The Bold

Dieses Thema im Forum "Rollenspiele" wurde erstellt von Obi-Wan, 22 Jan. 2019.

  1. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Hallo, dies hier wird ein zweier Rolli,
    danke für euer Verständnis!

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    Charaktere:

    Captain Skywalker spielt
    Name: Robard Finnigan Campbell McKinnley
    Alter: 26

    Aussehen: Mit seinen 1,88m ist er für seine Zeit ein recht groß gewachsener junger Mann. Er ist schlank, aber nicht schlaksig. Seine Schultern sind in den letzten Jahren etwas breiter geworden, sein Körper hat durch tägliche Schwertübungen und schon etliche Kämpfe an Form gewonnen, aber natürlich auch an Makellosigkeit einbüßen müssen. Einige Narben verlaufen teils gerötet, teils aber auch weißlich über seinen Rücken und Brustkorb. Narben, welche er wie jeder andere junge Mann von Jagten und aber auch Kämpfen davon getragen hat. Robards Augen sind von einem strahlendem Kornblumenblau, welches in seinem linken Auge, von einem vorwitzigen goldenem Fleck, unterbrochen wird. Sein Haar reicht ihm fast bis zum Hemdkragen und ist von einem dunklen Weizenblond, durchwirkt von hellen, fast goldenen und von der Sonne aufgehellten Strähnen. Meist trägt er sein Haar offen und nicht zusammengefasst, so wie es die Mode hin und wieder vorgibt. Nun könnte man meinen Robard wäre ein eher heller Typ, doch weit gefehlt. In den Sommermonaten nimmt seine Haut einen leicht Olivfarbenen Ton an.

    Charakter: Robard oder "Rob" wie ihn seine Freunde und Familie nennen, ist ein eigentlich gar nicht so leicht zu beschreibender Charakter. Zum einen ist er schon seit frühester Kindheit ein Freigeist und hat sich regelmäßig vor den Unterrichtsstunden mit dem Hauslehrer gedrückt, in dem er den ganzen Nachmittag nicht heimkehrte. Viel lieber war er durch die weitläufigen Wälder rings um Broch Dun Castle gestreift, hatte Insekten gefangen oder Steine gesammelt. Damals wie heute ist ihm das Gefühl der geistigen Eingeengtheit eines der verhasstesten.
    An Humor und Schalk ist er mehr als nur reich. Nicht selten kommt es vor das er und seine Freunde irgendwelche Scherze oder Schelmtaten aushecken, oder einfach nur ausgelassen miteinander über die Anekdoten der Anderen lachen.
    Natürlich fehlt es ihm aber auch nicht an Ernsthaftigkeit oder Klugheit. Doch auch Zorn und leider auch hin und wieder Borniertheit zählen zu seinen Chrakterzügen, so wie noch viele weitere Facetten.

    Sonstiges:
    Rob ist zwar der Zweite Sohn des Lairds der McKinnleys von Broch Dun, doch da sein älterer Bruder aus Gründen, welche die Familie nicht preisgeben möchte, sich der Kirche verschrieben hat, ist er der Erbe seines Vaters.
    Die McKinnleys sind Königstreu und stolz darauf den Königlichen Löwen in ihrem Wappen führen zu dürfen. Ihr Clanspruch ist: Fidus et Fortis "treu und stark") ​
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    Obi-Wan spielt Juna
    Name: Juna MacKay
    Alter: 20 Jahre

    Aussehen: Eine Dunkelbraune sanft gelockte Mähne die bis zu den Hüften hinunter reicht, eine schlanke Gestalt und ein weicher geschmeidiger Gang sind wohl das Erste was man an der jungen Frau wahrnehmen würde, zumindest wenn man sie das erste Mal von hinten sieht. Vorne warten Haselnussbraune Augen, die beim richtigen Sonnenlicht einen kleinen Stich zum Bernsteinfarbenen haben, welche einen freundlich und mit einem hellen Verstand dahinter entgegen blicken. Ein ebenmäßiges herzförmiges Gesicht, mit einer kleinen geraden Nase und einen Schmollmund. Ihre Augenbrauen haben einen feinen Bogen und verleihen ihrem sonst eher lieblich wirkenden Gesicht doch etwas strenge. Sie hat eine schöne weibliche Figur, sie ist nicht gertenschlank, jedoch zählt sie noch zum schlankeren Typ. Von der Größe her zählt sie mit ihren ca. 1,62 m eher so zum Durchschnitt. Ihre Haut hat einen schönen hellen Ton, welche nur ein kleines Muttermal knapp unter ihrem linken Ohr zeichnet.
    Charakter: Juna ist ein wohlerzogenes Mädchen und weiß sich im Normalfall auch immer zu benehmen. Aufgewachsen ist das Mädchen bei ihren Eltern in einen der Siedlungen am anderen Ende des MacKays Territorium, genoss eine liebevolle aber eben auch strenge Erziehung. Was wohl dafür verantwortlich ist, dass typisch Mädchenhafte Träumereien und kleine Naivitäten ihr immer noch anhaften. Der erste Blick täuscht nicht, denn sie ist generell zu jedem freundlich der es auch zu ihr ist und was sie tut, tut sie mit Leidenschaft. Dennoch darf man auch bei diesem scheinbar sanften Mädchen nicht das Feuer hinter dem netten Blick übersehen, denn auch in ihr schlägt das stolze Herz einer Highländerin die ihr Land über alles liebt und treu dazu steht. Für ihre Liebsten würde sie alles tun und ihre Überzeugungen vertritt sie mit Sturheit und feuriger Zunge.

    Sonstiges:
    Juna ist die einzige Tochter, von Angus MacKay jüngsten Bruder Connor. Eingesetzt um die Grenze des Territoriums zu beschützen lebte das Mädchen deshalb lange Zeit abseits von Creag Castle. Erst als vor vier Jahren die Eltern auf unerklärliche Weise verschwunden sind, wurde das Mädchen zu ihrem Onkel gebracht um unter dessen Obhut zu leben solange bis ein geeigneter Ehemann gefunden sein würde. Ihr Clanspruch lautet: Manu forti "Mit starker Hand"
     
  2. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Juna

    "Davina..." Die Stimme meines Cousins Dusten erklang hinter mir, mein Blick war hinaus auf den Hof gerichtet wo der feine Nieselregen auf den Boden niederging und diesen langsam aufweichte. Mit den Händen vor der Brust verschränkt stand ich im Türrahmen der aus dem Wohnturm führte und überlegte ob ich nicht doch lieber wieder umdrehen sollte um den Rest des Tages in meiner Kammer vor dem warmen Kamin zu verbringen. Das graue Bild da draußen vermieste einen aber auch alles. Eigentlich hatte ich vorgehabt zusammen mit anderen Mädchen hinaus auf den Hang zum Waldrand zu gehen um ein paar Blumen und Kräuter zu sammeln. Obwohl es aussah als ob das Wetter bald umschlagen würde, am Hang der Berge hinter dem Schloss sah man schon einzelne Sonnenflecken und die Wolkendecke riss von Sekunde zu Sekunde mehr auf, verspürte ich nicht wirklich Lust darauf in feuchter Wiese und Erde nach Pflanzen zu wühlen. Naja vielleicht trocknete bis zum Nachmittag das Ganze auch ab. "Davina!" Das Rufen wurde durch dringender und kam näher, ich zuckte nicht mal mit der Schulter, dachte weiter darüber nach ob ich denn nun hinaus gehen sollte oder nicht. Gerade hatte ich mir ein Herz gefasst und wollte mir den Umhang umlegen als ich an der Schulter gepackt und herum gedreht wurde. Ich stieß einen erschreckten Laut aus.

    "Hörst du schlecht Dav...!" Dusten endete mitten im Satz mit seinem beißenden Ton und sah mich an, wobei er noch immer meine Oberarme schmerzhaft fest hielt. "Ach du bist es", meinte er dann mit einem entnervten Seufzen. "Ja ich bin es! Wärst du bitte so freundlich und lässt mich nun los? Du tust mir weh!" stellte ich richtig und wand mich nun verärgert in seinem Griff und er gab mich sogleich frei. Ich rieb mir meine Oberarme und sah meinen Cousin verärgert an. Ja natürlich wäre ich auch verärgert wenn ich ständig auf der Suche nach meiner Schwester wäre, aber deswegen musste er doch nicht so grob werden. Er brummte nur etwas unverständliches und ich wollte mich schon wieder abwenden zum gehen, doch er hielt mich wieder zurück indem er nach meinem Unterarm griff. "Hast du Davina gesehen?" fragte er nur nach. Ich schüttelte den Kopf und wand mich auch aus diesem Griff, wieso musste er mich ständig anfassen? "Nein, ich bin gerade erst von oben runter gekommen, ich muss jetzt los sonst schimpft Tante Isobel mit mir, weil ich zu spät komme!" Entwand ich mich nun jeder weiteren Konversation, indem ich schnell die Kapuze meines Umhangs über meinen Kopf zog und hinaus ins Freie trat um den Hof zu überqueren. Ich war nicht gerne alleine mit Dusten, irgendwie hatte er so etwas an sich das mir die Nackenhaare aufstellen ließ und Alarmglocken in mir schrillen ließ.

    Der Matsch unter meinen Füßen schmatzte bei jedem Schritt vor sich hin und hie und da schlitterte ich ein klein wenig dahin. Ich war bisweilen etwas tollpatschig ja, aber zumindest schaffte ich es ohne mit dem Gesicht voran in den Matsch zu stürzen den Hof zu überqueren und betrat das Hauptgebäude. Natürlich würde Tante Isobel über meine Verspätung nicht schimpfen, dafür war sie doch zu nett zumindest mir gegenüber, sie hatte selber ihre Eltern recht früh verloren, und ich wusste dass das der Grund war wieso sie noch extra beinahe übertrieben achtsam war wenn es um mich ging. Mittlerweile war es über vier Jahre her, dass meine Eltern einfach verschwunden waren, sie waren auf den Weg nach Creag Castle einfach wie vom Erdboden verschluckt gewesen. Es gab keine Anzeichen für einen Kampf oder schlimmeres, sie waren schlicht weg nicht mehr da. Onkel Angus hatte daraufhin nach ein paar Monaten entschieden, dass ich zu ihnen kommen sollte, da es auch keinen Bruder gab der hätte auf mich Acht geben können. Ich war das einzige Kind von Connor und Mairi McDouwell und selbst auf mich hatten sie lange warten müssen. Sie hatten wohl die Hoffnung auf gemeinsame Kinder schon aufgegeben als Mama doch unverhofft Schwanger wurde und mich zur Welt brachte. Deswegen hieß ich auch Juna, was soviel bedeutete wie die Ersehnte. Mein Onkel war das Gegenteil meiner Tante, er war schroff und grundsätzlich wirkte er immer mürrisch.
    "Davi..." hörte ich erneut den Namen meiner Cousine. Die Amme meiner Cousine war gerade um die Ecke gebogen und hatte mich wohl irrtümlich für sie gehalten. "Oh.. Entschuldigung Juna, deine unverbesserliche Cousine ist schon wieder verschwunden, ich wette das sie schon wieder irgendeinen Unfug treibt", entschuldigte sich und zeterte die rundliche bereits etwas ältere Dame los. Ob mir das oft passierte? Ja erstaunlicherweise wurde ich oft mit meiner Cousine verwechselt und umgekehrt, wir sahen uns auf den ersten Blick aber auch verblüffend ähnlich, erst wenn man genauer hinsah erkannte man die Unterschiede. Davinas Haare waren etwas heller als die Meinen und auch ihre Augen gingen mehr ins grau hinein, ihr Mund war breiter - so viel wie sie Zeitweise redete kein Wunder. Sie hatte ein wenig schmalere Hüften, von der Größe her waren wir ungefähr gleich und sie hatte kein Muttermal am Hals unter ihrem Ohr. Ja als ich hier her gekommen war hatte ich mir die Unterschiede herausgesucht und den anderen auch vorgehalten, es war doch ziemlich irritierend und etwas verletzend gewesen, ständig für wen anders gehalten zu werden. In meinen aufgewühlten Zustand damals war es für mich eben schwer gewesen, mittlerweile war es mir größtenteils egal und ich tat es einfach mit einem Lächeln ab. Was uns aber grundlegend Unterschied war unser Charakter, sie war unzuverlässig, oft gehässig und redete einfach viel zu viel. Das ich ihr kein Geheimnis anvertrauen konnte, hatte ich sofort durchschaut als sie brühwarm weiter erzählt hatte, dass ich ja noch nie einen Mann geküsst hatte. Ja die ganze Burg hatte es erfahren und das Gerede darüber hatte scheinbar nie Enden wollen. Mädchen erzählten sich eben gewisse Dinge wenn sie alleine waren und ich hatte zu der Zeit noch angenommen, dass ich in der Cousine vielleicht doch auch so eine Art Schwester sehen könnte, aber ich beließ es lieber bei einem normalen freundschaftlichen Beziehung, sie hatte natürlich nicht nur schlechte Seiten...
    Nach einem kurzen Gespräch mit der Amme, ging ich weiter meiner Wege um zu meiner Tante in der Kemenate zu gehen, ich schloss mich der Näharbeit an. Auch hier wurde nach meiner Cousine gefragt und wenn sie nicht hier war, wo mochte sie wohl sein?

    Ich kam mit meiner Näharbeit gut voran, beinahe war das Stück, dass ich dann in ein Kleid einarbeiten wollte auch schon fertig. Es handelte sich um eine feine Borte, die aus keltischen Knoten bestand. Ich hatte mir den Platz am Fenster genommen, wo ich den Blick hie und da auch in die Ferne richten konnte. Es regnete immer noch, der versprochene Sonnenschein auf den Berghängen, war noch immer dort wo er war. So ein verregneter Tag war einfach öde, speziell hier auf der Burg. Zuhause war ich mit Vater auch bei Regen spazieren gegangen, ein wehmütiges Lächeln stahl sich auf meine Lippen als ich an diese Tage zurück dachte. Wie Mama immer geschimpft hatte als wir dann durchnässt nach Hause gekommen waren, uns dann aber immer mit trockenen Sachen und einem warmen Ale versorgt hatte. So Gedankenverloren stach ich mir doch glatt in den Finger, ich verzog mein Gesicht, zischte leise und hob den Finger an meine Lippen um das Blut daran zu hindern meine Näharbeit zu beflecken.

    "Alles in Ordnung Liebes?" hörte ich besorgt die Stimme meiner Tante aus der Mitte des Raumes. Ich wandte mich ihr zu und nickte mit dem Finger noch im Mund. Ich löste die Lippen darum um zu antworten: "Ja Tante, ich habe mich nur gestochen." Sie lächelte und schüttelte liebevoll tadelnd den Kopf, erhob sich schließlich von ihrem Platz um zu mir rüber zu kommen. "Mit dem Gedanken schon wieder ganz woanders stimmt's?" fragte sie und kontrollierte meine Arbeit. "Ja Tante", antwortete ich schlicht und beobachtete genau ihre Mimik als sie die Stiche kontrollierte. "Sehr schöne Arbeit Kind, aber die letzten Stiche solltest du nochmal machen, sie sind etwas ungleichmäßig", erklärte sie und gab mir den Rahmen zurück. Ich nickte und betrachtete die letzten Stiche, seufzte dann leise. Sie hatte leider recht, da wo ich wohl unbewusst in meine Gedanken gerutscht war, hatte ich angefangen unsauber zu arbeiten. Ich trennte es also auf bis zu dem Zeitpunkt wo alles in Ordnung war... wäre es im echten Leben doch auch nur so einfach wieder alles gerade zu biegen. Ich erhob mich jedoch danach und legte meine Arbeit zurück in den Korb. "Liebe Tante, ich glaube heute wird das nichts mehr, ich gehe mal nachsehen ob in der Küche alles in Ordnung ist", erklärte ich meiner Tante und sie nickte mit einem dankbaren Lächeln. Eigentlich sollte Davina sich darum kümmern als Tochter des Hauses, aber ich vermutete das sie schon wieder mit irgendeinem Kerl in einer Ecke stand und das tat was ich noch nie getan hatte. Ich meinte natürlich Küssen... zumindest hatte Davina als ich sie das letzte Mal beim schäkern mit einem der Stallburschen erwischt hatte, beteuert das es noch nie mehr gewesen war. Es war zwecklos sie daran zu erinnern, dass sie die Tochter des Lairds war, Davina war einfach was das anging sehr sorglos und eine Romantikerin... sie verliebte sich zumindest ziemlich oft und genauso oft wurde auch ihr Herz gebrochen. Es kam nicht selten vor, dass ich sie Abends in dem Zimmer das wir miteinander teilten tröstete.
    Ich verließ die Kemenate und tat das was ich meiner Tante gesagt hatte, ich betrat die Küche mit einem freundlichen Lächeln und beschloss dann den Frauen ein wenig zur Hand zu gehen.

    In der Küche herrschte natürlich reges Treiben, die Köchin scheuchte ihre Mädchen und Jungen ordentlich herum. Sie war eine sehr resolute Frau, auf den ersten Blick mochte man meinen sie sei immer schlecht gelaunt. Doch wer Habren kannte der wusste das sie eine von Herzens gute Frau war und einem auch mal was zu Essen gab, selbst wenn die Zeit dafür eigentlich schon vorbei war. "Lady Juna, kann ich Euch helfen?" fragte die rundliche Frau als sie mich erblickte. Ich grüßte sie mit einem freundlichen Lächeln. "Nein Habren, ich wollte nur im Namen meiner Tante nach dem Rechten sehen, aber ich sehe du hast wie üblich alles im Griff", antwortete ich ihr und lächelte sie lieblich an. Sie nickte und erwiderte mein Lächeln, es entblößte ein paar schiefe jedoch sonst gesunder Zähne. "Aye, ich schaue schon das die Bande auf Trab bleibt", entgegnete sie mir und daran hegte ich nicht einen Moment lang einen Zweifel. "Aber wenn Ihr schon mal hier seid Mylady, dürfte ich euch darum bitten ein paar Eier aus dem Hühnerstall zu holen? Ich kann leider momentan keinen meiner Leute entbehren und Ihr wisst ja wie mürrisch Euer Onkel wird wenn er sein Essen nicht pünktlich bekommt", erklärte die Frau schließlich und ohne auf eine Antwort zu warten, hielt sie mir bereits den mit Stroh ausgelegten Korb hin.
    Sie wusste natürlich das ich nicht ablehnen würde können, außerdem hatte ich ja sowieso nichts anderes zu tun. Ich nickte also mit einem freudigen Lächeln und ergriff das Flechtwerk. "Aber selbstverständlich Habren, für das übliche Stück extra von deinem köstlichen Shortbread jederzeit!" antwortete ich mit einem frechen Grinsen im Gesicht und machte schon kehrt, konnte das Kopf schütteln in ihrem Lachen beinahe hören. Auf dem Weg Tür die von der Küche direkt in den Hof führte kam ich an einem Korb mit wirklich köstlich aussehenden Äpfeln vorbei, wovon ich mir einen stibitzte und schnell in die Tasche meines Rockes gleiten ließ. Ich öffnete die Tür und was ich da draußen erblickte, ließ mich doch kurz aufseufzen. Regen... noch immer. Ich zuckte mit den Schultern und trat hinaus in den feinen Nieselregen, hob mein Gesicht ihm kurz entgegen, schloss dabei meine Augen und stellte mir vor dies sei einer jener Spaziergänge die ich zuvor erwähnt hatte.

    So machte ich mich auf den Weg hinüber zu den Hühnerställen, die dicht bei den Stallungen der Pferde lagen. Mit gerafften Röcken und leicht schlitternden Schritt erreichte ich als erstes die Stallungen. Das Licht darin war gedämpft, aber es war durch die Pferde beinahe schon angenehm warm im Inneren. Zielsicher ging ich die schmale Gasse hinab, gerade war niemand zu sehen was etwas seltsam war, für gewöhnlich war zumindest einer immer hier. Ich zuckte mit den Schultern und hielt am Stand eines Dunkelfuchses an. "Hey Feasgar!" begrüßte ich das Tier, sie hob ihren Kopf hoch und brummelte mir zu. Das Pferd hatte meinem Vater gehört, es war ein stämmiges und robustes Tier und erinnerte mit ihrem dunklen Rot an die Abenddämmerung, deswegen trug sie auch diesen Namen. Sanft berührte ich sie auf ihrer Stirn, strich den etwas zotteligen Schopf beiseite und lachte unwillkürlich als die Stute zielsicher an meiner Rocktasche schnupperte. "Du bist ein kleines Schlitzohr", meinte ich belustigt und holte ihr das gute Stück hervor. "Das ist aber unser Geheimnis, sag bloß nicht Habren, dass ich einen ihrer guten Äpfel für dich geklaut habe", meinte ich verschwörerisch zu der Stute, bevor ich ihn ihr hinhielt und sie herzhaft davon abbiss. Sie kaute genüsslich darauf herum und ließ sich auch meine Streicheleinheiten gefallen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Jan. 2019
  3. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Rob

    "... dein Vater und seine Ratsmänner haltn das für ne gute Idee, aye?" hörte ich die raue Stimme von Angus, durch das stetige Rauschen des Nieselregens. Angus war ein stämmiger, ziemlich kräftiger Kerl. Mit seinen etwas längerem roten Haar und dem dazu passenden roten Bart, verglichen ihn die Leute nicht selten und natürlich nur um ihn zu ärgern, mit einem Raubritter oder gar einem Wikinger. Doch Angus verstand bei diesen Witzchen selten Spaß, war er doch ein stolzer Highland Schotte durch und durch. Und sollte nach einigen Krügen Ale es einem Anderen einfallen ihn so zu nennen, oder wegen seiner geringen Größe aufzuziehen, so endete dies nicht selten in einer handfesten Rauferei. Aber Angus war nicht nur mürrisch, stur und sehr streitbar. Er war vor allem ein loyaler Freund, auf welchen Mann immer (natürlich immer abhängig vom momentanen Alkoholkonsum) zählen konnte.

    So hatte ich Ihn gewählt, damit er mit mir die Reise antrat, auf welche mich mein Vater entsendet hatte. Zuerst hatte ich ihn für verrückt gehalten und hatte versucht ihm zu erklären dass dieser Plan, mich in eine andere Burg einzuschleichen damit ich dort spionieren konnte, zum scheitern verurteilt war. Ich hatte versucht ihm zu sagen dass es ihm klar sein müsse dass man diesen Plan durchschauen würde und er am Ende keinerlei Informationen für den König hatte, ich aber aufgeknüpft an irgendeinem Baum hängen würde. Doch all meine Überzeugungsversuche waren auf taube Ohren gestoßen.
    Mein Vater hatte mir in all den Stunden, in welchen wir diskutiert hatten, immer wieder vor Augen gehalten wie wichtig es sei für uns und vor allem für den Schutz unseres Königs, herauszufinden ob die Gerüchte stimmten und ein Verrat an unserem König geplant wurde. Auch hatte er immer wieder betont wie wichtig es sei, dass Ich diese Mission ausführe, denn auch wenn er das Risiko kannte und er sich meinen Tod niemals verzeihen können würde, so vertraue er in dieser Angelegenheit niemandem so sehr wie mir. Es war also entschieden, mein Schicksal stand fest.

    Und so ritten wir also Seite an Seite durch Wälder, Täler, überquerten Ausläufer von Munros und waren froh als wir uns sicher sein konnten dass wir uns nach einer Woche der Reise zumindest schon mal auf "McDouwell" Land befanden. Wir hatten auf die Reise nicht viel an Gepäck mitgenommen. Ich selbst trug zwar im Moment noch meinen Plaid, doch würde ich kurz bevor Creag Castle in Sicht kam, meine Kleidung wechseln damit die Maskerade nicht gleich aufgedeckt wurde.
    "Aye!" antwortete ich meinem Freund mit einem kurzen Nicken. "Zumindest hat er mir das immer wieder gesagt!".

    "Und jetzt willst du dich als Barde ausgeben?" fragte Angus knurrend als wir die Pferde in einem Waldstück vor Creag Castle zum stehen gebracht hatten. Natürlich würden wir so wie wir gerade waren nicht näher an die Burg ran reiten, denn dann wäre ja wirklich alles dahin. Nein, Angus würde immer in der Nähe der Burg bleiben, immer bereit auf eines meiner Zeichen zu reagieren und mir entweder zur Flucht verhelfen oder mit mir zusammen mit einer guten oder eher schlechten Nachricht zum Hofe des Königs zurückkehren. Ich selbst hoffte natürlich eher auf letztere Variante. Der König hielt zwar viel auf unser Haus und wir standen durchaus in seiner Gnade, doch ich wollte gar nicht herausfinden was geschah wenn man plötzlich nicht mehr in eben dieser Gnade stand.
    Ich war gerade von meinem Pferd gestiegen und nahm die Satteltasche ab in welcher sich meine Verkleidung befand als Angus mir seine Frage stellte. Mit gehobener Augenbraue und ungläubigen Lachen sah ich ihn an. "Angus Menzie, wie zur Hölle und den Verdammten kommst du auf die Idee ich würde als Barde in diese Burg gehen?" fragte ich ihn und schüttelte ehrlich belustigt meinen Kopf. Angus zuckte nur knapp mit den Schultern und hob seinen Blick gar nicht von dem Sattel seines Pferdes als er in seinen Bart murmelte: "Naja, so ein Schönling wie du bist, da würde es dir jeder abkaufen!".
    Ich hatte gerade die Brosche meines Plaids geöffnet und wickelte den Stoff von meinem Körper als ich Angus' Antwort hörte. Schönling. Oft hatte ich dieses Wort schon im Zusammenhang mit mir gehört, doch wenn ich ehrlich war..." Weißt du Angus, mir ist es lieber wenn junge Mädchen oder Dirnen mich einen Schönling nennen. Bei dir klingt es eher ...." ich verzog meinen Mund und griff nach den Beinlingen aus meiner Satteltasche "..verstörend!".
    Als Antwort bekam ich nur etwas das wie ein "Hmpf!" klang und ich musste wieder Lachen, während ich mir nun ein Leinenhemd über zog. Es fehlten nur noch die Stiefel und eine Jacke aus Schafswolle, dann war meine Verkleidung komplett. Gerne hätte ich meine Stiefel getragen und meine Lederjacke angehabt, doch beides war aus zu edlem Material. Die Stiefel die ich nun anzog, reichten auch bis knapp unter meine Knie, waren jedoch gröber gefertigt als die meinen, welche aus feinstem Hirschleder waren.
    Als ich fertig war präsentierte ich mich und streckte meine Arme aus. "Siehst du, ich werde als Stallbursche gehen!" gab ich Angus nun seine gesuchte Antwort und fügte gleich hinzu: "Viele Geheimnisse werden im Stall ausgeplaudert!". Nun bekam ich ein Geräusch zur Antwort, welches nach einer wilden Sau klang, gepaart mit einer Geiß - Angus lachte. "Ha! Die einzigen Geheimnisse die du in einem Stall bekommst, sind die von jungen Mädchen. So wie im Stall Zuhaus!" meckerte er lachend. Was ich gar nicht lustig fand. Natürlich hatte ich schon das ein oder andere... oder mehrere Schäferstündchen in unserem Stall gehabt, aber trotzdem würde es funktionieren! Das wusste ich!
    "Ich werde Bajan bei dir lassen!" ging ich gar nicht auf sein geblöcke ein und deutete auf mein Pferd. Der Braune mit der Langen Mähne und den feinen Gliedern schüttelte sich und legte seine Ohren an. Er mochte den Regen nicht. Mein Vater hatte ihn mir vor 5 Jahren geschenkt. Er war als Beute aus Spanien mit nach Schottland gekommen und wie es schien gefiel ihm das Klima nicht ganz. Doch er war mittelgroß und einigermaßen trittsicher und ganz hübsch. Und ziemlich auffällig. Zu Auffällig für einen einfachen Stallburschen.

    Angus nickte nur wieder und verzog mürrisch sein Gesicht. "Wär wohl nicht die beste Idee wenn du ihn mit nimmst!" stimmte er mir aber dennoch zu und nahm den Beutel mit meinem Hab an, welchen ich ihm reichte. Ich würde mit nichts außer dem was ich am Leibe trug auf der Burg eintreffen. Natürlich hatte ich noch eine gegurtete Decke und einen Beutel mit ein wenig Proviant dabei, damit alles so wirkte als sei ich ein einfacher Bursche auf der Suche nach ehrlicher Arbeit.
    Ich straffte meine Schultern und sah mit einem Seitenblick zu meinem Freund. "Bist du bereit alter Freund?" fragte ich ihn und hob abwartend eine Augenbraue. Natürlich kam die Schelte promt! "Ich zeig dir gleich alt!" moserte der Krieger, doch ein Grinsen stahl sich auf seine Lippen und ich wusste das nicht nur ich nun die Aufregung dieses Abenteuers spürte. "Ich werde auf dein Zeichen warten Junge! So oder so, ich werde bereit sein wenn es soweit ist!" versprach er und ich spürte wie ich mich ein klein wenig entspannte. Es würde alles nach Plan laufen!

    Und so geschah es, dass ich eine halbe Stunde später durch die etwas vermoosten Tore von Creag Castle schritt. Den Gurt meines Bündels über einer Schulter gelegt blieb ich stehen und ließ das Treiben, welches in dem großen Burghof herrschte, auf mich wirken. Da waren Burschen, welche damit beschäftigt waren irgendwelche schweren Eimer durch den Regen hinüber in den Wohnturm zu tragen. Hühner freuten sich darüber, dass Regenwürmer aus dem Boden nach oben kamen und irgendwo bellten Hunde. Es war gar nicht mal so viel anders als bei uns zuhaus, nur dass der Burghof in meinem Zuhause ein klein wenig ordentlicher war und vor allem größer. Ich hob meinen Blick und hielt nach den Stallungen ausschau, damit ich dort nach einer Stelle als Bursche fragen konnte.

    Ein lautes Wiehern ließ meinen Blick zu einem relativ kleinen Gebäude am anderen Ende des Burghofes gleiten. War das etwa der Stall von Creag Castle? Mit einem seufzen rückte ich also meinen Gurt zurecht und stapfte los in Richtung des Gebäudes aus welchem das Wiehern gekommen war. Der Boden auf dem Hof war schlammiger als ich gedacht hatte, doch ich gab mir Mühe nicht angewidert das Gesicht zu verziehen als ich hinüber zu dem Stall stapfte. Das Tor des Stalles stand halb offen und im inneren hörte ich eine leise Stimme, doch verstand ich die Worte nicht. "Hallo?" rief ich in den Stall hinein und klopfte mit der Faust gegen einen der großen Balken am Eingang.
    Der Stall selber erwies sich als ansehnlicher als ich gedacht hätte. Es gab Fenster, er stank nur ein klein wenig und der Boden war trockener als der Hof draußen.
     
  4. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Juna

    Ich zuckte leicht zusammen als eines der Tiere laut wieherte, sah jedoch nur kurz auf bevor ich mich wieder Feasgar zu wandte. Dann hörte ich eine Männerstimme vom Stalleingang her, schnell schob ich der Stute, mit einem Bis Bald, das letzte Stück vom Apfel zwischen die Lippen und fühlte mich dennoch seltsam ertappt. Ja der Stallmeister war etwas strenger und sah es nicht gerne, wenn ich mich alleine hier her stahl. Aber wenn nun mal keiner hier war und außerdem kannte ich die rote Stute doch schon sehr lange, sie hatte ein ruhiges Wesen und würde mir nichts zu leide tun. Schnell hob ich den Korb für die Eier vom Boden hoch, machte einen Schritt aus dem Verschlag hinaus und wandte mich zum gehen schon um, wobei bei der Hast meine Röcke in der Bewegung mitschwangen. Ja ich dachte doch, dass da jemand kam der mich schelten wollte."Ich wollte nur schnell..." ich stoppte mitten im Satz und in der Bewegung und auch das Lächeln das ich vorsorglich schon mal aufgesetzt hatte erstarb als ich erkannte das da ein Fremder in der Stallgasse stand. Augenblicklich färbten meine Wangen sich knallrot und ich wusste nicht wieso.
    War es das Gefühl ertappt worden zu sein oder das es mir peinlich war, dass ich einem Fremden gleich etwas vorgeplappert hätte.

    Mein Blick ging wie von selbst hinter mich um zu sehen ob da nicht doch noch jemand war, aber es regte sich nichts. Dann musste ich wohl ran. "Verzeiht, ich hatte mit dem Stallmeister gerechnet", entschuldigte ich mich also für meinen Ausbruch und neigte leicht meinen Kopf zur Seite, während ich versuchte den Fremden zu mustern. In dem dumpfen Licht war das jedoch nicht so einfach. Ich erkannte eine hochgewachsene Gestalt, die Züge waren von hier aus jedoch nicht so gut zu erkennen, aber es dürfte sich um ein angenehmes Antlitz handeln. Dennoch... ich konnte mich nicht entsinnen einen solchen Mann schon mal bei uns gesehen zu haben, was mich vorsichtig sein ließ. Ich räusperte mich leise und richtete mich etwas auf. "Kann man Euch irgendwie behilflich sein?" fragte ich schließlich nach und schaffte auch das übliche freundliche Lächeln auf meine Lippen zu bekommen. Den Korb in meinen Händen hielt ich vor mir als könnte er mich ernsthaft gegen einen Angriff schützen. Als Mädchen alleine einem solchen Hünen gegenüberzustehen machte mich doch etwas nervös, doch ich bemühte mich ruhig zu bleiben.
     
  5. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Rob

    Kurz nachdem ich auf mich aufmerksam gemacht hatte, hörte ich in einer der Pferdeboxen schon ein hektisch, verdächtiges Rascheln. Ob ich wohl ein Liebespaar in einer etwas... nun sagen wir, pikanteren Situation, erwischt hatte? Ein breites, belustigtes Grinsen lief mir über die Lippen und fast schon tat es mir leid dass ich gestört hatte. Nur zu gut wusste ich einige angenehme Momente in einem vermeintlich leeren Stall zu schätzen und da wollte ich natürlich nicht derjenige sein, welcher ein anderes Paar störte.
    Zu meiner Verwunderung aber hörte ich die Stimme einer jungen Frau, welche kurz darauf auch schon mit einem Korb vor sich, auf die Stallgasse gestolpert kam. Mein Blick glitt an ihrer Gestalt hinauf; begonnen bei den Röcken, an welchen noch einzelne Strohhalme aus der Pferdebox hafteten, bis über ihre wohlgeformten Hüften, ihre Br.ust, hinauf zu ihrem schönen Gesicht. Sie war schlank, aber unter ihrem Kleid ließen sich dennoch einige sehr weibliche Rundungen erkennen. Ich selbst hatte eigentlich keinen rechten Frauentyp. Freilich wollte und würde ich nicht gleich bei einer jeden liegen und sie musste schon hübsch sein, doch ich mochte sie in sehr schlank oder auch mit kleinen weiblichen Rundungen; beides war mir ziemlich recht.
    Doch diese hier schien kein einfaches Mädchen zu sein, zumindest war ihr Kleid aus einem kostbareren Stoff geschneidert als dass sie eine Dienstmagd hätte sein können.
    Ihre Wangen färbten sich leicht rot und mein Grinsen wurde breiter. Natürlich würde sich das nicht für einen Burschen gehören, doch hier im Stall war niemand außer uns, wer sollte mich also schelten?
    "Mein Name ist Robard!". Mein Vater hatte mir eingebläut immer so nahe an der Wahrheit zu bleiben wie es mir nur möglich war, denn das würde die Wahrscheinlichkeit mich in einem Konstrukt aus Lügen zu verheddern um einiges mindern. "Ich suche nach dem Stallmeister, weil ich eine Stelle haben möcht!". Ohje, ich hätte nicht gedacht dass ich mich darauf konzentrieren musste eine schlampigere Aussprache an den Tag zu legen.
     
  6. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Juna

    So wie ich den Mann vor mir gemustert hatte, so hatte mich dieser auch gemustert wie mir schien. Er grinste mich an und beinahe schon schämte ich mich dafür das ich die Durchblutung meiner Wangen gerade nicht in Zaum halten konnte. Was er wohl von mir denken musste... es war wohl besser das ich seinen Gedankengang nicht kannte denn sonst wäre ich wohl noch bis zu den Ohren hin rot angelaufen. Auf meine Frage hin stellte sich der Mann, den ich älter als mich schätzte als Robard vor, nein der Name sagte mir nichts. Er dürfte wirklich nicht von hier sein, ich kannte beinahe alle beim Namen und den Rest zumindest vom Aussehen her. Gesichter merkte ich mir erstaunlicherweise viel besser als Namen. Er fuhr fort, dass er nach dem Stallmeister suchte weil er wohl arbeit suchte, dabei schien er fast selbst über seine Worte zu stolpern. Ich bedachte ihn mit einem genauen Blick und legte meinen Kopf leicht zur Seite als wöge ich seine Worte ab. Er wirkte nicht wie ein Stallbursche, auf den ersten Blick hätte ich ihn eher für einen Krieger gehalten. Ich machte ein paar Schritte in seiner Richtung, da ich ja sowieso um aus den Stall zu gelangen an ihm vorbei musste, während ich näher kam musste ich mich was sein Antlitz anging korrigieren. Er war schön anzusehen, gewiss kein Jüngling mehr, eben ein gestandener Mann und je näher ich ihm kam desto mehr ragte er über mir empor... nun mit der Einschätzung das er ein Hüne war war ich nicht falsch gelegen, dabei wirkte er aber keinesfalls übertrieben breit. "Nun, er ist momentan nicht hier, Robard", entgegnete ich und schenkte ihm wieder ein Lächeln, freundlich und unverbindlich so wie ich es eben gelernt hatte. Auch wenn sich etwas an seinem Anblick in mir regte, ein leichtes Kribbeln stieg in meiner Magengegend auf, doch ich schrieb es der Aufregung zu. Was mein Onkel wohl sagen würde, wenn ich hier so ganz allein im Stall mit einem Wildfremden angetroffen würde? Oh je, ich wollte es mir nicht mal vorstellen.
    "Ich heiße..." zu mehr kam ich nicht mehr, denn ich hörte es hinter mir poltern und daraufhin hektisches Rascheln, so das ich mich erstmal umdrehen musste. Der Stallbursche sein Name war Finn, den ich schon die ganze Zeit hier vermisst hatte, kam aus dem Raum heraus indem offenes Heu gelagert wurde, dahinter huschte schnell ein Schatten zum Hintereingang des Stalls hinaus, doch ich kannte die Gestalt und den braunen Haarschopf... und vor allem das Kleid das sie trug... denn das war eigentlich eines meiner Kleider! Davina!
    Finn war gerade noch dabei sich sein Hemd zu richten und ich sah ihn scharf an, er wagte es jedoch nicht mir in die Augen zu sehen. Kam dennoch unbeirrt auf uns zu und sein Blick glitt betreten von mir, wandelte sich dann jedoch in Ernst und wurde misstrauisch als er den hochgewachsenen Mann hinter mir gewahr wurde. "Ist alles in Ordnung Mylady?" fragte er schließlich. Finn war ungefähr in meinem Alter und arbeitete schon von Kindesbeinen an hier im Creag Castle, er war einen guten Kopf größer als ich, reichte aber lange nicht an den Fremden heran, wirkte von der Figur her eher hager. Er war ein ganz hübscher Junge und immer nett, aber das er Davina hier im Stall verführte ließ ihn nicht gerade Pluspunkte sammeln, wobei ich ja wusste wie überzeugend meine Cousine sein konnte. Ich machte nur eine wegwerfende Handbewegung, ich wollte das was ich gerade gesehen hatte mal vergessen. "Ja Finn, dieser Mann, er hat sich mir als Robard vorgestellt sucht nach Arbeit und möchte mit deinem Meister sprechen", antwortete ich also und wandte mich auch wieder dem Fremden zu. "Finn arbeitet hier im Stall, er wird Euch gewiss zum Stallmeister bringen, wenn Ihr mich nun entschuldigt, ich habe Arbeit zu erledigen", erklärte ich wieder mit einem freundlichen Lächeln, hatte ganz vergessen das ich meinen Namen nicht genannt hatte. Ich neigte nur kurz meinen Kopf und ging dann an Robard vorbei, das Kribbeln verstärkte sich als ich an ihm vorbei kam und ich konnte nicht anders als meinen Blick kurz an ihm hoch wandern zu lassen. Bevor ich diesen schnell senkte, meine Wangen röteten sich erneut, während ich den Stall mit eiligen Schritten verließ. Ich machte die paar Schritte hinüber zum Hühnerstall, ich atmete ein paar mal ein und aus, versuchte mein auf unerklärlicheweise schnell pochendes Herz zu beruhigen. Bevor ich den Verschlag für die Hühner betrat und anfing ihre Nester nach Eiern abzusuchen.
     
  7. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Rob

    Das was als nächstes geschah, ließ das beste Leihenspiel Theater blass aussehen. Mein Gesichtsausdruck war wohl eine Mischung aus: Verwunderung, Belustigung und ein wenig Unglaube. Kam da gerade wirklich einer der Stallburschen aus einer der Pferdeboxen und hatte es am hellichten Tag mit einem Mädel ge.trieben? Ernsthaft? Wo war ich hier nur gelandet? Meine Augenbrauen waren in die Höhe geschossen und auf meinen Lippen lag ein ehrlich belustigtes Lächeln als die ganze Szenerie beobachtete.
    Von dem Mädel, welches der Bursche wohl gerade vernascht hatte, sah ich nicht viel, nur ein Kleid welches ein wenig zu edel für das einer Magd aussah. Nun wanderte eine Augenbraue wieder nach unten und ich fragte mich ob das hier gerade ernsthaft stattfand. Da kam ein Stallbursche auf eine Lady zu und hatte wirklich die Dreißtigkeit sich sein Hemd in die Hose zu stecken während er mit ihr sprach. Er steckte sich tatsächlich nach seinem Schäferstündchen mit einer anderen Lady sein Hemd in die Hose während er mit ihr sprach. Fast hätte ich ob dieser zur Schaustellung der absoluten und unfassbaren Dreißtigkeit und Ungeniertheit auflachen müssen. Das konnte ja wirklich heiter werden. Während ich dieses Schauspiel beobachtete, hatte ich mich mit verschränkten Armen und überkreuzten Beinen an eine der Pferdeboxen gelehnt.
    Als der Stallbursche, welchen die Lady (deren Namen ich noch nicht wusste) als "Finn" vorstellte, nun bei uns angekommen war, richtete ich mich auf und war nun gut zwei Köpfe größer als der Kerls. Dann entschuldigte sich die Lady auch schon und verschwand. Doch bevor sie ganz an mir vorbei war spürte ich ihren Blick, welcher noch einmal an mir hinaufwanderte und sah wie sich ihre Wangen leicht röteten. Ein nach außen hin kaum merkliches Lächeln umspielten meine Lippen. Ob die Ladys auf dieser Burg denn alle den Stallburschen verfallen waren? ... Wirklich ein hübsches Ding.
    Als ich den Kerl vor mir wieder ansah, verfinsterten sich meine Züge als ich sah wie er der kleinen Lady hinterher sah. Er hatte ein recht lüsternes Grinsen im Gesicht und ich spürte meine Faust jucken. "Isn hübsches Ding!" hörte ich ihn sagen und sah wie er mit dem Kinn in die Richtung nickte, in welche die kleine Lady verschwunden war. Ich unterdrückte mein Verlangen ihm das dumme Grinsen aus dem Gesicht zu schlagen. Schließlich hatte ich eine Mission und die würde bestimmt nicht gut beginnen, wenn ich zuerst einen der Stallburschen vermöbelte. "Kannst du mich zu deinem Stallmeister bringen?" fragte ich ihn und bemühte mich keine Miene zu verziehen. Finn nickte nur und fuhr sich hektisch mit der Hand durchs Haar um sich Strohhalme zu entfernen, welche noch darin hingen. Wobei ich ja eher darauf getippt hätte dass er wohl eher gerade seine Füllung verlor, doch ich hielt mich zurück und folgte dem Kerl nach draußen.
     
  8. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Juna

    Die Hühner waren gnädig zu mir und ich konnte ohne den Schnabel einer der Mädchen zu spüren doch recht viele Eier absammeln, der Korb war gut voll. Mit einem zufriedenen Nicken verließ ich den Hühnerstall und zu meiner Erleichterung hatte es sogar aufgehört zu regnen und die Sonne die zuvor an den Berghängen verweilt hatte breitete sich langsam über der Burg aus. Das ließ mich Lächeln und ich hob mein Gesicht mit geschlossenen Lidern den wärmenden Strahlen entgegen, bevor ich meine Röcke raffte um die Eier in die Küche zu bringen. Nicht das Habren mir, weil ich so lange brauchte, mir das versprochene Shortbread strich.
    Ich erreichte die Tür und sah an mir hinunter, ich hatte es geschafft mein Kleid nicht zu beschmutzen, aber wie meine Stiefel aussahen wolltet ihr lieber nicht wissen. Ich vermisste ehrlich gesagt mein altes Zuhause etwas, da hatten Planken und Steine die Wege nicht ganz so matschig gemacht.
    Mein Blick ging nochmal hinüber zu den Ställen, ich war neugierig ob der Fremde denn auch bleiben durfte. Woher er wohl kam? Ja das war eine gute Frage. Und wer war er eigentlich? Ich mein natürlich kannte ich seinen Namen... Robard, aber damit wusste man doch noch lange nicht wer dieser Hüne war. Wie schon vorhin gesagt, hätte ich ihn von der Statur und seiner Ausstrahlung her eher für einen Krieger gehalten, aber was wusste ich schon?
    "Lady Juna!" riss mich eine Stimme aus den Gedanken heraus und ich drehte den Kopf, lehnte meinen Oberkörper etwas vor um mit einem unschuldigen Lächeln in die Küche zu spähen und sah Habren die mich mit einem strengen Blick maß. "Die Eier!" "Hier sind sie doch," meinte ich und hob den Korb mit den Eiern an. Ich betrat nun den Raum und reichte sie dem Mädchen was mir schon entgegen kam.
    Mit einem kecken Zwinkern, tänzelte ich schließlich an dem Korb mit dem Shortbread vorbei und nahm mir gleich zwei Stück. "Vielen lieben Dank", sagte ich und war schon eine Staubwolke, bevor Habren noch darauf kam mich zu tadeln. Wobei ich wieder den Weg zum Hof hinaus nahm, damit ich nicht mit meinen matschigen Stiefeln die ganze Küche versaute. Ich freute mich schon auf die kleine Mahlzeit zwischendurch.
     
  9. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Rob

    Finn ging vor mir her und drehte sich immer wieder zu mir um, bis er stehen blieb und mich zu ihm aufholen ließ. "Weißt du.." begann er und schniefte laut bevor er mich mit einem recht dämlichen Grinsen von der Seite ansah. "Hier im Stall hat noch keiner dicke ..." mit gehobener Augenbraue sah ich ihn von der Seite her an, doch er schien gegen unheilverkündende Blicke oder Blicke welche so viel hießen wie: "Was zur Hölle läuft mit dir falsch?" oder "Waaaas?" resistent zu sein. Wobei ich bei seiner Art zu sprechen und bei seinem Verhalten eher darauf tippte, dass der gute Finn einfach nicht die hellste Kerze im Leuchter der Burg CreagCastle war. Ich senkte also meine Augenbraue und ließ den Kerl weiter davon reden wie leicht die Frauen hier zu haben seien. Ohne es recht zu wollen glitten meine Gedanken wieder zu der kleinen Lady. Ich hatte beschlossen sie so zu nennen, da ich ja ihren Namen noch nicht wusste. "Wer war die Lady, welche dich mir vorgestellt hatte?" unterbrach ich Finns 'Tipps und Tricks eine Magd in den Stall zu bekommen'. Dieser schwieg für einen Moment, denn anscheinend hatte ich ihn durcheinander gebracht mit meiner Frage, doch dann zuckte er beiläufig die Achseln und meinte: "Das war Lady Juna, die Nichte des Chiefs!" . So so, eine enge Verwandte des Chiefs also. Interessant!

    Nach einem kurzen Marsch hinüber zu einem kleinen Auslauf, in welchem 3 etwas größere Ponys standen, blieb Finn stehen. "Hugh!" rief er und deutete dann auf mich, als ein etwas älterer Mann mit schlohfarbenen Haar auf uns zukam. Der Mann war kräftig, seine Hände waren zur schweren Arbeit geschaffen und seine Augen waren von einem ruhigen Braun. Er war nur etwas größer als ich und als er auf uns zukam, sah ich wie er leicht hinkte. Es schien eine alte Verletzung zu sein, da kein Verband auf eine frische Wunde hinwies. "Der hier will beim Chief in Lohn und Brot!" erklärte Finn und blieb dann mit einem stolzen Lächeln neben uns stehen. Irgendwie erinnerte er mich ja an einen Hund, welcher nun auf ein belohnendes Leckerchen wartete. Doch der Mann, Hugh, er deutete auf eine Mistgabel und wies Finn an den Mist aus dem Auslauf in den Karren zu schippen. Dann wandte er sich mir zu. "Kannst du mit Pferden umgehen?".
     
  10. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Juna

    Die Sonnenstrahlen ließen den Hof bald wieder mehr zum Leben erwachen, die Kinder kamen heraus zum spielen und einige der Erwachsenen verlegten ihr Tagewerk heraus. Wenn das Wetter sich so hielt, würde bis nach dem Mittagessen gewiss die Wiese und der Boden wieder soweit getrocknet sein, dass dem Blumen und Kräuter pflücken nichts im Wege stand. Das war auf alle Fälle besser als Davinas Musikkünsten in der Kemenate zu lauschen. Ich suchte mir nun ein zuvorkommendes Plätzchen für mich, wo ich in Ruhe den süßen Keks verspeisen konnte.
    Mein Weg führte wieder zum Stall denn dort stand angelehnt eine kleine Bank, sie stand unter einem Vorsprung so war sie nicht nass geworden und die Sonne schien dort auch hin. Besser ging es einfach nicht. Langsam ließ ich mich auf der Bank nieder, richtete sorgsam meine Röcke, damit sie nicht zerknitterten oder ich sie durch den Dreck zog. Für einen Augenblick verharrte ich dann, hob mein Gesicht der Sonne entgegen, sie kitzelte etwas in der Nase und ich erlaubte es mir für einen Moment einfach mal an nichts zu denken. Ich senkte nun meinen Blick und öffnete meine Augen wieder. Holte einen Shortbread hervor und biss ein Stück davon ab.
     
  11. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Rob

    Das Gespräch mit Hugh verlief recht kurz, denn wie sich herausstellte konnte er tatsächlich eine helfende Hand im Stall gebrauchen. Er hatte mich darüber ausgefragt wo ich denn schon gearbeitet hatte und ich hatte ihm erzählt ich sei eine Zeit in Frankreich gewesen und vor einigen Monaten erst wieder zurück nach Schottland gekommen. Hugh hatte nicht weiter nachgefragt und es so hingenommen, denn schließlich war es keine Seltenheit, dass junge schottische Männer einmal eine Zeit nach Frankreich gingen. Als er mich gefragt hatte ob ich mich denn mit Pferden auskannte, hatte ich ihm erzählt ich hätte schon immer in Ställen gearbeitet und kannte mich mit Pferden aus. War ja auch nicht gelogen. Meine halbe Kindheit hatte ich im Stall verbracht und hatte auch immer gerne geholfen die Arbeiten zu verrichten, welche im Stall anfielen.
    Hugh zeigte mir eine kleine Kammer, welche ich beziehen durfte solange ich hier in Anstellung war. Mit so viel Komfort hatte ich ganz ehrlich nicht gerechnet, würde mich aber sicherlich nicht beschweren. Als ich meinen Sack in die Kammer gebracht hatte beschloss ich mich erstmal ein ganz klein wenig umzusehen. Zumindest um den Stall herum konnte ich mich ein bisschen umsehen, weiter wollte ich noch nicht, da es schon etwas auffällig sein würde wenn der neue Stallknecht plötzlich durch den Wohnturm schlich.
    Gerade als ich den Stall verlassen hatte, nahm ich in meinen Augenwinkeln eine Bewegung war. Ich blieb stehen und drehte den Kopf. Da war sie wieder. Die kleine Lady. Ein lächeln huschte über meine Lippen und wäre ich als Robard Finnigan Campbell McKinnley hier gewesen, so wäre ich zu ihr gegangen und hätte mich vielleicht sogar neben sie gesetzt um mehr über sie zu erfahren. Doch hier war ich Rob, der Stallknecht und ich musste stets darauf achten mich auch wie einer zu verhalten. Und ein Knecht setzte sich bestimmt nicht zu einer Lady.
     
  12. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Juna

    Genüsslich kaute ich auf dem Shortbread rum, ließ dabei meinen Blick über den Hof gleiten beobachtete wie die Leute geschäftig ihrem Tagewerk nachgingen. Körbe mit Feuerholz und Torf wie zum Lager gebracht wurden, ein Junge trieb seine Gänse vor sich her zum Tor hinaus um sie auf die Wiese zu bringen. Gerade hatte ich noch ein Stück abgebissen, als ich eine Bewegung auf der Seite wahrnahm. Es war der Fremde... Robard, er sah mich an, ich konnte nicht anders als ihm ein Lächeln zu schenken. Nachdem er jetzt alleine hier stand nahm ich an, dass Hugh ihn wohl als Burschen eingestellt hatte.
    Ich konnte sehen das ein paar Mädchen stehen blieben und ihre Köpfe zusammen steckten um eifrig miteinander zu tuscheln, während sie immer wieder zu dem Hünen hinüber sahen, das war wirklich nicht weiter verwunderlich. Hier im hellen Licht konnte ich seine Züge klar sehen, er war wirklich schön anzusehen, das dunkelblonde Haar hatte einen goldenen Schimmer im Sonnenlicht und wurde hie und da von helleren Strähnen durchwirkt. Seine Augen strahlten in einem intensiven Blau hervor.
    Ich senkte meinen Blick und richtete ihn wieder woanders hin... nicht das man noch glaubte ich gaffte. Natürlich war ich neugierig und hätte nur zu gerne mehr von dem Mann erfahren, aber mein Onkel würde es wohl gar nicht gerne sehen würde ich einem Stallburschen hinterher rennen um ihn auszufragen.
    Ich schob mir das letzte Stück vom Shortbread in den Mund und nahm mir noch die Zeit diesen in Ruhe zu kauen, bevor ich mich nun erhob und meine Röcke glatt strich, damit auch die kleinen Krümel - die unweigerlich beim Verzehr von Shortbread entstanden- die in die Falten gefallen war, zur Freude der Hühner auf den Boden fallen ließ. Gleich danach raffte ich meine Röcke und setzte mich mit einem letzten Schulterblick - sah er mich denn noch an?- in Bewegung in Richtung des Wohnturms, denn ich vermutete das Davina in unserer Kammer sein würde.
     
  13. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Robard

    Ich ertappte die kleine Lady dabei wie sie ihren Blick kurz hob und mich ansah. Ihr Blick war ein klein wenig scheu, doch ich konnte die Neugierde in ihren Augen sehen und noch etwas...doch ich konnte nicht ganz bestimmen was es war. Ich erwiderte ihr Lächeln kurz und als sie den Blick schnell wieder senkte, musste ich mich zusammennehmen um nicht zu Grinsen. War sie es nicht gewöhnt, dass Männer sie anlächelten? Bei ihrem Aussehen musste ihr doch die halbe Burg zu Füßen liegen... also zumindest der männliche Teil. Oder war es weil ich ein vermeintlicher Stallbursche war? Ich kannte einige Damen, welche die Bediensteten für so weit unter ihrer Würde hielten, dass sie es schon gar nicht mehr wahrnahmen wenn sie in ihrer Nähe waren. Ob die kleine Lady auch so war? War ich gerade unter IHRER würde? Nachdenklich legte ich den Kopf schief und betrachtete den großen Wohnturm. Ob der Chief da war? Ob er gerade irgendetwas gegen unseren König plante? Ich riss meinen Blick von dem Gebäude los und machte mich auf zu den Weiden. Hugh hatte gesagt ich solle die Pferde von den Weiden holen und dann damit beginnen ihnen Heu zu geben.
     
  14. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Juna

    Er hatte mein Lächeln erwidert und mich wurmte ein bisschen wie mein Herz bei diesem Anblick schneller zu klopfen begonnen hatte. Davina war die leichtsinnige die sich blind von ihren Gefühlen leiten ließ und mit einem Stallburschen Tagsüber rum schäkerte... Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Hatte sie nicht vor zwei Tagen nicht erst wieder ihren Kopf auf meinen Schoß gebettet gehabt und bitterlich geweint, weil ein vermeintlicher Verehrer - es war der Sohn des Schmieds aus dem Dorf gewesen- jetzt eine andere ehelichte? Nein ein Kind von Traurigkeit war sie nie gewesen, aber eben leichtsinnig und so leichtgläubig wenn es um das 'verliebt sein' ging. Von Liebe, von der sie in solche Dingen gerne Sprach konnte keine Rede sein. Ich mein, ich kannte mich ja damit auch nicht wirklich aus, aber zumindest wusste ich das man diese doch nicht einfach so verschenkte.
    Ich erreichte den Wohnturm und machte mich ohne umschweife auf den Weg die Treppen hinauf, ich erreichte die Tür zu der Kammer die ich mit Davina teilte. Dahinter hörte man sie rum wuseln. Ich öffnete die Tür und sah sie erschrocken zu mir hinüber, als sie mich erkannte lächelte sie jedoch. "Du bist es Cousine", sagte sie erleichtert und fuhr fort damit durch das Zimmer zu tänzeln wie ich jetzt erkannte. "Ja, ich bin es", bestätigte ich, wer sollte denn sonst ohne zu klopfen das Zimmer betreten, ich schloss die Tür hinter mir. "Kannst du mir sagen was das gerade sollte?" fragte ich sie nun und folgte ihr mit meinem Blick. "Was meinst du?" fragte sie zurück und tat unschuldig. Ich verdrehte die Augen und kam zu ihr hinüber, ergriff ihre Hände um sie so zum stillstehen zu bringen. "Das mit Finn, im Stall... am helligten Tag?! Und in meinem Kleid..." entgegnete ich ihr mit gesenkter Stimme, musste ja nicht jeder gleich mitbekommen der an der Tür vorbei ging. "Ach liebe Cousine, Finn ist einfach Zauberhaft, so nett und lieb und.." "Leicht zu haben," warf ich dazwischen, was sie nur mit einer wegwerfenden Handgeste quittierte und mich hinüber zu ihrem Bett führte, wo sie mich mit auf die Bettkante runter zog. Sie erklärte mir wie einfühlsam er nicht gewesen sei, sie war immer noch ziemlich niedergeschlagen gewesen wegen des Schmieds, tja lange hatte das wohl nicht angedauert... Was das mit meinem Kleid anging überspielte sie gekonnt. "Es waren nur ein paar Küsse", beteuerte sie, ich seufzte resignierend. Ich konnte ja doch nichts sagen was etwas ändern würde, ich konnte nur warten und sie dann erneut trösten. "Ein paar wilde Küsse wie mir scheint", meinte ich dann und zog einen Heuhalm aus ihrem Haar. Sie kicherte wie es nur verliebte kleine Dinger taten. Ich erhob mich um ihre Bürste zu holen, damit ich ihr das Gestrüpp aus ihrem Haar holen konnte, währenddessen plapperte sie unentwegt darüber wie toll Finn nicht war.... versteht mich nicht falsch Finn war wirklich nett und sah auch ganz passabel aus, aber war ein Stallbursche und dafür bekannt das er sich eben schon mit einigen Mädchen dort im Stall vergnügt hatte. Er war auch nicht gerade der Hellste und ich fürchtete das er irgendwann so dumm sein würde sich damit zu brüsten das er Davina verführte und wenn das meinem Onkel zu Ohren kam, fürchtete ich um die Zukunft des Burschen. Schade war nur, dass Davina nicht soweit dachte...
     
  15. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Rob

    Während ich den Pfad zu den Ausläufen der Pferde hinunter stapfte überblickte ich die Umgebung. Seit jeher war ich darin geschult worden meine Umgebung genau zu erkunden. Es war zu einer Selbstverständlichkeit geworden Schwachstellen an einer anderen Burg und deren Umland zu finden. Hier zum beispiel sah ich, dass man ohne Probleme vom Wald aus, über den Auslauf der Pferde zu den Stallungen gelangen konnte. Die Ausläufe verliefen gegen den rückwärtigen Teil der Burg und dort befanden sich keine Fenster. Bis die Wache auf den Zinnen sehen würde, dass jemand durch den Wald brach und sich auf den Weg zu den Ställen machte, hatte man schon einen enormen Vorsprung. Auch lag der Stall nicht sehr günstig. Er war nicht einsehbar und hatte an fast allen Seiten einen Zugang. Es wäre ein leichtes sich dort einzuschleichen. Hatte der Chief das noch nicht bedacht? Oder war er so arrogant zu glauben, dass niemand es wagen würde seine Burg anzugreifen?
    Ich pfiff leise vor mich hin als ich das Gatter erreichte, an welchem schon zwei Pferde warteten. Die Pferde sahen nicht schlecht aus, doch ihr Fell war stumpf und sie waren zwar nicht dürr, doch hätte ihnen ein wenig mehr Heu wohl nicht schlecht getan. "Na ihr Beiden!" begrüßte ich sie mit einem leisen rauen und ließ sie erstmal meine Hände und mich beschnuppern, bevor ich mein Seil an ihren Strickhalftern befestigte. Die Pferde folgten mir gutmütig und auf meinem Weg zurück sah ich ein Stück unterhalb des Stalles eine relativ freistehende Scheune. Seufzend schüttelte ich meinen Kopf und setzte meinen Weg fort pfeifend fort.
     
  16. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Juna

    Das was Davina da von sich gab, kannte ich schon, sie hatte es so oft schon gesagt. Ein wenig neidisch war ich wohl, ich wäre einerseits auch gerne so unbedarft, man würde sich dann viel weniger Kopf um irgendwelche Dinge machen, aber andererseits wurde man dann auch viel öfter zum Narren gehalten. Ich seufzte und schüttelte nur den Kopf, was Davina nicht sehen konnte, da ich ja hinter ihr saß um ihr Haar auszukämmen. Erst hatte ich es vom Heu befreit und löste nun die kleinen Knoten daraus, wie schon erwähnt war ihr Haar heller als das meine, ich flechtete ihr ein paar Strähnen ein und fasste das ganze dann hinten in ihrem Nacken zusammen. "Fertig", sagte ich schließlich, während ihr Redeschwall wohl endlich etwas abgeebbt war.
    "Finn ist ganz anders als die Anderen", meinte sie dann und sah mich an, wartete wohl auf meine Antwort. Ich zuckte mit den Achseln und zeigte ihr ein etwas schiefes Lächeln. "Wenn mir diese Worte nicht nur alle so bekannt vorkommen würden", meinte ich und sie lachte mich an. "Ach liebe Cousine, du bist viel zu ernst, dir würde es auch nicht schaden mal einen Mann zu finden mit dem du..." Ich hob eine Hand und winkte ab. "Danke für den Rat, aber bisher habe ich hier noch keinen Mann gesehen der mich interessieren würde", entgegnete ich ihr und erhob mich von dem Bett, sammelte das Heu auf um es mit hinaus zu nehmen. Sie sagte mir etwas von wegen ich sei zu wählerisch und sowas. Ich ging derweil unbeirrt auf die Tür zu und legte eine Hand auf die Klinke. "Dusten und deine Amme haben nach dir gesucht und bitte..." ich drehte mich nochmal um und sah sie an. "Frag das nächste Mal bevor du eines meiner Kleider nimmst", sagte ich schließlich und ihre Wangen liefen rot an. Ich verließ die Kammer und stieg die engen Wendeltreppen wieder hinunter. Es war bald Zeit für das Mittagessen und ich wollte nochmal nachsehen ob ich Habren noch bei irgendwas helfen konnte.
     
  17. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Robard

    Als ich mit den Pferden im Stall angekommen war, führte ich ein jedes in seinen verschlag und band es an. Gerade trat ich aus dem Verschlag des Schimmels und tätschelte ihm freundlich das Gesäß, als Hugh mit einem Sack Hafer auf den Schultern zu mir kam. Sein Blick war mürrisch und er stapfte zum anderen Ende des Stalles, wo er den Sack mit einem lauten: "Uff!" fallen ließ. Er blieb kurz gebeugt stehen und rieb sich mit schmerzverzehrtem Gesicht seinen Rücken. Als er sich wieder aufrichtete schien sein Gesichtsausdruck noch mürrischer als zuvor schon. "Du, neuer!" rief er mir zu und hinkte in meine Richtung. Anscheinend plagte ihn sein Kreuz doch mehr ich dachte. "Der Isabellfarbene muss zum Schmied!" knurrte er und drückte mir ein Zaumzeug in die Hand, welches er von einem Haken nahm. "Reit runter ins Dorf zur Schmiede und nehm den Rappen gleich mit!". Verwundert hob ich eine Augenbraue, doch Hugh hatte sich schon umgedreht und hinkte in Richtung seiner Kammer. Ich vermutete, dass er eigentlich selbst vorgehabt hatte die Pferde zum Schmied zu bringen, denn es war schon sehr ungewöhnlich einen neuen Burschen gleich zwei Pferde aus den Ställen fortbringen zu lassen.
     
  18. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Juna

    Während ich den Hof überquerte, ließ ich das Heu auf den Boden fallen das in einer Hand gehalten hatte. Wie raffte ich meine Röcke, der Boden war zwar schon am abtrocknen, aber immer noch feucht genug um meine Röcke beschmutzen zu können. Ich stieg über eine Pfütze hinweg und stieg dann die Treppen zum Haupthaus hinauf. Ich ließ meinen Blick noch einmal durch den Hof gleiten und sah wie der Fremde mit zwei Pferden aus dem Stall kam. Ich ließ meinen Blick an ihm hinab gleiten, nun vielleicht musste ich meine Aussage von vorhin korrigieren, dieser Mann machte mich schon neugierig... Wobei er bei seinem Aussehen wohl mehr als genug Frauen hatte die ihm zu Füßen liegen würden, dass zeigte ja alleine die Reaktion von den Mädchen hier. Ich war mir auch ziemlich sicher, dass er sich seines Charmes den er versprühte bewusst war... Nicht umsonst hatte er einen so selbstbewussten Gang, der nicht ganz zu einem Stallburschen passen wollte. Ich war schon neugierig was die Geschichte dieses Mannes anging, woher kam er? Was brachte ihn in unsere Gegend? Welchem Clan gehörte er an? Fragen über Fragen. Ich wandte mich wieder ab und betrat das Gebäude um meiner Arbeit nachzugehen.
     
  19. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Rob

    Ich hatte den Rappen gesattelt, da er ein wenig größer war als der Isabellfarbene und seine Eisen noch besser saßen. Mit gerunzelter Stirn hatte ich festgestellt, dass das Eisen des Isabellfarbenen schon locker war, doch der Stall war so dunkel das ich nichts sah. Als ich die Pferde nach draußen geführt hatte, entrang sich meinen Lungen wieder ein Seufzer und wieder schüttelte ich meinen Kopf. Die Hufe der Pferde waren in einem schlechten Zustand. Nicht katastrophal aber schlecht. Die Eisen hätten schon längst erneuert werden müssen und es war ein wunder dass die Pferde noch damit laufen konnten. Was war das nur mit dieser Burg? Lief hier alles so wie im Stall? Zwar nicht schlecht aber auch nicht gut? Ich stieg in den Sattel den Rappen und ritt langsam los. Traben würde ich sicherlich nicht, denn ich wollte meinen Hals heil behalten und nicht riskieren, dass eines der Pferde mit den lockeren Eisen stolperte. Gerade als ich mit den Pferden über den Hof ritt, sah ich die kleine Lady wieder und ich konnte nicht anders als ihr wieder zu zulächeln.
     
  20. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Juna

    Irgendwie trafen sich unsere Blicke immer wieder kurz, und wieder war da ein Lächeln in seinem Gesicht. Ich bildete mir noch zusätzlich ein, dass es für mich bestimmt war. Ach! Ich wollte nicht anfangen wie Davina, aber... Nun ein klein wenig träumen würde man wohl noch dürfen. Die Vorstellung ein Mann würde nur für mich Lächeln, ließ ein leises kribbeln in meinem Bauch entstehen. Ich betrat den großen Saal in dem die Tische nochmal schnell abgeputzt wurden, das Mittagessen war eher was zwangloses vor allem nachdem der Chief nicht da war. Mein Onkel war auf einer Reise zu einen Verbündeten Clan, er sollte jedoch die nächsten Tage wieder hier in Creag Castle eintreffen. Bald würde auch das Frühlingsfest gefeiert werden, es gab Musik und Tanz, natürlich auch reichlich zu Essen und zu trinken, das wusste ich so genau weil ich meiner Tante und meiner Cousine unter anderem beim planen half. Irgendwie musste man sich ja nützlich machen.
    Ich betrat die Küche wo schon alles fertig war, ein herrlicher Duft lag in der Küche. Ich nahm mir etwas zu Essen und zog mich auf einen der Tische hier zurück, wollte einfach hier in einer Ecke sitzen und meinen Eintopf zu mir nehmen. Vor vier Jahren war ich hierher gekommen und genoss es aber immer noch im kleinen Rahmen zu bleiben... natürlich hatten die Abendessen wo alle zusammen im Saal speisten und anschließend ein Barde aufspielte auch was für sich, aber ich vermisste doch die kleinen Runden in dem Dorf wo ich aufgewachsen war. Papa der mit seinen Kumpanen vor der Haupthütte dann immer noch ein Glas Whisky zu sich genommen hatten, sich Geschichten über das was sie erlebt hatten erzählten und ich mitten darunter mit großen staunenden Augen... gut Papa hatte mir dann an manchen Stellen die Ohren zugehalten, aber das hatte mir nie was ausgemacht. Hauptsache ich durfte einfach dabei sein, bevor ich zu Bett gehen musste. Als ich dann älter geworden war, saß ich mit den Gleichaltrigen zusammen. Ein wehmütiges Lächeln stieg in meine Züge, bevor ich mich wieder meinen Essen widmete nicht das es noch kalt wurde...
     

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