The ruins of war

Dieses Thema im Forum "Rollenspiele" wurde erstellt von Nymeria, 2 Sep. 2020.

  1. Nymeria

    Nymeria Mitglied

    ~Kurz vorab, das wird ein 2er RS. Bitte nicht böse sein. :p ~



    Sand, Staub und Ruinen. Mehr ist von diesem Land nicht mehr übrig.
    Jahrelang war der Krieg zwischen den Menschen, die über die Werwölfe Bescheid wussten, und eben diesen im Geheimen ausgetragen worden. Niemand hatte etwas davon bemerkt bis zu dem Moment der alles veränderte. Seitdem ist nichts mehr wie es war. Auch wenn andere Länder sich bereits anfangen zu erholen, lebt ihr in einem für Menschen lebensfeindlichen Gebiet. Das einzig gute daran ihr seid alles andere als einfache Menschen, denn ihr gehört den wenigen verbliebenen Werwölfen in dieser Gegend. Dabei unterscheidet man strikt zwischen den Geborenen und den Gewandelten. Lange bevor der Krieg gegen die Menschen geführt wurde hatten die Geborenen gegen die für sie unreinen Gewandelten immer wieder Angriffe geplant und durchgeführt. Seit jeher war es verachtete das reine Blut zu nutzen um Menschen mit einem Biss zu wandeln. Die Gewandelten waren unberechenbarer und somit deutlich gefährlicher jedoch lag das wohl meist einfach daran, dass keiner der Geborenen diese unter ihre Fittiche nahm wodurch sie quasi ins kalte Wasser geworfen wurden und selbst herausfinden musste wie man als Werwolf klar kam. Daher ist es bisher auch nur den erfahrensten unter den Geborenen gelungen eine Zwischenform, halb Mensch - halb Wolf, zu erlangen. Auch die Geborenen sind nicht unsterblich, allerdings stoppt der Alterungsprozess bei Werwölfen irgendwann uns ihr Körper verweilt in diesem Zustand bis sie den Tod finden.

    Doch zur Zeit versucht wohl jeder einfach nur irgendwie durch zu kommen auch wenn sich bereits wieder einige der Gruppen formieren. Nicht viele haben diesen Krieg unbeschadet überstanden welcher die ganze Welt erschüttert hat.


    Steckbrief
    Name:
    Alter:
    Geschlecht:
    Mensch/Wolf (gewandelt/geboren) :
    Aussehen:
    Aussehen Wolf:
    Charakter:
    Sonstiges:
     
  2. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Steckbrief
    Name: Julianna Byron
    Alter: 20 Jahre
    Geschlecht: weiblich
    Mensch/Wolf (gewandelt/geboren): Mensch (noch, bald Wolf gewandelt)
    Aussehen: Das rotbraune Haar ergießt sich in großen Wellen über ihre Schulter und hat einen kupfernen Schimmer. Ein paar schöner großer runder Augen sehen einem munter entgegen, ihre Farbe erinnert an einen klaren leuchtenden Bernstein und werden von einem dunklen dichten Wimpernkranz umrahmt. Ihr Körperbau ist wohl am besten als elegant zu bezeichnen und eine natürliche Grazie scheint ihren Bewegungen anzuhaften. Ihre weiblichen Kurven sind gut ausgebildet und lassen keinen Wunsch offen. Ihre Gesichtszüge sind ebenmäßig und sanft geformt, die Wangenknochen sind hoch angesetzt und die Augenbrauen scheinen die einzig scharfe Kurve aufzuweisen was Blicke von ihr umso eindrucksvoller macht. Sie gehört wahrlich auch nicht zu den Größten was die Körpergröße angeht, jedoch scheint ihr irgendetwas anzuhaften das sie allein mit ihrer warmen und freundlichen Ausstrahlung hervorstechen lässt. Ihre Haut ist von der täglichen Arbeit braun gebrannt, sie gehört jedoch zu den helleren Hauttypen.
    (Aussehen Wolf: Ihr Wolf wird ein ebenso rotbraunes Fell aufweisen wie ihr Haare in Menschenform, der Rücken überzogen von dunklen Stichelhaaren. Gesicht, Brust und Bauch haben Cremefarbene Abzeichen, während die Augen in Bernstein hervorleuchten.)
    Charakter: Julianna ist ein aufgewecktes und couragiertes Mädchen. Sie ist sehr fleißig und beinahe schon aufopferungsvoll was ihre Lieben angeht. Hat sich auch eine fröhliche Art erhalten, trotz der schwierigen Zeiten, versteht sich dadurch einen irgendwie immer aufzumuntern, zuweilen kann sie jedoch auch sehr sarkastisch sein.
    Sonstiges: Julianna arbeitet mit ihrer Familie auf einer Farm am Rande des Gebiets der Werwölfe als Mädchen für alles eigentlich. Sie bedient im Herrenhaus und arbeitet am Feld, etc. eben alles was so anfällt.
     
  3. Nymeria

    Nymeria Mitglied

    Steckbrief
    Name
    : Kenneth William Harrison (Ken)
    Alter: 126 (Äußeres hat mit 28 aufgehört sich zu ändern)
    Geschlecht: männlich
    Mensch/Wolf (gewandelt/geboren) : Als Wolf geboren
    Aussehen: Muskeln, ist wohl das erste was man denkt wenn man dem hochgewachsen und äußerst gut gebauten Mann begegnet. Seine dunkelbraunen, fast schwarzen Haaren, fallen ihm wenn sie nicht zusammengebunden sind bis kurz über die Schultern. Diese verleihen ihm gemeinsam mit seinen ebenso dunklen Augen einen eher düsteren Ausdruck und spätestens wenn man die Narben, welche seinen Körper zieren, entdeckt schrillen auch bei den Mutigsten alle Alarmglocken. Seine hohen Wangenknochen, die gerade Nase und der wohlgeformte Mund mit einer leicht volleren Unter- als Oberlippe sind jedoch alles andere als hässlich. Trotz der offensichtlichen Gefahr die er ausstrahlt ist er ebenso attraktiv und wirkt auf viele Frauen sehr anziehend. In seinem Nacken befindet sich ein kleines Mal welches ihn als Geborenen kennzeichnet und welcher Familie er entstammt. Es sieht fast aus wie eine Narbe doch wenn man genauer hinsieht kann man erkennen, dass es sich dabei um ein eine kleine Krone mit der Initiale H. handelt.
    Aussehen Wolf: Im Gegensatz zu der düsteren Erscheinung in seiner Menschengestalt wirkt er nun fast unscheinbar. Jedoch nur auf den ersten Blick, den auch seine normale Wolfsgestalt ist sehr einschüchternden. Die Narben werden zwar teilweise durch das lange Fell verdeckt doch eine etwas größere verläuft direkt über seine Schnauze. Die Augen sind ein wenig heller aber ebenso durchdringend. Sein eigentlich sandfarbenes Fell weist einige etwas dunklere Akzente auf.
    In seiner Zwischenform hat er die gleiche Farbe wie in einfacher Wolfsgestalt und ist sogar noch ein kleines Stück größer als in seiner Menschengestalt.
    Charakter: Ken ist geprägt von seinem Leben das sieht man ihm nicht nur an sondern spürt es auch an seinem Verhalten. Er ist, eher untypisch für einen Wolf, ein Einzelgänger. Hält sich soweit er kann aus allem raus.
    Sonstiges: Im großen Krieg der alles veränderte hat er den letzten Rest seiner Familie verloren und lebt seitdem als Nomade.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2 Sep. 2020
  4. Nymeria

    Nymeria Mitglied

    Ken

    Seit einigen Tagen war ich nun auf dem Weg gen Süden. Dort hatte sich eine Gruppe junger Geborener versammelt und auch wenn ich mich versuchte aus allem heraus zu halten so hatte meinem Vater bevor er starb ein Versprechen gegeben. Ich war schon lange nicht mehr auf gleichaltrige getroffen, daher war es wohl umso wichtiger die Jungen einzuweisen auch wenn alles in mir sich dagegen sträubte. Es lag mir nicht in Gesellschaft zu leben so zog ich das Leben als Einzelgänger vor und stattete solchen Gruppierungen oder Rudeln immer nur kurze Besuche ab. Dazu kam, dass ich niemand war der sich irgendjemanden unterordnete. Meist reiste ich in der Gestalt des Wolfes da dieser unauffälliger war denn solange ich nicht näher an Menschen heran kam wirkte ich fast unscheinbar. Allerdings nur solange ich weit genug entfernt war und niemand einen genaueren Blick auf mich warf. Unterwegs war ich immer mal wieder vereinzelt auf Gewandelten getroffen und solange sie mich nicht angriffen ignorierte ich sie. Also Geborener konnte man irgendwann bereits am Geruch erkennen mit wem man es zu tun hatte.

    Mein Weg führte mich an einer Farm vorbei und es schlug mir bereits der Geruch vom Wolfsgebiet entgegen. Normale Menschen wie es diese auf den Feldern waren bemerkten so etwas nicht, doch mit meinen umso ausgeprägten Sinne wie ich sie in der Wolfsgestalt besaß bemerkte die Markierungen noch ehe ich in direkter Nähe war.
    Ich ließ meinen Blick über das Herrenhaus wandern. Diese Gegend schien wohl ein wenig verschont geblieben zu sein, was wohl einer der Gründe war warum die Geborenen sich hierher zurückgezogen hatten. Doch etwas das ich gerochen hatte ließ mich vorsichtig bleiben. Auf alles vorbereitet, jedoch ohne mir etwas anmerken zu lassen trabte ich in Richtung der Grenze.
    Ihr Geruch verriet sie bereits bevor sie auf den Felsvorsprung traten.
    Die fünf Jungwölfe bauten sich über mir auf was mir jedoch lediglich ein nachlässiges Knurren entlockte, sie hatten ja keine Ahnung mit wem sie es zu tun hatten. Was mich allerdings verwunderte war die Tatsache, dass sich zwei Gewandelte unter ihnen befanden. Dies konnte man nicht nur an ihrem Geruch erkennen denn sie waren auch wesentlich unruhiger und knurrte leise vor sich hin. Ein fast schwarzer Wolf trat noch einen Schritt nach vorne und knurrte um klarzustellen, dass er hier der Chef war. Doch wäre ich in dieser Gestalt fähig zu lachen hätte ich ihn wohl ausgelacht. Sein mickriger Versuch sollte mir jedoch wohl wirklich Angst einjagen denn die anderen stimmten etwas leiser mit ein. Nun war ich an der Reihe mich in voller Größe aufzubauen und gab ein tiefes, gereiztes Knurren von mir. Vermutlich waren diese Jungspunde seit dem Krieg keinem so erfahrenen Wolf begegnet der dazu die Gene eines Alphas in sich trug. Auch wenn die Gewandelten nicht direkt wussten was los war, klemmten sie nach einem Moment ebenso wie die anderen ihre Schwänze zwischen die Beine und senkten ihren Kopf. Sie sprangen von dem kleinen Vorsprung herunter und wollten mich über die Grenze führen. Noch immer misstrauisch folgte ich ihnen jedoch. Zumindest die Geborenen sollten wissen, dass sie auch zu fünft eher wenige Chancen gegen mich hatten.
     
  5. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Julianna

    Sanft wiegte ich meinen Kopf zur Seite, vertieft in meine eigenen Gedanken. Mein Rücken und die Knie schmerzten ob der ständig gebückten und knienden Haltung und die Sonne meinte es wohl heute wieder extra gut. Ich hob meinen Kopf, wischte mit dem Unterarm über meine Schweißnasse Stirn, dabei hob der aus Stroh geflochtene Sonnenhut sich etwas. Ein Windstoß kam auf, erfasste die Kopfbedeckung und fegte sie von meinem Kopf. Mein Blick folgte dem fliegenden Hut und ein Lächeln kam über meine Lippen, als ich mich aufrappelte und ihm nachjagte. Verwirrt blickten die anderen Arbeiter hoch und sahen mir für einen Moment nach, wie ich versuchte dem Wind meinen Hut wieder abzuluchsen. Manche schüttelten bei der Kinderei nur wenig verständnisvoll den Kopf und wandten sich auch gleich wieder ihrer Arbeit zu. Anderen entlockte es doch selbst ein kichern. "Bleib hier!" rief ich irgendwann und schließlich kam der Hut am Rande des Feldes zum liegen, als der Wind wieder nachließ. "Freches Ding du!" scholt ich ihn mit einem kichern und bückte mich danach. Vorsichtig hob ich ihn an und klopfte den Staub etwas ab. Mein Blick folgte dem Hügel hinauf, dahinter begann Wolfsgebiet, kein Mensch der bei klaren Verstand war -oder nicht eines grausamen Todes sterben wollte- ging dort freiwillig hin. Natürlich war es manchmal doch ziemlich beängstigend so nah neben diesen Bestien zu wohnen und hie und da hatten wir schon den Verlust von dem einen oder anderen Stück Vieh zu beklagen, aber alles in allem war der Boden hier wenigstens fruchtbar genug um regelmäßige Ernten einzubringen und es gab genug Wiesen rund herum um das Vieh gut über das Jahr zu bringen. Tatsächlich verdiente der Master viel Geld mit dem Verkauf von dem Fleisch und anderen Lebensmittel. Was der Grund war wieso er sich so ein prächtiges Haus und die 'Arbeiter' leisten konnte... Nun im Grunde arbeiteten wir nur gegen Kost und Logie. Meine ganze Familie war hier und ich war auf der Farm aufgewachsen. Sklaverei? Nun ja... vielleicht ein ganz kleines wenig, wenn wir ehrlich waren, aber für uns gab es auch keinen anderen Ort an den wir konnten. Wir hatten es gut hier, ein sicheres Plätzchen zum schlafen und genug zu Essen um nicht hungern zu müssen. So war das eben zur heutigen Zeit... Zumal die Hausherrin einen kleinen Narren an mir als Kind gefressen hatte und ich das Lesen und Schreiben bei ihr hatte lernen dürfen. Ich wiederum gab es an meine Geschwister und die anderen Kinder weiter so gut ich eben konnte.

    Es war kein einfaches, aber ein gutes Leben! Mit dem Blick in die Ferne, spürte ich wie mein Herz meine Worte Lügen strafte. Die Sehnsucht nach mehr war da. Ich fragte mich ständig, ob das hier wirklich schon alles gewesen war. Jahr für Jahr der gleiche Trott, zumal meine Eltern darauf warteten das ich mir einen Partner aussuchte. Es gab schon den einen oder anderen feschen Mann hier der mir durchaus gefiel -sie waren jedoch alles andere als helle auf der Platte. "Alles in Ordnung Juli?" es war die Stimme von Matt hinter mir. Er war einer der Vorarbeiter und machte mir schon des längeren hübsche Augen. Mein Kopf flog zu ihm herum und ich schenkte ihm ein sachtes Lächeln, nickte dabei. "Ja, mir ist nur mein Hut ausgerissen!" meinte ich und hob die Hand in der ich noch immer den Sonnenschutz hielt. Mein Blick glitt über das durchaus hübsche Gesicht hinab, zu der Armbrust die er umhängen hatte, zu dem hübschen roten Pony das er ritt. Ich trat auf ihn zu, strich zärtlich über den Hals des Pferdes. "Der Master möchte das du uns zum Viehtrieb begleitest", sagte er und sah auf mich von seinem Pferd hinunter. Er beugte sich vor, nahm die Haarsträhne die sich aus dem Knoten gelöst hatte und wickelte sie um seinen Finger. Ich spürte wie meine Wangen sich dabei röteten und seine Nähe ein Gefühl von Unbehagen in mir auslöste. "Ok", hauchte ich und konzentrierte mich auf den Pferdehals vor mir, sortierte die hübsche Mähne. Matt indes neigte sich weiter vor und ich spürte seinen Atem an meinen Nacken. "Du siehst heute wieder wunderschön aus", raunte er mir zu und ich schluckte gegen den Kloß in meinem Hals. "Das ist lieb von dir", war meine Antwort darauf und ich zwang mich zum Lächeln. "Wir sollten den Master nicht warten lassen!" meinte ich dann mit einem fröhlichen Lächeln und machte schnelle Schritte zur Seite. Er schien erst etwas verärgert darüber das ich nicht bei ihm geblieben war, doch er nickte dann ebenfalls mit einem Lächeln. "Dann schwing deinen niedlichen Hintern mal rüber in den Stall!" meinte er und genau das tat ich. Froh dem was er wohl noch vor gehabt hatte entkommen zu sein. Versteht mich nicht falsch, Matt war wirklich heiß und das alles.. .aber da war etwas an ihm das mich eher auf der Hut sein ließ, als das ich das Spiel wirklich genießen konnte.
    Beim Stall angekommen wurde mir eine graue kleine Stute und ebenso eine Armbrust mit Köcher überreicht. Die Armbrust war dafür da um sich die Wölfe -wenn sie mal wieder zu mutig wurden- vom Hals zu halten! Natürlich trug ich noch ein Messer bei mir, das tat jeder, aber dennoch war das Gefühl der Waffe um meine Schultern doch sehr beruhigend. Ich zog mich in den Sattel und gesellte mich zu der Gruppe vor dem Pferch. Wir besprachen nochmal auf welche Weide es ging, bevor die Rinder raus gelassen wurden und wir die sicheren Wände der Farm verließen um die Tiere auf den Weidegrund zu führen.
     
  6. Nymeria

    Nymeria Mitglied

    Kenneth

    Als wir das Lager der Gruppe erreichten traten bereits einige auf uns zu, alle in Menschengestalt. Auch meine fünf Begleiter machten sich daran ihre Gestalt zu ändern. Allein anhand der Wandlung könnte man erkennen wie unerfahren sie sein müssten denn diese dauerte wesentlich länger als bei mir. Ich ließ meinen Blick für einen Moment schweifen bevor auch ich meine Gestalt änderte. Ich hieß den kurz aufkommenden Schmerz und die Hitze willkommen bevor mein Körper sich auch schon gewandelt hatte. Nackt so wie Gott oder wer auch immer mich geschaffen hatte stand ich nun ebenso wie die anderen fünf dort und sah erneut in die Runde. Wieder keine bekannten Gesichter doch diese Gruppe bestand nicht nur aus Männern, auch zwei Frauen standen etwas abseits. Allerdings waren auch diese keine Geborenen sondern gewandelt worden. "Mein Name ist Kenneth William Harrison, Sohn des Alpha Harrison." Ein Raunen ging durch die Menge, mein Vater war quasi sowas wie ne Legende. Er war einer der letzten Alpha hier im Süden gewesen. Ein junger Mann der jedoch im Vergleich zu den anderen kein ganz so junges Wölfchen mehr war trat nach vorne und auf mich zu. "Wir brauchen hier keinen Alpha der Geborenen der uns rum kommandiert. " Seine Stimme war rau und hatte etwas widerlichen an sich "Ich bin Ray und du Alphasohn bist nur willkommen so lange du dich um deinen Kram kümmerst. Verstanden?" Die fünf von vorhin zuckten bereits zusammen und ich überlegte noch ob es nur sein jugendlicher Leichtsinn war oder ob er mich gerade tatsächlich herausgefordert hatte. Ohne groß zu zögern wechselte ich erneut die Form, jedoch anstatt zu einem einfachen Wolf befand ich mich nun in der Halbform so konnte ich weiterhin mit ihm kommunizieren und würde ihn wohl genügend Angst einjagen, dass er es nicht noch einmal wagte mir zu sagen was ich tun oder viel mehr lassen sollte. Sobald ich ihn mit meinen dunklen Augen anstarrte neigte er ebenso wie alle anderen die Köpfe. Insgeheim hasste ich solche Machtdemonstrationen doch wenn ich nicht so handelte könnte mir sie Meute im schlimmsten Fall tatsächlich gefährlich werden denn seit dem Krieg waren die Jungen ohne Führung und gefährlicher als je zuvor, vorallem da diese Gruppe sowohl aus Geborenen als auch Gewandelten bestand. Ich behielt diese Form noch einen Moment bei ehe ich wieder als Mensch vor ihnen stand. "Ich möchte nur Antworten auf all meine Fragen und euch vielleicht ein paar Manieren beibringen. Die Ältesten würden sich in ihren Gräbern rumdrehen wenn sie euch sehen könnten." Mit gerunzelten Stirn folgte ich Ray der mir andeutete ihm zu folgen. Sie hatten die Ruinen genutzt um provisorische Behausungen zu bauen. Hier wollte ich schnellstmöglich wieder fort doch die Tatsache, dass Geborene mit Gewandelten hier friedlich zu leben schienen verwunderte mich und ich würde dieser Tatsache gleich als erstes nachgehen. "Warum leben Gewandelte unter euch?" Meine Frage war direkt als Ray mir etwas Kleidung reichte welche ich anzog. Doch mein Blick ruhte noch immer auf dem, wie er mir erzählt hatte, gerade mal 55 Jahre alten Wolf. Dieser wirkte plötzlich mehr als nervös "Nun..also..eigentlich sollten es nur Frauen werden...die Jungs von vorhin das waren eher Unfälle. Aber du weißt doch selbst wie es ist. Wir sind nur noch wenige und wenn sie Menschen sich erholt haben wird es erneut einen Krieg geben für den müssen wir gewappnet sein. Mit neuen Frauen können wir wenigsten wieder Geborene zeugen. " Wut kochte in mir hoch "Habt ihr nichts aber auch gar nichts aus dem Krieg gelernt?" Zischte ich ihm entgegen "Wir brauchen keine Armeen wir sollten lieber dafür Sorgen den Menschen nicht wieder etliche Gründe zu liefern Jagd auf uns zu machen verdammt!" Ich war außer mir, denn auch wenn ich selbst ein Werwolf war wusste ich, dass der ganze Krieg allein auf unsere Kappe ging. Jahrhunderte lang hatten wir friedlich ohne, dass die Menschen auch nur ahnten was oder wer wir waren. Bis einige die ersten Menschen wandelten. Je mehr es wurden umso schwieriger wurde es diese in den Griff zu bekommen denn oft waren sie einfach unberechenbar. "Das hat ein Ende, es wird niemand mehr gewandelt." Meine Stimme war fest und auch wenn ich ihn nicht anschrie zuckte er bei meinen Worten zusammen. "Sie sind vorhin los...um...Neue zu holen...also Menschen.." Ich ließ einen Wutschrei los "Bringt mich hin damit ich es verhindern kann! Das Ganze hört sofort auf sonst könnte ihr euer Lager bald wieder abschlagen und ich glaube kaum, dass das euer Plan war." Ray sah mir stumm entgegen bis er schließlich doch antwortete "Einer hat sich unter die Arbeiter bei der Farm gemischt, sie bringen das Vieh auf eine Weide und wollen die Frauen die dabei sind mitnehmen." "Zeig mir wo!" Ray nickte bloß und entledigte sich seiner Kleider. Ich achtete nicht weiter auf meine sondern wandelte mich sofort. Ray rannte los, er war ein dunkelgrauer Wolf, und ich folgte ihm. Unter den verwirrten Blicken der anderen verließen wir das Lager und rannten so schnell wir konnten "Allesamt Idioten." schoss es mir durch den Kopf und ich hoffte wir wären noch rechtzeitig dort. Es konnte nicht sein, dass niemand aus diesem so verheerenden Krieg gelernt hatte.
     
  7. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Julianna

    Ich tätschelte den Hals der Stute die munter unter mir dahin ging. Es war ein braves Tier, ich war schon öfter auf ihr geritten um beim treiben der Ringer zu helfen oder auch im Auftrag der Hausherrin Besorgungen in der nächsten Siedlung zu tätigen. Ich lenkte sie zur Seite, schnalzte mit der Zunge und stieß einen Ruf aus um die Kuh die sich von der Gruppe trennen wollte zurück zu führen. Ich übersah die Herde, sah nach den anderen Reitern. Diese Arbeit mochte ich gerne, ich war viel an der frischen Luft, aber auf den Rücken eines Pferdes war es eben wieder was anderes. Wenn auch nicht minder Anstrengend. Ich drückte die Schenkel zusammen, ließ die kleine Stute im Galopp nachsetzen. Ich drehte meinen Kopf da ich mir eingebildet hatte in meinen Augenwinkeln eine Bewegung gesehen zu haben, ich runzelte die Stirn und wandte mich wieder nach vorne. Nach knappen zwei Stunden hatten wir unser Ziel erreicht und die Kühe breiteten sich auf der Wiese aus. Zufrieden ließ ich meinen Blick über die friedlichen Tiere gleiten, bevor ich mein Pferd abwandte und es hinunter zu dem kleinen Bach leitete. Ich zügelte sie davor und glitt aus dem Sattel, rieb kurz meinen Hintern, schüttelte die Beine aus und klopfte die Jeans etwas ab. Während das Pferd seinen Kopf senkte und trank, ging ich selbst auf die Knie. Ich wusch mein Gesicht und füllte meine Wasserflasche wieder auf. Danach richtete ich mich auf und ließ meinen Blick herum gehen, zupfte das dunkle Shirt zurecht. "Na dann wollen wir wieder zurück zu den anderen hm?" meinte ich und strich über das weiche Näschen. Artig folgte mir das Tier zurück zu der Gruppe, ich lächelte den anderen freundlich entgegen als wir uns näherten. Sah das noch drei andere Frauen mit dabei waren. Ich meine es kam ja vor das wir die Arbeit übernahmen, aber in der Regel übernahmen es doch mehr die Männer. Irrte ich mich oder war es bis auf die Geräusche der Kühe seltsam still? Ich zuckte mit den Schultern und tat es ab. Wir nahmen eine kleine Mahlzeit ein und währenddessen ließ ich meinen Blick immer weider über die Ebene schweifen. Ich lehnte mich zurück und biss von dem Sandwich ab, nachdem ich es aufgegessen hatte sah ich wie eine der jüngeren Tiere sich von der Gruppe absonderte und in den Wald eintauchte. "Ich kümmere mich darum!" meldete ich gleich fröhlich, während ich aufsprang. "Warte Juli, lass mich..." Ich sah Thomas an und winkte nur ab. "Ach Qutasch, ich bin doch schon mit dem Essen fertig!" meinte ich und stieg schon in den Sattel der Stute. Ich schnalzte mit der Zunge und wir nahmen die Verfolgung der Kuh auf. Tauchten in das Unterholz ein und ich lauschte. "Ok Süße wo bist du nun hin gelaufen?" fragte ich leise in den Wald und da hörte ich auch schon ein Knacken. Mein Kopf fuhr herum und ein Gefühl sagte mir, ich sollte klug sein und einfach kehrt machen. Doch wollte ich die Aufgabe die ich übernommen hatte auch richtig machen! Die Stute schnaufte unter mir und kaute angeregt auf der Trense, ich spürte das sie angespannt war. Da hörte ich das muhen der Kuh und folgte ihm rasch, fand Berta -den Namen hatte ich ihr gerade eben gegeben- beim naschen von einem Heidelbeerstrauch. Ich schüttelte nur leise lachend den Kopf. "Du bist ein Feinschmecker hm?" meinte ich und löste den Strick den ich am Sattel hatte. "Aber es ist nicht gut, wenn wir soweit weg von deinen Freundinnen sind Berta, besser wir kehren gleich..." redete ich weiter und stoppte mitten im Satz. Da war es doch schon wieder gewesen...
    Das Lächeln auf meinem Gesicht schwand und ich griff automatisch nach der Armbrust die ich umgehängt hatte. Ein Bolzen war schon eingelegt und ich entsicherte sie nur noch. Hob sie an, während mein Blick herum ging. Die Stute spitzte die Ohren und tänzelte näher an die Kuh heran, als würde diese sie besser schützen können als ich. Nah... vielleicht auch gar nicht so abwegig. Meine Zähne presste ich hart aufeinander und hielt sogar die Luft an um besser lauschen zu können. Langsam machte ich einen Schritt und drehte mich um mich selber.
    Ich schluckte und meine Hände wurden etwas schwitzig. Dann hörte ich das Getrampel von Tieren und aufgebrachte Rufe, ein regelrechter Tumult war zu vernehmen. Was war auf einmal los? Doch noch bevor ich nachsehen konnte, hörte ich hinter mir ein tiefes Grollen. Ein eiskalter Schauer lief über meinen Rücken und ich drehte mich mit wachsenden Horror um. Begegnete dem Blick eines großen hellen Wolfes. Ach du... Er hatte seine Zähne blank, der Rückenkamm vollkommen aufgestellt kam er immer näher. Ich schluckte und schüttelte die Starre von mir. "Ok Wolfie! Wenn du nicht einen Bolzen in deinem Pelz haben willst, dann würde ich an deiner Statt ganz schnell abhauen!" kam Großspurig aus mir. Meine Stimme zitterte und dennoch war ich entschlossen mich nicht hier zerschnetzeln zu lassen!
    Das Knurren des Tieres vor mir wurde nur lauter, während ich langsam einen Schritt zurück machte. F.uck! In meinem Kopf kreisten die Gedanken und dann ging alles irgendwie verdammt schnell!
    Während ich noch versuchte Abstand zu dem Tier zu gewinnen und ihn möglichst nicht zu meinem Pferd zu führen, sprang der Wolf mich an. Ich fiel nach hinten um, im gleichen Moment löste sich der Bolzen von der Waffe. Ich kniff die Augen zusammen, wollte nicht mit ansehen wie der Wolf mich bei lebendigen Leib zerfetzte. Doch... es passierte nichts. Spürte nur das Brennen an meinem Oberarm und das Gewicht auf mir. Ich riss meine Augen auf und wand mich schnell unter dem winselnden Häufchen hervor. Kroch rückwärts über den Waldboden. Der Bolzen ragte aus der Brust des Wolfes. Oh Gott, oh Gott, oh Gott! Panik erfasste mich und rappelte mich auf zitternden Beinen hoch. Zu meinem Glück hatten sich die Zügel der Stute an Ästen verfangen und sie am weglaufen gehindert. Eilig löste ich den Knoten und zog mich hoch, noch während die Stute zur Seite tänzelte. Sie bockte als ich ihr die Fersen gab, bevor sie sich streckte und wir im vollen Galopp davon stoben. Tut mir leid Berta... Wenn sie klug war, war die dämliche Kuh zur Herde zurückgelaufen, wenn nicht... konnte ich ihr jetzt auch nicht helfen.
     
  8. Nymeria

    Nymeria Mitglied

    Kenneth

    Bereits aus einiger Entfernung konnte ich den Lärm hören. Aufgeregte Kühe, Männer und Frauen die herum brüllten während die Wölfe sie wohl mit ihrem Knurren trieben wie die Menschen zuvor das Vieh. Sie wollten sie auseinander scheuchen um die ausgewählten Menschen beißen zu können. Schließlich konnte jeder Mensch selbst wenn er eine Waffe besaß in der Regel nur auf einen einzigen Wolf zielen und nicht auf alle gleichzeitig. Da ich nun wusste wo ich hin musste preschte ich an Ray vorbei und flog fast durch das Unterholz. Mit einem kräftigen Heulen machte ich bereits auf mich aufmerksam, auch Ray stimmte mit ein und würde hoffentlich schlimmeres verhindern können. Kurz bevor ich das Feld erreichte schnappte ich den Geruch von frischem Blut auf, doch darum würde ich mich später kümmern. Glücklicherweise hatten sich die übrigen Wölfe bereits zurückgezogen und kamen mir und Ray, der mich kurze Zeit später erreichte, entgegen. Wir sammelten uns wobei mir ein Blick auf die Weide verriet, dass die übrig gebliebenen Menschen versuchten die aufgeschreckten Rinder zusammenzutreiben und die Wölfe nicht verfolgten. Gerade als ich mich verwandeln wollte, da es in Wolfsgestalt schwerer war sich mit Fremden zu verständigen, stach mir erneut der Geruch des Blutes in die Nase. Vorsichtig folgte ich der Fährte und entdeckte einen jungen Wolf dem ein Bolzen in der Brust steckte. Meine Verwandlung setzte bereits ein und ich ließ für den kurzen Moment den Schmerz und die Hitze durch meinen Körper strömen. Mit festem, sicheren Griff packte ich den Bolzen. Er war nicht präpariert daher würde seine Wunde auch wieder heilen. Doch ihm haftete noch ein weiterer Geruch an. Eine Frau, schoss es mir durch den Kopf denn der Duft war im Gegensatz zu dem von Männern eher ein wenig süßlich und glich dem von Blumen. "Hast die sie gebissen?" Knurrte ich dem noch immer am Boden liegenden Wolf entgegen. Ich packte ihn auf meine Schultern und lief zu den anderen zurück denn jetzt würde er mir wohl keine Antwort liefern. Kochend vor Wut baute ich mir vor den übrigen Wölfen inklusive Ray nun auf, auch wenn ich nur nackt und in Menschengestalt vor ihnen stand zuckten sie bei den ersten Worten bereits merklich zusammen "Was seid ihr für ein verdammter Haufen von Idioten! Was habt ihr euch dabei gedacht Menschen zu wandeln?! Habt ihr nichts aus diesem Krieg gelernt der die meisten von euch zu Waisen gemacht hat?" Mein Stimme schallte durch den kleinen Wald. Ich atmete tief durch "Habt ihr jemanden gebissen?" Ich machte, den wolf noch immer auf den Schultern, einen Schritt auf sie zu und starrte jedem einzelnen in die Augen doch scheinbar hatten wir schlimmeres verhindern können. Um jedoch sicher sein zu können würde ich eine Weile bei der Farm Wache halten. "Und jetzt fort und Lager ihr Dummköpfe!" Knurrte ich ihnen entgegen und sie setzten sich sofort in Bewegung. Wenigstens hatte ich den Geruch der Frau aufschnappen können so konnte ich mich vorerst auf diesen konzentrieren und würde merken wenn sie gebissen worden wäre. Zuerst musste ich diesen Trottel jedoch zurück bringen. Als Mensch wäre ich viel zu langsam gewesen daher wandelte ich mich zur Halbform so konnte ich schneller laufen und war auch um einiges stärker. Ich achtete darauf, dass ich niemandem von den Farmerleuten begegnete und auch generell ungesehen blieb. Erst kurz vor der Grenze nahm ich wieder meine menschliche Gestalt an und joggte die letzten Meter locker bis zum Lager. "Wenn er zu sich kommt will ich ihn sprechen." Knurrte ich und legte den Wolf in einer der Unterkünfte ab. Ray kam mir bereits in Kleidung entgegen und wollte ansetzen etwas zu sagen doch ich hob die Hand und winkte ab. Abermals ließ ich Schmerz und Hitze durch meinen Körper strömen ehe ich die Gestalt des sandfarbenen Wolfes annahm. Ich würde mir unterwegs einen Hasen besorgen und einen Fluss gab es auch. Es war nicht ungewöhnlich, dass ich mich in dieser Gestalt ernährte, es war für mich ganz natürlich. Der Gedanke an die gemeinsamen Jagden mit der Familie, meinen kleinen Schwestern versetzte mir einen schmerzhaften Stich. Um diesen loszuwerden schüttelte ich meinen Kopf und legte etwas an Tempo zu. Noch hatte ich Zeit und konnte erst jagen bevor ich Wache halten würde.
     
  9. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Julianna

    In einem schnellen Tempo trommelten die Hufe der kleinen Stute auf den Boden, sie streckte sich noch etwas mehr und sie lief als ob der Leibhaftige selbst hinter uns her wäre. Bei jedem Galoppsprung schnaubte sie, die Ohren waren dicht an angelegt. Man konnte sagen was man wollte, dafür das die Stute so klein war, war sie schnell und flink wie kaum ein anderes Tier im Stall. Ich wusste nicht wie lange sie schon gelaufen war, als ich es das erste Mal wagte über meine Schulter zu schauen. Wir wurden nicht verfolgt, es waren keine schnarrenden Wölfe zu hören, kein Heulen das mir folgte und so zügelte ich die kleine Stute. Widerwillig stemmte sie sich einen Moment gegen den Zügel, gab dann schließlich nach und verlangsamte schwer pumpend ihre Schritte. Ich glitt aus dem Sattel und begutachtete sie schnell. Ihr Körper wippte vor und zurück durch das heftige Atmen. Ich strich über Stirn und lehnte mich erschöpft gegen sie. Zischte auf als mein Oberarm sie berührte. Während ich den Kopf danach wandte, schob ich die Schulter etwas vor. "Oh..." machte ich und erst jetzt spürte ich das pulsieren der Wunde und das klebrige Gefühl des Blutes. Ich hob meine andere Hand hoch und betastete vorsichtig die blutigen Wunden. Gebissen oder gekratzt? Ich konnte es nicht mehr so recht sagen. Dafür war es zu Blut verschmiert und die Ränder zu ausgefranst. Nach Bissspuren sah es nicht so richtig aus, was aber auch daran liegen konnte weil der Wolf ja mehr gefallen war als sonst was... Mir wurde etwas übel, denn ich wusste was die Leute auf der Farm mit Menschen machten die tatsächlich von einem Werwolf gebissen worden waren. War es ein Werwolf gewesen? Nun, ein normaler Wolf wäre lange nicht so aggressiv gewesen oder? Wenn ich ehrlich sein sollte... ich hatte mich genau kaum bis gar nicht mit diesen Kreaturen auseinander gesetzt. Alles was ich je gewusst hatte war, das sie unser Vieh und teilweise auch Menschen stahlen und sie somit als Ungeziefer zu behandeln waren. Von dem Krieg der vor einigen Jahren beinahe alles zerstört hatte gar nicht zu sprechen. Ich presste meine Lippen fest aufeinander und versuchte halbwegs ruhig zu bleiben. Doch war da diese kleine aber doch nicht ganz unwichtige Angst um mein Leben. Ich schluckte und kämpfte mit den Tränen. Verdammt, tat das weh!
    Ok, ok... Juli schön ruhig bleiben! Denk nach! Ich atmete zittrig ein und aus und begann auf und ab zu laufen. Die Stute sah mich an als wäre ich nicht mehr ganz bei Trost und ja vermutlich war ich gerade etwas durch den Wind. Erstmal musste ich die Wunde säubern, denn mit all dem Blut am Arm würde es nur allzu schnell auffallen, dann musste ich das Ganze irgendwie so verdecken, das man nichts sah... Zumindest bis ich sicher sein könnte das auch wirklich nichts war. Bis raus kam dass das vorhin nur ein einfacher Köter war und ich nicht... Nein! Nein ich wollte darüber wirklich nicht nachdenken.
    Ich nahm die Zügel der Stute und führte sie so weiter, damit sie sich erstmal erholen konnte. Nicht unweit von hier gab es einen kleinen Teich, an dem ich mich niederkniete um mich um die Verletzung zu kümmern. Unzählige Gedanken schossen dabei durch meinen Kopf und ich hielt die blutigen Tücher in den Händen und sah mich um. Mitnehmen erschien mir unklug, weswegen ich kurzerhand einfach mit den Händen ein Loch buddelte und diese dort vergrub. Nur gut das ich in den Satteltaschen immer ein erste Hilfe Set mitführte und mir halbwegs vernünftig einen Verband anlegen konnte. Je sauberer das Ding geworden war, desto übler wurde mein Gefühl. Zum Schluss noch das Problem das ich ein Tanktop an hatte und da ebenfalls Blut drauf war. Mein Blick glitt zum Sattel und beinahe hätte ich vor Erleichterung die Hände zusammen geschlagen. Ich hatte an meine Jacke gedacht, es war zwar nicht sonderlich kalt, aber fragen würde nach einem langen Ritt auch keiner! Also schlüpfte ich kurzerhand hinein, ließ sie aber offen. Ich nickte zufrieden und setzte meinen Weg Heim fort. Vor lauter Panik hatte ich gar nicht bedacht das die Anderen noch mit den Rindern da draußen waren und so musste ich erstmal erklären wieso ich alleine da war. Natürlich erzählte ich das wir von Wölfen überfallen worden waren und mir einer nachgejagt war und ich deswegen von der Gruppe getrennt wurde.

    Nachdem ich die Stute versorgt hatte, zog ich mich rasch zurück. Zuerst hatte ich gedacht, dass das doch alles einfach werden würde, doch die Wunde setzte mir von Minute zu Minute immer mehr zu. Das Brennen war nicht mehr nur oberflächlich, sondern schien bis auf den Knochen wie Säure nieder zu gehen. Die Option eine Säge zu nehmen um mir den Arm abzusägen schien immer attraktiver zu werden... Es brachte wirklich nichts irgendwas zu beschönigen, ich hatte eine Sch.eiß Angst! Hier alleine in meiner kleinen Kammer, schälte ich mich aus meiner Jacke und löste den Verband. Verzog das Gesicht als ich die knallroten Ränder sah. Sie war heiß und mit einem Mal fühlte ich mich einfach nur noch erledigt und unendlich müde. Meine Beine zitterten und ich schaffte es noch einen frischen Verband und ein langärmliges Shirt anzuziehen, bevor ich auf mein Lager sank. Schwindel hatte mich gepackt, jener Schwindel wo sich alles nur noch schneller drehte wenn man die Augen zumachte, aber anders als bei einem Rausch half es nichts ein Bein rauszustellen um die Welt zu bremsen. "F.uck!" keuchte ich und ein feiner Schweißfilm überzog meinen Körper. Irgendwann hörte ich es an meiner Tür klopfen und meine Mutter fragte besorgt nach ob alles in Ordnung sei. "Ja! Alles gut! Wohl nur der Schock", wehrte ich sie ab und schaffte es sogar mich halbwegs in Ordnung anzuhören. Sie ging wieder mit dem Versprechen das sie mir später noch Suppe bringen würde und ich mich ausruhen sollte. Ich presste meine Lippen aufeinander und konnte gerade nicht verhindern das mir die Tränen in den Augenwinkeln standen. Ich hatte Angst vor dem was mit mir passierte, fürchtete mich einerseits davor zu sterben und andererseits noch mehr vor dem Ungewissen. Doch sagen konnte ich auch nichts, konnte und wollte meine Familie mit diesem Wissen nicht noch Probleme bereiten. Ich rollte mich schließlich auf der Seite zusammen, umschlang meine Knie mit meinen Armen. Mir wurde abwechselnd heiß und kalt, ich zitterte immer wieder und wusste das ich Fieber hatte. Ich fühlte mich gar nicht gut, als mein Körper mich in einen unruhigen Schlaf zog... zumindest vorerst.

    Ich wusste nicht wie lange ich geschlafen hatte, nur das es draußen schon dunkel war als ich wach wurde. Vom Fieber geschüttelt und es fühlte sich an als ob eine Herde Rinder über mich drüber gelaufen wäre. Ich verzog mein Gesicht als ich versuchte meinen linken Arm zu bewegen, hatte kaum noch Gefühl in den Fingern. Ein Gefühl spürte ich jedoch gerade nur allzu deutlich und es gefiel mir ganz und gar nicht. Mitten in diesem ganzen Elend musste ich ganz dringend...pinkeln! Mit einem gequälten Stöhnen wälzte ich mich auf den Bauch und stemmte mich mit bebenden Armen auf. Mein Kreislauf tanzte einen geschmeidigen Tango und mein Magen wirbelte gefühlt in die genau entgegen gesetzte Richtung. Keuchend brauchte ich ein paar Minuten bis ich sicher genug auf den Beinen war. Ich hob eine Pfote und wischte mir über die Stirn... Moment.. PFOTE?! Ich sah nochmal auf meine Hand. Gott hatte ich mir wohl was eingebildet! Ich bewegte jeden Finger einzeln, doch es blieb bei der rosigen Haut, fünf Finger... die einzelnen Glieder. Uff... So leise ich es vermochte öffnete ich die Tür meiner kleinen Kammer. Mama hatte eine Thermoskanne mit der Suppe neben die Tür gestellt, die ich jedoch nicht beachtete und daran vorbei tapste. Leider war die Toilette außerhalb des Wohngebäudes. Etwas ungeschickt stolperte ich aus der Tür hinaus, konnte mich gerade noch so dank eines Stützpfeilers auffangen. Ich schluckte und spürte einen kühlen Luftzug auf meiner erhitzten Haut, erschauerte dabei. Ich hob meinen Blick und sah durch die Dunkelheit, der Hof lag ruhig da, nur einzelne Fackeln erleuchteten den Weg etwas. Wäre das Drängen meiner Blase nicht so penetrant, dann hätte ich auf diesen Fußmarsch der in meiner momentanen Verfassung einem Marathon glich verzichtet. Vielleicht sollte ich auch jemanden aufwecken der aufpasste... Ich schüttelte den Kopf und richtete mich etwas auf. Machte die ersten langsamen Schritte und schlang meine Arme um mich herum. Trotz der langen Ärmel war mir gerade eiskalt. Ständig hörte ich ein Grollen in meinen Ohren und sah Schatten an den Wänden der Häuser. Ein Heulen erklang in meinem Kopf und ich schlug meine Hände über meine Ohren, doch es wich nicht, brachte meinen Körper und die Welt viel mehr noch mehr zum beben und ich sank mit einem stöhnen auf die Knie. Ich griff mit der gesunden Hand nach der Wunde, krümmte mich zusammen vor Schmerz, der Schmerz stieg ins unerträgliche und ich wünschte einfach nur das es aufhörte! Was passierte hier gerade nur mit mir?
     
    Zuletzt bearbeitet: 4 Sep. 2020
  10. Nymeria

    Nymeria Mitglied

    Kenneth

    Freiheit. Das bedeutete dieses Leben für mich, zumindest hatte es das bevor dieser Krieg mir diese fast genommen hätte. Und doch konnte ich mir ein Leben nur als Mensch nicht im geringsten vorstellen. Wie kam man sein ganzes Leben lang mit solch schon fast verkrüppelten Sinnen aus. Jetzt als Wolf könnte ich alles mögliche hören, riechen und auch sehen. Selbst leichte Erschütterungen von Schritten würden mir verraten wenn jemand in der Nähe wäre. Meist bevorzugte ich diese Gestalt, vorallem wenn ich alleine reiste. So kam ich schneller voran, konnte mich ernähren und war nicht gezwungen mich unter Menschen zu bewegen. Als ich meine Nase nun in die Höhe hielt um Witterung aufzunehmen wehte mir bereits der Duft eines Kaninchens entgegen. Da der Wind sich zu meinen Gunsten drehte konnte es mich nicht wittern, sodass es ein leichtes war mich ihm zu nähern und es mit einem gekonnten Sprung zu stellen. Es hatte keine Chance mehr zu entweichen denn meine scharfen Zähne hatten sich ihren Weg bereits gebahnt. Ich fraß an Ort und Stelle ehe ich zu einem kleinen Rinnsal tappte um etwas zu trinken. Genüsslich streckte ich mich und machte mich schließlich auf den Weg zur Farm. Da diese direkt an das Wolfsgebiet grenzte war es nicht mehr weit und ich erreichte sie rasch. Dank dieser Idioten musste ich die Sache wieder in Ordnung bringen. Ich legte mich etwas abseits des Hofes zwischen einigen Bäumen nieder und wartete darauf, dass es dunkel wurde. Da ich auf dieser kleinen Anhöhe einen guten Überblick hatte beobachtete ich das noch rege Treiben. Zwischendurch schnappte ich vereinzelt Gesprächsfetzen auf doch nichts was von Bedeutung war.
    Als die Sonne untergegangen war erhob ich mich von meinem Platz und lief die Umzäunung entlang. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass die Menschen ernsthaft glaubten er wurde sie vor irgendetwas schützen.
    Die Wege waren vereinzelt mit Fackeln beleuchtet daher hielt ich mich im Schatten. Bei einem der Gebäude wurde eine Tür geöffnet und kurz darauf hörte ich jemanden mit holprigen Schritten über den Kieswege laufen. Vorsichtig näherte ich mich doch bereits bevor ich sie sehen konnte witterte ich ihren Geruch. Sie war es und dazu auch noch gebissen. Als ich sie schließlich erblickte hielt sie sich die Ohren zu als wäre hier draußen ein ohrenbetäubender Lärm doch außer ein paar Grillen die zirpten war alles ruhig. Plötzlich ging sie in die Knie und fasste sich an ihre Schulter während der Rest ihres Körpers sich wohl vor Schmerz krümmte. Schmerzen, Fieber, Wahnvorstellungen. Nichts was ungewöhnlich war für Menschen die gebissen wurden und sich bald wandeln würden. Da ich ihr nun in dieser Gestalt keine Hilfe war und sie vermutlich nur noch mehr in Panik geraten würde wandelte ich mich. Normal wäre ich einfach so wie ich war geblieben doch ein nackter Mann wäre wohl nicht viel beruhigender als ein Wolf. Allerdings hatte ich nicht wirklich eine andere Möglichkeit daher schnappte ich mir lediglich eines der Laken das noch draußen hing und band es mir um die Hüfte. Vermutlich würde sie mit ihrem Schrei die gesamte Farm aufwecken daher schlich ich mich von hinten an sie heran und hielt ihr den Mund zu sprach aber sofort mit tiefer, ruhiger Stimme zu ihr "Keine Angst, ich weiß was mit dir geschieht und werde dir helfen." Ich musste sie definitiv unbedingt von ihr wegschaffen denn auch wenn sie hier möglicherweise ihr ganzes Leben verbracht hatte so würden alle Jagd auf sie machen sobald jemand erfuhr was mit ihr geschieht. "Ich bringe dich in Sicherheit." Flüsterte ich ihr sanft entgegen und hob sie hoch, sodass sie wie ein Baby in meinen Armen lag. Eine Hand hatte ich jedoch noch immer über ihrem Mund um zu verhindern, dass sie einfach los schrie.
     
  11. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Julianna

    Vielleicht wäre das Ganze nicht ganz so schlimm gewesen, hätte ich gewusst das da genau mit mir passierte. Hätte ich den Geschichten über Menschen die in Wölfe gewandelt wurden mehr Glauben oder Aufmerksamkeit geschenkt. Glatt gelogen, es wäre nicht besser, denn mir war nie der Sinn danach gestanden mein Leben derart drastisch zu ändern. Ich verbrannte hier gerade innerlich, zumindest fühlte es sich so an, meine Haut schien mir viel zu eng und ich kratzte daran in der Hoffnung es würde das Ganze lindern. Das war doch nicht normal oder? Bei einfachen Fieber und so einer kleinen Wunde... selbst wenn sie sich entzündet hatte erschien mir das Ganze verdammt übel. Konnte mich nicht erinnern, das ich jemals mit so heftigen Fieber reagiert hätte. Zu allem übel fühlte es sich mit einem Mal an, als würde ich keine Luft mehr bekommen. Ich stöhnte auf, meine Hand ging an meinen Mund, doch da lag etwas drauf. Erstickte ich gerade in meinem Bett oder gar auf den Klo? Das wäre doch ein mehr als peinlicher Tod! Mein Herz hämmerte immer schneller, die Anstrengung durch die Krankheit war schon heftig genug, diese Panik half nicht dabei mich wohler zu fühlen. Bis ich auf die Idee kam, das es vielleicht ganz klug war durch die Nase weiter zu atmen! Mit glasigen Augen kniete ich da, blinzelte und konnte die Züge des Mannes vor mir erkennen. Er war...verdammt heiß! Na das war ein Fiebertraum der mir schon eher gefiel! Seine tiefe Stimme vibrierte bis tief in meinen Körper, beruhigte einen Teil von mir und auch wenn ich wegen dem harten Äußeren vielleicht doch eher schreien hätte sollen...es war immerhin nur ein Traum. Ein Trugbild das mir zusammen gebastelt wurde. Ich nahm seine Worte kaum wahr, spürte nur wie ich angehoben wurde. Gerade zu sehr geschwächt um irgendetwas dagegen zu bringen, war ich wie eine Puppe in den kräftigen Armen die mich umfingen und an die breite Brust des halbnackten Mannes drückten. Ich stieß ein Seufzten aus und mein Kopf glitt ebenso dagegen, war viel zu schwer um ihn selbst zu tragen. Ich atmete etwas heftiger als mein Körper sich verkrampfte. Verdammt nochmal das fühlte sich an als wolle irgendetwas aus mir raus! Mich einfach von innen her zu zerreißen um als etwas gänzlich anderes dazustehen. Nein! Gott bitte! Ich wimmerte auf drückte mit allem was ich hatte dagegen an. Durfte das nicht zulassen! Ich schüttelte den Kopf und wand mich, meine Hände presste ich gegen die Brust dieses im Fieberwahn erdachten Adonis'! War auch wirklich ungerecht, dass es solche Männer nicht im realen Leben gab!
     
  12. Nymeria

    Nymeria Mitglied

    Kenneth

    Eigentlich hatte ich schon mit einer abwehrenden Reaktion gerechnet, doch das Fieber und die Schmerzen müssten schon so weit vorangeschritten sein, dass sie zu schlapp war. Sie lehnte ihren Kopf an meine Brust und seufzte, als wäre ich tatsächlich so etwas wie ihr Retter. Plötzlich verkrampfte sie sich jedoch und wehrte sich mit allem was sie hatte. Angesichts meiner Kraft gegenüber fehlenden glich dieser Versuch sich zu befreien jedoch eher dem eines trotzigen Kindes. Ich verstärkte meinen Griff ein wenig und setzte mich in Bewegung. Sie hatte einen sehr blumigen Duft als Mensch der sich allerdings bereits mit dem typischen leicht wölfischen, der Gewandelten anhaftete, mischte. Ich selbst war über den Geruch eindeutig als Wolf zu erkennen, wobei Menschen diesen durch ihre, meiner Meinung nach, schlecht ausgeprägten Sinne kaum wahrnahmen. Alles was sie bemerkten war ein etwas inzensiverer Duft, was uns aber keineswegs als das was wir waren enttarnte. Mit schnellen Schritten entfernte ich mich von der Farm und löste auch meine Hand von ihrem Mund sobald wir außer Hörweite der Menschen waren. An der Grenze wurde ich bereits von Ray und dem Idioten von Wolf erwartet der sie gebissen hatte. Beide waren in Menschengestalt und vollständig angezogen. Mit hochgezogenen Augenbrauen empfingen sie uns bereits. "Schmerzen, Fieber und Wahnvorstellungen...Dank dir du Vollidiot." Knurrte ich dem jüngeren Mann entgegen der seinen Kopf sogleich ein wenig senkte und einen Schritt zurück trat. "Nicht mehr lange.." mehr sagte ich nicht sondern sah den Männern finster in die Augen. "Ich bleibe fürs erste mit ihr hier. Das Lager wird zu viel." Stumm nickten die Männer mir zu und wandten sich um wobei der jüngere ein wenig trotzig drein blickte. Mein Blick huschte für einen Moment über die junge Frau in meinen Armen. Sie hätte ein ruhiges Leben haben können und wurde nun durch die Dummheit dieser Trottel zu einem Leben verdammt das sich wohl die wenigsten Menschen wünschten. Etwas abgelegen unter einem Felsvorsprung ließ ich die Frau herunter. Ich warf einen Blick auf die Wunde doch diese begann bereits zu heilen, was ein gutes Zeichen für eine erfolgreiche Wandlung war. In der Regel überstanden Menschen diese auch problemlos doch hin und wieder kam es eben vor, dass sie es nicht schafften. Bei ihr deutete jedoch alles daraufhin, dass sie es schaffte.
    Auch die erste Verwandlung der Geborenen ist äußerst schmerzhaft doch wir werden ab einem gewissen Alter darauf vorbereitet und können zumindest erahnen was auf uns zukommt.
    "Bald hast du es geschafft." Sprach ich erneut zu ihr und strich ihr die Haare aus dem Gesicht. Sie glühte und hatte sicher große Schmerzen doch das würde mit jeder Wandlung besser werden, zumindest wenn sie sich dieser nicht verweigerte. Dann könnte es unter Umständen schwierig und auch gefährlich werden.
     
  13. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Julianna

    Meine Gegenwehr erstarb als der Griff fester wurde. Ich wurde gegen die Brust gedrückt und irgendwie... der Duft benebelte mich etwas und ich fühlte mich beinahe schon geborgen.. es war ein Gefühl das mir sagte das alles wieder gut werden würde. Erlaubte es mir sogar die Augen zu schließen, meinen Kopf wieder gegen ihn sinken zu lassen, die eine Hand lag mit gespreizten Fingern immer noch auf der breiten Brust, während die andere abgerutscht war und über meinen Bauch lag. Was wirklich mit mir passierte bekam ich nicht mit, war wohl eher gerade mehr weg als wirklich da. Es fühlte sich alles an wie in Watte gepackt und viel zu weit weg, als wirklich wahr zu sein. Wenn ich aufwachte... würde ich sicherlich in meinem Bett liegen. Die Bettdecke dermaßen deformiert als hätte ich über Nacht mit ihr gekämpft oder ich war dermaßen umschlungen und verheddert darin, dass ich erstmal Ewigkeiten brauchen würde um da raus zu kommen.
    Mein Körper wurde wieder abgelegt und wurde wieder durch das Fieber geschüttelt, ich krümmte mich zusammen und rollte mich automatisch auf der Seite zusammen. Atmete angestrengt und stöhnte leise. Diese Schmerzen waren mit nichts zu vergleichen was ich bisher gespürt hatte. Eine Stimme drang durch den Nebel meines Kopfes, sagte mir das ich es bald geschafft hatte.. aber was meinte er damit? Ich öffnete meine Augen nochmal und begegnete dem paar dunkler Augen. Es war sowieso sehr düster hier wo wir waren, kein Licht außer das der Sterne und dem blassen Mond fiel hierher. Ich spürte seine Finger die meine Stirn streichten, als er mir die Haare aus dem Gesicht schob. Ich fasste nach seiner Hand und hielt sie einfach fest, während meine Augen sich verdrehten und auch schon wieder zu gingen. Schwärze umfing mich und ich hörte wieder das Grollen in meinen Ohren, sah vor meinem Inneren Auge einen Schatten stehen.
    Auf allen vieren stand das Wesen da und starrte mich aus der Ferne mit seinen Bernsteinfarbenen Augen an. Atemlos stand ich da, hatte das Bedürfnis mich umzudrehen und wegzulaufen, doch da waren zwei kräftige Hände die sich auf meine Schultern legten, mich fest hielten und mich in die Richtung des Wolfes schoben. Meine Angst wich etwas von mir und ich fühlte mich beinahe schwerelos. Mein Blick ging über die Schulter und da waren diese dunklen Augen und der halbnackte Mann. 'Bald hast du es geschafft...' hallte es durch meinen Kopf. Das Tier vor mir rührte sich nicht, als ich den ersten Schritt selber wagte. Alles war dunkel hier, nur der Wolf und ich waren hier. Je näher ich kam desto mehr fühlte es sich an als würden Krallen an meiner Haut entlang fahren um diese auseinander zu reißen. Eine tiefe Stimme die beruhigend auf mich einredete hallte wider. Im realen Leben wäre ich niemals auf einen Wolf zugegangen, doch dieser vor mir zog mich gerade wie magisch an. Als ich näher kam offenbarte sich rotbraunes Fell, welches leicht Kupfern schimmerte, es erinnerte mich an meine eigene Haarfarbe... Helle Abzeichen im Gesicht und zur Brust hinunter waren sichtbar. Der Körper war schlank gebaut mit langen Beinen. Insgesamt sah es wie ein sehr elegantes Exemplar der Räuber aus. Wie es mich mit seinen Augen musterte und ich nicht anders konnte als direkt in diese zu starren, zu fasziniert von dieser Traumgestalt... Da stand ich nun, nur wenige Meter von der Gestalt getrennt. Herausfordernd sah mir der Wolf entgegen, knurrte bevor er den Kopf senkte und auf mich zu tapste. Ich müsste nur die Hand ausstrecken, hob sie schon an und... zögerte. Hatte das Gefühl das es alles ändern würde. Meine Zähne trafen hart aufeinander. "Nein!" hauchte ich und zog die Hand wieder zurück. Der Wolf sah fragend zu mir hoch. "Nein!" gab ich bestimmter von mir und stampfte mit den Fuß auf. Die Ohren des Tieres klappten sich zurück und es fletschte eine Zähne, grollte als wolle es mir sagen das ich gar keine andere Wahl hatte. Mein Schicksal längst entschieden und das hier nur eine Frage der Zeit. "Hau ab!" schrie ich förmlich. Der Wolf knurrte lauter, bevor er absprang und direkt in meine Kehle biss.
    "NEIN!" Ich fuhr aus dem Schlaf hoch, saß schwer atmend und schwitzend aufrecht da. Ich blinzelte ein paar Mal, fühlte mich ausgelaugt von diesem nächtlichen inneren Kampf, der Körper als hätte man ihn einmal durch den Fleischwolf gedreht, spürte noch immer das Echo der Schmerzen darin. Ich sah auf meine Hände, doch sie waren ganz normal, fünf Finger keine übermäßige Behaarung. Nein alles war normal, alles an seinem Platz und menschlich! Gott... was war das für ein wilder Traum gewesen? Mein Arm fühlte sich auch schon besser an, es wurde auch schon hell hier...Moment! Das war nicht meine Kammer! Mein Blick ging herum, ich rieb mir die Augen. "Nur ein Traum! Nur ein Traum..." murmelte ich und sah wieder auf. Doch ich saß noch immer mitten im Nichts unter einem Felsvorsprung. Sofort war ich alarmiert und versuchte mich daran zu erinnern was gestern passiert war. War ich etwa Schlafgewandelt oder etwas in der Richtung? Doch es war nur ein tiefer Sumpf in meinem Kopf, der aus wenige Erinnerungsfetzen bestand und mir genauso unsinnig erschien wie alles andere. Langsam zog ich meine Beine unter meinen Körper, sie waren wacklig und es fiel mir schwer mein Gleichgewicht zu finden, aber ich stolperte schließlich unter dem Vorsprung hervor und versuchte mich zu orientieren. Die Gegend kam mir jedoch nicht sonderlich bekannt vor.

    (das schräg geschriebene träumt sie ^^)
     
  14. Nymeria

    Nymeria Mitglied

    Kenneth

    Sie fiel schnell in einen tiefen aber unruhigen Schlaf. Sie wälzte sich ständig umher, murmelte nicht verständliche Worte und verstummte schließlich wieder ehe sie von neuem damit begann. Ich hatte ihr das Laken übergelegt, es störte mich nicht nackt zu sein zumal es nicht mal kalt war. Die Nächte waren zu dieser Zeit noch angenehm. Als Ray mir in der Nacht jedoch Kleidung brachte war es wohl das Beste so. Wenn sie erwachen und einen nackten Mann erblicken würde wäre ein hysterischer Anfall nicht gänzlich auszuschließen. So hatte ich mir wenigstens eine schon recht zerschlissene Jeans und ein einfaches Hemd angezogen. Nachdem Ray verschwunden war konnte ich immer wieder andere die wohl ebenfalls zu ihm gehörten wittern. Ich ermahnte sie jedoch lediglich mit einem tiefen Knurren woraufhin sie sich verzogen. Mein Blick ruhte auf der jungen Frau die sich noch immer hin und her warf. Sie warteten nur auf den Augenblick an dem sie sich ihnen anschließen würde, schließlich hatten sie es doch gerade auf die Frauen abgesehen gehabt. Auf meiner Stirn bildete sich eine tiefe Furche als meine Gedanken abdrifteten. Mit einem Kopfschütteln verscheuchen ich diese wieder. Natürlich war auch mir nicht entgangen, dass es nur noch wenige weibliche Wölfe gab und man konnte eben nur mit einer Wölfin auch für Wolfsnachwuchs sorgen. Doch, dass diese Trottel wohl lediglich darauf aus waren neue Rekruten zu erlangen ließ in mir die Wut sofort wieder hoch kochen. Und nun hatte ich auch noch dieses junge Ding hier. Warum hatte ich sie nicht einfach dem Pack übergeben und war wieder abgezogen?
    Ich war ein wenig umhergelaufen, jedoch nicht ohne sie aus den Augen zu lassen und war schließlich auf dem Feld zur Ruhe gekommen. Nach außen hin wirkte ich ruhig und friedlich, doch meine Sinne waren über die Jahrzehnte hinweg zu sehr geschärft als, dass mir etwas entgehen würde.
    Ihre zaghaften "Nein" Rufe hatten mich bereits dazu gebracht mich aufzurichten. Ihr schrilles und mehr als deutliches "Nein!" ließ mich jedoch wachsam werden. Sie schien wach zu sein und als ich ihre wackeligen Schritte vernahm sah ich zu ihr herunter. Sie stand direkt unterhalb von mir und war alles andere als standfest. "Leider ist das kein Traum Kleine.." flüsterte ich mehr zu mir selbst als zu ihr, da ich nicht damit rechnete, dass ihre Sinne bereits so fein waren, und erhob mich langsam. Da man Feinfühligkeit nicht unbedingt zu meinen Stärken zählen konnte sprang ich mit einem Satz auf einen der etwas niedriger gelegenen Felsen , sodass sie mich ansehen konnte. Mit festem Blick sah ich zu ihr und wartete auf eine Reaktion.
     
  15. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Julianna

    Ich bemühte mich wirklich sehr darum meinen Atem möglichst ruhig zu halten, das Blut rauschte in meinen Ohren. Während ich mir auf die Unterlippe biss und meinen Blick zur Sonne gehen gehen. Sie stand noch nicht allzu hoch, da drüben war der hohe Berg, also... Ich hörte hinter mir ein Rascheln und fuhr herum, stolperte gleichzeitig rückwärts. Meine Augen groß als ich dem Mann entgegen sah. Ach du... Ich blinzelte verwirrt und runzelte die Stirn. Irgendwoher kannte ich diese Züge doch? Seine Augen schienen mich zu fixieren, was sogleich dafür sorgte das ich mich wie ein Reh vor dem Wolf fühlte... wie wahr dies wohl war konnte ich ja noch nicht ahnen. Mein ganzer Körper war angespannt, auch wenn sich meine Glieder anfühlten als ob heute ein Felsen auf mir gelegen hatte, schob mich vorsichtig Rückwärts um Abstand zu gewinnen -um natürlich falls notwendig fliehen zu können. Verfluchte ein klein wenig die zitternden Knie. Verdammt was war hier bloß los? Hatte der Typ mich etwa entführt oder sowas? Schwammig kamen die Erinnerungsfetzen von gestern. Erinnerte mich daran wie ich getragen wurde, gegen eine breite muskulöse breite Brust gedrückt wurde, das warme Gefühl das mich beruhigte und durchflutete. War wohl gerade der ungünstigste Moment rot zu werden den man sich vorstellen konnte. Wie sollte ich reagieren? Unzählige Fragen tobten durch meinen Kopf, doch stand hier vor mir ein Wildfremder. Ich kannte ihn nicht und zugegeben, die Tatsache das er mich einfach nur stumm mit seinem Blick fixierte wirkte nicht gerade sehr vertrauenerweckend. Außerdem lernte man zu diesen Zeiten, gut aufzupassen und das man einem nicht unbedingt trauen konnte, wenn er nicht zu deiner eigenen Gruppe gehörte. Nicht nur einmal hatten wir unsere Rinderherde gegen andere Menschen verteidigen müssen, die uns das Vieh rauben wollten. Lauf Juli! Renn! Das war in meinem Kopf, ganz laut! Und ja verdammt es schien mir doch logisch! Nur natürlich... und doch stand ich einfach da und begegnete dem Blick des Mannes. Als hätte ich etwas zu verlieren, wenn ich jetzt kniff und weg sah. "Was hat das hier zu bedeuten?" hörte ich mich schließlich fragen, die Stimme noch belegt vom Schlaf und wohl aufgeraut von dem Fieber welches noch immer durch meine Glieder zu pochen schien. Ich konnte nicht wissen ob der Mann etwas damit zu tun hatte oder ob er nur aus Zufall hier vorbeigekommen war.
     

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