2019 Update

Geschrieben von Occulta im Blog Nebenstorys. Ansichten: 266

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Ich habe gewissen Usern hier (<3) versprochen, wiedermal einen Blogeintrag über Muffin und Chicken-Squad zu machen, also...

Titelbild ist von gestern Abend, also noch ganz friiisch. Jap, sie hat Blut an der Schnauze, weil wir wieder Blutegel angesetzt haben und sie dachte, sie müsse sich die Schnauze am Bein abwischen.
Das mit den Blutegeln ist allgemein eine etwas spezielle Geschichte. Im Sommer hat das verrückte Tier nämlich herausgefunden, dass man vor den Metallstangen bei ihrer Auslaufbox auf die Knie gehen kann und dadurch besser an das Gras auf der anderen Seite drankommt. Dummerweise ist auf dem Auslauf Asphaltboden, sodass sie mit der Zeit, besonders weil sie immer auf demselben Knie gestützt hat, dort regelrecht Hornhaut bekommen hat - und so nebenbei eine Schleimbeutelentzündung. Mittlerweile ist eine schöne, breite Matte vor ihrem Auslauf platziert, sodass sie nichtmal mehr auf die Idee kommt, das Gras erreichen zu wollen. Jedenfalls ist das ganze nicht allzu tragisch und mittlerweile schon fast wieder weg, aber das Gewebe ist halt immernoch etwas gereizt und warm, deshalb musste ich jetzt zweimal die fleissigen Helferlein dranlassen. Die leben übrigens alle noch und dürfen jetzt ein Jahr lang verdauen. Ich hab schon die letzten paar zuhause behalten und ein Jahr später nochmal angesetzt. Die sind dann aber leider mit der Zeit eingegangen.

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Joa, wo soll ich anfangen? Wir waren fleissig dieses Jahr. Hatten so einige Turniere, und waren auch ein paar mal erfolgreich (nein, gewonnen haben wir noch nichts, aber mehrfach unter die ersten 10). Wir haben einfach beide noch ein wenig mit unseren Nerven zu kämpfen. Manchmal klappt es einfach hervorragend und wir sind platziert, und manchmal geht gar nichts und wir werden rausgeläutet. Ich denke, unser Erfolgsrezept ist weiterhin üben, üben und noch mehr Erfahrung sammeln.

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Mein Pferd hat was gegen Audi.

Eigentlich ist sie mittlerweile total cool auf den Turnieren. Sie steigt sofort in den Anhänger, sie mampft gelassen ihr Heu und steht wunderbar still beim Satteln. Aber sobald wir in den Parcours kommen, wird sie guckig und unsicher. Wenn ich ihr genug Sicherheit geben kann, dann geht sie weiter - aber wenn ich den Moment verpasse und sie nicht genug unterstütze, bremst sie ab.

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Wir sind also noch dabei, unsere Technik zu finden. Ich nehme mir dabei die Zeit, die wir beide brauchen. Wir haben es nicht eilig, und ich möchte, dass sie sich in ihrer Aufgabe wohlfühlt. Wir hören immer wieder Ratschläge wie "lasst doch mal nen Profi drauf/gebt sie in Beritt", aber wo bleibt denn da der Spass? Ich möchte das ganze selbst erarbeiten, so wie auch beim Einreiten. Mal abgesehen davon glaube ich nicht, dass sie sich wohlfühlen täte, wenn ein Profi sie durch den Parcours zwingen würde. Sie ist eben vorsichtig und misstrauisch von Natur aus, und mit zu viel Druck kann sie eh nix anfangen, dann schaltet sie nur auf stur - das hat sie uns oft genug bewiesen. Es sass noch nie jemand anderes ausser Mum und mir drauf, und das soll auch so bleiben.

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Ich habe hin und wieder Unterricht bei diversen Springreitern genommen, und das waren auch wertvolle Erfahrungen. Mich stört einfach, dass es bei manchen sofort heisst "die ist nur Frech und verarscht dich". Das glaube ich nämlich nicht, jedenfalls meistens nicht. Kann schon sein, dass sie manchmal absichtlich bremst um mich zu testen, aber viel mehr denke ich, dass sie immernoch zu unsicher ist. In den Springstunden war sie manchmal auch überfordert, weil wir dann halt so oft und so lange springen mussten, wie vorgegeben. Ich habe beinahe das Gefühl, dass wir ihr damit die Freude am Springen ein wenig verdorben hatten. Ich höre inzwischen lieber auf mein Bauchgefühl und mache nur so viele Wiederholungen wie ich für sinnvoll und nötig halte. Wenn sie's gut macht, dauern unsere Trainingseinheiten manchmal nur eine halbe Stunde - denn warum soll ich noch mehr von ihr verlangen, wenn sie ihre Aufgabe doch schon erfüllt hat? Ich glaube, dass ihr dieser Trainingsstil viel besser gefällt, denn seit wir es so machen, verweigert sie mir im Turnier wenn überhaupt nur noch noch ein mal, und auch im Training ist sie richtig motiviert. Ihre Einstellung wandelt sich zunehmend von "wo ist der Ausgang?" zu "wo ist das nächste Hindernis?".

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Dressurmässig bin ich richtig zufrieden mit ihr, und auch sonst ist sie einfach genial. Man kann wirklich alles mit ihr machen, von schwimmen gehen bis ohne Sattel und nur mit Knoti oder Stallhalfter alleine im Dunkeln, auch bei Sturmböen, ausreiten. Sie geht problemlos durch den Strassenverkehr, wartet brav beim Bahnübergang, auch wenn gerade ein Zug durchbraust, ich kann mit ihr einfach überall durchreiten. Sie ist wahnsinnig respektvoll und erzogen im Umgang - ich kann sie unangebunden vor die offene Boxentür stellen, obwohl ihr Futter wie immer in der Raufe ist, und sie wartet sogar wenn ich kurz ausser Sichtweite gehe, um etwas im Schrank zu verräumen. Sie drängelt nicht, sie schnappt oder tritt nicht, kleine Kinder und Hunde können unter ihrem Bauch durchrennen... Einmal pro Woche haben wir unseren Spieltag. Dann bekommt sie eine Massage, Pediküre und wir gehen in die Halle und machen Freiarbeit oder Zirkustricks. Das liebt sie, und ich natürlich auch. Erfolg im Springen wäre natürlich toll, ist aber sicherlich nicht unser Hauptziel. Mum und ich wollen in erster Linie ein Pferd mit dem man jede Menge Spass haben kann - und dazu haben wir sie geformt.

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Am liebsten entdecke ich beim Ausreiten neue Wege mit ihr. Ich versuche immer wieder, unser Reitgebiet zu erweitern, damit uns nicht langweilig wird. Auch für die Kondition ist das natürlich super. Für richtiges Wanderreiten fehlt es mir im Moment aber leider an Zeit. Vielleicht nächsten Sommer?

Kommen wir zum Chicken-Squad. Ja, ich weiss dass ein "Squad" normalerweise aus mehr als drei Mitgliedern besteht, aber sehr euch dieses Bild an und sagt mir, dass es nicht passt.

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An der Spitze ist Little My, ausgesprochen "Mü", aber das ist mehr Zufall. Unsere Hackordnung ist nämlich ein wenig durcheinander geraten in letzter Zeit. Das liegt daran, dass leider das Chefhuhn und mein Liebling von den dreien, Mumin, im Frühling plötzlich gestorben ist.

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Dieses Huhn war so unglaublich schön, schlau und lieb - es tut mir auch nach einem halben Jahr noch wahnsinnig weh, wenn ich daran denke, dass sie nicht mehr zuhause im Stall auf mich wartet. Sie war am Anfang die scheuste von den dreien, aber schon nach ein paar Wochen war sie diejenige, die meine Streicheleinheiten wirklich genossen hat und immer in meiner Nähe geblieben ist. Sie hat mehrfach auf meiner Schulter geschlafen und lernte sogar beinahe das Fussballspielen (einen kleinen Ball mit dem Schnabel durch ein Tor schieben). Sie hat Intelligenzspiele gelöst, bei denen die anderen beiden sofort aufgegeben haben. Und sie war ein unglaublich stolzes Huhn, mit ihren weichen, hellgrauen Federn und den intelligenten, dukelrubinroten Augen. Deshalb war ich auch ziemlich besorgt, als sie von einem Tag auf den anderen plötzlich nicht mit der üblichen Aufrichtung dastand und wache hielt, sondern nur lustlos die Mehlwürmer herumschob, die ich ihr anbot. Am Tag darauf sah man ihr dann noch deutlicher an, dass etwas nicht stimmte - sie war aufgeplustert und wirkte müde. Leider war Sonntag, sonst hätte ich sie am selben Tag zum TA gebracht. Aber so habe ich entschieden, noch einen Tag zu warten - ein Fehler, der vielleicht entscheidend war. Ich war ziemlich optimistisch, als ich sie am nächsten Tag vorbeibrachte, denn sie hatte doch noch ein wenig gefressen und sah eigentlich gar nicht soo schlecht aus. Ich liess sie in der Praxis, weil ich ausgerechnet zu dieser Zeit noch einen überbetrieblichen Kurs über CNC-Bearbeitung hatte, inklusive Prüfungen. Der nächste Tag fing so gut an. Die Prüfungen liefen super und wir wollten alle nach dem Mittag ein Gruppenfoto machen, als Erinnerung weil es der letzte Kurs war. Als ich dann aber am Mittag angerufen hab, um zu fragen, wann ich Mumin denn gegen Abend abholen könne, sagte man mir, dass sie die Nacht nicht überlebt habe. Ich habe schon lange nicht mehr so geheult wie an dem Tag, und musste dann auch noch irgendwie die letzte ÜK Prüfung am Nachmittag bestehen. Auf's Foto wollte ich nicht mehr - eine Erinnerung an den Tag war das Letzte was ich wollte. Ich weiss nicht, wie ich mich überhaupt konzentrieren konnte - aber vermutlich war es eine willkommene Ablenkung. Jedenfalls habe ich irgenwie mit einer Bestnote bestanden...

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Es stellte sich heraus, dass sie einen Herzfehler hatte, und deshalb anfälliger auf gewisse Kranheiten war. Sie hatte eine Bakterielle Infektion, die wohl schon länger im gange gewesen war, aber halt erst offensichtliche Symptome zeigte, als es zu spät war.

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Die anderen beiden waren irgendwie einfach nicht komplett, ohne ihr Chefhuhn. Das fand auch Mum, deshalb drängte sie mich, wieder ein drittes Huhn anzuschaffen. Ich war aber irgendwie nur mit halber Begeisterung dabei. Allgemein fiel es mir schwer, irgendwas Anständiges mit den übrigen beiden zu machen, und ich habe mich sogar dabei ertappt, wie ich gedacht habe "warum hat es nicht stattdessen eines von denen erwischt". Ich weiss, das klingt unfair, aber sie war nunmal etwas ganz spezielles, und ein Huhn wie sie finde ich wohl nie mehr.

Das ist Minou.

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Minou ist zwar nicht so ein spezielles Huhn wie Mumin, dafür ist sie das wohl seltsamste Huhn, dass mir je begegnet ist. Sie ist, mal abgesehen von ihrer Farbe, nicht besonders hübsch. Ihr Kopf ist irgendwie stumpf und hakenförmig, ihre Augen stehen mehr heraus als die der anderen (fast wie bei einem dieser chinesischen Goldfische, sage ich immer), und wäre sie ein Mensch, hätte sie wohl das Down-Syndrom. Sie ist unglaublich ungeschickt und kippt manchmal schon fast um, wenn sie sich putzt. Ausserdem macht sie dauernd komische, nervige Geräusche - sie kommentiert so ziemlich alles, was sie gerade tut. Manchmal gackert sie einfach fünf Minuten lang grundlos in voller Lautstärke, ohne ein Ei gelegt zu haben oder so.
Ich mochte sie am Anfang nicht so sehr, wie ich es gerne getan hätte. Dafür liebt Mum sie. Aber mittlerweile wird sie ähnlich zahm wie Mumin und auch sie scheint das Streicheln zu geniessen, im Gegensatz zu den anderen, die es weiterhin nur "tolerieren". Vielleicht ist das so ein Tick bei den Perlgrauen?

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Chicken-Squad ist jetzt jedenfalls wieder komplett - irgendwie. Aber seit Mumin weg ist, gibt es kein Chefhuhn mehr. Ich dachte eigentlich, dass Mikado diesen Part übernehmen würde, weil sie die grösste ist und auch eher selbstsicher wirkt. Jedenfalls hat sie kein Problem damit, einfach mal ohne die anderen davonzuwandern. Dann sah es einen Moment lang so aus, als würde Minou in Mumins Fussabdrücke treten, denn sie hat die beiden anderen in den ersten paar Tagen der Gesellschaftung, völlig entgegen unserer Erwartungen, regelrecht verkloppt. Ich hatte mich darauf eingestellt, weisse Federn einsammeln zu müssen - stattdessen lagen überall braune und schwarze herum. Irgendwann war dann aber plötzlich Ruhe, und seither koexistieren die drei einfach. Es sieht so aus, als seien sie alle gleichgestellt, denn ich sehe keine "zuerst beim Futter" oder "zuoberst auf der Stange". Sie kuscheln alle drei miteinander und fressen friedlich Kopf-an-Kopf, ohne dass eine den Ton angibt. Ich weiss nicht so recht, ob ich mir deswegen Sorgen machen, oder froh darüber sein sollte.

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Mumin war manchmal übrigens fast zu dominant. Sie hat My und Mikado vor ihrem Tod fast alle Hals und Rückenfedern zerrupft. Die beiden sahen den ganzen Sommer hindurch schlimm aus, als kämen sie aus einer Massenhaltung. Ich frage mich, ob sie das gemacht hat, weil sie schmerzen hatte...

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Jedenfalls haben beide nach der Mauser nun wieder ihre volle Federpracht. Und auch Minou, die übrigens gleich alt ist wie die anderen beiden, hat sich zum ersten Mal gemausert - wenn auch reichlich spät. Während die anderen schon voll befiedert sind, verlor sie vor kurzem erst alle Schwanzfedern.

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Die drei scheinen jetzt jedenfalls ziemlich glücklich zu sein. Ich hoffe, dass es nun ganz lange so bleibt.

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Habe ich schon erwähnt, dass Mikado mit ihrem vollen Gefieder ein richtig richtig schickes Huhn ist?

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Auf diesem Bild sieht sie zwar eher halb tot und zerrupft aus xD

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Wenn jemand hier zufällig Hühnerexperte ist und weiss, was mit My's Kamm passiert sein könnte, dann her mit den Tipps. Der ist nämlich irgendwie seit dem Frühling total verkümmert, und ich habe keine Ahnung wieso. Sie ist fit und munter, also glaube ich nicht, dass sie krank ist. Ausserdem war er schon so als wir mit ihr nach der Geschichte mit Mumin zur Sicherheit beim TA waren, und da wurde sie durchgecheckt...

Ach ja, die gibt es auch noch. Und sie haben wieder Nachwuchs, seit ich das Terra umgebaut habe. Wenn was draus wird, gibt es vielleicht wieder Bilder.

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Danke an alle, die's geduldig bis zum Ende geschafft haben <3
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