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...und flüsterte mir von Licht

Dieses Thema im Forum "Eigene Geschichten" wurde erstellt von Fiorinn, 4 Aug. 2008.

  1. Fiorinn

    Fiorinn Gesperrte Benutzer

    Sou, ich dachte mir, ich stell auch mal ne Geschichte rein. Die hab ich morgens von kurz nach Mitternacht angefangen XD
    Wenn sie euch gefällt, schreib ich vllt ne Fortsetzung ^^
    Einfach mal durchlesen, Okay?



    In einige Entfernung tropfte das Wasser leise aber beharrlich immer im gleichem Rhythmus auf den Boden.
    Taniera atmete tief durch. Sie saß komplett im dunklen, bis auf die glimmenden Kohlen, die in diesem unterirdischen Loch aber nur wenig Wärme und noch weniger Licht verbreiteten. Die Beine dicht an ihren Körper gezogen, die Arme auf die Knie gestützt und den Kopf darauf gebettet – so saß sie schon seit langem da. Sie hatte sich kaum bewegt, nur an dem Heben und Senken ihres Brustkorbs und am leisen Atemgeräusch erkannte man, dass sie wirklich noch lebte.
    Sie hatte schon lange nicht mehr geschlafen. Sie hatte nicht gegessen. Sie hatte nicht getrunken. Eigentlich müsste sie nach der Folter und dem Leid Schmerzen haben, schreien, weinen, toben oder schlafen. Aber sie spürte nichts mehr. Es war, als wäre alles taub, als könnte sie sich nie wieder bewegen. Doch in ihren Gedanken war sie lebendig. Wenn man das so noch nennen konnte.
    Sie hatten ihr alles genommen, doch ihre Erinnerung konnte ihr keiner nehmen. Leider oder zum Glück? Wie oft hatte sie ihre Meinung geändert. Sie hatte so viel erlebt – dabei war sie noch nicht alt.
    Aber es waren nicht Erinnerungen in dem Sinne. Sie sah ihr Leben, aber es war, als sähe sie das Leben eines anderen. Nichts schien mehr eine Rolle zu spielen, nichts hatte mehr Bedeutung. Sie hatte die Namen der Leute vergessen, die genaue Lage der Städte und Dörfer, alles, was ein Leben ausmachte, war nichts mehr wert oder vergessen.
    Weit entfernt hörte sie Schritte, einen Schrei und einen dumpfen Aufschlag, dann einen Schlüssel, der sich im Schloss drehte – und rührte sich nicht.
    Erst vor kurzem – war es wirklich vor kurzem gewesen? Taniera hatte jegliches Gefühl für Zeit eingebüßt. - hatte sie die Wachen tuscheln gehört. Sie sagten, sie müsse längst tot sein. Bei diesen Worten hatte sie eine grausame Befriedigung empfunden und das hatte ihr fast Angst gemacht. Aber sie brachte niemand so einfach um. Sie war zäh wie zu lang gebratenes Fleisch. Nicht das die Wachen zu ihr kommen würden, oh nein. Aber die langen Tage in der Finsternis hatten ihr Gehör geschärft. Mehr als alles andere noch, denn ihre Augen waren nutzlos in dieser Dunkelheit, sie fühlte ihren eigenen Leib nicht mehr, zu riechen gab es in diesem Loch nichts, zumindest nichts was man riechen wollte und schmecken brauchte sie nicht, weil sie nichts Aß.
    Manchmal war sich Taniera nicht sicher, ob sie noch lebte. Sie war sich noch nicht mal sicher, ob sie sich noch bewegen konnte. Doch sie versuchte es nie.
    Denn eigentlich konnte es ihr egal sein, ob sie noch lebte, oder? Bei diesen Gedanken befiel sie immer ein beklemmendes Gefühl. Das Gefühl, etwas vergessen zu haben, etwas wichtiges. Vielleicht hatte es mit dem Stein zu tun? Der Stein, an der Kette um ihren Hals. Sie starrte ihn schon an, seit sie dort saß. Sie beobachtete ihn, wie er sich wegen ihrer Atmung hin und her bewegte, denn es gab nichts anderes, was sie sehen konnte. Aber wenn er wichtig war, wieso hatte man ihn ihr nicht genommen? Man hatte ihr alles genommen. Alles was wichtig war.
    Mit der Zeit begann sie den Stein zu hassen. Sie würde sich am liebsten die dumme Kette vom Hals reißen und wegwerfen. Aber dann hätte sie sich ja bewegen müssen.
    Also saß sie da, bewegungslos, und starrte den Stein an. Sie schwankte zwischen ihrem Hass und der Hoffnung. Vielleicht war der Stein wirklich das einzig wichtige, was ihr geblieben war. Vielleicht war er bloß ein Stein, der sie beschäftigte, den sie hasste, weil er nutzlos war – unwichtig.
    War der Stein wirklich so schwarz, wie er aussah? Oder war er nur schwarz wegen den Schatten, die das spärliche Licht der glühenden Kohlen warf. Vielleicht war er weiß? Hatte er Kanten? War er glatt oder rau? War er aus reinem Gestein oder mit Adern anderer Gesteine durchsetzt? So unglaublich es klingt, sie wusste es nicht. Manchmal war sie kurz davor, nach dem Stein zu greifen, aufzustehen und zum Kohlebecken zu gehen, um ihn genauer in Augenschein zu nehmen. Aber das Verlangen war nie so groß, als dass sie ihm nachgegeben hätte, ohne die Frage zu beantworten, die sie quälte. War der Stein wichtig oder war er es nicht? Außerdem wusste sie ja ohnehin nicht, ob sie überhaupt noch in der Lage war, sich zu bewegen.
    So verging die Zeit. Taniera wusste nicht zu sagen wie viel, denn in der Dunkelheit verliert man jegliches Gefühl für Zeit. Irgendwann verglühten die Kohlen und das letzte bisschen Wärme, sowie das spärliche Licht verschwand. Niemand kam um sie auszutauschen.
    Die Zeit verging und sie bewegte sich nicht. Vielleicht wäre es immer so weiter gegangen. Vielleicht wäre sie gestorben, vielleicht hätte man sie umgebracht. Doch dann kam alles ganz anders, denn...
     
  2. BiZzArE.o_O

    BiZzArE.o_O I have nothing to say

    Fio, die is echt hamma...super gut geschrieben, packt einen richtig xD
     
  3. Safer

    Safer Neues Mitglied

    Naja eig wollt ich ja den ersten kommi schreibn ne?? naja zu spät würd ich jez mal sagen, aber wenigstens kannt ich sie als erster is ja auch nicht schlecht;-) Fio du kennst ja meine Meinung..aber hier nochmal..
    Die
    Geschichte
    ist
    Hammer
    GAIL
    Das is sone gruselig-schöne Geschichte..freue mich auf die Fortsetzung..so wie am telefon ne?
    Naja bis denn
     
  4. Fiorinn

    Fiorinn Gesperrte Benutzer

    Fortsetzung? ^^
    Ach ja, was ich noch sagen wollte: Änderungen vorenthalten ^^
    Ich bin noch nicht weit gekommen, aber hier:

    I Kapitel - Cool (
     
  5. Safer

    Safer Neues Mitglied

    fio dafür lieb ich dich..*fio an den hals werf und ganz fest knuddel*
     

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