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Tagebuch eines Shettys - Seite 3 - Ausritt mit Unfall...

Geschrieben von Stoepselchen im Blog Stöbsl.... Ansichten: 36

Für diejenigen von euch, die kein Pferdisch sprechen.

>> Möhrchengeberin = Ich (Blacky ist meine RB)

>> große Futterfrau = Besitzerin

>> Fannys Zweibeinerin = TierraNevada

>> komische, braune Krüppel-Wald-Pferde = Rehe

>> Krankenmenschen (was gehört zu einem Krankenwagen? ^^ = Ärzte







Liebes Tagebuch,



heute ging es echt drunter und drüber! Nachdem ich mich gestern einigermaßen schlecht benommen habe, beim Aureiten (so getan, als wären überall Monster, an Passanten nur nach dem dritten Versuch seitlich galoppierend und heftig buckelnd vorbei, nachdem vorher auf der Hinterhand kehrt gemacht und die Flucht ergriffen... - denkt ihr immer noch, ich sei so lieb?!), hat Möhrchengeberin beschlossen, dass wir heute mal wieder zusammen mit Fanny und ihrer Zweibeinerin ins Gelände gehen.

Also hat Möhrchengeberin Fanny und mich geputzt, gesattelt und uns sogar noch ein Zöpfchen geflochten, damit wir "hübsch aussehen" - ich für meinen Teil finde ja, Zöpfe sind was für zweijährige Stuten, aber ich werde ja nie gefragt! Schließlich kam auch Fannys Zweibeinerin und es ging los. Wieder den Weg zum Wald hoch. Ich hatte beschlossen, heute mal brav zu sein (schließlich hatte Möhrchengeberin mir gestern erst ein Sattelkissen geschenkt, damit spürte man den Druck des Sattels echt viel weniger!), passte aber trotzdem doppelt so gut auf. Immerhin lief ja ein Mitglied meiner Herde neben mir her, und ich als Leittier musste potenzielle Gefahren sofort erkennen, damit uns nichts passierte. Habe aber keine Monster gefunden. Wir sind dann ein bisschen getrabt und Möhrchengeberin hat mich immer wieder versammelter und verstärkter laufen lassen. Fand ich zwar idiotisch - kann man sich nicht auf ein Tempo einigen?? -, doch was tut man nicht alles um des lieben Frieden Willens!

Im Wald sind wir auch ein Stückchen galoppiert, an der kritischen Stelle (da, wo manchmal die komischen, braunen Krüppel-Wald-Pferde rausschießen) vorbei - tja, und dann haben wir die anderen Reiter gesehen. Sie waren zwar schon ganz schön weit weg, aber Fanny hat trotzdem ein Heidentheater gemacht und immer wieder gewiehert. Ich konnte dieses Geschrei ja nicht verstehen! So ein Heckmeck um ein paar dahergelaufene Pferde! Außerdem hörten die sie ja eh nicht, die waren ja viel zu weit weg.

Möhrchengeberin und Fannys Zweibeinerin beschlossen, dass wir lieber warten sollten, bis die Reiter außerhalb unserer Reichweite waren. Nicht, dass Funny noch auf komische Gedanken kam.

Also durften wir ein bisschen grasen, und nach ein paar Minuten ging es dann weiter, die Galoppstrecke hoch. Erstmal im Schritt, weil da noch so eine Frau mit ihrem Hund spielte. Als wir an der vorbei waren, hätten wir eigentlich Tempo machen können. Mir fiel aber auf, wie komische Fanny schon lief - alle Muskeln angespannt, Rücken weggedrückt, Schweif eingeklemmt. Hab-Acht-Stellung. Garantiert witterte sie noch die Pferde. Wenn wir jetzt galoppieren, würde Fanny bis zum Himalaya rennen. Das hatte Möhrchengeberin wohl auch bemerkt, denn sie rief Fannys Zweibeinerin zu, ob wir nicht lieber weiter Schritt reiten wollten. Da war es aber schon zu spät - Fanny zündete, setzte sich in ihren schnellsten Durchgeh-Galopp und preschte davon. Ohne nachzudenken, folgte ich ihr, so schnell ich konnte. Auf einmal brach Fanny nach links aus, auf das Feld, und fing wie von Sinnen an zu bocken. Das sah richtig gefährlich aus! Urplötzlich zog sie wieder nach rechts, auf den Weg zurück, bockte noch einmal und entledigte sich damit ihrer Reiterin. Die flog einen weiten Bogen und klatschte dann auf den Rücken.

Fanny aber raste unbeirrt weiter, mit flackernden Zügeln. Wir rasten an ihrer Zweibeinerin vorbei, welche sich nicht rührte, die Augen geschlossen und keine besonders gesunde Gesichtsfarbe hatte. Möhrchengeberin schien völlig außer sich, sie schrie herum und riss an den Zügeln, doch mir kam es gar nicht in den Sinn, Funny alleine zu lassen. Weißt du, Tagebuch, sie gehört ja zu meiner Herde. Erst schien es, als wolle sie über den Graben springen und über die Felder nach Hause laufen, aber dann entschied sie sich doch dazu, lieber stehen zu bleiben, und zu grasen.

Ich wurde langsamer und sofort schmiss Möhrchengeberin sich von meinem Rücken und stolperte auf Fanny zu. Die wich ihr aus, allerdings hatte sich ihr Vorderbein im Zügel verwickelt, daher konnte sie nicht weglaufen. Möhrchengeberin ließ meine Zügel einfach fallen und benutzte beide Hände, um Fanny irgendwie aus dem Leinenwirrwarr zu befreien. Ich beschloss, artiges Pony zu spielen und begann einfach auch, zu fressen. Endlich hatte Möhrchengeberin es geschafft - nun wollte sie zurück zu Fannys Zweibeinerin. Fanny zu ihrem Teil wollte nur nach Hause und zerrte in die entgegengesetze Richtung. Möhrchengeberin war schon total verzweifelt, schluchzte und schrie Fanny an, was die aber auch nicht sehr beeindruckte. Dafür sah ich auf einmal die Reiter wieder: Sie standen ein paar hundert Meter entfernt. Möhrchengeberin sah sie auch, denn sie winkte mit beiden Armen und brüllte aus voller Kehle um Hilfe.

Einer der Reiter kam sofort übers Feld auf uns zu gerannt. Sie versuchte, Möhrchengeberin zu beruhigen, erklärte, sie wäre Krankenschwester und lief zu Fannys Zweibeinerin, die inzwischen von der Frau mit dem Hund auf den Weg gezogen worden war. Immer noch lag sie nur so herum und rührte sich nicht.

Einige Momente später kam auch die andere Reiterin mit den beiden Pferden heran. Es gab eine kleine Auseinandersetzung, weil Möhrchengeberin um jeden Preis zu Fannys Zweibeinerin wollte. Endlich gab die andere nach und übernahm Fanny, die sich immer noch toll gebärdete. Dann kletterten wir den Weg langsam nach unten. Die Reiterin überschüttete Möhrchengeberin die ganze Zeit mit Fragen und Anweisungen und fordete sie auf, diese zu wiederholen. Langsam machte ich mich auch Sorgen. Möhrchengeberin sah gar nicht gut aus, und noch immer gab sie so unnatürliche Töne von sich.

Wir blieben einige Meter vom Unfallort entfernt stehen, und jemand kam, um der Reiterin zu helfen, die Pferde festzuhalten. Dann konnte Möhrchengeberin endlich zu Fannys Zweibeinerin stolpern. Die lag zugedeckt auf dem Boden und rührte sich nicht. Möhrchengeberin schluchzte die ganze Zeit vor sich hin, bis jemand sie in ein Auto schob, damit sie sitzen und sich erstmal beruhigen konnte.

Bald kam der "Krankenwagen", ein schrecklich großes, buntes Gefährt, und die Krankenmenschen legte Fannys Zweibeinerin etwas um den Hals und fuhren dann mit ihr davon.

Unsere Besitzerin wurde alamiert, und Möhrchengeberin wollte ihr alles erklären, bekam aber nur sinnloses Gestammel heraus, also regelte einer der Reiter die Sache und die große Futterfrau versprach, uns gleich entgegen zu kommen.

So wurden wir also nach Hause geführt. Möhrchengeberin krallte sich nur in meine Mähne und stolperte einfach, wie in Trance neben mir her. Als ich irgendwann an einer Wegbiegung stehen blieb, musste die große Futterfrau sie dreimal ansprechen, bis sie sich langsam wieder in Bewegung setzte.

Man, die hatte echt auch einen Schock weg!

Auf dem Hof nahm sie mir mit mechanischen Bewegungen Sattel und Trense ab und brachte mich auf den Paddock; die große Futterfrau kümmerte sich um Fanny.

Schließlich wurde Möhrchengeberin von ihrer Mutter abgeholt. In dem Zustand konnte man sie ja schließlich auf keine Straße loslassen!

Man, das war ein Tag! Davon muss ich mich erstmal erholen...

Ich hoffe, den Mädels geht es bald wieder besser, Tagebuch!



Gute Nacht, dein Blacky.







Infos zur Entwarnung: TierraNevada geht es soweit gut, sie muss sich nur noch ausruhen, ist aber schon wieder zuhause. (Verdacht auf leichte Gehirnerschütterung)

Mir fehlt nichts, bis auf den Schock. ^^ Und mein Knöchel ist fett und blau... 0o Die eine der Reiterinnen meinte zwar "Der Fuchs steht auf deinem Fuß!", aber irgendwie habe ich gar nichts gemerkt, ich dachte, die verarscht mich.. xDD
  • Rhapsody
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