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Farina II Eifersucht

Geschrieben von Islandpony im Blog Islandpony´s Real Life. Ansichten: 182

Tja, wir kennen es doch alle oder?



Eifersucht

Ich hatte es einfach nur satt. Immer konnte Lelya alles haben, immer schaffte sie alles, nichts schien bei ihr schief zu gehen. Es war so zum Kotzen. Lelya hatte mich überall in den Schatten gestellt. In der Familie, bei meinen Freunden und sogar bei Sven… erst fanden mich alle nett und lieb, und dann lernten sie Multitalent Lelya kennen. Dann war ich plötzlich nicht mehr da. Nur noch die „Schwester der berühmten Tierärztin. Wieso schaffte ich es nie, etwas auf die Beine zu stellen? Wieso hatte sie das Abi geschafft und ich musste es wiederholen? Wieso konnte Tierärztin so ein toller Beruf sein ? Wieso hatte Lelya ihr Pferd gefunden und ich nicht? Hatte sie denn nicht gemerkt, wie sehr ich es mir auch wünschte? Nur „wir finden schon auch noch ein Pferd für dich.“ Sonst nichts. Wobei… was hatte ich denn erwartet? Was hätte sie denn sonst sagen sollen? „Ich schenke dir Larissa.“ Nein. Das hätte ich gar nicht gewollt. Ich mochte Larissa. Mehr auch nicht. Und Lelya liebte sie. Soviel Anstand besaß ich trotz allem noch, dass ich Lelya ein Pferd gönnte, was sie liebte.



Ich wusste nicht, wie lange ich so am Fenster gesessen hatte und über die Ungerechtigkeit nachgedacht hatte. Aber auf jeden Fall solange, bis Lelya unten den Frühstückstisch gerichtet hatte. Denn sie kam jetzt hoch und klopfte an meine Tür. „Farina, es gibt Essen.“ Am liebsten hätte ich trotzig geantwortet: „Ich hab keinen Hunger!“ Aber erstens war ich aus dem Alter raus und zweitens stimmte es nicht. Mein Magen knurrte bereits sehr bedrohlich. Also antwortete ich: „Ich komme gleich!“ und verschob es auf nach dem Essen, Lelya endlich mal meine Meinung zu sagen.



In unserer ländlich eingerichteten Küche mit den blauweißkarierten Vorhängen stand auf dem braunen Esstisch bereits einiges zum Essen, sowie Teller, Tassen und Messer. Ich ließ mich auf den Platz gegenüber von Lelya fallen. Ich ignorierte sie absichtlich und hoffte, dass sie es merkte. Aber sie war zu beschäftigt damit, in ihrer Loesdau-Zeitschrift zu lesen. Ab und an zeigte sie mir etwas und fragte mich, wie ich es fand. Ich sah kaum hin, brummelte nur zu jedem und schmierte mir ein Brot mit Himbeermarmelade. „Bist du schlecht gelaunt?“, fragte Lelya mich mitfühlend. Am liebsten hätte ich gebrüllt „Ja! Und daran bist du Schuld!“ Aber ich hielt mich zurück. Lieber platzte ich nachher in ihr Büro, nachdem ich mir einen richtig eindrucksvollen Text ausgedacht hatte. Als ich mein Brot verspeist hatte, räumte ich meinen Teller auf und verließ dann das Zimmer. Ich spürte Lelyas stechende Blicke in meinem Rücken. Was hatte sie jetzt schon wieder? Mein Teller war doch in der Spülmaschine. Ich ging in mein Zimmer und ließ mich wieder aufs Bett fallen. Wenig später hörte ich Schritte. Lelya war wahrscheinlich auf dem Weg zu Larissa, um sie noch zu bewegen, bevor die Büroarbeit begann. Zu Ihrem Pferd. Wieder übermannte mich die Eifersucht. Ich fing bereits an mir einen Text auszudenken, mit dem ich sie anbrüllen würde, sobald ich ihr Büro betrat. Langsam, aber sicher legte ich mir einen zurecht. Ich würde ihr sagen, was ich davon hielt, dass sie alles konnte und jetzt sogar ein Pferd hatte und ich nicht. Ob sie etwas dafür konnte, oder ob doch eher ich Schuld war, war mir in dem Moment egal.



Ungefähr eine Stunde später hörte ich Lelya auf dem Flur in ihr Büro gehen. Am liebsten wäre ich gleich hingerannt. Aber das wäre übertrieben gewesen. Ich wollte lieber unabhängig erscheinen. Also wartete ich noch zehn Minuten bevor ich aufstand und mein Zimmer verließ. Vorm Büro blieb ich stehen und wiederholte im Stillen noch mal den Text. Eigentlich wollte ich schwungvoll und laut ins Zimmer poltern, aber die Tür war so gebaut, dass man sie weder laut zuschlagen, noch schnell aufmachen konnte. So musste ich mich mit einem langsamen Tür öffnen begnügen. Das erste was ich sah, war Lelyas Rücken. Sie schrieb eine E-Mail und telefonierte gleichzeitig. „Nein, ich glaube nicht, dass sie ein Verlasspferd will … ein Welsh B? Das wäre vielleicht was für Farina…“ ich stockte. Ich brachte kein Wort heraus. Mit wem sprach meine Schwester da? „Sie hat bald Geburtstag und da dachte ich…“ langsam verließ ich das Zimmer. Ich konnte nicht fassen, was ich für eine wunderbare Schwester hatte…
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