[02] Gefangenschaft

Geschrieben von Ravenna im Blog Caed Crevan. Ansichten: 431

Faszinierend stellte Ryce fest ,dass sein Vater tatsächlich noch lebte. Nicht wirklich mehr bei all seinen Sinnen, aber sein Herz schien noch zu schlagen. Einer der Krieger schien die Verstümmelung von Aethelwold unterbunden zu haben. Die gesprochenen Worte vermochte der Junge jedoch nicht zu vernehmen. Die Haut auf der Brust seines Vaters war vom Messer aufgeschlitzt, Blut quoll daraus hervor. Mienenlos stand der Junge davor, die Hände gefesselt. Längst waren seine Tränen getrocknet, sie galten einzig seinem treuen Pony. Ryce wandte sich von der halben Leiche ab, selbst er wusste ,dass der Mann nicht mehr lange zu leben hatte, nur sein Starrsinn hielt ihn am Leben. Einer der anderen Krieger deutete auf ihn, sagte etwas das die restliche Bande offensichtlich sehr zu erheitern schien. Ryce hob den Kopf und sah dem Krieger mit starrem Blick entgegen, knurrte ihn innerlich an. Erstaunlicherweise bekam er keinen weiteren Schlag ins Gesicht, nur eine Schüssel mit undefinierten Zutaten darin, die wohl eine Suppe darstellen sollte. Da der Hunger aber schon eine ganze Weile in seinem inneren wuchs hob er die Schüssel an seine Lippen und trank. Langsam wich der Hunger aus seinen Gliedern, die Kälte wich angesichts des Feuers.

Ein Stöhnen hinter ihm erinnerte ihn kurz daran ,dass dies nicht das Lager seines Vaters war. Mit den gefesselten Händen kroch er auf den Körper des Mannes zu der im sterben lag. Im Schein des Feuers sah Ryce den Blutstrom der sich durch den Bart aus dem Mund ergoss. Das röchelnde ,schwere Atmen machte dem Jungen klar das die Lunge verletzt sein musste. Mit unter dem Körper verschlungenen Beinen beobachtete Ryce den Kampf den sein Vater nun schlug. Dann sah er hinauf zu den Kriegern, die um das Feuer herum saßen. Einer von ihnen beobachtete ihn genau. Ryce sah wieder hinab, hörte das Stöhnen und kehrte zurück in eine seiner frühesten Erinnerungen. Aethelwold hatte sie besucht, ihn und seine Mutter. Nachts war seine Mutter zu ihm ins Bett gekommen, ihr Körper hatte vor Angst gezittert, das blaue Auge hatte sie Tage danach noch im Gesicht getragen. Vorher hatte er ihre Schreie gehört, ihren Schmerz. Ryce wusste nicht wo seine Mutter jetzt war, aber er schwor sich sie zu finden und vor Schmerz zu bewahren. Sein Zittern hörte auf als er die Hände links und rechts um den Hals des Mannes legte, das Seil mit dem sie gefesselt waren drückte noch mehr der kostbaren Luft ab. Die Augen seines Vaters öffneten sich, Schock stand in ihnen. Er zuckte nun, keuchte den Namen seines Sohnes den er nie beachtet hatte. Ryce sah zum ersten Mal wie sich das Leben in den Augen eines Menschen auftürmte bis es schließlich brach. Ryce blieb ruhig sitzen an der Leiche seines Vaters. Der Däne hatte nicht aufgehört ihn zu beobachten, sein Blick haftete auf dem Jungen, der sich nun aufrichtete und zurück zum Schein des Feuers ging. Es schien als habe nur dieser Krieger mitbekommen was er soeben getan hatte.


Obwohl gänzlich erschöpft saß Hilda aufrecht am Feuer, noch immer wollten die Tränen nicht ganz versiegen. Sie sah wie der Däne ihren Sohn schlug und sie sich dann über seine Schulter geworfen wieder fand. Sie hatten das Dorf früh verlassen. Jetzt waren sie an einer ihr unbekannten Flussmündung, eines der riesigen Drachenboote war auf Grund gelegt worden. Mit einer gewissen Faszination hatte sie den Bug mit seinem geschnitzten Kopf beobachtet, sie hätte nicht sagen können was genau es zeigte. Der Däne der ihrem Sohn den Schlag verpasst hatte, war nicht von ihrer Seite gewichen, doch zumindest hatte er nicht noch einmal versucht ihr zu nahe zu kommen. Ihre Hände waren gefesselt worden, er selbst hatte sie auf eines der schlanken Ponys gesetzt. Ihre Beine hatten ebenfalls Fesseln erhalten die unter dem Bauch des Ponys zusammen liefen. Natürlich hatten sie den Ritt nicht verlangsamt, weil in ihrer Mitte eine Frau war. Hilda war das Reiten nicht gewohnt, konnte sich nur schwer dem Rhythmus des Tieres anpassen. Schon bald spürte sie den Schmerz der offenen Schenkel. Ihr halb zerfetztes Gewand bot keinen Schutz zwischen ihrer nackten Haut und dem groben Leder des Sattels. Halb bewusstlos hatte sie stundenlang auf dem Pony gehangen. Fast hatte sie nicht bemerkt wie viele der Männer sich irgendwann von ihnen getrennt hatten. Es blieben neben dem Dänen der ihr Pferd führte nur noch sechs andere, drei davon kaum aus dem Knabenalter heraus gewachsen. Am Ende des Rittes hatte der Mann dessen Name offensichtlich Svejn war sie von den Fesseln befreit und vom Pony gehoben. Es hatte sie fast alle Beherrschung gekostet nicht vor Schmerz aufzuschreien, ihr Körper kannte in diesem Moment nur den stumpfen Schmerz. Svejn hatte sie auf ein Lager gesetzt, ihr eine Schüssel mit einer Art Gerstenbrei gegeben und anschließend mit den restlichen Männern gesprochen. Hilda zitterte, hatte noch nichts von ihrem Brei gegessen, versuchte stattdessen den Fluss ihrer Tränen zu unterdrücken. Sie hasste diese Schwäche. Als Svejn schließlich zurück zu ihr kehrte sah er zweifelnd in die Schüssel in der noch immer der Brei war. Ihre Beine waren nicht mehr gefesselt ebenso wenig ihre Hände. Mit aller Kraft warf sie dem Dänen die Schüssel mit dem noch heißen Brei entgegen, sprang so schnell es ihr möglich war auf die Beine und hastete zu den Pferden. Zwischen ihren Leibern versteckte sie sich, sah den Dolch am Sattel eines Tieres und zog ihn heraus. Entschlossen hielt sie ihn vor sich als sie Svejn auf sich zu kommen sah. In der Dunkelheit vermochte sie nicht zu sagen was sein Gesicht zur Schau trug, sie wollte es auch gar nicht. Mit einigen Lauten scheuchte er die wenigen Pferde von ihrer Seite fort. Da nun der Schein des Feuers ungehindert auf ihn fiel musste Hilda schlucken. Sein Gesicht schien neutral, keine Wut konnte sie daran erkennen.Auf seiner rechten Wange konnte sie nun die feinen Linien einer Tättowierung erkennen, aber was genau es darstellen sollte konnte sie nicht sagen. Trotzdem stellte sie sich schmerzhaft vor. Allerdings hatte er diese auch nicht zur Schau getragen als er seelenruhig in die Kirche gekommen war. Ihre Beine zitterten vor Kälte, Erschöpfung und jetzt wieder vor Angst. Hilda hob den Dolch höher vor die Brust, doch jetzt noch würde sie dem Hünen nicht gewachsen sein. Mit dem Schritt da er näher an sie heran trat, zog Svejn die Axt aus seinem Gürtel. Mit schnellen Schritten lief sie jetzt halb verzweifelt auf ihn zu fuchtelte mit dem Dolch und spürte einen harten Schlag auf dessen Klinge, hilflos konnte sie nur mit ansehen wie der Dolch zu Boden fiel. Mit gerecktem Kinn sah sie dem Krieger jetzt entgegen, unsicher sah sie das dünne Lächeln auf seinem Gesicht. Dieser Mann verwirrte sie. Seine ganze Art verwirrte sie, nicht einmal bisher hatte sie erkennen können was er eigentlich wollte. Also blieb sie einfach stehen, reckte das Kinn und sah ihm in die Augen. Mit der Hand schob sie sich das Kleid weiter auf die Schulter, wobei es als solches nicht länger bezeichnet werden konnte. Es hing ab der Hüfte nur in Fetzen, bedeckte kaum ihre Beine und wurde nur durch die Schnürung noch halbwegs an Ort und Stelle gehalten. Der Träger auf ihrer rechten Schulter war gerissen. Ihr persönlich zeigte sie diesen Männern zu viel Haut, doch andere Kleidung hatte ihr bisher keiner zugesprochen. Schmerzlich wurde sie nun an ihren Hunger erinnert, scholt sich den angebotenen Brei verschüttet zu haben. Was auch immer Svejn jetzt vor haben mochte, jetzt würde es sicherlich schlimmer ausfallen als zuvor. Bedächtig trat er an sie heran, betrachtete ihr Gesicht noch immer mit diesem Lächeln. Seine Axt lag nun an ihrer Kehle, doch sie starrte ihm stur in die Augen, wankte nur da ihre Beine zu schwach waren das Gewicht ihres Körpers zu halten.Mit den Wunden an ihren Beinen, die von ihrem Ritt her rührten würde der Krieger vielleicht davon absehen sie zu vergewaltigen. Der Schatten seines Kusses in der Kirche war ihr noch in der Erinnerung. Auch dieser hatte sie verwirrt, denn als er beendet gewesen war hatte sie sich ihn zurück gewünscht. Der Krieger war ihr fremd, doch selbst in diesem Moment war er sanfter zu ihr gewesen als es Aethelwold je vermocht hatte. Trotzdem schnürte ihr die Furcht die Kehle zu. Die kälte seiner Klinge drang an ihre Haut, dann bewegte sie sich und sie spürte einen Zug auf der Kette um ihren Hals. Der Anhänger kam mit einem kleinen Klirren auf der Klinge auf. Der Drang auf den kleinen Anhänger zu gucken war unbändig doch sie hielt seinem Blick zunächst stand, dann war er es der den Kontakt brach. Erst sah sie wie sich seine Augenbrauen zusammen zogen, dann huschte sein Blick wieder hinauf zu ihr. Mit einem Ruck durchtrennte er die kleine Lederschlinge.Hielt es sich vor das Gesicht der kleine schlichte Hammer an der Schnur pendelte auch vor Hildas Blickfeld. Die genaue Bedeutung war ihr nicht geläufig, doch wusste sie ,dass es bereits vor ihr ihrer Mutter gehört hatte und das weit in die Vergangenheit. Einst mussten die Verzierungen deutlicher sichtbar sein, aber jetzt war es nur noch ein Schatten seiner einstigen Pracht. Was auch immer der Krieger sagte entwand sich ihrer Verständnis. Dann griff er unter sein eigenes Hemd. Nur einen Augenaufschlag später hing ein eben solcher Hammer wie der ihre neben dem ihren. Hilda wusste er stammte aus der alten Zeit, damals als noch nicht der Gott der Christen das Land beherrscht hatte. Noch heute gab es hoch im Norden Geschichten nach denen im Nebel Feen wohnten und Naturgeister ihr unwesen trieben. Als Kind hatte sie den Geschichten gern gelauscht, sie an Ryce weiter gegeben. Die Geschichten von Eisriesen, einem Gott namens Woden. Fasziniert starrte Hilda auf die Hammer die vor ihr hingen. Sie war nie eine wirklich gute Christin gewesen, doch die Leute hatten geredet also war sie den Weisungen ihres Priesters gefolgt. Hilda wollte nach dem eigenen Hammer greifen, doch der Krieger zog die Axt in die Höhe so hing es hilflos über ihrem Kopf. Wütend funkelte sie den Hünen an und wurde nur wütender als sie seine Belustigung wahr nahm. Unschlüssig sah er sie an ließ den Blick über ihren Körper gleiten, Scham stieg in ihr auf als sie sein Verlangen in den grünen Augen deutlich erkennen konnte. Dann zerrte er sie plötzlich an der Schulter in Richtung des Feuers, da ihr die Kraft fehlte sich zu wehren schrie sie. Jetzt würde er tun was er in der Kirche nicht beendet hatte. Mit Kraft der Hilda nichts entgegensetzen konnte brachte er sie auf den Boden, sie wand sich , schrie und hörte ihn auch immer wieder ein Wort wiederholen. Dann spürte sie seine Hand an der Kehle, über dem Mund und sein Gesicht schwebte über ihrem. Ermahnend sah er sie an, sprach sein Wort und der Tatsache zusprechend das sie nicht zu schreien vermochte, so lernte sie das erste Wort in seiner Sprache. “Ruhe” oder zumindest war es was Hilda vermutete. Doch sie wollte nicht aufgeben, sie wollte nie wieder von einem Mann genommen werden wie es Aethelwold getan hatte. Entschlossen biss sie Svejn auf die Finger, jetzt schien er einen Moment ungehalten zu sein. Hob die Hand zu Faust, zuckte kurz auf sie zu unterbrach den Impuls sie zu schlagen. Verdutzt sah sie auf seine erhobene Hand, dann in seine Augen. Als sie sich jedoch erneut seinem Griff wenden wollte, drehte er seinen Körper herum und kam auf ihrem Bauch zum sitzen. Sein linkes Knie begrub dabei ihr linkes Handgelenk unter seinem Gewicht, während ihr die Luft aus den Lungen gepresst wurde. Als Reaktion auf ihr Keuchen lasstete nicht länger sein gesamtes Gewicht auf ihr. Mit den freien Hand schlug sie ihm einige Male gegen den Rücken. Verwirrt ließ sie den Widerstand dann wieder sein. Der Hüne schien irgendetwas anderes im Sinne zu haben. Was genau das war vermochte sie nicht wirklich zu sagen. Nachdem sie einige Augenblicke so zugebracht hatten, setzte er sich von ihr runter. Sprach erneut das Wort und schob ihr das zerfetzte Kleid nach oben. Reflexartig wollte ihre Hand sein Handgelenk ergreifen, doch schlug er sie sanft weg. Also blieb es bei ihrem gehetzten Blick. Sie drehte den Blick ab, doch seine Hand griff unter ihr Kinn zwang sie dazu ihn anzublicken. Was sollte das alles nur? Jetzt stiegen ihr die verfluchten Tränen wieder in die Augen!

Kurz blieb sein Blick an ihr hängen, dann machte er in seinem Tun weiter. Dieses Mal gebrauchte er beide Hände, schob das Kleid nach oben und spreizte ihre Beine. War das eine Regung in seinem Gesicht gewesen? Ekel oder etwas anderes? Mit einem Fetzten ihres Kleides wischte er an ihren Oberschenkeln hinauf, sanft, langsam als wollte er ihr nicht weh tun. Trotzdem konnte sie nur leicht auf keuchen. Svejn sah auf zu ihr, griff plötzlich nach ihr und schon befand sie sich auf seinen Armen. Als er mit ihr in Richtung des Wassers verschwand folgten ihnen vom Schiff her die grölenden Stimmen der anderen Männer. Hinter einem Dickicht ging er mit ihr etwa bis zu den Knien in das Wasser, stellte sie ab und gab ihr zu ihrer Verwunderung die Axt in die Hand. Dann huschte er in Richtung des Lagers davon, kramte in den Sachen. Hilda stand wie versteinert in der Dunkelheit bis fast zur Hüfte im kalten Wasser. Erst als er wieder vor ihr auftauchte zuckte sie unwillkürlich zusammen. Der Mann schüttelte schließlich den Kopf, sprach zu ihr und fuchtelte mit den Armen. Sollte sie sich waschen damit er sie danach nehmen konnte? Heftig schüttelte Hilda den Kopf. Schließlich entledigte sich der Krieger seiner Rüstung aus Leder, den Schuhen und watete nur in einem Lendenschutz auf sie zu. Sie stand nur da, die Axt an ihre Brust gepresst. War das ein Lachen als er ihr die Waffe aus der Hand nahm? Wieder hob er ihren Kopf an, als seine Hand die Tränen in ihrem Gesicht weg schob er schauderte Hilda. Was war das nur?


Anschließend zog er sie noch weiter in das Wasser, bis er sich schließlich selbst begann zu waschen. Da sie sich immer noch nicht rühren wollte, schubste er sie kurzerhand um. Er hielt sie nicht für eine dumme Frau, aber weshalb wurde sie so starr? War denn ihr Mann nicht sanft mit ihr umgegangen? Hilda kam prustend nach oben, schließlich schien sie verstanden zu haben ,dass er ihr nichts tun würde als er das Wasser verließ. Voller Scham wusch sich Hilda zwischen den Beinen und watete dann fröstelnd aus dem Wasser. Ohne viel Federlesen zog er ihr die Reste des Kleides über den Kopf, atmete scharf ein als er ihren Körper sah. Sie wusste um die Narben die Aethelwold dort hinterlassen hatte. Svejn jedoch schob ihr schnell eines seiner Hemden über den Kopf und trug sie zurück zum Feuer. Dort sah er sie an als er vor ihr saß, zeigte auf eine Art von Salbe und ihre Beine. Da sie ihm ohnehin ausgeliefert war, breitete sie ihre Beine aus. Im Schein des Feuers schmierte er die wohlriechende Salbe auf ihre geschundenen Oberschenkel. Dabei konnte sie nicht ohnehin wieder in Tränen auszubrechen. Dieses Mal waren es Tränen der Verwirrung und Verzweiflung. Sie verstand ihren Körper nicht mehr. Das wohlige erschauern kannte sie nur, wenn Ryce ihr die Haare gekämmt hatte. Jetzt empfand sie es, wenn dieser fremde Mann sie unschicklich berührte! Sie hatte ihre Dienerinnen davon sprechen hören, sie alle hatten Liebhaber gehabt. Der Akt konnte richtig ausgeführt etwas gutes sein, so jedoch hatte Hilda ihn nie kennengelernt. War Aethelwold auch mit seiner ersten Frau so umgegangen, oder hatte er nur an ihr seine Spiele getrieben?

Als er ihre Wunden versorgt hatte, packte er die Sachen wieder ein. Da sie vor Kälte schlotterte, nahm er auch ihre Haare um sie mit einem Leinentuch zu trocknen, flocht sie zu einem Zopf. Anschließend verschwand er. Besorgt sah sie wie die Männer wieder zurück zum Feuer kehrten. Obwohl es nicht mehr viel Wärme schenkte legten sie sich jeweils zu zweit in dicke Felle um sich gegenseitig zu wärmen. Als Svejn ebenfalls mit einem der Felle vom Schiff zurück kehrte und sie die Männer zählte wurde ihr klar das es niemanden gab der sich mit ihm das Fell teilen würde. Ganz offensichtlich hatte er sie auch auf sein Lager gesetzt. Die Anzüglichen Bewegungen der anderen entgingen ihr nicht, gehetzt sah sie sich um. Ohne Fell jedoch könnte Hilda sich in der Nacht den Tod holen. Svejn hatte sich bereits hinter ihr hingesetzt, das Fell halb über ihre Schulter. Hilda ergab sich hier in ihr Schicksal. Nachdem sie ihren Kopf auf den Boden gelegt hatte, breitete Svejn das Fell über sie beide. Soweit es unter der Decke möglich war rutschte sie von dem Krieger hinter sich fort, nur damit er sich wieder näher an sie legte. Plötzlich vernahm sie ein Seufzen und er griff um ihre Hüfte, zog sie näher was sie zu einem leisen Schrei brachte. Er hielt sie nun fest, seine Hand lag entspannt an ihrem Bauch, sein Atem spürte Hilda deutlich an ihrem Hals. Zu nah! Schrien ihre Gedanken, doch die Erschöpfung verlangte ihren Tribut. So fand sie in einer ihr fremden Welt, den Schlaf an der Seite eines dänischen Kriegers.


Ihrem Sohn erging es in dieser Nacht ähnlich. Obgleich seine Hände gefesselt waren so hatte Ryce ein reichhaltiges Essen bekommen. Wortlos hatten die Krieger die Leiche des Vaters in dem Fluss geworfen. Man hatte dem Jungen ein Fell zugeworfen in das eingerollt er dicht am Feuer saß. Bjarte sah kurz auf den Jungen, wandte sich dann aber ab. Er war ein Gefangener, trotzdem waren sie keine Unmenschen. Bjarte und seine Krieger waren nicht hier um zu siedeln. Mit ihrem Schiff hatten sie bereits gute Beute gemacht, doch viele der Männer wollten zurück zu ihren Frauen. Den Lord und seine Männer zu Töten hatte dazu beigetragen zu verhindern selbst angegriffen zu werden. Einen Kampf mit den ansässigen Menschen wollte Bjarte sich ersparen. Was sie nun allerdings mit dem Jungen machen wollten wusste der rothaarige noch nicht. Bald würden sie aufbrechen um sich mit ihrem Jarl zu treffen, welche Pläne Hrorik verfolgte war ihm noch nicht ganz klar. Sie hatten ihre Stärke geteilt, waren die Flüsse des Landes hinauf geschifft, hatten schlecht bewachte Städte und Höfe überfallen. Nach Umlauf eines Mondes sollten sie wieder zurückkehren, berichten von reicher Beute und dem was sie sonst aufgegriffen hatten. Dass niemand unter ihnen die Landessprache verstand erschwerte ihr vorankommen. Mit diesem Jungen jedoch, Kinder lernten schnell, das hatte bereits sein Vater gesagt. Bjarte schlang das Fell enger um sich. Er würde den Jungen behalten, ihn gut behandeln und seine Sprache lehren, Bjarte war sicher das er seinen Nutzen daraus ziehen könnte. Er hatte beobachtet wie der Junge den Mann getötet hatte, noch war seine Statur schmal aber mit der richtigen Unterweisung könnte der Junge ein guter Krieger werden.
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