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Die Schatten kommen näher...

Geschrieben von Ravenna im Blog Caed Crevan. Ansichten: 193

Ostern und Beltaine waren an uns vorbei gezogen – nicht ohne neue Gäste auf Caed Crevan. Ty hatte uns in dieser Zeit besucht - alle unsere Pferden hatten nun wieder wunderschöne Hufe, dabei hatte er mir noch berichtet wie sich Lunara machte. Lunara war die Stute die Money vor knapp zwei Monaten geboren hatte, fast zeitgleich mit Pumpkin Cayden und ich hatten beschlossen die Stute zu kaufen. Gestern hatte mich Amy beinahe verzweifelt angerufen – Money schien nach der Geburt noch immer nicht ganz fit, sie hatte Durchfall bekommen. Ein Tierarzt war bereits verständigt worden, doch zu allem Übel hatte die Stute ihr Fohlen von sich gestoßen. Lunara war innerhalb einer Woche zur Waisenstute geworden – Money biss sie sogar weg! Nun saß ich zusammen mit Cayden im Auto – seit neustem war die Brücke zum Festland endlich offen! Der Transporter mit dem wir fuhren bot Platz für vier Pferde – zur Zeit standen darin Kürbis und ihr Fohlen Pumpkin, wir wollten sehen ob meine Connemarastute die kleine Lunara als Amme annehmen würde, wenn nicht würden wir Lunara dennoch mitnehmen um sie mit der Flasche aufzuziehen. Damit zog das Haflingerfohlen eher als geplant bei uns ein, aber immerhin sollte es ja sowieso zu uns gehören. Ich umarmte die etwas neben sich stehende Amy, einerseits zerrissen bei dem Gedanken Pretty könnte selbiges mit ihrem Fohlen tun, wenn es einmal da war aber auch die Trauer das Lunara sie schon so schnell verlassen würde. „Dann laden wir die beiden mal aus, es wird schon werden!“ Gesagt getan – eine halbe Stunde später befanden wir uns neben dem Paddock auf dem die neugierige Pumpkin, die kleine Lunara zum spielen auffordern wollte. Angesichts der fremden Stute schien das andere Fohlen noch unsicher zu sein, doch taute sie mit jeder Minute auf. Wir verzogen uns nach drinnen, genossen auf der Terrasse einen Tee und hatten einen Blick auf die Szene. Siehe da – Kürbes erwies sich als wahre Mama, sie ließ erst Pumpkin trinken ehe sich auch Lunara an sie drängte und versuchte zu saufen. Kürbis schnüffelte an ihr, schaute verwirrt drein hinderte die Hafistute jedoch nicht daran. Amy schien ein Stein vom Herzen zu fallen – „Was für ein Glück! Natürlich wird sie Money noch eine Weile vermissen, aber sie hat bei euch einen tollen Platz“ sagte sie als sie meine Hand drückte.

Also verließen wir Heartland wieder mit drei Pferden im Transporter, durch das Sichtfenster zwischen den Sitzen konnte ich alle Pferde beobachten, die Fahrt verlief ohne weitere Probleme, wir luden die Fohlen und Mama aus – letztere erhielt noch eine Portion Stutenfutter, denn mit einer zusätzlichen „Belastung“ benötigte sie auch ein wenig mehr an Energie. Wir hatten nun ein weiteres kleines Fohlen auf dem Hof – irgendwie freute ich mich ja, denn die anderen waren nun bereits fast alle „erwachsen“, sie waren nicht länger komplette Fohlen mit ihren beinahe drei Jahren. Aesi und Thowra waren erst zwei, doch auch sie wurden immer älter…das machte mir wieder einmal klar wie sehr die Zeit doch rannte.

Dann ging ich zu den anderen Neuzugängen die seit etwa einer Woche den Hof bewohnten – von dem einen trug ich einen riesigen blauen Fleck auf dem Oberschenkel. Star Bucks…seine Besitzerin hatte ihn direkt aus der Tierklinik verkauft. Beim reiten war er wohl gestiegen, gekippt und hatte sie die Rippen angebrochen – er war in eine Spezialklinik hier in Schottland gekommen. Über eine Anzeige hatte ich ihn gefunden – er war zu verkaufen. Star Bucks war von schwieriger Natur, nach seinem Unfall und den Tagen in denen er in einer engen Box verbringen musste hatten alles vielleicht noch verschlimmert. Bei dem Versuch ihn in den Hänger zu verladen, hatte er um sich getreten und gebissen – wir hatten ihn nur noch hinein scheuchen können, mit dem Hänger auf den Paddock und ihn dort raus lassen. Der Rappschecke war noch immer in der Zeit der Genesung, ob er jemals wieder reitbar sein würde musste eine Nachuntersuchung feststellen. Im Moment musste ich ihn erstmal machen lassen…auch wenn es mir Leid tat. Bucks Mähne war lang, verfilzt und das einstige weiß seines Felles war eher schmutzig grau denn weiß, doch besuchte ich ihn jeden Tag – manchmal auch mehr – mit einem Apfel oder einer Banane um ihn zu mir zu locken. Noch saß ich hinter dem Zaun, biss in den Apfel warf ihm einige der Sachen zu, doch sein Misstrauen mir gegenüber blieb und er würde die Stücken erst aufsammeln, wenn ich weit genug entfernt war. Auch wieder an diesem Tag musste ich enttäuscht von dannen ziehen, ohne das ich ihn näher an mich heran bringen konnte. Mein nächster Weg führte mich in den Stall dort hatte mein anderer Neuzugang strikte Boxenruhe für mehr als sechs Wochen bekommen. Draki – er war hier in Schottland gewesen um eine Islandzucht mit Fohlen zu bereichern, da hatte mich Vina gebeten ihn während seines Deckeinsatzes öfter dort zu besuchen, nun stand der Schimmelhengst in meiner Box. Die ersten Tage war alles ruhig verlaufen, bis mich die Besitzer des Hofes angerufen hatten – Draki ging wohl ein wenig unsicher, eiere durch die Gegend. Zusammen mit einem Tierarzt sahen wir uns die Geschichte an, beim vor traben wurde deutlich – der Hengst ging hinten lahm. Eine weitere Untersuchung der Beine ergab kein eindeutiges Ergebnis, weshalb gleich in die Klinik gefahren wurde. Dort standen wir schlussendlich vor dem Ergebnis der Decksaison, Draki hatte sich auf der Weide den Beckenknochen übel gebrochen. Ob dies geschehen war beim Spiel mit den Stuten oder ob er direkt beim Deckakt war nicht sicher, doch eines war Glasklar…er würde nie wieder eine Stute decken….Mit Vina hatte ich soweit geklärt, er würde bis zu seiner Genesung ein zu Hause auf unserem Hof finden, vielleicht würde er auch für immer bleiben. Erstmal jedoch musste er wieder zu Kräften kommen. Mit der Hand streichelte ich über seinen Nasenrücken, schob auch ihm einen Apfel zu – der Aufenthalt in der Klinik hatte ihm einiges seiner Fettreserven genommen, seine Rippen waren zu sehen, die Kruppe war ebenfalls definiert. Ohne richtiges Training würde er noch eine ganze Weile so aussehen…es tat mir Leid um das Kerlchen. „Gute Nacht“ wisperte ich ihm zu. Schließlich leistete ich Cayden noch auf dem Platz Gesellschaft, nachdem Uprising nun eine ganze Weile mit Sattel und Trense longiert worden war und auch ab und an jemand auf ihm gesessen hatte, lief er nun seit gut zwei Wochen auch auf dem Platz allein mit einem Reiter. Auf der Ovalbahn klappte das ganze auch schon ziemlich gut, zwar herrschte noch ganz schöner Gangsalat doch erst einmal galt es eben er kannte die Bremse, den Vorwärtsgang und lernte den Reiter zu tragen. Vina würde in den nächsten Tagen wohl mal vorbei schauen um den Rapphengst einzutölten. Aiden hatte gestern mit den Traktor neues Heu auf den Hof gebracht, der Auspuff hatte Recht viel Rauch verursacht. Gerade in dem Moment war Cayden mit Uprising über den Hof, der ungewohnte Rauch, das Geräusch des Traktoren und sein wiehernder Kumpel Sturmwind veranlassten den jungen Hengst zu ein paar Schritten des Töltes, doch nicht sonderlich vieler ehe er wieder etwas nervös trabte. Cayden hatte ihn schnell beruhigen können und hatte mir am Abend davon begeistert erzählt.
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