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When dreams come true

Dieses Thema im Forum "Eigene Geschichten" wurde erstellt von Rhapsody, 17 Aug. 2009.

  1. Rhapsody

    Rhapsody Bekanntes Mitglied

    Haii^^ TöFF hat auch mal wieder ne Geschichte geschrieben ^^ Hat noch keinen Namen, bitte Vorschläge machen ^^
    Achja, das erste Kapitel heißt nicht wirklich Überraschung, das ist nur im Mom. ein Deckname xDD

    Hier isse maa:

    Kapitel 1: Überraschung!


    „Da!“ Tine knallte die Zeitung auf den Tisch. „Hannoveranerwallach, 8 Jahre alt, Dunkelbrauner, Springpferd mit vielen Anlagen!“ sagte Tine und zeigte mit dem Finger auf einen Artikel. Ich versteckte mein Gesicht hinter meinen Händen. „Tine!“ jammerte ich und zog die Beine an den Körper. Seit Monaten schon kam Tine, meine beste Freundin, zu mir gefahren, die Zeitung immer dabei. Aber wer hatte angefangen? Ich. An Silvester.
    Am 31. Dezember war nämlich in unserem Reitstall ein kleines Turnier. Riesenpferde und Springkanonen wurden vorgeführt und Tine und ich waren ganz verzaubert. Wir machten aus, das wir uns, jeder ein eigenes, Pferd kaufen wollten. Tine hatte die Vereinbarung erfüllt, seit Mai stand ihre Oldenburgerstute Bohemian Rhapsody, benannt nach einem Lied von Queen, bei uns zwischen Talina und Ramses, den beiden Rieseneseln. Die drei verstanden sich super, doch Esel waren kein Ersatz für Rhapsody. Tine kam so schon jeden Tag und bewegte sie, ich führte Talina oder Ramses immer nebenher, aber das reichte Rhapsody nicht. Sie brauchte Artgenossen. Da war Tine eingefallen, das ich den Vertrag noch nicht erfüllt hatte und kam seitdem jeden Tag auf den kleinen Bauernhof meiner Eltern.
    Seufzend nahm ich die Hände vom Gesicht und sah mir das Pferd an. Satchmo hieß er, und eine schlechte Figur machte er auch nicht. Der Preis für ihn war auch in Ordnung. „Ich versuch es mal“ sagte ich zwischen zusammengebissenen Zähnen und hoffte, Tine würde endlich zu Rhapsody verschwinden. Ehrlich gesagt hatte ich im Moment keine Lust, groß zu reiten. Es war dazu einfach zu heiß. Schon jetzt klebte mir das Top am Rücken. Tine schnappte sich ihre Sachen und verabschiedete sich mit einem „Geh jetzt zu Rhapsody, kommst du mit?“ Ich schüttelte den Kopf und Tine verschwand im kühlen Stall. Seufzend erhob ich mich, klemmte mir die Zeitung unter den Arm und nahm die Gläser voll Eistee mit in die Küche.
    „Hallo, Schatz!“ sagte meine Mutter fröhlich. Ines Grüber war eigentlich immer fröhlich, außer es ging etwas grundlegen schief. Sie hatte meistens gute Tage, nur selten war sie mürrisch. „Hallo Mam“ sagte ich brummend und stellte die Gläser ab. Meine Mutter sah neugierig auf die Zeitung von Tine. „Schon wieder?“ sagte sie, nicht überrascht. Sie hatte sich daran gewohnt, das Tine jeden Tag die Blätter mitbrachte, natürlich waren die Verkaufsanzeigen aufgeschlagen. Ich nickte kurz und suchte die Seite mit Satchmo. Ines unterbrach das Spülen und sah sich die Anzeige an. „Den hat Tine mir vorgeschlagen. Damit Rhapsody einen Artgenossen hat“ , erklärte ich und fügte schnell hinzu: „Natürlich ein Turnierpferd, damit wir uns beide anfeuern und mitfieber können“ Während meine Mutter die Anzeige las, holte ich mir eine Flasche Wasser und trank direkt daraus. „Sven!“ rief Mama meinen Vater. Sofort schob sich ein rundes Gesicht aus dem Wohnzimmer. Papa brummelte etwas das sich nach einem „Ja?“ anhörte und sah sie die Stellenanzeige an, die Mama ihm zeigte. „Den Wallach will Sonja“ sagte sie und sah ihrem Mann in die Augen. Dieser sah sich nur das Bild von Satchmo an und sah nach, ob er irgendwelche Mängel sehen konnte. Sven Grüber war nämlich Tierarzt für Großtiere. Wenn es Ramses, Talina oder Bohemian Rhapsody nicht gut ging, sah er sie sich an und behandelte sie. Gespannt saß ich auf meinem Stuhl in der Küche und musste zusehen, wie meine Eltern flüsterten.
    Nach zehn Minuten räusperte sich Ines. „Also, Sonja“, fing sie an und ich schauderte. Immer wenn sie mit Sonja kam, war die Lage ernst, „Wenn du ein Pferd willst, werden wir dir eine Auswahl zusammen stellen. Trifft keines der Pferde auf dich zu, lassen wir es. Okay?“ Ich schluckte. Hatte meine Mutter etwa Satchmo vergessen? Hätte sie nicht sagen sollen: „Mein Schatz, du darfst ein paar Pferde Probe reiten, darunter auch Satchmo!“ oder „Mein Schatz, na klar darfst du Satchmo haben!“?
    Überrollt sah ich meine Eltern an. Ich brachte nur ein „Oooooookaaaaaaaaaay“ heraus, stand auf und lief in mein Zimmer. Tine stand draußen am Fenster, ihre Schimmelstute neben ihr. Sie sah mich fragend an und formte mit den Lippen „Komm raus und sag mir, was deine Eltern gesagt haben“. Sofort drehte ich um und rannte ums Haus. Rhapsody schnaubte mir zu und rupfte einen Büschel Gras aus. Tine platzte vor Neugier. „Mhm...meine Eltern wollen mir eine Auswahl stellen, mit Pferden, von denen sie denken, sie passen vom Preis und vom Charakter zu mir, und wenn sie daneben liegen kann ichs vergessen“ sagte ich langsam und grinste Tine an. Völlig perplex sah sie mich an. „Warum grinst du jetzt!?“ sagte sie vorwurfsvoll und zog Rhapsody hoch, die die Ohren anlegte und die Nase wieder ins Grüne steckte. „Naja, wenn ich kein Pferd bekomme, kann ich wenigstens dir zujubeln, wenn Rhapsody und du die Ehrenrunde bei einer S – Dressur anführt! Und bei wir wird es wahrscheinlich nicht so weit kommen“ Ich lachte und Rhapsody riss den Kopf sofort hoch. Tine strich ihr beruhigend über den Hals. „Oooookaaayy“ sagte sie und ich musste noch mehr lachen. Wir waren zwei völlig verschiedene Typen, verstanden uns doch so gut.

    Die Liste meiner Eltern war lang. Länger als die längste Einkaufsliste für meine Mutter. Vier Seiten Pferde an 3 Tagen. Vielleicht schafften wir es, vielleicht nicht.
    Wenigstens kühlte es auf 23° C ab. Reiten war also keine Plage. Tine hatte natürlich sofort zugesagt, als Mama sie fragte, ob sie mitwollte. Ich hatte nur gestöhnt.
    Bevor wir losfuhren, ging Papa neunzig mal (ich hatte mitgezählt) die Routen durch, Mama sah fünfundneunzig mal nach, ob wir auch genug zu Trinken und zu Essen dabei hatten (auch da hatte ich mitgezählt), und Tine brachte es auf den ersten Platz mit hundert mal hin und her rennen, mir erklären, auf was ich achten musste und verabschieden von Rhapsody. Die Stute sah sie gelangweilt an und kaute weiter ihr Heu. „Jetzt können wir los“ seufzte Tine nach dem hundertsten mal.


    Kommis sind gerne gesehen (=
    LG

    TöFF
     
  2. Rhapsody

    Rhapsody Bekanntes Mitglied

    es geht weiter...bitte schreibt mal kommis :(

    Sie stieg mit mir auf den Rücksitz und sah wehleidig dem Stall nach. „Tine!“ brummte ich und drückte ihren Arm. „Rhapsody übersteht die paar Stunden. Wie sollte sie denn sonst in der Nacht schlafen?“ Tine schnitt eine Grimasse, dann starrte sie weiter nach draußen.
    Mein Vater bog schon bald in einen sauberen Hof ein. „Hier werden drei Pferde verkauft“ verkündigte er und wir stiegen aus. „Hallo! Ihr müsst Familie Grüber sein“, stellte ein junger Mann mit schwarzen Locken fest und schüttelte die Hände meiner Eltern , „Bitte mitkommen. Wir haben Ihnen Foxy schon fertig gemacht. Sie steht in ihrer Box“ wandte sich der Mann an mich und schickte mich und Tine in den Stall. „Mir kommts vor, als wollte er uns loswerden, damit er meine Eltern wegen dem Preis bearbeiten kann. Für solche leichte Beute!“ Tine seufzte und schob die Stalltür auf, die in einem hellen beige gestrichen war. Wir sahen in die Box, fanden Foxy jedoch auf Anhieb. Sie hatte einen trockenen Kopf und lange Beine, und so schlossen Tine und ich, dass in Foxy Araberblut floss. „Na, dann mal los“ stöhnte ich und setzte mir meinen Reithelm auf. Tine überreichte mir meine Gerte und ich führte Foxy auf den Hof. Der Mann redete gerade auf meine Eltern ein. „...mit hohem Araberanteil!“ hörten wir nur noch. Dazu fuchtelte der Mann wild mit den Händen herum. Foxy scheute. „Ho, mein Mädchen!“ machte ich und rieb ihren Hals langsam. Tine hielt die Fuchsstute fest und redetete ebenfalls beruhigend auf sie ein. ,Ob das gut geht?’ fragte ich mich skeptisch. Der Mann führte und zum Reitplatz und half mir beim Aufsteigen. Kurz schnalzte ich mit der Zunge und gab Foxy Hilfen. Während ich warm ritt, erzählte der Mann meinen Eltern und Tine über Foxys Vergangenheit. „Als sie 5 Jahre war, kam sie zu uns. Wir haben sie zuende ausgebildet und aus ihr ein ausgezeichnetes Springpferd gemacht“ Tine sah ihn skeptisch an. „Und wie alt ist Foxy denn?“ fragte sie und sah den Mann schief an. Der druckste sichtlich herum. „Als sie gekommen ist, sind inzwischen 10 Jahre vergangen. Somit also 14 bis 15 Jahre“ sagte er schließlich und ihn stand der Schweiß auf der Stirn. Von diesem Gespräch berichtete mir später im Auto Tine.
    Als Foxy warm war, ließ der Mann ein paar Hindernisse aufbauen. Ich nahm die Zügel auf und Foxy kaute gespannt auf dem Gebiss. „Jetzt zeig mal, was du drauf hast“ sagte ich herausfordernd und gab Foxy die Galopphilfe. Sofort zog sie zu den Sprüngen hin, ohne auf mich zu achten. Mit Mühe brachte ich sie wieder weg und galoppierte sie erstmal gescheit an. Foxy äugte immer wieder zu den bunten Stangen. Ich konnte sie kaum halten, als sie endlich die Hindernisse vor sich sah. „Heey!“ rief ich und nahm die Zügel nochmal auf. Ich kam mir vor wie ein Jockey. Foxy schüttelte den Kopf, würde langsamer, galoppierte aber immer noch auf die Hindernisse zu. Schnell saß ich mich tief in den Sattel ein und schließlich beugte sich Foxy; sie wurde langsamer, senkte leicht den Kopf und ich lockerte mein Handgelenk. Mit der Gerte touchierte ich sie schnell, da sie immer langsamer wurde, und dann nahmen wir den Oxer. Foxy war mit reichlich Luft darüber gekommen, aber ich schüttelte den Kopf. „Nichts für mich“ sagte ich, als ich abstieg und Foxy zu meinen Eltern, Tine und dem Mann führte. Dieser schimpfte leise, als hätte Foxy großes Recht gehabt, einfach loszustürmen.
    Das nächste Pferd, ein Oldenburger mit grauem Fell und heller Mähne, war eine echte Schlaftablette. Nur mit großer Mühe und der Gerte bekam ich ihn in den Galopp. „Er...ist eben gemütlich“ rechtfertigte der Mann später den Wallach. ‚Was nützt mir ein gemütliches Pferd, wenn es nur mit Ach und Krach galoppierte?!’ dachte ich.
    Auch das dritte Pferd, eine Rappstute mit einem feurigen Ausdruck, war nichts für mich. Sie war erst 3 Jahre und steckte noch in der Ausbildung. Sie sprang zwar, ließ sich aber nicht stoppen und buckelte nach den Sprüngen erstmal reichlich, doch ich blieb im Sattel.
    Mit einem „Auch nichts!“ drückte ich dem Mann die Rappstute in die Hand. „Vielleicht in ein paar Jahren?“ fragte mein Vater, und ich zuckte die Schultern. Dann schob ich alle wieder ins Auto. „Auf Wiedersehen“ rief ich noch und schlug dann die Autotür zu.
    Der nächste Hof war ein glatter Reinfall. Keiner war da, auch keine Pferde im Stall. „Unnötige Spritkosten!“ schimpfte mein Vater, als wir zum nächsten Hof fuhren. Dieser Hof erinnerte mich stark an den ersten. „Hoffentlich sind die Leute da netter“ brummte ich und bekam von Tine volle Unterstützung.
    Eine Frau stellte sich als Mareike Fischer vor. Sie leitete den Hof und hatte ihre ganzen Jungpferde zu Verkauf gestellt, so wie ein paar ihrer Spring- und Dressurpferde. „Mareike Fischer!“, flüsterte mir Tine aufgeregt zu, als wir der schlanken, rotblonden Frau in den durchfluteten Stall folgten. Fragend sah ich die Freundin an , „Na, die hat auch Satchmo verkauft!“ Ich verstand immer noch nur Bahnhof. „Den Wallach, der im Pferdemarkt angeboten wurde! Den ich dir vorgeschlagen habe!“ Genervt rollte Tine mit den Augen und wir standen vor der Box einer Haflingerstute. „Naja, ich hab mir dich eigentlich kleiner vorgestellt, deswegen hab ich auch man Hanni fertig machen lassen“ schmunzelte Mareike Fischer und ich sah mir die Stute an. Ein Haflinger? Hanni erinnerte mich eher an ein Shetty!
    „Na, dann lass uns mal weiter gehen!“ Frau Fischer führte uns im Stall herum. Erstaunlich, wie viele Haflinger sie hatte! Und wie klein sie waren!
    Endlich ging der Stall mit einer Überführung von den Ponys zu den Großpferden. Shire Horse, Friese, Tinker, Araber, alles! „Vielleicht gefällt dir ja dieser?“ Die kleine Truppe blieb an der Box eines großen Rappen stehen. „Neun Jahre, wunderbare Grundgangarten und perfekt fürs Springen“ erklärte Mareike Fischer und schob die Boxentür auf. In Gegenwart dieses Riesens fühlte ich mich wie ein kleines Mädchen. „Mhm“, machte Tine
    fachmännisch, „Sonny sollte ihn mal probereiten. Könnten einer ihrer Stallbursche ihn schnell satteln?“ Mareike Fischer sah Tine verdutzt an. „Na... klar. Hannes!“ rief sie und sofort kam ein Junger Stallbursche. Flink putzte er den Wallach und sattelte ihn. Tine und ich sahen uns derweilen sein Boxenschild an. Staunend lasen wir seinen Namen: Lumiére Solaire.
    Was an diesem Namen so besonders ist? Eigentlich nichts. Aber das ein solches Tier „Sonnenlicht“ hieß, war zum Lachen, wenn man vor lauter Staunen überhaupt lachen konnte.
    „Junge Frau?“ Sofort sahen Tine und ich auf. Lumiére Solaire war fertig gesattelt und getrenst. Ich setzte meinen Helm auf und führte den Rappwallach nach draußen auf den Platz. Kaum war ich im Sattel, fühlte ich mich wohl. Auch sein Trab war federnd und weich, aber zugleich kraftvoll. Als dann Hindernisse standen, trabte Lumiére Solaire unbeirrt daran vorbei.
    Während ich ihn angaloppierte, redete Tine mit Frau Fischer über Solaires Vergangenheit. „Nun ja, so berauschend war sie nicht. Er wurde normal geboren, normal eingeritten und ist auch recht normal. Nichts besonderes“
    Solaire nahm anmutig den Kopf an und wir sprangen graziös über die Hindernisse. „Erster Favorit!“ keuchte ich, als ich den Rappen abritt. Er war anscheinend recht zufrieden, denn er prustete ab und an mal entspannt. Mareike Fischer strahlte. Anscheinend fand sie es super, dass Solaire vielleicht ein neues Zuhause bekam.
    Die nächsten Pferde, die ich ritt, waren entweder veritten, zu jung oder wollten nicht springen. Bei jedem entschuldigte sich Frau Fischer.
    „So, das waren sie. Wenn Ihnen Lumiére Solaire gefallen hat, melden sie sich!“ verabschiedete sich Frau Fischer. Doch Tine blieb stehen. „Im Pferdemarkt stand auch ein Pferd namens Satchmo zu Verkauf. Den würden wir gerne noch sehen“ sagte sie ungerührt und ich starrte Tine an. Ich hatte mein Traumpferd!
    Frau Fischer sah Tine zum zweiten Mal an diesem Tag verdutzt an. Dann fiel ihr ein. „Satchmo! Genau. Der ist zwar so gut wie verkauft, aber wenn du möchtest?“ Damit wandte sich Mareike Fischer an mich. Ich zuckte mit den Schultern. Solaire, kein anderes Pferd.
    Während wir wieder in den Stall liefen, erzählte Frau Fischer: „Ich habe gesehen, wie toll Solaire und du ausgekommen seid. Und da Satchmo sowieso bald verkauft ist, hatte ich gedacht, du hättest eine Entscheidung gefällt – seid mir bitte nicht böse. Heute kommt der Käufer und wir bereden nochmal alles. Aber – wer weißt? Vielleicht sieht er dich auf Satchmo und sagt: ,Nein, der Wallach gehört zu diesem Mädchen! Ich kann ihn nicht nehmen!’“, Theatralisch schmückte Mareike Fischer ihre Erzählung aus , „Aber sei mir bitte dann nicht böse, wenn der Käufer sich dann für Lumiére Solaire entscheidet“ sagte sie traurig und ich versprach es.
    Satchmo stand ein paar Boxen weiter von Solaire. Er döste, ab und zu zog er sich Heu aus seinem Heunetz. Sein dunkelbraunes Fell glänzte seiden und ich war sofort verliebt; ,aber an Solaire kam er bestimmt nicht ran’ Davon war ich überzeugt. Der Stallbursche machte auch Satchmo ruckzuck fertig und ich stieg in den Sattel. Satchmo wartete geduldig auf meine Hilfen und nahm sie richtig auf. Mit einer halben Parade blieb er entweder stehen oder ging langsamer, wie ich es gerade wollte. Die Gerte brauchte ich gar nicht.
    „Satchmo ist aufregender. Wie du weißt, gibt es ja auch das Dressurpferd von Isabell Werth, Satchmo. Aber unser Satchmo mag die Dressur überhaupt nicht“ schmunzelte Mareike Fischer, als Tine sie nach Satchmos Vergangenheit löcherte , „Das könnte aber auch daran liegen, dass er in einem Springstall geboren wurde. ,Anmutig und frech’, so hatte der Züchter ihn beschrieben, als ich ihn gekauft hatte. Ich hatte ihn springen gesehen und musste ihn haben. Aber jetzt braucht er ein neues Zuhause.“
    „Na komm, Satchmo!“ sagte ich ermunternd und Satchmo galoppierte auf die Hindernisse zu. Mit minimalster Anstrengung und maximalster Freude übersprang er die bunten Stangen. Ich wollte gar nicht mehr absitzen. Ich wollte nur noch mit Satchmo ausbrechen. Wenn er nicht schon verkauft wäre, hätte ich ihn vor Solaire gezogen. Doch als ich da so galoppierte, sprang, zum Trab durchparierte, wieder angaloppierte und nochmal sprang, merkte ich nicht, wie ein Jeep mit einem großen Pferdeanhänger auf den Hof fuhr.
    Wie lange ich ritt, wusste ich auch nicht mehr. Jegliches Zeitgefühl hatte ich verloren und konnte nur die Galoppsprünge zählen. Geschmeidig übersprang Satchmo auch zum fünften mal den Steilsprung.
    „He!“ Ein grober Ruf schreckte mich auf und ich sah zur Bande. Ein Glatzkopf winkte mich heran. Ich schluckte. Das war Satchmos Besitzer. „Mädchen. Wenn ich mich nicht mit Pferden auskennen würde, würde ich es nicht sagen, aber: du und Satchmo, ihr passt zusammen wie die Faust aufs Auge! Ich überlasse ihn dir, wenn du ihn nimmst, werde ich mich umsehen“
    Baff nickte ich und strich Satchmo über den dunkelbraunen Hals. Meine Eltern wurden hellhörig, als der Glatzkopf mit mir darüber sprach. „Schatz?“ Fragend sah mich meine Mutter an und ich strahlte. „Nicht Solaire. Satchmo!“ stammelte ich und lachte breit.
    Mareike Fischer sah zum Glatzkopf. „Herr Tauber, ist es Ihnen recht?“ fragte sie vorsichtig. Der Glatzkopf nickte heftig. „Ich sehe mich nach anderen um. Sie haben doch bestimmt noch mehr Pferde hier, oder?“ Dann lachte er und ging in den Stall. „Ich komme gleich nach, Her Tauber!“, rief Frau Fischer, dann wandte sie sich an meine Eltern, Tine und mich , „Also. Satchmo wäre billiger als Solaire, da Satchmo noch unerfahrener ist und noch eine weiche Hand braucht. Wenn Sie wünschen“, Sie machte eine einladende Handbewegung zu ihrem Büro , „Aber zuerst muss ich zu Herrn Tauber. Kommen Sie doch morgen nochmal!“ Dann verabschiedeten wir uns und ich weigerte mich, die weiteren Pferde anzusehen. Mein Vater telefonierte schnell, dann fuhren wir nach Hause.
    Vor lauter Vorfreude willigte ich ein, heute mit Bohemian Rhapsody und Tine auszureiten. Sie wollte Talina nehmen, also stieg ich auf Rhapsody.
    Der Wald war uns heute zu kühl, also ritt der Esel und das Pferd mit ihren Reitern über die grünen Felder. Tine wagte es sogar, Talina zu galoppieren, was für mich selbstverständlich war.
    Die Sonne ging unter und die Nacht kroch in die Startlöcher. Rhapsody zupfte hungrig an ihrem leeren Heunetz herum. „Ja, meine Süße!“ säuselte Tine und füllte das Netz geschickt auf. Talina stand schon im großen Laufstall mit Ramses. Tine verabschiedete sich von Rhapsody, dann von mir und schließlich von Talina. Meinen Eltern, die im Garten arbeitete, winkte sie schnell, dann fuhr sie nach Hause.
    Gerade wollte ich mich ins Haus schleichen und fernsehen, da entdeckte mich meine Mutter. „Sonja? Wenn du reingehst, nimm bitte die Tomaten mit!“ Seufzend nahm ich den Korb und stellte ihn in die Küche. Da grummelte mein Magen. Ich griff in den Korb und zog eine knallrote Tomate heraus. Mit wenigen Handgriffen hatte ich mir ein Streichkäse – Salami – Tomaten – Vollkornbrot gemacht und schmiss mich damit aufs Sofa. Vollkommen zufrieden biss ich in das Brot.

    Kapitel 3: Neues Heim für zwei?

    „Mama! Papa! Ich bin fertig!“ rief ich lauthals und rutschte das Holzgeländer der Eichentreppe hinunter. Meine Eltern packten gerade alles zusammen. Gestern Abend hatten sie sich noch einen Transporter gemietet, damit wir Satchmo abholen konnten. Kurz davor hatte Mareike Fischer angerufen und gesagt, das mit Satchmo wäre gebongt. Sie wolle sie nur noch die Boxen ansehen. Das hatte sie bereits erledigt.
    „Ruhig, Sonja“ brummelte mein Vater und packte gerade ein paar Möhren in seine Tasche. „Die stehen ja wohl mir zu!“ protestierte ich ironisch und sicherte mir zwei Möhren. Von draußen hörte man eine Fahrradklingel. Tine!
    Ich sprang meiner Freundin aufgeregt entgegen. Grinsend sah sie mich an, dann ging sie in den Stall. Rhapsody machte schon Theater, sie hatte bemerkt, dass alle irgendwo hinmussten. Und da wollte sie natürlich auch mit!
    Ramses, der hellbraune Esel, schnupperte an meinen Möhren. „Hey! Finger weg, Ramses!“ schimpfte ich und sah, das bereits ein Ende abgeknabbert war. Tine schob mich aus dem Stall ins Auto. Hinten war der Transporter angekuppelt und bereit für Satchmo.
    Wenig später stiegen meine Eltern ein und wir fuhren los. Mareike Fischer wartete schon auf uns, Satchmo neben sich. Der Wallach prustete mir zu und ließ sich willig verladen. Mein Pferd!
    Beim Rückweg bog Papa in eine andere Straße ein, die zum Hundezwinger der Stadt führte. Tine und ich sahen uns fragend an. „Sind gleich wieder da-ha!“ trällerte Mama und stieg mit Papa aus. „Von hier aus dauert es noch etwas, bis wir zuhause sind“ stellte ich fest und stieg ebenfalls aus. Verdutzt stieg Tine hinter mir aus. Zielstrebig führte ich Satchmo die Rampe hinunter und ließ ihn etwas grasen. Er musste sich auch mal die Beine vertreten.
    Sein Sattelzeug hatten wir mitbekommen. Es war ein Springsattel, eine Springtrense, Gamaschen, Halfter, Fliegen– und Stalldecke, Bandagen und zwei Schabracken, sowie alles für einen gemütlichen Ausritt. Sein Transporset trug er stolz.
    Satchmo spitzte die Ohren und sah Richtung Eingang. Mama und Papa tauchten auf mit einem kleinen Fellknäuel. Das Knäuel war braun-weiß-schwarz und bellte. „Ein Welpe!“ riefen Tine und ich wie aus einem Mund und kamen meinen Eltern entgegen. Papa grinste. „Sie heißt Luna und wir haben sie schon Wochen in Sicht. Sie ist ein reinrassiger Beagle und hat uns in Sachen Geld den Beutel ganz schön leichter gemacht“, erzählte Mama stolz und zeigte Lunas rotglänzendes Halsband , „Als echter Bauernhof brauchen wir auch einen Hofhund, oder?“ Luna bellte zustimmend und streckte sich nach Satchmo. Der Wallach ging mit gespitzten Ohren auf den Welpen zu. Ich musste lächeln; die beiden würden bestimmt gute Freunde werden.
    „Also los, lass und Satchmo wieder verladen. Deine Eltern müssen bestimmt noch jeden Menge Sachen kaufen“ sagte Tine plötzlich und ich verlud Satchmo wieder. Luna rannte mit in den Transporter, doch mit einem Pfiff war sie wieder bei meinem Vater. Der steckte sie in den Kofferraum und wir fuhren in den Tierfachhandel.
    Mit reichlich Futter, zwei Futternäpfen, einer roten Leine, einem Ring aus Gummi und mit einem geflochtenen Halsband kehrten meine Eltern zurück und wir führen nach Hause. Entgültig.
    Schnaubend nahm Satchmo sein Zuhause auf. Seine Box war groß und lag neben Rhapsodys Box. Staunend sah sie den schönen Wallach an und ging in ihrer Box auf und ab. Bald war entschieden: Luna schlief im Stall. Wir bauten ihr ein gemütliches Nest aus Stroh, das sie sofort besetzte.
     
  3. Lambada

    Lambada Challenge accepted.

    ich finds gut... allerdings ist meine Meinung auch nicht die beste xD
     
  4. sassy787

    sassy787 Neues Mitglied

    Also ich finde es sehr interessant und spannden und die paar rechtschreibfehler kann man übersehen =) Du solltest Autorin werden wirklich ich würde dein buch sofort kaufen
     
  5. CharlyMaus

    CharlyMaus Neues Mitglied

    eine echt nette geschichte :)
    erinnert mich ein bissel an Wendy :D
     
  6. Rhapsody

    Rhapsody Bekanntes Mitglied


    püh! Nix Wendy :D eher an Riding Star 3 für die Playstation2 angelehnt. xD Da heißt mein Springpferd auch Satchmo xDD
    Aber ich finde die Kapitel zu kurz ... xDD
     
  7. Paradise

    Paradise Hoffnungsloser Fall :)

    Ich find es echt total gut oO
    Abwehcslungsreich und mit viel Witz geschrieben, die Story gefällt mir bis jetzt auch gut. Mich stört ein bisschen dieses 'höher, schneller, weiter' beim Probereiten... Ich kann es nicht richtig beschreiben, Sonja ist total leistungsorientiert bei der Pferdewahl :D Ich würde mich freuen, wenn auch der Umgang mit den Kandidaten jenseits des Pferderückens noch ein wenig ausgeschmückt würde. Dass der Charakter auch ein wenig mit reinspielt - ob Satchmo jetzt ein Dickkopf ist oder ein kleines Lämmchen, auf eine nervige oder amüsante Art frech ist... aber das wird ja sicher noch kommen, wenn Satchmo endlich ihr gehört :p
    Aber ansich wirklich lesenswert =)
     
  8. Rhapsody

    Rhapsody Bekanntes Mitglied

    das vierte Kapitel bringt mich um ._. ich hab 8 Seiten, mein kürzestes Kapitel ist an die 4 tsd Zeichen, das hier hat ca. 7500 Zeichen ._. es lässt sich super schreiben, aber das ist so ein gewaltiger Unterschied ._.

    Kapitel 4: Satchmos wahre Seite

    „Sie haben eine SMS!“ piepste mein Handy. Gerade hatte ich Satchmo mit Rhapsody und den Eseln auf die Weide gestellt, damit ich die Boxen ausmisten konnte, jetzt das!
    Seufzend ging ich mit der Mistgabel, mit dem ich, so fand Luna, des Teufels Tochter wäre, und sah auf den Display. Tine?
    Ich hatte mich schon gewundert, warum sie nicht seit halb sechs hier arbeitete und las den halben Roman von Nachricht schnell durch.

    Hey, Sonny!
    Tut mir Leid, heute geht’s nicht. Vermisst mich
    Rhapsody?
    Bitte bitte, sei mir nicht böse. Mein Vater hat uns alle in den Zoo eingeladen,
    die ganze Familie! Ich seh schon, das wir ein toller Tag :-(
    Bitte, kümmer dich gut um meine Süße. Reiten nicht, aber geh am besten
    Mal mit ihr spazieren.
    hdl und bussi
    Tine

    Ich blies die Backen auf und ließ die Luft wieder raus. Ganz alleine sollte ich Satchmo heute reiten? Keine Verstärkung? „Ach man, Tine, hoffentlich kannst du dich aus der Sache noch irgendwie rausreden“ murmelte ich und stach mit den Zanken der Gabel in das nasse Stroh.

    „Schatz?“
    Stöhnend sah ich auf. „Ja, Mama?!“ fragte ich leicht genervt, dann schob sich die Stalltür auf und das runde Gesicht meiner Mutter sah hinein. „Du musst das alles alleine machen. Warum fragst du nicht mal deine Freundinnen? Und wo ist denn eigentlich Tine?“ fragte meine Mutter besorgt. „Im Zoo“, brummelte ich und lehnte mich auf den Holzstiel der Mistgabel, „Aber ich bekomm das schon hin, Mama. Bin ja kein Kind mehr, und gibt ja sonst nichts zu tun. Wenn ich hier fertig bin, werde ich mal Satchmo satteln und rüber zum Birkerhof reiten“ Meine Mutter nickte nur und schob dann die Stalltür wieder zu.
    Ich pustete wieder die Backen auf und blies dann die Luft langsam wieder heraus. , Da hab ich aber noch viel vor!’ dachte ich und verfrachtete eine Ladung stinkenden Mist in die Schubkarre.
    Als der ganze Stall picobello sauber war, nahm ich Satchmos Halfter von der Boxentür und schob die Hintertür des Stalles auf. „Satchi!“ rief ich und pfiff kurz. Satchmo sah mich von weitem an, sichtlich gelangweilt und ging im ruhigen Schritt an den Zaun. „Faulpelz!“ sagte ich lachend zu ihm und kletterte gekonnt über den Zaun. Satchmo legte seinen Kopf auf meine Beine und schnaubte. „Hey, nicht wieder einschlafen“, Leise redete ich mit ihm, als sein Kopf immer schwerer wurde und er anfing, zu dösen. Dann vertrieb ich die Fliegen, die um seine Ohren schwirrten, „Dicker, komm!“ Ich sprang auf die Weide. Satchmo gefiel es anscheinend nicht und er schnaubte verwundert. Ohne zu zögern joggte ich in eine andere Ecke der Koppel. Satchmo folgte mir, ohne mit der Wimper zu zucken. „Na, du vertraust mir aber schon sehr“ stellte ich, leicht beunruhigt vor. Wenn jetzt doch mal ein Räuber kam, dann lief Satchmo ihm auch nach wie Hund.
    Zärtlich stupste mich der dunkelbraune Wallach an und rieb seine Stirn an meiner Schulter. Ich zögerte nicht und halfterte ihn auf. „Sorry, Rhapsody“, sagte ich entschuldigend, als die Schimmelstute mich fragend ansah, „Satchi und ich gehen jetzt mal richtig reiten“ Zum Glück lag der Birkerhof nicht weit entfernt. Schon oft waren Tine und ich dorthin geritten, sie auf Rhapsody, ich auf Ramses, ich kannte den Weg also.
    Satchmos Sachen waren auf dem Heuboden versteckt, in einem kleinen Spind. Rasch sprang ich die Treppe hinauf, holte seine Putzbox und fing, wieder unten, an, ihn zu striegeln. Dabei sang ich leise vor mich hin, was Satchmo immer wieder zum Schnauben und Prusten brachte. „So, mein Kleiner, der Sattel liegt gleich auf deinem Rücken!“ flüsterte ich und schob den Sattel etwas nach vorne, sodass er richtig saß. Dann verschloss ich den Sattelgurt und stellte mir meine Steigbügel ein. Satchmo war schon wieder beim Eindösen. „Hey, wehe, ihr macht morgen wieder Party!“ rief ich und polterte die Treppe zum letzten Mal hinunter. Satchmo sah mich gelangweilt an und ich lehnte die Gerte an die Box an. „So, hoffentlich brauchen wir die nicht“ murmelte ich, als ich Satchmo die Trense ins Maul schob und das Genickstück sanft hinter den Ohren anbrachte.
    „Um halb drei bist du wieder da!“ rief mir meine Mutter nach, als ich Satchmo die Auffahrt hinunter führte. Genervt rollte ich mit den Augen und Satchmo schnaubte. Ich führte ihn kurz über die Straße, dann ging es in einen Reitweg. „Bleib schön stehen!“ drohte ich Satchmo und stieg in den Sattel. Auch jetzt wartete er wieder auf Hilfen, bevor er antrat. „Whoa!“ machte ich und fasste in die Zügel. Satchmo war losgeschossen, wie ein ICE. Gelände lag ihm wohl nicht so. Ich wartete kurz, bis Satchmo aufhörte, zu tänzeln, dann gab ich die Zügel nach. Satchmo ging in einem zackigen Schritt los. „Hey, du, wir sind nicht auf der Rennbahn“ sagte ich leise, aber machtvoll, und nahm Satchmo nochmal zurück, bis er mein Tempo hatte. Die Gerte würde ich wohl nicht brauchen.
    Nachdem Satchmo warm war, ließ ich ihn angaloppieren. Sofort schoss er los und ich klammerte meine Beine um seinen Bauch. Nur kurze Lenkhilfen, mehr brauchte Satchmo nicht.
    Als ich durch das Tor des Birkerhof ritt, sah ich auf die große Stalluhr. „Puh, du kleine Rennsemmel, neuer Rekord“ stellte ich erstaunt fest. Satchmo und ich hatten die Strecke in weniger als 10 Minuten geschafft. „Sonny!“ Verwirrt sah ich mich um. Wer rief meinen Namen? Wieder. „Sonny!“ Jetzt sah ich sie – meine Reitlehrerin und Freundin Miranda. Sie winkte wild und ich ritt mit lockeren Zügeln zu ihr. „Hey!“, begrüßte sie mich, dann sah sie Satchmo an, „Endlich! Du hast ein Pferd! Endlich deine Wette eingelöst, was?“ Miranda grinste mich an und klopfte Satchmo den Hals. „Ja, sollte ich auch mal, oder? Er hat sich ganz gut eingelebt“ antwortete ich und ließ mich aus dem Sattel gleiten. „Darf ich ihn mal probieren?“ fragte Miranda und streichelte Satchmo ohne Pause. Ich zuckte die Schultern und Miranda stieg in den Sattel. Ich gab ihr die Gerte und begleitete sie zur Außenhalle.
    Satchmo legte die Ohren an, als Miranda ihn antraben wollte. „Na komm!“ sagte sie, gab nochmal Schenkeldruck. Satchmo reagierte null und schüttelte den Kopf. Ich sah zu, würde mir aber am liebsten die Hände vors Gesicht halten, was ich jetzt auch tat. Laute Knalle waren zu hören, ein hysterisches Wiehern, dann ein dumpfer Schlag. Durch einen kleinen Spalt sah ich, was geschehen war: Miranda lag am Boden, rappelte sich aber bereits auf. Satchmo stand in einer Ecke, bebend, man sah das weiße in seinem Auge. „Satchi!“ rief ich und lief sofort in die Bahn. Schnell checkte ich, ob sich Satchmo etwas getan hatte, dann redete ich leise auf ihn ein. „Mein Schatz, alles wird gut, niemand wollte dir etwas antun!“ Satchmo sah mich mit großen Augen an, dann schnaubte er und ich streichelte ihn am Hals. „Alles wird gut“ flüsterte ich und schlang meine Arme um den Hals des Wallaches. Der Dunkelbraune schnaubte und beruhigte sich langsam. Ich riskierte einen Blick auf Miranda; sie sah sich zornig um. „Weg von meinem Pferd“ knurrte ich leise, als sie auf Satchmo einen Schritt zumachte und Satchmo die Ohren anlegte. Miranda blieb wie angewurzelt stehen, die Gerte stramm in der Hand. „Dieses Pferd ist eine einzige Katastrophe! Unwillig, und dann beschwert er sich, wenn man mal die Gerte benutzt !“ wütete Miranda los. Sie rauchte, genau wie ich. „Mein Pferd ist nicht unwillig!“, schrie ich zurück, und Satchmo stupste mich an der Schultern an, „Ich zeig es dir!“ So schnell konnte mein Pferd nicht schauen, schon saß ich ihm Sattel und nahm meine Gerte.

    noch nicht fertig ^_^
     
  9. sassy787

    sassy787 Neues Mitglied

    sehr schön =) interessant
     
  10. midnight

    midnight SHAWOL aus Leidenschaft ♥

    Gaile Sache!
    Super geschrieben,soll das ein Buch werden?
    Dann weiß ich wie schwer es ist Seiten zusammen zu sammen zu kriegen :(
    Aber wirklich gaant toll Töff!
     
  11. Kirigirl

    Kirigirl Neues Mitglied

    grr, ich lese grad die geschichte, find sie super und plötzlich ist pause! :lol:
     
  12. Rhapsody

    Rhapsody Bekanntes Mitglied


    Heey ganz ruhig xDD ich schreib bald weiter ^_^
     
  13. Kirigirl

    Kirigirl Neues Mitglied

    das hoffe ich doch sehr. Die geschichte ist super! ^_^
     
  14. Jennifer94

    Jennifer94 Guest

    also das klingt gut. beeil dich mal mit dem weiterschreiben xD
     
  15. Rhapsody

    Rhapsody Bekanntes Mitglied

    so, ihr habt wieder Lesestoff xDD

    Dann gab ich Satchmo Schenkeldruck und trieb mit dem Kreuz ihn in den Trab. Satchmo trabte ohne Zicken auf dem Zirkel und ich galoppierte ihn an. Miranda stand an der Bande und sah finster drein. „Super, mein Schatz!“ sagte ich leise zu Satchmo, dann wandte ich mich an Miranda: „So schlimm ist er doch wohl nicht, oder? Er ist ein Lamm, er weiß eben, wann er den Reiter runter werfen darf, und wann nicht!“ Dann grinste ich schief und parierte Satchmo vorm Tor auf. Miranda öffnete und ich ritt vom Hof. „Wehe, du liegst im Krankenhaus wegen ihm! Das Pferd ist eine Katastrophe!“ rief sie mir nach.

    Kapitel 5: Hoch hinaus

    Seufzend legte ich auf. Halb zehn, das letzte Mal hatte ich heute mit Tine telefoniert. Es ging um ein Turnier in der Nähe, ein Hausturnier, nichts Besonderes. Tine nahm mit Rhapsody teil und wollte unbedingt, dass Satchmo und ich beim Springen mitmachen sollten. Das Problem: ich war noch nie selbst auf einem Turnier gesprungen und wusste nicht genau, wie viel Startgeld es kosten sollte. „Morgen um sechs steh ich bei euch auf der Matte!“ hatte Tine gesagt und aufgelegt.
    „Sonja?“ Es klopfte an der Tür und ich öffnete sie. Mein Vater stand draußen und sein Blick fiel aufs Telefon. „Gibst du es mal bitte? Ich muss noch einen wichtigen Termin mit einem Kunden ausmachen“ bat er mich und ich gab ihm das Telefon. Mein Vater drehte um und stieg die Treppe hinunter ins Wohnzimmer. Kurz verharrte ich in der Tür, dann drehte ich mich um und schmiss mich ins Bett.

    „Schatz? Tine ist da!“ rief meine Mutter und öffnete die Tür. Ich blinzelte kurz von meinem Kissen auf, dann zog ich mir die Decke über dem Kopf. „Bitte nicht, Tine!“ sagte ich leise, als Tine etwas auf meinen Sofatisch legte und meine Mutter aus dem Zimmer war. „Oh doch. Und wir versuchen es. Wir reiten heute gleich zum Birkerhof, dann sehe ich Satchmo wenigstens mal im Gelände“ verurteilte Tine und ich stand auf. „Das kann ich dir gleich sagen“ brummelte ich und erzählte Tine die ganze Geschichte, vom Losrennen bis zum Vorfall mit Miranda. Tine hörte genau zu, dann nickte sie. „Komm, wir gehen erstmal zu die Pferde“ sagte sie und schob mich ins Bad.
    Ich konnte mir nicht mal meine Haare kämmen, so ungeduldig war Tine. Rhapsody wieherte ihr entgegen und scharrte mit den Hufen. „Ja, jetzt gibt’s Futter!“ säuselte Tine und ich begrüßte Satchmo. Er stupste mich zärtlich an und rieb seinen Kopf an meine Schulter. „Satchmo, heute müssen die Esel auch mal wieder bewegt werden, die werden schon fett“ flüsterte ich ihm zu, jedoch so laut, dass Luna und hörte und bellte, und dass Tine es mitbekam. Sie stöhnte. „Muss das sein?“ fragte sie gequält und stellte Rhapsody ihr Frühstück hin. Ich nickte ernst und streichelte Ramses’ Nase. „Die werden echt zu fett. Und jetzt bekommen sie noch Frühstück!“ Seufzend stellte ich den beiden Eseln ihr Futter hin. Sofort drängelten sie und fraßen gierig. „Fettsäcke“ murmelte Tine beleidigend, wofür sie einen Schubs ins Heu bekam. „Meine Esel!“ protestierte ich ironisch und verzog mich in Satchmos Box.
    Zum Glück konnte ich Tine überreden, Ramses zu reiten, und wir machten uns auf den Weg zum Birkerhof. Tine wusste über Mirandas Wutanfall bescheid, und wir würdigten sie keines Blickes. Während ich die Esel hielt, sah Tine frei, welcher Sandplatz frei war. „Der Fünfer ist eineinhalb Stunden frei“, berichtete Tine und stieg auf den hellbraunen Esel. Zum Glück war Miranda gerade beschäftigt und sah uns nicht. „Du galoppierst Ramses heute auch“ sagte ich streng zu Tine und ließ Talina antraben. Sofort protestierte Tine, doch ich blieb hart; Tine konnte Talina galoppieren, und die Eselstute war um Längen schwieriger als Ramses. Quengelnd ließ Tine Ramses antraben und wendete ihn auf den Zirkel ab. Bei X gab sie die Galopphilfe und Ramses sprang sofort an. „Waah!“ rief Tine und parierte Ramses gleich wieder durch. Grinsend ließ ich auch Talina angaloppieren, Tine versuchte es aufs Neue und wir galoppierten nebeneinander.
    „Was wollt IHR denn hier?!“ schrie plötzlich eine Stimme vom Zaun. Talina und Ramses schossen, ziemlich erschrocken, die Bahn entlang und beklagten sich über das Geschreie. Tine und ich sah kurz auf: Miranda stand am Zaun, puterrot vor Wut. „Wir dürfen. Er war frei und du weißt, dass Herr Birker die Sandplätze vergibt, wenn sie frei sind“ gab Tine bissig zurück und zügelte Ramses, der sofort stehen blieb. Miranda kletterte über den Zaun und ging auf Tine zu. „Du weißt aber auch, dass, wenn Herr Birker nicht da ist, ICH die Leitung des Hofes übernehme?!“ wütete sie und Talina wollte schon wieder weg springen. „Oha, jetzt bekommen wir aber Angst“ sagte Tine laut und Ramses scharrte mit dem Huf. Miranda sah sie ärgerlich und verdutzt zu gleich an. „Wisst ihr was? Ich werde Herrn Birker jetzt anrufen und euch ein Hofverbot erteilen!“ schrie sie und rannte wutentbrannt vom Sandplatz. Fragend sah ich Tine an. „Der Birker glaubt ihr eh nicht. Was können wir dafür, wenn sie mit Satchmo nicht klar kommt? Herr Birker weiß noch nichts von Satchmo. Vielleicht kommt er, wenn er wieder da ist, vorbei oder lässt dich kommen und probiert ihn selbst aus“, erklärte Tine und galoppierte Ramses wieder an, „Na komm!“
    Nach zehn Minuten ritten wir die Esel am langen Zügel ab. Miranda kam mit hochrotem Kopf und sah mich an. „Herr Birker kommt übermorgen wieder aus Norwegen. Dann sieht er sich mal dein unzurechenbares Vieh an und entscheidet selbst, ob du mit ihm noch hier aufkreuzen darfst, oder nicht. Ach ja, und Tine“, wandte sich Miranda mit einem zuckersüßen Lächeln an meine Freundin, „Wenn Rhapsody wieder ihre Macken hat, glaub ja nicht, dass ich sie gerade biegen werde!“ Das letzte schrie sie fast, dann kehrte sie auf dem Absatz herum und lief ins Reiterstübchen. Prustend schüttelte sich Tine und wir ritten zurück.
    Satchmo wieherte uns zu, als wir die Esel auf die Koppel führten. „Satchi!“ pfiff ich und ließ Talina laufen. Satchmo schnupperte an meinen Handflächen, dann sah ich, wie Tine Rhapsody von der Koppel führte. „Komm schon!“ rief sie und band die Schimmelstute am Stall an. Seufzend band ich Satchmo neben ihr an. „Du springst heute mal mit ihm im Gelände. Im Wald gibt es einen Baumstamm, den werden wir mal austesten“ murmelte Tine und wir machten unsere Pferde fertig. Ich hatte zwar keine große Lust, auf einem Rennpferd zu sitzen, aber dann würde Tine sehen, dass die Springprüfung noch nichts für uns war.
    Nach dem kleinen Wald befand sich ein Springgestüt, Tine wollte dorthin. Warum wir nicht wieder auf den Birkerhof ritten, wusste ich nicht. „Beeilung!“ drängte Tine, als ich meinen Helm aufsetzte. Ich verdrehte genervt die Augen, dann stieg ich in Satchmos Sattel. Ohne mit der Wimper zu zucken wendete Tine Rhapsody und ritt auf den Wald zu, Satchmo und ich lustlos hinterher. In einem flotten Trab drängte sich die Schimmelstute im Zickzack durch das Dickicht, mein Wallach hatte mehr Probleme. Endlich wurde der weg breiter und verlief auch wieder gerade. Ich ließ Satchmo antraben und er schüttelte den Kopf. Auch Tine trabte an, war aber deutlich langsamer. Satchmo war also doch eine kleine Rennsemmel.
    Wir trabten schweigend nebeneinander her, jede hing ihren Gedanken nach, bis auf einmal ein riesiger Baumstamm vor uns thronte. „Tada! Angaloppieren, so hoch ist er ja nicht, was?“ sagte Tine und wendete Rhapsody. Wenig später galoppierte sie wieder an mir vorbei und als Satchmo sah, dass seine Koppfelfreundin über den Stamm sprang, drängte er. „Ruhig, Junge!“ sagte ich lachend und ließ auch ihn von einigen Metern entfernt angaloppieren. Er raste los, taxierte den Baumstamm und sprang darüber. Die Wucht erfasste mich und ich konnte mich gerade noch halten. Geschmeidig ging ich mit der Bewegung des Pferdes mit und wir landeten sicher wieder. „Wu!“ machte ich kurz, dann merkte ich, dass Satchmo an Rhapsody vorbei galoppiert war, und brachte ihn zum stehen. Tine kam mit einem Strahlen angetrabt. „Hey! Satchmo hat echt Qualität zu einem super Turnierpferd!“ rief sie überglücklich. Rhapsody tänzelte und warf unruhig den Kopf hin und her. „Rhapsody dreht gleich durch. Noch einmal Galopp?“ schlug ich vor, jetzt von Tines guter Stimmung angesteckt. Sofort stimmte meine Freundin zu. Ich wendete Satchmo, gab ihm die Zügel frei und drückte kurz in seine Seiten. Satchmo quietschte vergnügt und stürmte voran. Doch Rhapsody ließ nicht lange auf sich warten. Bald schon zischte die temperamentvolle Stute an uns vorbei.

    Mit einem Handzeichen bedeutete ich Tine, dass wir wieder durchparieren sollten. Sie verstand und gab Rhapsody eine halbe Parade. Die Stute fiel sofort in einen leichten, federnden Trab, und schließlich in einen gemütlichen Schritt. „Bis zu diesem Springgestüt ist es nicht mehr lange hin. Siehst du die Baumgruppe? Danach führt eine Abzweigung nach links, dann siehst du schon den Springplatz“ erklärte Tine und gab Zügel nach. Auch Satchmo durfte seinen Hals strecken. Sein Fell glänzte dunkel, und er schwitzte ganz schön.
    „Sollten wir dann nicht mal eine Pause machen? Satchmo ist alle“ fragte ich Tine, die nur ein „untertrainiertes Energiebündel“ murmelte und dann seufzend nickte. Ich tätschelte lächelnd Satchmos Hals und folgte Tine auf die Abzweigung. Nur den Springplatz? Ich sah jetzt schon eine riesige Halle, die großen Ställe und die vielen, unzähligen Weiden. „Boah“ staunte ich. Mehr bekam ich einfach nicht heraus. Satchmo widmete sich jetzt auch den Stuten auf den Weiden und wieherte laut und dunkel. Sie beachteten ihn gar nicht, was bei Satchmo wirkte: Er tänzelte, schlug mit dem Kopf und sprang zur Seite. „Hey, mein Kleiner“ beruhigte ich ihn und stieg ab. Tine tat es mir gleich und ging zielstrebig auf ein junges Mädchen mit roten Locken zu. Sie schrieb etwas auf ein Brett, dann sah sie uns. „Hallo!“ begrüßte sie uns und lächelte. Dabei entblößte sie zwei Reihen funkelnder weißer Zähne. „Hey, Liza“, sagte Tine locker und zeigte auf mich, „Das ist Sonja, meine Freundin. Ich hab dir ja schon von ihr erzählt?“ Liza nickte und lächelte mich an. „Hallo. Mein Name ist Liza. Wie heißt denn dein Pferd? Ich sehe, ihr habt die Galoppstrecke genutzt“ witzelte das Mädchen. „Er heißt Satchmo“ krächzte ich und räusperte mich kurz. Liza lächelte unentwegt und zeigte auf den Springplatz. „Bringt eure Pferde doch erstmal runter, ich schicke euch Frau Milter“ schlug das Mädchen vor und verschwand in einem der großen Ställe.
     
  16. Jennifer94

    Jennifer94 Guest

    weiter! xD
     
  17. Rhapsody

    Rhapsody Bekanntes Mitglied

    Tine zwinkerte mir zu und ich folgte ihr auf einen der Plätze. Cavalettis waren aufgebaut, niedrige Sprünge, sowie Trab- und Galoppstangen. Satchmo war die Ruhe selbst, außer er sah wieder eine der Stuten. Dann begann er, zu tänzeln und warf den Kopf herum. Er brauchte meine ganze Aufmerksamkeit, nicht ein einziges Mal durften meine Gedanken abschweifen.
    So merkte ich auch nicht, wie eine junge Frau mit schwarzen Haaren, die streng zu einem Dutt geflochten waren, den Platz betrat. Erst, als ich ein Klopfen hörte, sah ich sie. Sie hatte sich mit einer Springgerte an den Stiefelschaft geklopft. „Hier spielt die Musik! Antraben und über die Trabstangen!“ rief sie und Satchmo trabte sofort an. Ich lenkte ihn auf die rot-schwarzen Stangen und Satchmo trabte sauber darüber.
    In einem Kommandoton wurden wir weiter geschickt, über Cavalettis, über die Galoppstangen. Frau Milter war unerbittlich, sie ließ uns schuften, bis wir nicht mehr konnten. Nach einer Stunde rief sie: „Wir wechseln auf den anderen Platz!“

    Der andere Reitplatz hatte schon höhere Hindernisse. Tine blieb draußen, Rhapsody döste. Mit hochrotem Kopf galoppierte ich gerade mit Satchmo die Bahn entlang, auf einen kleinen Oxer zu. „Beine zu, vorne nachgeben!“ brüllte die Lehrerin und ich tat, wie mir berufen. Satchmo spürte meine Beine, legte an Tempo zu und wir überwanden das Minihindernis. „Gut“ sagte Frau Miltner knapp und schickte mich über die restlichen Hindernisse.
    „Jetzt sitz ich schon seit mehr als eineinhalb Stunden auf dem Pferd und werde nur herumgeschickt“ brummte ich leise, dass diese strenge Ballerina mich nicht hörte. Gerade wurden neue Hindernisse aufgebaut, mit neuer Höhe. „Hoffentlich fliegen dein Pferd und du nicht über diese Hindernisse“ bemerkte Frau Miltner und ließ mich wieder angaloppieren. Während ich mich Satchmos Bewegungen anpasste, erklärte mir die Reitlehrerin die Reihenfolge des Parcours, dann schickte sie mich los. Gut, als erstes…was kam nochmal? Ach ja, die Tripplebarre. Satchmo spitzte die Ohren, ich machte die Beine zu und ging mit den Händen vor. Mein Wallach sprang ab und wir segelten über die Stangen. Keine klapperte, und ich steuerte schon wieder das nächste Hindernis an, ein einfacher Rick. Ohne Probleme übersprang Satchmo auch dieses Hindernis, dann ging es auf die zweifache Kombination zu. Dachte diese strenge Ballerina etwa, ich nehme seit Jahren Springstunden?! Die Kombination bestand aus einem Oxer und einem Rick. Satchmo merkte meine Unruhe nicht und hopste darüber. Gespannt galoppierte Satchmo auf das Schlusshindernis zu. Es war mega hoch, ich hörte die Stangen schon rollen. Da ich aber mein bestes geben wollte, drückte ich meine Schenkel nochmal an Satchmos Bauch, er wurde schneller, entwickelte Kraft und stieß sich vom Sand ab. Ich schloss die Augen, presste die Lippen aufeinander und nahm die Hand nach vorne. Satchmo hatte jetzt mehr Platz, streckte sich über die riesige Mauer und setzte federleicht auf.
    Hallo?! Wo blieb denn verdammt nochmal das Klappern?!
    Ein riskanter Blick nach hinten verriet mir, dass die Mauer noch bestand. „Boah!“ machte ich wieder und realisierte erst, was Satchmo da übersprungen hat. Ich schlang meine Arme um meinen dunkelbraunen Wallach und drückte mein Gesicht in seine Mähne. Sicher galoppierte er weiter, wurde nicht von mir beeinflusst. Er genoss es anscheinend, denn er spitzte die Ohren. „Du kleines Wunder“ rief ich fröhlich und sah zu Frau Miltner. Sie wartete, bis ich Satchmo zum Trab durchparierte und auf sie zukam. „Sehr schön war der Sprung. Da hast du wirklich ein springfreudiges Pferd“ sagte sie mit einer Mine, die man nicht deuten konnte. Von daher sah ich sie verdutzt an, dann huschte ein kleines Lächeln über ihr Gesicht. Doch leider war das bald vorbei, und sie drangsalierte mich nochmal über einen Kurs von kleinen Hindernissen. Die große Mauer blieb in der Ecke.

    Ich bekam zwar kein Lob mehr, aber das, was ich geschafft hab, ließ mich lächelnd einschlafen.
     
  18. Jennifer94

    Jennifer94 Guest

    Frau Miltner ist irvgendwie genau wie meine alte Trainerin... grauenaft streng xD
     
  19. Rhapsody

    Rhapsody Bekanntes Mitglied

    Kapitel 6: Große Sprünge und Wiedersehen

    „Einmal noch, Satchmolein, dann hören wir auf!“ versprach ich meinem Wallach, nahm die Zügel auf und ließ das Pferd angaloppieren. Satchmo schnaubte, dann segelten wir nochmals über die bunten Stangen.
    Seit Tagen trainierte ich auf dem Springgestüt ‚Spring Feelings’ und Tine hatte mich überredet, mit ihr auf dieses Turnier zu gehen. Dieses Turnier war in zwei Tagen und Satchmo und ich waren noch nicht mal annähernd soweit!
    „Super, mein Schatz!“ lobte ich meinen Wallach und ritt ihn am langen Zügel ab. Satchmo machte den Hals lang und streckte sich. Er fühlte sich schon wie auf dem Turnier, und ich nagte an meiner Unterlippe. Wir mussten uns einen Doppelhänger für Rhapsody und Satchi mieten, nur für einmal 20 Kilometer fahren, ausladen, nach dem Turnier wieder zurückfahren. Okay, was heißt „nur“, aber trotzdem.

    Gerade ließ ich etwas Wasser in einen Eimer laufen, als Liza kam. „Hey!“, rief sie gutgelaunt. „Na, wie läuft das Springtraining?“ Sie lächelte mich an. „Ja, geht schon. Ich hab immer noch Bedenken, dass ich es nicht schaffe. Satchmo klar, der wurde während des Springens geboren. Aber ich?“ Ich seufzte und drehte den Wasserhahn ab. Dann schleppte ich das kristallklare Wasser zu Satchmo, der schon gierig wartete. „Langsam trinken!“ erinnerte ich ihn und er äugte zu mir. Langsam strich Liza ihm über den nassen Hals. „Der hat aber geschwitzt“ stellte sie fest, dann rief es aus dem Stall: „Liza! Komm oder Wildfang dreht durch!“ Seufzend winkte mir das Mädchen und rannte in einen der fünf Ställe. Während Satchmo trank, sah ich mich um.
    Klar, ich kannte das Gestüt schon etwas, aber trotzdem war ich immer wieder überrascht, wie schön es doch war. Abgesehen von den Reitlehrern natürlich. Viele Fohlen sprangen über die Weiden, Großpferde, aber auch Kleinpferde und ein paar Ponys lebten auf ‚Spring Feelings’.

    Es klapperte kurz, dann tauchte Satchmos Kopf neben mir auf und er schnoberte an meiner Schulter. „Hey!“ murmelte ich und hob den Eimer auf, den mein Pferd umgeschmissen hatte. Satchmo sah mich aus seinen dunkelbraunen Augen an, ich räumte den Eimer auf und nahm seine Zügel. „Komm, mein Schatz, du bist jetzt in Topform“ sagte ich und stieg in den Sattel. Inzwischen war Satchmo ruhiger im Gelände und ließ sich auch ohne Probleme am langen Zügel traben, ohne loszuschießen. Ich war stolz auf den Kleinen. Liza winkte mir aus einem Stallfenster. „Komm, Satchi“ murmelte ich und gab dem Wallach die Zügel frei. Sofort nützte er es aus und galoppierte kraftvoll, aber ruhig, und schon bald waren wir auf unserer kleinen Koppel. Rhapsody wieherte uns zu und scharrte mit dem Huf. Sie hatte ihre Fliegendecke auf, also war Tine da. „Hallo?“ rief ich und lugte in den Stall. Komisch? Tine war gar nicht da. ,Wo steckt sie denn schon wieder?!’ dachte ich verärgert und sattelte Satchmo ab. Suchend streifte er meine Hände, dann kramte ich aus meiner Tasche ein Leckerli. Sofort schnappte sich Satchmo es und ließ sich willig auf die Weide führen. Rhapsody begrüßte ihn und stupste ihn zärtlich an. Verträumt lehnte ich mich ans Gatter und sah den beiden zu.
    Bis ein paar Minuten später alles dunkel wurde. „Huhu, wer bin ich?“ schallte es fröhlich von hinten und ich zerrte mir die Hände von den Augen. „Tine! Wo warst du grade?“ fragte ich erstaunt. Tine grinste nur. „In der Stadt. Ich weiß endlich, wie viel Startgeld das Turnier verlangt“, eröffnete sie mir und wir setzten uns auf die Veranda, von der man einen super Blick auf die Koppel hatte, „In der Stadt hängt am Ratplatz ein Schaukasten mit allen Aktivitäten. Da steht auch das Turnier, auf dem wir mitmachen, drauf. Du müsstest nur mal eben da runterfahren“ Tine grinste.
    “Hallo, Tine!“ flötete meine Mutter und stellte uns zwei Gläser mit kühlem Eistee hin. Tine griff zum Glas, trank einen großen Schluck, dann rief auch sie fröhlich: „Hallo, Frau Grüber!“ Meine Mutter wuschelte mir durch die Haare, dann ging sie wieder ins Haus.
    Böse sah ich meiner Mutter nach, dann schlürfte ich eine Weile an meinem Glas. „Du meinst…“, begann ich nach einer Weile, „Ich sollte mit Satchmo an dem Turnier teilnehmen?“ Tine nickte stumm und stellte ihr Glas wieder hin. „Du schafft das schon. Und wenn wir weiter trainieren, dann gehört der erste Preis dir!“ Theatralisch sprang Tine auf und rannte zu den Fahrrädern. „Wohin gehst du?“ rief ich ihr nach und sprang ebenfalls auf. „In die Stadt! Komm, wir müssen uns einschreiben!“ kreischte Tine und fuhr davon.
    In einem Mordstempo folgte ich meiner Freundin und völlig außer Atem kam ich am Rathausplatz an. „Bitte…können…wir…nach Hause…langsamer fahren?“ keuchte ich, als Tine am Schaukasten etwas studierte. Ich stützte die Hände auf die Oberschenkel und beugte mich nach vorne. Langsam kam ich wieder zu Luft und warf ebenfalls einen Blick auf die Listen im Schaukasten. ‚Reiterliche Aktivitäten’ war eine große Überschrift. Auf der Liste wurden Reiterferien und große Turniere angeboten, und ich sah sofort ein E-Stil-Springen. Bei Stil-Springen kam es nicht auf die Zeit an, sondern eher auf die Harmonie zwischen Reiter und Pferd. Wenn eine Hindernisstange riss oder klapperte, gab das Punkteabzug. Eigentlich das Beste zum Anfang…
    „Ah, da sind ja noch Plätze frei“ murmelte Tine. Sie tippte gegen die Scheibe auf einen anderen Listenartikel: Zeitspringen Klasse A!
    „T-t-tine!“ stotterte ich und schubste ihren Finger von der Scheibe. „Ich mach kein Zeitspringen! Schon erst recht keine Klasse A!“ Tine sah mich verwundert an. „Rhapsody und ich gehen auch auf eine A-Dressur?“ sagte sie verdattert. „Ihr seit ja auch schon weiter!“ maulte ich dagegen. Ich wollte auf dieses Stil-Springen!
    „Hey, jetzt beruhig dich mal wieder. Das Turnier ist erst in ein paar Wochen. Wir können jeden Tag üben gehen. Also, bleib ruhig! Außerdem können wir dann zusammen fahren, das spart Spritkosten“ sagte Tine ruhig und lief in das kühle Rathaus.

    Die Sekretärin sah uns fragend an. „Hallo“ sagte Tine unbekümmert und trat an den Schalter. Unmerklich stieß sie mich an. „Äh…wir wollten uns für Aktivitäten eintragen“ plapperte ich und strich mir eine Strähne hinters Ohr. Die Frau hinter der Glasscheibe nickte, dann kramte sie in ihren Unterlagen. „Bitte ausfüllen“ sagte sie kurz angebunden und schob uns zwei Formulare aus.
    Tine nahm meine und trug bei Aktivität: Zeitspringen Klasse A ein. Luftschnappend sah ich ihr zu, dann nahm ich meinen Bogen Papier und füllte den Rest aus.
    Wenig später nahm die Sekretärin unsere Bogen wieder zurück. „Das Turnier ist am 23. August. Ich wünsche euch viel Spaߓ meinte die ältere Frau knapp und studierte unsere Bögen. „Auf Wiedersehen!“ flötete Tine und wir kehrten zu unseren Fahrrädern zurück.
    Seufzend folgte ich Tine durch die Stadt, zurück zu unserem Bauernhof.
    Meine Mutter sah uns schon. Sie stand vor der Haustür und winkte uns. „Das Essen ist fertig!“ schrie sie uns zu und verschwand wieder im Haus.
    Kurz vor der Einfahrt blieb Tine stehen, sodass ich fast in sie hinein fuhr. „Ich geh dann heim. Bis morgen! Wir üben nochmal, okay?“ Und weg war sie.
    Kurz sah ich ihr nach, dann rollte ich mein Fahrrad die Einfahrt hinauf. Mein Magen grummelte ganz schön, ich wollte nur schnell zu Satchmo gehen.

    Der Wallach stand schon am Koppelzaun. „Hey, na du?“ flüsterte ich und strich über seinen braunen Kopf. Er schnaubte und schüttelte den Kopf, dann stupste er mich wieder an. „Übermorgen haben wir unser erstes Turnier…bitte, tu dein bestes, ich tu es auch“ flehte ich Satchmo an, dann strich ich nochmals über seinen Kopf und lief ins Haus. Ich wollte meinen Bauch nicht länger warten lassen.

    Verschlafen blickte ich auf den Wetter. An meinem Fenster hörte ich ein lautes Klopfen. „Tine“ grummelte ich und setzte mich auf. Meine Befürchtung war wahr geworden: Tine würde am Tag vor dem Turnier um zehn nach sechs an meinem Fenster klopfen.
    Schlaftrunken torkelte ich ans Fenster. „Was willst du schon so früh hier?!“, zischte ich, „Meine Eltern schlafen noch!“
    Tine stand in aller Frische vor meinem Fenster und grinste breit. „Ich hab dich um halb acht bei ‚Spring Feelings’ angemeldet. Komm schon, jetzt beeil dich!“
    Meine leichte Wut hatte mich wach gemacht. Schnell zog ich meine Reithose an, ein T-Shirt und putzte mir dann schnell die Zähne. Bevor Tine noch Radau an der Tür machen konnte, stopfte ich mir schnell ein Marmeladenbrot in den Mund und rannte in den Stall.
    Es war bereits warm, ebenso wie die Nacht. Die Pferde hatten die Nacht auf der Koppel verbracht, die Esel hatten wir in den Stall gebracht. Sie waren eh schon fett genug, da sollten sie nicht auch noch nachts sich den Bauch voll schlagen!
    Talina und Ramses sahen uns träge nach, auch sie wollten noch etwas dösen. Rhapsody und Satchmo hingegen jagten sich bereits zu so früher Stunde auf der Koppel. Tine pfiff kurz, dann unterbrachen die zwei Warmblüter ihr Spielen und kamen näher. Satchmo suchte meine Taschen ab, und heimlich steckte ich ihm ein Apfelleckerli zu. Tine holte Rhapsody summend von der Weide und Satchmo drängelte jetzt. „Jaja, mein Schatz, bin schon unterwegs“ murmelte ich und halfterte ihn schnell auf.

    „Mein Vater hat gestern gemeint, dass wir heute nach dem Training mal wieder die Esel bewegen sollen, sonst werden die echt zu fett“ sagte ich, als Tine und ich gerade auf dem Weg zu dem Springgestüt waren. Tine verkniff den Mund. Sie hatte sich immer noch nicht mit den Eseln angefreundet. „Okay“, gab sie dann aber nach, „Von mir aus“
    Satchmo hatte ein ruhiges Trabtempo eingelegt, also ließ ich die Zügel länger. Rhapsody war wie immer aufgewühlt, jedoch hatte sie Tine gut unter Kontrolle, und nach ein paar Andeutungen von Bucklern ließ sie es bleiben.
    Satchmo ließ sich von der Stute nicht beeinflussen. Bald schon waren wir um die Kurve, dann begann die Galoppstrecke. Die Pferde merkten dass und zogen vorwärts. Grinsend lehnte ich mich nach vorne und ließ Satchmo machen. Kopfschüttelnd brauste er los, Rhapsody weit hinter sich lassend. Der Wind zauste mir durch das Haar, für einen Moment glaubte ich, zu fliegen.


    Lesestoff ^^
    wäre schön, wenn ihr wieder lesen würdet :)
     
  20. Rhapsody

    Rhapsody Bekanntes Mitglied

    neuer Stoff, bitte lesen ):

    Liza hatte uns schon früher gesehen, als wir sie. Sie wartete bereits am Tor und hielt es uns auf. „Hallo Rhapsody und Satchmo“ flüsterte sie und grinste, während Tine und ich durch das große Tor trabten. Satchmo sah sich neugierig um und ich entdeckte bereits Frau Miltner. „Ihr macht heut ein wenig Lockerungsübungen und ein paar kleine Sprünge. Wir wollen Satchmo doch nicht überanstrengen“ erklärte Liza und zwinkerte.
    Heute sah meine Trainerin etwas netter aus. Sie begrüßte uns freundlich und lud Tine ein, mitzumachen. „Kein Pferd sollte nur auf eine Disziplin gestellt werden“ räumte sie ein, als Tine die Schultern zuckte. Meine Freundin gab sich geschlagen, sie sah ein, dass ein wenig Abwechslung selbst ihrer faulen Stute gut tat. Und außerdem fand es Satchmo auch besser, mit einem Artgenossen auf dem Platz zu arbeiten. Vor allem, wenn dieser Artgenosse Bohemian Rhapsody hieß, ein Schimmel war und mit ihm jeden Tag verbrachte.
    Frau Miltner war heute wirklich besser drauf. Sie hatte eine Engelsgeduld und schickte Rhapsody mit Tine nun zum dritten Mal betont nett über den Oxer. Rhapsody hatte jedoch nicht viel Lust, heute zu springen, und so klapperte es auch beim dritten Mal wieder. Rhapsody nahm es gelassen, Tines Gesicht war jedoch so rot wie eine Tomate.
    Frau Miltner hob die Stange wieder auf und setzte sie zurück an ihren Platz. Tine biss sich auf die Lippen und trabte Rhapsody locker auf dem Zirkel. „Okay, dann versuch’s mal mit dem Kreuz da drüben. Das ist niedriger. Und Sonja“, wandte sich die Trainerin an mich. Bisher hatte ich Satchmo über die Cavalettis traben lassen, doch jetzt durfte ich endlich über die großen Hindernisse springen, „Du nimmst den Oxer da vorne, dann über das freie Kreuz, dann den Cavalettisprung hier vorne und dann nochmal über die Cavalettireihe traben“ Hörte sich das wieder nach der alten Frau Miltner an? Ich nickte kurz, dann wendete ich Satchmo auf den Oxer kurz nach F ab. Der Wallach spitzte die Ohren, seine Galoppsprünge wurden jedoch weicher und regelmäßiger. Freudig sprang Satchmo über den kleinen Oxer und ließ sich bereitwillig von mir zu dem Kreuz reiten. Tine trainierte gerade an einem kleineren, einfacheren Sprung, so war der Kreuzsprung frei. Für Satchmo war das Kindergarten und er hoppelte wie ein Hase darüber. „Hinterhand aktiver! Er schleift sie sonst mit, das gibt eine schlechte Wertnote!“ rief Frau Miltner. Ich schnalzte mit der Zunge und fing an, etwas öfters mit meinen Fersen in Satchmos Bauch zu ticken. Frau Miltner sagte nichts weiter, also war die Hinterhand wieder aktiv.
    Satchmo galoppierte einfach über den kleinen Cavalettisprung darüber, ohne, dass irgendetwas klapperte. Tine ärgerte sich gerade schwarz, da sie nicht einmal gefahrlos über kleine Cavalettis traben konnte.
    Grinsend lobte ich meinen Wallach und parierte neben meiner Trainerin durch. Frau Miltner rang sich gerade ein kleines Lächeln ab, was aber sehr verzerrt aussah. „Gut gemacht“ sagte sie stattdessen und ließ uns noch etwas alleine.
    Tine und ich beschlossen, die Pferde abzureiten. Die zwei hatten es heute echt gut gemacht, auch wenn Rhapsody das Springen hasste.

    Liza winkte uns noch zu, als wir gerade vom Springplatz ritten und uns zum Tor bewegten. „Ciao!“ rief sie uns hinterher und schloss das Tor wieder.

    Satchmo gähnte ein paar Mal, bis wir wieder auf unserem kleinen Hof waren. Auch Rhapsody fand die Stunde ziemlich anstrengend und stellte sich auf der Koppel gleich unter den Apfelbaum.
    „Lassen wir sie heute Nacht auf der Koppel?“ fragte Tine und kaute auf einem Grashalm. Sie saß auf dem Zaun und blickte den Pferden zu.
    Ich kletterte ebenfalls den Holzzaun hinauf. „Was heißt hier ‚wir’?“ fragte ich grinsend und spielte mit einer Haarsträhne.
    „Ich habe beschlossen, dass ich heute Nacht hier schlafe“ Tine sah in die Ferne.
    „W-was?!“ rief ich überrascht.
    „Ich schlafe hier“ wiederholte Tine und grinste mich an. „Was dagegen?“
    Ich stammelte. „Ähm, nein, aber…was ist mit deinen Eltern? Und wenn meine etwas dagegen haben?“
    Tine lachte. Sofort kamen Ramses und Talina angetrottet und suchte nach Apfelstückchen. Da wir jedoch die letzten Leckerlis an unsere Pferde verfüttert hatten, zogen die zwei verfressenen Esel wieder ab.
    „Deine Eltern haben nichts dagegen. Ich bin doch sowieso schon ein zweites Kind für die…“ Tine gluckste vor sich hin. „Und wenn ich nicht im Haus schlafen kann, dann leg ich mich zu Rhapsody in die Box“
    „Wenn sie die in der Nacht nicht deine Hand bricht“ stimmte ich mit ein.
    „Dann eben zu Satchmo“ erwiderte Tine.
    „Dann schläft er die ganze Nacht nicht und wir verlieren morgen“ antwortete ich.
    „Okay, dann schlaf ich eben bei Ramses und Talina!“ lachte Tine und sprang vom Zaun.
    „Nein, lieber nicht. Oder willst du etwa aufgefressen werden?“ witzelte ich und folgte Tine. Ich zweifelte auch nicht daran, dass meine Eltern jegliches dagegen haben würden.

    Tine stieg auf ihr Fahrrad. „Ich hol schnell meine Sachen. Mach nichts Cooles, bis ich wieder da bin!“ Und schon fuhr sie vom Hof.
    Ich winkte ihr noch ein wenig hinterher, dann ging ich in die Küche. Meine Mutter schneidete gerade Tomaten, während mein Vater gerade auflegte und in sein Arbeitszimmer stiefelte.
    Ich stellte mich neben Ines. „Du, Mama, Tine kommt gleich, sie übernachtet heute hier…ist das schlimm?“ fragte ich und nahm mir einen Streifen Mozzarella, der schon in einer Schüssel fertig geschnitten lag.
    Ines wirkte geistesabwesend. „Was? Äh, ja, natürlich, Schatz. Hilfst du mir schnell, den Tisch zu decken?“ Sofort drückte mir meine Mutter einen Stapel Teller in die Hand und schickte mich auf die Terrasse.
    Gerade, als ich zurück in die Küche kam, sauste mein Vater zur Tür hinaus. Er murmelte irgendetwas von „Notfall“ und „Kolik“, also etwas Berufliches. Nicht gerade spannend. Allerdings wirkte er ein wenig stressig und angespannt.


    ich hab schon weiter geschrieben, hab mir einen Namen für die Geschichte/fürs Buch überlegt und hoffe, dass ihr auch mal wieder euren Senf dazu gebt! :D
     

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