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Tasmanien

Dieses Thema im Forum "Talk Café" wurde erstellt von Vivien, 9 Sep. 2006.

  1. Vivien

    Vivien Gesperrte Benutzer

    Sehenswertes in Tasmanien

    Ein berüchtigtes Ziel britischer Gefangenen-Deportationen im 18./19. Jahrhundert war Port Arthur in Van Diemen´s Land, dem heutigen Tasmanien. Die ehemalige Zuchthaus-Anlage ist inzwischen längst eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Insel. Von 1788 bis 1868 wurden etwa 160.000 Häftlinge an das “Ende der Welt”, nach Australien, verfrachtet. England hatte dort 1788, mit der Landung seiner First Fleet, die Sträflingskolonie New South Wales gegründet und damit die europäische Besiedelung des Fünften Kontinents eingeleitet.

    Port Arthur


    Port Arthur auf der wildromantischen Tasman Peninsula, 100 Kilometer südöstlich der Insel-Hauptstadt Hobart, diente von 1830 bis 1877 als britische Sträflingssiedlung und nahm in dieser Zeit 12.500 Gefangene auf. Die Ruinen und restaurierten Gebäude der “Port Arthur Historic Site” vermitteln einen nachhaltigen Eindruck von den unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Häftlinge leiden mussten. Eine Ausstellung über die grausame Geschichte der Sträflingssiedlung ist im “Visitor Centre” zu sehen. Von der Anlegestelle des weitläufigen Geländes an der Mason-Bucht führt eine kurze Bootstour zur “Isle of the Dead”. Auf der “Insel des Todes” befindet sich der Friedhof der Sträflingssiedlung - letzte Ruhestätte für 1.769 Gefangene und 180 freie Siedler. Am 28. April 1996 war Port Arthur erneut Schauplatz einer Tragödie, als der damals 28-jährige Australier Martin Bryant 35 Touristen und Angestellte der historischen Stätte erschoss. Ein “Memorial Garden” erinnert an das Massaker. Der Amokläufer verbüßt in Hobart eine lebenslange Freiheitsstrafe.

    “Tassie” und Tasmanischer Teufel

    Tasmanien - auch liebevoll “Tassie” genannt - ist der kleinste und südlichste Bundesstaat Australiens (ca. 68.000 Quadratkilometer) und liegt vor der südöstlichen “Ecke” des Festlandes, von ihm getrennt durch die oft stürmische Bass Strait. Das fruchtbare Eiland gehört zu den landschaftlich schönsten und historisch interessantesten Reisezielen in Down Under. Es hat rund 470.000 Einwohner, 17 Nationalparks und außerdem die sauberste Luft der Welt. Ein Paradies für Naturfreunde! “Tasmania - Your Natural State”, so steht´s auf den Autokennzeichen. Erholung pur also. Die einzigartige Insel bietet vielfältige Urlaubsmöglichkeiten - neben der attraktiven Metropole Hobart mit ihrem reizvollen Umland zum Beispiel die bizarre Gebirgslandschaft rund um den Cradle Mountain, die charmante Stadt Launceston, die Strände an der Ostküste, die Wildnis im Westen, die Szenerie an der Nordwestküste. Tasmanien ist das “andere” Australien - gelegentlich glaubt man, die Zeit sei hier stehen geblieben. Die Insel wurde 1642 von dem holländischen Seefahrer Abel Tasman entdeckt. 1803 kamen die ersten europäischen Siedler. Tasmanian Devil (Tasmanischer Teufel) heißt das Maskottchen der Insel. Das Beuteltier hat die Größe eines kleinen Hundes und ist - im Gegensatz zu Kängurus und Koalas - ein Fleischfresser. Seine scharfen Zähne können so kräftig zubeißen wie die eines Krokodils! Die Furcht einflößenden “Teufel” leben nur in Tasmanien. Am einfachsten kann man die nachtaktiven Vierbeiner in Tierparks beobachten, u.a. im hervorragenden “Bonorong Wildlife Park” in Brighton, 25 Fahrminuten nördlich von Hobart. Hobart, 1804 gegründet und damit zweitälteste Stadt Australiens (nach Sydney 1788), liegt im südöstlichen Insel-Teil, am Fuße des Mount Wellington und am Derwent River. Die malerische Lage der gemütlichen Stadt, in der 195.000 Menschen wohnen, lässt sich besonders eindrucksvoll bei einer Hafen-Rundfahrt betrachten.


    Hobarts lebendige Innenstadt

    Constitution Dock - das ist das “Schmuckstück” des Hafens. Dieser verträumte Boots- und Yachthafen erlebt traditionell nur Ende Dezember hektische Betriebsam-keit, dann ist er das Ziel der Regatta Sydney - Hobart. Auf den hier vor Anker liegenden Fischerbooten wird der beste Fisch der Stadt verkauft. Hobarts Wahrzeichen ist die 1965 eingeweihte, 1.420 Meter lange Tasman Bridge über dem Derwent River. Sonnabends findet an der Hafenfront der berühmte Salamanca-Markt statt (Salamanca Place / 8.30 bis 15.00 Uhr). Vor der Kulisse restaurierter Sandstein-Lagerhäuser aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in denen jetzt Restaurants, Cafes, Galerien und Antiquitätengeschäfte untergebracht sind, gibt´s ein breit gefächertes Angebot: tasmanische Kunsthandwerks-Produkte, Bücher, Seifen, Weine, Honig, Käse, Äpfel, Blumen und vieles mehr - sowie deutsche Bratwurst von deutschstämmigen Einwanderern. Straßenmusiker sorgen für Unterhaltung. Hinter dem Salamanca Place lädt das Altstadt-Viertel Battery Point zu einem Rundgang ein: Bilderbuch-Häuser aus der Gründerzeit; einige der Cottages sind Touristen-Unterkünfte. Von hier ist es nicht weit bis zur Sandy Bay, wo das 1973 eröffnete “West Point Hotel Casino” steht (damals Australiens erstes Spielkasino).

    Sehenswürdigkeiten einer klassischen Rundreise

    Ein Muss für Hobart-Besucher ist der Blick vom 1.270 Meter hohen Mount Wellington. Für die halbstündige Fahrt zum Gipfel eignet sich am besten der “Shuttle Bus Service” (Abfahrt: Tasmanian Travel & Information Centre). Von oben hat man eine faszinierende Aussicht auf die Stadt und ihre Umgebung. Kaum weniger grandios ist der Blick vom Mount Nelson (Höhe: 340 Meter). Der Berg am südlichen Stadtrand kann mit Linienbussen erreicht werden (Nr. 57 + 58 / Abfahrt am Franklin Square). Andere Sehenswürdigkeiten von Hobart: das “Antarctic Adventure”-Centre (die Antarktis ist nur 2.000 Kilometer entfernt), der Botanische Garten von 1818 und “The Tasmanian Museum and Art Gallery” (mit Aboriginal-Kultur). Brennpunkt der Innenstadt ist die Fußgängerzone “Elizabeth Mall”, belebt bis zum Geschäftsschluss (wochentags 17.30 Uhr). Zu den populärsten Ausflugszielen ab Hobart gehört die 25 Kilometer nordöstlich gelegene Ortschaft Richmond. Das 750-Seelen-Dorf (Gründungsjahr:1803) ist ein Freilichtmuseum. Hier sieht man u.a. Australiens älteste Brücke, 1823 bis 1825 von Sträflingen erbaut. Weitere empfehlenswerte Touren führen u.a. zum Mount Field National Park und nach Bruny Island. Natürlich gilt Tasmanien als klassische Rundreise-Insel. Doch die Gefahr, in Hobart und seinem Umland “hängenzubleiben”, ist groß... Fotos Port Arthur und Salamanca-Markt sowie Text: Gottfried Weller

    Tasmanien-INFOS
    Klima: Gemäßigtes Küstenklima mit vier ausgeprägten Jahreszeiten. Beste Reise-Monate für Hobart: Sommer (Dezember - Februar / Tagestemperaturen um21 Grad), aber auch Frühlingsende (November) und Herbstanfang (März) mit jeweils ca. 19 Grad. Gesundheit: Wegen intensiver UV-Strahlung (Sonnenbrand- und Hautkrebs-Gefahr) sind Sonnenschutzcreme, Sonnenbrille und Kopfbedeckung sehr zu empfehlen, auch bei bedecktem Himmel. Mittagssonne möglichst meiden. Auskunft: Tasmanian Travel & Information Centre, Ecke Davey / Elizabeth Streets, Hobart, Tel. (03) 6230 8233, Fax: (03) 6224 0289; Internet: www.discovertasmania.com (“Port Arthur Historic Site”: www.portarthur.org.au).
     

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