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[30] Fallen behind, but rising again.

Geschrieben von Eselchen im Blog Trostpferd. Ansichten: 370

Huhu an alle, die sich noch an mich und meine beiden Pferchen erinnern können. :)



Ja - es ist einige Zeit vergangen, seitdem ich das letzte Mal hier einen Blog verfasst habe.

Dementsprechend habe ich einiges loszuwerden.



Uff. Wo soll ich anfangen?



Den letzten Eintrag hier habe ich ja wenige Tage nach dem Umzug auf unseren Hof gepostet.

Nur wenige Tage später wurde ich von meinem damaligen Freund einfach hintergangen und dann verlassen. Warum hat er mir nie gesagt.

Wir waren zwar nicht wirklich lange zusammen, aber ich habe ihn trotzdem unglaublich in mein Herz geschlossen und auch wenn es schon über acht Monate her ist, dass er mich wortlos am Bahnhof hat stehen lassen, tun mir die Erinnerungen unglaublich weh.



Die folgenden Wochen, die übrigens genau die Zeit der Sommerferien bis zu meinem 16. Geburtstag umfassen, habe ich mich eigentlich ausschließlich mit der Musik beschäftigt. Ich weiß gar nicht mehr, ob ich das überhaupt mal hier erwähnt habe, aber ich spiele Gitarre und singe seit einigen Jahren.

Mit den Pferden habe ich zu der Zeit nicht viel gemacht. Ich bin in Selbstmitleid versunken und habe mir die falschen Freunde ausgesucht.

Die Art von Freunden, die sich abends auf einem Schulhof im Dorf trifft und alles macht, was man in meinem Alter nicht hätte tun sollen.



Dann waren die Sommerferien zu ende. Ich kam dann in die Q1 und habe mich wieder umorientiert.

Ich habe gottseidank bemerkt, dass ich dort auf dem Schulhof nicht gut aufgehoben war.

Meinen neuen und auch jetzigen Freunde haben mich super aufgenommen und mich hochgezogen.

Weggebracht von dem ganzen alten Scheiß.



Ich habe mich wieder aufgerappelt. Habe mich wieder mehr mit den Pferden beschäftigt, habe mich für die Schule aufgerafft, habe weiter die Pferde meiner Chefin trainiert, habe dann angefangen eine Kunst-AG für die Jüngeren meiner Schule zu leiten und gebe inzwischen auch Nachhilfe.

Schuld daran ist auch irgendwie ein Junge - na, eigentlich ein junger Mann, der meinem Freundeskreis angehört hat.

Ich habe mich in ihn verliebt. Aber er hat eine Freundin. Was macht er? Genau - macht mir Hoffnungen, bevor er mir dann ins Gesicht gesagt hat, dass es ja jetzt mit seiner Freundin dank mir so unglaublich gut läuft und er sich bei mir bedanken möchte.

Ich bin gegangen.



Naja.

Daraufhin habe ich mich nur noch in die Arbeit gestürzt, habe alles für die Schule getan, habe mich für die Pferde aufgeopfert.

In den letzten Wochen habe ich sogar noch vor der Schule die Pferde um 5 Uhr gefüttert und auf die Weide gestellt, damit meine wunderbaren Eltern nicht so viel Stress haben.



Dafür hat mir mein Körper dann vor knappen vier Wochen die Retourkutsche gegeben.

Laut Hausarzt stehe ich wohl kurz vor BurnOut, habe Schlafstörungen, starke Blasenbildung in allen Gelenken und aufgrund des ganzen Stresses so starke Kreislaufprobleme, dass ich jeden Morgen am Stall zusammengebrochen bin.

Schule und Arbeit haben in dem Sinne darunter gelitten, als dass ich mir so einen Leistungsdruck aufgebürgt habe, dass ich mich überfordert habe. Dass ich mich selbst kaputt gemacht habe.

Und das mit zarten 16 1/2 Jahren.



Ich bin zu perfektionistisch, sagen sie.

Sie sagen, ich rauche zu viel.

Schlafe zu wenig.

Ich solle doch alles etwas lockerer sehen, wird mir geraten.



Jeden Tag. Immer die selben Wörter von unterschiedlichen Personen.

Ich weiß, dass der ganze Stress mir nicht gut tut.

Aber ich will diesen Stress.

Ohne den Stress fühle ich mich wie tot.

Wie eine wandelnde Puppe, dessen Seele sich schon längst an einem sicheren Ort verwahrt hat.

Wenn ich nicht auf 180% bin, dann holen mich die ganzen Erinnerungen ein.

Die Erinnerungen, die mir an meine Mutter geblieben sind. Die, die mir an ihre Worte, scharf wie Klingen, geblieben sind. Aber auch die aus besseren Tagen. Die Erinnerungen an den ersten Moment, in dem mir mein Vater und meine Stiefmama gesagt haben, dass sie sich nur Sorgen um mich machen.

Dass sie mich so sehr lieben und beschützen wollen.

Aber auch die Erinnerungen an den Schulhof.

An die falschen Freunde. An den Alkohol. Die Drogen. Die kaputten Seelen, die sich an meiner Lebensfreude genährt haben.

An den Moment, in dem ich Püppy das erste Mal in meine Arme geschlossen habe.

Der Moment, in dem ich mit ihr gestürzt bin und sie um ein Haar auf mir gelandet wäre.

[color=rgb(105,105,105) An den Moment, in dem Nighty mich das Erste Mal geschubst hat und an den Moment als ich dachte ich würde alles verlieren.



[color=rgb(105,105,105)Unter all diesen Erinnerungen, die ich kaum in Worte zu fassen vermag, da ruht ein ausgelaugtes Herz, das doch nur darauf wartet, dass die Sonne wieder durch die Wolken bricht.



Und im Moment scheint sich die Gewitterfront vor mir wieder zu lichten.

Ich mache mehr mit den Pferden, die Schule ist mir immer noch wichtig, aber ich mache mich nicht mehr so fertig. Ich kann wieder schlafen und die Arbeit fällt mir auch wieder leichter.

Ich liebe mein Leben.

Auch wenn ich jeden Tag ein kleines bisschen mehr zerfalle.



Aber bis zum Ende werde ich leben.

Werde mich für die aufopfern, die mir Alles bedeuten, und werde die bekämpfen, die mich Fallen sehen wollen.



Jungs - ich bin wieder da. Ein wenig gestört, aber stark und mutig.

Gefühlvoll und kaltherzig.

Je nachdem, wer mir gegenüber steht.



Mit diesen Worten - ich wünsche euch eine gute Nacht und ein wundervolles Leben.



Ich werde dann morgen vielleicht mal wieder ein paar Bilder von meinen Beiden posten.



Jetzt gibt es nur ein Bild, das mich zu Tränen rührt:



Der Moment, in dem ich Püppy zum ersten Mal gesehen habe ...



http://abload.de/img/dscf9953dojvx.jpg
  • Eddi
  • Eselchen
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