1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Er wacht über uns.

Geschrieben von Ravenna im Blog Caed Crevan. Ansichten: 479

Ich stand am Gatter des riesigen Tieres das wir nun unser eigenes nannten, ein Highlandrind namens Wookie, Cayden hatte nicht mit ansehen wollen wie das junge Rind zum Schlachter gebracht wurde. First of all, hätte er Angus nicht erzählen wollen warum denn seine geliebte Wookie nicht mehr da war. Ich fand es immer wieder erstaunlich wie Angus aus einer Gruppe von knapp 10 Rindern, die für mich vollkommen gleich aussahen mit ihren Hörnern und dem dicken Fell, seine Wookie heraus fand. Nun stand sie also bei uns auf dem Hinterhof in einem Gatter das ursprünglich als zweiter Platz hatte dienen sollen, den wir jetzt natürlich verplant hatten. Noch stand Wookie allein, aber in der nächsten Woche sollten zwei ältere Zuchtrinder von dem Bauern zur Gesellschaft unseres Rinds beitragen.

Im Grunde genommen hatte ich bei dieser Entscheidung nicht viel dazu beigetragen, aber immerhin wurde ich nicht von dem Rind in meinem – unserem – Garten überrrascht. Jetzt jedoch hatte ich einen strahlenden, kleinen Sohn dessen erster Weg immer gleich hinaus zu Wookie ging. Natürlich ließ ich ihn das nicht allein machen, Cayden war stets bei ihm, diese Hörner flößten mir dann doch ordentlich Angst ein. Auch Lia teilte nicht die Begeisterung ihres Bruders, aber wenigstens tröstete es den kleinen Jungen darüber hinweg das seine Mutter nicht mehr um ihn war.

Wir waren am Vormittag auf einem Ausritt gewesen zusammen „Es gibt Momente in denen ich Angus um seinen jungen Verstand. Er fragt nicht einmal mehr nach unserer Mutter, in ein paar Jahren wird er nur wage Erinnerungen an sie haben, wenn überhaupt. Du und Cayden werden seine Eltern sein. Ich hingegen sehe immer mehr dabei zu wie die Krankheit ihr das Leben nimmt.“ Sie ließ die Zügel etwas lockerer durch die Hände gleiten, blickte auf den Mähnekamm ihres Hengstes Cielo. Lange blieb es still zwischen uns in denen ich nach den richtigen Worten zu suchen begann. „Es wird anders für ihn sein als es für dich ist, natürlich. Aber wir haben dich in unser Herz geschlossen, wollen jeden deiner Schritte begleiten. Natürlich keine unserer Taten und Worte den Schmerz tilgen der in deinem Inneren tobt, aber wir sind immer an deiner Seite.“ Ihr Blick wanderte zu meinem aufmunternden Lächeln, das sie mit einem leichten Zucken ihrer Mundwinkel erwiderte. In meinem Inneren schlich sich der grausame Wunsch ein das ihre Mutter von ihren Schmerzen endlich erlöst wäre, sie selbst hätte nicht mehr zu leiden und auch für Lia gäbe es dann nur noch die Trauer. Trauer ging irgendwann vorüber, aber dieser Zustand nun war nicht einfach zu ertragen für die Jugendliche.

Den Nachmittag über hatten wir uns auf unsere Trainingspferde konzentriert, mit Taris nahmen wir an einer Körung teil, die Ergibnisse ließen noch auf sich warten. Falls es positiv ausfallen sollte, dann würde er als erstes Pferd meines Körungsprogramms den Hof wieder verlassen können. Als nächstes könnte ich vielleicht Argenté Noir in die Krönung schicken, wartete aber noch da ich die junge Stute so ans Herz geschlossen hatte. Mittlerweile machten ihr die Blitze vom Anfang keinerlei Probleme mehr, wie meine alte Stute Willow eignete sie sich nicht für den höheren Sport, aber auf jedem Turnier gab die Welsh D Stute ihr bestes um ihrem Reiter zu gefallen. Am Anfang war dies anders gewesen, kleine Buckler und protestieren am Zügel waren an der Tagesordnung gewesen. Jetzt lief sie brav vorwärts, ich konnte eine Jungendliche mit ihr in den Parcours schicken, das letzte Militaryturnier hatte Lia mit ihr den dritten Platz gemacht.

Auch unsere beiden Lewitzer hatten sich gut entwickelt, bei Topas entwickelte sich langsam aber sicher die erste gut angesetzte Muskulatur, die sie nicht mehr so zierlich und verletzlich wirken ließen. Mit Cheveyo lief es ähnlich, neben seinem Training vor der Kutsche und dem kleinen Sulky im Fahren widmeten wir uns auch vermehrt der Distanz, da der Hengst dafür wirklich ausdauernt genug war. Eine Tagesdistanz von knapp 45 Kilometern steckte er mittlerweile ohne weiteres zurück.

In unserer neu eingerichteten Küche war jetzt fast alles an seinem Platz, wir warteten nur noch auf unseren Geschirrspüler, bis dahin mussten wir eben unser Geschirr per Hand waschen, was ich in diesem Moment auch tat. Wir hatten alle Pferde für heute versorgt, also einen freien Nachmittag bei dem ich noch nicht wusste mit mir etwas anzufangen. Natürlich konnte ich mal das Haus sauber machen, aber meine Laune bei diesem Gedanken nährte sich dem Gefrierpunkt auf meiner Skala. Stattdessen fand ich mich nach dem Spülen des Geschirrs mit meinem Kindle auf der Couch wieder, in der Hand eine heiße Tasse Tee und um meine Füße eine Wolldecke gewickelt. Das Wetter dieser Tage wurde zunehmend kühler und dunkle Wolken brachen am Himmel zusammen. Als ich der dicken Gewitterwolken gewahr wurde flitzte ich zur Tür, schmiss mir eine Jacke über um Bucks in den Stall zu stellen. Gemeinsam mit Argo stellte ich ihn in eine der großräumigen Boxen. Nach dem was im letzten Jahr passiert war, da wurde ich einfach hibbelig bei Gewitter aus Sorge Bucks könnte wieder ausbüchsen. Mit Argo an seiner Seite hatte er einen zuverlässigen Partner, den ich jetzt unbesorgt in der Box stehen lassen konnte. Wieder in Haus rannte ich beinahe in Cayden, der mit einem schlafenden Angus auf dem Arm den Einkauf ins Haus zu schleppen versuchte. Ich gab ein leises Geräusch von mir das nach einem tz klang, damit drehte sich ein Mann um sah mich wie ich ihm die Hände entgegen streckte um ihm unseren schlafenden Sohn abzunehmen. Er erwachte nur ein wenig als ich ihn aus seinen Sachen zu packen begann, ihn in den Schlafanzug verhalf und die Decke leicht über ihn legte. Noch eine ganze Weile verweilte ich im halbdunkeln an seinem Bett, bis sein Atmen zu ruhigen Atemzügen geworden war. Manchmal wenn Fionn bei uns übernachtet hatte tat ich selbiges an seiner Wiege, die Atemzüge des Kindes hatten mich stets beruhigt, genau so ging es mir auch bei Angus. Sanft strich ich ihm eine Haarsträhne aus de Gesicht, hauchte einen Kuss auf die Stirn und schlich mich anschließend aus dem Zimmer.

Cayden war schon beinahe fertig damit die Einkäufe zu verteilen, ich half ihm jedoch noch dabei. Anschließend einigten wir uns darauf noch zu schauen was das TV Programm so für uns her gab.


Erst Stunden später brach das Gewitter los, da die lauten Töne des Donners mich nicht schlafen ließen saß ich aufrecht im Bett und laß als die Tür zum Schlafzimmer plötzlich einen Spaltbreit geöffnet wurde. Herein geflitzt kam ein barfüßiger Angus der sich mit einem Sprung auf das Bett hievte. Um in die Mitte des Bettes zu kommen kraxelte er über Cayden, der daraufhin gleich wach wurde. Seine Augenbrauen waren sorgenvoll zusammen gezogen und als ein Blitz das Zimmer erhellte zuckte er merklich zusammen, drängte sich an meine Seite und sah mich ängstlich an. Cayden griff nach dem schmalen Oberschenkel des Jungen „Sag nicht das der Junge der keine Angst vor Wookie mit ihren großen Hörnern Angst vor ein paar Blitzen und dem Donner hat.“ Angus nickte eifrig, zuckte wieder als ein Blitz über den Himmel fuhr. Ich packte mein Buch beiseite, legte es auf die Knie und sah Angus an. „Vor dem Gewitter brauchst du dich niemals zu fürchten, es sind nur die Götter die die uns auf diese Weise an ihre macht erinnern. Thor ist der Gott des Wetters, sein Name bedeutet der Donnerer. Die Götter sitzen dort oben in ihrer prächtig gedeckten Halle um an der Seite der gefallenen Krieger zu feiern. Asgard so heißt der Ort an dem sie herrschen ist ein wunderbarer Ort, doch wie bei uns auf Midgard haben auch die Götter Feinde. Dann ist es Thor der seinen mächtigen Hammer Mjölnir zur Hand nimmt um gegen die Feinde Asgards zu kämpfen. Doch nicht nur die von Asgard, wenn die Götter fallen würden auch die anderen Welten der Weltenesche betroffen sein. Mit seinen Gefährten zieht er also in den Krieg um zu siegen, wenn er seinen Kriegshammer schwingt hören wir dies hier in Midgard als Gewitter. Der Donner ist der Aufprall zweier Waffen gegeneinander, die Blitze die Verbissenheit die ihn dazu drängt seine Schutzbefohlenen zu beschützen.“

Gespannt hatte der kleine Angus meiner Geschichte gelauscht, ganz vergessen die zuckenden Blitze um das Haus und der folgende Donner. „Das ist Thor?“ sein schläfriger Blick wanderte hinaus aus dem Fenster, dann wieder zu mir „Dann schützt er auch Wookie?“ ich nickte ihm zu, dann zeigte ich auf Cayden und mich „Außerdem sind wir auch noch da.“ "Beschützt er auch Mama?" ich schluckte bei der Erwähnung seiner Mutter, nickte dann jedoch wortlos. Der Junge lächelte, schien zufrieden mit dieser Erklärung. Mit müdem Blick rollte sich Angus in unserer Mitte zusammen, schlang den Arm um meine Hüfte. Cayden kam näher zu uns heran, küsste mich auf die Lippen in dem Zwielicht das herrschte sah ich ihn nur leicht Lächeln, doch seine Augen flackerten beim nächsten Blitz. „Ich liebe dich, Sassenach.“ Ich fand es süß wie er nach der Hochzeit diesen Spitznamen für mich begann zu wählen, genau wie es Ty mit Siobhan tat – ob sich beide Männer wohl abgesprochen hatten.​
Dir, Occulta und Leaenna gefällt das.
  • Leaenna
  • Ravenna
Du musst eingeloggt sein um ein Kommentar zu schreiben.