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Ausritt auf Caed Crevan

Geschrieben von Ravenna im Blog Caed Crevan. Ansichten: 232

Noch immer drückte ich mich davor den Telefonhörer in die Hand zu nehmen um den dubiosen Züchter anzurufen, also beschäftigte ich mich lieber mit meinen Pferden .- heute wieder mit meinem jungen Hengst Braum, der Name gefiel mir nach wie vor nicht doch was sollte man schon tun. Bewaffnet mit Longe, Kappzaum und der Peitsche ging es in Richtung des Platztes, denn wir arbeiteten erst einmal daran das Braum auch schön außen blieb ehe wir uns an den gesamten Rest machten. Ab und an meinte mein kleiner nämlich zu sehr nach außen zu kommen oder aber einfach auf mich zu. Auf dem Platz sortierte ich zunächst meine Longe richtig, stellte mich in Position und schickte Braum von mir fort. Bedingt durch die Hitze des Tages – dieses Mal fehlte die kühlende Brise von Meer – schlurfte Braum ziemlich vor sich her, sodass Staub mir die Lunge zu bedecken begann und ich ihn förmlich auf der Zunge spürte. „Na los, bisschen schneller geht schon“ motivierte ich, indem ich gleichzeitig mit der Longe wackelte und von hinten mit der Peitsche ein wenig Druck ausübte. Sofort nahm es Braum ein wenig zu Ernst und trabte an „Brrruuuu…Schritt“ rollte ich mit der Zunge, sodass er langsamer lief, aber im Schritt etwas schneller. Nach einer ersten Aufwärmphase trabte ich ihn schlussendlich an, musste teilweise ziemlich gegenhalten und zuppelte immer wieder an meinem Ende der Longe. Durch mehrere Schritt-Trab Wechsel und Seitenwechsel wurde er immer entspannter, drängte weniger nach außen, so machte ich an dieser Stelle auch schon wieder Schluss, allzu sehr wollte ich ihn nicht beanspruchen, ein wenig Jungpferd durfte er bleiben.



[color=rgb(169,169,169)*aus Gwens Sicht*





Einen Tag, bevor unser Wanderritt überhaupt losgehen sollte, war ich schon auf Caed Crevan angekommen und hatte mich sofort wie zu Hause gefühlt. Es war so schön hier in Schottland! Auch wenn es ganz anders war wie in Kanada, denn hier sah man das Meer und war nicht von gigantischen Bäumen umzingelt. Da es mir regelrecht in den Fingerspitzen vor Tatendrang juckte, fragte ich Sarah, ob ich ihr denn irgendwie bei den Pferden behilflich sein konnte. Das Angebot schlug Sarah natürlich nicht aus und da ich auch als Ausbilderin tätig war, vertraute sie mir ihren wunderschönen Draki an. „Du kannst mit ihm hinunter zum Strand gehen und ihn dort longieren!“ meinte sie lächelnd zu mir und ich dankte ihr vielmals.

Draki war ein weißer Isländerhengst und obwohl ich die Rasse eigentlich nicht großartig mochte, hatte er mich sofort in seinen Bann gezogen. Ich holte den hübschen Kerl aus seiner Box, band ihn davor an und begann ihn zu putzen. Dabei ließ ich mir viel Zeit und das Ergebnis konnte sich dann auch sehen lassen: Draki war schneeweiß. In aller Ruhe stattete ich ihn mit Kappzaum und Longe aus, ehe wir uns auf den Weg hinunter zum Strand machten. Wider Erwarten brauchten wir nur circa zehn Minuten und schon standen wir vor den aufbrausenden Meer. „Wow!“ murmelte ich verliebt, denn der Anblick war einfach nur herrlich!

Ich ließ Draki erst einmal ein wenig im Sand stöbern und ihn durch das seichte Wasser waten. Man merkte, dass dem Hengst die Umgebung nur allzu bekannt war, denn er scheute weder vor den Wellen noch vor den Möwen zurück. Dennoch wollte ich schon bald mit dem Training beginnen und ließ ihn in aller Ruhe im Schritt um mich rundherum laufen. Draki arbeitete wunderbar mit und so konnte ich auch den Trab dazunehmen.

Sarah hatte mir von Drakis unangenehmer Verletzung erzählt und dass er jetzt gerade wieder in der Rehabilitationsphase war. Deshalb ließ ich den Galopp für heute auch weg und beschränkte mich auf viel vorwärts-abwärts und eine aktive Hinterhand. Das Laufen in dem weichen Sand schien Draki gut zu tun. Ab und an legte ich die Zirkellinie auch so, dass er immer durch das Wasser musste, doch die Abkühlung schien ihm sehr zu gefallen.

Schneller als gedacht waren die zwanzig Minuten Arbeit vorbei und ich setzte mich noch ein wenig in den Sand, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Draki blieb dösend neben mir stehen und wartete geduldig, dass wir uns auf den Heimweg machten.



[color=rgb(128,128,128)*meine Sicht*



Nachdem ich Braum longiert hatte, Gwen mit Draki abgehauen war holte ich mir Grey aus dem Stall, ein Turnier war an der Reihe also wollte ich mal wieder mit ihr an die Töltarbeit gehen. Vina hatte sie in dieser Gangart ein wenig trainiert, Grey war von Natur aus kein Fünfgänger da sie kein reinrassiger Isi war. Da wir Bucks noch immer nicht wieder eingefangen hatten, standen die Stuten noch immer im Stall damit sie von dem jungen Hengst nicht belästigt werden. Doch am gestrigen Abend hatten wir ihn am Horizont erblickt, Thowra zeigte im Moment gute Möglichkeiten rossig zu werden. Falls dies eintraf wollten wir sie anbinden um den jungen Hengst in einen Pferch zu locken, dort konnten wir ihn dann einsprerren. Ob dies alles so funktionieren würde, hing noch in den Sternen jedoch hatte ich gute Aussichten. Aus der Mähne von Grey entfernte ich ihr ein wenig Heu, dann begann ich sie zu satteln, heute den Westernsattel, denn sie fühlte sich mit diesem Recht wohl. Auf dem Platz schwang ich mich in den Sattel sortierte mich noch einmal ehe ich begann mit einer ersten Aufwärmphase, denn die war wichtig für eine lockere Stunde. Die beginnende Dämmerung brachte auch endlich ein wenig Abwechslung in die drückende Hitze des Tages. Auch Kathi gesellte sich zu mir auf den Platz auf ihrer Stute Eisblüte - darum hatte ich sie gebeten da es mit einem Hengst schnell zu anstrengend werden konnte. "Ich freu mich schon auf den Ausritt - kommst du auf Finlay jetzt nun mit?" Kathi nickte, bis wir uns jeder auf unsere Pferde konzentrierten. Ich baute mehrere Tempowechsel ein, ging auch vom Galopp zurück in den Tölt und Grey töltete mittlerweile sogar auf dem Zirkel. Einmal waren wir beide so in die Arbeit fixiert, das unsere Pferde beinahe gegeneinander laufen wären. Kathi und ich lachten ein wenig "Wollen wir noch runter zum Strand? Ich wäre fertig" fragte sie wenig später. Ich brauchte gar nicht lange zu überlegen "Natürlich!" Dabei kam uns sogar noch Gwen zusammen mit Draki entgegen...."Hey!" begrüßten wir uns ehe wir dann auch schon Eisblüte und Grey in einen leichten Kanter fallen ließen.



[color=rgb(169,169,169)*schwarz Gwen, grün medy, rot Ravenna*



[color=rgb(40,40,40)"Ein Wanderritt durch Schottland? Ich beneide dich so!" schwärmte meine Freundin Amber, als wir gerade den Stall betraten und Wish fertig machen wollen. "Ein wenig aufgeregt bin ich ja schon, denn der Flug nach Schottland ist doch nicht gerade ohne!" seufzte ich und kraulte dem hübschen Connemarahengst die Stirn. Dann musste ich lächeln, denn immerhin flogen wir in Wishs ehemalige Heimat und er hatte schließlich schon einmal den Flug überstanden, also würde er es auch diesmal wieder ohne Probleme schaffen und Sarah würden wir auch direkt wiedersehen! Gemeinsam mit Amber putzte ich Wish und legte ihm dann die Transportgamaschen an, denn Mama fuhr uns zum Flughafen in Winnipeg.

[color=rgb(40,40,40)Am Flughafen angekommen, brachten wir die gesamte Prozedur hinter uns. Während ich durch allerhand Kontrollen marschieren musste, erging es meinem Hengst nicht anders, auch er wurde von allerhand Tierärzten untersucht. Ich war froh, zu wissen, dass Amber und Mama auf ihn aufpassten und darauf achteten, dass er sicher im Flugzeug ankommen würde. Fast eine Stunde verbrachten wir auf dem Flughafen, ehe auch ich mich in meinen Flugzeugsitz fallen ließ und ungeduldig auf den Start des Flugs wartete. Nun hieß es, auf nach Schottland und in ein neues Abenteuer!



[color=rgb(0,128,0)Aufgeregt strich ich Totbringer nochmals über den Hals, meine Finger zitterten sogar leicht vor Aufregung. "Quatsch, kommt sowieso alles gut", redete ich mir selber gut zu, währendem ich gedankenverloren in Tot's Fell starrte. Obwohl ich Tot noch nicht so lange hatte, habe ich mich entschlossen, sie mitzunehmen. Auf einen unvergesslichen Ausflug nach Schottland. Sarah hatte mich kurzfristig angerufen - kurz und knapp, sie hatte mir angeboten, mit einem meiner Hüh's zu ihr nach Schottland zu kommen und einen langen Wanderritt zu unternehmen, Natürlich hatte ich sofort mit einem quietschendem Jageantwortet, bin aufgesprungen und durch die Wohnung gestreunt. Totbringer riss mich aus meinen Gedanken, indem sie anfing, an meiner Jacke rumzuknabbern. "Tot!", rief ich empört aus, was jedoch nur ein kurzer, missbilligender Blick von Tot zur Folge hatte. Mit einem Schmunzeln befreie ich meine teure Jacke von den gefährlichem, schlabbrigen, höllischen Zähnen Tot's und schaue auf die Uhr. Bald würde ein eher kürzerer Flug anstehen, zum Glück ist es nicht allzu weit bis zu Schottland. Tierarztkontrolle hatten wir schon hinter uns, auch alles Restliche war geklärt, sodass wir uns nur noch auf die Ankunft und den ganzen Aufenthalt freuen konnten. "Das wird toll, Tot", rede ich voller Vorfreude zu Tot, welche aber nur kurz schnaubte. Mit einem Grinsen auf dem Gesicht kraulte ich sie.



[color=rgb(165,42,42)Nachdem ich Braum longiert hatte, Gwen mit Draki abgehauen war holte ich mir Grey aus dem Stall, ein Turnier war an der Reihe also wollte ich mal wieder mit ihr an die Töltarbeit gehen. Vina hatte sie in dieser Gangart ein wenig trainiert, Grey war von Natur aus kein Fünfgänger da sie kein reinrassiger Isi war. Da wir Bucks noch immer nicht wieder eingefangen hatten, standen die Stuten noch immer im Stall damit sie von dem jungen Hengst nicht belästigt werden. Doch am gestrigen Abend hatten wir ihn am Horizont erblickt, Thowra zeigte im Moment gute Möglichkeiten rossig zu werden. Falls dies eintraf wollten wir sie anbinden um den jungen Hengst in einen Pferch zu locken, dort konnten wir ihn dann einsprerren. Ob dies alles so funktionieren würde, hing noch in den Sternen jedoch hatte ich gute Aussichten. Aus der Mähne von Grey entfernte ich ihr ein wenig Heu, dann begann ich sie zu satteln, heute den Westernsattel, denn sie fühlte sich mit diesem Recht wohl. Auf dem Platz schwang ich mich in den Sattel sortierte mich noch einmal ehe ich begann mit einer ersten Aufwärmphase, denn die war wichtig für eine lockere Stunde. Die beginnende Dämmerung brachte auch endlich ein wenig Abwechslung in die drückende Hitze des Tages. Auch Kathi gesellte sich zu mir auf den Platz auf ihrer Stute Eisblume - darum hatte ich sie gebeten da es mit einem Hengst schnell zu anstrengend werden konnte. "Ich freu mich schon auf den Ausritt - kommst du auf Finlay jetzt nun mit?" Kathi nickte, bis wir uns jeder auf unsere Pferde konzentrierten. Ich baute mehrere Tempowechsel ein, ging auch vom Galopp zurück in den Tölt und Grey töltete mittlerweile sogar auf dem Zirkel. Einmal waren wir beide so in die Arbeit fixiert, das unsere Pferde beinahe gegeneinander laufen wären. Kathi und ich lachten ein wenig "Wollen wir noch runter zum Strand? Ich wäre fertig" fragte sie wenig später. Ich brauchte gar nicht lange zu überlegen "Natürlich!" Dabei kam uns sogar noch Gwen zusammen mit Draki entgegen...."Hey!" begrüßten wir uns ehe wir dann auch schon Eisblume und Grey in einen leichten Kanter fallen ließen. Da Gwen bereits seit dem Morgen da war - fehlte einzig noch Alessia damit der Wanderritt morgen beginnen konnte.



[color=rgb(40,40,40)Wir waren heile in der schottischen Idylle angekommen und Wish hatte sich direkt wie zu Hause gefühlt. Zwar war sein Vater momentan nicht hier, aber mit Stormy und Varulv als Weidegenossen gab er sich auch zufrieden und zehn Minuten später war er hinter den grünen Hügeln verschwunden. Da es gerade einmal kurz vor Mittag gewesen war, hatte ich Sarah nach Arbeit gefragt und sie hatte mir direkt Draki in die Hand gedrückt. Den hübschen Isländer sollte ich am Strand longieren und so bekam ich gleich einen traumhaften Anblick von Schottland zu sehen. Auch lernte ich Kathi kennen, welche mit Sarah das Gestüt hier leitete. Momentan warteten wir noch auf unsere dritte Mitreiterin, nämlich auf Alessia. Auch sie kannte ich schon, denn es war noch gar nicht so lange her, dass sie bei mir in Kanada zu einem Kurs gewesen war. Heute würde ich aber ein anderes Pferd von ihr kennenlernen, wenn sie hier wohlbehalten ankommen würden. Mit Draki machte ich mich schon bald auf den Heimweg zurück auf den Hof, wo wirklich eine herrliche Ruhe herrschte. Draki durfte wieder auf seinen Paddock und ich machte mich daran, Wishs und meine Sachen auszupacken, denn dafür hatte ich vorhin keine Lust gehabt, aber ohne die Sachen würde es nichts mit dem Wanderritt werden.



[color=rgb(0,128,0)Müde von der Reise streichelte ich Tot nochmals über den Hals, ehe ich mich von ihr verabschiedete und aus der Box ging. Wir sind heil und ganz angekommen, Sarah hatte uns mit grossem Jubel empfangen und alles in allem ist alles supergut verlaufen. Nun war es auch schon Spätnachmittag und ich bin hundemüde - mir fielen schier die Augen zu. Erst gerade habe ich gehört, dass auch Gwen (bei der ich einen Kurs besucht hatte) mitkommen würde. Allerdings ist der Ausritt noch nicht ganz geplant, deshalb müssen wir heute beim Abendessen auch darüber diskutieren. Ich riss mich aus meinen Gedanken und bedachte Totbringer noch mit einem fröhlichem, aber müdem Lächeln. Schier stolperte ich über die Mistgabel, welche im Stallgang schräg angelehnt war. Super . Mit einem Schlag war ich wach und nahm die Mistgabel in die Hand. In der Hoffnung ihr Heimatsplätzchen zu finden, durchsuchte ich die ganze Umgebung, fand allerdings keine ihrer Artgenossen. Die Mistgabel ist irgendwie wie ich …

[color=rgb(0,128,0)Erschrocken über diesen komischen Gedanken fing ich an zu lachen und konnte einfach nicht mehr aufhören - was gab ich bloss für ein Bild ab, als Sarah auf mich zuging und mich so dort sah, mit einer Mistgabel in der Hand und lautem Lachen. "Alessia? Geht's dir gut?", fragte sie mich mit hochgezogener Augenbraue. Immer noch lachend antworte ich ihr: "Nicht wirklich, die Reise war zuu lang" "Du bist reif für ins Bett, komm, hopp hopp" Grinsend hörte ich auf zu lachen und ich beruhigte mich langsam. Puuh, tief einatmen, ausatmen. Ich wusste auch nicht, warum ich plötzlich das Ganze so lustig fand, sehrwahrscheinlich war ich einfach müde. Sarah grinste mich an und ich erwidere ihr Grinsen, ehe wir zusammen Richtung Wohnhaus liefen. "Gwen hast du heute noch nicht gesehen, oder?", sagte Sarah, "mal schauen, vielleicht ist sie auch im Haus"



[color=rgb(165,42,42)Cayden, Kathi und Aiden hatten sich um das Abendessen gekümmert, während ich unsere beiden Gäste aufgelesen hatte. Alessia war erst vor einer guten Stunde angekommen, derweil hatte sich Gwen zu Wish gesellt auf den oberen Weiden. Eine gute Viertelstunde war es bis dahin zu Fuß, doch schickte ich ihr fix eine SMS in der Hoffnung sie würde hier auch ankommen - mein Smartphone hatte ich eigentlich auch nur um mir meinen Kalender ordentlich zu gestalten, denn das mobile Internet klappte hier meinstens nicht - dazu durfte es nicht allzu bewölkt sein, doch hatte ich davon keine Ahnung. Ging es um irgendwelchen Technischen Kram so musste sich Kathi darum kümmern.

[color=rgb(165,42,42)Als wir endlich alle beisamen waren, besprachen wir gemeinsam was alles getan werden musste - wobei ich eher mit den Männern sprach, auch Hansi leistete uns Gesellschaft, denn er war wieder entlassen worden. "Ihr kümmert euch am besten um den Pferch für Bucks, die Stuten bleiben vorerst noch immer im Stall. Auf den Ausritt werde ich warscheinlich Stormbringer nehmen" - da schaltete sich auch Kathi ein "Ich werde euch auf Finlay ein Stück begleiten, doch gegen Abend wieder in Richtung nach Hause - alles für die Turniere vorbereiten die so in nächster Zeit anstehen." Ich nickte, dann wandte ich mich an meine Begleiter "Wir werden oft im Schritt reiten, gerade was die Wege an den Klippen entlang geht oder am Strand - gerade letzteres sind eure Pferde nicht gewohnt also lassen wir es langsam angehen. Wir werden immer knapp drei Stunden am Stück reiten, dann eine Stunde Pause einlegen und wieder in den Sattel steigen. Der schwächste Reiter mit dem unerfahrensten Pferd wird jeweils hinter einem von uns reiten - am zweiten Tag stets vorweg um das Tempo anzugeben. Die meisten Wege machen es jedoch möglich nebeneinander zu laufen, wir werden ein Halbmoor durchqueren, doch der Weg ist gut sichtbar. Wir werden tolle Landstriche sehen, aber auch einige interessante Tiere - Otter, Seeadler, vielleicht sogar einige Wale vor der Küste" Da fiel uns Hansi ins Wort - "Ah ja - letzte Woche wurde ein Pärchen Wölfe auf der Insel gesichtet, die vermutlich vom Festland hinüber geschwommen sind" Ich begann mir auf der Unterlippe zu kauen, wir hatten genug Strom auf dem Zaun, das die Wölfe nicht an die Pferde kamen, doch Bucks streifte da irgendwo allein durch die Gegend "Es wird Zeit das wir Bucks endlich bekommen, es sind jetzt fast 5 Wochen!" entfuhr es mir lauter als gewollt, meine Sorge war einfach zu groß. "So Mädels, dann wünsche ich euch eine angenehme Nacht im Heuspeicher" - diesen Namen hatten wir unserem Gästehaus insgeheim gegeben.



[color=rgb(40,40,40)Als mich Sarahs SMS erreicht hatte, - ein Wunder, dass ich hier noch Empfang hatte! - war ich geschwind zum Haus zurückgelaufen, wo ich kurz darauf auch Alessia getroffen hatte. Beim Abendessen besprachen wir den Ritt. Aufmerksam hatte ich Sarah zugehört und war schon ganz aufgeregt! In Gedanken sah ich uns bereits an einer der wunderschönen Klippen entlang reiten und über die Küste blicken. Mit Wish würde das ganze sicherlich eine äußerst angenehme Reise werden, denn er kannte sich hier schon ein wenig aus und vor allem sein Charakter wäre für einen Wanderritt ideal. "Wow, ich freue mich schon so!" entfuhr es mir und ich musste grinsen. Sicherlich war es für Sarah inzwischen normal, hier zu reiten, denn sie lebte hier mit ihrem Team. Amüsant fand ich ja Caiden und Aiden, denn wenn man nicht genau zuhörte, waren die beiden Namen doch mal Anlass für Verwirrung. "Was ist denn mit Bucks los? Vielleicht können wir ja helfen?" bot ich Sarah an, denn sie schien doch recht verzweifelt.



wir überspringen medy da keine Zeit ziehen sie aber mit

[color=rgb(165,42,42)"Vor einigen Wochen gab es ein starkes Sommergewitter, die Hengste waren auf den oberen Weiden und eine der Holzleisten brach - einige blieben im Unterschlupf andere entkamen. Alle kamen wieder zurück bis auf Bucks - er war neu auf dem Hof, die erste Zeit stand er in einem Paddock, da er sich die Rippe gebrochen hatte bei einem Unfall. Als die Tierärztin meinte es sei wieder alles okay, wollten wir ihn zunächst in die Gruppe integrieren ehe wir mit der Arbeit beginnen. Bucks ist, nunja, bissig und auf gewisse Art und Weise somit auch gefährlich. Mir ist es bereits gelungen ihm das Halfter anzulegen, doch als mein Visum abgelaufen war ist das Gewitter gewesen. Die Futterstellen haben wenig gebracht und seit einiger Zeit haben wir ihn nicht mehr gesehen. Jetzt die Nachricht mit den Wölfen" ich schüttelte meinen Kopf "In den nächsten Tagen sollte Willow oder aber Thowra wieder rossig werden, dann wollen wir sie in den Pferch bringen in der Hoffnung den Hengst so irgendwie wieder einfangen zu können. Beim letzten Fangversuch ist Hansi erstmal mit angebrochener Rippe im Krankenhaus gelandet. Morgen fliegt er dann nach Polen um bei Maren ein Pferd einzureiten, auf dem Gestüt Federsee." Damit versuchte ich ein schiefes Lächeln, was mir nicht sonderlich gelang....



[color=rgb(40,40,40)"Hach herrje! Das klingt gar nicht berauschend!" seufzte ich und überlegte, der Name des Hengstes war mir nicht ganz unbekannt, indirekt schien ich ihn schon zu kennen. "Das mit den Stuten ist eine gute Idee, vielleicht können wir ja auch während des Wanderritts die Augen offen halten. Wer weiß, vielleicht haben wir Glück und wir finden Hinweise, wo er sein könnte." meinte ich, denn zum Glück handelte es sich hier um eine Insel und ich konnte mir nicht vorstellen, dass der Hengst zum Festland schwimmen würde. "Aber hey, Sarah! Nicht traurig sein, so bissig und gefährlich wie er zu den Menschen ist, wird er im Notfall auch zu den Wölfen sein. Glaub mir, die werden doof schauen, wenn sie Bucks begegnen!" meinte ich aufmunternd und fand die Vorstellung selbst auch ein wenig beruhigend. Bei uns in Kanada waren Schwarzbären, Pumas und Wölfe eigentlich vollkommen normal, allerdings trafen sich unsere Spezies auch sehr selten an, so dass es bisher noch nie zu großartigen Konflikten gekommen war.



[color=rgb(165,42,42)"Genau das denke ich nämlich auch" pflichtete Cayden Gwen bei, ein nun wirkliches Lächeln stahl sich auf meine Lippen - "Es ist nur ein Pärchen, einem Pony würden sie sich sicher nicht nähern" Und trotzdem wünschte ich mir in diesem Moment lieber Draft Horses zu halten. "Also, das Essen ist beendet" Damit stand ich auf, reichte hinter die Theke der Küche und holte einen Sixerpack Kilkenny hervor - "Ist zwar eigentlich irisches Bier, aber wir haben ja auch Irische Pferde auf dem Hof. So als Willkommensgeschenk für euch beide. Außerdem haben sich das alle nach der Arbeit heute verdient. Zudem habe ich erfahren, das der Bau der Brücke zum Festland schon im Herbst beendet sein könnte, sodass wir nicht länger die Fähre nutzen müssen und das ist doch auch mal ein Grund zum Feiern!" Damit stellte ich allein sechs Anwesenden eine Flasche des Bieres vor die Nase - öffnete mein eigenes und ließ es an Cayden weiter gehen, der zu meiner linken saß, dann folgten Hansi, Kathi und Aiden ehe auch Alessia - zunächst etwas unsicher, dann aber den anderen folgte und den Öffner an Gwen weiter gab.



[color=rgb(40,40,40)Ich lächelte Sarah an, ihrem kleinen Hengst würde nichts passieren, so wie sie ihn beschrieb war er ein wahrer Kämpfer. Dankend nahm ich den Öffner entgegen und kostete kurz darauf von dem Bier. "Alle Achtung. Dafür, dass ich eigentlich nichts trinke, schmeckt das wirklich mal gut!" grinste ich, denn normalerweise war Alkohol bei mir ein No-Go, aber das irische Bier hatte es mir angetan, denn es hatte einen ganz anderen Geschmack als der Alkohol, welchen man sonst zu Gesicht bekam. Gemütlich lehnte ich mich zurück und war überglücklich, mich getraut zu haben, hier nach Schottland zu kommen. Wie hätte ich mich doch geärgert, wenn ich nein gesagt hätte! "Ähm, wann wollen wir morgen eigentlich los?" fragte Alessia neugierig und auch ich horchte auf, denn das war tatsächlich eine interessante Frage, denn die Pferde mussten vorher ja auch noch gesattelt werden.



[color=rgb(165,42,42)Wir prosteten uns gemeinsam zu, tranken einige Schlucke ehe Alessia die Frage äußerte die ich in meiner Sorge einen Moment vollkommen vergessen hatte. "Meine Nacht ist meistens sowieso gegen sechs Uhr vorbei, danach versorgen wir die Stuten in ihrem Offenstall, machen ihn sauber. Gegen 8 Uhr treffen wir uns meist wieder hier zum Frühstück und wenn ihr danach los wollt machen wir langsam die Pferde fertig um uns auf den Weg zu machen." Cayden blickte mich schräg von der Seite an "Wenn du morgen aufbrichst musst du dich nicht um die Stuten kümmern! Wir machen das schon, kümmere dich um deine Gäste und alles wird gut!" lachte er leicht vor sich hin. Meine Hand legte sich auf sein Knie unter dem Tisch, übte leichten Druck darauf aus "Dankeschön" - noch immer konnte ich es nicht fassen einen Freund wie ihn gefunden zu haben...



[color=rgb(40,40,40)Alessia und ich waren natürlich direkt einverstanden. "Dann frühstücken wir in Ruhe und kümmern uns dann um unsere Lieblinge und den Ritt." meinte ich lächelnd und trank allmählich mein Bier aus. "Wirklich sehr gut." prostete ich Sarah grinsend zu und schaute mich um. Mir gefiel ihr Gestüt einfach, die ruhige Atmosphäre machte das ganze noch schöner. "Wie lange wohnt ihr jetzt schon hier?" fragte ich neugierig, denn inzwischen schien es doch schon ein Weilchen zu sein, wenn man sah, wie gemütlich das Haus inzwischen eingerichtet war.



[color=rgb(165,42,42)Ich musste selbst einen Moment stutzen, zählte die Monate zurück, im Dezember waren Cayden und ich zusammen gekommen und kurz nach Sylvester hatten wir in Österreich die Zelte abgebrochen. "So seit Anfang diesen Jahres, allerdings haben Kathi und Aiden hier schon länger gewohnt" Hilfesuchend sah ich in die Runde, Cayden ergriff das Wort. " Meiner Großmutter gehörte dieses Haus, als sie vor knapp vier Jahren verstarb wurde das Gehöft an mich und Kathi vererbt. Wir beide sind Cousinen, bis zum Anfang diesen Jahres hatte ich nie den Wunsch mich nieder zu lassen, dich seitdem ich Sarah kenne - ist das anders geworden." Er schenkte mir ein Lächeln, irgendwie fühlte sich das alles Abgrundtief schleimig und kitschig an und zu meiner Überraschung fand ich das nicht weiter schlimm." Und seitdem habe ich mich in diese Landschaft hier verliebt" murmelte ich eher zu mir selbst, als zu wem an diesem Tisch. Ich hatte den Blick von Gwen durch die Küche schweifen sehen "Wir mussten nicht mehr viel am Haus selbst tun, bis auf die obere Etage ausbauen, da oben wohnen wir beide." "Sonst noch irgendwelche Fragen?" Auch wenn es nur wenig Alkohol war - er lockerte die Zunge ungemein.



[color=rgb(40,40,40)Neugierig hörte ich den beiden zu, umziehen war immer so eine Sache. "Ich erinnere mich noch gut daran, als meine Mutter mich vor zwei Jahren von Deutschland nach Kanada geschleppt hat. Ich war so gar nicht begeistert davon und habe mich auch erst nach einem Jahr wohlgefühlt, als mich mehr oder weniger die Pferde ermutigt haben, diese Chance zu nutzen." meinte ich und erinnerte mich an unseren ersten Winter zurück. "Und wir sind im späten Herbst umgezogen, heißt meine ersten Monate bestanden nur aus tiefen, tiefem Schnee." meinte ich seufzend, musste dann aber doch grinsen, denn inzwischen liebte ich den Winter bei uns zu Hause. Mir waren nämlich selbst in Kanada die Sommer noch zu warm, umso dankbarer war ich ,im Moment hier auf Schottland zu sein, denn zumindest heute war es sehr angenehm. "Wie ist das Wetter eigentlich hier? Gibt es öfters mal sehr unangenehme Tage?"



[color=rgb(165,42,42)"Als wir hier her kamen...war es tiefster Winter, der Schnee ging mir bis zu den Knien, die Pferde haben sich zunächst nicht zurecht gefunden, wir konnten sogar über die Eisfläche hinüber zum Festland fahren. Im Frühling hat es praktisch nur geregnet, aber als sich im Mai begann der Schleier zu lichten, die Ginsterblüten heraus kamen und die Landschaft Irland beinahe Konkurrenz machte - habe ich endlich begonnen es hier zu lieben. Obwohl es den Sommer über wirklich warm ist, gibt es oft Sommerregen, der angenehm kühl auf der Haut ist. Die Nähe zum Meer sorgt meistens für eine angenehme Brise bei der Arbeit. Man hat mir jedoch erzählt - ab September wird der Regen erneut einsetzten, aber den kenn ich ja jetzt!" erklärte ich mit einem Lächeln auf den Lippen. Alessia erzählte von ihrem Ort in England, den Ponys denen es dort wirklich gut ging - seit neustem wohnte sie jedoch erst dort und war noch nicht komplett heimisch eingenistet. Ein Gähnen verzerrte mein Gesicht "Also ich für meinen Teil, werde langsam mein Bett auf suchen. Ihr auch?" fragte ich in die Runde.



[color=rgb(40,40,40)"Ja." meinten Alessia und ich im Einklang und grinsten uns an. "Also wenn wir Morgen wirklich früh rauswollen, sollten wir langsam schlafen." erklärte ich und stellte meine leere Flasche auf den Tisch. "Ich bin schon gespannt, was uns Morgen erwartet!" meinte Alessia neugierig und auch Sarah war gespannt. Innerlich war sie sicherlich sehr angespannt wegen ihres ausgerissenen Hengstes und ich hoffte sehr, dass wir ihn vielleicht wenigstens zu Gesicht bekommen würden. "Na dann zeige ich euch eure Zimmer." meinte Sarah lächelnd und führte uns die Treppe hinauf in die zweite Etage. Kurz darauf war ich auch schon alleine und setzte mich noch ein wenig ans Fenster. Die grünen Wiesen der Insel schimmerten silbern in dem Mondlicht und sie waren von einer ganz besonderen Aura umgeben. "Morgen wird toll." murmelte ich und als ich ein letztes Mal den Blick über die endlosen Weiden schweifen ließ, war ich fest der Meinung, dass Wish dort oben auf dem Hügel stand und zu mir herüber blickte. Er war ein einzigartiges Pferd und ich war sehr dankbar, ihn nun mein eigen nennen zu dürfen. Müde schlüpfte ich dann unter die Decke und ehe ich mich versah, war ich auch schon tief und fest eingeschlafen.





[color=rgb(165,42,42)Bevor ich wirklich in den Schlaf finden konnte stand ich noch eine ganze Weile am Fenster unseres Dachbodenzimmers, von hier aus konnte ich auf die Wellen des Meeres blicken, in weiterer Ferne konnte ich die Lichter des Leuchtturmes erblicken. Innerlich musste ich ein wenig schmunzeln, morgen würde sicher ein toller Tag werden.



[color=rgb(165,42,42)~schnaaarch~



[color=rgb(165,42,42)Der Morgen begann - wie immer - ziemlich früh, gegen sechs Uhr konnte ich nicht länger im Bett liegen. Eine leichte Übelkeit, die mich schon die letzten beiden Tage früh aus dem Bett geholt hatte lag über mir - als ich aufstand wurde es nicht unbedingt besser, mein Magen fühlte sich flau an und der Kopf schien zu schwimmen. Als ich am Fenster in unserem Flur vorbei kam sah ich eine kleine Pfütze auf dem Boden, in der Nacht hatte es geregnet - was es immer noch tat - und wir hatten das Fenster vergessen zu schließen. Ich warf zwei Handtücher darüber, wischte alles weg um sie dann ins Bad zu legen. Wegen meiner morgendlichen Übelkeit musste ich irgenwann zum Arzt, doch hasste ich es stundenlang im Wartezimmer zu verbringen um dann gesagt zu bekommen ich habe mir den Magen nur ein wenig verstimmt. Also gesellte ich mich zu Cayden mit unter die Dusche, nur eine Stunde später waren wir frisch geduscht unten in der Küche bei einer Tasse Tee. Die anderen schienen noch immer zu schlafen zumindest hörte ich keinerlei Geräusche im Haus - wir hatten versucht leise zu sein. Gemeinsam verzogen wir uns in den Stall, da Bucks auf Abwegen war verbrachten die Stuten ihre Zeit hier im geräumigen Offenstall, wir hatten nur einige wenige Boxen. Wir gaben jeder Stute ihre Portion an Heu in einem Netz, Aiden wollte sich später um die Reinigung des Stalles kümmern. Die ganze zeit über wurde meine Übelkeit nicht unbedingt besser, also schickte Cayden mich nach drinnen. Also begann ich langsam das Frühstück vorzubereiten, da kamen auch schon unsere Gäste allmählig herunter.



[color=rgb(40,40,40)Kurz nachdem ich die Augen geöffnet hatte, schreckte ich hoch. Es dauerte eine Weile, ehe ich mich wieder daran erinnerte, dass ich mich ja momentan bei Sarah in Schottland befand. "Oh Gott." murmelte ich grinsend, Alkohol tat mir einfach nicht gut, egal wie wenig es war. Gähnend erhob ich mich aus dem warmen Bett, beim Frühstück würde ich Sarah erst einmal wegen der tollen Betten loben müssen, man schlief wie auf Wolke 7. Im Bad war es dann vorbei mit Wolke 7, als ich mir kaltes Wasser ins Gesicht schüttete, um ein wenig wacher zu werden. Kurz darauf war ich geduscht und angezogen und fühlte mich gleich viel besser. Kurz warf ich einen Blick aus dem Fenster, aber zu meiner Erleichterung schien die Sonne über den grünen Hügeln. Gut gelaunt machte ich mich auf den Weg hinunter in die Küche. Auf der Treppe traf ich Alessia, welche ebenfalls gerade aufgestanden war. Uns wehte schon der köstliche Geruch des Frühstücks entgegen und unten trafen wir Sarah. "Guten Morgen." flötete sie uns entgegen und deutete auf den reich gedeckten Tisch. Dankend ließen wir uns nieder und musterten erst einmal ganz genau das ausgiebige Angebot. "Da bekommt man richtig Hunger!" meinte Alessia lachend und schnappte sich ein Brötchen. Ich konnte mich noch nicht ganz zwischen Cornflakes und Brötchen entscheiden und wollte gerade Sarah nach Rat fragen, als sie sich an der Theke abstützte. "Geht es dir nicht gut? Du bist so blass." fragte ich besorgt, denn Sarah sah wirklich nicht berauschend aus. Auch Alessia schaute auf und stimmte mir direkt zu.



[color=rgb(165,42,42)Ich winkte mit einer Hand ab "Geht schon, in ein, zwei Stunden ist alles wieder in Ordnung, war die letzten Tage auch so" Dann setzte ich mich zu den anderen an den Tisch, Kathi hatte einen kleinen Snack eingenommen und war dann nach Eriska gefahren um ein paar Dinge zu erledigen, weshalb sie doch nicht auf dem Ausritt mit käme. "Tut mir Leid wegen des kleinen Vorrats an Wurst, Aiden und Kathi sind die einzigen die das Essen, daher ist nie so viel davon vorhanden." schmunzelte ich, sah mir dann den gedeckten Tisch an und beschloss - die Cornflakes würden an diesem Morgen wohl in meinem Magen verbleiben. Deswegen verzichtete ich lieber auf die Milch,trank meinen Tee mit Honig und unterhielt mich anregend mit Gwen und Alessia.



[color=rgb(40,40,40)"Du gehst wohl nicht gerne zum Arzt?" fragte ich grinsend, denn irgendwo her kam mir das sehr bekannt vor. Aber ich konnte mir vorstellen, dass Sarah nicht damit genervt werden wollte, weshalb ich mich lieber daran machte, die Milch über meine Cornflakes zu gießen. Alessia blickte zwar immer noch besorgt drein, doch sie gab sich viel Mühe, es nicht zu zeigen. "Schade, dass Kathi nicht mitkommen kann." meinte sie und biss von ihrem Brötchen ab. Ich stimmte ihr zu und unterhielt mich noch ein wenig mit den Mädels. "Haben wir eigentlich eine feste Route oder reiten wir frei nach Nase?" fragte ich neugierig, so langsam stieg in mir die Vorfreude auf und ich konnte es kaum noch erwarten, endlich die Sachen zu packen und Wish fertig zu machen.



[color=rgb(165,42,42)"Oh Nein..ich hasse Ärzte, bei den meisten fühle ich mich nicht unbedingt sicher.Aber wenn wir jetzt unser Frühstück beendet haben - lasst uns die Pferde fertig machen damit wir los können. Eine Route habe ich schon im Kopf, doch können wir von ihr auch etwas abweichen. Nehmt euch jeweils einen Hufauskratzer mit, die Insel ist teilweise übersät mit kleinen Steinen, deswegen müssen wir ab und an anhalten um die Hufe unserer Lieblinge zu kontrollieren." Die Tatsache war...ich wusste noch gar nicht welches meiner Pferde ich nehmen wollte...noch immer schwankte ich zwischen Stormy, Green oder aber auch Thwora...oder sollte ich doch lieber Uprising nehmen? Varulv wäre auch keine schlechte Wahl, wobei er weniger Gelände erfahren war und eine solche Strecke nicht gewöhnt. Ich schüttelte den Kopf, ich würde ein Halfter mit zur Weide nehmen und mich zwischen den Hengsten entscheiden..Vielleicht traf ja auch Wish diese Aufgabe für mich, wer auch immer in seiner Nähe stand...ihn würde ich nehmen. Das klang nach einem Plan.



[color=rgb(40,40,40)Nachdem wir alle ordentlich gestärkt waren, machten wir uns an die Arbeit. Jeder schnappte sich ein Halfter und dann marschierten wir den Kiesweg hinauf zu den großen Weiden. Natürlich sah man weit und breit kein Pferd, doch Sarah konnte uns Abhilfe verschaffen. Mit einem außergewöhnlich klingenden Pfiff machte sie auf uns aufmerksam und kurz darauf erschienen am Horizont Pferdeköpfe. Ich kniff die Augen zusammen, um Wish zu entdecken und nach ein wenig Suchen entdeckte ich ihn auch. Alessia suchte ebenfalls nach ihrer Stute Totbringer, während ich schon meinen Hengst holen ging. Wish stand neben einem hübschen Rappen und die beiden schienen sich wunderbar zu verstehen. "Hallo Varulv! Dann nehme ich dich." meinte Sarah lächelnd und halfterte Wishs neuen Freund direkt auf. Gemeinsam machten wir uns auf den Rückweg zum Gatter wo auch Alessia schon auf uns wartete. Die Pferde schienen sich von der langen Reise des vorherigen Tages sehr gut erholt zu haben und so konnten wir uns guten Gewissens auf den Ritt machen. Doch vorher wurden die Pferde gründlich geputzt und gesattelt. Alles musste gut sitzen, ansonsten bekamen wir schneller als gedacht Probleme. Nachdem Wish gesattelt war, schnallte ich die Satteltaschen auf. Sie wirkten klein, doch es passte viel Zeug hinein und schließlich sollten wir auch nur das wichtigste mitnehmen. Unter der Trense trug Wish sein Wanderhalfter wie die anderen beiden Pferde auch. Dann zogen wir Reiter uns noch um, damit auch wir wetterfest waren. Wir gurteten gerade nach, als Cayden aus dem Haus kam und jeden von uns noch ein Lunch-Paket in die Hand drückte. "Pass auf dich auf." meinte er zu Sarah und gab ihr einen Kuss auf die Wange, ehe er auch schon wieder verschwand. "Na dann los!" meinte Sarah und schwang sich auf den Rücken von Varulv. Wir taten es ihr gleich und schon ging die Reise los!



[color=rgb(165,42,42)Es dauerte eine Weile ehe ich mich in dem ungewohnten Wandersattel wieder heimisch fühlte, der von Varulv war selten in der Benutzung weswegen er noch nicht ganz an mich angepasst war. Für heute war eine Strecke von knapp 16 Kilometern in entspannter Atmosphäre geplant, später wollte ich dann doch einen kleinen Strandgalopp veranstalten, doch unsere Hauptgangart würde wohl der Schritt bleiben. Da der Weg am Seeufer entlang es noch zuließ ritten wir alle drei nebeneinander, wobei Alessia rechts von mir und Gwen auf Wish links von mir ritten. Munter schwatzen wir über alles Mögliche, wobei es in vielen Perioden einfach still zwischen uns war. Ein jeder hing seinen eigenen Gedanken nach, wobei meine Gäste eher damit beschäftigt waren die beeindruckende Landschaft um sie herum zu begutachten. Der Frühling hatte viel Regen gebracht, sodass das Gras wunderbar gedeihen konnte, trotz der Temperaturen hatte es seinen satten Grünton nicht verloren. „Wir können zwar nicht wie Kanada mit Bären aufwarten, aber wie ihr ja schon mitbekommen habt verirren sich ab und an Wölfe auf unsere Insel. An der Küste selbst kommt es oft zur Sichtung von unterschiedlichen Walen, aber auch Robben sind sehr häufige Besucher an den Stränden. Im Frühjahr hatten wir sogar eine ganze Gruppe der Robben am Strand, trotz ihrer Junge ließen sie sich von uns kaum stören. An den Klippen nisten oftmals Seeadler, die hier am See oder auf dem offenen Meer ihre Beute fangen.

[color=rgb(165,42,42)Hier begegnet man auf einem Ausritt immer irgendeinem Tier, manchmal extrem Scheu an manchen Orten jedoch verweilen sie ohne uns richtig wahr zu nehmen.“ Es folgte ein leicht steiniger Weg, am Ufer des Sees entlang „Nehmt die Zügel jetzt vielleicht etwas kürzer, verhaltet euch ruhig um den Hügel da hat ein Schäfer zurzeit mit seiner Herde einen Stop eingelegt. Zu Anfang haben sich meine Pferde vor den ulkigen Tierchen immer ein wenig gefürchtet.“ Meine beiden Gäste taten wie geheißen, mit mir nun an der Spitze folgten wir einer leichten Düne, die dahinter die Sicht auf eine große, hochbewachsene Wiese freigab. Vereinzelt standen dort nun Schafe in den unterschiedlichsten Schattierungen und unser Weg führte mitten durch die Hindurch. Wish blieb, wie meistens vollkommen entspannt, beäugte jedoch mit gehörigem Interesse die absonderlichen Tiere. Alessia hingegen hatte mit ihrer Stute Totbringer doch eine Weile zu kämpfen, da die Stute zunächst laut und einvernehmlich begann zu schnauben, bis sie dann als sich eines der Schafe bewegte, einen Satz zur Seite machte und dann im schnellen Stechtrab an der Gruppe von Schafen vorbei lief. Nach dieser Begegnung, blieb die Stute noch eine ganze Zeit auf einer bestimmten Spannung, zeigte immer wieder Ansätze die Gangart wechseln zu wollen, denn auch die Anwesenheit der beiden Hengste schien sie ein wenig aufzuregen. Wobei Wish und auch Varulv wenig Notiz von der Schimmelstute nahmen. Als wir die erste Landzunge des Sees umrundet hatten lösten wir uns von seinen Ufer, folgten nun einem Pfad der es nicht länger möglich machte nebeneinander her zu reiten. Also orderte ich Alessia in die vorderste Reihe, damit sie das Tempo angeben würde und ich bildete das Schlusslicht. Der Pfad war einem klar vor Augen zu erkennen, dadurch konnte Alessia ihn eigentlich gar nicht verfehlen.

[color=rgb(165,42,42)Links von uns schlängelte sich ein kleiner Bachlauf bis hin zum Meer, doch war er nur an einigen Stellen zu dieser Zeit wirklich tief. „Hier müssen wir ganz leise sein, dann sehen wir vielleicht den ein oder anderen Otter“ Aufmerksam immer wieder nach vorn schauend, aber auch nach links schielend wechselten die Blicke meiner Gäste immer hin und her – einziges Indiz darauf waren ihre stets wendenden Köpfe. Einen Otter bekamen wir jedoch leider nicht zu Gesicht. Am Horizont ließen sich bereits die Ausläufer des Meeres erkennen, doch hatten wir noch immer knapp die Hälfte der Strecke vor uns, da die Pferde der anderen beiden an solche Distanzen noch nicht gewöhnt waren und auch Varulv lange nicht mehr so lang unterwegs gewesen war machten wir immer wieder eine kleinere Pause. Dann ließen wir die Pferde saufen, kontrollierten die Hufe nach Steinen, den diese waren durchaus nicht unüblich in den Hufen. Der Torfige Boden machte es uns schwer das Zeug aus den Hufen zu entfernen, doch mit ein wenig Geduld gelang es uns allen. „Seht mal!“ ließ Alessia da plötzlich vernehmen, aus der Richtung aus der wir gerade kamen war eine Gestalt zu erkennen. Mit dem Fernglas sahen wir uns nacheinander an um was es sich handelte, denn für ein Schaf war es auf diese Entfernung noch immer zu groß. „Das da ist Bucks nicht wahr?“ fragte Gwen. Ich nickte nur mit dem Kopf, da sie in ihrer Erzählung noch nicht fertig war „Ich habe zu Hause auch so einen schwierigen Fall und auch wie Bucks sah er gar nicht gut aus als wir ihn bekommen haben. Ihr werdet das Kerlchen schon eingefangen bekommen!“ Nach der Sichtung meines abhanden gekommenen Hengstes, der jetzt bereits über einen Monat allein dort draußen war beschlichen mich langsam Gewissensbisse, die den gesamten Tag nicht von mir ablassen sollten. Als wir dann irgendwann den Zugang zum Meer erreicht hatten, wagten wir unseren ersten Galopp – der im Eifer des Gefechtes zu einem Rennen ausgebaut wurde. Dieses gewann dann auch Alessia mit ihrer Stute für sich, aber einzig wegen der Tatsache, das sie ihre Stute in den Pass verlegte, der etwas schneller war als der Galopp unserer Connemara´s. Dann ließen wir die Pferde eine Weile austraben, ehe wir nachdem sich die Atmung der Pferde stabilisiert hatte zum erneuten Male eine Pause einlegten. „Hier haben wir nun ungefähr die Hälfte unserer Strecke hinter uns gebracht, lasst uns eine Weile hier rasten.“ Wir stiegen also allesamt aus dem Sattel, eine wohl tat nach beinahe 4 Stunden mit nur kleineren Pausen. Den Pferden nahmen wir jeweils die Sättel ab, befestigten an ihren Halftern die Futtersäcke in denen sich eine Ration Müsli befand und der Strick wurde zusammen mit einem Spieß im Boden befestigt. Im Genügenden Abstand wurden sie so fixiert, während also die Pferde ihr Futter einnahmen, setzten auch wir uns auf den Boden um die Lunchpakete zur räubern. In jeder befanden sich zwei Sandwiches mit Käse, ein Müsliriegel sowie einige Spalten Granny Smith Äpfel die giftig Grün waren.

[color=rgb(165,42,42)Eine Wasserflasche hatte jeder an seinem Sattel befestigt wobei sich in meinem Wasser noch ein Schuss Pfefferminztee befand um das ganze ein wenig frischer zu machen – Eistee eben. In unserer beinahe zweistündigen Pause, holten wir den gesamten Tratsch nach, den wir während des Rittes nicht hatten führen wollen oder können. „Seht mal dort.“ damit deutete ich in Richtung des Meeres, wie bereits bei einigen andere Ausritten verbrachte eine Schule von Schwertwalen den Sommer vor unserer Küste. „Die scheinen ja wirklich Spaß zu haben, mit ihren Sprüngen aus dem Wasser“ ich belächelte die Aussage von Alessia ein wenig. „In Wahrheit, tun sie dies da nicht aus Spaß, die Schwertwale sind gerade auf der Jagd, seht zwischen ihnen springen auch Robben einher. Mit dem Springen wollen sie auf die Robben springen um sie zu verwirren, sollten sie eine von ihnen erwischen werfen sie die Robben zwischen sich hin und her. Eigentlich ein eher trauriges Spiel, welches sie dort veranstalten. Doch lasst uns nicht daran denken, sondern die Pferde wieder fertig machen.“ Trotzdem wir beschäftigt waren, schmulten meine Gäste zwischen ihrer Arbeit und dem Schwertwalen her und hin, diese hatten mittlerweile eine der Robben erwischt und der zerfetzte Körper der Robbe flog öfters einmal durch die Luft. Beschämt wandte ich den Blick davon ab, dann schwangen wir uns erneut in den Sattel „Lassen wir dieses Schauspiel hinter uns“ murmelte ich zu den anderen, nach dem Essen wurde mir wieder ein wenig Übel, wobei die Jagd der Wale sicher auch einen wichtigen Teil trug. Die nächsten Stunden sichteten wir doch noch einen der recht scheuen Otter, sowie einen der majestätischen Seeadler hoch oben am Himmel, doch während der gesamten Zeit ließ die Übelkeit nicht von mir ab. Als sich dann mein innerstes zusammen zu ziehen begann, biss ich eng die Lippen auf einander um meinen Gästen unseren Ausritt nicht zu vermiesen. Doch unter Gwens Aufmerksamen Augen blieben meine Leiden nicht unbemerkt, sodass wir eine weitere Pause einlegten. Im Laufe unserer Pause wurden meine Beschwerden ein wenig besser „Ich muss wohl wirklich irgendwas Falsches gegessen haben.“ murmelte ich, als Gwen mir meine Flasche mit dem Tee reichte.

[color=rgb(165,42,42)Als wir uns jedoch nach einer knappen Stunde wieder in den Sattel steigen wollten, da meine Schmerzen wieder begannen abzuebben, überkam mich ein neuerlicher Schwindelanfall. Einvernehmlich beendeten wir unseren geplanten Wanderritt an dieser Stelle. Per Telefon verständigten wir Cayden und Kathi wo wir uns gerade befanden, denn sie würden uns hier abholen. Nach einer knappen Dreiviertelstunde erreichten sie uns mit unserem Transporter, sowie dem Hänger in dem Quer insgesamt vier Pferde Platz finden konnten. In der Zeit des Wartens hatte sich meine Körpertemperatur deutlich erhöht, zumindest fühlte ich mich selbst ganz so als würde ich von innen nach außen zu glühen beginnen. Einseitiger Schmerz auf der linken Seite, schien mir nach und nach das Atmen schwer zu machen und an diesem Punkt wünschte ich mir doch einmal zum Arzt gegangen zu sein. Als die anderen begannen die Pferde einzuladen, wurde meine Sicht getrübter. Am Rande noch nahm ich wahr wie Cayden mich auf den Armen ins Auto trug. Außerdem beschloss Cayden mich nicht erst auf den Hof zu bringen, sondern gleich zur Notaufnahme des städtischen Krankenhauses. In einem Moment spürte ich noch seine Hand auf meinem Handrücken, ehe ich das Bewusstsein an die Narkose verlor. Da hatte ich meinen Gästen nun den Wanderritt verdorben...
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