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Das Leben geht weiter
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  1. Dieses Mal gibt es nicht so viel, da ich wirklich zu faul war, aber ich hoffe, eure Neugier ist damit ein wenig gestillt xD



    arialUnnütz saß ich auf einem kleinen Hocker im zukünftigen Kinderzimmer. Kimi sah es schon länger gar nicht gerne, wenn ich noch irgendetwas machte. Wenn es nach ihm ginge, könnte ich ruhig den ganzen Tag im Bett liegen und nichts tun. Aber das wollte ich nicht! Ich wollte schließlich auch mithelfen, alles für die kleine Prinzessin vorzubereiten.

    arialSeit einigen Tagen war es nun sicher, dass wir ein Mädchen bekommen würden und freuten uns wirklich riesig darüber. Einen Namen hatten wir noch nicht überlegt, das wollten wir machen, wenn die Kleine dann da sein würde.

    arial„Ich geh raus und tüddel ein bisschen mit Grey rum“, sagte ich nach einiger Zeit. Kimi war immer noch damit beschäftigt, die Wände in einem schönen, hellen Gelb zu streichen. Die Möbel waren auch schon alle gekauft, sie warteten ungeduldig darauf, aufgebaut zu werden.

    arialKimi nickte: „Mach aber nicht so dolle und pass auf dich auf!“ Ich stand mühsam auf, ging zur Tür und murmelte kaum hörbar „Ja ja“, ehe ich die Treppe runter lief.

    arialIm Gegensatz zu den letzten Tagen war es heute recht warm, ich glaube wir hatten etwas um die 0 Grad. Grey stand noch auf der Koppel, also holte ich ihr blaues Halfter aus dem Stall und stiefelte durch den Schnee. Es waren nun nurnoch knapp 8 Wochen bis zum Stichtag und so langsam wurde ich nervös. Ich hatte keine Angst vor der Geburt, aber es war schon komisch, wenn man so gar nicht wusste, was auf einen zu kam. Außerdem machte ich mir Sorgen, ob alles gut verlaufen würde. Kimi und mein Arzt versicherten mir zwar immer wieder, dass mit der Kleinen alles in Ordnung war, aber man konnte ja nie so genau wissen.

    arialIch hatte Grey bereits geputzt und führte die Tinkerstute nun zur Halle. Wir wollten heute ein paar kleine Bodenarbeitsübungen machen, nichts Besonderes, nichts Großartiges. Zuerst löste ich den Strick vom Halfter und ließ Grey ein wenig laufen. Das Erste was sie tat, war sich ausgiebig zu wälzen. Lächelnd beobachtete ich sie und hakte den Strick wieder ein, nachdem sie fertig war.

    arial„Dann wollen wir mal“, sagte ich und führte die Stute durch ein Stangen-L, welches noch von gestern in der Halle war. Ein paar Mal ließ ich sie rückwärts gehen, ich versuchte ihr den Spanischen Schritt beizubringen, verlor aber schnell den Mut und ließ die Stute sich am Ende nochmal wälzen.
  2. Ja ihr Lieben :)



    Einige wissen es ja schon, ich hatte heute meine Theorieprüfung. Zusammen mit der Bürotante der Fahrschule bin ich dorthin gefahren.



    Erstmal 10 Minuten warten. Ich panisch eine geraucht, weil ich dachte, ich muss bald sterben. Dann ging es los, der Prüfer hat tausend Sachen erklärt, Ausweise geprüft und dann war es soweit.

    Ich hab knapp 5 Minuten gebraucht: Noch mehr Panik, weil, so schnell kann man ja unmöglich gut gewesen sein. Prüfer ruft mich zu sich, sagt stumpf "Ok" druckt mir nen Zettel aus, drückt ihn mir in die Hand und sagt "Tschüss".

    Ich war etwas verwirrt, hab dann meine Sachen genommen, bin raus und guck auf den Zettel: BESTANDEN MIT 0 FEHLERPUNKTEN!! :D Alter ich hab mich so heftig gefreut xD

    Ich bin froh es hinter mir zu haben und jetzt folgt auch schon bald die Praktische Prüfung.



    Wie vorhin versprochen, darf sich jeder einen imaginären Keks aus meiner Keksdose nehmen :D



    Super freundliche Grüße vom Mongofisch
  3. arialWas ich heute feststellen konnte: Auf dem Beifahrersitz fährt es sich besser als gedacht. Kimi bestand immer wieder darauf, dass ich selber kein Auto mehr fahre, aber mir war es recht, so konnte ich auf der Fahrt nach Helsinki entspannen.

    arialVor ein paar Tagen hatte ich es nicht lassen können und hab für Caletta und Maira noch eine Freundin gekauft. Wie es der Zufall so wollte, ist die kleine Luisa ebenfalls ein Braunschecke und kommt, wie Maira, aus Kanada.

    arialSchon gestern hatte Kimi einen Teil des Fohlenoffenstalls abgetrennt, um Luisa nicht ganz ins kalte Wasser zu schmeißen. So konnten die drei sich erstmal beschnuppern und Luisa würde sich in Ruhe von der langen Reise erholen.

    arialPünktlich kamen wir am Flughafen an, zum Glück kannten wir den Ablauf bereits und mussten nicht erst alles suchen. Nach nur wenigen Minuten standen wir bei Luisa, die grade noch den Check über sich ergehen lassen musste. Etwas genervt schaute sie uns an, sah aber trotzdem Zuckersüß aus.

    arial„Oh wann ist es denn soweit?“ Fragte die Tierärztin lächelnd, als sie mir das Fohlen übergab. Ich nahm den Strick entgegen und antwortete dann: „In 13 Wochen.“

    arialWieder lächelte die Tierärztin: „Dann wünsche ich Ihnen alles Gute!“ Damit ließ sie uns zurück, sicher hatte sie noch mehr Arbeit. Während wir noch auf Luisa gewartet hatten, hatte Kimi den Wagen mit Anhänger geholt, in welchen das Tinkerfohlen jetzt verladen werden sollte. Wie immer wurde mir die Arbeit abgenommen, bevor ich überhaupt anfangen konnte. „Ich mach das schon“, sorgte Kimi sich, nahm mir den Strick aus der Hand und führte Luisa behutsam auf den Anhänger. Die Stute folgte ihm brav, ohne Probleme. Entweder war sie wirklich gut erzogen oder sie war einfach zu erschöpft um zu protestieren.

    arialAuf der Rückfahrt zum Gestüt schlief ich schnell ein und Kimi weckte mich erst auf, als wir auf dem Hof geparkt hatten. Verschlafen rieb ich mir die Augen, wurde aber hellwach, als ich aus dem Auto stieg. Klirrende Kälte schlug mir entgegen und zeigte mir, dass noch immer Winter war, würde ich ja sonst wahrscheinlich vergessen. Ich lachte bei dem Gedanken und wartete ungeduldig darauf, dass Kimi den Anhänger öffnete.

    arial„Dann wollen wir den beiden Verrückten mal ihre neue Freundin vorstellen“, grinste Kimi, während er die Klappe runterließ und Luisa vorsichtig rückwärts schob.

    arial„Die sind nicht verrückt“, lachte ich. „Nur eben noch Babys, und Babys sind manchmal anstrengend.“ Erst letzte Woche haben es die beiden Fohlen tatsächlich geschafft, den Schlauch ihrer Tränke abzureißen. Der ganze Stall stand unter Wasser, was den Damen aber nichts ausmachte.

    arialKimi führte Luisa zum Offenstall, wo Maira und Caletta schon neugierig über den Zaun guckten. Auch Luisa wurde wieder etwas munterer. Leise brummelnd tänzelte sie neben Kimi her und konnte es scheinbar gar nicht erwarten, die beiden Interessant aussehenden Fohlen zu beschnuppern. Grade als Kimi den Strick löste, trabte die junge Stute aufgeregt am Zaun entlang und stieß ein freudiges Wiehern aus. Maira und Caletta machten es dem neuen Fohlen nach und so wurde erstmal ausgiebig über den Zaun hinweg gespielt.

    arial„Machst du heute noch was mit Dave und Brave?“ Fragte ich nach einiger Zeit.

    arial„Ja, ich lasse die beiden laufen. Wirklich schade, dass sie nicht zusammen vor die Kutsche können“, grinste Kimi und strich mir über den Bauch.

    arial„Das stimmt“, lachte ich. „Ich geh jetzt rein, mir ist kalt und meine Beine tun weh.“

    arial„Mach das, mein Schatz“, sagte Kimi und kam noch bis zur Koppel mit, wo er Dave und Brave holte. Ich hingegen ging zum Haus rüber, zog umständlich meine Schuhe aus und ließ mich im Wohnzimmer aufs Sofa fallen.

    arialSeit man meinem Bauch fast beim wachsen zusehen konnte und Kimi mir jegliche körperliche Arbeit untersagte, fühlte ich mich manchmal etwas unnütz, allerdings war es auch ganz schön, sich mal nicht um den Hof kümmern zu müssen.
  4. arial[color=rgb(90,90,90)„Ist das kalt heute“, nuschelte ich in meinen Schal und rieb meine Hände aneinander. Die Pferde standen bereits auf der Koppel, die Ställe waren gemistet und ich hatte endlich Zeit, mich mal wieder um Summer zu kümmern. Die hübsche Scheckstute war in der letzten Zeit wirklich zu kurz gekommen, allerdings war sie auch bei Elisa im Training gewesen und hatte dort einiges an Aufmerksamkeit bekommen.



    [color=rgb(90,90,90)helveticaarial„Komm Mäuschen“, forderte ich den Tinker auf mir zu folgen. Schwerfällig setzte sie sich in Bewegung und schnaubte dabei angestrengt. „Was ist denn mit dir los?“ Lachend klopfte ich ihr den Hals und stapfte weiter durch den Schnee zum Koppeltor. Der Weg zum Stall war glücklicherweise geräumt, dort war das Laufen nicht mehr so anstrengend und vor allem wurden einem die Füße nicht nass, was allerdings weniger was brachte, wenn der Schnee schon durch die Schuhe gedrungen war. „Zu Glück hab ich mir trockene Socken in den Stall gelegt“, grinste ich Summer an, der das Wetter nicht so viel auszumachen schien.



    [color=rgb(90,90,90)helveticaarialIm Stall band ich die Stute an und holte rasch ihr Putzzeug. Es war angenehm 'warm', oder es fühlte sich warm an, im Gegensatz zu draußen und ich begann, Summer ausgiebig zu putzen. Ich hatte nicht vor, groß mit ihr zu arbeiten, dass ließ mein Bauch auch gar nicht mehr zu, einfach eine gemütliche Runde um den Hof musste reichen.



    [color=rgb(90,90,90)helveticaarialSummer schien das Recht zu sein. Nachdem ich umständlich über einen Hocker auf den warmen, flauschigen Pferderücken gestiegen war, zuckelten wir langsam los. Während Summer so vor sich hin lief, dachte ich daran, wie sich unser Leben in 4 Monaten verändern würde. Ein kleines Baby würde alles auf den Kopf stellen. Keines Falls im negativen, aber anstrengend würde es sicher werden. Immerhin wollten die elf Pferde draußen im Stall trotzdem jeden Tag gefüttert, gemistet und bespaßt werden. Vor einigen Tagen hatte Kimi vorgeschlagen, noch jemanden einzustellen, was finanziell aber einfach nicht drin war. Er würde zwar auf sein Gehalt verzichten, was ich allerdings auch nicht gut finde. Es war schwierig, aber von einigen der Pferde trennen stand für mich eigentlich auch nicht auf dem Plan. Zum Glück war es ja noch ein bisschen hin, aber die 4 Monate würden sicher schnell vergehen. Kimi kann es gar nicht erwarten, bis wir endlich anfangen, die ersten Sachen für das Baby zu kaufen. Ich freute mich auf drauf, keine Frage, aber ich machte mir dennoch Sorgen, wie das alles funktionieren würde.



    [color=rgb(90,90,90)helveticaarialSummer holte mich zurück in das Hier und Jetzt, etwas ungestüm war sie über einen Stein gestolpert. „Huch“, lachte ich und streichelte ihr über die Mähne. Wir hatten unsere Runde schon fast beendet, worüber ich wirklich froh war, da mir bald alles abfiel. Heute war es wieder besonders kalt, aber man konnte von dieser Jahreszeit auch nichts anderes erwarten.



    [color=rgb(90,90,90)helveticaarialVor dem Stall hielt ich Summer an und ließ mich vom Rücken rutschen. Die Stute drehte ihren Kopf und stupste mich liebevoll an. Lächelnd strich ich ihr den Schopf zur Seite und krauelte ihre Stirn. „Komm wir gehen rein, hier ist es kalt.“ Im Stall nahm ich der Stute die Trense ab und ließ sie in ihre Box, wo sie direkt über ihr Heu herfiel. Während ich noch die Sachen wegräumte und die Stallgasse fegte, kam Kimi herein.



    [color=rgb(90,90,90)helveticaarial„Hey“, lächelte er und strich mir über den Kopf. „Du sollst dich doch nicht so anstrengen.“



    [color=rgb(90,90,90)helveticaarial„Ich streng mich nicht an, außerdem bin ich ja auch nicht krank“, entgegnete ich grinsend. Kimi nahm mir den Besen aus der Hand und sagte: „Du gehst jetzt rein, machst dir einen Tee und ich kümmer mich um die Pferde.“ Ich konnte dieses Angebot nicht abschlagen, gab ihm noch einen flüchtigen Kuss und verzog mich dann ins Haus.
  5. Huhu :)



    Ja, wie die Überschrift schon sagt, geht es bald zur Theorieprüfung. Genauer gesagt am 21.01.14 :)



    Angst oder sowas hab ich nicht, hab ja schließlich wie ne bekloppte gelernt xD Ich hoffe nur wirklich, dass ich nicht durchfalle^^



    Fahrstunde hab ich am Montag wieder, da gehts dann wieder auf die Autobahn und ich freue mich schon voll :) Sonst war das immer so ein 'muss', aber mittlerweile macht mir das Fahren doch schon recht viel Spaß. Und außerdem weiß ich, dass es jetzt wirklich nicht mehr lange dauert, bis ich fertig bin :)



    Joa, mehr Neues gibts auch erstmal nicht.



    In Liebe, Mongofisch :D
  6. Der unwichtige Teil ist im Spoiler, wer mag, kann den auch lesen xD

    arialUngeduldig hampelte Calista neben mir rum. „Jetzt warte doch mal“, mahnte ich sie, während ich den Longiergurt vorsichtig auf ihren Rücken gleiten ließ.

    arialDie junge Trakehnerstute war endlich wieder bei mir auf dem Hof, wenn auch noch nicht eingeritten, zu mindestens kannte sie aber nun alles Wichtige rund ums Longieren.

    arialKimi kam in den Stall und schüttelte sich. „Mensch ist das kalt heute!“

    arial„Oh ja“, stimmte ich ihm nickend zu. Das Thermometer zeigte sicher -10°C und einem wurde schon kalt, wenn man nur aus dem Fenster sah.

    arial„Wer steht heute noch auf dem Plan? Kann ich dir irgendwie helfen?“ murmelte Kimi während er seine Hände in Calistas dichtem Winterfell vergrub.

    „Monster und Heat müssen heute noch was tun. Wenn du möchtest, und du dabei nicht einfrierst, kannst du ja mit ihnen spazieren gehen. Dann hätten wir für heute alles erledigt und können uns einen schönen Nachmittag machen“, schlug ich lächelnd vor, während ich Calista den Gurt schloss. Sie blähte sich etwas auf, blieb aber ansonsten brav stehen. Ich klopfte ihr kurz den Hals und schaute Kimi dann fragend an.

    arialEr schien kurz nachzudenken und nickte dann: „Ja, ich geh mit den beiden eine Runde raus. Wie lange brauchst du mit Calista?“

    arialWährend ich dem Fuchs eine Abschwitzdecke überzog und ihre Trense vom Haken nahm, sagte ich: „Ich denke, länger als eine halbe Stunde werde ich nicht machen. Ich möchte sie auch nicht gleich überfordern, deswegen fang ich langsam an.“

    arial„Das finde ich super“, lächelte Kimi, drückte mir einen Kuss auf die Stirn und fügte hinzu: „Dann bin ich mal mit den Dicken weg. Bis später!“

    arialEhe ich was sagen konnte, war er schon wieder verschwunden und ich stand alleine mit Calista da. „Dann wollen wir mal“, sagte ich und trenste die Stute auf. Etwas missmutig kaute sie auf dem Gebiss, legte ihren aufmerksamen Blick jedoch nicht ab.

    arialIch hörte wie Kimi mit Monster und Heat am Stall vorbei ging, also wartete ich noch einen Moment, ehe ich mit Calista zur Halle ging.

    arialAngekommen, führte ich meine Stute erst einige Runden im Schritt. Sie war recht guckig heute und erschrack sich vor jeder kleinen Bewegung. „Was ist denn heute los?“ Lachte ich und strich ihr über den Hals. Wie erwartet, bekam ich natürlich keine Antwort, hatte ich auch nicht erwartet, aber manchmal wäre es wirklich sehr hilfreich, wenn Pferde sprechen könnten.

    arial„Komm Maus“, sagte ich zu Calista und positionierte mich im Mittelpunkt eines Zirkels. Es war heute das erste Mal, dass ich die Kleine selber longieren würde und ich muss sagen, ich war ziemlich aufgeregt.

    arialBrav lief die Trakehnerstute ihre Runden, ich stand lächelnd in der Mitte und staunte über die großen Fortschritte. Sie streckte sich von ganz allein super vorwärts-abwärts und wenn man genau hinschaute, konnte man sogar schon einige Muskeln erkennen.

    arialNachdem ich Calista auf beiden Händen einige Zeit Schritt gehen lassen hatte, trabte ich sie nun an. Erstaunlich, wie präzise sie auf Stimmkommandos reagierte. Immer wieder lobte ich sie, wechselte einige Male die Hand, und beließ es dann für heute dabei.

    arial„Super gemacht“, lobte ich die Stute und legte ihr die Abschwitzdecke wieder über den Rücken. „Jetzt gibt’s auch noch eine extra Portion Müsli für dich“, grinste ich, während ich mit Calista zurück zum Stall lief. Es war schrecklich kalt heute und ich freute mich schon auf einen schönen heißen Tee.

    arialIch nahm Calista die Trense ab und halfterte sie rasch auf. Mit meinen eiskalten Fingern öffnete ich den Longiergurt und zog ihn vom Rücken der Stute. Damit sie sich nicht erkältete zog ich ihr die Abschwitzdecke bis zum Widerrist und schloss sie an der Brust. „So, jetzt geht’s ins Bett“, murmelte ich, löste den Strick und stellte Calista in ihre Box.

    arialBevor ich mich daran machte, die anderen Pferde von der Weide zu holen, gab ich der Stute die versprochene Portion Müsli und verließ dann den Stall.

    arialGrade lief Kimi mit Monster und Heat am Offenstall der Fohlen vorbei.

    arial„Na Maus“, lächelte er. „Alles gut verlaufen?“

    arialIch legte ihm die Arme um den Hals und lächelte: „Es war traumhaft, sie ist so toll gelaufen, ich konnte gar nicht glauben, dass das meine Calista war.“

    arial„Das freut mich“, sagte er. „Holst du die anderen jetzt auch schon rein?“ Er zupfte kurz an Monsters Strick, der scheinbar keine Lust hatte hier rum zu stehen.

    arial„Ja, ich finde das reicht für heute, es ist so kalt“, grinste ich, gab ihm einen flüchtigen Kuss und lief dann zur Stutenweide. Zuerst nahm ich Hunter und Cala, die mit der Trennung von Caletta mittlerweile gut zurechtkam, anschließend holte ich noch Grey und Summer in den Stall. Kimi brachte nach Monster und Heat auch noch Dave und Brave in den Stall, während ich zu Caletta und Maira lief und schaute, ob dort alles in Ordnung war.

    arialDie beiden Fohlen hatten sich in ihrem ganz eigenen Stall gut eingelebt und verstanden sich super. Ich war stolz auf die Beiden, dass sie sich so gut entwickelten und eine schöne Kindheit genießen konnten.

    arial„Hey“, flüsterte Kimi mir ins Ohr und umarmte mich von hinten. Ich drehte mich umständlich um und schaute ihm in die Augen.

    arial„Na mein Prinz“, lächelte ich. „Wollen wir rein gehen? Mir ist wirklich kalt.“

    arialEr nickte und nahm mich an die Hand. Ich legte meinen Kopf auf seine Schulter, während wir zum Haus rüber gingen. „Weißt du, dass ich wirklich glücklich bin?“

    arialEr blieb stehen, legte seine Hände auf meine Schultern und lächelte. „Ich weiß, ich auch!“ Ich legte meine Arme um ihn und drückte ganz fest zu. „Ich möchte dich nie wieder loslassen“, grinste ich.

    arial„Musst du aber, sonst werden wir hier erfrieren“, lachte Kimi, hob mich kurzerhand hoch und trug mich zum Haus. „Lass mich runter“, protestierte ich, hatte aber keine Chance. „Du bist mir einer!“

    arialEr ließ mich runter und führte mich in die Küche. „Tee?“

    arial„Oh ja gerne“, nickte ich, setzte mich auf einen Stuhl und zog mir Jacke und Schuhe aus.

    arialNachdem der Tee fertig war und Kimi jedem von uns eine Tasse eingegossen hatte, zogen wir uns ins Wohnzimmer zurück.

    arialIch trug noch immer ein Geheimnis mit mir rum, wusste aber noch nicht genau, wie ich es Kimi erklären sollte. Erstmal schwieg ich darüber und packte mich in meine warme Kuscheldecke ein

    arial„Der Winter macht mich wirklich fertig“, murmelte ich und nippte an meinem Tee. Kimi lächelte und gab zurück: „In ein paar Jahren hast du dich dran gewöhnt, hier wird es oft so kalt. Aber das wusstest du sicher schon, bevor du hierher gekommen bist.“

    arialIch nickte: „Das stimmt, aber so kalt hab ich es mir nicht vorgestellt.“

    arial„Dafür gibt es ja sowas wie Heizung“, grinste Kimi.

    arialSchief guckte ich ihn an. „Manchmal bist du wirklich doof.“

    arial„Das weiß ich“, murmelte Kimi und schlüpfte mit unter die Decke. Mittlerweile war mir nicht mehr so kalt und ich befasste mich weiter damit, wie ich Kimi die Neuigkeiten beibringen sollte. Ich legte meinen Kopf auf seine Brust und schloss einen Moment die Augen.

    arial„Ich muss dir was sagen“, flüsterte ich unentschlossen.

    arial„Erzähl“, sagte er und strich mir über die Haare.

    arialIch zögerte. „Das ist nicht so einfach.“ Kurz schwieg ich und setzte dann erneut an. „Ich denke.. ich bin schwanger.“

    arialFür einen Moment war es totenstill und ich hatte plötzlich Angst, dass er mich verlassen würde, dass er das Kind nicht wollte, dass alles kaputt gehen würde.

    arialKimi setzte sich auf, schaute mich an und lächelte dann: „Das ist doch wundervoll! Ich freu mich, ich freu mich wirklich, richtig doll!“

    arialMir schossen die Tränen in die Augen und ich konnte es nicht mehr aufhalten. „Du brauchst doch nicht weinen, das ist was Wunderschönes“, nahm Kimi mich in den Arm.

    arial„Ich bin nur so erleichtert, dass es endlich raus ist“, stotterte ich und legte meinen Kopf auf seine Schulter. „Ich freu mich auch“, flüsterte ich.
  7. Hallöchen :)



    Ich melde mich mal wieder mit einem Fahrschul-Update. xD



    Heute morgen um 8 Uhr hatte ich Fahrstunde und wir sind doch tatsächlich auf die Autobahn gefahren. Meine Güte hatte ich Angst xD Aber als ich erstmal drauf war, wars gar nicht so schlimm^^



    Wir sind zwar "nur" 130 gefahren, aber das hat mir definitiv erstmal gereicht. :)



    Außerdem bin ich heute total sicher gefahren, keine Ahnung, als ob ichs schon tausend Jahre machen würde. War wirklich toll :)



    Ich freu mich schon, wenn ich den Lappen endlich in der Tasche hab, ist ja jetzt nicht mehr lang. :)



    Grüßchen, der Mongofisch :D
  8. arialAchtung, Zeitsprung xD



    arial„Wie die Zeit vergeht“, sagte ich nachdenklich zu Kimi, der glücklicherweise den Hof nicht verlassen hatte.

    arial„Da hast du Recht“, nickte er. „Wann müssen wir los?“

    arial„Ich denke, wenn wir in einer Stunde aufbrechen, sollten wir es rechtzeitig schaffen“, sagte ich.

    arialCaletta war mittlerweile 6 Monate alt und die Zeit war gekommen, dass sie endlich von Cala weg sollte. Natürlich nicht alleine, eine Freundin musste her. Nach langem hin und her war es heute soweit, Maira, ein Tinkerfohlen, etwa im gleichen Alter wie meine Kleine, kam aus Kanada. Ich war gespannt, da ich sie ja bis jetzt nur von Fotos kannte, hatte sie aber direkt ins Herz geschlossen.

    arial„Ich bring eben die Stuten raus“, holte Kimi mich zurück aus meinen Gedanken. Ich nickte ihm nur kurz zu und brachte anschließend die vier Hengste auf ihre Weide.

    arialDann lief ich an der Halle vorbei, ließ den Reitplatz hinter mir und stand vor dem neuen Offenstall, wo die beiden Fohlen zusammen stehen sollten. Der See musste weichen und auch einige Bäume hatten ihre Zeit beendet. Die Bauarbeiten gingen recht schnell, auch wenn das Wetter nicht immer mitspielte. Das Ergebnis konnte sich jedoch sehen lassen: Ein großer Paddock, umzäunt mit einem hellen Holz, bot den beiden Kleinen ausreichend Platz sich zu bewegen. Der Stall war in zwei Teile aufgeteilt, ein offener und ein geschlossener. Der geschlossene Teil hatte zwei Eingänge, die jeweils mit einem Lamellenvorhang ausgestattet waren, um die Kälte draußen zu halten. Eine Heuraufe im Unterstand konnte auch bei schlechtem Wetter genutzt werden.

    arial„Freust du dich“, erschrak Kimi mich plötzlich. Ich drehte mich um und überlegte kurz: „Hm, natürlich freu ich mich, aber es geht plötzlich alles so schnell. Es kommt mir so vor, als wäre Caletta gestern erst zur Welt gekommen und nun geht sie schon von ihrer Mama weg, bekommt eine neue Freundin, wird schon fast erwachsen.“

    arialKimi legte den Kopf schief: „Sie wird doch noch nicht erwachsen, nur eben etwas älter und muss ihren eigenen Weg gehen.“

    arial„Aber es kommt mir so vor, weißt du?“

    arialKimi nickte nur, nahm mich dann an der Hand und lief zum Haus. „Wir müssen gleich los, sonst verpassen wir noch die Ankunft.“

    arial„Ja, du hast recht, für Wehmut ist jetzt keine Zeit“, lächelte ich und packte alle wichtigen Papiere zusammen, damit wir Maira nachher auch mitnehmen durften.

    arialZum Glück fuhr Kimi, ich fühlte mich dazu nicht in der Lage, ich war viel zu aufgeregt.

    arialDie Fahrt nach Helsinki war lang und kam mir heute noch viel länger vor. Alle fünf Minuten schaute ich auf die Uhr, ob wir es auch noch pünktlich schaffen würden.

    arial„Die werden das Fohlen wohl nicht einfach alleine stehen lassen wenn wir zu spät kommen“, lachte Kimi nach einiger Zeit.

    arial„Ich weiß, ich weiß, aber sie muss ja nicht noch unnötig warten, die Reise war sicher anstrengend genug für sie.“



    arialEtwa um 14 Uhr kamen wir am Flughafen an. Ich konnte es kaum erwarten und machte die Tür auf, als Kimi noch nicht mal den Motor ausgemacht hatte.

    arial„Komm schnell“, grinste ich, schnappte mir die Papiere und lief los.

    arial„Weißt du überhaupt wo wir hinmüssen“, rief Kimi und kam mir rasch hinterher.

    arial„Was denkst du?“ Sagte ich schnippisch. „Ich weiß schon wo mein kleines Fohli ankommt.“

    arialStill lief er mir nach und ich kämpfte mich durch den Schilderwald, bis ich endlich am richtigen Schlater angekommen war. Ich nannte der freundlichen Dame die Lebensnummer meines Pferdes und übergab ihr die Papiere, welche ich zuvor per Post bekommen hatte. Sie prüfte alles sorgfältig und forderte uns dann lächelnd auf, ihr zu folgen.

    arial„Ich bin so aufgeregt“, flüsterte ich Kimi zu und drückte seine Hand.

    arialNach mehreren Türen und elendig langen Gängen roch es plötzlich nach Pferd, weit konnte es nicht mehr sein. Die Dame öffnete eine Tür und machte eine Handbewegung. Ich betrat den großen Raum, man konnte schon fast Stall sagen, und erkannte die kleine Maira sofort.

    arial„Hallo kleine Maus“, sagte ich liebevoll und streckte ihr meine Hand entgegen. Sie schien müde zu sein, schnupperte aber trotzdem vorsichtig an meiner Hand. „Du bist ja wirklich Zucker!“ Ich konnte es noch gar nicht glauben, dass sie jetzt da war, dass ich sie mit nach Hause nehmen konnte.

    arialEs mussten nur noch einige Papiere unterschrieben werden, dann war alles geschafft. Kimi und ein Angestellter des Flughafens holten das Auto, um Maira direkt hier zu verladen. Ich kümmerte mich derzeit um meine kleine Stute. Sie war sichtlich gestresst, freute sich aber über die Leckerlis, die ich ihr mitgebracht hatte. „Es ist nicht mehr weit, dann lernst du dein neues Zuhause kennen, wir haben es extra für dich und deine neue Freundin bauen lassen. Es wird dir gefallen“, erklärte ich ihr, während ich ihr liebevoll über den dünnen Hals strich, an welchem noch der Gurt vom Transport hing. „Das machen wir auch bald ab“, lächelte ich, dann war Kimi auch schon mit dem Auto da und öffnete den Anhänger. Behutsam legte ich der Kleinen das Halfter an und führte sie aus der Box. Sie schien wirklich nur noch ihre Ruhe haben zu wollen, ohne zu Murren folgte sie mir in den Anhänger und ließ sich brav anbinden.

    arial„So“, sagte ich, als Maira sicher im Hänger stand. „Auf geht’s nach Hause.“ Mit allen Papieren, dem Equidenpass und dem Fohlen im Gepäck ging es zurück zum Gestüt.



    arialEs war bereits stockdunkel, als wir den Hof erreichten. Die Uhr zeigte kurz vor Acht und die anderen Pferde standen schon erwartungsvoll am Tor.

    arial„Die wollen sicher langsam rein“, lachte ich, während Kimi vorsichtig über den Hof zum Stutenstall fuhr. „Wir stellen sie erstmal in die Box neben Cala und Caletta, morgen ziehen die beiden dann in ihren neuen Stall“, sagte ich, während wir ausstiegen und vorsichtig die Klappe des Anhängers öffneten. Ich schlüpfte durch die kleine Seitentür und band Maira ab. Sie war plötzlich hellwach und aufgeregt. „Alles gut“, beruhigte ich sie, führte sie behutsam rückwärts vom Hänger und brachte sie dann in den großen Stall.

    arialIn der Zwischenzeit holte Kimi schon mal die Hengste von der Weide und fütterte sie, dann kam er zu mir: „Können wir die Stuten schon holen?“

    arialIch nickte: „Ja, Maira steht erstmal sicher in der Box.“

    arialWir holten rasch noch die restlichen Pferde von der Weide und beobachteten dann das neue Fohlen. Neugierig streckte sie ihren Hals, um in die Nachbarbox zu gucken. Cala war davon nicht begeistert, sie verteidigte noch immer mit allen Mitteln 'ihre' Caletta. Doch die Kleine war sehr interessiert an der Neuen. Sie lief auf den Paddock und wartete einen Moment, ob ihre Nachbarin auch raus kommen würde. Maira hatte den Wink verstanden und verließ ebenfalls die Box. Die beiden gleichaltrigen Fohlen beschnupperten sich neugierig über den Zaun und Caletta quietschte einmal kurz.

    arial„Ich glaube, die werden sich gut verstehen“, lächelte ich. „Komm, wir füttern hier noch schnell und verziehen uns dann auch.“

    arialKimi stimmte mir zu, wir versorgten rasch die anderen Pferde, machten dann das Licht aus und gingen ins Haus.

    arial„Hast du Hunger“, fragte Kimi mich grinsend.

    arial„Nicht so richtig, du?“

    arial„Nein, ich nicht“, sagte er und machte sich einen Tee.

    arial„Machst du mir auch einen?“

    arialKimi nickte und goß jedem eine Tasse ein. Anschließend setzten wir uns ins Wohnzimmer und schauten fernsehn.

    arialIn den letzten Monaten hatte sich einiges getan. Kimi und ich hatten so etwas wie eine feste Beziehung, wir verstanden uns gut und ich mochte ihn wirklich sehr. Es gab mittlerweile sogar Wochen in denen er gar nicht nach Hause fuhr, sondern hier auf dem Hof blieb. Wer weiß, vielleicht würde er ja auch irgendwann seine Wohnung auflösen und für immer bei mir einziehen, aber wir wollen auch nichts überstürzen.



    arialDer Wecker klingelte heute schon früh, es war viel zu tun und ich drehte mich missmutig um. Das Bett neben mir war leer. Kimi schien wohl schon auf den Beinen zu sein und als ich mir die Augen rieb, hörte ich ihn unten in der Küche. „Ich will den Tag erleben, an dem er länger schläft als ich“, murmelte ich zu mir selbst und schälte mich aus dem Bett.

    arialRasch sprang ich unter die Dusche, zog mich an und lief runter in die Küche.

    arial„Guten Morgen“, begrüßte Kimi mich und gab mir einen Kuss. Ich lächelte und setzte mich an den Tisch. „Hast du gut geschlafen?“

    arialEr nickte und stellte mir einen Tee hin: „Ich schlafe doch immer gut.“

    arial„Das stimmt“, grinste ich und trank einen Schluck. Komisch, wie ich vor einigen Monaten noch Tee zum Frühstück verabscheut hatte und nun trank ich jeden Morgen einen.

    arial„Ich möchte mich gar nicht lange aufhalten, ich kann es gar nicht erwarten Maira und Caletta zusammen in ihren neuen Stall zu bringen“, sagte ich zwischen zwei Schlücken Tee.

    arial„Also ich wäre auch so weit fertig“, grinste Kimi und stellte seine leere Tasse in die Spüle. Auch ich beeilte mich, meinen Tee auszutrinken und zog mir dann Jacke und Schuhe an.

    arial„Wollen wir zuerst die Hengste raus bringen, dann die Stuten und Cala als letztes?“, fragte Kimi, während wir über den Hof zum Hengststall liefen. „Ja, ich glaube das ist eine gute Idee. Ich hoffe Cala macht kein zu großes Theater, sie hängt ja immer noch sehr an der Kleinen.“

    arial„Das wird schon“, ermutigte Kimi mich, während wir den Hengsten ihr Frühstück gaben und anschließend zu den Stuten hinüber gingen. Auch hier verteilten wir die morgendliche Ration Futter und warteten, bis alle aufgefressen hatten, dann brachten wir zuerst Heat, Monster, Brave und Dave auf die Weide, dann kehrten wir in den Stall der Stuten zurück.

    arial„Gut“, sagte ich. „Du nimmst Hunter und ich nehme Grey und Summer.“

    arialRasch standen die drei Pferde auf der Koppel und nun ging es daran, Cala von der Kleinen zu trennen. Ich dachte kurz nach und erklärte dann: „Ich denke, Caletta wird weniger ein Problem mit der Trennung haben, sie ist ja schon seit einiger Zeit nicht mehr so bezogen auf Cala. Von daher würde ich sagen, du nimmst die Kleine ans Halfter und bleibst mit ihr in der Box und ich nehme Cala und versuche sie alleine auf die Weide zu bringen.“

    arialZwar nicht hunderprozentig überzeugt von meinem Plan nickte Kimi und halfterte Caletta auf. Ich tat es ihm gleich, zog Cala das Halfter über die Ohren und führte sie energisch aus der Box. Überrascht von diesem 'Angriff' folgte sie mir zunächst brav. Als wir den Stall verlassen hatten, merkte sie jedoch, dass 'ihr' Fohlen nicht dabei war und wurde unruhig. Schnaubend tänzelte sie neben mir her. „Alles gut“, beruhigte ich sie und tätschelte ihren Hals. „Deine kleine Maus muss ab jetzt alleine klar kommen und du musst das auch.“

    arialSie schien von der Idee gar nicht begeistert zu sein. Ein durchdringendes Wiehern erschütterte die Stille. Aus dem Stall kam die Antwort: Caletta wieherte laut, wenn auch nicht so panisch wie Cala.

    arial„Komm, es wird alles gut“, murmelte ich und führte Cala weiter in Richtung Weide. Grey und Summer standen neugierig am Zaun und guckten, scheinbar interessiert an der Situation. „Schau, deine Freunde warten schon auf dich“, beruhigte ich die aufgeregte Stute und öffnete das Gatter der Weide. Bevor ich sie jedoch vom Strick ließ, schloss ich das Tor wieder, sicher ist sicher.

    arialZu meinem Erstaunen dauerte es gar nicht so lange, bis Cala sich etwas beruhigt hatte und sich mit der Suche nach etwas Gras beschäftigte. „Hauptsache erstmal den sterbenden Schwan spielen“, lachte ich und kehrte zum Stall zurück.

    arial„Alles gut hier?“ Fragend schaute ich in die Box von Cala.

    arialKimi grinste mich an: „Ja, sie hatte nur Augen für Maira.“

    arialErleichtert atmete ich auf, wenigstens machte sie nicht so ein Theater. „Gut, dann nehm ich Maira und dann geht’s auf in den neuen Stall“, grinste ich und öffnete vorsichtig die letzte Box. Die dunkelbraune Stute schaute mich neugierig an, ich zog ihr das Halfter über die Ohren und führte sie raus. Kimi folgte mir mit Caletta und so spazierten wir zum Offenstall.

    arialEs dauerte nur einen kurzen Augenblick, da fingen die beiden Fohlen auch schon an zu spielen. Sie schienen sich gut zu verstehen und erkundeten gemeinsam ihr neues Heim.

    arial„Schön“, lächelte ich erleichtert über diese wirklich einfache Zusammenführung.

    arial„Ja, besser hätte es gar nicht laufen können“, stimmt Kimi mir zu und legte seinen Arm um mich.
  9. arialKimi hatte mich gebeten, ihm Urlaub zu geben. Ich hatte zugestimmt, war mir dennoch unsicher, ob ich nicht was falsch gemach hatte. Seit unserem Ausflug war nichts mehr gelaufen, wir hatten einfach so weiter gemacht wie zuvor und ich hatte das Gefühl, er würde nicht mehr lange bei mir auf dem Hof bleiben. Trotz allem musste die Arbeit weiter gehen.



    arialBedrückt lief ich zur Weide und holte mir Cala, die heute mal wieder ein bisschen was tun sollte. Seit sie sich der kleinen Caletta angenommen hatte, wurde sie nicht mehr wirklich gearbeitet und das konnte nicht sein. Sie hatte ja eigentlich gar kein Fohlen, also führte ich sie, natürlich mit der Kleinen im Schlepptau, in den Stall. „So meine Liebe, heute haben wir ein bisschen Arbeit vor uns. Du kannst dich ja nicht einfach aus dem Training schummeln“, grinste ich und klopfte der Stute den Hals. Sie hatte jedoch nur Augen für Caletta, die mittlerweile schon auf eigene Faust die Welt entdeckte. Immer musste man aufpassen, dass sie nichts kaputt machte oder irgendwas anknabberte. „Caletta, bleib doch hier“, rief ich dem Fohlen noch hinterher, welches sich grade aus dem Staub machte. Cala wurde unruhig und atmete deutlich hörbar aus. „Sie kommt schon gleich wieder, keine Sorge“, beruhigte ich den Tinker und lief Caletta rasch hinterher. Sie stand vor dem Stall und sah fasziniert den Tropfen zu, die vom Dach fielen. Lachend legte ich meinen Arm um ihren Hals und zog sie sanft zurück in Richtung Stall. „Deine Mami wird böse wenn du weg läufst“, erklärte ich der Kleinen und machte den Stall zu, damit sie nicht nochmal weglaufen würde.

    arialDann widmete ich mich wieder Cala und begann sie gründlich zu putzen. Anschließend kam Sattel und Trense drauf und es ging zur Halle, draußen war mir das Wetter zu schlecht.



    arialSeit einem guten Monat wurde sie nun schon nicht mehr geritten, ich stellte mich also auf ein hitziges Pferd ein, täuschte mich jedoch gewaltig. Cala arbeitete vorbildlich mit, konzentrierte sich sogar mal nicht auf 'ihr' Fohlen und meisterte sogar Aufgaben, die wir noch nicht oft geübt hatten.

    arialCaletta lief ab und zu neben uns her, erkundete aber lieber die Halle und wälzte sich einmal.

    arialNach einer guten Stunde stieg ich ab, brachte die beiden zurück in den Stall, wo ich Cala erneut putzte. Auch Caletta bekam ein wenig Körperpflege, hatte darauf aber heute nicht so viel Lust. Sie wusste mittlerweile ganz genau, wie sie was zu machen hatte, um etwas zu bekommen, oder eben nicht. Ich ließ sie also in Ruhe, immerhin war sie ja noch Baby.

    arialDraußen wurde es schon wieder dunkel. Wie die Zeit verging! Ich stellte die beiden Stuten in ihre Box und machte mich dann zur Koppel, um auch die anderen Stuten und Hunter reinzuholen. Grey und Summer nahm ich zuerst, danach den Wallach.

    arialBevor ich meinen Rundgang machte, holte ich noch Heat, Monster, Dave und Brave und stellte sie in ihre Boxen. Dann bekamen alle ihr Heu für die Nacht und das Kraftfutter. Bei Brave schaute ich nochmal genau hin, da die Tierärztin etwas besorgt wegen seinem Husten war, konnte aber nichts auffälliges entdecken. Also machte ich das Licht aus und ging ins Haus.
  10. Huhu ihr Lieben :)



    Ich bin ja nun schon lange dabei, meinen Führerschein zu machen, gehe jetzt demnächst zur Theorieprüfung und heute wäre ich in der Fahrschule fast vom Hocker gefallen.



    Mein Fahrlehrer hat mir ganz nebenbei gesagt, dass ich nur noch die Sonderfahrten machen muss, eine Überlandfahrt habe ich ja schon, und dann zur Praktischen Prüfung soll :eek:



    Ich fühl mich noch gar nicht so weit, dann alleine Auto zu fahren. xD Ich fahre nicht schlecht, glaub ich^^, aber manchmal muss ich doch noch nachfragen, wie ich nun was mache.

    Ich ganz alleine in einem Auto, auf einer öffentlichen Straße, das kann ja nur schief gehen :D



    Ich hoffe, das ich zumindestens nicht durch die praktische falle, das wäre glaub ich schrecklich, wenn ich dann nochmal hin müsste. Aber wir werden sehen ._.



    Der Mongofisch hat Angst :eek:
  11. arialZwischen Kimi und mir hatte sich was verändert. Seit unserem wunderschönen Ausflug verhielten wir beide uns anders, irgendwie zurückhaltender. Ich wusste nicht woran es lag, hoffte aber, es würde sich vielleicht mit der Zeit verbessern, mochte ich ihn doch sehr!

    arialEin Poltern ließ mich aufschrecken. Hunter schien wohl genug von der Fahrt zu haben.

    arial„Wir sind ja bald da“, murmelte ich, obwohl der Wallach mich ja gar nicht hören konnte.

    arialIch war mit meinem Tinker auf dem Weg zu einer Wallachschau, weit konnte es aber nicht mehr sein.

    arialTatsächlich erreichte ich 10 Minuten später das Gestüt, suchte mir einen freien Parkplatz und lud dort rasch mein Pferd aus. Hunter schaute sich neugierig um, war aber, wie immer, ruhig und gelassen. Ohne mit Stress zu machen, putze ich den Wallach noch einmal, sattelte und trenste ihn und machte mich anschließend auf den Weg zum Abreiteplatz.In aller Ruhe ritt ich mein Pferd warm und verließ nach einiger Zeit den Platz wieder.



    arialNervös zupfte ich an meinem Jacket rum und blickte unsicher umher. HeadHunter und ich befanden uns auf dem Gelände eines großen Gestüts, auf dem heute die blaue Wallachschau stattfand.

    arialDurch unseren Gewinn der grünen Schau, hatten wir uns zur Teilnahme an der heutigen qualifiziert, sodass wir nun startklar auf dem Hof standen.

    arial„Das Paar mit der Nummer 26, Lisa mit ihrem Wallach HeadHunter, bitte in die Halle, Nummer 26!“ Die Lautsprecheransage ließ mich leicht zusammenzucken, war ich doch nun ziemlich aufgeregt. Mit etwas Mühe stieg ich auf meinen Tinker und ritt anschließend im Schritt in die wunderschön geschmückte Halle.

    arialIch konzentrierte mich auf mein Pferd, versuchte aber trotzdem einen freundlichen Eindruck zu machen und zwang mir ein Lächeln aufs Gesicht. Wahrscheinlich würde jeder sehen, dass es gespielt war, aber darum ging es heute immerhin auch nicht.

    arialSchön grade schritten wir, den Richtern entgegen, die Mittellinie entlang. Hunter stand nicht perfekt am Zügel, aber das störte mich in diesem Moment nicht. Bei X gab ich eine ganze Parade, sodass der Wallach ordentlich und geschlossen zum stehen kam. Ein echtes Lächeln zeichnete sich auf meinen Lippen, während ich mit der rechten Hand die Richter grüßte.

    arialEinen Augenblick wartete ich ab, dann bekam ich das Zeichen zum Starten und gab Hunter mit sanftem Schenkeldruck zu verstehen, dass er sich in Bewegung setzen sollte. Brav reagierte er und fiel in einen ordentlichen Arbeitstrab.

    arialAm Hufschlag angekommen wendete ich nach rechts und ließ den Braunschecken an der langen Seite etwas an Tempo zulegen. Er schien einen guten Tag zu haben, reagierte er doch sehr fein auf meine Hilfen. Ich murmelte ihm ein Lob zu und nahm das Tempo wieder etwas zurück, um an der gegenüberliegenden Seite auf den Mittelzirkel zu reiten.

    arialDie Biegung gelang uns nicht perfekt, dafür sah das angaloppieren aber umso besser aus. Ruhig, aber mit Schwung folgte Hunter der Zirkellinie, sodass ich mich grade dafür entschieden hatte, auch an der ganzen Bahn seinen Galopp zu präsentieren.

    arialAlso parierte ich den großen Wallach durch und wechselte durch den Zirkel, so hatte ich nochmal die Chance, zu zeigen, dass er sich auch ordentlich biegen konnte. Und es gelang sogar! Zufrieden lächelte ich und ritt nun ganze Bahn auf der linken Hand.

    arialSchön im Takt kamen wir in der Ecke an, in der ich Hunter die Galopphilfe gab, auf welche er sofort reagierte und mit einem mächtigen Satz die Gangart wechselte. Grade konnte ich ihn noch davon abhalten voll durchzustarten, da erreichten wir auch schon die lange Seite, wo Hunter stolz präsentierte, dass er auch wundervolle Bocksprünge machen konnte. Das kannte ich ja bereits, saß es aus und hatte ihn schnell wieder unter Kontrolle.

    arialUm nun auch noch den Schritt zu präsentieren, parierte ich durch und ritt an der langen Seite eine einfache Schlangenlinie. Schritt kam mir immer so schrecklich langweilig vor, war es aber ein Teil der Aufgabe, diesen zu zeigen.

    arialUm unsere Vorstellung zum Ende hin schön abzurunden, trabte ich erneut an, lenkte Hunter sicher auf die Mittellinie und vollführte bei X ein Halten aus dem Trab. Der Wallach war zwar nicht weit ausgebildet, diese Übung beherrschte er aber gut, so kamen wir zum Stehen und ich grüßte die Richter erneut.

    arialAm langen Zügel verließen wir die Halle und ich lobte Hunter ausgiebig für seine gute Leistung. Ich war stolz auf ihn, glitt aus dem Sattel und machte mich auf zum Anhänger, wo ich ihn absattelte und wir nun auf das Ergebnis warteten.



    d3d3d3[Nicht besonders spannend, aber mir fehlte die Lust ;D
  12. arial"https://www.joelle.de/blog/1042/entry-10169-kann-das-liebe-sein/Hier gibt es den ersten Teil :)



    arial[color=rgb(0,0,0)„Es geht noch weiter“, hauchte Kimi, während er seine Arme von mir nahm. Etwas enttäuscht, aber zugleich voller Erwartung, was noch kommen würde, drehte ich mich zu ihm um.

    arial„Echt, noch mehr?“ Fragte ich mit zitternder Stimme, fast unhörbar.

    arial„Komm mit“, er griff nach meiner Hand und hatte wieder dieses freche Lächeln auf den Lippen. Mit weichen Knien folgte ich dem hübschen Finnen. Wir liefen ein ganzes Stück, bis wir vor einem Hügel standen.

    arial„Gleich sind wir da“, sagte Kimi verschwörerisch ich ging weiter, immer noch meine Hand haltend. Wir umrundeten die Erhöhung, voller Erstaunen erblickte ich auf einer kleinen Wiese einen Helikopter.

    arial„Ist das dein Ernst“, stammelte ich lächelnd.

    arial„Ja, komm schon, das wird super“, er zog mich hinter sich her, begrüßte den Piloten, er kannte ihn scheinbar, und deutete dann auf die Tür. Ich wusste gar nicht wie mir geschah, da saß ich schon mit Köpfhörern auf den Ohren im Innenraum des Helikopters. Kimi nahm neben mir Platz, die Tür wurde geschlossen und die Rotorblätter begannen sich zu drehen. Ich hatte ein flaues Gefühl im Magen, war dies ja erst mein zweiter Flug und der erste in so einem Ding. Tausend Gedanken schossen mir durch den Kopf, ich konnte noch gar nicht realisieren, wie mir geschah.

    arialRasch gewannen wir an Höhe und das Land unter uns wurde immer kleiner. Man konnte immer weiter schauen, immer mehr Seen breiteten sich vor uns aus. Finnland war einfach atemberaubend, eine einzigartige Landschaft!

    arialDurch die Kopfhörer vernahm ich knisternd Kimis Stimme: „Gefällt's dir?“ Ich wandte meinen Blick vom Fenster ab und schaute in seine tief blauen Augen. Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen und nickte strahlend. „Es ist wunderschön.“



    arialIch weiß nicht, wie lange wir in der Luft waren, das war auch egal, es war einfach nur schön, mehr als schön, unbeschreiblich.

    arialKimi half mir beim Aussteigen, breit grinsend. Dann wurde seine Mine plötzlich ernst, erschrocken sah ich ihn an.

    arial„Fandest du es wirklich schön“, fragte er etwas verunsichert.

    arialErst wollte ich seine Hand greifen, traute mich dann aber doch nicht und sagte einfach nur: „Natürlich! Ich kann es gar nicht beschreiben. Mit so etwas hätte ich nie gerechnet, als wir vorhin vom Gestüt losgefahren sind.“

    arialBei diesen Worten lächelte Kimi wieder, nahm meine Hand, welche ein Glück, dass ich es nicht machen musste, und führte mich zurück zum Wagen. Die Sonne neigte sich schon dem Horizont entgegen und die Landschaft wurde in ein leuchtendes Grau getaucht.

    arialKimi blieb stehen, griff nach meiner zweiten Hand und stellte sich vor mich. Tief schaute er in meine Augen, unsicher blickte ich ihn an.

    arial„Weißt du“, fing er leise an. „Ich mag dich wirklich, sehr! In meinen Augen bist du eine ganz besondere Frau.“

    arialIch lächelte und versuchte etwas zu sagen, doch dazu kam ich nicht mehr. Sanft zog Kimi mich näher an sich, beugte sich ein Stück runter und berührte mit seinen Lippen vorsichtig meine. Mir wurde flau im Magen, meine Beinen schienen nachzugeben und ich blendete alles um mich herum aus.

    arialEs gab nur noch ihn und mich!
  13. arial„Guten Morgen“, sagt ich gut gelaunt, als ich die Küche betrat und Kimi mit seiner Tasse Tee am Tisch erblickte.

    arial„Guten Morgen hübsche Frau“, erwiderte er grinsend.

    arialEtwas verwirrt von dieser Aussage wurde ich rot, drehte mich schnell weg und goß mir einen Kaffee ein. Tee am Morgen war nicht so meins.

    arialDie Weihnachtstage waren ruhig gewesen, Heiligabend habe ich alleine verbracht, ich war zwar etwas traurig, aber dafür war es am 1. Weihnachtstag umso schöner: Kimi hatte mir einen Besuch abgestattet. Sogar ein kleines Geschenk habe ich von ihm bekommen. Eine Satteldecke für Heat, die er, angeblich, in mühevoller Handarbeit mit seinem Namen bestickt hatte und zwei süße Herzchenhandwärmer, 'damit ich nicht immer so friere' hatte er gesagt. Ich hatte zwar ein schlechtes Gewissen, dass ich kein Geschenk für ihn hatte, doch er meinte, es wäre schon ok. Ich denke jedoch, insgeheim war er schon etwas enttäuscht.

    arialIch ließ mich am Küchentisch auf einen Stuhl nieder und kramte einen Zettel aus meiner Hosentasche.

    arial„Also“, fing ich grinsend an. „Heute kommt eine junge Frau, die ich vielleicht als Reitbeteiligung haben möchte, sie wird sich um Grey und Caletta kümmern, das haben wir schon mal von den Hacken.“

    arial„Wir haben doch nichts an den Hacken“, unterbrach Kimi mich lachend.

    arial„Hey, ich war noch nicht fertig“, entgegnete ich gespielt beleidigt. „Calista, Dave und Brave sind auch versorgt, bleiben nur noch 4 Pferde, wow, das sind ja mal wenige.“

    arial„Das stimmt, aber gemistet und auf die Weide wollen sie trotzdem alle“, grinste der gutaussehende Finne. „Komm, lass uns anfangen.“ Er stand auf und stellte seine Tasse in die Spüle. Ich tat es ihm rasch gleich und zusammen verließen wir das Haus.



    arialNachdem alle Pferde auf den entsprechenden Koppeln standen, ging es ans ausmisten. Entgegen dem, wie wir es sonst immer machten, fingen wir heute beide bei den Stuten an. Nur die Boxen von Hunter, Grey, Summer und die von Cala und dem Fohlen mussten gemistet werden, sodass wir recht schnell durch waren und bei den Hengsten weitermachten.

    arial„Eigentlich ist es viel schöner, wenn wir zusammen die Ställe machen und uns nicht aufteilen“, brach ich nach einiger Zeit die Stille, die sich über uns gelegt hatten, als wir im Stall der Hengste zu misten begonnen hatten.

    arial„Ja, da hast du wohl recht. Sollten wir vielleicht öfter machen, da geht einem die Arbeit gleich viel leichter von der Hand“, stimmt Kimi mir zu, während er kraftvoll den Mist aus Monsters Box in die Schubkarre verfrachtete.

    arialIch wand mich auch wieder der Arbeit zu, sodass wir nach einiger Zeit Mistgabel und Schubkarre wegstellen konnten.



    arialIch vernahm ein Motorsurren: „Ah, ich glaube Sabrina ist da.“

    arialIch ließ sie machen, schließlich hatte ich ihr bei ihrem ersten Besuch schon alles gezeigt.



    arial"Wo sind bloß die Karotten?!", frage ich mich selbst, als ich mich in den Stall aufmachen will. Heute putze und reite ich Grey Love das erste mal. Ich bin schon so aufgeregt. Als ich die Karotten gefunden habe, schlüpfte ich schnell in meine Lammfell Stiefel, setze meine Mütze auf, ziehe meine Handschuhe an und ging los.

    Da der Stall in Finnland liegt, ist es immer sehr kalt. Zum Glück liegt fast kein Schnee mehr, was mein Vorteil ist da ich Schnee hasse!



    Als ich am Stall ankomme, schleiche ich mich langsam in die Sattelkammer. Ich nehme Halfter, Putzkasten, Sattel, Bandagen und Zaumzeug mit. Ich gehe in die Stallgasse in der Grey Love steht und husche schnell zu ihrer Box. Als sie mich sieht guckte sie mich mit gespitzten Ohren an und wieherte leise. Ich mache die Box auf, nehme eine Karotte und Halfter in die Hand und gehe hinein. Sie riecht natürlich gleich die Karotte und will sie schon fressen. Schnell ziehe ich die Hand weg, nehme ihren Kopf zu mir hin ziehe ihr Halfter über ihren Nasenrücken und Ohren. Dannach gebe ich ihr die Karotte und mache ihr Halfter zu. Ich ging mit ihr aus der Box und führe sie zum Putzplatz. Ich mache den Putzkoffer auf und nehme den Gummistriegel raus. In einem angenehmen Tempo massierte ich kreisförmig ihren Hals und Körper. Sie schnaupt ab und schmiegt sich an mich. Ich streichle sie sanft am Kopf und kraule sie an der Stirn. Ich nahm die extrem weiche Kopfbürste und säuberte von der Stirn bis runter zu den Nüstern sorgfältig ihren kompletten Kopf.

    Anscchließend nehme ich die Wurzelbürste und reinige ihre Beine. Zum Schluss kommt die Kardätsche zum Einsatz. Ich streiche damit über ihr sauberes Fell und streichel sie mit meiner anderen Hand. Die Mähne und den Schweif kämme ich Knotenfrei und mache ihr Zöpfchen. Bevor ich ihre Hufe mache, gebe ich ihr noch vorher eine Karotte. Dann nehme ich ihren vorderen rechten Huf, kratze ihn aus und wiederhole dass auch bei den anderen drei. Als dass abgeschlossen ist, Bandagiere ich sie.

    Ich hole den Sattel herbei, Sattle sie und Trense sie sofort auf. Dann setze ich meinen Helm auf, nehme die Dressurgerte zur Hand und wir machen uns auf in Richtung Halle.



    Als wir an der Halle ankommen, setze ich mich rauf und gehe am Hufschlag im langsamen Schritt. Grey Love ist super entspannt und geht locker am langen Zügel. Nach einer viertelstündigen Aufwärmphase trabe ich langsam an und machte einen Zirkel an der Linken Hand. Dannach folgen im Mitteltrab eine große Volte, Ganze Bahn, Länge der Bahn und noch ein Zirkel. Ich parriere in den versammelten Schritt und reite eine zweifache Schlangenlinie. Anschließen wechsel ich auf die Rechte Hand anhand einem Wechsel der Halben Bahn. Ich galoppiere im langsamen Galopp an und reite fünf ganze Bahnen. Als ich durchparriere trabe ich sie am langen Zügel durch die halbe Bahn. Nach ca zwanzig Minuten im Trab, nehme ich die Abschwitzdecke her, lege sie über Grey Love und reite sie trocken . Trotz der Kälte die hier herrscht, schwitzen wir beide sehr.



    Als wir nach insgesamt 75 Minuten inkl. Aufwärmen und Trockenreiten fertig sind gehen wir wieder zurück in den Stall. Ich sattle sie ab, bürste nochmal über das Pferd und führe sie in die Box. Zum Schluss gebe ich ihr den Rest des 1kg Karotten Sackes und verabschiedete mich von ihr.



    arialIch öffne Caletta die Boxentür gehe dannach zu Calacirya und spaziere mit beiden hinaus.

    Ich nehme Calacirya am lockeren Führstrick und Caletta latscht langsam hinterher.

    Wir gehen am Hof fünf Runden und gehen anschließen auf die Koppel. Ich lasse beide für knapp eine halbe Stunde auf der Koppel wild umherlaufen. Dannach nehme ich Calacirya wieder an den Führstrick und gehe wieder in Richtung Stall. Ich stelle wieder beide Pferde die die Box und hole anschließend die Fellbürste von Caletta. Als ich sie gefunden habe, gehe ich in ihre Box und säuberte Sanft ihr Fell.

    Dannach gebe ich ihr ein paar Streichel und Knuddeleinheiten und verabschiede mich für heute.

    [color=rgb(37,37,37)sans-serif© ImAscheregenarial



    arialWährend Sabrina sich um die Stuten kümmerte, machten Kimi und ich uns auf den Weg wohinauchimmer. Er meinte nur frech, er hätte eine Überraschung für mich. Naja, ich war zwar nicht scharf auf Überraschungen, aber was sollte ich machen?

    arialDie Fahrt kam mir ewig vor, ich wusste tatsächlich nicht, wie lange wir gefahren waren, aber plötzlich fuhr Kimi rechts ran, schaltete den Motor aus und reichte mir einen Schal.

    arial„Augen verbinden“, grinste er breit.

    arial„Mensch du, was wird denn das hier?“ Halb lachend, halb verwirrt, nahm ich den Schal und band ihn mir um den Kopf.

    arial„Du wirst schon sehen“, sagte er nur, startete den Motor wieder und es ging weiter.

    arialMit verbundenen Augen, verlor ich immer mehr die Orientierung, mal ging es rechts rum, mal links und mal eine ganze Weile nur geradeaus.

    arial„Sind wir bald da?“ Fragte ich einige Zeit später, langsam wurde ich ungeduldig, wollte aber auch unbedingt wissen, was es für eine Überraschung war.

    arial„Nicht mehr lange, gedulde dich“, gab Kimi trocken von sich.

    arialHm, ich hatte mir zwar mehr erhofft, aber ich musste mich wohl wirklich einfach gedulden. Nicht meine Stärke, aber ich hatte scheinbar keine Wahl.



    arialVielleicht 10 Minuten fuhren wir noch, dann hielt Kimi erneut an, schaltete den Motor aus und schnallte sich ab.

    arial„Schön sitzen bleiben und nicht gucken“, sagte er und ich hörte ihn aussteigen.

    arialWas wohl jetzt kam?

    arialEine gefühlte Ewigkeit hörte ich nichts, dann ging plötzlich eine Tür auf, Kimi nahm meine Hand und half mir beim Aussteigen. Unsicher lief ich neben ihm her, immer noch seine Hand haltend. Ein komisches Gefühl, nicht zu wissen, wo man war und was passierte. Vielleicht entführte er mich ja auch?! Quatsch, schnell verdrängte ich den Gedanken und konzentrierte mich wieder aufs Laufen.

    arialKimi blieb stehen und hielt auch mich auf.

    arial„Wir sind da“, sagte er leise, fast flüsternd. Ich versuchte etwas zu hören, aber nichts, nichtmal den Wind konnte ich wahrnehmen. Wo waren wir bloß?

    arialKimi trat hinter mich, löste den Knoten meiner Augenbinde und ließ den Schal langsam sinken. Kurz mussten sich meine Augen an das helle Licht gewöhnen, dann nahm ich eine wunderschöne Seenlandschaft wahr. Wir standen etwas erhöht, sodass man unendliche Kilometer weit schauen konnte.

    arialIch war so beeindruckt, dass ich im ersten Moment gar nicht wusste was ich sagen sollte. Ich stand einfach nur da, ließ zu, dass Kimi die Arme um mich legte, ließ zu, dass er sich an mich schmiegte, ich ließ einfach alles zu!

    arial„Ich wollte dir zeigen, wie wunderschön Finnland ist und was es noch alles für dich bereit hält“, flüsterte er mir ins Ohr. Mir wurde heiß und kalt zugleich, meine Stimme war versiegt, ich hatte das Gefühl, mein ganzer Körper wäre gelähmt. Ich war froh, dass Kimi mich hielt, sonst wäre ich wahrscheinlich einfach zu Boden gesunken.

    arial„Genieß' es einfach“, flüsterte er und so standen wir einfach nur da....



    arial[Fortsetzung folgt
  14. arialIn der Früh machte ich mit heute auf den Weg zu Sarah. Sie hatte mich vor einigen Tagen angerufen und mich gebeten, nach den Hufen ihrer Pferde zu schauen.

    arialGut gelaunt fuhr ich die Einfahrt entlang und sah Sarah bereits bei den Pferden in einem der kleinen, gemütlichen Offenställe. Als sie die Motorgeräusche wahr nahm, drehte sie sich um und winkte mir lächelnd zu. Kurz hob ich auch meine Hand, dann stellte ich rasch meinen Wagen ab, schnappte mir meine Sachen und lief zu der jungen Frau hinüber.

    arial„Guten Morgen“, rief Sarah, ehe ich sie erreicht hatte. Geschwind schlüpfte sie durch den Zaun und kam mir einige Schritte entgegen.

    arial„Guten Morgen“, begrüßte ich sie ebenfalls und versuchte ihr meine Hand entgegen zu strecken.

    arial„Komm ich nehm dir was ab“, kam Sarah mir zu Hilfe und nahm sich den Werkzeugkoffer, den ich unter dem Arm geklemmt trug.

    arial„Danke“, sagte ich erleichtert und schüttelte der jungen Frau nun die Hand.

    arial„Wir gehen hier rüber“, deutete Sarah auf einen Anbindeplatz. „Dort haben wir Platz und ruhig ist es noch dazu, vor allem bei Storm wird das wichtig sein.“

    arialMir wurde bereits berichtet, dass Stormbringer als halbwilder Hengst aus Dublin hierher kam und noch nie in seinem Leben bei einem Hufschmied war. Kein Problem, dachte ich, wurde aber später noch vom Gegenteil überzeugt.

    arial„Wir fangen mit Storm an, ja?“ Sarah riss mich aus meinen Gedanken. „Ich hole ihn schon mal her, dann kannst du alles vorbereiten.“

    arialIch nickte nur stumm und war gespannt auf den jungen Hengst, den Sarah nun behutsam aus dem Offenstal führte.

    arialEin hübscher Apfelschimmel, mit kleinem, frechen Kopf spitze aufmerksam die Ohren, als er mich entdeckte. Er schien Sarah zu akzeptieren, doch dass das Vertrauen noch nicht so groß war, kam zum Vorschein, als der Hengst einige Meter von mir entfernt stehen blieb.

    arial„Komm mein Junge, dir passiert nichts“, versuchte Sarah, mit ein paar Leckerlis in der Hand, Storm zum weitergehen zu überreden. Ein paar zaghafte Schritte traute das Pony sich vor, blieb dann aber erneut stehen.

    arial„Ich denke, hier ist es schon gut, ich wollte ihn sowieso noch nicht anbinden, dass kennt er noch nicht“, sagte Sarah etwas verlegen und lächelte.

    arial„Gerne“, nickte ich und suchte aus meiner Tasche einen leckeren, glänzenden Apfel, den ich extra für den jungen Hengst mitgenommen hatte. „Schau mal“, sagte ich leise und streckte meinen Arm aus, während ich vorsichtig auf Storm zu ging. Seine Augen leuchteten, er fixierte den Apfel, beobachtete mich aber trotzdem ganz genau.

    arialSchon nach recht kurzer Zeit konnte ich so nah an den Hengst treten, dass er mir mit gestrecktem Hals den Apfel von der Hand nahm.

    arial„Das ist lecker, nicht wahr?“ Sarah krauelte ihm die Ohren, während ich mich langsam weiter näherte. Storm war sehr angespannt, jederzeit bereit zur Flucht, so wie er es in seiner alten Heimat wohl oft getan hat.

    arialDoch heute schien er zu verstehen, dass ich ihm nichts Böses wollte. Ich wechselte einen kurzen Blick mit Sarah, die lächelnd nickte und Storm mit Leckerlis ablenkte. Ich nutzte meine Chance und trat vorsichtig neben das rechte Vorderbein und berührte dieses behutsam. Der Hengst zuckte zusammen, wich erschrocken einige Schritte zur Seite, war aber glücklicherweise noch immer auf Sarahs Leckerlis konzentriert.

    arialDer zweite Versuch, den ersten Huf anzuheben, zeigte mehr Erfolg. Zwar schnappte Storm kurz nach mir, Sarah konnte ihn aber davon abhalten, mich auch zu erwischen.

    arialOhne groß zu zögern, säuberte ich den Huf, schnitt die Hufwand und die Trachten kürzer und bearbeitete rasch den Strahl. Vorsichtig ließ ich den Huf runter und entfernte mich einige Schritte.

    arialIch betrachtete den Huf und sagte dann: „Ich denke, das Raspeln auf dem Bock lassen wir heute mal ausfallen. Die Hufe haben so schon eine recht passable Form und beim nächsten Besuch können wir dann versuchen, ihm den Hufbock schmackhaft zu machen.“ Sarah nickte und schien ebenfalls erleichtert zu sein, dass wir, aber vor allem Storm, diese Strapazen nicht auf uns nehmen mussten.

    arialDie anderen drei Hufe verliefen ählich wie der erste: Zuerst versuchte der Hengst nach mir zu schnappen, ließ dann aber die Behandlung über sich ergehen.

    arial„Super“, lobte ich Storm, nach erfolgreichem Ausschneiden. „Hast es ja doch überlebt.“ Lachend holte ich einen weiteren Apfel aus meiner Tasche und näherte mich dem Pony wieder vorsichtig. Ohne Anstalten nahm er das Leckerli und kaute genüsslich auf dem saftigen Apfel.

    arial„Gut, ich bringe ihn eben zurück in den Stall und hole direkt den nächsten“, lächelte Sarah, während sie sich auf den Weg zum Offenstall machte.



    arialDer Falbhengst Wishing Well stand als nächstes auf der Liste. Sarah band ihr Pony am Anbindeplatz an, lächelte mir zuversichtlich zu und sagte: „Wish ist das genaue Gegenteil von Storm, er kennt den Hufschmied und hat keinerlei Probleme ruhig zu bleiben.“

    arialIch war tatsächlich erleichtert, dass nicht wieder ein solch anstrengendes Pferd vor mir stand, obwohl Storm ja gar nichts dafür konnte, er hatte einfach noch nicht gelernt, dem Menschen zu vertrauen.

    arialWährend ich ein Leckerli aus meiner Tasche zauberte und dem Hengst einige Schritte näher trat, spitzte er aufmerksam die Ohren und hatte einen frechen, wobei, eher bettelnden Blick drauf.

    arial„Schau mal was ich dir mitgebracht habe“, begrüßte ich Wish nun und gab ihm sein Begrüßungsleckerli. Zufrieden kauend, wandte er sich ab, als wolle er sagen 'Ok, du hast Futter, dann darfst du auch an meine Hufe'. Sarah und ich mussten im gleichen Moment anfangen zu lachen.

    arial„Das ist ein Schlumpf“, sagte die junge Frau und strich dem Hengst über seine kurze Stehmähne.

    arial„Gut Wish, darf ich also anfangen?“ Grinsend schaute ich ihn an. Als keine Reaktion kam, nahm ich mir den ersten Huf vor, betrachtete diesen erst einmal und stellte fest, das die Füße des Hengstes noch recht gut aussahen, sie nur etwas gekürzt werden mussten.

    arialVoller Tatendrang machte ich mich also daran, mit dem Hufmesser das überschüssige Horn zu entfernen. Wie bereits von Sarah erwähnt, stand Wish, beinahe wie eine Statue, still. Ohne Probleme konnte ich alle vier Hufe auf die richtige Länge bringen, die Form war sowieso noch gut.

    arialDamit war Wish aber noch nicht befreit. Einen Rennpferdebeschlag mit Stollen sollte der Hengst noch bekommen, was auch, wie zu erwarten, keine Probleme bereitete.

    arialBevor ich die Eisen, welche aus Aluminium bestanden, zum Anpassen erhitze, suchte ich die richtige Größe für das Connemara Pony heraus. Mit dem glühenden Eisen trat ich an den Vorderhuf, welchen Sarah hielt und drückte es kurz, aber fest auf das Horn. Weißer Rauch und ein beißender Geruch stieg empor, während sich das Eisen ein Bett in das Horn brannte. Wish konnte das nicht beeindrucken, geduldig wartete er, bis Sarah den Huf runter ließ und ich das Eisen auf dem Amboss in die richtige Form brachte.

    arialDie Stollen konnten später nach Belieben an- und abgeschraubt werden, vor allem für die Pferderennen auf Schnee waren diese besonders wichtig.

    arialDas Festnageln des ersten Eisens verlief problemlos, sodass es dann mit dem nächsten weiter ging. Wish verhielt sich die ganze Zeit über ruhig und sehr geduldig, auch als ich das Eisen am rechten Hinterhuf zweimal anpassen musste.

    arial„So ein braver Junge“, lobte ich den Hengst, nachdem er mit den neuen Eisen ausgestattet war.

    arial„Der Nächste ist auch ein ganz Lieber“, lächelte Sarah und band Wish los. „Ich bin sofort wieder da.“ Mit dem Hengst an der Seite marschierte sie wieder zum Stall und kam kurz darauf mit dem nächsten Pferd zurück.



    arial„Das ist Moon, der Vater von Wish“, stellte die junge Frau mir den hübschen braunen Connemara Hengst vor, während sie ihn sicher am Anbindeplatz anband.

    arial„Guten Morgen“, sanft streichelte ich Moon über die Nüstern. „Fast noch hübscher als sein Sohn“, grinste ich Sarah an.

    arial„Er ist ein Traumpferd, das kannst du dir gar nicht vorstellen“, erwiederte meine Kundin stolz und lachte.

    arialIch nickte, wand mich dann aber wieder dem Pferd zu, um zuerst die Hufe zu beurteilen.

    arialDer erste Eindruck war nicht schlecht, die Hufe hatten eine schöne Form und Moon hatte keinerlei Fehlstellungen. Nur die Länge gefiel mir nicht ganz, also griff ich nach meinem Hufmesser, hob den ersten Huf an und kürzte diesen. Ruhig stand der gut bemuskelte Moon neben mir, Interssierte sich aber nicht weiter dafür, was ich machte.

    arialNicht viel Zeit verging, da waren auch schon alle vier Hufe wieder auf der richtigen Länge. Moon war, neben Wish, das einzige Pferd, welches heute einen Beschlag bekam. Allerdings einen normalen Stahlbeschlag und auch nur an den Vorderhufen.

    arial„So kleiner Mann“, sagte ich, strich dem Hengst über den Hals und wandte mich dann dem Schmiedeofen zu. Rasch war das erste Eisen glühend heiß und während Sarah den Huf hielt, passte ich den Beschlag an diesen an. Moon wackelte etwas mit den Ohren, blieb aber ansonsten vollkommen entspannt.

    arial„Wenn doch alle Pferde so brav wären“, lachte ich und bearbeitete zeitgleich das Eisen auf dem Amboss.

    arial„Wenn jeder seine Pferde behutsam daran gewöhnen würde, wäre das sicher auch kein Problem“, entgegnete Sarah, die ihrem Hengst die Stirn krauelte.

    arial„Ja das hast du recht, Geduld ist wohl das Wichtigste bei der Pferdeerziehung“, stimmte ich Sarah zu und kühlte das passende Eisen im Wasser ab.

    arialMit mehreren Nägeln befestigte ich es dann am rechten Vorderhuf und fuhr direkt mit dem zweiten und letzten Eisen fort.

    arial„Super gemacht“, lobte ich Moon, nachdem auch der linke Vorderhuf mit einem Eisen versehen war. „Dann darfst du jetzt zurück in den Stall.“

    arialSarah nickte lächelnd, während sie den Hengst losband und zu seinen Freunden brachte.



    arialDie 7-Jährige Stute Kürbis wurde mir als nächstes von Sarah gebracht.

    arial„Kürbis ist eigentlich eingetragen als braune Stute, aber sie macht ihrem Namen alle Ehre“, erklärte mir die junge Frau, während sie die Stute, welche tatsächlich leicht orange schimmerte, anband.

    arial„Hallo Kürbis“, begrüßte ich die Stute grinsend, während ich ihr ein Leckerli zusteckte und mir ihre Hufe ansah.

    arialGesundes, hartes Horn erwartete mich, als ich den ersten Huf anhob und den Strahl betrachtete. Sehr gut gepflegt, alles tip top, nur ein bisschen zu lang.

    arialKürbis war weniger begeistert von meinem Besuch, legte sich doch die Ohren an, als ich erneut ihren Huf anheben wollte.

    arial„Eine kleine Zicke“, lachte ich und startete den nächsten Versuch, den zweiten Huf auszuschneiden. Zwar war die hübsche Stute wieder nicht begeistert, ließ sich aber trotzdem brav den Huf kürzen.

    arialKnappe 10 Minuten später stand Kürbis auf ordentlichen, gut gepflegten Hufen und hatte es für heute geschafft.

    arial„Eigentlich bist du doch eine ganz Liebe, nicht wahr?“ Lächelnd gab ich dem Pony zum Abschied erneut ein Leckerli, anschließend brachte Sarah sie fix zurück in den Stall.



    arialNach den 4 Ponys kam nun ein etwas größeres Kailber auf mich zu. Sarah band den mächtigen Friesen an und erklärte: „Das ist MorrigansCall, allerdings wird er nur Call gerufen. Er ist artig, allerdings solltest du ihm nicht über den Widerrist streichen, dort hatte er eine große Wunde als Fohlen und ist besonders empfindlich.“

    arial„Alles klar“, nickte ich und betrachtete zu Anfang die Hufe, welche eine schöne Form hatten, jedoch in der Länge nicht optimal waren.

    arialBevor ich jedoch mit dem Ausschneiden begann, begrüßte ich den großen Hengst erst einmal.

    arial„Hallo Call“, sagte ich leise. „Magst du ein Leckerli haben? Ich glaube schon. Ich werd auch ganz vorsichtig mit dir sein.“ Neugierig beobachtete der Rappe mich, während ich in meiner Tasche kramte und kurz darauf ein Leckerli rauszog. Etwas schüchtern nahm er es sich von meiner Hand und kaute zufrieden.

    arialLächelnd trat ich an sein Vorderbein und hob den Huf hoch. Ohne zu zögern gab er mir diesen und stand brav still. Sarah krauelte ihn unterdessen hinter den Ohren.

    arialMit dem Hufmesser entfernte ich zunächst das überschüssige Horn an Hufwand und Trachten, anschließend platzierte ich den Huf auf dem Bock und raspelte von außen die Hufwand schön glatt. Rasch war auch der Strahl korrigiert, sodass ich den Huf absetzte und Call lobte.

    arialNach nur kurzer Zeit hatte ich auch die anderen drei Hufe bearbeitet, sodass der hübsche Friese für heute alles geschafft hatte.

    arial„Wieder so ein braves Pferd“, lachte ich, während ich Call noch ein Leckerli gab und Sarah ihn dann zurück in den Stall brachte.



    arialNach dem Großen, führte Sarah nun wieder eine kleine Connemara Stute und band sie an. „Das ist Willow Maiden, sie ist ebenfalls eine ganz artige“, lachte meine Auftraggeberin und klopfte ihrem Pony den Hals.

    arialAuch ich näherte mich der Stute nun und machte mich mit ihr bekannt. Neugierig streckte sie mir ihre Nüstern entgegen und schnaubte leise. „Schau mal“, sagte ich, während ich ein Leckerli aus meiner Tasche holte. „Du magst sicher auch Eins haben.“ Mit ihren weichen Lippen schnappte Willow sich das Leckerli und zerkaute es genüsslich.

    arialWährendessen betrachtete ich schon mal die Hufe, konnte dabei aber nichts Ungewöhnliches feststellen, sodass ich mir direkt den ersten Huf nahm und mit dem Kürzen begann. Wie bereits erwähnt, machte die Stute keine Zicken und ließ mich brav meine Arbeit machen.

    arialEs verging nicht viel Zeit bis ich beim letzten Huf angelangt war. Dort verfuhr ich wie bei den Hufen zuvor: Zuerst kürzte ich Hufwand und Trachten auf die optimale Länge, anschließend raspelte ich den Huf rund und korriegirte dann den Strahl.

    arialWillow machte alles brav mit und durfte dann zurück in den Stall.



    arial„Fast geschafft“, lachte Sarah. „Drei nurnoch und jetzt ist diese hübsche Dame an der Reihe: Scylla.“

    arialDie Schimmelstute beäugte mich neugierig und freute sich über die kleine Leckerei, die ich ihr zur Begrüßung zusteckte.

    arialOhne groß Zeit zu verlieren, ich war immerhin schon fast 2 Stunden mit den Pferden beschäftigt, begann ich mit den Hufen. Wie auch bei den anderen Ponys, schaute ich mir die Hufe von Scylla an, um eventuelle Auffälligkeiten festzustellen. Es war allerdings alles in Ordnung, sodass ich mir mein Hufmesser nahm und nacheinander alle vier Hufe auf die richtige Länge brachte.

    arialDabei verhielt sich das Connemara Pony sehr vorbildlich und ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Nur eine Pfütze, die etwas abseits war, beobachtete sie mit wachsamen Augen, man könnte fast meinen, sie hätte Angst, das sie angegriffen werden könnte.

    arialLachend verabschiedete ich mich von Scylla, als ihre Hufe fertig waren und räumte ein wenig meine Sachen auf.



    arialIn der Zwischenzeit holte Sarah das vorletzte Pferd, einen hübschen Araberhengst und band ihn am Anbindeplatz an. Lächelnd sah Sarah mich an: „Bist du etwa schon müde? Hast es ja bald geschafft und die letzten beiden sind auch wirklich artig.“

    arial„Ja, so langsam schwindet mir die Kraft“, grinste ich. „Aber auch die Letzten schaffe ich jetzt noch.“

    arialGolden River, der Araber, schaute mich neugierig an und schien etwas zu erwarten. „Na, du kriegst doch auch ein Leckerli“, sagte ich liebevoll und steckte dem Hengst einses zu.

    arialDann machte ich mich daran, die Hufe zuerst zu beurteilen und sie dann ausszuschneiden. Brav stand der Hengst still, während ich den ersten Huf anhob und mit dem Hufmesser das Horn kürzte. Mithilfe der Raspel und dem Hufbock feielte ich den Huf von außen schön rund und in eine gute Form. Schließlich korrigierte ich noch den Strahl, dann war der erste Huf fertig und es ging weiter.

    arialRasch waren auch die anderen drei Hufe nach dem gleichen Prinzip bearbeitet und River bekam für sein gutes Verhalten erneut ein Leckerli.

    arial„Schau, jetzt fehlt nurnoch einer“, sagte Sarah mitfühlend, während sie den Araber losband und zurück zum Stall führte.



    arialDer Letzte für heute war wieder ein Connemara Hengst. Sarah band den 7-Jährigen an und sagte: „Das ist Varulv, er ist manchmal etwas frech, aber anstonsten ganz artig.“

    arialLangsam trat ich auf den Hengst zu und begrüßte ihn mit einem Leckerli: „Hallo Hübscher, geht’s dir gut?“ Ich bekam natürlich keine Antwort, aber das Leckerli nahm Varulv gerne an.

    arialIch schaute mir die Hufe des Rappen an, er hatte zwei helle und zwei dunkle. Gut gepflegt sahen sie aus, könnten nur ein Stück kürzer, aber dafür war ich ja heute da. Sanft hob ich den ersten Huf an und begann mit dem Hufmesser das alte, überschüssige Horn zu entfernen. Brav stand Varulv dabei still, auch als ich seinen Huf auf dem Bock platzierte und raspelte, schaute er nur neugierig zu.

    arialIch fuhr mit dem nächsten Huf fort und rasch waren alle vier Hufe wieder optimal versorgt.

    arial„Super, wir habens geschafft“, lachte ich und legte mein Werkzeug zur Seite.

    arial„Ja und so viele waren es ja nun auch nicht“, grinste Sarah, während sie Varulv losband und schnell zurück in den Stall brachte.



    arial„Ich helfe dir noch, deine Sachen zum Auto zu bringen“, sagte Sarah, als sie vom Stall zurückkehrte. Gemeinsam packten wir mein Werkzeug zusammen, brachten es zum Auto, wo ich alles sicher verstaute.

    arial„Vielen Dank für deinen Besuch, ich bin wirklich zufrieden“, bedankte sich die junge Frau, ehe wir uns verabschiedeten und ich mich auf den Weg nach Hause machte.



    arialMüde kam ich auf Unelma Hevonen an, doch zum Ausruhen blieb keine Zeit: Lina würde bald aus Deutschland eintreffen, zu Weihnachten hatte sie mir zwei Pferde geschenkt, die heute eintreffen sollten.

    arialZuerst verstaute ich aber meinen Hufschmied Kram und schaute dann in die Ställe, ob alles in Ordnung war. Calistas Box war noch immer leer, jeden Tag stieg die Spannung, wann sie wohl wiederkommen würde.

    arialIch hörte ein Auto und lief, ja rannte beinahe aus dem Stall. Lina war da!

    arialKaum war sie ausgestiegen, fiel ich ihr um den Hals: „Hey, wie war die Fahrt? Geht es dir gut? Und den Pferden? Ich kann es kaum erwarten!“

    arialEtwas überrumpelt und müde blickte sie mich an: „Hey, danke mir geht’s gut, den Pferden auch soweit, sie fanden die Fahrt zwar nicht grade toll, aber jetzt sind sie ja da!“

    arial„Komm, wir holen sie raus. Mensch bin ich glücklich, ich freu mich so!“

    arialRasch öffneten wir den Hänger und holten die beiden ingleichen Pferde raus.

    arialDa war einmal Brave, ein toller, wahnsinnig schöner Tinkerhengst und zum Anderen, der kleine Shettyhengst Dave. Ich kannte ihn bereits und war überglücklich, als ich erfahren hatte, dass Lina ihn mir schenkte.

    arial„Ich denke, die beiden wollen erstmal laufen, drei Tage auf dem Hänger, da hat sich viel Energie angesammelt. Können wir sie auf die Weide lassen?“ Lina hielt den kleinen Dave, während ich Brave am Strick hatte.

    arial„Ja, die anderen beiden Hengste sind im Stall“, nickte ich und marschierte vor, zur Hengstweide.

    arialGrade hatten wir die Stricke von den Halftern gelöst, da galoppierten die beiden Pferde auch schon los. Ein herrliches Bild, der kleine und der Große. Die beiden kannten sich noch nicht, mussten sich aber zwangsweise auf der Fahrt arrangieren. Brave platze fast vor Energie und konnte gar nicht aufhören zu laufen, alles war neu, alles war Interessant und alles musste genau erkundet werden.

    arialLina würde eine Nacht bleiben, dann musste sie zurück nach Deutschland, ihre Pferde warteten dort auf sie.

    arial„Lassen wir sie erstmal toben, du hast sicher Hunger?“ Ich zeigte Lina den Weg zum Haus, wo wir uns in die Küche zurück zogen.

    arial„Oh ja, wenn du was hast, wäre das super“, nickte meine Freundin.

    arial„Klar, ich mach uns schnell was“, erwiderte ich und begann zu Kochen.

    arialWährend dem Essen unterhielten wir uns über Verschiedenes, vor allem aber bedanke ich mich gefühlte 100 Mal.



    arialEs war später Nachmittag, als wir uns erneut zur Weide aufmachten, um die beiden Hengste das erste Mal in ihren neuen Stall zu bringen. Lina nahm Dave und ich Brave. Die beiden kamen in die Boxen auf der linken Seite, gegenüber von Monster und Heat.

    arialAufgeregtes Schnauben und Scharren kam auf, als wir den Stall betraten und die Neuankömmlinge in ihren Boxen unterbrachten.

    arialEs würde sicher ein paar Tage dauern, bis sie alle zusammen auf die Weide gehen konnten, aber ich war zuversichtlich, dass sie schnell eine Rangordnung festlegen würden.



    arialKurzfristig hatte ich mich bereit erklärt, noch einen Auftrag am heutigen Tag zu erledigen. Es ging zu Eddi, welche einige Pferde hatte, die Beschlagen werden sollten. Ich machte mich also rasch auf den Weg, da es mittlerweile dunkel geworden war.

    arialEine junge Frau winkte mir lächelnd entgegen, ich erkannte sie sofort, parkte meinen Wagen und begrüßte Eddi, die auf den Parkplatz gekommen war.

    arial„Hey, vielen Dank, dass du jetzt noch gekommen bist, das wäre wirklich nicht nötig gewesen“, sagte sie.

    arial„Für dich würde ich wahrscheinlich auch mitten in der Nacht aufstehe“, erwiderte ich lachend. „Dann lass uns mal keine Zeit verlieren und direkt anfangen.“

    arialEddi nickte verlegen und half mir meine Sachen zum Stall zu bringen.

    arial„Gut“, sagte sie, nachdem alles am beleuchteten Anbindenplatz war. „Dann hole ich mal den Ersten.“

    arialNur wenige Sekunden später, wurde mir ein hübscher Criollohengst als 'Campéon' vorgestellt. Er schien etwas verwirrt, dass so spät noch jemand zu Besuch kam, ließ sich aber dennoch artig anbinden.

    arialSchöne, ordentlich gepflegte Hufe sprangen mir sofort ins Auge.

    arial„Da muss ja fast nichts gemacht werden“, lachte ich, nahm aber trotzdem den ersten Huf an und schnitt das Horn etwas kürzer, außerdem musste der Strahl etwas korrigiert werden.

    arialDann ging es rasch ans Beschlagen. Campéon bekam, wie auch die anderen, noch folgenden Pferde, einen besonderen Slidingbeschlag. Dieser wurde nur an den Hinterhufen angebracht und ermöglicht dem Pferd, fast wie auf Kufen, zu rutschen.

    arialBrav ließ der Hengst sich die beiden Eisen anpassen und festnageln. Ideralerweise sollte vorne kein Beschlag erfolgen und da Campéons Hufe sehr gut aussahen, war das auch nicht notwendig. Er hatte es also geschafft und durfte zurück in seine Box.



    arialSchneeleopard, ebenfalls ein Criollohengst, war als nächstes an der Reihe. Gleiches Programm, anderes Pferd.

    arialKurz begrüßte ich den Tigerschecken, machte mich dann aber rasch ans Ausschneiden der Hufe. Hier musste etwas mehr vom Horn weggenommen werden, als bei Campéon, aber das war nichts Weltbewegendes.

    arialWährend ich die Hufe bearbeitete, döste Schneeleopard vor sich hin und ließ sich nicht davon stören, dass ich an seinen Hufen rumwerkelte.

    arial„Westernpferde“, lachte ich über die Gelassenheit des Hengstes, während ich mir zwei Slidingeisen zurechtlegte. Schneeleopard hatte ebenfalls gute Hufe, sodass wir die Vorderhufe unbeschlagen lassen konnten.

    arialOhne mit der Wimper zu zucken ließ der der Criollo sich die beiden Eisen an die Hinterhufe anpassen, sowie festnageln. Während des Anpassen der heißen Eisen ging Eddi mir zur Hand, ansonsten hielt sie sich eher im Hintergrund. Auch sie schien etwas müde zu sein. Ich war es auch.

    arialKurz musste Eddi den Hengst anstupsen, bevor sie ihn in den Stall zurück brachte. „Alle schon am Schlafen“, lachte sie und verschwand im Gebäude.



    arialSie kam zurück und führte dieses Mal einen verschlafend guckenden Mustanghengst. „Hidalgo lag schon, der Arme musste jetzt extra nochmal aufstehen“, grinste Eddi frech, während sie den Schecken anband und ihm den Hals klopfte.

    arialNachdem ich mich mit ihm bekannt gemacht hatte, betrachtete ich zuerst die Hufe und begann anschließend mit dem Ausschneiden. Wie auch seine Vorgänger, stand er gelassen da und döste.

    arialEs dauerte nicht lange bis alle Hufe wieder ordentlich zurecht gemacht waren, sodass wir rasch mit dem Beschlagen anfingen.

    arialWie sollte es anders sein, bekam auch Hidalgo einen Slidingbeschlag für die Hinterhufe. Vorne blieb er ebenfalls barhuf, ich sah kein Problem daran. Beim Anpassen und befestigen der beiden Eisen blieb der Hengst ruhig stehen und wartete geduldig ab, bis er wieder in den Stall durfte, weiter schlafen.

    arial„Hast es doch schon geschafft“, sagte ich zu dem missmutig drein schauenden Hidalgo, nachdem die Eisen sicher am Huf waren. „Du darfst wieder ins Bett!“



    arialDer letzte für heute war Call me a Twist, ein Painthengst, der ebenfalls nicht begeistert von dem abendlichen Hufschmiedbesuch zu sein schien.

    arial„Es dauert wirklich nicht lange“, lachte ich, während ich dem Hengst ein Leckerli zusteckte.

    arialSogleich fing ich mit dem Ausschneiden an, indem ich zuerst die Hufwände und Trachten kürzte, anschließend die Hufe nacheinander auf dem Hufbock platzierte und sie mit der Raspel ordentlich in Form brachte.

    arialBrav ließ Twist sich nun die Eisen anpassen. Erneut half Eddi mir dabei, indem sie den Huf hochhielt, während ich das heiße Eisen anpasste. Auch das brachte den Hengst nicht aus der Ruhe, er wartete scheinbar nur darauf, dass wir endlich fertig wurden.

    arialEs dauerte nicht lange, bis die beiden Eisen an den Hinterhufen befestigt waren und ich mich von dem Painthengst verabschieden konnte.

    arialRasch brachte Eddi ihn zurück in seine Box, während ich meinen Kram zusammenpackte und im Auto verstaute.

    arial„Ich weiß gar nicht, wie ich mich bedanken soll, dass du um diese Uhrzeit noch gekommen bist“, sagte Eddi, nachdem sie aus dem Stall zurückgekehrt war.

    arial„Ach, du“, erwiderte ich. „Das ist wirklich kein Problem.“

    arialWir verabschiedeten uns und während ich langsam vom Hof rollte, winkte die junge Frau mir noch hinterher.
  15. arialJetzt, kurz vor Weihnachten, war fast der gesamte Schnee schon wieder geschmolzen. Der Hof sah trübe aus, überall waren schmutzige Pfützen und auch die Koppeln waren eine einzige Katastrophe. Der Himmel war dunkel und man hatte das Gefühl, der Tag würde gar nicht richtig in die Hufe kommen.

    arialAuf dem Weg zu den Hengsten kam mir Kimi entgegen. Grinsend begrüßte er mich: „Guten Morgen! Schönes Wetter, nicht wahr?“

    arial„Morgen,“ sagte ich betrübt. „Der Schnee war mir lieber. Dieses Matschwetter kann ich gar nicht leiden.“

    arial„Bist du heute den ganzen Tag auf dem Hof“, fragte Kimi, während er mir in den Stall folgte. Wir halfterten die beiden Hengste auf und brachten sie auf die Weide.

    arial„Nein, ich muss heute einmal zu Eddi, zwei Pferde beschlagen. Aber ansonsten bin ich da. Wieso fragst du?“ Skeptisch stiefelten Monster und Heat durch den Matsch, auch sie schienen nicht begeistert von diesem Wetter zu sein.

    arial„Ach ich frag nur so“, lachte Kimi, als wir auf dem Weg zu den Stuten und Hunter waren.

    arialIch legte den Kopf schief und zog die Augenbrauen hoch: „Du fragst doch nicht nur so.“

    arialWährend ich Summer und Grey nahm und Kimi Cala mit dem Fohlen, stammelte er: „Ja, naja, ich dachte, wir könnten heute zusammen reiten, in der Halle oder ins Gelände.“

    arialEin leichtes Grinsen zeichnete sich auf meinem Gesicht: „Das können wir machen. Ich wollte heute mit Summer etwas arbeiten, sie braucht mal wieder was zu tun. Eigentlich muss Cala auch mal wieder bewegt werden, aber sie schummelt sich ja mit dem Fohlen aus dem Training. Dann könntest du Grey reiten. Ist das ok?“

    arialWährend wir als letztes noch Hunter zur Weide führten, nickte Kimi zustimmend mit dem Kopf.

    arial„Dann wollen wir mal schauen, wie die Stuten dich finden“, streichelte ich dem Wallach über den Hals. Kimi öffnete das Tor und ich ließ den Braunschecken vom Strick. Mit gespitzten Ohren sahen die Stuten ihm entgegen, Summer grummelte leise. Etwas unsicher blickte Hunter sich um, trabte dann aber freudig zu den anderen Pferden. Als erstes traf er auf Cala.

    arial„Ai, das kann ja was werden“, sagte ich bedenklich, Cala war schließlich die Ranghöchste und hatte auch noch ein Fohlen zu verteidigen.

    arialVorsichtig beschnupperte Hunter die Stute. Blitzschnell stampfte Cala mit dem Vorderhuf auf, schmiss den Kopf hoch und quietsche bedrohlich. Erschrocken wich der Wallach einen Schritt zurück, konnte es aber nicht lassen, nochmal nachzufragen. Er traute sich einige Schritte vor, musste dann aber feststellen, dass mit Cala nicht zu spaßen war. Mit angelegten Ohren quietschte sie und schnappte nach Hunter. Dieser hatte verstanden und wandte sich ab.

    arial„Ich glaube, hier wird nicht mehr viel passieren. Zumindestens hat er verstanden, dass Cala das sagen hat. Ich mache mich dann jetzt auf den Weg zu Eddi und wenn ich wieder kommen, reiten wir, ja?“

    arial„Alles klar, machen wir so“, nickte Kimi und lief dann zum Stall, um die Boxen auszumisten.



    arialMit allen Utensilien ausgestattet fuhr ich den bekannten Weg zu Eddi. Die beiden Pferde Fiebertraum und Success Story sollten mit einem Rennpferdebeschlag ausgestattet werden.

    arialWie immer wurde ich herzlich von Eddi empfangen, lächelnd führte sie mich zu den beiden Pferden. Die junge Frau holte zuerst Fiebertraum aus seiner Box. Der hübsche, schlanke Palominohengst musterte mich mit seinen frech leuchtenden Augen.

    arial„Hallo, du“, ich streckte dem Hengst meine Hand entgegen, neugierig beschnupperte er diese. An Eddi gewandt witzelte ich: „Noch ist er ja ganz artig.“ Mir wurde bereits berichtet, dass Fiebertraum manchmal etwas ungestüm werden konnte, aber wir würden das schon hinbekommen.

    arialWährend ich die Hufe des Hengstes kürzte, war noch alles in Ordnung. Zwar hampelte er etwas rum und schlug ab und an mit dem Schweif, aber alles noch im Rahmen.

    arialNachdem ich die Eisen rausgesucht und das erste erhitzt hatte, sah es schon etwas anders aus. Missmutig legte Fiebertraum die Ohren zurück und schlug sein Hinterbein unter den Bauch. „Alles gut“, beruhigte Eddi den Hengst und nickte mir zu, ich solle doch einfach anfangen.

    arialEinmal zog das Vollblut mir den Huf aus der Hand, ansonsten schaffte ich es aber, alle vier Eisen ordentlich an die Hufe zu nageln.

    arial„Gut, dann ist jetzt Success Story dran“, sagte Eddi, während sie den frisch beschlagenen Hengst zurück in seine Box stellte.

    arialDie Stute, welche Eddi nun zu mir brachte, beäugte mich scheu und blieb in sicherer Entfernung stehen. „Sie ist noch etwas schüchtern, aber wenn ich da bin, wird es schon gehen“, erklärte Eddi mir, während sie der Stute beruhigend über die Nüstern strich.

    arialNachdem ich mich eine Weile mit Success Story vertraut gemacht hatte, begann ich vorsichtig mit dem Ausschneiden. Sie war zwar ziemlich angespannt, ließ mich aber gewähren. So konnte ich die Hufwände kürzen, abrunden, die Trachten auf die optimale Länge bringen und den Strahl etwas bearbeiten.

    arialBeim Beschlagen war die Stute nicht mehr so kooperativ. Unruhig schlug sie mit dem Schweif und zog mir immer wieder den Huf aus der Hand. Mit ein paar Leckerlis und ganz vielen Streicheleinheiten versuchte Eddi sie so gut wie möglich abzulenken, was auch einen kleinen Erfolg zeigte. Zwar immer noch angespannt und unruhig, konnte ich nun aber die Hufe der Stute mit dem Rennpferdebeschlag versehen. Dieser war aus Aluminium und deshalb besonders leicht, um die Rennleistung des Pferdes nicht negativ zu beeinflussen.

    arialNach einer Weile hatte Success Story es endlich überstanden und war sichtlich erleichtert, als Eddi sie wieder in ihre Box brachte.

    arial„Haben wir es doch geschafft!“ Lächelnd packte ich meine Sachen zusammen. „Und so schlimm war es gar nicht.“ Eddi kam wieder aus der Box und stimmte mir nickend zu: „Ja das stimmt! Komm ich helf dir noch.“ Gemeinsam verstauten wir alles im Auto, dann verabschiedeten wir uns und ich machte mich auf den Weg nach Hause.



    arialIch stellte meinen Wagen neben dem von Kimi ab, stieg aus und lief direkt zum Stutenstall. Summer und Grey standen bereits blitzblank geputzt in ihren Boxen.

    arial„Na ihr Beiden! Dann wollen wir gleich mal ein bisschen was tun“, begrüßte ich die Stuten und machte mich auf die Suche nach Kimi.

    arialIch fand ihn natürlich da, wo ich als letztes nachsah: Still beobachtete er Hunter auf der Koppel.

    arial„Ey du!“ Lachend lief ich zu ihm rüber. „Komm wir wollen jetzt reiten, bald wird es schon wieder dunkel.“

    arial„Ja, ich bin bereit“, grinste er und rasch kehrten wir zum Stall zurück, wo wir Summer und Grey sattelten. Kimi konnte das mittlerweile alleine, er machte sich wirklich gut. Und auch sein reiterliches Können hatte sich stark verbessert. Zwar konnte er die Pferde noch nicht wirklich trainieren, aber sie bekamen Bewegung und hatten ihren Spaß.



    arialIn der Halle ritten wir die beiden Stuten erstmal ordentlich warm. Grade im Winter war das wichtig, aber wem erzähl ich das?

    arial„Du kannst Grey einfach in allen drei Gangarten bewegen, vielleicht erinnerst du dich ja auch an einige Bahnfiguren, die ich dir gezeigt hab“, grinsend sah ich ihn an.

    arial„Ich weiß noch alle“, sagte er stolz und vollführte sogleich einen Wechsel durch die ganze Bahn.

    arial„Super“, sagte ich lachend. „Dann kann ja nichts mehr schiefgehen!“

    arialWir vertieften uns beide in unsere Arbeit, sodass es ganz still in der Halle wurde. Am langen Zügel trabte ich Summer an und ritt, wie Kimi, einige große Wendungen und Bahnfiguren. Ich merkte deutlich, wie meine Stute sich allmählich entspannte und locker im Trab auf neue Anweisungen wartete. Ich nahm die Zügel etwas kürzer und sofort trat Summer an diesen heran und richtete den Hals auf. Sie war eine tolle Stute, nur manchmal etwas zu schreckhaft, was wir aber mit der Zeit sicher in den Griff kriegen werden.

    arialDie Galopphilfe nahm die Stute willig an und sprang sofort in einen schönen, raumgreifenden Galopp. Sie war zwar eher Distanzgeeignet, versuchte aber auch in der Dressur immer alles gut zu machen und ist dabei manchmal etwas zu eifrig.

    arialHeute allerdings wartete sie immer geduldig meine Hilfen ab und reagierte sofort auf diese.

    arialKimi alberte in der Zwischenzeit mit Grey rum. Er ritt quer durch die Halle und erklärte mir dann, was für eine Bahnfigur das sei und dass er sie grade erfunden hatte. Lachend sah ich ihm zu, während ich Summer trocken ritt. Er ritt nicht perfekt, ich würde sagen nicht mal gut, aber er war stets vorsichtig, um den Pferden nicht weh zu tun.

    arialNach insgesamt etwa einer Stunde stiegen wir von den Pferden und brachten sie in den Stall. Schnell waren sie versorgt, sodass wir anschließend die anderen Pferde noch von der Koppel holten. Kimi holte Monster und Heat, ich holte erst Hunter und dann Cala mit dem Fohlen.

    arialIch vermisste Calista, war aber dafür umso gespannter, wie es sich anfühlen würde, das erste Mal auf ihr zu sitzen. Außerdem war ich mir sicher, dass sie nirgends besser zum einreiten untergebracht sein könnte, als auf Heartland.

    arialNachdem wir alles kontrolliert hatten und Kimi sich auf den Heimweg gemacht hatte, ging ich ins Haus, aß rasch etwas zu Abend und ging dann relativ zügig ins Bett. Morgen würde wieder viel Arbeit auf mich warten.