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Wir drehen einen Film! - Teil 1

Geschrieben von Ravenna im Blog Caed Crevan. Ansichten: 233

(c) Ravenna 20.056 Zeichen



Zu sagen der Hof war gefüllt mit Menschen hätte das ganze noch…untertrieben – es war beinahe überfüllt! Nicht nur die ausgewählten mit ihren Pferden waren angereist, auch die ganzen Schauspieler zusammen mit ihnen LKW´s beladen mit allem möglichen und unmöglichen an Requisiten, Equipment und Kamerakräne. Es gab kaum einen Ort an dem nicht ein Trupp Menschen beisammen stand um etwas aufzubauen. Diese Gelegenheit jedoch hatte ich zugleich ergriffen – genau im Zentrum des Geschehens hatten wir einen Pferch aufbauen lassen, egal wer über den Hof ging, an diesem musste er definitiv vorbei. Mit einigen Mühen hatten wir den leicht sedierten Bucks nun in diesen Pferch gesetzt, sodass er sich an den Lärm und auch das Gewusel an Menschen um sich herum ertragen lernen musste. Während bereits vereinzelt immer wieder die Pferdelosen Szenen gedreht wurden, so beschäftigte ich mich bereits seit mehr als einer Woche mit den Pferden und Darstellern. Wir hatten Salera und ihren Hengst Smaug dazu auserkoren das Schlachtross des Gottes Odin zu spielen in den Phasen in denen der Schauspieler Gregory also nicht am Set war, nutzte er um sich mit dem Hengst bekannt zu machen. Beaufsichtigt wurde er dabei von einem der Trainer, die mit angereist waren, aber auch von Salera selbst die mächtig stolz auf ihren Hengst zu sein schien. Außerdem hatten wir noch sieben andere Darstellerpferde und ihre Besitzer zu uns eingeladen, darunter auch Peeta, den Hengst von Maren den ich erst kürzlich trainiert hatte im Springen. Durch einige Schwierigkeiten mit dem ehemaligen Besitzer, war der Hengst bei ihr in Gefahr, weshalb ich den Regisseur dazu ermutigt hatte den hübschen Braunfalben bei uns mit wirken zu lassen. Neben Peeta waren auch noch zwei andere mir bekannte Pferde gewählt wurden, die knuffige Islandstute Kempa sowie ein Moon Sohn namens Willo´the Wisp. Sogar die Criollostute von unserer Nachberin Flying Rook, war gewählt worden um in dem Film mit wirken zu können. Altair der Hengst von Gwen war mir ebenfalls geläufig gewesen, hatte ihn jedoch noch nicht in Natura gesehen. Aimiliani und Armani jedoch waren, zwei mir vollkommen unbekannte Pferde, die ich erst hier auf dem Hof kennengelernt hatte. Als ich jetzt so über den Hof schlenderte, kam ich mir beinahe vor wie beim Slalom, doch irgendwo genoss ich diesen Trubel auch – seit knapp zwei Tagen war auch Cayden wieder auf dem Hof. Dank der vielen Leute konnte ich ihm leicht aus dem Weg gehen. Auf dem großen Platz des Hofes erwartete mich eine neuerliche Trainingseinheit mit den Schauspielerinnen und den ihnen zugewiesenen Pferden. Jede der neun Frauen sollte eine der Walküren Odins darstellen, die nach einer Schlacht die ehrenvollen Krieger mit nach Walhalla führten. Zwar hatte der Regisseur bei der Auswahl der Frauen darauf geachtet, dass sie einiges an Reiterfahrung mit sich brachten, sodass die Reitdoubles nicht von Nöten sein würden. Damit sie sich jedoch an ihre zugewiesenen Pferde gewöhnen konnten, war hier dasselbe Prozedere wie auch bei Smaug – die Frauen halfen beim Putzen, dem Füttern , erhielten Einweisungen durch die Besitzer und durch mich und auch andere Trainer immer wieder „Reiteinheiten“, sowie Bodenarbeit.

Nun nach knapp drei Tagen war ich wieder einmal mit dieser Einheit an der Reihe, als ich endlich am Platz ankam begrüßten mich dort neun verschiedene Dreier-Teams, bestehend aus zwei Menschen und deren Pferd. In den Legenden hieß es die Walküren seien auf ihren feingliedrigen Ponys durch Asgard geritten – jene die länger unter Odin gedient hatten, waren im Stande ihre Pferde nur mit ihren Gedanken zu lenken. Selbiges hatte auch Theodor im Sinne gehabt, doch eigneten sich nicht alle der Pferde dafür im Trubel des Geschehens noch ohne Trense kontrollierbar zu sein. Vor allem nicht wenn der Hubschrauber über sie hinweg flog – es würde eine Szene geben in denen die Pferde in vollem Galopp hinter Odins hinterher mussten, das alles konnte schnell in einer Raserei enden. Der Stall jedoch war auch so etwas wie eine Hightech Anlage geworden – jeden Abend alle zwei Stunden starteten Schüsse, Knallwerk, Gewitter und auch der Motorenlärm für etwa eine Viertelstunde, setzte dann wieder aus um anschließend von neuem zu beginnen. Gegen Mitternacht jedoch verstummten die Geräte damit die Tiere eine gewohnte Nachtruhe verbringen konnten. Es war jedoch faszinierend zu beobachten wie bereits nach nur einer Woche alle Pferde sehr gelassen auf diese Methode reagierten. Zu den sowieso heran geschafften Pferden, die in einzelnen Szenen eine besondere Rolle spielen sollte, beherbergte der Hof und auch der unserer Nachbarin Siobhan, knapp 50 bis 60 andere Pferde unterschiedlichster Rasse und Größe. Ein gewaltiger Friesenhengst befand sich darunter, der auserwählt worden war um den Schauspieler der Hrodgar verkörpert zu tragen.

Meine Teams standen erwartungsvoll vor mir – heute sollten die Pferde erstmals ihre „Rüstungen“ kennenlernen, die im Grunde aus einer Art leichtem Fellsattel bestand, einer breiten Brustplatte die sehr einem normalen Vorderzeug glich und einer wunderbar gearbeiteten Trense. Im Grunde unterschied sich das Equipment nicht groß von dem was die Pferde nicht schon kannten, doch war es gerade für die Schauspieler von Nöten sich daran zu gewöhnen. Auch mich selbst erwartete eine neuerliche Trainingseinheit, denn eines der Teams erwartete auch mich – Stormbringer und Marple Anderson. Zunächst hatte ich es abgelehnt Stormbringer mit in den Film zu nehmen, denn ich hielt ihn für noch nicht geeignet dafür. Hansi und auch Kathrin hatten mich darin bestärkt er sei längst nicht mehr der ängstliche Hengst von vor einem Jahr, also hatte ich mich breit schlagen lassen unter der Voraussetzung eine wirklich erfahrenere Reiterin auf ihn zu lassen. So also hatte man mich mit Marple bekannt gemacht, gegen die ich nach wenigen Gesprächen und gemeinsamen Ausritten nichts mehr einzuwenden hatte. Auch die anderen Teams hatten sich so gefunden. Da Maren auf ihrem Hof zu tun hatte, war Cayden derjenige der Amanda Johannsen den Umgang mit dem braven Hengst zeigte. Amanda würde im Film selbst die Rolle der Brunhild einnehmen, der Walküre die Odin am nächsten stehen würde. Weshalb auch gerade Smaug und Peeta oft zusammen gefüttert wurden, gemeinsam auf dem Paddock waren, da sie auch in den Schlachtszenen Seite an Seite laufen mussten. Altair und Flying Rook waren für die näheren Szenen des Kampfes ausgewählt worden, da sie sich in den Wendungen ohne Trense am besten kontrollieren ließen, die Reiterinnen Melinda Gawron und Judith Carter waren mit der Westernreitweise vertraut. Zusammen mit den anderen Trainern hatten sie bereits das Kämpfen vom Rücken der Pferde aus geübt – gemeinsam, aber auch in der Gruppe der anderen Reiter und Pferde. Für diesen Nachmittag war die Kampfszene angesetzt worden, an anderer Stelle würden auch Stormbringer und Varulv mit ihren Walküren Corinne Witherspoon und natürlich Marple an Odins Seite kämpfen, wenn auch er selbst in der Szene nicht zu sehen sein würde. Ich gesellte mich mit zu meiner Partnerin, die Storm am Knotenhalfter links neben sich fest hielt. „Gestern sind die Sättel für eure Pferde angekommen, ihr hattet bereits die Gelegenheit euch mit ihnen vertraut zu machen. Heute sollen die Pferde selbst sie kennenlernen, da sie wie Sättel von Barefoot keinen Baum besitzen, passen sie beinahe auf jedes Pferd müssen jedoch individuell eingestellt werden. Legt sie ihnen erst einmal an, wenn wir damit fertig sind kommt jeder in die Mitte des Platzes“ Ich wies auf den Mann den ich mit mir gebracht hatte „Mister Burkton hier ist Sattler, wird also einen Blick auf die Pferde werfen um sicher zu stellen das es nirgendwo drückt“ ich überließ Mr. Burkton und Marple die Anpassung des Sattels bei Stormbringer um hinüber zu Smaug und seinem Team zu gehen. „Smaug erhält eine andere Ausrüstung als die anderen, denn als Schlachtpferd Odins, soll er nicht nur durch seine Größe und Auftreten aus der Masse hervor stechen. Da die Lederrüstung jedoch an ihn angepasst werden muss, wird Smaug erst am Nachmittag in die Anprobe müssen. Ich hab ja bereits die letzten Tage mit ihm trainiert, denn in der Dressur hatte er ja noch ein wenig zu hadern, deswegen werde ich auch heute wieder auf ihm „vor reiten“ Gregory wird heute Abend seine erste Szene mit ihm haben und bis dahin soll er sich dann ausruhen können.“ Salera nickte nur, während Gregory ein wenig Enttäuscht daher blickte „ Du musst eh in die Maske um noch rechtzeitig „Odin“ zu werden, außerdem kannst du Smaug sicher nicht in der Dressur trainieren,oder?“ neckte ich den hochgewachsenen Mann vor mir. „Dafür werde ich mit ihm in die Schlacht ziehen können“ sprach er im brüsken Ton, des Gottes den er zu verkörpern hatte. Schüttelnd wandte ich mich den Teams zu, ließ sie anschließend in der Obhut eines anderen Trainers um mich meinem persönlichen Schutzbefohlenen zu kümmern – das Schlachtross. Der Hengst war für seine knapp drei Jahre wirklich sehr gelassen und brav, zeigte jedoch in der reiterlichen Ausbildung einige Lücken – gerade was auch die selbstständige Aufrichtung anbelangte. In der Zeit seit er hier auf dem Hof war hatte er bereits einiges dazu gelernt, das nicht nur in der Dressur durch mich. Zu seinem ohnehin ruhigen Charakter war eine gewisse Routine mit Stress hinzu gekommen, die gerade auf Körungen und Turnieren einmal von Vorteil sein würden. Mit dem Hengst am Zaum suchte ich mir eine der – im Moment – ruhigeren Ecken etwas außerhalb des Hofes um mit Smaug zu üben. In Gedanken zog ich mir Linien, die einen Platz für mich hier auf der Wiese darstellen sollten – da hinten der große Stein, die kleinen Flechten auf der gegenüberliegenden Seite und auch die Formation an Büschen weiter hinten. Die einzelnen Bahnfiguren hatte Smaug ohne weitere Probleme verinnerlicht, seine leichteste Übung war hierbei der einfache Galoppwechsel gewesen. Smaug war unheimlich wissbegierig weshalb das Training mit ihm einfach angenehm war, die konstante Anlehnung stellte ab und an einige kleine Hürden dar, doch alles in allem hatte Smaug eine Menge gelernt. Nach einer knappen halben Stunde des Trainings entledigte ich des Hengsts seines Sattels, legte ihm die gebisslose Trense an um mich mit Hilfe eines Steines auf seinen Rücken zu schwingen. Im Schritt folgten wir einer ganzen Weile, der Grünfläche des Hofes, vorüber an den Leuten die mit all möglichen Dingen beschäftigt war. Sah ich in Richtung der Weiden der Hengste sah ich bereits wie die Szene des Nachmittages vorbereitet wurden, auf dem Platz hinter mir ritten die Schauspieler ihre Pferde mit dem neuen Equipment, die Besitzerinnen der Ponys standen in der Mitte schienen manchmal kleine Anweisungen zu geben, doch konnte ich über die Entfernung nicht viel dazu sagen. Mit den Schenkeln trieb ich Smaug wieder in den Schritt folgte der zertretenen Grasnarbe, fragte mich dann innerlich wann sich das Land von diesem Film wohl erholt haben würde. Jetzt war es nur eine Woche da sie alle hier waren, doch langsam bereute ich es auch beinahe. Als ich den Hof über das Waldstück an der Geländestrecke weitestgehend hinter mir gelassen hatte, ließ ich Smaug die Zügel, trieb meine Schenkel heftiger als beabsichtigt in seine Flanken, sodass er mit einem Satz nach vorn sprang und durch den Wald davon preschte. Meine nun kürzer geschnittenen Haare wirbelten mir um den Kopf, doch bekam ich auch die Enden von Smaug´s wallender Mähne ins Gesicht. Mit der Hand griff ich hinein um irgendwo meinen Halt zu haben, wollte einen Moment einfach die Augen schließen um die Ruhe auch in meinem inneren zu suchen. Bald musste ich den jungen Hengst jedoch in seinem Lauf stoppen, da die Insel hier in beeindruckenden Klippen endete. Dort angekommen ließ ich mich vom Rücken des Hengstes gleiten, denn noch war sein Training für diesen Vormittag nicht ganz beendet. Nach einer Weile des herum Führens damit sich die Atmung beruhigen konnte stoppte ich den Hengst „stellte ihn ab“ und setzte mich zunächst zu seinen Füßen auf den Boden. Sobald er den Kopf senkte um zu fressen tippte ich ihm auf die Nüstern um dieses Verhalten zu „strafen“, sagte desweiteren lautstark „Nein!“. Um die Stufe der Schwierigkeit nun ein wenig zu erhöhen stand ich auf, lief um den jungen Hengst herum – zu aller erst ein wenig langsamer, dann auch immer schneller. Smaug lernte schnell und auch gern – innerhalb einer Woche hatte er dieses „Kunststück“ beinahe zu einer Art Perfektion gebracht. Nur geschah es ab und an dann doch das er den Kopf senkte um zu fressen, dies galt es ihm noch etwas abzugewöhnen. Auch Salera trainierte mit ihm erst auf Kommando sein Müsli zu sich zu nehmen, sodass die Übung des Stehens noch besser funktionierte. Mittlerweile konnte ich auf ihn zu rennen, die Arme lautstark in die Luft werfen oder gar ein Rad um ihn herum schlagen – hatte er das Wort „Steh“ vernommen bewegte sich Smaug nicht von der Stelle. Führend kehrte ich mit ihm zurück zum Hof, das Mittagessen stand an der Tagesordnung – beinahe 150 Leute wurden durch ein wahnsinnig tolles Catering versorgt, sodass ich mir das kochen in den letzten Tagen hatte sparen können. Zusammen mit den Trainern fand ich mich an unserem Tisch ein, wir hatten eine Menge zu besprechen, denn jedes der Darstellerpferde hatte eine ganz spezielle Aufgabe sowie Szene. Für die anstehende am Nachmittag stand nichts im Wege, in drei Tagen jedoch war die Szene mit der verletzten Walküre geplant – Aimiliani ihr Pferd musste dafür lernen „auf die Knie zu fallen“ sobald die Axt aus Schaumstoff sie an der Brust berührte. Danach würde sich die Stute langsam auf die Seite fallen lassen, damit es so aussah als sei sie tödlich verunglückt. Anschließend sollten mehrere Pferde tot auf dem Boden liegen, zwischen ihnen einige andere menschliche Leichen, der Hubschrauber oder aber eine Kameradrohne würde darüber hinweg fliegen um auch diese Szene im Bild zu haben – auch dort musste Aimiliani so tun als wäre sie nicht länger an Leben. „Jasper? Wie macht sich Aimi denn so?“ Jasper war der Trainer der Sammy beim Training mit der Stute zur Seite gestellt worden war. Jasper schluckte hastig an seinem Brot, begann dann zu husten als er sich verschluckt hatte, als er zu sprechen begann klang er beinahe ein wenig heiser. „Die Stute ist wirklich lernwillig! Das Knien stellt bereits keine Probleme mehr dar – sobald sie an der Brsut touchiert wird macht sie einen Kniefall. Das hinlegen stellt dann doch ein paar Probleme dar, aber nicht etwa im Sinne von sie weigert sich, sondern macht sie das einfach zu schnell. Wahrscheinlich muss da dann mit der Zeitlupe am Computer etwas getan werden, wenn wir das nicht hinbekommen wollten. Geht es aber weiterhin so gut voran könnten wir ab nächste Woche das ganze bereits mit einem Reiter probieren. Aber ich hab dich heute mit dem guten Smaug üben sehen, der Gute scheint auch Fortschritte zu machen.“ Ich winkte nur ab, wollte etwas erwidern als sich Kathleen in das Gespräch einzuklinken begann, sie trainierte zusammen mit Gwen Altair und auch Flying Rook, denn beide Pferde hatten eine Szene gemeinsam. „Ich finde es ja Wahnsinn, wie schnell sich Rook und Alatir aneinander gewöhnt haben – in der ersten Zeit hat Alatir doch ein wenig den Hengst heraus hängen lassen. Da hat ihm die Stute gezeigt wo der Haken hängt und et Voila es ging ohne weiteres. An die Kameradrohne über ihren Köpfen haben sie sich beide schnell gewöhnt, Rook hat sie von Anfang an beinahe ignoriert. Mit Halsring mitten unter den anderen Pferden, sowie in den Momenten in denen „die Heere“ aufeinander zu preschen bleiben sie stets gut kontrollierbar. Da wir so rasch voran kamen haben die beiden jetzt sogar gelernt noch besser auf die Stimmen der Reiter zu achten, zwei tolle Pferde Rook und Altair.“ Ich musste lachen, ja der Forrest Hengst machte mächtig was her, hatte durch diverse Turniere und viel Training auch mächtig Erfahrung mit Trubel. Mark´s Stute Rook kannte ich bereits, die der Stute zugeteilte Schauspielerin Judith Carter hatte sogar versucht die Criollostute zu kaufen. Armani und Kempa hatten lernen müssen einen Wagen zu ziehen – sodass sie im Grunde jetzt als beinahe „eingefahren“ eingestuft werden konnten. Der Hengst war erst kürzlich aus weniger guten Verhältnissen gerettet worden, hatte noch ein bisschen wenig auf den Rippen – erhielt hier jedoch eine ordentliche Portion Futter täglich. Durch den Kontakt zu anderen Pferden, den täglichen Weidegang und auch das Training schien das Leuchten in seine Augen zurück zu kehren. An der Seite der jungen Islandstute Kempa war er eher für die ruhigeren Szenen zuständig – wie sie angebunden vor einem der Ratszelte standen, sie zogen den Wagen mit der verletzten Walküre und waren in der Meute der „toten Pferde“ in die auch Aimiliani eingeteilt worden war. Mykene der Trainer von Varulv und auch von Stormbringer in Zusammenarbeit mit Hansi machten gute Fortschritte mit dem Training meiner beiden Hengste, die jedoch nur kleine Nebenrollen in den Kampfszenen bekommen hatten, oder eben die Walküren zu tragen hatten. Irgendwelche besonderen Tricks hatten sie nicht zu lernen, bis auf die Tatsache das auch die beiden ohne Trense geritten wurden. Peeta dagegen erhielt eine Sonderbehandlung, nicht nur da er durch seinen vorherigen Besitzer „bedroht“ war – er sollte das Pferd der Walküre Brunhild werden. Neben dem Training im „stehen bleiben“ erhielt er auch eine angefangene Fahrausbildung „Liliane, wie macht sich denn unser Peeta?“ Die ältere Frau sah von ihrer Suppe auf, legte den Löffel beiseite und rückte ein Stück näher heran um nicht so schreien zu müssen. „Wir haben ihn heute zum ersten Mal einen Autoreifen ziehen lassen – im Grunde wird er wohl nie vor eine Kutsche gespannt sein, aber etwas hinter sich her ziehen ist schon furchteinflößend für ein Pferd. Später soll er ja den toten Hrdodgar an der Reihe der Krieger vorbei ziehen – im Galopp. Davon sind wir noch etwas entfernt, aber auch Amanda die ihn reitet macht ihre Sache wirklich gut. Cayden hat uns heute beim Training unterstützt“ Cayden also…mhm….darauf wusste ich nichts zu sagen, schweigend nahm nun jeder sein Essen zu sich, hing irgendwie seinen eigenen Gedanken nach.

Die Vorbereitungen für die neue Szene lief auf Hochtouren, die beiden zukünftigen Walküren hockten in der Maske während Gwen und Mark damit beschäftigt waren ihre Pferde zu kleiden. Die neuen Sättel kamen auf den Rücken, eine verzierte Schnur diente als Halsring. An den Vorderbeinen waren kleine „Armbänder“ mit Glöckchen befestigt, die Hinterbeine trugen nichts. Mähne und Schweif der beiden waren auf Hochglanz gestriegelt worden, später jedoch würde man etwas Kunstblut über die Pferde träufeln müssen um die Kriegsszene authentischer wirken zu lassen. Als jeder an seinem rechten Platz war, die Aufgaben verteilt und unnützes Zeug aus dem Weg geräumt worden war – begann der erste Drehtag für die Pferdeszenen. Man sah wie sich Amanda und Judith gegenseitig gelingen in der Schlacht wünschen, auf Pfiff rief Judith Rook herbei stieg in den Sattel um ihren Platz in des Heeres Reihen einzunehmen. Gregory in seiner Rolle als Odin schritt mit seinem Sleipnir die Reihen des Heeres entlang, sprach Worte des Mutes ehe die kämpfenden aufeinander prallten. Nun wurde von zwei Seiten aus gefilmt – Altair und Rook eher von oben, während eine der Kameras mitten im Geschehen stand und somit Stormbringer und Varulv im Blick hatte. Nach nur knapp 10 Minuten war die gesamte Szene im Kasten, denn sobald die Walküren von Feinden aus dem Sattel gerissen wurden, rannten die Pferde im Schlachtgetümmel davon. Ab da begann eine der anderen bereits gedrehten Szenen, die diese Schlacht zeigten. Auf dem Bildschirm wurde sich die Szene angeschaut, Theodor jedoch war noch nicht von den Einstellungen überzeugt, also wurde wieder alles auf Anfang gebracht und von neuem begonnen. Es benötigte drei weitere Wiederholungen bis wirklich jeder mit der Szene zufrieden war. „Tolle Arbeit Leute! Die erste Szene mit den Pferden ist im Kasten!“ rief Theodor lauthals.
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