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Ein Besuch bei Eddi

Geschrieben von Mongofisch im Blog Heimatlos. Ansichten: 89

arialJetzt, kurz vor Weihnachten, war fast der gesamte Schnee schon wieder geschmolzen. Der Hof sah trübe aus, überall waren schmutzige Pfützen und auch die Koppeln waren eine einzige Katastrophe. Der Himmel war dunkel und man hatte das Gefühl, der Tag würde gar nicht richtig in die Hufe kommen.

arialAuf dem Weg zu den Hengsten kam mir Kimi entgegen. Grinsend begrüßte er mich: „Guten Morgen! Schönes Wetter, nicht wahr?“

arial„Morgen,“ sagte ich betrübt. „Der Schnee war mir lieber. Dieses Matschwetter kann ich gar nicht leiden.“

arial„Bist du heute den ganzen Tag auf dem Hof“, fragte Kimi, während er mir in den Stall folgte. Wir halfterten die beiden Hengste auf und brachten sie auf die Weide.

arial„Nein, ich muss heute einmal zu Eddi, zwei Pferde beschlagen. Aber ansonsten bin ich da. Wieso fragst du?“ Skeptisch stiefelten Monster und Heat durch den Matsch, auch sie schienen nicht begeistert von diesem Wetter zu sein.

arial„Ach ich frag nur so“, lachte Kimi, als wir auf dem Weg zu den Stuten und Hunter waren.

arialIch legte den Kopf schief und zog die Augenbrauen hoch: „Du fragst doch nicht nur so.“

arialWährend ich Summer und Grey nahm und Kimi Cala mit dem Fohlen, stammelte er: „Ja, naja, ich dachte, wir könnten heute zusammen reiten, in der Halle oder ins Gelände.“

arialEin leichtes Grinsen zeichnete sich auf meinem Gesicht: „Das können wir machen. Ich wollte heute mit Summer etwas arbeiten, sie braucht mal wieder was zu tun. Eigentlich muss Cala auch mal wieder bewegt werden, aber sie schummelt sich ja mit dem Fohlen aus dem Training. Dann könntest du Grey reiten. Ist das ok?“

arialWährend wir als letztes noch Hunter zur Weide führten, nickte Kimi zustimmend mit dem Kopf.

arial„Dann wollen wir mal schauen, wie die Stuten dich finden“, streichelte ich dem Wallach über den Hals. Kimi öffnete das Tor und ich ließ den Braunschecken vom Strick. Mit gespitzten Ohren sahen die Stuten ihm entgegen, Summer grummelte leise. Etwas unsicher blickte Hunter sich um, trabte dann aber freudig zu den anderen Pferden. Als erstes traf er auf Cala.

arial„Ai, das kann ja was werden“, sagte ich bedenklich, Cala war schließlich die Ranghöchste und hatte auch noch ein Fohlen zu verteidigen.

arialVorsichtig beschnupperte Hunter die Stute. Blitzschnell stampfte Cala mit dem Vorderhuf auf, schmiss den Kopf hoch und quietsche bedrohlich. Erschrocken wich der Wallach einen Schritt zurück, konnte es aber nicht lassen, nochmal nachzufragen. Er traute sich einige Schritte vor, musste dann aber feststellen, dass mit Cala nicht zu spaßen war. Mit angelegten Ohren quietschte sie und schnappte nach Hunter. Dieser hatte verstanden und wandte sich ab.

arial„Ich glaube, hier wird nicht mehr viel passieren. Zumindestens hat er verstanden, dass Cala das sagen hat. Ich mache mich dann jetzt auf den Weg zu Eddi und wenn ich wieder kommen, reiten wir, ja?“

arial„Alles klar, machen wir so“, nickte Kimi und lief dann zum Stall, um die Boxen auszumisten.



arialMit allen Utensilien ausgestattet fuhr ich den bekannten Weg zu Eddi. Die beiden Pferde Fiebertraum und Success Story sollten mit einem Rennpferdebeschlag ausgestattet werden.

arialWie immer wurde ich herzlich von Eddi empfangen, lächelnd führte sie mich zu den beiden Pferden. Die junge Frau holte zuerst Fiebertraum aus seiner Box. Der hübsche, schlanke Palominohengst musterte mich mit seinen frech leuchtenden Augen.

arial„Hallo, du“, ich streckte dem Hengst meine Hand entgegen, neugierig beschnupperte er diese. An Eddi gewandt witzelte ich: „Noch ist er ja ganz artig.“ Mir wurde bereits berichtet, dass Fiebertraum manchmal etwas ungestüm werden konnte, aber wir würden das schon hinbekommen.

arialWährend ich die Hufe des Hengstes kürzte, war noch alles in Ordnung. Zwar hampelte er etwas rum und schlug ab und an mit dem Schweif, aber alles noch im Rahmen.

arialNachdem ich die Eisen rausgesucht und das erste erhitzt hatte, sah es schon etwas anders aus. Missmutig legte Fiebertraum die Ohren zurück und schlug sein Hinterbein unter den Bauch. „Alles gut“, beruhigte Eddi den Hengst und nickte mir zu, ich solle doch einfach anfangen.

arialEinmal zog das Vollblut mir den Huf aus der Hand, ansonsten schaffte ich es aber, alle vier Eisen ordentlich an die Hufe zu nageln.

arial„Gut, dann ist jetzt Success Story dran“, sagte Eddi, während sie den frisch beschlagenen Hengst zurück in seine Box stellte.

arialDie Stute, welche Eddi nun zu mir brachte, beäugte mich scheu und blieb in sicherer Entfernung stehen. „Sie ist noch etwas schüchtern, aber wenn ich da bin, wird es schon gehen“, erklärte Eddi mir, während sie der Stute beruhigend über die Nüstern strich.

arialNachdem ich mich eine Weile mit Success Story vertraut gemacht hatte, begann ich vorsichtig mit dem Ausschneiden. Sie war zwar ziemlich angespannt, ließ mich aber gewähren. So konnte ich die Hufwände kürzen, abrunden, die Trachten auf die optimale Länge bringen und den Strahl etwas bearbeiten.

arialBeim Beschlagen war die Stute nicht mehr so kooperativ. Unruhig schlug sie mit dem Schweif und zog mir immer wieder den Huf aus der Hand. Mit ein paar Leckerlis und ganz vielen Streicheleinheiten versuchte Eddi sie so gut wie möglich abzulenken, was auch einen kleinen Erfolg zeigte. Zwar immer noch angespannt und unruhig, konnte ich nun aber die Hufe der Stute mit dem Rennpferdebeschlag versehen. Dieser war aus Aluminium und deshalb besonders leicht, um die Rennleistung des Pferdes nicht negativ zu beeinflussen.

arialNach einer Weile hatte Success Story es endlich überstanden und war sichtlich erleichtert, als Eddi sie wieder in ihre Box brachte.

arial„Haben wir es doch geschafft!“ Lächelnd packte ich meine Sachen zusammen. „Und so schlimm war es gar nicht.“ Eddi kam wieder aus der Box und stimmte mir nickend zu: „Ja das stimmt! Komm ich helf dir noch.“ Gemeinsam verstauten wir alles im Auto, dann verabschiedeten wir uns und ich machte mich auf den Weg nach Hause.



arialIch stellte meinen Wagen neben dem von Kimi ab, stieg aus und lief direkt zum Stutenstall. Summer und Grey standen bereits blitzblank geputzt in ihren Boxen.

arial„Na ihr Beiden! Dann wollen wir gleich mal ein bisschen was tun“, begrüßte ich die Stuten und machte mich auf die Suche nach Kimi.

arialIch fand ihn natürlich da, wo ich als letztes nachsah: Still beobachtete er Hunter auf der Koppel.

arial„Ey du!“ Lachend lief ich zu ihm rüber. „Komm wir wollen jetzt reiten, bald wird es schon wieder dunkel.“

arial„Ja, ich bin bereit“, grinste er und rasch kehrten wir zum Stall zurück, wo wir Summer und Grey sattelten. Kimi konnte das mittlerweile alleine, er machte sich wirklich gut. Und auch sein reiterliches Können hatte sich stark verbessert. Zwar konnte er die Pferde noch nicht wirklich trainieren, aber sie bekamen Bewegung und hatten ihren Spaß.



arialIn der Halle ritten wir die beiden Stuten erstmal ordentlich warm. Grade im Winter war das wichtig, aber wem erzähl ich das?

arial„Du kannst Grey einfach in allen drei Gangarten bewegen, vielleicht erinnerst du dich ja auch an einige Bahnfiguren, die ich dir gezeigt hab“, grinsend sah ich ihn an.

arial„Ich weiß noch alle“, sagte er stolz und vollführte sogleich einen Wechsel durch die ganze Bahn.

arial„Super“, sagte ich lachend. „Dann kann ja nichts mehr schiefgehen!“

arialWir vertieften uns beide in unsere Arbeit, sodass es ganz still in der Halle wurde. Am langen Zügel trabte ich Summer an und ritt, wie Kimi, einige große Wendungen und Bahnfiguren. Ich merkte deutlich, wie meine Stute sich allmählich entspannte und locker im Trab auf neue Anweisungen wartete. Ich nahm die Zügel etwas kürzer und sofort trat Summer an diesen heran und richtete den Hals auf. Sie war eine tolle Stute, nur manchmal etwas zu schreckhaft, was wir aber mit der Zeit sicher in den Griff kriegen werden.

arialDie Galopphilfe nahm die Stute willig an und sprang sofort in einen schönen, raumgreifenden Galopp. Sie war zwar eher Distanzgeeignet, versuchte aber auch in der Dressur immer alles gut zu machen und ist dabei manchmal etwas zu eifrig.

arialHeute allerdings wartete sie immer geduldig meine Hilfen ab und reagierte sofort auf diese.

arialKimi alberte in der Zwischenzeit mit Grey rum. Er ritt quer durch die Halle und erklärte mir dann, was für eine Bahnfigur das sei und dass er sie grade erfunden hatte. Lachend sah ich ihm zu, während ich Summer trocken ritt. Er ritt nicht perfekt, ich würde sagen nicht mal gut, aber er war stets vorsichtig, um den Pferden nicht weh zu tun.

arialNach insgesamt etwa einer Stunde stiegen wir von den Pferden und brachten sie in den Stall. Schnell waren sie versorgt, sodass wir anschließend die anderen Pferde noch von der Koppel holten. Kimi holte Monster und Heat, ich holte erst Hunter und dann Cala mit dem Fohlen.

arialIch vermisste Calista, war aber dafür umso gespannter, wie es sich anfühlen würde, das erste Mal auf ihr zu sitzen. Außerdem war ich mir sicher, dass sie nirgends besser zum einreiten untergebracht sein könnte, als auf Heartland.

arialNachdem wir alles kontrolliert hatten und Kimi sich auf den Heimweg gemacht hatte, ging ich ins Haus, aß rasch etwas zu Abend und ging dann relativ zügig ins Bett. Morgen würde wieder viel Arbeit auf mich warten.
  • Gwen
  • Mongofisch
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