Wann würdet ihr "den Schlussstrich ziehen"?

Dieses Thema im Forum "Pferde & Ponys" wurde erstellt von Eowin, 7 Nov. 2012.

  1. Eowin

    Eowin Hufschmied =)

    Hey!


    Es ist ein Graus für jeden Pferdemenschen.
    Mein Pferd ist krank.

    Aber habt ihr wirklich schonmal darüber nachgedacht, was ihr tun würdet, wenn es eurem Pferd schlecht geht? Ein Bruch, eine sich ständig verschlimmernde chronische Krankheit, ein akutes Leiden ohne große Heilungsaussichten oder mit einem langen, schmerzhaftem Weg bis dahin... Es passiert schnell. Doch was ist dann?
    Was würde euch explizit dazu veranlassen, dass ihr sagt, ihr nehmt dem Pferd die Schmerzen, also dass ihr es "über die regenbogenbrücke gehen" lasst. oder würde es für euch schon reichen, wenn das pferd nie wieder reitbar ist?
    wie viel schmerz ist annehmbar, wie lange ist das leben lebenswert?
    und wenn es sein müsste, würdet ihr dann auch über den schlachter nachdenken oder immer einschläfern?
    wie erkennt ihr den punkt? und seid ihr sicher, dass ihr ihn erkennt oder habt ihr Angst, ihn "zu verpassen"?

    Kein schönes thema, aber ich finde es besonders schwer und doch sollte man vll mal darüber nachgedacht haben, was passieren sollte, wenn es wäre.
    was würdet ihr denn sagen wenn ihr in dem moment wo "es" passiert nicht beim pferd sein könntet? und würdet ihr dabei sein wollen?

    liebe grüße, Eo


    PS: warum ich mir über sowas überhaupt gedanken mache, ist vll klar: Mina. Aber die lassen wir erstmal raus - ich will ja eure Meinung wissen :p
     
  2. Julia

    Julia Rapante Rapante! Mannooo!

    Naja, meinen gings ja beiden beschissen. Iwi hat ja gelahmt wie verrückt durch die Arthose, Spat und Schale. Aussage beim Röntgen war ja rigoros: Beine Totalschaden. Also überlegt was man jetzt macht. Spezialbeschlag versucht und siehe da, man kanns Pferdi sogar wieder reiten. Ansonsten hätte ich ihn halt solange es geht sein Gnadenbrot kriegen lassen, wäre er halt nicht mehr geritten worden. Und Flo war schon vonner Tierärztin als fast tot erklärt worden, also viel Zeit und Geld reingesteckt und voila, Pony gehts blendend. Bei ihr hätte ichs ansonten genauso gemacht. Ich denke man merkt einfach wenn garnichts mehr geht. Man kennt seine Tiere ja eigtl so gut das einem auffällt wenns einfach vorbei geht. Ich würde einschläfern, meine beiden sind beide nicht zur Schlachtung bestimmt (steht auch im Pass). Und nicht dabei sein...geht nicht. Ich garantiere dir ich würde hinkommen, irgendwie. Ich werde wahrscheinlich ein Stück weit mit sterben, aber ich würde meine Pfere bei sowas NIE alleine lassen.
     
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  3. Moondance

    Moondance Bekanntes Mitglied

    sehe es genauso wie juu,wenn es wirklich nicht mehr geht ,dann würde ich es erlösen durch die spritze. SCHLACHTEN müsste man komplett verbieten :'( sowas kann man diesen wervollen tieren nicht an tun....könnte einige vidieos hier rein stellen,aber das lasse ich mal lieber .also wie gesagt einschläfern ist am besten und auch kein stress für sie und du kannst sie begleiten,was ich schön finde :)
     
  4. rawr

    rawr Guest

    Solange mein Pferd in der Verfassung ist mit seiner Herde auf der Weide zu stehen, zu fressen, mit den anderen zu kommunizieren, zu laufen, solange wird es am Leben erhalten. Sei es auch unter Schmerzmitteln um bspw. chronishe Schmerzen zu unterdrücken oder in sonstiger Therapie. Solange es ein Pferdeleben führen kann und will, soll es das dürfen.

    Würde mein Pferd signalisieren, dass es nicht mehr will durch Absondern von der Herde, nicht fressen wollen, sich nicht bewegen wollen, stark abbauen oder sich charakterlich verändern - oder würde die Herde es verstoßen (Tiere merken ja schneller ob ein Mitglied überlebensfähig ist oder nicht und sortieren aus) - würde es also kein Pferdeleben mehr führen können,
    Dann würde ich es erlösen.

    Auch würde ich es erlösen, wenn es beispielsweise einen Unfall hatte und eine Heilung nur gering in Aussicht steht, die Therapie das Pferd aber im "Pferd-Sein" einschränken würde (Monatelang nur Box oder sowas), denn das wäre in meinen Augen schon nah dran an Folter. Man sehe nur die Menschen die sich Sterbehilfe wünschen, weil sie nicht mehr Mensch sein können... aber trotzdem zum Leben gezwungen werden.

    So habe ich das für mich entschieden.

    EDIT: Gerade die zweite Frage überlesen xD
    Ob Einschläfern oder Schlachten wüsste ich gar nicht so genau. Wenn ich wüsste ob Hausschlachtung noch erlaubt ist, würde ich das bevorzugen - einmal kurz den Bolzen an die Stirn und das Licht geht aus. Das stelle ich mir am Stressfreisten für das Pferd vor.
    Erst in Narkose legen - was allein schon sehr stressig für das Pferd ist - und dann "vergiften", stelle ich mir keinen schönen Tod vor... zwar merkt das Pferd vom Vergiften nichts mehr, aber die Narkose ist für viele Pferde Stress pur, weil sie nicht verstehen was passiert, und wieso sie ihrer Sinne beraubt werden. Für ein Fluchttier ist das Todesangst...

    Wofür ich mich am Ende entscheiden müsste, könnte ich erst sagen wenn es wirklich soweit ist, dann würde ich danach gehen welche Person mir kompetenter erscheint, der Tierarzt oder der Schlachter. Derjenige der mein Pferd mit dem größeren Respekt auf seiner letzten Reise behandelt, würde es wohl werden.

    Ich hoffe aber einfach eines Morgens auf die Weide zu kommen und es zu finden...
     
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  5. Moondance

    Moondance Bekanntes Mitglied

    MEINST DU DAS ES SO SCHNELL GEHT?DA IRRST DU DICH;HABE SCHON OFT VIDEOS GESEHEN NACHDEM DAS PFERD DEN BOLZENSCHUSS BEKAM NICHT TOT WAR!!Und stress frei ist es garantiert auch nicht,ist meine meinung dazu ;)
     
  6. rawr

    rawr Guest

    Du, ich war schon oft live dabei wenn wir Schweine oder Rinder geschlachtet haben früher...
    Erzähl mir also nicht was du "in Videos" gesehen hast... wahrscheinlich noch von Peta oder so die ja total neutral zeigen was passiert....

    Ehrlich mit dieser kindischen Meinung "Schlachten ist böse" machst du dich in meinen Augen lächerlich und zeigst eher wie unaufgeklärt du in dem Bereich bist.
     
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  7. Eowin

    Eowin Hufschmied =)

    moondance, ich will dir nicht zu nahe treten, aber das ist schwachsinn.
    ich kenn mich da immerhin etwas aus - wobei auch nicht bei pferd sondern rind, aber wayne.

    in deutschland sind die schlachter gut ausgebildet und können sich gar nicht leisten, dass sie als tierquäler abgestempelt werden - die leben von dem beruf.
    anders ist es bei schlachttransporten nach z.b. italien - aber wer würde das schon seinem kranken pferd noch antun?

    und ich bin mir sicher, dass jedes rind (wir schlachten jährlich eins, ich sehe die immer aufwachsen und kümmer mich da drum, das sind die, die mit den pferden laufen) von uns recht schmerzfrei stirbt und der größte stress der transport ist, weil die das nicht kennen. und man wählt wenn dann ja auch den schlachter nach dem ruf.

    übrigens wandert im januar auch mein lieblingsrind in die pfanne. bin ich jetzt ein tierquäler, weil ich fleisch esse?
     
  8. Moondance

    Moondance Bekanntes Mitglied

    garantiert nicht bin auf bauerhof aufgewachsen also erzähle du mir nichts,als wenn cih davon keien ahnung habe..mein vater schlachtet heute schweine noch zu hause,also ich weiss wie die schlachtung abgeht
     
  9. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Ich hab ja nun kein eigenes Pferd, aber ich kriege bei meiner Reitlehrerin sehr viel mit. Die hat schon seit Jahrzehnten Pferde und plaudert immer mal ganz gerne von ehemaligen Pferden. Da ist natürlich im Laufe der Zeit auch schon mehr als eines gestorben.
    Sehr berührend fand ich die Geschichte von einem herzlichen, geliebten Pony, dessen Zeit einfach irgendwann gekommen war. Ich kriege sie nicht mehr ganz zusammen, aber das Ende war eben, dass man sich letztendlich entschloss, das Tierchen erschießen zu lassen. Er wurde am Halfter auf eine Wiese geführt, er wurde gestreichelt, gelobt, er durfte ein bisschen Grasen. Dann kam der Bolzen und das war das Ende. Ein kurzer Knall, vielleicht ein kurzer Schmerz, mehr nicht. Keine unnötige Lähmung - Meiner Meinung nach der schlimmste Teil des Einschläferns, da Pferde Fluchttiere sind. Kein Qualtransport, kein langes Leiden. Liebgehabtwerden bis zur letzten Sekunde.
    Und als ich das gehört hab, hab ich mir gesagt: Sollte ich jemals ein Pferd haben, und muss dieses Pferd gehen - Dann so.
     
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  10. Eowin

    Eowin Hufschmied =)

    moondance, dann ist dein vater hinter ner mehlkiste groß geworden.
    mehr hab ich da nicht mehr zu zu sagen.

    weiter bitte ich darum, am thema zu bleiben - ihr dürft gern wo anders streiten ob schlachten verboten werden sollte^^
     
  11. Moondance

    Moondance Bekanntes Mitglied

    was soll das heissen???
     
  12. Eowin

    Eowin Hufschmied =)

    dass er nichts vom heutigen fortschritt mitbekommen hat, geschweige denn sich angepasst hat oder interesse gezeigt hat. wie wenn man n fohlen 4 jahre in der box hat und sich wundert, dass es beim einreiten und dem 1. mal in der halle ängstlich ist. das vieh wär auch hinter der mehlkiste groß geworden.
     
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  13. fire_and_ice

    fire_and_ice Eiskönigin

    Ich sehe das wie rawr, wenn mein Pferd mir zeigt, dass es nicht mehr kämpft und nicht mehr leben will, dann wirds geschlachtet/eingeschläfert.
    Ich hoffe allerdings auch, dass ich diese Entscheidung niemals treffen muss. Einschläfern kann lange dauern und demnach auch sehr qualvoll sein. Ich hab' von Pferden gehört, die 3 Spritzen überlebt haben. Da geht schlachten eben doch schneller, wobei ich nicht mit dem Gedanken leben könnte, mein Pferd ausbluten und danach verspeisen zu lassen =/ Ansonsten sicher die einfachere Methode... (Kurz Offtopic: Schade, dass der RM-Zerstörer nicht mehr gibt)
     
  14. deivi

    deivi Don't drink and daif Staff

    Ich denk es ist soweit wenn das Pferd sein Leben nichtmehr leben kann. Wie rawr schon sagte, wenn es nichtmehr fressen oder laufen möchte. Ich hätte auch nichts dagegen dem Pferd unter Schmerzmitteln sein Gnadenbrot zu gewähren, solange es ihm damit gut geht. Aber die Grenze ist garnicht so leicht zu finden. Habe schon einige Pferde gehen sehen, von denen ich aber das Gefühl hatte sie haben noch Freude am Leben. Eine Stute zB hat zwar nichtmehr gut gefressen, aber sich noch am Sozialkontakt beteiligt (gesundheitlich war sie ok). Ein Wallach hatte starke Probleme mit dem Laufen durch Arthrose, dazu starkes Sommerekzem. Aber er kam immer mit gespitzten Ohren an die Box und lies sich liebend gerne kraulen und ging jeden Tag mit den anderen auf die Koppel. Ich denke Tiere können gut verstecken wie schlecht es ihnen geht und von daher denke ich das man es wohl immer erst merkt wenn wohl wirklich garnichtsmehr geht. Ob man bis dahin warten sollte ist fraglich.
    Bei einem Unfall, zB Beinbruch oder ähnliches ist es schwierig. Ich habe sowas noch nicht erlebt und weiß auch nicht für was ich mich da entscheiden würde.
    Ich würde jedoch bei meinem Pferd dabei sein wollen. Ob Einschläfern oder Schlachter, hm. Also ansich klingt die Schlachtung ja besser. Aber ich glaube so etwas bei meinem eigenen Tier mitanzusehen könnte ich nicht verkraften. Schön wäre es natürlich wenn es einfach friedlich einschlafen könnte, aber dem ist beim einschläfern ja leider nicht so. Ich hatte ja noch kein eigenes Pferd und musste mich da noch nicht entscheiden, weiß jedoch auch nicht was ich machen würde.
     
  15. Moondance

    Moondance Bekanntes Mitglied

    wir haben ein schlachter der bei uns die schweine schlachten tut...und jetzt zu meinem vater.. beleidige ihn nicht damit er wäre hinter der mehlkiste gross geworden,da werde ich stink sauer.. und dazu --> dass er nichts vom heutigen fortschritt mitbekommen hat, geschweige denn sich angepasst hat oder interesse gezeigt hat "das hat er" schluss aus ende..sonst vergiss ich mich noch...
     
  16. Eowin

    Eowin Hufschmied =)

    man kann auch schlachten lassen und das tier dann nicht zum menschlichen verzehr freigeben. auf diese weise kann man sogar die pferde schlachten lassen, wo im pass steht, dass die nicht zur schlachtung bestimmt sind. diese klausel schließt nur den menschlichen verzehr und somit schlachten wg profit aus.
     
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  17. Julia

    Julia Rapante Rapante! Mannooo!

    Auf der Wiese einschlafen wäre natürlich traumhaft...wobei ich glaube da das problem hätte das ich mich nicht habe verabschieden können. Also wenn ich meinetwegen hinkomme und Pferd liegt da. Fürs Pferd ist das klasse, aber (ich weiss nicht ob mans verstehen kann), ich habe ihm nicht nochmal so einiges sagen können und halt wirklich Abscied nehmen ...
     
  18. Eowin

    Eowin Hufschmied =)

    vergiss dich ruhig. mein vater ist knapp 60, hat nen landwirtschaftsmeister, der betrieb ist seit einigen generationen im familienbesitz, wir haben einen stamm-schlachter, wo jedes jahr unsere rinder hin gehen und haben immer eng mit anderen betrieben zusammengearbeitet. und zu keiner zeit hätte papa zugesehen, wie ein tier qualvoll sterben muss. papa würde nichtmal zulassen, dass ein tier unter qualen lebt.
    und wenn dein vater bereit ist, da so zu zu gucken, dann liegt der fehler bei ihm, nicht bei mir.
    es gibt methoden, tiere ohne leiden töten zu können, die hier gang und gäbe sind. und sich unter der vorraussetzung für jemanden zu entscheiden, der es unter qualen macht, finde ich verantwortungslos und unter aller kanone. vor so einem menschen könnte ich keinen respekt haben, so leid es mir tut.
    und ich will deinen vater auch nicht beleidigen - seine arbeitsweisen sollte er dann aber definitiv überdenken- und es ist so: er IST hinter ner mehlkiste groß geworden und hat von den methoden einfach nix mitbekommen oder er lässt seine tiere wissentlich unter qualen sterben. da frag ich mich, was besser ist.
     
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  19. Lovelyhorse

    Lovelyhorse I love you more than my teddy, but psst! Don't tel

    Habe jetzt nicht alles gelesen, aber schlachten ist gar nicht so schlimm. Meine Nachbarin gibt ihre Pferde wenn dann nur noch zum schlachter, weil sie mit ansehen musste beim Tierarzt, wie ihr Pferd eingeschläfert wurde. Falsche Dosis, und ihre Stute ist immer wieder aufgestanden, wieder zu Boden gefallen, hat sich wieder aufgerappelt usw. Am Ende sah sie echt schlimm aus! Seitdem geht sie bei sowas nie wieder zum Tierarzt sondern zum Schlachter, der streicht dem Pferd einmal über den Hals oder so & dann ist es tot.. Sieht für uns grausam aus, wird aber für das Tier am stressfreisten sein..
     
  20. Bellatrix

    Bellatrix selten on

    Ich melde mich auch mal zu wort.
    Schluss ist für mich wenn das Pferd keine Lebensfreude mehr zeigt oder Leidet. Klar gibt es Schmerzmittel, aber das ist für mich keine endgültige lösung und wenn ein Pferd nur duch die Schmerzmittel (die ja teilweise auch schläfrig machen oder andere "Nebenwirkungen" haben) ein Leidenfreies Leben führt ist das für mich auch schon der Punkt an dem Schluss ist. Aber das muss man immer selbst entscheiden und man muss selbst sehen wann es an der Zeit ist loszulassen.
    Hazelchen ist ja eingeschläfert worden, ich war nicht die Besiterin und bin auch froh darüber so etwas nicht entscheiden zu müssen. Ich denke aber das Schlachten die bessere "Lösung" ist. Es geht schnell, schmerzfrei und das Pferd hat keine Angst (wie es z.B. beim Einschläfern der fall ist). Ich weiß nicht ob ich dabei sein wollte, wenn der Bolzen kommt...ich glaube da würde ich schon in tränen ausbrechen und... näh, das wäre nichts für mich, ich kann so etwas nicht sehen auch wenn es das richtige ist.
     

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