Training an der Longe - Tipps?

Dieses Thema im Forum "Pferdetalk" wurde erstellt von Eowin, 23 Sep. 2018.

  1. Eowin

    Eowin Hufschmied =)

    Hey =)

    Vielleicht weiß der eine oder andere noch, dass mein Mini - Django - nur noch ein Auge hat. Es fehlt das linke.
    Das zieht seit jeher einige Konsequenzen mit sich. Wir hatten ganz lange richtig starke Probleme damit, ihn auf der rechten Hand zu longieren, weil er Angst hat, irgendwo gegen zu laufen und auf der rechten Hand ist die blinde Seite ja außen. Es war ein riesen Drama.
    Wir haben also immer nur kurze Reprisen rechts gemacht, bis er artig in der Runde lief, und sind dann sofort wieder nach links gewechselt.
    Ähnlich war es am Langzügel. Pony hat ewig gebraucht, bis er anstandslos nach rechts abgebogen ist. Manchmal müssen wir darüber noch immer diskutieren, aber es wird wirklich besser.

    Damit er dann nicht zu krass einseitig trainiert wird, stelle ich mir inzwischen eine Uhr, damit ich wirklich gleichmäßig auf beiden Händen arbeite. Das klappt gut und wird konsequent durchgezogen. Ich wechsel auch immer mal ab, auf welcher Hand ich beginne, damit da nicht zu viel Routine aufkommt. Er soll sich auf meine Hilfen verlassen und nicht auf eine Routine.

    So viel zur Ausgangssituation.

    Das Problem ist nun, dass er an der Longe unglaubliche Probleme hat, sich fallen zu lassen.
    Schritt geht, Trab ist eine halbe Katastrophe.
    Im Galopp springt er schön an und macht sich rund, eiert dann aber auseinander und man sieht dann auch richtig, dass er sich rund macht, weil er die Kraft zum Anspringen braucht, und dann auseinander fällt, weil er mit glotzen beschäftigt ist. Ich bin deswegen dazu übergegangen, ihn anspringen zu lassen, nur kurz galoppieren zu lassen und dann direkt durchzuparieren, damit er in diesem "runden" Zustand bleibt. Er ist aber auch echt eine faule Sau, was dafür nicht gerade förderlich ist.
    Unser Hauptproblem ist also der Trab. Ich krieg den echt nicht runter genommen. Er gibt auch erst wirklich nach, wenn er eigentlich schon fix und foxy ist, ein Zustand, bis zu dem ich eigentlich nicht jedes Mal arbeiten möchte.
    Wir arbeiten mit Stangen. das hilft ihm auch, teilweise kommt er über der Stange dann runter, kriegt Schwung und tritt besser unter. Meist kommt er dann nach der Stange aber wieder hoch.
    Übergänge machen wir auch schon ganz viele, er ist auch super fein (außer halt angaloppieren, der ist einfach wirklich unfassbar faul) aber sonst macht er an sich alles. Aber leider bringt das nicht den gewünschten Erfolg. Er kann auch im Schritt astrein laufen, sobald ich den Trab verlange, lupft er sofort wieder hoch.

    Wir longieren inzwischen mit Kappzaum. Damit bekomme ich ihn auch besser gestellt als vorab mit Trense, aber an diesem Phänomen gab es keine wesentliche Besserung.

    Er ist übrigens insgesamt betrachtet ein unglaublich feines, sensibles Pony. Am Langzügel haben wir dieses Problem nicht. Sobald die Hand leicht ansteht, ist die Rübe unten. Er soll das aber auch an der (einfachen) Longe lernen, einfach damit er auch dieses Körpergefühl bekommt und selbst diese gesunde Haltung sucht/einnimmt, ohne dass er die Hand dafür braucht.

    Habt ihr noch Ideen?

    Liebe Grüße
     
  2. Elsaria

    Elsaria Liebe die welt und die welt liebt dich xD oder so

    Hmm schwierig....
    Schon mal probiert das was er beim Langzügel macht auf komando, und dann dieses komando beim longieren verwendet wird?.. Ich hatte die Erfahrung gemacht ( unser damaliger Deckhengst hatte auch nur noch ein Auge - mittlerweile tot) das er sehr auf stimme und komando ging, er nahm auch nie die rübe unten bis ich halt ein wort gesagt hatte da ging es zwar nicht perfekt, aber ansatzweise gut... vllt klappts ja bei Django auch?
     
  3. FrauHolle

    FrauHolle Bekanntes Mitglied

    Stangen und Übergänge wäre jetzt auch meine erste Überlegung gewesen :confused: Schwierig...
    Eventuell gibt es aber noch die Möglichkeit, dem Pferd das Kopfsenken auf Kommando beizubringen :) Das heißt man trainiert im Stehen, dass das Pferd auf ein Kommando oder einer bestimmten Berührung z.b. am Bauch den Kopf senkt. Man kann dann sozusagen Entspannung auf Knopfdruck auslösen :D Wenn das Pferd das Prinzip im Stehen verstanden hat, kann man die ganze Sache auf das Longieren übertragen. Das dauert bestimmt seine Zeit aber wenn du sagst dass dein Pferd sehr sensibel ist kann ich mir gut vorstellen dass das klappt :) Es gibt dazu auch ganz viele Videos auf Youtube, falls das für dich in Frage kommen würde ;)
     
  4. Eowin

    Eowin Hufschmied =)

    @FrauHolle : das hab ich auch schon überlegt, leider ist der Zwerg zwar sehr sensibel, aber - gelinde gesagt - nicht die hellste Kerze auf der Torte. Es wird also sicher wirklich lange dauern, bis das Prinzip verinnerlicht wäre. Bis es dann auf eine andere Situation übertragbar wird noch viel länger.
    Deswegen wäre das jetzt nicht meine erste Wahl xD
     
    FrauHolle gefällt das.
  5. Julie

    Julie Bekanntes Mitglied

    Inwiefern eiert er auseinander? Fällt er auf die innere/äußere Schulter? Oder ist er grundsätzlich einfach steif und tut sich deshalb einfach nur schwer sich für längere Zeit in Stellung zu gehen?

    Was mir grundsätzlich mal einfällt ist Volten zu verschieben. Sprich, man legt sich insegesamt zwischen 4 und 6 Stangen (je nachdem wieviel Platz du hast) auf und longiert dann eine Volte im Trab um die Stange. Zwischen den Stangen wird Schritt gegangen.
    Zirkel verkleinern und vergrößern ist auch sehr hilfreich.

    Außerdem helfen Seitengänge als Aufwärmübung, damit er einfach vorher schon mal gelockert wird.

    Bei Übergängen hat es uns (B.ella ist im Trab auch dauernd auseinandergefallen - mittlerweile wirds besser) geholfen einfach am Zirkel Übergänge zu machen. Sprich bei C angaloppieren, bei X durchparieren, das einfach ein paar Runden durchziehen und im Trab einfach schön nachtreiben, damit er den Schwung mitnimmt.

    Zusätzlich hilft es das Hinterbein der nicht hohlen Seite über die Stimme vermehrt zu aktivieren.
     
  6. Julie

    Julie Bekanntes Mitglied

    Kopf senken auf Kommando lässt sich super mit Leckerlis trainieren. Aufs Longieren lässt es sich aber meiner Erfahrung eher schlecht übertragen - es wäre eher eine Übung um die Pause zu verbringen. Kopf runter heißt ja nicht automatisch, dass das Pferd in Stellung geht und sich biegt. Hier würde es eher helfen, an der Hand das Pferd in Stellung gehen zu lassen bzw nah am Körper zu longieren, da man so besser korrigieren kann.
     
  7. Eowin

    Eowin Hufschmied =)

    Stellunng und Biegung ist nicht sein erstrangiges Problem, sondern einfach die Tatsache, dass er nicht "loslässt", er kommt also mit dem Kopf gar nicht runter und kann dementsprechend gar nicht so weit kommen, dass er korrekt in Biegung und Stellung läuft, weil ihn die Rübe im Himmel dabei ja logischerweise behindert. Kommt er runter, lässt er sich auch biegen und stellen. Prinzipiell ist er butterweich vom Handling her und obgleich nicht unfassbar gut gemuskelt auch beweglich. Er hat z.B. am Langzügel keine Probleme in der Richtung - übrigens auf beiden Händen nicht - und macht sich z.B. über'm Sprung auch rund.
    Er ist auch z.B. in der Hand nicht fest. Er kaut gut ab, gibt sich hin. Das ist alles kein Problem.

    Man merkt richtig, dass er nicht runter kommt, weil er gucken muss.
    Heißt: Im Schritt läuft er anständig v/a und tritt inzwischen auch ganz gut über (ist halt ein Shetty, man darf das nicht mit einem Hannoveraner oder so vergleichen, aber es ist wesentlich besser geworden). Trabt man an, nimmt er sofort den Kopf hoch und guckt. Man merkt das auch. Anschließend nimmt er im Verlauf auch nur den Kopf wieder in v/a-Position, wenn er weiß, dass er die Kraft benötigt, weil er sonst stolpern/fallen würde oder er halt ohnehin auf dem Boden gucken muss, weswegen die tiefere Kopfposition seiner Lage zuträglich ist.
    z.B. Trab -> Stange -> kurz vor der Stange geht der Kopf runter, teilweise wölbt er dann richtig in Araber-Manier übertrieben den Hals, dann merkt man: er hat sich verschätzt und muss genauer gucken. ist er über die Stange rüber, kommt der Kopf sofort wieder hoch.
    Beim Angaloppieren kommt er runter, weil er die Kraft zum Anspringen benötigt (so gut trainiert ist er dann eben doch nicht xD). Er weiß auch, dass er mehr Kraft hat, wenn er den Hals fallen lässt und die Hinterhand nutzt. Er macht das z.B. auch, wenn er vor der Schleppe läuft. Je anstrengender es wird, desto korrekter läuft er. Das heißt für mich: Das Prinzip ist verstanden.

    Ich habe die vermutung, dass er ein Problem mit der "Selbstständigkeit" hat. Am Langzügel etc. bin ich ja immer dran. Er hat meine hand, auf die er sich verlassen kann - das läuft. An der Longe aber ist er viel freier, er kann seine "Form" viel selbstständiger "gestalten" - ich glaube, das bereitet ihm Probleme. Dennoch muss er es ja lernen.

    Übrigens kann man ihn da auch mit einem sehenden Pferd nicht vergleichen. Seitengänge sind für ihn wirklich schwierig; er hat immer das Bedürfnis, sich so zu drehen, dass er mich sieht. Daher verunsichert ihn das meistens eher noch mehr. Wir nutzen das daher nur als Bodenarbeitslektion, wenn wir "sonst nichts zu tun haben", gehen da also mit ganz viel Zeit und Ruhe dran. Sonst kriegt er das nicht verknackt. Als Aufwärmübung ist das für ihn definitiv zu viel.

    Ist das Problem jetzt verständlicher?
     
  8. Julie

    Julie Bekanntes Mitglied

    Hat er das nur auf der Seite wo er schlechter sieht?

    Dann würd ich beim longieren einfach nah ran gehen, so auf 1-3 m Entfernung und am Kopf mitgehen mit ihm. Dann kannst du ihn gut mit deinem Körper und einer Touchiergerte einrahmen und bist auch immer dran und kannst ihm einfach mehr Sicherheit geben.

    Wo positionierst du dich denn in der Regel bei Seitengängen? Bei Seitengängen gibts ja viele Varianten zum lernen :S
     
  9. Eowin

    Eowin Hufschmied =)

    Nein, er macht das auf beiden Seiten. Aber er muss ja auch immer irgendwie gucken, wo er hin läuft.

    Vor ihm klappt, neben ihm ist die pure Katastrophe. Er hat auch lange gebraucht, bis er wusste, was ich von ihm wollte.
     
  10. Julie

    Julie Bekanntes Mitglied

    Dann würd ich wirklich einfach nah ran gehen. Denn wenn er am Langzügel durch die stete Verbindung sicher ist, sollte er diese Sicherheit auch gewinnen, wenn du beim longieren wirklich bei ihm bist, wo du auch besser einwirken kannst.

    Er muss zum Aufwärmen ja nicht die ganze Seite entlang im Seitengang dahinspazieren. Das von ihm zu verlangen wäre glaub ich Utopie. Aber wenn er nur auf jeder Hand jeweils 3 Schritte im Seitengang macht, bringts schon was. Und wenn er nur 2 korrekte Schritte schafft ists auch ok - auch das bringt schon was. Einfach versuchen, sobald er 2-3 korrekte Schritte macht Übung beenden. Das auf beiden Seiten und danach gibts erstmal kurz Pause, bevor man ans Longieren geht.

    Für mich hört sich das gerade einfach so als würde er sich einfach schwer tun dabei, weil er halt nur halb soviel sieht bzw durch diese "Behinderung" einfach auch verunsichert ist. Für ihn ist es glaub ich einfach wirklich Knochenarbeit die Konzentration zu behalten.

    Und generell einfach Abwechslung reinbringen. Du kannst grundsätzlich neben Übergängen (bei Übergängen auch immer wieder den Punkt wo der Übergang startet verschieben. zB einmal bei C, dann bei X, dann wieder in der Ecke etc pp) und Stangenarbeit auch Achten longieren, Zirkel verkleinern und vergrößern, Achten longieren, Volten verschieben, Tritte verlängern lassen, etc pp
    Dann muss er sich sowieso gleich mehr auf dich konzentrieren.

    So würds ich zumindest machen *shrug*
     
  11. Ravenna

    Ravenna I walk her path...

    Und wenn du erstmal auf die Doppellonge umsteigst? Klappt es dort das ganze auf die einfache Longenarbeit übertragen?
     
  12. Eowin

    Eowin Hufschmied =)

    jaa das sag ich ja. Sobald er sich auf mich verlassen kann, ist alles ok, aber Longe hat ja eine viel größere Selbstständigkeit, weswegen er auch mehr gucken muss, weil er sich ja nicht so sehr auf mich verlassen kann. Und das verunsichert ihn -> er glotzt -> er kommt hoch.
    Das Problem ist ganz klar, aber es ist uuuuunheimlich schwer, dagegen zu steuern, zumal er genau das ja auch lernen soll: mal selbstständig entscheiden zu können, selbstvertrauen bekommen.
    Da das für ihn auch sicher anstrengend ist, lasse ich ihn zwischendurch immer mal schritt gehen. Das funktioniert ja.

    Abwechslung haben wir an sich übrigens sehr viel =)
    Aber Seitengänge zum Aufwärmen sind für ihn wirklich nicht geeignet. 2, 3 korrekte Schritte zu jeder Seite - danach beenden wir die Übung völlig. Der Anspruch ist da einfach noch ein ganz anderer.
    Das ist mit ihm halt einfach alles etwas schwieriger als mit einem normal sehenden Pferd.
     

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