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Trauer um verstorbenes Pferd

Dieses Thema im Forum "Pferde & Ponys" wurde erstellt von Floooh, 25 Okt. 2015.

  1. Floooh

    Floooh Bekanntes Mitglied

    Hey :)
    Ich habe schon häufiger darüber nachgedenkt wie Pferde empfinden wenn ein anderes aus der Herde stirbt. Auf unserem letzten Hof kam es innerhalb kürzester Zeit zu drei Todesfällen wo ich ganz unterschiedliche Reaktionen bei den Pferden feststellen konnte. Das Pferde trauern schließe ich selbstverständlich nicht aus aber was denkt ihr wie die pferde denken? Spuren sie es dass es tot ist wenn das Pferd weggefahren wird und nicht wiederkommt ?

    Findet ihr das richtig ein Pferd im Offenstall zwischen den anderen einzuschlafern und ein Tag liegen zu lassen dass die anderen Abschied nehmen? Auch das habe ich oft shhon gehört.

    Mich würde einfach mal interessieren was ihr darüber denkt.

    Ich denke vermehrt darüber nach weil mein Streuselpony an Blondie hängt wie nichts anderes. Jetzt wo sie strikte Boxenruhe hat und krank ist steht er permanent am Zaun und wiehert ihr zu. Ohne Blondie ist alles doof und wenn sie bald nicht mehr ist geht für ihn sicher die Welt unter :(
     
  2. Eowin

    Eowin Hufschmied =)

    Silvester wurde der Weidekumpel von Mina eingeschläfert. Er hatte mit fast 35 Jahren ein stolzes Alter erreicht und sein Leben gelebt. Es war einfach Zeit für ihn.
    An dem Tag hatte er sich morgens festgelegt. Er hat immer wieder versucht, aufzustehen und ist so einige Male so stark gegen die Wand geschlagen, dass er sich vermutlich sogar den Kiefer gebrochen hat.
    Er wurde an Ort und Stelle eingeschläfert - Mina hat alles gesehen, sie stand gegenüber in der Box. Sie war unruhig, man merkte ihr an, dass sie nicht verstand, was da los war.
    Danach hat sie zunächst massiv abgebaut. So schlecht hatte sie noch nie ausgesehen. Aber ich denke nicht, dass das nur auf die Trauer zurückzuführen war.
    Aber ja, ich denke, Pferde merken, wenn es zu Ende geht. Und damit lernen sie auch umzugehen.
     
  3. Julie

    Julie Guest

    Also die Weidekumpeline von D.omino eingeschläfert wurde, konnte ich ihn die ersten Tage nicht unbeaufsichtigt auf die Weide lassen, da er durch den Zaun gebrochen wäre um sie zu suchen. Er hat 3 Tage lang nach ihr geschrien und sie gesucht sobald wir draußen waren. Er war komplett durch den Wind und dauernd nervös. Ich hab sie ihm auch gezeigt und er wusste nicht so recht, was los war. Erst als er sie getreten und ins Maul gezwickt hatte und da keine Reaktion kam, hat er sich umgedreht und wollte gehen. Wie sie eingeschläfert wurde hat er nicht mitgekriegt, da hab ich ihn in die Box verfrachtet. Komischerweise hat er genau in dem Moment begonnen nach ihr zu rufen, als sie die Spritze bekommen hat und am einschlafen war. Keine Ahnung, ob das nur Zufall war oder ob er da was gespürt hat. Er hat auf jeden Fall gemerkt, dass da etwas gar nicht in Ordnung war. Denn bis zu dem Zeitpunkt wo sie sediert war, war er bei ihr, um unnötige Aufregung zu vermeiden.
     
  4. Westichan

    Westichan Ich putze hier nur. :D

    Ich kann nur von meiner Schwiegermutti berichten, die in kurzer Zeit 2 Pferde einschläfern lassen musste. Da auch noch Mutter und Tochter.
    Begonnen hat es in der Tierklinik die Tochter hat nicht gesehen das Mutti eingeschläfert wurde. Als sie zuhause ankam war Tochter extrem aufgewühlt, hat sie gesucht, ist aber nicht durch Zäune gegangen. Als dann wenig später die Tochter zu hause bei der Herde (sichtweite) eingeschläfert werden musste hat schon mal der Herdenpapa die zu dem Zeitpunkt 2 Fohlen mit der Herdenmama weggeschickt und hat lange gewartet bis meine Schwiegermutti ebenfalls sich gefangen hatte. Er war zugesehen wie sie eingeschläfert wurde und seine Reaktion war, zu wachen auf zu passen und es hat sogar den Anschein gehabt er wollte sie Trösten. Die Fohlis (einer Bruder bzw Sohn) sind eher weniger schnell darauf gekommen das sie weg sind. Der Wallach hat noch einige Zeit gehofft das sie wieder kommt. (Ich merke gerade das Fohlen nicht ganz passt sie waren schon Jährlinge bzw fast)
     
  5. Sammy

    Sammy Bekanntes Mitglied

    Ich hab das Gott sei Dank erst einmal mitbekommen, bei meiner damaligen RB. Ich war ausreiten und als wir wieder kamen, war ihr Weidekumpane weg. Ich hab mir weiter nix bei gedacht, die Besitzer waren ja öfter mal mit dem unterwegs. Mein Mäuschen hatte auch nie Probleme damit alleine zu bleiben, bis er wieder da war. Naja. Zwei Stunden später hat mich dann der Stallbesitzer angerufen, dass Donna über den Zaun gesprungen ist und jetzt bei der anderen Herde steht. Er hat mir auch erzählt, dass ihr Weidekumpane zum Schlachter gefahren wurde. Ich bin dann gleich nochmal an den Stall. Donna hat die ganze Zeit gerufen, war total unruhig und nervös. Der Zustand hat auch noch ne ganze Weile angehalten, selbst als sie in der neuen Herde integriert war. Grade, wenn wir im Gelände waren oder an ihrer alten Koppel vorbei sind, wurde sie extrem guckig und aufgeregt. Hat einem richtig weh getan :/
     
  6. Layabout

    Layabout No squealing, remember that it's all in your head.

    Unser Kleiner ist auf der Weide an einem Aortenabriss verstorben, während wir auf einem Turnier waren.
    Als wir später die Pferde heim brachten, haben wir den Kleinen liegen lassen, damit mein Pferd ihn sehen und verstehen kann, dass er tot ist.
    Es war der schlimmste Moment meines Lebens, als ich ihn hinführte und er war so komisch, er guckte zuerst aufgeregt und wurde, je näher wir kamen, ganz komisch ruhig. Habe ihn ein paar Meter davor losgemacht und hingehen lassen, er ist sofort hingetrabt und hat ganz vorsichtig an dem leblosen Körper gerochen und dann ganz entsetzt gequiekt, dann ist er mehrmals weggelaufen und wieder hingegangen, hat immer daran gerochen und ist wieder gegangen. Ich stand einfach nur daneben und hab Rotz und Wasser geheult (genau wie jetzt wieder :( ). Irgendwann ist er davon weggeblieben und hat gefressen. Ich hab ihn dann wieder weggebracht.
    Er war ca. eine Woche lang wirklich besorgniserregend ruhig und phlegmatisch, bis es langsam wieder bergauf ging, was sicher auch an uns und unserer Stimmung lag. Meine Mutter war eine Weile nicht im Stall, da es ihr Pony war, und ich war selbst auch völlig durch den Wind. Inzwischen ist er wieder ganz normal.
    Ich fühlte mich so furchtbar schlecht.
    Der Kleine ist genau in den Minuten gestorben, in denen wir gerade ein Prüfung geritten sind. Danach habe ich auf dem Abreiteplatz gewartet, als eine Mitfahrerin plötzlich ganz hektisch wurde und sagte, wir müssen sofort alle absatteln und nachhause. Als sie sagte, dass Puck tot ist, ist meine Mutter zusammengebrochen und ich bin sofort vom Pferd gesprungen und hingelaufen.
    Unsere Pferde waren plötzlich weg (jemand hatte die Situation richtig eingeschätzt und die Pferde aus dem Getümmel rausgeführt) und ich versuche telefonisch zu klären, was vorgefallen ist und was als nächstes zu tun ist. Zum Glück konnten wir die Pferde am Turnierplatz lassen und sind sofort nachhause zum Stall.
    Als wir sie später dann abholten, habe ich meinen wie gesagt hingehen lassen und danach für ihn versucht, dem Alltag zu folgen. Aber er hat sehr getrauert, und wir ja auch.
    War leider schon bei vielen schlimmen Dingen dabei und habe viel Schreckliches gesehen, aber das lässt mich irgendwie nicht los.
    Ich fühle mich, als hätte ich mein Pferd verraten, da ich ihn von seinem Kumpel weg zum Turnier geschleppt habe und als wir zurückkamen, war er nichtmehr da.
    Wir haben seit wenigen Wochen ein neues kleines Shetty, und ich habe ständig Angst um ihn - obwohl ein Aortenabriss ja leider ständig jedem passieren kann. Aber ich verfalle sofort in Panik, wenn ich zum Stall komme und ihn nicht sofort sehe, obwohl er vielleicht nur um die Ecke im Unterstand steht. Da fahre ich echt totale Filme. Ich hoffe, das hört irgendwann auf.

    Trotz alledem finde ich es ganz wichtig, dass sie verstehen, was passiert ist und das Pferd nicht einfach irgendwann weg ist. Natürlich nur, wenn das eben möglich ist.
    Sorry für den langen Text, das nimmt mich immernoch mit.
     
    Eddi gefällt das.
  7. Floooh

    Floooh Bekanntes Mitglied

    Lay das tut mir so unendlich Leid. Ich bin normal gar nicht nah am wasser gebaut aber ich war dem gerade extrem nahe... :x

    Das ist richtig schrecklich :((
     
  8. Layabout

    Layabout No squealing, remember that it's all in your head.

    Danke. Ich bin ja sonst auch nicht so, aber das war einfach der schlimmste Tag meines Lebens.
     
  9. Pepe

    Pepe Pepe

    Wir hatten am Stall mal eine ganz alte Rentnerdame, die eines morgens einfach friedlich eingeschlafen ist. 2 Tage lang lag sie unter einer Plane auf dem Misthaufen, keines der Pferde wollte da dran vorbei; auch die Pferde, die mit ihr eigentlich nichts zu tun hatten und nie zusammen standen. Jeder wusste einfach was passiert war...
     
  10. Ostwind12

    Ostwind12 Aktives Mitglied

    Ich mag mir so etwas immer gar nicht ausmalen. Ich war bei uns im jetzigen Stall bei einem Pferd dabei was auch nicht sehr einfach war. Sie hat sich in der Nacht in der Box festgelegt, am Morgen hat sie der Futterdienst gefunden, dort lief bereits Blut aus dem After. Tierärztin hatte dann gesagt das wir versuchen sollen sie auf die Beine zu bekommen, also haben wir sie mit dem Trecker (noch lebend) aus der Box in die Halle gezogen, dabei dann noch die Box von meiner Stute daneben kaputt gefahren. Tierärztin kam dann nochmal zum Stall und hat Adrenalin gespritzt nachdem sie nicht aufstehen konnte/wollte, schlussendlich ist sie dann eingeschläfert worden. Der Besitzer hat sie sogar selbst noch mit dem Trecker weggefahren, was ich mir aber nicht angucken wollte, in der Zeit hatte ich dann seinen Hund genommen, ich finde Tiere sollten sich so etwas nicht ansehen müssen. Ich hab da immer total das schlechte gewissen über, meine Stute musste dann für ne Woche in die Box von der Stute einziehen und ich hatte die ganze Woche über so ein schlechtes Gewissen. Aber sie hat es ganz gut verkraftet.
     

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