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Mit der Wende der Sommersonne....

Geschrieben von Ravenna im Blog Caed Crevan. Ansichten: 490

(c) Ravenna
Die Sprüche sind meist von den Gästen selbst gefunden worden!

„Moment soll das etwa bedeuten?“ Sarah stand auf, die Hände vor der Brust verschränkt als wolle sie sich selbst schützen, ihre Augen huschten unruhig durch den Raum. Die letzten Wochen waren Nerven aufreibend gewesen, nicht nur in Anbetracht der Tatsache das wir kurz vor dem Handfasting standen. Es hatte uns ein ganzer Sturm an Entscheidungen getroffen.




Vor knapp drei Wochen hatten wir beiden Lia ins Krankenhaus ihrer Mutter begleitet, die bereits seit geraumer Zeit gegen die Leukämie ankämpfte. Wir hatten Asmin McDubh bereits einmal kennengelernt, eine wirklich starke Frau die für ihre Kinder viel getan hatte. Jetzt jedoch verließ sie mit jeder Woche mehr und mehr die Kraft. Lia hatte es nicht lange in dem Raum gehalten in der ihre Mutter an das Bett gefesselt war, doch im Laufe unseres Besuches war klar geworden das nicht nur Lia gewollte hatte das wir beiden ins Krankenhaus kamen.


„Meine Tochter sollte endlich wieder ein geregeltes fast normales Leben führen….wenn sie von eurem Hof erzählt, der Arbeit mit den Pferden und der Schule in Craighnure. Sie strahlt wie ich es seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Es ist unwahrscheinlich das ich dieses Mal den Krebs überstehe...Angus ist bereits in einer liebevollen Pflegefamilie, der Kleine versteht ja kaum was mit seiner Mutter geschieht. Auch wenn sie Lia ebenfalls bei sich aufnehmen..“hier hatte ein Hustenanfall die Kranke unterbrochen. „Ich möchte einfach nicht das die beiden getrennt werden...genauso wenig möchte ich das Lia aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen wird. Ich habe mit ihr darüber gesprochen, genauso wie mit dem Jugendamt. Wäre es für euch abwegig Lia und meinen Sohn bei euch aufzunehmen?“


Diese Frage hatte Sarah und mich schon ziemlich überrascht, wir hatten über eine Bedenkzeit gebeten und drei Tage bekommen. Zurück auf dem Hof hatten wir mit Kathi und dem Rest des Teams darüber gesprochen. Im Grunde war uns im Falle Lia die Entscheidung nicht sonderlich schwer gefallen...ihr Bruder Angus jedoch war ein Kind von knapp 3 Jahren, das war eine ganz andere Liga gewesen. Gerade meine Partnerin hatte daran zu knabbern gehabt. Erst im letzten Jahr hatte sie ohne mein Wissen unser gemeinsames Kind abgetrieben, sie wollte nie eine Mutter werden. Zumindest war es das was sie immer erzählt hatte. Doch seitdem hatte sich einiges geändert...Fionn war in ihr Leben getreten, sie war seine Patin...oder würde es bei seiner Taufe werden. Sarah war im Umgang mit ihm anders geworden, hatte ihn in sein Herz geschlossen. Sie war einen ganzen Tag lang bei Siobhan verschwunden, doch als sie zurück kam stimmte sie wahrhaftig zu. „Machen wir sie zu einem Teil unserer Familie!“




Nun waren zwei weitere Wochen, jede Menge Papier und Organisationskram, vergangen….neben der Hochzeit hatten wir kaum einen freien Moment für die Pferde gehabt. Da war ich mehr als froh gewesen einige der trainierten Pferde abgeben zu können. Ghost wurde jedoch nicht vernachlässigt, denn auch die Hochzeit von Siobhan und Ty rückte immer näher und wir wollten Ghost dem kleinen Fionn zur Taufe schenken. Neben der Entscheidung die Kinder bei sich aufzunehmen hatten wir ebenfalls einige unserer Pferde abgeben – nicht das uns diese Sache einfach gefallen wäre, aber weniger Pferde bedeutete auch etwas weniger Arbeit für alle von uns.




Jetzt jedoch saßen wir – mal wieder – Büro unserer Jugendamtszuständigen und soeben mit einer weiteren „Überrraschung“ erfasst hatte. „Ja ganz richtig Frau Kyren. Sie haben die besten Voraussetzungen um beide Kinder bei sich aufzunehmen. Ein geregeltes Umfeld, im Falle des Mädchens wird sie weiterhin ihre Schule besuchen dürfen. Im Falle von ihrer Krankheit befinden sich in ihrem näheren Umfeld andere Menschen die sich um die Kinder kümmern können.“ Dabei musste ich mir ein Lachen verkneifen, wenn ich da an Hansi dachte dem wir Fionn lieber nicht übergaben da der Hüne ständig irgendwo gegen lief oder aber Kathi die noch viel weniger mit kleinen Kindern umgehen konnte….Im Grunde waren wir alle ein total chaotischer Haufen, dem wohl lieber kein Kind anvertraut werden sollte. „Nur gibt es eben diesen einen Fakt...um beide vollwertig mündig für die Kinder zu sein müsst ihr verheiratet sein, sonst wird das nur einem von euch übertragen oder jedem ein Kind.“


Sarah setzte sich wieder auf den Stuhl, sah mit leicht entrücktem Blick zu mir hinüber. „Können wir das wagen?“


Ich schluckte ein wenig, lächelte dann...“Wir haben eine Zucht gegründet….trainieren seit einiger Zeit Pferde und sind dabei zwei Kinder aufzunehmen. Na wenn wir das nicht packen, wer dann? Wieso noch ein Jahr warten, wenn es auch danach noch schief gehen kann. Lieber etwas riskieren….das haben wir doch immer so geregelt?“ Sarah nickte, ihre Augen dabei etwas glasig dann wandte sie sich unserer Sachverständigen zu „Also dann Miss Devencord, wir haben vor in knapp einer Woche ein Handfasting abzuhalten...wieso nicht auch am gleichen Tag eine wirklich offizielle Hochzeit auf dem Standesamt!“ Es breitete sich ein Lächeln auf dem Gesicht der sonst so streng wirkenden, tatrigen Frau aus „Dann möchte ich sie bitten hier zu unterschreiben und wir leiten alles weitere in die Wege.“




Eine knappe Stunde später, einigem an Infomaterial und noch zwei anderen unterschriebenen Unterlagen, hockten wir vollkommen geflasht im Auto und sahen einander an. „Bin ich froh, wenn das alles vorbei ist!“ murmelte Sarah, als ich gerade den Motor anließ um in Richtung Caed Crevan aufzubrechen. Ich konnte ihr dabei nur zustimmen. „Unser verrückter Haufen auf dem Hof wird immer größer, bald bauen wir an!“ lachte Sarah auf, was in Anbetracht des Herrenhauses in dem wir wohnten lächerlich war. Es gab da noch den ein oder anderen Raum der überhaupt nicht genutzt wurde „Noch eine Woche dann sind wir richtig verheiratet. Kann ich irgendwie noch gar nicht richtig fassen. Aber so verrückt sind wir dann doch nicht.“ aus dem Augenwinkel sah ich ihren unverblümt skeptischen Ausdruck auf dem Gesicht und lachte auf „Ja okay...vielleicht doch ein wenig.“


Der Weg nach Hause verging ohne weitere Besonderheiten, als wir allerdings zur Tür hinein kamen explodierte irgendetwas. „Woow“ Sarah ging vorsichtshalber in die Deckung, da es jedoch mehr wie Glas auf dem Boden klang und ein Fluch auf Schwedisch(zumindest denke ich das) hinterher kam.Es kostete nur einige Schritte bis zum Beginn der großen Küche, Hansi hockte auf dem Boden und kehrte Glas vom Boden auf. „Tja...eigentlich wollten wir den Met aufmachen um mit euch zusammen zu feiern. Aber der Depp hier schmeißt die lieber auf den Boden.“ dabei klopfte Kathi Hansi auf den die Schulter, der nur ein brummiges „haha“ verlauten ließ. „Kein chaotischer Haufen, eh?“ flüsterte Sarah leise zu mir.


Trotzdem wurde der Abend ein wunderbarer...fast alle die uns Nahe standen waren bei uns um zu „feiern“. „Somit wird eure Hochzeit symbolisch also noch mehr als die Feier eurer Heirat, wir werden auch feiern das ihr Eltern werdet. Allerdings sind die Umstände besonders, ihr habt auf der einen Seite etwas zu feiern, andererseits verliert Lia ihre Mutter….eine schwierige Situation für euch.




Unsere tägliche Frühstücksrunde war heute besonders schnell beendet gewesen „Also Aiden und ich kümmern uns darum das die Pferde heute auf die Weiden kommen – da werden sie jetzt auch bis zum Herbst bleiben. Allerdings würde ich sowohl Moon als auch Bucks viel lieber hier am Paddock lassen, damit wir sie besser unter Beobachtung haben. Killian, du bist heute für das Training von Eisblume, Green, Varulv und Kürbis verantwortlich – bei Fragen sind wir jederzeit da.“ Hansi schenkte sich noch einen Schluck Kaffee ein, genauso wie Kathi, die meine Ansprache fort führte „Dann werd ich mir heute mal Argo, Wisp und Yael zu genüge ziehen, vielleicht noch Abraham. Wobei der Spinner momentan schon wieder buckelt, vermute der Sattler muss echt mal kommen – das kann ja nicht sein. Mach später einfach mal einen Termin für uns.“

„Wunderbar, dann kann ich mit Darym gleich mal dazu kommen, durch das viele Training müsste der Springsattel aufgepolstert werden.“ warf Cayden sogleich ein. „Gut dann für Abraham und Darym! Wolltest du heute wieder nach Morvern rüber Hansi?“ Der Hüne hob den Kopf, überlegte einen Moment lang – in letzter Zeit war er oft drüben bei Catalina und half ihr, als wolle er dem Vorbereitungsstress der Hochzeit entgehen. „Warscheinlich, vorher wollen Cayden und ich mit Darym und Yoomee erst noch auf die Geländestrecke – der Hengst soll ihr bisschen mehr Sicherheit im Parcours geben. Wollen demnächst auf ein Turnier mit der Kleinen. Anschließend mach ich noch etwas mit Gwyn, vielleicht nen Ausritt. Kommst du mit mir Aiden? Vielleicht mit Ikarus, der war auch lange nicht mehr gemütlich im Gelände.“ Aiden nickte nur bedächtig mit dem Kopf, da er den Mund noch vom Essen voll hatte. „Na dann sind ja fast alle aufgeteilt – ich selbst mach bisschen was mit Stormy. Lia kommt später noch vom Festland hierher und wollte sich mit einem Ausritt etwas ablenken.“ Wir wussten alle wovor, das ihre Mutter im sterben lag, war eine unschöne Gegebenheit, es fühlte sich einfach nicht richtig an! Zu gern würde ich ihr helfen wollen, doch ihr Leben befand sich momentan im Abwärtskurs, ihr stand ein Wechsel in die Pflegefamilie bevor, der Auszug aus dem Internat. Am meisten schien es sie zu zermürben das sie den Hof verlassen müsste. „Allerdings würde ich gerne das Training mit Yoomee machen, war schon lange nicht mehr auf unserer Strecke!“ dabei kratze ich mich am Kopf und lachte etwas gekünstelt, was Hansi mit einem Schulterzucken kommentierte „Meinetwegen!“ Somit verstreuten wir uns quer über den Hof um unseren Aufgaben nachzugehen – in knapp zwei Tagen würde die Hochzeit stattfinden.


*~21.Juni.2015~*


„Ich geh heute komplett vor die Hunde!“ nörgelte ich, auf dem Stuhl sitzend während meine Tante sich emsig um meine Haare zu kümmern begann. Meine Eltern hatten zugegeben etwas verwirrt auf meine Pläne reagiert...noch mehr darauf wie diese Hochzeit ablaufen würde – es war weit entfernt von einer kirchlichen Heirat, doch auch ziemlich entfernt von ihrer einfachen auf dem Standesamt. Gingen wir nämlich davon aus, so waren Cayden und ich bereits seit dem Morgen Mann und Frau, doch hatten wir eine waschechte Paganhochzeit vor uns! Wobei waschecht auch wieder falsch formuliert wäre, da es weder ein richtig noch ein falsch in unsrem „Glauben“ gab – wir hatten einige germanische, aber auch keltische Einflüsse kombiniert mit älteren schottischen Bräuchen. Da wir Lia nun als Familienmitglied bei uns aufnahmen hatten wir knapp eine Woche vor der Hochzeit noch einmal etwas in der Besetztung geändert – wir hatten Lia zu unserer Ringmaid gemacht. Ursprünglich hatten wir dafür sowohl Siobhan und Amy haben wollen, da wir nun jedoch mit einer wirklichen Maid aufwarten konnten waren die beiden von diesem Dienst entfernt worden. In Caydens Gelage den Schildbrüdern hatte sich jedoch nichts geändert – Ty, Aiden, Hansi und auch Ben waren zu diesen erwählt wurden. Zu Zeiten der „wahren“ Pagans waren diese Schildbrüder die Waffenbrüder eines Mannes gewesen – in den Schlachten als würdig, loyal und wertvoll erwiesen. Zu diesen Zeiten vielleicht nicht ganz so, doch auch sie hatten sich als die nächsten Freunde meines Mannes erwiesen. „Du wirst mir gar nichts gehen!“ erwiderte Catalina von der Seite, die Hände in die Hüfte gestützt. „Einige der Gäste sind bereits eingetroffen, deine Pferde wurden versorgt und jetzt kannst du dich gefälligst mal auf deinen Tag freuen!“


Es war sonderbar eine Hochzeit zu feiern für mich...ich hatte nie damit gerechnet! Jetzt war ich hier inmitten meiner Freunde, meiner kleinen Welt an Familie die ich hier besaß. Trotzdem ich glücklich war hing das Schicksal von Lias Mutter schwer auf meinen Schultern, ein wahnsinniger Zwiespalt den auch Cayden ergriffen hatte. "Sag mal du gehst überhaupt nicht nach diesen traditionellen Bräuchen oder?" kam es gerade von Siobhan, die Fionn auf dem Arm hielt. Cayden hatte dem Winzling ein geschniztes Holzpferd gemacht, in dem Fionn nun seine ersten Zähne versenkte. Mittlerweile waren meine Haare zu einer komplizierten Flechtfrisur verwoben und es befanden sich jetzt im Raum nur noch Catalina, Siobhan, Amy,Kathrin und ursprünglich Lea, die jedoch war auf der Suche nach ihrem Freund war. Ich drehte mich mit dem Wickelgürtel in der Hand um,lächelte breit "Welche Bräuche genau meinst du?"
"Was blaues,was neues - klingelt es da nicht bei dir?" warf nun Catalina statt Siobhan ein, die der jungen Frau neben sich jedoch ein Nicken schenkte. "Mhpf...klar bekannt ist es mir, aber ich war doch schon immer etwad anders, dann also auch meine Hochzeit! "
"Natürlich dagegen ist auch absolut nichts einzuwerfen, die Kleider sind wirklich wunderschön." Dabei strich sie über den Tartanrock in dunkelrot,grün und Gold den meine engsten Freunde trugen, den Farben meines baldigen Clans. Auch klein Fionn hatten wir eine Hose verpasst in der Farbe, ein Leinenhemd und ein Tuch um ihn gegen den Wind zu helfen. "Wann er wohl den ersten Kilt trägt, so als Waschechter Highlander? " fragte ich um das Thema etwas abzulenken. "Waschecht ist er ja nun nicht wirklich, bin doch eigentlich eine Sassenach!"
"Du hast einen Schotten geheiratet Mistress McLean,also seit ihr nicht länger eine Sassenach."
"Tschuldige aber könntet ihr uns Nicht -Highlander mal erklären was das sein soll?" warf Amy ein,die einen Schluck von ihrem Getränk nahm, auch Cata sah etwas verwirrt aus. Siobahn und ich schenkten uns einen Blick, erinnerten uns wahrscheinlich jeder an die erste Begegnung mit dem Wort. "Früher war es wohl eine Art Schimpfwort, es bedeutet einfach nur so etwas wie Outlander,Stranger."
Jetzt wurden wir allerdings unterbrochen von Kathi, Bella und Lea die gesammelt in den Raum "Langsam wirds eng" murmelte ich rückte näher zum Spiegel um endlich mein ankleiden zu beenden - wiedermal war ich die letzte! "Wir haben die Pferde nochmal mit Heu versorgt, Bucks in die Box gebracht zusammen mit Moon und dann umgezogen. Kann also nichts mehr schief gehen!"
"Habt ihr eigentlich Julie schon gesehen?" fragte ich an Kathi gewandt, die den Kopf schüttelte. Ich hatte sie angerufen ob sie ihre Jungstute mitbringen würde,damit Pumpkin auf der Koppel spielerische Gesellschaft hatte. Wobei ich mir bei der ziemlich verspielten Yoomee kaum darum Gedanken machte. "Allerdings hat sie angerufen, sie muss laufen da der Hänger nen Platten hat."
Zum Glück war die Distanz zwischen uns nicht so groß, wenn sie über unsere gepachtete Wiese lief sogar noch kürzer - vorausgesetzt Julie würde daran denken. Fertig angezogen ließ ich mich auf einen der Hocker sinken,wippte leicht mit den Füßen - wie immer war ich etwas zu früh dran. "Wann soll es eigentlich genau los gehen?" stellte nun Amy wieder die Frage.
Unbestimmt zuckte ich die Schulter "Im Grunde bei Dämmerung in der letzten Zeit hat sie immer gegen 22 Uhr angefangen, aber da ja nun der längste Tag ist - vielleicht auch später. " Aus gleich zwei Richtungen kam ein Seufzen, welches ich sowohl Catalina als auch Siobhan zuordnen konnte,letztere wechselte den Arm mit einem offensichtlich sehr müden Fionn. "Willst du ihn bei uns im Gästezimmer in das Kinderbett verfrachten?" Da der Knirps öfter mal bei uns die Nächte verbrachte um den beiden auch Entspannung zu gewähren hatten wir ein Kinderbett für ihn besorgt, da das hin und her mit dem Reisebett nervig geworden war. "Ich glaube das ist ganz gut, das Babyphone nehm ich dann mit runter,mittlerweile schläft er allerdings ziemlich gut durch" Also verschwand Siobahn für die nächste halbe Stunde erst einmal während nun auch etwas verspätet Bella und Julie zu uns,langsam wurde der Raum etwas eng hier. Auch Lia kam noch einmal vorbei,sodass ich sie beiseite nahm, ihr mit auf die Person gerichtetem Finger alle vorstellte und ihr ihre Aufgabe nochmal erklärte. "I'm so bloody nervous, but you as bride...you're calm as always amd beautiful!" kam es so schnell über ihre blassen Lippen, das ich Mühe hatte sie zu verstehen aufgrund der Lautstärke in dem Raum hier. "Well...we're married since this morning before the law, now we just celebrate with family, friends and have a Paganwedding.This is why I'm not nervous. " ich strich ihr durch die lockigen blonden Haare "You're beautiful,too sweaty." Die Spur eines Lächelns huschte über ihr Gesicht, gesunde röte kam in ihre verblassten Züge. Ein Blick aus dem Fenster verriet mir den langsam beginnenden Sonnenuntergang, also erhob ich mich strich meine Kleider glatt und klatschte in die Hände. "Wir können uns dann zumindest schon nach draußen begeben."
Ursprünglich hatte ich geplant gehabt das wir beide - Cayden und ich - zum Platz des Geschehens zu reiten, da unser gefundener Priester allerdings einiges an Respekt vor diesen Tieren hatte, war das einfach verplant worden. Im Endeffekt sogar besser für uns da wir nicht noch auf die Pferde achten mussten,sondern uns auf die Zeremonie konzentrieren konnten. In unserem Garten brannten bereits die Feuer, ein Gang aus Fackeln markierte den Weg den ich später hinunter getragen werden würde. Aus Lautsprechern drang leise Musik von Wardruna - gewählt um die nicht Metalfans nicht gleich zu vertreiben. Freudige Spannung schickte mir einen wohligen Schauer den Rücken hinab und ein Lächeln auf die Lippen. Meine Freundinnen gingen hinüber zu den anderen Gästen die entweder auf dem Boden neben den Feuern saßen oder herum standen. Dann wurde mein Blick auf vier hochgewachsene Männer gerichtet die sich auf die Tür zu bewegten. Ein letzter Blick auf den Kreis verriet mir das dort in der Ferne nun auch Cayden und der Priester seinen Platz in der Mitte eingenommen hatten. Es war Hansi der ein großes Rundschild in der rechten trug, in schwarzen Lettern war die Rune Tywaz darauf. Mit nunmehr klopfendem Herzen wurde ich auf dieses Schild gesetzt, während die vier Männer mich durch den Gang trugen ihnen vorweg mein Vater. Die ganze Zeremonie hier würde auf Englisch stattfinden, weshalb ich meinem Vater die gesprochenen Worte eingeprägt hatte und für unsere deutschen Gäste die Worte übersetzt hatte. Nervös schenkte ich Aiden zu meiner linken ein kleines Lächeln, der jedoch blickte stur nach vorn um sich auf die Zeremonie zu beschäftigen.
Kurz vor dem Priester kamen wir zum stehen "Wer bringt die Braut in den Bund der Ehe?"
"Mario Kyren" antwortete mein Vater mit fester stolzer Stimme. Die Nachricht das ausgerechnet ich heiraten würde hatte meine Eltern unheimlich gefreut, noch wussten sie allerdings nicht um die Erweiterung unserer Familie. Die vier Männer versuchten möglichst synchron in die Hocke zu gehen,damit ich mithilfe von Papa besser von dem Schild kam.


Ein Blick auf meine Mutter am Rand, offenbarte mir ihre Tränen die silbern auf ihrer Haut schimmerten, trotzdem schenkte sie mir ein Lächeln. Mein Herz wollte am liebsten aus der Brust springen vor Stolz und Liebe zu meinen Eltern. Doch dachte ich auch an die Zeit zurück da ich mit meinen Pferden im Schlepptau von Hof gestürmt bin,mich Kopfüber in das Studium der Medizin geworfen hatte bis es mich komplett zerstört hatte. Mein Hof war pleite gegangen, ich hatte keine Ahnung was zu tun war und hatte mich nach Heartland zu Amy verschanzt. Dort war ich langsam wieder zu mir gekommen, hatte abgestreift was mir zu schaffen machte und begonnen Pferde zu trainieren - meine wirkliche Berufung gefunden. Nach und nach war meine Seele geheilt worden - vieles hatte ich auch Cayden zu verdanken. Nachdem der Friede mit mir geschlossen war, begann ich mich wieder meinen Eltern anzunähern - diese Pause hatte uns allen gut getan. Die restlichen Meter überbrückten mein Vater und ich Seite an Seite hinter uns folgten Lia und die Männer. Jeder von ihnen stellte sich in die vier Himmelsrichtungen, gerade aufgerichtet das Schwert vor sich in den Boden gestellt. Die Musik wurde lauter, der Wirbel der Trommeln immer eindringlicher - Hansi begann ins seiner Sprache melodisch mitzusingen. Als meine Hand die des kahlköpfigen Priesters berührte verstummte jedes weitere Geräusch um uns herum bis auf das prasseln des Feuers. Nun stand ich dem Priester und hinter ihm einem breit lächelndem Cayden gegenüber. Mein Mann - wie ungewohnt - trug einen traditionellen Plaid in den Farben seines Clans, an der Schulter gehalten von der Schnalle auf der "Fortiter" zu lesen war - Tapferkeit.
"Willkommen zu dieser Stunde der Vereinigung zweier Menschen im Bund der Ehe. Wir stehen hier im Angesicht der Götter um Cayden Mc Alistair und Sarah Kyren zu ehelichen. " Mit einer Schale gefüllt mit blauer Farbe trat er auf Cayden zu zeichnete die Rune Wunjo auf seine Stirn nur um selbiges mit mir zu tun. Er begann anschließend damit den Kreis der Männer mit Wasser zu segnen, während Lia einen Kranz aus geflochtenen Blumen auf den Kopf bekam. In ihrer Hand mithilfe eines Tuches verborgen befand sich das neue Schwert von Cayden, wie es zu alten Zeiten Brauch gewesen war...er selbst trug eines an seiner Hüfte welches nun vom Priester Undr gezogen wurde. "Mit dem Bund der Ehe endet etwas altes um etwas neues beginnen zu lassen. " Damit winkte er Lia zu sich heran, schlug das Tuch beiseite - nun drehte Lia sich zu mir um. Ihre Nervosität schien gewichen, Stolz erfüllte nun ihren Blick als das Schwert zum Vorschein kam. " Mit dem Blute des alten soll das neue erwachen, möge Freya diese Verbindung segnen. Willst du Cayden McAlistair diese Frau zu der deinen nehmen, sie beschützen in Zeiten des Krieges, ihr Fels sein in Zeiten der Stürme dann sprich mit dem Segen der Götter deinen Eid!"
Mit lauter Stimme und gälischen Worten begann er zu sprechen, nur wenige der Gäste verstanden ihn, selbst ich hatte meine Schwierigkeiten.
"So as long as my body lives,and yours - we are one flesh. And when my body shall cease,my soul will still be yours. I swear by my hope in the gods,I shall be never parted from you." Damit drehte sich der Priester nun zu mir,mit gebrochenen gälischen Worten erwiderte ich den geleisteten Eid.
Undr nickte wohlwollend in unsere Richtung, dann erhob er die Hand mit Caydens Kurzschwert. Als erstes ergriff er Caydens rechte Hand ritzte die Rune Wunjo nun auch in unsere Haut statt nur auf die Stirn gemalt. Mein Herz begann nun auch zu schlagen als die kalten Finger des Priesters mein Handgelenk nahm. Ich atmete tief ein als die Klinge den ersten Schnitt tat und es kostete mich meine Selbstbeherrschung ihm die Hand nicht zu entziehen. "Im Blute sind wir geboren,im Blute werdet ihr gebunden."
Undr legte beide Hände mit der eingeritzten Rune aufeinander, unser beider Blut begann sich zu vermischen und wie aus einem Mund sprachen wir einen Schwur der schon so alt wie die Highlands selbst waren. "You are blood of my blood, and Bone of my bone. I give you my body that we two may be one. I give you my spirit, 'til our life shall be done. You are blood of my blood, and bone of my bone."
Nun war es geschehen. ..Cayden und ich hatten auf die Ringe bei dieser Zeremonie verzichten. Was bedeutete schon ein Stück Papier und Metall für eine Verbindung? Wir würden durch den Blutschwur und die Rune in unserer Haut daran erinnert werden, denn wir waren Schmerz ein gegangen um diese Verbindung zu besiegeln. Für mich bedeutete das viel mehr und ich wusste das auch Cayden so dachte - gebunden durch Blut und Schmerz würden wir andere Krisen überstehen.
Mit der freien Hand nahm Cayden von Lia das neue Kurzschwert entgegen,steckte es sich an den Gürtel.
"Vor den Göttern seit ihr nun endgültig Ehemann und Eheweib, mögen sie diese Verbindung ehren und zur Kenntnis nehmen auf das sie halten mag." Während der Priester sprach legte er uns ein Band um die verschlungenen Hände, darauf erkannte ich einige Binderunen, sowie einzelne darunter wieder Wunjo welche für Harmonie und auch Partnerschaft stand.
Jubel setzte um uns herum ein, dann traten einzelne Personen nach vorn oder in zweier Gruppen um wie zuvor der Priester ein Band um unser Handgelenk zu legen, jeweils begleitet mit einem kleinen Segensspruch. Als erstes trat Hansi nach vorn mit einem blauen Band "Glück brauche ich euch wohl nicht zu geben aber ich schenke euch mit diesem Band Verstehen...auf das ihr nicht nur einander versteht,sondern auch die Welt um euch herum." Weder Cayden noch ich sagten einen Satz dazu, senkten nur wippend den Kopf wie zu einer Verbeugung. Nach Hansi trat Aiden nach vorn „With this „ er hob das gelbe Band nach oben „ I give you courage. So you might fight for the ones in need.“ Nun waren es noch zwei Mitglieder der Schildbrüder nach Aiden war es an Ben nach vorn zu treten. „ Mit diesem Band gebe ich euch Vertrauen , damit ihr entscheiden könnt was richtig und falsch ist. Nutzt es um euch selbst durch schwierige Zeiten zu navigieren, verliert die Treue in eure Liebe nicht.“ Ty trat als letzter der vier auf uns zu, klopfte Cayden erst aufrichtig auf die Schulter, anschließend verschlang er sein graues Band mit einem geschickten Knoten „I´ll give you endurance, use it well to keep going even when you feel as though all hope and strength have left you.“ Ich war fast froh das er die Worte nicht in Englisch gesprochen hatte.

Nun kamen langsam alle den Gang aus Fackeln hinauf um ihnen ein Band um die Hände zu schlingen und einen Segensspruch zu äußern. Nach meinen Eltern war es Caydens Vater der uns einen Teil seines Kilts gab, die Worte die er auf Gälisch zu uns sprach verstand ich zu meinem Bedauern nicht, ich würde Cayden später fragen müssen. Als erste unter meinen Freundinnen kam Amy zu uns ein dunkelrotes geflochtenes Band in den Händen „Möge eurer Weg euch stets leiten.“ Besonders freute es mich auch das ihr Großvater Jack, ihr Freund Ty und Lou gekommen waren – in ihrer Vertretung hatte Amy ebenfalls das Band geschlungen. Sie waren Teil geworden meiner ersten seelischen Heilung, deren Ende ich noch nicht erreicht zu haben glaubte. Nach Siobhan kamen auch Julie und Kathi nach einander auf uns zu. Bei so vielen Wünschen und Sprüchen konnte ich meine Tränen nun auch nicht mehr zurück halten, unaufhaltsam rannen sie in stummer Ehrfurcht meine Wangen hinab – ich hätte nie gedacht das ich einmal solche Freunde die meinen nennen könnte.

„Mögen all Eure Träume wahr werden, mögen alle Himmel blau sein, mögen alle Freunde wahrhaft Freunde sein, mögen all eure Freuden vollkommen sein, mögen Glück und Lachen all Eure Tage erfüllen.“ sprach es Catalina aus, die zusammen mit Bella nebeneinander gekommen war. Doch auch Bella, die ich doch erst seit ein paar Monaten kannte, band eine Schleife zu den vielen anderen um unser Handgelenk und sprach „ Mögen tausend Sterne über euch wachen, wo immer ihr geht. Mögen euch tausend glückliche Stunden beschert sein, wo immer ihr steht. Möge eure Freundschaft wahrhaft und endlos sein.“

Ich formte ein stummes Danke mit den Lippen. Nach ihnen kam Salera, die ich durch den Filmdreh und das spätere Training von Smaug ebenfalls erst seit kurzem zu meinen Freunden zählte. Joyce und ihr Helfer Ty, von der ich einst die Anzeige zugesteckt bekommen hatte die mich bewog Moon zu kaufen.


Ich wusste am Ende nicht mehr wie viele Leute schließlich ihre Glückwünsche geäußert hatten, doch dem Bündel an Bändern zu urteilen dann doch eine ganze Menge – wir würden dies später über dem Bett aufhängen. Im Nachhinein hätte ich gern alle Sprüche mitgeschrieben oder wenigsten auf Video gehabt, so jedoch würden nur noch die Götter selbst von den Worten wissen – gewirkt in jedem einzelnen der Bänder. Nach dem Handfasting hatten wir uns die Hände gewaschen, desinfiziert und zumindest einen kleinen Verband angelegt. Danach hatten wir ein Festessen gegeben – nicht nur für uns als Vegetarier gab es einiges an Angebot. Hansi hatte doch Tatsächlich einen ganzen Ochsen besorgt, der komplett am Spieß gebraten worden war. Von dem Ding würden wir wahrscheinlich noch in drei Wochen etwas haben…

Trotzdem hatten wir unseren Spaß bei Musik, Tanz und Undr ließ es sich natürlich nicht nehmen für einige Interessierte die Runen zu befragen. Am Abend mit einem kleinen Horn Met in der Hand saß ich in der Nähe des Feuers am Boden „Vor die Hunde bist du nun nicht gegangen, allerdings hast du eine Feier an die du dich immer erinnern kannst. Für meinen Geschmack vielleicht ein bisschen zu kitschig, aber trotzdem..nun ja nicht zu leicht nachzumachen!“ sprach Cata zu mir. Ich musste allerdings in mich hinein lächeln, sie war gerade 19 Jahre alt...damals hätte ich eine Heirat niemals in Frage gezogen doch nun mit knapp 25 Jahren war das ein anderer Gedanke.

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