[04] It's never easy to say goodbye

Geschrieben von Ravenna im Blog Caed Crevan. Ansichten: 514

Text von Veija und mir. Der Teil mit dem Tierarzt ist von Cooper und von mir für die Geschichte angepasst worden.
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Svejn
Mit Anstrengungen hievte ich die Schubkarre auf den mittlerweile riesigen Haufen an Pferdeäppeln,langsam musste ich mir Gedanken darüber machen wohin mit dem Zeug. Trotzdem würde ich die nächsten Tagewohl nicht dazu kommen, Verena hatte sich angekündigt. Ihr Stormi war seit dem letzten Besuch bei mir, viel Zeit für Training war im Grunde nicht gewesen,aber seine Ausdauer auf Distanzen konnte ich allem zum Trotz steigern. “Svejn?“ Fast ein wenig erschrocken drehte ich mich um,mit halb ertapptem Blick sah ich dem Hausherren entgegen. “Alisdair?“ Der rothaarige Hüne blieb vor mir stehen,die Hände auf seinem angesetzten Bauch “Hast du Argeirr gesehen? Der Trottel istschon wieder weg gelaufen!“ Argeirr, eigentlich sollte der Hund den Hof bewachen,allerdings sah das der Schäferhundvollkommen anders. Viel lieber streunte er durch die Gegend, verletzte sich oder spielte meinen Schatten. Ich wusste ganz genau das er in der Futterkammer lag,dorthatte ich meine Arbeitsjacke hin gehangen. Der dunke Rüde legte sich nur zu gern auf Sachen von mir. “Wahrscheinlich in der Futterkammer.Daliegt er momentan sehr oft.“ Der Hausherr kratze sich am Kopf, schüttelte ihn “Dann lass ich ihn da einfach!“ Damit stiefelte er über den Hof davon. Ich selbst brachte dieKarre weg, dann kümmerte ich mich um Thjalfe da ich nun doch beschlossen hatte ihn zu kaufen. Am späten Nachmittag würde ich Verena aus Edinburgh abholen. Für diesen Besuch hatte ich mir mittlerweile ein Gästebuch besorgt,vielleicht hatte sie endlich mit diesem Caleb zusammen gefunden. Bevor ich unter die Dusche sprang machte ich einen Besuch bei Moon,trotz Mineralien und Futter wirkte er immer eingefallener. Erst vor einer Woche hatte er eine Kolik gehabt,sonst schien es ihm etwas besser zu gehen. Der graue Stormi stand wie sein Wächter an seiner Seite, entspannt obwohl er im Training immer kaum zu halten war. Ob er wohl ahnte das es mit dem Braunen Freund langsam zu Ende ging? Schon längst hob Moon nicht mehr Neugierig den Kopf, seine Augen stumpf. Ich zückte mein Handy schoss ein Foto von der Szenerie und schickte es an Verena.
*Langsam glaube ich das auch Pferde trauern. Es steht ein Schmerz in seinen Augen der mit jedem Tag greifbarer wird.*
Er schien Sarah zu vermissen..ich klopfte ihm auf die Schulter. “Es gab Zeiten da die Pferde zusammen mit ihren Herren beerdigt wurden. Hast du für dich diese Entscheidung getroffen? Willst du in der Anderswelt wieder bei deiner Herrin weilen?“ Ganz als habe der Hengst verstanden hob er den Kopf leicht an,brummelte leise,heiser und sah mich beinahe wissend an. Ein kühler Schauer ran meinen Nacken hinab. Bemerkenswert dieses Pferd. Damit stellte ich mich unter die Dusche um Verena vom Bahnhof abzuholen.



Verena
aus Lous Sicht/Pflegi von Zues, Ein Abschied zu viel
[...]Just in diesem Moment rollte der Geländewagen von Verenas Hof auf den Platz und Caleb stieg aus. "Was macht ihr da mit ihm?", fragte er misstrauisch und verzog das Gesicht, ehe ihm anscheinend einiges klar wurde. "Aha, jetzt verstehe ich auch, warum er heute morgen nicht auf die Koppel durfte.", sagte Caleb bissig und starrte Verena an. "Du gibst ihn also doch weg." Er schnaubte verächtlich. "Caleb!", ermahnte ich ihn und er zuckte die Schultern. "Es überrascht mich kaum. Hab dir ja von Anfang an gesagt, dass du deine Zeit verschwendest. Weder du noch er bringen es." - "Caleb!", fauchte ich und holte Luft, doch Verena unterbrach uns, wenn auch nicht mit Worten. Ich sah ihre glasigen, feuchten Augen, wartete nur darauf, dass sie zu weinen begann. Doch als sie plötzlich zuckte und nahezu im selben Augenblick ihre flache Hand auf Calebs Wange klatschte, sah ich sie fassungslos an. Auch der verachtende Gesichtsausdruck des jungen Mannes war Entsetzten gewichen. Mit einer Ruhe in der Stimme, die mir einen Schauer über den Rücken jagte starrte sie ihn an und zischte leise. "Verschwinde Caleb." Er stutzte und blickte sie nur an. "Schnapp dir deine Sachen und mach, dass du hier weg kommst!" Nun wurde ihre Stimme lauter und seine Starre wich der Verärgerung. Ohne ein Wort machte er kehrt und verschwand. Ich sah geschockt zu Verena und sie sah hilflos zu mir. Von einem Augenblick auf den anderen war alle Wut in ihrem Gesicht verschwunden und eine Träne lief über ihre Wange. Stumm nahm ich sie in die Arme und hörte ein leises Schluchzen. "Das wollte ich nicht.", murmelte ich leise und sah bedrückt der Staubwolke hinterher, welche Caleb mit dem Wagen vom Hof weg mit sich zog.[...]


Ein paar Tage waren nun vergangen, seit Caleb und Zues den Hof verlassen hatten. Caleb reagierte weder auf Anrufe, noch auf Nachrichten, noch auf sonst irgendwas. Er war wie vom Erdboden verschwunden. “Alexis übernimmst du hier alles, ich fliege nochmal zu Svejn, Stormi abholen”, erklärte ich Alexis, die nun die Chefin hier auf dem Hof war. Eigentlich würde Caleb dies übernehmen, aber er war ja weg…
“Klar, mache ich.. wie lange bleibst du denn dieses Mal weg?” “Ich weiß es nicht.. versuch du aber bitte Caleb zu erreichen und ihm zu sagen, dass es mir Leid tut. Ich weiß nicht was in mich gefahren ist.. wir brauchen ihn hier..”, erklärte ich niedergeschlagen und ließ meinen Koffer die Treppe herunterkullern. Viel konnte nicht passieren, es waren nur Klamotten darin. “Fährst du mich schnell zum Flughafen?”, fragte ich Alexis dann und schneller als gedacht waren wir am Flughafen. Ich räumte mein Gepäck auf das Band und wartete, bis ich im Flieger Platz nehmen konnte. Wirklich rasch kam ich dann auch in Edinburgh an, wo ich auch wieder auf mein Handy schaute und ein Bild von Svejn bekommen hatte. “Oh…”, murmelte ich leise, ehe ich meinen Koffer schnappte und mich nach dem jungen Mann umsah. Sogleich entdeckte ich ihn auch. Langsam ging ich auf ihn zu, ehe ich unmerklich immer langsamer wurde. Wie sollte ich ihn begrüßen? Was sollte ich sagen? Wie würde er reagieren? Doch die Entscheidung wurde mir von ihm abgenommen.


Svejn
“Ich dachte das Pappschild mit deinem Namen kann ich mir sparen, bei der Frisur erkennt mich wohl jeder auf 20 Meter?” fragte ich die blonde Frau, die nun schon zum zweiten Mal auf meinem “Hof” weilen würde. Mit Stormi würde sie zurück kehren, ein weiterer Schritt für meine Pläne war gelegt.Noch stand überhaupt nichts fest, aber ich wollte nicht auf ewig in Schottland bleiben. Reisen mit den Pferden, danach stand mir schon viel eher der Sinn. Die restlichen Trainingspferde würde ich aufgeben, Bucks, Braum und Thjalfe würden mich auf diesen Reisen begleiten. Allerdings gab es trotzdem die Sorge ob ein blindes Pferd, ehemals verhaltensauffällig wirklich geeignet war um eine solche Reise zu unternehmen. Ich klopfte Verena freundschaftlich auf die Schulter, nahm ihr den Koffer aus der Hand. Es würden ein paar spannende Tage werden, wenn wir zusammen Braum einritten.


Verena
Ich lachte. “Wäre ich ein paar Tage später gekommen, hättest du mich auf 100 Meter erkennen können”, erklärte ich ihm und sah seinen fragenden Blick. “Ich färb mir in den nächsten Tagen meine Haare regenbogenfarben.. vielleicht ja hier in Schottland?”, erklärte ich ihm, zuckte dennoch kurz zusammen, als er mir auf die Schulter klopfte. Zögernd schenkte ich ihm ein lächeln, ehe er mir meinen Koffer abnahm. “Musst du zwar nicht, aber danke”, sagte ich lachend, ehe ich ihm eine Tüte unter die Nase hielt. “Guck mal, ich hab Vodka mitgebracht.. besser als Whisky”, fügte ich lachend bei und ging durch die Tür, die er mir aufhielt, nach draußen, wo ich mir sogleich meinen Kragen etwas höher zog. Hier fegte ein sehr kalter Wind.


Svejn
Ich verzog mein Gesicht, zog die Augenbraue skeptisch nach oben. “Vodka? Ganz so trinkfest wie ein Russe bin ich bei dem Gesöff allerdings nicht.” Dann erinnerte ich mich an ihre Aussage mit ihren Haaren. Mit wenigen eiligen Schitten holte ich zu ihr auf, nachdem ich auch ein älteres Paar durch die Tür gelassen hatte. Eine Weile bewegten wir uns schweigend zu meinem gemieteten Wagen, während dieser Zeit sah ich sie von der Seite an. Regenbogen, ich konnte es mir nicht vorstellen. “So scheint jeder von uns seine ganz eigenen Pläne zu verfolgen, vielleicht kann ich dir beizeiten von den meinen berichten.” Mit leicht zusammengekniffenen Augen sah Verena mich durch den Schleier ihrer Augen an, wilde Strähnen trieb ihr der Wind immer wieder in ihr Gesicht. “Schau nicht so grimmig, das gibt früher Falten!” Damit zog ich mir einen Haargummi vom Handgelenk um ihr diesen zu geben, hier hatte ich mir das angewöhnt. Schottland war kein Land in dem sich die Haare oft offen tragen ließen. “Mit dem Färben könnte ich dir ja behilflich sein, falls das wahrhaftig dein Wunsch wäre?” Am Wagen angekommen verstaute ich den Koffer hinten, klemmte mich selbst hinter das Steuer, ließ langsam den Motor an während sich Verena gewissendlich den Gurt anlegte. Es war trotz der langen Zeit irgendwie noch immer ein eigenartiges Gefühl den Beifahrer nicht zu seiner rechten zu haben, sondern links, denn man fuhr auch auf dieser Spur. Mittlerweile fiel es mir zwar leichter die alte Regel “rechts vor links” abzuändern, allerdings hing sie fest in meinem Hirn verankert - umdenken schien nicht gerade zu meinen Stärken zu gehören.


Verena
“Ach, das packst du schon”, kommentierte ich seine Aussage zum Vodka und blickte mich um, als er auf einmal verschwunden war. Ganz der Gentleman, nicht so wie Caleb, dachte ich mir und sah das ältere Paar durch die Tür gehen, die Svejn diesen aufhielt. Schnell schloss er wieder zu mir auf. “Du kannst Haare färben?”, fragte ich ihn lachend nachdem er mir einen Haargummi gegen meine ins Gesicht peitschenden Haare gegeben hatte.
Er schien meine Frage wohl zu vertagen, da wir schweigend ins Auto einstiegen, nachdem ich mich verdutzt hinters Lenkrad setzten wollte. “Stimmt, England”, murmelte ich und ging auf die andere Seite. “Und wie ist es dir so ergangen in meiner Abwesenheit? Du hast mich noch ins Museum eingeladen, weißt du noch?”, quasselte ich los und vergaß meine Schüchternheit einfach. Svejn war ein Mensch mit dem man Pferde stehlen konnte, was ich bei meinem ersten Besuch zwar nicht gedacht hatte, aber so war es.


Svejn
“Mein Wagen hat den Geist aufgegeben, ich hab das neue Pferd gekauft, eigentlich alles ziemlich unspektakulär. Stormi macht sich gut auf den Distanzen. Meine Sorge gilt momentan ganz besonders Moon. Letzte Woche hatte er eine ziemlich heftige Kolik, von der scheint er sich nicht so richtig zu erholen. Frisst schlecht obwohl die Zähne gemacht wurden. Wüsste ich es nicht anders, dann vermute ich das er Sarah vermisst!“ Solange der Hengst in meiner Obhut war würde ich die geschmiedeten Pläne nicht zur Tat machen,aber der Tierarzt hatte keine rosige Aussicht für den Braunen gegeben. Die Straße führte uns stetig weiter aus der Stadt, Inverness stand schon an den Schildern. Je öfter ich die Strecke hinter mich brachte desto kürzer kam sie mir vor.


Verena
“Das klingt ja… Ziemlich durchwachsen”, schlussfolgerte ich und sah aus dem Fenster. In der Ferne sah man den Hof schon immer näher kommen. Da er nicht fragte was es bei mir so gab, ging ich einfach auf seine Aussage ein: “Das mit Stormi ist echt top, vielleicht hilft er Moon doch ein wenig über die Trauer hinweg… Ich finde Pferde können ja schon trauern..”, fing ich an und redete die ganze Zeit über Moon und Stormi, dass ich gar nicht mitbekam, dass wir schon am Hof angekommen waren. Ich schmunzelte kurz, schnallte mich dann jedoch los und stieg aus dem Wagen, um meinen Koffer zu holen. Svejn kam mir jedoch wieder zuvor, so dass mir nur die Flasche Vodka zum tragen blieb. “Ähm, danke”, sagte ich und ging hinter ihm her. Wo ich wohl dieses Mal schlafen würde?


Svejn
Die Tür klemmte momentan ein wenig weshalb ich mich mit der Schulter seitlich dagegen werfen musste. In dem Raum der Wohn und Schlafzimmer sowie Küche in einem war herrschte Ordnung. Das ich einfach alles in die kleine Voratskammer gestellt hatte tat schließlich nichts zur Sache. Einzig mein Bett zeugte davon das dort jemand schlief,auf dem dunkelroten Laken lag vollkommen verschlungen die schwarze Decke,das Kopfkissen schien sie begraben zu haben. Auf der gegenüber liegenden Seite stand ordentlich angerichtet die Couch für Verena. “T’schuldige aber die Bettwäsche hat meine Ex ausgesucht.“ von der Couch strahlte uns ein grelles Gelb in Kombination mit Grasgrün entgegen,mir persönlich schmerzten die Augen davon. Da ich aber nichts anderes besaß und vergessenhatte was anderes heraus zu suchen,musste ich mit dieser Beleidigung für die Augen vorlieb nehmen.


Verena
Belustigt schaute ich ihm zu, wie er sich gegen die Tür warf, damit sie sich öffnete. Im inneren umfing mich eine wohlige Wärme, die ich nur zu gerne begrüßte. Als er mir von dem Laken erzählte, wanderte mein Blick zur Couch und mein Grinsen wich einem schmollen. Eigentlich hatte ich gedacht, ich würde wieder in seinem Bett schlafen, schließlich war dafür ja auch der Vodka… Aber ganz ehrlich? Ich war zum arbeiten hier, für sonst nichts. Eigentlich…
“Okay, die Bettwäsche ist echt hässlich “, sagte ich lachend und ließ mich mit Schwung auf sein Bett fallen. “Die gefällt mir viel besser”, lachte ich und sah ihn frech grinsend an.


Svejn
Ich ließ den Schlüssel achtlos auf den Tisch fallen, in dem guten Gewissen mich garantiert spätr NICHT daran zu erinnern. Dann drehte ich mich zu Verena um, die auf meinem Bett hockte, die Füße fast in der Luft baumelnd da sie sich an die Wand gelegt hatte. “Hässlich ist fast kein Ausdruck. Allerdings wird es wohl für ein paar Tage so gehen, im Dunkeln wirst du die Farbe ja nicht ertragen müssen.” Im Schatten ihrer Augen erkannte ich fast so etwas wie Enttäuschung. Ich kniff etwas ratlos die Augen zusammen, dachte an den mitgebrachten Vodka - ob sie wohl an eine Wiederholung der Geschehnisse vom letzten Treffen hoffte? Sie hatte gemeint sie wäre sonst nicht der Typ für solcherlei Dinge, sollte ich es riskieren? Die Fragen zerbrachen mir halb den Kopf, zugegeben war ich verwirrt. Sie wieder hier zu haben fühlte sich nicht falsch an, auch nicht sie küssen zu wollen. Dabei hegte ich jedoch keinerlei romantischer Gefühle, ich konnte klar trennen das ich sie nicht liebte. Spielte ich dann nicht nur mit ihr - wenn ich nur ihren Körper begehrte? Ich schob die Bedenken beiseite, setzte mich neben sie auf das Bett. “Sind ja auch meine Lieblingsfarben! Aber jetzt erzähl mir lieber wie es bei dir so läuft?”


Verena
Schmollend nickte ich. “Stimmt, im Dunkeln sieht man die Farbe nicht…”, wiederholte ich seinen Satz und fing an zu lachen, als er sich neben mich aufs Bett setzte. “Guter Geschmack…”, murmelte ich noch ehe ich die Hände über dem Kopf zusammenschlug. Dann kramte ich mein Handy raus, wählte eine Nummer und gab Svejn zu verstehen, dass er kurz warten sollte. “Alexis… Hast du ihn erreicht?” … “Hm… Ja… Scheiße.. Versuch es weiter, oke?”, mit diesen Worten legte ich auf. Svejn sah mich skeptisch an und wartete auf eine Antwort. “Caleb ist abgehauen… Nachdem ich ihm eine geknallt hab”... “Warum das?”, fragte der Schwarzhaarige mich. “Ich habe Zues weggegeben.. An eine gute Freundin in Italien.. Hab ich dir ja beim letzten Mal erzählt.. Caleb war grade vom Hof als wir Zues verladen wollten doch dann kam er wieder und hat mir vorgeworfen doch alles hinzuwerfen.. Dass weder der Hengst noch ich es bringen.. Dann hab ich ihm eine gescheuert und gesagt, dass er seine Sachen packen und abhauen soll… Das Problem? Ich brauche ihn auf der Ranch wenn ich nicht da hin.”, erklärte ich ihm und stützte mich im Bett auf, ehe ich meine Ellenbogen auf meine Knie setzte und den Kopf in meine Hände legte. “So ein Arsch…”, murmelte ich noch mit wutverzerrtem Gesicht. “Aber du hättest seinen Blick sehen sollen”, meinte ich beiläufig, ehe ich den Kopf hob und ihn angrinste.


Svejn
“Scheint ja ein schwieriges Persönchen zu sein dein Caleb” war für den Moment das einzige was ich zu ihrer Erzählung sagen konnte. Dann erwiderte ich ihr lächeln, ging weiter nach vorn zu ihr. “Den Schlag hätte ich allerdings gern gesehen!” Verena verzog die Augenbrauen, die Stirn legte sich in Falten, trotzdem wich das Lächeln nicht von ihren Lippen. Man sah regelrecht wie ihr die Spannung von den Schultern wich, nicht vollends aber doch ein wenig. Ein Gähnen ging mir über die Lippen, ich hatte in der Nacht wenig geschlafen da wir eine Nachtführung im Museum angeboten hatten. Daryl und ich hatten sie uns geteilt, aber die zweite Hälfte hatte ich übernommen und der Gästeraum hatte nicht unbedingt das bequemste Bett für die Nacht. Ich ließ mich einfach seitlich hinter Verena fallen, schloss die Augen ein wenig und nuschelte ziemlich unverständlich in Bart und Decke “Nachtschichten sind der Horror - Müde!” Ich wollte nicht wehleidig sein, allerdings konnte ich es nutzten um Verena abzulenken, sie sollte hier nicht an Caleb denken müssen.


Verena
Ich seufzte. “Mein Caleb ist er schon lange nicht mehr.. Ich hoffe nur nach dieser Aktion wird er wieder für mich arbeiten…”, murmelte ich und grinste nur kurz auf seine Aussage hin, dass er den Schlag gerne gesehen hätte. “Meine Hand hat auch ganz schön weh getan”, fügte ich lachend an und sah ihm zu, wie er sich auf das Bett fallen ließ. “Ich wollte dir keine Umstände machen”, meinte ich kleinlaut und drehte mich ein bisschen, damit ich ihn ansehen konnte. “Ich schau noch kurz nach Stormi dann können wir ja schlafen”, meinte ich und sah auf die Uhr. Es war halb 9 abends, stockdunkel und kalt.


Svejn
Ich konnte nicht anders als ins Kissen zu seufzen. “Du kannst schlafen, ich hab in knapp zwei Stunden Schicht.” Damit stütze ich mich auf die Hände, mein Gesicht ihrem Nahe “Umstände machst du nicht!” Damit rutschte ich vom Bett, entledigte mich meiner Hose um die große Stoffbahn für den Kilt in der Mitte des Raumes auszubreiten. Von einer Seite raffte ich den Stoff mehr schlecht als Recht zusammen, zog den Gürtel unter den Stoff. Anschließend legte ich mich darauf, musste beide Seiten vor dem Bauch zusammen legen und den Gürtel möglichst eng schließen. Jetzt konnte ich aufstehen und den hinteren Teil hinunter hängen lassen. Ich wurde langsam immer schneller! Dann befestigte ich den Plaid, sowie die historische Schnalle der McLeod, das Schwert und die Pistolen waren noch im Auto. Die Bluse musste ich im Museum austauschen, die hatte ich vergessen. Traditioneller Kilt, Waffen und Pulli sah dementsprechend seltsam aus. Dann sah ich zu Verena, grinste und sah ihren faszinierenden Blick. “So kannst du mich aber nicht begleiten!”


Verena
“Oh man..”, murmelte ich noch, ehe ich ungewollt zusammenzuckte, als er sich aufrichtete. Er stand auf und zog sich aus, naja halb. Ich erwischte mich selbst dabei, wie ich ihm verträumt beim Umziehen zusah. Kurz schüttelte ich den Kopf und wandte den Blick ab, bis er sich einmal rund herum mit dem Kilt bedeckt hatte. “Und wie Waffen? Gibts da keine?”, warf ich lachend ein und streckte mich einmal gähnend. Das Gähnen blieb mir wortwörtlich im Hals stecken. “Wie ? Ich zieh aber keinen Rock an!”, sagte ich todernst und musterte ihn von oben bis unten. “Gibts sowas nicht als Hose? Also eine Hose mit deinem Muster?”, sagte ich dann lachend und schaute nun nicht mehr so todernst, sondern leicht panisch. Ich hasste Röcke, und ich hasste Kleider.


Svejn
“Also eigentlich hatte ich auf etwas mehr Begeisterung gehofft!“ stieß ich gespielt empört aus. Wir hatten eine besondere Art der Vorstellung für unsere Gäste geplant,die wir schon eine ganze Weile probten und vor zwei Tagen das erste Mal durchgeführt hatten. Dabei handelte es sich um nachgespielte Hochzeiten,Festgelage und für die Abenteuerlichen auch Jagden auf Pferden.Die Gäste meldeten sich zuvor an,bekamen historische Kleidung und wurden mitten im Spektakel ausgesetzt,sie erlebten alles mit. Meine bisherige Partnerin Jean hatte sich allerdings außer Gefecht gesetzt. “Ich hab meinem Chef versprochen Ersatz für Jean zu finden,da sie nicht kann.“ Näher trat ich an Verena heran,zog sie an meine Brust,lächelte und säuselte “Als Lady McLaren,zukünftige des Laird McLeod in einem tollen Hochzeitskleid wirst du mich doch nicht im Stich lassen?“


Verena
Ich hörte ihm aufmerksam zu wie er erzählte, dass seine Partnerin ausgefallen war. Als er näher an mich heran kam und mich an seine Brust zog, versteinerte sich mein Körper. Skeptisch hörte ich ihm zu, ehe ich mit meinen Händen auf seine Brust haute und ihn lachend von mir wegstieß. “Ich in einem Hochzeitskleid? Hast du sie noch alle?”, prustete ich los und sah dann erst, dass er es ernst meinte. “Du.. du meinst das doch nicht ernst, oder?!”, fragte ich ihn geschockt doch noch immer hielt er meinem Blick stand. “Du meinst das ernst…”, murmelte ich dann. “Muss ich denn was sagen? Ist das Kleid weiß? Muss ich dich küssen? Gibst Kuchen”, löcherte ich ihn mit Fragen und stemmte die Hände in die Hüften, mein Blick leicht panisch.


Svejn
Ich schwieg sie Tod,sie schien sich einige der Antworten selbst beantworten zu können. “Kuchen gibt es zumindest nach den ersten drei Gängen. Das Kleid ist eine Mischung aus Silber und den Tartanfarben der McLeods. Deine Frage mit dem Kuss….hast du mit einem Mal etwas dagegen?“ ich klemmte die Hand lässig an den Gürtel,sah sie an und wippte mit dem Fuß. Mir gefielen die Regungen der diversen Gesichtsausdrücke, wartete jedoch auf den einen Ausdruck der Resignation bedeutete. Damit hätte ich gewonnen, sie würde mitkommen auch im Kleid. “Meinst du ich trag den Fummel hier gern?“ Ich bewegte mich halb im Kreis,so flog der Kilt ein wenig. Zugegeben am Anfang hielt ich nicht von,aber mittlerweile hatten die doch irgendwie Stil.


Verena
Ich quasselte und quasselte und quasselte, ehe ich merkte, dass er mich einfach nur fragend ansah. Mit einem Mal hielt ich den Mund und ließ ihn auch mal zu Wort kommen. “Kuchen find ich gut… und was sind die Tartanfarben der McLeods?”, fragte ich unwissend und dachte an ‘Tarnfarben’, wie bei der Bundeswehr. Etwas unbehaglich fuhr ich mir durch die Haare, ehe ich sie alle auf eine Seite fummelte und ihn mit etwas schiefgelegtem Kopf ansah. “Na klar hab ich was gegen nen Kuss!”, meinte ich histerisch und fuchtelte mit den Armen, ehe ich sie dann doch wieder vor der Brust verschränkte. “Naja.. eigentlich nicht… Aber ich bin eine schlechte Schauspielerin…”, murmelte ich dann verlegen und sah ihm zu, wie er sich im Kreis drehte. Nun huschte wieder ein Grinsen über mein Gesicht. “Na gut. Ich komme mit. Aber du schuldest mir echt was dafür”, murmelte ich und ging in Richtung Tür, bis mir auffiel, dass er gar nicht mitkam. “Haben wir noch was vergessen?”, fragte ich ihn dann und sah dann an mir herunter. Mit dreckigen Boots konnte ich bestimmt nicht ins Museum, weshalb ich auf dem Absatz kehrt machte und mir etwas schickeres anziehen wollte. “Wie lang ist das Kleid? Ich hab keine dünne Strumpfhose und so dabei..”, sagte ich und blickte ihn fragend an.


Svejn
Ohne Umschweife öffnete ich die Schranktüren, dort an der langen Seite hing das Kleid von Jean. “Nimm doch einfach das da?“ obwohl sie Kleider nicht mochte klappte ihr die Kinnlade nach unten. Fast bewundernd strich Verena über den Stoff der Korsage und den blau zart gelb gemusterten Rock der dazu gehörte. “Schuhe finden sich sicher im Fundus ansonsten können wir natürlich los sobald du dich umgezogen hast.“ Mit dem Schauspiel würden wir sicher irgendwie klar kommen, es war ja der letzte Auftritt. Danach hatte ich drei Tage frei,diese wollten wir nutzen für Braum. Ich wusste gar nicht wie lange sie vor hatte zu bleiben.


Verena
“Ach, hat die andere auch hier übernachtet?”, fragte ich bissig, ehe ich das Kleid musterte. “Hilfst du mir denn dann?”, fragte ich und schnappte mir das Kleid, ehe ich meine Kleidung auszog und mich in die Korsage quetschte. “Glaub mir, du schuldest mir hierfür sehr, sehr viel”, murmelte ich und zuckte zusammen, als mich seine kalten Finger berührten. Jetzt bereute ich es ein wenig, keine wirklich sexy- Unterwäsche angezogen zu haben, sondern einfache 0815-Schwarze.


Svejn
Es kostete mich ein wenig Fummelei die Schnüre auf dem Rücken fest zu machen. “Jean hat es gestern vom Pferd gehauen bei der Jagdvorführung. Ich hab gesagt ich kann Ersatz finden,also hab ich das Kleid mitgenommen.“ Ich drehte sie um,betrachtete sie in dem Licht der Funzel die ich meine Deckenleuchte nannte. Dann nickte ich zufrieden,schwang sie auf den Arm, wegen der fehlenden Schuhe. Tatsächlich erinnerte ich mich an die Tatsache das der Schlüssel auf dem Tisch lag. Im Auto setzte ich Verena ab,startete den Motor und sah sie zwinkernd an “Mit Jean wäre kein Kuss vorgesehen gewesen.“ Andererseits ratterten meine Gehirnwindungen bereits daran wie ich ihr den Gefallen zurück zahlen könnte.


Verena
“Ach ihr habt auch Pferde da?!”, sagte ich begeistert und sofort hellte sich meine Mine auf. Auch als er mich hochob und zum Auto trug, verschwand diese nicht. “Das hättest du mir vorher sagen sollen..”, murmelte ich dann und schnallte mich an. Sofort fuhr er los und die Scheinwerfer seines Autos erhellten die Straße. “Ich hoffe ich darf ein schickes Pferd reiten… vielleicht kann ich da ja auch ein bisschen Trainer spielen”, quatschte ich ihn lachend zu, ehe er mir dann erklärte, dass mit Jean kein Kuss vorgesehen war. “Wie, kein Kuss? Und warum bekomm ich dann einen?”, fragte ich und fixierte ihn mit meinem Blick. So launisch wie heute war ich lange nicht gewesen, was mich selbst ein wenig wunderte. Dieser Kerl machte mich verrückt.


Svejn
Ob ich ihr sagen sollte das wir heute leider nicht auf einem Pferd sitzen würden? Nungut,der Stall war nicht weit weg ich könnte ihr zumindest den Stall zeigen. Vielleicht würde sich Kyle überzeugen lassen uns zur Kirche reiten zu lassen? Mit der rechten griff ich das Lenkrad fester,schob den Regler für die Musik ein wenig leiser Saltatio Mortis Lied “Manus Manum Lavat“ war kaum mehr als ein Summen im Hintergrund des fahrenden Wagens. “Jean ist eine schwierige Person, die nicht für einen Job die Beziehung zu ihrem Freund riskiert. Kyle,mein Chef,hat das ziemlich gestört,deswegen gab es wegen der Proben viel Streit zwischen den beiden. Also haben wir uns darauf einigen müssen den Kuss nur vorzutäuschen. Jean ist eine der wenigen Frauen am Freilicht Museum, Kyle blieb nichts anderes übrig. Als wir jetzt Ersatz gesucht haben, erwähnte ich das der Hochzeitskuss vielleicht kein Problem wäre. Natürlich kannst du es ablehnen,aber mir wäre es eine Freude - für die Gäste außerdem viel authentischer!“ mein Versuch sie weich zu bügeln schien hoffentlich Früchte zu tragen wobei ich kaum einen Zweifel daran hatte Verena würde sich widersetzen.
Eine gute halbe Stunde Fahrt war tatsächlich schon um ich parkte den Wagen ließ den Motor aus und wandte mich an Verena. Der Blick fragend,bittend trotzdem belustigt Lächeln und eine Augenbraue erhoben. Die Entscheidung lag bei ihr,zumindest hatte ich sie für das Kleid erwärmen können.


Verena
“Du hörst ja schon komige Musik”, merkte ich an, ehe er sie leiser stellte und wir weiter unseren Wer entlang fuhren. Jetzt erklärte er mir auch die Sache mt Jean. “Hmm”, murmelte ich nur und überlegte, was ich nun sagen sollte. Die weitere Fahrt über schwieg ich also nur, ehe wir auch schon da waren und er mich bittend ansah. Natürlich ließ ich ihn kurz zappeln, ehe ich lachte und zusagte. “Na gut… Aber als Gegenleistung kommst du mich mal in Kanada besuchen.. Dann stell ich dir meine verrückte Bande vor”, stellte ich ihm eine Forderung und wartete belustigt auf eine Antwort.


Svejn
“Ehrlich gesagt hatte ich das schon länger im Sinn, mit meinen drei Rabauken würde ich gern länger bei dir vorbei schauen, aber Moon allein zurück lassen wäre nicht die beste Idee. Ihn mitzunehmen, ich” kurz schwieg ich an dieser Stelle “...ich weiß nicht ob das in seinem Zustand die beste Idee ist. Manchmal schau ich mitten in der Nacht nach ihm, wenn ich nicht da bin ist es jemand anders.” Ich bohrte meinen Fingernagel in das Lenkrad, sollte ich ihr sagen das wir tatsächlich mit dem Gedanken spielten den Hengst vielleicht einschläfern zu lassen? Ein Blick zu ihr verriet mir das ihre Belustigung gewichen war, sie hatte ihn noch nicht life gesehen, aber das Foto verhüllte nicht viel. Es ging dem Kerlchen schlecht. Verena sagte nichts nickte nur “Hauptsache du gibst mir das Versprechen mal vorbei zu kommen, dann bin ich schon zufrieden. Bis dahin komm ich eben immer mal wieder vorbei. Moon wird sich sicherlich fangen, er war schon immer ein Kämpfer, genau wie es Sarah war.” Damit stiegen wir aus in Richtung Museum.


Verena
Aufmerksam hörte ich ihm zu, bejahte und nickte ab und an, ehe wir am Museum ankamen und ausstiegen. Naja, er stieg aus. Ich hatte ja keine Schuhe, was die Sache ein wenig beschwerlicher machte. Er hob mich einfach ganz kühn hoch und trug mich ins Museum rein, wo ich dann auch wieder selbst laufen konnte. “Echt schön hier”, sagte ich staunend und schaute mich um.


Svejn
“Willkommen im Lennoxlove House! Seineszeichens Museum,historisches Hotel und für jene die tiefer tauchen noch viel mehr!“ klang eine euphorische Stimme von vorn,Kyle kam mit ausgebreiteten Armen und dem ihm ganz eigenen eleganten Gang auf uns zu. Verena sah leicht verwirrtvon ihm zu mir,als sie von Kyle in die Arme genommen wurde. Ich zuckte entschuldigend mit den Schultern,trotzdem schenkte sie mir ein Lächeln. Kyle schien entzückt von ihr,schleifte sie geradezu hinter sich her,plapperte fröhlich wie er ihre Haare in Szene setzen könne. Mir wurde nicht erlaubt in den Raum zu folgen, dazu blieb auch kaum Zeit eine schrille Stimme kam über den Flur und rief meinen Namen. “Jean?“ verblüfft sah ich sie auf Krücken,aber historisch gekleidet auf mich zu kommen. Kyle und Verena standen noch in der Tür,letztere lehnte sich vor am Türrahmen vorbei. Wankend kam Jean vor uns zum stehen, sie besaß ausladende Hüften,war größer als ich und ihr feuerrotes Haar stellte wunderbar ihren bissigen Charakter wieder. Prüfend sah sie zu Verena,die unter dem Blick gleich um einige Zentimeter zu schrumpfen schien. “Das ist also diejenige die mich ersetzen soll?“ fing sie ungläubig an zu sprechen, überging dabei Verena als würde sie überhaupt nicht existieren. “Ihr seit also der Meinung SIE“ dabei schwang eine Krücke in Verenas Richtung gefährlich nahe am Saum des Kleides entlang. “könne mich ersetzen? Falls ich euch da nicht mal täuscht. Naja zumindest scheint sie in das Kleid zu passen. Hoffentlich kann sie sich auch auf Rougar halten.“ Verena hatte aufmerksam zugehört,sie lachte leise auf,ich sah nur die feine Bewegung der Schultern. “Höchstwahrscheinlich kann ich mich besser auf Rougar halten als du es konntest.“ Merklich hörte ich Kyle einatmen,seine Bluse spannte sich. Bemerkungen über ihr reiterliches Können mochte Jean nicht,gleich nach Kommentaren über ihr Aussehen. Jean stütze sich nach vorn,wankte ein wenig bei den Versuch ihre Hand in die Hüfte zu stellen. “Ach und wie kommst du darauf?“ Verena wuchs zu ihrer normalen Größe an “Ich bin Trainerin, es gehört zu meinem Job mich auf bockenden Pferden zu halten.Auf meinem ersten saß ich mit 10.“ Damit hatte Verena wohl nichts mehr zu sagen drehte sich um und ging in den Raum. Kyle zog die Brauen nach oben,lächelte und zwinkerte - er schien zufrieden mit Verena,sie hatte sich gegen Jean behaupten können.Nach einer halben Stunde kam eine Verena wieder aus dem Raum die ich beinahe nicht erkennen konnte. “Ihr habt noch eine Stunde bis die ersten Gäste kommen,bis dahin zeig ihr doch das Haus,Svein.“ schlug Kyle vor,verschwand dann selbst um noch ein paar Sachen zu erledigen. “Er hält ja kaum eine Sekunde den Mund!“ es klang nicht böse,eher belustigt sie schien sich bei ihm nicht unwohl zu fühlen “Ganz anders als Riley.Dafür hab ich so viel über das Haus,seine ehemaligen Bewohner und die große Pferdezucht erfahren,das kann ich mir gar nicht alles merken!“ trotzdem saugte sie alles was ich selbst über das Haus gelernt hatte wie ein Schwamm auf. Im Stall konnte sie sich gar nicht satt sehen an den prächtigen beiden Friesen, Vlien und Vloun, die beiden waren Brüder und wahre Gutmensch naturen. Viele der Pferde waren stämmige Highlandponys,dessen Namen ich nicht alle kannte.“Wo ist jetzt Rougar?“ drängelte sie fast, ich ahnte das besonders der Wallach ihr gefallen würde. Rougar, schneeweiß im Aussehen war eine nicht ganz gewollte Mischung aus einer Huntersture und einem Quartervater,seine Farbe kam von der Mutter,im Aussehen glich er jedoch dem Quarter -zumindest war es zu erkennen. Verenas Augen glänzten als der im Hengsttyp stehende Wallach in seiner komplexen Montur vor ihr stand. “Ein Quartermix?! Und DAS verschweigst du mir?“ empört bekam ich einen Schlag auf die Schulter “Aua!“ doch das Grinsen wich mir nicht vom Gesicht. “Komm,du hast später Zeit ihn zu knuddeln ich stell dir das Team des heutigen Abends vor.“ Freundlich begrüßte Verena alle neuen Gesichter,ließ sich Umarmen. Wirklich glücklich wirkte sie dabei jedoch nicht,die Selbstbeherrschung die sie Jean gezeigt hatte schien zu weichen. “ Mit neuen Leuten tu ich mich immer schwer“ gestand sie mir als wir zurück in den Stallungen waren. “Wichtig ist nur das du dir Graham und Laoghaire merkst,die beiden werden die Brauteltern darstellen. Du kommst den Gang hinunter geritten bis zur letzten Eiche,dort hilft Graham dir aus dem Sattel,danach wird alles wie bei einer Hochzeit ablaufen. Beantworte die Fragen, sprich mir den Schwur später nach. Anschließend gibt es ein Festessen, da sind über 60 Leute zugegen. Die anderen werden viel über das historische Brautpaar sprechen. Nach dem vierten Gang,deinem heiß geliebten Kuchen, geb ich dir ein Zeichen. Dann erhebst du dich, knickst den Gästen zu und irgendwer wird frivol rufen das sich das Brautpaar jetzt dem wichtigsten der Hochzeit widmet. Anschließend haben wir Feierabend, wegen der Zeit hat uns Kyle zwei Zimmer reserviert in denen wir schlafen können. Noch Fragen?“
Aufmerksam hatte sie zugehört,biss sich auf der Unterlippe herum “Wahrscheinlich fallen mir später hunderte ein,jetzt allerdings ist mein Hirn matsch.“ Dann wünschte ich ihr Erfolg. Ich nahm sie noch einmal in den Arm, küsste ihre Stirn “Danke nochmal!”
Auf flinken Füßen huschte ich zu meinem Platz am Altar,die Gäste wurden in den Saal gelassen. Die Allee aus Eichen war erleuchtet,sodass Verena auf Rougar ohne Probleme zu sehen war. Als sie mit Graham zusammen den Gang hinunter Schritt musste ich unweigerlich breit grinsen, ihre Augen huschten durch den gesamten Saal, als wolle sie jedes noch so kleine Detail in ihr Hirn aufsaugen.
Die Zeremonie verlief ohne spannende Vorkommnisse, es langweilte mich nach dem vierten Abend eher. Trotzdem behielt ich das Lächeln bei, zwinkerte Verena zu. Sie schien mittlerweile fast begeistert vom Abend zu sein, ihre Wangen glühten rot in der Aufregung. Für einen Moment fragte ich mich ob sie bei einer wirklichen Hochzeit weniger aufgeregt sein würde. Dann musste ich stark ein Lachen unterdrücken - wer würde nicht? Ich selbst hatte mich bereits verlobt gehabt, die Hochzeit irgendwie halb in der Planung, jetzt würde es wohl nicht mehr zu einer solchen kommen, von Beziehungen wollte ich zur Zeit nichts wissen.
Kurz vor dem Kuss wisperte ich noch “Machen wir Jean richtig wütend.“ Es sollte ein kleiner Kuss werden, doch konnte ich nicht anders als meine Grenzen zu ertasten.
Sanft verlangte ich um Einlass,der ohne Widerstand geleistet wurde. Ob aus Wollen oder aus Überraschung vermochte ich natürlich nicht zu sagen. Sanft küsste ich meine historische Braut des Abends,während Jubelrufe im Publikum laut wurden. Ich löste mich von ihr, eine Hand noch in ihrem Nacken, lächelte als ich ihrer glasigen Augen und roten Wangen gewahr wurde. Das Festessen war prächtig wie immer, doch warnte ich sie zu viel zu Essen “Sonst passt kein Kuchen mehr!“ “Kuchen geht immer!“ hieß es prompt von Verena, die Zunge halb aus dem Mund heraus gestreckt.
Es gab reichlich Whisky, Met und Honigbier wobei wir uns beide vornehmlich am Wasser hielten, ein Kater konnten wir uns für die Arbeit mit den Pferden nicht unbedingt leisten. Nach dem wunderbaren Apfelkuchen, erhob sich Verena,knickste und wir verließen Arm in Arm die Halle - es war Kyle der gespielt besoffen das letzte Wort verkündete, das wir kaum hörten als die schwere Tür ins Schloss fiel. Sie schluckte jegliche Geräusche aus dem Inneren, dann war nur mein Seufzendes Gähnen zu hören. “Was für ein gelungener Abend!”



Verena
Stumm schweigend ging ich hinter Svejn her zu unseren Zimmern. Ein wenig gruselig war dieses Hotel schon. Oder ich war einfach nur übermüdet, dass ich schon Gespenster sah.
Zusammen mit dem schwarzhaarigen Mann betrat ich sein Zimmer, meins war direkt daneben. “Der Abend war wirklich toll, hast du Jeans Blick gesehen als ich auf Rougar angeritten kam? Wie in Hinmels Willen ist sie von dem runter gefallen, der ist brav wie ein Lamm!”, lachte ich und setzte mich aufs Bett. Ich hatte nichts anderes zum Anziehen dabei, weshalb ich nun eine Weile im Kleid verweilen musste.


Svejn
“Rougar mag Kandarren nicht und Jean keine Pferde die ihr unter dem Arsch weg rennen. Im Gelände ist er spritzig aber nicht unkontrolliert,trotzdem zwingt sie ihm die Kandarre auf. Er hat sich vor einem der Hunde in der Meute erschrocken, ist zur Zeit und Jean hat ihm in den Zügeln gerissen, da hat er natürlich angefangen wie verrückt zu buckeln.” Gerade als ich mich auf die Bettkante plumsen lassen wollte, fing ich mich ab - Verena saß da in ihrem Kleid. “Ich muss nochmal fix ans Auto, als du das Kleid angezogen hast auf dem Klo hab ich ein paar Wechselklamotten mitgenommen.” Verena winkte ab, warf mir jedoch den Schlüssel zu, ich musste grinsen als sie ihn aus ihrem Ausschnitt hervor zog. “Was du hast gesagt ich soll ihn sicher weg packen.” Ich zuckte die Schultern, flitze den Gang hinauf zum Parkplatz, kramte den Rucksack hervor. Auf dem Weg zurück wäre ich fast in mein angestammtes Zimmer im zweiten Stock gelaufen, dieses Mal waren wir jedoch im Keller untergebracht. So dauerte es dann doch noch ein bisschen bis ich wieder das Zimmer betrat. Verena war nicht auf dem Bett,doch hörte ich in diesem Moment gerade die Klospülung.


Verena
Ich schüttelte den Kopf. “Immer diese Show-Menschen… Prügeln ein Pferd mit Kandarre durch die Gegend, während es mit normaler Trense locker laufen würde”, murmelte ich und sah ihm dann zu. “Klar “, lachte ich und gab ihm den Schlüssel, den ich aus meinem Ausschnitt nahm. Als er also gegangen war sah ich mich ein wenig im Zimmer um und ging dann zur Toilette, auf der ich mich ausziehen wollte, bis mir auffiel, dass ich dir Korsage gar nicht aufbekam. “Kannst du mir helfen?”, nuschelte ich und drehte mich einmal schnell im Kreis, damit mein Kleid durch die Gegend wehte.


Svejn
Wie sie sich so drehte musste ich unweigerlich an Katniss Everdeen denken,die sich auf der Bühne ähnlich gedreht hatte. “Klar komm her.“ Allerdings hatte es sich mit dem lösen der Schleife nicht getan,während also die Schnüre immer länger wurden musste ich alles das was ich vorher fest gezogen hab lösen. “Das ist eine fummlige Sache,wie kann man sich sowas ausdenken!?“ Verena befreite sich wortlos sie schien genauso müde wie ich. Im Rucksack kramend warf ich ihr mein Shirt zu “Hab leider nicht erkannt was bei deinem Zeug für die Nacht war also hab ich das mitgenommen.“ Derweil legte ich den Kilt ziemlich zerknüllt auf den Boden warf mir ein Shirt über und ließ die Boxershort an.



Verena
Schier ewig schien er an meinem Kleid herum zu fummeln, ehe ich wieder nur mit BH und Slip bekleidet vor ihm stand. “Jemand der keine Hobbys hat denkt sich sowas aus”, sagte ich lachend und nahm dankend sein Shirt an. Ich zog es über den Kopf und sah kurz zu ihm herüber, als auch er sich umzog. Ich stellte mich kurz vor den Spiegel und zupfte an den T-Shirt herum. Svejn war nicht sonderlich groß, weshalb mir das T-Shirt nicht ganz über den Hintern ging. “So kann ich aber nicht rüber gehen”, murmelte ich. Unsere Zimmer waren nicht direkt nebeneinander, meins war ungefähr 5 Zimmer weiter. Leicht ratlos sah ich zwischen Svejn und dem Bett hin und her.


Svejn
Ich sah an mir runter,mein Outfit war wogl mehr dazu geeignet quer durch den Flur zu laufen. Allerdings war das Bett breit genug für uns beide, “Lass uns einfach hier bleiben,weiß jetzt spontan eh nicht wo die Karte für das Zimmer hin ist. Es ist 2 Uhr in der früh,Schlaf ist alles was ich jetzt will!“ Das war sogar wahr,meine Augen hielten sich kaum noch offen von allein,mein Hirn fasste keinen Gedanken mehr klar. Ohne Hintergedanken ließ ich mich also einfach vorwärts ins Bett fallen,rollte auf die Seite und zog eine der Decken zu mir ran. Eine Hand lag auf dem Schalter zumlöschen des Lichts. Auch Verena schien zu dem Schluss zu kommen,denn ich hörte das Bett rascheln,drehte den Kopf und sah wie sie sich auch hinein legte. “Du hast Recht.“ nuschelte sie genau so verschlafen wie ich.


Verena
Ich nickte als er meinte, dass wir einfach beide hier bleiben sollte . Ich legte mich ins Bett neben Svejn, ehe er das Licht löschte und ich mich in meine Decke kuschelte. Auf das Frühstück, welches mitgebucht war freute ich mich schon besonders, da es aufs Zimmer gebracht wurde. “Gute Nacht “, murmelte ich ehe ich einschlief.
Die Nacht war schneller vorbei als mir lieb war. Um 8 Uhr klopfte jemand Sturm an unserem Zimmer. Grummelnd stand ich auf, weil ich trotz rütteln und schütteln meinen lieben Bettnachbarn nicht wach bekam. Vielleicht tat er auch nur so, als würde er schlafen, um sich meinen Hintern anzuschauen, wenn ich zur Tür ging. Ich seufzte und ging letztendlich zur Tür. “Guten Morgen, wie bestellt ihr Frühstück”, sagte die junge Frau lächelnd und achtete gar nicht auf meine Kleidung. “Am anderen Zimmer macht niemand auf, soll…” “Ist schon gut, lassen Sie alles hier”, meinte ich zuvorkommend und zog den Wagen in unser Zimmer. “Dankeschön “, sagte ich noch kurz ehe ich die Tür zumachte und alles in Richtung Tisch schon. “Aufszehen du Schlafmütze!!”, sagte ich nun echt laut und rüttelte Svejn durch. Wieder bekam ich ihn nicht wach. “Hm”, sagte ich nachdenklich und fing dann einfach an, den Tisch zu decken. Endlich raschelte es im Bett. War er nun aufgewacht?


Svejn
Ich rollte mich auf die Seite des Bettes an der mir das Sonnenlicht direkt ins Gesicht schien, meine Hand bedeckte sie daraufhin gleich wieder. Nur langsam kam ich mit in Watte gepacktem Kopf nach oben - da bahnte sich doch jetzt nicht eine Erkältung an?! Nachdem sich meine Augen langsam anpassten, blinzelte ich in Richtung Verena. “‘Tschuldige eigentlich sollte ich das wohl machen.”
Ich war jetzt einfach nur froh das diese Schichten für den Moment ein Ende hatten, dafür hatte ich in den nächsten zwei Wochen keine Führungen zu machen. Eigentlich auch wieder schade, die Bedienung hier im Hotel genoss ich dann doch ganz gern. Da mir ein kühler Wind um die Beine wehte, zog ich eine Jeans über die Boxershort. Gemeinsam ließ sich der Tisch wesentlich schneller decken als allein. Gerade als ich allerdings genüsslich vom Brötchen abbeißen wollte klingelte mein Handy, ich schaute müde in Richtung des Bettes. Beschloss für den Moment nicht ran zu gehen. Als dann allerdings noch dreimal angerufen wurde, machte mich das stutzig. Dort auf dem Display meines Handys stand “Alisdair”
Äußerst verwundert nahm ich an “Al, was ist los?” “Svejn, Moon hat schon wieder eine heftige Kolik, wir haben den Tierarzt schon gerufen, er ist hier - kannst du kommen? Es sieht nicht gut aus!” Ich hielt die Luft an, wenn Alisdair sagte es sah nicht gut aus, dann war es das tatsächlich. “Natürlich!”
Ich drehte mich um, mein Handy war laut genug gewesen - Verena hatte schon fast alles wieder auf den Wagen geräumt. “Dafür lass ich das Essen auch erstmal stehen - wie lange brauchen wir zum Hof?” “Wenn ich rase noch eine dreiviertel Stunde.” Innerhalb der nächsten Viertelstunde packten wir, checkten aus und verabschiedeten und von Kyle. Im Kopf hatte ich schreckliche Szenarien - war jetzt der Moment gekommen den ich die ganze Zeit gefürchtet hatte?




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20.02.16
Moonlight Shadow | Euthanasie

Auf dem Rinderhof angekommen wurden wir nicht von Svejn sondern einem älteren Herren namens Alisdair begrüßt. “Hab den Besitzer schon informiert wir fangen ohne ihn schon an, sieht nicht gut aus.” Er sah mitgenommen aus, und erklärte mir das es diesmal schon recht schlimm ist. "Wir haben immer mit ihm gegen die Koliken gekämpft. Aber diesmal erscheint es mir viel viel schlimmer. Alle Erstmaßnahmen die wir normalerweise ergreifen um die Schmerzen erträglicher zu machen, hatten diesmal keine Wirkung gezeigt." sagte der Mann und setzte sich mit verzweifelten Gestiken neben Moon ins Heu. Simon hatte die Rolle der psychologischen Betreuung übernommen und suchte das Gespräch mit Alisdair. Somit hatte ich freie Bahn um mir ein Bild von der Situation zu machen um entsprechend zu handeln. Ich versuchte mich Moon langsam zu nähern, aber er beachtete mich kaum. Er war zu sehr damit beschäftigt sich abwechselnd herum zu wälzen und sich in Hundeposition hin zu setzen. Sofort kontrollierte ich seine Vitalzeichen. "Du armer Kerl" sagte ich als ich seine Blutdruck und seine Pulsergenisse ansah. Für so Werte muss man schon sehr starke Schmerzen haben. "Komm kleiner, ich lass dich nicht mehr Leiden. Ich hoffe aber du kämpfst, du schaffst das schon". Ich setzte ihm einen Venenkatheter, somit konnte ich ihm sofort starkes Schmerzmittel, direkt in die Vene verabreichen. Das Schmerzmittel wirkte schon nach kurzer Zeit und ich nutzte die Gelegenheit um den Hengst weiter zu Untersuchen. Seine Augen sowie Zahnfleisch waren stark errötet und auch seine Atmung schien im weiter schwer zu fallen. Nach circa zehn Minuten, plus verabreichnung weitere Schmerz und Beruhigungsmittel ging es mit dem wälzen weiter.

Svejn
Als wir den Wagen auf dem Hof parkten war der Tierarzt bereits da, sie standen auf dem abgesteckten Stück Paddock von Stormi und Moon, letzterer lag auf dem Boden. Alisdair, eine Frau und offensichtlich ein Helfer standen um den braunen Hengst herum. Wir begrüßten sie,Verena war bereits vollkommen aufgelöst, als sie den Hengst sah. Auch mir steckte ein riesiger Kloß im Hals, gemeinsam begaben wir uns auf den Paddock, hielten Stormi davon ab zu dem kranken Moon zu wollen. Er schien zu wissen das nichts in Ordnung war.


Alisdair und Simon waren mittlerweile wieder zu uns gestoßen. Svejn der gerade gekommen war versuchte Moon zu beruhigen. Wir versuchten alles was in unserer Macht stand um ihn zu fünft wieder auf die Beine zu bekommen, vergeblich.

Nach über drei Stunden war es soweit. Die Medikamente halfen Moon nur bedingt aber erbrachten keinen Erfolg. Moon und Svejn, sie beide erschienen von aller Kraft verlassen. "Es, es sind drei Stunden um. Das ist das absolute Maximal für solche Schmerzen und zu neunundneunzig Prozent kann man, so leit es mir tut, keine Heilung mehr Erwarten". Nach diesem Satz musste ich erstmal Durchatmen. "Es ist nie leicht für mich eine solch Diagnose stellen zu müssen, vor allem bei einem Pferd was noch viele glückliche Jahre erleben hätte können. Aber ich glaube es ist Zeit über eine Euthanasie, Einschläferung, nach zu denken". Svejn blickte mich und Simon an. "Ich weiß. Simon hatte mit mir über eine solch mögliches Ergebnis gesprochen. Ich hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn ihr meint das es der letzte Ausweg ist ihm zu helfen". Er streichelte Moons stark verschwitztes Ohr und küsste trotzdem seine Stirn. "Möchtest du dabei sein?" frug ich behutsam. Svejn sah hinüber zu Verena zögerte ein wenig bevor er ja sagte. "Als ich ihn nach dem Unglück von Sarah zu mir aufgenommen habe, da habe ich ihm versprochen da zu sein. Was wäre es für ein Verrat diesen Weg nicht mit ihm zu gehen". Knie zittrig stand ich auf und zog die Überdosis von Betäubungsmittel in die Spritze und lief zurück zum Paddock. "Letztendlich ist es immer noch deine Entscheidung. Du darfst dich trotz meiner Diagnostik dagegen Entscheiden". "Nein, ich möchte ihn von seinem Leid erlösen." sagte Svejn und hielt Moons Kopf in seinem Schoss. "Gleich ist es vorbei" flüsterte ich, löste die Sicherung am Venenkatheter und verabreichte ihm das Betäubungsmittel. Es begannen Minuten der vollkommenen Stille, erfüllt mit Trauer, einem Hauch von Fassungslosigkeit aber auch Erleichterung bis Moon langsam zur ruhe kam, nicht mehr hektisch versuchte sich zu drehen und dann seelenruhig seine braunen Augen schloss. Ich ging aus dem Paddock und ließ sie sich alle von ihm verabschieden.

Somewhere . . . in time's own space, there must be some sweet, pastured place
Where creeks sing on - and tall trees grow, some paradise where horses go,
For by the love that guides my pen, I know great horses live again.

by Stanley Harrison

Simon und ich blieben noch solange wir konnten auf dem kleinen Hof um weiter Svejn zu betreuen und mit ihmr alles zu verarbeiten. Er blickte jedoch sehr positiv in die Zukunft und sah Moons Lebensende als ein Meilenstein für seinen Neuanfang. "Vielen Dank" sagte Svejn nochmals als wir zum Abschied übergingen. "Viel Glück für die weitere Zukunft und darauf das wir uns für sowas nicht nochmal wieder sehen müssen" sagte ich und stieg dann in das Taxi.

Er war fort, ich starrte auf den Körper den wir mittlerweile mit einer Plane abgedeckt hatten. Wir hockten auf dem Rand der Badewanne, die als Tränke diente. Stormi ging es ähnlich miserabel wie Verena und mir. Der Hengst stand da, den Kopf nahe des toten Moon, die Ohren ein wenig zur Seite geklappt. Alisdair kam um die Ecke, in der Hand drei Gläser und eine Flasche Whisky “Auf den Schrecken trinken wir einen, auf Moon!” Wortlos nahmen wir die Gläser entgegen, sahen wie die goldene Flüssigkeit hinein gefüllt wurde. “Slainté Moon!” und damit ran das Getränk meine taube Kehle hinab.

Verena
Svejn hatte sich endlich dazu bequemt aufzustehen. In einem Moment alberten wir noch herum, sprachen über den vergangenen Abend, über Rougar, den ich sofort kaufen würde, sollte er verkauft werden und und und. Im nächsten Moment stockte mir der Atem.
Kaum hatte Svejn aufgelegt, sprang ich auf und räumte den Tisch ab.
“Dafür lass ich das Essen auch erstmal stehen - wie lange brauchen wir zum Hof?”, fragte ich geschockt und fasste mir an den Kopf. Moon würde jetzt doch wohl nicht sterben, er musste das schaffen!
“Eine Dreiviertel Stunde brauchen wir bis zum Hof”, sagte Svejn mir noch, doch ich bekam das gar nicht mehr mit, da ich so mit packen beschäftigt war, bis mir auffiel, dass ich keiner Hose anhatte. Ich kramte ohne Worte in der Tasche des jungen Mannes, in der ich auch eine Jogginghose fand. Schnell zog ich sie an, ehe wir den Rest des Zimmers räumten, auscheckten und zum Auto rannten.
Am Hof angekommen fing der Horror erst an. Cooper und Simon, wobei ich letzteren kaum kannte standen bei Moon und kämpften lange um sein Leben, bis sie es schließlich aufgeben mussten. Nun konnte ich auch meine Tränen nicht mehr zurück halten. Zunächst schluchzte ich leise, versuchte es unauffällig, ehe Svejn mir einen traurigen Blick zu warf und ich mir die Hand vor den Mund presste, um nicht zu schreien. Ich hatte noch kaum ein Pferd sterben sehen und bei meinem zarten Gemüt war ich auch jetzt total am Boden zerstört. Svejn kniete sich zu Moon, nach anfänglichen Zögern gesellte ich mich zu ihm, streichelte den Hals des braunen Hengstes und flüsterte ihm etwas ins Ohr, was Svejn entweder gar nicht, oder nur teilweise hören konnte. “Bald bist du wieder mit Sarah zusammen, mein Freund. Richte ihr aus, dass ich sie schrecklich vermisse. Versprich mir dass du auf sie aufpasst, egal wo ihr euch wieder seht”, flüsterte ich und war nun mehr am weinen als Svejn. Mich verband einfach mehr mit diesem braunen Hengst als Svejn je verstehen würde. Vielleicht bildete ich mir auch zu viel darauf ein, aber Sarah war eine sehr gute Freundin gewesen, die ich leider viel zu wenig besucht hatte.
Nun lag Moon also da.. Der Tod hatte ihn schneller eingeholt als er es hätte sollen. Der ältere Mann von Svejns Hof, dessen Name ich vergessen hatte bedeckte den leblosen Körper mit einer Plane, während ich zu meinem Stormi ging und ihm die Arme um den Hals legte. “Ist gut mein Großer”, schluchzte ich und sah dann zu Svejn und dem Mann, der mit Gläsern und Whiskey zu uns kam. “Auf Moon”, wiederholte ich seinen Satz und trank mein Glas aus, ehe ich es mir erneut füllen ließ. Heute würde ich mich nur noch betrinken.


Svejn
Wir blieben nicht lange auf der Badewanne sitzen, Alisdair hatte sich verabschiedet, uns dabei die Whiskyflasche stehen lassen. Irgendwann hatte ich die fassungslose Verena mitgenommen,an der Schulter haltend, ihre Tränen hatten mich angesteckt -auch mir rannen ein paar Tränen die Wangen hinab. Verena und ich unterhielten uns nicht,wir hockten auf dem Bett, leicht fassungslos die Gläser nachfüllend. Als es an der Tür klopfte bewegte sich niemand von uns, mittlerweile saß Verena nicht mehr, ihr Kopf lag auf meinem Schoß. Es klopfte erneut, dann erklang die Stimme von Alisdairs Frau: “Ich hab euch etwas Mittag gemacht, Sandwiches, Kuchen und etwas Saft. Ich lass es vor der Tür stehen.“, die trippelden Schritte entfernten sich.
Ich bettete Verenas Kopf auf das Kissen, huschte zur Tür. Aller Trauer zum Trotz herrschte in meinem Magen gähnende Leere, das Essen mochte nicht zu füllen was Moon hinterlassen hatte. Aber wozu zwei leere Stellen bestehen lassen? Der kleine Korb war sorgfältig mit einem Tuch abgedeckt, ein Schmunzeln huschte über meine Lippen. “Lass uns etwas davon Essen.“ Ermutigend hielt ich ihr ein Sandwich entgegen.



Verena
Nach einer Weile gingen wir ins Haus. Zusammen setzten wir uns aufs Bett, wo wir weiterhin unsere Gläser nachfüllten. Ich war nicht betrunken, jedoch merkte ich den Alkohol sehr gut, denn mein Blick schien sich ein wenig zu trüben, was aber auch an meinen aufgequollenen, verheulten Augen selbst liegen konnte. Mittlerweile lag ich mit meinem Kopf auf Svejns Schoß, unbewusst, so glaubte ich zumindest, hatte er sich nach hinten gelehnt, seinen Körper auf eine Hand gestützt, mit der anderen fuhr er mir durch die Haare. Als es klopfte, regte sich keiner. Doch nach einer kurzen Bedenkzeit stand Svejn auf, legte meinen Kopf auf ein Kissen und ging zur Tür. Ich richtete mich auf, leerte mein Glas und schaute zu ihm herüber. Kurz wischte ich über mein Gesicht, ehe ein kleines Lächeln über mein Gesicht huschte. “Ich habe riesen Hunger”, merkte ich beiläufig an. Der Alkohol sättigte nicht, und je weniger feste Nahrung ich im Bauch hatte, desto schneller würde ich besoffen sein. Das war zwar eigentlich mein Ziel, aber nicht schon am Nachmittag. Viel lieber würde ich mich einfach auf meinen Stormi schwingen und über die Felder jagen. Aber das konnte ich Svejn wohl nicht zumuten- Stormi wollte ich auch nicht von Moon wegholen, er sollte sich noch in Ruhe verabschieden.
“Danke”, murmelte ich, als Svejn mir schließlich das Sandwich reichte. Ich biss rein und im Nu war es verschwunden- so groß war mein Hunger also. Auch stieg ich von Whiskey zu Saft um, da der mir wohl viel besser tun würde, als der Alkohol. Auch Svejn schien sich zu überlegen, auf Saft umzusteigen, doch noch zögerte er und schaute zwischen dem Alkohol und dem Nicht-Alkohol hin und her. “Nimm den Saft”, sagte ich leise und schaute ihm zu, wie er zu erst zu mir, und dann zum Saft sah, ehe er sich ein Glas nahm. “Tut uns beiden glaube ich jetzt gut”, merkte ich an, ehe ich ein Stück vom Kuchen aß.
Wir konnten nicht den ganzen Tag hier herum sitzen und nichts tun, Moon war fort, wir waren noch hier, also sollten wir um Moons Willen auch etwas mit unserem Leben anfangen. “Was sollen wir heute noch machen?”, stellte ich ihm die alles entscheidende Frage. Entweder hatte ich den richtigen Zeitpunkt gefunden, nach so etwas zu fragen, oder ich war mit der Frage zu früh und er würde mich gleich einfach verständnislos anschauen.


Svejn
Ich fischte mein Handy aus der Taschehielt es nach oben “Ich werde Google fragen ob jemand in der Nähe ein Krematorium besitzt.“ Verena schaute verwirrt drein “Wozu?“ “Zum Abdecker kann ich Moon einfach nicht bringen. Es war Brauch das Herr und Pferd gemeinsam begraben werden, ich habe vor Moons Überreste an das Grab von Sarah zu bringen. Dann hat es seine Seele leichter über den Bifröst zu ihr zu reisen.“ Vielleicht würde sie meine Wege nicht verstehen,aber ich wusste das auch Sarah diesem Pfad gefolgt war -es war nur Recht Moons Seele bei seiner Reise zu unterstützen. Leicht lächelte ich, im Inneren spürte ich das dies der richtige Weg war. Tatsächlich gab es ein Krematorium in Edinburgh das auch Hunde und Pferde einäscherte. Ein kurzer Anruf genügte “ In zwei Stunden kommen sie Moon holen. Was hälst du von einem kleinen Austritt? Thjalfe ist stark genug uns beide zu tragen.“ Stormi sollte in Ruhe um seinen Freund trauern können.


Verena
So ganz verstand ich seine Vorgehensweise mit Moon zwar nicht, aber wenn das hier so Brauch war, dann war ich die Letzte, die etwas dagegen sagen würde. Als er meine Gedanken aussprach, nickte ich nur. “Thjalfe kenn ich ja noch gar nicht, Zeit ihn kennen zu lernen”, murmelte ich und ein kleines Lächeln legte sich auf meine Lippen. Ich zog mir kurz meine Reitklamotten an, ehe auch Svejn sich umzog und wir zusammen zu dem Kaltblut gingen, wobei wir einen großen Bogen um Stormi und Moon machten. Jedoch konnte ich es mir nicht verkneifen, einmal kurz hinzusehen.
Stormi stand neben Moon und stupste ihn immer wieder an. Kurz seufzte ich und musste mich wirklich gut zusammen reißen, dass ich nicht schon wieder losheulte. “Hallo Dickerchen”, sagte Svejn auf einmal und riss mich aus meiner Trance heraus. “Das ist also Thjalfe”, schlussfolgerte ich und streichelte die Nüstern des Kaltblutes. “Wie groß ist der denn?”, warf ich in die Runde und sah Svejn überlegen. “Der müsste um die 1,62m groß sein”, antwortete er mir und ich nickte. Zusammen putzten wir schnell über, ehe Svejn ihm eine schicke Westerntrense anzog und sich auf den Rücken des Braunen schwang, ehe auch er mich hinaufzog. Man meinte es nicht, aber der junge Mann hatte sehr viel Kraft… So saß ich also hinter ihm und hatte meine Arme um seine Hüfte gelegt, damit ich mich festhalten konnte. Unser Weg führte uns eine gute Stunde rund um seinen Hof. Wir mussten ja noch früh genug zurück sein, wenn die Leute vom Krematorium kamen. Thjalfe schickte sich richtig gut, so dass wir auch ein kurzes Stück galoppieren konnten, ehe wir uns auf den Rückweg machten, den Hengst wieder zurück stellten und gerade fertig waren, als die McGregors vom Krematorium ankamen.


Svejn
Es brauchte eine ganze Weile bis der tote Pferdekörper auf dem Hänger platziert war. In anbetracht der Tatsache das die McGregors
keine weiteren Termine hatten wollten sie die Asche gegen Abend abholen kommen. Wehmütig sah ich dem Hänger nach, Stormi wieherte und rannte auf dem Paddock auf und ab. Verena konnte ihn nicht beruhigen,selbst Bucksließ sich von der Aufregung anstecken,zeigte sein seltenes Wiehern. Da wir nichts mit uns richtig anzufangen wussten, machten wir nahezu schweigend die Paddocks sauber, fütterten und tränkten die Pferde. Ein Plan nahm in meinem Kopf Gestalt an,den ich gern mit Verena besprechen wollte. Nach der harten Arbeit zogen wir uns in mein Häuschen zurück, kochten uns ganz einfach Bratkartoffeln. Da ich nicht wollte das dies ebenso schweigend von statten ging wollte ich den Plan ansprechen,doch über meine Lippen kam etwas anderes. “Stäbchen ziehen oder einigen wir uns einfach drauf das du zuerst duschen gehst?“


Verena
Schweigend sah ich zu wie sie Moon wegbrachten. Mit aller Mühe konnte ich Stormi beruhigen, ehe wie die Pferde fertig machten und dann ins Haus gingen, wo wir uns etwas zu essen machten. Als Svejn mich nach dem Duschen fragte, antwortete ich : “Geh du zu erst, du brauchst nicht so lange, ich spül in der Zeit das Geschirr ab.”
Er nickte und verschwand, nachdem wir fertig mit essen waren, im Bad. Freilich dauerte es nicht lange bis er fertig war und ich duschen gehen konnte. Ich hatte mich im Zimmer schon bis auf die Unterwäsche ausgezogen. Das Handtuch griffbereit auf dem Bett.


Svejn
In Ermangelung mehrerer Handtücher musste ich auf das für die Haare verzichten. So hingen sie mir auf der Brust, trotz des abrubbels spürte ich die Nässe herunter tropfen. Trottel der ich war hatte ich keine Ersatzkleidung ins Bad genommen,normalerweise brauchte ich das ja auch nicht zu tun. Also stand ich mit dem nassen Handtuch um die Hüften im Türrahmen. Das Geschirr war abgewaschen, eine mir den Rücken zugekehrte Verena stand an der Couch ihre Sachen halb darauf verteilt, offensichtlich hatte sie das Handtuch ganz unten in der Tasche gehabt. Im Grunde hätte ich also doch meinTuch für die Haare nehmen können. Verena schien gerade an ihrem BH herum zu werkeln. Da ich nicht wusste wie mir geschah,befand ich mich plötzlich bei ihr,schob ihre Hände aus dem Weg. Das war nicht gut,gar nicht gut! Ich hatte mir fest vorgenommen nicht zu tun wonach mir gerade der Sinn stand. Aber war das nicht nahezu eine Einladung? Schließlich hätte sie sich auch im Bad umziehen können!
Mit trockenen Mund,öffnete ich den Verschluss, sah wie röte ihre Wangen hinauf fuhr. Mit eisiger Willenskraft hielt ich mich zurück, sie war nicht irgendein Objekt meiner Begierde,ganz gleich was andere taten, es schickte sich einfach nicht. Ich war nie einer der Kerle gewesen,die Frauen ausnutzen,aber was tat ich hier dann? Gefühle spürte ich für sie nicht,oder belog mich mein Hirn am Ende? Obwohl ich den Träger nur zu gern von ihren Schultern gezogen hätte,trat ich energisch einen Schritt zurück - nicht weit genug. “‘tschuldige“ rasselte meine Stimme, innerlich schlug ich mir auf den Hinterkopf.


Verena
“Wo hab ich denn bloß mein Handtuch…”, murmelte ich und stellte meinen Koffer auf den Kopf. Alles, was mir im Weg zu sein schien, verteilte ich großzügig auf der Couch. “Seltsam…”, murmelte ich ehe ich einen erfreuten Ton meine Lippen verlassen ließ. “Da ist es ja”, lachte ich frôhlich und schaute zum Bad, dessen Tür noch immer geschlossen war. Nun fing ich an, an meinem BH Verschluss herum zu werkeln, ehe mich jemand, naja, es müsste Svejn sein, am Rücken berührte und mir anscheinend helfen wollte. Ich zuckte heftig zusammen und griff instinktiv da hin, wo seine Hand bis eben noch gelegen hatte. Er murmele eine Entschuldigung, doch ich nickte nur ab. “Kein Thema.. Aber…”, ich ließ den Satz offen, schnappte mein Handtuch und die Klamotten in verschwand im Bad.
Langsam ließ ich mich an der Tür des Badezimmers hinabgleiten, ehe ich meinen Kopf auf den Händen abstützte und kurz seufzte. Mein Tatendrang vom letzten Mal war verschwunden und auch die Sache mit Moon ging mir sehr nahe, weshalb ich keinen Gedanken an so etwas verschwendet hatte. Ich rappelte mich nach einer Weile auf, duschte und ging dann schließlich schweigend wieder ins Zimmer, wo ich meine Sachen vom Sofa aufräumte.


Svejn
“Ignoranter Arsch!“ schollt ich mich selbst. Schnell zog ich mich an,schaute in den Kühlschrank wirklich viel an Essen war nicht mehr da,auch das Wasser neigte sich dem Ende.Um den Kopf frei zu bekommen schrieb ich Verena schnell einen Zettel das ich Einkaufen fuhr, legte ihn dann auf ihre Sachen auf der Couch dort würde sie den nicht übersehen.
Das Einkaufen dauerte seine Zeit, da erhielt ich den Anruf der McGregor Brüder. Da ich schon in Inverness war konnte ich die Asche gleich mitnehmen. Wortlos wurde sie mir übergeben,die Rechnung erhielt ich später per Post. “Ich danke ihnen!“. Etwas geistesabwesend strich ich über die silberne Urne,lächelte er würde an einem guten Ort sein. Mit den Einkäufen im einen Arm und der Urne im anderen Arm, klopfte ich fast drei Stunden später an die Tür. Es roch herrlich nach Essen,verwirrt sah ich zu Verena “Du hast gekocht?“ ihr Gesicht war gerötet. Sie schien wieder geweint zu haben. Ich stellte alles auf dem Boden ab,lächelte schaute hinüber zum gedeckten Tisch. “Danke.“


Verena
Während ich die Sachen vom Sofa wegräumte fiel mir ein Zettel von Svejn auf, den ich kurz las und schweigend weglegte. Kurz seufzte ich, ehe ich versuchte die Tränen zu unterdrücken, was aber nicht recht klappte.
Schließlich zog ich mich an und schaute dann in den Kühlschrank, in dem noch Eier und Toasts lagen. Ich nahm beides heraus, schlug die Eier auf einen Teller und wendete die Toast darin. Dann streifte ich etwas Butter in eine Pfanne und legte die Toasts hinein. Ich wusste nicht ob er Arme Ritter kannte, falls nicht würde er sie kennen lernen.
Nach einer Ewigkeit kam er dann wieder, um einen Arm den Einkauf, im anderen Arm die Urne. Ich lächelte nur kurz und nickte. “Kennst du arme Ritter?”, fragte ich und er verneinte. “Zeit, dass du sie kennen lernst”, lächelte ich und drückte ihm Teller und Besteck in die Hand, womit er den Tisch deckte. Ich brachte die Toasts auf den Tisch und verteilte sie auf unsere Teller. Nachdem er ein wenig gegessen hatten fragte ich: “Und?”


Svejn
“Ungewöhnlich, aber es schmeckt wirklich gut. Bewundernswert das du aus den Resten überhaupt was essbares zu stand bekommen hast.” Ich aß langsam um nicht sprechen zu müssen was in Anbetracht der derzeitigen Situation auch nicht gerade hilfreich war. Beim letzten Mal war ich mir meiner Sache sehr sicher gewesen, auch als ich Verena eingeladen hatte hier her war ich ohne Zweifel. Jetzt jedoch beschlichen mich Zweifel. Eigentlich hatte ich fragen wollen ob ich sie zurück auf die Ranch begleiten könnte. Dort wollte ich ihr helfen mit den Pferden, selbst etwas von ihr lernen und natürlich ein wenig zu Pferd die Gegend erkunden. Auf dem amerikanischen Kontinent war ich lang nicht mehr gewesen, schon gar nicht mit Pferd. Es war nicht Recht, irgendwie wollte ich zu gern die Zeit zurück drehen möglich war dies allerdings nicht mehr. “Hör zu, ich...ich hätte dich vorhin da nicht in eine solche Situation bringen sollen. Das war ein Fehler von mir den ich nicht bedacht habe.” Die richtige Aussage wäre gewesen das ich selbst überaus verwirrt war, ich wusste nicht wie ich unsere Situation einordnen sollte.


Verena
“Das hat meine Oma früher immer abends zu essen gemacht. Schnell, einfach und besser als trockenes Brot”, erklärte ich ihm sanft lächelnd und aß dann weiter. Er schwieg, ich schwieg. Nicht so super…
Aufmerksam hörte ich seinen Worten zu, mit denen er das Schweigen brach. Zunächst sagte ich nichts, ehe ich kurz nickte. “Ist schon okay, denke ich. Ich bin es ja selbst schuld”, lachte ich und legte mein normales Lächeln wieder auf.
“Was machen wir denn heute noch? Wir haben gleich erst 20 Uhr”, fragte ich ihn und fing an die Teller abzuräumen. Es war doch schwer, als Mann und Frau die Finger voneinander zu lassen, was ich beim Abwasch auch merkte. Ständig berührten unsere Finger sich mehr als eigentlich nötig, auch wenn immer einer von uns die Finger wegzog. Nun hatten wir viertel nach Acht, der Abwasch war erledigt und wir konnten theoretisch zum gemütlichen Teil des Abends übergehen.


Svejn
“Ich hab vorhin Moons Asche abholen können, der Friedhof ist nicht weit weg. Ich würde gern die Asche noch dorthin bringen. Vielleicht kannst du meine Beweggründe nicht ganz nachvollziehen, aber ich denke auch für Sarah wäre es wichtig gewesen. In dem einen Besuch in deren Haus habe ich gesehen, das auch sie in irgendeiner Weise den Wegen des Asatru folgte. Zur alten Zeit der Wikinger wurden die Tiere neben ihren Herren begraben, da wir wohl kaum einen ganzen Pferdekörper vergraben lassen können, habe ich mich für die Äscherung entschieden. In der Gruft wird ein Teil von Moons Überresten zusammen mit einem Teil der Haare bei Sarah liegen können, so kann seine Seele über die Sternenleiter leichter zu ihr finden. Ich mag nicht an einen Gott mit langem Bart und einem achtbeinigen Pferd denken, der den Himmel durchstreift, sie sind für mich einfach nur eine Metapher aus dem Sagenbuch meines Glaubens, für die Kräfte um uns herum, die wir nie verstehen werden.” Verena hing an meinen Lippen,sodass ich mir zumindest sicher sein konnte sie nicht allzu sehr zu langweilen. “Es ist nicht weit weg, falls du möchtest könnten wir mit Thjalfe hin reiten - ich weiß nicht wie Straßensicher Stormi ist.” Außerdem dachte ich daran wie aufgeregt der Hengst noch am Nachmittag gewesen war, mit ihm in der Dunkelheit zu reiten wäre vielleicht nicht die allerbeste Idee, aber letztendlich lag die Entscheidung bei Verena. Unser letzter Ausritt war schnell gewesen, bei diesem könnten wir uns Zeit lassen, vielleicht konnte ich ihr die Klippen zeigen. Der Vollmond würde unseren Weg erleuchten, die Klippen besaßen ihren ganz eigenen Charme, vielleicht würde ich dann den Mut aufbringen können sie zu fragen ob sie mich auf der Ranch dulden könnte.


Verena
Gebannt hörte ich ihm zu, wollte an Ende noch eine Frage stellen, ehe ich es dann doch sein ließ und über seine Aussage mit Thjalfe nachdachte. “Ich bin Stormi bis jetzt bei mir nur im Gelände geritten, eine Straße hat er nur von Weitem gesehen, und ich denke es ist besser, wenn wir ihn hier in Ruhe lassen.”, murmelte ich und nickte. “Dann lieber Thjalfe”, wiederholte ich seine Aussage und zog mir nur schnell eine Jacke über und ging dann schon raus, um Thjalfe zu holen. Er hatte die ganze Zeit in seiner Box gestanden, weshalb das putzen echt schnell verlief. Dann kam auch schon Svejn mit der Urne und einem Rucksack. Ob er da wohl ein Picknick drin hatte? Ich wollte nicht nachfragen, sondern trenste den stattlichen Hengst, hielt die Urne während Svejn aufstieg und schwang mich dann selbst hinauf. “Soll ich den Rucksack nehmen? Dann klappt das mit dem Festhalten besser..”, fragte ich, doch er schüttelte nur den Kopf. “Wir tauschen einfach”, meinte er lächelnd. Ich grinste kurz, sprang vom Hengst und Svejn rutschte nach hinten. Dann schwang ich mich wieder hoch und es ging los.


Svejn
Ich geleitete ihr den Weg, meine Entscheidung sie vor zu lassen bereute ich dann beinahe ein wenig. Mit den Händen wusste ich nicht wirklich wohin,solange wor im Schritt blieben konnte ich sie einfach locker auf meinen Oberschenkeln ruhen lassen,sollte Verena sich für einen Trab entscheiden,sah die Sache anders aus. Trotz des vollen Mondes war die Nacht angenehm mild,es herrschte kein Wind,nur der übliche Nebel lag über dem Land,tauchte die Umgebung in ein mystisches Licht. “Dort an der Straße müssen wir hinüber, die nächste Strecke ist immer links von der Straße. Irgendwann kommt ein großer Stein,dort überqueren wir die Straße erneut. Am Ende des Feldweges befindet sich die kleine Kirche mit dem Friedhof. Dort sind einige Familiengräber alter Familien,schon die Urgroßerltern von Cayden McAlistair sind dort untergebracht. Es ist eine besondere Ehre das auch Sarah und die Adoptivkinder dort sind,manchmal erlaubt dies der Clan nicht. Selber weiß ich das allerdings nicht,selbst nur von Alisdair erfahren.“ Die Straße warum diese Zeit kaum befahren,allerdings blieben wor länger stehen - wir waren nicht durch Reflektoren gekennzeichnet und der Nebel hing mittlerweile tief. Als nichts auf ein Auto hinwiesging es fix hinüber. Thjalfe bewies sich immer mehr als Glücksgriff, mit dem großen Pferd hatte ich wahrlich eine Gute Entscheidung getroffen.
Am Grab der Familie standen wir still, ich hatte die Urne zweigeteilt, die Asche zusammen mit einem Schopf aus Haaren legte ich zu dem Schild mit der Aufschrift “Sarah McAlistair“, der Rest befand sich weniger glorreich in einer Tupperdose im Rucksack. Wir sprachen keine Worte,jeder hing selbst den Gedanken nach, ehe wir uns zurück zu Thjalfe begaben,der am Tor auf uns wartete,allzu lang wollte ich ihn nicht allein dort stehen haben.
Um die Klippen zu erreichen mussten wir nur einen kleinen Fußmarsch hinter den Friedhof auf uns nehmen. Es gab keinen Baum,keinen Strauch auf dieser Anhöhe. Mit dem Gedanken das er wohl nicht fort rennen würde entfernte ich die Trense vom Kopf des Hengstes. Das Rauschen der Wellen hatte man bereits am Friedhof vernehmen können,hier war es lauter,doch es übertönte nichtgleich alles. Draußen auf dem Wasser stand der Vollmond am Himmel. “Die Klippen hier haben sicherlich einen Namen,falls ja kann ich ihn dir leider nicht nennen.“sprach ich während der Rucksack sanft auf den Boden angesetzt wurde.


Verena
Ich musste wirklich höllisch aufpassen, wenn wir eine Straße passierten. Nicht, weil die Stellen an sich gefährlich waren, sondern weil man einfach nichts durch den Nebel sehen konnte. So dauerte es eine ganze Weile bis zum Friedhof, bei der mich Svejn nicht einmal berührte. Ich schmunzelte kurz und hielt Thjalfe dort an, wo Svejn mich hin dirigierte. Wir Banden den braunen Hengst an der Mauer an und stiegen ab. Als der junge Mann mir von der Geschichte des Clans erzählte, nahm ich mir vor, den alten Mann auf dem Hof danach zu fragen, wieso der Clan die Bestattung im Familiengrab hätte verweigern können.
Der Prozess verlief schweigend ab, naja so gut wie. Mir kamen zum Schluss hin doch die Tränen, aber auch Svejn nahm das Ganze ein wenig mit.
Stillschweigend gingen wir dann den kleinen Weg zu den Klippen, nachdem wir den Hengst abgeholt hatten. Dort entfernte Svejn die Trense, was einen skeptischen Blick meinerseits zur Folge hatte, doch der Braune blieb immer in der Nähe. “Wow ist das schön hier”, sagte ich lächelnd und ließ den Wind mit meinen Haaren spielen. Ich drehte mich einmal im Kreis, so dass meine Jacke, welche ich geöffnet hatte, nach oben flog und aussah wie ein riesiges Kleid, was sich durch den Wind aufplusterte. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass Svejn den Rucksack abgesetzt und auch schon ausgeräumt hatte. Er legte gerade eine Decke auf den Boden, als ich zu ihm schaute. “Du hast an alles gedacht”, sagte ich nun wieder glücklicher und ließ mich auf die Decke plumpsen, ehe ich den Mond betrachtete und verträumt in den Himmel schaute.



Svejn
Die wärmere Decke ließ sich weitaus schwieriger aus dem Rucksack holen, als sie dann heraus war legte ich sie Verena um die Schulter. Ich kniete mich ihr gegenüber, die Tupperdose auf den Knien fest umklammert. “Ich dachte daran ein paar der Überreste von Moon in die Winde zu verstreuen, kein Pferd sollte gefangen sein, so können wir sie wenigstens im Tode den Winden anvertrauen. In der Tupperdose vielleicht nicht allzu elegant, aber solange es uns nicht stört” Ich grinste etwas, dann half ich Verena auf die Füße. Der Rand der Klippe war nicht weit weg, langsam setzten wir uns dort hin die Beine baumelnd. Mein Herz schlug mir dabei bis hoch zum Hals, Höhenangst vertrug sich nicht ganz mit diesem Vorhaben. Thjalfe kam uns hinterher “Thjalfe, steh!” ich wollte nun nicht den Tod meines neuen Pferdes riskieren.


Verena
“Danke”, murmelte ich als er die Decke auf mich legte. Gespannt schaute ich ihm dann zu, wie er eine Tupperdose aus dem Rucksack kramte und mir erklärte, was er damit vor hatte. Ich nickte und wir rutschten nach vorne zu den Klippen. Erst als Svejn Thjalfe anfuhr merkte ich, dass er sich zu uns Gesellen wollte. “Wir könnten uns auf seinem Rücken setzen, ihn ein wenig weiter nach vorne führen und dann die Asche verstreuen, dann ist die Verbindung zwischen uns und den Pferden stärker” schlug ich vor und Svejn nickte. Er gab mir den Zaum mit dem ich den braunen Hengst wieder aufzäumte, ehe Svejn sich auf den Rücken schwang und ich den Hengst näher an die Klippen führte. In einigen Abstand zum Abgrund stellte ich ihn parallel und hielt ihn dann gut fest, auch wenn er keine Anstalten machte sich zu bewegen. “Jetzt bist du dran”, sagte ich seufzend zu Svejn und sah wartend zu ihm nach oben.


Svejn
Ich stabilisierte mich auf dem Rücken des Hengstes, griff nach der Tupperdose, die mir Verena reichte. Dann hielt ich ihr meine Hand hin, erst schien sie zu zögern, schwang sich dann aber mit meiner Hilfe auch auf Thjalfe. Dieses Mal saß sie nicht direkt hinter oder vor mir, ich hob sie mir der Einfachheit halber einfach quer auf den Schoß. Mein Blick ging hinaus auf das Meer, hinauf zum Mond während meine Hände den Deckel der Dose zu öffnen begann. “Es soll ja Kulturen geben, die Asche ihrer geliebten Tiere und Vorfahren Essen. Eigentlich ist das verstreuen von Asche wohl auch verboten, aber wer sollte uns schon verraten?” Mein Blick halb nach hinten gerichtet, suchte ich nach Verenas Hand dirigierte sie mit zur Dose.Ich prüfte noch einmal den Wind, wäre nicht sonderlich Vorteilhaft, wenn wir die ganze Asche später selbst ins Gesicht bekommen würden.
Mir stand der Sinn nach besonderen Worten für Moon, aber mein Hirn schien jetzt wie weg gepustet, mir wollte nichts einfallen. Zusammen entließen wir schlussendlich die Asche in den Wind, für einige Sekunden stand sie in der Luft ehe sie sich verteilte. Meine Lippen verzogen sich zu einem Lächeln “Gute Reise mein Freund.” im Geiste sah ich Moon wie ich ihn von Sarahs Bildern kannte. Muskulös, scheinendes Fell und eine wallend,lockige Mähne wie er mit kräftigen Galoppsprüngen den Bifröst hinauf rannte. Eine milde begann sich über meinen Geist zu legen, im Grunde war es gut das er sich nicht länger zu quälen brauchte. Ich hatte meine Hand auf dem Oberschenkel abgelegt, spürte die Ränder der Dose unangenehm an meiner Hand, noch deutlicher jedoch Verenas Hand auf der meinen. “Irgendwie doch ein wenig unspektakulärer als ich es im Kopf hatte.” flüsterte ich entschuldigend lächelnd. Verena erwiderte nichts, ich sah nur die Hälfte ihres Gesichts wahr in der Dunkelheit, konnte aber das deutliche weiß ihrer Zähne erkennen. Ich schluckte, das Lächeln verschwand von meinem Gesicht als ich sie beobachtete. Mein Hirn kam mir abhanden, sie sah wunderschön aus in diesem Licht und mir kam eine Erkenntnis - sie war mir nicht egal. Trotz der strikten Abneigung gegen jegliche Beziehung, hatte ich es geschafft Gefühle für sie zu entwickeln. So widerholte ich meinen Fehler vom Nachmittag, strich mit der Hand ihren Rücken hinauf, fand meine Hand in ihrem Nacken wieder als ich ihre Haare aus dem Weg strich. Die Tupperdose fiel auf den Boden, ich dankte Thjalfe für sein starkes Nervenkostüm,wünschte es mir auch da mein Atem zitterte als ich Verena in den Nacken küsste. Als sie den Kopf leicht in meine Richtung drehte, legte ich kühn meine Lippen auf die ihren wohlwissend das ich damit einiges zerstören könnte.


Verena
Eigentlich hatte ich Thjalfe, den ich ab sofort nur noch Alfi nannte, weil mir sein Name zu kompliziert war, nur festhalten wollen. Jetzt jedoch hielt mir Svejn seine Hand hin, damit ich auch aufsteigen sollte. “Bleibt der auch stehen?”, fragte ich den jungen Mann kurz und er nickte. Also schwang ich die Zügel über Alfis Kopf, ehe ich Svejns Hamd ergriff und er mich hochzog- jedoch nicht vor ihn, sondern auf seinen Schoß.
Gerade als ich ihn skeptisch anschauen wollte, klackte die Dose und forderte meine ganze Aufmerksamkeit. “Machs gut….”, murmelte ich, als Svejn die Asche in die Luft streute. Auf seine Aussage mit dem Verbot reagierte ich gar nicht, da das Rauschen des Meeres mich zu sehr ablenkte. Deshalb merkte ich auch gar nicht, wie Svejn mit seiner Hand meinen Rücken hinauf fuhr und mir die Haare aus dem Nacken strich. Erst als die Tupperdose auf den Boden fiel, zuckte ich zusammen und schaute in seine Richtung. Ohne es vorher anzukündigen, okay er hatte mich vorher schon in den Nacken geküsst, drückte er seine Lippen auf die Meinen. Von da an Ständen meine Gedanken Kopf. Erst nach ein paar Sekunden, die Svejn wohl zum Verzweifeln brachten, erwiderte ich seinen Kuss leicht. Nach einer Weile immer fordernder, wobei ich gar nicht bemerkte, dass Alfi den Kopf zum Fressen gesenkt hatte und ich immer weiter herunter rutschte. Natürlich hielt ich mich so lange an Svejn fest wie ich konnte, ehe wir beide mit einem rumsen auf dem Boden landeten. Alfi hob nur den Kopf und ging einen Schritt zur Seite, fraß dann einfach weiter. Stockend atmete ich, während ich Svejn betrachtete, der etwas verwirrt über mir lag und sich zu überlegen schien, ob er mich nochmal küssen oder aufstehen sollte.


Svejn
Aufstöhnend gruben sich meine Hände linksund rechts von Verena in die bröckelige Schicht aus Stein und Erde,mein Kopf blieb an ihrem Schlüsselbein vergraben. Im fallen oder eher als wir den Hals von Thjalfe hinab rutschten hatte sich unsere Lage geändert, Verenas Knie erkundete dabei Regionen die äußerst Schmerzhaft waren. “Willst du Rührei aus mir machen?“ grunzte ich im Laut des Schmerzes, wenn ich es auch mit Humor nahm. “Oder ist das deine Rache?“ sie hatte meinen Kuss erwidert,wieso sollte sie dann Rache üben sollen? Da sie keine Antwort gab sondern einfach nur zu lachen anfing,wusste ich das sie mir meine Kühnheit nicht böse nahm. Ich strich mir selbst ein paar der Haare aus dem Gesicht, richtete mich langsam auf und half anschließend auch Verena auf -schwungvoll. Ihre Arme waren zwischen mir und ihr eingeklemmt “Lass uns zurück nach Hause,meine Finger werden klamm außerdem…“ flüsterte ich,ließ den Satz dann jedoch unausgesprochen,schenkte ihr nur einen weiteren kurzen Kuss auf die Lippen,ließ sie unbefriedigt stehen und lachte als ich ihr enttäuschendes Gesicht sah. Mit fahrigen Fingern warf ich die Decke auf Thjalfes Rücken den Rucksack nahm ich vorn an der Brust und zog mich wieder auf den Rücken. “Starrst du weiter Luftlöcher oder kommst du?“


Verena
Völlig perplex zog ich mein Bein unter seinem Körper weg. “S.. Sorry”, murmelte ich und versuchte unter ihm aufzustehen, ehe er noch etwas sagte, auf das ich nur kurz lachte und ansonsten den Blick schweifen ließ. Alfi stand noch immer da wo er eben gestanden hatte, was sehr gut war. Nun stand Svejn endlich auf und zog mich gleich mit hoch, klemmte jedoch meine Hände zwischen seinem und meinem Körper ein, ehe er mich kurz küsste. Genau dann, als ich den Kuss erwidern wollte, machte er einen Schritt nach hinten. Schmollend blieb ich stehen und sah ihm zu, wie er Alfi die Decke auf den Rücken warf. Mein Blick war derweil wieder aufs Meer gewandert, es war so schön hier, fast noch schöner als in Kanada. “Starrst du weiter Luftlöcher..”, hörte ich Svejn sagen, ehe ich mich umdrehte und zu Alfi ging, auf dessen Rücken ich mich dann auch schwang. Dieses Mal saß Svejn vorne, so dass ich mich an ihm festhalten musste, um nicht herunter zu fallen denn der Nebel hatte sich etwas gelichtet und wir könnten ein kurzes Stück traben. Trab war immer noch meine schwächste Gangart, weshalb ich mich ordentlich an dem Mann festhalten musste, um nicht von Thjalfes schwungvollen Trab heruntergeschmissen zu werden.
Am Hof angekommen stellten wir Alfi weg, schauten kurz nach Stormi und gingen wieder in die Wohnung, wo es wohlig warm war. Dann schaute ich grinsend zu Svejn, ehe ich auf eine Reaktion von ihm wartete.


Svejn
Alisdair schien wieder den Kamin angeworfen zu haben, denn nur dann war mein kleiner Bungalow wirklich so warm, die Heizung reichte dafür nicht. Morgen müsste ich ihm dafür unbedingt danken. Jetzt jedoch sah ich zu Verena, die mich aufmerksam beobachtete, sie schien etwas zu erwarten. In dieser Haltung erinnerte sie mich an eine Löwin auf der Jagd, die ihre Beute mit festem Blick fixierte um keine Reaktion von ihr zu verpassen. Notorisch langsam zog ich mir die Schuhe von den Füßen, die zwei Schichten Jacken aus und den Rucksack natürlich auf den Boden zurück.
Erst dann trat ich auf sie zu, küsste ihr wieder den Nacken, die Lippen. Im Grunde sollte ich hier stoppen, denn wohin es führen würde war uns beiden Glasklar. Verena schien mich jedoch nicht abwenden zu wollen, während sich meine Hand unter ihr Shirt schob. “Würdest du mich…” ein weiterer Kuss auf ihre Lippen unterbrach mich wieder “ mit zu deiner Ranch nehmen?” die Frage, die mir den ganzen Tag durch den Kopf gegangen war lag mir nicht länger ohne unterlass auf der Zunge. Sollte sie mich wirklich bei sich haben wollen, konnte es vielleicht zu Problemen kommen.


Verena
Erst als Svejn sich langsam auszog, spürte ich die wohlige Wärme, die in dem Bungalow herrschte. Auch ich zog meine Stiefel und die warme Jacke aus und beobachtete den jungen Mann dabei, wie er den Rucksack wegstellte und auf mich zu kam. Als er meinen Nacken küsste, zog ich instinktiv die Schultern hoch. Ich hasse das. Mein Ärger war aber schnell verflogen, da seine Lippen die Meinen fanden und ich den Kuss sanft erwiderte. Viel zu früh löste er sich von mir, doch seine Hand unter meinem Shirt deutete etwas völlig anderes. Umso verwirrter war ich dann, als er mich fragte, ob ich ihn auf meine Ranch mitnehmen würde. Kurz überlegte ich, ehe ich sarkastisch meinte: “Caleb ist ja jetzt eh weg, Hilfe kann ich gut gebrauchen… Nein… Wie meinst du das?” Sanft legte ich meine Hand auf seine Brust, natürlich über sein Shirt, um ihn ein kleines Stück nach hinten zu schieben, ehe ich auf eine Antwort wartete. Jetzt musste er mir wirklich erklären, wie er das meinte.


Svejn
Fieberhaft marterte mein Hirn über eine Antwort, denn da gab es im Grunde ziemlich viele. “Als ich in dieses Land kam war ich verlobt,überzeugt bis zum Winter verheiratet zu sein. Kaum das ich den Fuß auf schottischen Boden gesetzt hatte, fiel alles auseinander. Ich wohne auf einem Rinderhof,lebe in einem Bungalow und meine Pferde stehen auf provisorischen Paddocks. Der Versuch Sarahs Trainingszeug zu übernehmen,ich will nicht sagen das ich komplett gescheitert bin,aber es fehlt mir manchmal einfach an Wissen.“ Meine Hände waren nun vor mir in der Luft, eine legte ich nun in ihren Nacken “Du bist hier aufgetaucht,hast mir dein Wissen und dein Pferd anvertraut..“ hier stockte ich nicht,doch hatte sie mir auch sich selbst anvertraut,viel mehr als ich gedacht hätte. “Würdest du mich mitnehmen,könnte ich an deinem Wissen teilhaben, dir auf der Ranch unter die Arme greifen und nebenbei ein anderes Land zu Pferd erkunden. Ich hasse Schottland nicht,aber im Moment kann ich es nicht als Heimat ansehen. Außerdem..“ Mit der Zunge fuhr ich mir über die vom Reden trocken gewordenen Lippen,die Worte die mir in den Sinn kamen verließen meinen Mund jedoch nicht,nur in meinen Gedanken hallten sie nach.
Außerdem bist du mir nicht egal. “...fällt mir hier nach Moons Tod wahrscheinlich die Decke auf den Kopf. Ich wollte auf ihn aufpassen und habe versagt.“ belog ich sie und mich selbst. Reine Lüge war e jedoch nicht.

Verena
Gebannt hörte ich ihm zu, nickte ab und zu und lächelte sanft. “Pferde zu fliegen ist ganz schön teuer, ich habe Connections bei der Fluggesellschaft, eventuell bekomme ich deine Pferde billiger nach Kanada”, erklärte ich ihm und überlegte kurz. “Einen weiteren Helfer kann ich gut auf der Ranch gebrauchen”, murmelte ich. “Und du wirst dich bestimmt unter den ganzen Leuten wohlfühlen, kennst du eigentlich alle?”, fragte ich dann und er verneinte. “Gut, da wären also Alexis, meine Cousine, sie ist Auszubildende als Pferdewirt in Haltung und Zucht. Sie kümmert sich hauptsächlich um die Stuten und Fohlen, aber auch um die Henhste und trainiert die englischen Reitweisen. Sie erkennst du sehr gut daran, dass sie viel plappert. Dann wäre da Aaron, ein echt netter Bursche. Er trainiert die Pferde in Dressur und Springen, aber auch in Military und Galopprennen. Nun würde ich dir von Caleb erzählen, aber der ist ja zur Zeit weg… Also erzähl ich dir von Aliena. Sie macht eine Ausbildung als Pferdewirtin in Spezialreitweisen Western, weshalb sie auch eher die Westernpferde reitet. Hmm dann wäre da Riley. Er ist noch nicht lange bei uns, wird aber vermutlich bald auch weiter reisen. Wenn du seine Geschichte Geb
Nauer erfahren willst, frag ihn auf der Ranch selbst danach”, lachte ich und holte mir etwas zu trinken. “Willst du auch?”, fragte ich ihn und er nickte, weshalb ich ihm auch etwas Orangensaft in ein Glas schüttete. Dann wäre da noch Amy Lee. Die haben wir auf einem Turnier kennen gelernt, sie ist ja auch erst 16. auf jeden Fall hilft sie auf der Ranch wo sie kann und geht ansonsten noch zur Schule.”, erklärte ich ihm und knuffte ihn in die Schulter. “Jetzt kommen wir zum spannenden Teil, setz dich lieber, es wird gefährlich “, sagte ich lachend und konnte in seinem Blick erkennen, dass er mir nicht glaubte. “Wir haben außerdem auf der Gips Reminder Ranch 4 Jugendliche aus einem nahen Gefängnis aufgenommen.” Nun klappte seine Kinnlafe runter. “Das musst du mir genauer erklären”, sagte er zu mir und sah mich fragend an. “Ist eine lange Geschichte, aber in Kurzform schnell erzählt. In einem nahe gelegenen Gefängnis konnten sich Ranchbesitzer anmelden, um jugendlichen Straftätern ein befristetes Zuhause zu geben. Sozusagen wenn jemand noch 1 Jahr absitzen muss, kann er 1 Jahr auf eine Ranch gehen, da arbeiten und und und..”, Svejn nickte. “Ich habe 4 aufgenommen. Bellamy, Octavia, Finn und Murphy. Bellamy und Octavia sind Geschwister, die würden wohl von einem Mann bedroht und Bellamy schoss auf ihn. Genaueres weiß ich nicht, auf jeden Fall sind die beiden dann im Gefängnis gelandet… Bellamy wird schnell aufbrausend… Besonders bei Sachen die seine Schwester betreffen, bleib du als Kerl am Besteb von O weg, wenn du keinen Stress mit Bellamy willst”, erklärte ich ihm lachend. “Dann wäre da noch Finn & Murphy, sie sind beide Diebe. Mit Finn wirst du keine Probleme haben, aber pass mit Murphy auf. Finn und Bellamy hegen einen Hass gegen ihn, nur Octavia scheint ihn gut leiden zu können. Also Merk dir, wann immer Bellamy, Finn und Murphy aneinander geraten, geh sofort dazwischen”, erklärte ich ihm mit Nachdruck. “Noch Fragen zu den Mitarbeitern?”


Svejn
Ich musste lachen,nicht wegen der Häftlinge,sondern wieleicht eine einzige Frage uns von dem angebracht hatte was wir vielleicht getan hätten. “Unzählige,aber ich kann sie sicherlich auch beantwortet kriegen wenn ich dich begleite nach Kanada. Die Arbeit auf einer so großen Ranch macht mich neugierig. Das Projekt mit den Jugendlichen ist wirklich gut,bin gespannt ob sie nach dem Jahr nicht wieder rückfällig werden.“ Ich konnte mir vorstellen das gerade den Dieben die Rückfälligkeit schwerer fallen würde. “Auf der Rennbahn hatten wir auch zwei,die durften allerdings nur Scheiße schaufeln. Einer ist irgendwann abgehauen, was aus dem anderen wurde konnte ich nicht verfolgen,da bin ich dann gegangen.“
Es wurde ein langer Abend den wir vertieft in Gespräche verbrachten, über Kanada,das Ranchleben,Dinge die sie mir unbedingt zeigen wollte. “Es wird sicherlich zwei Wochen dauern bis alles erledigt ist, willst du in dieser Zeit hier bleiben,oder lieber zurück kehren?“ Inständig hoffte ich dabei das sie bleiben würde,eine törichte Art zu denken - es wartete eine ganze Ranch die geführt werden wollte.


Verena
Ich nickte. “Ja, die Fragen kannst du auch auf der Ranch noch stellen.”, erklärte ich. “Ja… Ja das mit dem rückfällig werden ist so eine Sache…. Murphy und Finn bleiben noch circa 1 Jahr bei mir, Octavia und Bellamy noch locker 2.. Ist ja als wären sie im Gefängnis und würden ihre Strafe absitzen.. Aber zB Octavia macht sich wahnsinnig gut, sie reitet immer besser”, erklärte ich ihm noch begeistert. “Sie kann sogar schon eine meiner schwierigeren Stuten reiten, Wimpys Little Devil. Der Name sagt alles”, lachte ich und strich mir die Haare aus dem Gesicht.
Wir redeten noch eine Weile über die Pferde in Kanada, bis er mir dann eine sehr wichtige Frage stellte. “Das kann ich dir jetzt leider noch nicht beantworten, da muss ich erst Alexis anrufen, wie es zu Hause aussieht. Sie waren gestern auf Turnier und jetzt habe ich 2 gekörte Hengste mehr, besonders bei dem Isländer warte ich nur darauf, dass mir die Bude eingerannt wird, der ist nicht nur farblich ein Hingucker, sondern auch von seinem Können her wahnsinnig gut”, erklärte ich lachend und zuckte dann mit den Schultern. “Wie gesagt, da muss ich erst mal mit Alexis reden”, antwortete ich ihm dann nochmal, ehe ich ein paar meiner Sachen schonmal vom Sofa in den Koffer räumte.


Svejn
Aufmerksam hing ich an ihren Worten fest,musste dann jedoch ein Gähnen unterdrücken. “Dann lass uns schlafen gehen,die Nacht war kurz und der Tag ereignisreich. Vielleicht schlafen wir dieses Mal länger.“ Auch Verena sah allmählich aus als könne sie ihre Augen nicht weiter aufhalten. “Außerdem kannst du dann morgen Alexis anrufen und fragen ichbin gespannt auf ihre Antwort. Soll ich helfen die Couch frei zu räumen, oder sparen wir uns das ausklappen und du kommst hier her?“ dabei klopfte ich auf die leere Seite der Matratze. Im Grunde schlief ich besser,wenn jemand neben mir im Bett lag, das war die Macht der Gewohnheit, nie hatte ich länger als eine Woche von meiner Ex getrennt geschlafen.Ich zog mir die Hose von den Hüften und das Shirt vom Oberkörper,mittlerweile war mir mehr heiß als wohlig warm,es tat gut aus der Jodpurhose zu kommen.


Verema
Ich lachte kurz auf. “Ja, vielleicht schlafen wir heute länger, und besser”, erwiderte ich seine Aussage und überlegte kurz. “Warum sollten wir altbewährtes nicht fortführen?”, lachte ich und zeigte aufs Bett. “Da werde ich wohl schlafen und Alexis morgen in aller Frische und mit guter Laune anrufen”, erklärte ich Svejn und tat es ihm gleich, indem ich mich bis auf mein Top und das Höschen auszog und mich unter die Decke kuschelte. “Gute Nacht”, sagte ich lächelnd und gähnte einmal. “Nacht”, sagte Svejn noch und schlief relativ schnell ein. Auch ich driftete nach einer Weile ins Land der Träume ab, wachte jedoch mitten in der Nacht einmal auf, weil mir zu warm wurde. Grinsend drehte ich meinen Kopf nach hinten. Svejn war in der Nacht auf mich zugerutscht und hatte seinen Arm um meine Taille gelegt. Ich legte vorsichtig meine Hand auf seine, bedacht darauf ihn nicht zu wecken und schlief irgendwann wieder ein.


Am nächsten Morgen stand ich mit den ersten Sonnenstahlen auf. Langsam befreite ich mich von Svejns Arm, ehe ich aufstand und mein Handy suchte, mit dem ich sofort Alexis anrief. Leise meldete ich mich am Hörer: “Hallo Alexis.. wie siehts aus, hast du was von Caleb gehört?”, fragte ich und hörte ihr zu, ehe meine Stimme ungewollt lauter wurde, fast schrie ich ins Telefon. “Der hat was gesagt?!”, zischte ich und lief nun am Fenster auf und ab. “Und wie soll ich das deuten? Was soll ich denn jetzt machen? Verdammt ich brauch den Idioten auf der Ranch!!”, fluchte ich und hörte, wie Svejn sich aufrichtete. Wie viele meiner Schimpfwörter, die ich alle an Caleb gerichtet hatte, er mitbekommen hatte, wusste ich nicht. “Ich mach jetzt Schluss Alexis, ich melde mich später nochmal. Danke nochmal.” Frustriert ließ ich mich einfach auf die Couch fallen. Ganz gleich, ob ich mich auf meine Klamotten setzte. Hauptsache ich konnte irgendwo draufhauen, was ich auch mit der Couch machte, ehe Svejn meine Hand festhielt und mich fragend ansah.

Svejn
“Hey,hey Wildkatze!“ zischelte ich amüsiert als ich aus dem Bett sprang nachdem sie aufgelegt hatte. Erst fing ich die Hand sah sie an “Was ist aus dem Anruf mit guter Laune geworden? Die Couch kann für Caleb nichts, lass sie ganz und erzähl lieber was er gesagt hat.“ Ich hatte fast vergessen wie Impulsiv sie manchmal sein konnte,deswegen schwirrte mir ständig das Bild einer Wildkatze wie dem Löwen durchden Sinn. Entweder würde sie bleiben,oder um alles zu klären vor Fliegen. Allerdings hatte ich nicht das ganze Gespräch mit angehört,sodass ich auch diese Frage an Alexis nicht gehört hatte. Trotzdem sah ich das böse Funkeln in ihren Augen, wütende Tränen sammelten sich in ihren Augen,aber ich wusste sie würden ihre Wangen nie erreichen -nicht deswegen. Ich sah aber auch Enttäuschung,ob wegen sich selbst oder Caleb konnte ich nicht sagen. Diesen Caleb jedoch hatte ich gefressen, mit jedem erwähnen seines Namens wurde mir der Typ unsympathischer.


Verena
Als er mich Wildkatze nannte musste ich doch wieder lächeln. “Ich war am Anfang ja auch gut gelaunt, aber als Alexis mir von O’Dell erzählt hat, ist die echt in den Keller gefallen”, schnaubte ich wütend und zog langsam meine Hand zurück. Svejn leistete mir kurz Widerstand, merkte allerdings, dass ich mich beruhigt zu haben schien und ließ meine Hand los. “Caleb hat wohl gesagt, ich sei eh nur wieder nach Schottland geflogen um, halt dich fest: 1. rumzuvögeln, 2. weil ich nichts auf die Reihe bekomme & 3. kommt er erst wieder zurück, wenn ich mich bei ihm für die Backpfeife entschuldige und ihm mehr Geld zahl…”, erklärte ich Svejn und merkte, dass ich wieder wütender wurde. “Bei Gott glaub mir, würde ich den Mann nicht so dringend auf der Ranch brauchen, könnte er mich kreuzweise. Aber er weiß genau, dass ohne ihn das Training ins Stocken kommt und das nutzt er schamlos aus”, knurrte ich und haute wieder auf die Couch, ehe Svejn seine Hand auf meine legte und leichten Druck darauf ausübte, so dass ich sie nicht mehr von der Lehne heben konnte. “Der macht mich einfach fertig”, sagte ich seufzend und sah traurig zu Svejn hoch. “Er ist auch derjenige, der mit den drei Gefängnisjungs gearbeitet hat. Murphy zum Beispiel würde im Traum nicht daran denken, auf Riley oder Aaron zu hören.. die sind ihm einfach nicht stark und dominant genug, verstehst du?”, versuchte ich ihm zu erklären und seufzte wieder. “Ein paar Tage, höchstens fünf kann ich noch bleiben, dann muss ich dringend wieder nach Hause. Ich und vor allem die Ranch kann es sich nicht leisten, sollten Murphy, Finn und Bellamy doch auf die Idee kommen, irgendwas Dummes zu machen…”


Svejn
Es war eine aufregende Woche. Nicht nur wegen dem Transport der Pferde den wir organisieren mussten.Dank der guten Kontakte von Verena konnte ich alle meine drei Pferde mit dem Geld des verkauften Autos hinüber bringen nach Kanada. Alisdair war enttäuscht mich gehen zu sehen,trotzdem halfen er und sein Sohn mir beim Abbauen der Paddocks. Die Pferde standen nun in einem Abteil des Rinderstalls.
Kyle lud uns am vorletztenAbend als Gäste zu einerJagd ein,bei der Verena nochmal die Gelegenheit hatte Rougar zu reiten. Auf Beteuerungen hin versprach er ihr sie zu kontaktieren falls er den Hengst je verkaufte. Mit mir war er ein wenig sauer, aber nicht weil ich so überstürzt ging sondern das ich überhaupt ging. “Mein bester Mann geht mir abhanden! Was soll ich sonst machen. Falls du wieder hier bist ruf mich an.“
Ich sah mich in dem Bungalow um,sah wie wenig davon am Ende mir gehörte,denn meineganze Habe befand sich in nur zwei Koffern im gemieteten Transporter. Mehr Platz nahm das Zubehör der Pferde ein. Zum Frühstück waren wir jetzt immer bei Alisdair. Es kam nicht nochmal zu einem Kuss,dazu hatten wir einfach viel zu tun.Trotzdem genossen wir die Gesellschaft des Jeweils anderen,schmiedeten Pläne für die Zeit in Kanada.
“Es ist der letzte Tag,lass uns Stormi und Thjalfe schnappen und einen letzten Ausritt wagen.Falls du möchtest kannst du Thjalfe nehmen,der Große scheint einen Narren an dir zu haben.“ Ein letztes Mal wollte ich durch die Highlands streifen,mich verabschieden. Jetzt gen Ende war ich doch traurig zu gehen.


Verena
Ich kam gar nicht mehr hinterher mich bei allen Leuten für ihre Gastfreundlichkeit zu bedanken, da es einfach so unglaublich viele waren. Das Essen bei Kyle war wirklich toll und die Zicke, die nicht reiten konnte, tauchte erst gar nicht auf- besser für sie.
“Ja, lass das machen, bevor unser Flug nachher geht”, sagte ich und wir machten Alfi und Stormi fertig, ehe Svejn mir noch einmal die schöne Gegend Schottlands zeigte. “Hier ist es wirklich wunderschön”, schwärmte ich von der Landschaft, von der ich mich nur schwer verabschieden konnte, doch die Arbeit rief.
Wieder am Hof angekommen ging alles sehr schnell. Die Pferde wurden verladen, wir fuhren zum Flughafen, die Tiere wurden sediert, eingeladen und schon ging unser Flug, währenddessen Svejn und ich viel lachten und herumalberten, ehe wir in Kanada landeten und Alexis uns überschwänglich begrüßte. Von nun an fing ein neues Leben an, nicht nur für Svejn, sondern auch für mich und die Ranch.


Svejn
Ich war vollkommen in den Bann gezogen vom Flug über den Ozean, machte mir aber auch wahnsinnige Sorgen um meine Pferde. Besonders um Bucks, der Kleine war fast blind und so viel Trubel nicht gewohnt - schon gar keinen Flug!
Als meine Füße dann in Ottawa kanadischen Boden betraten lag noch Schnee - ich hatte mir ein Land ausgesucht in dem es nunmal einen langen Winter gab, fast wie in meiner ursprünglichen Heimat Island. Wir nahmen die Pferde und einen weiteren besonderen Gast mit entgegen, Alisdair hatte mir Argeirr überlassen. “Der Mistköter mag dich eh mehr leiden als mich, was soll ich sonst mit ihm tun, wenn du nicht mehr hier bist?” waren seine einfachen Worte gewesen. Auch Argeirr schien die Reise überstanden zu haben.
Nach längerer Autofahrt erhaschte ich einen ersten Blick auf die Ranch, ein ganz besonderer Abschnitt würde nun beginnen!
BellaS, Wolfszeit, Seimure und 2 anderen gefällt das.
  • Veija
  • AlfurElfe
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