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Calista und Grey bei der Arbeit

Geschrieben von Mongofisch im Blog Heimatlos. Ansichten: 70

arialIm halbdunkeln stiefelte ich durch den Schnee zu meinen Stuten, die sich ihr Frühstück schmecken ließen. „Guten Morgen“, sagte ich gut gelaunt und kontrollierte in jeder Box, ob alles in Ordnung war. Kimi hatte die Pferde schon gefüttert, er war der Meinung, ich solle doch mal ausschlafen, was mir allerdings nicht gelungen war. Fröhlich öffnete ich die Box von Cala und 'ihrem' Fohlen. Caletta begrüßte mich mit einem leisen Schauben und geierte sofort nach ihrer Milchflasche. Ich wuschelte ihr durch den braunen Schopf und ließ sie an den Nuckel. Hastig fing die Kleine an zu saufen. „Verschluck dich bloß nicht“, lachte ich, während ich ihr über den Hals strich. Sie machte sich gut, war munter und aufmerksam, trotzdem machte ich mir Sorgen, dass noch irgendwelche Komplikationen auftreten würden. Doch daran wollte ich gar nicht erst denken, solange es ihr gut ging, war auch alles ok.

arialNachdem Caletta die Falsche leer getrunken hatte, kontrollierte ich Calas Euter. Es sah gut aus und fühlte sich nicht verändert an. Maren, meine Tierärztin, hatte mich darauf hingewiesen, dass Caletta nicht am Euter saugen durfte, sonst müsste ich die Beiden trennen. Es schien aber nicht so zu sein. Erleichtert atmete ich auf, es war schön zu sehen, wie Caletta doch noch mit einer Mami, wenn auch nicht ihrer eigene, aufwachsen konnte.

arialSachte schloss ich die Boxentür hinter mir und schaute nun nach Calista. Die Fuchsstute stand zufrieden in ihrer Box und kaute auf ihrem Heu rum. „Na meine Hübsche! Wie geht’s dir heute?“ Ich schlüpfte zu der Stute in die Box und strich ihr sanft über den Hals. Ihr orange-rotes Fell leuchtete im faden Licht des Stalls. Mit den Lippen untersuchte sie meine Hände nach Leckerlis, wendete sich jedoch wieder ihrem Futter zu, als sie nichts fand. Auch ich verließ die Box wieder und schaute nach Summer und Grey. Die beiden Stuten, die ich aus Deutschland mitgebracht hatte, standen wie jeden Morgen gelassen in ihren Boxen. Als Grey mich entdeckte, kam sie zu mir und vergrub ihre Nüstern in meinen Taschen. „Ich hab nichts zu Essen dabei, du Nase“, lachte ich und schob sie liebevoll zur Seite.

arialBei den Stuten war scheinbar alles in Ordnung, also lief ich nun zu den Hengsten rüber, um auch dort nach dem Rechten zu schauen. Monster grummelte leise, als ich ihn durch die Gitter streichelte. In der Box von Heat fand ich außerdem Kimi, der wie ein kleines Kind mit dem großen Hengst schmuste. Lachend begrüßte ich die Beiden. „Hilsft du mir gleich, die Pferde raus zu bringen?“ - „Klar, ich bringe die Hengste raus, du die Stuten, ok?“ Ich nickte nur kurz und ging dann erneut zum anderen Stallgebäude.



arialNachdem ich Summer und Grey, sowie Cala mit dem Fohlen auf die Weide gebracht hatte, schnappte ich mir nun Calista, um sie auf ihren abgetrennten Teil der Koppel zu bringen. Etwas hameplig lief sie neben mir her und erschrack immer wieder vor den Geräuschen, die ihre Hufe im Schnee verursachten. „Das ist nichts schlimmes“, lachte ich. „Der Schnee wird dich sicher nicht fressen.“ Besänftigend strich ich dem Fuchs über die Nüstern. Als ich ihr auf der Weide das Halfter abnahm, trabte sie mit hoch erhobenem Kopf davon. „Zicke“, murmelte ich und beobachtete Kimi, der grade dabei war, Monster und Heat auf die Weide zu bringen. Wie zwei brave Lämmchen folgten die Hengste dem Mann und warteten geduldig, bis er die Halfter abgenommen hatte, dann trotteten sie gemütlich davon.

arialLächelnd kehrte ich in den Stall zurück, wo ich damit begann, die Boxen auszumisten. Dabei beeilte ich mich, um mich dann auf meine Arbeit mit den Pferden konzentrieren zu können. Ich hatte heute vor, mit Calista ein paar Bodenarbeitsübungen zu machen. Ich wollte, dass sie so viel wie möglich kennenlernt, bevor sie eingeritten werden würde.



arialGegen mittag lief ich zur Weide, auf der Calista stand. Sie hatte grade wohl mal wieder ihre 5 Minuten. Bockend sprang sie durch den Schnee und trabte aufgeregt den Zaun entlang. Schnell zückte ich meinen Fotoapparat, den ich immer bei mir trug, und schoss einige Fotos, vielleicht war ja ein schönes dabei!

arialNachdem ich die Kamera wieder weggesteckt hatte, beruhigte ich die Stute, um ihr das Halfter über die Ohren zu ziehen. Brav ließ sie sich in den Stall führen und anbinden. „So meine Hübsche, was möchtest du denn heute machen?“ Ich begann ihr Hufe auszukratzen und überlgte dabei weiter, was wir heute machen würden. „Wir könnten spazieren gehen oder vielleicht in der Halle ein paar spannende Sachen erkunden!“ Calista war das scheinbar egal, sie kaute gelangweielt auf ihrem Strick. „Lass das bitte“, ermahnte ich sie streng und nahm ihr den Strick aus dem Maul. Missmutig sah sie mich an, ich putze sie jedoch unbeeindruckt weiter.

arialAls der Fuchs wieder in vollem Glanz erstrahlte, band ich Calista los und führte sie nach draußen. Unruhig tänzelte sie neben mir her. „Ist doch alles gut, wir gehen in die Halle, da kannst du dich ein bisschen austoben“, beruhigte ich sie und ging mit ihr in die Halle. Schnaubend hob sie den Kopf und sah sich aufgeregt um. Ich löste den Strick vom Halfter und ließ die Stute erstmal in Ruhe. Währen dessen baute ich ein paar Kegel auf, außerdem legte ich einige, bunte Stangen auf den Boden. Dabei sah mir Calista aus sicherer Entfernung zu.

arialNachdem ich alles fertig aufgebaut hatte, nahm ich meine Stute wieder ans Halfter und ging mit ihr zuerst einige Runden durch die Halle. Aufgeregt, aber auch neugierig, sah sich sich alles genau an. Dann führte ich sie im Slalom um die Kegel herum, welche sie wohl nicht besonders schlimm fand. Zwar etwas angespannt, lief sie aber trotzdem brav neben mir her. Nach dem letzten Kegel lobte ich Calista überschwänglich und gab ihr ein Leckerli, welches sie zufrieden kaute. Dann ging es weiter mit den bunten Stangen. Am langen Strick lief ich auf die komischen Dinger zu. Calista senkte den Kopf und grummelte bedächtlich. „Braves Mädchen“, sagte ich ruhig und ging einige Schritte weiter. Die junge Stute folgte mir, hatte die Ohren aber aufgerichtet und den Kopf weiter gesenkt. Die Vorderbeine hatte sie bereits über die Stange gehoben, als sie mit dem Hinterhuf gegen die Stange kam. Erschrocken machte sie einen Satz nach vorne. „Alles gut“, beruhigte ich sie und klopfte ihr den Hals. „Komm nocheinmal!“ Erneut führte ich den Fuchs auf die Stange zu. Dieses Mal war sie sichtlich skeptisch und folgte mir nur widerwillig. Mit viel Überredungskunst ging sie dann aber doch noch über die Stange, sogar ohne sich zu erschrecken. Übertrieben lobte ich meine Stute. „Ich bin stolz auf dich, das hast du super gemacht!“ Ein letztes Mal führte ich Calista um die Kegel, dann beließ ich es für heute dabei und lobte sie nochmal ausgiebig.

arialZurück im Stall putzte ich sie erneut und stellte sie anschließend in ihre Box. „Das hast du super gemacht heute, ich bin wirklich zufrieden“, lobte ich sie nochmals und machte mich dann auf den Weg zur Weide, um die anderen Pferde reinzuholen.



arialNun widmete ich mich endlich mal wieder meiner geliebten Grey. Die sanftmütige, große Tinkerstute freute sich, als ich sie aus der Box holte und anfing zu putzen. Mit treuem Blick bettelte sie nach einem Leckerli und ich konnte einfach nicht widerstehen. Lächelnd steckte ich ihr eins zu und putze sie anschließend fertig.

arialMit Sattel und Trense ausgestattet, verließen wir den Stall und gingen zur Reithalle hinüber. Dort schwang ich mich auf die große Stute und wir setzten uns in Bewegung. Mit Grey musste ich noch viel arbeiten. Sie junge Stute war zwar sicher unter dem Sattel, hatte aber so ihre Probleme mit dem vorwärts-abwärts. Außerdem fiel ihr das Biegen auf der rechten Hand besonders schwer.

arialIch ritt besonders lange warm, da das Wetter wirklich eisig war. Grey wurde zwar langsam ungeduldig und wollte vorwärts, ich setzte mich aber durch und ritt weiter Schritt. Um die Stute zu beschäftigen, ging ich viele große Wendungen und einige Handwechsel. Als ich dann endlich das Kommando zum antraben gab, schoss Grey nurso los. Hektisch trabte sie die lange Seite entlang. Über meinen Sitz versuchte ich das Tempo zu regulieren, was allerdings nur halbwegs klappte. Die Stute wurde zwar langsamer, aber hektisch war sie noch immer. Auch im Trab ritt ich am langen Zügel viele große Wendungen und Bahnfiguren. Mit jeder Minute wurde Grey etwas ruhiger, sodass ich sie immerwieder lobte. Langsam nahm ich die Zügel auf und fing an, auf der rechten Hand auf dem Zirkel zu traben. Den Kopf hoch erhoben weigerte meine Stute sich gegen die Biegung. Ich ließ mich davon jedoch nicht beirren, konsequent gab ich ihr mit dem inneren Schenkel Druck. Es dauerte eine ganze Weile, bis Grey sich allmählich in die Biegung traute und zumindestens ein bisschen besser lief. Sofort lobte ich sie ausgiebig.

arialNach einem Handwechsel, ließ ich Grey nun auf der linken Hand angaloppieren. Freudig sprang sie an und hatte sogar den Kopf nicht mehr ganz so weit oben. Nach einigen Runden auf dem Zirkel, fing sie sogar an, sich zu strecken und den Hals lang zu machen. „So ist brav“, lobte ich sie. Ihr Galopp war weich und ließ sich gut sitzen. Taktklar und gleichmäßig drehten wir unsere Runden, bis ich die Stute durchparrirete und erneut einen Handwechsel machte. Auch hier gab ich ihr die Galopphilfe, parrierte sie aber Augenblicklich wieder durch, da sie im Außengalopp ansprang. Sanft lenkte ich Grey in eine Volte und galoppierte sie erneut an. Dieses Mal klappte es besser und sie galoppierte brav im Rechtsgalopp. Ich lobte sie und ging dann auf den Zirkel. Hier klappte das mit dem Strecken zwar nicht, trotzdem war ich stolz, dass sie bereits beim zweiten Versuch im richtigen Galopp angesprungen war.

arialNachdem ich Grey noch abgeritten war, gingen wir zusammen zurück in den Stall. Es wurde bereits dunkel, also beeilte ich mich, die Stute abzusatteln und in die Box zu stellen. Sie bekam noch ein Leckerli, dann machte ich mich daran, den Pferden ihr Abendbrot zu geben. Die Großen bekamen ihr Heu und das Kraftfutter, Caletta bekam erneut ihre Flasche. Heute Mittag hatte Kimi ihr die Milch gegeben, jetzt war ich wieder dran. Wie immer gierig, trank das kleine Fohlen die Flasche leer. Ich streichelte noch einmal den Hals des Fohlens, dann verließ ich die Box und machte das Licht im Stutenstall aus.

arialIch schaute nochmal nach den Hengsten und gab auch ihnen ihre Ration Futter, dann löschte ich ebenfalls das Licht und ging ins Haus.



arialWährend ich mein wohlverdientes Abendessen genoss, machte ich mir Gedanken über Caletta. Wenn sie von Cala getrennt werden würde, bräuchte sie auf jeden Fall eine Spielgefährtin in ihrem Alter. Außerdem brauchte ich dann eine dritte Koppel oder ich würde Caletta in eine Fohlenherde auf einen anderen Hof geben, aber mich von der kleinen Maus für eine Zeit zu trennen, würde mir sicher nicht leicht fallen. Zum Glück hatte diese Entscheidung noch ein paar Monate Zeit!

arialIch räumte mein Geschirr in die Spüle und gab Jury sein Fressen. Dann ließ ich ihn nochmal kurz raus und wusch in der Zeit ab. Schon nach kurzer Zeit kam der Hund zurück und machte es sich im Schlafzimmer in seinem Körbchen gemütlich. Auch ich machte mich langsam bettfertig und schlief an diesem Abend schnell ein.
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