[9] Genesung

Geschrieben von Ravenna im Blog Caed Crevan. Ansichten: 470

Svejn

Zwei Wochen in denen ich jetzt im Krankenhaus festgesessen hatte, seit dem Gewitter das mich überrascht hatte. Der Brief den Verena den mit gebracht hatte lag noch immer genauso auf dem Nachtisch, wie sie ihn gefunden hatte.

Als wir am Morgen nach der Gewitternacht erwacht waren, hatte sie versprochen mit ein paar Sachen für mich am Nachmittag wieder zu kommen. Außerdem benötigte ich zur Aufnahme meiner Daten ein paar Sachen, als ich ihr beschrieben hatte wo sich das Zeug befand - hatte ich nicht bedacht das sich dort auch der Brief von Linn befand. Sie hatte ihn mitgebracht, hatte mich drängen wollen ihn zu lesen. Ich hatte sie mit solcher Schärfe zurückgewiesen das sie zum ersten Mal zusammen gezuckt war, der Schatten meines alten Ich’s war erneut durch die Oberfläche gebrochen. Ich hatte mich entschuldigt, die Decke fiel mir hier einfach auf den Kopf. Meine Eltern hatten auf einem der zahlreichen Parkplätze ihren Wohnwagen untergebracht, besuchten mich allerdings nicht jeden Tag. Auch Verena hatte auf der Ranch zu tun. Auch heute morgen bei der Visite hatte man mir verkündet ich könne noch nicht entlassen werden. Mürrisch zeppte ich also durch die Kanäle, ignorierte weitestgehend meinen plappernden Bettnachbarn. Ich konnte mich eigentlich nicht beschweren, der Arme Kerl hatte gleich zwei gegipste Arme. Unser Zimmer daher ständig von Besuchern überhäuft. Bekäme ich nicht bald ein Pferd zu gesicht würde ich hier drinnen an Langeweile krepieren. Ich schaltete den TV wieder aus, konnte mich ganze zwei Seiten an meiner Lektüre erfreuen ehe ich seufzend das Buch von mir warf. Ich suchte im Bett nach dem Knopf für die Schwester drückte ihn einmal, zweimal bis die oulente Dame mit der Hakennase erschien. “Rollstuhl, bitte - ich muss hier endlich mal an die frische Luft!” sie sah mich an. “Ich kann aufrecht sitzen und essen….die Rippen tun kaum noch weh. Mein Bein kann ich auch im Rollstuhl schonen, bitte. Ich bin tägliche Arbeit und frische Luft gewöhnt, seit zwei Wochen sitze ich in dem Kasten hier fest.” Ohne ein Wort drehte sie bei, das Lächeln auf den Lippen war mir jedoch nicht entgangen. Es dauerte eine Viertelstunde da hatte sie mir einen Rollstuhl besorgt und Handschuhe, verwirrt schaute ich auf letztere. “Ich hab keine Zeit Sie durch die Gegend zu schieben, sie können selbst entscheiden wie weit die Rippen Bewegung mit machen. Für die verletzte Hand empfehle ich zumindest noch einen Handschuh zu tragen.” Ich bedankte mich bei ihr,stemmte mich unter Schmerzen vom Bett auf den Stuhl...es ging mir weniger gut als ich gedacht hatte,die geprellten Rippen rebellierten wegen der Bewegung. Als ich endlich saß,wurde ich noch aus dem Zimmer gerollt,bevor mir erklärt wurde wie ich zu den Aufzügen und nach draußen gelangte. Ich musste mich erst an die Art der Fortbewegung gewöhnen,aber nach drei Fluren hatte ich langsam den Dreh raus.

Draußen angekommen überkam mich jedoch leichte Ernüchterung - das Krankenhaus besaß nur eine winzige Grasfläche, ansonsten konnte ich nur graue,starre Fassaden von Häusern sehen. Frische Luft Fehlanzeige, ich seufzte schwer sackte in mich zusammen. Mit dem linken Bein trat ich auf das kleine Brett des Rohlstuhls, die Vibration die durch mein Gefährt ging verursachte mir Schmerzen im rechten Bein. Scharf sog ich die Luft ein, rollte die letzten Meter in Richtung der Grasfläche und starrte auf den Boden. Die Müdigkeit die mich gefangen hielt, breitete sich langsam in mir aus. Wie ich hasste wieder an diesen Punkt gelangt zu sein...vielleicht sollte ich die Pferde lieber wieder an den Nagel hängen? Die dunklen Wolken die sich um die Häuser herum auftürmten bekam ich gar nicht mit, um ehrlich zu sein brannten die Schmerzen in meinen Rippen zu sehr als das ich zurück ins Gebäude gelangt wäre. Als die ersten dicken Tropfen des Regens also auf mich nieder prasselten saß ich noch immer da, legte den Kopf einfach in den Nacken und schloss dabei die Augen. Wie schon in den letzten Tagen ging ich immer wieder die Geschehnisse jener Nacht durch. Als der erste Donner über den Himmel grollte, zuckte ich zusammen. Thor mein Gott schien dieser Tage zu zürnen, doch noch nie hatte ich leichte Furcht bei seinem Wüten verspürt.

“Well, man your looking like shit.”vernahm ich da plötzlich eine Stimme zusammen mit dem stetigen prasseln des Regens gegen die Oberfläche eines Schirms. Ich nahm meinen Kopf aus dem Nacken, öffnete die Augen und blickte auf einen mit Schirm dastehenden Caleb. An seine Seite geedrängt damit auch sie nicht nass wurde erkannte ich Verena. Maßgeblich trug es natürlich nicht dazu bei meine Laune zu verbessern, was tat er denn hier. “Oh I didn't thought about that! Thanks for your kindness.” knurrte ich bitter. Caleb trat in den Regen,wollte mich offensichtlich schieben,aber ich packte die Räder rollte ihm über die Zehenspitzen und biss hart die Zähne aufeinander. Verena ging neben mir her,hielt den Schirm über mich,sagte jedoch nichts. Die schlechte Laune die ich ausstrahlte klebte wie Kaugummi zwischen uns und mir tat es irgendwie Leid. Im Aufzug angekommen bedankte ich mich für ihre Fürsorge, keuchte jetzt jedoch wie ein Schwein und fröstelte. Das Abendessen schien ich verpasst zu haben,auf trockenes Brot verzichtete ich jedoch gern. Im Zimmer angekommen befreite ich mich mit halb verzerrtem Gesicht aus der Jack “Warte lass mich dir helfen.“ Widerstandslos ließ ich mir erst die Jacke ausziehen anschließend das Shirt. Aus dem kleinen Schrank warf mir Caleb ein neues zu,stand dann plötzlich vor mir direkt neben Verena. Caleb grinste,Verena kämpfte damit und ich sah nur Fragezeichen,als ich zwischen ihnen her sah. Ja klar...meine Hose tropfte den Fußboden voll. “No...just put me into that bed!“ “Svejn zier dich nicht du bist nass,du wirst noch ewig hier bleiben falls du dir eine Lungenentzündung holst.“ meine Zähne knirschten,dann ergab ich mich einfach in das Schicksal. Caleb half mir erst aus der Hose,hievte mich auf das Bett. Dort angekommen verließ er das Zimmer, nun war es Verena die mir aus den Shorts half,die neue anzuziehen. “Ich hasse das!“ knurrte ich wütend. Verena ließ auch dies unkommentiert. Ich seufzte zog an ihrer Hand, auf die Bettkante, ich kniff mit den Zähnen auf meinen Lippen herum. Innerlich kämpfte ich mit den Tränen “Tut mir Leid...ich will hier raus. Das Krankenhaus ist kein Ort der guten Erinnerungen für mich. Mir fehlt frische Luft,die Pferde. Hier seh ich nur die kahlen Wände,den Idioten aus dem Nachbarbett und rieche das Krankenhaus. Meine Genesung geht nicht gut voran,also bleibe ich noch eine ganze Weile hier.“ wieder biss ich mir hart auf die Lippen, schmeckte Blut. Verena löste ihre Hand aus der meinen, tippte mir an die Lippen. “Hör auf, das macht es nicht besser. Schon gar nicht wenn du so bist wie du gerade bist.“ sprach sie sanft,dafür bewunderte ich sie in diesem Moment. “Außerdem sind wir hier dich abzuholen.“ verwirrt sah ich sie an. “Deine Eltern haben mich angesprochen. Die Ärzte hier merken das es dir nicht sehr gut geht,die Genesung stockt und durch Frustration nicht besser wird. Also haben sie mir das Versprechen abgerungen das wir dich auf die Ranch holen, das du dort wieder auf die Beine kommst. Ein Arzt der Klinik wird vorerst alle zwei Tage vorbei kommen um dich zu versorgen. Deine Eltern wohnen solange auf der Ranch, so haben sie dich auch im Auge.“ Meine Augen wurden größer als sie sprach und heiße Aufregung stieg in mir auf.

Wahrscheinlich hatte ich es nicht verdient,trotzdem beugte ich mich vor zu Verena küsste sie dankbar….ich wusste sie würde verstehen ohne Worte.


Caleb

Eine ganze Weile war nun vergangen, seit Svejn nicht mehr von seinem Ausritt zurückgekehrt war. Naja, ganz richtig war diese Aussage nicht, Svejn war zurück gekehrt, Bucks nicht. Das Pferd wurde von dem Bären zerfetzt, der uns das Leben hier auf der Ranch schon das ein oder andere Mal schwer gemacht hatte. Ich saß gerade auf Goddess und trabte locker vor mich hin, ehe ich die cuttingbegabte Stute zum Schritt durchparierte. Ich hatte eine Pistole in meinem Rucksack, welche ich mir vor einiger Zeit zugelegt hatte. Klar würde ich mit einem Gewehr mehr gegen einen Bären ausrichten, doch auch mit einer Pistole konnte ich dem ganzen Theater ein Ende setzen. Heute jedoch schien der Bär oder die Bärin wie vom Erdboden verschwunden- wie mir scheinte, was mich stutzig werden ließ. Ganz geheuer war mir bei der Sache nicht, weshalb ich Goddess wieder antrabte und den Weg entlang ritt, den Svejn das letzte Mal auch geritten war. Würde ich an der Stelle, wo Svejn seinen Unfall hatte, einfach weiter gerade aus reiten, würde ich die Stelle finden, an der Bucks gestorben war. “C’mon little beauty.”, sagte ich zu der hübschen Stute und parierte sie wieder zum Schritt durch, damit ich mich besser umsehen konnte. An Svejns Unfallstelle hielt ich Comeback of a fallen Goddess an und stieg ab. “Whoa.”, sagte ich und schwang einen ihrer Zügel um einen Baum. Ich brauchte mir keine Sorgen zu machen, dass sie weglief, Goddess war eine treue Seele. “It’s nothing…”, fluchte ich und trat gegen einen Ast, welcher in Goddess Richtung flog und sie nur knapp verfehlte. Die Stute riss mit angelegten Ohren den Kopf hoch und starrte mich verständnislos an. “Sorry darling.”, entschuldigte ich mich und legte ihr eine Hand auf die Kruppe. “I’m searching this stupid bear to end our misery.”, erklärte ich der Stute, auch wenn sie mir nicht antworten konnte. Ich löste den Zügel wieder und schwang mich in den Sattel, ehe wir weiter den Berg hinauf stiegen- noch immer keine Spur von dem Bär. Ich schaute kurz auf die Uhr. Eigentlich musste ich schon seit einer halben Stunde wieder auf der Ranch sein, aber Verena ging uns allen so auf die Nerven seit Svejn im Krankehaus war, dass ich mir den Ärger gerne einhandelte, wenn ich so eine ganze Weile nicht auf der Ranch sein musste. Außerdem tat ich hier ja etwas sinnvolles und wichtiges, denn nicht nur Verena traute sich nicht mehr auszureiten, sondern auch Octavia, welche mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen war. Viel konnte ich nie mit ihr reden, da Bellamy etwas gegen mich zu haben schien, was ich eigentlich schon ein wenig verstehen konnte. Ich hegte keinerlei Gefühle für sie, ich mochte sie einfach sehr gerne, kam jedoch wegen Bellamy so gut wie nie dazu, mehr als ein paar Worte zu wechseln. “Good girl.”, sagte ich zu der Stute unter mir, die trittsicher dem schmalen Pfad folgte.

“Whoa.”, sagte ich unvermittelt und starrte auf die Überbleibsel von Bucks. Links daneben lag ein braunes Fellknäuel in einer Blutlache. “What the….”, murmelte ich und blieb mit Goddess einfach da stehen, wo wir standen. Das Fellknäuel schien noch zu atmen, weshalb ich mich nicht näher heran traute. Langsam nahm ich meinen Rucksack vom Rücken, griff hinein und langte nach der Pistole. Ich entsicherte sie und trieb Goddess dann langsam rückwärts, denn das Fellknäuel, welches der Bär war, hob seinen Kopf. “Schhhhhh.”, sagte ich immer wieder zu Goddess, denn nicht nur ihr Atem ging schneller, sondern auch meiner. Aus dem Maul des Bären rann nicht nur Speichel, auch Blut sackte zähflüssig aus seinem Maul. Ich konnte mir nicht erklären, wo das Blut herkam, bis der Bär sich drehte. Er hatte einen Pfeil im Bauch stecken! “An arrow?!”, sagte ich leise und verstand die Welt nicht mehr. Wer jagte hier noch mit Pfeil und Bogen? Eigentlich wäre es nun nur fair, das Leiden des Tieres zu beenden.

Kurz seufzte ich, ehe ich überlegte ob Goddess bei dem Schuss stehen bleiben, oder mich in den Sand setzen würde. “Whoa….”, sagte ich leise und legte die Pistole an, ehe ich die Luft anhielt und den Abzug drückte. Es knallte und Goddess machte wirklich einen Satz nach hinten, blieb dann jedoch wieder stehen. Zwar zuckte sie nervös mit den Ohren, aber auch das musste ein Ranchpferd aushalten können. Der Bär zuckte noch ein wenig, ehe der Körper in sich zusammensackte und sein Leben aushauchte. Ich stieg von Goddess ab, band sie an einem Baum an und ging vorsichtig auf den Bär zu, ehe ich ein wenig Fell von ihm abschnitt. Ebenfalls schnitt ich das hintere Ende des Pfeiles ab und steckte es in meinen Rucksack. Vorsichtig näherte ich mich nun den Überresten von Bucks, ehe ich auch ihm eine Strähne seines Schweifes abschnitt. Wer weiß, vielleicht wollte Svejn ein Andenken an sein Pferd. Dann ging ich zurück zu Goddess, band sie los, stieg auf und galoppierte mit ihr nach Hause.

Kaum war ich auf dem Hof angekommen, stürmte Verena aus dem Haus und setzte zu einer Tirade an, die ich gekonnt unterbrach und sie zum schweigen brachte. “I killed the bear.”, sagte ich ihr und sah, wie ihr die Kinnlade nach unten klappte. “You.. killed the bear?”, fragte sie mich und ich nickte. “Good job.”, sagte sie und drehte sich um. “How’s Svejn doing?”, fragte ich sie dann und sie seufzte kurz. “Not so good. We’re going to the hospital tomorrow to get him back to the ranch.Maybe he’ll healing faster here, next to the horses.”, erklärte sie mir und ich nickte. Also würde Svejn morgen wieder nach Hause kommen. Wenn die Gelegenheit gekommen wäre, würde ich ihm die Haare und den Pfeil vom Bär und von Bucks geben. Doch er sollte sich zunächst ein wenig erholen dürfen.



Svejn

So kam es das ich mich vier Stunden später in meinem Zimmer auf der Gips Reminder Ranch befand, auf dem Nachttisch stand ein Heer an Flaschen gefüllt mit Saft. Aus dem Fenster konnte ich die Berge sehen,doch auch einen der Paddocks. Es versetzte mir einen Stich dort nicht das kleine fröhliche Scheckpony zu sehen, Thjalfe lag ausgestreckt am Boden,Smaug ließ.den Kopf hängen. Neben dem Bett stand der Rollstuhl,so hatte ich ein Stück Selbstentscheidung. So konnte ich Alexis in der Küche zur Hand gehen. Die Ärzte rechneten damit das ich erst zum Herbst die ersten Schritte probieren sollte,es nervte mich aber die Schmerzen im Bein würden noch eine Weile anhalten. Ich wartete eine ganze Weile ehe ich mich wieder aus dem Bett zu hieven begann, die eine Runde über den Hof hatte nicht ausgereicht um mich zu besänftigen. Ich wollte hinunter zu meinen Pferden!

Nachdem ich also die Türschwelle hinter mir gelassen hatte,stand noch der kleine Absatz der Veranda an. Ich vermutete ich müsste den Rollstuhl unsanft hinunter holpern lassen,aber jemand hatte eine Rampe dort hin gelegt. Es war ruckelig trotzdem hielt das schlichte Holzbrett dem Gewicht stand. Ich würde später mach dem Urheber fragen und ihm oder ihr dafür danken. Am Paddock angekommen starrte ich lange Zeit einfach nur darauf. Es war offensichtlich das etwas verändert worden war. Die Tränke hing weniger tief, für Bucks die extra Heuraufe war verschwunden und im Sand waren keine Hufspuren zu sehen. Ich schluckte, rollte dann in Richtung des kleinen Waldstückes auf dem Hof davon. Ich wollte für ein paar Stunden allein sein. “Where do you think you're going?”kam da Calebs Stimme. Ich drehte mich nicht um,denn seine Schritte führten ihn direkt vor mich. “Going isn't the exact word for me don't you think?” antwortete ich ihm sarkastisch “Doesn't matter, you shouldn't leave bed that soon to wander off, Verena is making a lot of noise cause if that.” Ich zuckte mit den Schultern “You could lie and say you haven’t seen me. I have to do that.” Caleb verschränkte die Arme vor der Brust “Do what?” dabei legte er den Kopf leicht schief, eine Eigenschaft die mir bereits öfter aufgefallen war. Ich lachte dabei jedoch auf “Caleb trust me, you would’nt understand.”

“What I understand or not is not your decision. Tell me, then I may forget that I’ve seen you.” Ich kniff die Augen zusammen, war er einfach nur neugierig, wollte er mir vielleicht folgen oder wollte dieser Kerl auf etwas anderes hinaus. “Some years back I pledged my life, my soul to the gods of the ancient cold, their allfather is called Odin. I like to pray for forgiveness, cause of me the horse died….I put Thjalfe and myself into danger. See what happened to me...I just want to make a small sacrifice for the gods.” Caleb schob sich den Cowboy Hut weiter aus dem Gesicht, sah mich an und nickte dann nur. Verstand er tatsächlich oder hielt mich für einen Freak? “Wait here.” kam die kurze Anweisung, ich sah ihm anschließend etwas verwirrt hinterher. Es dauerte nur wenige Minuten dann kam er zurück. “Some days ago I managed to kill the bear that has killed Bucks. He did´nt kill out of hunger but of pain. There was an arrow deep in his chest, it´s some kind of illegal hunt - we should stay watchful.” damit überreichte er mir ein kleines Packet eingepackt in alte Lumpen. Ich legte es auf den Schoß, bedankte mich rollte dann über die beginnende Wiese davon. Es war ein anstrengender Weg der mich kaum weiter brachte, bis ich plötzlich Schwung von hinten bekam. Ich brauchte mich nicht drehen um zu ahnen das es Caleb war, ich fragte mich allmählig was ihn ständig dazu bewog mir zu helfen. Langsam gingen die Argumente ihm zu misstrauen aus.

Kurz hinter der Waldgrenze entließ mich Caleb, von hier aus konnte ich zwischen den Bäumen die Gebäude der Ranch sehen. “Two hours then I will come to get you back.” damit verließ er mich. Hatte er von Verena den Auftrag mich zu Babysitten? Sicherlich, freiwillig traute ich ihm das einfach nicht zu!

Mit dem linken Bein aufgestütz, setzte ich mich auf den Boden, die Füße lang gestreckt. Aus dem Rucksack holte ich ein kleines Messer, die Steine mit denen ich ein kleines Feuer entfachen konnte und Zunder. Mit den Fingern grub ich ein kleinen Lock, entzündete das Feuer und begann einen kleinen Singsang aus einem alten Volkslied der Dänen in dem es um Geburt und den Tod ging. Dann erst öffnete ich stumm das Lumpenbündel, daraus führte ich viererlei zutage - das Fell des Bären, Schweifhaare von Bucks, die Pfeilspitze und den Brief von Linn. Letzteres musste ich im Krankenhaus auf dem Tisch vergessen haben. Eingehender betrachtete ich jedoch die auffällige Pfeilspitze, denn sie war keine Sportspitze wie ich erwartet hatte, sondern eine simple aus Stein. Ich verzog das Gesicht, dachte nach - ob wohl der hier ansässige Indianerstamm? Caleb hatte Recht, wir sollten danach Ausschau halten...ein in Rage geratener Bär war nicht zu unterschätzen. Dieser hier war Tod, wer wusste aber wen oder was dieser Jäger noch versuchen würde zu fangen?

Ich fischte nach einem Stück Rinde, legte die Haare darauf, ganz unten die gebrochene Pfeilspitze. Mit dem Messer schnitt ich mir in die Handfläche, ließ Tropfen des Bluts darauf fallen. “Horse,Bear, man….joined in blood, in pain. May your spirits run free to the end of Bifröst. The gods gave us horses, that we see their beauty, their courage and espacially forgiveness. So I promise to watch over the remaining friends of yours so your soul is in peace. Great bear spirit, I seek your lessons, show me how to sink deep within myself to find the answers. I promise to seek the cause of your pain, so guide me toward widom and truth, but remind me to stay patient.” Während ich die Worte leise vor mir her wisperte verbrannte ich alles in den Flammen des Feuers, beobachtete die züngelnden Hände die nach Holz, Haaren und Blut lechzten. Dann schloss ich einfach die Augen, hörte auf das Knistern der Flammen, eine Träne entran sich meinen Augenwinkeln. Für einen einzigen Moment war ich versucht den Brief einfach mit den Flammen zu übergeben. Ich war auf den Weg der Genesung, vielleicht war es an der Zeit auch mit diesem Teil der Vergangenheit zu einer Sühnung zu gelangen. Mit zittrigen Händen holte ich die Zettel heraus. Es war die feinglidrige, mit großen Buchstaben geschriebende Schrift meiner Schwester, obgleich ich tief daran roch, ihr Geruch war längst gewichen. In meinen Gedanken suchte ich nach einem anderen Bild als dem wutversehrten das ich zuletzt gesehen hatte als wir uns gestritten hatten. Weit zurück reiste ich in Gedanken hin zu einer Linn die mich voller Wärme angelächelt hatte. Ihr Lächeln, ich hatte es vermisst, doch das von Verena...ironischerweise teilten sie den selben verwegenen Zug um die Lippen.


Ich würde dich gern liebster Bruder nennen, doch noch brennt der Zorn so tief in mir, das es mich noch immer zittert, wenn ich daran denke wie verletzt du mein Krankenzimmer verlassen hast. Du hast einen Fehler begeben als du mich einfach dort hast sitzen lassen, du bist seit einem Monat fort, während ich langsam an Kraft verliere bräuchte ich deine stärkende Wesenheit. Du bist nicht hier und ich weiß gar nicht was schlimmer ist...das du Arsch nicht hier bist oder das du Sauer auf mich bist. Glaubst du etwa ich hätte mir ein Leben voller Schmerz, Krankheit gewünscht? Als du selbst im Krankenhaus gelegen hast war ich fast glücklich, ich war nicht länger Eifersüchtig auf deine Gesundheit, denn zum ersten Mal im Leben hast du mein Schicksal geteilt! War ich nicht egoistisch?
Svejn, Bruder, du bist schwach...zu schwach deine wirklichen Gefühle jemandem zu offenbaren, du versteckst dich aus deiner Mauer aus Selbstvertrauen. Ich aber bin deine Schwester, ich habe schon immer hinter diesen Schleier sehen können. Erst war ich entäuscht und wütend, doch dann habe ich mich daran erinnert wie du mich stets zu schützen versucht hast, aber der Gegner frisst mich von innen heraus auf, unbesiegbar selbst für dich. Trotz deiner Schwäche weiß ich um deine Liebe, behalte sie, bist du geheilt wirst du sie eines Tages einem anderen Menschen geben können, denn Talisa ist nicht deine Zukunft das weiß ich mit der Gewissheit einer Sterbenden.
Ich vergebe dir, das du in den Momenten da ich meinen Bruder bei mir brauchte nicht hier warst, der Tag wird kommen an dem du diesen Brief liest, weil dich die Vorwürfe zu fressen beginnen. Ich vergebe dir, weiß Gott ich habe dir in dem Moment vergeben da du das Zimmer verlassen hast ohne dich zu mir umzudrehen. Du wirst an deiner Schwäche wachsen und dir eines Tages selbst vergeben können, mit dem Wissen das ich es längst getan habe.


Linn



Lange starrte ich auf die geschriebenen Worte, las sie ein ums andere Mal und begann stumme Tränen zu vergießen, ich hatte ihr schon längst vergeben. Ein Teil meiner inneren Wut die ihre Klauen vor Jahren in mein Herz geschlagen hatte lösten sich auf, eine federne Leichtigkeit breitete sich in mir aus. Vergebung, das wusste ich nun tat dem Verstand nur gutes.

Als Caleb zu mir stieß hatte ich das Feuer gelöscht, mit Erde bedeckt und mich wieder in den Rollstuhl gesetzt und meine Tränen getrocknet.

Ohne Worte schob er mich in mein Zimmer, half mir aus dem Stuhl ins Bett wo ich erschöpft in mich zusammen sank. Caleb nickte mir zu, verließ dann das Zimmer. Nur eine halbe Stunde später kam plötzlich Verena in das Zimmer, ihre Füße waren nackt, sie trug nur Shorts und ein Shirt gegen die Kälte der Nacht. “Darf ich?” ohne Antwort hob ich nur einladend die Decke nach oben, auf flinken Füßen huschte sie zu mir darauf bedacht mir nicht weiter weh zu tun. “Wo warst du?” fragte sie eindringlich. “Alexis hat dich und Caleb vorhin gesehen.” Natürlich, hier blieb nichts unentdeckt. “Ich brauchte einen ruhigen Ort um mich von Bucks zu verabschieden….” ich zog tief die Luft ein. “Außerdem habe ich Linns Brief gelesen.” ich sah ihren erstaunten Blick den sie mir kurz zuwarf, das Flackern der Augen und den kurz geöffneten Mund, als wolle sie eine Frage stellen, dann schloss er sich. Ich musste leise lachen, was mir einen neuerlichen Blick bescherte. “Nach so kurzer Zeit haben wir einander schon beeinflusst.” jetzt legte Verena den Kopf schräg. “Früher hättest du mich mit Fragen gelöchert, du übst dich langsam in Zurückhaltung...das passiert irgendwann glaube ich, das wir lernen.” “Darf ich denn Fragen was darin stand?” “Zu einer anderen Zeit darfst du ihn lesen, jetzt wisse nur das sie mir vergeben hat.” Verena drehte sich nun zu mir, blickte mich offenherzig an und auch ohne ein Wort wusste ich das sie irgendwie stolz auf mich war das ich ihn nach all der Zeit gelesen hatte. Leicht beugte ich mich vor zu ihrem Ohr “Schenkst du mir ein Lächeln bevor wir schlafen?” ich brauchte nicht lange darauf warten, denn jetzt war ihr Blick voller Zuneigung und ihre Züge verzogen sich zu einem Lächeln und ihr Gesicht, ihre Lippen wurden vor meinem inneren Auge zu dem von Linn. “Ihr teilt ein Lächeln….mit dir werde ich sie nie vergessen.” flüsterte ich kaum hörbar, ehe ich nach langer Zeit wieder Scheu nach ihren Lippen tastete. Nach einer Entschuldigung bittend für meine Laune der letzten Zeit.
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