Falling Apart

Geschrieben von Ravenna im Blog Caed Crevan. Ansichten: 376

Ein hoch auf mein Englisch! xD

Die Arbeit ging schnell von meiner Hand, mit Caleb verband mich keine Freundschaft aber wir konnten gut miteinander arbeiten. Einerseits bekam ich nämlich jetzt von ihm Unterricht im Roping und von Verena weiterhin Unterricht auf den Westernpferden. Ich hatte eine harte schlaflose Nacht hinter mir gehabt, irgendwie hatte mich ihre Frage wieder mehr an Linn denken lassen, außerdem machte mir mein Bein immer mal wieder Probleme. Morgens war ich um 5 aufgestanden, hatte zwei der Pferde gesattelt und Verena zu einem Ausritt geweckt. Erst war die Idee nicht auf ihr wohlwollen gestoßen - zu früh, aber spätestens auf dem Pferd hatte es sich in Freude umgeschwungen. Wir genossen diese Stunde im Sattel außerhalb der Ranch, an der wir uns ungeniert den Fragen widmen konnten. Meistens wählten wir den Weg hinauf zur Anhöhe mit dem kleinen Bergüberhang. Der Adler kreiste schon längst nicht mehr allein über den Himmel, er schien eine Gefährtin gefunden zu haben. Im gewissen Sinne verglich ich dieses Gesellen ein wenig mit mir selbst.

“Svejn?“ kam es bestimmt aber sanft aus Verenas Richtung. “Mhm?“

“Du träumst schon wieder! Ich hab gefragt ob wir dieses Mal runter zum See wollen?“ ich nickte ihr lächelnd zu, gab leicht die Hilfen zum Drehen und schon machten wir uns auf den Weg. Ich ritt wieder einmal Pluie während sich Verena dieses Mal für Gipsy entschieden hatte,beide Pferd mochten Wasser ganz gern. Da es nun sanft in das Tal hinab ging hielt ich mein Gewicht eher nach hinten gelehnt, während die Stute sich sicher ihren Weg zu suchen begann. “Caleb hat heute Nachmittag wieder eine Ropingstunde verordnet...ich scheine schlecht zu sein,zumindest im Gegensatz zu Bellamy. Caleb erwähnte einen Viehtrieb der im Herbst ansteht, ist das richtig?“ Verena war das Schlusslicht weshalb ich lauter sprechen musste,damit sie alles verstand. “Mach dir nichts drauß dafür vermagst du andere Sachen.“ ich sah ihr süffisantes Lächeln nicht aber kannte den Ton ihrer Stimme dabei mittlerweile. “Haha! Also Viehtrieb?“

“Ja...wir haben eine kleine Herde von Angusrindern im letzten Jahr gekauft,sie haben ihre Zeit in den Bergen nutzen können zum Wachsen. Zum Winter wollen wir die Bullen zu den restlichen Kühen bringen, bzw zumindest näher an die Ranch. Es sind alles noch junge Tiere.“ ich nahm die Informationen auf ohne etwas darauf zu erwidern. Lenkte Plui weiter an den Rand als der Weg breiter und etwas flacher wurde.Am See machten wir eine kurze Pause an dem kleinen Bachlauf der dort aus den Bergen in den See lief. Ich hatte an einem heißen Tag die Füße hinein halten wollen - es war Arschkalt. Gespeist durch den Gletscher wurde es nie warm. Die Pferde störten sich nicht daran, tranken eher in tiefen Zügen davon.

Lächelnd trat ich an Verena heran,küsste sie auf die Lippen. “mhm..“ kam es von ihr. Die Lippen noch gespitzt zog sie den Kopf nach hinten,die Stirn in Falten gelegt. “Mach das nicht zu lang sonst bleibt’s so.“ jetzt zog sie eine Flappe,schnaufte “Haha! Ich würd gar nicht so gucken wenn das da nicht wäre!“

“Was?“

“Dein Gewächs da mitten im Gesicht!“ mein Blick wurde verwundert,die Hand griff mir an den Bart.

“Ja und?“

“Na der kratzt!“

“Quatsch! Der ist mittlerweile ganz flauschig!“

“Na da gehen unsere Vorstellungen von flauschig aber auseinander.“ ich zog das Gesicht kraus.

“Du könntest ihn abschneiden?“ kam die halbe Frage.

“mhpf“ murrte ich. Sie kam näher küsste mich, “Komm schon.“

“Mhpf“ gab ich wieder von mir. Wieder ein kleiner Kuss. “Aber meine Haare bleiben lang!“warf ich als Kompromiss in den Raum. Verena nickte eifrig “Klar sonst sieht man die Tattoos ja gar nicht.“ Zumindest das gestand sie mir ein,damit gab ich mich zufrieden und gab ihr das Versprechen zum Frühstück rasiert zu erscheinen.


Auf dem Weg zurück berichtete ich von meinem Vorhaben den ehemaligen Verein von Sarah Kyren wieder aufzubauen. “Ich hab sogar zusätzlich zu Thjalfe noch ein Pferd für die Shows gefunden! Der gute Smaug hat schon bei dem Filmdreh mitgewirkt,es ist ihm also nicht unbekannt so viel Trubel.“

“Du hast also noch ein Pferd gekauft?“

“Nein,nur zur Verfügung ich darf ihn für die Shows trainieren und nutzen muss aber im Gegenzug seine anlaufenden Kosten tragen und das Versprechen ihn kören zu lassen. “

“Das klingt nach einem Plan. Für die Ferienranch sind solche kleinen Showauftritte auch ein guter Zeitvertreib für die Gäste.Nur falls du willst?“ ich nickte,daran hatte ich ohnehin gedacht.Das Frühstück mit dem Team verlief schnell da jeder bald wieder seiner Arbeit nachgehen musste. In meinem Fall führte mein erster Weg zu dem Jährling der erst kürzlich meiner war,ein kleiner Isländer namens Skinfáxi,ich hatte ihn auch ein wenig wegen seines Namens gekauft. Das Grundlegende Fohlen ABC kannte der Hengst bereits, sollte sich allerdings auch an mich gewöhnen.

Jeden Morgen beschäftigte ich mich also mit Skinfáxi. Wobei die Beschäftigung aus dem Aufhalftern, einer kleinen Putzaktion und natürlich einem kleinen Spaziergang bestand. Noch stand der junge Hengst zusammen mit den Jungspunden von Verena zusammen, Plan war ihn nach dem Sommer mit meinen anderen Pferden zusammen zu bringen. An diesem Nachmittag würde auch Smaug ankommen, auf seine Ankunft war ich am meisten gespannt. Mit ihm und auch Thjalfe konnte die Planung für die Action Horse Acossiation in eine neuerliche Runde gehen. Einige Voranmeldungen hatte ich bereits eingereicht bekommen, die Mappen hatten in den letzten Tagen jedoch kaum Beachtung bekommen. Daran musste ich mich noch gewöhnen, Vereinsvorsitzender, als die Wahl auf mich gefallen war hatte erstaunen mich gepackt. Zunächst spielte ich mit dem Gedanken abzulehnen, jetzt hatte ich es jedoch gewagt.

Seitdem ich bei Verena arbeitete verdiente ich gutes Geld, ein gutes Puffer um die Reisen mit dem Verein sichern zu können musste angelegt werden. Skinfáxi brachte ich schließlich zurück auf den Paddock, lief dann hinüber zum Tor um die jungen Hengste auf die Weide zu lassen. Im raschen Galopp preschte die Herde hinaus, angeführt von einem der ältesten unter ihnen, freudig buckelnd war dies das Schauspiel das ich jeden Morgen sah. Langsam kam auch die Sonne über die Berggipfel gekrochen, strahlte ihr Licht auf die tollenden Junghengste und in mir breitete sich ein wohliges Gefühl aus. Eines das ich so lange nicht mehr gehabt hatte - Heimat.

Hier in diesem Tal, umgeben von hohen Bergen und der stille des ganzes Ortes, hatte ich wieder einen Ort gefunden an dem mein innerer Wanderer zur Ruhe gekommen war. Nur schwach konnte ich an meine Kindheit zurück denken, damals als dieses Gefühl mit meinen Eltern und dem Haus in Dänemark einher gegangen war. Irgendwann dazwischen war es verloren gegangen, unaufhörlich für mich verschüttet. Der Plan war gewesen eine Weile hier zu bleiben um dann mit Thjalfe und Bucks den Kontinent zu erkunden, jetzt hatte ich ein Fohlen gekauft und Smaug zog ein. Manchmal schlug ich verwirrende Wege ein.


Die Ankunft des großen Scheckhengstes mit den eindringlichen Augen verlief unkompliziert, zunächst kam er allein auf einen Paddock neben dem meiner Vierbeiner und Gipsy, so konnten sie einander kennenlernen. Ich besah mir den Hengst der sonst in sehr guter Verfassung war, nur die Hufe würden bald wieder an der Reihe sein. Smaug schaute sich mit wachen Augen um, ohne jedoch wahnsinnig aufgeregt zu sein. Entweder war dies seine natürliche Art oder er war nur unheimlich erschöpft von der Reise hier her.

Da ich es bisher nicht geschafft hatte, verschwand ich nun in das Bad , schnappte mir den Rasierer und befreite mein Gesicht von dem Bart der dort in den letzten Wochen gewachsen war. Ich strich über die aufgeraute Haut die zurück blieb, besah mich zunächst ein wenig skeptisch im Spiegel. Man musste zugeben, ich sah weniger aus wie ein Waldschrat. Da ich den Rasierer nun schon einmal in Betrieb hatte, befreite ich gleich die Seiten meines Kopfes von den Haaren,sodass wieder alle Tattoos ordentlich zu sehen waren. Ich strich über die feinen Linien, die in gewisser Weise zwei Raben darstellten. Nach fast 8 Jahren waren die Linien nun heller als damals. Hugin und Munin, in gewisser Weise standen sie natürlich für den Glauben dem ich seit Jahren folgte. Trotzdem ging ihre Bedeutung für mich auch noch sehr viel tiefer, sie sollten mich stets an mich und Linn erinnern. Gedanke und Erinnerung - was gab es besseres als dies zu symbolisieren? Den Kopf hatte ich damals gewählt um einen Funken von dem Schmerz zu empfinden den Linn stets gehabt hatte, jetzt vielleicht eine eigenartige Entscheidung. Ich zuckte die Schultern, reinigte das Waschbecken, trocknete mein Gesicht vom Wasser und flocht den Zopf erneut zusammen.

Erst danach machte ich mit auf den Weg nach draußen, suchte nach Verena um ihr bei der Arbeit zu helfen falls sie welche benötigte. Der Blick auf die Uhr sagte mir aber das es Zeit wurde für die Ropingstunde bei Caleb.

“Your’e late.” war seine knappe Antwort auf mein erscheinen am Platz. Ich erwiderte nichts, er hatte ja Recht mit seinem Statement, allerdings konnte ich auch Bellamy nirgendwo sehen. Er schien den suchenden Blick richtig zu deuten.

“He’s not here won´t come today.”

“What happened?”

“Fell off his horse.”

Ich zog die Augenbrauen hoch, auf wen sich Bellamy wohl gesetzt hatte? Da Caleb mir aber schon das Rope gab beschloss ich nicht weiter zu fragen was los war.

In der Mitte des kleinen Platzes stand eine Kuh...aus Übungszwecken war sie kleiner und aus Holz. Ich nahm die Fußstellung ein die Caleb uns zum Anfang gezeigt hatte, sortierte das Rope schwang es und warf.

Ich traf,zog fest und wollte gerade triumphierend Lachen,da bekam ich einen Schlag mit einem Rope auf den Oberschenkel. “Steady stand!” fauchte Caleb. Er sagte noch andere Worte,die mich jetzt wenig Interessierten. Der Schlag war nicht schwer gewesen,während es mir vor Schmerz halb die Tränen in die Augen trieb.Ein unterdrücktes Keuchen kam mir über die Lippen. Im Turnen war es um einen leichten Stand und Federung gegangen,hier versagte ich. Caleb erklärte mir, dass es wichtig war fest zu stehen sonst würde mich selbst ein Schaf mit seiner Kraft umreißen. Das alles hörte ich kaum,stattdessen massierte ich den Schmerz weg. “We will think of it the next time. Let's take a break...have an itch in the leg,should rest for a while.” Calebs Blick wurde missbilligend,doch er nickte während ich den Platz verließ, schwach das humpeln unterdrückend. Nach einigen Schritten wurde der Schmerz annehmbar, sodass vom humpeln schon nichts mehr zu sehen war als ich Verena im Stall über den Weg lief. Sie führte Bella Dun it sonstewie am Zügel(für die ganzen Namen brauchte ich langsam mal eine ganze Liste, das merkte sich ja kein Schwein) “Na, wie ist das Roping?” ich überlegte, sollte ich antworten was ich wirklich davon hielt? Ich beschloss ihr gegenüber nicht zu lügen, aber meine Meinung ein wenig anders zu verpacken. “Es ist für einen Ritt bei dem die Rinder eingefangen werden müssen durchaus praktisch, aber ich fürchte ich bin in dieser Hinsicht einfach untalentiert. Mittlerweile treffe ich immerhin das Holzrind, aber eine echte würde mich sofort von den Füßen holen. Caleb nennt mich auch gern Hupfdohle.” Verena versuchte das Lachen nicht zu kaschieren, während ich ihr einen etwas leidigen Blick schenkte. Sie kam auf meine Höhe, klopfte auf die Schulter “Ich denke du wirst es noch lernen!” dabei zeigte sie mir verschmitz ihre Zungenspitze. Verena wollte gerade verschwinden als ich ihr an die eigene Schulter fasste. “Heute Abend in deinem Zimmer?” raunte ich leise hinter ihr. Unmerklich nickte sie, während ich mich lächelnd wieder umdrehte. Alexis war zum Anfang der Woche aufgebrochen zu einem Fotoworkshop, deswegen hatte Verena das Zimmer für sich allein gehabt. Nicht jeden Tag hatte ich auch bei ihr übernachtet, aber zumindest die Abende hatten wir mit einem gemütlichen Essen und einer neuerlichen Fragenrunde verbracht. Für meinen Teil genoss ich diese Stunden genauso sehr wie den frühmorgendlichen Ausritt, sie würden mir fehlen sobald Alexis wieder da war. In meinem Zimmer angekommen, kramte ich einen Kühlakku aus dem Gefrierfach. Bis zum Abendessen waren es noch etwa zwei Stunden, was genau wir kochen wollten hatten wir nicht abgesprochen. Bellamy hatte sich in der vergangenen Woche von bestellter Pizza ernährt - in der Hinsicht fehlte Alexis schon im Team, das gemeinsame Abendessen in der großen Küche des Haupthauses fiel dabei weg. Im Falle von Verena und mir was dies kein Weltuntergang, Bellamy vermisste das regelmässige Essen - kochen gehörte nicht zu seinen Stärken.


Nach einem guten Abendessen hockten Verena und ich gemeinsam auf der kleinen Couch, jeder hatte große Kissen im Rücken, unsere Beine lagen her über den anderen in der Mitte verteilt. Argeirr, der Hund den ich von Alistair vor einigen Tagen übernommen hatte, saß zu unseren Füßen. Ursprünglich hatte sich der große Hund mit auf die Couch quetschen wollen, aufgrund des Platzes hatten wir ihn auf den Fußboden zurück verband. Während sich Argeirr in sein Schicksal ergab, setzte Surtout dem ganzen einen Bären auf. Der Rottweiler, der sicherlich ein Gewicht von knapp 50 kg mit sich brachte, hatte seinen riesigen Schädel auf das Geflecht unserer Beine gesetzt, von dort fixierte er abwechselnd mich oder Verena. Da sich sein Kopf mehr auf meinem Bein befand, hatte ich dort langsam aber sicher einen nassen Flecken, da der Rüde sabberte. Unwirsch schob ich seinen großen Kopf herunter, schickte ihn von uns fort, Verena lächelte nur. “Der ist vielleicht aufdringlich!” bemerkte ich nur, schubbelte über den nassen Part meiner Hose. Verena erwiderte darauf nichts weiter “Ich bin wieder dran!” sie spitze die Lippen, schaute auf die Liste auf ihrem Handy. “Du hast mal einen Unfall erwähnt, weshalb du das Turnen aufgehört hast...wie kam es dazu?” Ich strich mir durch den nicht mehr vorhandenen Bart.”Ah du hast ein Talent dafür mich nach meinen dunkelsten Zeiten zu fragen.”

“Klar wie soll ich sie denn sonst erfahren?”

“Warten bis ich sie dir erzähle?”

“Ach hör auf! Das war deine Idee!”

Touché!

“ Das Training war hart...es ging auf die Qualifikationen zu Olympa zu, ich wollte damals unbedingt dabei sein. Als bester am Reck hatte ich gute Chancen für Dänemark starten zu können, in dem Trainingslager hatte ich sogar entfernt Kontakt zu Fabian Hambüchen, wobei er damals weitaus jünger war. Ich erwischte einen der Ringe nicht, bin statt auf der Matte allerdings auf dem Parkett gelandet. Das Bein war geprellt, Olympia für mich erledigt. Am ersten Tag nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus ab ich meinen Ärger im Alkohol ersoffen. Bis dahin hätte ich danach wieder turnen können, aber mit steigendem Pegel wurde ich wütender. Den Weg nach Hause hätte ich besser nicht angetreten. Das nächste Mal als ich erwachte lag ich im Krankenhaus. Meine Rippen waren geprellt, mein Schädel dröhnte nicht nur von meinem Kater. Das schlimmste dabei war aber mein rechtes Bein das es bei der Begegnung mit dem Auto mehrfach gebrochen hatte. Es war dick gegipst, es standen Drahseile nach außen und es hing in einer Schlinge über dem Boden. Der Arzt sagte ich würde sehr lange zur Heilung brauchen, ob ich überhaupt wieder laufen könne hing von meinen Ehrgeiz ab...meiner Geduld.

Damals war ich ein Idiot, nach meiner Zeit im Krankenhaus und der Reha kehrte ich gebrochen im Stolz und ohne Lebenssinn zurück zu meinen Eltern...wo nun auch meine Schwester mit dem Tod kämpfte. Wegen all der Dinge um mich herum hatte ich mein Herz schon längst an den Alkohol gebunden, meine Exfreundin kam nicht zu mir durch, ließ mich weitestgehend in Ruhe, hatte eh mit ihrer eigenen Karriere zu tun.” Da ich ihrem Gesicht ansah das sie wissen wollte was danach geschah, machte ich in dieser Weise einfach weiter.

“Irgendwie landete ich auf der Rennbahn, die Wetten hatten mich angezogen, zu der Zeit war ich noch auf der Krüke unterwegs, mein Unfall lag ein gutes Jahr zurück. Ich zahlte mit Geld welches ich nicht besaß, es war Karen die mich schließlich auf einen anderen Weg brachte. Sie gab mir die Chance die Schulden bei ihr abzuarbeiten oder sie rief die Polizei, Alkohol war verboten. Sie und ihre Lebensgefährtin Louise hatten von da an ein strenges Auge auf mich. Die Arbeit dort brachte mich zurück ins Leben, die ersten Monate schaufelte ich nur Pferdemist, aber nach und nach wurden nicht nur meine Hände kräftiger - auch mein Bein wurde wieder kräftiger. Von Louise lernte ich neben dem Umgang mit Pferden auch das reiten. Die Pferde wurden mein Ausgleich zum Turnen, bis heute bin ich nicht mehr von ihnen los gekommen.“

“Wetten also?

“Bin nicht stolz drauf,aber so war ich damals.“

“Erstaunlich das deine Ex bei dir geblieben ist.“

“Das war...eher so etwas wie eine Nutzgemeinschaft,Ganz anders als das was wir teilen.“

Ich unterdrückte ein schales Gähnen, das auch gleich von Verena übernommen wurde. “Beeehtt?“ gähnte ich nochmal,während Verena nur müde nickte. Ich entknotete unsere Beine,zog sie neben mir auf die Füße und zog sie hinterher ins Schlafzimmer. Sie hatte sich nach dem Duschen bereits in ihren Schlafanzug geschält. Ich entledigte mich meiner Hose,faltete sie als ich ein erschrocken klingendes Einatmen vernahm. “Sveeejn,sag mal was ist das da am Bein?“ kam es von Verena, ich schaute an mir herunter sah nichts.

“Hinten am Oberschenkel!“ kam es drängend während Verena schnell aus dem Bett stieg. Energisch zog sie mich zum Spiegel in dem ich nun meine Kehrseite begutachten konnte. Während Verena den Finger danach ausstreckte und auf den ausgeprägten blauen Fleck drückte,zog ich die Augenbrauen kraus. “Vor zwei Tagen hat mich Daryl in den Sand gesetzt,hätte nicht gedacht das es so aussieht.“

“Klar das es dir dann heute beim Roping weh tat...Caleb hat Besorgnis geäußert.“ Caleb hatte also mit ihr über den Nachmittag gesprochen? Ich beschwerte mich nicht,zog auch mein Shirt aus. “Das ist bald wieder besser!“ dann zog ich sie mit mir Richtung Bett. “Guck dir die an.“ auf jeder Seite des Bettes saßen jeweils Argeirr und auch Surtout. Lachend kuschelten wir uns gemeinsam unter die Decke,in den letzten Tagen war es wieder kühl geworden.


Die meisten Fohlengeburten waren vorbei, es kehrte langsam Ruhe auf der Ranch ein,zumindest so viel Ruhe wie es mit 50 Pferden sein konnte. An einem Nachmittag den ich mir frei genommen hatte beschloss ich einen Austritt in die Berge zu machen. Verena war ein wenig besorgt,da das Wetter in letzter Zeit doch zunehmend wechselhaft gewesen war. “Du hast mir doch die Große Höhle gezeigt,dort werd ich übernachten und dich vor dem Schlafen anrufen,okay?“ Ich küsste sie auf die Stirn als Verena ihr Einverständnis seufzte. Natürlich wollte sie mich begleiten,aber die Arbeit ließ es nicht zu und ich brauchte manchmal meinen Anstand,froh darüber, dass sie mich verstand.

Mit Thjalfe und Bucks machte ich mich auf in mein kleines Abenteuer,der Ritt zu der Höhle dauerte insgesamt nur etwa drei Stunden,doch wollte ich mir Zeit nehmen und nicht den direkten Weg gehen - es sollte ja auch spannend werden. Die Sonne schien warm vom Himmel herab,ich genoss den gemächlichen Schritt den Thjalfe anstrebte und so Bucks die Möglichkeit gab Schritt zu halten. Auf dem Rücken des kleinen Hengstes war ein Gestell befestigt welches neben Proviant auch mein Zelt beinhaltete. Das Training hatte eine Weile in Anspruch genommen,doch ich war froh darüber es geschafft zu haben.

Zwischendurch musste ich selbst aus dem Sattel steigen,da der Weg zu steil war. Ich gab Thjalfe die Zügel hin,hing sie über den Hals des Hengstes und führte Bucks vorne weg. Thjalfe würde seinen Weg allein hinter uns finden. Immer wieder legte ich Pausen ein, mir und den Pferden zuliebe. Langsam glaubte ich nicht mehr daran, dass die Schmerzen im Bein allein von dem blauen Fleck kamen,nach dem Ritt musste ich den Arzt aufsuchen. Erst dachte ich daran, dass der Abend bereits anbrach, als es zunehmend dunkler wurde. Als Wind aufkam dachte ich daran jedoch nicht mehr. Spätestens als der erste grollende Donner ertönte wusste ich, dass ich mitten in ein Gewitter geriet - die Höhle noch gut eine Stunde Fußmarsch entfernt.

Ich trieb Thjalfe zu einem schnelleren Schritt an, vielleicht würde ich zumindest unter dem Gewitter hindurch zur Höhle kommen, noch klang es weiter entfernt. Jedoch unterschätze ich auch hier wieder die Gewalt der Natur, der Wind trug das Gewitter stetig mit sich, sodass nach einer guten Viertelstunde der erste dicke Tropfen Regen auf mich hinab fiel. Bei einem neuerlichen Donnergrollen scheute Bucks entgültig, der Wallach konnte nicht zuordnen was um ihn herum geschah. Fest packte ich den Strick hielt mich eisern auch an dem Horn am Westernsattel fest den ich für Thjalfe besorgt hatte. Der Weg war viel zu klein um beide Pferde nebeneinander zu führen, weshalb ich lieber davon absah abzusteigen. In diesem Moment geschahen neuerlich mehrere Dinge gleichzeitig, während sich Thjalfe tapfer seinen Weg nach oben suchte, krachte über mir der lauteste Donner den ich selbst je gehört hatte. Ich hatte den Sturm nie gefürchtet, jetzt jedoch stellten sich mir die Haare im Nacken auf. Gleichzeitig strömte ein unbeschreiblicher Schmerz durch meinen Arm, die Schulter und der Schwung brachte mich aus dem Sattel. Im Fallen konzentrierte ich mich nicht länger darauf den Strick von Bucks in der Hand zu halten, hart schlug ich auf den Boden auf, rollte mit großer Geschwindigkeit den Abhang wieder hinab bis meine Rippen gegen einen ausgebrägten Findling stießen. Der Schmerzschrei wurde noch in meiner Lunge unterdrückt, mein Kopf klingelte und in dem Schleier aus Regen konnte ich nur einen panischen Bucks quer durch den Wald preschen hören. Es war Thjalfe der den Weg hinunter getrottet kam, seine Zügel hingen her, genau wie der Sattel an den ich mich geklammert hatte. Da mein Körper jedoch in diesem Moment aus einem einzigen Gefühl aus Schmerz bestand, konnte ich mich nicht regen. “Bucks!” keuchte ich war aber kaum laut genug als das es durch den Wind und Regen an meine eigenen Ohren gelang.

Ich war müde, angestrengt versuchte ich meine Augen offen zu halten, wurde jedoch unaufhaltsam in den Sog der Dunkelheit gezogen. Nicht in der Lage den Arm zu heben sah ich hypnotisierend auf die Tasche am Sattel in welchem sich das Handy befand. Ich hatte versprochen am Abend anzurufen…..war mein letzter Gedanke.


Verena

“Caleb, verdammt!”, schrie ich durchs Haus und hatte plötzlich alle Mitarbeiter hier unten in der Küche stehen. “Wo ist er schon wieder?! Immer wenn ich ihn brauche, ist er nicht da!”, fluchte ich und sah nach draußen, es donnerte. “Zieht euch um und guckt dass die Pferde reinkommen, jetzt!”, setzte ich nach und sah in entsetzte Gesichter. Alexis setzte zu einer Frage an, doch ich schüttelte einfach nur wütend den Kopf, ehe ich meine Regenjacke schnappte und nach draußen stürmte. Ich hasste Gewitter, ich hasste unzuverlässige Mitarbeiter und ich hasste… “Caleb!”

Der junge Mann lief gerade mit zwei Pferden in der Hand in den Stall. “A storm is coming, just want to help..”, murmelte er und ich nickte. “Great job, thanks.”, sagte ich und lief ebenfalls auf die Koppel, um zusammen mit Bellamy, der mir gefolgt war, die Jungpferde in ihren Stall zu treiben. Das Gute an ihrem Offenstall war, dass man einfach ein Gitter zumachen konnte, so dass sie unter Dach bleiben mussten. Als ich ein Bellen hörte, sah ich Surtout und den Hund von Svejn, dessen Namen ich mir nicht merken konnte, an mir vorbei rennen und auf die Jungpferde zupreschen. “Surtout, aus!”, schrie ich dann und sah, wie der große Rüde eine Vollbremsung hinlehte. Argeir oder wie er auch immer hieß, rannte jedoch weiter auf die Pferde zu. Ich fluchte. “Surtout, fass!”, sagte ich und er wusste genau, was zu tun war. Er trieb die Pferde auf den Stall zu, so dass wir nicht über die ganze Wiese rennen mussten. Gott sei Dank schaute sich Svejns Hund viel bei meinem Rottweiler ab, so dass wir die Hengstfohlen null komma nichts im Stall hatten. Bei den Stutfohlen dauerte es etwas länger, doch auch die hatten wir bald im Stall.

Nun ging es auf die andere Koppel, wo die Trainingspferde standen. Es war viel Arbeit so viele Pferde von der Koppel in den Stall zu bringen- wir wollten eh umbauen, doch jetzt musste jedes Pferd einzeln in den Stall gebracht werden. Mehr als die Hälfte war schon drinnen, also fehlten nicht mehr viele. Doch das stetige blitzlichtgewitter und das Grollen des Donners verunsicherte die Pferde, brachte sie dauernd dazu zu steigen oder nicht mehr weiter gehen zu wollen. Pria haute ich sogar einmal den Führstrick über den Hintern, damit sie sich weiter bewegte. “Alle drinnen.”, seufzte ich dann und sah gen Himmel. Es war für 20:00 Uhr abends stockdunkel. Stockdunkel… stockdunkel… “Oh mein Gott.”, sagte ich und erntete natürlich wieder verwunderte Blicke. “Was ist?”, fragte Bellamy mich dann. “Svejn wollte sich melden. Er hat sich bis jetzt noch nicht gemeldet.” “Der meldet sich schon noch.” “Aber es tobt ein Gewitter!”, fauchte ich ihn an und er nickte. “Sollen wir ihn suchen gehen?”, fragte er mich und ich überlegte. “Caleb, i want to search Svejn. Do you come with me?”, fragte ich ihn und schaute zu Bellamy, der wie eine beleidigte Leberwurst schaute. “Du bist nicht sattelfest, stell dir mal vor wir müssen den Hang runter springen, sollte ihm doch etwas passiert sein. Du liegst sofort unten, Caleb und ich können noch drauf bleiben.” “Ist ja okay…”, meinte er beleidigt. “Du und Alexis habt jetzt hier das Sagen, baut keinen Mist.”, erklärte ich und wandte mich dann ab. Das Strahlen in seinen Augen sah ich leider nicht mehr. “When?” “Now.” “Which horse?” “I… i don’t know. Maybe Chocolate Dream? But he can’t climb very well..”, versuchte ich ein Pferd auszusuchen. “We need good Ranch Horses. Goddess maybe.”, sagte er dann. “What about Gipsy?” “Gipsy is okay. Hurry up!”

Es dauerte keine 10 Minuten, da waren Comeback of a fallen Goddess und C.ielos Double Dun It geputzt und gesattelt. “Do you know his way?” “Yes.” “Let’s go.” Caleb konnte noch nicht so gut deutsch, weshalb wir eigentlich fast immer auf englisch miteinander sprachen. Er hasste es, etwas nicht zu können und sprach eigentlich nur mit mir auf deutsch, wenn auch nur brockenweise und nicht wirklich verständlich. Er wollte die Sprache einfach nicht lernen- ich zwang ihn jedoch. “There is a sweet littel hole next to the ranch, he wanted to sleep there.”, erklärte ich Caleb und trabte mit Gipsy vor. Der Wallach und auch Goddess waren gute Ranch Pferde, beide Cutting angehaucht(Goddess viel mehr als Gipsy) und im Gelände ware Meister. Sie konnten Berge hoch oder runter traben, da konnten andere Pferde nur von träumen. Auch machte den Beiden das Gewitter recht wenig, auch wenn Gipsy mit angelegten Ohren vor sich hin trabte. Da es so dunkel war hatten wir Taschenlampen mitgenommen. “Hufspuren.”, sagte ich zu Caleb und deutete auf die großen Spuren von Thjalfe, daneben die von Bucks, welche auf einmal weg waren. “Where did the little horse go?”, fragte ich Caleb, ehe ich den Abhang hinunter leuchtete und mir der Atem stockte. “Oh mein Gott, Alfi!”, rief ich und sprang von Gipsy. “Hold him.”, sagte ich harsch zu Caleb und sprang den Abhang hinab. Nicht weit, denn dort stand sofort Alfi. Sein Sattel hing schief, einen seiner Zügel hatte er sich abgerissen, weil er drauf getreten war, der andere hing auf den Boden. Weit und breit keine Spur von Svejn. Ich hob also den verbliebenen Zügel des Hengstes auf und wollte ihn den Hang hinauf führen, doch er zog mich stattdessen weiter den Hang hinab. “Verena? Everything okay?”, fragte Caleb mich und ich wollte gerade antworten, da sah ich Svejn. “No.. no.. Caleb get the fuck down here!”, brüllte ich ihm zu und sah, wie er den Hügel hinab gesprungen kam. “I… I don’t know what to do…”, sagte ich und fing an zu schluchzen. Caleb kniete sich neben Svejn und kontrollierte seinen Puls und seine Atmung. Zumindest war es das, was ich durch den Schleier aus Tränen erkennen konnte. “Call an ambulance. They can drive till the lake. Catch Gipsy and Goddess and go get the paramedic.” sagte er mir harsch, doch ich konnte nur an eines denken. “Is… is he alive?”, fragte ich ihn und er nickte. “You need to call, now!”, maulte er mich dann mit einer Dringlichkeit in der Stimme an, die ich sonst nicht von ihm kannte. Klar, sonst kommandierte ich alle herum. Ich band Alfi also schnell an einem Baum fest und sprang den Hügel hinauf, um einen Krankenwagen zu rufen. Ich erklärte ihm den Weg und sagte auch, wo sich ihr Patient befand. Ebenso, dass ich die Sanitäter mit zwei Pferden abholen würde. Sofort als ich aufgelegt hatte, machte ich Gipsy und Goddess los. “I ride and get them up here.”, rief ich Caleb in meinem schlechten Englisch zu und schwang mich auf den Rücken von Gipsy. Einen Zügel von Goddess hatte ich am Sattelhorn festgebunden, den anderen hatte ich in der Hand.

Gerade als ich am See ankam, kam auch der Krankwagen an. Ich erklärte ihnen die Situation gerade, ehe sie ihren Arztkoffer aufpackten, eine Trage und eine Halskrause. Irgendwie schafften wir es, dass einer der Helfer auf Goddess Platz nahm und den Koffer ans Horn hängte, der andere setzte sich in den Sattel von Gipsy und hielt die Krause, während ich hinter dem Sattel platz nahm und die Trage zwischen mir und dem Helfer festklemmte. Zu meinem Glück fielen die beiden Sanitäter auch im Trab nicht runter, denn es musste alles schnell gehen. Bei Svejn und Caleb angekommen schwangen wir uns von den Pferden, ich strickte sie am Baum fest und wir sprangen den Hügel hinab. Erneut schossen mir Tränen in die Augen, während die Sanitäter Svejn alle möglichen Dinge anhängten, angefangen von einer Halskrause bis hin zu einer Infusion. Nun stand die Frage im Raum, wie wir die Trage den Berg hoch bekommen sollten. “Maybe his horse.. can..?”, fragte ich doch sie lehnten ab. Sollte Alfi ausrutschen, würde das Tier noch mehr Schaden anrichten, wobei ich der Meinung war, dass Alfi an nichts von allem schuld hatte. Wir schafften es also irgendwie zu viert die Trage auf den Berg zu bekommen, ich lief nochmal runter und holte Alfi, ehe wir die Trage doch hinter das Kaltlbut hängten. Warum auch immer hatten die Sanitäter ein Seil dabei, welches wir durchschnitten, um es an beiden Seiten des Sattels zu befestigen. Caleb und einer der Sanitäter ritten vor Alfi, der andere Sanitäter ritt auf Gipsy hinter Alfi. Ich selbt saß im Sattel des Hengstes und passte auf, dass er schön auf dem Weg blieb, was mit einem Zügel gar nicht so einfach war. Beim Krankewagen angekommen verlagerten wir bzw die Sanitäter Svejn auf die richtige Trage, ehe sie uns sagten in welches Krankenhaus er kommen würde- ich hätte sofort können mitfahren, aber wir hatten hier drei Pferde stehen, eins fehlte sogar noch. Und Caleb alleine bekam keine vier Pferde nach Hause, denn es war doch noch ein gutes Stück bis zur Gips Reminder Ranch. “I get there as fast as i could, we need to find the other horse.”, sagte ich nervös und sah zu Caleb. “Get Alfi and ride home, i will search Bucks.”, sagte er und ich nickte. Also stieg ich auf Gipsy, krallte mich am Horn fest als das Blaulicht anging und bekam ihn dann irgendwie wieder dazu, sich zu beruhigen, so dass ich mir Alfis Zügel schnappen konnte und nach Hause reiten konnte. Alfi war das Tempo wohl nicht gewöhnt, denn ich wechselte dauernd vom Galopp in den Trab, Schritt ging ich kaum. Kurz bevor wir da waren machte der große Hengst schlapp und trottete langsam neben mir her. “Komm Alfi, stell dich jetzt nicht so an.”, fluchte ich und lenkte die beiden auf den Hof, auf dem Alexis schon ungeduldig auf und ab gegangen war. “Habt ihr ihn gefunden? Was ist mit ihm? Was hat er? Wo ist Bucks? Wo ist Caleb? Wo..” “Ich hab keine Zeit dafür!”, fauchte ich sie an und drückte ihr Gipsy und Thjalfe in die Hand. “Mach die fertig, ich muss ins Krankenhaus!”, sagte ich und lief ins Haus, um mir meine Schlüssel zu holen, ehe ich zum Pick Up lief und in das Krankehaus fuhr.

Dort wurde ich natürlich ins Wartezimmer vertröstet, da ich kein Familienmitglied war und so kein Recht hatte, etwas über ihn zu erfahren. Zusätzlich wurde ich sehr dumm angeschaut, weil ich in dreckigen Reitklamotten in ein Krankenhaus kam. “Gaff nicht so”, fuhr ich einen Mann an, der mich mit gerümpfter Nase anschaute. “Willst du wissen, was ich grade gemacht habe? Ich habe zwei Sanitäter mit Pferden einen Berg hoch gebracht, einen Hang hinab begleitet, eine bewusstlose Person, die wegen eines Reitunfalls dort lag, auf eine Trage gelegt, ein Pferd den Hang hinauf gezogen und mit vier Leuten auf drei Pferden gesessen, während eines die Trage den Berg hinab gezogen hat. Deshalb seh ich auch so aus!”, schnauzte ich ihn an und bemerkte sofort seinen bewundernden Blick. Von da an glotzte mich keiner mehr so an, obwohl ich Ärger von einer Krankenschwester bekam, ich soll mich nicht im Ton vergreifen, sonst würde sie mich rausschmeißen.

Ich wartete bestimmt zwei Stunden, ehe sie mich endlich zu Svejn ließen. Was ich dann sah, verschlug mir erneut den Atem.

Sie hatten ihm gerade den Beatmungsschlauch der Narkose entfernt, lediglich eine Atemhilfe steckte in seiner Nase. An seinem Arm hing ein Tropf, die rechte Hand war verbunden, ebenso sein Bein & ein dicker Verband, den ich nur schemenhaft wegen der Decke erkennen konnte, war um seinen Brustkorb gelegt.. Ein dicker blauer Fleck zierte seine rechte Gesichtshälfte und einiges an Kratzern.

Die Krankeschwester empfahl mir, mit hin zu setzen und zu warten, bis er aufwachen würde. Das tat ich dann auch, ehe ich einschlief. Es war bestimmt schon 1 Uhr nachts.


Svejn

Als meine Dunkelheit versiegte, hörte ich kein Donnergrollen, roch nicht nassen,kalten Erdboden, sondern auf meinen Lippen schmeckte ich etwas schalen, in meiner Nase lag der Hauch von Desinfektion. Stöhnend schlug ich meine Augen auf, nicht nur da mir alles weh zu tun schien, sondern mein Magen auch rebellierte - Narkosen hatte ich noch nie vertragen.

Der Raum war abgedunkelt, Licht schien nur aus dem Flur in das Zimmer hinein. Auf meinem linken Oberschenkel spürte ich ein Gewicht, ich neigte leicht den Kopf um dort in einer Flut ihres langen, blonden Haares Verena zu sehen - sie schlief.

Von ihr strömte ein Geruch von Schweiß und Pferd hinüber, das mir zugewandte Gesicht bestand aus Sorgen und Dreck, über das in feinen Rinnsalen Tränen gekrochen waren, jetzt schienen sie versiegt.Mit der nicht verbundenen, linken Strich ich sacht über ihre Stirn, strich die Strähne beiseite die ihre Nasenspitze zu kitzeln drohte. Bei der Berührung zuckte sie zusammen “Gott sei Dank, du bist wach!” “Vielleicht weil es Götter sind die ihre wachende Hand über mich halten?” witzelte ich erschöpft. “Dein Donnergott hat es nicht allzu gut mit dir gehalten.” erwiderte Verena den Witz erschöpft, aber erleichtert. “Mich hat´s anscheidend ganz schön erwischt - was ist mit den Pferden Thjalfe und Bucks?” Verena zuckte mit den Schultern “Thjalfe ist sicher am Stall, Caleb sucht noch nach Bucks.” erzählte sie mir unter gähnen. Im Bett rutschte ich ein wenig an die Seite, klopfte auf die freie Stelle. Verena streifte sich die Schuhe ab, bevor sie sich hin legte zögerte sie einen Augenblick. “Tu ich dir nicht weh?” ich schüttelte ebenso müde wie sie den Kopf. Als sie sich neben mich legte, zuckte ich trotzdem vor Schmerz etwas zusammen, sie kugelte sich zusammen und die offensichtliche Erschöpfung ließ sie schnell in den Schlaf hinüber gleiten.

Unter halb geschlossenen Augenlidern beobachtete ich sie, sorgte mich jedoch um Bucks...auch um Caleb der im Gewitter nach meinem Fehler zu suchen begann. Er war der bessere Reiter, das stand außer Frage. Etwa eine Stunde später vibrierte etwas in der Nähe meines Oberschenkels, als ich danach griff hatte ich ihr Handy in der Hand. Der Name auf dem Display hieß Caleb, ich ging heran, flüsterte nur. “Hey Svejn there, Verena was fast asleep. So I took her phone. Did you find Bucks?”

“Well, you´re okay?” druckste der andere herum. Ich nickte während ich eine knappe Antwort gab. “You´re lying, right?” ich gab keine Antwort, die Frage war idiotisch und lenkte vom Thema ab. “Tell me straight out!” forderte ich ihn auf. “Actually I found him or at least his remains. Seems he broke his leg and later was killed by a bear……..Svejn?” ich starrte an die Wand, das zweite Pferd das ich hatte beschützen wollen war gestorben, ich fühlte mich schlecht, legte auf blieb Caleb somit eine Antwort schuldig.
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