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Ein Ausritt zu viert

Geschrieben von Mongofisch im Blog Heimatlos. Ansichten: 88

arialDas Wetter zeigte sich heute wieder von seiner schlechtesten Seite. Die Wolken hingen tief und dunkel am Himmel, es war kalt, aber zum Glück schneite es nicht! Kimi kümmerte sich heute morgen um die Pferde, sodass ich mich in Ruhe fertig machen und frühstücken konnte und mich dann auf den Weg zu meinem heutigen Hufschmiedauftrag machen konnte.

arialNach meinem Besuch vor drei Tagen, war ich heute wieder auf dem Rettungshof von Wolfszeit. Ich parkte meinen Wagen, stieg aus und lief mit meiner Tasche zum Stall hinüber, wo Wolfszeit mit einem Isländer beschäftigt war. "Hallo, schön dich zu sehen!" Die junge Frau begrüßte mich freundlich und führte mich zu meinem heutigen Kandidaten. "Das ist Windy Shelty, eine junge Shettydame", erklärte mir Wolfszeit, während sie die hübsche Stute aus der Box führte und am Putzplatz anband. "Kommst du alleine klar? Ich hab noch so viel zu tun!" - "Natürlich, kein Problem", antwortete ich lächelnd und Wolfszeit ließ mich mit dem Pony alleine. "So, dann fangen wir mal an", streichelte ich der Stute über den Hals. Sie hatte eine hübsche Farbe, aber das war heute nicht mein Thema.

arialZuerst kratzte ich die Hufe ordentlich aus, dabei schaute ich mir sie schon einmal an. Windy hatte schönes, hartes Horn, gleichmäßig abgenutzt, nur ein wenig zu lang. Mit dem Hufmesser begann ich, das überschüssige Horn der Hufwände zu kürzen. Im gleichen Zug schnitt ich auch die Trachten auf die richtige Länge. Windy stand dabei brav still und ließ mich meine Arbeit machen.

arialAls alle Hufe die richtige Länge hatten, kam nun der Hufbock zum Einsatz. Nacheinander stellte ich die beiden Vorderhufe darauf ab und raspelte die Hufe schön rund. Auch das ließ die Shettystute brav mit sich machen. Zum Abschluss korrigierte ich nun noch den Strahl an jedem Huf.

arialIch suchte Wolfszeit und fand sie im Stall bei den anderen Pferden. "Kannst du mir Windy einmal vorführen?" Fragte ich sie lächelnd. Nickend folgte sie mir und führte mir die Stute erst im Schritt, dann im Trab vor. Der Gang war klar und sauber, nichts was besorgniserregend war. "Super, dann kann sie zurück in die Box", sagte ich und räumte meine Sachen zusammen, während Wolfszeit Windy in den Stall brachte. Wir verabschiedeten uns kurz, dann machte ich mich auf den Weg nach Hause.

arialIch parkte meinen Wagen neben dem von Kimi und stieg aus. Monster und Heat schauten mir von der Weide aus entgegen. Sie schienen sich wohl zu fühlen und seit Kimi bei mir arbeitete, tat ich das auch. Ich war glücklich! Mit den Pferden lief es super, Caletta war über den Berg, Calista würde bald eingeritten werden und auch die alten Hasen entwickelten sich super. Besser konnte es gar nicht laufen!

arialLächelnd lief ich am Hengststall vorbei zum Wohnhaus und betrat die modern eingerichtete Küche. Am Tisch saß Kimi, wie sollte es anders sein, mit einer Tasse Tee in der Hand. „Hey, wie geht’s dir?“ Fragte ich, während ich mir ebenfalls einen Tee eingoß und mich auf einen Stuhl fallen ließ. „Ach“, sagte er. „Mir geht’s doch immer gut. Wie siehts mit dir aus? Alles gut verlaufen bei deinem Auftrag?“ Ein Lächeln zeichnete sich auf seinem Gesicht. Schüchtern wandte ich meinen Blick ab und antwortete: „Ja ähm, alles super gewesen, ein tolles Pony hatte ich heute.“ - „Ich denke, wir können Calista bald mit den Anderen zusammen stellen. Ich habe zwar noch nicht so viel Ahnung, aber sie und Summer haben sich heute über den Zaun hinweg gekrault. Das hättest du sehen müssen! Total niedlich die Beiden!“ Ein komisches Bild, Kimi so begeistert zu sehen. Es schien ihm wirklich zu gefallen, auf dem Hof, mit den Pferden zu arbeiten. Lächelnd nickte ich und trank aus meiner Tasse. „Ich denke auch, die Stuten sind ja alle sehr umgänglich. Und Calista gefällt es sicher auch besser, wenn sie sich auf der großen Weide mal so richtig austoben kann!“

arialEinige Minuten saßen wir schweigend da und tranken unseren Tee. Ich genoss die Stille, dachte ein wenig nach. Mir ging es einfach nicht mehr aus dem Kopf, wie es mit Caletta weiter gehen sollte. Ich tendierte zwar dazu, ein weiteres Fohlen zu kaufen oder zumindestens für ein oder zwei Jahre auf den Hof zu holen, war mir aber trotzdem unsicher, ob es nicht besser wäre, wenn die Kleine in einer größeren Herde aufwachsen würde. Vielleicht sollte ich einmal mit meiner Tierärztin sprechen, wie ihre Meinung dazu war und was für Calettas Entwicklung am Besten wäre.

arialEine sanfte Stimme holte mich in die Realität zurück. „Was steht denn heute noch an?“ Kimi stand an die Spüle gelehnt und grinste mich an. „Hm“, gab ich zurück. „Alles Wichtige ist schon erledigt. Wir könnten eine Runde ausreiten gehen. Vielleicht mit Monster und Heat? Die Beiden freuen sich sicher, mal raus zu kommen.“

arialSchnell war es beschlossene Sache, Kimi würde Heat reiten und ich Monster. Wir holten rasch die Hengste von der Koppel und banden sie auf der Stallgasse an. Kimi konnte mittlweile selbstständig putzen und auch satteln klappte schon ganz gut. Nur beim Trensen brauchte er noch meine Hilfe. Aber auch das schaffte er unter meiner Anweisung schon fast alleine. Heat war aber auch besonders brav und wartete geduldig, bis Kimi die Trense richtig über die Ohren gezogen hatte.

arialRasch legte ich Monster nun seinen Westernsattel auf und zog ihm die hübsche Einohrtrense über die Ohren. Dann verließen wir den Stall und schwangen uns in den Sattel. Im gemütlichen Schritt ritten wir an der Halle vorbei, den Weg zum Wald.

arialEinige Zeit verfolgten wir den gewohnten Weg, schweigend, nur die Hufe im Schnee waren zu hören. An einer Weggabelung hielt Kimi seinen Hengst an. „Wie wäre es, wenn wir hier mal rechts lang gehen?“ Fragte er mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen. „Ja“, nickte ich und wir bogen auf den rechten, uns unbekannten Weg ab. Monster und Heat waren entspannt und trotteten brav nebeneinander her, auch das fremde Gelände konnte sie nicht aus der Ruhe bringen.

arialNach einiger Zeit kamen wir an einen kleinen See, das Wasser glänzte, kein Lufthauch zerstörte die glatte Oberfläche. Es sah atemberaubend aus und Finnland bewies mir mal wieder, das ich mit dem Umzug die richtige Enscheidung getroffen hatte. „Schön, nicht wahr?“ Kimi sah mich aus seinen treuen, leuchtenden Augen an. „Oh ja“, nickte ich und es trat wieder eine beruhigende Stille ein.

arialDen ganzen Ausritt sprachen wir nur vereinzelt ein paar Wörter. Es war einfach schön, die Landschaft zu genießen, die Ruhe und die Zweisamkeit. Wenn es nach mir ginge, könnten wir das jeden Tag machen, doch auch die Arbeit auf dem Gestüt machte sich nicht von alleine. Ich musste hart daran arbeiten, meine Zucht vorranzutreiben, die Pferde zu fördern und den Hof instand zu halten.

arialEs wurde bereits dunkel, als wir nach Hause zurückkehrten. Grey wieherte uns sehnsüchtig entgegen, während wir an der Weide vorbeiritten. „Ihr kommt gleich rein“, rief ich ihr lachend zu. Am Hengststall stiegen wir ab und versorgten Monster und Heat. Die Beiden hatten mächtig Hunger und freuten sich über ihr Abendbrot.

arial„Nimmst du Cala mit dem Fohlen? Dann nehme ich Calista mit“, fragte ich Kimi, als wir auf dem Weg zur Stutenweide waren. Er nickte und schlüpfte durch das Gatter. Während er Cala das Halfter überzog, machte ich das gleiche bei Calista und wir brachten die drei in den Stall. Dann folgten noch Summer und Grey und wir verteielten auch hier das Abendessen der Pferde.

arialNachdem wir alle Pferde versorgt hatten, machten wir es uns in der Küche gemütlich. Draußen war es bereits dunkel und so langsam bekam ich Hunger. Gemeinsam mit Kimi bereitete ich ein typisch finnisches Abendessen zu. Es gab einen Eintopf, mit Würfeln aus Schweine- und Rinderfleisch, Möhren und Steckrüben. Mir schmeckte es köstlich und ich freute mich, ein Stück mehr von Finnland kennenzulernen. Während des Essens besprachen wir den Ablauf und die Aufgaben für den nächsten Tag, anschließend machte Kimi sich auf den Weg nach Hause, ich machte mich fertig fürs Bett und schlief auch schnell ein.
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