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1] evening of life

Geschrieben von Moewe im Blog owl ♥. Ansichten: 189

Basierend auf echten Geschehnissen.



Meine Mutter starb, als ich 7 war. Mein Onkel starb, als ich 8 wurde und mein Bruder liegt derzeit im Koma. Das einzige, was ich noch habe, ist mein Vater und meine Schwester, die bald allerdings ausziehen wird, um ihr Studium zu machen. Und dann werde ich theoretisch alleine leben - mein Vater kommt erst spät nach Hause, schließlich arbeitete er bei Ubisoft: Das einzige Ding, worüber ich in meinem Leben noch prahlen konnte. Jeder in meiner Schule wusste es, schließlich betonte ich immer wieder "Ja, wir haben eine PS4, und auch eine xBox One - Mein Vater arbeitet bei Ubisoft, der muss das haben!" und wer den Namen Ubisoft nicht kannte, dem plauderte ich gleich ein paar Spiele aus wie Assassins Creed, Die Sidler, Anno und viele weitere, die ich irgendwann mal aufgeschnappt hatte, während mein Vater beim Abendessen sprach. Aber nein, ich schweife vom Thema ab - eigentlich soll das hier ja auch kein Roman werden, worüber mein Vater spricht und als was er arbeitet, nein, es soll ein Roman über meine Geschichte werden. Ja, meine eigene Geschichte - Die Geschichte, wie eine Krankheit mein Leben ruinierte. Welche, fragt ihr euch? Krebs. Meine Mutter starb an Krebs, mein Onkel starb an Krebs, mein Bruder hat derzeit Krebs im Endstadium - und wird wahrscheinlich nicht überleben - und der einzige, den ich kenne, der in unserer Familie nicht an Krebs starb, ist derzeit mein Vater und mein Großvater. Und jetzt, da ich erst neulich 18 wurde, muss ich auch zur Krebsvorsorge gehen. Der Termin ist am 12 Dezember, genau 12 Tage vor Weihnachten. Passt - denn ich ahnte nicht, dass ich nach diesem Termin nur noch eine begrenzte Zeit an Leben haben würde.



"Wir kommen zu spät, Papa!", rief ich die Treppe hinunter und seufzte ungeduldig. "Jaja, ich komm ja schon. Gott, drängel nicht so, die Ärzte sind froh, wenn die vor uns noch einen Patienten zwischenquetschen können.", sagte mein Vater, als er die Treppe hoch kam. "Ich bin die erste in dieser Familie, die überhaupt daran denkt, im jungen Alter zur Krebsvorsorge zu gehen, also beschwer dich jetzt nicht. Wenn sie jetzt einen Krebs bei mir im Anfangsstadium entdecken, dann wunder dich nicht, wenn ich dich komisch angucke.", sagte ich und zog mir meine Lieblingsschuhe an: Schwarze Sneakers mit weißen Flügeln an den Schnürsenkeln befestigt. Irgendwie kam es mir dann immer so vor, als würde ich fliegen, und ich hatte die Schuhe sogar bei den Turnieren von meiner Schule an und konnte ein Rekordsprung von 3,40 aufstellen. Meine Stufe war nicht wirklich die athletischste - um ehrlich zu sein, mit meiner Reitbeteiligung, dem Schwimmverein und ein bisschen joggen am Morgen war ich für meine Stufe sogar überdurchschnittlich sportlich. Ich eilte zum Auto, um genauer zu sein, mein Auto (ich hatte es zum Geburtstag passend zu meinem Führerschein bekommen), und sah meinen Vater grinsend an, der sich auf den Beifahrersitz setzte. "Hopp hopp, schnall dich an, ich dachte, du wolltest so schnell machen.", sagte er lachend, als ich noch ein wenig mit den Flügel-Dekorationen am Spiegel herumspielte. Die Autofahrt dauerte nicht lange und wir hatten auch kein richtiges Gespräch, also waren wir recht schnell in der Klinik. Die Sekretärin wies uns zur Etage 3 und als ich in den Aufzug trat, wurde mir mulmig. Was ist, wenn ich wirklich Krebs hatte? Natürlich, es war eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, aber trotzdem: Ich hätte dann, falls man es nicht operieren könnte, höchstens zwei Jahre zu leben. Ich biss mir auf die Unterlippe und trat aus dem Aufzug heraus, mein Vater folgte mir und als er bemerkte, dass ich etwas unbequem wurde, legte er eine schützende Hand auf meine Schulter. "Hallo, ich bin Dr. Meysing. Sie wollten zur Krebsvorsorge?", fragte ein nett aussehender Doktor und ich schüttelte ihm die Hand, während ich nickte. "Ja, weil viele aus meiner Familie Krebs hatten.", flüsterte ich, zwang mir dennoch ein Lächeln auf und folgte dem Doktor, der in einen kleinen Raum ging.

Die Untersuchung ging schnell. Viel zu schnell. Sie machten ein paar Bilder von Lunge, Magen und anderen Dingen, wo sich eventuell Krebs bilden konnte, und ein paar mal musste ich fast würgen, als der Doktor mir mit Taschenlampe und Lupe in den Hals sah. Der Doktor verschwand für einige Minuten, in denen ich die Hand meines Vaters förmlich zerquetschte, und kam dann herein, und ich bemerkte sofort, dass sich sein Gesichtsausdruck von freundlich zu ernst verwandelt hatte. 'Scheiße.', war der einzige Gedanke, der durch mein Gehirn schoss, und ich spürte teilweise schon, wie sich meine Augen langsam bewässerten. "Sie haben Magenkrebs im Anfangsstadium. Allerdings sind wir uns nicht sicher, ob wir es operieren können.", sagte der Doktor und ich schloss meine Augen. 'Scheiße. Scheiße. Scheiße. Scheiße. Scheiße. Scheiße.' (Ja, das war wirklich das einzige, was mir durch den Kopf ging, als der Doktor dies sagte - Und vielleicht noch Oktupusfresse, weil der Doktor wirklich gerade so aussah, als hätte er Tentakel am Rücken, und böse wirkte er auch noch - Ich meine, er hat gerade einem jungen Mädchen die Nachricht überliefert, dass sie vielleicht sterben wird) "Und wenn die Operation glücken würde, dann würde sie circa eintausend Euro kosten.", sagte der Doktor und ich spürte, wie ein paar Tränen über meine Wangen rollten. "Ich wäre bereit, mehrere Millionen Euro für die Operation auszugeben.", sagte mein Vater nach einigen Minuten stille, und ich schüttelte den Kopf. "Nein, das würde viel zu viel kosten. Ich muss mein Schicksal annehmen. Ich war schon seit Geburt an bestimmt, zu sterben.", flüsterte ich und irgendwie schaffte ich es, zu lächeln. "Aber danke. Doktor ... Wie viele Tage hätte ich noch zu leben?", fragte ich und zwang meinen Blick, in das ernste, vielleicht auch traurige Gesicht des Mannes zu sehen. "13 Tage.", murmelte dieser und ich seufzte. Noch bis zum 25. Dezember. 13 Tage - Pechszahl, für mich aber eigentlich eine Glückszahl, schließlich war ich am Freitag den dreizehnten geboren. "Wenigstens kann ich noch bis Weihnachten leben." Ich war zwar noch getauft weder glaubte ich an Gott, allerdings war meine Mutter gläubig gewesen und so feierten wir jedes Jahr aufs neue Weihnachten. 'Goodbye, earth. I'll be joining hell soon.'



Anmerkung: Joa, was gibts so dazu zu sagen? Keine Angst, die Geschichte wird ein (Spoooooiler! :'D) Happy End haben. Und ja, einige Gedanken von der Hauptperson sind auf Englisch, weil sie (& auch ich) ziemlich oft auf Englisch denkt. Die in 'Strichen' gesprochene Wörter sind gedacht, die in "Anführungszeichen" gesetzte Wörter sind gesprochen. Und ja, ihr lest richtig, alles in dieser Geschichte basiert auf wahren Ereignissen, allerdings zum Glück (wobei ich das erst sagen kann, wenn auch ich bei der Krebsvorsorge war) nicht aus meinem Leben. Ich weiß auch nicht, ob ich diese Geschichte hier weiterführe oder nicht, je nach dem, wie sie euch gefällt - oder ob sie zu traurig ist. Dann werde ich sie wahrsch. nicht weiter schreiben, weil ich hier keine schlechte Stimmung verbreiten will :)
  • AliciaFarina
  • Pepe
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