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Hufschmied on Tour

Geschrieben von Mongofisch im Blog Heimatlos. Ansichten: 131

arialHeute war ich schon früh auf den Beinen, denn ich hatte einen vollgepackten Tag. Vorallem aber brauchte Caletta ihre Milch, die ich grade erhitzte. Müde rieb ich mir die Augen, als plötzlich Kimi in der Tür stand. „Guten Morgen“, grinste er mich an. „Was machst du denn schon wieder hier?“ Lachend drehte ich mich um. „Ich dachte, du könntest Hilfe gebrauchen“, sagte er vorsichtig. „Ach Mensch du, deine Überstunden kriegst du alle ausbezahlt“, sagte ich lächelnd, während ich die Milch in die Flasche füllte. „Komm, wir gehen mal nach Caletta gucken.“ Ich lief zum Stutenstall und machte dort das Licht an. Schnaubend würde ich von Calista begrüßt. „Na, meine hübsche, hast du dich schon eingelebt?“ Sanft streichelte ich ihr über die Nüstern, ging dann aber weiter zu Cala und Caletta. Das kleine Fohlen schaute mich neugierig an. Ich betrat die Box und begrüßte erst die Große, dann gab ich dem kleinen Falbschecken die Falsche. Gierig schlang sie die Milch hinunter. „Verschluck dich nicht“, lachte ich und klopfte der Stute den Hals. Während die Kleine ihr Frühstück bekam, fütterte Kimi die anderen Pferde. Als er Cala ihr Heu reinschmiss, huschte ein Lächeln über sein Gesicht, woraufhin ich augenblicklich errötete. Lachend verließ er den Stall und überließ mich mir selbst.

arialEs war schon komisch, wie mich jeder seiner Blicke direkt ins Herz traf. Ich kannte ihn erst einige Tage und trotzdem fühlte es sich an, als würde er mich verstehen, mich kennen.

arialMit einem liebevollen Schnauben riss Caletta mich aus meinen Gedanken. „Du verstehst mich auch, nicht wahr?“ Zärtlich pustete sie mir ihren Atem ins Gesicht. Ich liebte dieses Fohlen, sie war was besonderes und wir würden sicher gute Freunde werden.

arialIch verließ die Box und half Kimi noch beim Kraftfutter füttern, dann brachten wir zusammen die Pferde auf die Weide. Calista hatte ein kleines Stück abgetrennt bekommen, damit sie sich erstmal mit der Herde vertraut machen konnte.

arialDann machte ich mich auf den Weg zu meinem ersten Termin.

arialVorerst das letzte Mal fuhr ich heute die Einfahrt von Lenas Gestüt entlang. Sie stand bereits am Putzplatz und schien auf mich zu warten. Kurz winkte ich ihr zu, dann parkte ich meinen Wagen und stieg aus. Rasch hatte ich mein Werkzeug zusammen und machte den Schmiedeofen an, damit dieser sich aufheizen konnte. „Guten Morgen“, begrüße Lena mich. „Ich hole schon mal Revolution.“ Sie verschwand im Stall, während ich meinen Arbeitsplatz ordnete.

arialNach kurzer Zeit kam Lena mit einem kleinen Rappschecken wieder und band diesen am Putzplatz an. Ich begrüßte den Hengst kurz, dann fing ich direkt mit dem Ausschneiden an. Zu Anfang kürzte ich Hufwände und Trachten, anschließend rundete ich die Hufwände mit der Raspel ab. Der 3-Jährige war vom Hufbock nicht begeistert, mit aller Kraft versuchte er mir den Huf aus der Hand zu ziehen. Ich ließ ihm dieses Verhalten jedoch nicht durchgehen, sondern setzte mich gegen ihn durch. Nach einiger Zeit waren die Hufe dann endlich ordentlich zurecht geschnitten, sodass Lena Revolution zurück in den Stall brachte.

arialAls nächstes war Nexus dran, bei ihm sollten die Hufe ebenfalls nur gekürzt werden. Also begrüßte ich den jungen Hengst kurz und fing dann damit an, den ersten Huf zu bearbeiten. Hier ging ich genauso vor, wie zuvor bei Revolution. Nexus war jedoch viel ruhiger und ließ sich auch brav die Hufe auf den Hufbock stellen. Nachdem ich alle vier Hufe schön geschnitten hatte, lobte ich das Mixpony ausgiebig und gab ihm zum Abschied ein Leckerli, welches er gierig aufaß. Dann band Lena den Hengst los und führte ihn in seine Box.

arialDer letzte Hengst, der keine neuen Eisen bekommen sollte, war Skörungur. Der Fuchsschecke lief aufmerksam neben Lena her und ließ sich brav anbinden. Nachdem ich mich dem Hengst vorgestellt hatte, begann ich damit, die alten Eisen abzunehmen. Mit dem Unterhauer bog ich die Nägelenden grade, sodass ich die Hufeisen runternehmen konnte. Skörungur stand dabei ruhig und gelassen da und auch als ich anfing, die Hufe zurecht zu schneiden, machte er keine Anstalten. Nach kurzer Zeit waren alle Hufe wieder ordentlich in Form gebracht und der Hengst durfte zurück in die Box.

arialNun waren die vier Hengste an der Reihe, die heute neue Eisen mit Schneegrip und Stollen bekommen sollten. Nacheinander brachte mir Lena Hikandi, Call me God, Hell in a Cell und Nico. Bei allen Pferden fing ich damit an, die alten Hufeisen abzunehmen. Das war recht anstregend, da die Eisen noch sehr fest saßen und sich nicht einfach abziehen ließen. Mit einer Zange und einem Hammer lockerte ich die Eisen solange, bis sie sich endlich lösten. Anschließend ging es daran, die Hufe wieder in Form zu bringen. Dazu verwendete ich zuerst das Hufmesser, mit welchem ich die Hufwände, sowie die Trachten auf die richtige Länge kürzte. Nico war dabei etwas stürmisch und versuchte sich immer wieder der Behandlung zu entziehen, auch Call me God war nicht sonderlich begeistert, mit viel Geduld, waren aber alle Hufe nach einiger Zeit wieder ordentlich geschnitten. Zum Schluss rundete ich noch die Hufwände mit der Raspel ab und korrigierte den Strahl mit dem Hufmesser. Dabei waren alle vier Pferde relativ brav.

arialNun ging es an die neuen Eisen. Ich fing damit an, die Eisen nacheinander zu erhitzen und an den Huf anzupassen. Mit vielen Streicheleinheiten von Lena ging auch das Problemlos über die Bühne, sodass ich dann die Schneegrips auf die einzelnen Eisen zuschneiden konnte. Das war keine schwere Aufgabe, also konnte ich schon nach kurzer Zeit damit anfangen, die Eisen samt Grip festzunageln.

arialSchließlich hatten alle vier Pferde neue Eisen, mit denen sie gut gewappnet für den Winter waren. Während Lena die Pferde zurück in den Stall brachte, räumte ich mein Werkzeug zusammen, machte den Ofen aus und verstaute alles sicher im Auto. Dann verabschiedete ich mich von Lena und machte mich rasch auf den Weg nach Hause.arialWieder auf meinem Gestüt angekommen, machte ich mir rasch etwas zu essen, da ich bald schon wieder los musste. Es war bereits Nachmittags und Kimi kümmerte sich gut um den Hof. Darüber musste ich mir also keine Sorgen machen.

arialGegen Abend machte ich mich mal wieder auf den Weg zu Maren. Sie hatte einen jungen Hengst, der heute schöne Hufe bekommen sollte. Ich fuhr die schöne Einfahrt entlang, die von Kirschbäumen gesäumt war und parkte mein Auto auf dem Parkplatz. Am Stallgebäude entdeckte ich die junge Frau. Rasch nahm ich mein Werkzeug und lief zu ihr hinüber.

arial„Hallo Maren“, rief ich freundlich und winkte ihr zu. Sie drehte sich um und lächelte mir entgegen. „Guten Abend! Schön, dass du da bist!“ Sie streckte mir die Hand entgegen, welche ich lächelnd schüttelte. „Wo ist denn unser heutiger Kandidat?“ Fragte ich. „Komm, er wartet im Stall.“ Ich folgte Maren in den hellen Stall, wo wir vor einer der Boxen stehen blieben. „Das ist Lithium. Fremden Situationen gegenüber ist er oft skeptisch und es ist schwierig ihn einzuschätzen. Aber ich denke, dass kriegen wir schon hin“, erklärte Maren mir, während sie behutsam die Box betrat und den jungen Schecken aufhalfterte. Dieser hatte mehr Augen für mich und kam nur widerwillig mit auf die Stallgasse.

arialUnruhig musterte er mich und stand keinen Moment still. „Hallo du Hübscher“, sagte ich ruhig und streckte ihm meine Hand entgegen. „Du magst doch sicher ein Leckerchen haben, oder?“ Lithium beschnupperte meine Hand ausgiebig und nahm sich auch das Leckerli, welches ich ihm nun hinhielt. Danach wich er aber wieder zurück und ließ mich nicht aus den Augen. „Ich halte ihn fest, dann fühlt er sich sicherer, als wenn er angebunden ist“, sagte Maren und strich ihrem Pferd über den Hals. Nickend stimmte ich zu und schnappte mir mein Hufmesser, welches ich Lithium zeigte. Neugierig tastete er es ab, empfand es dann aber für weniger Interessant, sodass ich ihm sanft über die Schulter strich und den ersten Huf anhob. Erschrocken zog er mir den Huf aus der Hand, ich nahm ihn jedoch ruhig wieder hoch, während Maren den Hengst beruhigte. Zwar immernoch unruhig, ließ er mich aber nun mit dem Ausschneiden beginnen. Ordentlich schnitt ich die Hufwand zurecht und kürzte die Trachten, sodass der Huf gleichmäßig den Boden berühren konnte. Ich beeielte mich den Huf fertig zu bekommen, blieb aber trotzdem ruhig, um dem Hengst Sicherheit zu geben. „Siehst du, so schlimm ist es gar nicht“, lobte ich ihn, nachdem ich den ersten Huf fertig hatte.

arialGelassen machte ich mich nun an den nächsten Huf, bei dem Lithium schon um einiges ruhiger blieb. Er war zwar noch immer angespannt, ließ mich aber meine Arbeit in Ruhe ausführen.

arialNach einiger Zeit waren alle Hufe wieder schön in Form gebracht und ich entfernte mich einige Schritte. „Kannst du ihn mir einmal vortraben? Vielleicht gehen wir dazu nach draußen“, bat ich Maren, die nickte und den Hengst raus führte. Ich beobachtete genau den Bewegungsablauf und wie Lithium die Hufe aufsetzte. Es schien alles in Ordnung zu sein, sodass er endlich zurück in seine Box durfte. Sichtlich erleichtert machte er sich über sein abendliches Heu her.

arialMaren half mir noch, meine Sachen zum Auto zu bringen, dann verabschiedeten wir uns und ich rollte langsam vom Hof.arialWieder zuhause angekommen, huschte ich schnell in den Stutenstall. Kimi hatte die Pferde bereits reingeholt, also gab ich nurnoch Caletta ihre Milch, dann machte ich mir etwas zum Abendessen und fiel totmüde ins Bett.



arial(Ich war heute etwas schreibfaul :D)
  • Lunalina
  • Mongofisch
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