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Hunter zieht ein

Geschrieben von Mongofisch im Blog Heimatlos. Ansichten: 100

arialKnapp 200km Fahrt lagen vor uns, es wurde grade hell und das Autoradio spielte finnische Klasiker. Kimi und ich waren auf dem Weg nach Tampere, um ein neues Pferd abzuholen.

arialSchweigend saßen wir nebeneinander und folgten dem Navi, welches uns den Weg zeigte.

arialDadurch, dass wir den Anhänger hinten dran hatten, kam uns die Fahrt ewig vor und tatsächlich brauchten wir fast drei Stunden, bis wir den fremden Hof erreicht hatten.

arialEin ordentlich gepflegter Weg führte uns zum Wohnhaus, an dem wir auf Björn stießen, der Verkäufer des Pferdes. Freundlich begrüßte er uns, führte uns dann aber direkt zu meinem neuen Schützling.

arialEin großer, hübscher Kopf schaute aus einer der Boxen, leicht schnaubend begrüßte der Tinker uns. „Hallo Hunter“, streichelte ich dem Braunschecken über die Nüstern. „Wir nehmen dich jetzt mit in dein neues Zuhause.“ Mit gespitzten Ohren ließ sich der Wallach von Björn aufhalftern und raus führen. „Er wird es sicher gut bei euch haben“, sagte der ältere Mann. Er schien bedrückt zu sein, das Pferd weggeben zu müssen, hatte jedoch nicht mehr die Kraft, sich alleine um alle Pferde zu kümmern. Trotzdem war der Wallach gut genährt und hatte seidig glänzendes Fell.

arialOhne irgendwelche Probleme ging er auf den Anhänger, sodass wir uns rasch wieder auf den Weg nach Hause machen konnten. Kimi war begeistert von unserem neuen Pferd und konnte gar nicht aufhören über ihn zu reden. Ich erkannte ihn fast nicht wieder, soviel hatte er noch nie am Stück geredet!



arialAm späten Mittag kamen wir auf dem Getsüt an und luden rasch Hunter aus. Der Wallach war unbeeindruckt von seiner neuen Umgebung, ließ sich brav von Kimi in seine Box im Stutenstall bringen und machte sich dort direkt über sein Heu her.

arial„Na, er ist ja wirklich unkompliziert“, freute ich mich über den Tinker. Nickend stimmte Kimi mir zu.

arial„So, ich muss jetzt zu Stefanie. Kümmerst du dich hier um alles?“ Fragend schaute ich meinen Mitarbeiter an.

arial„Klar, mach ich“, nickte er, woraufhin ich den Stall verließ, den Hänger rasch abkuppelte und mich dann auf den Weg zu meinem Auftrag machte.



arialStefanie erwartete mich bereits, als ich die Einfahrt ihres Hofes entlang fuhr. Kurz winkten wir uns zu, dann parkte ich rasch meinen Wagen, schnappte mir meine Sachen und lief zu der jungen Frau hinüber.

arialNach einer kurzen, herzlichen Begrüßung fingen wir direkt mit dem ersten Pferd an. Amjad Amir, ein hübscher schwarzer Vollbluthengst, ließ sich brav von seiner Besitzerin anbinden, sie hatte sich wohl gegen ihn schon durchgesetzt. Ich stellte mich dem dominanten Hengst kurz vor, um dann mit dem Ausschneiden anzufangen. Dabei ließ mich Amir noch brav in Ruhe, sodass es nur eine kurze Zeit dauerte, bis alle vier Hufe eine ordentliche Form aufwiesen.

arialBeim Beschlagen war der Hengst dann nicht mehr so kooperativ. Unruhig tänzelte er hin und her und entzog mir immer wieder die Hufe. Stefanie ermahnte ihn mehrmals, bis er sich endlich beruhigt hatte, sodass ich dann die Eisen, welche aus Kunststoff bestanden, aber eine Stahlverstärkung hatten, auf die Hufe nageln konnte. Zwischen den Huf und das Eisen kam allerdings noch der Schneegrip, gegen das Aufstollen des Schnees im Winter.

arialGut ausgerüstet für die kalte Jahreszeit durfte Amir dann zurück in seine Box.



arialDer 3-Jährige Rando war als nächstes an der Reihe. Er hatte noch keinerlei Erfahrung mit dem Hufschmied, Stefanie war jedoch zuversichtlich, dass er sich lieb anstellen würde.

arialKurz machte ich mich mit dem Rappen vetraut, dann hob ich den ersten Huf, um diesen zu kürzen. Und tatsächlich, der Hannoveraner stand gelassen am Putzplatz, während ich einen Huf nach dem anderen bearbeitete. Er hatte scheinbar eine gute Erziehung genossen, sodass wir nun mit dem Beschlag weitermachten. Rando bekam, wie Amir auch, einen Kunststoffbeschlag mit Stahlverstärkung. Zusätzlich sollte ich Schneegrip für den Winter mit einbauen. Ich begann also das erste Eisen zu erhitzen und anzupassen. Der junge Hengst erschrak sich zwar etwas, ließ sich aber sofort wieder beruhigen, sodass ich das erste Eisen mit dem Schneegrip festnageln konnte. Rando konzentrierte sich dabei voll auf Stefanie, die ihn liebevoll krauelte.

arialNachdem alle vier Eisen ihren Weg an den jeweiligen Huf gefunden hatte, lobte auch ich den Hengst ausgiebig. Gierig nahm er das Leckerli, welches ich ihm gab, dann brachte Stefanie Rando zurück in seine Box.



arialStefanie brachte mir nun einen hübschen Dunkelfuchs, der mich mit treuen Augen musterte. Er wurde mir als Golden Ebano und immer brav vorgestellt.

arialLächelnd begrüßte ich den 4-jährigen Hengst, der mir sanft ins Gesicht pustete. Nach einem Leckerli fing ich mit dem Ausschneiden der Hufe an. Das Horn war hart und sah gesund aus. Ich kürzte alle vier Hufe nur ein wenig und korrigierte eine kleine Ecke am linken Hinterhuf. Wie mir auch gesagt wurde, blieb Ebano wie ein kleines Lämmchen stehen und ließ alles mit sich machen.

arialAuch als es ans Beschlagen ging, machte der Vollblut Hengst keine Anstalten. Gelassen ließ er sich die Kunststoffeisen anpassen und aufnageln. Die Eisen waren ebenfalls mit Stahl verstärkt, was ihre Lebensdauer erhöhte. Zusätzlich wurde Ebano noch mit Schneegrip ausgerüstet.

arialWährend der ganzen Prozedur zuckte der Hengst nicht einmal mit der Wimper, wofür ich ihn nun ausgiebig lobte und ein Leckerli gab. Zufrieden kauend konnte Stefanie den Dunkelfuchs losbinden und zurück in seine Box bringen, wo er direkt wieder sein Heu fraß.



arialNachdem Ebano zufrieden in seiner Box stand, war nun Ramires an der Reihe. Der Hannoveranerhengst ließ sich brav anbinden, war von meiner Anwesenheit aber scheinbar nicht begeistert. Fast arrogant musterte er mich, freute sich aber dennoch über das Leckerli, welches ich ihm gab.

arialAls ich den ersten Huf zum Ausschneiden anhob, drehte Ramires blitzschnell seinen Kopf und giftete mich mit angelegten Ohren an. Zum Glück war der Strick nicht lang genug, dass er mich erreichen konnte. Streng ermahnte Stefanie ihn und riet mir, einfach nicht drauf einzugehen. Ich folgte ihrem Rat und ließ mich nicht von dem Hengst beeindrucken. Dieser wurde von Minute zu Minute zickiger und als es ans Beschlagen ging, war es vorbei mit seiner Geduld. Mit angelegten Ohren schlug er wild mit dem Kopf und tänzelte hin und her. Einige Male musste Stefanie ihn ermahnen, bis ich endlich die Eisen samt Schneegrip an die Hufe nageln konnte.

arialGiftig schlug er mit dem Schweif, hielt sich aber nun scheinbar etwas zurück, sodass nach einiger Zeit alle vier Hufe mit neuen Eisen ausgestattet waren.

arialStefanie lächelte verlegen, band ihren Schützling dann los und brachte ihn zurück in seine Box.



arialDer letzte Hengst für heute war Joker's Jackpot, ein hübscher Rappschecke. Er kannte den Hufschmied noch nicht, war aber sehr Interessiert an meinen Werkzeugen, die ich ihm nacheinander zeigte.

arialBrav ließ er mich den ersten Huf anheben und ausschneiden. Immer wieder schielte er zu mir, fast als wolle er kontrollieren, dass ich auch ja alles richtig machte. Seine Hufe hatten eine schöne Form, sodass sie nur ein wenig gekürzt werden mussten. Jackpot war die ganze Zeit über ruhig und artig, also lobte ich ihn, bevor ich mit dem Beschlagen begann.

arialWie auch die anderen Pferde schon, bekam der Hengst Kunststoffeisen mit Stahlverstärkung und Schneegrip. Das Anpassen der einzelnen Eisen funktionierte Reibungslos, der junge Hengst verhielt sich, als wäre er schon oft beim Hufschmied gewesen. Selbst beim festnageln der Hufe, zuckte Jackpot nur ein paar Mal mit den Wimpern, blieb aber ansonsten ruhig stehen.

arial„So ein braver Junge“, lobte ich den Schecken, nachdem ich alle Eisen befestigt hatte. Mit einem Leckerli verabschiedete ich mich und Stefanie brachte ihn zurück in seine Box.

arialWährenddessen räumte ich meine Sachen zurück ins Auto, verabschiedete mich dann von Stefanie und machte mich auf den Weg nach Hause.



arialKurz bevor es dunkel wurde, kam ich auf Unelma Hevonen an. Auf den Weiden standen bereits keine Pferde mehr, Kimi hatte sie wohl schon reingeholt.

arialMüde stiefelte ich durch den Schnee zum Stutenstall, in dem auch Hunter untergebracht war. Ich wollte mal schauen, wie er sich eingelebt hatte und ihn noch kurz auf die Koppel lassen, damit er sich nach der langen Fahrt heute Vormittag austoben konnte.

arialIm Stall roch es angenehm nach frischem Heu und Stroh, außerdem lag dieser typische Pferdegeruch in der Luft, ich liebte ihn!

arialKurz schaute ich bei Cala und dem Fohlen in die Box, die Kleine bekam mittlerweile normale Aufzuchtmilch und entwickelte sich prächtig. Cala nahm ihre Aufgabe als Ersatzmama sehr ernst, fremde Menschen ließ sie sehr ungern an die Kleine heran. Zum Glück durften wir problemlos an das Fohlen.

arialSummer und Grey ging es auch hervorragend, die Beiden hatten mächtig Winterfell bekommen und sahen aus wie zwei große Teddypferde.

arialNur die Box von Calista war leer. Meine kleine Trakehnerstute befand sich zum Einreiten auf Heartland und ich freute mich schon, wenn sie wiederkommen würde.

arialNun ging ich aber endlich zu Hunter, der unruhig in seiner Box hin und her lief. „Na du, willst du dich mal ein bisschen Austoben?“ Liebevoll strich ich dem großen Wallach über den Hals. Am Halfter führte ich ihn über die Stallgasse und ließ ihn auf der Koppel laufen. Voller Energie sprang er wie ein junges Fohlen durch den Schnee. Es schien ihm zu gefallen, sich endlich die Beine vertreten zu können. Während er so tobte, machte ich einige Fotos für mein Gestütsalbum.

arialEinige Minuten gönnte ich ihm seinen Spaß, bis er von sich aus langsam zur Ruhe kam. „Das wars schon?“ Lachend zog ich ihm das Halfter wieder über und brachte ihn zurück in seine Box. Er stand eigentlich neben Calista, da sie aber nicht da war, hatte der Wallach keinen Nachbarn, was ihn aber nicht zu stören schien. Genüsslich machte er sich über sein Heu her, welches er für die Nacht bekommen hatten.

arialKurz kontrollierte ich auch noch im Hengststall bei Monster und Heat, ob alles in Ordnung war, dann verschwand ich im Haus und machte mir noch einen schönen Abend.
  • Zaii
  • Mongofisch
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