1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Ein ganz normaler Arbeitstag

Geschrieben von Mongofisch im Blog Heimatlos. Ansichten: 115

000000arialFrüh morgens war ich bereits mit Kimi im Stall zugange. Nach dem Füttern, brachten wir die Pferde auf die Koppel. Calista stand mittlerweile mit den anderen Stuten zusammen und es klappte wirklich prima! Ich war froh, dass meine Pferde so umgänglich waren.

000000arialWährend Kimi sich um das Misten kümmerte, frühstückte ich rasch und machte mich dann auf den Weg zu meiner heutigen Kundin.



000000arialLangsam rollte ich die Einfahrt zu Rajandras Hof entlang. Ich prakte meinen Wagen, stieg aus und stiefelte mit meinen Sachen zum Stall hinüber. Aus der hintersten Box erschien eine junge Frau und winkte mir freundlich zu.

000000arial„Hallo, du musst Lisa sein“, begrüßte sie mich.

000000arial„Jap! Und du bist Rajandra?“ Ich schüttelte der Frau die Hand, welche sie mir höflich entgegen streckte.

000000arialLachend schüttelte sie den Kopf: „Nein, Rajandra hat leider keine Zeit, ich bin Stelli und steh dir heute zur Seite.“ - „Achso, na ist ja kein Problem, Hauptsache ich stehe nicht alleine da“, sagte ich lächelnd.

000000arialIch folgte Stelli zu unserem ersten Kandidaten: Atraxe, eine hübsche Hannoveranerstute. Die großgewachsene Braune folgte brav auf die Stallgasse und ließ sich dort anbinden. Mit einem Leckerli stellte ich mich vor. Sanft nahm sie dieses von meiner Hand und zerkaute es zufrieden.

000000arial„So ist gut“, lobte ich die Stute und strich ihr sanft über den Hals.

000000arialDer erste Huf war schnell ausgekratzt und begutachtet. Atraxe hatte schön geformte, harte Hufe. Ich fuhr also beim nächsten Huf fort und säuberte diesen gründlich. Die Stute stand dabei brav still und freute sich jedes Mal, wenn ich sie für ihr Verhalten lobte.

000000arialDas Säubern und Ausschneiden der Hufe war schnell erledigt. Es war nicht viel Horn, welches ich entfernen musste und auch der Strahl sah an jedem Huf ordentlich gepflegt und gesund aus.

000000arialNachdem wir ein paar Minuten gewartet hatten, bis der Schmiedeofen die richtige Temperatur hatte, fing ich mit dem Beschlagen der Hufe an. Atraxe sollte für den Winter mit Hufeisen und Schneegrip ausgestattet werden.

000000arialDas erste Eisen war schnell erhitzt, sodass ich es nun mit einer Zange auf den rechten Vorderhuf legte. Qualm stieg empor und ein unangenehmer Geruch nach verbranntem Horn breitete sich aus. Die Stute schien sich davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, entspannt stand sie da und genoss die Streicheleinheiten, welche sie von Stelli bekam.

000000arialNur minimal musste das Eisen verändert werden, damit es perfekt auf den Huf passte. Im Wassereimer kühlte ich das Stahleisen ab, um den Schneegrip zuzuschneiden. Mit einer Schere schnitt ich die Gummieinlage so zurecht, dass sie sich gut an das Eisen anschmiegen konnte.

000000arialBeides zusammen, Eisen und Schneegrip, nagelte ich nun mit einigen Nägeln an den ersten Huf. Die Nagelenden bog ich um und knipste sie kurz, sodass nichts spitzes mehr aus dem Huf ragte.

000000arial„Braves Mädchen“, lobte ich Atraxe, nachdem auch die anderen drei Eisen ihren Weg auf die Hufe gefunden hatten. Gut gerüstet für den kommenden Winter, brachte Stelli die Stute zurück in ihre Box.

000000arial„So, als nächstes ist Surprime dran“, erklärte mir Stelli, während sie eine weitere Box öffnete und eine hübsche Falbstute zum Vorschein kam.

000000arial„Hallo Hübsche“, begrüßte ich die Hannoveranerdame und steckte ihr ein Leckerli zu. Neugierig musterte sie mich, während ich den Hufkratzer aus meiner Schürze zog und begann, ihre Hufe zu säubern. Auch Surprime hatte gesundes, hartes Horn und schön geformte Hufe. Ich schnitt nur ein wenig des Horns ab und raspelte die Schnittstellen glatt.

000000arialDie Stute mit der hübschen Farbe bekam ebenfalls Eisen mit Schneegrip, also erhitzte ich das Erste im Schmiedeofen.

000000arialWie auch Atraxe, war Surprime gelassen und brav, während ich das Eisen an ihren Huf anpasste. Sie zuckte nichteinmal mit der Wimper, als ich das Eisen auf dem Amboss zurechtschmiedete.

000000arial„Brav“, lobte ich sie, nachdem das Stahleisen abgekühlt und der Schneegrip zugeschnitten war. „Dann wollen wir das ganze mal befestigen“, erklärte ich der Stute und hob erneut ihren Huf. Rasch waren alle Nägel in den Huf geschlagen und das Eisen saß bombenfest.

000000arial„Geschafft“, sagte ich, als alle Hufe mit Eisen und Schneegrip versehen waren. Ein Leckerli bekam Surprime noch, dann brachte Stelli sie zurück in ihre Box.

000000arialBubi, ein Hannoveranerhengst, war der Nächste auf unserer Liste. Mit hochgezogener Oberlippe streckte er mir den Kopf entgegen und stupste mich liebevoll an. Stelli und ich mussten augenblicklich anfangen zu lachen.

000000arial„Du bist ja ein kleiner Chameur“, klopfte ich dem Hengst den Hals. „Hier, für dich.“ Gierig nahm Bubi das Leckerli von meiner Hand, anschließend fing ich mit dem Ausschneiden der Hufe an.

000000arialRasch war das erledigt, also machte ich mich nun ans Beschlagen. Wie auch die beiden Damen vor ihm, bekam der Hannoveranerhengst Stahleisen mit Schneegrip.

000000arial„Brave Pferde habt ihr hier“, lachte ich, nachdem ich das erste Eisen angepasst hatte und Bubi keine Anstallten gemacht hatte. Stelli nickte und lächelte.

000000arialDen Schneegrip hatte ich rasch auf das Eisen zugeschnitten und nagelte nun beides zusammen auf den ersten Huf. Auch dabei benahm Bubi sich vorbildlich, bettelte nur nach weiteren Leckerlis.

000000arial„Hier hast du noch ein“, lachte ich und streckte dem Hengst meine Hand mit einem Leckerli entgegen. Alle Hufe waren neu beschlagen und gut gewappnet für den Winter.

000000arialAls letztes band Stelli Rubicon, einen Oldenburgerhengst, auf der Stallgasse an. Große, freundliche Augen blickten mich neugierig an.

000000arial„Na du Hübscher“, lächelnd begrüßte ich den Hengst mit einem Leckerli und fing anschließend mit dem Säubern und Ausschneiden der Hufe an. Rubicon war jedoch der Meinung, dass das total unnötig sei. Immerwieder versuchte er mir den Huf, welchen ich hielt, zu entziehen. Stelli ermahnte ihn streng aber liebevoll, sodass der Hengst sein negatives Verhalten bald einstellte. Ungestört konnte ich so alle vier Hufe ordentlich zurechtschneiden.

000000arialAnschließend sollte auch dieser Hengst Eisen mit Schneegrip bekommen. Etwas ungeduldig hampelte Rubicon rum, blieb aber trotzdem ruhig, als ich das erste, heiße Eisen an den Huf anpasste. Im kalten Wasser kühlte ich es dann ab und schnitt die Gummieinlage zurecht. Mit ein paar Hammerschlägen war das Eisen samt Grip schließlich am Huf befestigt.

000000arialNachdem auch die anderen drei Hufe mit schicken neuen Eisen versehen waren, lobte ich Rubicon ausgiebig. Er war zwar etwas unruhig gewesen, hatte aber alles über sich ergehen lassen, wofür er jetzt ein Leckerli bekam.

000000arial„Schade, dass ich Rajandra nicht kennengelernt habe“, sagte ich, nachdem der Hengst wieder in seiner Box stand. „Bei nächsten Mal hat sie sicher Zeit“, entschuldigte Stelli sich lächelnd. Nickend stimmte ich ihr zu und gemeinsam packten wir mein Werkzeug wieder ins Auto. Ich verabschiedete mich und rollte dann langsam vom Hof.



000000arialNachdem ich kurz zuhause war und mittag gegessen hatte, machte ich mich direkt wieder auf den Weg, diesmal aber zu Lina. Ich wollte mich heute mit ihrer Falabellastute beschäftigen.

000000arialAuf dem Hof angekommen, parkte ich meinen Wagen und entdeckte Lina auf dem Weg zur Weide.

000000arial„Lina“, rief ich und winkte lachend zu ihr rüber. Erschrocken drehte meine Freundin sich um.

000000arial„Ah Hallo!“ Lachend kam sie auf mich zu. „Wie geht’s dir?“

000000arial„Mir geht’s super! Wie ists bei dir?“ Lächelnd umarmte ich sie.

000000arial„Na bei mir ist doch immer alles gut. Hast du Lust mit mir ausreiten zu kommen?“

000000arial„Hm, eigentlich wollte ich ja mit Smaller was machen, aber ausreiten klingt auch gut! Wen nehmen wir denn mit?“

000000arialGemeinsam gingen wir zur Weide rüber, wo Lina auf eine hübsche Hafistute zeigte: „Das ist Synette, die könntest du nehmen. Ich nehme Luna, die Tinkerstute.“ Lächelnd nickte ich: „Ja Gerne!“

000000arialRasch hatten wir die beiden ungleichen Stuten zum Putzplatz gebracht und ordentlich sauber gemacht. Schnell noch Sattel und Trense drauf, dann verließen wir auch schon im gemütlichen Schritt den Hof.

000000arialNach einiger Zeit gurteten wir nach und trabten anschließend an. Luna war fleißig und ich hatte große Mühe mit der kleineren Netty neben Lina zu bleiben. Lachend schaute meine Freundin sich zu mir um: „Na schaffst du es?“

000000arial„Pass mal auf du!“ Mit einem Grinsen im Gesicht gab ich Netty die Galopphilfe, woraufhin die Hafistute munter in den Galopp fiel. Schnell hatten wir Lina überholt, was allerdings nicht lange anhielt. Luna legte ein mächtig schnelles Tempo an den Tag und war schnell wieder mit uns auf einer Höhe. Netty und Luna boten sich ein heißes Rennen. Mal war meine Hafistute weiter vorne, dann wieder die hübsche Tinkerdame Luna.

000000arialDie Pferde wurden langsam müde, also parierten wir sie durch und schlenderten im Schritt zurück zum Hof.

000000arial„Das war wirklich toll“, sagte ich, während wir Netty und Luna absattelten und versorgten.

000000arial„Ja stimmt“, stimmte Lina mir zu. „Das sollten wir öfter machen!“

000000arialNachdem die beiden Stuten wieder auf der Weide standen, lud Lina mich noch zu einem Kaffee ein. „Ich hab aber nicht mehr so viel Zeit. Ich wollte heute nochmal bei der Auffangstation von Wolfszeit vorbeischauen, ich engagiere mich doch dort ehrenamtlich als Hufschmied“, erklärte ich Lina, während wir schnell in ihre Küche gingen und während des Kaffees noch ein wenig plauderten.

000000arialWir verabschiedeten uns herzlich, anschließend machte ich mich direkt auf den Weg zu Wolfszeit.



000000arialNach nur kurzer Fahrt kam ich bei der Auffangstation an. Ich parkte meinen Wagen, stieg aus, packte meine Sachen und machte mich auf die Suche nach Wolfszeit. Ich fand sie schließlich im Stall, bei einem Isländerhengst.

000000arial„Hallo Wolfszeit!“ Freundlich streckte ich ihr meine Hand entgegen, welche sie lächelnd schüttelte.

000000arial„Hey, freut mich, dass du mal wieder da bist! Das hier ist auch schon dein heutiger Kanditat: Salvaje.“

000000arialIch streckte dem skeptisch dreinschauenden Hengst meine Hand entgegen. Zaghaft reckte er seinen Kopf in meine Richtung und blähte aufgeregt die Nüstern.

000000arial„Alles gut“, sprach ich beruhigend auf ihn ein und zauberte ein Leckerli aus meiner Tasche. Nach dieser Bestechung, war seine Scheu förmlich abgefallen. Neugierig beschnupperte er mich ganz genau und untersuchte meine Werkzeugtasche.

000000arial„Du bist ein kleiner Schauspieler, was?“ Lachend streichelte ich ihm über den Hals.

000000arialWolfszeit führte den Hengst aus der Box und band ihn am Putzplatz an.

000000arialIch fing damit an, die Hufe genau zu begutachten und auszukratzen. Sie sahen nicht schlecht aus, waren lediglich etwas zu lang, was aber schnell behoben werden konnte. Salvaje war etwas unruhig und tänzelte hin und her, trotzdem ließ er mich an seine Hufe, um diese auszuschneiden. Zuanfang kürzte ich Hufwände und Trachten, anschließend rundete ich beides schön ab und widmete mich schließlich dem Strahl. Dieser war an allen Hufen schön in Form und sah gesund aus, sodass ich dort nicht viel bearbeiten musste.

000000arial„Kannst du ihn mir einmal vorführen“, bat ich Wolfszeit, nachdem ich alle vier Hufe ordentlich ausgeschnitten hatte.

000000arial„Klar“, nickte die junge Frau und trabte mit dem Hengst über den Hof. Es hatten sich ein paar kleine Fehler im Bewegungsablauf eingeschlichen, diese würden sich aber in einigen Tagen selbst aufheben.

000000arial„Alles super! Er kann ins Bett“, rief ich Wolfszeit zu, die daraufhin zurück kam und den Hengst in seine Box brachte.

000000arial„Vielen Dank für deinen Besuch! Ich freue mich schon, wenn du das nächste Mal kommst“, bedankte meine Kundin sich und wir verabschiedeten uns.

000000arialLangsam fuhr ich vom Hof in Richtung nach Hause.



000000arialAuf meinem Gestüt angekommen, war es bereits dunkel und selbst Kimi war nicht mehr da. Ich kontrollierte kurz in den Ställen, ob alles in Ordnung war und machte mir anschließend etwas zum Abendessen.

000000arialWas ein anstrengender Tag! Erschöpft schlief ich ein.
Du musst eingeloggt sein um ein Kommentar zu schreiben.