~Fuchshain~ Der schottische Traum von Ravenna und Vampyrin!
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  1. Hey ho,

    Jetzt mal abgesehen von gelegentlichen Bildern in der Galerie, hab ich ja schon ne ganze Weile nicht mehr von der Ponykugel berichtet und wollte mal ein Update geben dazu.

    ~ Pony steht natürlich nicht zum Verkauf, aber ~
    Auf der Suche nach Bildern von Lewitzern mit Westernsätteln hab ich eine Anzeige bei dhd und später auch bei kleinanzeigen gefunden, bei der ich Anfangs noch dachte "Cool! Sieht deiner voll ähnlich!". Nach eingehender Betrachtung dacht ich mir allerdings....verdammt das IST dein Gaul :

    Hab dann die Vorbesi angeschrieben ob sie das ist - Foto ist ja deutlich jünger als Samira jetzt ist, die Vorbesi hatte sie ja mit knapp 2,5 Jahren. Allerdings war sie das auch nicht. Hab dann also die Reitbeteiligungsanzeige melden lassen, verschiedene aus dem Stall haben die mal angeschrieben - nie eine Reaktion. Letzten Monat stand "Ponywallach" dann auch noch zum Verkauf da hab ich dann nochmal gemeldet - immerhin die Anzeige wurde raus genommen. Ich frag mich ob das die VorVorbesitzer von Samira sind...diese ulkigen Händler von der M. (die Vorbesi) sie hatte. Leider lässt sich da nichts rausfinden ._.
    Falls wer mag hier ist noch ne Anzeige...bei anderen Portalen sind sie noch drin, der Grund ist aber nicht ausreichend um sie zu löschen...

    Dann hatten wir auch Pepe zu Besuch, die mich und das Pony abgelichtet hat - das war gerade unsere schlechte Zeit.
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    Aufgrund der wenigen Pferdeerfahrung von M. durfte Samira da bei ihr machen was sie wollte....bei mir lief das anders und dagegen hat sich Samira ganz schön quer gestellt. Ich habe dann intensiver begonnen mit ihr zu Arbeiten - wollte ja zum Ende des Sommers richtig auf dem Platz reiten können. Da hab ich allerdings die Rechnung ohne mein Pony gemacht - sie fing an auf der Weide weg zu laufen sobald ich sie holen wollte, sie ist mir sogar ein paar Mal gestiegen an der Hand, ich hatte oft blutige Hände beim longieren.
    Sie hat das eine Mal komplett den Putzplatz auseinander genommen, als sie hinter der Herde her wollte, meine Rippen waren Prima blau.
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    Hab dann also meinen Arbeitswillen weeeeeit zurück geschraubt und mit intensiverer Bodenarbeit begonnen - Erziehung stand an!

    Damit laufen wir bisher super - sie kommt mittlerweile zuverlässig auf mich zu wenn ich die Wiese betrete, steht unangebunden am Putzplatz, ist nicht mehr gestiegen. Wir gehen mittlerweile frei ohne jedesmal ein Leckerli in der Hand zu haben über das Podest.

    Hier noch paar Bilder:
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    Wir erobern den Straßenverkehr und das "Dorf"

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    Da waren wir Hirsche gucken, gibt in der Nähe ein kleines Gehege davon - paar Etappen bin ich geritten, an der Autobahnbrücke bin ich abgestiegen und hab sie drüber geführt.


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    Pony platt - war das erste Mal das ich sie liegen sehen hab...war für mich ein Zeichen das sie in der Herde angekommen ist =3

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    Das war ein paar Tage später, da hab ich es einfach genossen das sie das erste Mal liegen geblieben ist und hab noch eine ganze Weile mit ihr gekuschelt und jemand aus dem Stall machte davon ein Foto :D
    Lustigerweise steht Betty da immer dabei, macht ihre Aufgabe gut als Herdenchefin :3


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    Vor ein paar Tagen stand sie dann zum ersten Mal auf dem Gulli! *o* (die mit den Löchern drin leider noch nicht, aber das geht =3)
    Occulta, Bracelet, Canyon und 7 anderen gefällt das.
  2. Svejn

    Zwei Wochen in denen ich jetzt im Krankenhaus festgesessen hatte, seit dem Gewitter das mich überrascht hatte. Der Brief den Verena den mit gebracht hatte lag noch immer genauso auf dem Nachtisch, wie sie ihn gefunden hatte.

    Als wir am Morgen nach der Gewitternacht erwacht waren, hatte sie versprochen mit ein paar Sachen für mich am Nachmittag wieder zu kommen. Außerdem benötigte ich zur Aufnahme meiner Daten ein paar Sachen, als ich ihr beschrieben hatte wo sich das Zeug befand - hatte ich nicht bedacht das sich dort auch der Brief von Linn befand. Sie hatte ihn mitgebracht, hatte mich drängen wollen ihn zu lesen. Ich hatte sie mit solcher Schärfe zurückgewiesen das sie zum ersten Mal zusammen gezuckt war, der Schatten meines alten Ich’s war erneut durch die Oberfläche gebrochen. Ich hatte mich entschuldigt, die Decke fiel mir hier einfach auf den Kopf. Meine Eltern hatten auf einem der zahlreichen Parkplätze ihren Wohnwagen untergebracht, besuchten mich allerdings nicht jeden Tag. Auch Verena hatte auf der Ranch zu tun. Auch heute morgen bei der Visite hatte man mir verkündet ich könne noch nicht entlassen werden. Mürrisch zeppte ich also durch die Kanäle, ignorierte weitestgehend meinen plappernden Bettnachbarn. Ich konnte mich eigentlich nicht beschweren, der Arme Kerl hatte gleich zwei gegipste Arme. Unser Zimmer daher ständig von Besuchern überhäuft. Bekäme ich nicht bald ein Pferd zu gesicht würde ich hier drinnen an Langeweile krepieren. Ich schaltete den TV wieder aus, konnte mich ganze zwei Seiten an meiner Lektüre erfreuen ehe ich seufzend das Buch von mir warf. Ich suchte im Bett nach dem Knopf für die Schwester drückte ihn einmal, zweimal bis die oulente Dame mit der Hakennase erschien. “Rollstuhl, bitte - ich muss hier endlich mal an die frische Luft!” sie sah mich an. “Ich kann aufrecht sitzen und essen….die Rippen tun kaum noch weh. Mein Bein kann ich auch im Rollstuhl schonen, bitte. Ich bin tägliche Arbeit und frische Luft gewöhnt, seit zwei Wochen sitze ich in dem Kasten hier fest.” Ohne ein Wort drehte sie bei, das Lächeln auf den Lippen war mir jedoch nicht entgangen. Es dauerte eine Viertelstunde da hatte sie mir einen Rollstuhl besorgt und Handschuhe, verwirrt schaute ich auf letztere. “Ich hab keine Zeit Sie durch die Gegend zu schieben, sie können selbst entscheiden wie weit die Rippen Bewegung mit machen. Für die verletzte Hand empfehle ich zumindest noch einen Handschuh zu tragen.” Ich bedankte mich bei ihr,stemmte mich unter Schmerzen vom Bett auf den Stuhl...es ging mir weniger gut als ich gedacht hatte,die geprellten Rippen rebellierten wegen der Bewegung. Als ich endlich saß,wurde ich noch aus dem Zimmer gerollt,bevor mir erklärt wurde wie ich zu den Aufzügen und nach draußen gelangte. Ich musste mich erst an die Art der Fortbewegung gewöhnen,aber nach drei Fluren hatte ich langsam den Dreh raus.

    Draußen angekommen überkam mich jedoch leichte Ernüchterung - das Krankenhaus besaß nur eine winzige Grasfläche, ansonsten konnte ich nur graue,starre Fassaden von Häusern sehen. Frische Luft Fehlanzeige, ich seufzte schwer sackte in mich zusammen. Mit dem linken Bein trat ich auf das kleine Brett des Rohlstuhls, die Vibration die durch mein Gefährt ging verursachte mir Schmerzen im rechten Bein. Scharf sog ich die Luft ein, rollte die letzten Meter in Richtung der Grasfläche und starrte auf den Boden. Die Müdigkeit die mich gefangen hielt, breitete sich langsam in mir aus. Wie ich hasste wieder an diesen Punkt gelangt zu sein...vielleicht sollte ich die Pferde lieber wieder an den Nagel hängen? Die dunklen Wolken die sich um die Häuser herum auftürmten bekam ich gar nicht mit, um ehrlich zu sein brannten die Schmerzen in meinen Rippen zu sehr als das ich zurück ins Gebäude gelangt wäre. Als die ersten dicken Tropfen des Regens also auf mich nieder prasselten saß ich noch immer da, legte den Kopf einfach in den Nacken und schloss dabei die Augen. Wie schon in den letzten Tagen ging ich immer wieder die Geschehnisse jener Nacht durch. Als der erste Donner über den Himmel grollte, zuckte ich zusammen. Thor mein Gott schien dieser Tage zu zürnen, doch noch nie hatte ich leichte Furcht bei seinem Wüten verspürt.

    “Well, man your looking like shit.”vernahm ich da plötzlich eine Stimme zusammen mit dem stetigen prasseln des Regens gegen die Oberfläche eines Schirms. Ich nahm meinen Kopf aus dem Nacken, öffnete die Augen und blickte auf einen mit Schirm dastehenden Caleb. An seine Seite geedrängt damit auch sie nicht nass wurde erkannte ich Verena. Maßgeblich trug es natürlich nicht dazu bei meine Laune zu verbessern, was tat er denn hier. “Oh I didn't thought about that! Thanks for your kindness.” knurrte ich bitter. Caleb trat in den Regen,wollte mich offensichtlich schieben,aber ich packte die Räder rollte ihm über die Zehenspitzen und biss hart die Zähne aufeinander. Verena ging neben mir her,hielt den Schirm über mich,sagte jedoch nichts. Die schlechte Laune die ich ausstrahlte klebte wie Kaugummi zwischen uns und mir tat es irgendwie Leid. Im Aufzug angekommen bedankte ich mich für ihre Fürsorge, keuchte jetzt jedoch wie ein Schwein und fröstelte. Das Abendessen schien ich verpasst zu haben,auf trockenes Brot verzichtete ich jedoch gern. Im Zimmer angekommen befreite ich mich mit halb verzerrtem Gesicht aus der Jack “Warte lass mich dir helfen.“ Widerstandslos ließ ich mir erst die Jacke ausziehen anschließend das Shirt. Aus dem kleinen Schrank warf mir Caleb ein neues zu,stand dann plötzlich vor mir direkt neben Verena. Caleb grinste,Verena kämpfte damit und ich sah nur Fragezeichen,als ich zwischen ihnen her sah. Ja klar...meine Hose tropfte den Fußboden voll. “No...just put me into that bed!“ “Svejn zier dich nicht du bist nass,du wirst noch ewig hier bleiben falls du dir eine Lungenentzündung holst.“ meine Zähne knirschten,dann ergab ich mich einfach in das Schicksal. Caleb half mir erst aus der Hose,hievte mich auf das Bett. Dort angekommen verließ er das Zimmer, nun war es Verena die mir aus den Shorts half,die neue anzuziehen. “Ich hasse das!“ knurrte ich wütend. Verena ließ auch dies unkommentiert. Ich seufzte zog an ihrer Hand, auf die Bettkante, ich kniff mit den Zähnen auf meinen Lippen herum. Innerlich kämpfte ich mit den Tränen “Tut mir Leid...ich will hier raus. Das Krankenhaus ist kein Ort der guten Erinnerungen für mich. Mir fehlt frische Luft,die Pferde. Hier seh ich nur die kahlen Wände,den Idioten aus dem Nachbarbett und rieche das Krankenhaus. Meine Genesung geht nicht gut voran,also bleibe ich noch eine ganze Weile hier.“ wieder biss ich mir hart auf die Lippen, schmeckte Blut. Verena löste ihre Hand aus der meinen, tippte mir an die Lippen. “Hör auf, das macht es nicht besser. Schon gar nicht wenn du so bist wie du gerade bist.“ sprach sie sanft,dafür bewunderte ich sie in diesem Moment. “Außerdem sind wir hier dich abzuholen.“ verwirrt sah ich sie an. “Deine Eltern haben mich angesprochen. Die Ärzte hier merken das es dir nicht sehr gut geht,die Genesung stockt und durch Frustration nicht besser wird. Also haben sie mir das Versprechen abgerungen das wir dich auf die Ranch holen, das du dort wieder auf die Beine kommst. Ein Arzt der Klinik wird vorerst alle zwei Tage vorbei kommen um dich zu versorgen. Deine Eltern wohnen solange auf der Ranch, so haben sie dich auch im Auge.“ Meine Augen wurden größer als sie sprach und heiße Aufregung stieg in mir auf.

    Wahrscheinlich hatte ich es nicht verdient,trotzdem beugte ich mich vor zu Verena küsste sie dankbar….ich wusste sie würde verstehen ohne Worte.


    Caleb

    Eine ganze Weile war nun vergangen, seit Svejn nicht mehr von seinem Ausritt zurückgekehrt war. Naja, ganz richtig war diese Aussage nicht, Svejn war zurück gekehrt, Bucks nicht. Das Pferd wurde von dem Bären zerfetzt, der uns das Leben hier auf der Ranch schon das ein oder andere Mal schwer gemacht hatte. Ich saß gerade auf Goddess und trabte locker vor mich hin, ehe ich die cuttingbegabte Stute zum Schritt durchparierte. Ich hatte eine Pistole in meinem Rucksack, welche ich mir vor einiger Zeit zugelegt hatte. Klar würde ich mit einem Gewehr mehr gegen einen Bären ausrichten, doch auch mit einer Pistole konnte ich dem ganzen Theater ein Ende setzen. Heute jedoch schien der Bär oder die Bärin wie vom Erdboden verschwunden- wie mir scheinte, was mich stutzig werden ließ. Ganz geheuer war mir bei der Sache nicht, weshalb ich Goddess wieder antrabte und den Weg entlang ritt, den Svejn das letzte Mal auch geritten war. Würde ich an der Stelle, wo Svejn seinen Unfall hatte, einfach weiter gerade aus reiten, würde ich die Stelle finden, an der Bucks gestorben war. “C’mon little beauty.”, sagte ich zu der hübschen Stute und parierte sie wieder zum Schritt durch, damit ich mich besser umsehen konnte. An Svejns Unfallstelle hielt ich Comeback of a fallen Goddess an und stieg ab. “Whoa.”, sagte ich und schwang einen ihrer Zügel um einen Baum. Ich brauchte mir keine Sorgen zu machen, dass sie weglief, Goddess war eine treue Seele. “It’s nothing…”, fluchte ich und trat gegen einen Ast, welcher in Goddess Richtung flog und sie nur knapp verfehlte. Die Stute riss mit angelegten Ohren den Kopf hoch und starrte mich verständnislos an. “Sorry darling.”, entschuldigte ich mich und legte ihr eine Hand auf die Kruppe. “I’m searching this stupid bear to end our misery.”, erklärte ich der Stute, auch wenn sie mir nicht antworten konnte. Ich löste den Zügel wieder und schwang mich in den Sattel, ehe wir weiter den Berg hinauf stiegen- noch immer keine Spur von dem Bär. Ich schaute kurz auf die Uhr. Eigentlich musste ich schon seit einer halben Stunde wieder auf der Ranch sein, aber Verena ging uns allen so auf die Nerven seit Svejn im Krankehaus war, dass ich mir den Ärger gerne einhandelte, wenn ich so eine ganze Weile nicht auf der Ranch sein musste. Außerdem tat ich hier ja etwas sinnvolles und wichtiges, denn nicht nur Verena traute sich nicht mehr auszureiten, sondern auch Octavia, welche mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen war. Viel konnte ich nie mit ihr reden, da Bellamy etwas gegen mich zu haben schien, was ich eigentlich schon ein wenig verstehen konnte. Ich hegte keinerlei Gefühle für sie, ich mochte sie einfach sehr gerne, kam jedoch wegen Bellamy so gut wie nie dazu, mehr als ein paar Worte zu wechseln. “Good girl.”, sagte ich zu der Stute unter mir, die trittsicher dem schmalen Pfad folgte.

    “Whoa.”, sagte ich unvermittelt und starrte auf die Überbleibsel von Bucks. Links daneben lag ein braunes Fellknäuel in einer Blutlache. “What the….”, murmelte ich und blieb mit Goddess einfach da stehen, wo wir standen. Das Fellknäuel schien noch zu atmen, weshalb ich mich nicht näher heran traute. Langsam nahm ich meinen Rucksack vom Rücken, griff hinein und langte nach der Pistole. Ich entsicherte sie und trieb Goddess dann langsam rückwärts, denn das Fellknäuel, welches der Bär war, hob seinen Kopf. “Schhhhhh.”, sagte ich immer wieder zu Goddess, denn nicht nur ihr Atem ging schneller, sondern auch meiner. Aus dem Maul des Bären rann nicht nur Speichel, auch Blut sackte zähflüssig aus seinem Maul. Ich konnte mir nicht erklären, wo das Blut herkam, bis der Bär sich drehte. Er hatte einen Pfeil im Bauch stecken! “An arrow?!”, sagte ich leise und verstand die Welt nicht mehr. Wer jagte hier noch mit Pfeil und Bogen? Eigentlich wäre es nun nur fair, das Leiden des Tieres zu beenden.

    Kurz seufzte ich, ehe ich überlegte ob Goddess bei dem Schuss stehen bleiben, oder mich in den Sand setzen würde. “Whoa….”, sagte ich leise und legte die Pistole an, ehe ich die Luft anhielt und den Abzug drückte. Es knallte und Goddess machte wirklich einen Satz nach hinten, blieb dann jedoch wieder stehen. Zwar zuckte sie nervös mit den Ohren, aber auch das musste ein Ranchpferd aushalten können. Der Bär zuckte noch ein wenig, ehe der Körper in sich zusammensackte und sein Leben aushauchte. Ich stieg von Goddess ab, band sie an einem Baum an und ging vorsichtig auf den Bär zu, ehe ich ein wenig Fell von ihm abschnitt. Ebenfalls schnitt ich das hintere Ende des Pfeiles ab und steckte es in meinen Rucksack. Vorsichtig näherte ich mich nun den Überresten von Bucks, ehe ich auch ihm eine Strähne seines Schweifes abschnitt. Wer weiß, vielleicht wollte Svejn ein Andenken an sein Pferd. Dann ging ich zurück zu Goddess, band sie los, stieg auf und galoppierte mit ihr nach Hause.

    Kaum war ich auf dem Hof angekommen, stürmte Verena aus dem Haus und setzte zu einer Tirade an, die ich gekonnt unterbrach und sie zum schweigen brachte. “I killed the bear.”, sagte ich ihr und sah, wie ihr die Kinnlade nach unten klappte. “You.. killed the bear?”, fragte sie mich und ich nickte. “Good job.”, sagte sie und drehte sich um. “How’s Svejn doing?”, fragte ich sie dann und sie seufzte kurz. “Not so good. We’re going to the hospital tomorrow to get him back to the ranch.Maybe he’ll healing faster here, next to the horses.”, erklärte sie mir und ich nickte. Also würde Svejn morgen wieder nach Hause kommen. Wenn die Gelegenheit gekommen wäre, würde ich ihm die Haare und den Pfeil vom Bär und von Bucks geben. Doch er sollte sich zunächst ein wenig erholen dürfen.



    Svejn

    So kam es das ich mich vier Stunden später in meinem Zimmer auf der Gips Reminder Ranch befand, auf dem Nachttisch stand ein Heer an Flaschen gefüllt mit Saft. Aus dem Fenster konnte ich die Berge sehen,doch auch einen der Paddocks. Es versetzte mir einen Stich dort nicht das kleine fröhliche Scheckpony zu sehen, Thjalfe lag ausgestreckt am Boden,Smaug ließ.den Kopf hängen. Neben dem Bett stand der Rollstuhl,so hatte ich ein Stück Selbstentscheidung. So konnte ich Alexis in der Küche zur Hand gehen. Die Ärzte rechneten damit das ich erst zum Herbst die ersten Schritte probieren sollte,es nervte mich aber die Schmerzen im Bein würden noch eine Weile anhalten. Ich wartete eine ganze Weile ehe ich mich wieder aus dem Bett zu hieven begann, die eine Runde über den Hof hatte nicht ausgereicht um mich zu besänftigen. Ich wollte hinunter zu meinen Pferden!

    Nachdem ich also die Türschwelle hinter mir gelassen hatte,stand noch der kleine Absatz der Veranda an. Ich vermutete ich müsste den Rollstuhl unsanft hinunter holpern lassen,aber jemand hatte eine Rampe dort hin gelegt. Es war ruckelig trotzdem hielt das schlichte Holzbrett dem Gewicht stand. Ich würde später mach dem Urheber fragen und ihm oder ihr dafür danken. Am Paddock angekommen starrte ich lange Zeit einfach nur darauf. Es war offensichtlich das etwas verändert worden war. Die Tränke hing weniger tief, für Bucks die extra Heuraufe war verschwunden und im Sand waren keine Hufspuren zu sehen. Ich schluckte, rollte dann in Richtung des kleinen Waldstückes auf dem Hof davon. Ich wollte für ein paar Stunden allein sein. “Where do you think you're going?”kam da Calebs Stimme. Ich drehte mich nicht um,denn seine Schritte führten ihn direkt vor mich. “Going isn't the exact word for me don't you think?” antwortete ich ihm sarkastisch “Doesn't matter, you shouldn't leave bed that soon to wander off, Verena is making a lot of noise cause if that.” Ich zuckte mit den Schultern “You could lie and say you haven’t seen me. I have to do that.” Caleb verschränkte die Arme vor der Brust “Do what?” dabei legte er den Kopf leicht schief, eine Eigenschaft die mir bereits öfter aufgefallen war. Ich lachte dabei jedoch auf “Caleb trust me, you would’nt understand.”

    “What I understand or not is not your decision. Tell me, then I may forget that I’ve seen you.” Ich kniff die Augen zusammen, war er einfach nur neugierig, wollte er mir vielleicht folgen oder wollte dieser Kerl auf etwas anderes hinaus. “Some years back I pledged my life, my soul to the gods of the ancient cold, their allfather is called Odin. I like to pray for forgiveness, cause of me the horse died….I put Thjalfe and myself into danger. See what happened to me...I just want to make a small sacrifice for the gods.” Caleb schob sich den Cowboy Hut weiter aus dem Gesicht, sah mich an und nickte dann nur. Verstand er tatsächlich oder hielt mich für einen Freak? “Wait here.” kam die kurze Anweisung, ich sah ihm anschließend etwas verwirrt hinterher. Es dauerte nur wenige Minuten dann kam er zurück. “Some days ago I managed to kill the bear that has killed Bucks. He did´nt kill out of hunger but of pain. There was an arrow deep in his chest, it´s some kind of illegal hunt - we should stay watchful.” damit überreichte er mir ein kleines Packet eingepackt in alte Lumpen. Ich legte es auf den Schoß, bedankte mich rollte dann über die beginnende Wiese davon. Es war ein anstrengender Weg der mich kaum weiter brachte, bis ich plötzlich Schwung von hinten bekam. Ich brauchte mich nicht drehen um zu ahnen das es Caleb war, ich fragte mich allmählig was ihn ständig dazu bewog mir zu helfen. Langsam gingen die Argumente ihm zu misstrauen aus.

    Kurz hinter der Waldgrenze entließ mich Caleb, von hier aus konnte ich zwischen den Bäumen die Gebäude der Ranch sehen. “Two hours then I will come to get you back.” damit verließ er mich. Hatte er von Verena den Auftrag mich zu Babysitten? Sicherlich, freiwillig traute ich ihm das einfach nicht zu!

    Mit dem linken Bein aufgestütz, setzte ich mich auf den Boden, die Füße lang gestreckt. Aus dem Rucksack holte ich ein kleines Messer, die Steine mit denen ich ein kleines Feuer entfachen konnte und Zunder. Mit den Fingern grub ich ein kleinen Lock, entzündete das Feuer und begann einen kleinen Singsang aus einem alten Volkslied der Dänen in dem es um Geburt und den Tod ging. Dann erst öffnete ich stumm das Lumpenbündel, daraus führte ich viererlei zutage - das Fell des Bären, Schweifhaare von Bucks, die Pfeilspitze und den Brief von Linn. Letzteres musste ich im Krankenhaus auf dem Tisch vergessen haben. Eingehender betrachtete ich jedoch die auffällige Pfeilspitze, denn sie war keine Sportspitze wie ich erwartet hatte, sondern eine simple aus Stein. Ich verzog das Gesicht, dachte nach - ob wohl der hier ansässige Indianerstamm? Caleb hatte Recht, wir sollten danach Ausschau halten...ein in Rage geratener Bär war nicht zu unterschätzen. Dieser hier war Tod, wer wusste aber wen oder was dieser Jäger noch versuchen würde zu fangen?

    Ich fischte nach einem Stück Rinde, legte die Haare darauf, ganz unten die gebrochene Pfeilspitze. Mit dem Messer schnitt ich mir in die Handfläche, ließ Tropfen des Bluts darauf fallen. “Horse,Bear, man….joined in blood, in pain. May your spirits run free to the end of Bifröst. The gods gave us horses, that we see their beauty, their courage and espacially forgiveness. So I promise to watch over the remaining friends of yours so your soul is in peace. Great bear spirit, I seek your lessons, show me how to sink deep within myself to find the answers. I promise to seek the cause of your pain, so guide me toward widom and truth, but remind me to stay patient.” Während ich die Worte leise vor mir her wisperte verbrannte ich alles in den Flammen des Feuers, beobachtete die züngelnden Hände die nach Holz, Haaren und Blut lechzten. Dann schloss ich einfach die Augen, hörte auf das Knistern der Flammen, eine Träne entran sich meinen Augenwinkeln. Für einen einzigen Moment war ich versucht den Brief einfach mit den Flammen zu übergeben. Ich war auf den Weg der Genesung, vielleicht war es an der Zeit auch mit diesem Teil der Vergangenheit zu einer Sühnung zu gelangen. Mit zittrigen Händen holte ich die Zettel heraus. Es war die feinglidrige, mit großen Buchstaben geschriebende Schrift meiner Schwester, obgleich ich tief daran roch, ihr Geruch war längst gewichen. In meinen Gedanken suchte ich nach einem anderen Bild als dem wutversehrten das ich zuletzt gesehen hatte als wir uns gestritten hatten. Weit zurück reiste ich in Gedanken hin zu einer Linn die mich voller Wärme angelächelt hatte. Ihr Lächeln, ich hatte es vermisst, doch das von Verena...ironischerweise teilten sie den selben verwegenen Zug um die Lippen.


    Ich würde dich gern liebster Bruder nennen, doch noch brennt der Zorn so tief in mir, das es mich noch immer zittert, wenn ich daran denke wie verletzt du mein Krankenzimmer verlassen hast. Du hast einen Fehler begeben als du mich einfach dort hast sitzen lassen, du bist seit einem Monat fort, während ich langsam an Kraft verliere bräuchte ich deine stärkende Wesenheit. Du bist nicht hier und ich weiß gar nicht was schlimmer ist...das du Arsch nicht hier bist oder das du Sauer auf mich bist. Glaubst du etwa ich hätte mir ein Leben voller Schmerz, Krankheit gewünscht? Als du selbst im Krankenhaus gelegen hast war ich fast glücklich, ich war nicht länger Eifersüchtig auf deine Gesundheit, denn zum ersten Mal im Leben hast du mein Schicksal geteilt! War ich nicht egoistisch?
    Svejn, Bruder, du bist schwach...zu schwach deine wirklichen Gefühle jemandem zu offenbaren, du versteckst dich aus deiner Mauer aus Selbstvertrauen. Ich aber bin deine Schwester, ich habe schon immer hinter diesen Schleier sehen können. Erst war ich entäuscht und wütend, doch dann habe ich mich daran erinnert wie du mich stets zu schützen versucht hast, aber der Gegner frisst mich von innen heraus auf, unbesiegbar selbst für dich. Trotz deiner Schwäche weiß ich um deine Liebe, behalte sie, bist du geheilt wirst du sie eines Tages einem anderen Menschen geben können, denn Talisa ist nicht deine Zukunft das weiß ich mit der Gewissheit einer Sterbenden.
    Ich vergebe dir, das du in den Momenten da ich meinen Bruder bei mir brauchte nicht hier warst, der Tag wird kommen an dem du diesen Brief liest, weil dich die Vorwürfe zu fressen beginnen. Ich vergebe dir, weiß Gott ich habe dir in dem Moment vergeben da du das Zimmer verlassen hast ohne dich zu mir umzudrehen. Du wirst an deiner Schwäche wachsen und dir eines Tages selbst vergeben können, mit dem Wissen das ich es längst getan habe.


    Linn



    Lange starrte ich auf die geschriebenen Worte, las sie ein ums andere Mal und begann stumme Tränen zu vergießen, ich hatte ihr schon längst vergeben. Ein Teil meiner inneren Wut die ihre Klauen vor Jahren in mein Herz geschlagen hatte lösten sich auf, eine federne Leichtigkeit breitete sich in mir aus. Vergebung, das wusste ich nun tat dem Verstand nur gutes.

    Als Caleb zu mir stieß hatte ich das Feuer gelöscht, mit Erde bedeckt und mich wieder in den Rollstuhl gesetzt und meine Tränen getrocknet.

    Ohne Worte schob er mich in mein Zimmer, half mir aus dem Stuhl ins Bett wo ich erschöpft in mich zusammen sank. Caleb nickte mir zu, verließ dann das Zimmer. Nur eine halbe Stunde später kam plötzlich Verena in das Zimmer, ihre Füße waren nackt, sie trug nur Shorts und ein Shirt gegen die Kälte der Nacht. “Darf ich?” ohne Antwort hob ich nur einladend die Decke nach oben, auf flinken Füßen huschte sie zu mir darauf bedacht mir nicht weiter weh zu tun. “Wo warst du?” fragte sie eindringlich. “Alexis hat dich und Caleb vorhin gesehen.” Natürlich, hier blieb nichts unentdeckt. “Ich brauchte einen ruhigen Ort um mich von Bucks zu verabschieden….” ich zog tief die Luft ein. “Außerdem habe ich Linns Brief gelesen.” ich sah ihren erstaunten Blick den sie mir kurz zuwarf, das Flackern der Augen und den kurz geöffneten Mund, als wolle sie eine Frage stellen, dann schloss er sich. Ich musste leise lachen, was mir einen neuerlichen Blick bescherte. “Nach so kurzer Zeit haben wir einander schon beeinflusst.” jetzt legte Verena den Kopf schräg. “Früher hättest du mich mit Fragen gelöchert, du übst dich langsam in Zurückhaltung...das passiert irgendwann glaube ich, das wir lernen.” “Darf ich denn Fragen was darin stand?” “Zu einer anderen Zeit darfst du ihn lesen, jetzt wisse nur das sie mir vergeben hat.” Verena drehte sich nun zu mir, blickte mich offenherzig an und auch ohne ein Wort wusste ich das sie irgendwie stolz auf mich war das ich ihn nach all der Zeit gelesen hatte. Leicht beugte ich mich vor zu ihrem Ohr “Schenkst du mir ein Lächeln bevor wir schlafen?” ich brauchte nicht lange darauf warten, denn jetzt war ihr Blick voller Zuneigung und ihre Züge verzogen sich zu einem Lächeln und ihr Gesicht, ihre Lippen wurden vor meinem inneren Auge zu dem von Linn. “Ihr teilt ein Lächeln….mit dir werde ich sie nie vergessen.” flüsterte ich kaum hörbar, ehe ich nach langer Zeit wieder Scheu nach ihren Lippen tastete. Nach einer Entschuldigung bittend für meine Laune der letzten Zeit.
    Veija gefällt das.
  3. Ein hoch auf mein Englisch! xD

    Die Arbeit ging schnell von meiner Hand, mit Caleb verband mich keine Freundschaft aber wir konnten gut miteinander arbeiten. Einerseits bekam ich nämlich jetzt von ihm Unterricht im Roping und von Verena weiterhin Unterricht auf den Westernpferden. Ich hatte eine harte schlaflose Nacht hinter mir gehabt, irgendwie hatte mich ihre Frage wieder mehr an Linn denken lassen, außerdem machte mir mein Bein immer mal wieder Probleme. Morgens war ich um 5 aufgestanden, hatte zwei der Pferde gesattelt und Verena zu einem Ausritt geweckt. Erst war die Idee nicht auf ihr wohlwollen gestoßen - zu früh, aber spätestens auf dem Pferd hatte es sich in Freude umgeschwungen. Wir genossen diese Stunde im Sattel außerhalb der Ranch, an der wir uns ungeniert den Fragen widmen konnten. Meistens wählten wir den Weg hinauf zur Anhöhe mit dem kleinen Bergüberhang. Der Adler kreiste schon längst nicht mehr allein über den Himmel, er schien eine Gefährtin gefunden zu haben. Im gewissen Sinne verglich ich dieses Gesellen ein wenig mit mir selbst.

    “Svejn?“ kam es bestimmt aber sanft aus Verenas Richtung. “Mhm?“

    “Du träumst schon wieder! Ich hab gefragt ob wir dieses Mal runter zum See wollen?“ ich nickte ihr lächelnd zu, gab leicht die Hilfen zum Drehen und schon machten wir uns auf den Weg. Ich ritt wieder einmal Pluie während sich Verena dieses Mal für Gipsy entschieden hatte,beide Pferd mochten Wasser ganz gern. Da es nun sanft in das Tal hinab ging hielt ich mein Gewicht eher nach hinten gelehnt, während die Stute sich sicher ihren Weg zu suchen begann. “Caleb hat heute Nachmittag wieder eine Ropingstunde verordnet...ich scheine schlecht zu sein,zumindest im Gegensatz zu Bellamy. Caleb erwähnte einen Viehtrieb der im Herbst ansteht, ist das richtig?“ Verena war das Schlusslicht weshalb ich lauter sprechen musste,damit sie alles verstand. “Mach dir nichts drauß dafür vermagst du andere Sachen.“ ich sah ihr süffisantes Lächeln nicht aber kannte den Ton ihrer Stimme dabei mittlerweile. “Haha! Also Viehtrieb?“

    “Ja...wir haben eine kleine Herde von Angusrindern im letzten Jahr gekauft,sie haben ihre Zeit in den Bergen nutzen können zum Wachsen. Zum Winter wollen wir die Bullen zu den restlichen Kühen bringen, bzw zumindest näher an die Ranch. Es sind alles noch junge Tiere.“ ich nahm die Informationen auf ohne etwas darauf zu erwidern. Lenkte Plui weiter an den Rand als der Weg breiter und etwas flacher wurde.Am See machten wir eine kurze Pause an dem kleinen Bachlauf der dort aus den Bergen in den See lief. Ich hatte an einem heißen Tag die Füße hinein halten wollen - es war Arschkalt. Gespeist durch den Gletscher wurde es nie warm. Die Pferde störten sich nicht daran, tranken eher in tiefen Zügen davon.

    Lächelnd trat ich an Verena heran,küsste sie auf die Lippen. “mhm..“ kam es von ihr. Die Lippen noch gespitzt zog sie den Kopf nach hinten,die Stirn in Falten gelegt. “Mach das nicht zu lang sonst bleibt’s so.“ jetzt zog sie eine Flappe,schnaufte “Haha! Ich würd gar nicht so gucken wenn das da nicht wäre!“

    “Was?“

    “Dein Gewächs da mitten im Gesicht!“ mein Blick wurde verwundert,die Hand griff mir an den Bart.

    “Ja und?“

    “Na der kratzt!“

    “Quatsch! Der ist mittlerweile ganz flauschig!“

    “Na da gehen unsere Vorstellungen von flauschig aber auseinander.“ ich zog das Gesicht kraus.

    “Du könntest ihn abschneiden?“ kam die halbe Frage.

    “mhpf“ murrte ich. Sie kam näher küsste mich, “Komm schon.“

    “Mhpf“ gab ich wieder von mir. Wieder ein kleiner Kuss. “Aber meine Haare bleiben lang!“warf ich als Kompromiss in den Raum. Verena nickte eifrig “Klar sonst sieht man die Tattoos ja gar nicht.“ Zumindest das gestand sie mir ein,damit gab ich mich zufrieden und gab ihr das Versprechen zum Frühstück rasiert zu erscheinen.


    Auf dem Weg zurück berichtete ich von meinem Vorhaben den ehemaligen Verein von Sarah Kyren wieder aufzubauen. “Ich hab sogar zusätzlich zu Thjalfe noch ein Pferd für die Shows gefunden! Der gute Smaug hat schon bei dem Filmdreh mitgewirkt,es ist ihm also nicht unbekannt so viel Trubel.“

    “Du hast also noch ein Pferd gekauft?“

    “Nein,nur zur Verfügung ich darf ihn für die Shows trainieren und nutzen muss aber im Gegenzug seine anlaufenden Kosten tragen und das Versprechen ihn kören zu lassen. “

    “Das klingt nach einem Plan. Für die Ferienranch sind solche kleinen Showauftritte auch ein guter Zeitvertreib für die Gäste.Nur falls du willst?“ ich nickte,daran hatte ich ohnehin gedacht.Das Frühstück mit dem Team verlief schnell da jeder bald wieder seiner Arbeit nachgehen musste. In meinem Fall führte mein erster Weg zu dem Jährling der erst kürzlich meiner war,ein kleiner Isländer namens Skinfáxi,ich hatte ihn auch ein wenig wegen seines Namens gekauft. Das Grundlegende Fohlen ABC kannte der Hengst bereits, sollte sich allerdings auch an mich gewöhnen.

    Jeden Morgen beschäftigte ich mich also mit Skinfáxi. Wobei die Beschäftigung aus dem Aufhalftern, einer kleinen Putzaktion und natürlich einem kleinen Spaziergang bestand. Noch stand der junge Hengst zusammen mit den Jungspunden von Verena zusammen, Plan war ihn nach dem Sommer mit meinen anderen Pferden zusammen zu bringen. An diesem Nachmittag würde auch Smaug ankommen, auf seine Ankunft war ich am meisten gespannt. Mit ihm und auch Thjalfe konnte die Planung für die Action Horse Acossiation in eine neuerliche Runde gehen. Einige Voranmeldungen hatte ich bereits eingereicht bekommen, die Mappen hatten in den letzten Tagen jedoch kaum Beachtung bekommen. Daran musste ich mich noch gewöhnen, Vereinsvorsitzender, als die Wahl auf mich gefallen war hatte erstaunen mich gepackt. Zunächst spielte ich mit dem Gedanken abzulehnen, jetzt hatte ich es jedoch gewagt.

    Seitdem ich bei Verena arbeitete verdiente ich gutes Geld, ein gutes Puffer um die Reisen mit dem Verein sichern zu können musste angelegt werden. Skinfáxi brachte ich schließlich zurück auf den Paddock, lief dann hinüber zum Tor um die jungen Hengste auf die Weide zu lassen. Im raschen Galopp preschte die Herde hinaus, angeführt von einem der ältesten unter ihnen, freudig buckelnd war dies das Schauspiel das ich jeden Morgen sah. Langsam kam auch die Sonne über die Berggipfel gekrochen, strahlte ihr Licht auf die tollenden Junghengste und in mir breitete sich ein wohliges Gefühl aus. Eines das ich so lange nicht mehr gehabt hatte - Heimat.

    Hier in diesem Tal, umgeben von hohen Bergen und der stille des ganzes Ortes, hatte ich wieder einen Ort gefunden an dem mein innerer Wanderer zur Ruhe gekommen war. Nur schwach konnte ich an meine Kindheit zurück denken, damals als dieses Gefühl mit meinen Eltern und dem Haus in Dänemark einher gegangen war. Irgendwann dazwischen war es verloren gegangen, unaufhörlich für mich verschüttet. Der Plan war gewesen eine Weile hier zu bleiben um dann mit Thjalfe und Bucks den Kontinent zu erkunden, jetzt hatte ich ein Fohlen gekauft und Smaug zog ein. Manchmal schlug ich verwirrende Wege ein.


    Die Ankunft des großen Scheckhengstes mit den eindringlichen Augen verlief unkompliziert, zunächst kam er allein auf einen Paddock neben dem meiner Vierbeiner und Gipsy, so konnten sie einander kennenlernen. Ich besah mir den Hengst der sonst in sehr guter Verfassung war, nur die Hufe würden bald wieder an der Reihe sein. Smaug schaute sich mit wachen Augen um, ohne jedoch wahnsinnig aufgeregt zu sein. Entweder war dies seine natürliche Art oder er war nur unheimlich erschöpft von der Reise hier her.

    Da ich es bisher nicht geschafft hatte, verschwand ich nun in das Bad , schnappte mir den Rasierer und befreite mein Gesicht von dem Bart der dort in den letzten Wochen gewachsen war. Ich strich über die aufgeraute Haut die zurück blieb, besah mich zunächst ein wenig skeptisch im Spiegel. Man musste zugeben, ich sah weniger aus wie ein Waldschrat. Da ich den Rasierer nun schon einmal in Betrieb hatte, befreite ich gleich die Seiten meines Kopfes von den Haaren,sodass wieder alle Tattoos ordentlich zu sehen waren. Ich strich über die feinen Linien, die in gewisser Weise zwei Raben darstellten. Nach fast 8 Jahren waren die Linien nun heller als damals. Hugin und Munin, in gewisser Weise standen sie natürlich für den Glauben dem ich seit Jahren folgte. Trotzdem ging ihre Bedeutung für mich auch noch sehr viel tiefer, sie sollten mich stets an mich und Linn erinnern. Gedanke und Erinnerung - was gab es besseres als dies zu symbolisieren? Den Kopf hatte ich damals gewählt um einen Funken von dem Schmerz zu empfinden den Linn stets gehabt hatte, jetzt vielleicht eine eigenartige Entscheidung. Ich zuckte die Schultern, reinigte das Waschbecken, trocknete mein Gesicht vom Wasser und flocht den Zopf erneut zusammen.

    Erst danach machte ich mit auf den Weg nach draußen, suchte nach Verena um ihr bei der Arbeit zu helfen falls sie welche benötigte. Der Blick auf die Uhr sagte mir aber das es Zeit wurde für die Ropingstunde bei Caleb.

    “Your’e late.” war seine knappe Antwort auf mein erscheinen am Platz. Ich erwiderte nichts, er hatte ja Recht mit seinem Statement, allerdings konnte ich auch Bellamy nirgendwo sehen. Er schien den suchenden Blick richtig zu deuten.

    “He’s not here won´t come today.”

    “What happened?”

    “Fell off his horse.”

    Ich zog die Augenbrauen hoch, auf wen sich Bellamy wohl gesetzt hatte? Da Caleb mir aber schon das Rope gab beschloss ich nicht weiter zu fragen was los war.

    In der Mitte des kleinen Platzes stand eine Kuh...aus Übungszwecken war sie kleiner und aus Holz. Ich nahm die Fußstellung ein die Caleb uns zum Anfang gezeigt hatte, sortierte das Rope schwang es und warf.

    Ich traf,zog fest und wollte gerade triumphierend Lachen,da bekam ich einen Schlag mit einem Rope auf den Oberschenkel. “Steady stand!” fauchte Caleb. Er sagte noch andere Worte,die mich jetzt wenig Interessierten. Der Schlag war nicht schwer gewesen,während es mir vor Schmerz halb die Tränen in die Augen trieb.Ein unterdrücktes Keuchen kam mir über die Lippen. Im Turnen war es um einen leichten Stand und Federung gegangen,hier versagte ich. Caleb erklärte mir, dass es wichtig war fest zu stehen sonst würde mich selbst ein Schaf mit seiner Kraft umreißen. Das alles hörte ich kaum,stattdessen massierte ich den Schmerz weg. “We will think of it the next time. Let's take a break...have an itch in the leg,should rest for a while.” Calebs Blick wurde missbilligend,doch er nickte während ich den Platz verließ, schwach das humpeln unterdrückend. Nach einigen Schritten wurde der Schmerz annehmbar, sodass vom humpeln schon nichts mehr zu sehen war als ich Verena im Stall über den Weg lief. Sie führte Bella Dun it sonstewie am Zügel(für die ganzen Namen brauchte ich langsam mal eine ganze Liste, das merkte sich ja kein Schwein) “Na, wie ist das Roping?” ich überlegte, sollte ich antworten was ich wirklich davon hielt? Ich beschloss ihr gegenüber nicht zu lügen, aber meine Meinung ein wenig anders zu verpacken. “Es ist für einen Ritt bei dem die Rinder eingefangen werden müssen durchaus praktisch, aber ich fürchte ich bin in dieser Hinsicht einfach untalentiert. Mittlerweile treffe ich immerhin das Holzrind, aber eine echte würde mich sofort von den Füßen holen. Caleb nennt mich auch gern Hupfdohle.” Verena versuchte das Lachen nicht zu kaschieren, während ich ihr einen etwas leidigen Blick schenkte. Sie kam auf meine Höhe, klopfte auf die Schulter “Ich denke du wirst es noch lernen!” dabei zeigte sie mir verschmitz ihre Zungenspitze. Verena wollte gerade verschwinden als ich ihr an die eigene Schulter fasste. “Heute Abend in deinem Zimmer?” raunte ich leise hinter ihr. Unmerklich nickte sie, während ich mich lächelnd wieder umdrehte. Alexis war zum Anfang der Woche aufgebrochen zu einem Fotoworkshop, deswegen hatte Verena das Zimmer für sich allein gehabt. Nicht jeden Tag hatte ich auch bei ihr übernachtet, aber zumindest die Abende hatten wir mit einem gemütlichen Essen und einer neuerlichen Fragenrunde verbracht. Für meinen Teil genoss ich diese Stunden genauso sehr wie den frühmorgendlichen Ausritt, sie würden mir fehlen sobald Alexis wieder da war. In meinem Zimmer angekommen, kramte ich einen Kühlakku aus dem Gefrierfach. Bis zum Abendessen waren es noch etwa zwei Stunden, was genau wir kochen wollten hatten wir nicht abgesprochen. Bellamy hatte sich in der vergangenen Woche von bestellter Pizza ernährt - in der Hinsicht fehlte Alexis schon im Team, das gemeinsame Abendessen in der großen Küche des Haupthauses fiel dabei weg. Im Falle von Verena und mir was dies kein Weltuntergang, Bellamy vermisste das regelmässige Essen - kochen gehörte nicht zu seinen Stärken.


    Nach einem guten Abendessen hockten Verena und ich gemeinsam auf der kleinen Couch, jeder hatte große Kissen im Rücken, unsere Beine lagen her über den anderen in der Mitte verteilt. Argeirr, der Hund den ich von Alistair vor einigen Tagen übernommen hatte, saß zu unseren Füßen. Ursprünglich hatte sich der große Hund mit auf die Couch quetschen wollen, aufgrund des Platzes hatten wir ihn auf den Fußboden zurück verband. Während sich Argeirr in sein Schicksal ergab, setzte Surtout dem ganzen einen Bären auf. Der Rottweiler, der sicherlich ein Gewicht von knapp 50 kg mit sich brachte, hatte seinen riesigen Schädel auf das Geflecht unserer Beine gesetzt, von dort fixierte er abwechselnd mich oder Verena. Da sich sein Kopf mehr auf meinem Bein befand, hatte ich dort langsam aber sicher einen nassen Flecken, da der Rüde sabberte. Unwirsch schob ich seinen großen Kopf herunter, schickte ihn von uns fort, Verena lächelte nur. “Der ist vielleicht aufdringlich!” bemerkte ich nur, schubbelte über den nassen Part meiner Hose. Verena erwiderte darauf nichts weiter “Ich bin wieder dran!” sie spitze die Lippen, schaute auf die Liste auf ihrem Handy. “Du hast mal einen Unfall erwähnt, weshalb du das Turnen aufgehört hast...wie kam es dazu?” Ich strich mir durch den nicht mehr vorhandenen Bart.”Ah du hast ein Talent dafür mich nach meinen dunkelsten Zeiten zu fragen.”

    “Klar wie soll ich sie denn sonst erfahren?”

    “Warten bis ich sie dir erzähle?”

    “Ach hör auf! Das war deine Idee!”

    Touché!

    “ Das Training war hart...es ging auf die Qualifikationen zu Olympa zu, ich wollte damals unbedingt dabei sein. Als bester am Reck hatte ich gute Chancen für Dänemark starten zu können, in dem Trainingslager hatte ich sogar entfernt Kontakt zu Fabian Hambüchen, wobei er damals weitaus jünger war. Ich erwischte einen der Ringe nicht, bin statt auf der Matte allerdings auf dem Parkett gelandet. Das Bein war geprellt, Olympia für mich erledigt. Am ersten Tag nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus ab ich meinen Ärger im Alkohol ersoffen. Bis dahin hätte ich danach wieder turnen können, aber mit steigendem Pegel wurde ich wütender. Den Weg nach Hause hätte ich besser nicht angetreten. Das nächste Mal als ich erwachte lag ich im Krankenhaus. Meine Rippen waren geprellt, mein Schädel dröhnte nicht nur von meinem Kater. Das schlimmste dabei war aber mein rechtes Bein das es bei der Begegnung mit dem Auto mehrfach gebrochen hatte. Es war dick gegipst, es standen Drahseile nach außen und es hing in einer Schlinge über dem Boden. Der Arzt sagte ich würde sehr lange zur Heilung brauchen, ob ich überhaupt wieder laufen könne hing von meinen Ehrgeiz ab...meiner Geduld.

    Damals war ich ein Idiot, nach meiner Zeit im Krankenhaus und der Reha kehrte ich gebrochen im Stolz und ohne Lebenssinn zurück zu meinen Eltern...wo nun auch meine Schwester mit dem Tod kämpfte. Wegen all der Dinge um mich herum hatte ich mein Herz schon längst an den Alkohol gebunden, meine Exfreundin kam nicht zu mir durch, ließ mich weitestgehend in Ruhe, hatte eh mit ihrer eigenen Karriere zu tun.” Da ich ihrem Gesicht ansah das sie wissen wollte was danach geschah, machte ich in dieser Weise einfach weiter.

    “Irgendwie landete ich auf der Rennbahn, die Wetten hatten mich angezogen, zu der Zeit war ich noch auf der Krüke unterwegs, mein Unfall lag ein gutes Jahr zurück. Ich zahlte mit Geld welches ich nicht besaß, es war Karen die mich schließlich auf einen anderen Weg brachte. Sie gab mir die Chance die Schulden bei ihr abzuarbeiten oder sie rief die Polizei, Alkohol war verboten. Sie und ihre Lebensgefährtin Louise hatten von da an ein strenges Auge auf mich. Die Arbeit dort brachte mich zurück ins Leben, die ersten Monate schaufelte ich nur Pferdemist, aber nach und nach wurden nicht nur meine Hände kräftiger - auch mein Bein wurde wieder kräftiger. Von Louise lernte ich neben dem Umgang mit Pferden auch das reiten. Die Pferde wurden mein Ausgleich zum Turnen, bis heute bin ich nicht mehr von ihnen los gekommen.“

    “Wetten also?

    “Bin nicht stolz drauf,aber so war ich damals.“

    “Erstaunlich das deine Ex bei dir geblieben ist.“

    “Das war...eher so etwas wie eine Nutzgemeinschaft,Ganz anders als das was wir teilen.“

    Ich unterdrückte ein schales Gähnen, das auch gleich von Verena übernommen wurde. “Beeehtt?“ gähnte ich nochmal,während Verena nur müde nickte. Ich entknotete unsere Beine,zog sie neben mir auf die Füße und zog sie hinterher ins Schlafzimmer. Sie hatte sich nach dem Duschen bereits in ihren Schlafanzug geschält. Ich entledigte mich meiner Hose,faltete sie als ich ein erschrocken klingendes Einatmen vernahm. “Sveeejn,sag mal was ist das da am Bein?“ kam es von Verena, ich schaute an mir herunter sah nichts.

    “Hinten am Oberschenkel!“ kam es drängend während Verena schnell aus dem Bett stieg. Energisch zog sie mich zum Spiegel in dem ich nun meine Kehrseite begutachten konnte. Während Verena den Finger danach ausstreckte und auf den ausgeprägten blauen Fleck drückte,zog ich die Augenbrauen kraus. “Vor zwei Tagen hat mich Daryl in den Sand gesetzt,hätte nicht gedacht das es so aussieht.“

    “Klar das es dir dann heute beim Roping weh tat...Caleb hat Besorgnis geäußert.“ Caleb hatte also mit ihr über den Nachmittag gesprochen? Ich beschwerte mich nicht,zog auch mein Shirt aus. “Das ist bald wieder besser!“ dann zog ich sie mit mir Richtung Bett. “Guck dir die an.“ auf jeder Seite des Bettes saßen jeweils Argeirr und auch Surtout. Lachend kuschelten wir uns gemeinsam unter die Decke,in den letzten Tagen war es wieder kühl geworden.


    Die meisten Fohlengeburten waren vorbei, es kehrte langsam Ruhe auf der Ranch ein,zumindest so viel Ruhe wie es mit 50 Pferden sein konnte. An einem Nachmittag den ich mir frei genommen hatte beschloss ich einen Austritt in die Berge zu machen. Verena war ein wenig besorgt,da das Wetter in letzter Zeit doch zunehmend wechselhaft gewesen war. “Du hast mir doch die Große Höhle gezeigt,dort werd ich übernachten und dich vor dem Schlafen anrufen,okay?“ Ich küsste sie auf die Stirn als Verena ihr Einverständnis seufzte. Natürlich wollte sie mich begleiten,aber die Arbeit ließ es nicht zu und ich brauchte manchmal meinen Anstand,froh darüber, dass sie mich verstand.

    Mit Thjalfe und Bucks machte ich mich auf in mein kleines Abenteuer,der Ritt zu der Höhle dauerte insgesamt nur etwa drei Stunden,doch wollte ich mir Zeit nehmen und nicht den direkten Weg gehen - es sollte ja auch spannend werden. Die Sonne schien warm vom Himmel herab,ich genoss den gemächlichen Schritt den Thjalfe anstrebte und so Bucks die Möglichkeit gab Schritt zu halten. Auf dem Rücken des kleinen Hengstes war ein Gestell befestigt welches neben Proviant auch mein Zelt beinhaltete. Das Training hatte eine Weile in Anspruch genommen,doch ich war froh darüber es geschafft zu haben.

    Zwischendurch musste ich selbst aus dem Sattel steigen,da der Weg zu steil war. Ich gab Thjalfe die Zügel hin,hing sie über den Hals des Hengstes und führte Bucks vorne weg. Thjalfe würde seinen Weg allein hinter uns finden. Immer wieder legte ich Pausen ein, mir und den Pferden zuliebe. Langsam glaubte ich nicht mehr daran, dass die Schmerzen im Bein allein von dem blauen Fleck kamen,nach dem Ritt musste ich den Arzt aufsuchen. Erst dachte ich daran, dass der Abend bereits anbrach, als es zunehmend dunkler wurde. Als Wind aufkam dachte ich daran jedoch nicht mehr. Spätestens als der erste grollende Donner ertönte wusste ich, dass ich mitten in ein Gewitter geriet - die Höhle noch gut eine Stunde Fußmarsch entfernt.

    Ich trieb Thjalfe zu einem schnelleren Schritt an, vielleicht würde ich zumindest unter dem Gewitter hindurch zur Höhle kommen, noch klang es weiter entfernt. Jedoch unterschätze ich auch hier wieder die Gewalt der Natur, der Wind trug das Gewitter stetig mit sich, sodass nach einer guten Viertelstunde der erste dicke Tropfen Regen auf mich hinab fiel. Bei einem neuerlichen Donnergrollen scheute Bucks entgültig, der Wallach konnte nicht zuordnen was um ihn herum geschah. Fest packte ich den Strick hielt mich eisern auch an dem Horn am Westernsattel fest den ich für Thjalfe besorgt hatte. Der Weg war viel zu klein um beide Pferde nebeneinander zu führen, weshalb ich lieber davon absah abzusteigen. In diesem Moment geschahen neuerlich mehrere Dinge gleichzeitig, während sich Thjalfe tapfer seinen Weg nach oben suchte, krachte über mir der lauteste Donner den ich selbst je gehört hatte. Ich hatte den Sturm nie gefürchtet, jetzt jedoch stellten sich mir die Haare im Nacken auf. Gleichzeitig strömte ein unbeschreiblicher Schmerz durch meinen Arm, die Schulter und der Schwung brachte mich aus dem Sattel. Im Fallen konzentrierte ich mich nicht länger darauf den Strick von Bucks in der Hand zu halten, hart schlug ich auf den Boden auf, rollte mit großer Geschwindigkeit den Abhang wieder hinab bis meine Rippen gegen einen ausgebrägten Findling stießen. Der Schmerzschrei wurde noch in meiner Lunge unterdrückt, mein Kopf klingelte und in dem Schleier aus Regen konnte ich nur einen panischen Bucks quer durch den Wald preschen hören. Es war Thjalfe der den Weg hinunter getrottet kam, seine Zügel hingen her, genau wie der Sattel an den ich mich geklammert hatte. Da mein Körper jedoch in diesem Moment aus einem einzigen Gefühl aus Schmerz bestand, konnte ich mich nicht regen. “Bucks!” keuchte ich war aber kaum laut genug als das es durch den Wind und Regen an meine eigenen Ohren gelang.

    Ich war müde, angestrengt versuchte ich meine Augen offen zu halten, wurde jedoch unaufhaltsam in den Sog der Dunkelheit gezogen. Nicht in der Lage den Arm zu heben sah ich hypnotisierend auf die Tasche am Sattel in welchem sich das Handy befand. Ich hatte versprochen am Abend anzurufen…..war mein letzter Gedanke.


    Verena

    “Caleb, verdammt!”, schrie ich durchs Haus und hatte plötzlich alle Mitarbeiter hier unten in der Küche stehen. “Wo ist er schon wieder?! Immer wenn ich ihn brauche, ist er nicht da!”, fluchte ich und sah nach draußen, es donnerte. “Zieht euch um und guckt dass die Pferde reinkommen, jetzt!”, setzte ich nach und sah in entsetzte Gesichter. Alexis setzte zu einer Frage an, doch ich schüttelte einfach nur wütend den Kopf, ehe ich meine Regenjacke schnappte und nach draußen stürmte. Ich hasste Gewitter, ich hasste unzuverlässige Mitarbeiter und ich hasste… “Caleb!”

    Der junge Mann lief gerade mit zwei Pferden in der Hand in den Stall. “A storm is coming, just want to help..”, murmelte er und ich nickte. “Great job, thanks.”, sagte ich und lief ebenfalls auf die Koppel, um zusammen mit Bellamy, der mir gefolgt war, die Jungpferde in ihren Stall zu treiben. Das Gute an ihrem Offenstall war, dass man einfach ein Gitter zumachen konnte, so dass sie unter Dach bleiben mussten. Als ich ein Bellen hörte, sah ich Surtout und den Hund von Svejn, dessen Namen ich mir nicht merken konnte, an mir vorbei rennen und auf die Jungpferde zupreschen. “Surtout, aus!”, schrie ich dann und sah, wie der große Rüde eine Vollbremsung hinlehte. Argeir oder wie er auch immer hieß, rannte jedoch weiter auf die Pferde zu. Ich fluchte. “Surtout, fass!”, sagte ich und er wusste genau, was zu tun war. Er trieb die Pferde auf den Stall zu, so dass wir nicht über die ganze Wiese rennen mussten. Gott sei Dank schaute sich Svejns Hund viel bei meinem Rottweiler ab, so dass wir die Hengstfohlen null komma nichts im Stall hatten. Bei den Stutfohlen dauerte es etwas länger, doch auch die hatten wir bald im Stall.

    Nun ging es auf die andere Koppel, wo die Trainingspferde standen. Es war viel Arbeit so viele Pferde von der Koppel in den Stall zu bringen- wir wollten eh umbauen, doch jetzt musste jedes Pferd einzeln in den Stall gebracht werden. Mehr als die Hälfte war schon drinnen, also fehlten nicht mehr viele. Doch das stetige blitzlichtgewitter und das Grollen des Donners verunsicherte die Pferde, brachte sie dauernd dazu zu steigen oder nicht mehr weiter gehen zu wollen. Pria haute ich sogar einmal den Führstrick über den Hintern, damit sie sich weiter bewegte. “Alle drinnen.”, seufzte ich dann und sah gen Himmel. Es war für 20:00 Uhr abends stockdunkel. Stockdunkel… stockdunkel… “Oh mein Gott.”, sagte ich und erntete natürlich wieder verwunderte Blicke. “Was ist?”, fragte Bellamy mich dann. “Svejn wollte sich melden. Er hat sich bis jetzt noch nicht gemeldet.” “Der meldet sich schon noch.” “Aber es tobt ein Gewitter!”, fauchte ich ihn an und er nickte. “Sollen wir ihn suchen gehen?”, fragte er mich und ich überlegte. “Caleb, i want to search Svejn. Do you come with me?”, fragte ich ihn und schaute zu Bellamy, der wie eine beleidigte Leberwurst schaute. “Du bist nicht sattelfest, stell dir mal vor wir müssen den Hang runter springen, sollte ihm doch etwas passiert sein. Du liegst sofort unten, Caleb und ich können noch drauf bleiben.” “Ist ja okay…”, meinte er beleidigt. “Du und Alexis habt jetzt hier das Sagen, baut keinen Mist.”, erklärte ich und wandte mich dann ab. Das Strahlen in seinen Augen sah ich leider nicht mehr. “When?” “Now.” “Which horse?” “I… i don’t know. Maybe Chocolate Dream? But he can’t climb very well..”, versuchte ich ein Pferd auszusuchen. “We need good Ranch Horses. Goddess maybe.”, sagte er dann. “What about Gipsy?” “Gipsy is okay. Hurry up!”

    Es dauerte keine 10 Minuten, da waren Comeback of a fallen Goddess und C.ielos Double Dun It geputzt und gesattelt. “Do you know his way?” “Yes.” “Let’s go.” Caleb konnte noch nicht so gut deutsch, weshalb wir eigentlich fast immer auf englisch miteinander sprachen. Er hasste es, etwas nicht zu können und sprach eigentlich nur mit mir auf deutsch, wenn auch nur brockenweise und nicht wirklich verständlich. Er wollte die Sprache einfach nicht lernen- ich zwang ihn jedoch. “There is a sweet littel hole next to the ranch, he wanted to sleep there.”, erklärte ich Caleb und trabte mit Gipsy vor. Der Wallach und auch Goddess waren gute Ranch Pferde, beide Cutting angehaucht(Goddess viel mehr als Gipsy) und im Gelände ware Meister. Sie konnten Berge hoch oder runter traben, da konnten andere Pferde nur von träumen. Auch machte den Beiden das Gewitter recht wenig, auch wenn Gipsy mit angelegten Ohren vor sich hin trabte. Da es so dunkel war hatten wir Taschenlampen mitgenommen. “Hufspuren.”, sagte ich zu Caleb und deutete auf die großen Spuren von Thjalfe, daneben die von Bucks, welche auf einmal weg waren. “Where did the little horse go?”, fragte ich Caleb, ehe ich den Abhang hinunter leuchtete und mir der Atem stockte. “Oh mein Gott, Alfi!”, rief ich und sprang von Gipsy. “Hold him.”, sagte ich harsch zu Caleb und sprang den Abhang hinab. Nicht weit, denn dort stand sofort Alfi. Sein Sattel hing schief, einen seiner Zügel hatte er sich abgerissen, weil er drauf getreten war, der andere hing auf den Boden. Weit und breit keine Spur von Svejn. Ich hob also den verbliebenen Zügel des Hengstes auf und wollte ihn den Hang hinauf führen, doch er zog mich stattdessen weiter den Hang hinab. “Verena? Everything okay?”, fragte Caleb mich und ich wollte gerade antworten, da sah ich Svejn. “No.. no.. Caleb get the fuck down here!”, brüllte ich ihm zu und sah, wie er den Hügel hinab gesprungen kam. “I… I don’t know what to do…”, sagte ich und fing an zu schluchzen. Caleb kniete sich neben Svejn und kontrollierte seinen Puls und seine Atmung. Zumindest war es das, was ich durch den Schleier aus Tränen erkennen konnte. “Call an ambulance. They can drive till the lake. Catch Gipsy and Goddess and go get the paramedic.” sagte er mir harsch, doch ich konnte nur an eines denken. “Is… is he alive?”, fragte ich ihn und er nickte. “You need to call, now!”, maulte er mich dann mit einer Dringlichkeit in der Stimme an, die ich sonst nicht von ihm kannte. Klar, sonst kommandierte ich alle herum. Ich band Alfi also schnell an einem Baum fest und sprang den Hügel hinauf, um einen Krankenwagen zu rufen. Ich erklärte ihm den Weg und sagte auch, wo sich ihr Patient befand. Ebenso, dass ich die Sanitäter mit zwei Pferden abholen würde. Sofort als ich aufgelegt hatte, machte ich Gipsy und Goddess los. “I ride and get them up here.”, rief ich Caleb in meinem schlechten Englisch zu und schwang mich auf den Rücken von Gipsy. Einen Zügel von Goddess hatte ich am Sattelhorn festgebunden, den anderen hatte ich in der Hand.

    Gerade als ich am See ankam, kam auch der Krankwagen an. Ich erklärte ihnen die Situation gerade, ehe sie ihren Arztkoffer aufpackten, eine Trage und eine Halskrause. Irgendwie schafften wir es, dass einer der Helfer auf Goddess Platz nahm und den Koffer ans Horn hängte, der andere setzte sich in den Sattel von Gipsy und hielt die Krause, während ich hinter dem Sattel platz nahm und die Trage zwischen mir und dem Helfer festklemmte. Zu meinem Glück fielen die beiden Sanitäter auch im Trab nicht runter, denn es musste alles schnell gehen. Bei Svejn und Caleb angekommen schwangen wir uns von den Pferden, ich strickte sie am Baum fest und wir sprangen den Hügel hinab. Erneut schossen mir Tränen in die Augen, während die Sanitäter Svejn alle möglichen Dinge anhängten, angefangen von einer Halskrause bis hin zu einer Infusion. Nun stand die Frage im Raum, wie wir die Trage den Berg hoch bekommen sollten. “Maybe his horse.. can..?”, fragte ich doch sie lehnten ab. Sollte Alfi ausrutschen, würde das Tier noch mehr Schaden anrichten, wobei ich der Meinung war, dass Alfi an nichts von allem schuld hatte. Wir schafften es also irgendwie zu viert die Trage auf den Berg zu bekommen, ich lief nochmal runter und holte Alfi, ehe wir die Trage doch hinter das Kaltlbut hängten. Warum auch immer hatten die Sanitäter ein Seil dabei, welches wir durchschnitten, um es an beiden Seiten des Sattels zu befestigen. Caleb und einer der Sanitäter ritten vor Alfi, der andere Sanitäter ritt auf Gipsy hinter Alfi. Ich selbt saß im Sattel des Hengstes und passte auf, dass er schön auf dem Weg blieb, was mit einem Zügel gar nicht so einfach war. Beim Krankewagen angekommen verlagerten wir bzw die Sanitäter Svejn auf die richtige Trage, ehe sie uns sagten in welches Krankenhaus er kommen würde- ich hätte sofort können mitfahren, aber wir hatten hier drei Pferde stehen, eins fehlte sogar noch. Und Caleb alleine bekam keine vier Pferde nach Hause, denn es war doch noch ein gutes Stück bis zur Gips Reminder Ranch. “I get there as fast as i could, we need to find the other horse.”, sagte ich nervös und sah zu Caleb. “Get Alfi and ride home, i will search Bucks.”, sagte er und ich nickte. Also stieg ich auf Gipsy, krallte mich am Horn fest als das Blaulicht anging und bekam ihn dann irgendwie wieder dazu, sich zu beruhigen, so dass ich mir Alfis Zügel schnappen konnte und nach Hause reiten konnte. Alfi war das Tempo wohl nicht gewöhnt, denn ich wechselte dauernd vom Galopp in den Trab, Schritt ging ich kaum. Kurz bevor wir da waren machte der große Hengst schlapp und trottete langsam neben mir her. “Komm Alfi, stell dich jetzt nicht so an.”, fluchte ich und lenkte die beiden auf den Hof, auf dem Alexis schon ungeduldig auf und ab gegangen war. “Habt ihr ihn gefunden? Was ist mit ihm? Was hat er? Wo ist Bucks? Wo ist Caleb? Wo..” “Ich hab keine Zeit dafür!”, fauchte ich sie an und drückte ihr Gipsy und Thjalfe in die Hand. “Mach die fertig, ich muss ins Krankenhaus!”, sagte ich und lief ins Haus, um mir meine Schlüssel zu holen, ehe ich zum Pick Up lief und in das Krankehaus fuhr.

    Dort wurde ich natürlich ins Wartezimmer vertröstet, da ich kein Familienmitglied war und so kein Recht hatte, etwas über ihn zu erfahren. Zusätzlich wurde ich sehr dumm angeschaut, weil ich in dreckigen Reitklamotten in ein Krankenhaus kam. “Gaff nicht so”, fuhr ich einen Mann an, der mich mit gerümpfter Nase anschaute. “Willst du wissen, was ich grade gemacht habe? Ich habe zwei Sanitäter mit Pferden einen Berg hoch gebracht, einen Hang hinab begleitet, eine bewusstlose Person, die wegen eines Reitunfalls dort lag, auf eine Trage gelegt, ein Pferd den Hang hinauf gezogen und mit vier Leuten auf drei Pferden gesessen, während eines die Trage den Berg hinab gezogen hat. Deshalb seh ich auch so aus!”, schnauzte ich ihn an und bemerkte sofort seinen bewundernden Blick. Von da an glotzte mich keiner mehr so an, obwohl ich Ärger von einer Krankenschwester bekam, ich soll mich nicht im Ton vergreifen, sonst würde sie mich rausschmeißen.

    Ich wartete bestimmt zwei Stunden, ehe sie mich endlich zu Svejn ließen. Was ich dann sah, verschlug mir erneut den Atem.

    Sie hatten ihm gerade den Beatmungsschlauch der Narkose entfernt, lediglich eine Atemhilfe steckte in seiner Nase. An seinem Arm hing ein Tropf, die rechte Hand war verbunden, ebenso sein Bein & ein dicker Verband, den ich nur schemenhaft wegen der Decke erkennen konnte, war um seinen Brustkorb gelegt.. Ein dicker blauer Fleck zierte seine rechte Gesichtshälfte und einiges an Kratzern.

    Die Krankeschwester empfahl mir, mit hin zu setzen und zu warten, bis er aufwachen würde. Das tat ich dann auch, ehe ich einschlief. Es war bestimmt schon 1 Uhr nachts.


    Svejn

    Als meine Dunkelheit versiegte, hörte ich kein Donnergrollen, roch nicht nassen,kalten Erdboden, sondern auf meinen Lippen schmeckte ich etwas schalen, in meiner Nase lag der Hauch von Desinfektion. Stöhnend schlug ich meine Augen auf, nicht nur da mir alles weh zu tun schien, sondern mein Magen auch rebellierte - Narkosen hatte ich noch nie vertragen.

    Der Raum war abgedunkelt, Licht schien nur aus dem Flur in das Zimmer hinein. Auf meinem linken Oberschenkel spürte ich ein Gewicht, ich neigte leicht den Kopf um dort in einer Flut ihres langen, blonden Haares Verena zu sehen - sie schlief.

    Von ihr strömte ein Geruch von Schweiß und Pferd hinüber, das mir zugewandte Gesicht bestand aus Sorgen und Dreck, über das in feinen Rinnsalen Tränen gekrochen waren, jetzt schienen sie versiegt.Mit der nicht verbundenen, linken Strich ich sacht über ihre Stirn, strich die Strähne beiseite die ihre Nasenspitze zu kitzeln drohte. Bei der Berührung zuckte sie zusammen “Gott sei Dank, du bist wach!” “Vielleicht weil es Götter sind die ihre wachende Hand über mich halten?” witzelte ich erschöpft. “Dein Donnergott hat es nicht allzu gut mit dir gehalten.” erwiderte Verena den Witz erschöpft, aber erleichtert. “Mich hat´s anscheidend ganz schön erwischt - was ist mit den Pferden Thjalfe und Bucks?” Verena zuckte mit den Schultern “Thjalfe ist sicher am Stall, Caleb sucht noch nach Bucks.” erzählte sie mir unter gähnen. Im Bett rutschte ich ein wenig an die Seite, klopfte auf die freie Stelle. Verena streifte sich die Schuhe ab, bevor sie sich hin legte zögerte sie einen Augenblick. “Tu ich dir nicht weh?” ich schüttelte ebenso müde wie sie den Kopf. Als sie sich neben mich legte, zuckte ich trotzdem vor Schmerz etwas zusammen, sie kugelte sich zusammen und die offensichtliche Erschöpfung ließ sie schnell in den Schlaf hinüber gleiten.

    Unter halb geschlossenen Augenlidern beobachtete ich sie, sorgte mich jedoch um Bucks...auch um Caleb der im Gewitter nach meinem Fehler zu suchen begann. Er war der bessere Reiter, das stand außer Frage. Etwa eine Stunde später vibrierte etwas in der Nähe meines Oberschenkels, als ich danach griff hatte ich ihr Handy in der Hand. Der Name auf dem Display hieß Caleb, ich ging heran, flüsterte nur. “Hey Svejn there, Verena was fast asleep. So I took her phone. Did you find Bucks?”

    “Well, you´re okay?” druckste der andere herum. Ich nickte während ich eine knappe Antwort gab. “You´re lying, right?” ich gab keine Antwort, die Frage war idiotisch und lenkte vom Thema ab. “Tell me straight out!” forderte ich ihn auf. “Actually I found him or at least his remains. Seems he broke his leg and later was killed by a bear……..Svejn?” ich starrte an die Wand, das zweite Pferd das ich hatte beschützen wollen war gestorben, ich fühlte mich schlecht, legte auf blieb Caleb somit eine Antwort schuldig.
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    Hey folks!
    Da hab ich mich schon seit Februar drauf gefreut gehabt! Das erste MPS in meiner "Heimatstadt" Berlin, Omnia mit dabei - *kreisch*
    Mehr hätte ich mich natürlich noch gefreut wenn auch Saltatio Mortis gekommen wär, aber was solls.

    Der Typ mit den Eulen hat keine reguläre Flugshow gezeigt, seine Vögel/Eulen begleiten ihn in Einrichtungen wie Hospize etc. das sind Therapievögel. Klasse Sache muss ich echt sagen!
    Die wurden dann auch ins Publikum gegeben, solange die Show weiter ging :D

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    Dann waren "die Filmpferde" mit von der Partie, bei Filmen wie Ostwind, 1 1/2 Ritter, Bibi und Tina waren es ihre Pferde die mit über die Bühne gingen, zusammen mit ihren Reitern. Ich fands schön das eine regionale Truppe genommen wurde, die haben irgendwo in Brandenburg ihren Trainingsstall. Wir(eine Freundin und ich) wurden gefragt ob die Banditen uns entführen dürften, als Belohnung durften wir dann mit den Pferden Fotos machen.
    Hab die gleich mal angesprochen wegen der Filmpferde...sowas wollt ich schon immer mal machen. Vielleicht melden die sich mal wegen nem Probetraining! :D

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    @Eowin erinnerte mich an deinen Django :D

    Naja und auf den Abend dann natürlich Omnia :D
    War jetzt mein zweites Mal auf nem Konzert von denen, war wundervoll. Dank Festival Gelände hab ich mich erst in die erste Reihe vor gemogelt, paar Bilder gemacht und dann haben wir uns an den Rand gesetzt und zugehört. <3
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    Satrya Karsono

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    Steve <3
  5. Ich glaub das hab ich vor bestimmt zwei Jahren mal angefangen, jetzt "beendet"...das sollte ursprünglich mal der Beginn des Buches werden, bis ich umentschieden hab. xD

    --

    Stetiger Regen prasselte gegen ein kleines Fenster an den Schrägen der Wände hinab. Dieses

    Geräusch war alles einnehmend, drang an ihre Ohren und führte sie beinahe in den Wahnsinn.

    Anfangs hatte sie versucht ihn zu ignorieren, dann mit leisem Summen zu überdecken. Jetzt jedoch

    war kein einziges anderes Geräusch zu vernehmen, wie gern hätte sie sich die Hände auf die Ohren

    gepresst um das stetige tropfen nicht hören zu müssen.

    Doch der leichte Schmerz in ihren Handgelenken, der Widerstand gegen sie machte ihr nur wieder

    deutlich wo sie sich hier befand. Im Halbdunkel des Raumes schloss sie ihre Augen, der Verstand

    waberte noch immer irgendwo zwischen Wirklichkeit und Traum. Die Medikamente hatten diese

    Auswirkung auf ihren Geist. Der Regen verursachte ihr Kopfschmerzen, die durch die rumorende

    Übelkeit in ihren Eingeweiden nicht unbedingt verbessert wurden. Schleierhaft schossen Fetzen

    von Erinnerungen in ihren Gedanken umher, die sie nach all den Momenten die sie bereits wach

    war nicht zu fassen vermochte. Ihr eigener Verstand hatte sich in eine Art Waffe gegen sich selbst

    gerichtet – sie vermochte sich selbst nicht mehr zu trauen.

    In den vergangenen Stunden – oder waren es Tage? mit Gewissheit hatte sie lange nicht

    gesprochen und als ihre kratzige Stimme durch die Stille hallte, schien es ihr beinahe als würde sie

    jemand anderem gehören.

    „Mein Name lautet Ariene Sorestes, ich bin 1995 geboren“ begann sie ihr Mantra.

    Ein Mantra mit jenen Dingen der sie sich vollkommen sicher war zu wissen, der Rest war

    wandelbar geworden. Manchmal erscheinen ihr Dinge zu klar, das Ariene sicher war sie mussten

    geschehen sein, dann jedoch konnte sie diese Geschehnisse nur ihren Träumen zuordnen.

    Was ist noch wahr?

    Einst hatte Ariene sich diese Fragen noch selbst beantworten können, das wusste sie immerhin,

    alles war fort gewischt durch die Medikamente hier in in der Psychotherapeutischen Anstalt.

    Hör auf dich zu beschweren! Schließlich bist du aus freien Stücken hier hinein gegangen.

    Ja! Aber doch nicht um mit Medikamenten gefüttert zu werden, wie eine Geisteskranke.

    Du bist Geisteskrank.

    Ariene schüttelte, trotz des heftigen Pochens das es auslöste, den Kopf um ihre Stimmen

    loszuwerden. Sie waren ihr zu guten Bekannten geworden, ermutigten und demütigten sie

    gleichermaßen. Manchmal fragte sie sich selbst ob diese gleichermaßen nur Hirngespinste ihres

    Verstandes waren oder jeder Mensch in Gedanken so mit sich selbst rang.

    Langsam begann sich ihr Denken aus seiner gummiartigen Verfassung zu schälen. Zumindest

    konnte sie wieder an bestimmte Dinge denken manches andere in ihrem Kopf war zu

    verschwommen. Ariene wusste gar nicht wirklich was sie hier bekommen hatte – vielleicht eine

    Spritze zur Betäubung? Ja da war definitiv irgendetwas mit einer Spritze, sie vermochte aber noch

    nicht korrekt danach zu greifen.

    Wie lange sie hier bereits auf dem Bett im „Erholungsraum“ lag konnte die junge Frau nicht sagen,

    die erste Erinnerung die sich ihr jetzt in den Verstand schob waren Schreie, etwas Warmes auf den

    Händen und der kurze prägnante Schmerz, der durch ihren Rücken fuhr als eine Spritze die Haut

    durchfuhr.

    Einem Seitenblick auf ihre Fingerspitzen zu Urteilen hatte sie wohl jemanden gekratzt oder

    vielleicht sogar sich selbst, allerdings spürte Ariene dahingehend keinen Schmerz am Körper. Wie

    das geschehen konnte wusste sie also nicht genau.

    In einem Punkt jedoch war ich sie unabdingbar sicher, ganz offensichtlich gehörte sie an diese

    Liege gefesselt.

    Wie gern hätte sie sich gedreht, die Glieder ein wenig gestreckt, doch sie war gefesselt an dieses

    Bett. Etwas kaltes, nasses in ihrer Leistengegend machte es ihr fast sicher das sie Aufgrund der

    Medikamente oder der fehlenden Toilette hier in ihrer eigenen Pisse lag. Beißend drang der

    Geruch in ihre Nase, schien alles andere zu überdecken, als sie tief die Luft einsog.

    Was zum Teufel war geschehen?

    Ehe sie die Schritte auf dem Gang vernahm, ehe das Klicken des Schlosses den Ton des Regens

    übertünchte, spürte Ariene, dass sich dem Raum jemand nährte. Herein schritt einer der Aufseher,

    die Haare auf seinem Kopf waren nur spärlich, seine Gesichtszüge von Falten gezeichnet. Mit

    fahrigen Fingern begann er die Fesseln zu lösen und half der Frau behutsam auf. Mit aller Kraft

    schluckte sie ihre aufsteigende Übelkeit hinunter, versuchte so weit es ging durch den Mund

    einzuatmen. Gern hätte sie hier noch ein paar Augenblicke gesessen um ihre Übelkeit zu

    bekämpfen. Ohne einen Ton zu sagen schleifte er sie jedoch hinaus auf den Flur, grelles Licht

    brannte in den Augen, sodass Sterne vor ihr zu tanzen begannen. Trotzdem hielt er sie

    verhältnismäßig sanft an der Schulter, eine andere Hand spürte sie irgendwo in ihrem Rücken. Sie

    war sichtlich froh über diese Geste, denn es war ihrer Tollpatschigkeit zu verdanken das sie vor

    einiger Zeit die Treppe hinunter gefallen war, noch immer prangten ihr Blessuren auf der Haut.

    Gerade auf ihrer relativ hellen Haut konnten sie nur unschwer ignoriert werden.

    Ihr Kopf fühlte sich ein wenig besser an, doch das Gehen bereitete ihr Schwierigkeiten, sie musste

    dringend etwas trinken!

    „Wohin werde ich gebracht?“ fragte sie anstatt nach einem Glas Wasser zu fragen.

    „Erstmal befördern wir dich direkt unter die Dusche, anschließend kannst du etwas Essen.“

    Essen! Ihr Magen machte in seiner verknoteten Position einen Luftsprung.

    Als sie den langen weißen Korridoren folgten, begegneten sie anderen Gestalten, einige hockten

    auf dem Boden, lutschten an ihren Daumen während sie abwesend vor und zurück wippten.

    Wieder andere waren im Gespräch mit sich selbst. Augenblicklich wünschte sie sich in die beinahe

    Stille des Raumes zurück, den sie soeben verlassen hatte. Sie alle hier, sie hatten einen Grund hier

    zu sein. Irgendwo sicherlich auch sie selbst, doch so schlimm war es mit ihrem Verstand noch

    nicht gekommen. Ariene besaß noch so etwas wie eine eigene Persönlichkeit.

    Vereinzelte Schreie ließen die beiden hinter sich, hunderte von Türen, ehe sie schließlich im Bad

    angekommen war. Der Berg von einem Mann nahm keine Kenntnis davon, dass er an diesem Ort

    keinen Zutritt hatte. Wieder folgte er ohne ein Wort. Auf einer Bank lag ein Stapel neuer Sachen –

    das Nachthemd, das sie jetzt trug, war schließlich dreckig.

    Auf noch etwas schwachen Füßen lief sie hinüber zu dem Spiegel – ihr blickte eine Gestalt

    entgegen, die sie nicht mehr erkannte. Auf den schmalen Schultern lag das Nachthemd, die bleich

    gewordene Haut war übersät von blauen Flecken in den verschiedensten Schattierungen.

    Augenringe zeichneten sich unter den Augen ab, die trotz des Schlafes nicht zu weichen begannen.

    Ihre Haare hatten keine einheitliche Länge mehr, standen in fast alle Richtungen ab, sie waren

    schwarz hoben sich wunderbar von den sterilen weißen Fliesen im Raum ab.

    Das einzige was ihr noch immer auffiel waren ihre Augen. Diese grünen Teiche, doch waren sie

    nicht einfach nur grün, es zogen sich Braun und Gelbtöne in unterschiedlichen Spiralen hindurch.

    Die Augen die ihr entgegen blickten, noch immer so voller Stolz und ganz so als wüssten sie mehr

    als sie erahnen ließen.

    Im Grunde war es genau das, selbst jetzt spürte sie die Präsenz hunderter Menschen, spürte ihren

    Lebensfunken. Je schwächer ihr Glimmen, desto mehr Leben war bereits aus ihnen geronnen. Aber

    jetzt verschwand diese Präsenz mit jedem Tag den sie hier verbrachte, hörte ich nichts mehr und

    sah auch nichts mehr. Sie fühlte sich so blind.

    Die Gestalt ihr gegenüber versuchte ein schiefes Lächeln, ehe sie sich das Nachthemd von den

    Schultern streifte um in die Dusche zu steigen. Der Dreck an ihren Händen, aus den Haaren, fiel

    von Ariene ab das heiße Wasser tat gut.

    Als sie der Dusche wieder entstieg waren die Gedanken wieder etwas klarer, die Erinnerungsfetzen

    setzten sich zu einem einzigen Bild zusammen. Dieser Mann am Boden, er hatte sie gemaßregelt,

    Ariene hatte aus der Kantine einen Apfel mitgenommen. Man hatte ihn ihr aus der Hand

    geschlagen, dann hatte man sie auf ihr Zimmer gebracht. Sie hatte einen strengen Essensplan den

    sie einzuhalten hatte. Der Mann den alle nur Liam genannt hatten, hatte sie unsanft zu ihrem

    Zimmer begleitet, der Schmerz hatte ihr den Atem genommen als sie die Treppe hinab fiel. Kalte

    Wut hatte Ariene plötzlich gepackt sie hatte sich erhoben ihm ihre Finger über das Gesicht und

    seinen Hals gezogen.

    An diesem Punkt jedoch verließen sie ihre Erinnerungen, sie vermochte nicht einmal zu sagen ob

    da nicht noch mehr gewesen war. Schon immer hatte sie eine blühende Fantasie besessen, doch

    bald hatten ihre Eltern verschiedene Ärzte mit ihr besucht. Mit wachsendem Alter erzählte Ariene

    weniger von den sonderbaren Erscheinungen um sie herum. Die Dosis der Medikamente wurde

    mit jedem Jahr erhöht oder das Medikament geändert. Als die Wahnehmungen mit Beginn der

    Pubertät schlimmer zu werden begannen,konnte Ariene sich nur allzu oft nicht an die Lektionen

    der Stunde erinnern. Sie wurde aus der Schule genommen, erhielt zu Hause Unterricht.

    Irgendwann fiel auch das aus. Ihre Rebellionen gegen die verrückten Regeln der Eltern wurden

    immer heftiger. Immer wieder schlich sie sich hinaus, suchte im Schatten der Bäume, dem Singen

    des Windes einen Trost den sie zu Hause nicht fand. Dort fühlte Arienegeborgen, abgeschottet von

    all dem anderen Daheim. Das was auch immer sie ihr gaben tat sein übriges, es unterdrückte die

    Heftigkeit der Krankheit, die Wahrnehmung um sie herum, doch gleichermaßen erweckte es etwas

    in ihr, das bisher so verborgen schien. Es lauerte in einer verborgenen Ecke darauf, in einer

    unbeobachteten Stunde hervor zu brechen.

    Mit langsamen Bewegungen zog sie sich vor dem Mann wieder an –zumindest hatte er den

    Anstand gehabt sich umzudrehen, während sie in der Dusche gewesen war. Nun begleitete er

    Ariene zu ihrem Zimmer zurück. Darin standen ein Bett, ein Tisch und ein Stuhl aus massivem

    Holz sowie einer Vase voll von Blumen welche trügerischer Weise aus Plastik bestanden .

    Schließlich war sie nur ein einfacher Patient, geisteskrank dazu, jedoch nicht suizidgefährdet.

    Deswegen wurde es ihr erlaubt den Luxus einer Blume in all der Tristheit zu genießen, wobei sie

    auf solche auch hätte verzichten können. Ein grauer Tag zeichnete sich dort draußen ab, Regen

    prasselte auf die Stadt nieder –dort draußen lag die Welt, der sie einmal angehört hatte. Bevor die

    Wahrnehmungen begonnen hatten, bevor sich alles verändert hatte. War sie jedoch ehrlich mit sich

    konnte sie sich, egal wie sehr sie ihren Verstand in der Zeit zurück reisen ließ, nicht an eine Zeit

    erinnern in der die Menschen ihrer Umgebung nicht in verschiedenen Farben zu leuchten pflegten.

    Die seltsamen Tiergestalten, die Figuren aus ihren Träumen und den Legenden der Bücher waren

    schon immer ein Teil ihres Lebens gewesen. Je länger sie hier ihre Tage fristete desto weniger war

    sie sich wirklich sicher krank zu sein. Vielleicht war sie wie eine der Hauptfiguren aus den

    wenigen Büchern, die sie hier zu lesen bekam. Eine Figur die nur in einer fremden Welt

    festgehalten wurde, bald jedoch ihrem richtigen Schicksal ins Auge blicken musste. Ariene lachte

    in sich hinein, ihr war doch eigentlich bewusst das es so etwas wie Magie nur in Büchern gab, die

    Wahrheit war anders.

    Trotzdem wollte sie nicht länger an diesem Ort sein, sie war umgeben von schweren Fällen die

    Ariene nur allzu sehr vor Augen führten wie sie eines Tages vielleicht enden könnte. Schwankend

    in der Ecke sitzend, den Kopf vollkommen von dem Medikamentencocktail verwirrt. Ariene

    wollte ein anderes Leben für sich, wenn sie sich auch halb freiwillig in diese Klinik begeben hatte.

    Nicht das sie ihre Eltern nicht liebte, allen voran ihren Vater. Das Verhältnis zu ihrer Mutter sah

    sie selbst als kritisch an, Solena hatte sich irgendwann den Alkohol als Trost gesucht. Ob aus

    eigenem Stress heraus oder wegen ihr vermochte Ariene nicht mit Sicherheit zu sagen. Trotz allem

    machte sie sich auch zu einem Teil schuldig, schließlich war sie nicht einfach gewesen. An jenem

    Tag hatten sich Mutter und Tochter erneut heftig gestritten, in der Phase der Versöhnung hatte

    Solena gesagt das endlich etwas passieren musste und Ariene gedrängt eine stationäre Therapie zu

    beginnen. Nun war sie also hier, fast zwei Monate waren es ohne das Ariene eine deutliche

    Besserung hatte spüren können.Stattdessen machten sie die Empfindungen der vielen Menschen

    um sie herum halb wahnsinnig, sie sah nicht nur das Leid der anderen Patienten sie konnte es

    spüren, als wären es ihre eigenen Gefühle. Mit langsamen Schritten bewegte sie sich auf das

    Fenster zu presste ihren Kopf gegen die Scheibe, spürte die angenehme Kühle und träumte von

    einem Leben außerhalb der Mauern von Salty Lake.
    Mockingjay und AliciaFarina gefällt das.
  6. ...und sich meine Lippen sanft auf die ihren legten. Doch noch bevor wir den Kuss richtig begonnen hatten, drängte sich ein Geräusch an meine Ohren. Bestimmt schob ich Verena mit meinem Körper in die Lücke zwischen den Sätteln, als ein lauter Bellamy die Sattelkammer betrat. Ihren Lippen entfuhr ein überraschter Ton den meine Hand auf ihrem Mund nur schwer dämpfte. Sach drehte ich den Kopf, um zu sehen, wo Bellamy sich befand. Über das Horn eines Sattels hinweg sah er mir direkt in die Augen. Darin spielten Erstaunen und Schalk gleichzeitig auf, als er sich kommentarlos lächelnd umdrehte. Ich verharrte als mir Verena schon die Hand von ihren Lippen nahm, ich würde später Bellamys Späße ertragen müssen -wir teilten uns ein Zimmer. Sie wollte etwas sagen,aber ich verschloss ihr die Lippen,bevor mir der Mut sank oder eine neuerliche Unterbrechung dazwischen kam. Sie seufzte, erwiderte den Kuss jedoch, was hätte sanft sein sollen wurde fordernd, jeder von uns legte etwas hinein das bisher in dieser Art nicht da gewesen war. Allein diese Tatsache hinterließ mich nach dem Kuss verwirrter als davor. Verena huschte wortlos aus der Kammer. Fehler...das war ein Fehler gewesen. Ich fuhr mir nervös,wütend durch die Haare,wollte ihr nach aber als ich die Stallgasse betrat konnte ich sie nicht finden.
    Ich erledigte also alle meine restlichen Arbeiten,kontrollierte alle Fohlen. Sanftließ Gealach es zu das ich ihr über den Rücken strich,das junge Fohlen schien keine Angst zu haben. Pumpkin drängte sich schnell wieder zwischen mich und das Fohlen, nicht als sei sie wütend, sie schirmte es nur vor mir ab. Sie schien eine wunderbare Mutter zu seintrotz ihres jungen Alters. Ich steckte ihr eines der Leckerli zu, strich ein letztes Mal über ihre Nüstern. Nach Pumpkin und Gealach suchte ich nach der Palominostute mit den Hengstfohlen.Die kleinen Ringe um seine Augen ließen einen Verdacht auf seinen Vater schließen ansonsten stand er farblich irgendwo zwischen den Elterntieren.Als ältestes der diesjährigen Fohlen hatte ich ihn bereits an mich gewöhnt, Rising of Storm, kurz Rise, war ein neugieriger Kerl. Das erste Halfter hatte ich ihn schoneinmal tragen lassen. Wild hatte er den Kopf hin und her bewegt,ihn an der Seite von Argo entlang gestrichen. Als er sich beruhigt hatte nahm ich Rise ab. Die Erinnerung daran ließ mich lächeln, morgen würde ich ein drittes Training mit ihm wagen. Rise beschäftige sich eingehend mit Yolie Wisp,Yolie war eine Woche jünger als Rise, trotzdem war sie viel zierlicher als der Hengst. Selbst Gealach die erst wenige Stunden alt war schien größer,breiter als Yolie. Vielleicht war dies das Erbe des Arabers in ihr, war sie aufgeregt lief sie erhobenen Schweifes vor Rise davon. Als der erste Nieselregen einsetzte verabschiedete ich mich mit einem letzten Lächeln.
    Der Regen verwandelte sich alsbald in einen regelrechten Platzregen, nach 200 Metern als ich den Koppelzaun erreichte war ich nass bis auf die Knochen. Sollte es einen Sturm geben machte ich mir ein wenig Sorgen um die Fohlen, würden sie unter dem Unterstand bleiben?
    Klitschnass betrat ich das Haupthaus, ich bewohnte hier zusammen mit Bellamy eins der Gästezimmer, zumindest für eine Weile, denn am Gästehaus wurde momentan nur das Dach repariert. Da ich regelrecht tropfte und so wenig Spuren wie möglich hinterlassen wollte entledigte ich mich meiner Socken, der Hose und auch meinem Pullover. Völlig versunken im Ausziehen bewegte sich ein Handtuch in mein Gesichtsfeld. “Ich fragte ob du das brauchst?“ es war Octavia,die in einen Bademantel gehüllt vor mir stand. “Bin auch erst rein gekommen.“ dankend nahm ich dad Handtuch hüllte mich darin ein “Danke, Octavia.“ Damit verschwand ich den Treppenabsatz nach oben um mir vor dem Abendessen Kleidung zu besorgen. Das hatte hier irgendwie Tradition, die gesamte Belegschaft des Hofes nahm das Abendessen gemeinsam ein. Am Morgen fehlten manche da sie zu unterschiedlichen Zeiten aufstanden, das Abendessen um 19 Uhr war Alexis jedoch überaus wichtig.Immer wieder fing sie sich jemanden der ihr helfen musste,heute schien derjenige Riley gewesen zu sein. Der gute würde uns bald verlassen,da müsse er jetzt öfter ran,so oder so ähnlich waren Alexis Worte gewesen. “Wart ihr alle extra duschen vor dem Essen?” die Hände in die Hüften gestützt stand sie da, schaute in die Runde. “Für dich etwa? Nein, wenn du kochst solltest du auch mal nach draußen gucken, es regnet wie aus Eimern!” nahm Riley sie auf den Arm. Alexis wurde puterrot. Ich hatte ihr schon geholfen, wenn sie kochte dann war sie mit den Gedanken nur dort, wer ihr im Weg stand wurde angeherrscht. Die Hilfe die man ihr geben konnte bestand darin Dinge zu waschen, zu schälen oder zu probieren, nicht das was man sich als Küchenhilfe vorstellte. Es gab ein Tomaten-Risotto, ich hatte die letzten Jahre nicht mehr so gut gegessen wie ich es seit meiner Ankunft hier tat. Es wurde ein lustiger Abend, wie eigentlich fast jeder, der Schatten den der rüde Abgang von Caleb hinterlassen hatte schien langsam zu weichen. Auch Verena beteiligte sich, ihre Blicke jedoch wichen mir aus, dafür schienen die Argusaugen von Bellamy auf mir zu liegen.
    Nach dem Essen ging ich noch einmal hinaus, es wurde bereits dunkel, aber der Regen hatte aufgehört. Der Geruch der ich nach einem Regen über die Landschaft legte gehörte zu einer meiner liebsten, doch hier war er wieder ganz anders als in den schottischen Highlands. Die Berge die das Tal der Ranch umgaben waren um einiges höher, auf ihren Gipfeln lagen die letzten Schatten von Schnee, die jetzt von der Sonne wie Gold glänzten. Der Weg führte mich zu dem Paddock von Thjalfe und Bucks, hinter meinem Riesen sah ich noch ein anderes Pferd. “Ach Gipsy! Haben wir dich hier vergessen?” ganz unglücklich schien der Wallach aber zwischen meinen beiden gar nicht zu sein. Zufrieden mümmelte er an dem Heu aus dem Netz - so war es einfacher für den blinden Bucks. Trotzdem griff ich nach dem durchnässten Halfter das am Pfosten hing, um Gipsy wieder in die Box zu bringen. Ich hörte langsame, zaghafte Schritte auf mich zukommen, ließ mich aber nicht beirren als ich aufhalfterte. Mir wurde die Tür offen gehalten als ich selbst danach greifen wollte, sie griff fest in das Eisen, das weiße ihrer Knöchel stach deutlich hervor. Ich wusste nicht ob sie das tat, weil sie wütend war, zumindest huschten verschiedene Emotionen über ihre Gesichtszüge die ich nicht zu deuten vermochte. Da jedoch Octavia bei ihr war schwieg sie vorerst “O. geh ruhig wieder rein, Svejn und ich schaffen das allein.” Octavia bedankte sich, ging dann aber eilig ins Haus. “Hätte ich gewusst das du das machen wolltest…” Verena winkte meine Worte ab, ging auf der anderen Seite des Pferdes als wir schweigend Richtung Stallgebäude gingen. Ich entließ den Wallach in seine Box, strich über seine Nüstern. Halb gekrächzt kamen die Worte an meine Ohren, darin unterdrückte sie was sie wirklich aufbrachte. “Du bist unfair!” warf sie mir mit geflüsterter Inbrunst entgegen. Ich holte Luft, aber sie schlug mir mit der flachen Hand entgegen. “Du kommst hierher, bist so...so.” mit jedem Wort gab es wieder einen sanften Schlag. War sie wütend? Ich war kurz davor nach ihren Handgelenken zu greifen, ließ sie jedoch gewähren. “Abwesend, dann wieder Führsorglich und dann stößt du mich wieder von dir. Du verwirrst mich zutiefst! Ich hab ständig das Gefühl dir etwas schuldig zu sein für deine Hilfe, aber dann scheinst du sie nicht annehmen zu wollen.” Keine Wut, Enttäuschung schwang in ihrer Stimme mit. Jetzt musste ich lachen, sie sah zu mir Verwirrung auf den Zügen. “Genau das mein ich! Ich erzähl dir was mich bewegt und du fängst an zu Lachen. Bin ich so Lächerlich?” “Nicht du aber von Zeit zu Zeit deine Worte. Hat jemals die Sonne der Erde gesagt das sie ihr etwas schulde? Ich tue das nicht um etwas im Gegenzug zu erhalten, ich finde nicht das ein nehmen auch immer ein geben verlangt. Du erlaubst mir hier zu leben, meine Pferde sind hier untergebracht. Ich...” zögernd sah ich mich um, zog sie an der Hand hinter mir in das Heulager das sich hier in dem Stalltrakt befand. “Wie zum?” gab sie von sich, folgte mir aber ohne Widerstand, ihre Verwirrung musste sich ins unbegreifliche steigern. Was ich zu sagen hatte, war nicht für andere Ohren bestimmt, von innen gab es einen Hebel der die Tür verschloss. Als ich mich drehte hatte Verena die Arme vor der Brust verschränkt, sie erwartete Antworten, die ich ihr nicht direkt geben konnte, ich wusste nicht wo ich anfangen sollte. “Ich war jung damals als ich mit meiner Ex zusammen kam, froh das sich überhaupt jemand für den Typen mit den langen Haaren interssierte. Mit den Jahren wurde aus der Freude Gewohnheit, als es vorbei ging war ich nichtmal richtig enttäuscht. Was auch immer ich da mit ihr teilte, es war keine Liebe. Jetzt jedoch bin ich verwirrt über meine eigenen Gedanken.” Ihre Arme lösten sich auf der Umklammerung vor ihrer Brust, verstand sie gerade das ich ziemlich stümperhaft dabei war ihr zu gestehen das ich mich in sie verliebt habe? Sie seufzte sah mich mit einem Ernst an den ich von ihr fast gar nicht kannte “Svejn… Ich…. ich habe weder Zeit noch Lust auf irgendwelche Spielchen. Ich habe eine Ranch zu leiten, meine rechte Hand, Caleb ist weg, ich muss fast alles alleine regeln und ich kann mich nicht auch noch mit so etwas beschäftigen…”, murmelte ich. “Whoa..halt,warte...sieh mir in die Augen und verrate mir wann ich je Spielchen gespielt habe.!“ ich war nicht wütend nur erstaunt, fasste sie an den Ellenbogen “Ich weiß sehr wohl was ich will.“ “Was soll das dann mit der Verwirrung?“
    “Ich hätte niegedacht das mir ein Mensch je so wichtig sein kann. Bei dir habe ich nicht das Gefühl mich verstecken zu müssen,du siehst mich wie ich bin ohne davor zurück zu schrecken. Die Welt ist vielleicht nicht grau wenn ich nicht hier bin,aber es ist das Gefühl etwas fehle. Verwirrt bin ich aber vor allem,weil ich Angst vor der Zurückweisung habe, sie dominiert den Wil…“ hier sprach ich nicht, Verenas Mund traf so heftig auf den meinen das sich unsere Zähne berührten. Trotzdem unterbrachen wir den Kuss nicht, vom Schwung stieß ich mit dem Rücken an die Tür, das Scharnier unsanft an der Schulter. Langsam spürte ich die Angst von mir weichen - wie hatte ich Zweifeln können?
    Keuchend lösten wir uns nach einigen Augenblicken wieder von einander, im Grunde wollten meine Hände sie hier und jetzt entkleiden, dem Drang gab ich jedoch nicht nach. Wir lächelten, beide halb scheu und verließen den Stall ohne das weitere Worte gesprochen wurden. Auf dem Weg zum Haupthaus liefen wir dicht beieinander, unsere Hände berührten sich immer wieder sanft ohne das wir sie direkt ineinander verschlangen. An der Treppe, die für mich nach unten in den geräumigen Keller führten blieben wir stehen. “Gute Nacht.” flüsterte ich ihr zu, bekam eine Antwort nachdem ich sie geküsst hatte.Wir verbrachten die Nacht nicht gemeinsam, das gehörte, das gesagte sollte für uns beide erst wirken, ein anderer Moment um zu klären wie es für uns weiter ging.
    Als ich die kleine Wohnung betrat, saß am Tisch in der Küche Bellamy im Schlafanzug, wobei man das nicht als solches bezeichnen konnte. Es war einfach nur eine lange Hose, sein Oberkörper war frei. An die Lippen hielt er sich eine Flasche Wasser, die Augen noch geschlossen, als sein Blick jedoch direkt auf mich fiel, setzte er ab und grinste breit. “Also hatte ich tatsächlich Recht, du bist wegen einer Frau hier! Ich dachte schon du stehst auf mich, so wie du mir am Arsch gehangen hast.” damit präsentierte er mir seinen Körper, drehte sich und wackelte übertrieben mit dem Hinterteil. “Wieso sollte jemand auf dich stehen?” “Ich bin anbetungswürdig!” “Du bist ein Spinner! Verena hatte nur gebeten ich solle ein Auge auf dich haben...ich hätte natürlich auch die Sorge auf Octavia legen können, dann wäre ich aber nicht ohne ein blaues Auge davon gekommen.” Bellamy fing an zu lachen, schüttelte den Kopf “Da magst du wohl Recht haben...also...das Chefchen - wie ist sie?” “Du weiß wie sie ist.” antwortete ich ihm, zog die Jacke aus und klaute ihm die Flasche Wasser aus der Hand. “Ich kenne sie als Chef! Du weißt genau was ich meine...wie ist sie im Bett?!” Ich setzte ab, schraubte die Flasche bedächtig zu und stellte sie auf den Tisch. “Das mein junger Freund, wird wohl deine Träume beflügeln, denn von mir kannst du keine Antwort verlangen.” Bellamy zog einen Schmollmund, murmelte etwas in seinen (nicht vorhandenen) Bart das klang wie “Mit dir kann man über sowas auch nie sprechen!” dann verließ ich auch schon die Küche mit einem “Gute Träume Bellamy” zwinkerte ihm zu und verschwand kopfschüttelnd hinter meiner Zimmertür.
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    “Bellamy!” rief ich den Namen des Jungen, warf den abgebrochenen Besenstiel zu ihm hinüber noch bevor er richtig reagiert hatte. Trotzdem schoss sein Arm nach oben, sicher fing er den Stock auf. Sah dann in einer Mischung aus Wut und Verwirrung zu mir hinüber. Zwei Schritte brachten mich näher an ihn heran, mein Ende des Besenstils berührte den seinen. “Was soll das werden?” fragte der junge Mann gereizt, sein Blick flackerte hinüber zu seiner Schwester Octavia, die sich mit einem der anderen Häftlinge unterhielt, dessen Namen ich nicht mehr wusste. Bellamy war einen ganzen Kopf größer als ich, sich mit ihm einzulassen ohne den Besen würde ich wohl nicht ohne blaue Flecken überleben. “Nicht das du mich falsch verstehst, deine Schwester ist wirklich ein hübsches Mädchen.” er sog scharf die Luft ein, betrachtete mich “du tust gut daran sie beschützen zu wollen. Aber verschwende deine Zeit nicht, wenn sie es nicht möchte, oder lass dich zu sehr davon einnehmen. Du bist ihr Bruder, ein Schutzinstinkt ist normal, aber lass ihn dich nicht fressen. Du stehst dir selbst im Weg. Vielleicht kommt eines Tages der Punkt an dem sie dich satt ist wegen diesem Verhalten. Lass dir das von jemand älterem sagen….lass das nicht zwischen euch kommen.” Bellamy sah hinüber zu Octavia, die sich jetzt lächelnd umdrehte zu uns winkte und dann wieder an ihre Arbeit ging. Über Bellamys Züge huschte ein zufriedenes Lächeln als er mich wieder ansah “Woher willst du wissen das ich mir selbst im Weg stehe, he?” Wieder tickte ich leicht gegen seinen Stock “Ich habe Augen im Kopf, einen Verstand der denkt und ich war auch einmal ein älterer Bruder!” Wir tauschten einige Schläge untereinander aus, der Junge hatte mich vor zwei Tagen auf den Weiden gesehen als ich mit meinem Langschwert gegen einen unsichtbaren Gegner gekämpft hatte. Bellamy wollte lernen, jetzt hatten wir damit begonnen.”War?” fragte er, als er meinen Schlägen eher auswich. “Krebs, vor vier Jahren. Vorher hatten wir uns heftig gestritten über ihren Freund den ich nicht passend fand. Ich war der letzte der von ihrem Tod erfuhr.” Erst sah er mich schockiert an, dann huschte sein Blick zu Octavia und er kassierte einen Schlag auf die Hand am Stock. “Heey!” “Aufmerksamkeit zu mir, wenn du wirklich lernen willst!” Vielleicht war es nicht die beste Idee einem Sträfling die Kunst des Schwertes näher zu bringen, aber hier konnte er seine Aggressionen auf Sinnvollere Art abbauen. Erst rieb er sich die Hand musterte mich bevor er mit heftigen Schlägen auf mich zu ging. Mühelos wich ich ihm aus, landete einen Treffer auf seinen Rücken der ihn stolpernd in den Dreck fallen ließ. “Beherrsche deine Wut, denn bisher beherrscht sie dich. Bewahre einen klaren Kopf. Reagiere nicht auf mich agiere mit mir, das ist die Kunst eines guten Kriegers. Für heute reicht es. Lass uns die Jungpferde auf den unteren Paddock bringen, dann können wir den Rest fertig machen. Erinner mich bloß daran das wir noch den südlichen Zaun reparieren wollten. Bevor die tragenden Stuten da rauf kommen muss das gemacht werden. Die Schneemassen haben dem ganz schön zugesetzt. Hab das gestern gesehen als ich mit Braum und Bucks spazieren war.”
    Bellamy nickte besonnen als wir uns weiter daran machten das Fohlenpaddock zu säubern. Ich hatte dabei meine liebe Freude, seit knapp zwei Wochen ritt ich nun zusätzlich zu einigen der Vollblüter auch den ein oder anderen Quarter. Muskelkater gehörte momentan zu meinem täglichen Begleiter, ein gutes hatte die Sache allerdings schon - Verena war meine Lehrerin. In meiner ersten Zeit auf der Ranch hatten wir nicht viel Zeit gehabt,es gab durch ihre Abwesenheit viel zu organisieren. Auch so hatte eine Ranch mit knapp 70 Pferden viel zu tun. Zumindest begann bald die Weidesaison,in der würden alle tragenden Stuten und die älteren auf den südlichen Wiesen sein. Dort lebten sie zwar fast halbwild den gesamten Sommer über,aber Verena erzählte mir das es ihnen auch unheimlich gut tat.
    Schließlich machte ich mich auf zu einem meiner neuen Schützlinge. Moon´s Pumpkin lautete ihr Name, sie war die Tochter von Moon mit ihren drei Jahren fertig sie einzureiten. Sie war eher durch Zufall zu uns mir gelangt. Verena hatte fast vergessen gehabt, das die Stute im letzten Jahr von ihrem Hengst Stormbringer gedeckt worden war. Als sie der mir unbekannten vom Tod des Vaters berichtet hatte, machte sie ein Geständnis - sie fühle sich nicht in der Lage die tragende Stute und das kommende Fohlen auf ihrem Hof bestens zu versorgen. Also hatten wir Moons Tochter kommen lassen, sie würde bald zu den Stuten auf der südlichen Weide gehören. Sanft strich ich der jungen Stute über die Nüster, schob ihr einen Spalt des Apfels zu den ich noch in der Jackentasche hatte. Wir waren beide gespannt, denn auch Yoomee und Argo trugen Fohlen in sich. Yoomees Fohlen würde ebenso wie das von Pumpkin von Moon abstammen, bei Argo kannten wir kaum die Vorfahren, über sie fand man nichts im Internet. Hatte Moon auch diese Welt verlassen, so ließ er uns seine Nachkommen hier. In der jungen Stute erkannte ich oft das Gemüt des braunen Hengstes wieder. Ich betrachtete das Armband aus seinen Schweifhaaren. “Du wirst uns nie ganz verlassen, wache über die ungeborenen Fohlen, hörst du?” Natürlich vermochte er nicht mir zu entworten, aber mir gefiel die Vorstellung das er dort oben auf den Weiden Asgards umher tollte. Seelig lächelte ich, strich Pumpkin wieder über die Nüster, fasste an die Seite der Stute und fühlte das Fohlen darin. Wir waren außerordentlich gespannt welche der Stuten zuerst Fohlen würde.
    “Svejn? Kommst du wir wollten die Weiden machen!” es war nicht Bellamy, sondern seine jüngere Schwester Octavia, die mir Bescheid gab. Ihr Bruder saß am Steuer des Jeep auf der Ladefläche befand sich alles was für die Reparatur gebraucht wurde. Ich genoss die Sonne, der Winter hatte sich hier lange gehalten, aber langsam schafften es die Strahlen mir die Haut zu wärmen. “Du kommst mit?” Octavia nickte eifrig, ließ sich bei dem Beifahrer auf den Sitz sinken - ich hatte mich schon auf die Ladefläche gesetzt. Bellamy gab Gas, die Strecke für die wir sonst zu Fuß eine gute halbe Stunde brauchen würden kam mir kürzer vor als gedacht. Jetzt war es an mir zu bestimmen, wo die Löcher im Zaun gewesen waren, dann als wir sie sahen - kaum zu übersehen - machten wir gemeinsam einen Plan. Schweigend ging uns die Arbeit von der Hand,wobei Octavia alsbald dabei war den Zaun nach kleineren Löchern abzusuchen. “Du siehst sie anders an.“ bemerkte Bellamy irgendwann als ich mit meinen Gedanken ganz woanders war,mein Blick ging in die Leere. “Mhm?“ fragend drehte ich mich dem jungen Mann entgegen.Mit dem Hammer deutete er wage in Octavias Richtung “Du siehst sie nicht an wie andere Männer, eher so wie Riley. Nicht das du wie er wärst aber irgendwie. Ach vergiss es!“ er winkte ab als ich zu Lächeln begann. “Sie ist jünger als ich, eher wie meine Schwester...deswegen seheich sie anders an,nicht als wäre sie ein mögliches Ziel. Außerdem..“ kurz verstummte ich dachte darüber nach was ich im Begriff war mir selbst einzugestehen “gehört mein Herz einer anderen.“ Bellamy zog die Nase kraus, grinste verwegen. “Also hatte Riley Recht!“ “Womit?“. Ein roter Schatten lief über sein Gesicht,zwischen zwei Hammer schlägen leckte er sich mit der Zunge über die Lippen als könne er sonst nicht sprechen. “Das du Schottland für die Chefin aufgegeben hast!“ Ich gab ihm keine direkte Antwort bis auf das breite Lächeln auf den Lippen,es schien dem jungen Mann zu reichen er sagte dazu nichts mehr. Nach drei Stunden kehrten wir mit dem Wagen wieder zurück zum Hof, Bellamy hatte ich das Versprechen abgenommen mit niemandem über meine aufkeimenden Gefühle für Verena zu sprechen. Es war schon so kompliziert genug mitihr auszukommen. Wie oft wollte ich sie in stillen Momenten einfach zu mir ziehen und küssen! Da meine Arbeit für heute erledigt war machte ich mich auf den Weg zu Thjalfe ich wollte ein wenig Ablenkung...einen Ausritt um die Gedanken frei zu bekommen.
    Angekommen bei Thjalfe schaute ich auf den blinden Freund meines großen Hengstes, Bucks tat sich schwer mit fremden Pferden. Mein Verkauf von Braum vor dem Umzug hatte auch zur Folge das ich ihn ständig allein ließ sobald ich Thjalfe aus dem Paddock nahm. Wir hatten schon probiert ihn mit einem anderen der Pferde hier zusammen zu stellen, die Versuche waren aber eher gescheitert. Manchmal lief der kleine Schecke etwas planlos, was die Hollywood King Gun und auch Possibility ziemlich verwirrt hatte. Jetzt stand ich also am Paddock der beiden, als mich jemand von hinten ansprach. “Du könntest es ja mal mit Gipsy probieren, ist schließlich auch ein Wallach, vielleicht verstehen sie sich?” es war Alexis und als ich mich zu ihr umdrehte stand dort neben ihr der hübsche Wallach von Verena. Ich kratzte mich kurz am Kinn, deutete auf den Sattel auf dem Rücken des Pferdes. “Dann bringen wir das da erstmal wieder weg, anschließend können wir es ja mal probieren.”
    Tatsächlich schien sich sich Bucks mit Gipsy ganz gut zu verstehen, also schnappte ich mir Thjalfe für einen ausgiebigen Ausritt. Die Sonne schien angenehm vom Himmelherab, satte Wolken schwebten über den Aprilwäldern um mich herum, sodass der Weg vor mir erschien wie ein Gang in goldenen Raum. Kein Luftzug wehte, kein Zweig rieb sich am Holz andrer Äste, allein ein dürres Rinnsal rauschte in der Tiefe eines Talgrundes. Ihm folgte ich eine Weile, geführt allein durch den Instinkt meines OPferdes, denn meine müden Augen waren kaum noch offen zu halten im taumelnden Schritt des Tieres. Ich war froh mich im Sattel einem dumpfen Halbschlaf hingeben zu können, ungestört von allem was außerhalb meiner Gedanken geschah. Dies jedoch änderte sich beinahe schlagartig als ich zum Stall zurück kehrte, dort nämlich wurde ich von einer aufgeregten Verena in Empfang genommen. “Los komm schon, schnell! Das musst du dir ansehen!” Ich war gerade erst wieder am herausdämmern aus meinnem dumpfen Halbschlaf, fand mich plötzlich am Eingang der südlichen Weiden wieder. Kurz nachdem wir wieder gekommen waren mussten alle anderen beschäftigt gewesen sein um die trächtigen Stuten und jene die Turnierpause hatten auf die Wiese zu bringen. “Schau, da!” Dort sah ich Pumpkin wie sie ein kleines Bündel auf dem Boden sauber leckte. “Ist das nicht verblüffend? Yoomee hat vor zwei Stunden ihr Fohlen bekommen und Pumpkin erst jetzt. So oft ich es jetzt gesehen habe, es ist immer noch so faszinierend!” Ich beobachtete das kleine Stutfohlen bei seinen ersten Versuchen aufzustehen. “Noch viel faszinierender ist das beide von Moons Nachfahren am selben Tag geboren wurden, diese kleine wird seinen Namen weiter tragen Moon´s Gealach. Von dem wenigen Gälisch das ich aufgeschnappt habe, bedeutet der Name nichts weiter als Mond. Vielleicht doppeltgemoppelt aber was solls. Hast du schon einen Namen für das Fohlen von Yoomee und Argo?” Argo hatte vor etwa zwei Tagen einen wunderschönen Hengst geboren, der wie Gealach Stormbringer als Vater hatte. “Rising of Storm für das Hengstfohlen und Yolie Wisp für das von Yoomee.” Wir beobachteten noch einige Minuten wie Pumpkin dem kleinen Wesen auf die Beine half, dann rissen wir uns los. Ich hatte noch Thjalfe zu versorgen. Verena folgte mir dabei unaufgefordert, ich spürte das verlangen etwas zu sagen um irgendwie die Stille zwischen uns zu überbrücken, doch wenn man nichts besseres zu sagen hatte schwieg man besser einfach. “Ihr habt Gipsy zu Bucks gestellt?” Ich nickte, erklärte die Situation wenn ich mit Thjalfe raus ging “Nehm das Kerlchen zwar auch manchmal als Handpferd mit, aber heute hab ich das einfach mal gelassen.” Verena nickte befließen, lächelte dann “Sie kommen langsam hier an...du auch? Wie ist es mit den anderen die Wohnung zu teilen?” “Etwas ungewohnt um ehrlich zu sein, aber es geht Bellamy scheint ein ganz netter Typ zu sein.” Verena lachte nn viel breiter, nahm mir die Trense aus der Hand und Seite an Seite gingen wir in die Sattelkammer, blieben allerdings halb im Türrahmen hängen. “Du nimmst dich seiner an, das finde ich gut. Er hat noch nie so fleißig gearbeitet seitdem er hier ist wie unter deiner Fuchtel. Caleb…” sie schwieg, schluckte und setzte dann ein “er hat sich durch Dominanz Gehör verschafft. Keine Ahnung wie du das machst, aber du kommst näher an ihn heran als ich.” Ich hievte den Sattel nach oben auf den Sattelhalter, setzte die Kappe ab und drehte mich zu Verena um, die fast direkt hinter mir gestanden hatte. Dann schmiss ich alle meine Vorsätze einfach über den Haufen, legte meine Hand unter ihr Kinn und…..
    BellaS, Leaenna und Veija gefällt das.
  8. Text von Veija und mir. Der Teil mit dem Tierarzt ist von Cooper und von mir für die Geschichte angepasst worden.
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    Svejn
    Mit Anstrengungen hievte ich die Schubkarre auf den mittlerweile riesigen Haufen an Pferdeäppeln,langsam musste ich mir Gedanken darüber machen wohin mit dem Zeug. Trotzdem würde ich die nächsten Tagewohl nicht dazu kommen, Verena hatte sich angekündigt. Ihr Stormi war seit dem letzten Besuch bei mir, viel Zeit für Training war im Grunde nicht gewesen,aber seine Ausdauer auf Distanzen konnte ich allem zum Trotz steigern. “Svejn?“ Fast ein wenig erschrocken drehte ich mich um,mit halb ertapptem Blick sah ich dem Hausherren entgegen. “Alisdair?“ Der rothaarige Hüne blieb vor mir stehen,die Hände auf seinem angesetzten Bauch “Hast du Argeirr gesehen? Der Trottel istschon wieder weg gelaufen!“ Argeirr, eigentlich sollte der Hund den Hof bewachen,allerdings sah das der Schäferhundvollkommen anders. Viel lieber streunte er durch die Gegend, verletzte sich oder spielte meinen Schatten. Ich wusste ganz genau das er in der Futterkammer lag,dorthatte ich meine Arbeitsjacke hin gehangen. Der dunke Rüde legte sich nur zu gern auf Sachen von mir. “Wahrscheinlich in der Futterkammer.Daliegt er momentan sehr oft.“ Der Hausherr kratze sich am Kopf, schüttelte ihn “Dann lass ich ihn da einfach!“ Damit stiefelte er über den Hof davon. Ich selbst brachte dieKarre weg, dann kümmerte ich mich um Thjalfe da ich nun doch beschlossen hatte ihn zu kaufen. Am späten Nachmittag würde ich Verena aus Edinburgh abholen. Für diesen Besuch hatte ich mir mittlerweile ein Gästebuch besorgt,vielleicht hatte sie endlich mit diesem Caleb zusammen gefunden. Bevor ich unter die Dusche sprang machte ich einen Besuch bei Moon,trotz Mineralien und Futter wirkte er immer eingefallener. Erst vor einer Woche hatte er eine Kolik gehabt,sonst schien es ihm etwas besser zu gehen. Der graue Stormi stand wie sein Wächter an seiner Seite, entspannt obwohl er im Training immer kaum zu halten war. Ob er wohl ahnte das es mit dem Braunen Freund langsam zu Ende ging? Schon längst hob Moon nicht mehr Neugierig den Kopf, seine Augen stumpf. Ich zückte mein Handy schoss ein Foto von der Szenerie und schickte es an Verena.
    *Langsam glaube ich das auch Pferde trauern. Es steht ein Schmerz in seinen Augen der mit jedem Tag greifbarer wird.*
    Er schien Sarah zu vermissen..ich klopfte ihm auf die Schulter. “Es gab Zeiten da die Pferde zusammen mit ihren Herren beerdigt wurden. Hast du für dich diese Entscheidung getroffen? Willst du in der Anderswelt wieder bei deiner Herrin weilen?“ Ganz als habe der Hengst verstanden hob er den Kopf leicht an,brummelte leise,heiser und sah mich beinahe wissend an. Ein kühler Schauer ran meinen Nacken hinab. Bemerkenswert dieses Pferd. Damit stellte ich mich unter die Dusche um Verena vom Bahnhof abzuholen.



    Verena
    aus Lous Sicht/Pflegi von Zues, Ein Abschied zu viel
    [...]Just in diesem Moment rollte der Geländewagen von Verenas Hof auf den Platz und Caleb stieg aus. "Was macht ihr da mit ihm?", fragte er misstrauisch und verzog das Gesicht, ehe ihm anscheinend einiges klar wurde. "Aha, jetzt verstehe ich auch, warum er heute morgen nicht auf die Koppel durfte.", sagte Caleb bissig und starrte Verena an. "Du gibst ihn also doch weg." Er schnaubte verächtlich. "Caleb!", ermahnte ich ihn und er zuckte die Schultern. "Es überrascht mich kaum. Hab dir ja von Anfang an gesagt, dass du deine Zeit verschwendest. Weder du noch er bringen es." - "Caleb!", fauchte ich und holte Luft, doch Verena unterbrach uns, wenn auch nicht mit Worten. Ich sah ihre glasigen, feuchten Augen, wartete nur darauf, dass sie zu weinen begann. Doch als sie plötzlich zuckte und nahezu im selben Augenblick ihre flache Hand auf Calebs Wange klatschte, sah ich sie fassungslos an. Auch der verachtende Gesichtsausdruck des jungen Mannes war Entsetzten gewichen. Mit einer Ruhe in der Stimme, die mir einen Schauer über den Rücken jagte starrte sie ihn an und zischte leise. "Verschwinde Caleb." Er stutzte und blickte sie nur an. "Schnapp dir deine Sachen und mach, dass du hier weg kommst!" Nun wurde ihre Stimme lauter und seine Starre wich der Verärgerung. Ohne ein Wort machte er kehrt und verschwand. Ich sah geschockt zu Verena und sie sah hilflos zu mir. Von einem Augenblick auf den anderen war alle Wut in ihrem Gesicht verschwunden und eine Träne lief über ihre Wange. Stumm nahm ich sie in die Arme und hörte ein leises Schluchzen. "Das wollte ich nicht.", murmelte ich leise und sah bedrückt der Staubwolke hinterher, welche Caleb mit dem Wagen vom Hof weg mit sich zog.[...]


    Ein paar Tage waren nun vergangen, seit Caleb und Zues den Hof verlassen hatten. Caleb reagierte weder auf Anrufe, noch auf Nachrichten, noch auf sonst irgendwas. Er war wie vom Erdboden verschwunden. “Alexis übernimmst du hier alles, ich fliege nochmal zu Svejn, Stormi abholen”, erklärte ich Alexis, die nun die Chefin hier auf dem Hof war. Eigentlich würde Caleb dies übernehmen, aber er war ja weg…
    “Klar, mache ich.. wie lange bleibst du denn dieses Mal weg?” “Ich weiß es nicht.. versuch du aber bitte Caleb zu erreichen und ihm zu sagen, dass es mir Leid tut. Ich weiß nicht was in mich gefahren ist.. wir brauchen ihn hier..”, erklärte ich niedergeschlagen und ließ meinen Koffer die Treppe herunterkullern. Viel konnte nicht passieren, es waren nur Klamotten darin. “Fährst du mich schnell zum Flughafen?”, fragte ich Alexis dann und schneller als gedacht waren wir am Flughafen. Ich räumte mein Gepäck auf das Band und wartete, bis ich im Flieger Platz nehmen konnte. Wirklich rasch kam ich dann auch in Edinburgh an, wo ich auch wieder auf mein Handy schaute und ein Bild von Svejn bekommen hatte. “Oh…”, murmelte ich leise, ehe ich meinen Koffer schnappte und mich nach dem jungen Mann umsah. Sogleich entdeckte ich ihn auch. Langsam ging ich auf ihn zu, ehe ich unmerklich immer langsamer wurde. Wie sollte ich ihn begrüßen? Was sollte ich sagen? Wie würde er reagieren? Doch die Entscheidung wurde mir von ihm abgenommen.


    Svejn
    “Ich dachte das Pappschild mit deinem Namen kann ich mir sparen, bei der Frisur erkennt mich wohl jeder auf 20 Meter?” fragte ich die blonde Frau, die nun schon zum zweiten Mal auf meinem “Hof” weilen würde. Mit Stormi würde sie zurück kehren, ein weiterer Schritt für meine Pläne war gelegt.Noch stand überhaupt nichts fest, aber ich wollte nicht auf ewig in Schottland bleiben. Reisen mit den Pferden, danach stand mir schon viel eher der Sinn. Die restlichen Trainingspferde würde ich aufgeben, Bucks, Braum und Thjalfe würden mich auf diesen Reisen begleiten. Allerdings gab es trotzdem die Sorge ob ein blindes Pferd, ehemals verhaltensauffällig wirklich geeignet war um eine solche Reise zu unternehmen. Ich klopfte Verena freundschaftlich auf die Schulter, nahm ihr den Koffer aus der Hand. Es würden ein paar spannende Tage werden, wenn wir zusammen Braum einritten.


    Verena
    Ich lachte. “Wäre ich ein paar Tage später gekommen, hättest du mich auf 100 Meter erkennen können”, erklärte ich ihm und sah seinen fragenden Blick. “Ich färb mir in den nächsten Tagen meine Haare regenbogenfarben.. vielleicht ja hier in Schottland?”, erklärte ich ihm, zuckte dennoch kurz zusammen, als er mir auf die Schulter klopfte. Zögernd schenkte ich ihm ein lächeln, ehe er mir meinen Koffer abnahm. “Musst du zwar nicht, aber danke”, sagte ich lachend, ehe ich ihm eine Tüte unter die Nase hielt. “Guck mal, ich hab Vodka mitgebracht.. besser als Whisky”, fügte ich lachend bei und ging durch die Tür, die er mir aufhielt, nach draußen, wo ich mir sogleich meinen Kragen etwas höher zog. Hier fegte ein sehr kalter Wind.


    Svejn
    Ich verzog mein Gesicht, zog die Augenbraue skeptisch nach oben. “Vodka? Ganz so trinkfest wie ein Russe bin ich bei dem Gesöff allerdings nicht.” Dann erinnerte ich mich an ihre Aussage mit ihren Haaren. Mit wenigen eiligen Schitten holte ich zu ihr auf, nachdem ich auch ein älteres Paar durch die Tür gelassen hatte. Eine Weile bewegten wir uns schweigend zu meinem gemieteten Wagen, während dieser Zeit sah ich sie von der Seite an. Regenbogen, ich konnte es mir nicht vorstellen. “So scheint jeder von uns seine ganz eigenen Pläne zu verfolgen, vielleicht kann ich dir beizeiten von den meinen berichten.” Mit leicht zusammengekniffenen Augen sah Verena mich durch den Schleier ihrer Augen an, wilde Strähnen trieb ihr der Wind immer wieder in ihr Gesicht. “Schau nicht so grimmig, das gibt früher Falten!” Damit zog ich mir einen Haargummi vom Handgelenk um ihr diesen zu geben, hier hatte ich mir das angewöhnt. Schottland war kein Land in dem sich die Haare oft offen tragen ließen. “Mit dem Färben könnte ich dir ja behilflich sein, falls das wahrhaftig dein Wunsch wäre?” Am Wagen angekommen verstaute ich den Koffer hinten, klemmte mich selbst hinter das Steuer, ließ langsam den Motor an während sich Verena gewissendlich den Gurt anlegte. Es war trotz der langen Zeit irgendwie noch immer ein eigenartiges Gefühl den Beifahrer nicht zu seiner rechten zu haben, sondern links, denn man fuhr auch auf dieser Spur. Mittlerweile fiel es mir zwar leichter die alte Regel “rechts vor links” abzuändern, allerdings hing sie fest in meinem Hirn verankert - umdenken schien nicht gerade zu meinen Stärken zu gehören.


    Verena
    “Ach, das packst du schon”, kommentierte ich seine Aussage zum Vodka und blickte mich um, als er auf einmal verschwunden war. Ganz der Gentleman, nicht so wie Caleb, dachte ich mir und sah das ältere Paar durch die Tür gehen, die Svejn diesen aufhielt. Schnell schloss er wieder zu mir auf. “Du kannst Haare färben?”, fragte ich ihn lachend nachdem er mir einen Haargummi gegen meine ins Gesicht peitschenden Haare gegeben hatte.
    Er schien meine Frage wohl zu vertagen, da wir schweigend ins Auto einstiegen, nachdem ich mich verdutzt hinters Lenkrad setzten wollte. “Stimmt, England”, murmelte ich und ging auf die andere Seite. “Und wie ist es dir so ergangen in meiner Abwesenheit? Du hast mich noch ins Museum eingeladen, weißt du noch?”, quasselte ich los und vergaß meine Schüchternheit einfach. Svejn war ein Mensch mit dem man Pferde stehlen konnte, was ich bei meinem ersten Besuch zwar nicht gedacht hatte, aber so war es.


    Svejn
    “Mein Wagen hat den Geist aufgegeben, ich hab das neue Pferd gekauft, eigentlich alles ziemlich unspektakulär. Stormi macht sich gut auf den Distanzen. Meine Sorge gilt momentan ganz besonders Moon. Letzte Woche hatte er eine ziemlich heftige Kolik, von der scheint er sich nicht so richtig zu erholen. Frisst schlecht obwohl die Zähne gemacht wurden. Wüsste ich es nicht anders, dann vermute ich das er Sarah vermisst!“ Solange der Hengst in meiner Obhut war würde ich die geschmiedeten Pläne nicht zur Tat machen,aber der Tierarzt hatte keine rosige Aussicht für den Braunen gegeben. Die Straße führte uns stetig weiter aus der Stadt, Inverness stand schon an den Schildern. Je öfter ich die Strecke hinter mich brachte desto kürzer kam sie mir vor.


    Verena
    “Das klingt ja… Ziemlich durchwachsen”, schlussfolgerte ich und sah aus dem Fenster. In der Ferne sah man den Hof schon immer näher kommen. Da er nicht fragte was es bei mir so gab, ging ich einfach auf seine Aussage ein: “Das mit Stormi ist echt top, vielleicht hilft er Moon doch ein wenig über die Trauer hinweg… Ich finde Pferde können ja schon trauern..”, fing ich an und redete die ganze Zeit über Moon und Stormi, dass ich gar nicht mitbekam, dass wir schon am Hof angekommen waren. Ich schmunzelte kurz, schnallte mich dann jedoch los und stieg aus dem Wagen, um meinen Koffer zu holen. Svejn kam mir jedoch wieder zuvor, so dass mir nur die Flasche Vodka zum tragen blieb. “Ähm, danke”, sagte ich und ging hinter ihm her. Wo ich wohl dieses Mal schlafen würde?


    Svejn
    Die Tür klemmte momentan ein wenig weshalb ich mich mit der Schulter seitlich dagegen werfen musste. In dem Raum der Wohn und Schlafzimmer sowie Küche in einem war herrschte Ordnung. Das ich einfach alles in die kleine Voratskammer gestellt hatte tat schließlich nichts zur Sache. Einzig mein Bett zeugte davon das dort jemand schlief,auf dem dunkelroten Laken lag vollkommen verschlungen die schwarze Decke,das Kopfkissen schien sie begraben zu haben. Auf der gegenüber liegenden Seite stand ordentlich angerichtet die Couch für Verena. “T’schuldige aber die Bettwäsche hat meine Ex ausgesucht.“ von der Couch strahlte uns ein grelles Gelb in Kombination mit Grasgrün entgegen,mir persönlich schmerzten die Augen davon. Da ich aber nichts anderes besaß und vergessenhatte was anderes heraus zu suchen,musste ich mit dieser Beleidigung für die Augen vorlieb nehmen.


    Verena
    Belustigt schaute ich ihm zu, wie er sich gegen die Tür warf, damit sie sich öffnete. Im inneren umfing mich eine wohlige Wärme, die ich nur zu gerne begrüßte. Als er mir von dem Laken erzählte, wanderte mein Blick zur Couch und mein Grinsen wich einem schmollen. Eigentlich hatte ich gedacht, ich würde wieder in seinem Bett schlafen, schließlich war dafür ja auch der Vodka… Aber ganz ehrlich? Ich war zum arbeiten hier, für sonst nichts. Eigentlich…
    “Okay, die Bettwäsche ist echt hässlich “, sagte ich lachend und ließ mich mit Schwung auf sein Bett fallen. “Die gefällt mir viel besser”, lachte ich und sah ihn frech grinsend an.


    Svejn
    Ich ließ den Schlüssel achtlos auf den Tisch fallen, in dem guten Gewissen mich garantiert spätr NICHT daran zu erinnern. Dann drehte ich mich zu Verena um, die auf meinem Bett hockte, die Füße fast in der Luft baumelnd da sie sich an die Wand gelegt hatte. “Hässlich ist fast kein Ausdruck. Allerdings wird es wohl für ein paar Tage so gehen, im Dunkeln wirst du die Farbe ja nicht ertragen müssen.” Im Schatten ihrer Augen erkannte ich fast so etwas wie Enttäuschung. Ich kniff etwas ratlos die Augen zusammen, dachte an den mitgebrachten Vodka - ob sie wohl an eine Wiederholung der Geschehnisse vom letzten Treffen hoffte? Sie hatte gemeint sie wäre sonst nicht der Typ für solcherlei Dinge, sollte ich es riskieren? Die Fragen zerbrachen mir halb den Kopf, zugegeben war ich verwirrt. Sie wieder hier zu haben fühlte sich nicht falsch an, auch nicht sie küssen zu wollen. Dabei hegte ich jedoch keinerlei romantischer Gefühle, ich konnte klar trennen das ich sie nicht liebte. Spielte ich dann nicht nur mit ihr - wenn ich nur ihren Körper begehrte? Ich schob die Bedenken beiseite, setzte mich neben sie auf das Bett. “Sind ja auch meine Lieblingsfarben! Aber jetzt erzähl mir lieber wie es bei dir so läuft?”


    Verena
    Schmollend nickte ich. “Stimmt, im Dunkeln sieht man die Farbe nicht…”, wiederholte ich seinen Satz und fing an zu lachen, als er sich neben mich aufs Bett setzte. “Guter Geschmack…”, murmelte ich noch ehe ich die Hände über dem Kopf zusammenschlug. Dann kramte ich mein Handy raus, wählte eine Nummer und gab Svejn zu verstehen, dass er kurz warten sollte. “Alexis… Hast du ihn erreicht?” … “Hm… Ja… Scheiße.. Versuch es weiter, oke?”, mit diesen Worten legte ich auf. Svejn sah mich skeptisch an und wartete auf eine Antwort. “Caleb ist abgehauen… Nachdem ich ihm eine geknallt hab”... “Warum das?”, fragte der Schwarzhaarige mich. “Ich habe Zues weggegeben.. An eine gute Freundin in Italien.. Hab ich dir ja beim letzten Mal erzählt.. Caleb war grade vom Hof als wir Zues verladen wollten doch dann kam er wieder und hat mir vorgeworfen doch alles hinzuwerfen.. Dass weder der Hengst noch ich es bringen.. Dann hab ich ihm eine gescheuert und gesagt, dass er seine Sachen packen und abhauen soll… Das Problem? Ich brauche ihn auf der Ranch wenn ich nicht da hin.”, erklärte ich ihm und stützte mich im Bett auf, ehe ich meine Ellenbogen auf meine Knie setzte und den Kopf in meine Hände legte. “So ein Arsch…”, murmelte ich noch mit wutverzerrtem Gesicht. “Aber du hättest seinen Blick sehen sollen”, meinte ich beiläufig, ehe ich den Kopf hob und ihn angrinste.


    Svejn
    “Scheint ja ein schwieriges Persönchen zu sein dein Caleb” war für den Moment das einzige was ich zu ihrer Erzählung sagen konnte. Dann erwiderte ich ihr lächeln, ging weiter nach vorn zu ihr. “Den Schlag hätte ich allerdings gern gesehen!” Verena verzog die Augenbrauen, die Stirn legte sich in Falten, trotzdem wich das Lächeln nicht von ihren Lippen. Man sah regelrecht wie ihr die Spannung von den Schultern wich, nicht vollends aber doch ein wenig. Ein Gähnen ging mir über die Lippen, ich hatte in der Nacht wenig geschlafen da wir eine Nachtführung im Museum angeboten hatten. Daryl und ich hatten sie uns geteilt, aber die zweite Hälfte hatte ich übernommen und der Gästeraum hatte nicht unbedingt das bequemste Bett für die Nacht. Ich ließ mich einfach seitlich hinter Verena fallen, schloss die Augen ein wenig und nuschelte ziemlich unverständlich in Bart und Decke “Nachtschichten sind der Horror - Müde!” Ich wollte nicht wehleidig sein, allerdings konnte ich es nutzten um Verena abzulenken, sie sollte hier nicht an Caleb denken müssen.


    Verena
    Ich seufzte. “Mein Caleb ist er schon lange nicht mehr.. Ich hoffe nur nach dieser Aktion wird er wieder für mich arbeiten…”, murmelte ich und grinste nur kurz auf seine Aussage hin, dass er den Schlag gerne gesehen hätte. “Meine Hand hat auch ganz schön weh getan”, fügte ich lachend an und sah ihm zu, wie er sich auf das Bett fallen ließ. “Ich wollte dir keine Umstände machen”, meinte ich kleinlaut und drehte mich ein bisschen, damit ich ihn ansehen konnte. “Ich schau noch kurz nach Stormi dann können wir ja schlafen”, meinte ich und sah auf die Uhr. Es war halb 9 abends, stockdunkel und kalt.


    Svejn
    Ich konnte nicht anders als ins Kissen zu seufzen. “Du kannst schlafen, ich hab in knapp zwei Stunden Schicht.” Damit stütze ich mich auf die Hände, mein Gesicht ihrem Nahe “Umstände machst du nicht!” Damit rutschte ich vom Bett, entledigte mich meiner Hose um die große Stoffbahn für den Kilt in der Mitte des Raumes auszubreiten. Von einer Seite raffte ich den Stoff mehr schlecht als Recht zusammen, zog den Gürtel unter den Stoff. Anschließend legte ich mich darauf, musste beide Seiten vor dem Bauch zusammen legen und den Gürtel möglichst eng schließen. Jetzt konnte ich aufstehen und den hinteren Teil hinunter hängen lassen. Ich wurde langsam immer schneller! Dann befestigte ich den Plaid, sowie die historische Schnalle der McLeod, das Schwert und die Pistolen waren noch im Auto. Die Bluse musste ich im Museum austauschen, die hatte ich vergessen. Traditioneller Kilt, Waffen und Pulli sah dementsprechend seltsam aus. Dann sah ich zu Verena, grinste und sah ihren faszinierenden Blick. “So kannst du mich aber nicht begleiten!”


    Verena
    “Oh man..”, murmelte ich noch, ehe ich ungewollt zusammenzuckte, als er sich aufrichtete. Er stand auf und zog sich aus, naja halb. Ich erwischte mich selbst dabei, wie ich ihm verträumt beim Umziehen zusah. Kurz schüttelte ich den Kopf und wandte den Blick ab, bis er sich einmal rund herum mit dem Kilt bedeckt hatte. “Und wie Waffen? Gibts da keine?”, warf ich lachend ein und streckte mich einmal gähnend. Das Gähnen blieb mir wortwörtlich im Hals stecken. “Wie ? Ich zieh aber keinen Rock an!”, sagte ich todernst und musterte ihn von oben bis unten. “Gibts sowas nicht als Hose? Also eine Hose mit deinem Muster?”, sagte ich dann lachend und schaute nun nicht mehr so todernst, sondern leicht panisch. Ich hasste Röcke, und ich hasste Kleider.


    Svejn
    “Also eigentlich hatte ich auf etwas mehr Begeisterung gehofft!“ stieß ich gespielt empört aus. Wir hatten eine besondere Art der Vorstellung für unsere Gäste geplant,die wir schon eine ganze Weile probten und vor zwei Tagen das erste Mal durchgeführt hatten. Dabei handelte es sich um nachgespielte Hochzeiten,Festgelage und für die Abenteuerlichen auch Jagden auf Pferden.Die Gäste meldeten sich zuvor an,bekamen historische Kleidung und wurden mitten im Spektakel ausgesetzt,sie erlebten alles mit. Meine bisherige Partnerin Jean hatte sich allerdings außer Gefecht gesetzt. “Ich hab meinem Chef versprochen Ersatz für Jean zu finden,da sie nicht kann.“ Näher trat ich an Verena heran,zog sie an meine Brust,lächelte und säuselte “Als Lady McLaren,zukünftige des Laird McLeod in einem tollen Hochzeitskleid wirst du mich doch nicht im Stich lassen?“


    Verena
    Ich hörte ihm aufmerksam zu wie er erzählte, dass seine Partnerin ausgefallen war. Als er näher an mich heran kam und mich an seine Brust zog, versteinerte sich mein Körper. Skeptisch hörte ich ihm zu, ehe ich mit meinen Händen auf seine Brust haute und ihn lachend von mir wegstieß. “Ich in einem Hochzeitskleid? Hast du sie noch alle?”, prustete ich los und sah dann erst, dass er es ernst meinte. “Du.. du meinst das doch nicht ernst, oder?!”, fragte ich ihn geschockt doch noch immer hielt er meinem Blick stand. “Du meinst das ernst…”, murmelte ich dann. “Muss ich denn was sagen? Ist das Kleid weiß? Muss ich dich küssen? Gibst Kuchen”, löcherte ich ihn mit Fragen und stemmte die Hände in die Hüften, mein Blick leicht panisch.


    Svejn
    Ich schwieg sie Tod,sie schien sich einige der Antworten selbst beantworten zu können. “Kuchen gibt es zumindest nach den ersten drei Gängen. Das Kleid ist eine Mischung aus Silber und den Tartanfarben der McLeods. Deine Frage mit dem Kuss….hast du mit einem Mal etwas dagegen?“ ich klemmte die Hand lässig an den Gürtel,sah sie an und wippte mit dem Fuß. Mir gefielen die Regungen der diversen Gesichtsausdrücke, wartete jedoch auf den einen Ausdruck der Resignation bedeutete. Damit hätte ich gewonnen, sie würde mitkommen auch im Kleid. “Meinst du ich trag den Fummel hier gern?“ Ich bewegte mich halb im Kreis,so flog der Kilt ein wenig. Zugegeben am Anfang hielt ich nicht von,aber mittlerweile hatten die doch irgendwie Stil.


    Verena
    Ich quasselte und quasselte und quasselte, ehe ich merkte, dass er mich einfach nur fragend ansah. Mit einem Mal hielt ich den Mund und ließ ihn auch mal zu Wort kommen. “Kuchen find ich gut… und was sind die Tartanfarben der McLeods?”, fragte ich unwissend und dachte an ‘Tarnfarben’, wie bei der Bundeswehr. Etwas unbehaglich fuhr ich mir durch die Haare, ehe ich sie alle auf eine Seite fummelte und ihn mit etwas schiefgelegtem Kopf ansah. “Na klar hab ich was gegen nen Kuss!”, meinte ich histerisch und fuchtelte mit den Armen, ehe ich sie dann doch wieder vor der Brust verschränkte. “Naja.. eigentlich nicht… Aber ich bin eine schlechte Schauspielerin…”, murmelte ich dann verlegen und sah ihm zu, wie er sich im Kreis drehte. Nun huschte wieder ein Grinsen über mein Gesicht. “Na gut. Ich komme mit. Aber du schuldest mir echt was dafür”, murmelte ich und ging in Richtung Tür, bis mir auffiel, dass er gar nicht mitkam. “Haben wir noch was vergessen?”, fragte ich ihn dann und sah dann an mir herunter. Mit dreckigen Boots konnte ich bestimmt nicht ins Museum, weshalb ich auf dem Absatz kehrt machte und mir etwas schickeres anziehen wollte. “Wie lang ist das Kleid? Ich hab keine dünne Strumpfhose und so dabei..”, sagte ich und blickte ihn fragend an.


    Svejn
    Ohne Umschweife öffnete ich die Schranktüren, dort an der langen Seite hing das Kleid von Jean. “Nimm doch einfach das da?“ obwohl sie Kleider nicht mochte klappte ihr die Kinnlade nach unten. Fast bewundernd strich Verena über den Stoff der Korsage und den blau zart gelb gemusterten Rock der dazu gehörte. “Schuhe finden sich sicher im Fundus ansonsten können wir natürlich los sobald du dich umgezogen hast.“ Mit dem Schauspiel würden wir sicher irgendwie klar kommen, es war ja der letzte Auftritt. Danach hatte ich drei Tage frei,diese wollten wir nutzen für Braum. Ich wusste gar nicht wie lange sie vor hatte zu bleiben.


    Verena
    “Ach, hat die andere auch hier übernachtet?”, fragte ich bissig, ehe ich das Kleid musterte. “Hilfst du mir denn dann?”, fragte ich und schnappte mir das Kleid, ehe ich meine Kleidung auszog und mich in die Korsage quetschte. “Glaub mir, du schuldest mir hierfür sehr, sehr viel”, murmelte ich und zuckte zusammen, als mich seine kalten Finger berührten. Jetzt bereute ich es ein wenig, keine wirklich sexy- Unterwäsche angezogen zu haben, sondern einfache 0815-Schwarze.


    Svejn
    Es kostete mich ein wenig Fummelei die Schnüre auf dem Rücken fest zu machen. “Jean hat es gestern vom Pferd gehauen bei der Jagdvorführung. Ich hab gesagt ich kann Ersatz finden,also hab ich das Kleid mitgenommen.“ Ich drehte sie um,betrachtete sie in dem Licht der Funzel die ich meine Deckenleuchte nannte. Dann nickte ich zufrieden,schwang sie auf den Arm, wegen der fehlenden Schuhe. Tatsächlich erinnerte ich mich an die Tatsache das der Schlüssel auf dem Tisch lag. Im Auto setzte ich Verena ab,startete den Motor und sah sie zwinkernd an “Mit Jean wäre kein Kuss vorgesehen gewesen.“ Andererseits ratterten meine Gehirnwindungen bereits daran wie ich ihr den Gefallen zurück zahlen könnte.


    Verena
    “Ach ihr habt auch Pferde da?!”, sagte ich begeistert und sofort hellte sich meine Mine auf. Auch als er mich hochob und zum Auto trug, verschwand diese nicht. “Das hättest du mir vorher sagen sollen..”, murmelte ich dann und schnallte mich an. Sofort fuhr er los und die Scheinwerfer seines Autos erhellten die Straße. “Ich hoffe ich darf ein schickes Pferd reiten… vielleicht kann ich da ja auch ein bisschen Trainer spielen”, quatschte ich ihn lachend zu, ehe er mir dann erklärte, dass mit Jean kein Kuss vorgesehen war. “Wie, kein Kuss? Und warum bekomm ich dann einen?”, fragte ich und fixierte ihn mit meinem Blick. So launisch wie heute war ich lange nicht gewesen, was mich selbst ein wenig wunderte. Dieser Kerl machte mich verrückt.


    Svejn
    Ob ich ihr sagen sollte das wir heute leider nicht auf einem Pferd sitzen würden? Nungut,der Stall war nicht weit weg ich könnte ihr zumindest den Stall zeigen. Vielleicht würde sich Kyle überzeugen lassen uns zur Kirche reiten zu lassen? Mit der rechten griff ich das Lenkrad fester,schob den Regler für die Musik ein wenig leiser Saltatio Mortis Lied “Manus Manum Lavat“ war kaum mehr als ein Summen im Hintergrund des fahrenden Wagens. “Jean ist eine schwierige Person, die nicht für einen Job die Beziehung zu ihrem Freund riskiert. Kyle,mein Chef,hat das ziemlich gestört,deswegen gab es wegen der Proben viel Streit zwischen den beiden. Also haben wir uns darauf einigen müssen den Kuss nur vorzutäuschen. Jean ist eine der wenigen Frauen am Freilicht Museum, Kyle blieb nichts anderes übrig. Als wir jetzt Ersatz gesucht haben, erwähnte ich das der Hochzeitskuss vielleicht kein Problem wäre. Natürlich kannst du es ablehnen,aber mir wäre es eine Freude - für die Gäste außerdem viel authentischer!“ mein Versuch sie weich zu bügeln schien hoffentlich Früchte zu tragen wobei ich kaum einen Zweifel daran hatte Verena würde sich widersetzen.
    Eine gute halbe Stunde Fahrt war tatsächlich schon um ich parkte den Wagen ließ den Motor aus und wandte mich an Verena. Der Blick fragend,bittend trotzdem belustigt Lächeln und eine Augenbraue erhoben. Die Entscheidung lag bei ihr,zumindest hatte ich sie für das Kleid erwärmen können.


    Verena
    “Du hörst ja schon komige Musik”, merkte ich an, ehe er sie leiser stellte und wir weiter unseren Wer entlang fuhren. Jetzt erklärte er mir auch die Sache mt Jean. “Hmm”, murmelte ich nur und überlegte, was ich nun sagen sollte. Die weitere Fahrt über schwieg ich also nur, ehe wir auch schon da waren und er mich bittend ansah. Natürlich ließ ich ihn kurz zappeln, ehe ich lachte und zusagte. “Na gut… Aber als Gegenleistung kommst du mich mal in Kanada besuchen.. Dann stell ich dir meine verrückte Bande vor”, stellte ich ihm eine Forderung und wartete belustigt auf eine Antwort.


    Svejn
    “Ehrlich gesagt hatte ich das schon länger im Sinn, mit meinen drei Rabauken würde ich gern länger bei dir vorbei schauen, aber Moon allein zurück lassen wäre nicht die beste Idee. Ihn mitzunehmen, ich” kurz schwieg ich an dieser Stelle “...ich weiß nicht ob das in seinem Zustand die beste Idee ist. Manchmal schau ich mitten in der Nacht nach ihm, wenn ich nicht da bin ist es jemand anders.” Ich bohrte meinen Fingernagel in das Lenkrad, sollte ich ihr sagen das wir tatsächlich mit dem Gedanken spielten den Hengst vielleicht einschläfern zu lassen? Ein Blick zu ihr verriet mir das ihre Belustigung gewichen war, sie hatte ihn noch nicht life gesehen, aber das Foto verhüllte nicht viel. Es ging dem Kerlchen schlecht. Verena sagte nichts nickte nur “Hauptsache du gibst mir das Versprechen mal vorbei zu kommen, dann bin ich schon zufrieden. Bis dahin komm ich eben immer mal wieder vorbei. Moon wird sich sicherlich fangen, er war schon immer ein Kämpfer, genau wie es Sarah war.” Damit stiegen wir aus in Richtung Museum.


    Verena
    Aufmerksam hörte ich ihm zu, bejahte und nickte ab und an, ehe wir am Museum ankamen und ausstiegen. Naja, er stieg aus. Ich hatte ja keine Schuhe, was die Sache ein wenig beschwerlicher machte. Er hob mich einfach ganz kühn hoch und trug mich ins Museum rein, wo ich dann auch wieder selbst laufen konnte. “Echt schön hier”, sagte ich staunend und schaute mich um.


    Svejn
    “Willkommen im Lennoxlove House! Seineszeichens Museum,historisches Hotel und für jene die tiefer tauchen noch viel mehr!“ klang eine euphorische Stimme von vorn,Kyle kam mit ausgebreiteten Armen und dem ihm ganz eigenen eleganten Gang auf uns zu. Verena sah leicht verwirrtvon ihm zu mir,als sie von Kyle in die Arme genommen wurde. Ich zuckte entschuldigend mit den Schultern,trotzdem schenkte sie mir ein Lächeln. Kyle schien entzückt von ihr,schleifte sie geradezu hinter sich her,plapperte fröhlich wie er ihre Haare in Szene setzen könne. Mir wurde nicht erlaubt in den Raum zu folgen, dazu blieb auch kaum Zeit eine schrille Stimme kam über den Flur und rief meinen Namen. “Jean?“ verblüfft sah ich sie auf Krücken,aber historisch gekleidet auf mich zu kommen. Kyle und Verena standen noch in der Tür,letztere lehnte sich vor am Türrahmen vorbei. Wankend kam Jean vor uns zum stehen, sie besaß ausladende Hüften,war größer als ich und ihr feuerrotes Haar stellte wunderbar ihren bissigen Charakter wieder. Prüfend sah sie zu Verena,die unter dem Blick gleich um einige Zentimeter zu schrumpfen schien. “Das ist also diejenige die mich ersetzen soll?“ fing sie ungläubig an zu sprechen, überging dabei Verena als würde sie überhaupt nicht existieren. “Ihr seit also der Meinung SIE“ dabei schwang eine Krücke in Verenas Richtung gefährlich nahe am Saum des Kleides entlang. “könne mich ersetzen? Falls ich euch da nicht mal täuscht. Naja zumindest scheint sie in das Kleid zu passen. Hoffentlich kann sie sich auch auf Rougar halten.“ Verena hatte aufmerksam zugehört,sie lachte leise auf,ich sah nur die feine Bewegung der Schultern. “Höchstwahrscheinlich kann ich mich besser auf Rougar halten als du es konntest.“ Merklich hörte ich Kyle einatmen,seine Bluse spannte sich. Bemerkungen über ihr reiterliches Können mochte Jean nicht,gleich nach Kommentaren über ihr Aussehen. Jean stütze sich nach vorn,wankte ein wenig bei den Versuch ihre Hand in die Hüfte zu stellen. “Ach und wie kommst du darauf?“ Verena wuchs zu ihrer normalen Größe an “Ich bin Trainerin, es gehört zu meinem Job mich auf bockenden Pferden zu halten.Auf meinem ersten saß ich mit 10.“ Damit hatte Verena wohl nichts mehr zu sagen drehte sich um und ging in den Raum. Kyle zog die Brauen nach oben,lächelte und zwinkerte - er schien zufrieden mit Verena,sie hatte sich gegen Jean behaupten können.Nach einer halben Stunde kam eine Verena wieder aus dem Raum die ich beinahe nicht erkennen konnte. “Ihr habt noch eine Stunde bis die ersten Gäste kommen,bis dahin zeig ihr doch das Haus,Svein.“ schlug Kyle vor,verschwand dann selbst um noch ein paar Sachen zu erledigen. “Er hält ja kaum eine Sekunde den Mund!“ es klang nicht böse,eher belustigt sie schien sich bei ihm nicht unwohl zu fühlen “Ganz anders als Riley.Dafür hab ich so viel über das Haus,seine ehemaligen Bewohner und die große Pferdezucht erfahren,das kann ich mir gar nicht alles merken!“ trotzdem saugte sie alles was ich selbst über das Haus gelernt hatte wie ein Schwamm auf. Im Stall konnte sie sich gar nicht satt sehen an den prächtigen beiden Friesen, Vlien und Vloun, die beiden waren Brüder und wahre Gutmensch naturen. Viele der Pferde waren stämmige Highlandponys,dessen Namen ich nicht alle kannte.“Wo ist jetzt Rougar?“ drängelte sie fast, ich ahnte das besonders der Wallach ihr gefallen würde. Rougar, schneeweiß im Aussehen war eine nicht ganz gewollte Mischung aus einer Huntersture und einem Quartervater,seine Farbe kam von der Mutter,im Aussehen glich er jedoch dem Quarter -zumindest war es zu erkennen. Verenas Augen glänzten als der im Hengsttyp stehende Wallach in seiner komplexen Montur vor ihr stand. “Ein Quartermix?! Und DAS verschweigst du mir?“ empört bekam ich einen Schlag auf die Schulter “Aua!“ doch das Grinsen wich mir nicht vom Gesicht. “Komm,du hast später Zeit ihn zu knuddeln ich stell dir das Team des heutigen Abends vor.“ Freundlich begrüßte Verena alle neuen Gesichter,ließ sich Umarmen. Wirklich glücklich wirkte sie dabei jedoch nicht,die Selbstbeherrschung die sie Jean gezeigt hatte schien zu weichen. “ Mit neuen Leuten tu ich mich immer schwer“ gestand sie mir als wir zurück in den Stallungen waren. “Wichtig ist nur das du dir Graham und Laoghaire merkst,die beiden werden die Brauteltern darstellen. Du kommst den Gang hinunter geritten bis zur letzten Eiche,dort hilft Graham dir aus dem Sattel,danach wird alles wie bei einer Hochzeit ablaufen. Beantworte die Fragen, sprich mir den Schwur später nach. Anschließend gibt es ein Festessen, da sind über 60 Leute zugegen. Die anderen werden viel über das historische Brautpaar sprechen. Nach dem vierten Gang,deinem heiß geliebten Kuchen, geb ich dir ein Zeichen. Dann erhebst du dich, knickst den Gästen zu und irgendwer wird frivol rufen das sich das Brautpaar jetzt dem wichtigsten der Hochzeit widmet. Anschließend haben wir Feierabend, wegen der Zeit hat uns Kyle zwei Zimmer reserviert in denen wir schlafen können. Noch Fragen?“
    Aufmerksam hatte sie zugehört,biss sich auf der Unterlippe herum “Wahrscheinlich fallen mir später hunderte ein,jetzt allerdings ist mein Hirn matsch.“ Dann wünschte ich ihr Erfolg. Ich nahm sie noch einmal in den Arm, küsste ihre Stirn “Danke nochmal!”
    Auf flinken Füßen huschte ich zu meinem Platz am Altar,die Gäste wurden in den Saal gelassen. Die Allee aus Eichen war erleuchtet,sodass Verena auf Rougar ohne Probleme zu sehen war. Als sie mit Graham zusammen den Gang hinunter Schritt musste ich unweigerlich breit grinsen, ihre Augen huschten durch den gesamten Saal, als wolle sie jedes noch so kleine Detail in ihr Hirn aufsaugen.
    Die Zeremonie verlief ohne spannende Vorkommnisse, es langweilte mich nach dem vierten Abend eher. Trotzdem behielt ich das Lächeln bei, zwinkerte Verena zu. Sie schien mittlerweile fast begeistert vom Abend zu sein, ihre Wangen glühten rot in der Aufregung. Für einen Moment fragte ich mich ob sie bei einer wirklichen Hochzeit weniger aufgeregt sein würde. Dann musste ich stark ein Lachen unterdrücken - wer würde nicht? Ich selbst hatte mich bereits verlobt gehabt, die Hochzeit irgendwie halb in der Planung, jetzt würde es wohl nicht mehr zu einer solchen kommen, von Beziehungen wollte ich zur Zeit nichts wissen.
    Kurz vor dem Kuss wisperte ich noch “Machen wir Jean richtig wütend.“ Es sollte ein kleiner Kuss werden, doch konnte ich nicht anders als meine Grenzen zu ertasten.
    Sanft verlangte ich um Einlass,der ohne Widerstand geleistet wurde. Ob aus Wollen oder aus Überraschung vermochte ich natürlich nicht zu sagen. Sanft küsste ich meine historische Braut des Abends,während Jubelrufe im Publikum laut wurden. Ich löste mich von ihr, eine Hand noch in ihrem Nacken, lächelte als ich ihrer glasigen Augen und roten Wangen gewahr wurde. Das Festessen war prächtig wie immer, doch warnte ich sie zu viel zu Essen “Sonst passt kein Kuchen mehr!“ “Kuchen geht immer!“ hieß es prompt von Verena, die Zunge halb aus dem Mund heraus gestreckt.
    Es gab reichlich Whisky, Met und Honigbier wobei wir uns beide vornehmlich am Wasser hielten, ein Kater konnten wir uns für die Arbeit mit den Pferden nicht unbedingt leisten. Nach dem wunderbaren Apfelkuchen, erhob sich Verena,knickste und wir verließen Arm in Arm die Halle - es war Kyle der gespielt besoffen das letzte Wort verkündete, das wir kaum hörten als die schwere Tür ins Schloss fiel. Sie schluckte jegliche Geräusche aus dem Inneren, dann war nur mein Seufzendes Gähnen zu hören. “Was für ein gelungener Abend!”



    Verena
    Stumm schweigend ging ich hinter Svejn her zu unseren Zimmern. Ein wenig gruselig war dieses Hotel schon. Oder ich war einfach nur übermüdet, dass ich schon Gespenster sah.
    Zusammen mit dem schwarzhaarigen Mann betrat ich sein Zimmer, meins war direkt daneben. “Der Abend war wirklich toll, hast du Jeans Blick gesehen als ich auf Rougar angeritten kam? Wie in Hinmels Willen ist sie von dem runter gefallen, der ist brav wie ein Lamm!”, lachte ich und setzte mich aufs Bett. Ich hatte nichts anderes zum Anziehen dabei, weshalb ich nun eine Weile im Kleid verweilen musste.


    Svejn
    “Rougar mag Kandarren nicht und Jean keine Pferde die ihr unter dem Arsch weg rennen. Im Gelände ist er spritzig aber nicht unkontrolliert,trotzdem zwingt sie ihm die Kandarre auf. Er hat sich vor einem der Hunde in der Meute erschrocken, ist zur Zeit und Jean hat ihm in den Zügeln gerissen, da hat er natürlich angefangen wie verrückt zu buckeln.” Gerade als ich mich auf die Bettkante plumsen lassen wollte, fing ich mich ab - Verena saß da in ihrem Kleid. “Ich muss nochmal fix ans Auto, als du das Kleid angezogen hast auf dem Klo hab ich ein paar Wechselklamotten mitgenommen.” Verena winkte ab, warf mir jedoch den Schlüssel zu, ich musste grinsen als sie ihn aus ihrem Ausschnitt hervor zog. “Was du hast gesagt ich soll ihn sicher weg packen.” Ich zuckte die Schultern, flitze den Gang hinauf zum Parkplatz, kramte den Rucksack hervor. Auf dem Weg zurück wäre ich fast in mein angestammtes Zimmer im zweiten Stock gelaufen, dieses Mal waren wir jedoch im Keller untergebracht. So dauerte es dann doch noch ein bisschen bis ich wieder das Zimmer betrat. Verena war nicht auf dem Bett,doch hörte ich in diesem Moment gerade die Klospülung.


    Verena
    Ich schüttelte den Kopf. “Immer diese Show-Menschen… Prügeln ein Pferd mit Kandarre durch die Gegend, während es mit normaler Trense locker laufen würde”, murmelte ich und sah ihm dann zu. “Klar “, lachte ich und gab ihm den Schlüssel, den ich aus meinem Ausschnitt nahm. Als er also gegangen war sah ich mich ein wenig im Zimmer um und ging dann zur Toilette, auf der ich mich ausziehen wollte, bis mir auffiel, dass ich dir Korsage gar nicht aufbekam. “Kannst du mir helfen?”, nuschelte ich und drehte mich einmal schnell im Kreis, damit mein Kleid durch die Gegend wehte.


    Svejn
    Wie sie sich so drehte musste ich unweigerlich an Katniss Everdeen denken,die sich auf der Bühne ähnlich gedreht hatte. “Klar komm her.“ Allerdings hatte es sich mit dem lösen der Schleife nicht getan,während also die Schnüre immer länger wurden musste ich alles das was ich vorher fest gezogen hab lösen. “Das ist eine fummlige Sache,wie kann man sich sowas ausdenken!?“ Verena befreite sich wortlos sie schien genauso müde wie ich. Im Rucksack kramend warf ich ihr mein Shirt zu “Hab leider nicht erkannt was bei deinem Zeug für die Nacht war also hab ich das mitgenommen.“ Derweil legte ich den Kilt ziemlich zerknüllt auf den Boden warf mir ein Shirt über und ließ die Boxershort an.



    Verena
    Schier ewig schien er an meinem Kleid herum zu fummeln, ehe ich wieder nur mit BH und Slip bekleidet vor ihm stand. “Jemand der keine Hobbys hat denkt sich sowas aus”, sagte ich lachend und nahm dankend sein Shirt an. Ich zog es über den Kopf und sah kurz zu ihm herüber, als auch er sich umzog. Ich stellte mich kurz vor den Spiegel und zupfte an den T-Shirt herum. Svejn war nicht sonderlich groß, weshalb mir das T-Shirt nicht ganz über den Hintern ging. “So kann ich aber nicht rüber gehen”, murmelte ich. Unsere Zimmer waren nicht direkt nebeneinander, meins war ungefähr 5 Zimmer weiter. Leicht ratlos sah ich zwischen Svejn und dem Bett hin und her.


    Svejn
    Ich sah an mir runter,mein Outfit war wogl mehr dazu geeignet quer durch den Flur zu laufen. Allerdings war das Bett breit genug für uns beide, “Lass uns einfach hier bleiben,weiß jetzt spontan eh nicht wo die Karte für das Zimmer hin ist. Es ist 2 Uhr in der früh,Schlaf ist alles was ich jetzt will!“ Das war sogar wahr,meine Augen hielten sich kaum noch offen von allein,mein Hirn fasste keinen Gedanken mehr klar. Ohne Hintergedanken ließ ich mich also einfach vorwärts ins Bett fallen,rollte auf die Seite und zog eine der Decken zu mir ran. Eine Hand lag auf dem Schalter zumlöschen des Lichts. Auch Verena schien zu dem Schluss zu kommen,denn ich hörte das Bett rascheln,drehte den Kopf und sah wie sie sich auch hinein legte. “Du hast Recht.“ nuschelte sie genau so verschlafen wie ich.


    Verena
    Ich nickte als er meinte, dass wir einfach beide hier bleiben sollte . Ich legte mich ins Bett neben Svejn, ehe er das Licht löschte und ich mich in meine Decke kuschelte. Auf das Frühstück, welches mitgebucht war freute ich mich schon besonders, da es aufs Zimmer gebracht wurde. “Gute Nacht “, murmelte ich ehe ich einschlief.
    Die Nacht war schneller vorbei als mir lieb war. Um 8 Uhr klopfte jemand Sturm an unserem Zimmer. Grummelnd stand ich auf, weil ich trotz rütteln und schütteln meinen lieben Bettnachbarn nicht wach bekam. Vielleicht tat er auch nur so, als würde er schlafen, um sich meinen Hintern anzuschauen, wenn ich zur Tür ging. Ich seufzte und ging letztendlich zur Tür. “Guten Morgen, wie bestellt ihr Frühstück”, sagte die junge Frau lächelnd und achtete gar nicht auf meine Kleidung. “Am anderen Zimmer macht niemand auf, soll…” “Ist schon gut, lassen Sie alles hier”, meinte ich zuvorkommend und zog den Wagen in unser Zimmer. “Dankeschön “, sagte ich noch kurz ehe ich die Tür zumachte und alles in Richtung Tisch schon. “Aufszehen du Schlafmütze!!”, sagte ich nun echt laut und rüttelte Svejn durch. Wieder bekam ich ihn nicht wach. “Hm”, sagte ich nachdenklich und fing dann einfach an, den Tisch zu decken. Endlich raschelte es im Bett. War er nun aufgewacht?


    Svejn
    Ich rollte mich auf die Seite des Bettes an der mir das Sonnenlicht direkt ins Gesicht schien, meine Hand bedeckte sie daraufhin gleich wieder. Nur langsam kam ich mit in Watte gepacktem Kopf nach oben - da bahnte sich doch jetzt nicht eine Erkältung an?! Nachdem sich meine Augen langsam anpassten, blinzelte ich in Richtung Verena. “‘Tschuldige eigentlich sollte ich das wohl machen.”
    Ich war jetzt einfach nur froh das diese Schichten für den Moment ein Ende hatten, dafür hatte ich in den nächsten zwei Wochen keine Führungen zu machen. Eigentlich auch wieder schade, die Bedienung hier im Hotel genoss ich dann doch ganz gern. Da mir ein kühler Wind um die Beine wehte, zog ich eine Jeans über die Boxershort. Gemeinsam ließ sich der Tisch wesentlich schneller decken als allein. Gerade als ich allerdings genüsslich vom Brötchen abbeißen wollte klingelte mein Handy, ich schaute müde in Richtung des Bettes. Beschloss für den Moment nicht ran zu gehen. Als dann allerdings noch dreimal angerufen wurde, machte mich das stutzig. Dort auf dem Display meines Handys stand “Alisdair”
    Äußerst verwundert nahm ich an “Al, was ist los?” “Svejn, Moon hat schon wieder eine heftige Kolik, wir haben den Tierarzt schon gerufen, er ist hier - kannst du kommen? Es sieht nicht gut aus!” Ich hielt die Luft an, wenn Alisdair sagte es sah nicht gut aus, dann war es das tatsächlich. “Natürlich!”
    Ich drehte mich um, mein Handy war laut genug gewesen - Verena hatte schon fast alles wieder auf den Wagen geräumt. “Dafür lass ich das Essen auch erstmal stehen - wie lange brauchen wir zum Hof?” “Wenn ich rase noch eine dreiviertel Stunde.” Innerhalb der nächsten Viertelstunde packten wir, checkten aus und verabschiedeten und von Kyle. Im Kopf hatte ich schreckliche Szenarien - war jetzt der Moment gekommen den ich die ganze Zeit gefürchtet hatte?




    [​IMG]


    20.02.16
    Moonlight Shadow | Euthanasie

    Auf dem Rinderhof angekommen wurden wir nicht von Svejn sondern einem älteren Herren namens Alisdair begrüßt. “Hab den Besitzer schon informiert wir fangen ohne ihn schon an, sieht nicht gut aus.” Er sah mitgenommen aus, und erklärte mir das es diesmal schon recht schlimm ist. "Wir haben immer mit ihm gegen die Koliken gekämpft. Aber diesmal erscheint es mir viel viel schlimmer. Alle Erstmaßnahmen die wir normalerweise ergreifen um die Schmerzen erträglicher zu machen, hatten diesmal keine Wirkung gezeigt." sagte der Mann und setzte sich mit verzweifelten Gestiken neben Moon ins Heu. Simon hatte die Rolle der psychologischen Betreuung übernommen und suchte das Gespräch mit Alisdair. Somit hatte ich freie Bahn um mir ein Bild von der Situation zu machen um entsprechend zu handeln. Ich versuchte mich Moon langsam zu nähern, aber er beachtete mich kaum. Er war zu sehr damit beschäftigt sich abwechselnd herum zu wälzen und sich in Hundeposition hin zu setzen. Sofort kontrollierte ich seine Vitalzeichen. "Du armer Kerl" sagte ich als ich seine Blutdruck und seine Pulsergenisse ansah. Für so Werte muss man schon sehr starke Schmerzen haben. "Komm kleiner, ich lass dich nicht mehr Leiden. Ich hoffe aber du kämpfst, du schaffst das schon". Ich setzte ihm einen Venenkatheter, somit konnte ich ihm sofort starkes Schmerzmittel, direkt in die Vene verabreichen. Das Schmerzmittel wirkte schon nach kurzer Zeit und ich nutzte die Gelegenheit um den Hengst weiter zu Untersuchen. Seine Augen sowie Zahnfleisch waren stark errötet und auch seine Atmung schien im weiter schwer zu fallen. Nach circa zehn Minuten, plus verabreichnung weitere Schmerz und Beruhigungsmittel ging es mit dem wälzen weiter.

    Svejn
    Als wir den Wagen auf dem Hof parkten war der Tierarzt bereits da, sie standen auf dem abgesteckten Stück Paddock von Stormi und Moon, letzterer lag auf dem Boden. Alisdair, eine Frau und offensichtlich ein Helfer standen um den braunen Hengst herum. Wir begrüßten sie,Verena war bereits vollkommen aufgelöst, als sie den Hengst sah. Auch mir steckte ein riesiger Kloß im Hals, gemeinsam begaben wir uns auf den Paddock, hielten Stormi davon ab zu dem kranken Moon zu wollen. Er schien zu wissen das nichts in Ordnung war.


    Alisdair und Simon waren mittlerweile wieder zu uns gestoßen. Svejn der gerade gekommen war versuchte Moon zu beruhigen. Wir versuchten alles was in unserer Macht stand um ihn zu fünft wieder auf die Beine zu bekommen, vergeblich.

    Nach über drei Stunden war es soweit. Die Medikamente halfen Moon nur bedingt aber erbrachten keinen Erfolg. Moon und Svejn, sie beide erschienen von aller Kraft verlassen. "Es, es sind drei Stunden um. Das ist das absolute Maximal für solche Schmerzen und zu neunundneunzig Prozent kann man, so leit es mir tut, keine Heilung mehr Erwarten". Nach diesem Satz musste ich erstmal Durchatmen. "Es ist nie leicht für mich eine solch Diagnose stellen zu müssen, vor allem bei einem Pferd was noch viele glückliche Jahre erleben hätte können. Aber ich glaube es ist Zeit über eine Euthanasie, Einschläferung, nach zu denken". Svejn blickte mich und Simon an. "Ich weiß. Simon hatte mit mir über eine solch mögliches Ergebnis gesprochen. Ich hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn ihr meint das es der letzte Ausweg ist ihm zu helfen". Er streichelte Moons stark verschwitztes Ohr und küsste trotzdem seine Stirn. "Möchtest du dabei sein?" frug ich behutsam. Svejn sah hinüber zu Verena zögerte ein wenig bevor er ja sagte. "Als ich ihn nach dem Unglück von Sarah zu mir aufgenommen habe, da habe ich ihm versprochen da zu sein. Was wäre es für ein Verrat diesen Weg nicht mit ihm zu gehen". Knie zittrig stand ich auf und zog die Überdosis von Betäubungsmittel in die Spritze und lief zurück zum Paddock. "Letztendlich ist es immer noch deine Entscheidung. Du darfst dich trotz meiner Diagnostik dagegen Entscheiden". "Nein, ich möchte ihn von seinem Leid erlösen." sagte Svejn und hielt Moons Kopf in seinem Schoss. "Gleich ist es vorbei" flüsterte ich, löste die Sicherung am Venenkatheter und verabreichte ihm das Betäubungsmittel. Es begannen Minuten der vollkommenen Stille, erfüllt mit Trauer, einem Hauch von Fassungslosigkeit aber auch Erleichterung bis Moon langsam zur ruhe kam, nicht mehr hektisch versuchte sich zu drehen und dann seelenruhig seine braunen Augen schloss. Ich ging aus dem Paddock und ließ sie sich alle von ihm verabschieden.

    Somewhere . . . in time's own space, there must be some sweet, pastured place
    Where creeks sing on - and tall trees grow, some paradise where horses go,
    For by the love that guides my pen, I know great horses live again.

    by Stanley Harrison

    Simon und ich blieben noch solange wir konnten auf dem kleinen Hof um weiter Svejn zu betreuen und mit ihmr alles zu verarbeiten. Er blickte jedoch sehr positiv in die Zukunft und sah Moons Lebensende als ein Meilenstein für seinen Neuanfang. "Vielen Dank" sagte Svejn nochmals als wir zum Abschied übergingen. "Viel Glück für die weitere Zukunft und darauf das wir uns für sowas nicht nochmal wieder sehen müssen" sagte ich und stieg dann in das Taxi.

    Er war fort, ich starrte auf den Körper den wir mittlerweile mit einer Plane abgedeckt hatten. Wir hockten auf dem Rand der Badewanne, die als Tränke diente. Stormi ging es ähnlich miserabel wie Verena und mir. Der Hengst stand da, den Kopf nahe des toten Moon, die Ohren ein wenig zur Seite geklappt. Alisdair kam um die Ecke, in der Hand drei Gläser und eine Flasche Whisky “Auf den Schrecken trinken wir einen, auf Moon!” Wortlos nahmen wir die Gläser entgegen, sahen wie die goldene Flüssigkeit hinein gefüllt wurde. “Slainté Moon!” und damit ran das Getränk meine taube Kehle hinab.

    Verena
    Svejn hatte sich endlich dazu bequemt aufzustehen. In einem Moment alberten wir noch herum, sprachen über den vergangenen Abend, über Rougar, den ich sofort kaufen würde, sollte er verkauft werden und und und. Im nächsten Moment stockte mir der Atem.
    Kaum hatte Svejn aufgelegt, sprang ich auf und räumte den Tisch ab.
    “Dafür lass ich das Essen auch erstmal stehen - wie lange brauchen wir zum Hof?”, fragte ich geschockt und fasste mir an den Kopf. Moon würde jetzt doch wohl nicht sterben, er musste das schaffen!
    “Eine Dreiviertel Stunde brauchen wir bis zum Hof”, sagte Svejn mir noch, doch ich bekam das gar nicht mehr mit, da ich so mit packen beschäftigt war, bis mir auffiel, dass ich keiner Hose anhatte. Ich kramte ohne Worte in der Tasche des jungen Mannes, in der ich auch eine Jogginghose fand. Schnell zog ich sie an, ehe wir den Rest des Zimmers räumten, auscheckten und zum Auto rannten.
    Am Hof angekommen fing der Horror erst an. Cooper und Simon, wobei ich letzteren kaum kannte standen bei Moon und kämpften lange um sein Leben, bis sie es schließlich aufgeben mussten. Nun konnte ich auch meine Tränen nicht mehr zurück halten. Zunächst schluchzte ich leise, versuchte es unauffällig, ehe Svejn mir einen traurigen Blick zu warf und ich mir die Hand vor den Mund presste, um nicht zu schreien. Ich hatte noch kaum ein Pferd sterben sehen und bei meinem zarten Gemüt war ich auch jetzt total am Boden zerstört. Svejn kniete sich zu Moon, nach anfänglichen Zögern gesellte ich mich zu ihm, streichelte den Hals des braunen Hengstes und flüsterte ihm etwas ins Ohr, was Svejn entweder gar nicht, oder nur teilweise hören konnte. “Bald bist du wieder mit Sarah zusammen, mein Freund. Richte ihr aus, dass ich sie schrecklich vermisse. Versprich mir dass du auf sie aufpasst, egal wo ihr euch wieder seht”, flüsterte ich und war nun mehr am weinen als Svejn. Mich verband einfach mehr mit diesem braunen Hengst als Svejn je verstehen würde. Vielleicht bildete ich mir auch zu viel darauf ein, aber Sarah war eine sehr gute Freundin gewesen, die ich leider viel zu wenig besucht hatte.
    Nun lag Moon also da.. Der Tod hatte ihn schneller eingeholt als er es hätte sollen. Der ältere Mann von Svejns Hof, dessen Name ich vergessen hatte bedeckte den leblosen Körper mit einer Plane, während ich zu meinem Stormi ging und ihm die Arme um den Hals legte. “Ist gut mein Großer”, schluchzte ich und sah dann zu Svejn und dem Mann, der mit Gläsern und Whiskey zu uns kam. “Auf Moon”, wiederholte ich seinen Satz und trank mein Glas aus, ehe ich es mir erneut füllen ließ. Heute würde ich mich nur noch betrinken.


    Svejn
    Wir blieben nicht lange auf der Badewanne sitzen, Alisdair hatte sich verabschiedet, uns dabei die Whiskyflasche stehen lassen. Irgendwann hatte ich die fassungslose Verena mitgenommen,an der Schulter haltend, ihre Tränen hatten mich angesteckt -auch mir rannen ein paar Tränen die Wangen hinab. Verena und ich unterhielten uns nicht,wir hockten auf dem Bett, leicht fassungslos die Gläser nachfüllend. Als es an der Tür klopfte bewegte sich niemand von uns, mittlerweile saß Verena nicht mehr, ihr Kopf lag auf meinem Schoß. Es klopfte erneut, dann erklang die Stimme von Alisdairs Frau: “Ich hab euch etwas Mittag gemacht, Sandwiches, Kuchen und etwas Saft. Ich lass es vor der Tür stehen.“, die trippelden Schritte entfernten sich.
    Ich bettete Verenas Kopf auf das Kissen, huschte zur Tür. Aller Trauer zum Trotz herrschte in meinem Magen gähnende Leere, das Essen mochte nicht zu füllen was Moon hinterlassen hatte. Aber wozu zwei leere Stellen bestehen lassen? Der kleine Korb war sorgfältig mit einem Tuch abgedeckt, ein Schmunzeln huschte über meine Lippen. “Lass uns etwas davon Essen.“ Ermutigend hielt ich ihr ein Sandwich entgegen.



    Verena
    Nach einer Weile gingen wir ins Haus. Zusammen setzten wir uns aufs Bett, wo wir weiterhin unsere Gläser nachfüllten. Ich war nicht betrunken, jedoch merkte ich den Alkohol sehr gut, denn mein Blick schien sich ein wenig zu trüben, was aber auch an meinen aufgequollenen, verheulten Augen selbst liegen konnte. Mittlerweile lag ich mit meinem Kopf auf Svejns Schoß, unbewusst, so glaubte ich zumindest, hatte er sich nach hinten gelehnt, seinen Körper auf eine Hand gestützt, mit der anderen fuhr er mir durch die Haare. Als es klopfte, regte sich keiner. Doch nach einer kurzen Bedenkzeit stand Svejn auf, legte meinen Kopf auf ein Kissen und ging zur Tür. Ich richtete mich auf, leerte mein Glas und schaute zu ihm herüber. Kurz wischte ich über mein Gesicht, ehe ein kleines Lächeln über mein Gesicht huschte. “Ich habe riesen Hunger”, merkte ich beiläufig an. Der Alkohol sättigte nicht, und je weniger feste Nahrung ich im Bauch hatte, desto schneller würde ich besoffen sein. Das war zwar eigentlich mein Ziel, aber nicht schon am Nachmittag. Viel lieber würde ich mich einfach auf meinen Stormi schwingen und über die Felder jagen. Aber das konnte ich Svejn wohl nicht zumuten- Stormi wollte ich auch nicht von Moon wegholen, er sollte sich noch in Ruhe verabschieden.
    “Danke”, murmelte ich, als Svejn mir schließlich das Sandwich reichte. Ich biss rein und im Nu war es verschwunden- so groß war mein Hunger also. Auch stieg ich von Whiskey zu Saft um, da der mir wohl viel besser tun würde, als der Alkohol. Auch Svejn schien sich zu überlegen, auf Saft umzusteigen, doch noch zögerte er und schaute zwischen dem Alkohol und dem Nicht-Alkohol hin und her. “Nimm den Saft”, sagte ich leise und schaute ihm zu, wie er zu erst zu mir, und dann zum Saft sah, ehe er sich ein Glas nahm. “Tut uns beiden glaube ich jetzt gut”, merkte ich an, ehe ich ein Stück vom Kuchen aß.
    Wir konnten nicht den ganzen Tag hier herum sitzen und nichts tun, Moon war fort, wir waren noch hier, also sollten wir um Moons Willen auch etwas mit unserem Leben anfangen. “Was sollen wir heute noch machen?”, stellte ich ihm die alles entscheidende Frage. Entweder hatte ich den richtigen Zeitpunkt gefunden, nach so etwas zu fragen, oder ich war mit der Frage zu früh und er würde mich gleich einfach verständnislos anschauen.


    Svejn
    Ich fischte mein Handy aus der Taschehielt es nach oben “Ich werde Google fragen ob jemand in der Nähe ein Krematorium besitzt.“ Verena schaute verwirrt drein “Wozu?“ “Zum Abdecker kann ich Moon einfach nicht bringen. Es war Brauch das Herr und Pferd gemeinsam begraben werden, ich habe vor Moons Überreste an das Grab von Sarah zu bringen. Dann hat es seine Seele leichter über den Bifröst zu ihr zu reisen.“ Vielleicht würde sie meine Wege nicht verstehen,aber ich wusste das auch Sarah diesem Pfad gefolgt war -es war nur Recht Moons Seele bei seiner Reise zu unterstützen. Leicht lächelte ich, im Inneren spürte ich das dies der richtige Weg war. Tatsächlich gab es ein Krematorium in Edinburgh das auch Hunde und Pferde einäscherte. Ein kurzer Anruf genügte “ In zwei Stunden kommen sie Moon holen. Was hälst du von einem kleinen Austritt? Thjalfe ist stark genug uns beide zu tragen.“ Stormi sollte in Ruhe um seinen Freund trauern können.


    Verena
    So ganz verstand ich seine Vorgehensweise mit Moon zwar nicht, aber wenn das hier so Brauch war, dann war ich die Letzte, die etwas dagegen sagen würde. Als er meine Gedanken aussprach, nickte ich nur. “Thjalfe kenn ich ja noch gar nicht, Zeit ihn kennen zu lernen”, murmelte ich und ein kleines Lächeln legte sich auf meine Lippen. Ich zog mir kurz meine Reitklamotten an, ehe auch Svejn sich umzog und wir zusammen zu dem Kaltblut gingen, wobei wir einen großen Bogen um Stormi und Moon machten. Jedoch konnte ich es mir nicht verkneifen, einmal kurz hinzusehen.
    Stormi stand neben Moon und stupste ihn immer wieder an. Kurz seufzte ich und musste mich wirklich gut zusammen reißen, dass ich nicht schon wieder losheulte. “Hallo Dickerchen”, sagte Svejn auf einmal und riss mich aus meiner Trance heraus. “Das ist also Thjalfe”, schlussfolgerte ich und streichelte die Nüstern des Kaltblutes. “Wie groß ist der denn?”, warf ich in die Runde und sah Svejn überlegen. “Der müsste um die 1,62m groß sein”, antwortete er mir und ich nickte. Zusammen putzten wir schnell über, ehe Svejn ihm eine schicke Westerntrense anzog und sich auf den Rücken des Braunen schwang, ehe auch er mich hinaufzog. Man meinte es nicht, aber der junge Mann hatte sehr viel Kraft… So saß ich also hinter ihm und hatte meine Arme um seine Hüfte gelegt, damit ich mich festhalten konnte. Unser Weg führte uns eine gute Stunde rund um seinen Hof. Wir mussten ja noch früh genug zurück sein, wenn die Leute vom Krematorium kamen. Thjalfe schickte sich richtig gut, so dass wir auch ein kurzes Stück galoppieren konnten, ehe wir uns auf den Rückweg machten, den Hengst wieder zurück stellten und gerade fertig waren, als die McGregors vom Krematorium ankamen.


    Svejn
    Es brauchte eine ganze Weile bis der tote Pferdekörper auf dem Hänger platziert war. In anbetracht der Tatsache das die McGregors
    keine weiteren Termine hatten wollten sie die Asche gegen Abend abholen kommen. Wehmütig sah ich dem Hänger nach, Stormi wieherte und rannte auf dem Paddock auf und ab. Verena konnte ihn nicht beruhigen,selbst Bucksließ sich von der Aufregung anstecken,zeigte sein seltenes Wiehern. Da wir nichts mit uns richtig anzufangen wussten, machten wir nahezu schweigend die Paddocks sauber, fütterten und tränkten die Pferde. Ein Plan nahm in meinem Kopf Gestalt an,den ich gern mit Verena besprechen wollte. Nach der harten Arbeit zogen wir uns in mein Häuschen zurück, kochten uns ganz einfach Bratkartoffeln. Da ich nicht wollte das dies ebenso schweigend von statten ging wollte ich den Plan ansprechen,doch über meine Lippen kam etwas anderes. “Stäbchen ziehen oder einigen wir uns einfach drauf das du zuerst duschen gehst?“


    Verena
    Schweigend sah ich zu wie sie Moon wegbrachten. Mit aller Mühe konnte ich Stormi beruhigen, ehe wie die Pferde fertig machten und dann ins Haus gingen, wo wir uns etwas zu essen machten. Als Svejn mich nach dem Duschen fragte, antwortete ich : “Geh du zu erst, du brauchst nicht so lange, ich spül in der Zeit das Geschirr ab.”
    Er nickte und verschwand, nachdem wir fertig mit essen waren, im Bad. Freilich dauerte es nicht lange bis er fertig war und ich duschen gehen konnte. Ich hatte mich im Zimmer schon bis auf die Unterwäsche ausgezogen. Das Handtuch griffbereit auf dem Bett.


    Svejn
    In Ermangelung mehrerer Handtücher musste ich auf das für die Haare verzichten. So hingen sie mir auf der Brust, trotz des abrubbels spürte ich die Nässe herunter tropfen. Trottel der ich war hatte ich keine Ersatzkleidung ins Bad genommen,normalerweise brauchte ich das ja auch nicht zu tun. Also stand ich mit dem nassen Handtuch um die Hüften im Türrahmen. Das Geschirr war abgewaschen, eine mir den Rücken zugekehrte Verena stand an der Couch ihre Sachen halb darauf verteilt, offensichtlich hatte sie das Handtuch ganz unten in der Tasche gehabt. Im Grunde hätte ich also doch meinTuch für die Haare nehmen können. Verena schien gerade an ihrem BH herum zu werkeln. Da ich nicht wusste wie mir geschah,befand ich mich plötzlich bei ihr,schob ihre Hände aus dem Weg. Das war nicht gut,gar nicht gut! Ich hatte mir fest vorgenommen nicht zu tun wonach mir gerade der Sinn stand. Aber war das nicht nahezu eine Einladung? Schließlich hätte sie sich auch im Bad umziehen können!
    Mit trockenen Mund,öffnete ich den Verschluss, sah wie röte ihre Wangen hinauf fuhr. Mit eisiger Willenskraft hielt ich mich zurück, sie war nicht irgendein Objekt meiner Begierde,ganz gleich was andere taten, es schickte sich einfach nicht. Ich war nie einer der Kerle gewesen,die Frauen ausnutzen,aber was tat ich hier dann? Gefühle spürte ich für sie nicht,oder belog mich mein Hirn am Ende? Obwohl ich den Träger nur zu gern von ihren Schultern gezogen hätte,trat ich energisch einen Schritt zurück - nicht weit genug. “‘tschuldige“ rasselte meine Stimme, innerlich schlug ich mir auf den Hinterkopf.


    Verena
    “Wo hab ich denn bloß mein Handtuch…”, murmelte ich und stellte meinen Koffer auf den Kopf. Alles, was mir im Weg zu sein schien, verteilte ich großzügig auf der Couch. “Seltsam…”, murmelte ich ehe ich einen erfreuten Ton meine Lippen verlassen ließ. “Da ist es ja”, lachte ich frôhlich und schaute zum Bad, dessen Tür noch immer geschlossen war. Nun fing ich an, an meinem BH Verschluss herum zu werkeln, ehe mich jemand, naja, es müsste Svejn sein, am Rücken berührte und mir anscheinend helfen wollte. Ich zuckte heftig zusammen und griff instinktiv da hin, wo seine Hand bis eben noch gelegen hatte. Er murmele eine Entschuldigung, doch ich nickte nur ab. “Kein Thema.. Aber…”, ich ließ den Satz offen, schnappte mein Handtuch und die Klamotten in verschwand im Bad.
    Langsam ließ ich mich an der Tür des Badezimmers hinabgleiten, ehe ich meinen Kopf auf den Händen abstützte und kurz seufzte. Mein Tatendrang vom letzten Mal war verschwunden und auch die Sache mit Moon ging mir sehr nahe, weshalb ich keinen Gedanken an so etwas verschwendet hatte. Ich rappelte mich nach einer Weile auf, duschte und ging dann schließlich schweigend wieder ins Zimmer, wo ich meine Sachen vom Sofa aufräumte.


    Svejn
    “Ignoranter Arsch!“ schollt ich mich selbst. Schnell zog ich mich an,schaute in den Kühlschrank wirklich viel an Essen war nicht mehr da,auch das Wasser neigte sich dem Ende.Um den Kopf frei zu bekommen schrieb ich Verena schnell einen Zettel das ich Einkaufen fuhr, legte ihn dann auf ihre Sachen auf der Couch dort würde sie den nicht übersehen.
    Das Einkaufen dauerte seine Zeit, da erhielt ich den Anruf der McGregor Brüder. Da ich schon in Inverness war konnte ich die Asche gleich mitnehmen. Wortlos wurde sie mir übergeben,die Rechnung erhielt ich später per Post. “Ich danke ihnen!“. Etwas geistesabwesend strich ich über die silberne Urne,lächelte er würde an einem guten Ort sein. Mit den Einkäufen im einen Arm und der Urne im anderen Arm, klopfte ich fast drei Stunden später an die Tür. Es roch herrlich nach Essen,verwirrt sah ich zu Verena “Du hast gekocht?“ ihr Gesicht war gerötet. Sie schien wieder geweint zu haben. Ich stellte alles auf dem Boden ab,lächelte schaute hinüber zum gedeckten Tisch. “Danke.“


    Verena
    Während ich die Sachen vom Sofa wegräumte fiel mir ein Zettel von Svejn auf, den ich kurz las und schweigend weglegte. Kurz seufzte ich, ehe ich versuchte die Tränen zu unterdrücken, was aber nicht recht klappte.
    Schließlich zog ich mich an und schaute dann in den Kühlschrank, in dem noch Eier und Toasts lagen. Ich nahm beides heraus, schlug die Eier auf einen Teller und wendete die Toast darin. Dann streifte ich etwas Butter in eine Pfanne und legte die Toasts hinein. Ich wusste nicht ob er Arme Ritter kannte, falls nicht würde er sie kennen lernen.
    Nach einer Ewigkeit kam er dann wieder, um einen Arm den Einkauf, im anderen Arm die Urne. Ich lächelte nur kurz und nickte. “Kennst du arme Ritter?”, fragte ich und er verneinte. “Zeit, dass du sie kennen lernst”, lächelte ich und drückte ihm Teller und Besteck in die Hand, womit er den Tisch deckte. Ich brachte die Toasts auf den Tisch und verteilte sie auf unsere Teller. Nachdem er ein wenig gegessen hatten fragte ich: “Und?”


    Svejn
    “Ungewöhnlich, aber es schmeckt wirklich gut. Bewundernswert das du aus den Resten überhaupt was essbares zu stand bekommen hast.” Ich aß langsam um nicht sprechen zu müssen was in Anbetracht der derzeitigen Situation auch nicht gerade hilfreich war. Beim letzten Mal war ich mir meiner Sache sehr sicher gewesen, auch als ich Verena eingeladen hatte hier her war ich ohne Zweifel. Jetzt jedoch beschlichen mich Zweifel. Eigentlich hatte ich fragen wollen ob ich sie zurück auf die Ranch begleiten könnte. Dort wollte ich ihr helfen mit den Pferden, selbst etwas von ihr lernen und natürlich ein wenig zu Pferd die Gegend erkunden. Auf dem amerikanischen Kontinent war ich lang nicht mehr gewesen, schon gar nicht mit Pferd. Es war nicht Recht, irgendwie wollte ich zu gern die Zeit zurück drehen möglich war dies allerdings nicht mehr. “Hör zu, ich...ich hätte dich vorhin da nicht in eine solche Situation bringen sollen. Das war ein Fehler von mir den ich nicht bedacht habe.” Die richtige Aussage wäre gewesen das ich selbst überaus verwirrt war, ich wusste nicht wie ich unsere Situation einordnen sollte.


    Verena
    “Das hat meine Oma früher immer abends zu essen gemacht. Schnell, einfach und besser als trockenes Brot”, erklärte ich ihm sanft lächelnd und aß dann weiter. Er schwieg, ich schwieg. Nicht so super…
    Aufmerksam hörte ich seinen Worten zu, mit denen er das Schweigen brach. Zunächst sagte ich nichts, ehe ich kurz nickte. “Ist schon okay, denke ich. Ich bin es ja selbst schuld”, lachte ich und legte mein normales Lächeln wieder auf.
    “Was machen wir denn heute noch? Wir haben gleich erst 20 Uhr”, fragte ich ihn und fing an die Teller abzuräumen. Es war doch schwer, als Mann und Frau die Finger voneinander zu lassen, was ich beim Abwasch auch merkte. Ständig berührten unsere Finger sich mehr als eigentlich nötig, auch wenn immer einer von uns die Finger wegzog. Nun hatten wir viertel nach Acht, der Abwasch war erledigt und wir konnten theoretisch zum gemütlichen Teil des Abends übergehen.


    Svejn
    “Ich hab vorhin Moons Asche abholen können, der Friedhof ist nicht weit weg. Ich würde gern die Asche noch dorthin bringen. Vielleicht kannst du meine Beweggründe nicht ganz nachvollziehen, aber ich denke auch für Sarah wäre es wichtig gewesen. In dem einen Besuch in deren Haus habe ich gesehen, das auch sie in irgendeiner Weise den Wegen des Asatru folgte. Zur alten Zeit der Wikinger wurden die Tiere neben ihren Herren begraben, da wir wohl kaum einen ganzen Pferdekörper vergraben lassen können, habe ich mich für die Äscherung entschieden. In der Gruft wird ein Teil von Moons Überresten zusammen mit einem Teil der Haare bei Sarah liegen können, so kann seine Seele über die Sternenleiter leichter zu ihr finden. Ich mag nicht an einen Gott mit langem Bart und einem achtbeinigen Pferd denken, der den Himmel durchstreift, sie sind für mich einfach nur eine Metapher aus dem Sagenbuch meines Glaubens, für die Kräfte um uns herum, die wir nie verstehen werden.” Verena hing an meinen Lippen,sodass ich mir zumindest sicher sein konnte sie nicht allzu sehr zu langweilen. “Es ist nicht weit weg, falls du möchtest könnten wir mit Thjalfe hin reiten - ich weiß nicht wie Straßensicher Stormi ist.” Außerdem dachte ich daran wie aufgeregt der Hengst noch am Nachmittag gewesen war, mit ihm in der Dunkelheit zu reiten wäre vielleicht nicht die allerbeste Idee, aber letztendlich lag die Entscheidung bei Verena. Unser letzter Ausritt war schnell gewesen, bei diesem könnten wir uns Zeit lassen, vielleicht konnte ich ihr die Klippen zeigen. Der Vollmond würde unseren Weg erleuchten, die Klippen besaßen ihren ganz eigenen Charme, vielleicht würde ich dann den Mut aufbringen können sie zu fragen ob sie mich auf der Ranch dulden könnte.


    Verena
    Gebannt hörte ich ihm zu, wollte an Ende noch eine Frage stellen, ehe ich es dann doch sein ließ und über seine Aussage mit Thjalfe nachdachte. “Ich bin Stormi bis jetzt bei mir nur im Gelände geritten, eine Straße hat er nur von Weitem gesehen, und ich denke es ist besser, wenn wir ihn hier in Ruhe lassen.”, murmelte ich und nickte. “Dann lieber Thjalfe”, wiederholte ich seine Aussage und zog mir nur schnell eine Jacke über und ging dann schon raus, um Thjalfe zu holen. Er hatte die ganze Zeit in seiner Box gestanden, weshalb das putzen echt schnell verlief. Dann kam auch schon Svejn mit der Urne und einem Rucksack. Ob er da wohl ein Picknick drin hatte? Ich wollte nicht nachfragen, sondern trenste den stattlichen Hengst, hielt die Urne während Svejn aufstieg und schwang mich dann selbst hinauf. “Soll ich den Rucksack nehmen? Dann klappt das mit dem Festhalten besser..”, fragte ich, doch er schüttelte nur den Kopf. “Wir tauschen einfach”, meinte er lächelnd. Ich grinste kurz, sprang vom Hengst und Svejn rutschte nach hinten. Dann schwang ich mich wieder hoch und es ging los.


    Svejn
    Ich geleitete ihr den Weg, meine Entscheidung sie vor zu lassen bereute ich dann beinahe ein wenig. Mit den Händen wusste ich nicht wirklich wohin,solange wor im Schritt blieben konnte ich sie einfach locker auf meinen Oberschenkeln ruhen lassen,sollte Verena sich für einen Trab entscheiden,sah die Sache anders aus. Trotz des vollen Mondes war die Nacht angenehm mild,es herrschte kein Wind,nur der übliche Nebel lag über dem Land,tauchte die Umgebung in ein mystisches Licht. “Dort an der Straße müssen wir hinüber, die nächste Strecke ist immer links von der Straße. Irgendwann kommt ein großer Stein,dort überqueren wir die Straße erneut. Am Ende des Feldweges befindet sich die kleine Kirche mit dem Friedhof. Dort sind einige Familiengräber alter Familien,schon die Urgroßerltern von Cayden McAlistair sind dort untergebracht. Es ist eine besondere Ehre das auch Sarah und die Adoptivkinder dort sind,manchmal erlaubt dies der Clan nicht. Selber weiß ich das allerdings nicht,selbst nur von Alisdair erfahren.“ Die Straße warum diese Zeit kaum befahren,allerdings blieben wor länger stehen - wir waren nicht durch Reflektoren gekennzeichnet und der Nebel hing mittlerweile tief. Als nichts auf ein Auto hinwiesging es fix hinüber. Thjalfe bewies sich immer mehr als Glücksgriff, mit dem großen Pferd hatte ich wahrlich eine Gute Entscheidung getroffen.
    Am Grab der Familie standen wir still, ich hatte die Urne zweigeteilt, die Asche zusammen mit einem Schopf aus Haaren legte ich zu dem Schild mit der Aufschrift “Sarah McAlistair“, der Rest befand sich weniger glorreich in einer Tupperdose im Rucksack. Wir sprachen keine Worte,jeder hing selbst den Gedanken nach, ehe wir uns zurück zu Thjalfe begaben,der am Tor auf uns wartete,allzu lang wollte ich ihn nicht allein dort stehen haben.
    Um die Klippen zu erreichen mussten wir nur einen kleinen Fußmarsch hinter den Friedhof auf uns nehmen. Es gab keinen Baum,keinen Strauch auf dieser Anhöhe. Mit dem Gedanken das er wohl nicht fort rennen würde entfernte ich die Trense vom Kopf des Hengstes. Das Rauschen der Wellen hatte man bereits am Friedhof vernehmen können,hier war es lauter,doch es übertönte nichtgleich alles. Draußen auf dem Wasser stand der Vollmond am Himmel. “Die Klippen hier haben sicherlich einen Namen,falls ja kann ich ihn dir leider nicht nennen.“sprach ich während der Rucksack sanft auf den Boden angesetzt wurde.


    Verena
    Ich musste wirklich höllisch aufpassen, wenn wir eine Straße passierten. Nicht, weil die Stellen an sich gefährlich waren, sondern weil man einfach nichts durch den Nebel sehen konnte. So dauerte es eine ganze Weile bis zum Friedhof, bei der mich Svejn nicht einmal berührte. Ich schmunzelte kurz und hielt Thjalfe dort an, wo Svejn mich hin dirigierte. Wir Banden den braunen Hengst an der Mauer an und stiegen ab. Als der junge Mann mir von der Geschichte des Clans erzählte, nahm ich mir vor, den alten Mann auf dem Hof danach zu fragen, wieso der Clan die Bestattung im Familiengrab hätte verweigern können.
    Der Prozess verlief schweigend ab, naja so gut wie. Mir kamen zum Schluss hin doch die Tränen, aber auch Svejn nahm das Ganze ein wenig mit.
    Stillschweigend gingen wir dann den kleinen Weg zu den Klippen, nachdem wir den Hengst abgeholt hatten. Dort entfernte Svejn die Trense, was einen skeptischen Blick meinerseits zur Folge hatte, doch der Braune blieb immer in der Nähe. “Wow ist das schön hier”, sagte ich lächelnd und ließ den Wind mit meinen Haaren spielen. Ich drehte mich einmal im Kreis, so dass meine Jacke, welche ich geöffnet hatte, nach oben flog und aussah wie ein riesiges Kleid, was sich durch den Wind aufplusterte. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass Svejn den Rucksack abgesetzt und auch schon ausgeräumt hatte. Er legte gerade eine Decke auf den Boden, als ich zu ihm schaute. “Du hast an alles gedacht”, sagte ich nun wieder glücklicher und ließ mich auf die Decke plumpsen, ehe ich den Mond betrachtete und verträumt in den Himmel schaute.



    Svejn
    Die wärmere Decke ließ sich weitaus schwieriger aus dem Rucksack holen, als sie dann heraus war legte ich sie Verena um die Schulter. Ich kniete mich ihr gegenüber, die Tupperdose auf den Knien fest umklammert. “Ich dachte daran ein paar der Überreste von Moon in die Winde zu verstreuen, kein Pferd sollte gefangen sein, so können wir sie wenigstens im Tode den Winden anvertrauen. In der Tupperdose vielleicht nicht allzu elegant, aber solange es uns nicht stört” Ich grinste etwas, dann half ich Verena auf die Füße. Der Rand der Klippe war nicht weit weg, langsam setzten wir uns dort hin die Beine baumelnd. Mein Herz schlug mir dabei bis hoch zum Hals, Höhenangst vertrug sich nicht ganz mit diesem Vorhaben. Thjalfe kam uns hinterher “Thjalfe, steh!” ich wollte nun nicht den Tod meines neuen Pferdes riskieren.


    Verena
    “Danke”, murmelte ich als er die Decke auf mich legte. Gespannt schaute ich ihm dann zu, wie er eine Tupperdose aus dem Rucksack kramte und mir erklärte, was er damit vor hatte. Ich nickte und wir rutschten nach vorne zu den Klippen. Erst als Svejn Thjalfe anfuhr merkte ich, dass er sich zu uns Gesellen wollte. “Wir könnten uns auf seinem Rücken setzen, ihn ein wenig weiter nach vorne führen und dann die Asche verstreuen, dann ist die Verbindung zwischen uns und den Pferden stärker” schlug ich vor und Svejn nickte. Er gab mir den Zaum mit dem ich den braunen Hengst wieder aufzäumte, ehe Svejn sich auf den Rücken schwang und ich den Hengst näher an die Klippen führte. In einigen Abstand zum Abgrund stellte ich ihn parallel und hielt ihn dann gut fest, auch wenn er keine Anstalten machte sich zu bewegen. “Jetzt bist du dran”, sagte ich seufzend zu Svejn und sah wartend zu ihm nach oben.


    Svejn
    Ich stabilisierte mich auf dem Rücken des Hengstes, griff nach der Tupperdose, die mir Verena reichte. Dann hielt ich ihr meine Hand hin, erst schien sie zu zögern, schwang sich dann aber mit meiner Hilfe auch auf Thjalfe. Dieses Mal saß sie nicht direkt hinter oder vor mir, ich hob sie mir der Einfachheit halber einfach quer auf den Schoß. Mein Blick ging hinaus auf das Meer, hinauf zum Mond während meine Hände den Deckel der Dose zu öffnen begann. “Es soll ja Kulturen geben, die Asche ihrer geliebten Tiere und Vorfahren Essen. Eigentlich ist das verstreuen von Asche wohl auch verboten, aber wer sollte uns schon verraten?” Mein Blick halb nach hinten gerichtet, suchte ich nach Verenas Hand dirigierte sie mit zur Dose.Ich prüfte noch einmal den Wind, wäre nicht sonderlich Vorteilhaft, wenn wir die ganze Asche später selbst ins Gesicht bekommen würden.
    Mir stand der Sinn nach besonderen Worten für Moon, aber mein Hirn schien jetzt wie weg gepustet, mir wollte nichts einfallen. Zusammen entließen wir schlussendlich die Asche in den Wind, für einige Sekunden stand sie in der Luft ehe sie sich verteilte. Meine Lippen verzogen sich zu einem Lächeln “Gute Reise mein Freund.” im Geiste sah ich Moon wie ich ihn von Sarahs Bildern kannte. Muskulös, scheinendes Fell und eine wallend,lockige Mähne wie er mit kräftigen Galoppsprüngen den Bifröst hinauf rannte. Eine milde begann sich über meinen Geist zu legen, im Grunde war es gut das er sich nicht länger zu quälen brauchte. Ich hatte meine Hand auf dem Oberschenkel abgelegt, spürte die Ränder der Dose unangenehm an meiner Hand, noch deutlicher jedoch Verenas Hand auf der meinen. “Irgendwie doch ein wenig unspektakulärer als ich es im Kopf hatte.” flüsterte ich entschuldigend lächelnd. Verena erwiderte nichts, ich sah nur die Hälfte ihres Gesichts wahr in der Dunkelheit, konnte aber das deutliche weiß ihrer Zähne erkennen. Ich schluckte, das Lächeln verschwand von meinem Gesicht als ich sie beobachtete. Mein Hirn kam mir abhanden, sie sah wunderschön aus in diesem Licht und mir kam eine Erkenntnis - sie war mir nicht egal. Trotz der strikten Abneigung gegen jegliche Beziehung, hatte ich es geschafft Gefühle für sie zu entwickeln. So widerholte ich meinen Fehler vom Nachmittag, strich mit der Hand ihren Rücken hinauf, fand meine Hand in ihrem Nacken wieder als ich ihre Haare aus dem Weg strich. Die Tupperdose fiel auf den Boden, ich dankte Thjalfe für sein starkes Nervenkostüm,wünschte es mir auch da mein Atem zitterte als ich Verena in den Nacken küsste. Als sie den Kopf leicht in meine Richtung drehte, legte ich kühn meine Lippen auf die ihren wohlwissend das ich damit einiges zerstören könnte.


    Verena
    Eigentlich hatte ich Thjalfe, den ich ab sofort nur noch Alfi nannte, weil mir sein Name zu kompliziert war, nur festhalten wollen. Jetzt jedoch hielt mir Svejn seine Hand hin, damit ich auch aufsteigen sollte. “Bleibt der auch stehen?”, fragte ich den jungen Mann kurz und er nickte. Also schwang ich die Zügel über Alfis Kopf, ehe ich Svejns Hamd ergriff und er mich hochzog- jedoch nicht vor ihn, sondern auf seinen Schoß.
    Gerade als ich ihn skeptisch anschauen wollte, klackte die Dose und forderte meine ganze Aufmerksamkeit. “Machs gut….”, murmelte ich, als Svejn die Asche in die Luft streute. Auf seine Aussage mit dem Verbot reagierte ich gar nicht, da das Rauschen des Meeres mich zu sehr ablenkte. Deshalb merkte ich auch gar nicht, wie Svejn mit seiner Hand meinen Rücken hinauf fuhr und mir die Haare aus dem Nacken strich. Erst als die Tupperdose auf den Boden fiel, zuckte ich zusammen und schaute in seine Richtung. Ohne es vorher anzukündigen, okay er hatte mich vorher schon in den Nacken geküsst, drückte er seine Lippen auf die Meinen. Von da an Ständen meine Gedanken Kopf. Erst nach ein paar Sekunden, die Svejn wohl zum Verzweifeln brachten, erwiderte ich seinen Kuss leicht. Nach einer Weile immer fordernder, wobei ich gar nicht bemerkte, dass Alfi den Kopf zum Fressen gesenkt hatte und ich immer weiter herunter rutschte. Natürlich hielt ich mich so lange an Svejn fest wie ich konnte, ehe wir beide mit einem rumsen auf dem Boden landeten. Alfi hob nur den Kopf und ging einen Schritt zur Seite, fraß dann einfach weiter. Stockend atmete ich, während ich Svejn betrachtete, der etwas verwirrt über mir lag und sich zu überlegen schien, ob er mich nochmal küssen oder aufstehen sollte.


    Svejn
    Aufstöhnend gruben sich meine Hände linksund rechts von Verena in die bröckelige Schicht aus Stein und Erde,mein Kopf blieb an ihrem Schlüsselbein vergraben. Im fallen oder eher als wir den Hals von Thjalfe hinab rutschten hatte sich unsere Lage geändert, Verenas Knie erkundete dabei Regionen die äußerst Schmerzhaft waren. “Willst du Rührei aus mir machen?“ grunzte ich im Laut des Schmerzes, wenn ich es auch mit Humor nahm. “Oder ist das deine Rache?“ sie hatte meinen Kuss erwidert,wieso sollte sie dann Rache üben sollen? Da sie keine Antwort gab sondern einfach nur zu lachen anfing,wusste ich das sie mir meine Kühnheit nicht böse nahm. Ich strich mir selbst ein paar der Haare aus dem Gesicht, richtete mich langsam auf und half anschließend auch Verena auf -schwungvoll. Ihre Arme waren zwischen mir und ihr eingeklemmt “Lass uns zurück nach Hause,meine Finger werden klamm außerdem…“ flüsterte ich,ließ den Satz dann jedoch unausgesprochen,schenkte ihr nur einen weiteren kurzen Kuss auf die Lippen,ließ sie unbefriedigt stehen und lachte als ich ihr enttäuschendes Gesicht sah. Mit fahrigen Fingern warf ich die Decke auf Thjalfes Rücken den Rucksack nahm ich vorn an der Brust und zog mich wieder auf den Rücken. “Starrst du weiter Luftlöcher oder kommst du?“


    Verena
    Völlig perplex zog ich mein Bein unter seinem Körper weg. “S.. Sorry”, murmelte ich und versuchte unter ihm aufzustehen, ehe er noch etwas sagte, auf das ich nur kurz lachte und ansonsten den Blick schweifen ließ. Alfi stand noch immer da wo er eben gestanden hatte, was sehr gut war. Nun stand Svejn endlich auf und zog mich gleich mit hoch, klemmte jedoch meine Hände zwischen seinem und meinem Körper ein, ehe er mich kurz küsste. Genau dann, als ich den Kuss erwidern wollte, machte er einen Schritt nach hinten. Schmollend blieb ich stehen und sah ihm zu, wie er Alfi die Decke auf den Rücken warf. Mein Blick war derweil wieder aufs Meer gewandert, es war so schön hier, fast noch schöner als in Kanada. “Starrst du weiter Luftlöcher..”, hörte ich Svejn sagen, ehe ich mich umdrehte und zu Alfi ging, auf dessen Rücken ich mich dann auch schwang. Dieses Mal saß Svejn vorne, so dass ich mich an ihm festhalten musste, um nicht herunter zu fallen denn der Nebel hatte sich etwas gelichtet und wir könnten ein kurzes Stück traben. Trab war immer noch meine schwächste Gangart, weshalb ich mich ordentlich an dem Mann festhalten musste, um nicht von Thjalfes schwungvollen Trab heruntergeschmissen zu werden.
    Am Hof angekommen stellten wir Alfi weg, schauten kurz nach Stormi und gingen wieder in die Wohnung, wo es wohlig warm war. Dann schaute ich grinsend zu Svejn, ehe ich auf eine Reaktion von ihm wartete.


    Svejn
    Alisdair schien wieder den Kamin angeworfen zu haben, denn nur dann war mein kleiner Bungalow wirklich so warm, die Heizung reichte dafür nicht. Morgen müsste ich ihm dafür unbedingt danken. Jetzt jedoch sah ich zu Verena, die mich aufmerksam beobachtete, sie schien etwas zu erwarten. In dieser Haltung erinnerte sie mich an eine Löwin auf der Jagd, die ihre Beute mit festem Blick fixierte um keine Reaktion von ihr zu verpassen. Notorisch langsam zog ich mir die Schuhe von den Füßen, die zwei Schichten Jacken aus und den Rucksack natürlich auf den Boden zurück.
    Erst dann trat ich auf sie zu, küsste ihr wieder den Nacken, die Lippen. Im Grunde sollte ich hier stoppen, denn wohin es führen würde war uns beiden Glasklar. Verena schien mich jedoch nicht abwenden zu wollen, während sich meine Hand unter ihr Shirt schob. “Würdest du mich…” ein weiterer Kuss auf ihre Lippen unterbrach mich wieder “ mit zu deiner Ranch nehmen?” die Frage, die mir den ganzen Tag durch den Kopf gegangen war lag mir nicht länger ohne unterlass auf der Zunge. Sollte sie mich wirklich bei sich haben wollen, konnte es vielleicht zu Problemen kommen.


    Verena
    Erst als Svejn sich langsam auszog, spürte ich die wohlige Wärme, die in dem Bungalow herrschte. Auch ich zog meine Stiefel und die warme Jacke aus und beobachtete den jungen Mann dabei, wie er den Rucksack wegstellte und auf mich zu kam. Als er meinen Nacken küsste, zog ich instinktiv die Schultern hoch. Ich hasse das. Mein Ärger war aber schnell verflogen, da seine Lippen die Meinen fanden und ich den Kuss sanft erwiderte. Viel zu früh löste er sich von mir, doch seine Hand unter meinem Shirt deutete etwas völlig anderes. Umso verwirrter war ich dann, als er mich fragte, ob ich ihn auf meine Ranch mitnehmen würde. Kurz überlegte ich, ehe ich sarkastisch meinte: “Caleb ist ja jetzt eh weg, Hilfe kann ich gut gebrauchen… Nein… Wie meinst du das?” Sanft legte ich meine Hand auf seine Brust, natürlich über sein Shirt, um ihn ein kleines Stück nach hinten zu schieben, ehe ich auf eine Antwort wartete. Jetzt musste er mir wirklich erklären, wie er das meinte.


    Svejn
    Fieberhaft marterte mein Hirn über eine Antwort, denn da gab es im Grunde ziemlich viele. “Als ich in dieses Land kam war ich verlobt,überzeugt bis zum Winter verheiratet zu sein. Kaum das ich den Fuß auf schottischen Boden gesetzt hatte, fiel alles auseinander. Ich wohne auf einem Rinderhof,lebe in einem Bungalow und meine Pferde stehen auf provisorischen Paddocks. Der Versuch Sarahs Trainingszeug zu übernehmen,ich will nicht sagen das ich komplett gescheitert bin,aber es fehlt mir manchmal einfach an Wissen.“ Meine Hände waren nun vor mir in der Luft, eine legte ich nun in ihren Nacken “Du bist hier aufgetaucht,hast mir dein Wissen und dein Pferd anvertraut..“ hier stockte ich nicht,doch hatte sie mir auch sich selbst anvertraut,viel mehr als ich gedacht hätte. “Würdest du mich mitnehmen,könnte ich an deinem Wissen teilhaben, dir auf der Ranch unter die Arme greifen und nebenbei ein anderes Land zu Pferd erkunden. Ich hasse Schottland nicht,aber im Moment kann ich es nicht als Heimat ansehen. Außerdem..“ Mit der Zunge fuhr ich mir über die vom Reden trocken gewordenen Lippen,die Worte die mir in den Sinn kamen verließen meinen Mund jedoch nicht,nur in meinen Gedanken hallten sie nach.
    Außerdem bist du mir nicht egal. “...fällt mir hier nach Moons Tod wahrscheinlich die Decke auf den Kopf. Ich wollte auf ihn aufpassen und habe versagt.“ belog ich sie und mich selbst. Reine Lüge war e jedoch nicht.

    Verena
    Gebannt hörte ich ihm zu, nickte ab und zu und lächelte sanft. “Pferde zu fliegen ist ganz schön teuer, ich habe Connections bei der Fluggesellschaft, eventuell bekomme ich deine Pferde billiger nach Kanada”, erklärte ich ihm und überlegte kurz. “Einen weiteren Helfer kann ich gut auf der Ranch gebrauchen”, murmelte ich. “Und du wirst dich bestimmt unter den ganzen Leuten wohlfühlen, kennst du eigentlich alle?”, fragte ich dann und er verneinte. “Gut, da wären also Alexis, meine Cousine, sie ist Auszubildende als Pferdewirt in Haltung und Zucht. Sie kümmert sich hauptsächlich um die Stuten und Fohlen, aber auch um die Henhste und trainiert die englischen Reitweisen. Sie erkennst du sehr gut daran, dass sie viel plappert. Dann wäre da Aaron, ein echt netter Bursche. Er trainiert die Pferde in Dressur und Springen, aber auch in Military und Galopprennen. Nun würde ich dir von Caleb erzählen, aber der ist ja zur Zeit weg… Also erzähl ich dir von Aliena. Sie macht eine Ausbildung als Pferdewirtin in Spezialreitweisen Western, weshalb sie auch eher die Westernpferde reitet. Hmm dann wäre da Riley. Er ist noch nicht lange bei uns, wird aber vermutlich bald auch weiter reisen. Wenn du seine Geschichte Geb
    Nauer erfahren willst, frag ihn auf der Ranch selbst danach”, lachte ich und holte mir etwas zu trinken. “Willst du auch?”, fragte ich ihn und er nickte, weshalb ich ihm auch etwas Orangensaft in ein Glas schüttete. Dann wäre da noch Amy Lee. Die haben wir auf einem Turnier kennen gelernt, sie ist ja auch erst 16. auf jeden Fall hilft sie auf der Ranch wo sie kann und geht ansonsten noch zur Schule.”, erklärte ich ihm und knuffte ihn in die Schulter. “Jetzt kommen wir zum spannenden Teil, setz dich lieber, es wird gefährlich “, sagte ich lachend und konnte in seinem Blick erkennen, dass er mir nicht glaubte. “Wir haben außerdem auf der Gips Reminder Ranch 4 Jugendliche aus einem nahen Gefängnis aufgenommen.” Nun klappte seine Kinnlafe runter. “Das musst du mir genauer erklären”, sagte er zu mir und sah mich fragend an. “Ist eine lange Geschichte, aber in Kurzform schnell erzählt. In einem nahe gelegenen Gefängnis konnten sich Ranchbesitzer anmelden, um jugendlichen Straftätern ein befristetes Zuhause zu geben. Sozusagen wenn jemand noch 1 Jahr absitzen muss, kann er 1 Jahr auf eine Ranch gehen, da arbeiten und und und..”, Svejn nickte. “Ich habe 4 aufgenommen. Bellamy, Octavia, Finn und Murphy. Bellamy und Octavia sind Geschwister, die würden wohl von einem Mann bedroht und Bellamy schoss auf ihn. Genaueres weiß ich nicht, auf jeden Fall sind die beiden dann im Gefängnis gelandet… Bellamy wird schnell aufbrausend… Besonders bei Sachen die seine Schwester betreffen, bleib du als Kerl am Besteb von O weg, wenn du keinen Stress mit Bellamy willst”, erklärte ich ihm lachend. “Dann wäre da noch Finn & Murphy, sie sind beide Diebe. Mit Finn wirst du keine Probleme haben, aber pass mit Murphy auf. Finn und Bellamy hegen einen Hass gegen ihn, nur Octavia scheint ihn gut leiden zu können. Also Merk dir, wann immer Bellamy, Finn und Murphy aneinander geraten, geh sofort dazwischen”, erklärte ich ihm mit Nachdruck. “Noch Fragen zu den Mitarbeitern?”


    Svejn
    Ich musste lachen,nicht wegen der Häftlinge,sondern wieleicht eine einzige Frage uns von dem angebracht hatte was wir vielleicht getan hätten. “Unzählige,aber ich kann sie sicherlich auch beantwortet kriegen wenn ich dich begleite nach Kanada. Die Arbeit auf einer so großen Ranch macht mich neugierig. Das Projekt mit den Jugendlichen ist wirklich gut,bin gespannt ob sie nach dem Jahr nicht wieder rückfällig werden.“ Ich konnte mir vorstellen das gerade den Dieben die Rückfälligkeit schwerer fallen würde. “Auf der Rennbahn hatten wir auch zwei,die durften allerdings nur Scheiße schaufeln. Einer ist irgendwann abgehauen, was aus dem anderen wurde konnte ich nicht verfolgen,da bin ich dann gegangen.“
    Es wurde ein langer Abend den wir vertieft in Gespräche verbrachten, über Kanada,das Ranchleben,Dinge die sie mir unbedingt zeigen wollte. “Es wird sicherlich zwei Wochen dauern bis alles erledigt ist, willst du in dieser Zeit hier bleiben,oder lieber zurück kehren?“ Inständig hoffte ich dabei das sie bleiben würde,eine törichte Art zu denken - es wartete eine ganze Ranch die geführt werden wollte.


    Verena
    Ich nickte. “Ja, die Fragen kannst du auch auf der Ranch noch stellen.”, erklärte ich. “Ja… Ja das mit dem rückfällig werden ist so eine Sache…. Murphy und Finn bleiben noch circa 1 Jahr bei mir, Octavia und Bellamy noch locker 2.. Ist ja als wären sie im Gefängnis und würden ihre Strafe absitzen.. Aber zB Octavia macht sich wahnsinnig gut, sie reitet immer besser”, erklärte ich ihm noch begeistert. “Sie kann sogar schon eine meiner schwierigeren Stuten reiten, Wimpys Little Devil. Der Name sagt alles”, lachte ich und strich mir die Haare aus dem Gesicht.
    Wir redeten noch eine Weile über die Pferde in Kanada, bis er mir dann eine sehr wichtige Frage stellte. “Das kann ich dir jetzt leider noch nicht beantworten, da muss ich erst Alexis anrufen, wie es zu Hause aussieht. Sie waren gestern auf Turnier und jetzt habe ich 2 gekörte Hengste mehr, besonders bei dem Isländer warte ich nur darauf, dass mir die Bude eingerannt wird, der ist nicht nur farblich ein Hingucker, sondern auch von seinem Können her wahnsinnig gut”, erklärte ich lachend und zuckte dann mit den Schultern. “Wie gesagt, da muss ich erst mal mit Alexis reden”, antwortete ich ihm dann nochmal, ehe ich ein paar meiner Sachen schonmal vom Sofa in den Koffer räumte.


    Svejn
    Aufmerksam hing ich an ihren Worten fest,musste dann jedoch ein Gähnen unterdrücken. “Dann lass uns schlafen gehen,die Nacht war kurz und der Tag ereignisreich. Vielleicht schlafen wir dieses Mal länger.“ Auch Verena sah allmählich aus als könne sie ihre Augen nicht weiter aufhalten. “Außerdem kannst du dann morgen Alexis anrufen und fragen ichbin gespannt auf ihre Antwort. Soll ich helfen die Couch frei zu räumen, oder sparen wir uns das ausklappen und du kommst hier her?“ dabei klopfte ich auf die leere Seite der Matratze. Im Grunde schlief ich besser,wenn jemand neben mir im Bett lag, das war die Macht der Gewohnheit, nie hatte ich länger als eine Woche von meiner Ex getrennt geschlafen.Ich zog mir die Hose von den Hüften und das Shirt vom Oberkörper,mittlerweile war mir mehr heiß als wohlig warm,es tat gut aus der Jodpurhose zu kommen.


    Verema
    Ich lachte kurz auf. “Ja, vielleicht schlafen wir heute länger, und besser”, erwiderte ich seine Aussage und überlegte kurz. “Warum sollten wir altbewährtes nicht fortführen?”, lachte ich und zeigte aufs Bett. “Da werde ich wohl schlafen und Alexis morgen in aller Frische und mit guter Laune anrufen”, erklärte ich Svejn und tat es ihm gleich, indem ich mich bis auf mein Top und das Höschen auszog und mich unter die Decke kuschelte. “Gute Nacht”, sagte ich lächelnd und gähnte einmal. “Nacht”, sagte Svejn noch und schlief relativ schnell ein. Auch ich driftete nach einer Weile ins Land der Träume ab, wachte jedoch mitten in der Nacht einmal auf, weil mir zu warm wurde. Grinsend drehte ich meinen Kopf nach hinten. Svejn war in der Nacht auf mich zugerutscht und hatte seinen Arm um meine Taille gelegt. Ich legte vorsichtig meine Hand auf seine, bedacht darauf ihn nicht zu wecken und schlief irgendwann wieder ein.


    Am nächsten Morgen stand ich mit den ersten Sonnenstahlen auf. Langsam befreite ich mich von Svejns Arm, ehe ich aufstand und mein Handy suchte, mit dem ich sofort Alexis anrief. Leise meldete ich mich am Hörer: “Hallo Alexis.. wie siehts aus, hast du was von Caleb gehört?”, fragte ich und hörte ihr zu, ehe meine Stimme ungewollt lauter wurde, fast schrie ich ins Telefon. “Der hat was gesagt?!”, zischte ich und lief nun am Fenster auf und ab. “Und wie soll ich das deuten? Was soll ich denn jetzt machen? Verdammt ich brauch den Idioten auf der Ranch!!”, fluchte ich und hörte, wie Svejn sich aufrichtete. Wie viele meiner Schimpfwörter, die ich alle an Caleb gerichtet hatte, er mitbekommen hatte, wusste ich nicht. “Ich mach jetzt Schluss Alexis, ich melde mich später nochmal. Danke nochmal.” Frustriert ließ ich mich einfach auf die Couch fallen. Ganz gleich, ob ich mich auf meine Klamotten setzte. Hauptsache ich konnte irgendwo draufhauen, was ich auch mit der Couch machte, ehe Svejn meine Hand festhielt und mich fragend ansah.

    Svejn
    “Hey,hey Wildkatze!“ zischelte ich amüsiert als ich aus dem Bett sprang nachdem sie aufgelegt hatte. Erst fing ich die Hand sah sie an “Was ist aus dem Anruf mit guter Laune geworden? Die Couch kann für Caleb nichts, lass sie ganz und erzähl lieber was er gesagt hat.“ Ich hatte fast vergessen wie Impulsiv sie manchmal sein konnte,deswegen schwirrte mir ständig das Bild einer Wildkatze wie dem Löwen durchden Sinn. Entweder würde sie bleiben,oder um alles zu klären vor Fliegen. Allerdings hatte ich nicht das ganze Gespräch mit angehört,sodass ich auch diese Frage an Alexis nicht gehört hatte. Trotzdem sah ich das böse Funkeln in ihren Augen, wütende Tränen sammelten sich in ihren Augen,aber ich wusste sie würden ihre Wangen nie erreichen -nicht deswegen. Ich sah aber auch Enttäuschung,ob wegen sich selbst oder Caleb konnte ich nicht sagen. Diesen Caleb jedoch hatte ich gefressen, mit jedem erwähnen seines Namens wurde mir der Typ unsympathischer.


    Verena
    Als er mich Wildkatze nannte musste ich doch wieder lächeln. “Ich war am Anfang ja auch gut gelaunt, aber als Alexis mir von O’Dell erzählt hat, ist die echt in den Keller gefallen”, schnaubte ich wütend und zog langsam meine Hand zurück. Svejn leistete mir kurz Widerstand, merkte allerdings, dass ich mich beruhigt zu haben schien und ließ meine Hand los. “Caleb hat wohl gesagt, ich sei eh nur wieder nach Schottland geflogen um, halt dich fest: 1. rumzuvögeln, 2. weil ich nichts auf die Reihe bekomme & 3. kommt er erst wieder zurück, wenn ich mich bei ihm für die Backpfeife entschuldige und ihm mehr Geld zahl…”, erklärte ich Svejn und merkte, dass ich wieder wütender wurde. “Bei Gott glaub mir, würde ich den Mann nicht so dringend auf der Ranch brauchen, könnte er mich kreuzweise. Aber er weiß genau, dass ohne ihn das Training ins Stocken kommt und das nutzt er schamlos aus”, knurrte ich und haute wieder auf die Couch, ehe Svejn seine Hand auf meine legte und leichten Druck darauf ausübte, so dass ich sie nicht mehr von der Lehne heben konnte. “Der macht mich einfach fertig”, sagte ich seufzend und sah traurig zu Svejn hoch. “Er ist auch derjenige, der mit den drei Gefängnisjungs gearbeitet hat. Murphy zum Beispiel würde im Traum nicht daran denken, auf Riley oder Aaron zu hören.. die sind ihm einfach nicht stark und dominant genug, verstehst du?”, versuchte ich ihm zu erklären und seufzte wieder. “Ein paar Tage, höchstens fünf kann ich noch bleiben, dann muss ich dringend wieder nach Hause. Ich und vor allem die Ranch kann es sich nicht leisten, sollten Murphy, Finn und Bellamy doch auf die Idee kommen, irgendwas Dummes zu machen…”


    Svejn
    Es war eine aufregende Woche. Nicht nur wegen dem Transport der Pferde den wir organisieren mussten.Dank der guten Kontakte von Verena konnte ich alle meine drei Pferde mit dem Geld des verkauften Autos hinüber bringen nach Kanada. Alisdair war enttäuscht mich gehen zu sehen,trotzdem halfen er und sein Sohn mir beim Abbauen der Paddocks. Die Pferde standen nun in einem Abteil des Rinderstalls.
    Kyle lud uns am vorletztenAbend als Gäste zu einerJagd ein,bei der Verena nochmal die Gelegenheit hatte Rougar zu reiten. Auf Beteuerungen hin versprach er ihr sie zu kontaktieren falls er den Hengst je verkaufte. Mit mir war er ein wenig sauer, aber nicht weil ich so überstürzt ging sondern das ich überhaupt ging. “Mein bester Mann geht mir abhanden! Was soll ich sonst machen. Falls du wieder hier bist ruf mich an.“
    Ich sah mich in dem Bungalow um,sah wie wenig davon am Ende mir gehörte,denn meineganze Habe befand sich in nur zwei Koffern im gemieteten Transporter. Mehr Platz nahm das Zubehör der Pferde ein. Zum Frühstück waren wir jetzt immer bei Alisdair. Es kam nicht nochmal zu einem Kuss,dazu hatten wir einfach viel zu tun.Trotzdem genossen wir die Gesellschaft des Jeweils anderen,schmiedeten Pläne für die Zeit in Kanada.
    “Es ist der letzte Tag,lass uns Stormi und Thjalfe schnappen und einen letzten Ausritt wagen.Falls du möchtest kannst du Thjalfe nehmen,der Große scheint einen Narren an dir zu haben.“ Ein letztes Mal wollte ich durch die Highlands streifen,mich verabschieden. Jetzt gen Ende war ich doch traurig zu gehen.


    Verena
    Ich kam gar nicht mehr hinterher mich bei allen Leuten für ihre Gastfreundlichkeit zu bedanken, da es einfach so unglaublich viele waren. Das Essen bei Kyle war wirklich toll und die Zicke, die nicht reiten konnte, tauchte erst gar nicht auf- besser für sie.
    “Ja, lass das machen, bevor unser Flug nachher geht”, sagte ich und wir machten Alfi und Stormi fertig, ehe Svejn mir noch einmal die schöne Gegend Schottlands zeigte. “Hier ist es wirklich wunderschön”, schwärmte ich von der Landschaft, von der ich mich nur schwer verabschieden konnte, doch die Arbeit rief.
    Wieder am Hof angekommen ging alles sehr schnell. Die Pferde wurden verladen, wir fuhren zum Flughafen, die Tiere wurden sediert, eingeladen und schon ging unser Flug, währenddessen Svejn und ich viel lachten und herumalberten, ehe wir in Kanada landeten und Alexis uns überschwänglich begrüßte. Von nun an fing ein neues Leben an, nicht nur für Svejn, sondern auch für mich und die Ranch.


    Svejn
    Ich war vollkommen in den Bann gezogen vom Flug über den Ozean, machte mir aber auch wahnsinnige Sorgen um meine Pferde. Besonders um Bucks, der Kleine war fast blind und so viel Trubel nicht gewohnt - schon gar keinen Flug!
    Als meine Füße dann in Ottawa kanadischen Boden betraten lag noch Schnee - ich hatte mir ein Land ausgesucht in dem es nunmal einen langen Winter gab, fast wie in meiner ursprünglichen Heimat Island. Wir nahmen die Pferde und einen weiteren besonderen Gast mit entgegen, Alisdair hatte mir Argeirr überlassen. “Der Mistköter mag dich eh mehr leiden als mich, was soll ich sonst mit ihm tun, wenn du nicht mehr hier bist?” waren seine einfachen Worte gewesen. Auch Argeirr schien die Reise überstanden zu haben.
    Nach längerer Autofahrt erhaschte ich einen ersten Blick auf die Ranch, ein ganz besonderer Abschnitt würde nun beginnen!
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  9. Fast zwei Wochen ist Samira nun bei mir, der Hof den ich mir ausgesucht hatte war toll - für mich. Toller Platz, Licht, ein schöner Schrank.
    Pony stand aber buchstäblich im Matsch"paradies".

    Donnerstag ging es dann auf den Hof mit Mama zusammen, bin ja krank geschrieben gewesen. Mama also abgestellt mit den gekauften Gummisteifeln auf den Paddock. Keine 10 Meter gelaufen, zack stecken geblieben und immer weiter gesunken. Die Matschesuppe lief mir von oben rein, also blieb nichts als barfuß wieder zurück. Mum und ich waren uns einig - Pony bleibt da nicht!

    Also den Hofbesitzer von Lotti angerufen, der hatte noch Platz frei. Freitag hatten wir den Hänger schon organisiert und Pony war innerhalb von 1 Minute auf dem Hänger.
    Dann waren wir nach knapp 20 Kilometern im neuen Stall haben sie ausgeladen. Die Gruppe hat sie erstmal in Ruhe gelassen(im anderen Stall wurde sie erstmal über ne Stunde gejagt), sodass sich Pony in Ruhe alles anschauen konnte. Hat sich friedlich wälzen können. Nach zwei Stunden stand sie schon unter den anderen grasend, die auch noch recht neue Tinkerstute scheint ihre Freundin zu werden. Die beiden sind wie Pech und Schwefel bisher :D
    Alles in allem hat mir ihr Verhalten jetzt am Hof gezeigt das sie sich dort deutlich wohler fühlt als auf dem anderen. Da schien sie ständig "unter Strom" war beim putzen unruhiger und immer vor mir am Laufen. Gestern haben wir geputzt um ihre Beine mal weiß zu bekommen und vom festen Schlamm zu befreien, da hat sie ganz entspannt gestanden und geschlafen - sonst kratzte sie oft mit dem Vorderhuf.

    [​IMG]

    Das was an den Beinen weiß ist war alles schwarz vom Matsch, bis dahin stand sie drinen. Der Hofbesitzer von Lotti hat erst nicht geglaubt das sie weiße Beine hat ^^´
    Die Decke ist nur drauf, weil ich gucken wollte ob ich bin 125 cm richtig geschätzt habe :D
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  10. sagte sie und kaufte dem Gaul Lime.


    Wie jetzt wahrscheinlich auch die letzten mitbekommen haben werden - Ravi ist unter die Pferdebesitzer gegangen.

    [​IMG]
    Samira
    2009
    Lewitzermix (ohne Abstammung)
    Rappschecke


    2012 als angeblich angeritten und gefahren 5 jährig gekauft von der Vorbesi, entpuppte sich Samira allerdings als zweijährige Stute. Also wurde mit ihr das Fohlen ABC erlernt, irgendwann anlongiert und sollte 2014 langsam angeritten werden - bis die Besi schwer erkrankte. Bis zum November 2015 hat sie sich nicht durchringen können ihre Samira zu verkaufen, mit nur 20% Lungenvolumen war sie an ein Atmungsgerät gefesselt und natürlich stand Samira nur. Da Pony nicht versauern soll, hat sie die Kleine doch zum Verkauf gestellt. So stieß Ravi auf sie, schaute sie sich an - hat sich auch gleich verliebt. Trotzdem noch ein paar andere angeschaut, aber bei keiner machte es klick wie bei Samira. Gestern haben wir sie nun an den Stall geholt - nicht dort wo ich Lotti als PB hatte.
    Samira steht jetzt in einem schönen Aktivstall, ich hab nen vernüftigen Platz, Licht(!), einen schönen Schrank und Gelände en masse.

    Erstaustattung shoppen hab ich natürlich auch gemacht - heute hab ich bei Krämer ne Longierpeitsche gekauft und natürlich ne Putzbox - das einzige was ich von der Vorbesi mitbekommen hab ist ne Trense und einen Führstrick ^^´
    Bin also fertig mit einkaufen, stiefel zur Kasse und leg die Peitsche auf den Tresen. "Ahh das Pony wird also gefahren!"
    Vorher hatte ich ne Bekannte getroffen und vom ersten eigenen Pony erzählt, muss die gehört haben. Da ich ja Probleme mit den Handgelenken hab ab und an - wollte ich ne leichte Peitsche.
    "Nö gefahren nicht ist doch ne stinknormale Peitsche."
    "Naja aber die Schnur ist ja viel zu kurz!" - da hab ich mich gefragt was sie mit ihrer Peitsche anstellt!? xD

    Nunja, nach dem Einkauf bin ich dann zum Pony um meinen Schrank dann mit einem Schloss auszustatten und die Sachen zu verstauen, die ich schon so gekauft habe.

    Da ich zu Faul bin die Bilder hier hochzuladen -
    https://drive.google.com/folderview?id=0B15UDSjt7Jf-cFphTG9DZWtwTkk&usp=sharing
    Jeder mit dem Link kann sie die Bilder anglubschen :D

    Unter anderem könnt ihr da einen billig baumlosen Sattel sehen - keine ausartende Diskussion drüber. Der ist von mir gebraucht gekauft um sie an einen Sattel zu gewöhnen, sie damit zu longieren und mich das erste/zweite Mal drauf zu setzten. Sobald am Pony anständige Muskeln dran sind kommt da ein vernünftiger Sattel drauf - mit Sattler da ich nicht allzu viel Ahnung davon habe. :D

    Nächste Woche dann darm kümmern das Pass und Eigentumsurkunde auf meinen Namen übertragen wird :D
    Noch Fragen?
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  11. Kitschiger Jahresrückblick auch von Ravi….nebenbei läuft im Fernsehen gerade so eine Sendung was dieses Jahr so war und als Zusammenfassung – ich verpass wirklich viel...ständig xD (LeFloid hat Merkel getroffen?!)

    Dafür leb ich in meiner eigenen Welt,pah!


    Im letzten Jahr wusste ich in dieser Zeit nicht was ich beruflich machen sollte, schickte wahllos Bewerbungen ab, war glücklich in meinem fsj – hasste meine WG in Frankfurt Oder(SO eine Kackstadt!!)

    Im Februar hatte ich dann plötzlich schon meine Ausbildung zur Mediengestalterin in der Tasche, musste mein fsj jetzt plötzlich früher abbrechen. Im März und Mai ging es mit der Gruppe noch auf Seminar, einmal SW Fotografie im ersten Lehrgang und im Mai gab es das ganze dann in der Digitalfotografie. Gleichzeitig hab ich nach 2 Jahren eine Freundin in Paderborn endlich wieder getroffen – wir schreiben Briefe, zusammen Geschichten und sie wurde mir über die Jahre zu einer tollen Freundin! Paddy :3

    Im Juni hab ich das fsj dann mit vielen neuen Eindrücken, Erfahrungen und vor allem auch erwachsener verlassen. Ein Jahr für sich allein Sorgen verändern eben – allerdings war ich ziemlich froh aus dieser dämlichen WG auszuziehen – nicht nochmal xD Ravi ist kein WG Mensch, außer vielleicht mit Freunden. Zu Hause also wieder eingezogen, eine Woche später kam der Entschluss ich brauch wieder eine RB!

    Meine Voraussetztungen:

    - nichts helles (besonders kein Schimmel!)

    - mindestens ab 1,40

    - solide Ausbildung damit ich mich weiterbilden kann



    Was ich bekommen habe im Juli: Schimmel, 1,28 m , von mir nicht reitbar weil COB – klappt ja super mit den Vorsätzen :D


    Im August begann meine Ausbildung mit einem coolen Departement, super entspanntem Team und einer chaotischen Berufschulklasse :,D

    Wie jedes Jahr im März in Leipzig auf der Buchmesse gewesen, im Oktober auf der Frankfurter und im November wieder auf der BuchBerlin – so viele Autorenfreunde wie in diesem Jahr habe ich noch NIE gefunden und ich liebe sie alle so unglaublich, wir sind eine kleine Familie. Mit Pia Kerstin hab ich eine Ziehmamas gefunden irgendwie.

    Mein eigenes Projekt Buch schreitet weiter voran, weshalb ich Joelle immer mehr schleifen lasse ^^´

    Persönliches Highlight war meine Annahme bei TAC – The Asatru Community , als Charter Member, da hier in Deutschland nicht allzu viele ernsthafte Asatru-Zirkel existieren und einige doch ziemlich in die rechte Szene rutschen, davon will ich gar nichts wissen. ò.ó

    Oder viele so pseudo Wikinger werden/sein wollen was eigentlich gar nicht die Aussage von Asatru sein soll ^^´

    Für Bilder bin ich jetzt zu faul....wie schaffen es einige die Bilder aus der Galerie hier hochzuladen? :,D

    In diesem Sinne, frohes neues Jahr :D
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  12. Ich stand, wütend schlug ich mit der Hand gegen mein Lenkrad – hatte die Batterie wieder den Geist aufgegeben? Ich öffnete die Motorhaube, doch der Blick hinein sagte mir nicht viel, von Autos hatte ich mich mein ganzes Leben fern gehalten. Sobald sie rollten machten sie mich glücklich, ich wusste nicht mal mit Gewissheit welche Karre ich eigentlich fuhr. Jetzt wünschte ich mir allerdings mich mal mehr damit beschäftigt zu haben. Da auch mein Handy keinen Empfand hier hatte konnte ich nicht einmal Mr. McConnor anrufen damit er mich abschleppen konnte. Zumindest hatte ich den Wagen noch an den Straßenrand rollen können als der Motor versagt hatte, allerdings stand der Hänger halb auf der Straße. Seufzend machte ich die Tür auf, lud beide Hengste aus und stand da, es waren noch knapp 8 Kilometer bis zum Hof. Ich ließ die beiden am Straßenrand ein wenig grasen, stellte mein Warndreieck auf, schrieb eine kurze Notiz für Leute die vorbei kommen würden. Da mir nicht mehr übrig blieb kramte ich aus dem Hänger die Trense des breiteren Hengstes der den Namen Club can´t handle me trug, der mir als sehr gelassen beschrieben worden war. Mit geschickten Handgriffen konnte ich den Hengst trensen, schwang mich auf den Rücken und nahm Monster Delusion als Handpferd mit – mit diesem Anblick folgte ich der Straße in der Hoffnung auf jemanden zu treffen der vielleicht Starthilfe geben konnte. Die ganze Strecke hier war allerdings nicht sonderlich befahren weshalb der erste Ritt auf Club anders verlief als zunächst gedacht. Mein Glück war das er vollkommen gelassen war, sich nicht von Monster beeindrucken ließ und für mich eine Option ihn vielleicht zu Ameno stellen zu können. Dann müsste der Rapphengst nicht länger allein stehen, wobei allein nicht ganz die richtige Bezeichnung war – er hatte die Rinder.

    Gelassen am langen Zügel zuckelten wir vor uns her „Na wir geben vielleicht ein beschauliches Team ab!“ Wie von mir vermutet dauerte es eine ganze Weile bis uns jemand entgegen kam – leider brauste das Auto an uns vorbei – Idioten! Am Hof angekommen konnte ich die beiden Neuankömmlinge erst einmal in ihrem Anteil unter bringen, bevor ich alle zusammen stellte sollten sie sich etwas an die Umgebung gewöhnen. In den nächsten Stunden brachten wir den Hänger mit dem großen Traktor zum Hof, anschließend meinen Wagen zur Werkstatt. Die Hiobsbotschaft – schrott, das ziehen des Hängers war für den alten Wagen zu viel gewesen. Also ging es mit dem Traktor und einem leeren Anhänger zurück zum Hof. Wütend machte ich mich an meine Arbeit – ein Zaun musste erneuert werden und die Paddocks abgeäppelt. Verena hatte mir Stormi zum Training hier gelassen auch da Moon und er sich so gut verstanden, die beiden Connemarahengste standen gemeinsam mit Bucks und Braum auf einem Areal. Moon konnte ich einfach nicht verkaufen, also besaß ich nun drei Pferde um die ich mich zu kümmern hatte. Während ich den Zaun reparierte ließ ich Monster Delusion und Club auf den Paddock von Ameno, wie erwartet jagte der Rapphengst Monster quer über den Paddock, der breitere Club setzte einmal zum Tritt aus um ihn sich aus dem Weg zu schaffen, bald ließ Ameno von ihm ab. Zumindest hier klappte das Leben, am Halfter führte ich Monster dann zu den anderen vier, wo der schöne DRP Hengst besser hinein passte. Eine Weile blieb ich auf dem Paddock, schwang mich auf den Rücken von Stormi und genoss das ruhige Atmen des Hengstes. Meine Gedanken kreisten umher – waren 4 Trainingspferde nicht etwas viel? Dazu noch 3 eigene Pferde? Jetzt war mein Wagen kaputt, langsam kam ich ziemlich ins Schwimmen mit meinem Geld. Trotzdem verdiente ich eine ziemliche Stange an Geld für das Trainieren der Pferde, aber ein Wagen musste her – wie sollte ich auf Turniere kommen? Da alles Jammern nichts half, schwang ich mich wieder hinunter, nahm meine Handschuhe aus der Tasche und machte mich daran die beiden Paddock zu säubern, danach machte ich mich an die Fütterung, für heute Abend stand noch eine weitere Führung im Museum an – dabei musste ich auf den Bus vertrauen.

    Am Abend kam ich etwas abgekämpft aus meinem zweiten Job, machte eine weitere Runde über den Platz, irgendwie musste etwas anderes her...ein Wagen, ein anderer Ort für die Pferde. Die Litzen waren nicht gerade allzu sicher, aber Holzzäune lohnten nicht schließlich hatte ich nicht vor hier ewig zu bleiben. Jetzt saß ich vor der Anzeige des Hauses plus Hof der Familie McAlistair auf der Isle of Mull. Verena hatte gesagt ich könnte dem Hof neues Leben ein hauchen, aber wollte ich mein Leben hier bei Inverness wirklich aufgeben? Allerdings besah ich mir einige andere Grundstücke hier in der Nähe, die ausreichend sein würden für meine Verhältnisse. Vielleicht sollte ich mich demnächst mal mit der Bank in Kontakt setzten, oder aber mit meiner Familie vor der ich mich die letzten Jahre fern gehalten hatte. Nicht das ich sie nicht mochte, aber über die Jahre hatten wir uns entfremdet. Ich war ziemlich früh freiwillig auf ein Internat um im Turnen auf lange Zeit Erfolg zu haben – dann war ich quer durch Deutschland und Europa gereist bis zu dem Tag meines Unfalls. Die Genesungsphase hatte ich zu Hause verbracht und gehasst – ich war es nicht gewohnt unter dem Dach meiner Eltern zu wohnen, die Fürsorge meiner Mutter hatte mich schier erdrückt. Noch nicht komplett genesen war ich gegangen, hielt seither nur Kontakt über das Telefon. Ich wusste das auf einem Konto meiner Eltern für mich genug Geld schlummerte, um den Traum eigenes Grundstück zu verwirklichen.
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    Glückwunsch für jene die echt alles lesen! Wir hatten unseren Spaß UND wir sind noch nicht mal ganz fertig. Bei Word sind das knapp 29 Seiten :,D


    Verena
    Perplex starrte ich den Hörer in meiner Hand an, aus dem ich eben eine durchaus tragische Nachricht erfahren hatte. "Was ist los, Verena?", fragte mich Octavia und wedelte mit ihrer Hand vor meinem Gesicht herum. "Verena? Hallooo, jemand da?", fragte sie doch noch immer reagierte ich nicht, ehe ich plötzlich flüsterte: "Sie ist tot...einfach tot. Durch ein Gasleck. Sie alle."


    "Verena?!", sagte Octavia dann etwas lauter und schüttelte mich an den Schultern. "Wer ist tot?", fragte sie doch ich antwortete nicht mehr. Langsam bildeten sich Tränen in meinen Augen und liefen meine Wangen herunter. Nun kamen auch Caleb und Alexis hinzu. "Was ist denn hier los?", fragte Alexis und schaute zwichen mir und Octavia hin und her, ehe sie mir den Hörer aus der Hand nahm. "Eine Nummer aus Schottland..", murmelte sie. "Ist was mit Sarah?", fragte sie mich dann, ehe ich endgültig anfing zu schluchzen. "Komm her", sagte Alexis, meine Cousine, zu mir und nahm mich in den Arm, ehe sie Caleb und Octavia aus dem Zimmer scheuchte. "Willst du mir sagen, was passiert ist?", fragte sie mich. Eine ganze Weile schwieg ich, ehe mein Schluchzen nachließ und ich ihr erzählte, was ein gewisser Svejn am Telefon gesagt hatte. "Svejn ist der neue Trainer, er hat einen Ponymix, Braum aus der Zucht von Vina. Er wird sich jetzt auch um Zues kümmern...", erklärte ich. "Sarah und die anderen sind tot.. Ein Gasleck. Sie sind am Abend friedlich eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht..", fügte ich bei und fing wieder an zu schluchzen. "Ich werde Svejn besuchen und auf die Beerdigung fahren. Stormi wird mich begleiten. Schließlich steht Moon noch auf dem Hof, ihm geht es wohl nicht gut. Vielleicht kann sein alter Kumpel ihm ein wenig helfen..." "Okay..", antwortete Alexis. "Wann willst du losfliegen?" "Sofort.", war meinw Antwort und schon ging es daran, die Sachen zu packen. Alexis machte mir Stormi fertig, indem sie ihm Transportgamaschen und eine Decke anzog, ehe sie sein Sattelzeug im Hänger verstaute. Dann wurden alle Mitarbeiter zusammen getrommelt. "Ich werde für einige Zeit nach Schottland fliegen, wenn was ist, meldet euch bitte. Auch, wenn es nur eine dumme und simple Frage ist, auf welche Koppel welches Pferd kommt", erklärte ich und setzte mich ins Auto, ehe es auf den Flughafen ging und von da aus sofort nach Schottland.


    Svejn

    Mit meiner klapprigen Kiste von Auto startete ich zu einer Reise die entscheidender werden würde als der Entschluss nach Schottland zu kommen. Verena die Besitzerin des ängstlichen Zues hatte sich angekündigt, nicht nur um meine Arbeit zu bewerten sondern um mir mit dem braunen Hengst zu helfen.

    Das war mein zweiter Besuch auf dem Hof der verstorbenen Familie,oder er würde es werden. Ich hatte Mr. McConnor versucht dabei zu helfen den Hengst namens Moon zu verladen.

    Dabei hatte mich der Blitz der Erkenntnis getroffen,der Name Sarah McAlistair sagte mir natürlich nichts, jedoch kannte ich Sarah Kyren und ihren Hengst Moonlight Shadow. Nur flüchtig von einem Turnier, aber viel bedeutender war - Moon war der Großvater meines eigenen Pferdes Braum. Hier irgendwo im Norden Schottlands hatte es uns wieder zusammen geführt, wundersam was die Welt uns offenbarte. Moon jedoch ging es nicht gut, die Arthrose wurde schlechter und es schien als würde auch der Hengst um seine Besitzerin trauern. Verena war auch Trainerin,gute Freundin von Sarah und hatte einen Hengst von dieser gekauft. Die beiden Pferde sollten sich nun wieder sehen in der Hoffnung den Braunen jetzt vom Hof zu bekommen. Ich hatte zugesagt ihn bei mir aufzunehmen, ein paar mehr Pferdeäpfel mehr zum weg machen fiehlen nicht auf außerdem würde Mr. McConnor auch einen Teil der Kosten tragen, er wollte das es Moon gut ging.


    Die Meilen schossen an mir vorbei, als endlich aus dem Nebel der Insel der Hof einer Versuchung gleich hervor lugte. Ich hielt meinen Wagen auf dem Platz sah mich auf dem wie ausgestorben wirkenden Hof um,seufzte und spürte drinnen in mir die Trauer aufwellen. Leben verließen jeden Tag diese Erde,aber besonders die beiden Kinder hatten nie richtig Leben können. Ich kramte nach dem Schlüssel in meiner Hand, ich hatte den Makler danach gefragt. Warum? Diese Frage hatte ich mich auch gefragt, weil ich doch nicht vor hatte den Hof zu kaufen. Das Schloss klickte nur leicht als ich in das Leben der Fremden eintrat. Es war die Neugierde die mich hinein trieb, auf dem Hof hatte ich einen Schrein entdeckt es hatte mich neugierig gemacht. Jetzt strich ich mit wachem Blick durch das Wohnzimmer,dessen Wände dicht mit Regalen voller Bücher tapeziert waren. Mit einem schiefen Lächeln nahm ich die Edda aus dem Regal, daneben ein großes Methorn. In einer anderen Zeit hätte ich mich wohl mit ihnen verstanden, auch das Herz der Familie schlug für den Zauber der nordischen Götter. Dafür sprach auch die Einrichtung des Kinderzimmers, mit dem Gott der Blitze an die Wand gemalt, sein Hammer Mjölnir in der Hand. Ich fand ein Bild der glücklichen Familie im Regal in der Küche, die junge Frau grinste breit in die Kamera. Sie war schlank, wirkte neben dem Hünen von Mann beinahe noch zierlicher. Wie ich trug der Mann lange Haare, eine Hand beschützend auf der Schulter der Frau. Sie waren ein gutes Paar wie ich fand. Es versetzte mir einen Stich, wenn ich daran dachte wie es mit mir und Talisa geendet hatte. Trotzdem empfand ich keine wirkliche Trauer, ich war in der Beziehung nur bequem gewesen,wir hatten uns in den letzten beiden Jahren kaum etwas zu sagen gehabt. Der Antrag war nur ein Versuch gewesen etwas von all dem zu retten, knapp 9 Jahre warf man nicht einfach weg.

    Ich streifte in das Schlafzimmer über dem Bett hing ein Batzen aus verschiedenen Bändern, wahrscheinlich von dem Handfasting dessen Bilder im Wohnzimmer standen. Einen kurzen Moment stellte ich mir ein solches Leben mit Talisa vor, doch in meinen Gedanken blieb es dunkel, ich sah nichts.

    Der Druck auf meiner Brust verursacht durch Schwermut wollte nicht von mir weichen.

    Ich ging also wieder nach draußen in der Hoffnung freier Atmen zu können, was nur bedingt der Fall war. Der Tod dieser fast fremden Menschen ging mir näher als ich angenommen hatte.

    Durch den dicken Nebel hindurch bewegte sich ein geheimnisvoll wirkender Lichtpegel auf mich zu. Das würde wohl Verena sein.


    Verena

    Genervt schaute ich mich auf dem Flughafen um, ehe ich Frank erblickte. Freudig kam er auf mich zu und blieb ganz verdutzt stehen, als ich ein ihm unbekanntes Pferd an der Hand hatte. "Hallo Verena!", begrüßte er mich und streckte Stormi die Hand hin. "Hey Frank. Das ist Stormbringer", erklärte ich ihm und drückte ihm gleich den Führstrick in die Hand. "Ich hab es leider eilig, wir plaudern auf dem Rückflug. Sei bitte vorsichtig mit ihm und halt mir die Deppen von meinem Pferd fern", scherzte ich, obwohl mir gar nicht zu scherzen war. Kurz sah ich meinem Pferd nach, ehe ich in den Flieger stieg und, wie immer, einschlief. So wurde ich erst aufgeweckt, als wir schon in Großbritannien gelandet waren. Schnell hatte ich mein Pferd im Hänger verladen, sowie mein Gepäck und das Sattelzeug im Auto, welches ich mir geliehen hatte, ehe es auf den Hof zu Sarah.. naja, Svejn ging. So richtig wusste ich gar nicht, wem der Hof nun gehörte.. aber ich würde mich wohl überraschen lassen müssen. Außerdem sah ich meinen Zues andlich wieder. Ein wenig freute ich mich also doch auf den Hof..

    Leider dauerte die Fahrt ewig, da ich wegen des dichten Nebels nicht schnell fahren konnte. Nach einer Ewigkeit kam ich jedoch auf dem Hof an, parkte den Wagen und stieg aus. Da stand tatächlich ein mir fremder Mann mit langen schwarzen Haaren vor der Tür von Sarahs Haus. "Hallo", sagte ich und ging auf ihn zu. Kurz vor ihm blieb ich stehen und reichte ihm die Hand.


    Svejn

    Es handelte sich tatsächlich um die junge Frau, die es tatsächlich schaffte größer als ich zu sein. Mit meinen knapp 1,66 war ich auch nicht unbedingt das was man einen Riesen nennen konnte. Kommentare wie Hobbit war ich mehr als nur gewohnt. Mehr als ein knappes Hallo kam ihr jedoch nicht über die Lippen, dabei hatte ich einfach keine Peilung was ich sagen sollte. Da mein Blick leicht über ihre Schulter ging konnte ich dort den Anhänger sehen, zog meine Hand als aus der Ihren. "Dann helf ich dir beim ausladen von deinem Pferd?"

    Was hätte ich auch sagen sollen in einer Situation wie dieser? Ich war ein Eindringling in der Welt ihrer Freundin vielleicht war das alles eine Schnapsidee gewesen. Vielleicht würde sie morgen auch einfach mit ihrem Pferd wieder abdüsen, auch wenn ich den Hengst mittlerweile streicheln durfte ohne das er panisch wurde.


    Verena

    Etwas suspekt war mir der junge Mann jedoch schon.. als er meinte, dass wir Stormi ausladen könnten nickte ich. "Ja.. der wird sich freuen auf eine ordentliche Box oder eine Koppel", erklärte ich dann und folgte ihm zum Hänger. "Na komm mein Junge", sagte ich und zusammen mit der Hilfe von Svejn kam Stormi die Rampe herunter. Dann tat er etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Er blähte die Nüstern, machte den Hals rund und fing an ein paar Mal kräftig zu wiehren. "Stormi, ist gut..", sagte ich und wolte seinen Hals streicheln, um ihn zu beruhigen. Er sprang jedoch einfach zur Seite und haute Svejn damit beinahe um, ehe er anfing mit einem Vorderbein zu scharren. Erneut fing er an zu wiehren und wollte sich gar nicht mehr beruhigen. "Bringen wir ihn einfach in den Stall oder so", sagte ich laut zu Svejn und schickte ihn vor. So nervös hatte ich Stormi schon lange nicht mehr erlebt. Er schien sich wohl zu erinnern, wo er wir waren.


    Svejn

    Da Verena sich im Inneren des Hängers befand, deren Wände ein Echo von Stormis Hufen widergaben hatte sie das Wiehern von Moon nicht gehört, unwissentlich hatte sie nicht weit vom Paddock des anderen Hengstes geparkt. Dort stand er nun seit knapp zwei Tagen allein, was dem Kerl nicht gut tat. Ein Wiehern hatte seine Kehle verlassen als er die Anwesenheit des anderen Pferdes gehört hatte.

    Nachdem ich dem Pferdearsch beehnde ausgewichen war damit er mich nicht anrempelt konnte, legte ich ihm meine Hand einmal knapp hinter das Ohr die andere an die Ganasche ohne dabei das Halfter zu berühren. "Ruuuhig" flüsterte ich dem aufgeregten Tier leise in das nervös hin und her schwenkende Ohr, sein Blick jedoch bleib starr in Richtung des anderen braunen Hengstes gerichtet. Stormi bot einen tollen Anblick, der seine wilde Natur nicht leugnen konnte. "Bringen wir ihn auf den Paddock, der Stall ist nicht sauber und dort wäre er in seiner Aufregung nur allein." mal ganz davon abgesehen das es keine massiven Boxentüren gab, jediglich ein dünnes Hanfseil verschloss die Boxen. Ein Indiz dafür das die Pferde hier selten gestanden hatten oder aber, weil sie so daran gewöhnt worden waren. "Hattest du eine unkomplizierte Reise hier her?" fragte ich sie in einem freundlichen Ton, um ihr Vertrauen geben zu können. Mein wilder Haarschnitt und die Tättoowierungen auf meinem Schädel sorgten manchmal für ein paar ängstliche Blicke, es sei denn ich steckte in diesem grün blauen Kilt. Dabei musste ich schmunzeln, vielleicht hätte ich den statt der Jodpurhose wählen sollen.


    Verena

    "Okay", sagte ich laut und folgte ihm dann zum Paddock. Stormis Decke ließ ich drauf, lediglich seine Beinschoner kamen ab, was schon schwer genug war bei dem herumzappelnden Hengst. "Jetzt hör doch mal auf mit dem Quatsch, Stormi", fuhr ich den Hengst an. Dieser hatte jedoch gar keine Augen für mich, sondern blickte sich nur wahnsinnig nervös um. Ich hoffte inständig, dass er das Theater morgen sein lassen würde, wenn wir ihn und Moon wieder ein wenig näher zusammen bringen wollten.

    Erst als Stormi im Paddock stand widmete ich mich wieder dem jungen Mann. Hier, wo etwas mehr Licht war, konnte ich seinen seltsamen Zopf und die Tattöwierung am Kopf erkennen. "Ja, die Reise war recht unkompliziert. Gott sei Dank hat Frank, der mir immer meine Pferde verlädt, sehr viel Ahnung von den Tieren und es klappt auch mit dem Sedieren imm alles super. Den Weg vom Flughafen hier hin kannte ich ja eh schon, leider hat es wegen dem Nebel ewig gedauert." Das kam ihm jetzt bestimmt wie ein Roman rüber.


    Svejn

    Die junge Frau sprach nur über belangloses, doch ihre Augen sprachen Worte die sie selbst nicht zu sagen getraute - Trauer. Deswegen war sie so ungehalten mit dem Pferd gewesen, es war anzunehmen das ihre Nervosität sich auf den einfühlsamen Hengst übertragen hatte. Verena kannte diesen Hof belebt, jetzt war ein ihr vollkommen Fremder hier, der in die gewohnte Welt hinein platze. Vielleicht hatte sie auch ein wenig Angst vor mir, weshalb ich immer genug Abstand zwischen uns legte damit sie sich nicht bedrängt fühlte. "Der Nebel erscheint mir auch manchmal ein wenig nervig, doch liegt eine Ruhe in ihm die ich manchmal nicht besitze. Ich kann dir leider bei dem kalten Wetter kein heißes Getränk anbieten, aber wir könnten hinüber in das kleine Gästezimmer gehen um die Sachen zu klären." Dabei huschte mein Blick hinüber zur Garage in der sich ein Zimmer mit einem Bett, Stühlen und Tisch befand. Allerdings musste ich noch einmal hinüber zum Haupthaus dort stand die Tür noch offen und der Schlüssel steckte. Ich sah wie auch ihr Blick dort hin ging, das leichte Zucken der Augenbrauen und wie der Schleier aus Trauer stärker wurde, der ihr Gesicht beschien.


    Verena

    Ich lachte kurz. "Du klingst so weise.. als hättest du schon einmal ein Leben hier auf der Erde gehabt. Als hättest du schon einmal alles erlebt, was das Leben zu bieten hat...so siehst du eigentlich gar nicht aus.", erklärte ich ihm und klopfte ihm einmal auf die Schulter. Eigentlich konnte ich Svejn jetzt schon gut leiden. Vor allem da ich jemand war, der sich nicht vom ersten Eindruck täuschen ließ.

    "Ja... gerne.", sagte ich dann und nickte. "Gehen wir in die Garage", fügte ich bei und ging neben ihm her. Als er zum Haupthaus ging, um noch die Tür zu schließen, blickte ich ihm traurig nach. Aber was geschehen war, war geschehen. Man konnte es leider nicht mehr ändern. So wartete ich also geduldig bis er wieder da war, ehe wir in die Garage gingen.


    Svejn

    Als ich ihre Worte vernahm musste ich leise in mich hinein lachen, das war was ich selbst manchmal so oft dachte. Mit den älteren Generationen hatte ich mehr an Gesprächen zu führen als mit Leuten meines eigenen Alters. Die Tür zum Haupthaus verschloss ich mit dem Schlüsselbund, dann steckte ich es mir in die Hosentasche. Ohne einen weiteren Blick zurück zu dem Haus voller Erinnerungen einer fremden Familie.

    "Ich weiß gar nicht wieso ich mir den Schlüssel für das Haus vom Makler habe geben lassen. Vielleicht hatte ich einen Moment gedacht ich könnte ihn kaufen. Aber das erschien mir falsch als ich den ersten Schritt hinein getan hatte. Ich denke es wäre für alle einfacher, wäre das Haus abgebrannt, dann gäbe es nichts mehr - so jedoch sieht es aus als würden sie jeden Moment zur Haustür hinein kommen. Erst als ich Moon gesehen habe, wurde mir klar das ich sie kannte, Sarah, damals hieß sie noch Kyren. Sie hatte eine Art den Raum zu beherrschen, nicht auf negative Art, aber sie hat es geschafft die Menschen in ihren Bann zu ziehen. Mein eigenes Pferd stammt aus ihrer Zucht, wenn Braum auch eigentlich nicht geplant war." Ich öffnete die Tür zu dem kleinen Gästezimmer, wartete bis Verena hindurch war. Hier drinnen befand sich ein Heizwärmer den ich vergessen hatte anzuschalten, was ich nun nachholte. Was es jetzt zu besprechen gab, würde entscheiden ob ich den Hengst Zues weiter trainieren durfte und morgen würden wir Moon und Stormy zusammen führen.


    Verena

    Ich seufzte kurz als er mir die Story des Schlüssels erzählte. "Ja.. das stimmt allerdings", erwiderte ich und überlegte dann kurz. "Du könntest dem Haus aber auch neues Leben einhauchen. So dass eine neue Geschichte beginnt, etwas, was das Vergangene in den Schatten stellt und die Ereignisse in den Hintergrund rücken lässt..", fügte ich bei setzte mich auf einen der Stühle, nachdem er die Tür aufgeschlossen hatte. Erst dann antwortete ich auf seine Aussage wegen Sarah. Ich hatte einfach einen Moment zum Nachdenken gebraucht. "Ja.. sie hatte eine Art die Leute in den Bann zu ziehen, das weiß ich.", sagte ich und lachte kurz auf. "Ach stimmt ja... natürlich.. ich kenne Braum ja auch", sagte ich und nickte einmal. "Ich hatte auch mal in Erwägung gezogen ihn zu kaufen, dann bin ich jedoch abgesprungen. Den Grund weiß ich leider nicht mehr", sagte ich und schlug meine Beine übereinander. Es war mir noch immer etwas mulmig zumute. So, als würde ich Sarahs Gegenwart erwarten. Mit dem Unterschied, dass sie nicht auftauchen würde.. Schnell verschob ich diese Gedanken jedoch und dachte an Zues. "Wie macht sich Zues eigentlich?"


    Svejn

    "Zues...nicht schlecht" eigentlich war das ein wenig übertrieben. Sarah musste noch nicht viel mit ihm gearbeitet haben weshalb die Fortschritte die auch ich mit ihm vorzuweisen hatte sehr klein waren. "Nun gut, er rennt nicht mehr panisch in eine Ecke, wenn ich den Paddock betrete, braucht aber seine Zeit bis er sich einem aus Neugier nähert. Allzu viel habe ich allerdings noch nicht getan, da nicht sicher war inwie fern ich ihn weiter trainieren kann."

    Verena

    Ich hörte ihm aufmerksam zu. "Ja.. ja das kann ich verstehen...", erwiderte ich und überdachte kurz das Vorhaben zwischen Lou und mir. "Bis jetzt hast du einen super sympathischen Eindruck hinterlassen, aber ich würde Zues gerne nach Italien zu einer Freundin bringen, um ihn dort weiter trainieren zu lassen...", erklärte ich dem jungen Mann mit den langen Haaren. "Bei Zues bin ich einfach vorsichtig.. er braucht wirklich eine starke Hand..", fügte ich an und grinste kurz. Eine starke Hand hatte Lou auf jeden Fall nicht, aber sie hatte viel Feingefühl, was die Arbeit mit Pferden anging, was man ja an Bree sah.


    Svejn

    Es versetzte mir einen leichten Stich, als sie mir für das Training mit Zues absagte. Auf der anderen Seite hatte ich noch zwei weitere Aufträge in petto, die ich nicht vermasseln durfte. Ebenso wie ich Cheveyo für die Kür vorbereitet hatte, musste es weiter gehen. Langsam einen Namen aufbauen das war mein Ziel, Zues wäre ein Stück auf dem Weg dorthin gewesen." "Natürlich das kann ich verstehen, er steht noch ganz am Anfang seiner Laufbahn. Bucks war wohl auch einmal so, Sarah muss lange Zeit in Anspruch genommen haben um ihm zu dem Pferd zu machen das er jetzt ist. Misstrauisch bleibt er immer, aber wenn man weiß das er fast blind ist und wie man ihn händeln muss, macht er gut mit. Ich hab ihn gestern putzen können und dann in dem proviesorischen Round Pen ein bisschen arbeiten können. Zues wird sicher auch mal ein gutes Pferd werden." Ich wünschte es der jungen Frau wirklich, dachte gleichzeitig an all die proviesorischen Dinge unter denen ich gerade "litt", lohnte es sich einen Kredit aufzunehmen um den Hof von Sarah zu kaufen "mit neuem Leben zu füllen". Ich würde hier draußen ziemlich abgeschottet Leben, den Job im Museum müsste ich kündigen. Ich verschob den Gedanken aus meinem Hirn, ich musste eine andere Lösung finden. Irgendwo in Inverness ließ sich sicher ein Grundstück finden auf dem ich mich niederlassen konnte.

    Ich sah Verena an, trommelte mit der Hand auf meinem Knie, das ebenfalls auf und ab wippte, ich wusste nichts mehr zu sagen. "Haben sie sich ein Hotel in Craighnure gesucht? Bevor wir morgen Moon und ihren Stormi zusammen bringen und dann vielleicht auch verladen."


    Verena

    Ich hörte ihm aufmersam zu. "Zues war ja eigentlich ein Schlachtpferd. Nur durch Zufall habe ich den Hengst entdeckt und zu mir nehmen können, um ihm eine zweite Chance zu geben.. Bis jetzt war es nicht einfach aber durch deine und Sarahs Hilfe sind wir schonmal auf dem Weg der Besserung.", erklärte ich ihm freundlich. "Apropos blinde Pferde... Davon besitze ich auch eine. Mit ihr ist es wirklich sehr sehr schwer... Aber es wird", erzählte ich ihm stolz.

    Kurz seufzte ich. "Nein. Ehrlich gesagt habe ich komplett vergessen ein Zimmer zu buchen", innerlich hoffte ich, dass er mir eine Alternative anbieten konnte.

    Svejn

    "Ja blinde Pferde sind nie einfach, hab allerdings den Tierarzt schon mal zu ihnen kommen lassen. Mal sehen wie viel Bucks tatsächlich noch sehen kann."

    Ich überlegte eben, dann sah ich zu dem Kamin der im Zimmer war. "Falls wir Feueranzünder und Holz auftreiben können kann ich uns den da anwerfen." Dabei deutete ich auf den Kamin. "Allerdings hatte ich nicht mit einem weiteren Gast gerechnet also müssten wir beide in dem Doppelbett da Platz nehmen, zur Not schlaf ich einfach auf dem Boden. Der Teppich da sieht auch ziemlich bequem aus." erklärte ich grinsend. Ihr panisch erschreckter Blick Richtung Bett war mir natürlich nicht entgangen. Natürlich gab es knapp 100 Schritt entfernt ein ganzes Wohnhaus, , allerdings fand ich den Gedanken komisch dort zu übernachten, noch mehr als in diesem Gästehaus.


    Verena

    "Ja, das wäre interessant zu wissen", sagte ich auf seine Aussage hin, dass ein Tierarzt nochmal über Bucks Augen schauen würde.

    Langsam folgte ich seinem Blick. "Klar, Holz wird es hier sicher eine Menge geben", antwortete ich und sah zu dem Doppelbett. Zu erst schaute ich etwas skeptisch, dann klatschte ich jedoch einmal in die Hände und sprang auf. "Wir können sehr gerne im Doppelbett übernachten", sagte ich und merkte dann erst, wie falsch dieser Satz klang. Natürlich wollte ich nichts von Svejn.. Wobei, schaden würde es auch nicht, nachdem Caleb mich mit meiner Cousine betrogen hatte, was noch ein Nachspiel geben würde. "Suchen wir Holz", sagte ich noch und stiefelte zur Tür.


    Svejn

    Entschlossenen Schrittes bewegten wir uns nach draußen, wo es schon deutlich dunkler geworden war, der Nebel jedoch hing noch deutlich über dem Land. Ich fragte mich ob es daran lag das Craighnure und die ganze Isle of Mull eine Insel waren oder es am Norden des Landes lag. Die Pampe war so dicht das ich Verena die nur knapp zwei Meter vor mir lief nur undeutlich erkennen konnte. Ich holte zu ihr auf. "Zumindest in meinem Auto sollte irgendwo ein Feuerzeug rum liegen, für die ganzen Raucher hab ich mir mal angewöhnt eins dabei zu haben. Außerdem glaube ich hinter dem Haus Holz gesehen zu haben, zumindest hatten sie einen großen Kamin." Die Tatsache mit Verena zu späterer Stunde in einem Bett zu verbringen ließ mich überrraschend kalt, wenn man bedachte das ich sein einiger Zeit zölibatär lebte. Ich zuckte mit den Schultern, ich wollte schließlich nichts von dieser Frau, ich kannte sie kaum. Trotzdem begann mich der Gedanke zu reizen, wie es wohl mit anderen Frauen als Talisa wäre.


    Verena

    Er stand ebenfalls auf und folgte mir, bis mir bewusst wurde, dass ich eigentlich keine Ahnung hatte, wo ich Holz finden sollte. Zu meiner Erleichterung schloss Svejn jedoch schnell zu mir auf und erklärte mir, wo das Holz zu finden sei. Kurz schauten wir nach, gingen dann jedoch noch flink zu seinem Auto, um zu schauen, ob er wirklich ein Feuerzeug dabeihatte. Den ganzen Weg über schwiegen wir uns an, ehe Svejn sich mit einem Grinsen, sofern ich dieses in dem Nebel erkennen konnte, umdrehte und eine Flasche in der Hand hielt. "Was ist das?", fragte ich und kicherte, ehe er die Tür des Autos zuschlug, mir das Feuerzeug reichte und die Flasche vor die Nase hielt.



    Svejn

    "Whisky!" verkündete ich, wechselte dann die Hand da das Glas der Flasche ziemlich kalt war. Es mussten Temeraturen knapp über Null herrschen, denn noch war mein Wagen nicht gefroren. Ich packte die Flasche in eine der großen Taschen meiner Arbeitsjacke, dann nahm ich die Schubkarre und deutete wage in die Richtung der Garage, dort hatten wir das Licht angelassen und der Schein deutete uns den Weg. "Lass uns wieder rein, hier bekomm ich noch Eisklumpen im Bart." Die Temperaturen waren wirklich erbärmlich, dabei hatten wir noch nicht einmal richtigen Wintereinbruch, Eisklumpen würde ich allerdings wohl nicht bekommen. Mit Hilfe des Feuerzeugs und den Papierresten im Auto brannte bald eine kleine Flamme in dem Kamin, auf die ich nun nach und nach kleinere Holzstücke legte, die mir Verene reichte. Kurzerhand hatten wir die Schubkarre mit ins Zimmer genommen, damit später niemand raus musste. Anschließend, als Verena das Bad in Anspruch genommen hatte, schob ich das Bett einfach näher an den Kamin. Fragend kam die junge Frau wieder aus dem Zimmer, deutete grinsend auf das Bett auf dem ich die Decken aus dem Auto und die aus der Truhe ausgebreitet hatte. Mittlerweile hatte das Feuer eine beachtlichere Größe angenommen. In die Gläser aus der kleinen Küchenzeile hatte ich den Whisky eingegossen und auf den Stuhl vor das Feuer gestellt. "Ich dachte so haben wir etwas mehr von der Wärme, später können wir immernoch umziehen. Willst du?" Damit reichte ich ihr eins der Gläser, trotzdem sie lächelte schien dieses ihre Augen nicht zu erreichen. "Wer war Sarah eigentlich für dich?" Das hatte ich mich die ganze Zeit gefragt, war sie nun nur die Trainerin ihres Pferdes gewesen oder mehr?


    Verena

    "Whisky?!", sagte ich ungläubig und lachte. Eigentlich hasste ich Whisky, doch das war im Moment nicht wichtig, da Svejn mir vor der Nase weglief und ich alle Mühe hatte, ihn in dem Nebel zu folgen. "Eisklumpen im Bart?", fragte ich und war nun endgültig am Lachen. "Das sähe aber bestimmt lustig aus", fügte ich an und schaute ihn skeptisch an. Kurzerhand war das Feuer im Gange und ich verschwand für einige Zeit im Bad. Als ich wieder kam, hatte er das Bett näher an den Kamin gerückt. "Ja gut, das stimmt", sagte ich zu ihm und ließ mich auf einen der Stühle fallen, die auch ein wenig näher am Feuer standen.

    Als er mir dann ein Glas Whisky reichte, legte ich den Kopf leicht schief und dachte nach.. "Ach was solls, warum nicht", sagte ich und nahm sein Glas dankend entgegend, stieß mit ihm an und trank einen Schluck. "Iiiiih", sagte ich und verzog das Gesicht, was bestimmt sehr witzig aussah. "Ach, von Schluck zu Schluck wird es besser..", warf Svejn nur ein, ehe er mich nach Sarah fragte.

    "Tja..", fing ich an. "Sarah war.. Sarah hatte sich in eine wirklich gute Freundin verwandelt, von deren Leben ich leider viel zu wenig mitbekommen hatte. Ich hatte sie ab und an besucht, aber dabei ging es hauptsächlich um das Training ihrer Pferde. Ab und an war sie bei mir... Auf ihrer Hochzeit war ich auch.. jedoch nur kurz, da ich wegen eines Zwischenfalles zu Hause frühzeitig abreisen musste.. ", erklärte ich und merkte, dass ich immer trauriger wurde, doch noch konnte ich die Tränen zurückhalten. Stattdessen nippe ich immer und immer wieder am Glas.

    Svejn

    "Komisch wie sie es irgendwie geschafft hat unser beider Leben zu berühren, auch wenn sie für mich nicht mehr ist als ein Schatten. Ich war vorhin im Haus, es war komisch so eine ganz fremde Welt zu besuchen. Trotz allem hatten sie am Eingang des Hauses eine Kette zu hängen mit Holzstücken auf denen Schtzrunen zu sehen waren. Sie sollte das Haus, seine Insassen beschützen. " hier verstummte ich einen Augenblick, denn es war klar das es dies nicht getan hatte. "Im Grunde hatten wir genau den selben Glauben, im Leben hätten wir uns wohl ziemlich gut verstanden, einige Diskussionen mit ihr und ihrem Mann hätte ich nur allzu gern genossen." ich nippte an dem Glas Whisky, sah auch wie Verena trotz ihres ersten Ekels davon trank. Ich wollte den Gedanken auf etwas anderes lenken. "Wie lebt es sich auf der Gips Reminder Ranch eigentlich?" fragte ich aus wirklicher Neugierde, denn ich erinnerte mich noch zu gut an den Rummel auf der Rennbahn, auf der ich eine ganze Weile gearbeitet hatte.


    Verena

    Ich seufzte kurz. "Ja.. von ihrem Glauben habe ich gehört, aber leider nicht allzuviel mitbekommen, was ich im Nachhinein sehr schade finde", erklärte ich und wollte etwas trinken, merkte aber, dass mein Glas leer war. "Bekomme ich noch was?", fragte ich den schwarzhaarigen und reichte ihm mein Glas. Willig schenkte er mir etwas ein, sah mich aber leicht mahnend an. Ich wusste genau was er dachte: Hoffentlich trinkt sie nicht zu viel. Mal sehen...

    "Die Gips Reminder Ranch?", wiederholte ich einen Teil seiner Frage. "Ich liebe meine Ranch", sagte ich nur und die Trauer war wir weggespült, stattdessen lachte ich. "Ich habe so viele verschiedene Personen und Pferde auf einem Hof vereint, es ist ein ständiger Trubel. Pferde kommen, Pferde gehen, es werden neue Tiere geboren, andere sterben.. Wobei mir noch kaum ein Pferd gestorben ist", erklärte ich ihm. "Was hast du denn vorher gemacht? Oder was machst du jetzt? Bist du hauptberuflich Trainer?", fragte ich ihn und dachte an die Pferde, die dringend im Training weitergebracht werden mussten.

    Svejn

    Ich überlegte wie ich möglichst kurz erzählen konnte, dann war es mir irgendwie auch ein wenig egal und holte ein wenig mehr aus. "Eigentlich war ich mal Turner, habe regelmäßig an Turnieren teilgenommen, Pferde waren damals nur eine Möglichkeit um Abzuschalten. Als ich den Unfall hatte, wurde das Turnen als Beruf für mich nur noch zum Traum. Also habe ich meine Genesungszeit mit Gelegenheitsjobs verbracht, bis ich bei der Rennbahn aufgrund meiner Größe als Jockey angefragt wurde. Das habe ich gemacht, mehr jedoch als Trainingsreiter. Von dem Trainer dort habe ich eine ganze Menge gelernt, die Rennpferde dort wurden auch in der Dressur trainiert, damit sie vielseitig Beschäftigung hatten. Den Job hab ich aufgegeben als meine Exfreundin mich gebeten hat nach Schottland zu ihr zu kommen. Momentan arbeite ich zusätzlich in einem Museum bzw. auch Freilichtmuseum als Guide für die Touristen damit Bucks und Braum versorgt werden. Das mit dem Trainer hat sich nur nebenbei ergeben durch Mr. McConner, der erstmal alle Pferde von Sarah betreut hat. Ich werde wohl nebenbei den Körservice weiter machen, aber ich denke nicht das ich das Hauptberuflich machen will bzw. auch kann. Dazu bräuchte ich jemanden der meine ganzen Pferde hier versorgt während ich bei anderen zu Besuch bin. Das Geld meine Pferde und die Trainingspferde mitzunehmen hab ich wirklich nicht. " Kurz hielt ich inne um mir auch nachzuschenken, war es das dritte Glas? "Außerdem seien wir ehrlich - es ist weniger stressig, wenn die Pferde die ich trainieren soll hier her kommen." sprach ich lachend aus was der Hauptgrund war das ich nicht nur Trainer sein wollte. Ich legte mich ungern fest.

    Verena

    Aufmerksam hörte ich ihm zu. "Turner... das hätte ich nicht von dir erwartet", sagte ich lachend und fing an, die Flüssigkeit in meinem Glas hin und her zu drehen, in dem ich das Glas hin und her schwenkte. Der Whisky schlug doch härter zu, als ich gedacht hatte, washalb meine Konzentration gerade wohl eher auf dem Glas, als auf Svejn lag. Kurz nickte ich, ehe ich merkte, dass er wohl auf eine Antwort von mir wartete. "Äh.. ja.. das kann ich verstehen. Ich bin ja auch Trainerin, wie du sicherlich weißt, und reise andauernd um die Welt.. das möchte ich jedoch einstellen und die Pferde, die ich trainieren soll, zu mir auf den Hof holen.. Wird für mich billiger", erklärte ich und stellte das nun wieder leere Glas mit Schwung auf den Tisch. Ich griff nach der Flasche, deren Flüssigkeit ich in mein Glas schüttete. Jeder Trottel hätte gemerkt, dass mich etwas an seiner Lebensgeschichte störte- oder besser, dass etwas mich an mich selbst erinnerte.




    Svejn

    Aufmerksam hörte ich ihr zu, beobachtete ihre langsam abwesenden Blicke die sie beharrlich auf das Glas gerichtet hatte. Ebenso abwesend wie sie wurde auch ich langsam, der Whisky hatte wohl etwas mehr Prozent. "Natürlich die Kosten sind nicht zu missachten, dann die ewigen Flüge. Mir hat fürs erste schon der nach Schottland gereicht. Ich bleib mit den Füßen viel lieber auf der mir vertrauten Erde. Ja Turner haben viele nicht erwartet, dabei war ich eigentlich richtig gut!" Als sie ihr Glas etwas lauter auf den Tisch abstellte und sich eingoss wurde selbst mir klar - irgendwas stimmte mit ihr nicht. Auch über den Tod ihrer Freundin hinaus.

    Ich legte meine Hand über die ihre, damit sie die Hand mit dem Glas nicht wieder zum Mund konnte. "Dafür das du Whisky nicht sonderlich leiden kannst, langst du ganz sschön zu. Was ist los?" fragte ich sah ihr dabei nun zum ersten Mal richtig in die Augen. Vielleicht sollte ich die Flasche weit weg stellen, allerdings fehlte mir dazu bereits die Motivation.


    Verena

    "Ja.. die ewigen Flüge..", wiederholte ich seine Aussage. "Ja.. ich auch.. ich hab auch eigentlich Höhen- & Flugangst. Aber da ich das Geld des Trainings brauche, werde ich das wohl oder übel noch sehr, sehr oft überwinden müssen....", sagte ich, ehe ich auf den Aspekt mit dem Turnen einging. "Bist du noch immer so akrobatisch?", fragte ich schaute ihn schelmisch grinsend an. Das konnte noch für vieles gut sein...

    "Ach...", erklärte ich dann, ehe ich das Glas erneut ansetzte. "Nur eine alte, einseitige, unerwiderte Liebe, die mit Verrat vergolten wurde..", sagte ich beiläufig, als wäre es das normalste der Welt, während ich erneut mein Glas hin und her drehte.

    Svejn

    Verenas Aussage mit dem akrobatisch quittierte ich nur mit einem vielsagendem Grinsen auf dem Gesicht. Trotzdem wischte sich der andere Gedanke wie von selbst auf das Gesicht der jungen Frau, löschte ihr Lächeln und wurde zu einer steinernen Miene, die mir ganz und gar nicht gefiel. Ich hielt ihr Glas in der Bewegung auf, dabei schwappte mir ein wenig über den Handrücken, das beachtete ich jedoch nicht. "Glaub mir vor knapp zwei Wochen hab ich meinen Kummer über einen Verrat auch in Alkohol ersaufen wollen. Am Ende hatte ich nur Kopfschmerzen und lag vollgeschissen von meinem Pferd in seiner Box, da mir der Typ aus der Bar die Autoschlüssel weg genommen hatte. Ich hab mich dann in die Arbeit gestürzt. Lächle wieder, so hast du mir besser gefallen."


    Verena

    Ich grummelte und sah ihn etwas wütend an. Ich hasste es, wenn mir andere Leute vorschreiben wollten, was ich zu tun und zu lassen hatte. Mit den Augen schaute ich in die Seinen, wohlbedacht darauf, mein Glas langsam aus seiner Hand zu nehmen. Leider gelang es mir nicht, weshalb ich einfach losließ und es mir von ihm wegnehmen ließ. Als er das von seinem Pferd erzählte musste ich grinsen, fing dann sogar wirklich an zu lachen. "Das sagen mir.. viele", sagte ich und dachte kurz an Caleb, der mir auch immer sagte, ich solle mehr lächeln.


    Svejn

    "Dann schau mich nicht mehr so grimmig an, irgendwie wird sich schon alles fügen. Ich hab aufgehört mir über meine Ex-Freundin ewig den Kopf zu zerbrechen. Der Witz an der Sache? Wir waren 9 Jahre zusammen, eigentlich hätte ich darüber mehr trauern sollen sie verloren zu haben. In Wahrheit trauere ich ihr nicht nach, es hat mich nur verletzt das sie nicht den Mut hatte es mir selbst zu sagen - ich durfte die beiden gemeinsam erwischen. Das war nicht einmal Zufall, sondern eiskalte Kalkulation, da sie mich zu sich bestellt hatte. Traurig...für die nächste Zeit hab ich von Beziehungen die Nase voll." Dabei musste ich dann schon wieder lachen, schließlich war Talisa bisher die einzige Frau in meinem Leben gewesen. Vor ihr und dem Unfall hatte es für mich nur das Turnen und die Pferde gegeben, oder Reisen quer durch Europa.


    Verena

    Ich hörte ihm zu, wie er sich immer weiter in etwas hineinsteigerte und griff in einem von ihm unbedachten Augenblick nach meinem Glas, setzte es an und trank es leer, ehe er sich gerührt haben konnte. Nun war mein Grinsen wirklich süffisant und herausfordernd, während auch ich ihm mein Beleid geklagte und meine Leidensgeschichte erklärte. "Mein Angestellter hatte was mit meiner Cousine laufen. Nachdem sie mir hoch und heilig versprochen hatte, die Finger von ihm zu lassen", sagte ich leicht angesäuert und blickte ihm in die Augen. So langsam sah er doch immer attraktiver aus.. vielleicht sehnte ich mich auch nur nach etwas Zuneigung, die in letzter Zeit einfach viel zu kurz kam.



    Svejn

    Mit einem schnellen Griff hatte ich sie von dem knorrigen Holzstuhl zu mir herüber auf das Bett gezogen. "So jetzt hab ich dich besser unter Kontrolle" dabei streckte ich frech die Zungenspitze heraus, auch ich konnte herausfordernd sein. "Tja, den Worten einer Frau sollte man eben nicht immer Vertrauen schenken. Vielleicht weiß er erst was er an dir hat, wenn du ihm nicht länger hinterher trauserst sondern ihm etwas zum Eifersüchtig werden gibst. Du hast sicher ein paar andere Mitarbeiter die nicht uninteressiert sind. Dann bändel mit denen an, dann wird er merken was er da eigentlich verpasst."


    Verena

    Ich quiekte leise auf, als er mich mit einem schnellen Griff aufs Bett zog. Sonderlich stark sah er nicht aus, doch war er es. Schwer atmend lag ich jetzt unter ihm, mein Blick leicht verklärt wegen des Whiskys, und er über mir, mir die Zunge rausstreckend. "Frauen können heimtükisch sein", erwiderte ich seine Aussage und dachte über seine Worte nach. "Ja.. da hast du recht...", sagte ich und versuchte mich unter seinem Griff zu lösen und mich unter ihm weg zu schieben, aber er war zu stark und schien nicht die Absicht zu haben, mich wieder loszulassen.


    Svejn

    Entweder ich brachte in diese Situation wieder Ordnung hinein oder ich gab mich dem Flüstern in meinem Hinterkopf nach. Da meine Gedanken allerdings gerade alles Taten, außer meinem Willen zu gehorchen dachten sie an den Moment als ich Talisa mit diesem rothaarigen Schotten im Bett erwischt hatte. Nur langsam lockerte ich meinen Griff von ihren Handgelenken, zog mich an das andere Ende des Bettes zurück, senkte betreten den Kopf. "Tut mir Leid, ich denke....also bevor wir noch Unsinn anstellen, sollten wir schlafen gehen." Dabei dachte ich daran wohl besser doch den Teppich am Boden in Anspruch zu nehmen, statt mit ihr hier im Bett.


    Verena

    Ich biss die Zähne zusammen und rollte kurz mit den Augen, als er sich von mir erhob. Das Augenrollen hatte er nicht gesehen, aber mein doch enttäuschter Blick entging ihm nicht. Aus unserem geschäftlichen Gespräch war nun weit mehr geworden, als es anfangs sein sollte. Scharf dachte ich nach, wie ich diese Situation zu meinen Gunsten ändern konnte, mir fiel jedoch auf Anhieb nichts wirkliches ein. Ich strich mir meine honigblonden Haare zurück, blickte kurz zu Boden, seufzte und schaute ihn dann wieder an. Langsam rückte ich auf ihn zu und legte eine meiner Hände auf sein Knie, nahe seiner Leiste. "Ich denke, ich käme damit klar", sagte ich und blickte ihm verschmitzt in die Augen, ehe meine Hand langsam unter sein T-Shirt wanderte. Nüchtern hätte er mich wohl sofort abgeblockt, doch mit dem Alkohol war das wieder eine ganz andere Sache.


    Svejn

    Nur kurz zuckte meine Hand nach oben um ihre unter dem Shirt wieder hervor zu holen, doch ein ganz anderer Teil von mir strafte mich Lügen...innerlich zuckte ich mit den Schultern, es war schließlich nur Sex. Neugierig sah ich an ihrem Arm hinab der sich seinen Weg weiter die Brust hinauf suchte, ihr Blick war leicht abwesend, verschmitzt lachend. Das Lächeln wurde von mir ebenso erwidert, dann lehnte ich mich nach vorn klemmte dabei ihre Hand zwischen unseren Körpern ein als ich ihre Lippen in einem ersten vorsichtigen Kuss einfing. Ich war ungeübt, mit Talisa war es anders gewesen, es hatte Feuer gefehlt. Ganz anders als jetzt da eine Hitze in meinem Inneren ausgestrahlt wurde die ich ihm gar nicht zugetraut hätte. Aus dem ersten Austesten wurde schneller als erwartet mehr, ihren fahrigen Fingern helfend schob ich das Shirt über den Kopf. Hörte kaum wie es auf dem Boden zum liegen kam, als ich es beiseite warf. Eigentlich hatte dieser Abend nicht diese Züge annehmen sollen, kurz dachte ich noch daran das ich die Flasche besser im Auto hätte lassen sollen. Dann jedoch spürte ich wie ihre Lippe langsam meinen Hals hinab wanderten und der Gedanke verpuffte bevor er richtig Fuß fassen könnte. Wer konnte schon etwas gegen ein bisschen Zuwendung haben?


    Verena

    Langsam fuhr ich unter seinem T-Shirt seine Brust entlang, bevor er sich nach vorne lehnte und sie festhielt. Langsam beugte er sich nach vorne und seine Lippen berührten die Meinen. Zunächst ganz vorsichtig, dann immer wilder und wollender. Flink half er mir sein Shirt auszuziehen, was wohl doch etwas gewagt für diese Jahreszeit zu sein schien, welches auf dem Boden landete. Auch meinen Pullover zogen wir aus, ehe ich es schaffte das Livht auszuknipsen. Nun wurde alles in ein sanftes rot-orange getaucht, was vom Ofen ausging. Ich schloss kurz die Aufen und machte sich an seiner Hose zu schaffen, die ich schnell ausgezogen hatte, ehe er mich mit Schwung wieder unter sich zog, ehe er sich selbst, wie eben, über mir platzierte.


    Svejn

    Jetzt wäre der Moment gewesen die ganze Situation noch aufzulösen, aber daran dachte ich gar nicht. Wir hatten den Stein ins rollen gebracht jetzt würden wir ihm bis ins Tal folgen müssen. Trotzdem hielt ich noch einmal kurz inne als ich mich vorsichtig auf ihren Lenden nieder ließ. Meine Knie stützen dabei einen großen Teil des Gewichts ab, ich lächelte sie im Zwilicht schelmisch an, auch wenn sie es mit ihren geschlossenen Augen nicht sehen konnte. Mit dem Zeigefinger hakte ich mich in den BH zwischen ihren Brüstenm zog sie zu mir heran fing die Lippen in einem Kussm während ich den Verschluss des BH's zu lösen begann.


    Verena

    Immer wieder wanderten meine Mundwinkel nach oben und formten sich zu einem Lächeln. Er hob mich an, um meinen BH zu öffnen, ehe er mich wieder aufs Bett sinken ließ. Ich atmete mittlerweile immer schwerer, als wir uns gegenseitig unseres Restes entledigten und er sich wieder auf mich legte...



    Angesichts des Kamins der mittlerweile eine stetige Hitze verbreitete mit der Tatsache das Verena den Kopf auf meine Brust gelegt hatte, bewegte ich mich nicht um die zerwühlten Decken über uns zu breiten.

    Die Nacht war langsam fortgeschritten, jetzt hatte ich langsam wieder an Verstand gewonnen. Wir hatten einander Trost gespendet in dieser Nacht, doch spürte ich dabei keine Reue. Sollte ich das? Vermutlich aber irgendwie war ich noch gefangen in den erlebten Erfindungen. Talisa hatte ich kennengelernt als 17 jähriger, nicht viel später waren wir ein Paar gewesen und neun Jahre lang waren wir - zumindest ich für meinen Teil einander treu. Es hatte nie eine Phase gegeben in der ich mich ausgetobt hatte und jetzt in diesem Moment spürte ich einen kleinen Funken Wut darüber was für Erfahrungen mir verloren gegangen waren.

    Geistesabwesend strich meine Hand über Verenas Oberarm, auch sie schien zumindest in diesem Moment nichts zu bereuen. Vorsichtig stand ich auf, um noch zwei Holzscheite auf das Feuer zu werfen. Als ich mich wieder aufrichtete schaute ich kurz in die Flammen die von der Glut aufzüngelten. Erst nach diesem Augenblick drehte ich mich Richtung Bett, ich hatte das Rascheln der Decken gehört als Verena sie zurecht gelegt hatte. In dem Zwilicht konnte ich das Lächeln in ihrem Gesicht erkennen, eine Seite der Decke hielt sie nach oben. Mit den Händen zuerst berührte ich das Bett, meinen Blick ganz auf sie gerichtet. Fragend kam ich ihren Lippen näher, küsste sie sanft, spürte wie sie ihn erst zögernd erwiderte. Das erste Mal war ungezügelter gewesen, jetzt jedoch ließ ich mir Zeit mit ihr.

    Anschließend schlief ich erschöpft ein, mit dem besten Schlaf den ich seit einer ganzen Zeit gehabt hatte. Ohne die Träume war die Nacht geruhsam, mein Verstand schien zumindest für einige Zeit abgeschaltet.



    Verena

    Meine Gedanken führen Achterbahn, als ich merkte, wie der junge Mann aufstand und nach dem Feuer schaute. Jung war jedoch ein dehnbarer Begriff, so war er bestimmt 5 Jahre älter als ich, aber das störte mich nicht sonderlich. Zu erst musste ich also an Caleb denken, doch als Svejn meinen Lippen näher kam, verflogen diese Gedanken und ich erwiderte seinen Kuss zunächst zögernd. Als ich fordernder wurde, bremste er mich ein wenig... Es schien so, als wolle er sich nun Zeit lassen, was wir dann auch taten... Nach einer gefühlten Ewigkeit lagen wir beide erschöpft im Bett. Svejn drehte sich irgendwann um und schlief ein. Der nächste Tag würde komisch werden, schließlich war es eine einmalige Gelegenheit gewesen, naja eigentlich waren es zwei Gelegenheiten, wenn man genau sein wollte, die nicht wieder vorkommen würde. Oder doch? Schließlich war es nur Sex und da wir beide Single waren betrügen wir auch niemanden oder machten jemanden eifersüchtig.

    Am nächsten Morgen wachte ich in Svejns Arm auf. Er hatte sich umgedreht und ihn um mich herum gelegt, weshalb ich keine Chance hatte zu entkommen, ohne ihn zu wecken. Das Feuer war fast aus und ich fröstelte leicht, ehe mein Blick zu der Whiskyflasche flog. Leer. Oh man.. Daher also unser Tatendrang.


    Svejn

    Ich erwachte am Morgen mit dem Gefühl der leichten Kälte in meinen Zehen und einem Körper um den ich meinen Arm gelegt hatte. Trotz des frühen Morgens der damit einhergehenden Müdigkeit und dem leichten Pochen von Kopfschmerzen

    wusste ich das es sich dabei nicht um Talisa handelte. Es war Verena.

    Langsam, viel zu langsam wie es mir schien in diesem Moment zog ich meinen Arm von ihrem Körper, breitete die Decke wieder über ihr aus. Die Füße auf dem Boden, die Hände auf den Knien und ihnen meinen Kopf gebettet blieb ich sitzen. "Götter! " murmelte ich ohne richtig zu bemerken das ich es laut ausgesprochen hatte.

    Ich hatte tatsächlich die Situation ausgenutzt in die ich sie auch noch gebracht hatte. Das viel schlimmere daran? Die junge Frau war vor der gestrigen Nacht auch noch Jungfrau gewesen. Das sie sich mir auch aufgedrängt hatte, ließ ich nicht gelten - ich wäre in der Lage gewesen es zu ändern!

    Die Vorwürfe in mir nagten an meinen Eingeweiden. In diesem Fall war es nicht einfach "nur Sex" gewesen...es hätte doch besonders sein sollen. ..mit jemandem den man liebt. Als ich mich gerade aufrichten wollte spürte ich eine Hand auf meiner Schulter.


    Verena

    Natürlich merkte ich, dass er sich aufrichtete und auf einmal etwas murmelte. Leise seufzte ich, ehe auch ich mich aufrichtete und an den Kopf fasste. Er pochte höllich. So toll war der Whisky also doch nicht gewesen, wie es im ersten Moment ausgesehen hatte. Auch hätte er einiges verhindert. Nun nagten doch Schuldgefühle an mir, aber genau wusste ich nicht warum. Schließlich wartete daheim niemand auf mich. Gerade noch so realisierte ich, dass Svejn aufstehen wollte, doch ich legte ihm meine Hand auf die Schulter. Als er sich umdrehte, um mich anzuschauen, lächelte ich sanft, wenn auf ein wenig peinlich berührt. Ja, ich hatte keine Ahnung was ich in einer solchen Situation hätte tun sollen.

    Svejn

    Ich hätte mir in diesem Moment gern das nächste Loch im Boden gesucht um darin zu versinken. Oder Worte von Verena, aber ihr gebrochenes Lächeln, der scheue Blick sagten viel. Auch ihr war es ssichtlich unangenehm in dieser Situation. "Tut mir Leid...das mit dem Whisky hätte ich lassen sollen." ich wollte noch so ganz anderes sagen, doch die Worte blieben mir im Rachen stecken also verstummte ich, holte Luft um wieder anzusetzen, leise geflüstert und rauh klang meine Stimme. "Ich will nur sagen...das ich es nicht bereue." Im nächsten Augenblick sollte ich mir wohl selbst eine rein hauen ICH hatte ja auch nichts zu verlieren gehabt.


    Verena

    Ich hörte ihm aufmerksam zu und zog die Decke ein wenig höher, da ich noch immer nackt war. "Ach...", sagte ich und zog meine Hand von seiner Schulter herunter. "Das mit dem Whisky war eine gute Idee", munterte ich ihn auf. "Nur an der Menge hat es gelegen", sagte ich und grinste nun schief, ehe er wieder zu einem Satz ansetzte, aber die Worte wollten nicht so wirklich. ... Das ich es nicht bereue.. hallte es in meinem Kopf wider, worauf ich nun nicht wirklich eine Antwort hatte. "Ich wurde schon ein paar Mal abgescheppt, hab es aber nie übers Herz bringen können, so weit zu gehen.. gestern Abend war einfach.. wow", sagte ich, obwohl es vermutlich nicht das gewesen war, was er hören wollte. In meinem Innern zog sich alles zusammen. Er hatte mich so um den Verstand gebracht, dass ich ihn jetzt einfach hätte packen können und unser Spiel von letzter Nacht wiederholen können. Stattdessen biss ich mir nur angestrengt auf die Lippe und versuchte möglichst unauffällig auf seine nackte Brust zu schauen.


    Svejn

    Das Lachen das mir über die Lippen kam konnte ich nicht verdrängen. "Irgendwie klingt das wie in einem dieser Teeniefilme was wir hier vor uns her brabbeln. Es lässt sich nicht ändern, also sollten wir einfach dort anfangen wo wir gestern Abend aufgehört haben seriös zu sein?" Damit rollte ich rückwärts in einer Rolle über das Bett Richtung Kamin, kramte vom Boden ihren BH, mein Shirt und unsere Hosen auf. Dann hielt ich ihr die Sachen hin die ich gefunden hatte, war froh den peinlichen Ausdruck auf ihrem Gesicht nicht mehr zu sehen. Stattdessen zeigte sie ihr ungezwungenes wiedergewonnenes Lächeln, da ich wegen der Wand nicht am Bett vorbei konnte musste ich wieder über die Laken klettern. Sie hatte mir mittlerweile den Rücken zugedreht nestelte am Verschluss des BH herum,also kam ich ihr kurzerhand zu Hilfe. Mein Kopf kam ihrem Ohr dabei nahe, also flüsterte ich ihr noch ein paar Worte ins Ohr. Vielleicht waren sie idiotisch, aber sie kamen mir ungefragt über die Lippen. "Du hast Recht der Abend war..wow...der Mann den du einmal lieben wirst kann sich glücklich schätzen." Dann verschwand ich fürs erste in dem Bad, ich brauchte dringend eine eiskalte Dusche! Die Nacht hatte lange verstecktes Verlangen geweckt, welches ich wieder in Zaum bekommen sollte. Wir würden schließlich noch die nächsten beiden Tage mit Moon und Stormi trainieren und in Richtung Inverness reisen.


    Verena

    "Ja.. da hast du recht", sagte ich lachend, zog aber einen Schmollmund, den er jedoch nicht mehr sah, da er sich nach unseren Klamotten gebückt hatte und mir meinen BH und die Hose zuschmiss. Den Rest müsste ich gleich selbst suchen. Kurzerhand drehte ich mich um und werkelte an meinem BH herum, wobei er mir plötzlich half. Ich zuckte kurz zusammen, nahm dann jedoch meine Haare weg und ließ ihn machen. Verwirrt dachte ich über seine Worte nach, als er im Bad verschwand. Kurz seufzte ich und zog meine restlichen Klamotten an, ehe ich das Bett ein wenig richtete und wartete, bis er fertig war. Dann ging auch ich ins Bad und duschte... lange. Als ich fertig war ging ich wieder in unseren kleinen Raum und band mir schnell die Haare zu einem Zopf. "So...", sagte ich und räusperte mich. "Was machen wir jetzt?"


    Svejn

    Ich fummelte an den noch nassen Haaren auf meinem Kopf herum, die ich sonst immer aufwendig zu einem Zopf flocht, allerdings brauchte ich dafür meine Zeit, da ich sie noch nicht allzu lang auf diese Weise trug. "Sobald ich die Haare hier gebendigt habe, würde ich vorschlagen Moon und Stormi zusammen bringen und versuchen die beiden auf den Hänger zu bewegen, damit wir sie nach Inverness bringen können. Da wartet ja noch ein bisschen Arbeit auf uns auch Zues noch soweit an den Hänger zu gewöhnen. Soll wohl ziemlich stressig zugegangen sein als die Pferde zu Mr. McConnor gegeben haben. Sollen wohl ziemlich rüde gewesen sein, könnte also länger dauern bis der kleine Hengst oben drauf steht."


    Verena

    Er berichtete mir von seinen Haaren, ehe ich mich selbst daran zu schaffen machte. "Lass mich dir schnell helfen", sagte ich und betrachtete seinen Anfang, ehe ich in seinem Stil weitermachte. Seine Hände schob ich dabei gekonnt weg, ehe ich ihm weiter zuhörte. "Okay.. was müssen wir in Iverness denn noch alles erledigen?", fragte ich ihn und versetzte seinen Haaren den letzten Schliff. Während ich also auf eine Antwort wartete, zog ich mir schonmal meine Schuhe und meine Jacke an. Draußen war noch immer dieser eklige Nebel, so dass ich es bis jetzt bei einem Blick aus dem Fenster beließ.

    Svejn

    "Danke, so lange sind die Haare noch nicht so." merkte ich an, dann kramte ich meine Jacke aus der Ecke und darunter kamen meine Schuhe zum Vorschein. Binnen zwei Minuten hatten wir uns für die Welt da draußen gewappnet. "Zues an den Hänger gewöhnen, falls es deine Zeit erlauben würde - ich bin momentan dabei Braum einzureiten, den Tipps einer erfahrenen Trainerin würde ich gern lauschen." dann machte ich die Haustür auf. Nebel war da immernoch, aber jetzt lag da auch noch "Schnee?!" sagte ich wenig begeistert machte dann trotzdem den ersten Schritt nach draußen.


    Verena

    "Das merkt man", sagte ich lachend und schaute ihm dabei zu, wie er seine Jacke aufhob. "Wenn du nett zu mir bist, helfe ich dir gerne beim einreiten", sagte ich, wobei das "reiten" einen kitschigen Unterton von mir erhielt. Irgendwas in mir sagte mir, dass dies nicht die letzte Nacht in einem Bett gewesen sei. "Schnee!", sagte ich im Gegensatz zu ihm total begeister, quetschte mich an ihm vorbei nach draußen, machte einen Satz in den Schnee, rollte einen Schneeball und schmiss ihm den Ball mitten ins Gesicht. "Ups", sagte ich lachend und nahm meine Beine in sprichwörtlich in die Hand, da er anfing, mir nachzulaufen. Tja, wie alt waren wir nochmal? [​IMG]D)

    Svejn

    Der Schneeball in meinem Gesicht verhinderte in diesem Moment das Nachdenken über den kitschigen Unterton in ihrer Stimme. "Warte ich bin gleich ganz lieb zu dir!" sagte ich, setzte der Frau nach die sich kichernd in Sicherheit brachte um mir zu entgehen. Allerdings merkte ich schnell den Schmerz in meinem Bein, der immer dann auftauchte wenn ich zu rennen versuchte, also musste ich inne halten. Spürte den verhärteten Muskel an meinem Oberschenkel, dabei war es die Sehne die mir mehr Schmerz verursachte. Ich sah nach oben, musste ihr entschuldigend zulächeln. "Tut mir Leid, dafür bin ich wohl schon etwas zu alt. Mein Bein macht das nicht mehr mit. In einem Turnier hats mich aus den Ringen gehauen, ungünstig gelandet und habe mir den rechten Oberschenkel gebrochen, zusätzlich sind noch paar Sehnen und Bänder im Eimer. Hat lange gedauert bis es geheilt war, macht allerdings immernoch Beschwerden wenn es zu sehr belastet wird. " Ich strich noch einmal über das Bein, dann war Verena auf einige Meter heran, ich brauchte sie nur an der Hüfte zu mir zu ziehen. Dabei drückte ich den Kopf gleich in Richtung des Schnees und schaufelte ihr das weiße Pulver ins Gesicht. "Dafür kann ich dich mit einer kleinen List überrumpeln"

    Verena

    Allmählich wurde ich langsamer und stellte mein Kichern ein, da Svejn mir nicht mehr folgte. Ich ging wieder einige Schritte zurück und entdeckte ihn, wie er sich sein Bein hielt. "Oh.. du Armer..", sagte ich laut und dachte, die Sache wäre hiermit gegessen. Tja, falsch gedacht. Blitzschnell ergriff er meine Hüfte, zog mich zu sich und warf mir Schnee in mein Gesicht. "Ey!", sagte er ich quiekend und schlug ihm spielerisch gegen die Brust, damit er mich losließ, war er jedoch nicht tun wollte. Ich strampelte in seinem Griff hin und her, ehe ich es schaffte, dass wir beide in den Schnee fielen. Ich unten, er irgendwie auf einen Arm gestüzt über mir. Schwer atmend lag ich da und schaute ihn einfach nur an.

    Svejn

    "Kommen wir heute noch zur richtigen Arbeit oder bleiben wir hier einfach liegen?" Im Grunde wäre ich auch gern im Bett liegen geblieben, denn der Kopfschmerz war nun doch ein stetiges Pochen hinter der Stirn. Allerdings war es eine wohltat in diesem Schnee zu liegen, wenn auch die Sachen dadurch etwas feucht wurden. Mit einem Ächzen richtete ich mich wieder auf die Füße, bot meine Hand Verena an um auch ihr aufzuhelfen. Es war schon schwer genug gewesen sie nicht dort auf dem Boden zu küssen, sonst kamen wir tatsächlich nicht mehr in den Stall.


    Verena

    "Wir könnten auch...", setzte ich an, doch da richtete er sich schon wieder auf. Kurz lachte ich, ehe ich seine Hand annahm und mich aufrichtete. "Also gut, an die Arbeit. Also wirklich..", sagte ich und klopfte mir den Schnee von den Sachen, ehe ich zu Stormi ging, der mich noch immer nicht richtig als Chef akzeptiert hatte. "Er versteht auch nicht so richtig, wieso er wieder hier ist...", murmelte ich und halfterte ihn auf. "Wo steht Moon noch gleich?", fragte ich Svejn und wurde von Stormi in seine Richtung geschubst. Instinktiv streckte ich meinen freien Arm nach vorne und knuffte ihn damit in die Brust, damit ich einen Ausfallschritt machen konnte. "Stormi..", fluchte ich und schob den Hengst zurück, um wieder ein wenig Abstand zwischen Svejn und mich zu bekommen.

    Svejn

    Na selbst die Tiere legten es wohl drauf an..."Warte ich geh mit auf die andere Seite und halt ihm am Halfter. Kann schonmal verwirrend sein ständig durch die Gegend zu reisen. Braum hat die Reise hier her auch erst nicht richtig verkraftet, jetzt mit Bucks als Partner geht es ihm viel besser. Moon steht nur zwei Paddocks weiter. Lass uns Stormi zur Weide führen, dann müssen wir bei Moon nur die Tür öffnen und dann können wir sehen wie sie sich anstellen gemeinsam." Beherzt griff ich dem Grauen ins Halfter, was er erst gar nicht so lustig fand, sich dann aber fügte. Innerhalb der nächsten Minuten gelang es uns wirklich dem Plan zu folgen. Stormi auf die Koppel, Moon die Decke abnehmen und anschließend die Tür öffnen. Während Verena die beiden beaufsichtigte, machte ich mich daran mit dem Wagen von ihr samt Hänger rückwärts in den Paddock zu fahren - so konnte keinder der Hengste daran vorbei laufen. Nach einigem rangieren schaffte ich es tatsächlich fast gerade in den Paddock zum stehen zu kommen. Etwas skeptisch betrachtete ich den schiefen Hänger, okay von vorn hatte das ganze besser ausgesehen. Fahren mit Hänger schrieb ich gleich mal auf die Liste der Dinge die nicht zu meinen Stärken gehörte.

    Verena

    "Okay", sagte ich nur und sah ihn dann auf die andere Seite von Stormi gehen. "Eaaaasyy Boy", sagte ich langsam und strich seinen Hals. "Das alles ist viel für dich, ich weiß, aber versuch es wenigstens, ja Junge?", sagte ich und schon gingen wir zu Moon. Auf seine Aussage hin nickte ich nur, ehe wir bei den Pferden standen und Stormi zu Moon lief. Die beiden quietschten ein bisschen, zuckten mit den Ohren und schlugen mit den Schweifen, ehe sie sich daran erinnerten, wer sie waren. Stormi schmiegte seinen Kopf an Moons Hals und brummelte nach einer Weile zufrieden. Auch Moon schien aufgeweckter zu sein und seine Krankheit gänzlich zu vergessen. "Dann wollen wir Mal", sagte ich und half Svejn den Hänger zu öffnen und die beiden irgendwie auf die Rampe zu bek0mmen, was doch tatsächlich nach einer Weile klappte! Stormi trottete todesmütig voran und brummelte immer wieder leise, bis Moon ihm folgte. Zufrieden lächelte ich. "Soll ich dir mit meinem Wagen nachfahren?", fragte ich ihn, weil ich nicht ganz sicher war, wo ich die nächste Nach verbringen würde.


    Svejn

    "Die Pferde werden wohl nicht ausbrechen, wenn wir auf die schnelle noch das Gästezimmer in den alten Zustand versetzten?" Verena schüttelte den Kopf, also ging es in Richtung Garage, in einer Zeit von 2o Minuten hatten wir alles wieder halbwegs so wie wir alles vorgefunden hatten. Wie mit dem Makler abgesprochen versteckte ich den Schüssel im Stall, dann schnappte ich meine Tasche und warf sie in den Wagen. Noch ein Blick auf die Uhr "Okay, die nächste Fähre rüber auf das Festland kommt erst in zwei Stunden , verdammt das hab ich nicht bedacht. Wir können schon runter in die Stadt fahren, ich wäre nämlich für Frühstück" In meiner Magengegend befand sich ein kleines Loch, an Essen hatte ich dann nicht mehr gedacht als ich los gefahren bin.


    Verena

    Ich nickte und folgte ihm zurück ins Gästezimmer, wo wir alles wieder aufräumten. Mein Blick huschte hin und her und ich dachte an die vergangene Nacht- schon wieder. Leicht schüttelte ich den Kopf und räumte den Rest weg, ehe Svejn den Schlüssel wegbrachte und ich zum Wagen ging. "Oh..", sagte ich und mir wurde bewusst, dass ich absolut keine Ahnung hatte, wo Iverness lag. "Ja gut, dann fahren wir in die Stadt", sagte ich und öffnete die Tür des Wagens. "Fahr du vor, ich folge dir", sagte ich lächelnd und stieg dann ein, ehe ich den Motor startete und wartete, bis er vor mich fuhr. Dann verließen wir Sarahs altes Anwesen. Mit einem letzten Blick in den Seitenspiegel verschwand es hinter mir. Für immer?

    Svejn

    Wir suchten uns einen eher abgelegenen Parkplatz für die Pferde, holten uns ein bisschen was aus dem nächsten Supermarkt um endlich etwas zwischen die Zähne zu bekommen. Wir redeten über belanglose Dinge, die trotzdem über dumpfes Small Talk hinaus reichte. Es war entspannt mit ihr zu reden.

    Danach ging es zum Parkplatz der Fähre damit wir gleich die ersten an der Reihe wären, da die Pferde nun doch öfter zu hören waren.

    Ich hatte mir ihre Handynummer notiert gehabt,sodass die erwartete zwei Stunden lange Fahrt dieses Mal doch nicht langweilig wurde. Verena und ich konnten uns über das Handy ohne weiteres unterhalten.

    Bei Inverness wafen wir beide einfach froh die Pferde mit zu Zues auf das Koppelabteil zu schicken. "Jetzt brauch ich unbedingt ne Kopfschmerztablette und einen Kaffee, was sagst du dazu?"


    Verena

    Schottland und generell Großbritannien war eine sehr schöne Gegend, weshalb ich mir bei unserer Pause alles ganz genau anschaute. Gestärkt ging es dann zur Fähre, mit der wir schnell übersetzten. Auf der weiteren Fahrt telefonierten wir die ganze Zeit, was auch sehr lustig war. Aus der anfänglichen Beklemmtheit zwischen uns beiden war ein lockeres Verhältnis entstanden.

    Lächelnd schaute ich zu wie Moon und Stormi auf die Koppel galoppierten. Als Svejn nach einer Kopfwehtablette fragte sagte ich nicht nein, nur dem Kaffee dankte ich ab. "Und wen gehört das hier jetzt?", fragte ich ihn dann neugierig.

    Verena

    Schottland und generell Großbritannien war eine sehr schöne Gegend, weshalb ich mir bei unserer Pause alles ganz genau anschaute. Gestärkt ging es dann zur Fähre, mit der wir schnell übersetzten. Auf der weiteren Fahrt telefonierten wir die ganze Zeit, was auch sehr lustig war. Aus der anfänglichen Beklemmtheit zwischen uns beiden war ein lockeres Verhältnis entstanden.

    Lächelnd schaute ich zu wie Moon und Stormi auf die Koppel galoppierten. Als Svejn nach einer Kopfwehtablette fragte sagte ich nicht nein, nur dem Kaffee dankte ich ab. "Und wen gehört das hier jetzt?", fragte ich ihn dann neugierig.



    Verena

    Ich hörte ihm aufmerksam zu. "Ach stimmt, du arbeitest doch auch in einem Museum hier, oder?", fragte ich ihn und schaute mir Zues an, der immer genug Abstand zu den anderen Pferden hielt. "Ja... Mit einer Stute könnte das hier Probleme geben", wiederholte ich seine Aussage und schaute mir das Gelände ein wenig genauer an. "Na gut, lass uns rein", wiederholte ich erneut seine Aussage und klopfte ihm grinsend auf die Schulter. "Weder Kaffee noch Tee, aber vielleicht hast du ja was anderes da", sprach ich lächelnd und folgte ihm dann zum Haus.






    Svejn

    "Willkommen im Haus Álfarsson ist noch ziemlich spartanisch eingerichtet, wenn du keinen Tee oder Kaffee magst hätte ich noch Kakao im Angebot. Dachte bei der Kälte da draußen wäre etwas warmes nicht schlecht, ansonsten hätte ich natürlich noch heißes Wasser im Angebot, allerdings denke ich da bleibt der Genuss auf der Strecke." Sie sah mich amüsiert an, bat dann um den Kakao. Aus dem Schrank unter der Spüle holte ich mir die letzte Milch heraus, goss sie in eine Tasse um sie in die Mikrowelle zu stellen. Während der Zeit holte ich die Büsche für Kaffee und Kakao aus dem Schrank. Ich zog eine kleine Flappe als der Kaffee leer war, goss also eine neue Tasse Milch ein und machte auch einen Kakao. "Dann trinken wir eben mal wieder das selbe." Mit dem heißen Tassen quatierten wir uns im Wohnzimmer auf die Couch, die augezogen werden konnte und so auch mein Bett ergeben würde. Mein Problem bestand darin - auch hier ergab sich kein zweiter Schlafplatz. Ich persönlich hatte nichts gegen eine Wiederholung des gestrigen Abends, wusste jedoch nicht wie Verena darauf reagieren würde. Also trank ich an der Tasse Kakao, überlegte was ich sagen konnte.


    Verena

    Als er mich im Haus Álfarsson wilkommen hieß schaute ich mich ein wenig um und nickte dan. "Klar, Kakao klingt gut", sagte ich lachend und setzte mich an seinen Tisch in der Küche, während er sich um den Kako kümmerte. Auf seine Aussage hin, dass wir beide wohl wieder das Selbe trinken würden, lachte ich nur. "Hoffentlich aber ohne diese höllischen Kopfschmerzen. Oder hast du was in den Kakao gemischt?", sagte ich scherzhaft und grinste ihn an. Ich stand also vom Stuhl auf und folgte ihm ins Wohnzimmer, wo wir uns auf der Couch niederließen. Stumm saßen wir da auf der Couch, ehe ich ihm gegen die Schulter boxte und er fast seinen Kakao verschüttete. "Du hast mir eine Kopfwehtablette versprochen, wo ist sie?", fragte ich ihn noch immer lachend und grinste ihn süffisant an.

    Svejn

    "Klar, in den Kakao hab ich Milch gemixt." sagte ich, wich einem weiteren Boxhieb nur durch Aufstehen aus, streckte ihr die Zunge raus und verschwand in Richtung des Bades. Dort hing ein kleiner Kasten mit einem roten Kreuz darauf, in dem ich bereits ein kleines Lager an Kopfschmerztabletten besaß. Den kleinen Becher füllte ich mit Wasser. Als ich mich in dem schmalen Raum wieder umdrehte, stand dort Verena in der Tür eine Hand nach vorn gestreckt, fast auffordernd. Was mich auf eine Idee brachte, dir mir mehr als nur gefiel. Stockenden Schrittes lief ich auf sie zu, dabei löste ich eine der Kapseln aus der Verpackung, lächelte dabei süffisant wie sie es so oft tat. "Die hierß" fragte ich , trat den letzten Schritt auf sie zu und legte mir die Tablette kokett auf die Zunge. Bevor Verena die Möglichkeit gegeben wurde zu antworten, fasste meine Hand sie im Nacken um sie erneut zu küssen. Sanft öffneten sich dabei ihre Lippen, teilten sich meiner fordernden Zunge fast ein bisschen zu schnell. Mit dem Kuss übergab ich ihr die kleine Kapsel, zog mich dann lächelnd zurück hob den Becher zwischen uns "Wasser?" dabei zog ich eine Augenbraue nach oben. Genoss den glasigen, überraschten Blick in ihrem Gesicht.

    Verena

    Ich lachte nur und schüttelte den Kopf. Wenn das so weiter ging, bekam ich Bauchschmerzen vor Lachen. Gott sei Dank stand Svejn in dem Moment auf und ging zum Bad. Kurz schaute ich ihm nach, ehe ich mich wieder auf meinen Kakao konzentrierte und einen weiteren Schluck trank. Da er ewig im Bad brauchte ging ich ihm einfach nach und stellte mich mit verschränkten Armen in die Tür. Svejn kramte im Schrank herum und ich streckte ihm wohlwollend meine Hand entgegen. "Ja die da...", sagte ich noch, ehe die Kapsel in seinem Mund landete. Mit skeptichen Blick schaute ich ihn an, ehe er schnell eine Hand in meinen Nacken legte, seine Lippen die Meinen fanden und er die Kapsel einfach in meinen Mund schob. Viel zu schnell lösten sich seine Lippen von meinen und er hielt mir den Becher Wasser vor die Nase. Völlig perplex starrte ich ihn an, griff nach dem Becher und schluckte die Tablette. "Pack den Whisky aus", sagte ich scherzend und spülte mit einem Schluck Wasser nach.


    Svejn

    "Whisky ist leider aus, der gestern war mein letzter." Da noch Reste in dem Becher waren nahm auch ich mir endlich eine Tablette, schluckte sie herunter und stellte den Becher wieder auf den Schrank zurück. Auf flinken Füßen hatte sich Verena wieder auf die Couch zurück geschlichen, die Beine angezogen nippte sie an der heißen Tasse Kakao. Von meinem Standort beobachtete ich sie eine kleine Weile, dann löste ich mich wieder aus dem Türrahmen. Ich war mir nicht ganz klar was als nächstes zu tun war, vielleicht war der Kuss ein Fehler gewesen. Jetzt tat es mir fast wieder leit, wenn es auch in diesem Moment als lustig empfunden wirkte. In zwei Tagen würde sie zurück in ihr Leben auf der Ranch gehen, zu dem Mann den sie wirklich liebte. Dabei empfand ich keine Eifersucht, ich war nicht in sie verliebt. Es war eher wie in den Filmen die von einer Freunschaft plus sprachen. Bei dem Gedanken wurde ich um ein paar Zentimeter kleiner, das Gefühl sie nur für mein Verlangen ausgenutzt zu haben schaltete sich erneut ein, wie es mich heute morgen schon überrollt hatte. Es war schon wieder Abend geworden, dem Problem mit dem Schlafplatz hatte ich bisher umgehen können. Jetzt rückte es näher und brachte mir den Schweiß auf die Stirn was allerdings auch an dem warmen Pulli lag, dem ich mich entledigte. "Wie wollen wir das heute mit dem Schlafplatz erledigen?" fragte ich sie, nahm nun meine Tasse in die Hand und nahm auf der anderen Couchseite platz.


    Verena

    "Oh, sehr schade", sagte ich und ließ die Frage aus, nach anderen alkoholischen Getränken zu fragen. Stattdessen ging ich wieder auf die Couch und trank meinen warmen Kakao. Mir war eben schon aufgefallen, dass seine Wohnung sehr klein war.. deshalb hatte ich auch kein Schlafzimmer entdeckt. Als ich mich also weiter umsah, stand er noch immer in der Tür des Badezimmers. "Kommst du heute nochmal oder wächst du gerade da fest?", fragte ich ihn und nippte wieder an meinem Kakao. Endlich kam er wieder zu mir herüber, kam mir jedoch aufgewühlter vor als zuvor. Skeptisch schaute ich zu ihm rüber, ehe er mich etwas fragte. "Ähm.. wenn ich das richtig sehe, hast du nur die Couch hier? Von mir aus können wir beide hier schlafen...", sagte ich schulterzuckend und hatte noch etwas auf der Zunge, behielt es dann aber für mich, ehe ich aufstand und meine leere Tasse zur Spüle brachte. Schließlich sagte ich ihm dann doch, was in meinem Kopf vorging: "Weißt du, der Typ auf meiner Ranch kann mir auch gestohlen bleiben. Er hat mir nicht nur einmal bewiesen, dass er es nicht wert ist. Er ist ein toller Kerl und ein wirklich, wirklich guter Trainer aber naja.. mittlerweile wars das dann auch", erklärte ich ihm und zuckte mit den Schultern, ehe ich meinen Zopf löste, den ich im Auto zu einem Dutt geformt hatte und mir meine honigblonden Haare in sanften Wellen um die Schultern fielen.


    Svejn

    Mein Blick blieb auf ihr gerichtet, als sie sich den Dutt löste - ihre Stimme hatte tatsächlich gleichgültig geklungen. Trotzdem wusste ich nicht ganz was ich davon zu halten hatte, gestern hatte sie schließlich wegen genau diesem Kerl zu viel getrunken. Oder hatte sie ihr Herz plötzlich an jemand anderen verloren? "Verena, ich....so ganz kann ich dir nicht glauben, du hast schließlich gestern auch wegen ihm so viel getrunken. " Ich hielt inne, nahm ihr die fast leere Tasse aus der Hand, strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. "Ich will nicht das falsche Hoffnungen entstehen, in der nächsten Zeit hab ich die Nase gestrichen voll von Beziehungen. Ich war 9 Jahre in einer Beziehung gefangen, merke erst jetzt wie sich Freiheit anfühlt und will so schnell nicht wieder an eine Kette gelegt werden. Das soll nicht heißen das ich die Zeit mit dir nicht genossen habe, aber ich weiß nicht wo uns das hin führen kann. Verstehst du das ich dich nicht verletzten will?" Das klang wie der letzte Gefühlsausbruch, gern hätte ich die Zeit zurück gedreht bis ich diese idiotischen Worte gesprochen hatte, jetzt jedoch waren sie raus. Die Götter begannen mit mir zu spielen, Loki der verrückte Schelm musste mir dicht im Nachen sitzen, sonst war ich doch nicht so gewesen!


    Verena

    Ich zuckte kurz zusammen als er mir eine Strähne aus dem Gesicht strich. "Das stimmt, Svejn. Aber mittlerweile weiß ich es einfach besser. Schon so oft hat er mit mir gespielt.. Sozusagen war ich auch an eine Kette gebunden... Und jetzt habe ich Blut geleckt, wie man so schön sagt. Genieße das hier und jetzt", sprach ich und lachte kurz, ehe ich seine Hand mit meiner umfasste. "Keine falschen Hoffnungen", sagte ich lächelnd und drückte seine Hand kurz, ehe ich die Meine wieder sinken ließ. "Und jetzt mach das Bett, mir ist kalt", sagte ich ihm, da ich nicht 'müde' sagen wollte. Sonst würde der Abend ganz schnell ein Ende finden.


    Svejn

    Hinter mir zog ich eine dickere Decke hervor, breitete sie über Verena aus bevor ich sie mir einfach auf den Arm hob. Ich war vielleicht nicht sonderlich groß, aber dafür war ich kräftig genug um sie auf den Sessel zu tragen. Danach zog ich das Lattenrost hervor, breitete das schwarze Laken darüber und holte aus dem Bettkasten die Decken. Bei dem Motiv musste ich schmunzeln. "Komm her das Bett ist fertig unter den Drachen wird dir sicherlich schnell wieder warm. Mit einem Kamin kann ich heute allerdings auch nicht dienen." Damit lies ich mich rücklings auf das Bett fallen , schaute an die Decke. Bei ihren hastigen Schritten schaute ich nicht hin , lauschte nur auf das Rascheln der Decke und Kleidung die den Boden berührte, oder war es die Decke?


    Verena

    "Ey!", sagte ich noch als er mich einfach hochhob und auf den Sessel setzte. Schmollend gab ich mich zufrieden und beobachtete ihn und seine süßen Drachen. "Süß, aber leider kein Ofen", sagte ich Schulterzuckend und ging zum Sofa-Bett, um mich unter die Decke zu legen. Vorm Bett zog ich meinen Bh und die Hose aus, so dass ich in top und Höschen neben ihm lag. "Hmmm", brummelte ich. "Gestern Abend war es wärmer", sprach ich mit einem amüsierten Unterton und wartet auf seine Reaktion.


    Svejn

    Mit etwas Schwung stütze ich mich auf einen Ellenbogen, sah ihrer Atmung unter der Decke zu, die beschlossenen Augenlider. Auch ich entledigte mich der Reithose und dem Shirt das ich noch getragen hatte. Sanft hob ich die Decke an unter der sie lag, rückte mit der Hüfte auf sie zu und umarmte sie von der Seite da mir selbst sehr warm war. "Wäre es so wärmer?" fragte ich sie neckisch, wobei meine Hand langsam ihren Rücken hinauf wanderte. Ich sah wie sie sich auf die Lippen bis, den Rücken gegen meine Hand drückte. Sie hatte Blut geleckt wie sie es ausgedrückt hatte. Mir erging es ähnlich, also wieso nicht tun wozu sie mich schon den ganzen Tag ermutigt hatte? Jetzt stütze ich mich wieder auf einen Ellenbogen, schob den Kopf in ihre Halsbeuge um dort einen Kuss zu platzieren, meine Zungenspitze zog eine Spur zu ihrem Ohr in das ich ein paar Worte flüsterte. "Ist es das was du willst?" dabei kam meine linke Hand auf einer ihrer Brüste zum Halten


    Verena

    Ich zuckte kurz zusammen als er den Arm um mich legte und näher zu mir rückte. Dann jedoch umspielte mich eine wohlige Wärme und ich rückte ein wenig an ihn heran. Als er mich sanft küsste bekam ich ein seltsames Gribbeln im Bauch, ehe er mir eine Frage stellte. Ich beantworte sie ohne Worte, indem ich mich langsam umdreht, mich ein wenig steckte und seine Lippen mit den Meinen sanft berührte. Eine meiner Hände legte ich vorsichtig an seine Brust, ehe mein zuvor so sanfter Kuss fordernder wurde.

    Svejn

    Dieses Mal waren wir beide in vollem Besitz unseres Verstandes, kein Alkohol der uns Antrieb nur die Gier nach dem Körper des anderen. War Verena zuvor schüchterner gewesen, fanden wir nun zu einem Rhythmus.

    Der Sex zwischen Verena und mir war mehr als es bei Talisa der Fall gewesen war, hier spürte ich wirkliche Leidenschaft. Mit Talisa war es nicht mehr als eine Notwendigkeit geworden, denn am Anfang war es auch mit ihr anders gewesen.

    Ihr Kopf lag auf meiner Brust, die filigranen Finger spielten mit dem Flaum auf der Brust, was mir ein kleines Lächeln über die Lippen kommen ließ. Sie hatte mir erzählt das es eigentlich nicht ihre Art war, wobei ich gestehen musste das diese Situation etwas komplett fremdes für mich war. "Jetzt war ich nett zu dir, hilfst du mir bei der Ausbildung von Braum?" dann hielt ich inne "Wobei es an einem Tag nicht zu schaffen ist." es sollte nicht klingen als bedauerte ich ihr weg gehen, doch genau danach brach meine Stimme. Reiß dich doch zusammen! Schollt ich mich selbst, drehte dann leicht den Körper damit ich ihr direkt in die Augen sehen konnte.


    Verena

    Gedankenverloren lag ich neben ihm, meine Hand auf seiner Brust. Zufrieden seufzte ich, ehe meine Lippen sich zu einem Lächeln formten. Kurz lachte ich auf, als er mir eine Frage stellte. "Haha, also wolltest du mich bestechen?", sagte ich gespielt vorwurfsvollen, ehe ich daran dachte , dass es auch meine Idee gewesen war. "Aber natürlich, ich helfe dir", versprach ich ihm und gähnte einmal. Die Müdigkeit überrannte mich nun doch.


    Svejn

    Ich befreite meinen Arm ein wenig von ihrem gesamten Körpergewicht, umschloss aber ihre Schultern. "Dankeschön. " Meinen Kopf ließ ich gegen ihren sinken, als ich den unangenehmen Druck des geflochtenen Zopfes spürte. Es dauerte eine kleine Weile bis ich mit der linken Hand den Zopfgummi heraus gefummelt und die Haare entwirrt hatte. Dann lockerte ich sie ein wenig auf, sah im Halbdunkel das glitzern der Augen von Verena deren Gesicht ein Lächeln zeigte. Irgendwas von "mal ein Kerl der versteht wie nervig lange Haare sein können" murmelte sie, bevor ihr Kopf wieder in mein einziges Kissen fiel.


    Verena

    "Bitte, bitte", sagte ich noch, ehe ich anfügte: "Also kommt natürlich drauf an, ob du dir was von einer Frau sagen lässt. Sonst bringt das Training nichts." Kurz lachte ich, ehe er anfing in seinen Haaren herumzufummeln. "Wieso hast du die eigentlich so lang?", fragte ich dann und lenkte irgendwie vom eigentlichen Thema ab, ehe ich noch etwas murmelte was die Länge seiner Haare betraf und schließlich wieder ins Kissen sank. Eine meiner Hände fuhr jedoch auf seiner Brust auf und ab und streichelte ihn da sanft, wähend ich ein Lächeln auf dem Gesicht hatte.


    Svejn

    "Als echter Metalhead hab ich mit 13 angefangen meine Haare lang wachsen zu lassen, habs dann nicht geändert als ich weniger auf Festivals unterwegs war. Beim Turnen bin ich mit den Zöpfen dann aufgefallen, damals hat mir das natürlich gefallen. Talisa bin ich nur wegen der langen Haare aufgefallen. Allerdings hat das ganze auch religiöse Gründe, die Wikinger haben ihre Haare ebenfalls lang getragen, oftmals auch kunstvoll geflochten, da ich mich mit zum Asatru zähle, was soviel wie "Asenglaube" bedeutet trage ich sie auch deswegen lang. Vor knapp einem Jahr hab ich mir dann den ersten Sidecut geschnitten um ich am Kopf tattoowieren zu lassen und vor zwei Monaten habe ich mit der anderen Seite nachgezogen und mir dort ebenfalls einen Raben tattoowieren lassen. Jetzt trage ich Hugin und Munin stets bei mir." Ich hoffte einfach ich würde sie damit nicht langweilen, wie es bei Talisa manchmal der Fall gewesen war. Sie hatte meine Faszination nicht verstehen können.

    Verena

    Ich hörte ihm aufmerksam zu und nickte ein paar Mal. "Wow, das klingt echt spannend!", meinte ich ehrlich begeistert und ließ meine Hand auf seiner Brust ruhen. "Kannst du mir noch mehr über deinen Glauben erzählen?", fragte ich ihn interessiert und fuhr dann weiter mit meiner Hand über seine Brust. Sein Glaube interessierte mich wirklich. Dass wir schon fast 1 Uhr nachts hatten, wäre mir nicht aufgefallen, hätte er sich nicht zu mir gedreht und ich so einen Blick über ihn werfen können. Kurz zog ich die Augenbrauen zusammen, lächelte ihn dann jedoch wieder freundlich an. Morgen würde ich nicht mit einem Kater aufwachen, sondern einfach nur müde. Das war dann auch nur halb so schlimm.

    Svejn

    "Nach Ansicht vieler Asatru Gläubiger wird die Welt durch zwei wesensverschiedene Urkräfte geprägt, die erbauenden Kräfte der Æsir, und die zerstörerischen Kräfte, die wir als Riesen bezeichnen. Asatru oder manchmal Heidentum oder Paganismus genannt besteht im Grunde nur darin, diese Zweiteilung zu erkennen und sich für die Seite der Æsir zu entscheiden. Natürlich sind da unter den nordischen Götter auch noch die Wanen, Skadi ist eine v0n ihnen, eine Art Eisgöttin. Odin ist der Allvater, Thor sein Sohn, mit seinem Hammer Mjölnir befehligt er die Gestade des Himmels. Um den Menschen das Wissen um die Runen zu geben und selbst zur Weisheit zu gelangen gab er sein Auge hin, hing sich sogar tagelang in die Weltenesche Yggrasil. Auf den Ästen des Baumes leben wir, unsere menschliche Welt nennt sich Mitgard und die der Götter Asgard, ingesamt existieren neun Welten. Okay, das könnte noch tagelang so weiter gehen. Wichtig ist dabei, wir wollen nicht den Wikingern nacheifern, aber vieles basiert auf ihrer Mythologie, aber jeder muss seine eigenen Lehren dazu ziehen. Für mich gibt es neun Grundfeste, wie es auch neun Welten gibt. Stets den Mut zu haben die Wahrheit zu sprechen, Vertrauen in die eigenen Taten und auch die anderer haben,Treue und Disziplin. Eine Art Beharrhlichkeit im Leben zu bewahren, den Fleiß seinen Weg zu gehen um das Ziel einmal zu erreichen. Ehre, die jeder anders auslegt. Und dann ist da eine Grundfeste der ich besonders gern nach gehe, der Gastfreundlichkeit." Dabei griff ich sanft nach der Hand auf meiner Brust, küsste ihren Hinterkopf und zog die Decke etwas mehr zu uns heran.



    Verena

    Gespannt hörte ich ihm zu. "Und was ist wenn mein sich nicht für die Seite der Æsir entscheidet? Ist man dann kein guter Mensch?", war meine wohl einzige Frage, da ich über den Rest nochmal nachdenken musste.

    Als er meine Hand drückte und meinen Hinterkopf küsste, lächelte ich kurz. "Begrüßt du denn alle deine Gäste so umfangreich?", fragte ich dann und fing an zu kichern. Wenn dem so sei, war das dann doch etwas zu viel des Guten, auch wenn ich glaubte, dass er nicht alle seine Gäste so begrüßte.


    Svejn

    Ein leises Lachen kam mir über die Lippen "Das ist eine berechtigte Frage." danach herrschte Stille in denen jeder seinen Gedanken nach hing. "Eine wirklich gute Frage, ich folge nicht ganz diesem Weg oder dieser Ansicht. Ich müsste meine eigenen christlichen Eltern hassen bzw. nicht hassen aber davon denken das sie den falschen Weg gewählt haben. Dabei sind alle anderen die nicht den Asatru Pfad wählten nur auf der Suche ihren ganz eigenen Weg zu finden, vielleicht werden sie ihn in einer anderen Wahrheit finden als ich selbst, andere werden ihn niemals finden. Allerdings geht es dabei auch um die Zweiteilung im Asatru selbst, die Riesen sind eine zerstörerische Kraft. Man sagt sollten sie sich jemals wieder erheben wird es dem Fenriswolf gelingen seine Fesseln zu sprengen und anschließend beginnt die Ragnarök, die Götterdämmerung. Doch es ist auch möglich unter den Æsir das Chaos zu verehren, denn Loki ist ein Trickster, er trägt nicht umsonst den Namen der Listenreiche. Und nein, nicht alle meine Gäste begrüße ich so umfangreich. Vor gestern ist es auf diese Weise auch noch nicht geschehen, ich hatte eine Freundin, wir hatten vor gehabt zu heiraten."


    Verena

    Erneut lauschte ich seinen Worten geduldig, ab und zu unterbrach ich ihn und hakte nach. So zum Beispiel, ob der Fenriswolf ein echter Wolf war oder ob Riesen wirklich Riesen waren, so wie im Anime Attack on Titan. "Das ist alles so verwirrend, und doch hängt es komplett zusammen. Ohne das Eine, kann das Andere nicht sein...", schlussfolgerte ich, ehe er den Satz mit dem Heiraten sagte. "Oh... das ist.. tut mir Leid..", murmelte ich, weil ich nicht wusste, was ich hätte sonst sagen sollen.


    Svejn

    Wieder konnte ich mir ein Lachen nicht verkneifen, weil sie so betreten klang. "Talisa und mich hat schon längst nichts mehr verbunden, ich habe sie vor zwei Jahren gefragt, doch sie wollte erst ihr Masterstudium beenden. Dafür ging sie nach Edinburgh, die Fernbeziehung hat uns im Grunde nur noch weiter voneinander entfernt. Ich bin dann hier nach Schottland gezogen, in ihre Wohnung. Talisa besaß nicht den Mut die Wahrheit zu sprechen, sie schrieb mir eine Nachricht sie wolle mit mir reden, da habe ich sie im Bett mit diesem rothaarigen Schotten ertappt - es war kalkuliert, das war der Verrat der mich endgültig fliegen lehrte. Ich habe meine Ketten gesprengt, bin gegangen und habe seitdem nicht zurück geblickt. Ich fühle mich freier als an jedem Tag in meiner Beziehung mit ihr, hätte ich die Pferde nicht würde ich wohl durch die Gegend reisen und von verschiedenen Leuten lernen."

    Verena

    Ich hörte ihm zu- schon wieder. Heute Abend war er redseliger als den Tag davor, was ich jedoch viel besser fand als betretenes Schweigen. "Na gut.. alles hat seine vor und Nachteile, was?", sagte ich und gähnte kurz. "Sollen wir nicht mal schlafen? Morgen haben wir viel Arbeit vor uns..", sagte ich und all meine Gedanken an Sex waren verflogen. Ich war nun wirklich wahnsinnig müde und wollte nichts lieber, als einfach zu schlafen. Hoffentlich sah er das genauso. Spätestens als ich erneut gähnte, sah er mich grinsend an und nickte kurz.

    Svejn

    Der Schlaf stellte sich zumindest in meinem Falle schnell ein, wobei ich zu meinem Ärger erwachte als das erste Licht in den Raum fiel. Auf dem kleinen Tisch neben dem Bett suchte ich nach meinem Handy - 6.35 Uhr. Wenig begeistert legte ich es wieder ab, unterdrücke nur ein leisen Stöhnen, da ich einfach noch immer unendlich müde war. Verena träumte noch den Schlaf der seeligen, langsam schob ich mich aus dem Bett, rannte auf kalten Füßen hinüber zum Schreibtisch und schrieb eine kurze Nachricht, damit sie nicht erschrak wenn ich weg war.

    "Hey Rena,

    wegen mangelndem Essebarem im Haus schnell beim Bäcker - Frühstück besorgen."

    Warum ich Rena geschrieben hatte wusste ich nicht, allerding fand ich den Namen passender als Veni. Ich zuckte die Schultern, zog meine Klamotten in der Küche an und legte den Zettel auf die leere Seite des Bettes. Draußen zögerte ich nicht lang, holte mir den Rappen Ameno von der Koppel, putzte fix ein wenig über seinen etwa schlammigen Rücken und machte mich mit dem Hengst reitend auf den Weg zum Bäcker am anderen Ende der Kleinstadt - er sollte sowieso trainiert werden und tägliche Bewegung war pflicht, wieso nicht für meine Zwecke nutzten?


    Verena

    Nachdem er nichts mehr geantwortete hatte, drehte ich mich von ihm weg, schob mich aber in der Nacht irgendwann wieder an ihn ran, da mir chronisch kalt war und ich es liebte, gewärmt zu werden. Nach einer meiner Meinung nach viel zu kurzen Nacht wachte ich auf und fand einen leeren Platz neben mir vor. Kurz schreckte ich auf, ehe ich den Zettel sah. "Rena? Sein Ernst?!", fluchte ich und stand dann auf, um sein Bad in Anspruch zu nehmen. Frisch geduscht und mit neuen Klamotten verließ ich es wieder und traf Svejn dann endlich wieder an. "Jetzt bin ich aber gespannt, was du besorgt hast", sagte ich lachend und fühlte mich schon richtig mies, weil ich ihm hier die ganze Zeit auf der Tasche hing. Jedoch wusste ich gerade nicht, wie ich das wieder gut machen sollte, weshalb ich den Gedanken vorerst zur Seite schob.


    Svejn

    Nach dem schnellen Ritt stellte ich Ameno zurück auf den Paddock, stellte ihm Futter parat und verschwand mit Brötchen im Haus. Dort hörte ich die Dusche, machte also wieder Milch heiß um Kakao zu machen. "Ich hätte hier Kartoffelbrötchen, Croissants und zum Nachtisch Shortbread. Außerdem heißen Kakao....im Bett oder am Tisch? " Dabei handelte es sich jedoch nur um einen Stehtisch.


    Verena

    Ich schaute mir die Auswahl genau an. "Ich nehm Kartoffelbrötchen und Shortbread, was auch immer das für Sachen sind", gestand ich ihm lachend und kratzte mich fragend am Kopf. "Und Kakao... am Tisch", fügte ich jetzt doch wirklich lachend bei, ehe ich mir eine der Tassen schnappte und daran nippte. Dann reichte er mir eines der Kartoffelbrötchen rüber.


    Svejn

    "Kartoffelbrötchen sind einfach aus Kartoffelmehl gemacht und Shortbread eine Art süßes Brot...ist ne Spezialität hier in Schottland. Schmeckt ziemlich gut, nur zu viel davon und mir word schlecht. " Gemeinsam frühstückten wir am Tisch, besprachen was wir als erstes tun würden und sie stellte mir weiterhin bohrende Fragen zu meinem Glauben. Zumindest wusste ich so das ihr Interesse nicht gespielt war.


    Verena

    "Achso", sagte ich noch und biss in eines der Brötchen. "Ja oke, die schmecken gut", lobte ich die schottische Kost, nachdem ich auch das Shortbread gekostet hatte. "Also fangen wir heute mit Braum an?", fragte ich ihn und wir unterhielten uns eine Weile über den Hengst, wie wir was mit ihm machen wollten. "Also ich würde vorschlagen je nachdem wie weit du schon bist wird er gesattelt und ordentlich longiert... oder hatte er noch keinen Sattel drauf?", fragte ich ihn dann und nippte weiter an meinem Kakao.



    Svejn

    "Longiere ihn schon seit einem guten halben Jahr mit Sattel und auch oft mit Trense, wobei wir eher gebisslos unterwegs waren bisher. Viel vom Boden aus habe ich ebenfalls gemacht, wenn er auf dem Boden lag oder sitzt kann ich mich auch bereits etwas drauf lehnen oder gegen lehnen. Richtig geritten ist ihn niemand, außerdem habe ich zu wenig Ahnung vom Westernstil als das ich ihn dort ausbilden kann. Wahrscheinlich wird er bei mir zweigleisig fahren. Denke nicht das ich ihn kören lassen könnte, wer will so einen wilden Mix als Stammvater, aber er ist so liebevoll, habs nicht über das Herz gebracht ihn zu Kastrieren." Ich dachte an die letzten zwei Jahre mit Braum, musste lächeln denn eigentlich hatte ich damals nach etwas anderem geschaut - ein ausgebildetes hatte es werden sollen. Mein Herz jedoch war an dem knapp zweijährigen hängen ggeblieben. Ich bereute diesen Schritt bisher in keinster Weise.


    Verena

    "Soll ich dir mal einen guten Tipp geben? Behandel dein Pferd nicht wie eine Prinzessin", sagte ich lachend und boxte ihm gegen die Schulter. "Sobald meine Jungpferde den Sattel kennen kommen die in den Round Pen und ich Steig auf.", erklärte ich ihm dann und erzählte ihm wie einfach das klappte und wie viele Pferde ich so schon eingeritten hatte.

    Zu seiner Aussage mit dem Kören riet ich ihn nur es zu versuchen, es war schließlich Werbung für ihn. Schnell aß ich fertig und blickte ihn dann wieder an. "Sollen wir?"

    Svejn

    "Er ist mein erstes eigenes, außerdem hab ich mit dem Training von Pferden nicht so viel Erfahrung, viel mache ich eeinfach nur aus dem Gefühl heraus." versuche ich mich heraus zu reden, muss dann jedoch gestehen das sie ja nicht unrecht hatte. "Eigentlich habe ich noch eine Menge zu lernen auf dem Gebiet, deswegen nicht hauptberuflich als Trainer." Auch ich trank den letzten Rest des Kakaos aus, dann pellten wir uns beide an um hinaus in den Tag zu starten. "Wie willst du das mit Zues und dem Hänger gestalten? "


    Verena

    Ich schüttelte nur lachend den Kopf und ging dann in Richtung Tür, um meine Jacke anzuziehen. Aufräumen konnten wir später. "Noch gar nicht", antwortete ich ihm wegen Zues. "Der darf noch ne Weile stehen", erklärte ich Schulterzuckend und ging dann nach draußen. Es war wirklich kalt geworden, jedoch nichts im Vergleich zu Kanada.

    Svejn

    Etwas verwirrt zog ich die Augenbrauen zusammen. War nicht für den morgigen Tag ihre Abreise geplant gewesen? Wollte sie noch bleiben,wenn Zues noch "eine Weile stehen darf". Es würde mich nicht stören,warf nur meinen Plan etwas durcheinander ganz davon abgesehen das ich mich morgen wieder in den Kilt werfen durfte um Führungen zu organisieren. Ich beschloss sie dahingehend noch auszuhorchen. Schneidende Kälte fuhr mir ins Gesicht, lies mir fast augenblicklich die Nasenhaare gefrieren. Die Hälfte vom Schnee jedoch war schon wieder einer Regenpfütze gewichen,Matsch erschwerte das Gehen. "Man sollte doch meinen bei der Temperatur die herrscht ist der Nebel mal nicht da!" murmelte ich zu leise als das Verena es hören konnte. Am Paddock angekommen erwarteten uns zwei Schmutzbären , ich lachte auf "Na immerhin ist Braum größer,sonst wäre schwer erkennbar welchen wir reiten wollen."


    Verena

    Ich zuckte kurz mit den Schultern, als er mich so fragend an sah und band mir schnell meine Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen, was ich sofort bereute, denn der eizige Wind peitschte mir ins Gesicht und Nebel erschwerte mir die Sicht. "Ganz schön ungemütlich, dein geliebtes Schottland", sagte ich kurz und blickte dann zu den Pferden. "Ja..", lachte ich. "Das ist war... Holst du ihn?"
    AliciaFarina, BellaS und Veija gefällt das.
  14. Mit der Hand drehte ich das Glas um seine eigene Achse, dabei sah ich der Flüssigkeit in dessen Bauch neugierig zu. herum,herum,herum.

    "Dein wievieltes Glas ist das,Kumpel?" Vernichtend sah ich den Typen hinter der Bar an, beziehungsweise sollte es das werden allerdings war die Bewegung des Kopfes zu viel da sich mir alles drehte. "Höchstens 3!"nuschelte ich, wobei mich die vier leeren Gläser neben mir und das fünfte in meiner Hand lügen straften. Mist du bist echt betrunken!

    In mein Blickfeld bewegte sich eine Hand, die Stimme des Typen vorderte den Autoschlüssel. Erstaunt sah ich ihn an,verkündete in meiner besten Stimme "Ich werd schon nicht fahren!", die Hand blieb wo sie war "Um sicher zu gehen nehm ich deinen Schlüssel, wenn du nüchtern bist kannst du sie wieder haben." Mürrisch warf ich ihm die Schlüssel meines klapprigen Wagens entgegen.

    Der Abend war für mich gelaufen,also orderte ich noch einen Whisky überlegte wie ich ohne Navi jetzt zurück nach Inverness kommen sollte. Für ein Taxi hatte ich nicht mehr das Geld. "Fährt noch ein Bus?"fragte ich als der Typ gegen 3 Uhr langsam begann den Pub zu schließen, leider schüttelte er den Kopf. Also verschwand ich auf Puddingbeinen in die nasskalte Nacht von Edinburgh. Zumindest hatte ich hier sowas wie einen Schlafplatz. Es dauerte zwei Stunden bis ich den Pensionsstall fand den ich für meim Pferd gemietet hatte bis ich etwas in Inverness gefunden hatte. In meinem derzeitigen Zustand kümmerte ich mich nicht darum was alles in der Box herum lag. In eine Regendecke und die Abschwitzdecke meines Pferdes gewickelt legte ich mich todmüde zu ihm in die Box. Wieso ich eigentlich noch hier war...tja das fragte ich mich seit knapp zwei Monaten. Und dieser Gedanke hielt mich trotz der Müdigkeit noch eine ganze Weile wach. Momentan spielte ich Fremdenführer in einem Museum hier in Edinburgh. Die Ausstrahlung der Serie Outlander sorgte dafür das Frauen aus aller Herren Länder ihren Urlaub nach Schottland verlagerten um ihrem Traum im Kilt zu begegnen. Deswegen hatte man alle Mitarbeiter vor einem Monat dazu angehalten einen Kilt zu tragen gleich im Zusammenhang mit einer Namensänderung jeder hatte den Namen einer historischen Figur verpasst bekommen.

    Seit dieser Umstellung hasste ich diesen Job, noch mehr verabscheute ich jedoch die gierigen Blicke der Frauen. In Gruppen standen sie beisammen um zu rätseln was die “Schotten” unter ihrem Rock trugen. In zwei weiteren Punkt erschütterte ich sie ebenfalls, mir wuchs kein “feuerrotes Haar” auf dem Kopf und ich war alles andere als ein Highland Hüne. Ich für meinen Teil trug unter dem Kilt auch weiterhin meine Boxershorts, nachher legte ich mich auf die Fresse und jeder konnte etwas sehen. Schließlich war ich auch kein waschechter Schotte, nur eingewandert. Da ich allerdings einen Job brauchte, die Suche bisher erfolglos gewesen war und ich nunmal meine Pension und die Kosten für mein Pferd zu tragen hatte musste ich vorerst bei diesem bleiben. Braum war im Moment noch das einzige was mir noch geblieben war.

    Vor zwei Monaten war ich meiner Freundin hinterher nach nachgezogen, die seit zwei Jahren hier studiert hatte. Geplant war im Frühjahr unsere Hochzeit. Jetzt schlief ich vollkommen besoffen in der Box meines Hengstes und versuchte die wenigen Scherben auf zu sammeln. Nur weniger Wochen nach meiner Ankunft hier hatte sie unsere Beziehung für beendet erklärt, mich aus der Wohnung geworfen und ich hatte nichts mehr gehört. Im Prinzip trauerte ich nicht darum das sie fort war. Allerdings hatte ich meinen gut bezahlten Job, meine Wohnung und etliche Freundschaften aufgegeben und saß hier jetzt erstmal fest. Das Pferd verkaufen kam nicht in die Tüte, allerdings hatte ich auch nicht das Geld die Transportkosten noch einmal aufzubringen. Ich wohnte in einer komplett überteuerten Pension, fand keinen sinnvollen Job und das wenige Geld das ich besaß versoff ich in den Pubs der Stadt. Svejn du bist am Arsch. War so ziemlich der letzte klare Gedanke den ich vor dem Einschlafen noch von mir gab.


    Der nächste Tag begann mit dröhnenden Kopfschmerzen, dem Geruch nach Pferdescheiße und ein stetiges “Klopfen” auf meine Leistengegend. Ich musste nicht den Kopf heben um zu wissen das mich Braum gerade angeschissen hatte. Das machte so ziemlich das aus wie es mir ging - beschissen. Trotzdem half es alles nichts, ich erhob mich auf die Füße und hatte zumindest das Glück das meine Kleidung unversehrt geblieben war. Die Äpfel schüttelte ich in die Box, hing die Decken über die Tür und betete einfach das sich um diese Uhrzeit keiner im Stall befand. Dem war natürlich (!) nicht so, der ältere Mann sah mich verwirrt an, ich nickte freundlich und flüchtete aus dem Stall. Das würde ein Scheißtag auf ganzer Linie werden, da war ich mir sicher. Bei dem Pubbesitzer rief ich an, bekam zumindest den Schlüssel meines Wagens und konnte damit nach Inverness zurück fahren um mich auch umzuziehen. In der Pension duschte ich, warf einen Cocktail an Kopfschmerztabletten ein (gesund war etwas anderes) und begab mich zum Frühstück das mir Mrs. Gibbons immer zurecht stellte. Zwar war es noch nicht fertig als ich in die kitschig eingerichtete Küche kam, aber sie war emsig dabei. Auf dem Tisch lag eine Zeitung vom Vortag, die ich wahllos in der Mitte aufschlug und zu lesen begann.


    Craighnure, 5.11.2015


    In der letzten Woche berichteten wir bereits von dem Gasleck das einer jungen Familie das Leben kostete. Jetzt wurde der Sachverhalt geklärt [...]



    Ich überflog den weiteren Text nur ohne den Inhalt aufzunehmen bis ich auf das Wort Pferd stieß

    [..] Sarah McAlistair und ihr Mann besaßen selbst einige Pferde und einen Trainingsstall, der jetzt aufgegeben werden muss. Fast alle der Pferde kamen bisher bei freiwilligen Helfern unter. Zur Zeit wird nur für den halbblinden Bucks ein zu Hause gesucht, der sich bisher auf einem befreundeten Hof der Familie in Inverness befindet. Dort sind auch vorerst die Trainingspferde untergebracht, die Familie McAlistair betreut hat. Bis zur Abholung durch die Besitzer werden sie dort verweilen.

    Tracy McFayden



    Anbei befand sich ein Bild des Pferdes welches ganz offensichtlich Bucks darstellen musste. Ein Schecke mit etwas angefressener Mähne der ziemlich verstört in einer Ecke stand. Selbst als mein Essen von Mrs. Gibbons neben mich gestellt wurde starrte ich auf das Bild des Pferdes. Der Hof wo er stand befand sich hier in Inverness...hier gab es nicht allzu viele Höfe. Der Scheißtag wandelte sich als mein Arbeitgeber anrief und die Führung für heute absagte, damit hatte ich unerwartet einen freien Tag und setzte mich in mein Auto. Damit machte ich mich auf die Suche nach dem Hof. Ich brauchte einen besseren Stellplatz für Braum, zusätzlich noch ein Pferd das ihm Gesellschaft leisten konnte. Irgendwo auf einem der vier Höfe hier gab es ein Pferd namens Bucks, dessen Aussehen mich in den Bann gezogen hatte.


    Zwei Stunden und ebenso viele Höfe später stand ich auf dem von einem Herren namens Aldaire McConnor und damit auch endlich auf dem richtigen. Von hier habe wohl die Besitzerin stets ihr Mineralfutter her gehabt. Zumindest hatte mir das der Herr erzählt.

    Er hatte mich erst einmal abgestellt bei seiner Frau, anschließend hatte er mich zu dem Offenstall geführt in dem der Wallach stand. “Das Kerlchen hat wohl ziemlich viel schlechtes durchgemacht. Keine guten Besitzer, dann ist er ein halbes Jahr vollkommen verschreckt auf der Insel Mull umher gelaufen und zu allem übel von Wölfen angegriffen worden. Dazu ist Bucks auch noch fast komplett blind, was seine sowieso schreckhafte Art noch schwieriger macht. Bisher will ihn keiner haben, aber hier bleiben kann er ja auch nicht. Also das schon aber mein wir haben hier Rinder und keine Pferde. Eine Weile kann er natürlich allein bleiben, aber für immer ist das nichts! Schließlich holen die Besitzer bald ihre Tiere hier ab.” erzählte der Mann mir als habe er einen Wasserfall verschluckt, mein Entschluss dabei stand schon fest. Die Wiese und der angrenzende Paddock besaßen Wasseranschluss, ein überdachten Unterstand und ein Schattenplatz unter der großen Linde. “Mister McConnor, ich bin Pferdebesitzer, habe bis zum letzten Jahr als Trainingsjockey gearbeitet und würde mich gern um Bucks kümmern. In den Geschmack eines eigenen Hofes werde ich jedoch nicht kommen. Wären sie dazu bereit mir den Paddock, die Wiese und den alten Reitplatz zu verpachten? Dann könnte ich meinen Hengst hierher stellen zu Bucks und beide hätten endlich die Gesellschaft die ihnen zusteht.” Während ich erzählte zogen sich die buschigen Augenbrauen des Herren zusammen, doch nicht weil er wütend wurde das schien zu passieren wenn er Lächelte. Dann traf mich seine schwere Hand fast schmerzhaft auf der Schulter, der Schwung veranlasste das ich einen Schritt nach vorn machen musste “Mein Junge, das ist eine fabelhafte Idee! Außerdem haben wir ein altes Gästehaus das seit Jahren leer steht, es muss ein bisschen was getan werden und ist nicht sonderlich groß, aber darin können sie gern wohnen. Die alte Mrs. Gibbons muss sich einen anderen Gast suchen. Außerdem hätte ich vielleicht ein weiteres Angebot für sie, mein Sohn kümmert sich momentan um die anderen Pferde, aber er hat nicht die Zeit dafür. Falls sie mal Pferde trainiert haben, kontaktieren sie die Besitzer. Wer weiß vielleicht lassen sie sich überreden das sie weiter machen können wo die junge Frau McAlistair aufhören musste.”


    Die nächsten Stunden flogen vorüber wie in einem Traum, plötzlich besaß ich einen Platz für Braum, ein neues Pferd und vor allem wieder eine Perspektive. Sobald alles mit meinem Umzug durch war, wollte ich die Besitzer der Pferde fragen ob sie auch mit mir vorlieb nehmen würden.

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    Mein Charakter "Sarah" hat mich die letzten (fast) 5 Jahre auf Joelle begleitet, die letzten zwei Jahre habe ich eine tolle Geschichte geschrieben. Langsam gingen mir die Ideen aus, es wurde langweilig zu schreiben, deswegen habe ich sie zu einem Ende gebracht. Mit einem neuen Charakter und nur noch zwei Pferden komme ich jedoch wieder an den Start.
    Wie in dem "Zeitungsartikel" erwähnt gab es ein Gasleck an dem Haus, weshalb alle ohne jegliche Schmerzen im Schlaf gestorben sind. Vielleicht etwas drastisch, aber das kennt ihr ja mittlerweile von mir? :D
    Dir, Loki, Leaenna und 4 anderen gefällt das.
  15. Mir fehlt so die Zeit zum schreiben D: Wenigstens das wollte ich mal zu "Papier" bringen ._.

    Neuer Monat neue Pferde.
    Mit Tränchen in den Augen hatte ich Noir und Antaris gehen lassen, jetzt befanden sich zwei neue Fälle auf dem Hof. Diese, oder zumindest der eine davon, würden mehr Zeit in Anspruch nehmen. Mit Zues hatte ich mir einen ähnlichen Fall wie Bucks ins Haus geholt. Mit Ameno hatte ich zwar einen wunderschönen Hengst bekommen mit einem wunderbaren Charakter, mit dem Hengst hatte ich allerdings Probleme in der Haltung. In der Box wollte ich ihn nicht den lieben langen Tag stehen haben, also war er nun kurzerhand bei Wookie und den anderen beiden Highlandrindern unter gekommen. Ameno fand diese komischen Tiere überaus neugierig, behandelte sie jedoch um einiges besser als Bucks, den hatte er nämlich den ganzen Tag über die Weide gejagt.

    Auch eine Stute wird bald einziehen, den Namen allerdings hatte ich nicht im Kopf und in dem wirrwarr an Papieren sah ich einfach nicht mehr durch. Ich schmiss den Kuli auf den Tisch, drehte mich im Stuhl um. Keine Lust mehr! „Scheiß drauf hat ja noch ne Woche Zeit.“ lieber glitt mein Blick besorgt auf die Uhr. Lia hätte schon längst von der Schule da sein müssen. Also packte ich mich in meine dicken Sachen, vielleicht hatte ich ja auch nur verpasst wie sie ankam.

    Tatsächlich war sie gerade dabei Ameno zu putzen als ich die kleine Stallgasse betrat, die Schultasche lag halb achtlos in der Ecke. „Hey, ich hab dich gar nicht kommen hören.“ sagte ich leise, um sie nicht zu erschrecken, da sie mich nicht gesehen hatte. „Tut mir Leid, ich war nicht so gut drauf und bin gleich in den Stall.“ eine Spur von neuen Tränen war auf ihrem Gesicht zu sehen. In den letzten drei Wochen hatten wir die Arbeit mit den Pferden ziemlich vernachlässigt, die Ursache war der Tod von Lias und Angus Mutter, in der letzten Woche war die Beerdigung gewesen. „Schon in Ordnung.“ . Es war schwer die Situation zu händeln, Angus fragte gar nicht erst nach seiner Mutter und solange er dies nicht tat würden wir ihm auch nichts von dem Tod erzählen, bei Lia lag die Sache anders. „Eigentlich bin ich froh. Ich weiß das hört sich an als wäre ich glücklich das sie nicht mehr ist, aber im Grunde ist ihr Geist endlich befreit von den Schmerzen. Ihre Seele wurde Teil des großen ganzen, reiht sich ein in die Folge meiner Ahnen um mich zu leiten.“ Als Lia diese Worte sprach hörte sie sich um so vieles Älter an als ihre nun knapp 15 Jahre die sie zählte. „Immerhin bin ich nicht ganz allein auf der Welt, ich habe Angus, Cayden und dich. Mein Leben geht weiter.“ dabei lächelte sie mir unsicher zu und ich schloss sie in meine Arme. Anschließend putzten wir gemeinsam den schwarzen Hengst weiter, redeten über belanglose Dinge. „Willst du ihn bald reiten?“ fragte sie mich tippte dem Rappen dabei auf die Schulter. „Heute nicht, muss eigentlich noch den ganzen Papierkram machen jetzt wo Cayden seine Eltern besuchen ist.“ Mein Mann war erst am Dienstag gefahren, aber ich hatte einfach keine Ahnung was ich da einfach tat mit den Papieren. Lia bot mir zwar ihre Hilfe dabei, allerdings lehnte ich dankend ab. „Naja werd dann mal nach Zues schauen gehen und dann wieder rein, bringst du Zayir dann mit rein?“

    Mit Zayir hatten wir uns so ziemlich den hässlichsten Hund geholt den wir hatten finden können, sein wölfisches Erbe betrug sich nur auf etwa 25%.

    Sein Fell stand nach Wolfshoundart von allen Seiten ab, er glich eher einer zottigen Hyäne als einem richtigen Hund. Mit seiner jetztigen Größe von 60 cm war er wahnsinnig grobmotorisch, rannte des öfteren den kleinen Angus um und war trotzdem unser ganzer Schatz. Besonders Angus liebte ihn, fast so sehr wie seine Wookie. Irgendwie schien er eine Affinität für zottelige Tiere haben.

    Mein Stapel an Rechnungen erwartete mich schon geduldig, ich pflanzte mich auf den Platz den sonst mein Mann einnahm und fragte mich ob ich einfach Kathi um Rat fragen sollte. Schließlich machte sie das ganze auf Caed Crevan auch allein, konnte mir in dem Dilemma wahrscheinlich besser helfen. Cayden würde eine geschlagene Woche mit Angus fort bleiben. Irgendwie war es jetzt nach drei Monaten mit ihm komisch still im Haus ohne den Lärm des Kindes zu hören.​
    AliciaFarina und Mohikanerin gefällt das.