[6] "Ich bin Anbetungswürdig!"

Geschrieben von Ravenna im Blog Caed Crevan. Ansichten: 523

...und sich meine Lippen sanft auf die ihren legten. Doch noch bevor wir den Kuss richtig begonnen hatten, drängte sich ein Geräusch an meine Ohren. Bestimmt schob ich Verena mit meinem Körper in die Lücke zwischen den Sätteln, als ein lauter Bellamy die Sattelkammer betrat. Ihren Lippen entfuhr ein überraschter Ton den meine Hand auf ihrem Mund nur schwer dämpfte. Sach drehte ich den Kopf, um zu sehen, wo Bellamy sich befand. Über das Horn eines Sattels hinweg sah er mir direkt in die Augen. Darin spielten Erstaunen und Schalk gleichzeitig auf, als er sich kommentarlos lächelnd umdrehte. Ich verharrte als mir Verena schon die Hand von ihren Lippen nahm, ich würde später Bellamys Späße ertragen müssen -wir teilten uns ein Zimmer. Sie wollte etwas sagen,aber ich verschloss ihr die Lippen,bevor mir der Mut sank oder eine neuerliche Unterbrechung dazwischen kam. Sie seufzte, erwiderte den Kuss jedoch, was hätte sanft sein sollen wurde fordernd, jeder von uns legte etwas hinein das bisher in dieser Art nicht da gewesen war. Allein diese Tatsache hinterließ mich nach dem Kuss verwirrter als davor. Verena huschte wortlos aus der Kammer. Fehler...das war ein Fehler gewesen. Ich fuhr mir nervös,wütend durch die Haare,wollte ihr nach aber als ich die Stallgasse betrat konnte ich sie nicht finden.
Ich erledigte also alle meine restlichen Arbeiten,kontrollierte alle Fohlen. Sanftließ Gealach es zu das ich ihr über den Rücken strich,das junge Fohlen schien keine Angst zu haben. Pumpkin drängte sich schnell wieder zwischen mich und das Fohlen, nicht als sei sie wütend, sie schirmte es nur vor mir ab. Sie schien eine wunderbare Mutter zu seintrotz ihres jungen Alters. Ich steckte ihr eines der Leckerli zu, strich ein letztes Mal über ihre Nüstern. Nach Pumpkin und Gealach suchte ich nach der Palominostute mit den Hengstfohlen.Die kleinen Ringe um seine Augen ließen einen Verdacht auf seinen Vater schließen ansonsten stand er farblich irgendwo zwischen den Elterntieren.Als ältestes der diesjährigen Fohlen hatte ich ihn bereits an mich gewöhnt, Rising of Storm, kurz Rise, war ein neugieriger Kerl. Das erste Halfter hatte ich ihn schoneinmal tragen lassen. Wild hatte er den Kopf hin und her bewegt,ihn an der Seite von Argo entlang gestrichen. Als er sich beruhigt hatte nahm ich Rise ab. Die Erinnerung daran ließ mich lächeln, morgen würde ich ein drittes Training mit ihm wagen. Rise beschäftige sich eingehend mit Yolie Wisp,Yolie war eine Woche jünger als Rise, trotzdem war sie viel zierlicher als der Hengst. Selbst Gealach die erst wenige Stunden alt war schien größer,breiter als Yolie. Vielleicht war dies das Erbe des Arabers in ihr, war sie aufgeregt lief sie erhobenen Schweifes vor Rise davon. Als der erste Nieselregen einsetzte verabschiedete ich mich mit einem letzten Lächeln.
Der Regen verwandelte sich alsbald in einen regelrechten Platzregen, nach 200 Metern als ich den Koppelzaun erreichte war ich nass bis auf die Knochen. Sollte es einen Sturm geben machte ich mir ein wenig Sorgen um die Fohlen, würden sie unter dem Unterstand bleiben?
Klitschnass betrat ich das Haupthaus, ich bewohnte hier zusammen mit Bellamy eins der Gästezimmer, zumindest für eine Weile, denn am Gästehaus wurde momentan nur das Dach repariert. Da ich regelrecht tropfte und so wenig Spuren wie möglich hinterlassen wollte entledigte ich mich meiner Socken, der Hose und auch meinem Pullover. Völlig versunken im Ausziehen bewegte sich ein Handtuch in mein Gesichtsfeld. “Ich fragte ob du das brauchst?“ es war Octavia,die in einen Bademantel gehüllt vor mir stand. “Bin auch erst rein gekommen.“ dankend nahm ich dad Handtuch hüllte mich darin ein “Danke, Octavia.“ Damit verschwand ich den Treppenabsatz nach oben um mir vor dem Abendessen Kleidung zu besorgen. Das hatte hier irgendwie Tradition, die gesamte Belegschaft des Hofes nahm das Abendessen gemeinsam ein. Am Morgen fehlten manche da sie zu unterschiedlichen Zeiten aufstanden, das Abendessen um 19 Uhr war Alexis jedoch überaus wichtig.Immer wieder fing sie sich jemanden der ihr helfen musste,heute schien derjenige Riley gewesen zu sein. Der gute würde uns bald verlassen,da müsse er jetzt öfter ran,so oder so ähnlich waren Alexis Worte gewesen. “Wart ihr alle extra duschen vor dem Essen?” die Hände in die Hüften gestützt stand sie da, schaute in die Runde. “Für dich etwa? Nein, wenn du kochst solltest du auch mal nach draußen gucken, es regnet wie aus Eimern!” nahm Riley sie auf den Arm. Alexis wurde puterrot. Ich hatte ihr schon geholfen, wenn sie kochte dann war sie mit den Gedanken nur dort, wer ihr im Weg stand wurde angeherrscht. Die Hilfe die man ihr geben konnte bestand darin Dinge zu waschen, zu schälen oder zu probieren, nicht das was man sich als Küchenhilfe vorstellte. Es gab ein Tomaten-Risotto, ich hatte die letzten Jahre nicht mehr so gut gegessen wie ich es seit meiner Ankunft hier tat. Es wurde ein lustiger Abend, wie eigentlich fast jeder, der Schatten den der rüde Abgang von Caleb hinterlassen hatte schien langsam zu weichen. Auch Verena beteiligte sich, ihre Blicke jedoch wichen mir aus, dafür schienen die Argusaugen von Bellamy auf mir zu liegen.
Nach dem Essen ging ich noch einmal hinaus, es wurde bereits dunkel, aber der Regen hatte aufgehört. Der Geruch der ich nach einem Regen über die Landschaft legte gehörte zu einer meiner liebsten, doch hier war er wieder ganz anders als in den schottischen Highlands. Die Berge die das Tal der Ranch umgaben waren um einiges höher, auf ihren Gipfeln lagen die letzten Schatten von Schnee, die jetzt von der Sonne wie Gold glänzten. Der Weg führte mich zu dem Paddock von Thjalfe und Bucks, hinter meinem Riesen sah ich noch ein anderes Pferd. “Ach Gipsy! Haben wir dich hier vergessen?” ganz unglücklich schien der Wallach aber zwischen meinen beiden gar nicht zu sein. Zufrieden mümmelte er an dem Heu aus dem Netz - so war es einfacher für den blinden Bucks. Trotzdem griff ich nach dem durchnässten Halfter das am Pfosten hing, um Gipsy wieder in die Box zu bringen. Ich hörte langsame, zaghafte Schritte auf mich zukommen, ließ mich aber nicht beirren als ich aufhalfterte. Mir wurde die Tür offen gehalten als ich selbst danach greifen wollte, sie griff fest in das Eisen, das weiße ihrer Knöchel stach deutlich hervor. Ich wusste nicht ob sie das tat, weil sie wütend war, zumindest huschten verschiedene Emotionen über ihre Gesichtszüge die ich nicht zu deuten vermochte. Da jedoch Octavia bei ihr war schwieg sie vorerst “O. geh ruhig wieder rein, Svejn und ich schaffen das allein.” Octavia bedankte sich, ging dann aber eilig ins Haus. “Hätte ich gewusst das du das machen wolltest…” Verena winkte meine Worte ab, ging auf der anderen Seite des Pferdes als wir schweigend Richtung Stallgebäude gingen. Ich entließ den Wallach in seine Box, strich über seine Nüstern. Halb gekrächzt kamen die Worte an meine Ohren, darin unterdrückte sie was sie wirklich aufbrachte. “Du bist unfair!” warf sie mir mit geflüsterter Inbrunst entgegen. Ich holte Luft, aber sie schlug mir mit der flachen Hand entgegen. “Du kommst hierher, bist so...so.” mit jedem Wort gab es wieder einen sanften Schlag. War sie wütend? Ich war kurz davor nach ihren Handgelenken zu greifen, ließ sie jedoch gewähren. “Abwesend, dann wieder Führsorglich und dann stößt du mich wieder von dir. Du verwirrst mich zutiefst! Ich hab ständig das Gefühl dir etwas schuldig zu sein für deine Hilfe, aber dann scheinst du sie nicht annehmen zu wollen.” Keine Wut, Enttäuschung schwang in ihrer Stimme mit. Jetzt musste ich lachen, sie sah zu mir Verwirrung auf den Zügen. “Genau das mein ich! Ich erzähl dir was mich bewegt und du fängst an zu Lachen. Bin ich so Lächerlich?” “Nicht du aber von Zeit zu Zeit deine Worte. Hat jemals die Sonne der Erde gesagt das sie ihr etwas schulde? Ich tue das nicht um etwas im Gegenzug zu erhalten, ich finde nicht das ein nehmen auch immer ein geben verlangt. Du erlaubst mir hier zu leben, meine Pferde sind hier untergebracht. Ich...” zögernd sah ich mich um, zog sie an der Hand hinter mir in das Heulager das sich hier in dem Stalltrakt befand. “Wie zum?” gab sie von sich, folgte mir aber ohne Widerstand, ihre Verwirrung musste sich ins unbegreifliche steigern. Was ich zu sagen hatte, war nicht für andere Ohren bestimmt, von innen gab es einen Hebel der die Tür verschloss. Als ich mich drehte hatte Verena die Arme vor der Brust verschränkt, sie erwartete Antworten, die ich ihr nicht direkt geben konnte, ich wusste nicht wo ich anfangen sollte. “Ich war jung damals als ich mit meiner Ex zusammen kam, froh das sich überhaupt jemand für den Typen mit den langen Haaren interssierte. Mit den Jahren wurde aus der Freude Gewohnheit, als es vorbei ging war ich nichtmal richtig enttäuscht. Was auch immer ich da mit ihr teilte, es war keine Liebe. Jetzt jedoch bin ich verwirrt über meine eigenen Gedanken.” Ihre Arme lösten sich auf der Umklammerung vor ihrer Brust, verstand sie gerade das ich ziemlich stümperhaft dabei war ihr zu gestehen das ich mich in sie verliebt habe? Sie seufzte sah mich mit einem Ernst an den ich von ihr fast gar nicht kannte “Svejn… Ich…. ich habe weder Zeit noch Lust auf irgendwelche Spielchen. Ich habe eine Ranch zu leiten, meine rechte Hand, Caleb ist weg, ich muss fast alles alleine regeln und ich kann mich nicht auch noch mit so etwas beschäftigen…”, murmelte ich. “Whoa..halt,warte...sieh mir in die Augen und verrate mir wann ich je Spielchen gespielt habe.!“ ich war nicht wütend nur erstaunt, fasste sie an den Ellenbogen “Ich weiß sehr wohl was ich will.“ “Was soll das dann mit der Verwirrung?“
“Ich hätte niegedacht das mir ein Mensch je so wichtig sein kann. Bei dir habe ich nicht das Gefühl mich verstecken zu müssen,du siehst mich wie ich bin ohne davor zurück zu schrecken. Die Welt ist vielleicht nicht grau wenn ich nicht hier bin,aber es ist das Gefühl etwas fehle. Verwirrt bin ich aber vor allem,weil ich Angst vor der Zurückweisung habe, sie dominiert den Wil…“ hier sprach ich nicht, Verenas Mund traf so heftig auf den meinen das sich unsere Zähne berührten. Trotzdem unterbrachen wir den Kuss nicht, vom Schwung stieß ich mit dem Rücken an die Tür, das Scharnier unsanft an der Schulter. Langsam spürte ich die Angst von mir weichen - wie hatte ich Zweifeln können?
Keuchend lösten wir uns nach einigen Augenblicken wieder von einander, im Grunde wollten meine Hände sie hier und jetzt entkleiden, dem Drang gab ich jedoch nicht nach. Wir lächelten, beide halb scheu und verließen den Stall ohne das weitere Worte gesprochen wurden. Auf dem Weg zum Haupthaus liefen wir dicht beieinander, unsere Hände berührten sich immer wieder sanft ohne das wir sie direkt ineinander verschlangen. An der Treppe, die für mich nach unten in den geräumigen Keller führten blieben wir stehen. “Gute Nacht.” flüsterte ich ihr zu, bekam eine Antwort nachdem ich sie geküsst hatte.Wir verbrachten die Nacht nicht gemeinsam, das gehörte, das gesagte sollte für uns beide erst wirken, ein anderer Moment um zu klären wie es für uns weiter ging.
Als ich die kleine Wohnung betrat, saß am Tisch in der Küche Bellamy im Schlafanzug, wobei man das nicht als solches bezeichnen konnte. Es war einfach nur eine lange Hose, sein Oberkörper war frei. An die Lippen hielt er sich eine Flasche Wasser, die Augen noch geschlossen, als sein Blick jedoch direkt auf mich fiel, setzte er ab und grinste breit. “Also hatte ich tatsächlich Recht, du bist wegen einer Frau hier! Ich dachte schon du stehst auf mich, so wie du mir am Arsch gehangen hast.” damit präsentierte er mir seinen Körper, drehte sich und wackelte übertrieben mit dem Hinterteil. “Wieso sollte jemand auf dich stehen?” “Ich bin anbetungswürdig!” “Du bist ein Spinner! Verena hatte nur gebeten ich solle ein Auge auf dich haben...ich hätte natürlich auch die Sorge auf Octavia legen können, dann wäre ich aber nicht ohne ein blaues Auge davon gekommen.” Bellamy fing an zu lachen, schüttelte den Kopf “Da magst du wohl Recht haben...also...das Chefchen - wie ist sie?” “Du weiß wie sie ist.” antwortete ich ihm, zog die Jacke aus und klaute ihm die Flasche Wasser aus der Hand. “Ich kenne sie als Chef! Du weißt genau was ich meine...wie ist sie im Bett?!” Ich setzte ab, schraubte die Flasche bedächtig zu und stellte sie auf den Tisch. “Das mein junger Freund, wird wohl deine Träume beflügeln, denn von mir kannst du keine Antwort verlangen.” Bellamy zog einen Schmollmund, murmelte etwas in seinen (nicht vorhandenen) Bart das klang wie “Mit dir kann man über sowas auch nie sprechen!” dann verließ ich auch schon die Küche mit einem “Gute Träume Bellamy” zwinkerte ihm zu und verschwand kopfschüttelnd hinter meiner Zimmertür.
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