Wege überdenken und das Leben umkrempeln

Geschrieben von Waldvoegelchen im Blog Team Waldvoegelchen. Ansichten: 250

Huhu,
ich bin ja nicht so der Blogschreiber, jetzt lasse ich euch aber mal teilhaben. Kann ein bisschen Gedankenwirrwarr werden, eigentlich will ich es nur mal aufschreiben. :D

Im Oktober 2016 begann ich direkt nach meinem Abitur ein Biologie B.Sc. Studium. Das war nicht unbedingt mein Wunsch, es war eher: "Hm, auf eine Ausbildung habe ich mich nicht beworben... in der Schule war ich gut in Bio, also studiere ich jetzt Biologie!" Wie das halt so ist.
Mit dieser Entscheidung zog ich dann 250km von zu Hause weg. Vor Studienbeginn machte ich mir natürlich Gedanken über die Inhalte und entwickelte Interesse für bestimmte Dinge wie Biotechnologie und Genetik (wobei das Interesse schon in der Schule bestand). Der Studienstart klappte ganz gut, fand direkt Anschluss und genoss die ersten Wochen.
In den Vorlesungen merkte ich dann, dass ich das alles doch nicht so spannend finde, boxte mich aber trotzdem durch und erzielte moderate Ergebnisse. Mit den Kommilitonen stellte sich dann doch keine Freundschaft ein. Ich wurde nicht gefragt, ob ich bei Aktionen dabei sein wollte. Dementsprechend saß ich viel alleine in meinem Zimmer und wurde sehr träge. Nur reiten ging ich mit einer Kommilitonin in einem Reitverein. (Was wohlgemerkt der beste Reitunterricht ist, den ich je hatte mit tollen Pferden und kompetenten Trainern.)
Diese Trägheit hielt bis vor Kurzem an, bis ich entschied, dass es so nicht mehr weitergeht. Ich trug mich in diesem Wintersemester für einen Aikido-Sportkurs ein und lernte dort sehr liebe und nette Menschen kennen, mit denen ich mich auch einige Male verabredete um zusammen eine tolle Zeit zu verbringen. Auch der Sport gefiel mir sehr gut, obwohl ich eher untalentiert war. :D
Allerdings merke ich nun mehr und mehr, wie ich mir zwei verschiedene Leben aufbaute. Zu Hause, bei meinem Partner, meinen echten Freunden und meiner Familie und in meinem Studienort, auch bei nun tollen Leuten, aber das reicht mir nicht.
Damit sind wir im Hier und Jetzt. Ich war lange im Zwiespalt, ob ich das Studium durchziehen möchte. Im zweiten Semster war ich fast davon überzeugt, aufzuhören, weil es mich nicht zufrieden macht und ich mir auch keine berufliche Zukunft damit vorstellen kann. Hobbymäßig werde ich einige Bereiche immer weiter verfolgen, aber das war es auch. Ich kann mich mir nicht in einem Labor vorstellen und auch nicht beim Käferzählen im Wald. Als ich jetzt im dritten Semester aber versucht habe, wieder auf die Beine zu kommen und die neuen Leute kennengelernt habe, war zumindest die Freizeit hier wieder schön und ich dachte, ich mach das doch fertig. Ein Bachelor ist ja schließlich gut, egal, in welchem Bereich.
Ich habe aber in die andere Richtung nochmal einen Denkanstoß bekommen und bin jetzt an dem Punkt, an dem ich doch lieber sofort zufrieden sein will, anstatt mich durch etwas zu quälen, was ich nicht machen möchte. Also geb ich jetzt nochmal Gas und schreib schnell Bewerbungen für Ausbildungsplätze, die mich interessieren. Es ist zwar sehr spät, aber nichts ist unmöglich. :) Dann würde ich wieder in meine Heimat ziehen und da endlich das Leben führen, das ich mir schon länger wünsche.
Mit meiner Mutter, meinem Vater, meinem Partner und meinem Mitbewohner habe ich darüber schon geredet, damit die Entscheidung für mich real wird und nicht so abstrakt bleibt und um niemanden vor vollendete Tatsachen zu stellen. :D
Um die Kontakte hier tut es mir Leid, weil wir uns noch nicht so lange kennen, dass die Freundschaft unbedingt erhalten bleibt. Aber niemand ist aus der Welt.
Außerdem ist es komisch für mich, etwas nicht zu beenden, sondern bei der Hälfte aufzuhören. Trotzdem kann mir keiner die Erfahrungen nehmen, die ich hier gemacht habe.

Und ich muss sagen, ich bin bei dem Gedanken an einen neuen Weg richtig euphorisch, während mir der Gedanke allein an nur das nächste Semester Bauchschmerzen bereitet.

Danke für's Lesen und tut mir Leid, wenn es ungeordnet war. :)
LG Vöglein
Zion, Cascar und Flair gefällt das.
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