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Standing in the rain (2)

Geschrieben von Bahiyah im Blog Bahiyah's "Gedankensammelstelle". Ansichten: 161

Mein Besitzer drückte diesem Unwissendem die Zügel in die Hand und machte Shirokko bereit. Ich würdigte meinen neuen Reiter jedenfalls mit keinem Blick. Er schien gar nicht genug von mir zu bekommen, so wie der mich anstarrte.



Dann ging es los, in den Wald. Am liebsten hätte ich den Zweibeiner, der auf meinem Rücken thronte, gleich wieder abgesetzt, aber ich wollte kein Risiko eingehen. Nicht, dass sich der Herr verletzte und mein Besitzer dafür gerade stehen musste (was für mich auch Konsequenzen haben würde). Also verließ ich zusammen mit Shirokko brav den Hof.

Ich konnte meinen Reiter, der übrigends Herbert Siehl hieß, fast schon triumphierend grinsen hören. "Na warte nur", dachte ich mir.



Wir waren schon ein gutes Stück vorangekommen, als ich plötzlich meine Beine in den Boden rammte und nicht mehr zu bewegen war.

"Komm schon, Hambrizan. Du wirst dich doch wohl nicht mit mir anlegen wollen?", schnarrte Herr Siehl.

Die Antwort war ein großer Satz nach vorne, der ihm die Zügel nahm und ein Bocksprung, der den ach-so-tollen Reiter auf meinen Hals beförderte. Genüsslich ließ ich ihn in den Sand rutschen.

Empört und mit hochrotem Kopf erklomm er meinen Sattel, um wenige Augenblicke später wieder auf dem Boden zu landen. Schließlich schrie er: "Wenn du Mistvieh glaubst, mir den Tag verderben zu können, dann hast du dich geschnitten!"

Seine Frau schlug ihm vor, die Pferde zu tauschen und er antwortete darauf mit einem "Gute Idee, auf diesen Bock setz ich mich nicht mehr".

Frau Siehl griff nach meinen lose baumelnden Zügeln und schwang sich auf mich. "Mission erfüllt", dachte ich mir. Die nette Dame auf dem Rücken zu haben, erschien mir angenehmer und so verlief der Ausritt ohne weitere, naja sagen wir mal "Zwischenfälle". Shirokko traute sich nicht, dem reichlich groben Herbert die Stirn zu bieten.



Wir kamen also wieder am Hof an, wo mein Besitzer uns beide in Empfang nahm und die Tatsache, dass Herr Siehl mit schmutziger Hose auf Shirokko saß, nur mit einer hochgezogenen Augenbraue zur Kenntnis nahm. Eines musste man meinem Besitzer ja lassen, Anstand hatte er.



Wir wurden abgesattelt und angebunden, um auf die nächsten Reiter zu warten. Bei den Menschen fiel kein Wort über die Dinge, welche draußen im Wald passiert waren. Ganz im Gegensatz zu uns Pferden. Wir diskutierten lebhaft über diese Angelegenheit ...

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