1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Vom Regen in die Traufe

Geschrieben von Ravenna im Blog Caed Crevan. Ansichten: 220

Die Tage strichen schnell dahin, die Autofahrt dauerte nicht allzu lang als ich vor der Haustür meiner Eltern stand – ein paar Pferde standen noch auf den mir einst so bekannten Wiesen. Pferde der Leute aus dem Ort, es tat gut dies alles wieder zu sehen. Meine Mutter fiel mir sofort um den Hals, mein Vater nickte mir bedächtig zu „Schöne Reise gehabt?“ Langsam löste ich mich aus der Umarmung meiner Mutter „Oh ja…ein schönes Training gehabt…und dann in zwei Tagen zu euch gefahren. Nichts auf der Straße gewesen – wenn man mal von den Kolonen der LKWs absieht, aber das hab ich ja früher auch schon geschafft.“ erwiderte ich ihm grinsend. Nach einer ersten Tour über den Hof, ging es in den Garten der da hinter lag – meine Großeltern waren ebenfalls da. Nun tat es mir beinahe Leid seit fast einem Jahr nicht mehr zu Besuch gewesen zu sein…erst auf Heartland und dann der Umzug. Wir hatten einander viel zu erzählen…von den vergangenen Monaten, meinem neuen Beruf und natürlich auch wie die Zukunft aussehen würde. Durch die Blume ließen sie verlauten das sie alle auf eine Hochzeit warteten, doch waren Cayden und ich erst seit Weihnachten ein richtiges Paar – so schnell gingen wir es längst nicht an. Am Abend erhielt ich dann noch einen Anruf von Alicia, sie hatte wieder einen Auftrag für mich. „Oh, das passt ja gerade. Zurzeit bin ich bei meinen Eltern, am Wochenende könnte ich vorbei kommen. Geht das klar?“ Es herrschte eine kurze betretende Stille, ehe sie mit „Okay, ja das bekommen wir hin. Ich muss ja nicht die ganze Zeit dabei sein. Kennst den Dicken ja auch schon ne Weile“. Damit verlängerte sich mein Aufenthalt zwar noch ein wenig hier in Deutschland, doch die lieben Viechers daheim mussten ja irgendwie auch versortg werden. Zunächst fiel ich jedoch vorn über in mein Bett und erst hier wurde mir so richtig bewusste wie einsam es doch war allein in seinem Bett zu liegen. Die Hitze war natürlich ein wenig anstrengen, versursachte mir wieder Kreislaufprobleme, bei uns zu Hause hatte ich damit beinahe keine Probleme. Es wehte immer eine frische Brise, selbst wenn das Thermometer nach weit oben kletterte und es gab nichts besseres als warmen Sommerregen.

Die Woche flog schnell dahin – wir besuchten den Tierpark in dem ich einst das Geld für meine Fahrerlaubnis besorgt hatte, ich schaute bei meinem ehemaligen Pflegehund vorbei der nun selbst ziemlich alt war. Dennoch sprang er an mir hoch, freute sich über meinen Besuch als gäbe es kein Morgen mehr. Verschiedene Freunde aus alter Zeit wurden abgeklappert und meine alte Schule besucht um zu sehen wer von den Lehrern noch da war. Jetzt jedoch saß ich im Auto Richtung Alicias Hof, der irgendwo bei Paderborn liegen musste. Eine halbe Stunde nachdem mein Navi mich - wie eigentlich immer – in eine falsche Richtung gebracht hatte, kam ich endlich auf den Hof. Alicia hatte ich bereits mitgeteilt ich würde später kommen. Auf dem Hof sah ich direkt in Richtung des Platzes – dort ritt einer der Pfleger – oder war es eine Frau, auf die Entfernung war dies schlecht zu sagen – Give, sodass ich nur noch in den Sattel steigen musste. Ich schüttelte innerlich den Kopf, manche meiner Kunden waren in dieser Hinsicht zwar sehr zuvorkommend, doch machte ich die Pferde oftmals lieber gern selbst zurecht. Nunja..so ging es aber auch einen Zacken schneller, wobei ich ja sowieso die nächsten zwei bis drei Tage hier bleiben würde. Im Gästezimmer zog ich mir fix meine Jeansreithose an, lockeres schwarzes Top und meine grünen Chucks, dann ging es zu meinem nächsten „Patienten“ ich dankte dem Pfleger den ich bereits vom letzten Mal kannte und schwang mich auf ihn hinauf. Erst gewöhnten wir uns wieder aneinander ehe es im Schritt in Richtung der Millitärystrecke ging. Im Grunde gab es kaum etwas neues an der Strecke mit einem Unterschied – Höher und Weiter, sodass ich nun nicht die Probleme haben würde Give noch an neue Dinge zu gewöhnen. Wobei in der Hinsicht der Hengst sogar sehr unkompliziert war, sobald er eines verstanden hatte, man ihm zeigte wer ihr das sagen hatte ging alles gut von der Hand. Zum Üben gab es noch ein paar kleine Sprünge, Trabstangen sowie den Wassergraben, ehe es an die wirklich großen Baumstämme ging. Einer von ihnen besaß eine Dicke von sicher einem Transporterreifen, doch dies sollte uns nicht weiter stören. Ich konzentrierte mich erst einmal auf die Bergauf und ab Sprünge, dabei ging es auf eine Plattform hinauf, wenige Galoppsprünge darauf um auf der anderen Seite wieder hinunter zu gehen. Dann gab es noch welche die erst nach unten gingen über einen schmalen Baumstamm oder ein paar Heuballen ehe es wieder nach oben ging. Dabei ließen wir es langsam angehen, manchmal zeigte sich Give als unwillig, dann gab es gutes Zureden oder einen leichten Klaps mit der Gerte – sollte es gar nicht gehen stieg ich vom Pferd. An diesem Tage hatte der goldene Hengst genug geleistet, bekam sein Fressen eine kühle Dusche und wurde dann von mir in seine Box geleitet.

Die nächsten Tage verliefen ähnlich wie auch bereits mein erster – es ging auf den Platz um warm zu werden oder aber eine kurze Runde ins Gelände uns anschließend auf die Strecke. Give lernte die höheren Hindernisse kennen, nahm die weiteren ohne Probleme an. Der Wassergraben stellte beinahe überhaupt gar keine Probleme dar – Give nahm alles an. Die Höhenunterschiede waren ihm ab und an nicht ganz geheuer doch mit weiterer Übung würde er dabei routinierter werden. Am Sonntagabend verabschiedete ich mich also von Alicia um mich auf den Weg zum Flughafen zu machen.

Im Flug hatte ich wieder mein ein super spannendes Buch welches ich in den Stunden des Fluges nur zu fressen begann – the demon circle war sowieso eine meiner liebsten Bücherreihen momentan! Es dauerte eine halbe Ewigkeit ehe ich meinen Koffer aufgeklaubt hatte, dann mein Handgepäck auch noch im Flieger hatte liegen lassen – also nochmal alles abgeben an der Information, der Dame hinter und schließlich den Ausweis vorzeigen, sodass man auch ja die Person wäre die auf dem Handgepäck verzeichnet wäre. Mit der Dame ging es dann auch wieder zurück. Dort rief ich auch gleich Cayden an, denn ich hatte ihm vergessen zu schreiben wann ich ankommen würde. „Hey, also ich bin wieder in der Heimat – werde hier im Flughafen mich in das Café setzten und einfach warten bis du hier bist?“ *Klar, ich setzt mich jetzt in den Jeep und dann sollte ich in einer Stunde da sein – hast du noch Zeit zum Lesen“ Oh ja er kannte mich sehr wohl! Ich grinste breit auch wenn Cayden dies in diesem Moment nicht sehen konnte… „Ja..habe noch ein paar Seiten vor mir. Ist zu Hause alles in Ordnung?“ Cayden schwieg einen Moment „ Hansi hat einen ziemlichen blauen Fleck von Bucks erhalten, er wollte ihn auch mal probieren aufzuhaltern..erst hat er sich Sturm geholt um Bucks ein wenig anzulocken, doch als der kam und Hans das Halfter anlegen wollte gab es einen gewaltigen Tritt gegen die Schulter – er ist ausgewichen, sodass er nur gestreift wurde aber er belässt es jetzt erstmal bei der Fohlenpflege.“ Das Lächeln wich aus meinem Gesicht…mit dem Hengst hatte ich mir ganz schön was aufgehalst, aber irgendwie liebte ich ihn ja schon. „Dann kann ich ihn ja auch bald bemitleiden“ begann ich herum zu witzeln. Dann legten wir beide auf, ich takelte zum Empfangsbereich um hinaus zu gehen – dort wurde ich noch einmal kontrolliert. Der Mann schaute mich an „Sarah Kyren?“ sagte er in gebrochenen Englisch – auch er schien nicht aus der Gegend zu kommen. „Wir müssen sie leider in den nächsten Flieger zurück nach Deutschland schicken. Ihr Visum ist abgelaufen!“ ….
  • vampyrin
  • Ravenna
  • Eowin
  • Leaenna
Du musst eingeloggt sein um ein Kommentar zu schreiben.