1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Von Mobbing, Opfern und Mitschuld ...

Geschrieben von almanya im Blog Käptn Blaubär. Ansichten: 308

Eigendlich wollte ich das nur einmal so für mich aufschreiben, aber vielleicht ist es für manch einen interessant zu lesen. Hier mal als Blog-Eintrag, weil es im Thema irgendwie Off-Topic wäre.

Bin ja nicht wirklich aktiv und habe auch vom Forumsgeschehen wenig bis nichts mitbekommen, nur "https://www.joelle.de/topic/64248-umfrage-f%C3%BCr-neue-regeln-zum-verwarnen-bei-mobbingdiesen Thread gelesen. Einiges hat mich schon sehr erstaunt, bzw. traurig gemacht.



Erschreckend finde ich einige Aussagen im Thema. Das "Opfer" wäre mit schuldig, hätte das Mobbing provoziert.

Jeder Mensch ist für seine Handlungen selbst verantwortlich. Wenn andere Menschen absolut beratungsresistent, ätzend oder auch beleidigend sind, dann ist es immer noch zu 100% meine eigene Entscheidung, wie ich damit umgehen möchte. Möchte ich da nochmal auf die Kacke hauen? Möchte ich mich komplett rausziehen und mich nicht mehr äußern?

Selbstverständlich beeinflussen uns andere Menschen mit ihren Handlungen und mit ihrem Auftreten. Deswegen ist es immer wichtig ehrlich zu sich selbst zu sein und sich zu fragen, ob man sich von einer dritten Person (, die man möglicherweise noch nie real getroffen hat und vermutlich auch nie treffen wird) die Laune vermiesen lassen möchte.

Möchte ich mich aufregen, weil Kunigunde Tausendschön jetzt schon zum zweiten mal unmögliche Bilder von sich beim Reiten postet? Habe ich eine reelle Chance etwas an der Situation zu ändern? Angenommen, Kunigunde hat sich als beratungsresistend erwiesen, bringt mir leichte/indirekte/direkt Pöbelei etwas anderes, als Aufregung und schlechte Lauen?

Gibt es etwas, was ich in diesem Moment tun kann, damit ich mich ruhiger/besser fühle? Gibt es etwas, was ich tun kann, damit sich Kunigunde Tausendschön besser fühlt und bereit ist ihr Verhalten zu reflektieren?

Wenn Kunigunde vielleicht meine ganz normale, absolut nicht böse gemeinte Art alle Nase lang in den falschen Hals bekommt, nützt es mir oder ihr, mich weiter mit ihr auseinander zu setzen? Möchte ich, dass jemand durch mich ein schlechtes Gefühl bekommt?

Und ja, ich weiß, dass es manchmal sau schwer ist, sich nicht hinreißen zu lassen (Kundenkontakt sei gegrüßt xD), aber es ist auf der anderen Seite auch ein positives Gefühl, wenn man sich bewusst macht, dass unsere Gefühle und Handlungen unsere Entscheidung sind und nicht von anderen abhängig.

Ja, zu jeglicher Interaktion gehören mindestens zwei Parteien. Dies bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass ein "Opfer" auch eine Teilschuld trägt. Um das ganze zu verdeutlichen mal direkt gesagt: Es kommt ja auch hoffentlich niemand auf die Idee ******ungsopfern zu sagen, sie hätten Teilschuld oder Kindern, die Opfer von Pädophilie wurden, in irgendeiner Form mitschuldig zu sprechen...



Wenn ich zulasse, dass ein anderer Mensch mich zu etwas bringt, meine Handlung kontrolliert, dann habe ich persönlich ein Problem - mit mir und niemand anderem.



lg, headless
  • Sosox3
  • Eddi
  • Zaii
  • almanya
  • Eddi
  • Jackie
  • Zaii
  • Pepe
  • Zaii
Du musst eingeloggt sein um ein Kommentar zu schreiben.