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Das Leben geht weiter
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  1. arialKnapp 200km Fahrt lagen vor uns, es wurde grade hell und das Autoradio spielte finnische Klasiker. Kimi und ich waren auf dem Weg nach Tampere, um ein neues Pferd abzuholen.

    arialSchweigend saßen wir nebeneinander und folgten dem Navi, welches uns den Weg zeigte.

    arialDadurch, dass wir den Anhänger hinten dran hatten, kam uns die Fahrt ewig vor und tatsächlich brauchten wir fast drei Stunden, bis wir den fremden Hof erreicht hatten.

    arialEin ordentlich gepflegter Weg führte uns zum Wohnhaus, an dem wir auf Björn stießen, der Verkäufer des Pferdes. Freundlich begrüßte er uns, führte uns dann aber direkt zu meinem neuen Schützling.

    arialEin großer, hübscher Kopf schaute aus einer der Boxen, leicht schnaubend begrüßte der Tinker uns. „Hallo Hunter“, streichelte ich dem Braunschecken über die Nüstern. „Wir nehmen dich jetzt mit in dein neues Zuhause.“ Mit gespitzten Ohren ließ sich der Wallach von Björn aufhalftern und raus führen. „Er wird es sicher gut bei euch haben“, sagte der ältere Mann. Er schien bedrückt zu sein, das Pferd weggeben zu müssen, hatte jedoch nicht mehr die Kraft, sich alleine um alle Pferde zu kümmern. Trotzdem war der Wallach gut genährt und hatte seidig glänzendes Fell.

    arialOhne irgendwelche Probleme ging er auf den Anhänger, sodass wir uns rasch wieder auf den Weg nach Hause machen konnten. Kimi war begeistert von unserem neuen Pferd und konnte gar nicht aufhören über ihn zu reden. Ich erkannte ihn fast nicht wieder, soviel hatte er noch nie am Stück geredet!



    arialAm späten Mittag kamen wir auf dem Getsüt an und luden rasch Hunter aus. Der Wallach war unbeeindruckt von seiner neuen Umgebung, ließ sich brav von Kimi in seine Box im Stutenstall bringen und machte sich dort direkt über sein Heu her.

    arial„Na, er ist ja wirklich unkompliziert“, freute ich mich über den Tinker. Nickend stimmte Kimi mir zu.

    arial„So, ich muss jetzt zu Stefanie. Kümmerst du dich hier um alles?“ Fragend schaute ich meinen Mitarbeiter an.

    arial„Klar, mach ich“, nickte er, woraufhin ich den Stall verließ, den Hänger rasch abkuppelte und mich dann auf den Weg zu meinem Auftrag machte.



    arialStefanie erwartete mich bereits, als ich die Einfahrt ihres Hofes entlang fuhr. Kurz winkten wir uns zu, dann parkte ich rasch meinen Wagen, schnappte mir meine Sachen und lief zu der jungen Frau hinüber.

    arialNach einer kurzen, herzlichen Begrüßung fingen wir direkt mit dem ersten Pferd an. Amjad Amir, ein hübscher schwarzer Vollbluthengst, ließ sich brav von seiner Besitzerin anbinden, sie hatte sich wohl gegen ihn schon durchgesetzt. Ich stellte mich dem dominanten Hengst kurz vor, um dann mit dem Ausschneiden anzufangen. Dabei ließ mich Amir noch brav in Ruhe, sodass es nur eine kurze Zeit dauerte, bis alle vier Hufe eine ordentliche Form aufwiesen.

    arialBeim Beschlagen war der Hengst dann nicht mehr so kooperativ. Unruhig tänzelte er hin und her und entzog mir immer wieder die Hufe. Stefanie ermahnte ihn mehrmals, bis er sich endlich beruhigt hatte, sodass ich dann die Eisen, welche aus Kunststoff bestanden, aber eine Stahlverstärkung hatten, auf die Hufe nageln konnte. Zwischen den Huf und das Eisen kam allerdings noch der Schneegrip, gegen das Aufstollen des Schnees im Winter.

    arialGut ausgerüstet für die kalte Jahreszeit durfte Amir dann zurück in seine Box.



    arialDer 3-Jährige Rando war als nächstes an der Reihe. Er hatte noch keinerlei Erfahrung mit dem Hufschmied, Stefanie war jedoch zuversichtlich, dass er sich lieb anstellen würde.

    arialKurz machte ich mich mit dem Rappen vetraut, dann hob ich den ersten Huf, um diesen zu kürzen. Und tatsächlich, der Hannoveraner stand gelassen am Putzplatz, während ich einen Huf nach dem anderen bearbeitete. Er hatte scheinbar eine gute Erziehung genossen, sodass wir nun mit dem Beschlag weitermachten. Rando bekam, wie Amir auch, einen Kunststoffbeschlag mit Stahlverstärkung. Zusätzlich sollte ich Schneegrip für den Winter mit einbauen. Ich begann also das erste Eisen zu erhitzen und anzupassen. Der junge Hengst erschrak sich zwar etwas, ließ sich aber sofort wieder beruhigen, sodass ich das erste Eisen mit dem Schneegrip festnageln konnte. Rando konzentrierte sich dabei voll auf Stefanie, die ihn liebevoll krauelte.

    arialNachdem alle vier Eisen ihren Weg an den jeweiligen Huf gefunden hatte, lobte auch ich den Hengst ausgiebig. Gierig nahm er das Leckerli, welches ich ihm gab, dann brachte Stefanie Rando zurück in seine Box.



    arialStefanie brachte mir nun einen hübschen Dunkelfuchs, der mich mit treuen Augen musterte. Er wurde mir als Golden Ebano und immer brav vorgestellt.

    arialLächelnd begrüßte ich den 4-jährigen Hengst, der mir sanft ins Gesicht pustete. Nach einem Leckerli fing ich mit dem Ausschneiden der Hufe an. Das Horn war hart und sah gesund aus. Ich kürzte alle vier Hufe nur ein wenig und korrigierte eine kleine Ecke am linken Hinterhuf. Wie mir auch gesagt wurde, blieb Ebano wie ein kleines Lämmchen stehen und ließ alles mit sich machen.

    arialAuch als es ans Beschlagen ging, machte der Vollblut Hengst keine Anstalten. Gelassen ließ er sich die Kunststoffeisen anpassen und aufnageln. Die Eisen waren ebenfalls mit Stahl verstärkt, was ihre Lebensdauer erhöhte. Zusätzlich wurde Ebano noch mit Schneegrip ausgerüstet.

    arialWährend der ganzen Prozedur zuckte der Hengst nicht einmal mit der Wimper, wofür ich ihn nun ausgiebig lobte und ein Leckerli gab. Zufrieden kauend konnte Stefanie den Dunkelfuchs losbinden und zurück in seine Box bringen, wo er direkt wieder sein Heu fraß.



    arialNachdem Ebano zufrieden in seiner Box stand, war nun Ramires an der Reihe. Der Hannoveranerhengst ließ sich brav anbinden, war von meiner Anwesenheit aber scheinbar nicht begeistert. Fast arrogant musterte er mich, freute sich aber dennoch über das Leckerli, welches ich ihm gab.

    arialAls ich den ersten Huf zum Ausschneiden anhob, drehte Ramires blitzschnell seinen Kopf und giftete mich mit angelegten Ohren an. Zum Glück war der Strick nicht lang genug, dass er mich erreichen konnte. Streng ermahnte Stefanie ihn und riet mir, einfach nicht drauf einzugehen. Ich folgte ihrem Rat und ließ mich nicht von dem Hengst beeindrucken. Dieser wurde von Minute zu Minute zickiger und als es ans Beschlagen ging, war es vorbei mit seiner Geduld. Mit angelegten Ohren schlug er wild mit dem Kopf und tänzelte hin und her. Einige Male musste Stefanie ihn ermahnen, bis ich endlich die Eisen samt Schneegrip an die Hufe nageln konnte.

    arialGiftig schlug er mit dem Schweif, hielt sich aber nun scheinbar etwas zurück, sodass nach einiger Zeit alle vier Hufe mit neuen Eisen ausgestattet waren.

    arialStefanie lächelte verlegen, band ihren Schützling dann los und brachte ihn zurück in seine Box.



    arialDer letzte Hengst für heute war Joker's Jackpot, ein hübscher Rappschecke. Er kannte den Hufschmied noch nicht, war aber sehr Interessiert an meinen Werkzeugen, die ich ihm nacheinander zeigte.

    arialBrav ließ er mich den ersten Huf anheben und ausschneiden. Immer wieder schielte er zu mir, fast als wolle er kontrollieren, dass ich auch ja alles richtig machte. Seine Hufe hatten eine schöne Form, sodass sie nur ein wenig gekürzt werden mussten. Jackpot war die ganze Zeit über ruhig und artig, also lobte ich ihn, bevor ich mit dem Beschlagen begann.

    arialWie auch die anderen Pferde schon, bekam der Hengst Kunststoffeisen mit Stahlverstärkung und Schneegrip. Das Anpassen der einzelnen Eisen funktionierte Reibungslos, der junge Hengst verhielt sich, als wäre er schon oft beim Hufschmied gewesen. Selbst beim festnageln der Hufe, zuckte Jackpot nur ein paar Mal mit den Wimpern, blieb aber ansonsten ruhig stehen.

    arial„So ein braver Junge“, lobte ich den Schecken, nachdem ich alle Eisen befestigt hatte. Mit einem Leckerli verabschiedete ich mich und Stefanie brachte ihn zurück in seine Box.

    arialWährenddessen räumte ich meine Sachen zurück ins Auto, verabschiedete mich dann von Stefanie und machte mich auf den Weg nach Hause.



    arialKurz bevor es dunkel wurde, kam ich auf Unelma Hevonen an. Auf den Weiden standen bereits keine Pferde mehr, Kimi hatte sie wohl schon reingeholt.

    arialMüde stiefelte ich durch den Schnee zum Stutenstall, in dem auch Hunter untergebracht war. Ich wollte mal schauen, wie er sich eingelebt hatte und ihn noch kurz auf die Koppel lassen, damit er sich nach der langen Fahrt heute Vormittag austoben konnte.

    arialIm Stall roch es angenehm nach frischem Heu und Stroh, außerdem lag dieser typische Pferdegeruch in der Luft, ich liebte ihn!

    arialKurz schaute ich bei Cala und dem Fohlen in die Box, die Kleine bekam mittlerweile normale Aufzuchtmilch und entwickelte sich prächtig. Cala nahm ihre Aufgabe als Ersatzmama sehr ernst, fremde Menschen ließ sie sehr ungern an die Kleine heran. Zum Glück durften wir problemlos an das Fohlen.

    arialSummer und Grey ging es auch hervorragend, die Beiden hatten mächtig Winterfell bekommen und sahen aus wie zwei große Teddypferde.

    arialNur die Box von Calista war leer. Meine kleine Trakehnerstute befand sich zum Einreiten auf Heartland und ich freute mich schon, wenn sie wiederkommen würde.

    arialNun ging ich aber endlich zu Hunter, der unruhig in seiner Box hin und her lief. „Na du, willst du dich mal ein bisschen Austoben?“ Liebevoll strich ich dem großen Wallach über den Hals. Am Halfter führte ich ihn über die Stallgasse und ließ ihn auf der Koppel laufen. Voller Energie sprang er wie ein junges Fohlen durch den Schnee. Es schien ihm zu gefallen, sich endlich die Beine vertreten zu können. Während er so tobte, machte ich einige Fotos für mein Gestütsalbum.

    arialEinige Minuten gönnte ich ihm seinen Spaß, bis er von sich aus langsam zur Ruhe kam. „Das wars schon?“ Lachend zog ich ihm das Halfter wieder über und brachte ihn zurück in seine Box. Er stand eigentlich neben Calista, da sie aber nicht da war, hatte der Wallach keinen Nachbarn, was ihn aber nicht zu stören schien. Genüsslich machte er sich über sein Heu her, welches er für die Nacht bekommen hatten.

    arialKurz kontrollierte ich auch noch im Hengststall bei Monster und Heat, ob alles in Ordnung war, dann verschwand ich im Haus und machte mir noch einen schönen Abend.
  2. arialHuhu ihr Lieben! :)



    arialEs ist gleich halb 2 und ich werde grade wieder etwas sentimental.

    arialWie sicher einige von euch wissen, hatte ich ein Pony und musste sie verkaufen[size=1 (fragt nicht nach Gründen)



    arial[size=1Eigentlich komm ich ganz gut damit klar, ist mittlerweile ja auch bald 9 Monate her, aber manchmal könnte ich heulend zusammenbrechen. Seit ich die Kleine nicht mehr habe, saß ich nicht mehr auf dem Pferd und es fehlt mir, ganz gewaltig!



    arial[size=1Ich versuche es zu verdrängen, manchmal würde ich es sogar gerne vergessen. :(



    arialIch weiß, dass sie es gut hat, dass sie geliebt wird, aber ich würde sie auch gerne wieder lieben können :(



    arialKennt ihr das?



    arialFür Interessierte, hier ein Video. Es ist etwas kitschig, ich weiß, aber ich mags und es ist meine Erinnerung an sie. :/



    [mediahttp://www.youtube.com/watch?v=19ssrP-0mnw[/media



    arialHm, ich bin wirklich traurig :(
  3. arialUngeduldig stand Summer neben mir und stupste mich zärtlich von der Seite an. „Ja, wir fangen ja gleich an“, lachte ich, während ich das Geschirr kontrollierte.

    arialIch hatte meine Stute heute eingespannt, um mit ihr eine kleine Rundfahrt zu machen. Sie war schon lange nicht mehr vor der Kutsche gewesen und schien etwas unsicher zu sein.

    arial„Du schaffst das schon“, klopfte ich ihr den Hals und nahm auf der Kutsche platz. Leinen und Peitsche in der Hand, gab ich Summer das kommando zum antreten. Sie trat einige Schritte rückwärts, schnaubte und zog dann die Kutsche an.

    arial„So ist brav!“ Wir verließen den Hof über die Einfahrt, der Waldweg war leider nicht für die Kutsche geeignet. Die Straße war geräumt, somit musste die Stute die Kutsche nicht durch den Schnee ziehen.

    arialNach einigen Minuten wurde Summer wieder sicherer und schien sich zu erinnern, dass sie ja eigentlich ein super Kutschpferd war. Aufmerksam mit den Ohren spielend, machte Summer eine gute Figur und zog mich brav hinter sich her.

    arialSchon bald ließ ich meine Stute antraben und zog die Decke fester um mich. Der Wind war kalt und lange würde ich wohl nicht mehr hier sitzen können, ohne zu erfrieren. Schnell fand ich eine geeignete Stelle zum Umdrehen, also machten wir uns zurück auf den Weg nach Hause.

    arialMit eiskalten Händen versuchte ich vergeblich die Schnallen des Geschirrs zu öffnen.

    arial„Tja Summer, dann musst du wohl jetzt für immer mit der Kutsche rumlaufen“, lachte ich gequält.

    arial„Das kannst du ihr doch nicht antun“, grinste Kimi mich an.

    „Oh, du bist meine Rettung“, sagte ich erleichtert. „Ich kann die Schnallen nicht aufmachen, ich bin bis auf die Knochen durchgefroren.“

    arialLachend erlöste Kimi die Stute von der Kutsche und führte sie mir in den Stall. „Soll ich sie auch noch versorgen?“

    arial„Das wäre super! Ich muss gleich noch zu einer Kundin und vorher würde ich mich gerne noch etwas aufwärmen!“ Lächelnd blickte ich ihn an.

    arial„Ist doch kein Problem, ich bin das Wetter gewohnt“, grinste er mich an und machte eine Kopfbewegung zum Haus.

    arial„Danke dir!“ Steif wie ein Eiszapfen lief ich zum Haus rüber und machte mir dort erstmal einen heißen Tee. Mit einer warmen Decke und der Tasse Tee machte ich es mir dann auf dem Sofa gemütlich. Jury spendete mir ebenfalls Wärme, indem er sich liebevoll an mich kuschelte.



    arialNachdem ich mich aufgewärmt hatte, machte ich mich auf den Weg zu Amy, um dort meinen heutigen Auftrag zu erledigen.

    arialMit Aluminumeisen für zwei Pferde und meinem Werkzeug im Gepäck, kam ich auf dem Gestüt an. Dort wurde ich herzlich von Amy in Empfang genommen: „Hallo! Freut mich sehr, dass du gekommen bist. Komm ich zeige dir die Pferde“, die junge Frau streckte mir ihre Hand entgegen und nachdem ich diese geschüttelt hatte, führte sie mich in den Stall. Dort standen die beiden Hengste Sunshine Shadow und Sternsinger.

    arial„Wir fangen am besten mit Sternsinger an, er ist etwas schwieriger, dann haben wir das schonmal hinter uns“, erklärte mir Amy, während sie den Haflinger aus der Box holte.

    arialVorsichtig näherte ich mich dem Hengst, der mich skeptisch musterte. „Ich tu dir nichts“, flüsterte ich und streckte ihm ein Leckerli entgegen. Zaghaft nahm er es von meiner Hand und kaute dann zufrieden. „So ists gut!“

    arialNachdem Sternsinger etwas entspannter geworden war, schaute ich mir seine Hufe an. Da er keine Eisen trug, konnte ich sofort mit dem Ausschneiden beginnen. Eine schwierige Aufgabe, da der Hengst immer wieder ängstlich den Huf wegzog. Trotzdem waren nach einiger Zeit alle vier Hufe ordentlich ausgeschnitten.

    arialNun sollte der Haflingerhengst Eisen bekommen. Amy wünschte sich Eisen, die für Spring- sowie Distanzpferde geeignet waren, also hatte ich mich für leichte Aluminiumeisen mit Stahlverstärkung entschieden.

    arialSternsinger wurde zwar etwas unruhig, als ich mich mit dem glühenden Eisen seinem Huf näherte, wurde aber von Amy abgelenkt. So konnte ich das Eisen ungestört anpassen und mit vier Nägeln befestigen.

    arial„Braver Junge“, lobte ich den Hengst, nachdem auch die anderen drei Eisen ihren Weg an die Hufe gefunden hatten.

    arialAls nächstes war nun Sunshine Shadwo dran. Amy holte den Hengst, ebenfalls ein Haflinger, aus seiner Box und stellte ihn mir vor. Mit einem Leckerli begrüßte ich den Fuchs. Er trug ebenfalls keine Eisen, sodass ich auch hier direkt mit dem Ausschneiden began. Sunshine stand dabei gelassen neben seiner Besitzerin und ließ sich genüsslich hinter den Ohren kraueln.

    arialNachdem das erste Hufeisen, ebenfalls aus Aluminium, seinen Weg an den Huf gefunden hatte, folgten die anderen drei. Gelassen ließ der Hengst den Beschlag machen und forderte dabei immerwieder die Streicheleinheiten von Amy.

    arialZum Schluss waren nun die Fohlen Mirabella und Picola an der Reihe. Die beiden einjähringen Stuten bekamen natürlich keine Eisen, bei ihnen mussten ausschließlich die Hufe gekürzt und korrigiert werden.

    arialDie kleine Mirabella war die Erste und begrüßte mich liebevoll mit einem leisen Schnauben. Nachdem ich mich mit ihr Vertraut gemacht hatte, begann ich die Hufe zu bearbeiten. Sie hatte gutes, hartes Horn, sodass ich nur ein wenig kürzen musste. Die Stute war dabei brav, stand still und schmuste mit ihrer Besitzerin.

    arialNachdem alle vier Hufe wieder schön in Form waren, klopfte ich der kleinen Stute den Hals. „Ein goldiges Fohlen“, lächelte ich, während Amy sie zurück in ihren Stall brachte.

    arialDie Letzte für heute war nun Picola, ein Haflingerfohlen. Die ebenfalls einjährige Stute ließ sich brav von Amy anbinden und schaute mich aus freundlichen, großen Augen an. Zur Begrüßung gab ich ihr ein Leckerchen, dann begann ich mit dem Ausschneiden. Die Hufwände mussten ein Stück gekürzt werden, der Strahl sah jedoch an allen Hufen noch sehr gut aus.

    arialPicola machte die kurze Behandlung brav mit, sodass ich sie nun dafür lobte und sie zurück in den Stall durfte. Amy und ich verabschiedeten uns, dann machte ich mich auf den Weg nach Hause.
  4. 000000arialFrüh morgens war ich bereits mit Kimi im Stall zugange. Nach dem Füttern, brachten wir die Pferde auf die Koppel. Calista stand mittlerweile mit den anderen Stuten zusammen und es klappte wirklich prima! Ich war froh, dass meine Pferde so umgänglich waren.

    000000arialWährend Kimi sich um das Misten kümmerte, frühstückte ich rasch und machte mich dann auf den Weg zu meiner heutigen Kundin.



    000000arialLangsam rollte ich die Einfahrt zu Rajandras Hof entlang. Ich prakte meinen Wagen, stieg aus und stiefelte mit meinen Sachen zum Stall hinüber. Aus der hintersten Box erschien eine junge Frau und winkte mir freundlich zu.

    000000arial„Hallo, du musst Lisa sein“, begrüßte sie mich.

    000000arial„Jap! Und du bist Rajandra?“ Ich schüttelte der Frau die Hand, welche sie mir höflich entgegen streckte.

    000000arialLachend schüttelte sie den Kopf: „Nein, Rajandra hat leider keine Zeit, ich bin Stelli und steh dir heute zur Seite.“ - „Achso, na ist ja kein Problem, Hauptsache ich stehe nicht alleine da“, sagte ich lächelnd.

    000000arialIch folgte Stelli zu unserem ersten Kandidaten: Atraxe, eine hübsche Hannoveranerstute. Die großgewachsene Braune folgte brav auf die Stallgasse und ließ sich dort anbinden. Mit einem Leckerli stellte ich mich vor. Sanft nahm sie dieses von meiner Hand und zerkaute es zufrieden.

    000000arial„So ist gut“, lobte ich die Stute und strich ihr sanft über den Hals.

    000000arialDer erste Huf war schnell ausgekratzt und begutachtet. Atraxe hatte schön geformte, harte Hufe. Ich fuhr also beim nächsten Huf fort und säuberte diesen gründlich. Die Stute stand dabei brav still und freute sich jedes Mal, wenn ich sie für ihr Verhalten lobte.

    000000arialDas Säubern und Ausschneiden der Hufe war schnell erledigt. Es war nicht viel Horn, welches ich entfernen musste und auch der Strahl sah an jedem Huf ordentlich gepflegt und gesund aus.

    000000arialNachdem wir ein paar Minuten gewartet hatten, bis der Schmiedeofen die richtige Temperatur hatte, fing ich mit dem Beschlagen der Hufe an. Atraxe sollte für den Winter mit Hufeisen und Schneegrip ausgestattet werden.

    000000arialDas erste Eisen war schnell erhitzt, sodass ich es nun mit einer Zange auf den rechten Vorderhuf legte. Qualm stieg empor und ein unangenehmer Geruch nach verbranntem Horn breitete sich aus. Die Stute schien sich davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, entspannt stand sie da und genoss die Streicheleinheiten, welche sie von Stelli bekam.

    000000arialNur minimal musste das Eisen verändert werden, damit es perfekt auf den Huf passte. Im Wassereimer kühlte ich das Stahleisen ab, um den Schneegrip zuzuschneiden. Mit einer Schere schnitt ich die Gummieinlage so zurecht, dass sie sich gut an das Eisen anschmiegen konnte.

    000000arialBeides zusammen, Eisen und Schneegrip, nagelte ich nun mit einigen Nägeln an den ersten Huf. Die Nagelenden bog ich um und knipste sie kurz, sodass nichts spitzes mehr aus dem Huf ragte.

    000000arial„Braves Mädchen“, lobte ich Atraxe, nachdem auch die anderen drei Eisen ihren Weg auf die Hufe gefunden hatten. Gut gerüstet für den kommenden Winter, brachte Stelli die Stute zurück in ihre Box.

    000000arial„So, als nächstes ist Surprime dran“, erklärte mir Stelli, während sie eine weitere Box öffnete und eine hübsche Falbstute zum Vorschein kam.

    000000arial„Hallo Hübsche“, begrüßte ich die Hannoveranerdame und steckte ihr ein Leckerli zu. Neugierig musterte sie mich, während ich den Hufkratzer aus meiner Schürze zog und begann, ihre Hufe zu säubern. Auch Surprime hatte gesundes, hartes Horn und schön geformte Hufe. Ich schnitt nur ein wenig des Horns ab und raspelte die Schnittstellen glatt.

    000000arialDie Stute mit der hübschen Farbe bekam ebenfalls Eisen mit Schneegrip, also erhitzte ich das Erste im Schmiedeofen.

    000000arialWie auch Atraxe, war Surprime gelassen und brav, während ich das Eisen an ihren Huf anpasste. Sie zuckte nichteinmal mit der Wimper, als ich das Eisen auf dem Amboss zurechtschmiedete.

    000000arial„Brav“, lobte ich sie, nachdem das Stahleisen abgekühlt und der Schneegrip zugeschnitten war. „Dann wollen wir das ganze mal befestigen“, erklärte ich der Stute und hob erneut ihren Huf. Rasch waren alle Nägel in den Huf geschlagen und das Eisen saß bombenfest.

    000000arial„Geschafft“, sagte ich, als alle Hufe mit Eisen und Schneegrip versehen waren. Ein Leckerli bekam Surprime noch, dann brachte Stelli sie zurück in ihre Box.

    000000arialBubi, ein Hannoveranerhengst, war der Nächste auf unserer Liste. Mit hochgezogener Oberlippe streckte er mir den Kopf entgegen und stupste mich liebevoll an. Stelli und ich mussten augenblicklich anfangen zu lachen.

    000000arial„Du bist ja ein kleiner Chameur“, klopfte ich dem Hengst den Hals. „Hier, für dich.“ Gierig nahm Bubi das Leckerli von meiner Hand, anschließend fing ich mit dem Ausschneiden der Hufe an.

    000000arialRasch war das erledigt, also machte ich mich nun ans Beschlagen. Wie auch die beiden Damen vor ihm, bekam der Hannoveranerhengst Stahleisen mit Schneegrip.

    000000arial„Brave Pferde habt ihr hier“, lachte ich, nachdem ich das erste Eisen angepasst hatte und Bubi keine Anstallten gemacht hatte. Stelli nickte und lächelte.

    000000arialDen Schneegrip hatte ich rasch auf das Eisen zugeschnitten und nagelte nun beides zusammen auf den ersten Huf. Auch dabei benahm Bubi sich vorbildlich, bettelte nur nach weiteren Leckerlis.

    000000arial„Hier hast du noch ein“, lachte ich und streckte dem Hengst meine Hand mit einem Leckerli entgegen. Alle Hufe waren neu beschlagen und gut gewappnet für den Winter.

    000000arialAls letztes band Stelli Rubicon, einen Oldenburgerhengst, auf der Stallgasse an. Große, freundliche Augen blickten mich neugierig an.

    000000arial„Na du Hübscher“, lächelnd begrüßte ich den Hengst mit einem Leckerli und fing anschließend mit dem Säubern und Ausschneiden der Hufe an. Rubicon war jedoch der Meinung, dass das total unnötig sei. Immerwieder versuchte er mir den Huf, welchen ich hielt, zu entziehen. Stelli ermahnte ihn streng aber liebevoll, sodass der Hengst sein negatives Verhalten bald einstellte. Ungestört konnte ich so alle vier Hufe ordentlich zurechtschneiden.

    000000arialAnschließend sollte auch dieser Hengst Eisen mit Schneegrip bekommen. Etwas ungeduldig hampelte Rubicon rum, blieb aber trotzdem ruhig, als ich das erste, heiße Eisen an den Huf anpasste. Im kalten Wasser kühlte ich es dann ab und schnitt die Gummieinlage zurecht. Mit ein paar Hammerschlägen war das Eisen samt Grip schließlich am Huf befestigt.

    000000arialNachdem auch die anderen drei Hufe mit schicken neuen Eisen versehen waren, lobte ich Rubicon ausgiebig. Er war zwar etwas unruhig gewesen, hatte aber alles über sich ergehen lassen, wofür er jetzt ein Leckerli bekam.

    000000arial„Schade, dass ich Rajandra nicht kennengelernt habe“, sagte ich, nachdem der Hengst wieder in seiner Box stand. „Bei nächsten Mal hat sie sicher Zeit“, entschuldigte Stelli sich lächelnd. Nickend stimmte ich ihr zu und gemeinsam packten wir mein Werkzeug wieder ins Auto. Ich verabschiedete mich und rollte dann langsam vom Hof.



    000000arialNachdem ich kurz zuhause war und mittag gegessen hatte, machte ich mich direkt wieder auf den Weg, diesmal aber zu Lina. Ich wollte mich heute mit ihrer Falabellastute beschäftigen.

    000000arialAuf dem Hof angekommen, parkte ich meinen Wagen und entdeckte Lina auf dem Weg zur Weide.

    000000arial„Lina“, rief ich und winkte lachend zu ihr rüber. Erschrocken drehte meine Freundin sich um.

    000000arial„Ah Hallo!“ Lachend kam sie auf mich zu. „Wie geht’s dir?“

    000000arial„Mir geht’s super! Wie ists bei dir?“ Lächelnd umarmte ich sie.

    000000arial„Na bei mir ist doch immer alles gut. Hast du Lust mit mir ausreiten zu kommen?“

    000000arial„Hm, eigentlich wollte ich ja mit Smaller was machen, aber ausreiten klingt auch gut! Wen nehmen wir denn mit?“

    000000arialGemeinsam gingen wir zur Weide rüber, wo Lina auf eine hübsche Hafistute zeigte: „Das ist Synette, die könntest du nehmen. Ich nehme Luna, die Tinkerstute.“ Lächelnd nickte ich: „Ja Gerne!“

    000000arialRasch hatten wir die beiden ungleichen Stuten zum Putzplatz gebracht und ordentlich sauber gemacht. Schnell noch Sattel und Trense drauf, dann verließen wir auch schon im gemütlichen Schritt den Hof.

    000000arialNach einiger Zeit gurteten wir nach und trabten anschließend an. Luna war fleißig und ich hatte große Mühe mit der kleineren Netty neben Lina zu bleiben. Lachend schaute meine Freundin sich zu mir um: „Na schaffst du es?“

    000000arial„Pass mal auf du!“ Mit einem Grinsen im Gesicht gab ich Netty die Galopphilfe, woraufhin die Hafistute munter in den Galopp fiel. Schnell hatten wir Lina überholt, was allerdings nicht lange anhielt. Luna legte ein mächtig schnelles Tempo an den Tag und war schnell wieder mit uns auf einer Höhe. Netty und Luna boten sich ein heißes Rennen. Mal war meine Hafistute weiter vorne, dann wieder die hübsche Tinkerdame Luna.

    000000arialDie Pferde wurden langsam müde, also parierten wir sie durch und schlenderten im Schritt zurück zum Hof.

    000000arial„Das war wirklich toll“, sagte ich, während wir Netty und Luna absattelten und versorgten.

    000000arial„Ja stimmt“, stimmte Lina mir zu. „Das sollten wir öfter machen!“

    000000arialNachdem die beiden Stuten wieder auf der Weide standen, lud Lina mich noch zu einem Kaffee ein. „Ich hab aber nicht mehr so viel Zeit. Ich wollte heute nochmal bei der Auffangstation von Wolfszeit vorbeischauen, ich engagiere mich doch dort ehrenamtlich als Hufschmied“, erklärte ich Lina, während wir schnell in ihre Küche gingen und während des Kaffees noch ein wenig plauderten.

    000000arialWir verabschiedeten uns herzlich, anschließend machte ich mich direkt auf den Weg zu Wolfszeit.



    000000arialNach nur kurzer Fahrt kam ich bei der Auffangstation an. Ich parkte meinen Wagen, stieg aus, packte meine Sachen und machte mich auf die Suche nach Wolfszeit. Ich fand sie schließlich im Stall, bei einem Isländerhengst.

    000000arial„Hallo Wolfszeit!“ Freundlich streckte ich ihr meine Hand entgegen, welche sie lächelnd schüttelte.

    000000arial„Hey, freut mich, dass du mal wieder da bist! Das hier ist auch schon dein heutiger Kanditat: Salvaje.“

    000000arialIch streckte dem skeptisch dreinschauenden Hengst meine Hand entgegen. Zaghaft reckte er seinen Kopf in meine Richtung und blähte aufgeregt die Nüstern.

    000000arial„Alles gut“, sprach ich beruhigend auf ihn ein und zauberte ein Leckerli aus meiner Tasche. Nach dieser Bestechung, war seine Scheu förmlich abgefallen. Neugierig beschnupperte er mich ganz genau und untersuchte meine Werkzeugtasche.

    000000arial„Du bist ein kleiner Schauspieler, was?“ Lachend streichelte ich ihm über den Hals.

    000000arialWolfszeit führte den Hengst aus der Box und band ihn am Putzplatz an.

    000000arialIch fing damit an, die Hufe genau zu begutachten und auszukratzen. Sie sahen nicht schlecht aus, waren lediglich etwas zu lang, was aber schnell behoben werden konnte. Salvaje war etwas unruhig und tänzelte hin und her, trotzdem ließ er mich an seine Hufe, um diese auszuschneiden. Zuanfang kürzte ich Hufwände und Trachten, anschließend rundete ich beides schön ab und widmete mich schließlich dem Strahl. Dieser war an allen Hufen schön in Form und sah gesund aus, sodass ich dort nicht viel bearbeiten musste.

    000000arial„Kannst du ihn mir einmal vorführen“, bat ich Wolfszeit, nachdem ich alle vier Hufe ordentlich ausgeschnitten hatte.

    000000arial„Klar“, nickte die junge Frau und trabte mit dem Hengst über den Hof. Es hatten sich ein paar kleine Fehler im Bewegungsablauf eingeschlichen, diese würden sich aber in einigen Tagen selbst aufheben.

    000000arial„Alles super! Er kann ins Bett“, rief ich Wolfszeit zu, die daraufhin zurück kam und den Hengst in seine Box brachte.

    000000arial„Vielen Dank für deinen Besuch! Ich freue mich schon, wenn du das nächste Mal kommst“, bedankte meine Kundin sich und wir verabschiedeten uns.

    000000arialLangsam fuhr ich vom Hof in Richtung nach Hause.



    000000arialAuf meinem Gestüt angekommen, war es bereits dunkel und selbst Kimi war nicht mehr da. Ich kontrollierte kurz in den Ställen, ob alles in Ordnung war und machte mir anschließend etwas zum Abendessen.

    000000arialWas ein anstrengender Tag! Erschöpft schlief ich ein.
  5. arialNachdem meine Pferde versorgt waren und auf der Weide standen, machte ich mich auf den Weg zu Lina. Wir hatten uns für heute verabredet und wollten zusammen einen kleinen Parcours aufbauen, um mit Attentivenly und Ariadne zu springen.

    arialNach kurzer Fahrt kam ich auf dem Hof an, parkte mein Auto und lief freudig zum Stall rüber. „Hallo Lina“, begrüßte ich meine Freundin, die ich ihm Stall fand. Sie drehte sich zu mir um: „Hey, wie geht’s dir?“ - „Gut, danke! Und wie siehts bei dir aus? Alles in Ordnung?“ Lina und ich gingen zur Halle hinüber. „Ja, alles super. Ich freu mich aufs Springen!“ Lachend stimmte ich ihr zu: „Ich mich auch!“ Flink bauten wir den Parcour in der Halle auf. Auf der Zirkellinie stellten wir ein Cavaletti auf, an die lange Seite kamen zwei kleine Kreuze und auf der Diagonalen ein Oxer.

    arialGemeinsam gingen wir zur Weide und holten uns die beiden Stuten, die wir heute reiten wollten. Lina nahm die Oldenburger Stute Ami und ich die Berberdame Ari. Am Putzplatz angekommen, begannen wir rasch, die Pferde zu putzen und anschließend mit Sattel, Trense und Gamaschen zu versehen.

    arialIn der Halle stiegen wir auf und ritten die Pferde erstmal gemütlich warm. Ari war etwas unsicher, sie kannte mich immerhin noch gar nicht und erschrack jede Runde, als wir am Spiegel vorbeiritten. Ami hingegen war die Ruhe selbst, auch als Ari einmal plötzlich zur Seite sprang, konnte das die hübsche Oldenburger Stute nicht aus der Fassung bringen. Lachend klopfte ich der Stute den Hals: „Ist doch alles ok, dir passiert nichts.“

    arialLina und ich trennten uns jetzt und ritten die Pferde im Trab und Galopp. Den Spiegel konnte Ari noch immer nicht leiden, sie machte jedes mal einen Satz zur Seite. Ich ließ mich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen, sondern ritt einfach weiter und tatsächlich, so langsam sah die Stute ein, dass der Spiegel ihr nichts tun würde.

    arial„Wollen wir anfangen?“ Fragte Lina mich nach einiger Zeit. Ich nickte: „Du machst zuerst.“ Lachend trabte sie ihre Ami an und steuerte gekonnt das Cavaletti auf dem Zirkel an. Die hübsche Stute machte einen sauberen Satz und landete auf der anderen Seite der Stange. „Super“, rief ich. „Mal sehen ob ich das auch so hinkriege!“ Mit leichtem Schenkeldruck trabte ich Ari an, ritt sie auf den Zirkel und hatte beide Augen auf meinem Ziel: Die andere Seite des Cavalettis. Ruhig saß ich im Sattel und ging davon aus, dass Ari brav über die Stange springen würde. Doch da hatte ich meine Rechnung ohne den Dickkopf der Stute gemacht. Grade als ich damit rechnete, dass Ari abspringen würde, stoppte sie abrupt und ging einige Schritte rückwärts. So unerwartet wie diese Reaktion kam, wäre ich fast aus dem Sattel gefallen. Ich konnte mich grade noch so berappeln. Lina saß belustigt auf ihrer Stute und lachte: „War doch fast gut.“ Nach dem ersten Schreck musste auch ich lachen. „Ok, nochmal“, sagte ich dann und trabte Ari erneut an. Wieder auf dem Zirkel ritten wir das Cavaletti an und dieses mal sprang die Stute lässig über das Hindernis. Ich klopfte ihr den Hals: „Wieso denn nicht gleich so?“

    arialEin paar Mal sprangen wir noch das Cavaletti, dann ging es weiter mit den beiden Kreuzen an der langen Seite. Lina begann wieder und galoppierte Ami auf den ersten Sprung zu. 4 Galoppsrpünge sollten zwischen den beiden Hindernissen liegen. Die Stute zog ordentlich an und machte einen riesen Satz über das erste Kreuz. Mit nur drei Galoppsprüngen erreichten Lina und Ami das zweite Hindernis und übersprangen auch dieses mit Bravur. „Man, die hat aber Feuer unterm Hintern“, lachte ich, als Lina die Stute durchpariert hatte. „Aber Hallo“, gab Lina lachend zurück. „Nur von Kontrolle zwischen den Sprüngen kann man nicht grade sprechen!“ - „Ach, das kommt noch. Ami hat wenigstens Lust zu springen. Ari hat das wohl noch nicht ganz verstanden“, lachte ich und trabte nun mit Ari an. Missmutig schlug sie mit dem Kopf, ließ sich dann aber trotzdem angaloppieren. Den ersten Sprung nahm sie super, sprang gut ab und ließ sich danach auch noch gut kontrollieren. Beim zweiten Sprung, fiel ich jedoch aus allen Wolken: Schöner gleichmäßiger Galopp, wir hielten die 4 Galoppsprünge ein und dann blieb Ari mal wieder stehen. Ich konnte mich nicht mehr halten und flog in hohem Bogen aus dem Sattel und landete unsanft auf dem Hallenboden. Nachdem Lina besorgt gefragt hatte, ob alles ok sei und ich ihr mit einem Nicken geantwortet hatte, brach sie in schallendes Gelächter aus. Auch ich musste lachen und klopfte mir den Dreck von der Reithose. „Mensch, damit hab ich ja gar nicht gerechnet“, stammelte ich, während ich mich vor lachen kaum halten konnte.

    arialWieder im Sattel, ritt ich erneut die beiden Sprünge an und nun klappte auch alles super. Ari sprang brav beide Kreuze und sogar die Anzahl der Galoppsprünge hielten wir ein. „Klasse“, rief Lina mir zu. „Danke danke“, sagte ich und klopfte der Stute den Hals.

    arial„So, jetzt den ganzen Parcour, erst das Cavaletti, dann ganze Bahn die Kombination und zum Schluss den Oxer durch die ganze Bahn wechseln“, grinste Lina mich an. „Ach ich zuerst?“ Fragte ich erstaunt. „Ich find schon“, antwortete Lina immernoch mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

    arialGrummelnd galoppierte ich Ari an und begann mit dem ersten Sprung. Die Stute sprang vorbildlich über das kleine Cavaletti und ließ sich dann brav auf die beiden Kreuze zureiten. Auch diese ließen wir ohne Verweigerung hinter uns, dann kam das letzte Hindernis: Der Oxer. Auch der war nicht hoch, sodass Ari brav hinüber sprang. Danach buckelte sie wild los. Erschrocken verzog ich das Gesicht und hatte Schwierigkeiten die Stute zu beruhigen. Ich hörte, wie Lina schon wieder lachte und auch ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Als ich es endlich geschafft hatte, Ari durchzuparieren, sagte ich zu Lina: „Die ist aber wirklich vielseitig. Mal so, mal so.“ - „Aber sie meint es nie böse“, grinste Lina. „So, jetzt du!“

    arialLina galoppierte die Oldenburger Stute an und sprang super über das Cavaletti. Ami zog vor der Kombination wieder ordentlich an und machte zwischen den Sprüngen nur drei Galoppsprünge. Vor dem Oxer konnte Lina die Stute etwas zurücknehmen und die beiden meisterten den letzten Sprung vorbildlich.

    arialNachdem wir die Pferde trockengeritten und versorgt hatten, machten wir uns rasch daran, die Sprünge in der Halle wieder abzubauen.

    arialLina lud mich noch auf eine Tasse Kaffee ein und wir plauderten ein wenig. Ich erzählte ihr auch von meinen Überlegungen, was mit Caletta geschehen sollte. Sie war der Meinung, ich sollte mir ein zweites Fohlen dazu holen und sie auf dem Hof behalten.

    arialGegen Mittag fuhr ich bei Lina vom Hof und einige Zeit später, kam ich auf meinem Gestüt an. Die Pferde standen noch auf der Koppel, sodass ich mich erstmal in die Küche setzte und einen Tee trank. Währenddessen suchte ich ein wenig im Internet nach Fohlen, fand aber bis jetzt noch nicht das Richtige.
  6. arialDas Wetter zeigte sich heute wieder von seiner schlechtesten Seite. Die Wolken hingen tief und dunkel am Himmel, es war kalt, aber zum Glück schneite es nicht! Kimi kümmerte sich heute morgen um die Pferde, sodass ich mich in Ruhe fertig machen und frühstücken konnte und mich dann auf den Weg zu meinem heutigen Hufschmiedauftrag machen konnte.

    arialNach meinem Besuch vor drei Tagen, war ich heute wieder auf dem Rettungshof von Wolfszeit. Ich parkte meinen Wagen, stieg aus und lief mit meiner Tasche zum Stall hinüber, wo Wolfszeit mit einem Isländer beschäftigt war. "Hallo, schön dich zu sehen!" Die junge Frau begrüßte mich freundlich und führte mich zu meinem heutigen Kandidaten. "Das ist Windy Shelty, eine junge Shettydame", erklärte mir Wolfszeit, während sie die hübsche Stute aus der Box führte und am Putzplatz anband. "Kommst du alleine klar? Ich hab noch so viel zu tun!" - "Natürlich, kein Problem", antwortete ich lächelnd und Wolfszeit ließ mich mit dem Pony alleine. "So, dann fangen wir mal an", streichelte ich der Stute über den Hals. Sie hatte eine hübsche Farbe, aber das war heute nicht mein Thema.

    arialZuerst kratzte ich die Hufe ordentlich aus, dabei schaute ich mir sie schon einmal an. Windy hatte schönes, hartes Horn, gleichmäßig abgenutzt, nur ein wenig zu lang. Mit dem Hufmesser begann ich, das überschüssige Horn der Hufwände zu kürzen. Im gleichen Zug schnitt ich auch die Trachten auf die richtige Länge. Windy stand dabei brav still und ließ mich meine Arbeit machen.

    arialAls alle Hufe die richtige Länge hatten, kam nun der Hufbock zum Einsatz. Nacheinander stellte ich die beiden Vorderhufe darauf ab und raspelte die Hufe schön rund. Auch das ließ die Shettystute brav mit sich machen. Zum Abschluss korrigierte ich nun noch den Strahl an jedem Huf.

    arialIch suchte Wolfszeit und fand sie im Stall bei den anderen Pferden. "Kannst du mir Windy einmal vorführen?" Fragte ich sie lächelnd. Nickend folgte sie mir und führte mir die Stute erst im Schritt, dann im Trab vor. Der Gang war klar und sauber, nichts was besorgniserregend war. "Super, dann kann sie zurück in die Box", sagte ich und räumte meine Sachen zusammen, während Wolfszeit Windy in den Stall brachte. Wir verabschiedeten uns kurz, dann machte ich mich auf den Weg nach Hause.

    arialIch parkte meinen Wagen neben dem von Kimi und stieg aus. Monster und Heat schauten mir von der Weide aus entgegen. Sie schienen sich wohl zu fühlen und seit Kimi bei mir arbeitete, tat ich das auch. Ich war glücklich! Mit den Pferden lief es super, Caletta war über den Berg, Calista würde bald eingeritten werden und auch die alten Hasen entwickelten sich super. Besser konnte es gar nicht laufen!

    arialLächelnd lief ich am Hengststall vorbei zum Wohnhaus und betrat die modern eingerichtete Küche. Am Tisch saß Kimi, wie sollte es anders sein, mit einer Tasse Tee in der Hand. „Hey, wie geht’s dir?“ Fragte ich, während ich mir ebenfalls einen Tee eingoß und mich auf einen Stuhl fallen ließ. „Ach“, sagte er. „Mir geht’s doch immer gut. Wie siehts mit dir aus? Alles gut verlaufen bei deinem Auftrag?“ Ein Lächeln zeichnete sich auf seinem Gesicht. Schüchtern wandte ich meinen Blick ab und antwortete: „Ja ähm, alles super gewesen, ein tolles Pony hatte ich heute.“ - „Ich denke, wir können Calista bald mit den Anderen zusammen stellen. Ich habe zwar noch nicht so viel Ahnung, aber sie und Summer haben sich heute über den Zaun hinweg gekrault. Das hättest du sehen müssen! Total niedlich die Beiden!“ Ein komisches Bild, Kimi so begeistert zu sehen. Es schien ihm wirklich zu gefallen, auf dem Hof, mit den Pferden zu arbeiten. Lächelnd nickte ich und trank aus meiner Tasse. „Ich denke auch, die Stuten sind ja alle sehr umgänglich. Und Calista gefällt es sicher auch besser, wenn sie sich auf der großen Weide mal so richtig austoben kann!“

    arialEinige Minuten saßen wir schweigend da und tranken unseren Tee. Ich genoss die Stille, dachte ein wenig nach. Mir ging es einfach nicht mehr aus dem Kopf, wie es mit Caletta weiter gehen sollte. Ich tendierte zwar dazu, ein weiteres Fohlen zu kaufen oder zumindestens für ein oder zwei Jahre auf den Hof zu holen, war mir aber trotzdem unsicher, ob es nicht besser wäre, wenn die Kleine in einer größeren Herde aufwachsen würde. Vielleicht sollte ich einmal mit meiner Tierärztin sprechen, wie ihre Meinung dazu war und was für Calettas Entwicklung am Besten wäre.

    arialEine sanfte Stimme holte mich in die Realität zurück. „Was steht denn heute noch an?“ Kimi stand an die Spüle gelehnt und grinste mich an. „Hm“, gab ich zurück. „Alles Wichtige ist schon erledigt. Wir könnten eine Runde ausreiten gehen. Vielleicht mit Monster und Heat? Die Beiden freuen sich sicher, mal raus zu kommen.“

    arialSchnell war es beschlossene Sache, Kimi würde Heat reiten und ich Monster. Wir holten rasch die Hengste von der Koppel und banden sie auf der Stallgasse an. Kimi konnte mittlweile selbstständig putzen und auch satteln klappte schon ganz gut. Nur beim Trensen brauchte er noch meine Hilfe. Aber auch das schaffte er unter meiner Anweisung schon fast alleine. Heat war aber auch besonders brav und wartete geduldig, bis Kimi die Trense richtig über die Ohren gezogen hatte.

    arialRasch legte ich Monster nun seinen Westernsattel auf und zog ihm die hübsche Einohrtrense über die Ohren. Dann verließen wir den Stall und schwangen uns in den Sattel. Im gemütlichen Schritt ritten wir an der Halle vorbei, den Weg zum Wald.

    arialEinige Zeit verfolgten wir den gewohnten Weg, schweigend, nur die Hufe im Schnee waren zu hören. An einer Weggabelung hielt Kimi seinen Hengst an. „Wie wäre es, wenn wir hier mal rechts lang gehen?“ Fragte er mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen. „Ja“, nickte ich und wir bogen auf den rechten, uns unbekannten Weg ab. Monster und Heat waren entspannt und trotteten brav nebeneinander her, auch das fremde Gelände konnte sie nicht aus der Ruhe bringen.

    arialNach einiger Zeit kamen wir an einen kleinen See, das Wasser glänzte, kein Lufthauch zerstörte die glatte Oberfläche. Es sah atemberaubend aus und Finnland bewies mir mal wieder, das ich mit dem Umzug die richtige Enscheidung getroffen hatte. „Schön, nicht wahr?“ Kimi sah mich aus seinen treuen, leuchtenden Augen an. „Oh ja“, nickte ich und es trat wieder eine beruhigende Stille ein.

    arialDen ganzen Ausritt sprachen wir nur vereinzelt ein paar Wörter. Es war einfach schön, die Landschaft zu genießen, die Ruhe und die Zweisamkeit. Wenn es nach mir ginge, könnten wir das jeden Tag machen, doch auch die Arbeit auf dem Gestüt machte sich nicht von alleine. Ich musste hart daran arbeiten, meine Zucht vorranzutreiben, die Pferde zu fördern und den Hof instand zu halten.

    arialEs wurde bereits dunkel, als wir nach Hause zurückkehrten. Grey wieherte uns sehnsüchtig entgegen, während wir an der Weide vorbeiritten. „Ihr kommt gleich rein“, rief ich ihr lachend zu. Am Hengststall stiegen wir ab und versorgten Monster und Heat. Die Beiden hatten mächtig Hunger und freuten sich über ihr Abendbrot.

    arial„Nimmst du Cala mit dem Fohlen? Dann nehme ich Calista mit“, fragte ich Kimi, als wir auf dem Weg zur Stutenweide waren. Er nickte und schlüpfte durch das Gatter. Während er Cala das Halfter überzog, machte ich das gleiche bei Calista und wir brachten die drei in den Stall. Dann folgten noch Summer und Grey und wir verteielten auch hier das Abendessen der Pferde.

    arialNachdem wir alle Pferde versorgt hatten, machten wir es uns in der Küche gemütlich. Draußen war es bereits dunkel und so langsam bekam ich Hunger. Gemeinsam mit Kimi bereitete ich ein typisch finnisches Abendessen zu. Es gab einen Eintopf, mit Würfeln aus Schweine- und Rinderfleisch, Möhren und Steckrüben. Mir schmeckte es köstlich und ich freute mich, ein Stück mehr von Finnland kennenzulernen. Während des Essens besprachen wir den Ablauf und die Aufgaben für den nächsten Tag, anschließend machte Kimi sich auf den Weg nach Hause, ich machte mich fertig fürs Bett und schlief auch schnell ein.
  7. arialHeute war ein ganz besonderer Tag! Es ging mit Cala und Caletta zu unserer ersten Fohlenschau. Kimi hatte mir angeboten, sich morgens um die Pferde zu kümmern, sodass ich mich auf die Vorbereitungen konzentrieren konnte.

    arialNach dem Frühstück zog ich mich warm an und verließ das Haus. Zuerst machte ich mich daran, den Anhänger anzuspannen. Das war schnell erledigt, sodass ich nun ein großes Heunetz vollstopfte und in den Hänger hing.

    arial„Hallo ihr Beiden, es geht gleich los“, begrüßte ich die beiden Stuten, die alleine im Stall standen. Caletta sah mich neugierig an und schnaubte unruhig. „Das wird nicht schlimm“, klopfte ich dem Fohlen den Hals, dann zog ich Cala das Halfter über die Ohren und führte sie auf die Stallgasse. Dort fing ich an, erstmal die Große zu putzen, bis sie schön glänzte. Das gleiche dann auch bei Caletta.

    arialGelassen folgte Cala mir zum Anhänger und ging ohne Probleme hinauf. Caletta schaute zwar sehr skeptisch, konnte aber nicht widerstehen, ihrer Ziehmama zu folgen. Schnell schloss ich die Klappe und fuhr dann los.

    arialAuf dem Gelände, wo die Fohlenschau stattfand, angekommen, lud ich sofort Cala und das Fohlen aus. Caletta guckte sich aufgeregt um und blieb dicht bei ihrer „Mama“.

    [color=rgb(90,90,90)arialAufgeregt stand ich neben meiner Stute Calacirya, der Ersatzmutter von Caletta. Es war meine erste Fohlenschau und ich war gespannt, wie es verlaufen würde.

    arialDie kleine Scheckstute stand mit gespitzten Ohren neben Calaciyra und beobachtete das Geschehen aufmerksam, dann wurden wir auch schon aufgerufen: „Als nächsten Teilnehmer sehen wir nun Lisa mit ihrem Fohlen Caletta.“ Mit zitternden Händen führte ich die Stute in die Halle. Caletta folgte ihr brav und staunte nicht schlecht, als sie die hübsch geschmückte Halle erblickte. Einen Moment zögerte sie, hüpfte dann aber fröhlich hinter uns her. Die Zuschauer applaudierten, während ich mich mit der Stute und dem Fohlen bei X aufstellte, um die Richter zu grüßen. Caletta musterte die Menschen ganz genau, schien aber nicht ängstlich zu sein. Die Richter gaben mir das Zeichen zum Starten, also führte ich meine Stute im Schritt los. Während Caletta aufgeregt durch die Halle trabte, ertönte erneut die Stimme aus den Lautsprechern. „Caletta wurde am 04.12.2013 in Finnland geboren und lebt auch zur Zeit dort. Das Tinkerfohlen wird mit der Flasche aufgezogen, hat aber eine besondere Bindung zu der hier zusehenden Calacirya. Caletta wird einmal ca. 1,55m Stockmaß erreichen und hat damit eine Ideale Größe. Nun wollen wir uns das Fohlen aber einmal in Bewegung betrachten.“ Die Stimme verstummte, dass war mein Zeichen. Ich trabte Calacirya an, um auch das Fohlen zum traben zu animieren. Es klappte perfekt und Caletta trabte dicht neben ihrer Ziehmutter her. Sie präsentierte ihren schönsten Trab, raumgreifend und fleißig, dabei aber nicht hektisch. Ich parrierte zum Schritt durch und wechselte die Hand. Etwas außer Atem trabte ich auf der neuen Hand wieder an und hoffte, dass Caletta nun ihren Galopp zeigen würde. Als würde sie Gedanken lesen können, galoppierte sie neben der trabenden Calacirya her. Mit hoch erhobenem Schweif präsentierte der kleine Falbschecke den Galopp. Sie schien etwas aufgeregt zu sein, meisterte die Situation trotzdem souverän. Mit meiner Stimme lobte ich Caletta und parrierte dann zum Schritt durch, um mich wieder bei X aufzustellen. Zum Abschied grüßte ich die Richter erneut und verließ dann unter Applaus die Halle.

    arial„Das hast du super gemacht“, knuddelte ich mein Fohlen und gab ihr ein Leckerli. Auch die große Stute lobte ich für ihre Gelassenheit. Die erste Fohlenschau hatten wir nun hinter uns und freuten uns auf das Ergebnis.arialZurück am Anhänger verlud ich die beiden Pferde und machte mich wieder auf den Weg nach Hause. Ich hatte ein gutes Gefühl, es war alles gut verlaufen und ich war gespannt auf das Ergebnis, welches in den nächsten Tagen kommen würde.

    arialAls ich die Einfahrt meines Gestüts entlang fuhr, sah ich Kimi, der grade dabei war, die Pferde von der Koppel zu holen. Ich parkte den Wagen und brachte Cala und Caletta in den Stall. Dort gab ich dem Fohlen die Flasche, welche nach kurzer Zeit leer war. Müde legte Caletta sich ins Stroh und schlief augenblicklich ein. Es war aber auch ein anstrengender Tag für ein so junges Fohlen.

    arialNachdem ich noch kurz mit Kimi den Abend besprochen hatte und er sich bereiterklärte, die Pferde noch zu füttern und alles zu kontrollieren, ging ich ins Haus und machte mir etwas zum Abendessen.

    arialMüde machte ich mich anschließend bettfertig und schlief schnell ein.
  8. arialIm halbdunkeln stiefelte ich durch den Schnee zu meinen Stuten, die sich ihr Frühstück schmecken ließen. „Guten Morgen“, sagte ich gut gelaunt und kontrollierte in jeder Box, ob alles in Ordnung war. Kimi hatte die Pferde schon gefüttert, er war der Meinung, ich solle doch mal ausschlafen, was mir allerdings nicht gelungen war. Fröhlich öffnete ich die Box von Cala und 'ihrem' Fohlen. Caletta begrüßte mich mit einem leisen Schauben und geierte sofort nach ihrer Milchflasche. Ich wuschelte ihr durch den braunen Schopf und ließ sie an den Nuckel. Hastig fing die Kleine an zu saufen. „Verschluck dich bloß nicht“, lachte ich, während ich ihr über den Hals strich. Sie machte sich gut, war munter und aufmerksam, trotzdem machte ich mir Sorgen, dass noch irgendwelche Komplikationen auftreten würden. Doch daran wollte ich gar nicht erst denken, solange es ihr gut ging, war auch alles ok.

    arialNachdem Caletta die Falsche leer getrunken hatte, kontrollierte ich Calas Euter. Es sah gut aus und fühlte sich nicht verändert an. Maren, meine Tierärztin, hatte mich darauf hingewiesen, dass Caletta nicht am Euter saugen durfte, sonst müsste ich die Beiden trennen. Es schien aber nicht so zu sein. Erleichtert atmete ich auf, es war schön zu sehen, wie Caletta doch noch mit einer Mami, wenn auch nicht ihrer eigene, aufwachsen konnte.

    arialSachte schloss ich die Boxentür hinter mir und schaute nun nach Calista. Die Fuchsstute stand zufrieden in ihrer Box und kaute auf ihrem Heu rum. „Na meine Hübsche! Wie geht’s dir heute?“ Ich schlüpfte zu der Stute in die Box und strich ihr sanft über den Hals. Ihr orange-rotes Fell leuchtete im faden Licht des Stalls. Mit den Lippen untersuchte sie meine Hände nach Leckerlis, wendete sich jedoch wieder ihrem Futter zu, als sie nichts fand. Auch ich verließ die Box wieder und schaute nach Summer und Grey. Die beiden Stuten, die ich aus Deutschland mitgebracht hatte, standen wie jeden Morgen gelassen in ihren Boxen. Als Grey mich entdeckte, kam sie zu mir und vergrub ihre Nüstern in meinen Taschen. „Ich hab nichts zu Essen dabei, du Nase“, lachte ich und schob sie liebevoll zur Seite.

    arialBei den Stuten war scheinbar alles in Ordnung, also lief ich nun zu den Hengsten rüber, um auch dort nach dem Rechten zu schauen. Monster grummelte leise, als ich ihn durch die Gitter streichelte. In der Box von Heat fand ich außerdem Kimi, der wie ein kleines Kind mit dem großen Hengst schmuste. Lachend begrüßte ich die Beiden. „Hilsft du mir gleich, die Pferde raus zu bringen?“ - „Klar, ich bringe die Hengste raus, du die Stuten, ok?“ Ich nickte nur kurz und ging dann erneut zum anderen Stallgebäude.



    arialNachdem ich Summer und Grey, sowie Cala mit dem Fohlen auf die Weide gebracht hatte, schnappte ich mir nun Calista, um sie auf ihren abgetrennten Teil der Koppel zu bringen. Etwas hameplig lief sie neben mir her und erschrack immer wieder vor den Geräuschen, die ihre Hufe im Schnee verursachten. „Das ist nichts schlimmes“, lachte ich. „Der Schnee wird dich sicher nicht fressen.“ Besänftigend strich ich dem Fuchs über die Nüstern. Als ich ihr auf der Weide das Halfter abnahm, trabte sie mit hoch erhobenem Kopf davon. „Zicke“, murmelte ich und beobachtete Kimi, der grade dabei war, Monster und Heat auf die Weide zu bringen. Wie zwei brave Lämmchen folgten die Hengste dem Mann und warteten geduldig, bis er die Halfter abgenommen hatte, dann trotteten sie gemütlich davon.

    arialLächelnd kehrte ich in den Stall zurück, wo ich damit begann, die Boxen auszumisten. Dabei beeilte ich mich, um mich dann auf meine Arbeit mit den Pferden konzentrieren zu können. Ich hatte heute vor, mit Calista ein paar Bodenarbeitsübungen zu machen. Ich wollte, dass sie so viel wie möglich kennenlernt, bevor sie eingeritten werden würde.



    arialGegen mittag lief ich zur Weide, auf der Calista stand. Sie hatte grade wohl mal wieder ihre 5 Minuten. Bockend sprang sie durch den Schnee und trabte aufgeregt den Zaun entlang. Schnell zückte ich meinen Fotoapparat, den ich immer bei mir trug, und schoss einige Fotos, vielleicht war ja ein schönes dabei!

    arialNachdem ich die Kamera wieder weggesteckt hatte, beruhigte ich die Stute, um ihr das Halfter über die Ohren zu ziehen. Brav ließ sie sich in den Stall führen und anbinden. „So meine Hübsche, was möchtest du denn heute machen?“ Ich begann ihr Hufe auszukratzen und überlgte dabei weiter, was wir heute machen würden. „Wir könnten spazieren gehen oder vielleicht in der Halle ein paar spannende Sachen erkunden!“ Calista war das scheinbar egal, sie kaute gelangweielt auf ihrem Strick. „Lass das bitte“, ermahnte ich sie streng und nahm ihr den Strick aus dem Maul. Missmutig sah sie mich an, ich putze sie jedoch unbeeindruckt weiter.

    arialAls der Fuchs wieder in vollem Glanz erstrahlte, band ich Calista los und führte sie nach draußen. Unruhig tänzelte sie neben mir her. „Ist doch alles gut, wir gehen in die Halle, da kannst du dich ein bisschen austoben“, beruhigte ich sie und ging mit ihr in die Halle. Schnaubend hob sie den Kopf und sah sich aufgeregt um. Ich löste den Strick vom Halfter und ließ die Stute erstmal in Ruhe. Währen dessen baute ich ein paar Kegel auf, außerdem legte ich einige, bunte Stangen auf den Boden. Dabei sah mir Calista aus sicherer Entfernung zu.

    arialNachdem ich alles fertig aufgebaut hatte, nahm ich meine Stute wieder ans Halfter und ging mit ihr zuerst einige Runden durch die Halle. Aufgeregt, aber auch neugierig, sah sich sich alles genau an. Dann führte ich sie im Slalom um die Kegel herum, welche sie wohl nicht besonders schlimm fand. Zwar etwas angespannt, lief sie aber trotzdem brav neben mir her. Nach dem letzten Kegel lobte ich Calista überschwänglich und gab ihr ein Leckerli, welches sie zufrieden kaute. Dann ging es weiter mit den bunten Stangen. Am langen Strick lief ich auf die komischen Dinger zu. Calista senkte den Kopf und grummelte bedächtlich. „Braves Mädchen“, sagte ich ruhig und ging einige Schritte weiter. Die junge Stute folgte mir, hatte die Ohren aber aufgerichtet und den Kopf weiter gesenkt. Die Vorderbeine hatte sie bereits über die Stange gehoben, als sie mit dem Hinterhuf gegen die Stange kam. Erschrocken machte sie einen Satz nach vorne. „Alles gut“, beruhigte ich sie und klopfte ihr den Hals. „Komm nocheinmal!“ Erneut führte ich den Fuchs auf die Stange zu. Dieses Mal war sie sichtlich skeptisch und folgte mir nur widerwillig. Mit viel Überredungskunst ging sie dann aber doch noch über die Stange, sogar ohne sich zu erschrecken. Übertrieben lobte ich meine Stute. „Ich bin stolz auf dich, das hast du super gemacht!“ Ein letztes Mal führte ich Calista um die Kegel, dann beließ ich es für heute dabei und lobte sie nochmal ausgiebig.

    arialZurück im Stall putzte ich sie erneut und stellte sie anschließend in ihre Box. „Das hast du super gemacht heute, ich bin wirklich zufrieden“, lobte ich sie nochmals und machte mich dann auf den Weg zur Weide, um die anderen Pferde reinzuholen.



    arialNun widmete ich mich endlich mal wieder meiner geliebten Grey. Die sanftmütige, große Tinkerstute freute sich, als ich sie aus der Box holte und anfing zu putzen. Mit treuem Blick bettelte sie nach einem Leckerli und ich konnte einfach nicht widerstehen. Lächelnd steckte ich ihr eins zu und putze sie anschließend fertig.

    arialMit Sattel und Trense ausgestattet, verließen wir den Stall und gingen zur Reithalle hinüber. Dort schwang ich mich auf die große Stute und wir setzten uns in Bewegung. Mit Grey musste ich noch viel arbeiten. Sie junge Stute war zwar sicher unter dem Sattel, hatte aber so ihre Probleme mit dem vorwärts-abwärts. Außerdem fiel ihr das Biegen auf der rechten Hand besonders schwer.

    arialIch ritt besonders lange warm, da das Wetter wirklich eisig war. Grey wurde zwar langsam ungeduldig und wollte vorwärts, ich setzte mich aber durch und ritt weiter Schritt. Um die Stute zu beschäftigen, ging ich viele große Wendungen und einige Handwechsel. Als ich dann endlich das Kommando zum antraben gab, schoss Grey nurso los. Hektisch trabte sie die lange Seite entlang. Über meinen Sitz versuchte ich das Tempo zu regulieren, was allerdings nur halbwegs klappte. Die Stute wurde zwar langsamer, aber hektisch war sie noch immer. Auch im Trab ritt ich am langen Zügel viele große Wendungen und Bahnfiguren. Mit jeder Minute wurde Grey etwas ruhiger, sodass ich sie immerwieder lobte. Langsam nahm ich die Zügel auf und fing an, auf der rechten Hand auf dem Zirkel zu traben. Den Kopf hoch erhoben weigerte meine Stute sich gegen die Biegung. Ich ließ mich davon jedoch nicht beirren, konsequent gab ich ihr mit dem inneren Schenkel Druck. Es dauerte eine ganze Weile, bis Grey sich allmählich in die Biegung traute und zumindestens ein bisschen besser lief. Sofort lobte ich sie ausgiebig.

    arialNach einem Handwechsel, ließ ich Grey nun auf der linken Hand angaloppieren. Freudig sprang sie an und hatte sogar den Kopf nicht mehr ganz so weit oben. Nach einigen Runden auf dem Zirkel, fing sie sogar an, sich zu strecken und den Hals lang zu machen. „So ist brav“, lobte ich sie. Ihr Galopp war weich und ließ sich gut sitzen. Taktklar und gleichmäßig drehten wir unsere Runden, bis ich die Stute durchparrirete und erneut einen Handwechsel machte. Auch hier gab ich ihr die Galopphilfe, parrierte sie aber Augenblicklich wieder durch, da sie im Außengalopp ansprang. Sanft lenkte ich Grey in eine Volte und galoppierte sie erneut an. Dieses Mal klappte es besser und sie galoppierte brav im Rechtsgalopp. Ich lobte sie und ging dann auf den Zirkel. Hier klappte das mit dem Strecken zwar nicht, trotzdem war ich stolz, dass sie bereits beim zweiten Versuch im richtigen Galopp angesprungen war.

    arialNachdem ich Grey noch abgeritten war, gingen wir zusammen zurück in den Stall. Es wurde bereits dunkel, also beeilte ich mich, die Stute abzusatteln und in die Box zu stellen. Sie bekam noch ein Leckerli, dann machte ich mich daran, den Pferden ihr Abendbrot zu geben. Die Großen bekamen ihr Heu und das Kraftfutter, Caletta bekam erneut ihre Flasche. Heute Mittag hatte Kimi ihr die Milch gegeben, jetzt war ich wieder dran. Wie immer gierig, trank das kleine Fohlen die Flasche leer. Ich streichelte noch einmal den Hals des Fohlens, dann verließ ich die Box und machte das Licht im Stutenstall aus.

    arialIch schaute nochmal nach den Hengsten und gab auch ihnen ihre Ration Futter, dann löschte ich ebenfalls das Licht und ging ins Haus.



    arialWährend ich mein wohlverdientes Abendessen genoss, machte ich mir Gedanken über Caletta. Wenn sie von Cala getrennt werden würde, bräuchte sie auf jeden Fall eine Spielgefährtin in ihrem Alter. Außerdem brauchte ich dann eine dritte Koppel oder ich würde Caletta in eine Fohlenherde auf einen anderen Hof geben, aber mich von der kleinen Maus für eine Zeit zu trennen, würde mir sicher nicht leicht fallen. Zum Glück hatte diese Entscheidung noch ein paar Monate Zeit!

    arialIch räumte mein Geschirr in die Spüle und gab Jury sein Fressen. Dann ließ ich ihn nochmal kurz raus und wusch in der Zeit ab. Schon nach kurzer Zeit kam der Hund zurück und machte es sich im Schlafzimmer in seinem Körbchen gemütlich. Auch ich machte mich langsam bettfertig und schlief an diesem Abend schnell ein.
  9. arialHeute war ich schon früh auf den Beinen, denn ich hatte einen vollgepackten Tag. Vorallem aber brauchte Caletta ihre Milch, die ich grade erhitzte. Müde rieb ich mir die Augen, als plötzlich Kimi in der Tür stand. „Guten Morgen“, grinste er mich an. „Was machst du denn schon wieder hier?“ Lachend drehte ich mich um. „Ich dachte, du könntest Hilfe gebrauchen“, sagte er vorsichtig. „Ach Mensch du, deine Überstunden kriegst du alle ausbezahlt“, sagte ich lächelnd, während ich die Milch in die Flasche füllte. „Komm, wir gehen mal nach Caletta gucken.“ Ich lief zum Stutenstall und machte dort das Licht an. Schnaubend würde ich von Calista begrüßt. „Na, meine hübsche, hast du dich schon eingelebt?“ Sanft streichelte ich ihr über die Nüstern, ging dann aber weiter zu Cala und Caletta. Das kleine Fohlen schaute mich neugierig an. Ich betrat die Box und begrüßte erst die Große, dann gab ich dem kleinen Falbschecken die Falsche. Gierig schlang sie die Milch hinunter. „Verschluck dich nicht“, lachte ich und klopfte der Stute den Hals. Während die Kleine ihr Frühstück bekam, fütterte Kimi die anderen Pferde. Als er Cala ihr Heu reinschmiss, huschte ein Lächeln über sein Gesicht, woraufhin ich augenblicklich errötete. Lachend verließ er den Stall und überließ mich mir selbst.

    arialEs war schon komisch, wie mich jeder seiner Blicke direkt ins Herz traf. Ich kannte ihn erst einige Tage und trotzdem fühlte es sich an, als würde er mich verstehen, mich kennen.

    arialMit einem liebevollen Schnauben riss Caletta mich aus meinen Gedanken. „Du verstehst mich auch, nicht wahr?“ Zärtlich pustete sie mir ihren Atem ins Gesicht. Ich liebte dieses Fohlen, sie war was besonderes und wir würden sicher gute Freunde werden.

    arialIch verließ die Box und half Kimi noch beim Kraftfutter füttern, dann brachten wir zusammen die Pferde auf die Weide. Calista hatte ein kleines Stück abgetrennt bekommen, damit sie sich erstmal mit der Herde vertraut machen konnte.

    arialDann machte ich mich auf den Weg zu meinem ersten Termin.

    arialVorerst das letzte Mal fuhr ich heute die Einfahrt von Lenas Gestüt entlang. Sie stand bereits am Putzplatz und schien auf mich zu warten. Kurz winkte ich ihr zu, dann parkte ich meinen Wagen und stieg aus. Rasch hatte ich mein Werkzeug zusammen und machte den Schmiedeofen an, damit dieser sich aufheizen konnte. „Guten Morgen“, begrüße Lena mich. „Ich hole schon mal Revolution.“ Sie verschwand im Stall, während ich meinen Arbeitsplatz ordnete.

    arialNach kurzer Zeit kam Lena mit einem kleinen Rappschecken wieder und band diesen am Putzplatz an. Ich begrüßte den Hengst kurz, dann fing ich direkt mit dem Ausschneiden an. Zu Anfang kürzte ich Hufwände und Trachten, anschließend rundete ich die Hufwände mit der Raspel ab. Der 3-Jährige war vom Hufbock nicht begeistert, mit aller Kraft versuchte er mir den Huf aus der Hand zu ziehen. Ich ließ ihm dieses Verhalten jedoch nicht durchgehen, sondern setzte mich gegen ihn durch. Nach einiger Zeit waren die Hufe dann endlich ordentlich zurecht geschnitten, sodass Lena Revolution zurück in den Stall brachte.

    arialAls nächstes war Nexus dran, bei ihm sollten die Hufe ebenfalls nur gekürzt werden. Also begrüßte ich den jungen Hengst kurz und fing dann damit an, den ersten Huf zu bearbeiten. Hier ging ich genauso vor, wie zuvor bei Revolution. Nexus war jedoch viel ruhiger und ließ sich auch brav die Hufe auf den Hufbock stellen. Nachdem ich alle vier Hufe schön geschnitten hatte, lobte ich das Mixpony ausgiebig und gab ihm zum Abschied ein Leckerli, welches er gierig aufaß. Dann band Lena den Hengst los und führte ihn in seine Box.

    arialDer letzte Hengst, der keine neuen Eisen bekommen sollte, war Skörungur. Der Fuchsschecke lief aufmerksam neben Lena her und ließ sich brav anbinden. Nachdem ich mich dem Hengst vorgestellt hatte, begann ich damit, die alten Eisen abzunehmen. Mit dem Unterhauer bog ich die Nägelenden grade, sodass ich die Hufeisen runternehmen konnte. Skörungur stand dabei ruhig und gelassen da und auch als ich anfing, die Hufe zurecht zu schneiden, machte er keine Anstalten. Nach kurzer Zeit waren alle Hufe wieder ordentlich in Form gebracht und der Hengst durfte zurück in die Box.

    arialNun waren die vier Hengste an der Reihe, die heute neue Eisen mit Schneegrip und Stollen bekommen sollten. Nacheinander brachte mir Lena Hikandi, Call me God, Hell in a Cell und Nico. Bei allen Pferden fing ich damit an, die alten Hufeisen abzunehmen. Das war recht anstregend, da die Eisen noch sehr fest saßen und sich nicht einfach abziehen ließen. Mit einer Zange und einem Hammer lockerte ich die Eisen solange, bis sie sich endlich lösten. Anschließend ging es daran, die Hufe wieder in Form zu bringen. Dazu verwendete ich zuerst das Hufmesser, mit welchem ich die Hufwände, sowie die Trachten auf die richtige Länge kürzte. Nico war dabei etwas stürmisch und versuchte sich immer wieder der Behandlung zu entziehen, auch Call me God war nicht sonderlich begeistert, mit viel Geduld, waren aber alle Hufe nach einiger Zeit wieder ordentlich geschnitten. Zum Schluss rundete ich noch die Hufwände mit der Raspel ab und korrigierte den Strahl mit dem Hufmesser. Dabei waren alle vier Pferde relativ brav.

    arialNun ging es an die neuen Eisen. Ich fing damit an, die Eisen nacheinander zu erhitzen und an den Huf anzupassen. Mit vielen Streicheleinheiten von Lena ging auch das Problemlos über die Bühne, sodass ich dann die Schneegrips auf die einzelnen Eisen zuschneiden konnte. Das war keine schwere Aufgabe, also konnte ich schon nach kurzer Zeit damit anfangen, die Eisen samt Grip festzunageln.

    arialSchließlich hatten alle vier Pferde neue Eisen, mit denen sie gut gewappnet für den Winter waren. Während Lena die Pferde zurück in den Stall brachte, räumte ich mein Werkzeug zusammen, machte den Ofen aus und verstaute alles sicher im Auto. Dann verabschiedete ich mich von Lena und machte mich rasch auf den Weg nach Hause.arialWieder auf meinem Gestüt angekommen, machte ich mir rasch etwas zu essen, da ich bald schon wieder los musste. Es war bereits Nachmittags und Kimi kümmerte sich gut um den Hof. Darüber musste ich mir also keine Sorgen machen.

    arialGegen Abend machte ich mich mal wieder auf den Weg zu Maren. Sie hatte einen jungen Hengst, der heute schöne Hufe bekommen sollte. Ich fuhr die schöne Einfahrt entlang, die von Kirschbäumen gesäumt war und parkte mein Auto auf dem Parkplatz. Am Stallgebäude entdeckte ich die junge Frau. Rasch nahm ich mein Werkzeug und lief zu ihr hinüber.

    arial„Hallo Maren“, rief ich freundlich und winkte ihr zu. Sie drehte sich um und lächelte mir entgegen. „Guten Abend! Schön, dass du da bist!“ Sie streckte mir die Hand entgegen, welche ich lächelnd schüttelte. „Wo ist denn unser heutiger Kandidat?“ Fragte ich. „Komm, er wartet im Stall.“ Ich folgte Maren in den hellen Stall, wo wir vor einer der Boxen stehen blieben. „Das ist Lithium. Fremden Situationen gegenüber ist er oft skeptisch und es ist schwierig ihn einzuschätzen. Aber ich denke, dass kriegen wir schon hin“, erklärte Maren mir, während sie behutsam die Box betrat und den jungen Schecken aufhalfterte. Dieser hatte mehr Augen für mich und kam nur widerwillig mit auf die Stallgasse.

    arialUnruhig musterte er mich und stand keinen Moment still. „Hallo du Hübscher“, sagte ich ruhig und streckte ihm meine Hand entgegen. „Du magst doch sicher ein Leckerchen haben, oder?“ Lithium beschnupperte meine Hand ausgiebig und nahm sich auch das Leckerli, welches ich ihm nun hinhielt. Danach wich er aber wieder zurück und ließ mich nicht aus den Augen. „Ich halte ihn fest, dann fühlt er sich sicherer, als wenn er angebunden ist“, sagte Maren und strich ihrem Pferd über den Hals. Nickend stimmte ich zu und schnappte mir mein Hufmesser, welches ich Lithium zeigte. Neugierig tastete er es ab, empfand es dann aber für weniger Interessant, sodass ich ihm sanft über die Schulter strich und den ersten Huf anhob. Erschrocken zog er mir den Huf aus der Hand, ich nahm ihn jedoch ruhig wieder hoch, während Maren den Hengst beruhigte. Zwar immernoch unruhig, ließ er mich aber nun mit dem Ausschneiden beginnen. Ordentlich schnitt ich die Hufwand zurecht und kürzte die Trachten, sodass der Huf gleichmäßig den Boden berühren konnte. Ich beeielte mich den Huf fertig zu bekommen, blieb aber trotzdem ruhig, um dem Hengst Sicherheit zu geben. „Siehst du, so schlimm ist es gar nicht“, lobte ich ihn, nachdem ich den ersten Huf fertig hatte.

    arialGelassen machte ich mich nun an den nächsten Huf, bei dem Lithium schon um einiges ruhiger blieb. Er war zwar noch immer angespannt, ließ mich aber meine Arbeit in Ruhe ausführen.

    arialNach einiger Zeit waren alle Hufe wieder schön in Form gebracht und ich entfernte mich einige Schritte. „Kannst du ihn mir einmal vortraben? Vielleicht gehen wir dazu nach draußen“, bat ich Maren, die nickte und den Hengst raus führte. Ich beobachtete genau den Bewegungsablauf und wie Lithium die Hufe aufsetzte. Es schien alles in Ordnung zu sein, sodass er endlich zurück in seine Box durfte. Sichtlich erleichtert machte er sich über sein abendliches Heu her.

    arialMaren half mir noch, meine Sachen zum Auto zu bringen, dann verabschiedeten wir uns und ich rollte langsam vom Hof.arialWieder zuhause angekommen, huschte ich schnell in den Stutenstall. Kimi hatte die Pferde bereits reingeholt, also gab ich nurnoch Caletta ihre Milch, dann machte ich mir etwas zum Abendessen und fiel totmüde ins Bett.



    arial(Ich war heute etwas schreibfaul :D)
  10. arialMüde raffte ich mich auf und verließ mein warmes Bett. Ich hatte heute wieder einen straffen Zeitplan, deswegen machte ich mich schnell fertig und lief runter in die Küche. Dort saß zu meinem Erstaunen Kimi und trank wie immer seinen Tee. „Guten Morgen“, sagte ich. „Was machst du denn schon hier?“ Verwirrt schaute ich in sein grinsendes Gesicht. „Du hast heute so viel zu tun, da wollte ich dich ein bisschen unterstützen“, gab Kimi frech zurück. Ich grummelte nur und nahm mir zum Frühstück einen Apfel. Ich biss ein großes Stück ab und sagte dann: „Ok, dann kannst du mir gleich helfen die Pferde raus zu bringen und zu misten. Um 9 kommt die Tierärztin für Caletta und irgendwann vormittags kommt Calista an.“ Kimi nickte, stand auf und sagte: „Na dann los!“ Er verließ die Küche, eilig folgte ich ihm nach draußen. Es war kalt, aber zumindestens schneite es nicht mehr. Wir fütterten die Pferde und saßen dann einen Moment im Stutenstall. Fressgeräusche drangen aus den Boxen, es klang beruhigend, obwohl ich gar nicht aufgeregt war. Ich fühlte mich eher leer. Gestern noch voller Freude, heute wieder weit unten. Seit Kimi bei mir arbeitete, spielten meine Gefühle verrückt, ich konnte es mir selber nicht erklären, aber manchmal macht es mich sehr traurig. Plötzlich fiel mir auf, das Kimi mich anstarrte. Erschrocken wandte ich meinen Blick ab und stammelte mit hochrotem Kopf: „Komm, die Pferde müssen raus.“ Lachend stand der junge Mann auf und öffnete die Box von Grey. Heute schaffte er es, das Halfter ganz alleine anzulegen. Stolz kam in mir auf, ich verdrängte dieses Gefühl jedoch schnell wieder und schnappte mir Summer. Zusammen brachten wir die beiden Stuten auf die Koppel. Cala blieb mit dem Fohlen drin, da der Tierarzt gleich kommen würde. Ich hatte Caletta mit Cala zusammengestellt, da sie sich so gut verstanden.

    arialNachdem auch die beiden Hengste auf ihrer Weide standen, teilten Kimi und ich uns auf: Er mistete den Stutenstall, ich die beiden Boxen der Hengste. Grade als ich die Boxen einstreute, hörte ich ein Auto und lief zum Parkplatz.

    [color=rgb(0,0,0)arialHeute kam ich wieder auf den Hof von Lisa. Dieses Mal stand die kleine Caletta auf dem Plan. Das Fohlen war erst wenige Tage alt und ich sollte nachsehen, ob alles so weit in Ordnung war.

    arialAuf diesen Auftrag freute ich mich – Fohlen waren immer eine wundervolle Aufgabe und hier war es besonders wichtig, von Anfang an einen Grundstein für eine gesunde Aufzucht zu legen.

    arialNach einigermaßen kurzer Zeit war ich mit meinem Mercedes Kombi auf dem Hof von Lisa angekommen und wurde direkt sehr freundlich begrüßt.

    „Na, dann lass uns mal direkt zu der Kleinen gehen!“, meinte ich, woraufhin ich in den hellen, geräumigen Stall gerührt wurde.

    arialIn einer Box relativ weit am Ende der Stallgasse stand Caletta zusammen mit ihrer Mama, die mich direkt leicht von der Seite angiftete.

    arial„Kannst du gleich die Mami ans Halfter nehmen, damit wir hier alle heil wieder herauskommen?“, fragte ich.

    arial„Das ist gar nicht ihre Mama“, antwortete Lisa mir, woraufhin ich entsetzt die Augen aufriss.

    arialKurz erklärte sie mir, dass Caletta mit der Flasche aufgezogen wurde und in Calacirya ihre Ziehmutter sah. Calacirya jedoch hatte noch nicht einmal ein Fohlen gehabt.

    arialIch kniff die Augen zusammen und sah nach, ob die Stute Milch produzierte. Dies kam manchmal vor und konnte dann riesige Schwierigkeiten bereiten, war in unserem Falle jedoch nicht der Fall. Dies war schon einmal ein Grund zum Aufatmen.

    arialDennoch nahm Lisa die große Stute ans Halfter, damit ich in Ruhe nach dem kleinen Falbschecken sehen konnte.

    arial„Hat die Kolostrum gehabt?“

    arial„Was hat die?“, fragte Lisa mich verwirrt.

    arial„Ob die Biestmilch bekommen hat.“

    arial„Nein, die Mutter hat sie gar nicht ran gelassen.“

    arial„Gut, oder eher nicht gut. Aber ich hab noch was“, meinte ich. Ohne einen weiteren Augenblick abzuwarten fuhr ich nach Hause und holte einen Beutel eingefrorenes Kolostrum. Gott Lob melkte ich meine Stuten immer nach der Geburt, um für Notfälle etwas zu haben.

    arialWieder bei Lisa angekommen, gingen wir ins Haus und erwärmten die gelbliche Biestmilch auf Körpertemperatur. Es war ein heikles Unterfangen – würde sie anbrennen, bekäme Caletta ein Problem.

    arialAnschließend füllten wir das zähe Zeug in eine Flasche um und tränkten das Baby damit. Gierig saugte sie am Nuckel.

    arial„Das ist total wichtig. In der Biestmilch sind sämtliche Abwehrstoffe. Ohne die hat ein Fohlen in den ersten vier Monaten so gut wie kein Immunsystem. Und erst danach dürfen wir impfen“, erklärte ich kurz. „Ich hoffe, dass es jetzt noch früh genug ist, du musst sie unbedingt genauestens beobachten und sag mir Bescheid, wenn irgendwas ist. Und wenn sie nur einmal hustet!“

    arialErst, nachdem Caletta die ganze Flasche leer getrunken hatte, schaute ich weiter nach ihr. Ich ließ sie auf der Stallgasse laufen um zu sehen, ob der Bewegungsablauf in Ordnung war, ich schaute in die Nüstern, Ohren, schaute mir After und Ohren an.

    arialAuch die Gelenkte tastete ich ab und beobachtete sie, ob irgendwas nicht in Ordnung ist. So weit war aber alles klar.

    arialNun bekam sie noch eine für ihr Körpergewicht angemessene Breitband-Wurmkur, die sie zwar nur widerwillig annahm, aber akzeptierte.

    arial„Ich bring dir nachher noch etwas Biestmilch vorbei. Gib ihr morgen ruhig noch einmal was davon. Zu viel können die davon nicht kriegen, aber nach einer bestimmten Zeit ist die Magenwand nicht mehr für die Stoffe durchlässig. Ich hoffe inständig, dass das bei ihr noch nicht der Fall ist. Normalerweise müssen die spätestens in den ersten 24 bis 48 Stunden was bekommen…“

    arialIch erklärte ihr noch kurz, dass sie die Kleine ruhig bei Calacirya lassen solle, aber das Euter der Ersatzmama beobachten solle. Und natürlich, dass sie auf den Gesundheitszustand der Kleinen vermehrt achten müsse.

    „Zusätzlich brauch sie nun alle vier bis acht Wochen eine Wurmkur. Ich lass dir eine da für das nächste Mal. Und denk dran: Erst nach drei Wochen das Halfter auf, die Nackenbänder sind erst noch zu instabil. Sie steht aber ziemlich korrekt, da müssen wir nicht viel dran machen.“

    arialDann verabschiedete ich mich und brachte ihr relativ spät abends noch das Kolostrum vorbei.

    arialNun hoffte ich mit Lisa, dass es mit Caletta alles gut gehen würde. Sie war ein wirklich nettes, liebevolles Fohlen und ich drückte ihr alle Daumen.

    arial[color=rgb(90,90,90)© Eowin

    [color=rgb(0,0,0)arialGrade als meine Tierärztin den Hof verlassen hatte, rollte auch schon ein weiteres Auto auf den Hof. Hinten dran ein Pferdeanhänger. Calista! Aufgeregt wartete ich, bis der Wagen zum Stehen gekommen war und die Fahrerin ausstieg. Die Begrüßung fiel knapp, aber freundlich aus. Calistas Züchterin schien im Stress zu sein, schnell luden wir die Stute ab, der Papierkram war schon lange erledigt, dann fuhr die Frau auch schon wieder davon. Glücklich wie ein kleines Kind stand ich neben meiner neuen Stute.

    arialCalista ist eine Trakehner Fuchsstute. Ich hatte sie vor einiger Zeit aus Deutschland gekauft, und nun war sie endlich da. Meine Herausforderung!

    arialDie 3-Jährige Stute schnaubte aufgeregt und sah sich neugierig um. „Das ist dein neues Zuhause meine Süße!“ Sanft strich ich ihr über den Hals. „Komm ich zeig dir deine Box.“ Ich lief mit meinem Pferd zum Stall rüber und stellte sie dort in die Box gegenüber von Summer. Hektisch lief sie auf den Paddock, kam aber direkt zurück und machte sich über ihr Heu her. „Das ist aber kein Tinker oder?“ Ich erschrack, als Kimi plötzlich neben mir stand. Böse sah ich ihn an: „Musst du mich so erschrecken? Nein, sie ist eine Trakehner Stute. Mein Goldstück.“ Lächelnd beobachtete ich Calista. „Sie ist wirklich hübsch, aber ich mag den dicken Heat lieber“, grinste Kimi. Ich lachte und wandte mich meinem Stallburschen zu. „Ich muss jetzt noch zu einem Kunden, kannst du in einer Stunde etwa die Pferde reinholen? Und dann kannst du gerne Feierabend machen.“ - „Klar mach ich, viel Spaß!“

    [color=rgb(0,0,0)arialHeute fuhr ich erneut zu Lena. Nach kurzer Fahrt kam ich auf ihrem Gestüt, wo ich bereits erwartet wurde, an. Wir winkten uns kurz zu, anschließend parkte ich mein Auto und Lena half mir, die Werkzeuge zum Putzplatz zu bringen. „Heute sind die Hengste dran“, sagte sie und fügte noch hinzu: „Ich hole schon mal den ersten Kandidaten.“ Ich nickte nur kurz und sortierte dann weiter meine Sachen, während Lena im Stall verschwand.

    arialEinen Augenblick später kam sie mit einem hübschen Kohlfuchs zurück. Sie band ihn an und erklärte mir kurz: „Das ist Baccardi, ein Deutsches Reitpony. Bei ihm müssen die alten Eisen ab und dann soll er barhuf laufen.“ Ich hörte aufmerksam zu und nickte dann zustimmend. Mit einem Leckerli stellte ich mich dem Hengst vor und hob dann den ersten Huf, um das Eisen abzunehmen. Das war zwar anstrengend, ging aber schnell über die Bühne, sodass ich auch bei den anderen Hufen schnell die Eisen abgenommen hatte. Der dunkle Hengst mit den blauen Augen blieb dabei brav stehen und ließ mich ungestört meine Arbeit machen. Ich legte die alten Eisen beiseite und fing nun damit an, die Hufe ordentlich auszuschneiden. Zuerst kürzte ich die Hufwände und die Trachten. Die Hufe hatten eine gute Form, sodass ich nicht viel schneiden musste. Mit der Raspel rundete ich die Hufwände ab, damit diese schön rund waren. Zum Schluss schnitt ich an jedem Huf den Strahl zurecht, dann war der erste Hengst fertig. Zur Belohnung bekam Baccardi ein Leckerli. Lena band ihn los und führte ihn zurück in den Stall.

    arialDraki, ein Isländerhengst, war der nächste auf unser langen Liste. Der Schimmel hatte die Ohren gespitzt und betrachtete mich genau, während Lena ihn am Putzplatz anband. Mit einem Leckerli begrüßte ich ihn und fing dann an, die Hufeisen abzunehmen. Der Hengst stand brav still, war aber immer aufmerksam. Ich fuhr damit fort, die Hufe auszuschneiden. Auch den Hufbock fand Draki weniger Interessant, sodass die Behandlung relativ schnell ging. Die Arbeitsschritte waren die gleichen wie bei Baccardi. Ich lobte Draki ausgiebig und Lena brachte ihn anschließend zurück in den Stall.

    arialAls nächstes war ein 2 Jähriger Hengst dran. Radioactive hatte eine außergewöhnliche Farbe und lief aufmerksam neben Lena her. Sie band ihn an und ich begrüßte ihn mit einem Leckerli. Der Kleine hatte selbstverständlich noch keine Hufeisen, weswegen ich direkt mir dem Ausschneiden anfing. Zuerst kürzte ich die Hufwände und Trachten. Bei den kleinen Hufen war das nicht viel, sodass ich dann die Hufwände abrundete. Zum Schluss schnitt ich an allen Hufen den Strahl zurecht. Der Hengst war dabei brav, dafür lobte ich ihn nun. Lena führte ihn in den Stall, während ich auf den nächsten Kandidaten wartete.

    arialTowelie war ebenfalls ein Isländer und 3 Jahre alt. Langsam trottete er Lena hinterher, die ihn am Putzplatz anband. Ich begrüßte den Hengst und fing dann direkt mit dem Ausschneiden an. Ich ging vor, wie bei den anderen Pferden, Towelie wirkte etwas abwesend, sodass ich ungestört arbeiten konnte. Erst als ich ihm ein Leckerli hinhielt, schien er aus seiner Traumwelt zurückzukommen. Zufrieden kaute er das Leckerli, dann brachte Lena ihn zurück in den Stall.

    arialDer letzte, der keine neuen Eisen bekam, war Novio, ein Lusitano Hengst. Mit einem Leckerli begrüßte ich ihn, nachdem Lena ihn angebunden hatte. Kurz ließ ich ihn die Werkzeuge beschnuppern, dann fing ich mit dem Ausschneiden an. Nachdem ich die Hufwände und die Trachten gekürzt hatte, rundete ich die Hufwände mit der Raspel ab und schnitt zum Schluss den Strahl zurecht. Der Hengst stand die ganze Zeit über ruhig da, weswegen er nun ein Leckerli bekam. Lena führte ihn in den Stall und brachte mir den nächsten.

    arialEypor, ein gescheckter Isländerhengst, sollte heute für den Winter ausgerüstet werden. Ich begrüßte den Hengst und machte mich dann daran, die alten Hufeisen abzunehmen. Nach einiger Zeit hatte ich das geschafft und schnitt anschließend die Hufe zurecht. Nun suchte ich neue, passende Eisen raus und erhitzte das erste im Schmiedeofen. Neugierig beobachtete Eypor mich, während ich das Eisen mit einer Zange aus dem Feuer nahm. Zum Anpassen legte ich es auf den ersten Huf. Der Rauch störte den Hengst nicht. Mit einem Hammer formte ich das Eisen in die richtige Form, anschließend kühlte ich es in einem Eimer mit Wasser ab. Mit einer Schere schnitt ich den Schneegrip passend auf das Eisen und befestigte es mit zwei Nieten, so konnte es später nicht verrutschen. Zum Schluss nagelte ich das Eisen samt Grip an den Huf. Ich wiederholte alles bei den anderen drei Hufen. Lobend klopfte ich dem Hengst den Hals und gab ihm noch ein Leckerli. Lena band ihn ab und brachte ihn zurück in den Stall.

    arialAls letztes für heute war Ghosts an der Reihe. Der Hengst sollte ebenfalls neue Eisen mit Schneegrip und Stollen bekommen. Nachdem ich den Rappen kurz begrüßt hatte, fing ich damit an, die alten Eisen abzunehmen. Mit dem Unterhauer bog ich die Nägel grade und zog das Eisen dann mit einer Zange vom Huf. Das wiederholte ich bei den anderen drei Hufen und schnitt dann alle Hufe ordentlich zurecht. Die neuen Eisen legte ich neben den Schmiedeofen, das erste erhitzte ich darin. Auch Ghosts war vollkommen ruhig, während ich das heiße Eisen auf den Huf legte. Es passte von Anfang an super, sodass ich es direkt im Wasser abkühlte. Dann schnitt ich den Schneegrip zurecht und nagelte es zusammen mit dem Eisen auf den Huf. Auch den anderen Hufen verpasste ich neue Eisen, ebenfalls mit Schneegrip. Außerdem konnten Stollen an die Eisen angebracht werden. Ich kontrollierte alles nochmal, dann lobte ich den Hengst. Lena brachte ihn zurück in den Stall, während ich meine Sachen zusammenpackte und im Auto verstaute. Die junge Frau kam aus dem Stall wieder und wir verabschiedeten uns. Dann machte ich mich auf den Weg nach Hause.

    [color=rgb(0,0,0)arialAls ich die Einfahrt entlang fuhr, war es bereits dunkel, im Stutenstall brannte jedoch noch Licht. Auf dem Parkplatz stand noch Kimis Auto. „Hm“, murmelte ich vor mich hin, während ich meinen Wagen parkte und ausstieg.

    arialIm Stall war keine Menschenseele zu sehen. Ich schaute in jede Box und fand Kimi schließlich bei Cala und Caletta im Stroh sitzend. Das kleine Fohlen lag neben ihm und ließ sich genussvoll kraueln. Augenblicklich zeichnete sich ein Lächeln auf meinem Gesicht. Vorsichtig betrat ich die Box und hockte mich neben die beiden. „Geht es ihr gut?“ Flüsterte ich. Kimi nickte und antwortete leise: „Ja, ich habe ihr die Milch von der Tierärztin gegeben, jetzt schläft sie.“ - „Gut.“

    arialEinige Zeit saßen wir so schweigend in der Box und beobachteten Caletta beim Schlafen. Das was Eowin mir gesagt hatte, machte mich nachdenklich. Ich hoffte inständig, dass die Biestmilch nicht zu spät kam und die Kleine durchkommen wird.

    arial„Ich gehe jetzt auch mal ins Bett“, flüsterte ich und stand auf. „Ja, ich fahre auch langsam nach Hause.“ Kimi stand auf und wir verließen gemeinsam den Stall. Ich winkte ihm noch kurz zu, dann verschwand er auf dem Parkplatz. Nachdem ich im Stall das Licht ausgeschaltet hatte, lief ich zum Haus und ging müde ins Bett.
  11. arialEisiger Wind schlug mit entgegen, als ich aus der Tür trat. Der Hof war bedeckt von einer zarten, weißen Schicht Schnee, kleine Flocken fielen unregelmäßig vom Himmel und setzten sich in meinem Haar fest, während ich zum Stutenstall lief. Es war noch dunkel und ich hatte heute viel vor, sodass ich mich beeielte, den Pferden ihr frühstück zu geben. Vor einem Monat hatte ich mein erstes Fohlen bekommen, welches neben Calacirya die Box bezogen hatte. Die kleine Caletta wurde von mir mit der Flasche aufgezogen, da ihre Mutter sie nicht angenommen hatte. Gierig nuckelte sie die Milch aus der Flasche, wobei die Hälfte auf dem Boden landete. „Mensch, du sollst das trinken und nicht deine Box damit tränken“, lachte ich und streichelte dem Fohlen über den Hals. Nach kurzer Zeit war die Flasche leer und ich steckte sie in meine Jackentasche. Caletta schien noch eine Milchfalsche zu erwarten, bestimmt knabberte sie meinen Schal an und zog kräftig dran. „So nicht!“ Erschrocken sah sie mich an. „Sei nicht immer so frech.“ Zum Abschied klopfte ich ihr den Hals, dann schloss ich die Box von außen und lief zum Hengststall. Heat und Monster wollten schließlich auch ihr Frühstück rechtzeitig bekommen. Der junge Labrador Jury folgte mir aufgeregt, entschied sich aber dann doch anders und verschwand hinter ein paar Büschen. Flink schmiss ich den beiden Hengsten ihr Heu zu und verteilete das Kraftfutter. Draußen wurde es langsam hell, sodass ich nun die Stuten auf die Weide stellte. Auch Caletta durfte heute mit raus, bekam aber eine leichte Decke, damit ihr junger, zarter Körper nicht auskühlte.

    arialNachdem auch die Hengste auf ihrer Koppel standen, frühstückte ich schnell was und machte mich dann auf den Weg zu Lena, bei der ich heute einen Hufschmied-Termin hatte.

    arialHeute war ich bereits den dritten Tag bei Lena. Nachdem ich meinen Wagen geparkt und alles ausgepackt hatte, brachte die junge Frau mir das erste Pferd für heute: Milka Luflee, eine Isländerstute. Ich begrüßte sie kurz und fing dann damit an, die alten Hufeisen abzunehmen. Die junge Stute stand dabei brav still und ich fuhr damit fort, die Hufe ordentlich auszuschneiden. Zuerst kürzte ich die Hufwände und die Trachten, anschließend rundete ich die Hufwand etwas ab. Zum Schluss schnitt ich noch den Strahl zurecht, dann war die Stute fertig und konnte zurück in die Box. Vorher bekam sie allerdings noch ein Leckerli zur Belohnung.

    arialAls nächstes war Totbringer dran. Die hübsche Stute sollte ebenfalls barhuf gehen, wesshalb ich nach einer kurzen Begrüßung direkt mit dem Abnehmen der Eisen anfing. Gelangweielt und fast schlafend stand die Stute am Putzplatz und beachtete weder mich, noch irgendetwas anderes, sodass es relativ schnell ging, bis alle Eisen ab waren und ich mit dem Ausschneiden der Hufe fortfuhr. Zuerst kürzte ich die Hufwände und die Trachten, die bei diesem Pferd noch sehr gut aussahen. Anschließend rundete ich die Hufwände mit der Raspel ab und korrigierte mit dem Hufmesser den Strahl. Nachdem ich den letzten Huf abgesetzt hatte, klopfte ich Totbringer den Hals. Verschlafend guckte die Stute mich an und bekam ein Leckerli von mir, bevor Lena sie zurück in den Stall brachte.

    arialAls sie zurück kam, führte sie eine kleine, cremefarbene Isländerstute, band sie an und erklärte mir: „Das ist Kempa, sie ist ruhig im Umgang und auch bei Hufschmied macht sie keine Probleme. Sie soll ebenfalls barhuf gehen.“ Ich nickte und begann sofort, die Hufeisen, welche schon ziemlich abgelaufen waren, abzunehmen. Anschließend kürzte ich die Hufe und schnitt den Strahl zurecht. Lena hatte recht behalten, die Stute war total lieb und ließ alles brav machen. Zur Belohnung gab ich ihr ein Leckerli und streichelte ihr über die warmen Nüstern. Dann wurde sie zurück in den Stall gebracht und die nächste Stute war dran.

    arialWhite Pearls Sunset, eine Mixstute, ließ sich brav von Lena anbinden und betrachtete mich neugierig. Ich begrüßte sie und fing dann damit an, die Hufeisen abzunehmen, da auch diese Stute barhuf gehen sollte. Sunset gab mir brav die Hufe und stand fast ohne eine Bewegung da und ließ mich arbeiten. Ich lobte die Stute, nachdem ich die Hufe ausgeschnitten und zurecht gefeilt hatte.

    arialAls nächstes waren Buried Hope und die beiden Fohlen Columbia Frau Frelsi und Nökkvadís Frau Frelsi dran. Bei der großen Stute nahm ich die Hufeisen ab, anschließend schnitt ich bei allen drei Pferden die Hufe aus. Hope war zwar etwas neugierig und musste alles untersuchen was ich ihr zeigte, war aber, wie die beiden Fohlen, brav und weigerte sich nicht. Bevor die Stuten zurück in den Stall kamen, gab ich jedem noch ein Leckerli.

    arialNun kam das erste Pferd, welches neue Eisen bekommen sollte. Little Grey war eine hübsche Mixstute, die mich neugierig begutachtete, während Lena sie anband. Ich gab ihr ein Leckerli zur Begrüßung, über das sie sich sehr zu freuen schien. Zuerst nahm ich, wie bei den anderen Pferden, die alten Eisen ab. Anschließend suchte ich neue, passende Eisen raus und erhitze das erste im Schmiedeofen. Während ich darauf wartete, dass es heiß genug war, strich ich Grey über den Hals. Sie stand gelassen neben mir und auch als ich das glühende Eisen auf ihren Huf legte, machte sie keine Anstalten. Mit dem Hammer formte ich das Eisen, sodass es perfekt auf den Huf passte. Im Wasser kühlte ich es dann ab und schnitt mit der Schere den Schneegrip auf das Eisen zu. Mit zwei Nieten befestigte ich die Einlage und nagelte dann beides auf den Huf. An das Hufeisen konnten außerdem noch Stollen befestigt werden. Zur Belohnung gab ich der Stute und sie konnte zurück in den Stall.

    arialDie letzten Stuten für heute, Pögn und Saints Row, sollten ebenfalls neue Eisen mit Schneegrip bekommen. Ich wiederholte also die Abläufe wie bei Grey und nach kurzer Zeit hatten beide Stuten die neuen Eisen an den Hufen. Die beiden Ponys waren dabei lieb und ich konnte meine Arbeit ohne Probleme machen. Bevor sie zurück in den Stall kamen, gab ich beiden noch ein Leckerli.

    arialWährend Lena die Stuten zurück in den Stall brachte, räumte ich mein Werkzeug zusammen und verstaute es im Auto. Die junge Frau kam zu mir und wir verabschiedeten uns. Ich machte mich fröhlich auf den Weg nach Hause.

    arialAls ich zurück auf dem Hof war, stand auf dem Parkplatz das Auto von Kimi, neben welches ich meins nun stellte. Ausgestiegen, wurde ich freudig von Jury begrüßt. Schwanzwedelnd folgte er mir zum Wohnhaus, in dem ich in der Abstellkammer meine Werkzeuge verstaute. „So Jury, dann machen wir mal die Ställe sauber“, sagte ich mehr zu mir selber und verließ das Haus wieder. Im Stutenstall nahm ich mir eine Schubkarre und eine Mistgabel und fuhr damit zu Summers Box. Als ich diese öffnete, blickte ich auf eine frisch gemistet, mit Stroh eingestreute Box. Ich ließ die Karre stehen und kontrollierte die anderen drei Boxen. Auch diese waren bereits gemistet. Verwundert lief ich über den Hof und suchte Kimi, der heute eigentlich andere Aufgaben bekommen hatte. Ich fand ihn schließlich Teetrinkend in der Küche. Grinsend sah er mich an: „Na, da bist du ja wieder. Ich bin schon lange fertig.“ - „Ich habs gesehen, danke fürs misten“, lachte ich. „Kein Problem, ich hatte das Leck im Hallendach schnell geflickt und auch der Zaun an der Weide war schnell ausgebessert“, erklärte er mir und nahm einen großen Schluck aus seiner Tasse. „Super! Machst du heute noch was?“ Fragte ich meinen Angestellten, während ich mir ebenfalls Tee in eine Tasche goß. „Nein, für heute bin ich fertig. Es sei denn, du hast noch irgendwelche Aufgaben für mich?“ Antwortete er. Ich überlegte kurz, mir fiel allerdings nichts mehr ein. „Ich denke, dass wars dann für heute, ich hab auch nichts mehr“, lachte ich. „Obwohl, du könntest mir doch noch helfen. Ich wollte heute mit Caletta das erste mal spazieren gehen, da wäre es super, wenn du mit einer der anderen Stuten mitkommst, du kannst natürlich auch reiten.“ Kimi stellte die Tasse ab und sagte: „Das ist zwar keine Arbeit, aber ich komm gerne mit. Welche der Stuten wäre denn am besten zum Reiten?“ - „Hm, ich denke Cala wäre ganz gut, sie hat eine tolle Beziehung zu der Kleinen aufgebaut“, riet ich ihm. „Alles klar, dann lass uns los!“ Der junge Mann stellte seine Tasse in die Spüle und verließ die Küche. Schnell trank ich meinen Tee aus und folgte Kimi zur Stutenweide. Einen Moment beobachtete ich ihn, wie er sich mit den Stuten beschäftigt. Sie schienen ihn wirklich zu mögen, alle vier standen um ihn herum. Grey bettelte nach Leckerlis, Summer und Cala ärgerten sich gegenseitig. Nur Caletta war etwas zurückhaltender, sie stand ein Stück seitwärts der anderen und beobachtete das Geschehen.

    arialIch betrat nun die Weide und lief zu Kimi, der verzweifelt versuchte, Cala das Halfter anzuziehen. „Hilf mir!“ Lachte Kimi, der mir das Halfter verkehrtherum hinhielt. „Was mach ich nur immer falsch?“ - „Probier es mal so rum!“ Grinsend gab ich ihm das Halfter richtig rum zurück. „Huch, ja jetzt geht es“, sagte er kleinlaut, während er es nun schaffte, Cala das Halfter überzuziehen. Caletta hatte sich währendessen neben mich geschlichen und stupste mich vorsichtig an. „Ja, du kommst auch mit.“ Ich streichelte ihr sanft über die Nase und zog ihr das Halfter über. Sie hatte sich früh an das Halfter gewöhnt und machte auch das Führen schon super mit. Ich war sehr stolz auf meine Kleine, dass sie schon so brav war. Gemeinsam gingen wir vier in den Stall, wo Kimi Cala anband und ich Caletta das Halfter abnahm. Während der Finne anfing die Stute anfing zu putzen, beschäftigte ich mich mit meinem Fohlen. Nacheinander zeigte ich ihr den gesamten Inhalt aus ihrem Putzkasten, den sie genau unter die Lupe nahm. Sie versuchte alles einmal anzuknabbern, es schien ihr aber nicht zu schmecken. Mit der weichen Kopfbürste begann ich, dass Fell zu bürsten. Das diente mehr der Gewöhnung, als der Pflege. Caletta guckte zwar etwas hilfesuchend zu Cala, blieb aber ruhig stehen und ließ das Putzen über sich ergehen. Auch die Hufe nahm ich nacheinander alle einmal kurz hoch. Das klappte ebenfalls super. Ich knuddelte die Kleine einmal durch und gab ihr ein Leckerli.

    arial„Kimi, brauchst du Hilfe beim Satteln und Trensen?“ Fragend blickte ich zu ihm hinüber. „Ja, aber ich kann doch sicher auch ohne Sattel reiten oder? Das gefällt mir viel besser!“ - „Natürlich! Komm mit, ich zeig dir wo du ihre Trense findest“, sagte ich und lief zur Sattelkammer. Dort zeigte ich Kimi, wie ich die Trensen sortiert hatte und welches Calas war. Er nahm sie vom Haken und wir kehrten zu den Pferden zurück. Mit meiner Hilfe hatte Kimi die Stute schnell getrenst und ich half ihm beim Aufsteigen. „Weiter vorne“, lachte ich, als er viel zu weit hinten auf dem Pferderücken platz nahm. Grinsend rutsche er ein gutes Stück nach vorne und saß dann gut auf Cala. Ich legte meinem Fohlen das Halfter wieder an und wir setzten uns langsam in Bewegung. Am Reitplatz vorbei gingen wir den Weg in den Wald. Caletta lief aufgeregt neben mir her und guckte sich neugierig um. Die neuen Eindrücke saugte sie nur so auf, mal schnupperte sie da an ein paar Ästen, mal erschrack sie sich vor dem Schnee auf dem Boden. Es war entspannend, einfach mal die Seele baumeln zu lassen und zuzusehen, wie Caletta Neues kennenlernte. Bei Kimi schien auch noch alles in Ordnung zu sein, zufrieden ritt er auf Cala und hatte ein kleines Lächeln im Gesicht. Als er so schweigend neben mir herritt, fiel mir das erste Mal auf, wie hübsch er eigentlich war. Seine blauen Augen spiegelten den Schnee wieder, sein markantes Gesicht sah einfach nur umwerfend aus. Ich ertappte mich selbst dabei, wie ich ihn anstarrte und blickte schnell woanders hin. „Wollen wir umdrehen?“ Brach Kimi das Schweigen. „Langsam wird es kalt.“ Ich nickte und wir kehrten um, zurück zum Hof.

    arialEs wurde schon dunkel, als wir die beiden Pferde versorgten und sie in ihre Boxen stellten. Caletta bekam ihre Flasche, sie hatte sicher großen Hunger. In Windeseile hatte sie die gesamte Milch getrunken und blickte zufrieden drein. Ich klopfte ihr nochmal den Hals, dann schloss ich ihre Box und holte, gemeinsam mit Kimi, Summer, Grey, Monster und Heat von der Koppel. Wir gaben ihnen für die Nacht Heu und schlossen die Paddocktüren.

    arialIn der Küche goß Kimi uns noch einen Tee ein und setzte sich erschöpft auf einen Stuhl. „Reiten ist ganz schön anstregend!“ Er trank einen Schluck und stellte seine Tasse ab. „Ach, da gewöhnst du dich ganz schnell dran“, lachte ich.

    arialWir saßen noch einige Zeit in der Küche und unterhielten uns über Gott und die Welt. Als es draußen schon stockdunkel war, verabschiedete Kimi sich langsam und machte sich dann auf den Weg nach Hause. Gedankenverloren saß ich nun alleine in der Küche. Ich war glücklich. Wirklich glücklich! Und das war mir heute besonders aufgefallen. Ich hatte einen tollen Mitarbeiter und vor allem, ein wundervolles Fohlen. Auf morgen freute ich mich auch ganz besonders, da würde meine neue Trakehner Stute kommen! Zufrieden verließ ich die Küche und zog mich zum Schlafengehen um. An diesem Abend schlief ich schnell und mit einem Lächeln im Gesicht ein.
  12. Hallo liebe Joellis!



    Ich möchte nun auch damit anfangen, einen Blog über mein Joelle-Leben zu schreiben. Dabei schreibe ich in der „Ich“-Perspektive, das hier Geschriebene wird zum Teil auch als Pflegi unter meinen Pferden erscheinen. Ich möchte nur gerne ein bisschen mehr drumherum „erleben“, deswegen dieser Blog. ;)

    ArialErstmal stelle ich euch mein Gestüt und die Charaktere, sowie meinen Hufschmied und Tierarzt vor.



    Das Gestüt Unelma Hevonen

    Mein Hof liegt im schönen Finnland, etwas nördlich der Hafenstadt Vaasa.

    Zur Zeit stehen zwei Stallgebäude zur Verfügung, die ich als Hengst- und Stutenstall nutze. Jede Box ist mit einem eigenen Paddock ausgerüstet. Außerdem gehören zwei Weiden zum Hof. Die große Halle und der Reitplatz laden zu entspanntem Training ein. Das Wohnhaus befindet sich zwischen den beiden Ställen und bietet mir, sowie einigen Gästen platz. Das Hofbild wird durch einen kleinen Teich neben dem Reitplatz abgerundet.

    Eine Übersicht findet ihr "https://www.joelle.de/gallery/image/146515-hofplan/hier.



    Die Charaktere und so^^:



    Lisa (ich^^)

    Lisa hat hellbraunes, langes Haar und braune Augen. Sie ist etwa 1,70m groß und hat eine sportliche Figur. Mit ihren 25 Jahren ist sie manchmal noch etwas naiv, regelt ihr tägliches Leben aber souverän. Ihr Herz schlägt schon seit früher Kindheit für die Tinker, weshalb sie sich eine kleine Zucht aufbauen möchte. Zur Zeit lebt sie mit ihren Tinkern und ihrem Hund Jury auf einem kleinen Hof in Finnland. Damit hat sie sich einen großen Traum erfüllt.



    Kimi (der Stallbursche)

    Kimi ist 29 Jahre alt und wurde in Finnland geboren. Er ist noch ganz neu auf dem Gestüt und muss sich erst zurechtfinden. Mit Pferden hat er es noch nicht so lange zu tun, war aber von den Tinkern sofort angetan. Er übernimmt auf dem Hof vor allem die handwerklichen Aufgaben, kann aber auch im Stall mithelfen. Kimi hat dunkelblonde, kurze Haare und klare, blaue Augen. Er spricht nicht viel und ist insgesamt auch eher zurückhaltend.



    Tierarzt

    Der Tierarzt meines Vertrauens ist Eowin. Die Praxis befindet sich "https://www.joelle.de/topic/61819-tierarztpraxis-zum-gest%C3%BCt-federsee/hier.

    Sie geht liebevoll mit den Pferden um und versteht was von ihrer Arbeit. Sie hat immer ein offenes Ohr für Probleme und kleine Wehwehchen, was mich zu einem sehr zufriedenen Kunden gemacht hat!



    Hufschmied

    Als Hufschmied auf meinem Gestüt ist Sosox3 tätig. Ihre Hufschmiede findet ihr "https://www.joelle.de/topic/61086-hufschmiede-zum-summersee/hier.



    Ich freue mich sehr, wenn es ein paar Leser gibt und ihr dann auch Kommentare hinterlasst. Kritik und Anregungen werden auch gerne gesehen :)



    Und jetzt wünsche ich euch noch einen schönen Abend :)



    Liebe Grüße an alle!