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Neuzugänge

Geschrieben von Mongofisch im Blog Heimatlos. Ansichten: 92

arialIn der Früh machte ich mit heute auf den Weg zu Sarah. Sie hatte mich vor einigen Tagen angerufen und mich gebeten, nach den Hufen ihrer Pferde zu schauen.

arialGut gelaunt fuhr ich die Einfahrt entlang und sah Sarah bereits bei den Pferden in einem der kleinen, gemütlichen Offenställe. Als sie die Motorgeräusche wahr nahm, drehte sie sich um und winkte mir lächelnd zu. Kurz hob ich auch meine Hand, dann stellte ich rasch meinen Wagen ab, schnappte mir meine Sachen und lief zu der jungen Frau hinüber.

arial„Guten Morgen“, rief Sarah, ehe ich sie erreicht hatte. Geschwind schlüpfte sie durch den Zaun und kam mir einige Schritte entgegen.

arial„Guten Morgen“, begrüßte ich sie ebenfalls und versuchte ihr meine Hand entgegen zu strecken.

arial„Komm ich nehm dir was ab“, kam Sarah mir zu Hilfe und nahm sich den Werkzeugkoffer, den ich unter dem Arm geklemmt trug.

arial„Danke“, sagte ich erleichtert und schüttelte der jungen Frau nun die Hand.

arial„Wir gehen hier rüber“, deutete Sarah auf einen Anbindeplatz. „Dort haben wir Platz und ruhig ist es noch dazu, vor allem bei Storm wird das wichtig sein.“

arialMir wurde bereits berichtet, dass Stormbringer als halbwilder Hengst aus Dublin hierher kam und noch nie in seinem Leben bei einem Hufschmied war. Kein Problem, dachte ich, wurde aber später noch vom Gegenteil überzeugt.

arial„Wir fangen mit Storm an, ja?“ Sarah riss mich aus meinen Gedanken. „Ich hole ihn schon mal her, dann kannst du alles vorbereiten.“

arialIch nickte nur stumm und war gespannt auf den jungen Hengst, den Sarah nun behutsam aus dem Offenstal führte.

arialEin hübscher Apfelschimmel, mit kleinem, frechen Kopf spitze aufmerksam die Ohren, als er mich entdeckte. Er schien Sarah zu akzeptieren, doch dass das Vertrauen noch nicht so groß war, kam zum Vorschein, als der Hengst einige Meter von mir entfernt stehen blieb.

arial„Komm mein Junge, dir passiert nichts“, versuchte Sarah, mit ein paar Leckerlis in der Hand, Storm zum weitergehen zu überreden. Ein paar zaghafte Schritte traute das Pony sich vor, blieb dann aber erneut stehen.

arial„Ich denke, hier ist es schon gut, ich wollte ihn sowieso noch nicht anbinden, dass kennt er noch nicht“, sagte Sarah etwas verlegen und lächelte.

arial„Gerne“, nickte ich und suchte aus meiner Tasche einen leckeren, glänzenden Apfel, den ich extra für den jungen Hengst mitgenommen hatte. „Schau mal“, sagte ich leise und streckte meinen Arm aus, während ich vorsichtig auf Storm zu ging. Seine Augen leuchteten, er fixierte den Apfel, beobachtete mich aber trotzdem ganz genau.

arialSchon nach recht kurzer Zeit konnte ich so nah an den Hengst treten, dass er mir mit gestrecktem Hals den Apfel von der Hand nahm.

arial„Das ist lecker, nicht wahr?“ Sarah krauelte ihm die Ohren, während ich mich langsam weiter näherte. Storm war sehr angespannt, jederzeit bereit zur Flucht, so wie er es in seiner alten Heimat wohl oft getan hat.

arialDoch heute schien er zu verstehen, dass ich ihm nichts Böses wollte. Ich wechselte einen kurzen Blick mit Sarah, die lächelnd nickte und Storm mit Leckerlis ablenkte. Ich nutzte meine Chance und trat vorsichtig neben das rechte Vorderbein und berührte dieses behutsam. Der Hengst zuckte zusammen, wich erschrocken einige Schritte zur Seite, war aber glücklicherweise noch immer auf Sarahs Leckerlis konzentriert.

arialDer zweite Versuch, den ersten Huf anzuheben, zeigte mehr Erfolg. Zwar schnappte Storm kurz nach mir, Sarah konnte ihn aber davon abhalten, mich auch zu erwischen.

arialOhne groß zu zögern, säuberte ich den Huf, schnitt die Hufwand und die Trachten kürzer und bearbeitete rasch den Strahl. Vorsichtig ließ ich den Huf runter und entfernte mich einige Schritte.

arialIch betrachtete den Huf und sagte dann: „Ich denke, das Raspeln auf dem Bock lassen wir heute mal ausfallen. Die Hufe haben so schon eine recht passable Form und beim nächsten Besuch können wir dann versuchen, ihm den Hufbock schmackhaft zu machen.“ Sarah nickte und schien ebenfalls erleichtert zu sein, dass wir, aber vor allem Storm, diese Strapazen nicht auf uns nehmen mussten.

arialDie anderen drei Hufe verliefen ählich wie der erste: Zuerst versuchte der Hengst nach mir zu schnappen, ließ dann aber die Behandlung über sich ergehen.

arial„Super“, lobte ich Storm, nach erfolgreichem Ausschneiden. „Hast es ja doch überlebt.“ Lachend holte ich einen weiteren Apfel aus meiner Tasche und näherte mich dem Pony wieder vorsichtig. Ohne Anstalten nahm er das Leckerli und kaute genüsslich auf dem saftigen Apfel.

arial„Gut, ich bringe ihn eben zurück in den Stall und hole direkt den nächsten“, lächelte Sarah, während sie sich auf den Weg zum Offenstall machte.



arialDer Falbhengst Wishing Well stand als nächstes auf der Liste. Sarah band ihr Pony am Anbindeplatz an, lächelte mir zuversichtlich zu und sagte: „Wish ist das genaue Gegenteil von Storm, er kennt den Hufschmied und hat keinerlei Probleme ruhig zu bleiben.“

arialIch war tatsächlich erleichtert, dass nicht wieder ein solch anstrengendes Pferd vor mir stand, obwohl Storm ja gar nichts dafür konnte, er hatte einfach noch nicht gelernt, dem Menschen zu vertrauen.

arialWährend ich ein Leckerli aus meiner Tasche zauberte und dem Hengst einige Schritte näher trat, spitzte er aufmerksam die Ohren und hatte einen frechen, wobei, eher bettelnden Blick drauf.

arial„Schau mal was ich dir mitgebracht habe“, begrüßte ich Wish nun und gab ihm sein Begrüßungsleckerli. Zufrieden kauend, wandte er sich ab, als wolle er sagen 'Ok, du hast Futter, dann darfst du auch an meine Hufe'. Sarah und ich mussten im gleichen Moment anfangen zu lachen.

arial„Das ist ein Schlumpf“, sagte die junge Frau und strich dem Hengst über seine kurze Stehmähne.

arial„Gut Wish, darf ich also anfangen?“ Grinsend schaute ich ihn an. Als keine Reaktion kam, nahm ich mir den ersten Huf vor, betrachtete diesen erst einmal und stellte fest, das die Füße des Hengstes noch recht gut aussahen, sie nur etwas gekürzt werden mussten.

arialVoller Tatendrang machte ich mich also daran, mit dem Hufmesser das überschüssige Horn zu entfernen. Wie bereits von Sarah erwähnt, stand Wish, beinahe wie eine Statue, still. Ohne Probleme konnte ich alle vier Hufe auf die richtige Länge bringen, die Form war sowieso noch gut.

arialDamit war Wish aber noch nicht befreit. Einen Rennpferdebeschlag mit Stollen sollte der Hengst noch bekommen, was auch, wie zu erwarten, keine Probleme bereitete.

arialBevor ich die Eisen, welche aus Aluminium bestanden, zum Anpassen erhitze, suchte ich die richtige Größe für das Connemara Pony heraus. Mit dem glühenden Eisen trat ich an den Vorderhuf, welchen Sarah hielt und drückte es kurz, aber fest auf das Horn. Weißer Rauch und ein beißender Geruch stieg empor, während sich das Eisen ein Bett in das Horn brannte. Wish konnte das nicht beeindrucken, geduldig wartete er, bis Sarah den Huf runter ließ und ich das Eisen auf dem Amboss in die richtige Form brachte.

arialDie Stollen konnten später nach Belieben an- und abgeschraubt werden, vor allem für die Pferderennen auf Schnee waren diese besonders wichtig.

arialDas Festnageln des ersten Eisens verlief problemlos, sodass es dann mit dem nächsten weiter ging. Wish verhielt sich die ganze Zeit über ruhig und sehr geduldig, auch als ich das Eisen am rechten Hinterhuf zweimal anpassen musste.

arial„So ein braver Junge“, lobte ich den Hengst, nachdem er mit den neuen Eisen ausgestattet war.

arial„Der Nächste ist auch ein ganz Lieber“, lächelte Sarah und band Wish los. „Ich bin sofort wieder da.“ Mit dem Hengst an der Seite marschierte sie wieder zum Stall und kam kurz darauf mit dem nächsten Pferd zurück.



arial„Das ist Moon, der Vater von Wish“, stellte die junge Frau mir den hübschen braunen Connemara Hengst vor, während sie ihn sicher am Anbindeplatz anband.

arial„Guten Morgen“, sanft streichelte ich Moon über die Nüstern. „Fast noch hübscher als sein Sohn“, grinste ich Sarah an.

arial„Er ist ein Traumpferd, das kannst du dir gar nicht vorstellen“, erwiederte meine Kundin stolz und lachte.

arialIch nickte, wand mich dann aber wieder dem Pferd zu, um zuerst die Hufe zu beurteilen.

arialDer erste Eindruck war nicht schlecht, die Hufe hatten eine schöne Form und Moon hatte keinerlei Fehlstellungen. Nur die Länge gefiel mir nicht ganz, also griff ich nach meinem Hufmesser, hob den ersten Huf an und kürzte diesen. Ruhig stand der gut bemuskelte Moon neben mir, Interssierte sich aber nicht weiter dafür, was ich machte.

arialNicht viel Zeit verging, da waren auch schon alle vier Hufe wieder auf der richtigen Länge. Moon war, neben Wish, das einzige Pferd, welches heute einen Beschlag bekam. Allerdings einen normalen Stahlbeschlag und auch nur an den Vorderhufen.

arial„So kleiner Mann“, sagte ich, strich dem Hengst über den Hals und wandte mich dann dem Schmiedeofen zu. Rasch war das erste Eisen glühend heiß und während Sarah den Huf hielt, passte ich den Beschlag an diesen an. Moon wackelte etwas mit den Ohren, blieb aber ansonsten vollkommen entspannt.

arial„Wenn doch alle Pferde so brav wären“, lachte ich und bearbeitete zeitgleich das Eisen auf dem Amboss.

arial„Wenn jeder seine Pferde behutsam daran gewöhnen würde, wäre das sicher auch kein Problem“, entgegnete Sarah, die ihrem Hengst die Stirn krauelte.

arial„Ja das hast du recht, Geduld ist wohl das Wichtigste bei der Pferdeerziehung“, stimmte ich Sarah zu und kühlte das passende Eisen im Wasser ab.

arialMit mehreren Nägeln befestigte ich es dann am rechten Vorderhuf und fuhr direkt mit dem zweiten und letzten Eisen fort.

arial„Super gemacht“, lobte ich Moon, nachdem auch der linke Vorderhuf mit einem Eisen versehen war. „Dann darfst du jetzt zurück in den Stall.“

arialSarah nickte lächelnd, während sie den Hengst losband und zu seinen Freunden brachte.



arialDie 7-Jährige Stute Kürbis wurde mir als nächstes von Sarah gebracht.

arial„Kürbis ist eigentlich eingetragen als braune Stute, aber sie macht ihrem Namen alle Ehre“, erklärte mir die junge Frau, während sie die Stute, welche tatsächlich leicht orange schimmerte, anband.

arial„Hallo Kürbis“, begrüßte ich die Stute grinsend, während ich ihr ein Leckerli zusteckte und mir ihre Hufe ansah.

arialGesundes, hartes Horn erwartete mich, als ich den ersten Huf anhob und den Strahl betrachtete. Sehr gut gepflegt, alles tip top, nur ein bisschen zu lang.

arialKürbis war weniger begeistert von meinem Besuch, legte sich doch die Ohren an, als ich erneut ihren Huf anheben wollte.

arial„Eine kleine Zicke“, lachte ich und startete den nächsten Versuch, den zweiten Huf auszuschneiden. Zwar war die hübsche Stute wieder nicht begeistert, ließ sich aber trotzdem brav den Huf kürzen.

arialKnappe 10 Minuten später stand Kürbis auf ordentlichen, gut gepflegten Hufen und hatte es für heute geschafft.

arial„Eigentlich bist du doch eine ganz Liebe, nicht wahr?“ Lächelnd gab ich dem Pony zum Abschied erneut ein Leckerli, anschließend brachte Sarah sie fix zurück in den Stall.



arialNach den 4 Ponys kam nun ein etwas größeres Kailber auf mich zu. Sarah band den mächtigen Friesen an und erklärte: „Das ist MorrigansCall, allerdings wird er nur Call gerufen. Er ist artig, allerdings solltest du ihm nicht über den Widerrist streichen, dort hatte er eine große Wunde als Fohlen und ist besonders empfindlich.“

arial„Alles klar“, nickte ich und betrachtete zu Anfang die Hufe, welche eine schöne Form hatten, jedoch in der Länge nicht optimal waren.

arialBevor ich jedoch mit dem Ausschneiden begann, begrüßte ich den großen Hengst erst einmal.

arial„Hallo Call“, sagte ich leise. „Magst du ein Leckerli haben? Ich glaube schon. Ich werd auch ganz vorsichtig mit dir sein.“ Neugierig beobachtete der Rappe mich, während ich in meiner Tasche kramte und kurz darauf ein Leckerli rauszog. Etwas schüchtern nahm er es sich von meiner Hand und kaute zufrieden.

arialLächelnd trat ich an sein Vorderbein und hob den Huf hoch. Ohne zu zögern gab er mir diesen und stand brav still. Sarah krauelte ihn unterdessen hinter den Ohren.

arialMit dem Hufmesser entfernte ich zunächst das überschüssige Horn an Hufwand und Trachten, anschließend platzierte ich den Huf auf dem Bock und raspelte von außen die Hufwand schön glatt. Rasch war auch der Strahl korrigiert, sodass ich den Huf absetzte und Call lobte.

arialNach nur kurzer Zeit hatte ich auch die anderen drei Hufe bearbeitet, sodass der hübsche Friese für heute alles geschafft hatte.

arial„Wieder so ein braves Pferd“, lachte ich, während ich Call noch ein Leckerli gab und Sarah ihn dann zurück in den Stall brachte.



arialNach dem Großen, führte Sarah nun wieder eine kleine Connemara Stute und band sie an. „Das ist Willow Maiden, sie ist ebenfalls eine ganz artige“, lachte meine Auftraggeberin und klopfte ihrem Pony den Hals.

arialAuch ich näherte mich der Stute nun und machte mich mit ihr bekannt. Neugierig streckte sie mir ihre Nüstern entgegen und schnaubte leise. „Schau mal“, sagte ich, während ich ein Leckerli aus meiner Tasche holte. „Du magst sicher auch Eins haben.“ Mit ihren weichen Lippen schnappte Willow sich das Leckerli und zerkaute es genüsslich.

arialWährendessen betrachtete ich schon mal die Hufe, konnte dabei aber nichts Ungewöhnliches feststellen, sodass ich mir direkt den ersten Huf nahm und mit dem Kürzen begann. Wie bereits erwähnt, machte die Stute keine Zicken und ließ mich brav meine Arbeit machen.

arialEs verging nicht viel Zeit bis ich beim letzten Huf angelangt war. Dort verfuhr ich wie bei den Hufen zuvor: Zuerst kürzte ich Hufwand und Trachten auf die optimale Länge, anschließend raspelte ich den Huf rund und korriegirte dann den Strahl.

arialWillow machte alles brav mit und durfte dann zurück in den Stall.



arial„Fast geschafft“, lachte Sarah. „Drei nurnoch und jetzt ist diese hübsche Dame an der Reihe: Scylla.“

arialDie Schimmelstute beäugte mich neugierig und freute sich über die kleine Leckerei, die ich ihr zur Begrüßung zusteckte.

arialOhne groß Zeit zu verlieren, ich war immerhin schon fast 2 Stunden mit den Pferden beschäftigt, begann ich mit den Hufen. Wie auch bei den anderen Ponys, schaute ich mir die Hufe von Scylla an, um eventuelle Auffälligkeiten festzustellen. Es war allerdings alles in Ordnung, sodass ich mir mein Hufmesser nahm und nacheinander alle vier Hufe auf die richtige Länge brachte.

arialDabei verhielt sich das Connemara Pony sehr vorbildlich und ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Nur eine Pfütze, die etwas abseits war, beobachtete sie mit wachsamen Augen, man könnte fast meinen, sie hätte Angst, das sie angegriffen werden könnte.

arialLachend verabschiedete ich mich von Scylla, als ihre Hufe fertig waren und räumte ein wenig meine Sachen auf.



arialIn der Zwischenzeit holte Sarah das vorletzte Pferd, einen hübschen Araberhengst und band ihn am Anbindeplatz an. Lächelnd sah Sarah mich an: „Bist du etwa schon müde? Hast es ja bald geschafft und die letzten beiden sind auch wirklich artig.“

arial„Ja, so langsam schwindet mir die Kraft“, grinste ich. „Aber auch die Letzten schaffe ich jetzt noch.“

arialGolden River, der Araber, schaute mich neugierig an und schien etwas zu erwarten. „Na, du kriegst doch auch ein Leckerli“, sagte ich liebevoll und steckte dem Hengst einses zu.

arialDann machte ich mich daran, die Hufe zuerst zu beurteilen und sie dann ausszuschneiden. Brav stand der Hengst still, während ich den ersten Huf anhob und mit dem Hufmesser das Horn kürzte. Mithilfe der Raspel und dem Hufbock feielte ich den Huf von außen schön rund und in eine gute Form. Schließlich korrigierte ich noch den Strahl, dann war der erste Huf fertig und es ging weiter.

arialRasch waren auch die anderen drei Hufe nach dem gleichen Prinzip bearbeitet und River bekam für sein gutes Verhalten erneut ein Leckerli.

arial„Schau, jetzt fehlt nurnoch einer“, sagte Sarah mitfühlend, während sie den Araber losband und zurück zum Stall führte.



arialDer Letzte für heute war wieder ein Connemara Hengst. Sarah band den 7-Jährigen an und sagte: „Das ist Varulv, er ist manchmal etwas frech, aber anstonsten ganz artig.“

arialLangsam trat ich auf den Hengst zu und begrüßte ihn mit einem Leckerli: „Hallo Hübscher, geht’s dir gut?“ Ich bekam natürlich keine Antwort, aber das Leckerli nahm Varulv gerne an.

arialIch schaute mir die Hufe des Rappen an, er hatte zwei helle und zwei dunkle. Gut gepflegt sahen sie aus, könnten nur ein Stück kürzer, aber dafür war ich ja heute da. Sanft hob ich den ersten Huf an und begann mit dem Hufmesser das alte, überschüssige Horn zu entfernen. Brav stand Varulv dabei still, auch als ich seinen Huf auf dem Bock platzierte und raspelte, schaute er nur neugierig zu.

arialIch fuhr mit dem nächsten Huf fort und rasch waren alle vier Hufe wieder optimal versorgt.

arial„Super, wir habens geschafft“, lachte ich und legte mein Werkzeug zur Seite.

arial„Ja und so viele waren es ja nun auch nicht“, grinste Sarah, während sie Varulv losband und schnell zurück in den Stall brachte.



arial„Ich helfe dir noch, deine Sachen zum Auto zu bringen“, sagte Sarah, als sie vom Stall zurückkehrte. Gemeinsam packten wir mein Werkzeug zusammen, brachten es zum Auto, wo ich alles sicher verstaute.

arial„Vielen Dank für deinen Besuch, ich bin wirklich zufrieden“, bedankte sich die junge Frau, ehe wir uns verabschiedeten und ich mich auf den Weg nach Hause machte.



arialMüde kam ich auf Unelma Hevonen an, doch zum Ausruhen blieb keine Zeit: Lina würde bald aus Deutschland eintreffen, zu Weihnachten hatte sie mir zwei Pferde geschenkt, die heute eintreffen sollten.

arialZuerst verstaute ich aber meinen Hufschmied Kram und schaute dann in die Ställe, ob alles in Ordnung war. Calistas Box war noch immer leer, jeden Tag stieg die Spannung, wann sie wohl wiederkommen würde.

arialIch hörte ein Auto und lief, ja rannte beinahe aus dem Stall. Lina war da!

arialKaum war sie ausgestiegen, fiel ich ihr um den Hals: „Hey, wie war die Fahrt? Geht es dir gut? Und den Pferden? Ich kann es kaum erwarten!“

arialEtwas überrumpelt und müde blickte sie mich an: „Hey, danke mir geht’s gut, den Pferden auch soweit, sie fanden die Fahrt zwar nicht grade toll, aber jetzt sind sie ja da!“

arial„Komm, wir holen sie raus. Mensch bin ich glücklich, ich freu mich so!“

arialRasch öffneten wir den Hänger und holten die beiden ingleichen Pferde raus.

arialDa war einmal Brave, ein toller, wahnsinnig schöner Tinkerhengst und zum Anderen, der kleine Shettyhengst Dave. Ich kannte ihn bereits und war überglücklich, als ich erfahren hatte, dass Lina ihn mir schenkte.

arial„Ich denke, die beiden wollen erstmal laufen, drei Tage auf dem Hänger, da hat sich viel Energie angesammelt. Können wir sie auf die Weide lassen?“ Lina hielt den kleinen Dave, während ich Brave am Strick hatte.

arial„Ja, die anderen beiden Hengste sind im Stall“, nickte ich und marschierte vor, zur Hengstweide.

arialGrade hatten wir die Stricke von den Halftern gelöst, da galoppierten die beiden Pferde auch schon los. Ein herrliches Bild, der kleine und der Große. Die beiden kannten sich noch nicht, mussten sich aber zwangsweise auf der Fahrt arrangieren. Brave platze fast vor Energie und konnte gar nicht aufhören zu laufen, alles war neu, alles war Interessant und alles musste genau erkundet werden.

arialLina würde eine Nacht bleiben, dann musste sie zurück nach Deutschland, ihre Pferde warteten dort auf sie.

arial„Lassen wir sie erstmal toben, du hast sicher Hunger?“ Ich zeigte Lina den Weg zum Haus, wo wir uns in die Küche zurück zogen.

arial„Oh ja, wenn du was hast, wäre das super“, nickte meine Freundin.

arial„Klar, ich mach uns schnell was“, erwiderte ich und begann zu Kochen.

arialWährend dem Essen unterhielten wir uns über Verschiedenes, vor allem aber bedanke ich mich gefühlte 100 Mal.



arialEs war später Nachmittag, als wir uns erneut zur Weide aufmachten, um die beiden Hengste das erste Mal in ihren neuen Stall zu bringen. Lina nahm Dave und ich Brave. Die beiden kamen in die Boxen auf der linken Seite, gegenüber von Monster und Heat.

arialAufgeregtes Schnauben und Scharren kam auf, als wir den Stall betraten und die Neuankömmlinge in ihren Boxen unterbrachten.

arialEs würde sicher ein paar Tage dauern, bis sie alle zusammen auf die Weide gehen konnten, aber ich war zuversichtlich, dass sie schnell eine Rangordnung festlegen würden.



arialKurzfristig hatte ich mich bereit erklärt, noch einen Auftrag am heutigen Tag zu erledigen. Es ging zu Eddi, welche einige Pferde hatte, die Beschlagen werden sollten. Ich machte mich also rasch auf den Weg, da es mittlerweile dunkel geworden war.

arialEine junge Frau winkte mir lächelnd entgegen, ich erkannte sie sofort, parkte meinen Wagen und begrüßte Eddi, die auf den Parkplatz gekommen war.

arial„Hey, vielen Dank, dass du jetzt noch gekommen bist, das wäre wirklich nicht nötig gewesen“, sagte sie.

arial„Für dich würde ich wahrscheinlich auch mitten in der Nacht aufstehe“, erwiderte ich lachend. „Dann lass uns mal keine Zeit verlieren und direkt anfangen.“

arialEddi nickte verlegen und half mir meine Sachen zum Stall zu bringen.

arial„Gut“, sagte sie, nachdem alles am beleuchteten Anbindenplatz war. „Dann hole ich mal den Ersten.“

arialNur wenige Sekunden später, wurde mir ein hübscher Criollohengst als 'Campéon' vorgestellt. Er schien etwas verwirrt, dass so spät noch jemand zu Besuch kam, ließ sich aber dennoch artig anbinden.

arialSchöne, ordentlich gepflegte Hufe sprangen mir sofort ins Auge.

arial„Da muss ja fast nichts gemacht werden“, lachte ich, nahm aber trotzdem den ersten Huf an und schnitt das Horn etwas kürzer, außerdem musste der Strahl etwas korrigiert werden.

arialDann ging es rasch ans Beschlagen. Campéon bekam, wie auch die anderen, noch folgenden Pferde, einen besonderen Slidingbeschlag. Dieser wurde nur an den Hinterhufen angebracht und ermöglicht dem Pferd, fast wie auf Kufen, zu rutschen.

arialBrav ließ der Hengst sich die beiden Eisen anpassen und festnageln. Ideralerweise sollte vorne kein Beschlag erfolgen und da Campéons Hufe sehr gut aussahen, war das auch nicht notwendig. Er hatte es also geschafft und durfte zurück in seine Box.



arialSchneeleopard, ebenfalls ein Criollohengst, war als nächstes an der Reihe. Gleiches Programm, anderes Pferd.

arialKurz begrüßte ich den Tigerschecken, machte mich dann aber rasch ans Ausschneiden der Hufe. Hier musste etwas mehr vom Horn weggenommen werden, als bei Campéon, aber das war nichts Weltbewegendes.

arialWährend ich die Hufe bearbeitete, döste Schneeleopard vor sich hin und ließ sich nicht davon stören, dass ich an seinen Hufen rumwerkelte.

arial„Westernpferde“, lachte ich über die Gelassenheit des Hengstes, während ich mir zwei Slidingeisen zurechtlegte. Schneeleopard hatte ebenfalls gute Hufe, sodass wir die Vorderhufe unbeschlagen lassen konnten.

arialOhne mit der Wimper zu zucken ließ der der Criollo sich die beiden Eisen an die Hinterhufe anpassen, sowie festnageln. Während des Anpassen der heißen Eisen ging Eddi mir zur Hand, ansonsten hielt sie sich eher im Hintergrund. Auch sie schien etwas müde zu sein. Ich war es auch.

arialKurz musste Eddi den Hengst anstupsen, bevor sie ihn in den Stall zurück brachte. „Alle schon am Schlafen“, lachte sie und verschwand im Gebäude.



arialSie kam zurück und führte dieses Mal einen verschlafend guckenden Mustanghengst. „Hidalgo lag schon, der Arme musste jetzt extra nochmal aufstehen“, grinste Eddi frech, während sie den Schecken anband und ihm den Hals klopfte.

arialNachdem ich mich mit ihm bekannt gemacht hatte, betrachtete ich zuerst die Hufe und begann anschließend mit dem Ausschneiden. Wie auch seine Vorgänger, stand er gelassen da und döste.

arialEs dauerte nicht lange bis alle Hufe wieder ordentlich zurecht gemacht waren, sodass wir rasch mit dem Beschlagen anfingen.

arialWie sollte es anders sein, bekam auch Hidalgo einen Slidingbeschlag für die Hinterhufe. Vorne blieb er ebenfalls barhuf, ich sah kein Problem daran. Beim Anpassen und befestigen der beiden Eisen blieb der Hengst ruhig stehen und wartete geduldig ab, bis er wieder in den Stall durfte, weiter schlafen.

arial„Hast es doch schon geschafft“, sagte ich zu dem missmutig drein schauenden Hidalgo, nachdem die Eisen sicher am Huf waren. „Du darfst wieder ins Bett!“



arialDer letzte für heute war Call me a Twist, ein Painthengst, der ebenfalls nicht begeistert von dem abendlichen Hufschmiedbesuch zu sein schien.

arial„Es dauert wirklich nicht lange“, lachte ich, während ich dem Hengst ein Leckerli zusteckte.

arialSogleich fing ich mit dem Ausschneiden an, indem ich zuerst die Hufwände und Trachten kürzte, anschließend die Hufe nacheinander auf dem Hufbock platzierte und sie mit der Raspel ordentlich in Form brachte.

arialBrav ließ Twist sich nun die Eisen anpassen. Erneut half Eddi mir dabei, indem sie den Huf hochhielt, während ich das heiße Eisen anpasste. Auch das brachte den Hengst nicht aus der Ruhe, er wartete scheinbar nur darauf, dass wir endlich fertig wurden.

arialEs dauerte nicht lange, bis die beiden Eisen an den Hinterhufen befestigt waren und ich mich von dem Painthengst verabschieden konnte.

arialRasch brachte Eddi ihn zurück in seine Box, während ich meinen Kram zusammenpackte und im Auto verstaute.

arial„Ich weiß gar nicht, wie ich mich bedanken soll, dass du um diese Uhrzeit noch gekommen bist“, sagte Eddi, nachdem sie aus dem Stall zurückgekehrt war.

arial„Ach, du“, erwiderte ich. „Das ist wirklich kein Problem.“

arialWir verabschiedeten uns und während ich langsam vom Hof rollte, winkte die junge Frau mir noch hinterher.
  • Lunalina
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