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Kontrolle ist gut, aber Vertrauen wäre schöner ...

Geschrieben von Pharlap im Blog Joelle Galopp. Ansichten: 156

Alaska ist ein wundervolles Pferd. Sie ist zwar klein und nur ein normaler Brauner, aber trotzdem hat sie etwas ganz spezielles an sich. Sie ist mutig, unberechenbar, hat vor niemandem Respekt, sieht niemanden als ihr "Leittier" an und ist ganz und gar verschlossen.

Ich kenne sie seit dem sie atmen kann und trotzdem verstehe ich sie nicht und finde keinen Zugang zu ihr.



Wenn jemand den sie nicht kennt ihr "Revier" betritt kommt sie mit angelegten Ohren auf ihn zu, schnappt, beisst und schlägt im schlechtesten Fall aus (Das war aber erst ein oder zwei Mal der Fall)

Gegenüber mir wird sie zwar nicht handgreiflich, hat aber fast pausenlos die Ohren angelegt und driht mir. An schlechten Tagen lässt sie sich nicht einfangen und galoppiert davon.



Den Einzigen dem sie Respekt gegenüber bringt ist Diamantas. Ihn sieht sie als Leitier an, aber selbst bei ihm testet sie ihre Grenzen. Diamantas lässt sich seine Position allerdings nicht streitig machen.



Alaska war schon als Fohlen so, sie ist nie auf die Menschen zugegangen. Sie hat nie eine schlechte Erfahrung gemacht, wurde konsequent erzogen mit Lob und Strafe.



Gehorchen tut sie ja. Sobald sie ein Halfter trägt, ist sie ein Engel. Sie lässt sich anbinden, steht brav still, lässt sich überall anfassen. Tierarzt- und Hufschmiedbesuche sind kein Problem. Sie hält auch beim Satteln still und ist beim Reiten mehr oder weniger brav. Sie arbeitet gut mit und lernt sehr schnell, weswegen sie mit vier schon recht viel kann obwohl ich nur ein bis zwei mal die Woche mit ihr gearbeitet habe, die restliche Zeit habe ich sie in Frieden gelassen.

Beim longieren ist sie sogar so brav, dass wenn ich sage:"Komm zu mir!" Sie in den Schritt geht und zu mir in die Mitte kommt und dort stehen bleibt.

Solange das sie ein Halfter trägt ist sie ein wunderbar braves Pferd.



Alaska wiederspricht sich selbst.

Ich habe mir lange Zeit den Kopf zerbrochen und mich Stunden lang gefragt wo wohl das Problem liegt. Nun glaube ich das Problem zu kennen.



Kontrolle und Vertrauen



Ein Halfter, ein Strick, ein Zaum, selbst ein Halsring ist in Gewisserweise Kontrolle. In dem Moment in dem ich ihr ein Halfter anlege habe ich die Kontrolle über sie. Sie gehorcht und arbeitet mit.

Sobald ein Pferd aber nichts mehr trägt ist reines Vertrauen gefragt, dann gibt es nicht mehr mit dme ich sie festhalten, bremsen oder ihr meinen Willen aufzwingen kann.

Sobald sie nichts mehr trägt hat sie ihren Willen und kann selbst entscheiden ob sie mir folgen will, mir vertrauen will und mich als ihr Leittier ansehen will.



Genau dort liegt das Problem, sie vertraut mir nicht. Sie würde mir niemals folgen. Sie sieht mich nicht als ihr Leittier an.



Und hey, deswegen werde ich dieses Jahr nicht als oberstes Ziel meine Turnierpläne (mit Fiona) und das Reiten setzten wie ich eigentlich vor hatte. Dieses Jahr nehme ich mir vor zu Alaska vorzudringen so das sie mich als ihr Leittier ansieht, so das sie mir Vertraut.



Ich weiss zwar noch nicht wie ich das anstellen soll, aber ich denke der erste Schritt wird sein auf Trensen zu verzichten, am besten ganz auf jegliches Hilfsmittel zu verzichten, so das es nur noch mich und Sie gibt ...
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