütlichen Schritt begann ich unseren Ritt, erst nach einer knappen Viertelstunde baute ich die ersten Sequenzen des Trabes ein, bis wir vollständig den für den Distanzritt bekannten Jog liefen. Ein konsequentes Tempo von etwa 12 km/h war hierbei die normale Geschwindigkeit, die auch Banshee bereits geläufig war. Eine weiße – meist aus Kalk bestehende – Markierung auf dem Boden wies uns den Weg den wir zu gehen hatten. Der Streckenkarte hatte ich entnommen, das wir es größtenteils mit den sanften Hügeln der Highlands zu tun hatten, einmal mussten wir eine Straße passieren und am Strand entlang – dies alles waren Situationen die uns beiden geläufig waren. Zum Glück ließ sich der Trab der Stute gut sitzten, obwohl ich oftmals auch leichtrabte um Banshee etwas zu entlasten. Als es auf das erste VetGate zu ging, stieg ich vom Rücken der Stute, ging langsam im Schritt mir ihr weiter, an einigen Stellen ließ ich sie sogar grasen und wurde dabei von einigen meiner Mitstreiter überholt, die mir freundlich zu winkten. Als ich den ersten Check hinter mir hatte erhielt Banshee einen Eimer mit Wasser, eine Handvoll des Hafers und schon durften wir auch weiter. Die Pause die ich Banshee außerhalb des Gates gegeben hatte, sorgte für die Beruhigung der Stute, sodass ich mit einem „coolen“ Pferd in den Check konnte - die erforderliche Herzsequenz von 64 hatte sie unterschritten, weshalb wir gleich weiter gehen durften. In der zweiten Etappe hielt ich die Schritt und Trabphasen in einer Waage, bei einem Distanzritt ging es eher darum ein Pferd ins Ziel zu bringen, welches noch weitere Kilometer schaffen könnte. Eine Zeit von über 540 Minuten durften wir an diesem Tag nicht überschreiten und wir mussten durch die Nachkontrolle kommen um am nächsten Tag überhaupt wieder starten zu dürfen – wäre dies nicht der Fall war der Ritt für uns geliefert. Besonders auf steilen Hügeln stieg ich aus dem Sattel, lief ihn auch hinunter um die Stute auch somit zu entlasten. Als die Markierungen zur Küste hinunter gingen, ließ ich wie bereits auf unserem Hof die Stute durch das seichte Wasser traben. Das kühle Nass welches meine Beine traf tat unheimlich gut, denn langsam begannen meine Muskeln zu schmerzen. Ich warf mir ein Traubenzucker ein, noch etwa drei Kilometer und der zweite VetGate erwartete uns. Die Pulsmessung lag bei knapp 89 – eine Zwangspause von 20 Minuten wurde uns eingeräumt. Während Cayden mir eine Flasche Wasser, drei Müsliriegel und einen Apfel vor die Nase setzte , nahm Tassi der Stute den Sattel ab und das Zaumzeug. Dann legte sie ihr eine feuchte Abschwitzdecke über den Körper, gab ihr die Ration Hafer und daneben einen Eimer mit Wasser. Außerdem erhielten Pferd und Reiter anschließend eine ordentliche Massur „Das könnte es öfter geben“ murmelte ich vor mich her, als Cayden seine Hände über meine Schultern wandern ließ. „Nach dem Ritt vielleicht“ schmunzelte er während er weiter in seiner Arbeit fort fuhr. Nach den angeordneten 20 Minuten kam erneut eine Messung – ein Puls von 49, es konnte also für uns weiter gehen. Die Stute wurde also wieder aufgezäumt, ich zog meine Stiefel wieder an, setzte die Kappe auf und stahl mir einen Motivationskuss von Caydens Lippen. „Weiter im Plan“ Auf den letzten Kilometern schienen wir beide nur noch zu „funktionieren“, die Anstrengung ging uns beiden langsam auch in die Knochen über, der erste Widerstand der Stute was die Wegrichtung oder die Wahl des Untergrundes anging waren abgeklungen. Nun mussten wir aufeinander Vertrauen, die Landschaft zog nur so an uns vorüber – sanfte Täler, hohe Steigungen und immer wieder verlassene Felsen die den Monolithen von Stonehenge oder anderen Steinkreisen ähnlich waren. Als das Ziel nur noch wenige hundert Meter vor uns lag, spornte ich Banshee zu dem ersten Galopp an – es ging nun nur noch einen grünen Abhang hinab. Gleich nach der Ankunft, beide kräftig schnaubend wurde der Puls der Stute gemessen. Dann wurden wir von Cayden und Tassila eingesammelt – nach knapp 20 Minuten eine weitere Kontrolle des Pules, der nun wieder bei knapp 52 lag. Jetzt bekamen wir beide unsere wohlverdiente Pause, mit einer Zeit von knapp 420 lagen wir gut in der Zeit. Die Nachkontrolle stand 2 Stunden nach unserer Ankunft an – erneut musste ich die Stute vortraben, dann mussten wir noch auf das Ergebnis warten. – Starterlaubnis für den zweiten Tag!

    Im Laufe der nächsten Stunden trafen nach und nach auch die anderen Reiter ein, am Abend hing die Liste der Teilnehmer für den zweiten Tag aus – 9 Reiter würden morgen starten. Eine übereifrige Reiterin – jene die mit mir gestartet war wurde Disqualifiziert, denn sie war unter eine Zeit von 380 gekommen, ein Zeichen das sie ihr Pferd zu viel abverlangt hatte. Andere lagen nicht in der Maximalzeit oder aber hatten die Nachkontrolle nicht überstanden. Ich fiel geradezu vorn über in meine Luftmatratze, der Tag würde morgen anstrengend weiter gehen.

    Mit dem Muskelkater des Todes erwachte ich noch bevor die Vögel anfingen ihre Liedchen zu singen, ungelenk erhob ich mich von meinem Nachtlager, humpelte halb zu der Stute nach draußen. Banshee hatte sich in das satte Gras gelegt, ihr Kopf halb auf dem Boden döste sie vor sich hin. Leise schlich ich mich zu ihr, gerade als mich neben sich gesetzt hatte, den Kopf gegen ihren Bauch legen wollte erhob sich die Stute, schnaufte ein wenig und legte sich zwei Meter von mir entfernt wieder ins Gras. Ich rollte die Augen…“Okay, ja ich versteh schon“ da ich nun aber schon auf dem Boden hockte lies ich mich zu Boden fallen – nur Haarscharf neben einen Haufen von Banshee. Ich rückte etwas davon ab ehe ich Dank der frischen Brise hier draußen wieder in den Schlaf zurück fiel. Später erwachte ich von dem Atem Banshees in meinem Gesicht.

    Der zweite Tag des Rittes verlief im Grunde genau wie der erste zuvor – bis auf die Tatsache, das ich hätte schreien mögen Aufgrund meines Muskelkaters. Dieses Mal mussten wir eine Pause an jeden VetGate einlegen, zuerst 10 Minuten, am zweiten gar eine halbe Stunde. Als wir unser Ziel erreicht hatten mit einer Zeit von knapp 490 Minuten – länger als am Vortag, doch die Wertung nach der Nachkontrolle ergab einen verdienten dritten Platz! Mit einer Zeit von 910 Minuten hatten wir jedoch nur drei Minuten Abstand zum ersten Platz! „Na das nenn ich doch mal ein gelungenes Wochenende, oder nicht?“ Sowohl ich als auch Cayden stimmten Tassila zu und gemeinsam begannen wir unsere Lagerstatt wieder abzubrechen – eine kleine Träne musste ich mir ja verdrücken…“Also Tassi, wenn du je das Bedürfniss verspürst die Stute zu verkaufen, empfange ich sie mit offenen Armen!“ sagte ich zum Abschied, mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
  11. Noch immer drückte ich mich davor den Telefonhörer in die Hand zu nehmen um den dubiosen Züchter anzurufen, also beschäftigte ich mich lieber mit meinen Pferden .- heute wieder mit meinem jungen Hengst Braum, der Name gefiel mir nach wie vor nicht doch was sollte man schon tun. Bewaffnet mit Longe, Kappzaum und der Peitsche ging es in Richtung des Platztes, denn wir arbeiteten erst einmal daran das Braum auch schön außen blieb ehe wir uns an den gesamten Rest machten. Ab und an meinte mein kleiner nämlich zu sehr nach außen zu kommen oder aber einfach auf mich zu. Auf dem Platz sortierte ich zunächst meine Longe richtig, stellte mich in Position und schickte Braum von mir fort. Bedingt durch die Hitze des Tages – dieses Mal fehlte die kühlende Brise von Meer – schlurfte Braum ziemlich vor sich her, sodass Staub mir die Lunge zu bedecken begann und ich ihn förmlich auf der Zunge spürte. „Na los, bisschen schneller geht schon“ motivierte ich, indem ich gleichzeitig mit der Longe wackelte und von hinten mit der Peitsche ein wenig Druck ausübte. Sofort nahm es Braum ein wenig zu Ernst und trabte an „Brrruuuu…Schritt“ rollte ich mit der Zunge, sodass er langsamer lief, aber im Schritt etwas schneller. Nach einer ersten Aufwärmphase trabte ich ihn schlussendlich an, musste teilweise ziemlich gegenhalten und zuppelte immer wieder an meinem Ende der Longe. Durch mehrere Schritt-Trab Wechsel und Seitenwechsel wurde er immer entspannter, drängte weniger nach außen, so machte ich an dieser Stelle auch schon wieder Schluss, allzu sehr wollte ich ihn nicht beanspruchen, ein wenig Jungpferd durfte er bleiben.



    [color=rgb(169,169,169)*aus Gwens Sicht*





    Einen Tag, bevor unser Wanderritt überhaupt losgehen sollte, war ich schon auf Caed Crevan angekommen und hatte mich sofort wie zu Hause gefühlt. Es war so schön hier in Schottland! Auch wenn es ganz anders war wie in Kanada, denn hier sah man das Meer und war nicht von gigantischen Bäumen umzingelt. Da es mir regelrecht in den Fingerspitzen vor Tatendrang juckte, fragte ich Sarah, ob ich ihr denn irgendwie bei den Pferden behilflich sein konnte. Das Angebot schlug Sarah natürlich nicht aus und da ich auch als Ausbilderin tätig war, vertraute sie mir ihren wunderschönen Draki an. „Du kannst mit ihm hinunter zum Strand gehen und ihn dort longieren!“ meinte sie lächelnd zu mir und ich dankte ihr vielmals.

    Draki war ein weißer Isländerhengst und obwohl ich die Rasse eigentlich nicht großartig mochte, hatte er mich sofort in seinen Bann gezogen. Ich holte den hübschen Kerl aus seiner Box, band ihn davor an und begann ihn zu putzen. Dabei ließ ich mir viel Zeit und das Ergebnis konnte sich dann auch sehen lassen: Draki war schneeweiß. In aller Ruhe stattete ich ihn mit Kappzaum und Longe aus, ehe wir uns auf den Weg hinunter zum Strand machten. Wider Erwarten brauchten wir nur circa zehn Minuten und schon standen wir vor den aufbrausenden Meer. „Wow!“ murmelte ich verliebt, denn der Anblick war einfach nur herrlich!

    Ich ließ Draki erst einmal ein wenig im Sand stöbern und ihn durch das seichte Wasser waten. Man merkte, dass dem Hengst die Umgebung nur allzu bekannt war, denn er scheute weder vor den Wellen noch vor den Möwen zurück. Dennoch wollte ich schon bald mit dem Training beginnen und ließ ihn in aller Ruhe im Schritt um mich rundherum laufen. Draki arbeitete wunderbar mit und so konnte ich auch den Trab dazunehmen.

    Sarah hatte mir von Drakis unangenehmer Verletzung erzählt und dass er jetzt gerade wieder in der Rehabilitationsphase war. Deshalb ließ ich den Galopp für heute auch weg und beschränkte mich auf viel vorwärts-abwärts und eine aktive Hinterhand. Das Laufen in dem weichen Sand schien Draki gut zu tun. Ab und an legte ich die Zirkellinie auch so, dass er immer durch das Wasser musste, doch die Abkühlung schien ihm sehr zu gefallen.

    Schneller als gedacht waren die zwanzig Minuten Arbeit vorbei und ich setzte mich noch ein wenig in den Sand, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Draki blieb dösend neben mir stehen und wartete geduldig, dass wir uns auf den Heimweg machten.



    [color=rgb(128,128,128)*meine Sicht*



    Nachdem ich Braum longiert hatte, Gwen mit Draki abgehauen war holte ich mir Grey aus dem Stall, ein Turnier war an der Reihe also wollte ich mal wieder mit ihr an die Töltarbeit gehen. Vina hatte sie in dieser Gangart ein wenig trainiert, Grey war von Natur aus kein Fünfgänger da sie kein reinrassiger Isi war. Da wir Bucks noch immer nicht wieder eingefangen hatten, standen die Stuten noch immer im Stall damit sie von dem jungen Hengst nicht belästigt werden. Doch am gestrigen Abend hatten wir ihn am Horizont erblickt, Thowra zeigte im Moment gute Möglichkeiten rossig zu werden. Falls dies eintraf wollten wir sie anbinden um den jungen Hengst in einen Pferch zu locken, dort konnten wir ihn dann einsprerren. Ob dies alles so funktionieren würde, hing noch in den Sternen jedoch hatte ich gute Aussichten. Aus der Mähne von Grey entfernte ich ihr ein wenig Heu, dann begann ich sie zu satteln, heute den Westernsattel, denn sie fühlte sich mit diesem Recht wohl. Auf dem Platz schwang ich mich in den Sattel sortierte mich noch einmal ehe ich begann mit einer ersten Aufwärmphase, denn die war wichtig für eine lockere Stunde. Die beginnende Dämmerung brachte auch endlich ein wenig Abwechslung in die drückende Hitze des Tages. Auch Kathi gesellte sich zu mir auf den Platz auf ihrer Stute Eisblüte - darum hatte ich sie gebeten da es mit einem Hengst schnell zu anstrengend werden konnte. "Ich freu mich schon auf den Ausritt - kommst du auf Finlay jetzt nun mit?" Kathi nickte, bis wir uns jeder auf unsere Pferde konzentrierten. Ich baute mehrere Tempowechsel ein, ging auch vom Galopp zurück in den Tölt und Grey töltete mittlerweile sogar auf dem Zirkel. Einmal waren wir beide so in die Arbeit fixiert, das unsere Pferde beinahe gegeneinander laufen wären. Kathi und ich lachten ein wenig "Wollen wir noch runter zum Strand? Ich wäre fertig" fragte sie wenig später. Ich brauchte gar nicht lange zu überlegen "Natürlich!" Dabei kam uns sogar noch Gwen zusammen mit Draki entgegen...."Hey!" begrüßten wir uns ehe wir dann auch schon Eisblüte und Grey in einen leichten Kanter fallen ließen.



    [color=rgb(169,169,169)*schwarz Gwen, grün medy, rot Ravenna*



    [color=rgb(40,40,40)"Ein Wanderritt durch Schottland? Ich beneide dich so!" schwärmte meine Freundin Amber, als wir gerade den Stall betraten und Wish fertig machen wollen. "Ein wenig aufgeregt bin ich ja schon, denn der Flug nach Schottland ist doch nicht gerade ohne!" seufzte ich und kraulte dem hübschen Connemarahengst die Stirn. Dann musste ich lächeln, denn immerhin flogen wir in Wishs ehemalige Heimat und er hatte schließlich schon einmal den Flug überstanden, also würde er es auch diesmal wieder ohne Probleme schaffen und Sarah würden wir auch direkt wiedersehen! Gemeinsam mit Amber putzte ich Wish und legte ihm dann die Transportgamaschen an, denn Mama fuhr uns zum Flughafen in Winnipeg.

    [color=rgb(40,40,40)Am Flughafen angekommen, brachten wir die gesamte Prozedur hinter uns. Während ich durch allerhand Kontrollen marschieren musste, erging es meinem Hengst nicht anders, auch er wurde von allerhand Tierärzten untersucht. Ich war froh, zu wissen, dass Amber und Mama auf ihn aufpassten und darauf achteten, dass er sicher im Flugzeug ankommen würde. Fast eine Stunde verbrachten wir auf dem Flughafen, ehe auch ich mich in meinen Flugzeugsitz fallen ließ und ungeduldig auf den Start des Flugs wartete. Nun hieß es, auf nach Schottland und in ein neues Abenteuer!



    [color=rgb(0,128,0)Aufgeregt strich ich Totbringer nochmals über den Hals, meine Finger zitterten sogar leicht vor Aufregung. "Quatsch, kommt sowieso alles gut", redete ich mir selber gut zu, währendem ich gedankenverloren in Tot's Fell starrte. Obwohl ich Tot noch nicht so lange hatte, habe ich mich entschlossen, sie mitzunehmen. Auf einen unvergesslichen Ausflug nach Schottland. Sarah hatte mich kurzfristig angerufen - kurz und knapp, sie hatte mir angeboten, mit einem meiner Hüh's zu ihr nach Schottland zu kommen und einen langen Wanderritt zu unternehmen, Natürlich hatte ich sofort mit einem quietschendem Jageantwortet, bin aufgesprungen und durch die Wohnung gestreunt. Totbringer riss mich aus meinen Gedanken, indem sie anfing, an meiner Jacke rumzuknabbern. "Tot!", rief ich empört aus, was jedoch nur ein kurzer, missbilligender Blick von Tot zur Folge hatte. Mit einem Schmunzeln befreie ich meine teure Jacke von den gefährlichem, schlabbrigen, höllischen Zähnen Tot's und schaue auf die Uhr. Bald würde ein eher kürzerer Flug anstehen, zum Glück ist es nicht allzu weit bis zu Schottland. Tierarztkontrolle hatten wir schon hinter uns, auch alles Restliche war geklärt, sodass wir uns nur noch auf die Ankunft und den ganzen Aufenthalt freuen konnten. "Das wird toll, Tot", rede ich voller Vorfreude zu Tot, welche aber nur kurz schnaubte. Mit einem Grinsen auf dem Gesicht kraulte ich sie.



    [color=rgb(165,42,42)Nachdem ich Braum longiert hatte, Gwen mit Draki abgehauen war holte ich mir Grey aus dem Stall, ein Turnier war an der Reihe also wollte ich mal wieder mit ihr an die Töltarbeit gehen. Vina hatte sie in dieser Gangart ein wenig trainiert, Grey war von Natur aus kein Fünfgänger da sie kein reinrassiger Isi war. Da wir Bucks noch immer nicht wieder eingefangen hatten, standen die Stuten noch immer im Stall damit sie von dem jungen Hengst nicht belästigt werden. Doch am gestrigen Abend hatten wir ihn am Horizont erblickt, Thowra zeigte im Moment gute Möglichkeiten rossig zu werden. Falls dies eintraf wollten wir sie anbinden um den jungen Hengst in einen Pferch zu locken, dort konnten wir ihn dann einsprerren. Ob dies alles so funktionieren würde, hing noch in den Sternen jedoch hatte ich gute Aussichten. Aus der Mähne von Grey entfernte ich ihr ein wenig Heu, dann begann ich sie zu satteln, heute den Westernsattel, denn sie fühlte sich mit diesem Recht wohl. Auf dem Platz schwang ich mich in den Sattel sortierte mich noch einmal ehe ich begann mit einer ersten Aufwärmphase, denn die war wichtig für eine lockere Stunde. Die beginnende Dämmerung brachte auch endlich ein wenig Abwechslung in die drückende Hitze des Tages. Auch Kathi gesellte sich zu mir auf den Platz auf ihrer Stute Eisblume - darum hatte ich sie gebeten da es mit einem Hengst schnell zu anstrengend werden konnte. "Ich freu mich schon auf den Ausritt - kommst du auf Finlay jetzt nun mit?" Kathi nickte, bis wir uns jeder auf unsere Pferde konzentrierten. Ich baute mehrere Tempowechsel ein, ging auch vom Galopp zurück in den Tölt und Grey töltete mittlerweile sogar auf dem Zirkel. Einmal waren wir beide so in die Arbeit fixiert, das unsere Pferde beinahe gegeneinander laufen wären. Kathi und ich lachten ein wenig "Wollen wir noch runter zum Strand? Ich wäre fertig" fragte sie wenig später. Ich brauchte gar nicht lange zu überlegen "Natürlich!" Dabei kam uns sogar noch Gwen zusammen mit Draki entgegen...."Hey!" begrüßten wir uns ehe wir dann auch schon Eisblume und Grey in einen leichten Kanter fallen ließen. Da Gwen bereits seit dem Morgen da war - fehlte einzig noch Alessia damit der Wanderritt morgen beginnen konnte.



    [color=rgb(40,40,40)Wir waren heile in der schottischen Idylle angekommen und Wish hatte sich direkt wie zu Hause gefühlt. Zwar war sein Vater momentan nicht hier, aber mit Stormy und Varulv als Weidegenossen gab er sich auch zufrieden und zehn Minuten später war er hinter den grünen Hügeln verschwunden. Da es gerade einmal kurz vor Mittag gewesen war, hatte ich Sarah nach Arbeit gefragt und sie hatte mir direkt Draki in die Hand gedrückt. Den hübschen Isländer sollte ich am Strand longieren und so bekam ich gleich einen traumhaften Anblick von Schottland zu sehen. Auch lernte ich Kathi kennen, welche mit Sarah das Gestüt hier leitete. Momentan warteten wir noch auf unsere dritte Mitreiterin, nämlich auf Alessia. Auch sie kannte ich schon, denn es war noch gar nicht so lange her, dass sie bei mir in Kanada zu einem Kurs gewesen war. Heute würde ich aber ein anderes Pferd von ihr kennenlernen, wenn sie hier wohlbehalten ankommen würden. Mit Draki machte ich mich schon bald auf den Heimweg zurück auf den Hof, wo wirklich eine herrliche Ruhe herrschte. Draki durfte wieder auf seinen Paddock und ich machte mich daran, Wishs und meine Sachen auszupacken, denn dafür hatte ich vorhin keine Lust gehabt, aber ohne die Sachen würde es nichts mit dem Wanderritt werden.



    [color=rgb(0,128,0)Müde von der Reise streichelte ich Tot nochmals über den Hals, ehe ich mich von ihr verabschiedete und aus der Box ging. Wir sind heil und ganz angekommen, Sarah hatte uns mit grossem Jubel empfangen und alles in allem ist alles supergut verlaufen. Nun war es auch schon Spätnachmittag und ich bin hundemüde - mir fielen schier die Augen zu. Erst gerade habe ich gehört, dass auch Gwen (bei der ich einen Kurs besucht hatte) mitkommen würde. Allerdings ist der Ausritt noch nicht ganz geplant, deshalb müssen wir heute beim Abendessen auch darüber diskutieren. Ich riss mich aus meinen Gedanken und bedachte Totbringer noch mit einem fröhlichem, aber müdem Lächeln. Schier stolperte ich über die Mistgabel, welche im Stallgang schräg angelehnt war. Super . Mit einem Schlag war ich wach und nahm die Mistgabel in die Hand. In der Hoffnung ihr Heimatsplätzchen zu finden, durchsuchte ich die ganze Umgebung, fand allerdings keine ihrer Artgenossen. Die Mistgabel ist irgendwie wie ich …

    [color=rgb(0,128,0)Erschrocken über diesen komischen Gedanken fing ich an zu lachen und konnte einfach nicht mehr aufhören - was gab ich bloss für ein Bild ab, als Sarah auf mich zuging und mich so dort sah, mit einer Mistgabel in der Hand und lautem Lachen. "Alessia? Geht's dir gut?", fragte sie mich mit hochgezogener Augenbraue. Immer noch lachend antworte ich ihr: "Nicht wirklich, die Reise war zuu lang" "Du bist reif für ins Bett, komm, hopp hopp" Grinsend hörte ich auf zu lachen und ich beruhigte mich langsam. Puuh, tief einatmen, ausatmen. Ich wusste auch nicht, warum ich plötzlich das Ganze so lustig fand, sehrwahrscheinlich war ich einfach müde. Sarah grinste mich an und ich erwidere ihr Grinsen, ehe wir zusammen Richtung Wohnhaus liefen. "Gwen hast du heute noch nicht gesehen, oder?", sagte Sarah, "mal schauen, vielleicht ist sie auch im Haus"



    [color=rgb(165,42,42)Cayden, Kathi und Aiden hatten sich um das Abendessen gekümmert, während ich unsere beiden Gäste aufgelesen hatte. Alessia war erst vor einer guten Stunde angekommen, derweil hatte sich Gwen zu Wish gesellt auf den oberen Weiden. Eine gute Viertelstunde war es bis dahin zu Fuß, doch schickte ich ihr fix eine SMS in der Hoffnung sie würde hier auch ankommen - mein Smartphone hatte ich eigentlich auch nur um mir meinen Kalender ordentlich zu gestalten, denn das mobile Internet klappte hier meinstens nicht - dazu durfte es nicht allzu bewölkt sein, doch hatte ich davon keine Ahnung. Ging es um irgendwelchen Technischen Kram so musste sich Kathi darum kümmern.

    [color=rgb(165,42,42)Als wir endlich alle beisamen waren, besprachen wir gemeinsam was alles getan werden musste - wobei ich eher mit den Männern sprach, auch Hansi leistete uns Gesellschaft, denn er war wieder entlassen worden. "Ihr kümmert euch am besten um den Pferch für Bucks, die Stuten bleiben vorerst noch immer im Stall. Auf den Ausritt werde ich warscheinlich Stormbringer nehmen" - da schaltete sich auch Kathi ein "Ich werde euch auf Finlay ein Stück begleiten, doch gegen Abend wieder in Richtung nach Hause - alles für die Turniere vorbereiten die so in nächster Zeit anstehen." Ich nickte, dann wandte ich mich an meine Begleiter "Wir werden oft im Schritt reiten, gerade was die Wege an den Klippen entlang geht oder am Strand - gerade letzteres sind eure Pferde nicht gewohnt also lassen wir es langsam angehen. Wir werden immer knapp drei Stunden am Stück reiten, dann eine Stunde Pause einlegen und wieder in den Sattel steigen. Der schwächste Reiter mit dem unerfahrensten Pferd wird jeweils hinter einem von uns reiten - am zweiten Tag stets vorweg um das Tempo anzugeben. Die meisten Wege machen es jedoch möglich nebeneinander zu laufen, wir werden ein Halbmoor durchqueren, doch der Weg ist gut sichtbar. Wir werden tolle Landstriche sehen, aber auch einige interessante Tiere - Otter, Seeadler, vielleicht sogar einige Wale vor der Küste" Da fiel uns Hansi ins Wort - "Ah ja - letzte Woche wurde ein Pärchen Wölfe auf der Insel gesichtet, die vermutlich vom Festland hinüber geschwommen sind" Ich begann mir auf der Unterlippe zu kauen, wir hatten genug Strom auf dem Zaun, das die Wölfe nicht an die Pferde kamen, doch Bucks streifte da irgendwo allein durch die Gegend "Es wird Zeit das wir Bucks endlich bekommen, es sind jetzt fast 5 Wochen!" entfuhr es mir lauter als gewollt, meine Sorge war einfach zu groß. "So Mädels, dann wünsche ich euch eine angenehme Nacht im Heuspeicher" - diesen Namen hatten wir unserem Gästehaus insgeheim gegeben.



    [color=rgb(40,40,40)Als mich Sarahs SMS erreicht hatte, - ein Wunder, dass ich hier noch Empfang hatte! - war ich geschwind zum Haus zurückgelaufen, wo ich kurz darauf auch Alessia getroffen hatte. Beim Abendessen besprachen wir den Ritt. Aufmerksam hatte ich Sarah zugehört und war schon ganz aufgeregt! In Gedanken sah ich uns bereits an einer der wunderschönen Klippen entlang reiten und über die Küste blicken. Mit Wish würde das ganze sicherlich eine äußerst angenehme Reise werden, denn er kannte sich hier schon ein wenig aus und vor allem sein Charakter wäre für einen Wanderritt ideal. "Wow, ich freue mich schon so!" entfuhr es mir und ich musste grinsen. Sicherlich war es für Sarah inzwischen normal, hier zu reiten, denn sie lebte hier mit ihrem Team. Amüsant fand ich ja Caiden und Aiden, denn wenn man nicht genau zuhörte, waren die beiden Namen doch mal Anlass für Verwirrung. "Was ist denn mit Bucks los? Vielleicht können wir ja helfen?" bot ich Sarah an, denn sie schien doch recht verzweifelt.



    wir überspringen medy da keine Zeit ziehen sie aber mit

    [color=rgb(165,42,42)"Vor einigen Wochen gab es ein starkes Sommergewitter, die Hengste waren auf den oberen Weiden und eine der Holzleisten brach - einige blieben im Unterschlupf andere entkamen. Alle kamen wieder zurück bis auf Bucks - er war neu auf dem Hof, die erste Zeit stand er in einem Paddock, da er sich die Rippe gebrochen hatte bei einem Unfall. Als die Tierärztin meinte es sei wieder alles okay, wollten wir ihn zunächst in die Gruppe integrieren ehe wir mit der Arbeit beginnen. Bucks ist, nunja, bissig und auf gewisse Art und Weise somit auch gefährlich. Mir ist es bereits gelungen ihm das Halfter anzulegen, doch als mein Visum abgelaufen war ist das Gewitter gewesen. Die Futterstellen haben wenig gebracht und seit einiger Zeit haben wir ihn nicht mehr gesehen. Jetzt die Nachricht mit den Wölfen" ich schüttelte meinen Kopf "In den nächsten Tagen sollte Willow oder aber Thowra wieder rossig werden, dann wollen wir sie in den Pferch bringen in der Hoffnung den Hengst so irgendwie wieder einfangen zu können. Beim letzten Fangversuch ist Hansi erstmal mit angebrochener Rippe im Krankenhaus gelandet. Morgen fliegt er dann nach Polen um bei Maren ein Pferd einzureiten, auf dem Gestüt Federsee." Damit versuchte ich ein schiefes Lächeln, was mir nicht sonderlich gelang....



    [color=rgb(40,40,40)"Hach herrje! Das klingt gar nicht berauschend!" seufzte ich und überlegte, der Name des Hengstes war mir nicht ganz unbekannt, indirekt schien ich ihn schon zu kennen. "Das mit den Stuten ist eine gute Idee, vielleicht können wir ja auch während des Wanderritts die Augen offen halten. Wer weiß, vielleicht haben wir Glück und wir finden Hinweise, wo er sein könnte." meinte ich, denn zum Glück handelte es sich hier um eine Insel und ich konnte mir nicht vorstellen, dass der Hengst zum Festland schwimmen würde. "Aber hey, Sarah! Nicht traurig sein, so bissig und gefährlich wie er zu den Menschen ist, wird er im Notfall auch zu den Wölfen sein. Glaub mir, die werden doof schauen, wenn sie Bucks begegnen!" meinte ich aufmunternd und fand die Vorstellung selbst auch ein wenig beruhigend. Bei uns in Kanada waren Schwarzbären, Pumas und Wölfe eigentlich vollkommen normal, allerdings trafen sich unsere Spezies auch sehr selten an, so dass es bisher noch nie zu großartigen Konflikten gekommen war.



    [color=rgb(165,42,42)"Genau das denke ich nämlich auch" pflichtete Cayden Gwen bei, ein nun wirkliches Lächeln stahl sich auf meine Lippen - "Es ist nur ein Pärchen, einem Pony würden sie sich sicher nicht nähern" Und trotzdem wünschte ich mir in diesem Moment lieber Draft Horses zu halten. "Also, das Essen ist beendet" Damit stand ich auf, reichte hinter die Theke der Küche und holte einen Sixerpack Kilkenny hervor - "Ist zwar eigentlich irisches Bier, aber wir haben ja auch Irische Pferde auf dem Hof. So als Willkommensgeschenk für euch beide. Außerdem haben sich das alle nach der Arbeit heute verdient. Zudem habe ich erfahren, das der Bau der Brücke zum Festland schon im Herbst beendet sein könnte, sodass wir nicht länger die Fähre nutzen müssen und das ist doch auch mal ein Grund zum Feiern!" Damit stellte ich allein sechs Anwesenden eine Flasche des Bieres vor die Nase - öffnete mein eigenes und ließ es an Cayden weiter gehen, der zu meiner linken saß, dann folgten Hansi, Kathi und Aiden ehe auch Alessia - zunächst etwas unsicher, dann aber den anderen folgte und den Öffner an Gwen weiter gab.



    [color=rgb(40,40,40)Ich lächelte Sarah an, ihrem kleinen Hengst würde nichts passieren, so wie sie ihn beschrieb war er ein wahrer Kämpfer. Dankend nahm ich den Öffner entgegen und kostete kurz darauf von dem Bier. "Alle Achtung. Dafür, dass ich eigentlich nichts trinke, schmeckt das wirklich mal gut!" grinste ich, denn normalerweise war Alkohol bei mir ein No-Go, aber das irische Bier hatte es mir angetan, denn es hatte einen ganz anderen Geschmack als der Alkohol, welchen man sonst zu Gesicht bekam. Gemütlich lehnte ich mich zurück und war überglücklich, mich getraut zu haben, hier nach Schottland zu kommen. Wie hätte ich mich doch geärgert, wenn ich nein gesagt hätte! "Ähm, wann wollen wir morgen eigentlich los?" fragte Alessia neugierig und auch ich horchte auf, denn das war tatsächlich eine interessante Frage, denn die Pferde mussten vorher ja auch noch gesattelt werden.



    [color=rgb(165,42,42)Wir prosteten uns gemeinsam zu, tranken einige Schlucke ehe Alessia die Frage äußerte die ich in meiner Sorge einen Moment vollkommen vergessen hatte. "Meine Nacht ist meistens sowieso gegen sechs Uhr vorbei, danach versorgen wir die Stuten in ihrem Offenstall, machen ihn sauber. Gegen 8 Uhr treffen wir uns meist wieder hier zum Frühstück und wenn ihr danach los wollt machen wir langsam die Pferde fertig um uns auf den Weg zu machen." Cayden blickte mich schräg von der Seite an "Wenn du morgen aufbrichst musst du dich nicht um die Stuten kümmern! Wir machen das schon, kümmere dich um deine Gäste und alles wird gut!" lachte er leicht vor sich hin. Meine Hand legte sich auf sein Knie unter dem Tisch, übte leichten Druck darauf aus "Dankeschön" - noch immer konnte ich es nicht fassen einen Freund wie ihn gefunden zu haben...



    [color=rgb(40,40,40)Alessia und ich waren natürlich direkt einverstanden. "Dann frühstücken wir in Ruhe und kümmern uns dann um unsere Lieblinge und den Ritt." meinte ich lächelnd und trank allmählich mein Bier aus. "Wirklich sehr gut." prostete ich Sarah grinsend zu und schaute mich um. Mir gefiel ihr Gestüt einfach, die ruhige Atmosphäre machte das ganze noch schöner. "Wie lange wohnt ihr jetzt schon hier?" fragte ich neugierig, denn inzwischen schien es doch schon ein Weilchen zu sein, wenn man sah, wie gemütlich das Haus inzwischen eingerichtet war.



    [color=rgb(165,42,42)Ich musste selbst einen Moment stutzen, zählte die Monate zurück, im Dezember waren Cayden und ich zusammen gekommen und kurz nach Sylvester hatten wir in Österreich die Zelte abgebrochen. "So seit Anfang diesen Jahres, allerdings haben Kathi und Aiden hier schon länger gewohnt" Hilfesuchend sah ich in die Runde, Cayden ergriff das Wort. " Meiner Großmutter gehörte dieses Haus, als sie vor knapp vier Jahren verstarb wurde das Gehöft an mich und Kathi vererbt. Wir beide sind Cousinen, bis zum Anfang diesen Jahres hatte ich nie den Wunsch mich nieder zu lassen, dich seitdem ich Sarah kenne - ist das anders geworden." Er schenkte mir ein Lächeln, irgendwie fühlte sich das alles Abgrundtief schleimig und kitschig an und zu meiner Überraschung fand ich das nicht weiter schlimm." Und seitdem habe ich mich in diese Landschaft hier verliebt" murmelte ich eher zu mir selbst, als zu wem an diesem Tisch. Ich hatte den Blick von Gwen durch die Küche schweifen sehen "Wir mussten nicht mehr viel am Haus selbst tun, bis auf die obere Etage ausbauen, da oben wohnen wir beide." "Sonst noch irgendwelche Fragen?" Auch wenn es nur wenig Alkohol war - er lockerte die Zunge ungemein.



    [color=rgb(40,40,40)Neugierig hörte ich den beiden zu, umziehen war immer so eine Sache. "Ich erinnere mich noch gut daran, als meine Mutter mich vor zwei Jahren von Deutschland nach Kanada geschleppt hat. Ich war so gar nicht begeistert davon und habe mich auch erst nach einem Jahr wohlgefühlt, als mich mehr oder weniger die Pferde ermutigt haben, diese Chance zu nutzen." meinte ich und erinnerte mich an unseren ersten Winter zurück. "Und wir sind im späten Herbst umgezogen, heißt meine ersten Monate bestanden nur aus tiefen, tiefem Schnee." meinte ich seufzend, musste dann aber doch grinsen, denn inzwischen liebte ich den Winter bei uns zu Hause. Mir waren nämlich selbst in Kanada die Sommer noch zu warm, umso dankbarer war ich ,im Moment hier auf Schottland zu sein, denn zumindest heute war es sehr angenehm. "Wie ist das Wetter eigentlich hier? Gibt es öfters mal sehr unangenehme Tage?"



    [color=rgb(165,42,42)"Als wir hier her kamen...war es tiefster Winter, der Schnee ging mir bis zu den Knien, die Pferde haben sich zunächst nicht zurecht gefunden, wir konnten sogar über die Eisfläche hinüber zum Festland fahren. Im Frühling hat es praktisch nur geregnet, aber als sich im Mai begann der Schleier zu lichten, die Ginsterblüten heraus kamen und die Landschaft Irland beinahe Konkurrenz machte - habe ich endlich begonnen es hier zu lieben. Obwohl es den Sommer über wirklich warm ist, gibt es oft Sommerregen, der angenehm kühl auf der Haut ist. Die Nähe zum Meer sorgt meistens für eine angenehme Brise bei der Arbeit. Man hat mir jedoch erzählt - ab September wird der Regen erneut einsetzten, aber den kenn ich ja jetzt!" erklärte ich mit einem Lächeln auf den Lippen. Alessia erzählte von ihrem Ort in England, den Ponys denen es dort wirklich gut ging - seit neustem wohnte sie jedoch erst dort und war noch nicht komplett heimisch eingenistet. Ein Gähnen verzerrte mein Gesicht "Also ich für meinen Teil, werde langsam mein Bett auf suchen. Ihr auch?" fragte ich in die Runde.



    [color=rgb(40,40,40)"Ja." meinten Alessia und ich im Einklang und grinsten uns an. "Also wenn wir Morgen wirklich früh rauswollen, sollten wir langsam schlafen." erklärte ich und stellte meine leere Flasche auf den Tisch. "Ich bin schon gespannt, was uns Morgen erwartet!" meinte Alessia neugierig und auch Sarah war gespannt. Innerlich war sie sicherlich sehr angespannt wegen ihres ausgerissenen Hengstes und ich hoffte sehr, dass wir ihn vielleicht wenigstens zu Gesicht bekommen würden. "Na dann zeige ich euch eure Zimmer." meinte Sarah lächelnd und führte uns die Treppe hinauf in die zweite Etage. Kurz darauf war ich auch schon alleine und setzte mich noch ein wenig ans Fenster. Die grünen Wiesen der Insel schimmerten silbern in dem Mondlicht und sie waren von einer ganz besonderen Aura umgeben. "Morgen wird toll." murmelte ich und als ich ein letztes Mal den Blick über die endlosen Weiden schweifen ließ, war ich fest der Meinung, dass Wish dort oben auf dem Hügel stand und zu mir herüber blickte. Er war ein einzigartiges Pferd und ich war sehr dankbar, ihn nun mein eigen nennen zu dürfen. Müde schlüpfte ich dann unter die Decke und ehe ich mich versah, war ich auch schon tief und fest eingeschlafen.





    [color=rgb(165,42,42)Bevor ich wirklich in den Schlaf finden konnte stand ich noch eine ganze Weile am Fenster unseres Dachbodenzimmers, von hier aus konnte ich auf die Wellen des Meeres blicken, in weiterer Ferne konnte ich die Lichter des Leuchtturmes erblicken. Innerlich musste ich ein wenig schmunzeln, morgen würde sicher ein toller Tag werden.



    [color=rgb(165,42,42)~schnaaarch~



    [color=rgb(165,42,42)Der Morgen begann - wie immer - ziemlich früh, gegen sechs Uhr konnte ich nicht länger im Bett liegen. Eine leichte Übelkeit, die mich schon die letzten beiden Tage früh aus dem Bett geholt hatte lag über mir - als ich aufstand wurde es nicht unbedingt besser, mein Magen fühlte sich flau an und der Kopf schien zu schwimmen. Als ich am Fenster in unserem Flur vorbei kam sah ich eine kleine Pfütze auf dem Boden, in der Nacht hatte es geregnet - was es immer noch tat - und wir hatten das Fenster vergessen zu schließen. Ich warf zwei Handtücher darüber, wischte alles weg um sie dann ins Bad zu legen. Wegen meiner morgendlichen Übelkeit musste ich irgenwann zum Arzt, doch hasste ich es stundenlang im Wartezimmer zu verbringen um dann gesagt zu bekommen ich habe mir den Magen nur ein wenig verstimmt. Also gesellte ich mich zu Cayden mit unter die Dusche, nur eine Stunde später waren wir frisch geduscht unten in der Küche bei einer Tasse Tee. Die anderen schienen noch immer zu schlafen zumindest hörte ich keinerlei Geräusche im Haus - wir hatten versucht leise zu sein. Gemeinsam verzogen wir uns in den Stall, da Bucks auf Abwegen war verbrachten die Stuten ihre Zeit hier im geräumigen Offenstall, wir hatten nur einige wenige Boxen. Wir gaben jeder Stute ihre Portion an Heu in einem Netz, Aiden wollte sich später um die Reinigung des Stalles kümmern. Die ganze zeit über wurde meine Übelkeit nicht unbedingt besser, also schickte Cayden mich nach drinnen. Also begann ich langsam das Frühstück vorzubereiten, da kamen auch schon unsere Gäste allmählig herunter.



    [color=rgb(40,40,40)Kurz nachdem ich die Augen geöffnet hatte, schreckte ich hoch. Es dauerte eine Weile, ehe ich mich wieder daran erinnerte, dass ich mich ja momentan bei Sarah in Schottland befand. "Oh Gott." murmelte ich grinsend, Alkohol tat mir einfach nicht gut, egal wie wenig es war. Gähnend erhob ich mich aus dem warmen Bett, beim Frühstück würde ich Sarah erst einmal wegen der tollen Betten loben müssen, man schlief wie auf Wolke 7. Im Bad war es dann vorbei mit Wolke 7, als ich mir kaltes Wasser ins Gesicht schüttete, um ein wenig wacher zu werden. Kurz darauf war ich geduscht und angezogen und fühlte mich gleich viel besser. Kurz warf ich einen Blick aus dem Fenster, aber zu meiner Erleichterung schien die Sonne über den grünen Hügeln. Gut gelaunt machte ich mich auf den Weg hinunter in die Küche. Auf der Treppe traf ich Alessia, welche ebenfalls gerade aufgestanden war. Uns wehte schon der köstliche Geruch des Frühstücks entgegen und unten trafen wir Sarah. "Guten Morgen." flötete sie uns entgegen und deutete auf den reich gedeckten Tisch. Dankend ließen wir uns nieder und musterten erst einmal ganz genau das ausgiebige Angebot. "Da bekommt man richtig Hunger!" meinte Alessia lachend und schnappte sich ein Brötchen. Ich konnte mich noch nicht ganz zwischen Cornflakes und Brötchen entscheiden und wollte gerade Sarah nach Rat fragen, als sie sich an der Theke abstützte. "Geht es dir nicht gut? Du bist so blass." fragte ich besorgt, denn Sarah sah wirklich nicht berauschend aus. Auch Alessia schaute auf und stimmte mir direkt zu.



    [color=rgb(165,42,42)Ich winkte mit einer Hand ab "Geht schon, in ein, zwei Stunden ist alles wieder in Ordnung, war die letzten Tage auch so" Dann setzte ich mich zu den anderen an den Tisch, Kathi hatte einen kleinen Snack eingenommen und war dann nach Eriska gefahren um ein paar Dinge zu erledigen, weshalb sie doch nicht auf dem Ausritt mit käme. "Tut mir Leid wegen des kleinen Vorrats an Wurst, Aiden und Kathi sind die einzigen die das Essen, daher ist nie so viel davon vorhanden." schmunzelte ich, sah mir dann den gedeckten Tisch an und beschloss - die Cornflakes würden an diesem Morgen wohl in meinem Magen verbleiben. Deswegen verzichtete ich lieber auf die Milch,trank meinen Tee mit Honig und unterhielt mich anregend mit Gwen und Alessia.



    [color=rgb(40,40,40)"Du gehst wohl nicht gerne zum Arzt?" fragte ich grinsend, denn irgendwo her kam mir das sehr bekannt vor. Aber ich konnte mir vorstellen, dass Sarah nicht damit genervt werden wollte, weshalb ich mich lieber daran machte, die Milch über meine Cornflakes zu gießen. Alessia blickte zwar immer noch besorgt drein, doch sie gab sich viel Mühe, es nicht zu zeigen. "Schade, dass Kathi nicht mitkommen kann." meinte sie und biss von ihrem Brötchen ab. Ich stimmte ihr zu und unterhielt mich noch ein wenig mit den Mädels. "Haben wir eigentlich eine feste Route oder reiten wir frei nach Nase?" fragte ich neugierig, so langsam stieg in mir die Vorfreude auf und ich konnte es kaum noch erwarten, endlich die Sachen zu packen und Wish fertig zu machen.



    [color=rgb(165,42,42)"Oh Nein..ich hasse Ärzte, bei den meisten fühle ich mich nicht unbedingt sicher.Aber wenn wir jetzt unser Frühstück beendet haben - lasst uns die Pferde fertig machen damit wir los können. Eine Route habe ich schon im Kopf, doch können wir von ihr auch etwas abweichen. Nehmt euch jeweils einen Hufauskratzer mit, die Insel ist teilweise übersät mit kleinen Steinen, deswegen müssen wir ab und an anhalten um die Hufe unserer Lieblinge zu kontrollieren." Die Tatsache war...ich wusste noch gar nicht welches meiner Pferde ich nehmen wollte...noch immer schwankte ich zwischen Stormy, Green oder aber auch Thwora...oder sollte ich doch lieber Uprising nehmen? Varulv wäre auch keine schlechte Wahl, wobei er weniger Gelände erfahren war und eine solche Strecke nicht gewöhnt. Ich schüttelte den Kopf, ich würde ein Halfter mit zur Weide nehmen und mich zwischen den Hengsten entscheiden..Vielleicht traf ja auch Wish diese Aufgabe für mich, wer auch immer in seiner Nähe stand...ihn würde ich nehmen. Das klang nach einem Plan.



    [color=rgb(40,40,40)Nachdem wir alle ordentlich gestärkt waren, machten wir uns an die Arbeit. Jeder schnappte sich ein Halfter und dann marschierten wir den Kiesweg hinauf zu den großen Weiden. Natürlich sah man weit und breit kein Pferd, doch Sarah konnte uns Abhilfe verschaffen. Mit einem außergewöhnlich klingenden Pfiff machte sie auf uns aufmerksam und kurz darauf erschienen am Horizont Pferdeköpfe. Ich kniff die Augen zusammen, um Wish zu entdecken und nach ein wenig Suchen entdeckte ich ihn auch. Alessia suchte ebenfalls nach ihrer Stute Totbringer, während ich schon meinen Hengst holen ging. Wish stand neben einem hübschen Rappen und die beiden schienen sich wunderbar zu verstehen. "Hallo Varulv! Dann nehme ich dich." meinte Sarah lächelnd und halfterte Wishs neuen Freund direkt auf. Gemeinsam machten wir uns auf den Rückweg zum Gatter wo auch Alessia schon auf uns wartete. Die Pferde schienen sich von der langen Reise des vorherigen Tages sehr gut erholt zu haben und so konnten wir uns guten Gewissens auf den Ritt machen. Doch vorher wurden die Pferde gründlich geputzt und gesattelt. Alles musste gut sitzen, ansonsten bekamen wir schneller als gedacht Probleme. Nachdem Wish gesattelt war, schnallte ich die Satteltaschen auf. Sie wirkten klein, doch es passte viel Zeug hinein und schließlich sollten wir auch nur das wichtigste mitnehmen. Unter der Trense trug Wish sein Wanderhalfter wie die anderen beiden Pferde auch. Dann zogen wir Reiter uns noch um, damit auch wir wetterfest waren. Wir gurteten gerade nach, als Cayden aus dem Haus kam und jeden von uns noch ein Lunch-Paket in die Hand drückte. "Pass auf dich auf." meinte er zu Sarah und gab ihr einen Kuss auf die Wange, ehe er auch schon wieder verschwand. "Na dann los!" meinte Sarah und schwang sich auf den Rücken von Varulv. Wir taten es ihr gleich und schon ging die Reise los!



    [color=rgb(165,42,42)Es dauerte eine Weile ehe ich mich in dem ungewohnten Wandersattel wieder heimisch fühlte, der von Varulv war selten in der Benutzung weswegen er noch nicht ganz an mich angepasst war. Für heute war eine Strecke von knapp 16 Kilometern in entspannter Atmosphäre geplant, später wollte ich dann doch einen kleinen Strandgalopp veranstalten, doch unsere Hauptgangart würde wohl der Schritt bleiben. Da der Weg am Seeufer entlang es noch zuließ ritten wir alle drei nebeneinander, wobei Alessia rechts von mir und Gwen auf Wish links von mir ritten. Munter schwatzen wir über alles Mögliche, wobei es in vielen Perioden einfach still zwischen uns war. Ein jeder hing seinen eigenen Gedanken nach, wobei meine Gäste eher damit beschäftigt waren die beeindruckende Landschaft um sie herum zu begutachten. Der Frühling hatte viel Regen gebracht, sodass das Gras wunderbar gedeihen konnte, trotz der Temperaturen hatte es seinen satten Grünton nicht verloren. „Wir können zwar nicht wie Kanada mit Bären aufwarten, aber wie ihr ja schon mitbekommen habt verirren sich ab und an Wölfe auf unsere Insel. An der Küste selbst kommt es oft zur Sichtung von unterschiedlichen Walen, aber auch Robben sind sehr häufige Besucher an den Stränden. Im Frühjahr hatten wir sogar eine ganze Gruppe der Robben am Strand, trotz ihrer Junge ließen sie sich von uns kaum stören. An den Klippen nisten oftmals Seeadler, die hier am See oder auf dem offenen Meer ihre Beute fangen.

    [color=rgb(165,42,42)Hier begegnet man auf einem Ausritt immer irgendeinem Tier, manchmal extrem Scheu an manchen Orten jedoch verweilen sie ohne uns richtig wahr zu nehmen.“ Es folgte ein leicht steiniger Weg, am Ufer des Sees entlang „Nehmt die Zügel jetzt vielleicht etwas kürzer, verhaltet euch ruhig um den Hügel da hat ein Schäfer zurzeit mit seiner Herde einen Stop eingelegt. Zu Anfang haben sich meine Pferde vor den ulkigen Tierchen immer ein wenig gefürchtet.“ Meine beiden Gäste taten wie geheißen, mit mir nun an der Spitze folgten wir einer leichten Düne, die dahinter die Sicht auf eine große, hochbewachsene Wiese freigab. Vereinzelt standen dort nun Schafe in den unterschiedlichsten Schattierungen und unser Weg führte mitten durch die Hindurch. Wish blieb, wie meistens vollkommen entspannt, beäugte jedoch mit gehörigem Interesse die absonderlichen Tiere. Alessia hingegen hatte mit ihrer Stute Totbringer doch eine Weile zu kämpfen, da die Stute zunächst laut und einvernehmlich begann zu schnauben, bis sie dann als sich eines der Schafe bewegte, einen Satz zur Seite machte und dann im schnellen Stechtrab an der Gruppe von Schafen vorbei lief. Nach dieser Begegnung, blieb die Stute noch eine ganze Zeit auf einer bestimmten Spannung, zeigte immer wieder Ansätze die Gangart wechseln zu wollen, denn auch die Anwesenheit der beiden Hengste schien sie ein wenig aufzuregen. Wobei Wish und auch Varulv wenig Notiz von der Schimmelstute nahmen. Als wir die erste Landzunge des Sees umrundet hatten lösten wir uns von seinen Ufer, folgten nun einem Pfad der es nicht länger möglich machte nebeneinander her zu reiten. Also orderte ich Alessia in die vorderste Reihe, damit sie das Tempo angeben würde und ich bildete das Schlusslicht. Der Pfad war einem klar vor Augen zu erkennen, dadurch konnte Alessia ihn eigentlich gar nicht verfehlen.

    [color=rgb(165,42,42)Links von uns schlängelte sich ein kleiner Bachlauf bis hin zum Meer, doch war er nur an einigen Stellen zu dieser Zeit wirklich tief. „Hier müssen wir ganz leise sein, dann sehen wir vielleicht den ein oder anderen Otter“ Aufmerksam immer wieder nach vorn schauend, aber auch nach links schielend wechselten die Blicke meiner Gäste immer hin und her – einziges Indiz darauf waren ihre stets wendenden Köpfe. Einen Otter bekamen wir jedoch leider nicht zu Gesicht. Am Horizont ließen sich bereits die Ausläufer des Meeres erkennen, doch hatten wir noch immer knapp die Hälfte der Strecke vor uns, da die Pferde der anderen beiden an solche Distanzen noch nicht gewöhnt waren und auch Varulv lange nicht mehr so lang unterwegs gewesen war machten wir immer wieder eine kleinere Pause. Dann ließen wir die Pferde saufen, kontrollierten die Hufe nach Steinen, den diese waren durchaus nicht unüblich in den Hufen. Der Torfige Boden machte es uns schwer das Zeug aus den Hufen zu entfernen, doch mit ein wenig Geduld gelang es uns allen. „Seht mal!“ ließ Alessia da plötzlich vernehmen, aus der Richtung aus der wir gerade kamen war eine Gestalt zu erkennen. Mit dem Fernglas sahen wir uns nacheinander an um was es sich handelte, denn für ein Schaf war es auf diese Entfernung noch immer zu groß. „Das da ist Bucks nicht wahr?“ fragte Gwen. Ich nickte nur mit dem Kopf, da sie in ihrer Erzählung noch nicht fertig war „Ich habe zu Hause auch so einen schwierigen Fall und auch wie Bucks sah er gar nicht gut aus als wir ihn bekommen haben. Ihr werdet das Kerlchen schon eingefangen bekommen!“ Nach der Sichtung meines abhanden gekommenen Hengstes, der jetzt bereits über einen Monat allein dort draußen war beschlichen mich langsam Gewissensbisse, die den gesamten Tag nicht von mir ablassen sollten. Als wir dann irgendwann den Zugang zum Meer erreicht hatten, wagten wir unseren ersten Galopp – der im Eifer des Gefechtes zu einem Rennen ausgebaut wurde. Dieses gewann dann auch Alessia mit ihrer Stute für sich, aber einzig wegen der Tatsache, das sie ihre Stute in den Pass verlegte, der etwas schneller war als der Galopp unserer Connemara´s. Dann ließen wir die Pferde eine Weile austraben, ehe wir nachdem sich die Atmung der Pferde stabilisiert hatte zum erneuten Male eine Pause einlegten. „Hier haben wir nun ungefähr die Hälfte unserer Strecke hinter uns gebracht, lasst uns eine Weile hier rasten.“ Wir stiegen also allesamt aus dem Sattel, eine wohl tat nach beinahe 4 Stunden mit nur kleineren Pausen. Den Pferden nahmen wir jeweils die Sättel ab, befestigten an ihren Halftern die Futtersäcke in denen sich eine Ration Müsli befand und der Strick wurde zusammen mit einem Spieß im Boden befestigt. Im Genügenden Abstand wurden sie so fixiert, während also die Pferde ihr Futter einnahmen, setzten auch wir uns auf den Boden um die Lunchpakete zur räubern. In jeder befanden sich zwei Sandwiches mit Käse, ein Müsliriegel sowie einige Spalten Granny Smith Äpfel die giftig Grün waren.

    [color=rgb(165,42,42)Eine Wasserflasche hatte jeder an seinem Sattel befestigt wobei sich in meinem Wasser noch ein Schuss Pfefferminztee befand um das ganze ein wenig frischer zu machen – Eistee eben. In unserer beinahe zweistündigen Pause, holten wir den gesamten Tratsch nach, den wir während des Rittes nicht hatten führen wollen oder können. „Seht mal dort.“ damit deutete ich in Richtung des Meeres, wie bereits bei einigen andere Ausritten verbrachte eine Schule von Schwertwalen den Sommer vor unserer Küste. „Die scheinen ja wirklich Spaß zu haben, mit ihren Sprüngen aus dem Wasser“ ich belächelte die Aussage von Alessia ein wenig. „In Wahrheit, tun sie dies da nicht aus Spaß, die Schwertwale sind gerade auf der Jagd, seht zwischen ihnen springen auch Robben einher. Mit dem Springen wollen sie auf die Robben springen um sie zu verwirren, sollten sie eine von ihnen erwischen werfen sie die Robben zwischen sich hin und her. Eigentlich ein eher trauriges Spiel, welches sie dort veranstalten. Doch lasst uns nicht daran denken, sondern die Pferde wieder fertig machen.“ Trotzdem wir beschäftigt waren, schmulten meine Gäste zwischen ihrer Arbeit und dem Schwertwalen her und hin, diese hatten mittlerweile eine der Robben erwischt und der zerfetzte Körper der Robbe flog öfters einmal durch die Luft. Beschämt wandte ich den Blick davon ab, dann schwangen wir uns erneut in den Sattel „Lassen wir dieses Schauspiel hinter uns“ murmelte ich zu den anderen, nach dem Essen wurde mir wieder ein wenig Übel, wobei die Jagd der Wale sicher auch einen wichtigen Teil trug. Die nächsten Stunden sichteten wir doch noch einen der recht scheuen Otter, sowie einen der majestätischen Seeadler hoch oben am Himmel, doch während der gesamten Zeit ließ die Übelkeit nicht von mir ab. Als sich dann mein innerstes zusammen zu ziehen begann, biss ich eng die Lippen auf einander um meinen Gästen unseren Ausritt nicht zu vermiesen. Doch unter Gwens Aufmerksamen Augen blieben meine Leiden nicht unbemerkt, sodass wir eine weitere Pause einlegten. Im Laufe unserer Pause wurden meine Beschwerden ein wenig besser „Ich muss wohl wirklich irgendwas Falsches gegessen haben.“ murmelte ich, als Gwen mir meine Flasche mit dem Tee reichte.

    [color=rgb(165,42,42)Als wir uns jedoch nach einer knappen Stunde wieder in den Sattel steigen wollten, da meine Schmerzen wieder begannen abzuebben, überkam mich ein neuerlicher Schwindelanfall. Einvernehmlich beendeten wir unseren geplanten Wanderritt an dieser Stelle. Per Telefon verständigten wir Cayden und Kathi wo wir uns gerade befanden, denn sie würden uns hier abholen. Nach einer knappen Dreiviertelstunde erreichten sie uns mit unserem Transporter, sowie dem Hänger in dem Quer insgesamt vier Pferde Platz finden konnten. In der Zeit des Wartens hatte sich meine Körpertemperatur deutlich erhöht, zumindest fühlte ich mich selbst ganz so als würde ich von innen nach außen zu glühen beginnen. Einseitiger Schmerz auf der linken Seite, schien mir nach und nach das Atmen schwer zu machen und an diesem Punkt wünschte ich mir doch einmal zum Arzt gegangen zu sein. Als die anderen begannen die Pferde einzuladen, wurde meine Sicht getrübter. Am Rande noch nahm ich wahr wie Cayden mich auf den Armen ins Auto trug. Außerdem beschloss Cayden mich nicht erst auf den Hof zu bringen, sondern gleich zur Notaufnahme des städtischen Krankenhauses. In einem Moment spürte ich noch seine Hand auf meinem Handrücken, ehe ich das Bewusstsein an die Narkose verlor. Da hatte ich meinen Gästen nun den Wanderritt verdorben...
  12. Herzlich Willkommen in Schotland!



    oder eben auf Caed Crevan





    Der gesamte Hof lädt zu einem Geländerennen quer über die Insel ein, hierfür werden Pferde mit Ausdauer, aber auch Springvermögen benötigt - die auch vor Wind, plötzlichem Platzregen oder den Galopp durch das Wasser nicht scheuen.





    Jeder Reiter startet den knapp 4 km langen Lauf einzeln, damit es unterwegs nicht zu größeren Unfällen kommt. Die Strecke ist durch rote Fahnen markiert, die alle passiert werden müssen - dort befindet sich jeweils ein anderer Pfleger um euch bei Fragen zu unterstützen, doch denkt daran - hierbei geht es nun um die Zeit, die ihr für den Pacours benötigt!



    Wie könnt ihr teilnehmen?



    Sucht euch einen Zufallsgenerator - generiert eine Zahl zwischen 800 und 2500 - die herauskommende Zahl ist die Zeit die ihr mit eurem Pferd benötigt habt. Stellt einen Screenshot mit dem Link zu eurem Pferd hinein. Seit ehrlich! Wehe einer Editiert seinen Screenshot um eine bessere Zeit zu erlangen!



    Zum anderen wird aber auch eine Abstimmung stattfinden, für ein hübschen Zubibild - dies beides entscheidet entgültig über euer Ergebnis! ^^´





    Viel Spaß

    Ravenna ♥
  13. Nicht das ich auf meinem eigenem Hof nicht bereits genug zu tun hatte - ein Sommerturnier stand in Planung, Thowra wurde von einem unserer Mitarbeiter eingeritten. An einem Tag kam Cayden gerade von einem Ausflug hinunter zum Meer mit Draki zurück - der Hengst wurde langsam wieder an die Arbeit gewöhnt, Wasserübungen gehörten dazu. "Hast du schon gesehen- sie bauen eine Brücke vom Festland hierher! Keine Fähre mehr wenn wir die Insel verlassen wollen." Diese Neuigkeit brachte bei mir jedenfalls keine Euphorie hervor "Dann müssen wir uns schnell darum kümmern Bucks wieder einzufangen. Gab es wieder neue Sichtungen? " Eine Brücke zum Festland war eine eigentlich tolle Angelegenheit, doch in Anbetracht das einer meiner Hengste flüchtig war eine nicht mehr ganz so tolle Sache. Cayden jedoch schüttelte den Kopf, in meinem spielten schon leichte Horrorszenarien ab. "Die Futterstellen wurden bisher auch nicht angerührt, wir haben Sommer da findet er genügend. " warf Hansi ein - Kathi hatte diesen Namen gewählt- womit er natürlich Recht behielt. "Ich habe allerdings einen neuen Auftrag angenommen, der Stall ist hier ganz in der Nähe, wenn man mal das Wasser dazwischen nicht mit bedenkt. Die Besitzerin des Hofes hat der zeitlich eine Verletzung, weshalb sie die Pferde nicht ganz so versorgen kann sie gern würde. Bis zu ihrer Genesung hab ich zugesagt mich mit ihren Hengsten und ungekörten Pferden zu beschäftigen. Ich würde jeden Tag zwei oder drei bewegen, wobei ich einige auch gar nicht reiten kann. Da ist zum Beispiel ein kleiner Falabella Hengst" erzählte ich munter vor mir her, die Aussicht auf 16 weitere Pferde in meiner Aufsicht stimmte mich frohen Mutes, als Trainer war ich es gewohnt verschiedene Pferde zu reiten, somit diente dies wieder ein wenig meiner Weiterbildung. Alyssa würde erst in wenigen Wochen die Pflege wieder allein aufnehmen. Heute jedoch wollte ich selbst noch mit Braum ein wenig arbeiten, der junge Hengst war neu auf dem Hof zusammen mit Mutter Grey, doch ein wenig Bodenarbeit würde dem Kerlchen sicher nicht schaden. Nach dem Putzen, dem Anlegen des Knotenhalfters schritt ich mit Braum in Richtung des Platzes. Das letzte Mal hatte ich mich noch mit meinem ganzen Gewicht gegen seine Brust werfen mussen damit der Hengst überhaupt einen Schritt nach hinten tat. Dann hatte ich ihn wie auch Moon auf den Clicker konditioniert, machte er einen Schritt rückwärts gab es den Click und ein Leckerli. Das ganze hatte natürlich noch Ausbau bedarf, doch Braum lernte schnell dazu. Also stellte ich mich vor ihm hin, tickte mit der Gerte sanft an seine Brust um dann einen Schritt auf ihn zu zu machen. Zumindest hatte er den Rückwärtsdrang und tippelte zweimal nach hinten *Click* " Guuter Junge!" murmelte ich als der Hengst sein Leckerli bekam. Kaum das wir es viermal oder fünfmal wiederholt hatten, kam Cayden auch schon auf den Platz im Schlepptau den wenig begeisterten Varulv. Mit seinem schwarzen Fell war selbst die Vormittags "kühle" zu viel für ihn, doch Arbeit musste sein. Durch das weitere Pferd auf dem Platz war Braum abgelenkt, sodass ich das Training im guten beendete. Ich brachte ihn auf die Weide, um mich dann an den riesigen Stapel Papiere zu machen. Der Equidenpass von Pumpkin war endlich da, sodass ich den nun Vina per Post schicken konnte. Da erweckte ein ungeöffneter Brief meine Aufmerksamkeit, ungeniert zog ich ihn hervor, nahm den Brieföffner in Form eines Dolches zur Hilfe um dann den Brief zu lesen.* Sehr geehrte Frau Kyren, ich habe nun bereits seit einiger Zeit nach ihnen gesucht.* das ließ mich ein wenig stutzen, nervös begann ich an meinem Nagel herum zu kauen- ohne ihn jedoch abzuknabbern. *Mithilfe eines Freundes bin ich dann auf die Adresse des Händlers von Archer gekommen und so nun endlich an sie!* Archer?! Worum ging es hier, doch die einzigen Pferde die ich vom Händler hatte waren Stormy, Willow und Moon seinerzeit, doch hatte ich die Befürchtung es ging um genau meinen grauen Hengst, denn von seiner Vergangenheit wusste ich am wenigsten. * Ich besitze eine kleine Zucht von Connemaras vor den Toren von Dublin, im Jahr 2008 wurde Archer als Fohlen der F1 Generation, meiner Stute Maera geboren. Sein Vater Empire State of Mind ein renommierter Vollbluthengst, steht nicht auf meinem Gestüt. In einem Alter von knapp drei Jahren wurde der Hengst zusammen mit einigen anderen von der Koppel außerhalb des Hofes gestohlen. Danach habe ich lange nichts mehr von ihm gehört, bis eine Bekannte von uns, sie mit dem Hengst auf einem Turnier sah und Bilder machte. Einige Wochen später schickte sie mir einige zu und da erkannte ich unseren Archer, der bei ihnen wohl Stormbringer heißt?* Darunter stand eine Nummer, doch ich war vorerst wie vom Donner gerührt. Was hatte dies nun für mich zu bedeuten, wollte der Züchter seinen Hengst zurück haben, oder was forderte er von mir? Auf der einen Seite jedoch freute ich mich endlich mehr über ihn zu wissen, doch was war in den Jahren seit seinem Diebstahl mit ihm geschehen, das er auf den Straßen Dublins landete. Meine Hände begannen zu zittern als ich den Brief beiseite legte, dann ging ich auf den Flur bis ich bemerkte das auch meine Beine begannen unter mir langsam nachzugeben. Ich lehnte mich gegen die Wand, meine Atmung wurde stetig schnelle, doch vor lauter Tränen die mir die Wangen hinab liefen konnte ich nicht normal Luft holen, sie wurde von meinen Lippen genommen. All die Arbeit die ich in Stormy gesteckt hatte, die Liebe die ich ihm gab und die er mir auch entgegen zu bringen begann und jetzt war es nichts mehr wert? Ich saß noch eine Weile da auf dem Boden, fand meine Atmung irgendwann wieder, doch nicht die Kraft die Nummer zu wählen…dafür war ich nicht Stark genug…

    Cayden würde dies tun müssen.
  14. Beinahe drei Wochen befand ich mich nun schon auf dem Hof von Vina und Thor, trotzdem kannte ich mich auf dem Gelände noch immer nicht aus – ohne den Plan war ich wohl so gut wie aufgeschmissen. Denn hier stand ich nun, mit der vollkommen verschwitzen, fertigen Pögn und hatte mich verlaufen – vor über einer Viertelstunde hatte ich das zweite Training mit der jungen Stute beendet, wir erarbeiteten ähnlich wie mit Marsimoto ein Niveau A in der Dressur. Pögn stellte sich immer besser dabei an, aufgrund ihres Alters würde auch Vina noch eine Menge Arbeit vor sich haben. Ich konzentrierte mich dabei auf eine konstante Anlehnung, sowie anständige Biegung und Stellung. Bahnfiguren wie die 10 Metervolte bereiteten der jungen Stute keine sonderlichen Schwierigkeiten, die einfache Schlangenlinie hatte sie bereits vorher gekannt. Für den einfachen Galoppwechsel fehlten ihr einfach noch die nötige Versammlung, die aber sicher im Laufe der nächsten Monate und Jahre folgen würde. Vina und auch Thor wollten die Stute nicht überfordern, was ich sehr unterstützte. Heute hatte sie etwas der Übermut gepackt, sie war unaufmerksam gewesen – also war ich nach einem ersten Erfolg in der Bahn noch eine Runde ins Gelände, dabei hatte ich einen der anderen Eingänge zum Hof genommen und fand nun nicht mehr wirklich zum Stall. Ich hatte Thor angerufen, der meinte ich solle an Ort und Stelle bleiben – er würde mich aufgabeln. Als er dann endlich da war führte er gerade Moon am Strick „Ich dachte der bräuchte auch mal wieder ein wenig Bewegung.“ sagte Thor grinsend „Ja, klar…gestern hatte ich ihn als Handpferd mit zum Ausritt und am Nachmittag hat er wieder einen Rotlichttermin gehabt“ Moon ging es hier erheblich besser, die Gegend war einfach mehr Wiese als bei uns auf Eriska – zwar gab es unmengen an Gras, welches jedoch durchsetzt war mit unzähligen kleineren Steinchen. Die anderen Pferde kamen damit klar – Moon nicht wirklich. Hier aber konnte er auch mal über die Wiese rasen mit den anderen zusammen und gerade diese Bewegung tat ihm unheimlich gut. Zwar verlor er die Muskeln die er all die Jahre gehabt hatte, da wir ihn selten ritten, doch wurde er jeden Tag irgendwie bewegt damit die Gelenkschmiere geschmeidig blieb. Dazu hatte mir Maren geraten als sie es festgestellt hatte. Die beiden Pferde beschnupperten sich eingehend Pögn quietschte einmal laut auf, schnappte in Moons Richtung und mein Hengst ließ sie in Ruhe. Nur wenige Minuten Fußweg und wir kamen wieder in einen Bereich der mir bekannt vor kam. „Danke für´s Abholen“ murmelte ich betreten als ich Pögn wieder absattelte und sie in der Nachmittagssonne trocknen ließ während sie genüsslich ihr Müsli vertilgte. Thor winkte ab, gab auch Moon seine Portion an Futter und verschwand bald darauf wieder mit ihm als mein Handy zu klingeln begann Cayden….Mein Herz tat einen Satz „Hey Schatz“ klang seine Stimme am anderen Ende „Hey, wie geht’s dir?“ Es herrschte einen Moment Stille…“Cayden?“ „Mir geht es gut, bin nur etwas erschöpft.“ Ein seufzen an der anderen Leitung „Hans hat es am Bauch erwischt – eine Rippe ist angebrochen und einige geprellt“ mein Gesicht war in diesem Moment sicher aschfahl „Was habt ihr getan?!“ fragte ich verdutz „Wir hatten ein Sommergewitter vor drei Tagen, die Pferde draußen auf den Weiden, als der Strom ausfiel. Als wir sie wieder reinbringen wollten raste Bucks gleich durch den Holzzaun am nördlichen Bereich der Weide. Mit ihm sind auch Stormy und Braum hinaus gelaufen. Am nächsten Tag stand unser Stormy etwas nass und verwirrt am Stall, doch Braum und Bucks wurden nicht gesichtet.“ Wir haben alle Sachen zusammen gepackt, den Zaun repariert und sind dann auf die Suche nach den Hengsten gegangen. Braum ist wieder auf dem Paddock, aber Bucks hat nach Hans ausgetreten. Jetzt ist er erstmal noch im Krankenhaus auf dem Festland, aber Bucks bekommen wir denke ich so schnell nicht wieder.“ Das war erstmal eine Menge zu schlucken, mich ärgerte es zutiefst das ich jetzt nicht da war – mir fehlte die Kontrolle über das ganze Geschehen zu Hause. „Dann lasst ihn am besten da draußen allein, sagt nur Blue und Julie bescheid das sie ihre Stuten besser an den Stall stellen sollen, wir wollen ja keine Unfallfohlen. Legt an einigen Stellen Futter aus – am besten um den Hof herum, sodass er sich daran gewöhnt. Wenn ich wieder da bin werden wir uns irgendwie um ihn kümmern. Bis dahin ist es ja ein Glück nicht mehr lang hin“ Das Gespräch ging nun nicht mehr länger, danach brachte ich Pögn wieder in den Stall um anschließend mit Marsi wieder heraus zu kommen. Auch mit dem Hengst arbeitete ich bereits eine Weile, wobei mir auch Thor unter die Arme dabei griff. Oftmals ritt er sogar den hübschen Fuchsschecken, dann gab ich ihm einige Tipps oder er erklärte mir einige Dinge. So lernten wir beide von einander und ich genoss den Erfahrungsaustausch. Auch heute würde Vina´s Freund Marsi wieder reiten – mir war heute nicht mehr danach.

    Eine gute Stunde später saß ich mit einem Glas Wasser, leichtem Muskelkater im Gras des Platzes und sah dabei zu wie Thor sich mit dem Hengst „abmühte“. Marsi und er verbrachten nun bereits den zweiten Tag im Training damit den einfachen Galoppwechsel zu meistern, der junge Hengst hatte ein paar Probleme damit vom Galopp in den Schritt zu fallen, denn meistens war es eher Trabtölt als der gewünschte Schritt. Nach drei Versuchen gab Thor wieder kurz auf, ging nur in den Schritt um ein paar andere Übungen mit dem Hengst zu vollführen. „Und wenn du es auf der anderen Hand probierst? Das ist immerhin seine bessere Hand, wenn es auf der funktioniert kannst du es auf der anderen machen. Geh vielleicht auch etwas in den leichten Sitz…?“ Thor hielt mit Marsi bei mir an, schüttelte dabei bereits mit dem Kopf „Nein, das würde eher zum Gegenteil führen“ Also machte er weiter mit seiner leichten Schrittarbeit, derweil kaute ich auf meiner Unterlippe herum. Bevor ich aufstand, eine der roten Stangen am Rand des Platzes holen ging. „Wir legen eine Stange in die Diagonale, denke nicht das er im Tölt über die Stange geht, und wenn nicht ist es immerhin einen Versuch wert.“ Thor hielt erneut bei mir an, wartete ab bis ich die Stange platziert hatte „Mal sehen was das wird, Marsi kann die Stangen nicht unbedingt leiden.“ Also begann Thor wieder zu galoppieren, brach auf die Diagonale ab um anschließend vor der Stange durch zu parieren – im Tölt. Marsi riss den Kopf hoch und seine Schritte wurden langsamer der Hengst verfiel in den Schritt, doch vor der Stange stemmte Marsi die Beine in den Sand, stieg vorn nach oben und drehte nach rechts ab. Dafür wurde natürlich nicht gelobt, aber es folgten noch zwei weitere Versuche „Leg den Schenkel nicht allzu weit nach hinten, halt ihn ruhiger.“ riet ich ihm nach dem dritten Mal, dann ließ er ihn angaloppieren auf die Stange zu, parierte den Hengst – zum Schritt – noch in ihm ging er an der Stange vorbei um den Hengst erst danach umzustellen und wieder zu galoppieren. Danach wurde er kräftig gelobt „Machen wir am besten Schluss für heute, es hat ja jetzt geklappt“

    In den nächsten Tagen ritten wir Pögn und Marsi oftmals gemeinsam auf dem Platz, übten klarere Gangübergänge gerade die Jungstute konnte sich so an dem etwas erfahreneren Hengst konzentrieren. Während ich also mit Pögn an Stellung, Biegung und sanften Übergängen pfeilte, stand für Thor und Marsi der einfache Galoppwechsel an der Tagesordnung. Tatsächlich gelang es bereits den Hengst ohne Stange in den Schritt zu parieren, auch wenn die Schrittphase noch ein wenig zu lang war – ein erster Erfolg im Training war erreicht. Die beiden Pferde von Vina würden noch eine kleine Weile an Training ordentlich gebrauchen können, doch ihre ersten Turniere zu Übungszwecken würden sie ohne Probleme bestreiten können.

    Fünf Tage bevor die vier Wochen um waren, bekam ich endlich die errettende Post – ich durfte endlich wieder zurück nach Schottland. Die letzten Tage verbrachte ich zusammen mit Vina, wir ritten aus, waren noch im Kino und erfreuten uns einfach an der Gegenwart des anderen. Zwar war ich unheimlich froh wieder zurück zu kehren, doch ich hatte mich auf dem Hof hier sehr wohl gefühlt. Als ich auf der Fähre an der Reling stand, musste ich innerlich grinsen….Cayden hatte Recht behalten, ich konnte einfach nicht von Vina zurückkehren ohne mit einem Pferd zurück zu kehren….Braum war mit mir auf die Reise gegangen, sowie Little Grey Braums und Thowra´s Mutter, eine Stute die ich schon lange ins Auge geworfen hatte.
  15. Langsam zirkelte ich quer durch das Bad, das Handy fest an mein Ohr gedrückt mit der anderen mein Badehandtuch gegen den Körper gepresst. Das nasse Haar klebte in meinem Nacken als ich mit Cayden telefonierte „Ja, das Visum ist beantragt, die meinten aber es könnte einen Monat dauern.“ Ich seufzte leise auf „Ich kann so froh sein, dass ich erstmal bei Vina bleiben durfte, ich werde hier bei ihr ein paar der Pferde trainieren. Desweiteren wird Moon wohl erst einmal eine Weile hier bleiben – in der Ausbildung zum Therapiepferd macht er sich wohl recht gut.“ Auf der anderen Seite wurde es kurz ruhig „Ich wünschte ich könnte jetzt bei dir sein. Aber ich weiß das der Hof ja weiter geleitet werden muss.“ Auch ich verstummte einen Moment lang – jetzt war ich schon zwei Tage hier vermisste meine Pferdebande zu Hause ziemlich arg. „Ja…ich weiß. Nächstes Mal muss ich mit dem Visum besser aufpassen. Aber ich muss jetzt Schluss machen, es gibt gleich Frühstück.“ Nachdem ich aufgelegt hatte trocknete ich mich zu Ende ab, umschlang meine Haare mit einem Handtuch und gesellte mich dann zu Thor, Vina und Georgio. Die drei besprachen gerade wie der tag heute ablaufen würde – „Denk daran Vina, du musst dich noch schonen wegen dem Unfall“ warf ich dabei kritisch ein, sie rollte ein wenig die Augen lächelte dann jedoch „Jaja..immer besorgt. Mit wem möchtest du denn anfangen, wegen dem Training? Als ich mir ein Stück Salat auf mein Käsebrötchen legte dachte ich einen Moment lang nach…Ghosts hatte es mir schon immer angetan, er konnte schon eine ganze Menge was die Dressur anging, weshalb für mich nicht mehr allzu viel zu tun blieb. „Ich werde mit Ghosts anfangen, dann Skymir und mal schauen ob ich dann noch einen von deinen schaffe oder ob ich mich ein wenig mit Braum beschäftige.“ Thor nickte bedächtig „Naja, wenn du mit Ghosts auf den Platz gehst, werde ich dich zusammen mit Marsi begleiten – der kann das auch mal wieder gebrauchen.“. „Dann lass uns mal anfangen?“ Damit erhoben wir uns alle vom Tisch, Riley schoss hinter mir her – die Hündin schien irgendwie einen Narren an mir gefressen zu haben und schlich mir bisher immer hinterher.

    Im Stall suchte ich mir die Sachen des Rappen zusammen, holte ihn aus einem der Stalltrakte – der Weg bis zur Sattelkammer und den Putzplatz an dem ich die Sachen abgestellt hatte waren…um es mit einem Wort zu sagen weit. Ich hatte von Vina deswegen einen Plan bekommen, da ich etwas zu Faul zum laufen war – schwang ich mich auf den schmalen Rücken des Hengstes. Laut hechelnd folgte die etwas ältere Hündin Riley dem schwarzen Pferd – schon jetzt war es beinahe ätzend heiß außerhalb des Schattens. Im entspannten Schritt folgten wir den Wegen, angekommen wurde der Hengst gründlich geputzt, dann gesattelt und nur einige Minuten später befanden wir uns auf dem Platz. Es gab nur wenige Unterschiede zwischen der A und E Dressur – es gab nur verschiedene Tempounterschiede. Vina hatte mir erzählt, dass Ghosts mit dem Trab im Allgemeinen einige Probleme hatte, wie es viele Isländer hatten, also begann ich erst einmal mit einer konstanten Anlehnung gearbeitet wurde auch an der Biegung und Stellung alles zunächst im Schritt. Mit Volten, Zirkeln und Schlangenlinien hielt ich den Hengst unter Beschäftigung, gerade als ich begann mit dem Traben rief eine Stimme „Tür frei Bitte“, ich parierte in den Schritt „Tür ist frei“, damit betrat Thor mit Marsimoto den Platz. Beide Hengste bebrummelten sich gegenseitig als sich unsere Wege kreuzten, Thor machte eine gute Figur auf dem Pferd, dabei fiel mir auf das ich ihn zum ersten mal reiten sah. Danach konzentrierte ich mich wieder auf den Hengst den ich schließlich trainieren sollte. Zum zweiten Mal trabte ich nach einer Runde Tölt auf dem Zirkel an, klappte schon mal besser als zuvor, doch parierte ich wieder durch, denn Ghosts sollte aus dem Schritt antraben. Ich blieb wieder eine Weile im Schritt, töltete auch ein wenig auf der ganzen Bahn um ihn zunächst ein wenig aufzuwärmen. Dann machten wir uns wieder an die Arbeit mit dem Trab – dieses Mal lies ich es nicht zu das er versuchte anzutölten, auf kleinen Volten gelang es mir ihn schließlich immer wieder in den Trab zu bewegen. Auch Thor und Marsi arbeiteten gemeinsam an den verschiedenen Tempowechseln, sodass wir sehr aufeinander aufpassen mussten um nicht einander in die Quere zu geraten. „Das sieht doch schon viel harmonischer aus, Ghosts will ja immer dazu lernen.“ Rief Thor mir einmal zu. Als der Hengst und auch ich durchgeschwitzt waren ging ich vom Platz hinunter, dicht gefolgt von Thor und Marsi – „Sag mal wollen wir noch eine kleine Schrittrunde zur Entspannung drehen?“ Erst wollte ich das Angebot abschlagen, aber eine kleine Ablenkung konnte sicher nicht schaden. „Gern, dann kannst du mir die Gegend zeigen“ Seine gepiercten Lippen verzogen sich zu einem Lächeln. Hintereinander ging es im Schritt in Richtung Gelände, bald wurde der Weg breiter so ritten wir nun neben einander her. Zunächst nur schweigend ehe Thor das Wort ergriff „ Wie ist es in Schottland so?“ Ich sah mich ein wenig um „Gar nicht so anders als hier, klar wir haben immer den Wind in der Nähe da es eben nur eine kleine Insel ist, aber ich bin vollkommen glücklich dort. Gerade die Isländer haben dort wirklich Glück, denn Uprising hat ja eigentlich Ekzem aber wegen dem Wind wird er beinahe unberührt davon. Auch wenn es hier wundervoll ist, die Pferde und mir die Arbeit Spaß macht – ich vermisse meine neue Heimat.“ Seine Hand überbrückte die Distanz zwischen uns und er drückte mir die Schulter sanft „Wenn du die Pferde trainierst wird die Zeit schneller vergehen als du es dir vorstellen kannst“ Ich fand diese Berührung auf eine Art verwirrend, doch so wie ich es komisch fand nahm Thor seine Hand auch schon wieder fort. Wir ritten in einem Bogen um den Hof, kamen aus der anderen Richtung wieder am Putzplatz an, machten beide Hengste fertig ehe wir uns zum Mittagessen wieder im Haupthaus einfanden. Es gab eine leckere Spinatlasagne, ich bekam dieses Mal den Platz genau neben Thor zugewiesen und noch immer war mir die eigenartige Begegnung beim Ausritt in Kopf. Unwillkürlich schüttelte ich meinen Kopf, griff nach einem Stück Brot in der Mitte des Tisches und begann langsam darauf herum zu kauen. Geistesabwesend griff ich nach einer Gabel, beteiligte mich kaum an den Gesprächen bei Tisch – es waren Vina, Georgio, Thor und ein paar Pfleger deren Namen ich nicht kannte mit von der Partie. Mit fahrigen Fingern begann ich zu Essen mir fiel die Gabel aus der Hand, ich wollte noch nach ihr greifen es gelang mir zu meiner eigenen Überraschung auch – und noch jemand anderes…Thor hatte mein Handgelenk gepackt, denn mit ihm hatte ich die widerspenstige Gabel vor dem Sturz den Tisch hinunter gewahren können. Mir war dabei unwohl, ich zog meine Hand hastig weg, die Gabel fiel mit einem klirren auf den Boden. Ich verkniff es mir gleich nach dem Ding zu greifen, denn Thor hatte sich schon die Mühe gemacht dies zu tun. In einem Impuls wollte ich irgendwie sagen das ich bereits einen Freund besaß, doch hielt ich lieber meinen Mund. Ich ignorierte den Blick den Vina und Georgio sich dabei zuwarfen…Das restliche Essen verlief ohne weitere Vorfälle – dann ergriff Vina wieder das Wort „Thor, ich war vorhin bei den Fohlen, eine der Holzlatten ist kaputt, wäre Klasse wenn du dich darum kümmern würdest?“ Thor erhob sich im Gespräch mit einem der anderen Pfleger und Vina stützte ihren Kopf in die Arme und begann breit zu grinsen. „Sarah?“…ich schaute sie über den Tisch hinweg an „Jaa?“ Vina tauschte einen Blick mit Geogio – „Er ist Schwul“ waren die einzigen Worte die ihr in diesem Moment von den Lippen gingen. Ich war…verdattert? Ich schaute in die Richtung in der Thor gerade verschwunden war, dann wieder zum Tisch und zu Vina. „Okay, das ist jetzt überraschend..dann brauch ich mir also gar keine Sorgen machen?“ Vina schüttelte lächelnd den Kopf. „Guuut, dann geh ich jetzt mal mit Skrýmir arbeiten“ ….DAS war peinlich gewesen…Also lief ich in den Stall um mir den Hengst zu holen, der hatte Einzelhaft, denn wenn sich einer „seiner“ Menschen auf die Weide begab schirmte er sie ab gegen die anderen Pferde, zwar kannte er mich nicht, doch war es so auch einfacher für mich – ich musste nicht ewig zur Weide laufen. Skrýmir brummelte mir entgegen, denn eigentlich würde bald die Fütterungszeit anbrechen und er hoffte darauf wohl bereits „Tut mir Leid mein Kleiner, heute heißt es erst die Arbeit dann das Vergnügen. In deinem Falle ist es das wohl dein Fressen.“ Damit holte ich ihn aus der Box, sein Schweif war eingeflochten – eine Maßnahme wegen des enorm langen Schweifhaares, das Vina einfach nicht über das Herz brachte abzuschneiden. Gerade auf einer Körung würde das feine, leicht gewellte Haar die Blicke auf sich ziehen. Wie schon am Vormittag machte ich den Hengst fertig – zog mich jedoch in die etwas kühlere Halle zurück um dort zu reiten, denn sie Sonne brannte schon erbärmlich. Leider hatte sich einer der Reitschüler ähnliches gedacht und er und Little Grey stiefelten quer durch die Halle. Die Stute nahm hin das er kaum eine richtige Hilfe gab, doch einer der Pflege war dabei und korrigierte ihn dabei. Ich schmunzelte, die Stute war wirklich sehr brav – sie war die Mutter von Thowra, also erhoffte ich mir ähnliches von meiner Stute. Ich schwang mich in den Sattel des Hengstes, machte mich in einigen Schrittrunden mit ihm bekannt holte ihn ein wenig an die Hand. Er besaß einen schwungvollen Trab, ich hätte mir vielleicht doch die Stiefeletten statt der Chucks anziehen sollen, denn ich rutschte falls er zu hastig wurde aus den Steigbügeln. Kurzerhand zog ich mir einfach die Schuhe aus, sodass ich wenigstens besser in den Steigbügeln unterwegs war – der Pfleger schaute ein wenig verquer, doch es war ja meine Sache. Skrý besaß von sich aus eine klare Gangtrennung zwischen denen ich mit ihm wechseln konnte wie beinahe bei einem Auto – wow jetzt ließ ich mich schon auf so etwas hinab. Die Tempounterschiede stellten für den jungen Hengst schon ein paar Probleme dar, sobald ich im Schritt begann energischer zu Treiben wollte er gleich in die nächste Gangart. So parierte ich ihn immer wieder durch falls dies passierte, stellte ihn ein wenig mehr an die Hand, da er manchmal dazu neigte im Trab sich hinaus zu hebeln. Der Hengst arbeite wundervoll mit ganz so als wolle er mir unbedingt gefallen. Als ich mit der Galopparbeit anfing, verließ der Schüler auf Grey die Halle, sodass ich nun die ganze Halle nutzen konnte. Die Unterschiede im Galopp lernte der Hengst schnell, wenn man mal davon absah das er sowieso eine ganze Menge bereits konnte – der einfache Galoppwechsel zum Beispiel hatte Vina bereits mit ihm trainiert. Das Verkleinern des Vierecks und dessen Vergrößern waren für ihn nicht weiter schwer, in der 10 Meter Volte war er noch etwas unbalanciert, doch würden wir daran arbeiten. Für heute machte ich dann erstmal Schluss, denn wir waren beide ordentlich am schwitzen. Am Putzplatz spritzte ich dem Hengst noch die Beine ab, auch Riley war wieder mit dabei und schlabberte begeistert Wasser aus dem Schlauch. Von der Hündin begleitet lief ich durch die hübschen Gärten des Geländes, doch die Blumen ließen bereits ihre Köpfe hängen – jemand musste heute noch die Blumen gießen. Also lief ich schneller in Richtung des Haupthauses, betätigte den Hahn und das Wasser verteilte sich in die verschiedenen Wasserschläuche. Aus meiner Tasche sammelte ich mein eBook, setzte mich in den Rasen – Riley als meine Rückenstütze…zwar hatte ich vorgehabt duschen zu gehen, doch so ließ sich der Tag beinahe viel besser ausklingen.



    Fortsetzung folgt...