Muemmis kleines RL-Chaos :)

Geschrieben von Muemmi im Blog Sportpferdezentrum und Gestüt Naundorf. Ansichten: 189

Weil ich gerade in der Statik-Vorlesung sitze und mein Skript zu Hause liegt (da liegt es sehr gut! ^^), hab ich mich mal kurz ums Fahrturnier gekümmert (Gewinnerthema folgt noch, da spinnt die kleine Kiste hier immer ganz gern) und dachte, ich setze hier mal einen Blogeintrag. Manchmal braucht es ein komplett anderes Umfeld, um mal das vom Stapel zu lassen, was der ein oder andere nicht mehr hören kann.

Ich bin Eine der sehr Glücklichen, die sich immer die "Falschen" an Land zieht. Und auch gern die ganz Tollen unter den Männern auf das Übelste vergrault. Manchmal will man meinen, dass ich es gar nicht anders verdient habe ;) Aber jetzt mal zum Chaos, warum ich die letzten Wochen/Monate nicht wirklich geistig da war. Und auch noch nicht bin, wie ich meine.
Bis letztes Jahr April hab ich mich ganze vier Jahre an jemanden verschwendet, der mir mehr bedeutet hat, als es jemals wer zuvor getan hat und glaub auch je sein wird. Ich hab nie darüber nachgedacht, was mal in 10-15-20 Jahren sein wird. Ich wusste, wenn er sich für mich entscheidet, bleib ich. Egal was kommt. Egal, wer was dazu sagt. Für mich war es "die Liebe meines Lebens" und ich weiß, dass ich ihm in einem Moment wirklich auch etwas bedeutet habe.
Mehr als eine Affäre ist aber nie draus geworden. Egal, was ich getan oder gelassen habe. Manchmal begegnet einem so ein Mensch eben. Erst vor ca. 3 Wochen hab ich unseren gesamten Whatsappverlauf gelöscht, ihn tatsächlich geblockt und aufgehört, mir über ihn Gedanken zu machen. Das nahm zwar schon das ganze letzte Jahr ab und ist seit seinem Geburtstag Ende März, an dem ich mich das erste Mal nicht mal mehr gemeldet habe, auch so gut wie überhaupt nicht mehr der Fall gewesen. Kontakt haben wir seit Anfang November 16 schon nicht mehr.
Warum es nicht über dieses "Ab und An sehen" hinaus ging?
Der Grund ist ganz einfach: Liebe ist nicht alles. Es gehört so viel mehr dazu. Auf meiner Seite war ich bereit dazu, die Konsequenzen zu tragen. Das hätte für mich geheißen, keine Kinder zu kriegen und in ca. 20 Jahren wieder alleine zu sein. Unser Altersunterschied wär nämlich höher, als ich selbst alt bin. Er seit Jahren geschieden, zwei Kinder. Das hört sich vielleicht für viele total schockierend an, funktionierte aber bei ganz vielen meiner Freunde wunderbar. (Und auch bei uns, in manchen Momenten. Ich habe ein paar Erinnerungen, die für immer zu meinen Glücklichsten gehören werden) Allerdings nur dann, wenn beide Partner zueinander stehen.
Ich wünsche niemandem auf dieser Welt diese Erfahrung, jemanden so sehr zu lieben, dass man ihm überall hin folgen würde und selbst ist man diesem Menschen nicht im Ansatz so viel wert. Die Hoffnung, dass er sich nur aus Liebe zu mir nicht für mich entscheidet (eben wegen den Konsequenzen) habe ich aufgegeben. Ob es so ist? Ich werde das niemals von ihm erfahren, als würde er mir das sagen.

Vielleicht war das aber die Prüfung, für etwas, was ich noch nicht verstehen mag. Alles im Leben hat seinen Sinn und mit dieser Ansicht habe ich heute meinen Frieden gefunden. Wir werden uns hoffentlich nicht wieder sehen in diesem Leben. Denn das würde bei mir doch noch Narben aufplatzen lassen, mit denen ich heute ohne Hilfe mehr als nur gut umgehen kann. Ich bin tatsächlich drüber weg und mir geht es so gut wie seit 2012 nicht mehr.
Ich kümmerte mich um mich, ging zum Sport, lernte neue Leute kennen. Darunter auch meinen "Exfreund", eine Liason, die gerade einmal 8 Wochen hielt. Er ohne Schulabschluss und abgebrochener Lehre, ich mit Gesellenbrief, BOS-Abi und Studentin. Wir waren wie Tag und Nacht, fanden keinen Nenner, außen den Sport. Ich mag ihn noch heute sehr, auch wenn seither kein Kontakt mehr da ist, außer einem "Hallo", falls ich mal wieder trainiere.

Es ist Ende August. Ich 2 Monate vor meinem 25. Geburtstag und habe angefangen, genau zu überlegen: Was will ICH eigentlich wirklich in diesem Leben? Beruflich habe ich immer gewusst, wo hin es geht. War ein Weg gegangen, sah ich sofort den Nächsten. Bei den Männern ließ sich nichtmal ansatzweise ein Schema erkennen. Bis zu dem Punkt: Ihr Lächeln ist immer das Selbe gewesen. Verliebt. Selbstverliebt. Selbstbewusst.
Warum immer die, die mir auf kurz oder lang eh mit irgendwas an die Karre fahren? Egal, wie sehr ich mich für sie verbiege?
Und da war der Punkt, den ich so lange gesucht habe: Warum ist es gescheitert? Weil ich irgendwann etwas gemacht habe, nachdem ICH mich gesehnt habe. Mit größter Rücksicht allem nachgegeben, was ER wollte. Und dann nehme ich mir eine Sache raus, bitte um einen Kompromiss - und bekomme ihn nicht, sondern nur wieder mein "Dauersingleleben".
Mit der Trennung von "meinem Alten", wie er liebevoll von mir bezeichnet wurde, das Aufatmen: Was jetzt? Ich kann ein Haus bauen, Kinder kriegen, Erfahrungen sammeln, MIT jemandem alt werden. Und mein Herz: Ja, genau das ist es. Ich lese einen Artikel über eine Liste. Eine Liste an Dingen, die ich mir wünsche, die ein Mann erfüllen MUSS, weil es sonst nie funktionieren wird mit mir. Ich will eine Partnerschaft, keine Dienerschaft. 25 - es hat lange gedauert.

Mit diesem Wissen, mit Tagebucheinträgen nur für und über mich ging es in einen neuen "Lebensabschnitt". Ich fange in einem Büro an, arbeite neben dem Studium (das absolut klasse läuft und mir SO viel Spaß macht), stehe als Lehrerin ab und an zum Spaß vor der Klasse, gehe auf und bin glücklich.
Da steheln sich klammheimlich drei Männer in mein Leben, ich kann endlich differenzieren. Dachte ich.
Ich glaubte, endlich zu "sehen", mein Herz in Einklang zu bringen mit dem, was ich mir vorher dazu gedacht habe. Und verliebe mich. Weiß nicht mehr, wo oben und unten ist.
Wir sehen uns ca. 1x die Woche, beruflich, nicht privat. Er kann sich genau an Prüungen erinnern, fragt nach meiner Familie, erkundigt sich nach meinem Wesen, wie ich bin. Endlich jemand, dem es um mich geht, der wissen will, wer ich bin. Es ist so harmonisch wie noch nie zuvor.
Bewusst gewollt war es damals aber nicht, wie ich heute weiß. Selbst im Chaos, trennte sich gerade nach jahrelanger Beziehung. Ich tat ihm gut, was auch vollkommen in Ordnung ist, steigerte aber meine Hoffnungen damals sehr. Ich weiß auch, dass ich nicht ganz unrecht hatte mit meiner Gegenseitigkeit, aber der Moment war so vollkommen der Falsche, ihm zu beichten, dass ich Gefühle für ihn hege. Von der Freundin, der Trennung, erfuhr ich erst später, hatte ich nicht geahnt und ihm somit auch niemals gestanden. Ich hätte die Chance gehabt, alles zu werden - nur nicht seine "letzte Freundin".
Ich steckte meinem Schwarm einen Brief zu (weil wer bekommt denn mit Mitte 30 noch nen Liebesbrief ;)) , zwei Wochen, nachdem mir selbst jemand sagte, dass ich ihm nicht mehr aus dem Kopf gehen würde. Wie sehr würde ich mir über die kommenden Monate dafür "in den Hintern beißen", mit diesem Mann nichtmal einen Kaffee getrunken gegangen zu sein... Ich machte die selben Fehler, wie zuvor, ich hatte nichts dazu gelernt. Wie sehr würde ich ihm heute gerne sagen, dass er mich dadurch aus den Selbstzweifeln gezogen hat. Man muss mir aber lassen: Ich hab zumindest seine Gefühle nicht mehr verletzt, als unbedingt nötig... Da bin ich dann doch recht gut drin, auch wenn es hart war für ihn und ich es ihm noch länger angesehen habe... :(
Und was war mit meinen? Ich erfuhr von der Trennung, wartete zumindest auf einen Kaffee, ein Gespräch und die Möglichkeit ihn als Freund kennen lernen zu dürfen. Wir kamen auch monatelang gut mit dieser schwebenden Zwischenlösung aus. Ich wusste: Er braucht einfach Zeit. Aber nicht für mich.
Er machte mir am Ende noch einmal Hoffnungen, als ein guter Freund schon längst zu mir meinte: Er hätte schon lange etwas gesagt, auch wenn er nichts wollen würde, sofern er dich respektiert und schätzt. Aber er tat es nicht. Auf den Korb gefasst nahm ich also von Mann zwei von diesen dreien genau diesen bei einem Telefongespräch (nach zweimaligem Versetzen) diesen entgegen. Das ist gerade einmal drei Wochen her.

Hätte mein guter Freund mir nicht schon vor 2 1/2 Monaten oben genanntes gesagt, würde ich noch lange knabbern. So aber nicht. Ich machte einen Schritt zurück, ließ nochmal alle Begegnungen im Kopf laufen und merkte: Ich habe keine Chance. Fing wieder an, mich zu fragen: Ist ER derjenige, der "Richtige"?
Die Antwort lautete ganz klar: Nein. Nicht im Geringsten.
Ich setzte die rosarote Brille ab und verglich uns beide. Ich, die als Wikingerbraut Motorrad fährt, sich keine Gedanken über Luxus oder Ränge macht, ehrlich liebt und nicht überlegen möchte, ob ihr Wesen genau so zu Tage tritt, damit sich keiner daran stößt.
Er stotterte, dass er sich gerade nichts vorstellen kann, dass da nix war und hinterließ in mir das Gefühl, dass er mich die ganze Zeit nur angelogen hat. Beim nächsten Aufeinandertreffen, als wäre nichts passiert, kein Respekt vor meinen Gefühlen oder gar meiner körperlichen Distanz (steht nur sehr nah bei mir, trotzdem wahrt man da mehr Raum). Wieder viel zu lieb, viel zu interessiert für jemanden, dem man gerade nach so langem hin und her ne Abfuhr verpasst hat. Ich wiege den Brief und das, was ich dafür erhalten habe gegeneinander auf - und riegele total ab. Schüttle ihn ab und sehe quasi sofort wieder gerade aus. Ich werde ihm niemals mehr vertrauen können und damit war es für mich auch irgendwie gut.

Ganz ohne "Hilfe" ging es aber nicht ganz. Denn es bleibt ja der Dritte... ;)
Im November das erste Mal getroffen, ein Kommilitone meines Hauptfaches, drei Jahre über mir, beendet also im Februar seinen Master und geht ins Ref. Er gibt mir ein Skript, wir reden vielleicht fünf Minuten und sehen uns bis April nicht mehr. Hätte er damals schon etwas gesagt, hätte er wegen meiner sinnlosen Schwärmerei ebenfalls ein Nein zu hören bekommen. Denn genau diese fünf Minuten haben gereicht, dass er sich vollends in mich verliebt. Über FB hatten wir indirekt schon eher leichten Kontakt, wussten voneinander. Im Dezember verabredeten wir uns in der Gruppe fürs Tollwood, am selben Abend hatte ich einen Unfall mit dem Dienstauto im Büro (nichts wildes) und komme deswegen nicht. Er steht an dem Abend hoffend eine ganze Stunde und wartet auf mich. Hätte ich das irgendwie nur geahnt, hätte ich mich gemeldet. Aber wenn nur ich in der Gruppe nicht erscheine, dachte ich, wäre das nicht so wild. Tja.
Dann Anfang April, ich frage nach einem Skript. Er meldet sich sofort in der Gruppe, wir treffen uns. Reden ca. 1 1/2 Stunden dieses Mal, verstehen uns gut. Dann nach ca. 3 Wochen, von ihm: Hey, ich hätte da noch was für dich. Wieder ein Treffen, dieses Mal dauert es etwas länger, bis wir uns sehen, haben beide viel zu tun. Ich überlege nicht, wie ich was sage, bin einfach. Ahne noch nichts, wir reden ganze 2 Stunden über die Uni, die Ref-Schule und fangen an über Whatsapp zu schreiben. Wir verstehen uns immer besser, merken: Wir haben nicht nur viele, sondern fast alle Gemeinsamkeiten. Lachen zusammen beim Essen in der Mensa, fahren füreinander extra da hin, um uns zu sehen. Er erschleicht sich ganz langsam durch sein Verhalten mir gegenüber mein Herz. "Verdient" es sich.

Sonntag treffen sich ein paar in der Stadt zum Baden, ich lade ihn ein, doch einfach mit zu kommen. Zum Abend hin lösen wir uns auf, bleiben als Einzige zurück. Zusammen laufen wir durch den kompletten Englischen Garten, er schlägt vor, noch vor der Fachschaftssitzung was zusammen zu kochen. Er würde mir nur eben schnell die Studentenstadt zeigen, damit ich weiß, wo ich morgen hin kommen soll... ;) Ich grinse, als ich in seiner 12qm Bude stehe und wir bis spät in die Nacht reden. Dann schlägt er vor, dass ich auch gerne bleiben könne (ich selbst brauche gut eine Stunde aus der Stadt raus zu mir heim). Bis ich seine Hand nach einer kurzen Berührung fest halte wahrt er bis zum Schluss absolute Distanz wie kein Zweiter und meint dann, dass er meinen Charakter am liebsten mag.

Da steht er und ist plötzlich da.
Und seit dem Moment mein Freund.

<3
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