1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Viewing blog entries in category: Hofstory

  • Jackie
    @sadasha @Occulta ich schicke euch die Berichte noch mal per PN rüber. Ihr könnt euch auch gerne eure Abschnitte rauskopieren. Der Satzanfang eines Abschnittes lässt euch erfahren wo sich Scott gerade befindet.

    Verdienst: 1970$

    Nachdem Scott sich den Mutterstuten gewidmet hatte, fiel Hunter spontan ein, dass es noch eine Stute gab die untersucht werden müsste. “Ich habe mir letztens eine richtig gute Zuchtstute von einer Alicia Grey gekauft. Könntest du mir den Gefallen tun und sie checken, ob sie auch gesund ist ?”, Scott nickte und ließ sich von Hunter zum Zuchtstall der Drum Horses führen. “Hier steht die Gute”, er deutete auf eine stämmige Silver Dapple farbige Stute, welche sich genüsslich Heuhalme aus dem Heunetz zog. “Sie heißt Lady Lyneth Bowen. Habe sie noch nicht zu den anderen gestellt, sollte sie sich irgendwas angeschleppt haben”, - “Okay dann lass uns mal beginnen”, Scott bat Hunter die Stute aus der Box zu führen, um ihre Gänge zu bewerten. Der Tierarzt konnte keine Anzeichen von Lahmheit erkennen und näherte sich dem großen Tier. Nun begann er die Stute von oben bis unten ab zu tasten. Dabei ließ er seine Hand über ihren Widerrist, die Kruppe und hinunter an die Beine gleiten. Er beugte jedes einzelne Bein um zu testen ob die Stute im Bein und Hufbereich Schmerzen haben könnte. Doch Scott konnte nichts finden. Also beschloss er sich die Nüstern, Augen und Ohren anzusehen. Zuerst jedoch steckte er seinen Finger seitlich in das Maul der Stute, um sich die Zähne genauer anzusehen. “Ich kürze ihr die die Zähne, dann musst du das erst im nächsten Jahr machen” Scott kramte ein Maulgatter aus seiner Behandlungstasche und legte dieses in das Maul der Stute. Hunter hielt Lady Lyneth am Halfter fest, damit Scott mit der Maschine die Scharfen Stellen und Haken an den Backenzähnen wegschleifen konnte. Gleichzeitig kürzte er auch die Schneidezähne. Zu guter letzt, führte Scott mit einer Handraspel den Feinschliff durch. Nachdem dies geschehen war, konnte er das die Maulsperre entnehmen und Nüstern, Augen sowie Ohren ansehen. Scott konnte nichts auffälliges entdecken, woraufhin er die Temperatur und den Herzschlag des Pferdes maß. “Sieht alles normal aus! Dann können wir ja mit der Impfung und der Wurmkur beginnen”

    Lady Lyneth döste auf der Stelle ein, während Scott die Impfstoffe “Tollwut, Tetanus, Influenza” und “EHV-1 + EHV-4” abfüllte. Er drückte die überschüssige Luft aus der Spritze und legte sie am Hals der Drum Horse Stute an. Ein kleiner Piekser und die Stute war geimpft. “So, in zwei Wochen solltest du deine Stute noch mal impfen lassen, damit sie immunisiert ist. Die dritte Wiederholung findet in 6 Monaten nach der zweiten statt, danach brauchst du je nach Impfung nur noch einmal im Jahr bzw. Alle zwei Jahre impfen”. Zum Schluss verabreichte Scott der Kaltblutstute oral eine Wurmkur. “Damit sollte deine Stute erstmal in Top Form bleiben. Ich glaube das war alles”, er lächelte Hunter an und packte seine Utensilien ein. “Gibt es sonst noch Pferde die kontrolliert werden müssten ?”

    Hunter dachte nach und schnippste augenblicklich mit den Fingern. “Ja, da gäbe es noch eine Stute. Sie ist ein Vollblut und müsste auch durchgecheckt werden. Komm mir einfach nach”, Scott folgte ihm Wortlos und bestaunte das große Gestüt. “Wirklich schick habt ihr es hier”, Hunter lächelte begeistert. “Freut mich sehr zu hören. War nicht gerade billig das ganze so zu renovieren”. Als sie bei der Stute angekommen waren, führte Hunter Moulan dem Tierarzt vor. Im flüssigen Gang trabte die Stute durch die Stallgasse. Scott konnte keine Lahmheiten erkennen, so dass er die Stute von nahem betrachten konnte. Beim abtasten am Körper und den Beinen sah alles normal aus. Erst bei den Augen fiel ihm auf, dass die Stute etwas tränte. “Das tränen muss aber nichts bedeuten. Es könnte sein, dass sie im Zug stand. Notfalls gebe ihr etwas Augentropfen”. Hunter nickte und wartete ab, was der Tierarzt als nächstes sagte. “Ich kürze auch ihr die Zähne, du musst mir nur noch einmal helfen”, Scott wiederholte die Prozedur von eben und schliff die Vorderzähne und Haken der Backenzähne. Anschließend ein Feinschliff mit der Handraspel und fertig. “Temperatur und Herzschlag sind normal. Moulan ist also gesund. Ich verabreiche ihr jetzt noch den Impfstoff und die Wurmkur”. Erneut füllte Scott den Impfstoff ab, erneut verabreichte er ihn im Hals des Pferdes. Schließlich griff er nach der Wurmkur, welche er der Stute Oral zufügte. “So, das war dann alles. Auch hier wäre eine Grundimmunisierung in zwei Wochen empfehlenswert.”, Hunter bedankte sich. “Bevor ich mich verabschiede, ich bräuchte einmal den Equidenpass der beiden Pferde, dann trage ich die Untersuchung eben ein”. Scott füllte den Papierkram aus und verabschiedete sich von Hunter Crowley. Sein nächstes Ziel, ebenfalls in England, war “Pineforest Stable”.

    An Pineforest Stable angekommen, parkte Scott seinen Jeep auf die große Parkfläche. Erstaunt betrachtete er das riesige, gut gepflegte Gestüt. Es dauerte nicht lange, als er auf Occulta Smith traf. Beinahe perplex überreichte er ihr grüßend die Hand. “Sie haben sich ja was schönes aufgebaut!”, sagte er staunend, während sein Blick immer noch über den Hof schweifte. “Vielen Dank! Danke übrigens das sie es so schnell geschafft haben.” Scott schluckte beklemmt. “Naja, schnell ist etwas anderes. Ich hatte vor kurzem noch einen Kunden hier in England gehabt. Aber nun bin ich ja gott sei Dank hier!”, erleichtert folgte er der Gestütbesitzerin zum ersten Pferd. “Das hier ist One Cool Cat” - “Ok gut. Wann wurde er zuletzt geritten ?”, Occulta führte das Vollblut dem Tierarzt vor. Während er sich ein Bild von seinen Gängen machen konnte, antwortete Occulta auf seine Fragen. “Er wird jeden Tag geritten, auch kommt er täglich morgens auf die Weide. Zufressen bekommt er Spezialmüsli für Rennpferde, 3x Raufutter, und Saftfutter nach der Arbeit. Hufschmied kommt auch Regelmäßig und die letzte Routineuntersuchung war am September 2015” Scott staunte nicht schlecht. “Das klingt ja mal positiv. Kenne nur wenige Pferdebesitzer die sich so um ihre Tiere sorgen. Ich glaube wohl kaum, dass ihm etwas fehlen könnte, trotzdem schau ich ihn mir näher an. Wie sieht es mit den anderen drei Pferden aus ?” - “Ich sorge mich sehr um die Gesundheit meiner Pferde, auch die anderen bekommen regelmäßige Bewegung. Gerade die Miniature Horses bekommen eine minimale Menge an Kraftfutter. Da achte ich wirklich sehr drauf. Ansonsten liegen die letzten Impfungen und Untersuchungen eine Weile zurück” Scott nickte daraufhin, tastete das Pferd ab und sagte schließlich nach der Kontrolle “Also bei ihm hier kann ich nichts auffälliges erkennen, wie ich bereits angenommen habe. Dann lass uns mit der Impfung und Wurmkur beginnen”. Occulta hielt ihr Pferd fest, damit Scott es einfacher hatte. “Wenn du ihm die Wurmkur verabreichst, musst du etwas schneller sein. Sonst könnte er bockig werden” - “Ok danke.”, Scott füllte den nötigen Impfstoff ab, drückte die Luft aus der Spritze und setzte sie am Hals des Pferdes an. “Cool Cat sollte nun gegen Tollwut, Influenza, Pferdeherpes und Tetanus geimpft sein. Die nächste Impfung wäre je nach Impfstoff in 6 Monaten oder 1-2 Jahren”, anschließend griff er nach der Wurmkur, näherte sich dem Maul des Pferdes und führte schnell seine Finger seitlich in das Maul ein. Während er One Cool Cat noch im Griff hatte, verabreichte er schnell dem Pferd die Wurmkur. “Die nächste wäre in einem Jahr nötig. Oder in 6 Monaten”.

    Occulta führte ihn zu seinem nächsten Patienten. “Hier ist Lady Diva from the Sky, sie wurde schon länger nicht kontrolliert”, Scott nickte, betrachtete die Gänge der Stute und tastete ihren Körper ab. “Fühlt sich normal an”, murmelte er. Der Tierarzt kniete sich in die Hocke und beugte jedes einzelne Bein der Stute. Gelassen gab das fuchsfarbene Miniature Horse dem Tierarzt die Hufe, Scott lächelte und sagte knapp “Sieht gut aus”, stand auf und beugte sich zum Maul des Pferdes vor. Ein Griff in die Seite und er konnte die Zähne des Tieres begutachten. “Ok, ich verabreiche ihr direkt eine Wurmkur, dann haben wir das auch schon durch.” Occulta nickte und sah Scott bei der Arbeit zu. Schließlich leuchtete Scott in die Nüstern, testete die Augenreflexe und prüfte den Hörsinn des Pferdes. “So, hier kann ich nichts finden. Ich messe jetzt die Temperatur und den Herzschlag”, er beugte sich hinunter zu seiner Tasche und kramte sein Stethoskop und Thermometer hervor. Das Stethoskop hielt er an der Brust des Pferdes. Still prüfte er den Herzschlag. Wortlos wand er sich dann dem Hinterteil zu, um die Temperatur des Pferdes zu messen. “37,8°C, eine gute Normaltemperatur” Scott säuberte das Thermometer und legte es in seine Tasche zurück, nun füllte er den Impfstoff für Lady Diva ab. Diesen verabreichte er ihr über den Hals. “Ok, wer ist der nächste ?”, er lächelte und wartete darauf, dass Occulta die Stute weg brachte und das nächste Pferd holte.


    Das nächste Pferd war ein schönes Tovero geschecktes Paint Horse. Der Hengst hieß Flintstone und war ruhiger als die anderen. “Na du!”, begrüßte Scott seinen Patienten. Er musterte die Gänge des Pferdes, näherte sich dem Tier und tastete Rücken, Flanken,Bauch und Beine ab.Nachträglich widmete er sich dem vorderen Teil des Pferdes. Die Brust, den Hals und den Kopf. Aber auch bei Flint konnte er nichts auffälliges entdecken. Also führte er eine Beugeprobe durch und kontrollierte anschließend Zähne, Nüstern, Augen und die Ohren. “Dein Pferd ist gesund”, sagte Scott zufrieden und gab dem Hengst einen klaps auf den Hintern. “Super, das freut mich! Dann können wir ja noch Impfstoff und Wurmkur verabreichen”, Occulta lächelte und tätchelte ihr Pferd am Hals. Gesagt, getan. Scott verabreichte dem Westernpferd die nötigen Mittel und folgte der jungen Frau zur Box. “So, dann bleibt ja nur noch ein Pferd übrig”. Sie lächelte begeistert. “Ich bin wirklich erleichtert. Ich wollte die Pferde demnächst bei der Leistungsschau anmelden. Da sollten sie immerhin in Topform bleiben.”, Scott nickte verständnisvoll und folgte ihr schließlich zu Calico.

    Calico war ein ausgeglichener Hengst mit ein wenig Temperament. Neugierig blickte er über die Box hinweg zum fremden Tierarzt und brummelte ihm leise entgegen. Occulta klopfte ihn begrüßend auf die Schulter und führte ihn aus der Box. Einige male führte sie ihn durch die Stallgasse, damit der Tierarzt ihn beobachten konnte. “Alles in Ordnung”, Scott tastete den Hengst ab und staunte nicht schlecht als er sein Fell spürte. “Sehr weich und gepflegt. Zumal er ein Schimmel ist. Ich bin echt begeistert von ihrem Hof. Also er hier, ist ein richtiges Prachtexemplar”, stolz betrachtete Occulta ihren Hengst und bedankte sich bei Scott. Es dauerte nicht lange bis Scott sich das Pferd genaustens unter die Lupe genommen hatte. “Dein Kerl hier ist Top-Fit. Wundert mich aber nicht bei der Pflege. Solange kein Unfall passiert ist. Dann kann ich ihn jetzt impfen”. Scott legte sein Stethoskop nieder und kramte eine frische Spritze hervor. Diese füllte er ab und drückte die überschüssige Luft raus. Das Mittel verabreichte er dem Pferd am Hals. Schließlich gab er Calico noch eine Wurmkur und sein Werk war vollbracht. “So, das wäre dann alles”, er sah Occulta zu, wie sie ihr Pferd noch weg brachte, ehe er sich von seiner Kundin verabschiedete.

    Sein nächster Auftrag verschlug ihn nach Phoenix Valley in Kalifornien. Dort sollte er sich um Kenneth Stute Fix the Flame und dem Fohlen Leveneza kümmern. Das viele hin und her reisen hatte Scott jedoch stark ermüdet. Darum beschloss er die Nacht in einem Hotel zu verbringen ehe er sich seinen neuen Patienten widmen würde.


    Am Morgen fuhr er schließlich nach Phoenix Valley, auf der Suche nach Kenneth. “Scott Cardinal”, stellte er sich dem gut aussehenden Mann, freundlich vor. “Kenneth Jenkins, schön dass sie unter den Umständen so schnell kommen konnten”, Beide schüttelten sich die Hände und gingen zu den Hauptstallungen. Scott war erstaunt wie edel das Gestüt aussah, obwohl es kaum Gebäude oder spezielle “Extras” besaß. “Schön habt ihr es”, sagte er Gedankenversunken. Auch wenn er dies zu jedem seiner Kunden sagte, meinte er es tatsächlich ernst. In den Stallungen angekommen, führte Kenneth das Fohlen aus der Box. “Unsere Leveneza ist ein erstklassisches Zuchtpferd. Wirklich eins-A Vorfahren. Ich hoffe mit ihr ist alles im grünen Lot”, er zwinkerte dem Tierarzt entgegen und gab der Kleinen einen Klaps auf den Hals. “Können sie mir etwas über ihre Pflege oder ihr Training erzählen ?” - “Ja, sie wird fast täglich kurz trainiert, also die Jungpferdeerziehung. Das übliche halt. Leveneza bekommt Heu, Saft- & Mineralfutter, steht in einem Offenstall ohne fressbare Gräser und war das letzte mal um August diesen Jahres beim Hufschmied.” Scott nickte und lächelte zufrieden “Hört sich gut an, würde mich wundern wenn ich etwas finden würde”. Da die Gänge in Ordnung aussahen, tastete er den Jährling ab. Anschließend beugte er jedes einzelne Bein und betrachtete den Kopf des Tieres. Nachdem er auch dort nichts vorfinden konnte, prüfte er den Herzschlag und die Temperatur. “Alles in bester Ordnung”, Scott lobte Leveneza, auch wenn sie während der Kontrolle nicht all zu ruhig geblieben ist. Zu letzt füllte er den Impfstoff ab, verabreichte ihn dem Fohlen und kramte eine der Wurmkuren aus dem Koffer. Mit flinker Geschwindigkeit, füllte er die Paste in den Mund des Tieres. Angewidert schüttelte Leveneza den Kopf und rollte die Augen nach hinten. Damit sie keine schlechten Erfahrungen mit der Wurmkur macht, gab Scott ihr im Anschluss ein, -zwei Leckerchen hinterher.

    Kenneth konnte Leveneza nun wieder weg bringen, so dass er Fix the Flame als nächstes vorführen konnte. Die Fuchsstute war ein temperamentvoller Trakehner, welcher jedoch einige Erfahrung mit Tierärzten gemacht hatte. So viel es Scott nicht schwer die Stute zu untersuchen nachdem Kenneth sie vorgeführt hatte. Mit einer kleinen Lampe testete er ihre Pupillenreflexe, leuchtete in Nüstern und Maul und prüfte schließlich ihren Hörsinn. “Ich höre sie jetzt ab”, kommentierte er konzentriert. Er bückte sich und legte das Stethoskop an. Als er es an die Brust auf legte, konnte er sicher gehen, dass ihr Puls im Normalbereich lag. Zu guter letzt näherte er sich dem Hinterteil des Pferdes, hob den Schweif an und prüfte die Körpertemperatur. “38°C, sie kann also sorgenfrei geimpft werden.” Bevor Scott die Stute impfte, verabreichte er ihr zuerst Oral eine Wurmkur. “Lass uns auch gleich die Zähne schleifen ok ?” Scott bat Kenneth ihm zu helfen, indem er die Stute festhalten sollte. Geschickt legte Kenneth dem Tier die Maulsperre ins Maul, um mit der Handraspel die Vorderzähne zu kürzen. Der Prozess ging schnell von dannen und Scott konnte dem Pferd die Sperre wieder entnehmen. Er verstaute sie zurück in die Tasche und fragte nach Flames Pferdepass. Kenneth überreichte ihn, damit der Tierarzt den Impftag, die Wurmkur, sowie die Zahnpflege notieren konnte. “Ich glaube das war alles”, er lächelte zufrieden und erklärte wieso die nächste Impfung in ca. 2 Wochen stattfinden sollte. Damit verabschiedete er sich von Kenneth und verließ Phoenix Valley um zurück nach Kanada zu reisen.

    15.037 Zeichen | © Jackie
    sadasha, Zion und Occulta gefällt das.
  • Jackie
    Währenddessen am Flughafen in England...

    Scott erhielt wenige Tage vorher einen Anruf von Hunter Crowley. Ein Großauftrag wie man so schön sagt. Da eine Nachuntersuchung bei Arcany eh noch nötig wäre, beschloss Scott nach England zu fliegen um Hunters Pferde auf mögliche Beschwerden zu untersuchen. Scott verließ den ETA Travel Airport um sich ein Taxi nach Lincolnshire zum BearBrook EC zu holen. Das pendeln verließ diesmal recht flüssig. Schließlich bog das Taxi eine schmale Straße, zwischen zwei großen Feldern ab um den Tierarzt auf den Parkplatz aussteigen zu lassen. Scott bedankte sich und bezahlte das Taxi ehe er sich gegenüber zum Haupthaus begab. Er klingelte, doch es war wohl niemand zu Hause. Grübelnd schlenderte er über den Hof und hielt dabei Ausschau nach Hunter. Im Stall wurde er schließlich fündig. "Hunter!", begrüßte er den kantigen Stallbesitzer. Dieser sortierte gerade das Zubehör, welches willkürlich in einer Ecke geschmissen wurde. "Was ist denn hier passiert ?", fragte Scott stirnrunzelnd, als er das Chaos sah. "Irgendein Idiot hat das gesamte Zubehör rausgeräumt. Schau dir das mal an! War bestimmt Ruby oder einer ihrer Freunde", genervt entwirrte er die Zügel aus der Trense um sie nacheinander zurück am eigentlichen Platz zu hängen. "Tut mir Leid wenn ich gerade ungünstig komme. Aber ich wollte mir deine Pferde ansehen, wir können mit Arcany anfangen", der Tierarzt nach seine Tasche und folgte dem Gestütsbesitzer über den Innenhof.

    "Hier ist die gute", Scott näherte sich dem Reitpony, ließ sich beschnuppern und betrat schließlich die Box. Er bückte sich um den verheilten Hufballentritt am rechten Vorderbein zu kontrollieren. Vorsichtig tastete er die verheilte Stelle ab, Arcany jedoch schien sich nicht daran zu stören. Gelassen blieb sie stehen und fraß dabei etwas Heu. Scotts Kopf wurde schon etwas vollgerieselt. Er richtete sich auf und wandte sich dem jungen Mann zu. "Super, alles verheilt. Dann wollen wir uns mal zu den richtigen Patienten begeben"

    Zuerst führte Hunter ihn zu Bear Totem's Denali und Bearing Spots. Das kleine Vollblutfohlen trabte ausgeglichen neben ihrer Mutter her. "Ich bring dir die Mutterstute rüber, warte noch kurz", Hunter betrat die großflächige Weide und näherte sich der Vollblutstute, um ihr das Halfter überzuziehen. Im Gegenteil zum Fohlen, war die Stute ruhig und entspannt. Sie lies sich problemlos zum Innenhof führen, während Bearing Spots sich weigerte die Weide zu verlassen. Als Druckmittel, nämlich mit ihrer Mutter (Wie furchtbar es auch klingen mag), schaffte Hunter das Fohlen von der Weide zu bekommen. "Gleich wenn ich es mir ansehen will, musst du es aber kurz am Halfter fest halten oder es am Strick machen.", sagte Scott schnell. Hunter führte beide Tiere über den Hof. "Die Stute ist in Ordnung, da kann ich keine Anzeichen auf Lahmheit sehen, aber das Fohlen geht heute nicht gut. Vielleicht wollte es deshalb nicht von der Wiese ? Der Boden auf der Wiese ist ja weich, aber nun steht es auf harten Stein, ich kann mir vorstellen Bearing Spots hat Schmerzen. Aber ich fahre erst mal fort, vielleicht hatte es sich nur vertreten, kann sein dass es gleich wieder normal läuft. "Die Figur der Stute ist gut, das Fohlen sieht etwas dünn aus. Du kannst jetzt stehen bleiben" Er näherte sich dem Fohlen, um es zuerst auf mögliche Verletzungen zu untersuchen. Dabei tastete er den Körper ab und strich mit seinen rauen Händen über die dünnen, schlaksigen Beinchen. Er hob die Hufe nacheinander an, um eine mögliche Verletzung ausschließen zu können. "Hat sich wohl nur vertreten. Ich finde nichts", Scott lächelte erleichtert und leuchtete mit einer kleinen Lampe in die Nüstern, dem Maul und kurz in die Augen. "Die Nüstern sehen nicht so gut aus. Sie hier hat Nasenausfluss. Ich schätze es könnten Würmer sein, das würde die Figur erklären. Ich gebe ihm sicherheitshalber eine Wurmkur, genau sagen – ob es Würmer sind, kann ich aber nicht. Dafür müsste ich eine Stuhlprobe machen. Ich nehme aber an, es sind kleine Stongyliden. Das sind kleine Zwergbandwürmer, die gerade junge Fohlen durch das aufnehmen von Gras oder der Muttermilch bekommen können. Wie gesagt, wenn du ganz sicher gehen willst, mach eine weitere Untersuchung mit Behandlung. Du kannst aber auch abwarten wie es sich entwickelt. Ich werde eh einige Tage bleiben." Dann sah sich Scott die Mutterstute an. Er tastete ihr Fell ab, führte eine Beugeprobe an jedem Bein durch und näherte sich schließlich dem edlen Kopf der Stute. Mit schnellen griffen, leuchtete Scott in Denali's Maul, Nüstern sowie in den Augen. "Reflexe stimmen, kein Ausfluss, alles gut. Zur Sicherheit gebe ich deiner Stute aber auch eine Wurmkur.", er griff nach der Tube aus seiner Tasche, um sie sowohl den Fohlen als auch der Stute zu verabreichen. Anschließend hörte er den Puls mit dem Stethoskop ab und misste die Temperatur vom Pferd. "Die Stute ist gesund und munter. Du kannst die Beiden wieder auf die Weide lassen und mir meine nächsten Patienten zeigen."

    Hunter holte die nächste Stute von der Weide. Raving Hope Slayer war wesentlich entspannter. Das Vollblutfohlen trabte gelassen von der Weide, der Mutter hinterher und ließ sich innerhalb wenigen Sekunden führen. Hunter führte die Beiden mehrmals im Kreis, damit sich Scott ein Bild machen konnte. "Alles gut, keine Anzeichen von Lahmheit. Fütterungsstand sieht auch in Ordnung aus, dann kann ich jetzt Slap Happys Körper abtasten. Scott strich über das seidig glänzende Fell, bis hin zu den Beinen um erneut eine Beugeprobe durchzuführen. Auch hier schien alles in Ordnung. Er richtete sich auf und öffnete das Maul der Stute. Nachdem er auch hier nichts finden konnte, kontrollierte er Nüstern und Augen. "Alles Top!", sagte er knapp und griff nach seinem Stethoskop. Die Herzfrequenz schien normal zu sein und Scott maß schließlich die Temperatur. "37.6° ist noch im normalen Bereich.", Hunter schien erleichtert über die positive Nachricht. Nun musste auch Raving Hope Slayer durch diese Kontrolle. Scott taste den Körper des Fohlens ab, beugte die Beine und begutachtete die Hufe. Als er auch hier nichts finden konnte, leuchtete er ins Maul, die Nüstern und die Augen. Zu guter letzt maß er Puls und Temperatur. "Dein Fohlen ist gesund. Ich konnte nichts finden", er lächelte freundlich. Nachdem Hunter die Beiden Pferde zurück auf die Wiese gebracht hatte, setzten die Beiden sich auf einen Tee ins Haupthaus.

    6431 Zeichen | © Jackie
    Zion gefällt das.
  • Jackie
    Zuchtvorbereitung und Fohlenuntersuchung

    Ty war gerade mit Cassandra unterwegs nach Heartland, als er einen Anruf von Verena O'Connor erhielt. "Hey Ty! Ich wollte dich nur daran erinnern, das eine Woche um ist und du dir das Fohlen ansehen kommen könntest" Cassandra blickte ein wenig nervös auf die Straße "Ty du kannst dich aber noch konzentrieren, während du das Handy in der Hand hälst ?" - "Jaja, lass mich jetzt fahren". Verena hakte nach "Wie war das ?" - "Ich habe mit Cassandra gesprochen", sagte Ty schnell ehe er Verena antwortete: "Kein Problem. Ich muss eben eine Tupferprobe bei Amys Stuten durchführen, dann komm ich eben rüber und schau mir das Fohlen an. Daryl könnte ich mir doch auch angucken wenn ich schon bei dir bin oder ?" - "Ja eine gute Idee!", sagte Verena - verabschiedete sich und legte anschließend auf. Ty legte das Handy weg und fuhr gelassen den Schotterweg zur Heartlandfarm entlang. Auf dem Hof hielt er an und stieg schließlich aus. "Hallo!", rief er über das Gelände. Amy hatte ihn gehört und stürmte gleich auf ihn zu. Ein Willkommenskuss und die Beiden konnten mit dem Termin beginnen. "Also, fangen wir mit Amsterdam Girl an ok ? Wann bekomme ich bescheid ob ich die Stuten decken lassen kann ?", Ty räusperte sich und dachte kurz nach "Ca. nach 4 Wochen. Ist ok oder ?", sie nickte und betrat den Stall. "Calla und Nimué habe ich ja gestern erst getupfert. Die müssen also nicht noch mal rausgeholt werden", sagte Ty ergänzend und guckte sich die Stute Amsterdam Girl, welche etwas aufgeregt in der Box stand, genauer an. Mit einem langen, sterilisierten Tupfer, führte er eine Probe am Hinterteil des Tieres durch. Amy hatte den Schweif der Stuten bereits verbunden. "So das wäre geschafft", Mrs. Pretty sollte die nächste sein. "In einer Woche kannst du übrigens noch mal rüber kommen. Dann müsste Meike in der Rosse sein. Merk dir das ja?", Amy führte Ty zur kleinen Stute Mrs. Pretty. "Ach und die Hengste musst du natürlich auch untersuchen. Das machen wir aber nach der künstlichen Besamung! Am besten auch nächste Woche wenn Meike an der Reihe ist". Ty nickte, zückte den nächsten sterilisierten Tupfer und sprach dabei zu Amy. "Hast du vor die Stuten künstlich befruchten zu lassen oder wieso die künstliche Besamung ?" - Amy überlegte eine Weile. "Ja.. ne.. ich weiß es nicht. Ein natürlicher Decksprung wäre mir lieber, aber ich habe gelesen, dass eine Tupferprobe beim Hengst erst nach dem er sexuell stimuliert ist gemacht werden kann." Ty schüttelte lachend den Kopf. "Du bist echt ein Trottel Amy. Es reicht wenn du ihm eine rossige Stute vorhälst", das Mädchen lief rot an. "Oh Hehe. Dann lass uns das in einer Woche machen, wenn Meike soweit ist. Sieht zwar komisch aus wenn alle Hengste nach der Reihe vor Meike stehen müssen, aber hey! So läuft das nun mal" die Beiden scherzten und Ty verließ die Box der Stute. "So ich sag dir dann einfach in 4 Wochen bescheid und komme nächste Woche wieder. Jetzt fahre ich erstmal zu Verena und guck mir das Fohlen an." Ty verabschiedete sich und packte die benutzten Tupfer vorsichtig weg. Diesmal sollte Cassandra zur Gips Reminder Ranch fahren. "Wenn du willst, kannst du sogar auch das Fohlen kontrollieren", Ty lehnte sich entspannt zurück und simste Verena, dass er unterwegs war.

    Auf der Gips Reminder Ranch angekommen, suchte Ty erstmal nach der Ranchbesitzerin. Verena empfing die Beiden lächelnd und führte Cassandra zum Fohlen. Eine Woche war nun vergangen als der American Paint Horse Hengst geboren wurde. Nun stolzierte er munter und voller Tatendrang neben seiner Mutter auf der Koppel. "Wie geht es Wimpy?", fragte Ty führsorglich nach, da die Geburt nicht gerade leicht gewesen war. "Ihr geht es immer noch gut. Scheint als hätte sie alles überstanden", der Tierarzt lächelte erleichtert und betrat mit Cassandra die Koppel. "Heute wird meine Collegin das Fohlen durchchecken", Verena nickte und sah zu wie Cassandra sich dem bunten Hengst näherte. "Wie man eben schon erkennen konnte, läut er flüssig, ich taste ihn jetzt ab". Cassandra lies den Hengst vorher an ihrer Hand schnuppern. Gut dass seine Mutter dabei war, sonst hätte sie schon schlechte Karten gehabt. Schnell tastete sie den Körper des Tieres ab, beugte jedes der dünnen, zaghaften Beine und überprüfte die Hufe. Anschließend leuchtete sie in das Maul (Unbroken Soul war damit nicht wirklich einverstanden), die Nüstern und kurz in die Augen. "Sieht alles gut aus", sagte sie schließlich und stülpte ihr Stethoskop in die Ohren um den Herzschlag zu kontrollieren. Als sie auch hier nicht finden konnte, nahm sie das kleine Thermometer um die Temperatur des Fohlens zu messen. "37.5°C, Verena? Deinem Fohlen fehlt nichts. Es ist wohlauf und vor allem bildhübsch geworden", die Tierarzt Assistentin kicherte vergnügt und räumte die Utensilien wieder weg. Unbroken Soul of a Devil konnte wieder in Ruhe mit seiner Mutter tollen, während Ty und Cassandra nach Daryl sahen. "Das letzte Mal waren Daryls Eiweißwerte ja leider zu niedrig. Heute wollen wir gucken ob das Zusatzfutter die Werte neutralisiert hat" Ty holte eine sterilisierte Spritze aus dem Koffer um eine Blutprobe vom Hengst zu nehmen. Er sieht auch gar nicht mehr so dick aus wie vor einem Monat. "Ich ruf dich gegen Abend an, wenn ich die Werte im Labor untersucht habe", Ty lächelte, verabschiedete sich von Daryl und machte sich auf den Weg zum zum Jeep. "Alles gut gegangen. Haben heute ein schönes Paint Horse Fohlen untersucht. Muss noch deine Stuten impfen, aber das kann warten. XOXO", Ty schickte die Nachricht noch an Amy ab, ehe er sich ans Steuer setzte um los zu fahren.

    Gegen Abend waren die Laborwerte analysiert und Ty konnte Verena bescheid geben, dass Daryls Eiweißgehalt wieder auf einem Normalstand war. "Du könntest ihn trotzdem weiterhin mit Ergänzungsfutter füttern, offensichtlich scheint er das Eiweiß nicht so gut aufzunehmen. Das Futter muss aber nicht zur Pflicht werden!", er versicherte Verena, dass mit Daryl alles in Ordnung war.

    5963 Zeichen | © Jackie
    Rinnaja, sadasha, Occulta und 2 anderen gefällt das.
  • Jackie
    In meinem Blog werde ich meine Tierarztberichte veröffentlichen, so ergibt es eine zusammenhängende Story. Wer sich dafür interessiert, kann sie natürlich auch lesen - in erster Linie ist der Blog jedoch für mich gedacht, damit ich nichts durcheinander bringe :D

    Rückkehr nach Kanada - Routineuntersuchung, Impfen & Wurmkur

    Scott saß bereits im Flieger nach Kanada. Etwas ermüdet blickte er aus den mickrigen Fenster über die Wolken hinweg. "Wie sehr habe ich doch nur mein Bett vermisst", dachte er gedankenversunken. Es waren zwei Monate die er in Frankreich geblieben war. Nun musste er jedoch zurück. Schließlich konnte er Ty und Cassandra nicht so lange alleine lassen. Wenige Stunden später, landetete das Flugzeug endlich und die Passagiere konnten aussteigen. Scott ging durch das Terminal und suchte seine Koffer, als er den Flughafen jedoch verließ, sah er lauthals brüllend Ty, Amy und Lou die auf ihn sehnsüchtig warteten. "Was macht ihr denn hier ?!", rief er erstaunt und geschmeichelt zugleich. "Wir haben dich doch alle vermisst", sagte Lou lächelnd. Abwechselnd umarmten sie den Tierarzt und halfen ihm beim tragen der Koffer. "Ein Taxi brauchst du auch nicht, dafür sind wir ja da." Ty zwinkerte ihm zu und hob die Koffer in den Stauraum seines Jeeps. "Vielen Dank für's abholen! Ich habe echt nicht damit gerechnet, dass man mich vermisst hat"

    Am nächsten Morgen ging der Alltag wie geplant weiter. Der erste Kunde stand um 10 Uhr morgen vor der Klinik. "Hallo! Wir kennen und noch nicht oder ?", Ty schüttelte die Hand des jungen Mannes und warf einen flüchtigen Blick zum Hänger in dem die Pferde standen. "Mein Name ist Lucius Jenkins", sein Kalifornischer Akzent war nicht zu überhören. Cassandra hatte bereits ein Auge auf den Jungen geworfen und stellte sich kerzengrade neben Ty hin. "Schön dich kennenzulernen. Wie können wir dir weiter helfen ?" Lucius lächelte erfreut über so viel 'Gastfreundschaft' "Meine Pferde sollen eine Routineuntersuchung bekommen, geimpft werden und eine Wurmkur verabreicht bekommen" - "Alles klar.", die drei machten vor der Hängertür halt und öffneten die Klappe, sodass die Patienten hinaus geführt werden konnten. "Können wir mit den Perlino Hengst anfangen, er sieht mir auf den ersten Blick sehr mager aus ?", fragte Ty zunächst. "Ja gerne. Soll ich irgendwas machen ?" - "Ja, führ ihn bitte vor. Cassandra? Holst du mir bitte die Tasche ?", das Mädchen nickte und eilte in die Klinik um Tys Utensilien zu holen. Ty musterte seinen federnden Gang. Der Hengst war zwar extrem mager, dafür jedoch sehr temperamentvoll. "Ich werde ihn jetzt abtasten, der Gang ist in Ordnung, wieso Óslogi so mager ist, kann mehrere Gründe haben." Ty fuhr mit der Hand über den Rücken des Pferdes, schließlich über die Flanke, den Hinterteil und den Bauch. Auch die Beine tastete er sorgfältig ab. Anschließend hob er die Hufe einzeln hoch und übte eine Beugeprobe aus. Nachdem er auch den rechten Hinterhuf kontrolliert hatte, richtete er sich mühsam auf und sagte "Alles in Ordnung, das einzige was mir negativ auffällt, sind die deutlich spürbaren Rippen des Pferdes. Aber dazu sage ich nachher noch etwas.", dann nahm er eine kleine Taschenlampe und kontrollierte die Zähne des Pferdes, er leuchtete in das Maul des Tieres – fuhr dann fort zu Augen und Ohren und musste etwas feststellen. "An den Augen sind einige kahle Stellen, manche davon sind relativ frisch und bluten. Óslogi scheint sich gekratzt zu haben, im Gesicht jedoch nicht so vorteilhaft. Das kann wohlmöglich auch mit der Magerheit zusammen liegen. Ich messe jetzt noch die Temperatur, dann sollten wir fertig sein." Ty nahm das Termometer an, welches Cassandra ihn entgegen hielt. Er hob den Schweif an und wartete auf ein Signal. "37,3°C Alles im normalen Bereich.", er säuberte das Thermometer, legte es weg und sah Lucius an. "Deinem Pferd geht es eigentlich gut. Ich würde schwer behaupten er hat einen Milben oder Flohbefall, daher der Juckreiz und der Gewichtsverlust. Es wäre ratsam Óslogi wenigstens so lange in Behandlung zu lassen, bis die Milben weg sind – ansonsten besteht das Risiko diese auf andere Pferde zu übertragen. Du könntest ihn zwar mitnehmen, müsstest ihn jedoch isoliert halten und selbst behandeln."

    Tys nächster Patient war Félagi, ein kleiner Porzellanscheckfarbiger Isländerhengst. Cassandra führte ihn über den Hof, damit Ty sich ein Bild von seinem Gang machen könnte. Der Kleine hatte ein aufbrausendes Tempo drauf und schwebte nahezu über den Hof. "So aktiv wie der Frechdachs ist, fehlt ihm nichts. Sein Gang ist vollkommen in Ordnung. Sowas sehe ich gerne", kommentierte Ty und musterte dabei den Körper des Jährlings. Als er mit den Händen über Bauch und Rücken ging, spürte er einige Fettschichten. "Unter seinem Fell spüre ich deutlich Fettpolster. Ich war mir nicht sicher ob es nur so aussah, aber ja Félagi ist zu dick. Ich würde es im Auge behalten. Fohlen- oder auch Jährlingsspeck ist vollkommen normal und er ist ja schon was älter, allerdings dürfen wir solche Kleinigkeiten nicht ignorieren." Gleich nach der Futterstandkontrolle, tastete Ty den Jährling ab. "Soweit fühlt sich alles super an", seine Hand glitt an den dünnen Beinchen entlang, bis zum Huf. Diesen hob er an, betrachtete ihn genauer und beugte ihn schließlich unter dem Bauch. Das wiederholte er bei allen drei Hufen. Schließlich näherte er sich dem Kopf und griff mit seinen Fingern seitlich ins Maul des Jährlings und leuchtete in das Maul hinein. "Top", kommentierte er knapp und klopfte lobend den Hals von Félagi. Die Zahnkontrolle war schon etwas schwieriger gewesen, da Félagi nicht daran gewohnt war. Ty war jedoch schon einiges gewohnt. Als nächstes sah er sich Nüstern, Augen und Ohren an. Aber als er auch hier nichts feststellen konnte, nahm er sein Stethoskop um die Atmung zu kontrollieren. "Alles gut", da fiel im plötzlich ein, dass er Óslogi gar nicht kontrolliert hatte. Also begab er sich schnell zu seinem vorherigen Patienten und hielt das Stethoskop an den Körper des Pferdes. "Gut, bei Óslogi ist auch alles im grünen Bereich", dann nahm er das Thermometer um bei Félagi fortzufahren. Es piepste kurz und ein Blick auf die Anzeige verriet ihm, dass Félagi in einem Top-Zustand war. "Dein Jährling ist wohlauf. Wir können nun mit dem Impfen bei beiden Pferden fortfahren."

    Cassandra füllte den Impfstoff ab um ihn Ty zu überreichen, während Ty die erste Spritze an Félagis Hals ansetzte, füllte Cassandra die Menge für Óslogi ab. Die Beiden tauschten die Spritzen aus um auch Óslogi auf Tetanus, Influenza , EHV-1 & EHV-4, Tollwut sowie Druse zu impfen. Als nächstes griff Ty nach der Tube Wurmkur um die Paste Oral den beiden Hengsten zu verabreichen. Als der letzte Schritt vollbracht war, luden sie die beiden Pferde wieder in den Hänger. Lucius und Ty setzten sich in die Klinik um sich über die Einzelheiten zu unterhalten. "...Behalt Félagi im Auge, er darf nicht dicker werden. Ansonsten sieht aber alles Top aus. Óslogi hat lediglich ein Milbenproblem. Da reicht ein einfaches Mittel gegen dieses Ungeziefer, außerdem sollte er isoliert gehalten werden, damit sich diese nicht auf andere Pferde übertragen."
    Veija, Sosox3 und Zion gefällt das.
  • Jackie
    Amy, Lou, Ty, Soraya und ihr nerviger Freund Chase steckten auf Cambridge fest. Wenn das kein schöner Winter werden sollte ?
    Darum musste sich nun Caleb um die Farm kümmern...

    "Hast du immer noch nichts von Amy gehört ?", fragte ich Jack mit einem leicht verzweifelten Ton. "Nein, scheint so als gäbe es keinen Empfang. Zuletzt sagte sie, dass sie im Schnee stecken blieb. (Ja es war ein Wildunfall, aber Schnee ist dann doch realistischer ^^) und sie eine Weile in Cambridge bleiben müssten. Aber bis jetzt habe ich immer noch nichts neues von ihnen gehört". Ich seufzte, "Dann bleibt die Arbeit wohl an uns hängen", - "An dich, .. an dich" wiederholte Jack und hustete kurz. Es war bitterkalt und ich musste mir heute eine dicke Jacke überziehen. Ich brauchte nicht mal aus dem Fenster gucken, um zu erkennen, dass es einen Schneesturm geben würde. "Heute sollte Mr. Raw Depression" ankommen, murmelte Jack. Er ging zur Kaffeemaschine um sich ein Käffchen zum aufwärmen zu machen. "Heute ?? Hier ist doch alles zu geschneit... viel zu gefährlich", nun zog ich mir meine Handschuhe und eine warme Mütze über. "Ich weiß Caleb, wir werden sehen. Hunter wollte noch mal mit Jill vorbei kommen.", ich seuftze... noch mehr Arbeit für mich.

    Im Stall angekommen begann ich erst mal mit der Stallarbeit. Ich bereitete das Futter vor und holte eine Schubkarre aus der Gasse. "Was machst du da ?", überraschte mich plötzlich eine weibliche Kinderstimme. Ich dreht mich um und erkannte Georgies Gesicht. "Was ich mache ? Ich gebe dir jetzt einen Auftrag", sagte ich mit einem grinsen im Gesicht... "Was denn für einen Auftrag ?", Georgies Augen strahlten - endlich konnte sie sich nützlich machen. Ich drückte ihr Futtereimer und Schaufel in die Hand. "Die Pferde füttern... wenn du Mallory siehst, sag ihr bitte sie soll zu mir kommen. Ich muss jetzt die Pferde trainieren". Ob sie wirklich Spaß daran hatte ? Georgie rannte voller Energie mit dem Futtereimer durch die Gasse und füllte den Hafer in die Futterbehälter. Amy hatte ihr vor einigen Wochen gezeigt gehabt, wie viel welches Pferd etwas bekommt, daher konnte ich ihr mit guten Gewissen diese Aufgabe zuteilen. Ich stapfte über den verschneiten Hof zum Zuchtstall und ging zu Callas Box. Leider musste ich feststellen, dass die Stute auf der Weide stand... "Drecks Kälte", grummelte ich verärgert. Griff dann Callas Halfter und bewegte mich bibbernd zur Weide. Schnell zog ich der Stute das Halfter über, nach streicheln und schmusen war mir gerade nicht zu mute. Auch die Stute schien wohl erleichtert zu sein endlich in den warmen Stall zu kommen... nicht für lange, aber wenigstens etwas. Ich band die Stute vor der Box fest, holte den Putzkasten und ein großes Handtuch aus der Ecke und rubbelte das warme, lange Winterfell trocken. Die Stute dampfte blickte aus dem Stall hinaus und stieß ein lautes wiehern aus. "Ich mags auch nicht wirklich alleine zu sein", antwortete ich zu ihr. Als ich jedoch sah wer den Stall betrat, wusste ich weshalb sie gewiehert hat. "Hey Caleb!", begrüßte mich Hunter freudig. "Ihr seit also angekommen?" begeistert umarmte ich den dunkelhaarigen Kerl. "Wo ist Jill ?", - "Die trinkt mit Jack einen Tee, was machst du denn ?", an seiner linken hielt er Raw Depression, welcher mit gespitzten Ohren zu Calla blickte. "Ich wollte die Stute gerade im Gelände reiten. Wird ein ziemlich schwieriges Training, der Boden kann sehr rutschig sein" - "Military ?", fragte Hunter mit einem Schmunzeln auf den Lippen. "Ja genau, Raw Depression sollte doch auch trainiert werden ? Warum kommst du nicht einfach mit?", Hunter schien von der Idee begeistert zu sein "Gerne, dann können wir uns gleich messen", ich lachte und sah das Raw bereits gesattelt war. "Ich beeile mich noch eben", schnell, aber vorsichtig bürstete ich Callas verklebte Mähne und kratzte ihre Hufe aus. Nun eilte ich zur Sattelkammer um sie für das Training auszustatten.

    Gelassen lief die kleine Haflingerstute neben dem Vollbluthengst. Ich hatte dennoch zu kämpfen damit sie sich benam. Amy hatte sie erst vor wenigen Wochen eingeritten, weshalb sie erst einmal einen erfahrenen Reiter benötigte. Nämlich mich. Hunter hatte den Hengst offenbar sehr gut im Griff, dieser schien mir am gelassensten von uns allen. "Wohin müssen wir ?" Hunter zügelte Raw um etwas weiter hinter mir zu bleiben. "Richtung Felder, der High River scheint mir um diese Jahreszeit zu gefährlich zu sein. Zumindest für das, was wir vorhaben". Nach einigen Minuten Schritt gehen, trabte ich an. Wir ritten unter dem Tor an der Hofeinfahrt vorbei und steuerten auf die Felder zu. "Die Felder gehören den Stantons, auch sie nutzen sie zum trainieren. Zumindest dann wenn sie unfruchtbar oder gefroren sind. Die Monate über dürfen wir sie schließlich zum trainieren nutzen. Aber auch nur, weil Amy seit einiger Zeit mit Ashley befreundet ist und Jack einen recht guten Draht zu ihrer Mutter hat." Hunter trabte mit Raw an den Hindernissen vorbei. Machte sich mit ihnen vertraut. Calla blickte sie stattdessen argwöhnisch an. Es war von großer Wichtigkeit, dass ich es bei ihr langsam anging. Darum wollte ich für's erste mit ihr über niedrige Baumstämme springen und an Gräben vorbei reiten. Calla sollte aber auch die Berge hinausklettern, wobei ich dort aufpassen musste - da alles sehr glatt sein könnte. "Ok wollen wir anfangen ?", fragte Hunter. Er nickte und begab sich am Startpunkt, welchen ich ihm vorher gezeigt hatte. Der Schnee lag nicht all zu tief, weshalb wir glatte Stellen besser sehen konnten. Im trab ritten wir eine Gerade, damit uns das angaloppieren leichter fiel. Wir galoppierten langsam zum ersten Hindernis. Ein Baumstamm umgeben von eingeschneiten Büschen. Noch schien Calla mit Raw synchron zu sein. Dies änderte sich jedoch sehr schnell, da die Stute glaubte einen Geist gesehen zu haben. Sie machte nach dem Sprung einen Satz zur Seite, sodass ich Schwierigkeiten bekam mich im Sattel zu halten. Ich konzentrierte mich jedoch und drosselte ihr Tempo ein wenig. Hunter war schon weiter voraus und sprang über mehrere Holzbretter hinweg. Ich trieb Calla und galoppierte etwas schneller Richtung Hindernis um Hunter einzuholen. Doch musste ich sie ein klein wenig bremsen ehe sie abspringen konnte. Calla machte einen Satz, wie ein kleines Rehkitz sprang sie über die Bretter und gab von selbst Gas um den süßen Raw einzuholen. "Wie siehts bei dir aus ?", rief ich Hunter zu. "Ist schon arg rutschig. Raw hat seine Schwierigkeiten und bei dir ?" - "Ja, gut dass unsere Pferde nicht beschlagen sind... wir sollten aber Schneegrip drauf tun. Dann haben sie mehr halt". -"Das stimmt, da hast du wohl Recht!". Ich ritt am Graben vorbei, korrigierte dabei Calla im Galopp, damit sie nicht einfach ausweichen konnte.. Als nächstes kam ein Lehmhügel über dem die Pferde springen mussten. Calla holte den Hengst langsam ein, dieser war ihr jedoch immer noch eine Pferdelänge voraus. Hunter richtete sich nach vorne, verlagerte sein Gewicht und gab dem Pferd mehr Zügel. Der Vollblut segelte über den Hügel hinweg und suchte auf den Boden nach halt. Nun war Calla an der Reihe, auch sie machte einen Satz über den Hügel hinweg, wurde aber langsamer als sie aufkam. Ich lobte sie indem ich ihren Hals klopfte und ritt mit Hunter den restlichen Parcours ab. Hunter war mir zum Ende hin weiter voraus, Calla war also noch lange nicht so weit. "Hunter wie lange willst du und Jill bleiben ?", fragte ich ihn interessiert. "Eigentlich nur einen Tag. Aber wir hatten unterwegs schon Probleme hier her zu kommen. Vielleicht wäre es besser wenn wir darüber schlafen.", plötzlich kam mir ein Einfall "Lisa Stillman, die Freundin von Jack - sie besitzt ein Vollblut Gestüt nur wenige Kilometer von hier. Wir könnten die Pferde zum trainierten mitnehmen. Lisas Reithalle eignet sich dafür nämlich sehr gut. Wir besitzen sowas leider nicht. Zumindest könnten wir zusammen trainieren, solange wie ihr hier sein werdet", Hunter nickte - "Hört sich super an!".

    Nach gut 20 Minuten erreichten wir Heartland, ich staunte nicht schlecht, als ich Jack auf Nimué sitzend sah. Er ritt die junge Stute auf den Reitplatz gegenüber vom Stall. "Jack ?! Was machst du da!", lauthals rief ich dem alten Mann zu, welcher wohl hochkonzentriert war. Er konnte mich nicht hören. "Du weißt ja wo es zum Stall geht", daraufhin ritt ich zu Amys Großvater und wiederholte mich. "Jack ? Was machst du denn da ??" erst jetzt sah er mich an und lächelte, wenn auch ein wenig grimmig - was wahrscheinlich sein gräulicher Schnauzbart verursachte. "Hm du siehst doch, dass ich sie trainiere". Ich dachte ich hätte mich verhört. Würde mir Jack tatsächlich bei der Arbeit helfen ? "Wie ? Echt jetzt ?", verwundert sah ich ihm bei der Arbeit zu. Er ritt die Stute im Jog auf den Hufschlag, ritt dabei einige Kreise und stoppte zwischendurch immer wieder. Es war wirklich interessant. Jack war ein solch erfahrener Westernreiter, dass er genau wusste was er zu tun hatte um die Stute zu kontrollieren. Dagegen war ich ein Praktikant. "Ja", antwortete er nach einer langen Zeit "Ich trainiere mit ihr die Grundbefehle, damit sie auf den Reiter hört wenn man ihr Hilfen gibt". Calla döste in der Zwischenzeit. Ihr Körper lehnte sich ein bisschen nach links. "Das macht du echt gut Jack. Was ist eigentlich mit Winterdecken ? Ich habe keine Abschwitzdecke mitgenommen..." ich schluckte nervös. Denn jetzt erst fiel mir auf - wie stark Calla eigentlich zu dampfen begann. Hier jetzt rumzustehen wäre gar nicht mal so gut für das Pferd. "CALEB!", rief er energisch "Wie oft soll man es dir noch sagen? Schaff deinen Hintern samt des Pferdes in den Stall und deck die Stute ein! Wenn Amy das erfährt. Calla ist ihr Heiligtum. Unsere Pferde sind zwar an Kälte gewöhnt, aber Calla ist noch jung und weniger abgehärtet" ich wartete keine Sekunde länger ab und ritt schnell zum Stall rüber. Mensch, wo war denn auch immer mein Verstand geblieben ? Fürsorglich, wohl eher mit schlechtem gewissen, sattelte ich den Haflinger ab und legte Sattel, Schabracke und Trense vorerst auf Sattelbock und Trensenhalter ab. Wie gut das alles nötige bereits vor der Box stand. So konnte ich Callas Halfter und Decke aufnehmen um die Sachen der Stute umzulegen. Sie spitzte ihre Ohren, schnupperte an der Decke und brummelte sanft. Ich streichelte ihren nassen Hals und gab ihr noch ein Apfel-Malz Leckerchen als Belohnung. "Du bist eine liebe Stute", ich nahm den Führstrick um die Stute in die Box zu stellen. Die Weide wäre jetzt nicht das Richtige für sie. Ich gab ihr klein geschnittene Ingwerwurzeln in ihr Futter, als Absicherung gegen Erkältung. Amy würde mir den Kopf abreißen wenn ihr was zustoßen würde.

    Hunter machte es sich am Esstisch bequem. Jill saß neben ihn und trank einen heißen Tee. Als ich das Wohnhaus betrat, sah ich mit wem sich die beiden unterhielten. Es war Tim, welcher zu Besuch war. "Ganz schön stürmisch da draußen nicht wahr ?", sagte er mit einer heiteren Stimme. Ich nickte, "Ist jetzt aber wieder was ruhiger geworden. Heute morgen war es viel schlimmer - Aber Hallo Tim! Was machst du hier?", Tim zwinkerte mir zu und lächelte Jill an. "Ist Lou da?", fragte er gelassen. Ich schüttelte meinen Kopf "Die ist doch in Cambridge". Tim stand auf, sah mich eindringlich ein. "Was will die denn da ?" - ein wenig perplex über seine Reaktion zuckte ich die Schultern ehe ich langsam und vorsichtig antwortete "Golden Girl trainieren lassen ?". Tim stöhnte auf. "Ich wollte sie abholen, sie sollte doch nach Foothill" ich wusste nicht so recht was ich darauf sagen sollte. Immerhin war ich bloß der Stallbursche. "Naja Tim, bis Amy wieder kommt wird es wohl eine Weile dauern." Der Vater seufzte verärgert "Na toll, jetzt werd ich wohl eine Woche auf mein Pferd warten können" ich versuchte ihn zu beruhigen, indem ich ihm versicherte das Catalina Dixon einen guten Job macht und sich um Girly hervorragend kümmern würde. "Das glaube ich dir, aber Girly sollte auf der Rennbahn trainiert werden!" - "Audauertraining ist doch ebenfalls vom Vorteil?", Tim war und blieb ein Sturkopf, genau so wie Jack. Wahrscheinlich mochten sich die Beiden daher nicht. Ich blickte noch mal flüchtig aus dem Fenster, bekam darauf hin jedoch einen Schock. Draußen war alles zu geschneit. Es fielen riesige Flocken vom Himmel hinab, welche sich direkt auf den Boden niederließen. Es war so kalt, dass sie aneinander hafteten. "Verdammte ...!", rief ich plötzlich aus "Ich muss doch noch Windsor trainieren!". Hunter blickte mich unsicher an. "Caleb, vielleicht kannst du ihn ja später trainieren ? Bei dem Wetter ...", auch er erkannte nun, dass er nicht mehr aus Millarville kam. "Hm. Ihr habt doch Gästebette oder?". Jack musste lachen, man konnte Hunters Verzweiflung richtig ansehen. "Keine Sorge, alles vorhanden", sagte er knapp. "Hat jemand Mallory gesehen ? Sie hat sich bis jetzt immer noch nicht bei mir gemeldet". Mallory war normalerweise immer in der Menschenmenge zu sehen. "HALLO!", die Tür wurde ausgestoßen, ein völlig verschneites Mädchen betrat den Raum. Es war Mallory mit Georgie. Beide zogen ihre nassen Jacken aus und hingen sie auf den Kleiderständer auf. Mallory stellte ihre Stiefel vor dem Kleiderständer und klopfte sich den Schnee von der Hose. "Arbeit erfolgreich abgeschlossen!", sagte sie Stolz in die Runde. Wir blickten sie fragend an. "Na, ich habe gehört Amy würde nicht so schnell wieder kommen und Caleb benötigt meine Hilfe. Da habe ich Windsor trainiert.", ich blickte sie verdutzt an. "Wie jetzt ? Ich habe dir doch gar nicht gesagt was du machen sollst". Das Mädchen grinste über beide Ohren hinweg. "Ich weiß, darum habe ich ja auch Jack gefragt!" nun kam Jack auf Mallory zu, half Georgie beim ausziehen und sagte zu den beiden Mädchen "Setzt euch doch bitte erst einmal hin", in der Zwischenzeit machte Jack einen heißen Kakao. "Wer möchte alles ?", Jill und die beiden Kinder meldeten sich und freuten sich über das heiße Getränk. Die Türe polterte durch den kalten Wind, welcher an das Farmhaus vorbei zog. "Erzähl Mallory, was hast du mit dem Haflinger angestellt ?", ich beugte mich neugierig zu ihr rüber und wartete auf eine Antwort. "Windsor war zuerst gar nicht so begeistert in der Kälte arbeiten zu müssen. Aber Jack hat mir gezeigt was ich machen muss, damit er den Kopf nach unten anzog und den Hals ein wenig wölbt. Er sollte ihn nicht ständig hoch schmeißen.",

    "Und hat es auch geklappt?" - "Ja, prima. Danach bin ich einige Bahnfiguren getrabt, damit Windsor sich auf die Arbeit konzentrieren konnte. Das hat er echt gut gemacht."
    "Du weißt aber noch nicht wie eine Traversale geht oder ?" - "Nein, darum ist mir Jack zur Hand gekommen und hat es mir gezeigt. Windsor ist jetzt prima vorbereitet auf das nächste Turnier. Ich hoffe so, dass er gekört wird."
    "Ganz bestimmt", ich lächelte ihr dankbar entgegen und setzte mir einen Kaffee auf. "Es gibt doch nichts schöneres, als ein Schneesturm und ein heißes Getränk..." - als mich Jack jedoch prüfend ansah, wurde mir bewusst, dass ich etwas ganz wichtiges vergessen hatte. "Caleb,... die Pferde sind doch im Stall oder ?", ich schluckte. "Nicht alle".


    Urplötzlich stand Jack auf und stampfte wütend aus dem Haus Richtung Ställe um die Halfter zu holen. "Man kann sich echt nie auf dich verlassen!", schimpfte er zu sich selbst - ich konnte ihn hören, stürzte ihm gleich nach und entschuldigte mich im Vorbeigehen zig mal. Jack jedoch hörte mir nicht zu. Mallory und Georgie kamen nachträglich angelaufen. Hunter wollte die Beiden begleiten, doch wollte er sich lieber um Jill kümmern, in dem hohen Schnee würde sie nicht so leicht, geschweige denn schnell fort kommen. Mit Halftern bewaffnet, teilten wir uns um jeweils 2-3 Pferde von der Weide zu holen. Ich versuchte Golden Samurai einzufangen, welcher temperamentvoll über die Weide preschte und mit den Hinterbeinen ausschlug. Sein Körper war schon völlig verschneit. Es war wichtig, dass die Pferde ins Warme kommen, damit sie nicht krank wurden. Nachdem sich der Hengst endlich wieder gefangen hatte, stürzte ich mich auf ihn und holte ihn von der Weide. Im Schlepptau Figaros Schattenfalter und L'ombre de la Figaro. Jack befand sich auf der Stutenweide und brachte die zierlichen Fohlen in den Stall. Mirabella, Picola und die noch junge Stute L'ombre de la Lune trottelten ihn hinterher. Mallory und Georgie nahmen je ein Pferd mit, die Mädchen waren noch sehr klein und hatten wenig Kontrolle über zwei, geschweige denn drei Pferde. Also nahm Mallory die Zuchtstute Lady Äppel und Georgie den Hengst Burberry.

    Als alle im Stall standen, ging Jack zurück in das Wohnzimmer, wo Hunter und Jill auf die vier warteten. "Es tut mir Leid, auf unseren Stallburschen kann man sich manchmal echt nicht verlassen", grummelte er verärgert. Ich hatte ein schlechtes Gewissen "Es tut mir ja Leid Jack ! Wirklich... Ich bin wohl eher für Rodeo reiten gemacht..."
    "Komm mir jetzt nicht mit deinem Rodeo reiten! Auch ein Rodeo Futzi weiß wie man ein Pferd versorgt, damit es nicht krank wird". Er blickte mich finster an. Ob dies nun Konsequenzen hätte ? "Ok Jack. Du hast Recht. Ich wollte dennoch nicht, dass es soweit kommt", es herrschte eine betrübte Stimmung am Tisch. Jacks Miene lockerte sich wieder, anscheinend hatte er sich beruhigt. *Klingeling* Das Telefon klingelte, sofort stürzte sich Jack auf den Hörer, in der Hoffnung Amy würde sich melden. "Hallo ? Spreche ich hier mit den Flemmings ?" betrübt antwortete er der Person am Hörer.


    © Jackie | 17.338 Zeichen
    _________
    Wie wird es wohl weiter gehen ? Wann kommt Amy wieder ;D ?
    Dir und Elsaria gefällt das.
  • Jackie
    Catalinchen und ich haben beschlossen uns gegenseitig zu Besuchen und naja, eben ein paar Berichte zu schreiben ^^ Um die Hofstory zu beginnen, geht es mit der Ankunft auf Cambridge los... nachdem wir eigentlich zurück nach Heartland wollten ^^ Lest es euch durch und erfahrt, wieso wir nicht nach Kanada zurück fliegen konnten. Außerdem hat Amy Bekanntschaft mit Hunter Crowley und Jill K. Facer gemacht, die Charaktere von BearBrook. Ich freue mich ja schon wenn Sarahs neuer Charakter dazu kommt ^^...
    _______________________________________________________
    Bevor ich mit Golden Samurai, Pearl und First von Rothen zu Catalina fuhr...


    "Ty würdest du mal bitte kommen ?", rief ich über meine Schulter hinweg - in der Hoffnung das Ty mich hören konnte. Ty, welcher sich in der Futterkammer befand, war mit seinen eigenen Kram beschäftigt und konnte mich somit nicht hören. Ich seufzte, drehte mich um, um schließlich nach Ty zu suchen. "Tyy!", rief ich durch den Stall - "Amy ? Was ist ?", er wirkte überrascht. "Hast du dich um die Boxen gekümmert ?", heute sollten drei Trainingspferde ankommen, welche für die nächste Kür fit gemacht werden sollten. "Ich habe die Boxen ausgemistet und war gerade dabei das Futter zu holen". Ich gab ihm einen Kuss, als Zeichen meiner Dankbarkeit. "Wir müssen echt mal jemanden finden der deine Arbeit übernimmt. Sonst bleibt uns ja niemals etwas Zeit für uns beide" er lächelte müde.

    Auf dem Hof hörte man bereits einen größeren Transporter einfahren. Es waren Jill K. Facer und Hunter Crowley. Als Hunter vor den Ställen anhielt, half er seiner Cousine aus dem Auto. Die knapp 30 jährige wunk mir zu, was mein Herz einen Satz höher schlugen ließ. Ich kannte die beiden noch nicht persönlich, bis jetzt hatten wir uns lediglich über emails ausgetauscht. Von daher war ich um so aufgeregter die Beiden endlich zu sehen. Jill war mir schon auf Anhieb sympathisch - sie war eine der wenigen, die trotz meines jungen Alters nicht an meiner Arbeit zweifelte. "Huhu Jiiill!" rief ich laut und strahlte über beide Ohren. Ich reichte ihr die Hand und stellte mich vor "Amy Fleming, am besten bringen wir erst einmal die Pferde unter, danach kann ich dich ja mal Rum führen. " - "na da sag ich doch nicht nein", antwortete Jill. Ty half Hunter und nahm Iceflower und Denila ab, während Hunter Princess Samsa führte. Schnell stellte sich heraus, welche von den drei Pferden am schwierigsten zu händeln sein würde. Princess hob den Kopf, blähte die Nüstern weit auf und gab schrilles Wiehern vom sich. Dabei weigerte sie sich abrupt nur einen Schritt weiter zu gehen. Ich wartete ab und beobachtete Hunter, in der Hoffnung zu sehen, wie man in einer solchen Situation mit Princess umgehen sollte. Hunter versetzte ihr einen klaps mit dem Strick und zuppelte in kurzen Abständen daran um die Stute aufzufordern weiterzugehen. Und tatsächlich, Princess machte einen großen Schritt nach vorn. Ich ging voraus und zeigte den Gästen die zukünftigen Boxen ihrer Pferde. "Wir besitzen einen eigenen Stall für Trainingspferde, die Boxen sind schon frisch zurecht gemacht. Die Weide für die Trainingspferde befindet sich auch hinter dem Stall." stolz deutete ich mit meiner Hand auf die geräumigen Holzboxen. "Sehr rustikal ", sagte Hunter schmunzelnd. "Aber nun gut", ich öffnete die Boxentür und beobachtete Hunter dabei, wie er Princess in die Box verfrachtete. Währenddessen führte Ty Iceflower und Denila in ihre eigenen Boxen. "Nun, die drei sollten sich für heute erst einmal ausruhen. Wenn ihr mich begleiten würdet", ich führte die beiden in unser kleines Farmhaus und machte ihnen am Esstisch platz. Lou reichte ihnen die Hand, ihre braunen Augen strahlten richtig vor Freude. "Wollt ihr Tee oder Kaffee trinken ?", fragte Lou durch den Raum. Ty meldete sich natürlich als erstes, "Ich nehm einen Kaffee, Jack möchte glaube ich auch.", grummelnd bestätigte Jack, dass Ty richtig lag. Schließlich meldete sich Hunter zu Wort. "Ich probiere heute mal einen Tee, Jill hätte auch gerne einen". Ich setzte mich zu ihnen am Tisch und ging den Trainingsvertrag durch. "Hier bitte einmal unterschreiben.... und dort bräuchte ich auch noch mal deine Unterschrift, danke !". Wenige Minuten später reichte uns Lou einen Rooibus-Tee. Meine Lieblingssorte. Gemütlich plauderten wir noch eine Weile, ehe Jill und Hunter wieder abreisten.
    "Macht es gut! Bis demnächst!", rief ich den beiden zu. "Siehst du Ty, hat doch zeitlich perfekt gepasst", sagte ich erleichtert. Kurz darauf traf auch schon Adriana van Helsing ein, sie war unsere Stammtierärztin und versorgte die Haflinger fast monatlich. Letztens hatte ich mit Adriana über Sir Outlaw gesprochen. Ein fuchsiger Trakehner Hengst. Adriana war am verzweifeln, weil er manchmal echt ein Sturkopf sein konnte, dabei musste er doch für die Zucht fertig gemacht werden. Also erklärte ich mich bereit ihn zu trainieren, gegen ein wenig Hilfe auf Heartland. Adriana willigte ein und war nun auf den Weg mit Sir Outlaw. Ich begrüßte die Tierärztin freudig, nahm ihr den Hengst ab und führte ihn - wenn auch mit Schwierigkeiten, in die frisch gemacht Box. Im Trainingstall blickte Iceflower ihn neugierig an, ein Hengst sieht man schließlich nicht alle Tage. Damit Adriana den weiten Weg nicht umsonst gefahren ist, kümmerte sie sich noch um Sunshine Shadow, Bonito, Calla, Nachtigall, Small Joker, Samie, Money in a Bank, Nimué, Meike und Mrs. Pretty. Leider mussten wir feststellen, dass Bonito bereits den grauen Star entwickelte, aber irgendwann musste es ja dazu kommen. Da wir heute noch zu Catalina fahren, bzw. teilweise fliegen wollten. Würde es eine lange Reise werden, weshalb wir wahrscheinlich erst morgen ankommen würden. Also machten wir uns jetzt schon auf den Weg und verabschiedeten uns von Adriana, welche noch ihren Sachen packte. Lou würde noch ein Weilchen mit ihr reden ehe sie sie gehen lassen würde.
    Ty verlud nur noch die drei Pferde in den großen Transporter und setzte sich schließlich an das Steuer.

    Nachdem wir bei Catalina waren....

    Nachdem ich mich von Catalina, Dani und Oscar verabschiedet hatte und mit Ty vom Hof fuhr, überkam mich glatt ein wenig 'Heimweh' - aber nicht nach Heartland, nein ganz im Gegenteil. Die letzten Tage waren wirklich aufregend und vor allem erholend. "Hast ja komische Freunde Amy", sagte Chase in einem scharfen Ton und grinste schelmisch, als hätte er gerade einen guten Witz gemacht. Soraya blickte ihn mit großen Augen an, aber auch ich drehte mich über den Beifahrersitz hinweg um ihn nahezu entgeistert anzublicken. "Sag mal, was ist dein Problem Chase !?", Ty der am Steuer saß versuchte sich zu konzentrieren. Chase blieb kühl und zog seine Brauen hoch, in einem völlig arroganten Ton sagte er bloß "Na, hast du gesehen wie unfreundlich die sind ? Und wirklich berühmt scheinen die ja jetzt auch nicht zu sein". Ich fauchte ihn wütend an "Du tickst wohl nicht richtig !! Catalina ist eine der besten Trainerinnen die ich kenne ! Wenn nicht sogar besser als ich! Hast du dich schon mal angesehen Chase ? Du bist ein egoistisches Arsc...", Soraya wirkte ein wenig aufgelöst, blickte mich flehend an und sprach mir ins Wort "Bitte regt euch ab!", ich konnte ihr Verhalten nachvollziehen, immerhin war Chase ihr Freund. Doch brachte ich es nicht über mein Herz, Soraya die Wahrheit über Chase zu erzählen. Triumphierend grinste Chase mich an, als hätte er gerade im Lotto gewonnen - Soraya zu liebe blieb ich jedoch ruhig. Ty wütete innerlich - seine Gedanken brodelten, was er doch alles am liebsten Chase angetan hätte. Als ich mich umdrehte um den Streit ein Ende zu mache... "VORSICHT REH!", entgeistert schrie ich Ty an, nun erkannten auch meine 'Freunde' auf der Rückbank, dass wir Ty vollkommen abgelenkt hatten.

    Quietschende Autoreifen, eine Vollbremsung, ich duckte mich blitzartig und spürte nur noch wie das gewaltige Tier auf die Kühlerhaube und schließlich in die Windschutzscheibe einschlug. Ich richtete mich in Zeitlupe auf, blinzelte immer noch erschrocken und tastete meinen Körper ab. "Seit ihr alle Ok ?", sagte ich kleinlaut - immer noch geschockt. Soraya schluchzte leise, wurde aber gleich schon von Chase beruhigt. Ty, welcher neben mir saß blutete am Kopf. "Ty ? TY !", das Reh ist durch die Windschutzscheibe geflogen, sodass der Kopf teilweise im Auto hing. Ty saß bewusstlos auf dem Fahrersitz. Ich schnallte ihn schnell ab und kletterte aus der Beifahrertür. Schnell hechtete ich zur Fahrerseite um ihn mir genauer anzusehen. Ich fasste seinen Kopf, suchte nach weiteren Verletzungen - konnte aber beruhigt feststellen, dass es nur eine Schnittwunde am Kopf war, welche durch eine Glasscherbe verursacht wurde. "Soraya ruf bitte einen Krankenwagen an !". Als wäre der Streit von eben vergessen, griff Soraya zu ihrem Handy und wählte die 112.

    Mein Handy klingelte. "Amy, oh Gott sei Dank ist euch nichts passiert !", es war Lou welche außer sich war. "Ich war gerade gelandet und wollte Golden Girl aus dem Hänger holen, als Jack mich anrief, dass ihr im Krankenhaus seit". Lous Stimme nach zu urteilen, hörte sie sich an, als hätte sie einen Marathon hinterlegt. "Alles gut Lou, Ty war nur bewusstlos. Gott sei Dank nichts schlimmes. Es geht ihm wieder besser. Fahr zu Catalina und geb ihr bescheid, dass wir noch mal zurück kommen", antwortete ich in knappen Sätzen, denn der Akku meines Handys schrumpfte auch immer mehr. "Hab dich lieb", sagte ich ihr noch schnell ehe ich auflegte. Ich griff nach meinem Handy, da es noch etwas wichtiges zu erledigen gab. In meiner Kontaktliste wählte ich Jack aus, meinen Großvater. Es dauerte eine Weile bis er dran ging. "Jack Bartlett von der Heartlandfarm" - "Jack ! Du weißt ja was passiert ist, heute schaffen wir es jedenfalls nicht nach Hause. Es ist wichtig, dass die Pferde und vor allem die Trainingspferde versorgt werden. Außerdem müssten Suburb Lights, Faster, Iceflower, Bear Totem's Denali und Princess Sansa trainiert werden. Hmm, ich weiß dass du das nicht kannst Jack... Lou ist auch nicht da... Mallory könnte sich um Suburb und Iceflower kümmern, Bubi habe ich letztens erst eingefahren - da sollte es keine Probleme geben, die Beiden müsste einige Runden an der Kutsche laufen." da kam mir ein Einfall, Dad war ja auf der Rennbahn beschäftigt, also konnte er sich um Faster und Denali kümmern. Schnell teilte ich meine Idee am Handy mit. Jack klang weniger begeistert, was aber daran lag, dass er Tim nicht leiden konnte. Das war mir jedoch egal. "Grandpa das ist wirklich wichtig ! Sag Caleb er soll sich um Princess kümmern, fahren... er ist am erfahrensten, Princess kann nämlich manchmal stur sein. Achja, da wäre noch was! Könntest du Ben anrufen, er sollte Sir Outlaw in Dressur und Amsterdam Girl in Springen trainieren ? Die Stute müsste noch für das nächste Turnier flott gemacht werden und Ben kommt einfach am besten mit sturen Pferden zurecht" - "Ja liebes, jetzt seh lieber zu, dass du eine Bleibe für heute Nacht findest."

    Als Ty einige Stunden später entlassen wurde, fuhren wir nach Cambridge zurück. Der Mietwagen mit dem wir den weiten Weg zurück fuhren, stellte sich als sehr teuer raus, was auch daran lag, dass er einen großen Transporter ziehen musste. Catalina staunte nicht schlecht als wir wieder ankamen, offenbar waren wir etwas schneller als Lou. "Was ist denn mit euch passiert ?", fragte sie lächelnd - "Wildunfall", entgegnete ich knapp. "Lou sollte gleich da sein, sie bringt Golden Girl mit". Nun kam auch Oscar an "Kommt, ich helfe euch beim verladen der Pferde... die müssen bestimmt hungrig und durstig sein....". Drinnen in Catalinas Wohnung saßen wir beisammen und aßen zu Abend, Chase blieb irgendwie außergewöhnlich ruhig. Woher der Sinneswandel ? Als ich gerade meine Nudel in den Mund stopfte, klingelte es an der Tür. "Das ist Lou!", sagte ich etwas lauter und stand auf, voller Freude meine Schwester wieder zu sehen. Ich umarmte sie nachdem ich die Tür öffnete: "Gott sei Dank ist euch nichts passiert", sagte sie noch mal - nach dem Autounfall meiner Mutter, war eben nichts mehr wie es früher einmal war.

    Währenddessen auf Heartland...

    Jack hatte Mallory bescheid gegeben, dass sie sich um Bubi und Iceflower kümmern sollte. Also striegelte sie die beiden Pferde, bevor sie sie an die kleine Kutsche spannte. Sowohl Bubi als auch Fleur waren erfahren genug um zu wissen was sie zu tun hatten. Jack half dem Mädchen beim aufspannen und schlug schließlich vor selber mit zu fahren. Das war wahrscheinlich gar nicht mal so eine schlechte Idee, da Mallory einfach viel (!) zu jung war. Sie hatte zwar Erfahrung im Springreiten, aber gefahren ist sie bis jetzt nicht oft. Jack setzte sich schließlich auf die Kutsche und drückte Mallory die Peitsche in die Hand. "Nun, es ist ganz einfach, du nimmst die Zügel auf und treibst die Pferde erst einmal an." Bubi bemerkte jedoch, neben wem er überhaupt stand. Der kleine Haflingerhengst stellte seine Ohren auf und versuchte die junge Stute zu beschnuppern. Jacks lautes Machtwort jedoch ermahnte ihn, sodass sich der Hengst wieder zu konzentrieren begann. Mallory schwang liebevoll die Peitsche, wodurch die Pferde einen Schritt nach vorne wagten. "Lass uns die gewöhnliche Waldstrecke entlang fahren. Das sollte für ein Pferd mit mittlerem Niveau ausreichen. Das junge Mädchen lenkte die Pferde an den Wegesrand, sollte jemand entgegen kommen. Nach 10 Minuten konnte sie nun rechts in den Wald abbiegen. "Wir sollten später an Tims Rindern vorbeikommen, wir reiten praktisch einen Rundweg". Nachdem die Pferde warm gelaufen waren, trieb Mallory die Beiden ein wenig mehr an. Im Trab flogen sie über den Waldboden hinweg, Bubi und Fleur waren mit Schreckmomenten vertraut, weshalb der 'Ausritt' auch durch den Wald ging und nicht auf dem Reitplatz. Bubi schnaubte angestrengt, aber auch Flower hatte ordentlich zu kämpfen. "Mallory, das machst du sehr gut", Jack wusste wie man einen motivieren konnte, denn das Mädchen strahlte über beide Ohren hinweg. Sie ließ die Pferde einige Minuten lang traben, ehe sie wieder Schritt gehen durften. nach einer halben Stunde hielten sie schließlich an, um den Pferden eine Pause zu gönnen. Jack reichte Mallory ein Sandwich, welches er zuvor eingepackt hatte. Da konnte Mallory nicht nein sagen, sofort griff sie danach und verschlang es gierig. "Mensch Jack! Ich hatte vielleicht einen Hunger ! Du bist meine letzte Rettung", schwärmte sie begeistert. Die Pferde tranken währenddessen aus einem kleinen Bach um sich etwas zu kühlen. Nachdem sich alle ausgeruht hatten ging es schließlich weiter. Es dauerte nicht lange als Mallory an der Rinderwiese entlang fuhr. Bubi blickte die großen, gehörten Rinder mit großen Augen an, er wollte glatt einen Sprung zur Seite machen, doch blieb er stattdessen stehen. War auch gescheiter von ihm. Als er merkte das Iceflower völlig ungeniert nach vorne blickte, trottelte er schließlich weiter neben ihr her. Mallory musste nur noch an Feld und Weiden vorbei, bis sie auf der Heartlandfarm ankam. "Hat doch super geklappt!", lobte Jack sie und half ihr bei den beiden Pferden. Iceflower wurde eingedeckt und schließlich in die Box gestellt. "Morgen früh kann sie wieder auf die Weide".

    Ben, Lisas Neffe stand bereits im Stall und sattelte Sir Outlaw. Er hatte den Hengst absolut unter Kontrolle. Ben war ein sehr erfahrener Reiter, doch Amy war nicht immer mit ihm einer Meinung. Während Lisa mit Jack im Wohnzimmer saß, zu Mittag aß und einen Kaffee trank - ritt Ben den Hengst auf den Platz warm. Jack erzählte ihr von Mallorys ersten 'Fahrstunde' und wie er ihr dabei geholfen hätte. Schade das Amy nicht da war, um die Beiden zu sehen. Da Jack und Lisa sich nur am Wochenende sahen, war es immer etwas besonders. Nachdem Outlaw warm war, trabte Ben im starken Trab auf den Hufschlag. Outlaw jedoch war gar nicht in guter Stimmung, er war ja auch nicht zu Hause. Ben jedoch blieb ungeniert und trieb ihn weiter an, gab ihn einen kleinen Klaps mit der Gerte und blieb im Körper gestreckt. Nun trabte der Hengst in federnden Schritten über den Platz, ritt einen Zirkel, anschließend durch die halbe Bahn und eine kleine Volte. Ben trieb den Hengst energisch an, Outlaw riss den Kopf in die Höhe und schnaubte angestrengt. "Los Junge, stell dich nicht so an!", Ben war wirklich eiskalt wie ein Fisch. Aber sein Pferd Red bewies, dass es ihm trotz seiner Methoden voll und ganz vertraut. Gut es gab Momente wo Amy ihm weiterhelfen musste - aber im großen und ganzen gehorschte ihm Red auf's Wort. Outlaw kam gar nicht erst dazu sich zu wiedersetzen. Also senkte er den Kopf und galoppierte in einem weichen, ruhigen Galopp auf den Zirkel. Nachdem er sich gefangen hatte und Ben die Zügel lockerer lassen konnte, machte er durch die Ecke kehrt und parierte ihn in den Trab. "Eine Traversale kannst du bestimmt noch nicht oder ?", murmelnd testete er alle möglichen Hilfen für die Dressur, aber vergebens - Outlaw wusste echt nicht was Ben von ihm wollte. Also stieg er ab, nahm die Gerte und half dem Pferd. Ben übte die Bewegungen, die Outlaw auszuführen hatte wenn er im Sattel saß. Natürlich musste Outlaw ihn austricksen und wollte glatt ein Reißaus machen. Doch Ben griff schnell nach den Zügeln, trieb ihn zurück und brachte ihn auf seinen Ursprünglichen Platz. "Stell dich nicht so an!", mahnte er den Hengst und arbeitete anschließend an die Traversale weiter. Für das nächste mal sollte man es vom Sattel aus probieren.
    Nach einer halben Stunde Arbeit und einer halben Stunde Training, brachte er Outlaw zurück in die Box und griff sich anschließend Amsterdam Girl. Girly sollte im Springen trainiert werden, Amy hatte die Wochen zuvor mit ihr gearbeitet, also musste Ben nur noch die Hindernisse aufstellen und das machen was er am besten konnte. Wieder ritt er die Stute warm ehe er sie springen ließ. Anschließend taxierte er einfache Trabstangen und begann mit niedrigen Steilsprüngen. Als Girly nun warm genug war, probierte er es mit einem Oxer. Leider hatte sie zu viel Geschwindigkeit drauf, weshalb ihr eine Stange zu Boden fiel. Also sprang Ben erneut vom Pferd ab und hob die Stange wieder auf. Girly blieb brav stehen. Er versuchte es erneut. Diesmal zügelte er die Stute ein klein wenig, passte den Moment an und verlagerte sein Gewicht nach vorne. Mit einem Satz war der Haflinger über den Oxer hinweg, ohne auch nur die Stange zu berühren. Der Junge lobte die Dame und ritt den restlichen Parcours mehrmals ab.

    Tim jedoch hatte Faster und Denila bereits abgeholt. Er fuhr die beiden zur Rennstrecke in Alberta. "Hallo Janice", begrüßte er seine schlanke, wirklich attraktive Freundin. Janice Wayne war ein Jokey und wirklich sehr erfahren in ihrem Beruf. Leider war sie mehr auf Geld aus. "Wow, die sehen ja wirklich richtig gut aus!", Janice bewunderte Faster "Die hier hat schon viel Erfahrung gesammelt, kann das sein ?" - Tim nickte. "Amy hat vor sie mir zu verkaufen. Ich glaube mit ihr hier könnten wir einige Gewinne ernten. Aber das hier ist Denila, ein Trainingspferd. Sie sollte später auch auf Rennen starten. Könntest du die Beiden für mich flott machen ?". Janice nickte, küsste Tim schließlich innig und begab sich auf den Weg zum Rennstall. Tim gab ihr noch einen kleinen Klaps auf ihren Hintern, ehe er ihr folgte. Faster und Denila standen angebunden vor dem Rennstall, während Tim Denilas Fell seidig bürstete, begab sich Janice mit Faster auf die Rennbahn. In einer Übungsstartbox, wartete sie darauf bis man ihr die Tür öffnete... und dann mit einem Mal, schoss Faster aus der Box und preschte am Zaun entlang. Janice zügelte sie erst ein mal, sodass sie nicht ihre ganze Energie unnötig verpowerte. In einem angenehm schnellen Galopp stürmte Faster auf die Kurve hinzu. Janice zügelte sie ein klein wenig weiter, und gab nach der Kurve ordentlich nach. Nun zischte die Stute wie von der Tarantel gestochen über die Bahn hinweg, sie streckte ihren Körper und schnaufte begeistert. Als Janice die Zielgerade sehen konnte, trieb sie das Vollblut mit der Gerte ein klein wenig an, sodass es an Geschwindigkeit zunahm. Es war wirklich erstaunlich, dass sich die junge Frau auf das Pferd halten konnte. Völlig verschwitzt und außer Atmen kamen sie am Ziel an und wurden immer langsamer. Als Janice sie schließlich zum stehen brachte, fragte sie einen Mitarbeiter nach der Zeit. "68 Sekunden, Eine Minute und acht Sekunden". Janice hob erstaunt die Augenbrauen. "Diese Stute ist der Wahnsinn ! Die hat echt was drauf !!", begeistert berichtete sie Tim von der Zeit... Zukunftspläne eröffneten sich bereits den Beiden. Nun war jedoch Denila an der Reihe. Tim half Janice in den Sattel und führte sie zur Rennstrecke. Denila müsste eine kürzere Strecke laufen, sie war schließlich noch nicht so weit wie Faster. Nach dem Startsignal preschte auch sie über die Bahn. Deutlich langsamer als Faster, aber dazu war sie ja da - um trainiert zu werden. Janice gab ihr Zügel, damit sie sich schön strecken konnte und an Tempo zunahm. Im Gegensatz zu Faster musste Denila nicht so weit galoppieren, darum näherte sich die Zielgerade relativ schnell. Janice gab ihr die Gerte um schneller zu werden, die Stute arbeitete brav mit und begann ebenfalls zu schwitzen. Denilas Zeit betrug 84 Sekunden. Sie müsste daher noch sehr gefördert werden, ein Fortschritt war jedoch garantiert. Denila wurde nach einer weiteren Runde, welche sie diesmal mit 76.1 Sekunden abschloss eingedeckt. Das war immerhin eine Verbesserung von 7.9 Sekunden und somit schon ein Erfolg. Tim kümmerte sich um die Pferde, während Janice sich in ihrem Wohnwagen umzog. Er verabschiedete sich mit einem Kuss und fuhr Faster und Denila zurück zur Heartlandfarm. Unterwegs traf er auf Caleb an, welcher mit Princess zu kämpfen hatte.

    Caleb saß auf einen kleinen Sulky, an dem Princess Sansa gespannt war. Sansa war eine dickköpfige Prinzessin, die offenbar Freude daran empfindet, ihren Reiter das Leben zu erschweren. Als Tim - manchmal ein richtiger Dummkopf, auch noch begann zu hupen, preschte die Stute mitsamt des Sulkys an der Straße entlang. Beinahe war sie so schnell wie Tim mit dem Anhänger, indem sich Faster und Denila befanden. Caleb war glücklicherweise sehr erfahren, was Zicken angeht - Ashley, seine verlobte war ja wohl das beste Beispiel. "WHOO", er zog schnell an den Zügeln, redete beruhigend auf die Stute ein und ließ sie schließlich im Schritt die Straße entlang gehen. Sie wirkte sehr aufgescheucht, was man nicht gerade als positiv empfinden konnte. Prinzessin hatte ihn sowieso den ganzen Weg über ausgetrickst und verarscht. "Bin ich froh wenn Amy wieder da ist", murmelte er genervt und versuchte wenigstens etwas Kontrolle über die Stute zu bekommen. Er ließ sie antraben, sodass sie etwas Energie verlieren konnte. Dabei zuppelte er leicht an den Zügeln, damit sie ihren Kopf senkt - dies tat er sobald sie ihren Kopf in die Höhe riss um ihn zu ärgern. Nur noch wenige Meter und er erreichte die Farm. Caleb war wirklich aufgebracht, dass ausgerechnet er mit dieser Zicke arbeiten musste. Aber beim putzen war sie natürlich der Engel auf Erden! Er beschloss morgen erneut mit ihr zu arbeiten, damit das Training nicht völlig für die Katz war. Nachdem er die Stute abgedeckt in die Box gestellt hatte, kontrollierte er die Heunetze, ob sie auch gefüllt seien. Bis zum morgen sollten sie ausreichen, Caleb begab sich schließlich in die Futterkammer um etwas Mash anzurühren. Er mischte Baldiranwurzeln und Melissenblätter in Princess Eimer. Diese sollten gegen Nervösität wirken und die Stute ein wenig beruhigen. Caleb wusste die Wirkung der Heilkräuter nicht von alleine, denn Amy hatte einen kleinen Zettel an ihrer Box gehangen. "Sollte sie mal wieder bockig werden...", las er noch mal vom Zettel ab. Zu guter Letzt, kümmerte sich Caleb um die Haflingerfohlen Figaros Schattenfalter, Picola und Mirabella. Er brachte sie von der Weide in den Stall und deckte sie mit warmen Stalldecken ein. Da es nun immer kühler wurde, war es gerade für die Fohlen von Bedeutung, eine Decke zu tragen. Schnell durchwuschelte er Mirabellas lockige Mähne und zog den dreien die Halfter aus, welche er an der Boxentür aufhing. Nachdem er kurz die Stallgasse durchgekehrt hatte, schaltete er das Licht aus und verabschiedete sich von Jack. "Danke das du uns geholfen hast ! Nimm dir diese Woche einen Tag mal frei", sagte Jack voller Dankbarkeit. Caleb lächelte auf einmal putzmunter "Wow ! Dann kann ich was mit Ashley unternehmen", antwortete er begeistert und ging zu seinem Truck. Daraufhin fuhr er zu seinem Wohnwagen nach Hause, wo ihn Ashley bereits erwartete. "Du bist heute aber spät dran", sagte sie etwas kühl. Caleb ließ sich von ihrer Art nicht stören, gab ihr stattdessen einen warmen Kuss und entgegnete glücklich "Dafür hast du mich für diese Woche einen Tag lang nur für dich!". Dass sich Ashley über seine Aussage freuen würde, wurde sofort deutlich. Sie quietschte begeistert und fiel ihrem Verlobten um den Hals. "Ich liebe dich Caleb!"
    Dir, BearBrook und Catalina gefällt das.