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[SK 483] Alle Stuten

Dieses Thema im Forum "Stutbuch Wettbewerbe" wurde erstellt von Mohikanerin, 21 Okt. 2022.

  1. Mohikanerin

    Mohikanerin Stalker Staff

    [SK 483] Alle Stuten

    Regeln
    - Es dürfen nur Stuten teilnehmen (Keine Hengste/Wallache oder Fohlen/Jährlinge).
    - Jeder darf mit bis zu drei Stuten teilnehmen, dabei ist es egal, wem diese gehören.
    - Diese Krönung ist max. 2 Monate offen [Stichtag: 21.12.2022], dann erfolgt die Abstimmung ungeachtet der Teilnehmerzahl (max. 10 Plätze)
    - Der Text darf maximal 3000 Zeichen enthalten, bitte überprüfen auf zeichenzähler.de etc.!
    Zur Überprüfung wird die Zeichenanzahl (mit oder ohne Leerzeichen) unter den Kürtext geschrieben, zusammen mit dem Prüfsystem.
    Bitte überweist 5 Joellen pro Stute an mich (Mohikanerin) mit dem Grund: SK 483
    - Die Teilnehmerzahl ist auf höchstens 10 Pferde begrenzt.
    - Der Teilnahmeschluss bleibt vorerst offen und wird mindestens einen Tag vorher angekündigt, außer die maximale Teilnehmerzahl ist bereits ausgefüllt.
    - Hufschmied- und Tierarztberichte sind mit dem richtigen Datum zu versehen
    - Korrektes Verlinken der Eltern (Körungsthema zur Eindeutigkeit)
    - Eindeutige Bewegung. Es reicht nicht, nur die Beine auf der rechten Seite zu verschieben oder die Ohren zu drehen.
    - Nach Beginn der Abstimmung dürfen keine Änderungen mehr an euren Beiträgen erfolgen.
    - Bitte achtet darauf, die Teilnahmebilder bei abload.de oder ähnlichem hochzuladen, damit sie auch später im Gewinnerthema angezeigt werden.

    Gründe für eine Disqualifikation
    - die Zeichenzahl des Textes stimmt nicht
    - man hat mit Doppelaccounts abgestimmt
    - es wurde gebettelt
    - es wurde nicht überwiesen
    - die Teilnahme ist unvollständig
    - es liegt ein Verstoß gegen die Regeln vor
    - die Aufgaben wurden nicht erfüllt

    Aufgabe
    Die Kür darf frei ausgedacht werden, jedoch muss sie folgendes beinhalten:
    - das Einreiten / Führen / Einfahren am Anfang der Kür mit anschließenden Grüßen
    - alle 3 Grundgangarten auf rechter und linker Hand (Geritten, Geführt, Gefahren)
    - beliebige Hufschlagfiguren außer ganze Bahn
    - Mache deutlich, was besonders an deinem Pferd ist (z. B. Rassenmerkmal, Ausbildungsstand)
    - Richter verabschieden am Ende der Kür

    Die Gewinnerstuten werden durch folgendes System ermittelt:

    Aussehen Körungstext / Userabstimmung
    1 Punkt für jede Stimme

    Abstammung
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Elternteil
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Großelternteil
    -0,5 Punkte für Inzucht betreffend Eltern & Großeltern je Pferd/Pony

    Offizielle Turniere & Wettbewerbe
    1 Punkt für jede Turnierschleife erster Platz
    1 Punkt für jede Schönheitswettbewerbsschleife
    1 Punkt für jede Turnierschleife zweiter Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife dritter Platz
    1 Punkt je Fohlenschauschleife
    2 Punkte je Reiterspielschleife

    Gesundheitscheck, wenn vorhanden
    2 Punkte für tierärztliche Untersuchung
    2 Punkte für Hufschmieduntersuchung
    Die Gesundheitschecks dürfen max. 6 Monate alt sein – Zählung erfolgt ab dem Tag der Anmeldung.

    1 Punkt pro Ausbildungsbericht (nur Stufenerhöhungen zählen!)
    1 Punkt für ein Zubehörbild
    2 Punkte für ein Bild mit Zubehör & Bewegung
    Es wird nur ein Zubehörbild gewertet.

    Mindestpunktzahl für die Gewinner: 20 Punkte

    Teilnahmen bitte nach folgender Reihenfolge gliedern:

    verlinkter Pferdename
    Pferdebild
    Steckbrief (gespoilert) inkl. Turnierschleifen und korrekter Abstammungsverlinkung
    TA und HS Berichte + Datum (gespoilert)
    Trainingsberichte, nur die Stufenerhöhungen! (gespoilert)
    Kür + Zeichenzahl und Name des Prüfprogrammes

    Viel Spaß und Erfolg bei der Teilnahme!
     
  2. Occulta

    Occulta Schattenpferd

    meine Teilahme mit...
    PFS' Reverie

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    Steckbrief
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    Vom: Csíny

    Vom: The Whole Story
    Aus der: Furmint


    Aus der: Parányi

    Vom: Fekete
    Aus der: Pipcas



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    Rufname: Reverie
    Geburtstag: 24.02.
    Alter: 5 Jahre
    Stockmaß: 1,63 m
    Rasse: Furioso North Star
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Dunkelbrauner
    (Ee,Aa,Stysty)
    Abzeichen: unregelmässige Blesse, 4x unregelmässig hochweiss
    Gesundheit: sehr gut


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    eigensinnig, stur, verspielt, intelligent


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    Reverie ist eine selbstbewusste Stute, auch wenn ihr Verhalten manchmal das Gegenteil anzudeuten scheint. Das liegt schlichtweg daran, dass die clevere Stute alle Möglichkeiten austestet, um nicht arbeiten zu müssen. Zuoberst auf ihrer Liste stehen Manöver wie plötzliches Abdrehen oder scheinbare Spontan-Phobien vor ganz gewöhnlichen Gegenständen. Sie kommt also ganz nach ihren Eltern, die ebenfalls gleich beide Meister im Austesten ihrer Reiter sind. Bleibt man aber konsequent und lässt sich nicht von ihrem Getue beeindrucken, kann sie durchaus ihre hübschen Gänge auspacken und im Dressurviereck ihre Veranlagung beweisen. Sie spielt übrigens sehr gerne und möchte geistig gefordert werden, sonst entwickelt sie erst recht Flausen.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Occulta
    VKR: Occulta
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: Nein
    Nachkommen: -
    Decktaxe: nicht leihbar!


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    Galopprennen Klasse: L
    Western Klasse: S*
    Spring Klasse: A
    Military Klasse: M
    Dressur Klasse: L
    Distanz Klasse: A
    Fahren Klasse: A

    Eignung: Dressur, Springen
    Eingeritten: ja

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    [SW 530]
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    1. Platz 447. Militaryturnier
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    2. Platz 497. Militaryturnier
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    1. Platz 553. Westernturnier
    1. Platz 597. Westernturnier
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    1. Platz 601. Westernturnier
    1. Platz 596. Westernturnier

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    3. Platz 552. Westernturnier
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    2. Platz 604. Springturnier
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    3. Platz 457. Distanzturnier
    3. Platz 496. Distanzturnier
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    1. Platz 563. Rennen
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    2. Platz 560. Rennen
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    3. Platz 516. Fahrturnier
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    Trainingsberichte [4]
    Occulta
    Dressur E-A
    PFS’ Snap in Style, PFS’ Stromer’s Victory, PFS’ Cupid, PFS’ Sciaphobia, PFS’ Riptide, PFS’ Vivo Capoeira, PFS’ Call it Karma, PFS’ Whirlwind, Stars of Magic, Namuna, Mansur, Scooter, PFS’ Reverie, PFS’ Karat, Maekja van Ghosts

    Als ich am Morgen nach meiner Heimkehr aus Schweden aufstand, die vertrauten vier Wände meines Zimmers erblickte und den schlafenden Bären neben mir zufrieden grummeln hörte, fühlte ich mich voller Tatendrang. Ich stupste Jonas an, wohlwissend, dass er noch eine Viertelstunde brauchen würde um auf die Beine zu kommen. Dann schlüpfte ich in meine Kleider und bereitete das Frühstück vor. Ich wartete nicht auf meine beiden Lieblingsschlafmützen, sondern strich mir ein Brot mit Erdbeermarmelade, fütterte Hund und Katz, verliess das Haus mit dem Brot zwischen den Zähnen, während ich mir die Jacke anzog - früh morgens war es noch etwas frisch. Die ersten Pfleger tauchten im Hauptstall auf und begannen, die Vollblüter für das erste Training des Tages hervorzuholen. "Gruppe eins heute nicht", erinnerte ich Ajith, der das ganze koordinierte, bis Oliver hier war. "Right Boss." Ich ging raus zu HMJ Honesty, in den Innenhof des Hauptstallgebäudes. Sie sah mich kommen und sah mir interessiert zu, wie ich das Tor zur Führanlage öffnete. "Hey süsse. Wie war deine erste Nacht?" Sie wich zuerst ein paar Schritte zurück, dann prüfte sie meine Hand um zu sehen, ob ich ihr etwas mitgebracht hatte. Ich hatte das Gefühl, das der Umzug hierher uns etwas näher zusammengebracht hatte. Ich war quasi das einzig vertraute in dieser neuen Umgebung. Gegen diesen Gratis-Fortschritt hatte ich nichts einzuwenden. Für den Moment verschonte ich die Scheckstute noch, denn ich wollte erst später, nach dem Mittag, das Training mit ihr wieder aufnehmen. In der Zwischenzeit stand Arbeit mit meinen Jungpferden auf dem Plan. Pünktlich um acht Uhr begannen Lisa und ich, Karat und Reverie zu putzen. Die beiden Furiosos waren heute erst zum dritten Mal unter dem Sattel. Ich kümmerte mich um den schlaksigen Fuchshengst. Er wollte kaum stillhalten beim Putzen; immer wieder zappelte er vor- und rückwärts, oder drehte mir plötzlich ohne Vorwarnung die Hinterhand entgegen. Er war dabei nicht böswillig, sondern bloss gelangweilt und abgelenkt von den Pflegern, die gerade Boxen ausmisteten. Ich erinnerte ihn jeweils energisch an meine Anwesenheit. Ansonsten war der Hengst im Umgang ein Schatz. Er gab brav alle seine Hufe und wenn er sie abstellte, dann nur weil er das Gleichgewicht verlor. Einmal humpelte er sogar auf drei Beinen einen Schritt nach vorne, um sich auszubalancieren ohne mir den Huf aus den Fingern zu reissen. Ich lobte ihn amüsiert, sobald ich fertig war. Den Sattel hatte er nun schon mehrere Male gesehen und auch auf seinem Rücken geduldet, weshalb ich keine grosse Sache aus dem Angurten machte. Ich verhielt mich genauso, wie ich es auch bei einem routinierten Vierbeiner getan hätte. Das gab dem Hengst Sicherheit und er merkte, dass nichts Aussergewöhnliches oder gar Gefährliches passierte. Er liess sich die Trense ins Maul legen und hielt still während ich die Riemen schloss. Ich beobachtete fasziniert seine blauen Augen. Er erinnerte mich so sehr an Satine, es war fast schon unheimlich. Nur dass er noch nie etwas Schlechtes erlebt hatte, und sein Ausdruck daher nicht durch tiefe Stresskuhlen verfälscht wurde. Stattdessen hatte er eine edle, gerade Stirn und seine Augen leuchteten förmlich vor Energie. Sie waren wie schon bei seiner Mutter dunkel umrandet, was das Blau noch kräftiger wirken liess. Ich löste mich von den Kristallaugen los und führte den Hengst zur Halle. Lisa und Reverie waren bereits dort. Als Karat die dunkle Stute erblickte, war er ganz durcheinander. Ich lenkte ihn ab, indem ich seine Füsse bewegte und willkürlich abbog, sodass er sich auf mich konzentrieren musste um rechtzeitig mitzukommen. Das half ein wenig. „Geht es so, Occu? Oder soll ich auf den Platz raus gehen?“, fragte Lisa angesichts des übermütigen Junghengstes. „Nein, schon gut. Der muss das lernen, je früher desto besser“, antwortete ich entschieden. Wenig später stieg ich auf und ritt im Schritt kleine Volten und Schlangenlinien. Der Hengst schwankte deutlich und brauchte klare Hilfen. Aber er gab sich Mühe, und das merkte ich. Jedes Mal wenn er rasch reagierte und ‚einen Schritt in die Richtige Richtung‘ machte, lobte ich ihn ausgiebig. Bei Reverie und Lisa lief es ähnlich, nur dass die Stute deutlich weniger entspannt war. Sie klemmte den Schweif zwischen die Beine und lief nicht so freiwillig vorwärts wie Karat. Als eine Taube von einem Balken aufflatterte, zuckte sie zusammen und machte einen Hüpfer nach vorne. Lisa war aber sattelfest und hatte die junge Stute sofort wieder unter Kontrolle. Sie machte weiter, als wäre nichts gewesen. Wir übten eine halbe Stunde lang Grundlagen, vor allem im Schritt und Trab. Galopp machten wir auf der ganzen Bahn, denn Volten waren schwieriger für die Jungpferde. Es ging dabei erstmal darum, einen guten Vorwärtstakt zu festigen und einigermassen flüssig einzuspringen. Mehr verlangten wir noch nicht. Am Ende liessen wir die zwei am längeren Zügel austraben, stützten sie aber dennoch weiterhin genug, dass sie nicht einfach nach vorne kippten. Karat schnaubte zufrieden und liess den Schweif schön pendeln. Auch Reverie hatte sich inzwischen ein wenig entspannt und kam über den Rücken. Zufrieden ritten wir im Schritt trocken und brachten die zwei anschliessend zurück.

    Als Nächstes waren die Vollblüter dran. Auch mit ihnen übten wir Grundlagen-Dressur, denn sie mussten wie alle Rennpferde auf der Bahn quasi nur geradeauslaufen und bremsen können. Wir begannen jedoch früh damit, zwischendurch auch in der Halle mit ihnen zu arbeiten oder sogar kleine Hindernisse zu springen – natürlich erst, wenn der Körperbau der Jungpferde dies zuliess. Bei Cupid, Snap in Style, Capoeira, Victory, Stars of Magic, Whirlwind, Call it Karma, Sciaphobia und Riptide war das nun der Fall. Ich kümmerte mich um Star. Die Rappstute mit den tausend Galaxien und schwarzen Löchern, wie ich die Sprenkel auf ihrem Hintern gerne nannte, war genau wie Snap ein Jahr älter als die anderen. Die beiden sahen vom Körperbau her etwas ausgefüllter aus, aber die Muskulatur war etwa auf demselben Stand wie bei den Dreijährigen. Ich putzte Star gründlich durch und legte ihr dann einen Vielseitigkeitssattel auf den Rücken. Die jungen Vollblüter hatten keine eigenen Sättel ausser den Trainingssätteln für das Rennbahntraining. Wir wählten aber jeweils Sättel der anderen Pferde aus, die möglichst gut passten. Bei Star konnte ich keinen Mangel feststellen, der Sattel von Caligari passte ihr erstaunlich gut. Die beiden hatten auch einen ähnlichen Körperbau. Wir trafen uns wiederum in der Halle, denn es tröpfelte leicht draussen. Wir ritten alle dieselben im Voraus besprochenen Lektionen und Figuren, fast wie in einer Reitstunde, nur ohne Lehrer. Die jungen Rennpferde orientierten sich gegenseitig aneinander und fühlten sich in der Gruppe wohl, sodass kaum einer auf dumme Gedanken kam. Nur Karma hatte so einen unglaublichen Vorwärtsdrang heute, dass man Charly zwischendurch fluchen hörte, als er zum zweihundertsten Mal abbiegen musste. Auch Star war fleissig, und sie liess sich leicht von ihren Kollegen ablenken, wann immer die uns nahe kamen. Trotzdem schafften wir es, vernünftige kleine Volten und gerade Diagonalen zu fabrizieren.

    Vor dem Mittag kam noch Rosie vorbei – sie brachte Mansur und Namuna mit. Gemeinsam mit Elliot trainierte sie die beiden Araber ebenfalls in der Halle. Es war für sie eine optimale Möglichkeit, die Nachwuchspferde in einer fremden Umgebung zu reiten, auch wen Pineforest natürlich schon nicht mehr wirklich fremd für die beiden war. Trotzdem fand sie, man merke einen deutlichen Unterschied im Vergleich zum Training zuhause. Die Ablenkung war grösser und besonders Namuna liess sich von vielen Kleinigkeiten beeindrucken und schaltete dann jeweils auf stur. Ich beobachtete die Araber interessiert von der Reiterstube aus, während ich mir mit Jonas zusammen eine Tasse Tee gönnte.

    Am frühen Nachmittag kam Suri auf den Hof um ihre beiden Ponys zu bewegen. Sie war mittlerweile ein paarmal auf Scooter gesessen, aber bisher eher zum Spass als für richtige Reitstunden. Heute kam sie mit in die Halle, als ich Honesty dorthin brachte. Lily war selbstverständlich auch dabei. Sie durfte Maekja reiten, die Isländerstute die tragend von Herkir war. Wir mussten sie unbedingt noch auf einer Körung vorstellen, bevor das Fohlen kam. Dafür musste sie aber noch etwas mehr unter dem Sattel gearbeitet werden. Lily sollte heute mit ihr Übergänge, Aussengalopp und Kurzkehrtwendungen üben. Ich konzentrierte mich auf Honesty, beobachtete die beiden Mädchen aber stets im Augenwinkel. Suri und Scoot kamen zurecht. Wir hatten einen einigermassen passenden Sattel für das graue Pony gefunden – den durfte Suri so lange benutzen, bis Scoot genug Muskulatur für einen eigenen Sattel hatte. Im Moment machte es noch keinen Sinn, extra einen anpassen zu lassen. Die Stute war noch zu schlaksig dafür. Suri gab sich sichtlich Mühe, möglichst alles richtig zu machen. Sie hielt die Absätze tief und die Arme schön handbreit über dem Sattel. Ich fand, dass sie zwischendurch den Rücken etwas zu steif gerademachte. Darauf wies ich sie hin, indem ich sie daran erinnerte zu lächeln. Dann entspannte sie sich nämlich jeweils sofort und brach in ein breites Grinsen aus. Amüsiert longierte ich Honesty ein paar Runden, ehe ich mich über ihren blanken Rücken lehnte und aufstieg. Ich nutzte das Arbeitsseil als Zügel, lenkte die Scheckstute aber vornehmlich mit Gewichtshilfen. Als sie zu meiner freudigen Überraschung viel besser mitmachte als gedacht, wagte ich sogar das Antraben. Sie zog zwar den Schweif ein und war zögerlich, aber sie bockte nicht und weil ich nur eine kurze Strecke abfragte, konnte sie sich auch nicht sonderlich aufregen. Ich lobte sie danach sofort und stieg wieder ab. Ich wollte, dass sie merkte dass sich das Mitmachen lohnte und dass Reiten eine tolle Sache war, weil man dann viel Lob bekam und schnell wieder zu seinem Futter durfte. Deshalb verräumte ich sie auch schon wieder in ihren Übergangsstall in der Mitte der Führmaschine. Gegen Abend nahm ich sie aber nochmal raus, um mit ihr spazieren zu gehen. Mein Plan war noch immer, so viel Zeit wie möglich mit ihr zu verbringen, damit sie lernte, sich auf mich zu verlassen.
    11 Mai 2020

    Occulta
    Military E-A
    Maekja van Ghosts, Cambria, PFS' Karat, PFS' Reverie, Brendtwood, PFS' Shadows of the Past, Namuna, Tayr al-Diyari, Mansur, HMJ Honesty

    Nach dem erfolgreich durchgeführten Springtraining am frühen Morgen, wollten wir am späten Nachmittag mit ein paar Pferden in Richtung London fahren, um auf einer Geländestrecke in der Nähe zu trainieren. Der "Springgarten", wie wir ihn gerne nannten, war erst vor etwa einem Jahr erstellt worden und bot eine Vielzahl von verschiedensten Naturhindernissen. Auch HMJ Honesty wollte ich heute mitnehmen, denn das Militarytraining eignete sich hervorragend, um jungen oder unerfahrenen Pferden mehr Mut beizubringen. Nebst der Mustangstute nahmen wir auch Cambria, Woody, Karat, Reverie und Shira mit. Ausserdem fuhr uns Rosie mit Namuna, Tayr und Mansur hinterher. Auf dem Trainingsgelände angekommen, luden wir die Vierbeiner aus dem Lastwagen und sattelten sie. Bis auf Woody und Honesty hatten wir allen Transportgamaschen angezogen. Woody stand meistens ruhig im Anhänger und Honesty war sich die Gamaschen nicht gewöhnt, ausserdem hatten sie beide robustere Gliedmassen als die feinen Warmblüterchen. Sobald alle bereit waren, führten wir die Pferde ein Stück über den kurzen Rasen, bis zum erstbesten Baumstamm, den wir zum Aufsteigen nutzen konnten. Danach ritten wir sie auf dem Sandweg um das Gelände herum warm. Ich sass natürlich im Sattel von Honesty. Die Scheckstute trottete den Warmblütern eifrig hinterher, als wollte sie ihre Herde nicht verlieren. Ich versuchte immer wieder mehr oder weniger erfolgreich, ihre Aufmerksamkeit auf meine Hilfen zu lenken. Aber es gelang mit erst vollständig, als wir mit dem ersten Hindernis begannen. Die Aufwärmübung bestand darin, einen kleinen Baumstamm, gefolgt von einer niedrigen Stufe und anschliessend einem weiteren Baumstamm zu überwinden. Wir liessen die Pferde am Anfang im Trab auf die Hindernisse zugehen, damit sie Zeit hatten, sich alles anzusehen. Cambria, die schon ein paar Military-Trainings hinter sich hatte, hüpfte leichtfüssig vor uns auf den Absatz, sodass Honesty ihr zuversichtlich folgte. Ich lobte die Scheckstute ausgiebig, als sie auch über den zweiten Baumstamm einen kleinen aber feinen Hüpfer nahm. Als nächstes versuchten wir uns an einem weiss umrahmten Graben. Den fanden alle bis auf Cambria ziemlich unheimlich. Besonders bei Reverie dauerte es eine Weile, und wir mussten zur Hilfe alle Pferde auf die andere Seite des Grabens stellen, um sie zu locken. Karat hingegen stoppte zwar, sah sich den Graben dann aber ganz genau an und nahm kurz darauf einen Satz darüber, mit ein paar anschliessenden, übermütigen Bocksprüngen. Überhaupt waren die Pferde sehr energievoll unterwegs; gelegentlich hörte man ein Quieken oder Grunzen, über oder nach einem Sprung, und das ein oder andere Gehampel war auch nicht zu vermeiden. Die Zeit ging so rasch vorüber, dass ich ganz überrascht auf die Uhr sah, als es bereits eindunkelte. "Okay folks, enough for today ", rief ich quer durch den Garten. Wir liessen die Pferde austraben und zum trocknen ohne Sattel ein wenig grasen. Duschen mussten wir sie zuhause aber dennoch.
    Als alle wieder in ihren Boxen standen und die Reste der abendlichen Heuration sortierten, holte ich Maekja raus. Auch mit ihr wollte ich noch ein wenig Military üben, allerdings nur in unserem Hauseigenen kleinen Parcours. Ich schaltete das Flutlicht ein, denn mittlerweile war es dunkel. Wir wärmten uns rasch auf, dann übte ich eine halbe Stunde lang intensiv mit ihr. Wir komzentrierten uns vor allem auf den kleinen Teich, denn Einsprünge ins Wasser machten ihr noch etwas Angst. Sie überwand sich für mich und schaffte alle von mir gestellten Aufgaben. Zufrieden lobte ich sie und liess sie am langen Zügel auf der Ovalbahn trockenlaufen.
    31 Aug. 2020

    Occulta
    Military L-M

    HMJ Honesty, PFS' Karat, PFS' Reverie, Cambria, PFS' Stop Making Sense, PFS' Riptide, PFS' Cupid, PFS' Vivo Capoeira, PFS'Snap in Style, PFS' Snap Cat, PFS' Stromer's Victory, PFS' Stars of Magic, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS' Whirlwind, PFS' Call it Karma, PFS' Northern Dancer, PFS' Sciaphobia, PFS' A Winter's Tale

    Es war ein perfekter Tag für Militarytraining. Wir fuhren extra auf das Trainingsgelände in der Nähe, damit die Pferde auch mal anderes sahen als die Hauseigenen Hindernisse. Dabei hatte ich HMJ Honesty, Cambria, Reverie und Karat. Später wollte ich noch eine Zweite Gruppe mit jungen Vollblütern trainieren, aber zuhause - die hatten nämlich ohnehin noch kaum Erfahrung mit Naturhindernissen. Wie üblich ritt ich Honesty, während Lisa sich um Karat kümmerte, Darren Reverie und Robin Cambria übernahm. Wir hatten diesmal sogar einen externen Coach, denn wir ritten in einer Art vierwöchigen Kurs mit. Jeweils Dienstags trainierte unsere Gruppe. Mit dabei waren auch ein paar andere Reiter aus der Umgebung, ich kannte sie aber allesamt nicht. Wir hatten nun schon zum dritten Mal Kurs, und Honesty wurde von Mal zu Mal mutiger. Aber auch Reverie liess sich schon viel besser auf die vielseitigen Hindernisse ein als zu Beginn. Heute begannen wir mit der Bank, wobei wir zuerst die niedrigste Stufe erklimmten und uns erst im weiteren Verlauf auch an die Treppe und schliesslich an den hohen Auf- und Absprung wagten. Honesty zögerte beim Abspringen, aber das war nicht verwunderlich. Ich liess ihr so viel Zeit wie sie brauchte - mir war lieber, dass sie sich alles genau ansah und vorsichtig ihre Schritte plante, anstatt blind draufloszurennen und sich zu verletzen. Nach der Bank mussten wir jeweils weiter auf ein paar einfache Baumstämme. Als alle aufgewärmt waren, wechselten wir auf den hinteren Teil des grossen Springgartens, wo ein paar interessante Gatter und Hecken aufgebaut waren. Das eine weisse Gatter bereitete besonders vielen Pferden der Gruppe Mühe. Alle bis auf Cambria parkierten beim ersten Versuch davor. Unsere Cymru glotzte bloss und sprang etwas früher ab. Ihr zweifarbiger Schweif wehte elegant hinter ihr her. Sie war als Eventing Pferd ein richtiger Blickfang mit ihrer speziellen Scheckung. Gut, das war sie natürlich auch sonst. Die eine der fremden Reiterinnen hatte ein ziemlich guckiges Pferd, das zusätzlich auch noch geladen wirkte. Sie hielt sich meiner Meinung nach zu sehr an den Zügeln fest, aber ich überliess es dem Coach das zu korrigieren und mischte mich nicht ein. Bei Darren hingegen konnte ich mir ein "Keep your legs back" nicht verkneifen, als er beim Warten neben mir durchritt. Karat ging meistens schön flüssig über die Hindernisse und hatte auch mit dem Wasser keine Mühe. Wir übten sowohl Ein- als auch Aussprünge aus dem Teich. Honesty bevorzugte letzteres. Beim Einspringen über den Birkenstamm zögerte sie jedes Mal ein wenig. Ich war dennoch zufrieden mit ihrer Leistung und war besonders stolz, als sie den Graben diesmal gleich beim ersten Versuch übersprang. Die letzten zwei Male hatten auch hier fast alle Pferde gezögert und Überwindung gebraucht. Wir übten die Hindernisse jeweils so lange, bis die Pferde sie übersprangen - je nach Zeit auch zweimal. Danach fuhren wir aber jeweils mit neuen Aufgaben fort, sodass wir möglichst viel Verschiedenes ausprobieren konnten. Das passte offenbar nicht allen Kursteilnehmern. Als der Coach am Ende der Stunde nach Feedback fragte, meinte die eine der Fremden Reiterinnen, sie hätte den Kurs bisher nicht zufriedenstellend empfunden und wünschte sich mehr Wiederholungen, bis die Pferde flüssig über die Hindernisse gingen. Eine weitere Teilnehmerin stimmte ihr zu. Diesen "Perfektionismus" konnte ich nicht nachvollziehen, zumal es doch den Pferden auch irgendwann verleidete, dasselbe allzu oft zu wiederholen. Ich wollte lieber viele verschiedene Hindernisse meistern, als den Pferden ein paar wenige einzutrichtern. Dafür blieb schliesslich auch nach dem Kurs in Eigenstudium noch mehr als genügend Zeit; mal abgesehen davon, dass die weiteren Teilnehmer wegen dieser Perfektionisten unnötig lange warten müssten. Ich brachte das auch dementsprechend zum Ausdruck als ich an der Reihe war - natürlich stets bedacht, die Kritik als "meine Meinung" zu kennzeichnen, um niemandem zu nahe zu treten. Aber anscheinend war mir das trotz aller Sorgfalt misslungen - jedenfalls erklang eine bissige Stimme hinter mir, als ich Honesty beim Anhänger absattelte. "Did anyone ever tell you, that it is a rule to have hind-leg boots in Cross Country? And a breastplate as well. Everything else is downright dangerous." Ich stockte einen Moment angesichts der plötzlichen Feindseeligkeit, antwortete dann aber cool: "No, I haven't heard of that. Thanks for your concern." Ich beschloss insgeheim aussen vor zu lassen, dass ich seit Jahren Cross Country ritt und das Reglement kannte. Es gab meines Wissens nach keine entsprechende Regel, besonders nicht in den tieferen Klassen. Es gab hingegen durchaus Diskussionen über die Gefährlichkeit von Hinterbeingamaschen bei festen Hindernissen, bezüglich dem Hängenbleiben und dadurch ausgelösten Stürzen. Ich erkannte aber, dass es keinen Sinn hatte, ihr all dies unter die Nase zu reiben. Das interessierte sie nämlich gar nicht. Ich wettete, dass sie mich bloss angeblafft hatte, weil ich sie eben zuvor mit meinem Statement in Rage versetzt hatte. Ich lächelte zuckersüss und brachte Honesty zum trocknen zu den anderen unserer Stallkollegen, wo sie noch ein wenig grasen durfte. Über das bissige Verhalten konnte ich nur kopfschüttelnd grinsen.

    Den zweiten Teil des Trainings begannen wir wie geplant gleich nachdem die ersten paar Vierbeiner wohlbehalten zurück in ihre Boxen gefunden hatten. Die neue Gruppe war riesig: 14 Pferde, allesamt grüne Anfänger mit Naturhindernissen - bis auf Dolly, die sogar schon ihren ersten Sieg im Cross Country nachhause gebracht hatte. Ich freute mich darauf, mit dem schicken Rappen Cupid zu trainieren. Der junge Hengst hatte genau die Art von Charakter, die ich am liebsten mochte: eine grosszügige Portion Power aber dennoch einen klaren Kopf, ausserdem eine leichte Neigung zum bluffen. Das gab ihm eine tolle Ausstrahlung und unterstrich seinen eleganten Körperbau schmeichelhaft. Er konnte schon beim Putzen im Hauptstall kaum stillhalten und spielte gelangweilt mit den Anbindeketten. Immerhin gab er brav seine Hufe und zappelte dabei nicht so herum wie beim Striegeln. Er verlohr schon etwas Fell - "der Winter naht", rief Jonas in beschwörerischem Ton, als er zu uns kam. "Welchen soll ich nehmen?", fragte er anschliessend. Er sprang kurzerhand für Charly ein, weil der einen Notfall mit seiner Katze hatte. "Du nimmst Scat." "Das Angsthäschen? Warum kriege ich nicht einen mutigen, wie Snap?" "Sieh es als Herausforderung. Wenn du mit ihm klarkommst dann werden alle beeindruckt sein, inklusive mir." Er machte ein eingeschnapptes Gesicht. "Wow, das klingt, als hättest du nicht gerade viel Vertrauen in mich." Ich kicherte und meinte nur "Ach mein armes Schäfchen, du hast doch sonst auch genug Selbstvertrauen." Er gab mir einen Kuss, dann holte er Scat aus seiner Box. Der Schimmel hatte für einen kleinen Moment genau die gleiche Ausstrahlung wie seine Mutter Iskierka; nämlich in dem Moment, als er beim Kreuzen mit dem bereits angebundenen Mambo die Ohren plattlegte. Ich rollte die Augen. *Ob es wohl eine gute Idee gewesen ist, ein Fohlen von dem Biest auf diese Welt loszulassen?* Die Frage beantwortete ich mir aber mit einem klaren Ja, denn ich mochte Iskierka trotz allem sehr gerne, und ihr Siegeswille, durch ihren unheimlichen Stolz genährt, war kaum zu übertreffen. Ich konzentrierte mich wieder auf Cupid und kämmte dessen schwarzes Langhaar durch. Der Schweif hatte beim Ansatz seitlich etwas hellere Haare, sodass sich fast eine Art Aalstrich bildete. Ich fand das so schick, dass ich die Stränen immer extra vorsichtig durchkämmte, um nichts Auszureissen. Cupid verstand meine Faszination nicht und wischte ungeduldig mit dem Schweif. Ich sattelte ihn und legte ihm die Knebeltrense ins Maul, die ihm bessere seitliche Begrenzung bot aber nicht schärfer war als eine gewöhnliche einfach gebrochene Trense. Dann führte ich ihn nach draussen zum Aufsteigen. Quinn und Mambo folgten direkt hinter uns, Isaiah und Capy wenig später. Bereits draussen standen die Stuten, Thalia, Star, Riptide, Karma, Saphi, Indy, Dolly und Northy. Als auch die Nachzügler Snap in Style, Victory und Snap Cat rauskamen, ritten wir alle gemeinsam in einer braven Zweierreihe zur Ovalbahn. Der Plan war, dass pro Hindernis zwei Pferde gemeinsam übten und dann zum nächsten weitergingen. Cupid und ich begannen mit Idris und Karma direkt mit dem Wasser. Zuerst zeigten wir es ihnen und ritten sie eifach nur ein paarmal hindurch. Erst danach begannen wir den kleinsten der drei Baumstämme als Aussprung zu nehmen. Cupid stolperte beim ersten Versuch unelegant darüber, war danach aber aufmerksamer und hob seine Füsse geschickter. Er war wohl zu abgelenkt gewesen von der hübschen braunen Stute, die vor ihm so mühelos davonhüpfte. Wir übten nach einer Weile denselben Baumstamm auch als Einsprung. Dann ging es zügig weiter zur Hecke. Wie bei jedem Hindernis ritten wir beim ersten Mal aus dem Trab an und liessen die Pferde das Hindernis anschauen, wenn sie nicht direkt drübersprangen. Bei der Hecke brauchten beide einen zweiten Anlauf, danach war sie dafür kein Problem mehr. Wir machten im selben Stil weiter mit Bank, diversen Baumstämmen, einem Gatter und dem Graben. Ich war konzentriert und bekam nicht viel vom Training der anderen mit, aber einmal sah ich Jonas und Scat durchs Wasser galoppieren. Und auch Capy war wie erwartet bei den Wassersprüngen mit Begeisterung dabei. Gar nicht gut lief es allerdings wenig später bei Victory. Der Hengst sprang bei einem Birkenstamm zu spät ab und fiel quasi darüber. Sowohl er selbst als auch seine Reiterin April landeten unsanft im Gras. Als Vic wieder aufsprang, humpelte er vorne links - und er hatte sich die Gamasche ausgezogen. "That doesn't look too good... We better call the vet right away." Jonas telefonierte rasch, die übrigen begannen mit dem Trockenreiten. Unfälle konnten immer passieren, aber ich war trotzdem nie wirklich darauf vorbereitet. Der Tierarzt kam erst, als wir alle Pferde versorgt hatten. Wir hatten Vics Bein lange und gründlich gekühlt. Trotzdem war schon jetzt eine deutliche Schwellung beim Röhrbein zu sehen. Als der Tierarzt das Bein abtastete, kreuzte ich die Finger und murmelte "bitte nicht die Sehne", doch eigentlich war der Fall ziemlich klar. Der Tierarzt wollte es sich noch mit dem mobilen Röntgengerät ansehen, aber er meinte jetzt schon, dass der Hengst sich vermutlich unglücklich hineingetreten hatte. Eine Stunde später stand fest, dass Victory wohl keine Militarykarriere machen würde, und ich entschied zu seinem Wohl, dass er sich erstmal auf einer Weide erholen sollte, nachdem die Sehne genügend verheilt war.
    30 Sep. 2020

    Occulta
    Dressur A-L
    PFS’ Snap in Style, PFS’ Skydive, Brendtwood, PFS’ First Chant, Namuna, Mansur, Tayr al-Diyari, PFS’ Arctic Silver Lining, PFS’ Arctic Rainstorm, PFS’ British Oreo Rascal, PFS’ Glenn’s Dare to Shine, PFS’ Reverie, PFS’ Soñando Solas, PFS’ Clooney, PFS’ Karat

    Gut gelaunt hüpfte ich die Stufe hoch unter das Dach des Nebenstalls. Ein paar der Stuten streckten ihre Köpfe raus und brummelten. Ich lief an ihnen vorbei und streichelte sie teilweise, hielt aber erst bei First Chant an. Die Araberstute wurde seit kurzem geritten – erst dreimal war sie unter dem Sattel gewesen, und davor ein paarmal ohne Sattel und nur mit Knotenhalfter eingewöhnt worden. Sie sah mir mit ihren grossen, schwarzen Augen neugierig entgegen und schnupperte an meiner Hand, als ich sie zur begrüssung unter ihr Kinn hielt. Ich streifte ihr das Halfter über und band sie zum Putzen am Holzgitter fest. Sie zappelte zwischendurch, wenn sie gerade etwas Spannendes in der Ferne sah und sich dem entgegendrehen wollte. Ich erinnerte sie jeweils an meine Anwesenheit, indem ich ihre Hinterhand wieder herumschubste, bis sie gerade stand. Hufegeben klappte gut, und die kleinen, harten Araber-Barhufe waren auch rasch gesäubert. Hinten war Chia etwas empfindlicher und gab die Hufe zögerlicher. Nur einmal hatte sie bisher versucht nach mir auszutreten, nämlich als Sheela vor ein paar Tagen direkt hinter ihr durchgetrottet war. Ich hatte nichtsahnend danebengestanden um den Schweif zu kämmen. Sie hatte mich nur gestreift, aber ich musste streng durchgreifen, damit sie nicht auch ausschlug wenn irgendein Kind oder ein Pfleger sie erschreckte. Es war wichtig, nach der Zurechtweisung gleich wieder normal mit den Tierchen umzugehen und keinen Groll zu hegen. Streng, aber konsequent und fair. Chia liess sich satteln und nahm auch die Trense kauend in den Mund. Es war noch ungewohnt für sie, verständlicherweise. Ich setzte meinen Helm auf und führte die Stute zur Halle. Dort traf ich mich mit Lisa, Alan und Darren, die Solas, Clooney und Karat dabeihatten. Karat brummelte Chia zu - die Junghengste mussten noch lernen, sich trotz der Anwesenheit von Stuten zu konzentrieren. Als auch Reverie, die beim Nebenstall ebenfalls vorbereitet worden war, mit ihrer heutigen Reiterin Anne in der Halle ankam, wärmten wir uns gemeinsam auf, im Schritt und Trab. Danach übte ich mit Chia einfache Übergänge. Ich wollte, dass sie flüssig vom Schritt in den Trab und umgekehrt wechselte, und zwar prompt auf meine Hilfen hin. Auch das Anhalten und wieder antreten übten wir, sowie ein paar wenige Runden Galopp. Sie war noch nicht so gut darin, den Galopp auf der Volte zu halten. Viel lieber galoppierte sie ganze Bahn und auf die linke Hand. Zum Einspringen brauchte sie jeweils ein paar Tritte, bis sie ihre Beine sortiert hatte. Das lag einfach an der fehlenden Balance und Kraft, nicht an der Einstellung. Ich fand, dass die Schimmelstute sich durchaus Mühe gab und zum Teil fast schon etwas übereifrig wurde, wodurch sie sich selbst durcheinander brachte. Ich achtete deshalb darauf, genug Pausen einzubauen und sie möglichst ruhig zu halten. Solas und Reverie waren heute beide besonders mühsam aufgelegt. Es begann schon beim Aufwärmen; Reverie wollte keine der vier Hallenecken durchtraben und drückte ständig über die Schulter nach innen. Anne gab ihr Bestes, um die junge Furiosostute auf dem Hufschlag zu halten, aber sie machte zwischendurch sogar unerwartete Seitensprünge. Ich riet ihr, sie auf dem inneren Hufschlag zu reiten und sich nicht so sehr um die Ecken gedanken zu machen – wichtiger war, dass Reverie sich entspannte und konzentrierte. Solas war ähnlich drauf, vielleicht liess er sich auch gleich von Reverie anstecken. Jedenfalls sprintete er beim Angaloppieren einfach plötzlich los und machte den Hals steif, sodass Lisa ihn nur noch mit einem One-Rein-Stop aufhalten konnte. „Was ist denn heute nur los?!“, schimpfte sie kopfschüttelnd, und arbeitete mit dem frechen Criollo auf der kleinen Volte, bis sich dieser wieder eingekriegt hatte. Da war ich froh, dass mein Araberstütchen so brav und fleissig mitmachte. Karat wirkte ebenfalls rittig, Darren meinte aber nach dem Training, der Fuchshengst sei auch eher verspannt gewesen. Clooney und Alan verstanden sich offenbar ausgezeichnet, denn der Hengst lief schön locker und schnaubte zwischendurch zufrieden ab. Immerhin konnten wir alle mit etwas positivem aufhören: Chia und ich schafften einen schönen Übergang aus dem Trab direkt in den Stand, Reverie machte ein paar schöne Schulterwendungen in der Mitte der Halle, Karat liess sich ein paar flüssige Tritte rückwärtsrichten und Solas lernte, wunderschöne kleine Volten in Stellung zu laufen. Wir lachten alle, als Lisa letzteres laut aussprach. Wir versorgten die vier, nachdem wir sie im Schritt am (halb-)langen Zügel trockengeritten hatten und kümmerten uns dann um die nächsten Kandidaten.

    Ich holte Snap in Style aus seiner Hauptstall-Box. Wir hatten als nächstes eine Dressurstunde mit Elliot, und wie ich vernommen hatte, hatte er etwas Spezielles mit uns vor. Lily kam gerade rechtzeitig aus der Schule, um mit Skydive ebenfalls mitmachen zu können. Jonas putzte den Ponyhengst aber schonmal für sie, weil es sonst zu knapp gewesen wäre. Ausserdem kam Rosie mit ihren Arabern extra rüber. Sie hatte Mansur, Namuna und Tayr dabei – letzteren durfte heute Lewis reiten. Der Pfleger freute sich wie ein kleines Kind darüber, und hatte mit Jonas Wetten darüber abgeschlossen, wie oft er wohl werde abwenden müssen. Tayr war nämlich berüchtigt dafür, zu der fleissigen Sorte Araber zu gehören. Und dann machten noch Lisa und ihr Haflinger Brendtwood mit. Die beiden waren mittlerweile schon ein gutes Team und konnten sogar ein paar Turniererfolge verzeichnen. Woody hatte sich als kleines Springtalent herausgestellt und gleich drei Mal den zweiten Platz im Synchronspringen geholt. Im Military hatte er sogar gewonnen, ebenso in einem Dressurturnier in der Nähe. Zudem war er inzwischen eingefahren worden und lief auch vor der Kutsche zuverlässig. Und das obwohl er am Anfang eher zu den Sturen Zeitgenossen gezählt hatte. Er war immernoch zwischendurch etwas eigenwillig, aber Lisa kannte ihn nun gut genug um seinen Flausen vorzugreifen. Wir begaben uns zur Halle. Jonas hatte Skydive gesattelt und gezäumt und führte ihn nun mit der Abschwitzdecke in der Halle herum, bis Lily schnaufend angerannt kam und ihr Pony übernahm. Jonas half ihr in den Sattel (er schmiss sie beinahe wegen zu viel Schwung auf der anderen Seite wieder runter). Wie erwartet „schlauchte“ Elliot uns ordentlich und verlangte in jeder Lektion Exaktheit. Es war nie das Pferd schuld, wenn etwas nicht klappte – immer nur die Reiter wurden von ihm gelyncht. Aber man lernte auch extrem viel in seinen Reitstunden, und er hatte eine angenehme Art Kritik zu äussern, sodass jeder gern seine Tipps annahm und umzusetzen versuchte. Auch bei mir hatte er ein paar Dinge zu bemängeln. Ich verfiel manchmal unbewusst in eine Art leichten Sitz und meine Beine neigten dazu, zu weit nach vorne zu wandern. Ich wurde demnach ständig ermahnt, nicht „wie beim Kaffee-Kränzchen“ im Sattel zu sitzen. Snap machte eifrig alles, was ich verlangte – ausser, wenn er sich gerade durch die Fensterwand hindurch von Linda ablenken liess, die draussen auf der Ovalbahn mit dem Miniature Horse Training begonnen hatte. Zugegeben, ich spähte auch zwischendurch hinaus um zu sehen, wie sie mit Silver Lining am Langzügel Runden drehte. Der kleine graue Hengst zeigte ein paar tolle Seitengänge und konnte richtig schön versammelt traben. Ganz im Gegensatz zu Namuna, die den Kopf meistens in den Sternen halten wollte. Lucas Gordon, der nebenbeigesagt etwas zu gross für sein feingliedriges Reittier aussah, gab sich zwar Mühe, schien aber keine richtige Verbindung mit Namuna aufbauen zu können. Rosie und Mansur lieferten hingegen eine tolle Show ab. Sie ritt den Schecken locker und mit gleichmässigem Takt; ein eingespieltes Team. Elliot überraschte uns alle, indem er nach der Hälfte der Stunde plötzlich Trabstangen und Cavaletti aufbaute. Er machte interessante Kombinationen mit verschieden hohen Tritten, sodass die Pferdchen alle voll bei der Sache sein mussten und keine Zeit mehr hatten, aus dem Fenster zu schauen. Am Ende war Snap richtig locker und dehnte schön seinen Hals in die Tiefe. Sogar Namuna streckte sich und schnaubte ab. Wir waren alle müde und glücklich.

    Sobald ich Snap gut durchgebürstet und versorgt hatte, schloss ich mich dem Mini-Training an. Linda hatte bereits mit Oreo und Acira gearbeitet, blieben also noch Xinu, Darling und Allegra. Lewis kam ebenfalls zur Hilfe, sodass wir gleich alle drei zusammen mit zur Ovalbahn nahmen. Ich tauschte mit Lewis, weil der lieber mit Xinu arbeiten wollte. So übernahm ich eben Allegra. Die Tochter von Arctic und Daki hatte sich zu einer hübschen Jungstute gemausert und lernte Dressurlektionen, als wären es einfache Zirkustricks. Sie konnte schon extrem viel für ihr junges Alter. Das war besonders für die Halter-Shows von Vorteil. Auch mit Kindern kam sie gut zurecht, sodass ich regelmässig den „Tiny Hooves Club“ auf sie loslassen konnte. Heute übten wir bereits erste S*-Lektionen – als solche bezeichnete ich ihren tollen Spanischen Schritt und die einigermassen flüssige Passage jedenfalls. Piaffe hatte sie rasch gelernt, weil sie manchmal ungeduldig wurde und zu zappeln begann, wenn ich undeutliche Hilfen gab. Das hatte ich mit zunutze gemacht. Die Passage einzuleiten war danach auch nicht mehr besonders schwierig gewesen. Mit einem Grosspferd wäre das in diesem Alter undenkbar gewesen. Oreo und Acira waren auf demselben Niveau, nur Xinu hinkte etwas hinterher. Ich wollte ihn möglichst bald an eine Körung bringen, damit ich hübsche Champagne-Fohlen mit vollen Papieren züchten konnte. Diesem Ziel waren wir heute sicher ein Stückchen näher gekommen.
    31 Okt. 2020

    Kür

    Ich war heute mit PFS' Reverie schon wieder an einer Körung, nachdem wir in der vorangehenden Woche bereits erfolgreich drei Stuten vorgestellt hatten. Eigentlich war es immer dasselbe Spiel; Ausladen, nochmal einen letzten Wisch mit der Staubbürste, checken ob alle Zöpfe sitzen und dann ab zum Sandplatz. Reverie hatte jedoch wiedermal andere Pläne. Sie wollte viel lieber das Gras am Wegrand kosten und mit den anderen Teilnehmern die Nüstern zusammenstecken. Als ich sie mit dem Seilende aufforderte, sich mir endlich anzuschliessen, kam sie zwar widerwillig mit, dankte es mir jedoch wenig später mit einem übertriebenen Seitensprung vor dem Lautsprecher. Dabei hatte der gerade unsere Namen aufgerufen. Ich rollte die Augen und brachte die Stute schliesslich doch noch in einem Stück vor das Richterhäuschen, das sie übrigens auch ganz unheimlich zu finden schien. Ich grüsste die anwesenden Richter und begann dann mit der Vorführung aller drei Gangarten auf beide Seiten, inklusive ein paar Hufschlagfiguren. Reverie benahm sich dabei einigermassen anständig, sodass ich etwas aufatmen konnte. Sie war nämlich eigentlich gar nicht so mühsam, wie es vielleicht gerade den Anschein machte. Tatsächlich war die Stute Zuhause mittlerweile ein tolles Reitpferd und unkompliziert im Umgang - jedenfalls wenn man von den gelegentlichen Flausen absah. Sie hatte ausserdem ansehnliche Gänge, die sie auch gerne zur Schau stellte. Kombiniert mit ihrer dunklen, eleganten Robe und den auffallenden, grossen Abzeichen zog sie die Blicke der Leute auf sich. Aber ein Anfängerpferd war sie definitiv nicht. Jedenfalls mussten die Richter Letzteres nicht unbedingt erfahren, wenn es nach meinen Wüschen ging. Ich stellte die Stute nochmal gerade hin und zupfte ein wenig am Führzügel, damit sie den Hals schön wölbte. Dann grüsste ich die Richter erneut und verliess den Platz mit ihr, wobei sie beim Hinausgehen nochmals vor demselben Lautsprecher scheute.
    1951 Zeichen mit Lz, geprüft mit Lettercount.com, Text by Occulta
     
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  3. Occulta

    Occulta Schattenpferd

    meine Teilahme mit...
    Subsyndromal Symptomatic Depression

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    Steckbrief
    Offizieller HG

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    Vom: Mr. Raw Depression

    Aus der: Sympathy of the Devil


    Vom: Valentine's Cantastor

    Vom: Cataract

    Vom: Shirocco XX
    Aus der: Nushin


    Aus der: Belinda

    Vom: Cleef
    Aus der: Bessy


    Aus der: Devil's Wife

    Vom: Devil Inside You
    Aus der: Wife of Hell



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    Rufname: Dolly
    Geburtstag: 29.03.
    Alter: 6 Jahre
    Stockmaß: 1.70 m
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: bay roan tobiano
    (EE,Aa,Rnrn,Toto)
    Abzeichen: Schnippe, vier weisse Beine
    Gesundheit: Sehr gut


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    sensibel, willenstark, treu, fleissig, vorsichtig


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    'Dolly', wie sie von den Pflegern liebevoll genannt wird, ist ein vielversprechendes Stutfohlen mit einer äusserst interessanten Färbung. Obwohl ihr Vater noch sehr jung und im Rennsport nicht aktiv war, zeigt sie einen soliden Körperbau und eine Galopperdisposition, die besonders durch ihre erfolgreiche Mutter geprägt ist. Sie ist jedoch sehr sensibel im Umgang und neigt zugleich dazu, eigene Entscheidungen zu treffen, wenn sie dies für nötig hält. Ausserdem ist sie eher vorsichtig und braucht manchmal etwas länger, um eine Aufgabe zu verstehen. Hat sie einmal Vertrauen gefasst, kann man alles von ihr verlangen.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: sadasha, Kopf leicht geändert by Occulta
    VKR: sadasha
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: Nein
    Nachkommen: -


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    Galopprennen Klasse: S***
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: L
    Military Klasse: L
    Dressur Klasse: A
    Distanz Klasse: E

    Eignung: Galopprennen, Military
    Eingeritten: Ja


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    [FS 257]
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    1. Platz 410. Militaryturnier
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    Dolly's Spind

    HS-Bericht
    HS-Bericht
    PFS' Sciaphobia, PFS' Cupid, PFS' Counterfire, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS' Call it Karma

    Elly Johnson

    England um diese Jahreszeit? Na viele konnten sie bestimmt besseres vorstellen, doch mit trieb es diesmal aus beruflichen Gründen dorthin. Um genauer zu sein in die Nähe von Birmingham, Pineforest Stable. Occulta Smith hatte für fünf ihrer Pferde, darunter vier Stuten und einen Hengst, einen Termin mit mir vereinbart, damit deren Beschlag erneuert wird. Man hörte immer wieder von Rennpferden, die aus diesem Rennstall kamen. Da ich schon ewig nicht mehr in England unterwegs war genoss ich sogar den Regen, der von oben herabrieselte und ebenso wie die Fahrt. Endlich angekommen, wurde ich auch schon erwartet und mit dem Auto in die Nähe des Hauptstalls gelotst. Als ich ausstieg wurde ich freundlich empfangen und die Frau stellte sich mir als Lilly Parker vor. „Es freut mich, Elly Johnson. Ich lade noch schnell meinen Otto aus und dann kann es losgehen.“ Dass Lilly daraufhin ein wenig verdutzt schaute und erst begriff als ich meinen fahrbaren Helfer aus dem Auto lud, wunderte mich dabei kaum. Mit Otto im Schlepptau machte ich mich also mit Lilly gemeinsam auf den Weg zu den Pferden. Die Reihenfolge sollte so sein: Zuerst den Hengst PFS Cupid, danach PFS Counterfire, PFS Sciaphobia, PFS Call it Karma und zu guter Letzt noch Subsyndromal Syndromatic Depression. Während ich mein Arbeitsmaterial vorbereitete, holte Lilly bereits den ersten Kandidaten. Ein wirklich hübscher Hengst machte sich bereits mit einem Wiehern bemerkbar noch bevor er den Platz, welcher für die Bearbeitung vorgesehen war, erreichte. Er wirkte nicht aufgeregt, schien aber dafür umso stolzer zu sein und mit seinem Gehabe den Stuten imponieren zu wollen. „Na zum Glück bist du als erstes dran Cupid.“ Elly schmunzelte und als der Hengst richtig stand ließ sie ihn an sich schnuppern und grüßte ihn ihrerseits mit ein paar Streicheleinheiten. Während sie sich daran machte die Hufe zu bearbeiten und für die Eisen vorzubereiten, plauderte sie mit Lilly ein wenig über die Pferde und erfuhr dabei, dass die letzte Stute es wohl ziemlich in sich hatte, wenn es um Hufeisen ging. Doch das schockte Elly nicht, denn obwohl sie selbst nicht unbedingt groß war, war sie eine erfahrene Hufschmiedin und hatte doch schon das ein oder andere schwierige Pferd beschlagen. Cupid schien nicht sonderlich beeindruckt zu sein von den ganzen Werkzeugen, nur ab und zu versuchte er Elly leicht zu zwicken, was jedoch nicht bösartig wirkte, eher als wäre ihm langweilig. Nachdem auch endlich die Eisen wieder drauf waren, lobte sie den Hengst und Lilly brachte ihn weg, wobei sie mit dem nächsten Pferd, Counterfire, zurückkehrte. *Hui* war dabei Ellys erster Gedanke, denn auch wenn Cupid stolz gewirkt hatte, so schien diese Stute deutlich mehr Feuer zu haben als er. „Die will man sicher nicht gegen sich haben.“, meinte ich grinsend und auch Lilly musste schmunzeln. „Da hast du nicht ganz unrecht, aber glaub mir sie ist ein echter Knaller, natürlich nur wenn man sie auf seiner Seite hat.“, dabei zwinkerte sie mir zu und ich machte mich nach einer kurzen Begrüßung der Stute ans Werk. Etwas raspeln, feilen und auskratzen später konnte ich auch schon mit den Eisen starten. Zwar hampelte die Stute immer mal etwas herum und schien nicht wirklich still stehen zu können, doch mit Lilly am Kopf war es kein Hexenwerk und kurze Zeit später stand die Stute wieder frisch beschlagen in ihrer Box. Nun war eine Stute, namens Sciaphobia dran, doch Lilly nannte sie einfach nur Saphi. Diese Dame kam bereits mit angelegten Ohren bei ihr an und schien nicht besonders begeistert zu sein in ihrer Ruhe gestört zu werden, doch was muss das muss. Mit kleinen Pausen dazwischen, weil Madame sich wegen klappernder Eimer oder schnaubender Pferde erschreckt hat, verlief die ganze Prozedur jedoch ohne größeren Zwischenfall. Einmal hätte sie mich mit ihrem Hinterteil zwar fast umgeworfen, doch ich konnte mich abfangen und Lilly beruhigte die Stute, welche sich zu dem Zeitpunkt erneut erschreckt hatte. Nach ihr blieben also noch zwei weitere Pferde, die auf ihrem Beschlag warteten: Call it Karma und Dolly. Zuerst war Karma an der Reihe, die ebenfalls nicht besonders scharf darauf war still zu halten und sich in Ruhe die Hufe machen zu lassen. Sie tänzelte ständig umher und ich musste ihr mehrere Pausen geben, in denen sie sich etwas bewegen und abreagieren konnte, denn auch wenn Lilly mir zuvor erzählt hatte, wie Karma auf Druck reagierte, so wäre es mir spätestens jetzt auch klar. „Wir haben ja Zeit. Ihr seid die letzten für heute.“ Ich lächelte Lilly entgegen und streichelte der Stute sanft über den Hals. Huf für Huf erarbeiteten wir uns also in aller Ruhe. Letztendlich war auch Karma fertig beschlagen und das letzte und vielleicht auch herausforderndste Pferd war an der Reihe. Als Lilly mit Dolly zu mir kam wurde ich von der hübschen Stute erstmal skeptisch betrachtet. Die Nüstern waren gebläht und sie überlegte wohl gerade ob sie wirklich hier sein wollte. Nervös hüpfte sie zur Seite als ich meine Hand nach ihr ausstrecken wollte, um sie diese beschnuppern zu lassen. „Ruuuuhig.“, versuchte Lilly sie ebenfalls zu beruhigen und strich ihr sachte über den Hals. Ich ließ die Stute erstmal zur Ruhe kommen und alles beschnuppern. Auch Otto wurde äußerst kritisch beobachtet bevor sie es wagte ihren Kopf in seine Richtung zu strecken. Ruhig, aber trotzdem bestimmt ohne Angst trat ich näher und strich ihr über das erste Bein, welches sie sogleich zurückzog und einen Schritt zurücksprang. In diesem Moment kam jemand um die Ecke, die mit einem Kopfschütteln nähertrat. „Hi ich bin Occulta Smith, lässt sie sich nicht überzeugen?“ ein leichtes Schmunzeln huschte über ihr Gesicht und übernahm von Lilly die Stute. Noch immer hieß es bedacht vorgehen und die Stute nicht überfordern, doch nach einigen Tritten denen ich, bis auf einen nicht so heftigen, ausweichen konnte, Tanzvorführen ihrerseits und Gezicke waren wir am Ziel angelangt. Die Hufe waren wie neu und die Eisen saßen bombenfest. Lilly brachte die Stute zurück in ihre Box und Occulta begleitete mich noch nach draußen zu meinem Auto. Otto wurde verstaut und auch wenn sie mich noch zu einer Tasse Tee eingeladen hatte, lehnte ich höflich ab, denn langsam war es doch spät geworden und ich wollte nur noch in meine Unterkunft und mir ein wärmendes Bad gönnen.

    By xSera
    6 Juni 2022

    Trainingsberichte [11]
    Occulta
    Rennen E-A
    PFS’ Stop Making Sense, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Strolch, Daedra, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire

    Es war ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag, in der gewohnten Umgebung, und unter gewohntem grauen Wolkendach. Nein ernsthaft, es hatte in letzter Zeit wieder viel zu oft gewittert und geregnet. Die Natur war zwar, nachdem sie in der langen Trockenperiode so gelitten hatte, nun wie neu geboren – alles kitschig grün und saftig; aber so langsam schien der Boden mit Wasser gesättigt und die Wege zu den Weiden glichen eher einem frisch gepflügten Feld. Wenigstens die Pferde hatten ihren Spass. Sie konnten sich auf den ‘geopferten’ Weiden austoben und nach Herzenslust einsauen. Wir hatten alle Vierbeiner auf die kleinen Gestütsweiden aufgeteilt und die grossen Weiden zur Schonung seit dem gröberen Regen nicht benutzt, sodass später wenigstens dort noch alles grün war. «Es ist immernoch Sommer!», rief Parker frustriert während dem Putzen. Wir standen im Hauptstall und bereiteten die jüngste Rennpferdegruppe für’s Training vor. Es war bereits halb acht Uhr abends. Am frühen Morgen hatten wir die erfahreneren Gruppen trainiert, danach war es schon zu warm gewesen, um die Jüngsten auch noch laufen zu lassen. Ja, trotz des Regens der letzten Tage wurde es jeweils, sobald die Sonne schien, wieder ziemlich warm, gekoppelt mit unangenehm hoher Luftfeuchtigkeit. Deshalb waren sie am Nachmittag zuerst noch draussen gewesen und mussten erst jetzt, wo es nicht mehr ganz so schwül war, arbeiten. Ich war heute bei A Winter’s Tale, und sah mit eifersüchtigem Blick zu April und Daedra rüber. Das schwarze Fell der elegant gegliederten, noch etwas babyhaft wirkenden Vollblutstute war zwar leicht staubig, aber bei weitem nicht so verunstaltet wie das der weissen Stute vor mir. Thalias leichte, bräunliche Sprenkel hatte sich vervielfacht - Aber leider nicht aufgrund von Farbgenen. Ich schrubbte mir die Arme taub, während April und Parker schon fast satteln konnten. Parker kümmerte sich übrigens um Counterfire, ihren neu ernannten Liebling der Gruppe. Die kupfrig glänzende Fuchsstute hatte sowieso schon eine breite Fangemeinschaft, Tendenz steigend. Nur ich konnte mich wiedermal auf keinen Liebling festsetzen. Mir gefielen einfach alle der Jungspunde gleichermassen gut. Daedra, mit ihrem tiefschwarzen, seidigen Fell und dem speziellen Kopfabzeichen; Fire eben, mit ihren hochweissen Beinen und dem feurig orangen Glanz; Dolly, die manchmal einfach nur ein süsser kleiner Angsthase war; Sarabi, mit ihrer cremefarbenen Robe und dem hübschen Bauchfleck; Mambo mit seinen spannenden Sprenkeln und dem tollen Charakter; und Thalia, die fast schneeweiss war und damit die Familie meiner weissen Rennpferde weiter vergrösserte. Ich kratzte dem Winter-Abkömmling die Hufe aus und holte, nachdem ich den gefühlten Beton aus der Sohle gehebelt hatte, den Trainingssattel. Ich hörte, wie Sarabi, die in dem Putzabteil gleich vor dem Eingang der Sattelkammer stand, ungeduldig scharrte. Jungpferde eben – junge Vollblüter besonders: ständig ungeduldig und verspielt. Counterfire war besonders schlimm. Sie musste alles mit dem Maul untersuchen und schmiss regelmässig Bürsten an die Wand, wenn sie sie mit dem Kopf herumschwang. Lily fand es eben lustig, ihr die Bürsten hinzustrecken, deshalb mussten wir uns dauernd in Acht nehmen. Eine Stimme riss mich aus meinen Gedanken. «Hunter! Ich dachte schon, du kommst nicht mehr.» Ich legte den Sattel ab und schüttelte unserem ‘Nachbaren’ die Hand. Ich pfiff Quinn herbei, die zuvor in der Sattelkammer die Batterie ihrer Armbanduhr ausgetauscht hatte, und wir verliessen den Hauptstall, um Strolch vom Parkplatz zu holen. Der hell palomino-farbene Hengst war bereits sauber geputzt und musste nur noch gesattelt werden. Er sollte heute mit unseren Pferden gemeinsam trainiert werden, um ein richtiges Rennen zu simulieren. Oder zumindest die Stimmung eines richtigen Rennens, mit einer fremden Umgebung, anderen Pferden und einem unbekannten Jockey. Eigentlich hatte der junge Vollblüter schon Rennerfahrung – er war sogar schon an echten Rennen gewesen, anders als meine Gruppe von zweijährigen Grünlingen. Aber wie Hunter mir bereits bei unserer letzten Begegnung erklärt hatte, war er bisher noch nicht in den Genuss einer vollständigen Ausbildung gekommen. Quinn übernahm Strolch und führte ihn in Richtung Hauptstall, während wir seine Ausrüstung ausluden und mittrugen. Er war sichtlich Aufgeregt, aber nicht ängstlichen wirkend, sondern eher extrem neugierig. Er musste schon auf dem ganzen Weg um das Stallgebäude herum den Kopf drehen und die Nüstern blähen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Ich liess Quinn und Hunter alleine, um mich zurück zu meinem eigenen Reittier zu begeben. Die mittlerweile wieder weisse Stute wollte sich in ihrem Eifer schon fast in der Stallgasse umdrehen, als sie mich kommen hörte, sodass ich ihren Popo herumschieben und sie wieder richtig hinstellen musste. Ich legte ein dünnes Anti-Rutsch-Pad auf Thalias Rücken, dann eine dicke, gepolsterte Satteldecke und schliesslich den Trainingssattel mit dem Lammfellgurt. Nicht alle Pferde hatten die gleichen Pads und Decken. Je nach Rückenform und Muskulatur benutzten wir auch Lammfellunterlagen, dünnere Satteldecken oder Gelpads. In jedem Fall war es wichtig, dass das Pferd sich damit wohlfühlte und die dünnen Sättel so gut wie möglich passten. In anderen Rennställen sah man andauernd Pferde, die sich beim Satteln zu wehren versuchten oder herumzappelten. Für mich waren das Alarmzeichen, die ich gar nicht erst aufkommen lassen wollte. Schliesslich wollte ich am Ende ihrer Rennkarriere immer noch Pferde haben, die richtig bemuskelt und dem Reiten gegenüber positiv eingestellt waren; keine verbrauchten, sauren Krüppel. Ich führte Thalia durch den Innenhof des Hauptstalls raus und bekam von Oliver ein «leg up». Quinn sass bereits in Strolchs Sattel und hielt den ungeduldigen Jungspund so gut wie möglich ruhig. Sobald ich oben sass und meine Steigbügel angepasst hatte (was beim Satteln vergessen worden war), klopfte Oliver Thalia symbolisch auf die Kruppe und lief nochmal ins Stallinnere, um sein Notizbüchlein zu holen. Er führte ein strenges Tagebuch über die Laufzeiten und das Training im Allgemeinen. Welches Pferd wann und in welchem Stil bewegt worden war, mit welcher Intensität und wie es darauf reagiert hatte, in puncto Schweissbild und Puls. Einfach alles stand darin, sodass wir genau rückverfolgen konnten, welche Art von Training bei welchem Pferd am effektivsten war. Heute wollten wir mit Startmaschine trainieren, also war ein gründliches Aufwärmen erforderlich. Wir bogen wie immer zunächst im Gänsemarsch auf den Galoppweg und trabten geschützt durch die Tannen neben uns an. Es war ein kühler Wind aufgekommen, aber wenigstens sah es noch nicht nach Regen aus. Die Pferde mussten eine Runde lang in kontrolliertem Tempo traben und dann auf der Bahn bis hin zur Startmaschine ebenfalls langsam Galoppieren. Danach stellten wir uns vor unserer mobilen Startmaschine auf. Oliver und Ajith standen schon bereit, Hunter ging ihnen zur Hand. Zunächst ritten wir zu der Maschine heran, zeigten den Jünglingen alles gründlich und Ajith liess die Tore ein paarmal auf und zuschnappen, um sie an das Geräusch und die Bewegung zu gewöhnen. Wir hatten das schon einige Male durchgespielt, aber um es immer und immer wieder zu festigen, widerholten wir das Prozedere vor jedem Training mit Maschine, zumindest, bis es keine Probleme mehr gab. Ausserdem war es heute sowieso vorteilhaft, um zu sehen, wie unser Gast darauf reagierte. Es zeigte sich auch prompt, warum wir uns jedes Mal die Zeit nahmen. Denn nicht alle der Gruppe nahmen die Geräusche so gelassen wie meine Thalia und Hunters Strolch, die beide bloss interessiert mit gespitzten Ohren zusahen und dabei stillstanden. Dolly zuckte auch jetzt noch beim ersten Mal zusammen, versuchte mit Charly abzudrehen und zu flüchten. Er nahm den einen Zügel an und drehte die Stute rasch um die eigene Achse, bis sie stillstand. Dann ritt er ruhig wieder heran und wir machten weiter. Diesmal war Charly gefasster und hielt sie zurück, wodurch sie aus Protest leicht vorne hochstieg. Heute hatte sie offenbar einfach keine Lust. Der Jockey liess sich davon nicht beeindrucken und hielt sie einfach gerade. Oliver liess die Tore extra weiterhin aufschnappen, bis sie sich wieder einkriegte und nur noch leicht zuckte. Charly lobte sie und Dolly saugte noch einmal laut Luft ein, ehe sie den Kopf, wenn auch etwas ruckartig, für einen Moment senkte und sich sogar einen Schritt vorwagte. Dafür bekam sie ein Karottenstück von Ajith. Wir wollten Mut und Neugier von Anfang an bestärken. Auch Daedra sah man an, dass ihr nicht gerade wohl war. Sie überlegte sich auch ein paarmal, mit einer Gewichtsverlagerung angedeutet, zu Flüchten. Aber sie hörte stattdessen auf Quinn und hielt sich, bis auf ein paar tänzelnde Schritte seitwärts, an ihre Position. Als alle Pferde einigermassen ruhig waren, angesichts der Tore, begannen wir, sie durch die offene Maschine hindurch zu führen. Dolly stakste geräuschvoll atmend hindurch, Thalia zögerte kurz, folgte dann aber Ajith vertrauensvoll und Mambo versuchte, das ganze schnell hinter sich zu bringen. Strolch hielt höchstens an, um die hölzernen Trittbretter für die Helfer mit seinem Maul zu untersuchen. Wir wiederholten, bis es bei allen flüssig klappte. Dabei lobten wir wieder viel, und verteilten in besonders guten Momenten weitere Karottenstücke. Als nächstes führten Oliver und Ajith immer zwei Pferde gleichzeitig rein, liessen dabei die Tore vorne geschlossen und hinten offen, warteten einen Moment, sodass die Vierbeiner stillstehen mussten, und öffneten dann die vorderen Tore manuell. Als auch das gut klappte, war es Zeit, die hinteren Klappen auch zu schliessen. Für manche Pferde war das am Anfang etwas beängstigend, weil sie plötzlich hinten Widerstand spürten, wenn sie einen Schritt zurück machten. Aber mittlerweile kannte die Gruppe den Ablauf schon ein Bisschen, weshalb sie, nach dem anfänglichen Gehampel, fast wie Profis drinstanden. Es war wichtig, dass die Pferde von Anfang an lernten, dass sie nicht rückwärts durften. Die Tore waren absichtlich nicht stark genug, um dem vollen Gewicht eines Pferdes standzuhalten, damit sie im Notfall nachgaben und aufgingen. Aber natürlich war es sehr schlecht, wenn ein Pferd das herausfand und lernte, die Tore aufzudrücken. Ich war froh, dass auch Strolch sich anständig benahm und darauf zu warten schien, dass er vorne raus durfte. Das zeigte mir, dass Hunter im Training mit dem jungen Rennpferd bisher alles richtig gemacht hatte.

    Wir hatten inzwischen gute zwanzig Minuten verpufft, und ich hielt es für ratsam, eine Pause zu machen, bevor wir zum Galopptraining übergingen. Die jungen Pferde hatten noch nicht die Fähigkeit, sich so lange am Stück zu konzentrieren. Das restliche Training würde zwar nicht mehr so lange dauern – wir mussten nur noch die Übungsdistanz in der gewünschten Zeit überwinden – aber ich wollte, dass alle Pferde fit und bereit dazu waren, um Unfälle zu vermeiden. Besonders angesichts des feuchten Geläufs, weswegen auch alle heute Stollen trugen. Wir bewegten uns ein wenig im Schritt, um nicht ganz ‘kalt’ zu werden. Dann gab Oliver das Signal und Ajith half uns erneut in die Startboxen. Er löste die Tore sofort aus, sobald alle drinnen waren, um die Geduld nicht unnötig zu strapazieren. Die Pferde starteten noch nicht alle so schön synchron, wie man es von erfahreneren Gruppen kannte, und Strolch kam dank seiner Erfahrung mit einem deutlichen Vorsprung weg. Auch im Verlaufe der Distanz konnte ihm keiner der Zweijährigen das Wasser reichen, was bei dem Altersunterschied auch zu erwarten gewesen war. Sein Grundtempo wurde von Quinn etwas höher gefordert als das der anderen, und auch die Sprints waren länger und intensiver. Am Ende war er trotzdem nicht so verschwitzt wie die restliche Gruppe und seine Atmung wurde rascher wieder normal. Zufrieden klopfte ich Thalia auf den Hals, die angestrengt schnaufte, aber alles in allem noch fit wirkte. Wir trainierten niemals an die Belastungsgrenze, weil es unvernünftig wäre zu riskieren, dass ein Pferd umkippte. Ausserdem gab es daraus keinen besseren Trainingseffekt, im Gegenteil – die Muskeln wurden übersäuert und die Pferde verbanden das Training mit Schmerz. Das galt es unbedingt zu verhindern. Beim Austraben schienen jedenfalls alle gut beisammen und müde, aber locker. Zum Ausschreiten brachten wir sie mit Abschwitzdecken in den Freilauftrainer, nachdem wir sie abgeduscht, oder mit einem Schwamm gewaschen hatten. Mittlerweile war es dunkel, aber dank der grosszügig verteilten Flutlichter im Innenhof des Hauptstalls sahen wir mehr als genug. Während Strolch trocknete, tranken die Jockeys und ich zusammen mit Hunter und Oliver einen Tee in der Reiterstube. Gleichzeitig besprachen wir das Training. Oliver teilte meine Ansicht, dass ausnahmslos alle Pferde bereit waren, in die nächst höhere Trainingsstufe aufzusteigen und erste Rennen zu bestreiten. Auch bei Dolly war ich mir sicher, dass sie sich bald mit der Startmaschine anfreunden würde. Von der Rennleistung her, war sie ihrem Alter entsprechend gut. Irgendwann sahen wir nach den Pferden, brachten sie in die Boxen und halfen Hunter beim Verladen von Strolch. Wir verabschiedeten uns und ich wünschte ihm viel Erfolg für kommende Rennen. Es erfüllte mich mit stolz zu wissen, dass ein weiterer Stromer-Nachkomme eine grosse Zukunft vor sich hatte.
    28 Aug. 2018

    Occulta
    Springen E-A
    Training für die Faulen

    PFS’ Colours of Life, tc Miss Moneypenny, Primo Victoria, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire, Daedra, Areion, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Navy Sniper, Cambria, Fake my Destiny, PFS’ Shadows of the Past, PFS’ Ravissante, Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, Tayr al-Diyari, PFS’ Arctic Silver Lining, PFS’ Arctic Rainstorm, PFS’ British Oreo Rascal, PFS’ Glenn’s Dare to Shine, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot

    «Occu, es ist zu warm zum Arbeiten», jammerte Jonas, in seinem neu gekauften Schaukel-Stuhl auf der Terasse ausgebreitet. Er hatte das Teil am Wochenende in einer Brockenstube gefunden und sich sofort darin verliebt. Das alte, dunkle Holz war zwar an manchen Stellen etwas rau von der vermutlich Jahrzehnte langen Benutzung, aber mit etwas Schleifpapier und neuem Lack wollte er ihm demnächst zu neuem Glanz verhelfen. Allerdings sah es im Moment eher nicht danach aus, als könnte er die nötige Energie dazu aufbringen. Bacardi lief bereits ungeduldig um mich herum, weil ich nicht weiterging. «Komm, auf», scheuchte ich ihn in befehlerischem Ton von seinem Sonnenplätzchen. Er grummelte vor sich hin und schlenderte zum Hauptstall. Lisa war auf dem Sandplatz bereits aufgestiegen und wärmte Sniper im Schritt am langen Zügel auf. Ich tat es ihr gleich. Heute war wieder Trainieren angesagt, und zwar mit einem ganzen Heer von Jungpferden. Lisa und ich ritten plaudernd nebeneinander und genossen die morgendlichen Sonnenstrahlen, die auf unsere Rücken brannten. Lily stiess mit Fake auch noch dazu, und ihr folgten auch kurz darauf die anderen aus dem Nebenstall; Shira, Ravissante, Cambria. Wir ritten alle sechs Vierbeiner, um die bereits aufgestellten Hindernisse zirkelnd, warm. Nach etwas mehr als fünf Minuten trabten wir an und vollführten unter Lisas Anweisungen ein paar gymnastizierende Dressurlektionen, ehe wir mit den Cavalettis begannen. Bacardi war am Anfang etwas übereifrig und hüpfte jeweils über das halbhohe Cavaletti, anstatt darüber zu traben. Ich hielt ihn zusammen und versuchte es erneut, bis es beim dritten Versuch klappte. Er war eben noch jung und verstand ungerne, dass man die Aufgaben konzentriert und auch mal langsam angehen musste. Lily und Fake hatten ganz ähnliche Probleme, aber bei ihnen lag es vor allem daran, dass Lily noch nicht genug einwirken konnte, um die temperamentvolle Hackney-Pony Stute mit dem Sitz zu bremsen. Sie gab sich immerhin grosse Mühe und schaffte es nach einer Weile auch so halb. «Das wird schon, Lily. Sobald du längere Beine hast, kannst du sie auch besser kontrollieren», ermutigte Lisa meine Nichte. Das Mädchen nickte nur konzentriert und bremste Fake wieder in den Schritt. Lisa schickte uns als nächstes über ein paar Kreuzchen in einer Linie, die ebenfalls noch dem Auflockern und der Taktfindung dienten. Erst danach legten wir mit Steilsprüngen, Oxern, In-Outs und Kombinationen los. Für die jungen Pferde waren besonders letztere anspruchsvoll, da viele dazu neigten, etwas kopflos zu werden und zwischen den Hindernissen beschleunigen zu wollen. Auch Bacardi versuchte es, aber durch meine langjährige Erfahrung konnte ich ihn zurückhalten und in angemessenem Tempo auf den zweiten Sprung zureiten. Er schnaufte zwar leicht frustriert, galoppierte aber schön am Zügel. Ich lobte ihn streichelnd, um ihm zu zeigen, dass es so richtig war. Fake und Lily flitzten zum Teil in halsbrecherischem Tempo durch, aber Lisa war schon dabei, das zu korrigieren und ihr Tipps zu geben. Robin und Cambria hatten auch noch die eine oder andere Unstimmigkeit zu überwinden, aber es sah gar nicht so schlecht aus. Ravissante lief unter Quinn richtig schön. Ich war begeistert beim Zusehen, als die beiden den einen Oxer übersprangen und die Anglo-Araberstute eine wunderbare Flugphase zeigte. Sie erinnerte mich in ihrer Manier sehr an Sunday – ausser, dass sie ab und zu ihren Schweif aufgeregt anhob, wenn sie auf ein Hindernis zukam. Quinn schien sich sehr gut mit der Stute zu verstehen und grinste begeistert, als sie den kleinen Abschlussparcours beim ersten Versuch fehlerfrei überwunden hatten. Sie liess Ravi den Kopf strecken und klopfte ihr zufrieden auf den Hals. Auch Bacardi und ich schafften es ohne Abwurf. Die Höhe war ja auch noch nicht gerade eindrucksvoll. Aber trotzdem war ich stolz, als am Ende die meisten sauber durch den Parcours kamen. Sogar Fake kam überall gut drüber, wenn auch ein Tickchen zu schnell. Shira und Snipy hatten je einen Abwurf; Shira in der Kombination und Sniper beim letzten Steilsprung, weil Lisa sich mit der Distanz verschätzte. Dass ausgerechnet unsere Reitlehrerin einen Fehler machte, fanden wir ganz amüsant – konnte ja passieren. Wir liessen die sieben Pferde austraben und versorgten sie dann zügig, um gleich anschliessend mit der nächsten Truppe weiterzumachen. Diesmal war der Vollblut-Nachwuchs an der Reihe. Miss Moneypenny, Daedra, Primo, Sarabi, Mambo, Cryptic, Thalia, Counterfire und David mit Life. Weil diese Gruppe etwas grösser war als die letzte, hatten wir auch entsprechend mehr Abreitplatz-Atmosphäre, aber das kam in diesem Fall gerade gelegen: Mit diesen acht wollten wir nämlich einen Ablauf wie auf einem Turnier simulieren. Jonas hatte es tatsächlich fertig gebracht, in der Halle zwei Aufwärm-Hindernisse aufzubauen und verstellte sie nun nach unseren Wünschen. Danach ritten wir jeweils nach draussen auf den Sandplatz und sprangen direkt den Parcours, jeder zweimal. Ich hatte Thalia als Partnerin. Die Winter-Tochter war extrem rittig und liess sich heute durch nichts ablenken, sodass wir beide Durchgänge einwandfrei abschlossen. Mir gefiel ihr Arbeitswille, der sich übrigens auch auf der Rennbahn auszahlte. Sie war zwar nicht die Schnellste, dafür sehr ausdauernd und fokussiert auf die Ziellinie – manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie selbst bei einem Bombeneinschlag auf der Tribüne nicht zucken würde. Bei Counterfire, die gleich nach mir auf den Platz ging, war das gerade anders herum. Die feurige Fuchsstute konnte ausserordentlich gut beschleunigen und hatte mächtig Schub in der Hinterhand, liess sich allerdings leicht aus dem Konzept bringen und brauchte eine konsequente Hand. Als Katze Shiva in ein Gebüsch neben dem Viereck kletterte, um Spatzen aufzuscheuchen, verpasste sie dementsprechend das nächste Hindernis und räumte es mit den Vorderbeinen ab. Charly war auf den unsanften Sprung nicht vorbereitet gewesen und kam hinter die Bewegung. Als Counterfire nach dem missglückten Manöver auch noch um die Kurve raste, besiegten ihn die Fliehkräfte. Er plumpste in den Sand und die Stute raste eine Runde um den Platz, wobei sie gerade noch von Oliver davon abgehalten wurde, diesen zu verlassen. Der Trainer motzte «be careful with my racing champions, please» und bewachte den Eingang, bis wir Fire eingefangen hatten. Charly war anscheinend unversehrt, bis auf ein paar blaue Flecken. Er stieg wieder auf und ritt das Hindernis nochmal an, nachdem Lisa, die diesmal nicht selbst im Sattel sass, es wieder aufgestellt hatte. Counterfire, die noch etwas aufgeheizt von vorher war, wollte schon wieder mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Stangen losrennen, aber Charly machte nochmal eine Volte, bis er sie unter Kontrolle hatte, und lenkte sie dann deutlich ruhiger geradeaus, diesmal ohne Probleme. Die übrigen Vollblüter waren heute erstaunlich gemütlich unterwegs; Quinn musste Primo regelrecht vorwärtstreiben und auch Mambo hatte beim Oxer etwas zu wenig Schwung, sodass die oberste Stange fiel. Höchstwahrscheinlich liegt es am Temperatur- und Fellwechsel, überlegte ich. Ich bürstete und massierte Thalia rasch nach dem Absatteln, aber es reichte leider trotzdem nicht mehr um die letzte Runde von Daedra zu sehen. Ich erfuhr aber von Lisa, dass sie einmal parkiert hatte – schade. Das war bei ihr in letzter Zeit etwas zu häufig vorgekommen, weshalb ich überlegte, sie in nächster Zeit mehr mit Quinn laufen zulassen, oder selbst ein wenig Korrektur zu reiten. Nicht, dass ich meine oder Quinns Reitkünste höherstellte als die der anderen, aber wir beide hatten einfach etwas mehr Erfahrung als zum Beispiel April, die sie heute geritten hatte. Ich wollte auf jeden Fall verhindern, dass die Stute irgendwelche unvorteilhaften ‘Habits’ entwickelte. Nachdem nun alle den Parcours gemacht hatten, wollte Lily unbedingt nocheinmal mit Areion einen Versuch starten. Sie wärmte ihn bereits in der Halle auf, als ich dazustiess. Der immernoch-Hengst zeigte auch diesen Frühling wieder teils etwas aufmüpfiges Verhalten, sodass Lily die letzten Wochen meine Hilfe mehr als einmal gebraucht hatte. Heute schien er aber eher gemütlich unterwegs zu sein und liess sich wenig später auch gut von meiner Nichte über die extra tiefer gestellten Hindernisse lenken. Lisa ermutigte sie, noch etwas mehr Schwung von dem Tinker zu fordern, weil er ein paarmal zu dicht ans Hindernis kam, aber sonst sahen die beiden gar keinen so schlechten Eindruck.

    Insgesamt zufrieden mit den Vollblütern, wandte ich mich nun dem Training der beiden Nachwuchswesternpferde Chanda und Jazz zu. Ich putzte die grau-weisse Criollo Dame, während Jonas sich Jazz antat. Antun deshalb, weil sie heute zusätzlich zu ihren Appaloosa-Sprenkeln auch noch Schlammkrusten trug. Mit dem noch feuchten Boden vom letzten Regenfall erstaunte es mich überhaupt, dass nicht mehr Pferde Schlammig waren. Klar, die Vollblüter waren von Ajith bereits vorgeputzt worden, aber die übrigen hatten anscheinend ausnahmsweises Mitleid mit unserer vom Winterfell Ausstriegeln müden Armmuskulatur gehabt. Jonas stöhnte erschöpft, als er auf die zweite Seite seines Reittiers kam, die genauso schlimm aussah wie die Erste. Er legte einen Moment lang seine verschränkten Arme auf den Runden Po von Jazz und genoss die Sonne, bevor ich ihn anstupste, damit er weitermachte. „Denk dran, die Stunde fängt in fünfundzwanzig Minuten an.“ Ich war so nett und half ihm mit dem Hufeauskratzen, während er noch immer den eher dünnen Schweif von Jazz zu retten versuchte. Nach einem gefühlten Liter Glanzspray und einer insgesamt halben Stunde intensivem Putzen, war die Stute wieder ansehnlich. Wir ritten in Richtung Fluss los, denn wir waren mit Rosie zu einem Training auf der Wilkinson Farm verabredet. Sie hatte einen auswärtigen Westerncoach organisiert. Weil wir so viel Zeit mit Putzen verbracht hatten, mussten wir den grössten Teil des Weges traben, um nicht zu spät zu kommen. Die Pferde waren so zumindest schon warm und wir konnten eigentlich sofort loslegen. Der Trainer gab uns eine Dreiviertelstunde lang Patterns vor und feilte mit uns an den einzelnen Lektionen. Für die jungen Pferde war das Training intensiv und sie schwitzten in der Frühlingssonne ordentlich. Rosie, die mit dem Wüstentemperatur-geprüften Tayr mitmachte, hatte dieses Problem nicht. Dafür hatte sie alle Mühe, ihn angesichts unserer beiden charmanten Damen konzentriert zu halten. Es ist eben Frühling, stellte ich schmunzelnd fest. Bevor wir uns auf den Heimweg machten, fiel Jonas noch ein neues Araberpferdchen auf Rosies Weide ins Auge. «Schau mal, da ist noch ein Appaloosa-Tier. Ich dachte zuerst, es sei Numair, aber der ist etwas dunkler.» «Tatsache. Rosie? Is that the filly you mentioned last time?” Die rothaarige Ex-Pflegerin von Pineforest bestätigte. “She’s gorgeous! Definitely coming after Numair.» «I hope she’s also inherited his character, instead of her mother’s. But anyway, she has such a cute head and I love the pink freckles on her face.” Sie schwärmte noch ein wenig weiter, sodass ich beinahe neidisch wurde – das Tierchen sah schon von weitem speziell aus. Letzten Endes wandten wir uns dann doch noch zum Gehen und duschten zurück auf Pineforest die beiden armen, verschwitzten Stuten ab. Chanda machte einen friedlichen Eindruck, als ich sie zurück auf die Stutenweide entliess. Sie sah aus, als könne sie sich nun nach getaner Arbeit so richtig entspannen und das Nährstoffreiche Frühlingsgras besonders geniessen. Jazz blieb noch einen Moment erwartungsvoll beim Zaun kleben, als warte sie noch auf eine letzte Karotte. Jonas und ich hatten leider beide nichts mehr im Sack, also musste sie sich mit den vorherigen Belohnungen zufriedengeben. Wir schlenderten zurück zur Halle und ich bog von dort aus zu den Miniweiden ab, um schonmal die Sulkys für den Nachmittag bereitzustellen, während er gähnend Richtung Haus wanderte. „Du musst noch die Winterreifen wechseln“, rief ich ihm schelmisch hinterher. Er drehte sich als Antwort um und gab mir einen Militärischen Gruss zurück – um anzudeuten „wird ausgeführt, Chef“.

    Die Minis waren den ganzen Winter hindurch einigermassen fit gehalten worden, aber nun im Frühling ging die Show-Saison wieder los, und mit den schneefreien Strassen konnten wir auch wieder mehr Zeit ins Fahrtraining investieren. Deshalb drehte ich den halben Nachmittag lang fleissig Runden auf der Ovalbahn. Zuerst mit Kiwi. Die beinahe ganz weiss gescheckte Stute verlor ihr ungeschorenes Winterfell in Fetzen. Das meiste hing noch an ihrem Bauch und unter dem Kopf. Ich striegelte einen Kisseninhalt weissen Fells ins spriessende Gras, danach sah sie etwas weniger zottelig aus. In den nächsten paar Tagen würde sie das Fell wohl vollständig wechseln. Lewis kam etwas verspätet aus dem Mittag und entschuldigte sich mit der Erklärung, dass er mit Quinn, Charly und Parker in der Stadt essen war, wobei sie ziemlich lange hatten anstehen müssen. Das war für mich kein Problem, ich wusste ja, dass meine Pfleger seriös arbeiteten. Lewis schnappte sich Tiki («You could have taken Kiwi, if you had come on time”, neckte ich ihn, wissend, dass Kiwi sein Liebling war). Er ent-fellte sie in Rekordzeit und war mit dem Geschirr anlegen am Ende noch fast eher fertig als ich. Wir schlauften die letzten Riemen durch und führten die Ponys dann von der Weide zu den bereitstehenden Sulkys. Als beide sicher eingespannt waren, fuhren wir zur Ovalbahn. Ich übte mit Kiwi besonders das Zulegen und Aufnehmen, wobei ich einen schicken Show-Trot herauszuprovozieren beabsichtigte. Es klappte auch einigermassen; die Miniature Stute hob ihre Beine höher als sonst. Ich lobte sie jeweils überschwänglich, um ihr die Bewegungen möglichst schmackhaft zu machen. Lewis übte mit Tiki ebenfalls im Trab, allerdings konzentrierte er sich bei ihr mehr auf die Aufrichtung und die korrekte Anlehnung an die Fahrzügel. Gegen Ende des Trainings liess ich die Zügel länger, sodass Kiwi nach unten strecken konnte. Sie wurde dabei zunächst etwas schneller, aber ich bremste sie mit der Stimme und nach einigen Augenblicken waren wir gemütlicher unterwegs. Sie war eben doch noch jung und musste lernen, entspannt und in gleichbleibendem Takt zu laufen. Das wurde an den Shows übrigens auch bewertet. Ich fuhr mit Kiwi zurück und holte als Nächstes Xinu, Lewis machte mit Lining weiter. Die beiden Hengstchen waren etwas einfacher zu einem Bluff-Trab anzustacheln. Sie hoben fast schon von selbst die Vorderbeine, wir mussten nur darauf achten, dass die Hinterhand auch richtig untertrat. Nach Xinu und Lining waren Oreo und Acira dran. Oreo spürte den Frühling und brummelte seiner Halbschwester zu, als wir hintereinander zur Bahn fuhren. Lewis hielt ihn kurz und blieb in einem vernünftigen Abstand. Wir trainierten wiederum fleissig unsere Runden, und zum Spass galoppierten wir auch ein wenig. Aciras seidiger Schweif flatterte in der Kühlen Brise, die sich mit dem Fahrtwind vereinte. Ihre kleinen Hufe schlugen rhythmisch auf dem feinen Kies auf. Zuletzt drehten wir auch noch ein paar Runden mit Darling und Allegra – letztere war noch nicht lange eingefahren und hatte noch etwas Mühe mit der Kommando-Umsetzung. Sie war meist ein wenig zu eifrig und wollte nicht warten, geschweige denn dabei geschlossen stillstehen. Aber auch das würde mit der Zeit immer besser klappen, davon war ich überzeugt. Nach dem Training gab es für alle Minis ein paar Karotten, die wir zur Beschäftigung an den Bäumen auf der Weide aufhängten. Lily half dabei und fand es super, Lining beim ‘Einfangen’ der orangefarbenen Wurzeln zuzusehen.
    31 März 2019

    Occulta
    Rennen A-L
    Subsyndromal Symptomatic Depression, Daedra, PFS‘ Stop Making Sense, PFS‘ Sarabi, PFS‘ Counterfire, PFS‘ A Winter’s Tale, PFS‘ Colours of Life

    Ich musste schmunzeln, als mir bewusst wurde, dass wir heute wiedermal eine ganze Gruppe von Pferden trainierten, die allesamt auf Pineforest aufgewachsen waren. Es erfüllte einem als Züchter einfach mit unglaublich viel Stolz, die ganzen PFS‘ Kürzel auf den Trainingslisten zu sehen. Und noch schöner war es, sie möglichst weit oben auf Ranglisten zu lesen. Doch um dorthin zu kommen, brauchte es Training und Aufwand. Deshalb waren auch heute wieder Intervallgalopps um sechs Uhr morgens angesagt. Ohne Fleiss keinen Preis. Ich sattelte Dolly, die schon wieder besorgt die Nase rümpfte. Ich kraulte die Gurtlage, damit sie sich entspannte. Sie schnappte ein paarmal in die Luft, dann wurde sie ruhiger und senkte ihren Kopf. Ich ermahnte die Pfleger zwar dauernd, dass sie den Gurt nicht von Anfang an ganz anziehen sollten, aber vermutlich hielten sich nicht alle immer daran. Es war mir ein Dorn im Auge, wenn man das Wohl des Pferdes hinter den Zeitplan stellen wollte. Auch wenn es „schnell gehen“ musste, wollte ich, dass man sich die nötige Zeit nahm, um es den Vierbeinern möglichst angenehm zu machen. Ich würde das leidige Thema also wieder bei der nächsten Trainingsbesprechung anstimmen müssen. Ich gab Dolly ein Karottenstückchen, als sie die Trense bereitwillig ins Maul nahm. Das regte sie zudem zum (ab)kauen an, wodurch sie sich besser loslassen konnte. Danach rüstete ich mich selbst mit Helm und Weste aus, ehe ich die junge Stute nach draussen zum Aufsteigen führte. Ich bekam ein Leg-up von Ajith. Während ich auf die übrigen Jockeys wartete, stellte ich meine Armbanduhr ein, damit ich nachher unser Tempo messen konnte. Viele Gadgets benutzten wir im Training nicht, aber die Uhren waren einfach ein Muss und erleichterten die Überwachung der Leistungen der Pferde enorm. Dolly und ich reihten uns zwischen Daedra und Sarabi ein, um mit allen gemeinsam zur Rennbahn zu schlendern. Wir wärmten die Gruppe aus sieben Pferden zunächst wie immer auf dem Galoppweg unter den Tannen ein, dann begaben wir uns zur Mobilen Startmaschine, wo uns Ajith und Oliver empfingen. Der Start war in einem Rennen ebenso wichtig wie der Finish; wir übten zwar vor allem zu Beginn des Renntrainings mit den Zwei- oder Dreijährigen den Start aus der Maschine, aber zwischendurch war es gut, auch mit den erfahreneren Pferden wieder zu den Basics zu gehen. Diese Gruppe aus Dreijährigen konnte ohnehin nicht genug Übung mit der Maschine bekommen. Dazu gehörte das ruhige Hineingeführt-Werden ebenso wie das perfekte Abdrücken beim Aufspicken der Tore. Genau das verpasste Counterfire heute. Sie schlief beim Glockenton und sprang erst eine Länge nach den anderen los. Ich hörte Oliver von hinten genervt rufen „What the hell was that? How is she supposed to win anything like that? And where was your leg, Tom?!” Ich drehte den Kopf, um nach dem braunhaarigen Jockey zu sehen. Der duckte sich nur mit entschlossenem Blick nach unten und versuchte, den wetternden Trainer ignorierend, sich zu konzentrieren. Fire lief in gleichmässigem Takt, nun da sie auf Kurs war. Obwohl wir alle noch in einem ruhigeren, energiesparenden Tempo unterwegs waren, kam sie Stück für Stück näher, bis sie schliesslich neben mir und Dolly lief. Die chromartig glänzende Fuchsstute sah in ihren kraftvollen Bewegungen wundervoll aus. Oliver konnte motzen so viel er wollte – ich fand, dass sie auf gutem Weg war, in den geplanten Rennen zu brillieren. Mambo schob sich auf der Innenseite in der Kurve neben uns vor. Er hatte den Hengst-Vorteil, wie manche Trainer zu sagen pflegten. Aufgrund seines Körperbaus und der männlichen Muskulatur hatte er einfach mehr Kraft als Dolly, die in grossen Sprüngen mitzuhalten versuchte. Ich passte auf, dass sie nicht zu viel Schub verschwendete. Thalia und Life waren noch immer hinter uns, ebenso die lackschwarze Daedra. Wir näherten uns dem 800 Meter Pfosten. Nun folgte der geplante Sprint über 400 Meter, bei dem sich die Pferdchen nach Herzenslust verausgaben durften. Ich gab Dolly die Zügel frei und trieb sie an. Tom brauchte bei Fire diesbezüglich kaum etwas zu machen – die Stute zog ganz von selbst los, als hätte sie mitgedacht. Schon nach wenigen Sekunden fielen Dolly und ich zurück; auch Daedra und Mambo zogen an uns vorbei. Ich liess mich davon nicht entmutigen, schliesslich waren die jungen Athleten schlichtweg nicht alle auf demselben Trainignsstand. Es war sowieso schwierig, ihre Leistungen zu vergleichen. Jedes Pferd hatte seine ganz eigenen Stärken und Schwächen. Manche lernten schneller dazu was das Handling anging, andere waren frühreif und liefen schon mit drei Jahren Rekordzeiten, wiederum andere brauchten Zeit bis sechsjährig, um sich voll zu entwickeln. Counterfire übernahm unangefochten die Spitze, Daedra drängte sich mühelos bis auf den zweiten Platz vor. Life trudelte zuhinterst hinter Thalia, Sarabi, und mir und Dolly ein. Er war nunmal nicht ganz in Form, weil Darren und David sich mit ihm nicht hauptsächlich aufs Rennreiten konzentrierten, sondern ihn vielseitig ausbildeten. Und natürlich war Darren schwerer als ein gewöhnlicher Jockey; allein dadurch hatte Life schon einen eindeutigen Nachteil, von der Unerfahrenheit seines Reiters mal abgesehen. Darren hatte trotzdem ein Strahlen auf dem Gesicht, als wir in den Trab übergingen und locker zurück zum Bahneingang ritten. „Did you see how nicely he stretched ou this time? I think he really improved a lot. He feels just so great, like he really wants to try hard to win. I’m so proud of my big golden boy!” Ich schmunzelte und stimmte zu – es war toll zu sehen, wie viel Spass die beiden zusammen hatten. Oliver sah das ganze etwas pragmatischer. „Darren, you need to work a bit more on his stamina and train his lazy butt. I heard he likes to eat?” “Yeah, he just loves any kind of treat.” “I can see that. And yourself too, less is more, keep that in mind.” Ein amüsiertes Glucksen ging durch die Runde, aber Darren nahm es gelassen – er wusste, dass wir ihn nur neckten. Wir besprachen das restliche Training etwas ernster und schlossen mit dem Fazit ab, dass wir etwas mehr Starttraining brauchten. Die Pferde und Jockeys mussten allesamt noch etwas mehr daran arbeiten, sich einen frühen Vorteil zu verschaffen, anstatt, in Olivers Worten gesagt, „zuerst gemütlich loszuzockeln und dann frühstens beim 700 Meter Pfosten in die gänge zu kommen.“
    31 Mai 2019

    Occulta
    Rennen L-M
    Deadly Ambition, Odyn, Felicita II, PFS‘ A Winter's Tale, Daedra, PFS' Counterfire, tc Miss Moneypenny, PFS’ Stop Making Sense, PFS’ Sarabi, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Colours of Life

    „Thinking about the St. Leger Stakes, there is mainly one big problem for us: the distance. 1 mile, 6 furlongs and 115 yards is challenging, and Counterfire never raced that far before. Any stayer-type horses will have a big advantage and we are likely to run out of energy before we get to the final two furlongs. So our focus must lie on training stamina and strength for a massive acceleration at the very end of the race.” Oliver und ich sassen in der Reiterstube und sahen uns auf dem Smartphone Videos von vergangenen St. Leger Stakes an. „Watch him come from way behind there. That’s what we need to aim for.” “But that’s not really Counterfires style, is it? She likes to run at front and stay there rather than wait behind…” “We have to try. She cannot stay in front over such a distance.” Wir erhoben uns entschlossen von unseren Plätzen und begaben uns zum Hauptstall. Die Jockeys und Ajith sattelten bereits. „Everyone feeling good today?“, fragte ich in die Runde, als sie nach draussen zum Aufsteigen kamen. „Aye boss“, klang es von Quinn zurück, wie immer leicht neckisch. „You are exactly the right person to say so, Miss Callahan. Your mount is our St. Leger champion horse to be, after all.” “We’ll see about that”, murrte Oliver, kaum überzeugt. Ich wusste aber, weil ich ihn seit Jahren schon kannte, dass er innerlich brodelte und es kaum erwarten konnte, Counterfire im September rennen zu sehen. Die anwesenden Pferde für die erste Trainingsgruppe waren eben Counterfire, Deadra, Mambo, Sarabi, Dolly und die etwas ältere Miss Moneypenny. Thalia hatte ich für heute in die nachfolgende Gruppe gesteckt, weil wir sonst nicht genug Jockeys hatten. Penny hatte bereits Erfahrung mit weiteren Distanzen und würde dafür sorgen, dass Counterfire sich bis zum Schluss anstrengen musste. Die Fuchsstute war nämlich wie die meisten Rennpferde motivierter, wenn sie im Kopf-an-Kopf Stil trainiert wurde. Ich selbst gesellte mich zu Oliver zu den Rails und beobachtete das Geschehen, ohne selbst mitzumischen. Wir hatten nämlich noch viel zu fachsimpeln und zu diskutieren, während das Training lief. Oliver gab Quinn nach dem Einwärmen ein Mikrofon, das sie sich hinters Ohr klemmen musste. Damit konnten wir während der ganzen Runde mit ihr in Kontakt bleiben und ihr direkt Anweisungen geben. Dann stellten sich die Pferd-Jockey-Paare zu einem freien Start auf. Oliver gab das Zeichen, woraufhin alle losschossen. Wie besprochen galoppierten Penny und Counterfire in einem taktgleichen, für Rennverhältnisse ruhigen Tempo nebeneinander. Die übrigen Jockeys achteten darauf, aus dem Weg zu bleiben und ihr eigenes Intervalltraining ganz normal zu absolvieren. Nach 1‘200 Metern bremsten sie ab und liessen ihre Reittiere in den Trab fallen. Nur Daedra schien sichtlich unzufrieden, als Counterfire und Penny einfach weiterliefen und davonzogen. Ich stellte mit dem Feldstecher schmunzelnd fest, dass Parker alle Mühe hatte, die Rappstute durchzuparieren. Dann suchte ich durch die Gläser wieder Counterfires Position auf. Die beiden Stuten liefen noch immer dicht beieinander und streckten sich rhytmisch. Allerdings schien es spätestens nach 2‘000 absolvierten Metern so, als müsste Counterfire schon deutlich mehr Kraft aufwenden, um sich neben Penny halten zu können. Als die beiden schliesslich ab 2500 Metern zum Endspurt ansetzten, fiel Counterfire hoffnungslos immer weiter zurück. Sie trudelte schliesslich stark atmend drei Längen hinter Penny bei der Zielmarkierung ein. Oliver und ich sahen uns an; wir beide wussten, dass wir noch viel Arbeit vor uns hatten. Counterfire schlich am langen Zügel zurück zum Hauptstall, wo sie sofort abgesattelt und eifrig von Ajith umsorgt wurde. Sie sah ziemlich müde aus, aber das war zu erwarten gewesen. Ich klopfte ihr auf den verschwitzten, orangenen Hals und murmelte „don’t worry baby, it will get easier.“

    Die zweite Gruppe hatte eine interessante Konstellation. Wir liessen nämlich Thalia und Life zusammen mit Felicita, Deadly Ambition und Odyn laufen. Die drei „neuen“ mussten heute ihren Trainingsstand demonstrieren, denn ich hatte keine Ahnung, auf welchem Niveau sie liefen. Klar war hingegen, dass alle drei eher anspruchsvolle Zeitgenossen waren, die vor allem mit ihrem eigenen Charakter zu kämpfen hatten. „Sensibelchen, wie sie im Buche stehen“, meinte Jonas dazu, als er beobachtete, wie die drei draussen schon beim Aufsteigen zappelten. Felicita war diesbezüglich noch ganz die alte. Auch Quinn schwelgte in Erinnerungen. „I still remember the first time I rode her. She freaked out because of a blackbird. I did not exactly love her for that.” “And yet you begged to ride her today”, bemerkte ich zwinkernd. “Of course! Are you not at all curious about her progress?” “I am.” Unsere Gruppe von Zwei- und Vierbeinern lief gemeinsam zur Bahn. Zunächst wurde fleissig aufgewärmt, dann gab es wiederum einen freien Start – die Maschine wollten wir ein anderes Mal mit den Neulingen austesten. Deadly setzte sich sofort an die Spitze der kleinen Herde. Interessiert beobachtete ich, wie sich die blonde Stute kraftvoll streckte. Sie hatte eine schöne Galoppade und griff weit vor. „This is quality“, stellte auch Oliver laut fest. Ich nickte zufrieden. Am Ende überraschte uns aber eher Odyn. Er war mit seinen neun Jahren schon so etwas wie ein Veteran im Rennsport, und ich war mir unschlüssig gewesen, ob ich ihn überhaupt noch rennen lassen wollte. Aber als Oliver und ich sahen, wie der rote Hengst sich mit kraftvollen, mühelosen Sprüngen vor seine deutlich jüngeren Mitstreiter setzte, waren wir uns sofort einig, dass er noch ein, zwei Seasons vor sich hatte, wenn seine Gesundheit es zuliess. „I think I just fell in love“, hauchte ich zum Chef-Trainer von Pineforest Stable. Der lächelte schief und meinte nur: „Careful, or Jonas might get jealous.“ Felicita schwankte ein wenig und kam nicht so richtig in Fahrt – offenbar war sie Grasboden nicht mehr so gewohnt. Ich glaubte zu wissen, dass es in Amerika drüben viele Sandbahnen gab. Ob es allein daran lag, war aber schwierig festzulegen. Sie war nunmal auch schon acht Jahre alt und damit wie Odyn eigentlich eher auf der abnehmenden Seite des Hügels angelangt. Oliver nahm mir die Aussprache der Gadanken ab und schlug vor, die Stute aus dem Rennsport zurückzuziehen. Vielleicht wartete eine neue Karriere als Springpferd und Zuchtstute auf sie. Das heutige Training hatte ihr aber sicherlich nochmal gut getan. Life und Thalia liefen übrigens brav ihre gewohnten Zeiten. Man konnte nicht jeden Tag neue Bahnrekorde erwarten, und bei ihnen ging es ohnehin im Moment eher darum, Muskulatur und Ausdauer aufzubauen.
    30 Juni 2019

    Occulta
    Rennen M-S
    Odyn, PFS‘ A Winter's Tale, Daedra, PFS' Counterfire, PFS’ Stop Making Sense, PFS’ Sarabi, Subsyndromal Symptomatic Depression

    Wir hatten wieder ein straffes Programm heute, inklusive einem weiteren Ausdauertraining für unsere St. Leger Anwärterin Counterfire. Die Stute hatte innerhalb eines Monats schon grosse Fortschritte gemacht und schien sich langsam an die weiteren Distanzen zu gewöhnen. Ich wollte diesmal Odyn mit in der Gruppe mitreiten, damit sie wieder einen erfahrenen Gegner hatte, der sie etwas aufheitzte. Ich bereitete den kräftigen Fuchs vor und sattelte ihn. Er war noch nicht so vertraut mit den Umgangsformen hier auf Pineforest und zeigte hie und da noch etwas flegelhaftes Verhalten, aber das korrigierte ich jeweils geduldig. Dadurch, dass ich nie grob oder unvorhersehbar handelte, gewann er rasch Vertrauen und ich war sicher, dass er sich schon in wenigen Wochen ganz eingelebt haben würde. Schliesslich hatte ich mir auch schon das Vertrauen seiner Mutter erarbeitet, und die beiden waren sich ähnlicher als ich erwartet hatte. Bevor ich Odyn fertig zäumte, sah och nochmal bei den Stuten vorbei. Counterfire war bereits gesattelt, und ich betrachtete nachdenklich den Gurt. Die Stute hatte aufgrund des intensiven Trainings noch etwas abgenommen und ich fragte mich, ob der Sattel nicht nach hinten verrutschen konnte. Ich sprach meine Bedenken gegenüber Quinn aus, die ebenfalls meinte, sie würde sich mittlerweile mit einem Vorgeschirr wohler fühlen. „Ajith?“, rief ich den Pfleger herbei, den ich so halb zwischen den Pferden am Ende der Stallgasse erspähte. „Yes Ms Smith?“ „I think we need to add another half-cup of grain to her diet, she could do with a few more pounds.” Counterfire verputzte jetzt schon so viel Kraftfutter wie One Cool Cat – ich fragte mich, ob die Qualität gut genug war, oder ob sie zu wenige Nährstoffe daraus gewinnen konnte. Ich begab mich grübelnd zurück zu Odyn und kurz darauf stiegen wir alle in die Sättel. Oliver bestand darauf, Daedra ebenfalls die weitere Distanz laufen zu lassen, denn die Rappstute hatte den ganzen letzten Monat hindurch Anstalten gemacht, noch weiter mit Counterfire mitlaufen zu wollen. Allerdings hatte Parker die klare Anweisung, die Stute zu bremsen, sollte sie anfangen zu schwächeln. Wir trainierten heute wieder mit Maschine, also dauerte es einen Moment, bis nach dem Aufwärmen alle bereit standen. Sobald der letzte Vierbeiner drin war, löste Oliver den Mechanismus aus und die Tore sprangen auf. Odyn schoss los und ich hielt ihn von Anfang an neben Counterfire. Seite an Seite rasten die beiden Füchse den Rails entlang über das kurze Gras. In geringem Abstand folgte Daedra, dann kam das restliche Feld, bestehend aus Dolly, Mambo, Thalia und Sarabi. In dieser Aufteilung ging es weiter bis zur 1400 Meter Markierung, danach bremsten letztere vier ab. Counterfire und Odyn galoppierten noch immer in kraftvollen Sprüngen nebeneinander und hielten locker bis zu den 2500 Metern durch. Ich drehte den Kopf aus Neugier nach hinten, um zu sehen, ob Daedra auch noch dabei war. Ich konnte sie aber im ersten Moment nirgens sehen. Erst, als ich überrascht auf die andere Seite blickte, stellte ich fest, dass sie noch immer aussen mitlief. Sie machte keinen besonders schlappen Eindruck, aber ich konnte es nicht genauer beurteilen, denn ich musste meinen Blick wieder nach vorne richten für den Endspurt. Odyn streckte sich kraftvoll aus und drohte, die hart arbeitende Counterfire abzuhängen. Ich zügelte ihn wieder ein wenig, denn wir wollten die Fuchsstute neben uns anstacheln, nicht entmutigen. Es funktionierte und sie gab nochmal alles. Ihre heutige Zeit war die beste, die sie bisher auf diese Distanz gelaufen war. So langsam gelangten wir auf den richtigen Pfad. Wir liessen die Pferde austraben und ich drehte mich abermals zu Daedra um. „How did she come in?“, fragte ich Parker neugierig. „Three lengths behind. But I was surprised how effortless she kept going until we passed one and a half miles.” Auch Oliver schien mehr als zufrieden mit der Leistung beider Stuten. „I didn’t expect her to keep up. I think we should pursue this kind of training with her aswell. And for the other one – if it goes on like this, we might actually have a real chance.” Ich strahlte auf dem ganzen Weg zurück zum Hauptstall vor Stolz.
    31 Juli 2019

    Occulta
    Rennen S-S*
    Colours of Life, PFS’ A Winter’s Tale, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Stop Making Sense, PFS’ Sarabi, Odyn

    Es war ein gewöhnlich grauer Septembermorgen, den wir uns für das etwas andere Renntraining der jungen Vollblüter ausgesucht hatten. Wir wollten mit ihnen auf die Rennbahn von Warwick, die am nächsten gelegene Grasbahn. Es war sinnvoll, zwischendurch auf fremden Strecken zu trainieren, damit die Pferde nicht nur die Hauseigene Umgebung gewöhnt waren. Ausserdem waren bald wieder Rennen in Warwick, an denen wir teilnehmen wollten; somit war es eine hervorragende Gelegenheit zur Vorbereitung. Für das Training eingeplant waren Thalia, Dolly, Mambo, Sarabi und Odyn, ausserdem kam Darren mit Colours of Life zum Spass mit. Wir putzten die Vollblüter in der Stallgasse des Hauptstalls, zogen ihnen Transportgamaschen an und verteilten sie auf die Transporter. Dank Ajith und der aktiven mithilfe aller Jockeys ging es zügig voran. Wir fuhren kurz vor sieben Uhr los. Der Nebel hielt sich hartnäckig über den Feldern und die Luft war kalt-feucht. Wir stellten die Pferde gar nicht erst in die Sattelstände, sondern banden sie einfach am Transporter an. Thalia zappelte dabei zwar ein wenig, aber das war kein Problem für Parker, die die lustig gesprenkelte Stute sattelte. Nur das Bandagieren wurde durch das Gezappel etwas mühsamer. Ich selbst kümmerte mich um Mambo. Selbst der sonst eigentlich ruhige Junghengst scharrte ungeduldig, sodass ich beim Bandagieren zweimal neu ansetzen musste; das war etwas ärgerlich. Dafür lief er kurz darauf auf der Bahn wunderbar locker und anständig. Wir ritten zunächst im Schritt ein Stück die Bahn hinauf, dann trabten wir nebeneinander. Platz gab es mehr als genug – die Bahn war weitaus grösser als unsere eigene auf Pineforest. Die Pferde mochten das offene, weitläufige Gelände sehr. Sie wurden richtig geladen und wir mussten sie zurückhalten. Thalia schnaubte neben Mambo und mir zweimal wütend, weil sie am liebsten schon losgaloppiert wäre. Endlich war unsere erste Einwärmphase durch und wir galoppierten an. Dabei musste ich bloss in den Bügeln aufstehen; Mambo sprang gleich von selbst ein. Ich hielt die Zügel kurz und achtete auf einen gleichmässigen Kontakt zum Pferdemaul. Der spannend gescheckte Hengst rollte taktvoll voran, seine Bewegungen fühlten sich geschmeidig an. Sarabi holte zu uns auf und ich ahnte, dass Charly die übereifrige Stute nicht mehr lange im Zaum halten konnte. Das trockene, perfekt geschnittene Gras war eben zu verlockend. Wir beendeten dennoch auch diese Phase des Einwärmens und gingen erst danach in das eigentliche Intervalltraining über. Mambo streckte sich dankbar, als ich ihn ziehen liess. Mit kraftvollen Sprüngen beschleunigte er, bis meine Armbanduhr unser gewünschtes Idealtempo mit einem Piepsen ankündigte. Ich hielt dieses Tempo über 400 Meter, dann bremste ich leicht ab und legte nach ein paar hundert Metern erneut zu. Am Ende simulierte ich einen Schlusssprint und forderte nochmal alles. Mambo arbeitete hart und kam fast an seinen persönlichen Rekord heran. Ich stand in den Bügeln auf und klopfte ihm zufrieden auf den Hals. Er wurde langsamer und ging schliesslich in einen lockeren Trab über, ehe ich ihn in den Schritt parierte und ganz strecken liess. In dem Moment hörte ich ein Rufen und drehte mich erschrocken um. Odyn hatte sich wohl irgendwie erschreckt und brannte mit April durch. Auch Life und Dolly liessen sich davon anstecken, sodass alle drei Pferde im Galopp auf mich und Mambo zurasten. Ich trieb den Schecken aus der Fahrbahn und war bereit, ihn abzufangen, falls er ebenfalls losrennen wollte. Aber er blieb bei mir und schnaufte nur mit aufgeregt gehobenem Kopf um zu sehen, was die drei denn so beunruhigt hatte. Thalia stieg zwei-dreimal leicht in die Höhe, weil Parker sie nicht losliess, stand dann jedoch ebenfalls still neben Sarabi. April gelang es nach etwas mehr als dreissig Metern, den kräftigen Fuchshengst wieder unter Kontrolle zu bringen. Dann bremsten endlich auch Dolly und Life. Nun war auch klar, was der Auslöser gewesen sein musste: ein Wildschwein durchpflügte die Gebüsche bei dem Waldstück direkt neben der Bahn. Die anderen drei Pferde hatten es mittlerweile auch gesehen und sogen angespannt Luft ein. Wir beobachteten es einen Augenblick fasziniert, dann zog es sich tiefer in den Wald zurück. Mambo atmete abermals laut aus, senkte diesmal aber seinen Kopf. Ich lobte ihn lachend und wir nahmen unseren Kurs wieder auf. Auch April, Darren und Rita nahmen es mit Humor und verziehen ihren Reittieren den (einigermassen berechtigten) Schreckmoment. Wir ritten gemütlich zurück zu den Transportern und diskutierten unterwegs angeregt über die Sichtung. Oliver, der beim Bahneingang auf uns wartete, gab ebenfalls noch ein paar Inputs, aber im Großen und Ganzen konnten wir zufrieden sein mit der gezeigten Leistung – trotz dem kleinen Zwischenfall zum Schluss.
    Daedra und Counterfire waren übrigens bei diesem Training nicht dabei gewesen: Daedra erholte sich von den gestrigen St. Leger Stakes und Counterfire hatte einige Tage Ruhe verschrieben bekommen, damit ihr Bein (zum Glück nur eine Schleimbeutelreizung) abschwellen konnte.
    30 Sep. 2019

    Occulta
    Rennen S*-S**
    PFS’ Stop Making Sense, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Counterfire, PFS’ Sarabi, Daedra, Subsyndromal Symptomatic Depression, Odyn

    Nach den jüngsten war nun die Gruppe vom Vorjahr an der Reihe. Sie waren längst voll ausgebildete Rennpferde, die ihre erste Saison hinter sich hatten und nun für die nächste fit gemacht wurden. Von ihnen wurde ab dem Frühling mehr Kondition und Kraft gefordert, denn die Rennen für Vierjährige waren anspruchsvoller als die ganzen Einsteigerrennen. Auf Daedra und Counterfire warteten also ganz neue Herausforderungen nach der Geschichte mit den St. Leger Stakes, und viele weitere Gelegenheiten, ihre Qualität zu zeigen. Und natürlich wollten wir auch Thalia, Mambo, Dolly und Sarabi genauso fördern – vielleicht steckte in ihnen ja auch noch die ein- oder andere Überraschung. Ich putzte Mambo schonmal in Rekordzeit, denn ich hatte nach dem Versorgen der ersten Gruppe noch mit Oliver diskutiert und hinkte entsprechend hinter den anderen her. Mambo verzieh mir die Eile bestimmt, denn der gesprenkelte Hengst freute sich ohnehin vor allem auf seinen Auslauf auf der Bahn. Er war zwar ein eher ruhiger Genosse, aber er zeigte mir still mit seinem Ohrenspiel, dass er begeistert war, als wir auf den Galoppweg kamen. Wir trabten eine ganze Runde hintereinander in Reih und Glied. Die vor Energie sprudelnden Pferde versuchten zwischendurch zu drängeln, aber die Jockeys hielten sie erfolgreich zurück; das gehörte alles zur Erziehung dazu. Nach dem Einwärmen folgten 1500 Meter ruhiger Galopp mit kleineren Sprints dazwischen. Mambo lief etwas angespannt über die ersten 500 Meter, und ich ahnte schon, dass sich etwas anbahnte, als er dann auch noch zwischendurch übermütig grunzte und den Kopf schüttelte. Irgendwann „platzte“ er schliesslich, nahm den Kopf über die Linie und wollte unter mir davonrennen. Ich bekam ihn mit Mühe wieder unter Kontrolle (wenn er den Hals steif machte, war es gar nicht so einfach, besonders weil wir auf der Bahn nicht einfach jederzeit Volten reiten konnten, sondern auf die anderen Pferde achten mussten). Ich brachte es fertig, ihn die letzten paar hundert Meter noch vernünftig zu reiten, war danach aber selber auch ganz schön ausgelaugt. Ich gönnte mir im Anschluss an das Training eine stärkende Tasse Tee, damit ich für mein letztes heutiges Training mit Odyn wieder fit war. Der Fuchs lief mit Compliment, Strolch, Ally und Raver in der letzten Gruppe des Tages. Anstatt die fünf in die bestehenden aufzuteilen, hatten wir mit ihnen gleich eine neue Gruppe gebildet – sie kannten sich ja grösstenteils schon von früher und kamen dadurch gut miteinander aus. Odyn lief zuverlässig eine rasche Zeit und war konzentrierter bei mir als der noch etwas flegelhafte Mambo zuvor. Mit ihm machte das fortgeschrittene Intervalltraining, diesmal über 1800 Meter, richtig Spass.
    30 Nov. 2019

    Occulta
    Rennen S**-S***
    PFS’ Riptide, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire, Daedra, PFS’ Cupid, PFS’ Sciaphobia, PFS’ Vivo Capoeira, PFS’ Call it Karma, PFS’ Whirlwind, Stars of Magic, Black Powder War, Tayr al-Diyari

    Man merkte in letzter Zeit deutlich, dass es früher hell wurde. Zwar war es immernoch stockdunkel, wenn Jonas und ich spätestens um sechs Uhr aus dem Haus kamen, aber unser Galopptraining mit den Vollblütern fand nun jeweils vor der Kulisse wunderschöner Sonnenaufgänge statt. Die Pferde schienen ebenfalls den Frühling zu spüren, denn sie waren noch motivierter als sonst; machten jedoch auch mehr Unfug als üblich. Zum Beispiel konnte sich Cupid kaum beherrschen, wenn er in die Nähe von Karma kam – was beim Gruppentraining ja unvermeidbar war. Ich ritt den Hengst an diesem Morgen selber und kam auch gleich wieder in den Genuss seiner Allüren. Er sah unglaublich schick aus, wenn er seinen Hals so rund machte und sich aufspielte. Aber nach einer Weile nervte es einfach nur noch. Wenigstens blieb der Hengst während all seiner Mätzchen stets kontrollierbar und sobald das eigentliche Training begann, liess sich seine Konzentration in die richtige Richtung mobilisieren. Das konnte man bei Indy und Karma heute nicht behaupten. Beide zappelten lieber herum und verschwendeten Energie mit Maulen, als sich auf das Galopptraining zu fokussieren. Bei Star sah es ähnlich aus. Capoeira, Saphi und Riptide liefen als einzige brav und konstant in ihren Positionen den Rails entlang. Oliver brachte seinen Unmut bezüglich der Flausen der Jungpferde ausreichend zum Ausdruck und liess uns so lange weitermachen, bis die drei aufmüpfigen Stuten genug Energie losgeworden waren und Cupid endlich einen normalen Trab anstelle einer Möchtegern-Piaffe zeigte. Lustig hatten wir es trotzdem, oder eher gerade wegen dieser spannenden Traniningsrunden.

    Die zweite Gruppe war um ein Jahr erwachsener und reifer. Trotzdem mangelte es auch bei ihnen nicht an Unarten. Und die Vierjährigen hatten zudem noch ein ganzes Stück mehr Kraft. Dolly war gerade in einer Flegelphase und testete den neuen Jockey Idris auf Herz und Nieren. Der schien aber kein Problem damit zu haben und legte eine vorbildliche Gelassenheit an den Tag. „If she gets too naughty we can swap tomorrow“, bot ich an. Aber er meinte nur: “Nah, it’s fine. I like her and her antics.” Ich zuckte mit den Schultern und genoss meinen Ritt auf der heute ausgesprochen artigen Daedra. Die Gruppe war mittlerweile auf einem sehr hohen Niveau was das Rennen anging. Ich war gespannt auf die neue Saison, die bereits mit ein paar Qualifikationsrennen begonnen hatte. Counterfire hatte bereits wieder einen Sieg zu verzeichnen, und wie ich hörte war auch Black Powder War erfolgreich unterwegs. Er wurde heute übrigens gleichzeitig wie Tayr trainiert, nach der Vierjährigen-Gruppe. Rosie kam mit ihrem Fuchs mittlerweile dreimal pro Woche auf die Galoppbahn, das restliche Training bekam der Araberhengst im Gelände. Er machte sich ganz ordentlich. Hatte hübsche Muskeln bekommen und lief offenbar gute Zeiten für einen Araber. Ich hörte leider im Moment nicht so viel von der Wilkinson Farm, obwohl wir Nachbaren waren. Irgendwie fehlte seit den ganzen Fohlengeburten die Zeit für unser übliches Kaffeekränzchen, bei dem wir News austauschten. Ich hatte aber fest im Sinne, dies bald nachzuholen. Wir liessen die Pferde austraben und brachten sie anschliessend zum Trocknen ins Freilaufkarussell. Unterdessen machte ich mich bereits ready für das nächste Training: Dressur mit Odyn.
    12 März 2020

    Occulta
    Springen A-L
    PFS’ Northern Dancer, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire, Daedra, PFS’ Snap in Style, PFS’ Stromer’s Victory, PFS’ Snap Cat, PFS’ Cupid, PFS’ Sciaphobia, PFS’ Riptide, PFS’ Vivo Capoeira, PFS’ Call it Karma, PFS’ Whirlwind, Stars of Magic

    Aufgrund der anhaltenden Hitze hatten wir eine Sommerpause für die Rennpferde beschlossen. Wir verzichteten auf Rennen und schränkten das Training auf ein Minimum ein, sodass sie einfach ihre bisherige Kondition behielten. Anstelle des Galopptrainings nutzten wir die Zeit, um mit den jungen Vollblütern die Grundlagen der übrigen Disziplinen zu üben. Dazu gehörte auch das Springen. Wir begannen früh morgens oder ritten bis spät abends, um der Hitze möglichst zu entkommen. Inzwischen war es aber auch nachts noch unangenehm schwühl, sodass die Vierbeiner und wir selbst trotz allem viel Schweiss produzierten. Aber immerhin wussten die Pferde inzwischen allesamt die Dusche nach dem Training zu schätzen. Auch unsere neusten Sprösslinge, Northern Dancer und Snap Cat, hatten sich an den Alltag auf Pineforest gewöhnt. Die beiden trainierten mit den Dreijährigen, aber mein Ziel war, Northy bald bei den Vierjährigen mitlaufen zu lassen. Sie lernte schnell und gewann auch immer mehr Muskeln. Im Springen waren sie alle noch grün, deshalb gingen wir es schön langsam an und übten jede Woche einfache Kombinationen und gebogene Linien. Am Ende machten wir jeweils einen kleinen Parcours. Auch heute begannen wir zum Einstieg wieder mit ein paar einzelnen Steilsprüngen und Oxern. Als besondere Schwierigkeit war diesmal aber auch ein Wassergraben in Form eines blauen Blachen-Pools dabei. Der war vielen der Jungpferde zunächst suspekt. Bei Dolly harzte es mal wieder besonders – sie wollte nämlich nicht mal in die Nähe des doofen Dings. Charly musste viel Geduld und Hartnäckigkeit beweisen, um sie doch noch zu überzeugen. Am Ende nahm sie einen riesen Satz darüber, um bloss nicht damit in Berührung zu kommen. Wir lachten alle herzhaft bei dem spektakulären, mit der Beintechnik etwas grotesken Flug. Auch Mambo und Snap zögerten, liessen sich aber um einiges schneller überreden. Thalia bewies mal wieder mustergültigen Charakter und brachte es furchtlos hinter sich. Counterfire löste das Problem mit Tempo, und Daedra stoppte beim ersten Anlauf, nur um dann doch noch aus dem Stand heraus einen hasenartigen Hüpfer darüber zu nehmen. Alle machten es beim zweiten Mal viel besser und ruhiger, sodass die anfänglichen Schwierigkeiten bald vergessen waren. Die zweite Gruppe musste den Wassergraben noch nicht machen – sie waren wirklich noch am Anfang ihrer Springkarriere und übten die Basics. Victory stellte sich etwas ungeschickt an, indem er seine Füsse nicht richtig hob und zum Teil sogar Cavaletti umstiess. Dafür war er mutig und hüpfte über alles ohne zu fragen drüber, ganz im Gegensatz zu Scat, den man immer zweimal bitten musste. Cupid und Capy waren heute beide etwas zu fleissig. Capy, der normalerweise eher auf der gelassenen, coolen Seite war, grunzte sogar übermütig, als er die Gymnastiklinie springen musste, die uns Lisa aufgestellt hatte. Die Pferde lernten dabei, den Takt zwischen den Sprungen zu finden und ihre Beintechnik zu verbessern. Ausserdem lockerte es sie. Nur war es nicht der Sinn der Sache, wie Cupid es tat einfach darüber zu preschen und im besten Fall beinahe zu stolpern, weil die Abstände nicht zur Geschwindigkeit passten. Quinn musste ganze vier Anläufe starten, bis der Hengst begriff, dass er auf sie hören musste. Saphi zeigte am Schluss des Trainings einen wunderschönen, ruhigen Parcours. Als ich ihr dabei zusah, bekam ich prompt Lust, selber in ihren Sattel zu steigen. Star, Karma, Riptide und Indy mussten allesamt noch etwas ruhiger und kontrollierter werden, aber im Grossen und Ganzen war ich zufrieden und überzeugt, dass wir langsam eine Stufe aufsteigen konnten.
    31 Aug. 2020

    Occulta
    Military A-L
    HMJ Honesty, PFS' Karat, PFS' Reverie, Cambria, PFS' Stop Making Sense, PFS' Riptide, PFS' Cupid, PFS' Vivo Capoeira, PFS'Snap in Style, PFS' Snap Cat, PFS' Stromer's Victory, PFS' Stars of Magic, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS' Whirlwind, PFS' Call it Karma, PFS' Northern Dancer, PFS' Sciaphobia, PFS' A Winter's Tale

    Es war ein perfekter Tag für Militarytraining. Wir fuhren extra auf das Trainingsgelände in der Nähe, damit die Pferde auch mal anderes sahen als die Hauseigenen Hindernisse. Dabei hatte ich HMJ Honesty, Cambria, Reverie und Karat. Später wollte ich noch eine Zweite Gruppe mit jungen Vollblütern trainieren, aber zuhause - die hatten nämlich ohnehin noch kaum Erfahrung mit Naturhindernissen. Wie üblich ritt ich Honesty, während Lisa sich um Karat kümmerte, Darren Reverie und Robin Cambria übernahm. Wir hatten diesmal sogar einen externen Coach, denn wir ritten in einer Art vierwöchigen Kurs mit. Jeweils Dienstags trainierte unsere Gruppe. Mit dabei waren auch ein paar andere Reiter aus der Umgebung, ich kannte sie aber allesamt nicht. Wir hatten nun schon zum dritten Mal Kurs, und Honesty wurde von Mal zu Mal mutiger. Aber auch Reverie liess sich schon viel besser auf die vielseitigen Hindernisse ein als zu Beginn. Heute begannen wir mit der Bank, wobei wir zuerst die niedrigste Stufe erklimmten und uns erst im weiteren Verlauf auch an die Treppe und schliesslich an den hohen Auf- und Absprung wagten. Honesty zögerte beim Abspringen, aber das war nicht verwunderlich. Ich liess ihr so viel Zeit wie sie brauchte - mir war lieber, dass sie sich alles genau ansah und vorsichtig ihre Schritte plante, anstatt blind draufloszurennen und sich zu verletzen. Nach der Bank mussten wir jeweils weiter auf ein paar einfache Baumstämme. Als alle aufgewärmt waren, wechselten wir auf den hinteren Teil des grossen Springgartens, wo ein paar interessante Gatter und Hecken aufgebaut waren. Das eine weisse Gatter bereitete besonders vielen Pferden der Gruppe Mühe. Alle bis auf Cambria parkierten beim ersten Versuch davor. Unsere Cymru glotzte bloss und sprang etwas früher ab. Ihr zweifarbiger Schweif wehte elegant hinter ihr her. Sie war als Eventing Pferd ein richtiger Blickfang mit ihrer speziellen Scheckung. Gut, das war sie natürlich auch sonst. Die eine der fremden Reiterinnen hatte ein ziemlich guckiges Pferd, das zusätzlich auch noch geladen wirkte. Sie hielt sich meiner Meinung nach zu sehr an den Zügeln fest, aber ich überliess es dem Coach das zu korrigieren und mischte mich nicht ein. Bei Darren hingegen konnte ich mir ein "Keep your legs back" nicht verkneifen, als er beim Warten neben mir durchritt. Karat ging meistens schön flüssig über die Hindernisse und hatte auch mit dem Wasser keine Mühe. Wir übten sowohl Ein- als auch Aussprünge aus dem Teich. Honesty bevorzugte letzteres. Beim Einspringen über den Birkenstamm zögerte sie jedes Mal ein wenig. Ich war dennoch zufrieden mit ihrer Leistung und war besonders stolz, als sie den Graben diesmal gleich beim ersten Versuch übersprang. Die letzten zwei Male hatten auch hier fast alle Pferde gezögert und Überwindung gebraucht. Wir übten die Hindernisse jeweils so lange, bis die Pferde sie übersprangen - je nach Zeit auch zweimal. Danach fuhren wir aber jeweils mit neuen Aufgaben fort, sodass wir möglichst viel Verschiedenes ausprobieren konnten. Das passte offenbar nicht allen Kursteilnehmern. Als der Coach am Ende der Stunde nach Feedback fragte, meinte die eine der Fremden Reiterinnen, sie hätte den Kurs bisher nicht zufriedenstellend empfunden und wünschte sich mehr Wiederholungen, bis die Pferde flüssig über die Hindernisse gingen. Eine weitere Teilnehmerin stimmte ihr zu. Diesen "Perfektionismus" konnte ich nicht nachvollziehen, zumal es doch den Pferden auch irgendwann verleidete, dasselbe allzu oft zu wiederholen. Ich wollte lieber viele verschiedene Hindernisse meistern, als den Pferden ein paar wenige einzutrichtern. Dafür blieb schliesslich auch nach dem Kurs in Eigenstudium noch mehr als genügend Zeit; mal abgesehen davon, dass die weiteren Teilnehmer wegen dieser Perfektionisten unnötig lange warten müssten. Ich brachte das auch dementsprechend zum Ausdruck als ich an der Reihe war - natürlich stets bedacht, die Kritik als "meine Meinung" zu kennzeichnen, um niemandem zu nahe zu treten. Aber anscheinend war mir das trotz aller Sorgfalt misslungen - jedenfalls erklang eine bissige Stimme hinter mir, als ich Honesty beim Anhänger absattelte. "Did anyone ever tell you, that it is a rule to have hind-leg boots in Cross Country? And a breastplate as well. Everything else is downright dangerous." Ich stockte einen Moment angesichts der plötzlichen Feindseeligkeit, antwortete dann aber cool: "No, I haven't heard of that. Thanks for your concern." Ich beschloss insgeheim aussen vor zu lassen, dass ich seit Jahren Cross Country ritt und das Reglement kannte. Es gab meines Wissens nach keine entsprechende Regel, besonders nicht in den tieferen Klassen. Es gab hingegen durchaus Diskussionen über die Gefährlichkeit von Hinterbeingamaschen bei festen Hindernissen, bezüglich dem Hängenbleiben und dadurch ausgelösten Stürzen. Ich erkannte aber, dass es keinen Sinn hatte, ihr all dies unter die Nase zu reiben. Das interessierte sie nämlich gar nicht. Ich wettete, dass sie mich bloss angeblafft hatte, weil ich sie eben zuvor mit meinem Statement in Rage versetzt hatte. Ich lächelte zuckersüss und brachte Honesty zum trocknen zu den anderen unserer Stallkollegen, wo sie noch ein wenig grasen durfte. Über das bissige Verhalten konnte ich nur kopfschüttelnd grinsen.

    Den zweiten Teil des Trainings begannen wir wie geplant gleich nachdem die ersten paar Vierbeiner wohlbehalten zurück in ihre Boxen gefunden hatten. Die neue Gruppe war riesig: 14 Pferde, allesamt grüne Anfänger mit Naturhindernissen - bis auf Dolly, die sogar schon ihren ersten Sieg im Cross Country nachhause gebracht hatte. Ich freute mich darauf, mit dem schicken Rappen Cupid zu trainieren. Der junge Hengst hatte genau die Art von Charakter, die ich am liebsten mochte: eine grosszügige Portion Power aber dennoch einen klaren Kopf, ausserdem eine leichte Neigung zum bluffen. Das gab ihm eine tolle Ausstrahlung und unterstrich seinen eleganten Körperbau schmeichelhaft. Er konnte schon beim Putzen im Hauptstall kaum stillhalten und spielte gelangweilt mit den Anbindeketten. Immerhin gab er brav seine Hufe und zappelte dabei nicht so herum wie beim Striegeln. Er verlohr schon etwas Fell - "der Winter naht", rief Jonas in beschwörerischem Ton, als er zu uns kam. "Welchen soll ich nehmen?", fragte er anschliessend. Er sprang kurzerhand für Charly ein, weil der einen Notfall mit seiner Katze hatte. "Du nimmst Scat." "Das Angsthäschen? Warum kriege ich nicht einen mutigen, wie Snap?" "Sieh es als Herausforderung. Wenn du mit ihm klarkommst dann werden alle beeindruckt sein, inklusive mir." Er machte ein eingeschnapptes Gesicht. "Wow, das klingt, als hättest du nicht gerade viel Vertrauen in mich." Ich kicherte und meinte nur "Ach mein armes Schäfchen, du hast doch sonst auch genug Selbstvertrauen." Er gab mir einen Kuss, dann holte er Scat aus seiner Box. Der Schimmel hatte für einen kleinen Moment genau die gleiche Ausstrahlung wie seine Mutter Iskierka; nämlich in dem Moment, als er beim Kreuzen mit dem bereits angebundenen Mambo die Ohren plattlegte. Ich rollte die Augen. *Ob es wohl eine gute Idee gewesen ist, ein Fohlen von dem Biest auf diese Welt loszulassen?* Die Frage beantwortete ich mir aber mit einem klaren Ja, denn ich mochte Iskierka trotz allem sehr gerne, und ihr Siegeswille, durch ihren unheimlichen Stolz genährt, war kaum zu übertreffen. Ich konzentrierte mich wieder auf Cupid und kämmte dessen schwarzes Langhaar durch. Der Schweif hatte beim Ansatz seitlich etwas hellere Haare, sodass sich fast eine Art Aalstrich bildete. Ich fand das so schick, dass ich die Stränen immer extra vorsichtig durchkämmte, um nichts Auszureissen. Cupid verstand meine Faszination nicht und wischte ungeduldig mit dem Schweif. Ich sattelte ihn und legte ihm die Knebeltrense ins Maul, die ihm bessere seitliche Begrenzung bot aber nicht schärfer war als eine gewöhnliche einfach gebrochene Trense. Dann führte ich ihn nach draussen zum Aufsteigen. Quinn und Mambo folgten direkt hinter uns, Isaiah und Capy wenig später. Bereits draussen standen die Stuten, Thalia, Star, Riptide, Karma, Saphi, Indy, Dolly und Northy. Als auch die Nachzügler Snap in Style, Victory und Snap Cat rauskamen, ritten wir alle gemeinsam in einer braven Zweierreihe zur Ovalbahn. Der Plan war, dass pro Hindernis zwei Pferde gemeinsam übten und dann zum nächsten weitergingen. Cupid und ich begannen mit Idris und Karma direkt mit dem Wasser. Zuerst zeigten wir es ihnen und ritten sie eifach nur ein paarmal hindurch. Erst danach begannen wir den kleinsten der drei Baumstämme als Aussprung zu nehmen. Cupid stolperte beim ersten Versuch unelegant darüber, war danach aber aufmerksamer und hob seine Füsse geschickter. Er war wohl zu abgelenkt gewesen von der hübschen braunen Stute, die vor ihm so mühelos davonhüpfte. Wir übten nach einer Weile denselben Baumstamm auch als Einsprung. Dann ging es zügig weiter zur Hecke. Wie bei jedem Hindernis ritten wir beim ersten Mal aus dem Trab an und liessen die Pferde das Hindernis anschauen, wenn sie nicht direkt drübersprangen. Bei der Hecke brauchten beide einen zweiten Anlauf, danach war sie dafür kein Problem mehr. Wir machten im selben Stil weiter mit Bank, diversen Baumstämmen, einem Gatter und dem Graben. Ich war konzentriert und bekam nicht viel vom Training der anderen mit, aber einmal sah ich Jonas und Scat durchs Wasser galoppieren. Und auch Capy war wie erwartet bei den Wassersprüngen mit Begeisterung dabei. Gar nicht gut lief es allerdings wenig später bei Victory. Der Hengst sprang bei einem Birkenstamm zu spät ab und fiel quasi darüber. Sowohl er selbst als auch seine Reiterin April landeten unsanft im Gras. Als Vic wieder aufsprang, humpelte er vorne links - und er hatte sich die Gamasche ausgezogen. "That doesn't look too good... We better call the vet right away." Jonas telefonierte rasch, die übrigen begannen mit dem Trockenreiten. Unfälle konnten immer passieren, aber ich war trotzdem nie wirklich darauf vorbereitet. Der Tierarzt kam erst, als wir alle Pferde versorgt hatten. Wir hatten Vics Bein lange und gründlich gekühlt. Trotzdem war schon jetzt eine deutliche Schwellung beim Röhrbein zu sehen. Als der Tierarzt das Bein abtastete, kreuzte ich die Finger und murmelte "bitte nicht die Sehne", doch eigentlich war der Fall ziemlich klar. Der Tierarzt wollte es sich noch mit dem mobilen Röntgengerät ansehen, aber er meinte jetzt schon, dass der Hengst sich vermutlich unglücklich hineingetreten hatte. Eine Stunde später stand fest, dass Victory wohl keine Militarykarriere machen würde, und ich entschied zu seinem Wohl, dass er sich erstmal auf einer Weide erholen sollte, nachdem die Sehne genügend verheilt war.
    30 Sep. 2020

    Occulta
    Dressur E-A
    PFS’ Snap in Style, PFS’ Phaeleh, Stars of Magic, PFS’ Riptide, PFS’ Sciaphobia, PFS’ Northern Dancer, PFS’ Call it Karma, PFS’ Counterfire, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Whirlwind, PFS’ Snap Cat, PFS’ Cupid, PFS’ Vivo Capoeira, PFS’ Karat, Tayr al Diyari, Namuna

    Es nebelte und zog mir durch sämtliche Kleiderschichten. Trotzdem konnte ich nicht etwa in der warmen Stube sitzen und auf Sonnenschein warten. Ich stand im Hauptstall neben meinem Sorgenkind Phaeleh. Die Stute hatte sich vom Transport erholt und es ging ihr den Umständen entsprechend gut. Wir fütterten sie vorsichtig mit Heu und wenig Kraftfutter, um den geschwächten Kreislauf der Stute nicht gleich zu überlasten. Gleichzeitig wollte ich langsam ihre Muskulatur wieder aufbauen, damit sie keine bleibenden Schäden an den Gelenken davontrug. Schon alleine das Scheren, Waschen und Frisieren hatten rein optisch eine enorme Verbesserung gebracht, aber das änderte leider nicht den Gesundheitszustand. Immerhin schien sich die Stute in ihrer eigenen Haut wohler zu fühlen. Und ich bildete mir ein, dass sie ihren Geburtsort wiedererkannte und sich zuhause fühlte. Sie strahlte eine unglaubliche Ruhe aus und brummelte bereits Ajith zu, der ihr immer wieder zwischendurch Leckereien wie Karotten, Banane und Äpfel brachte. Alles liebevoll zerstückelt. Da nützte es auch nichts, wenn ich ihn ermahnte, Phaelehs Magen nicht gleich zu überfordern – er meinte jeweils nur «she needs vitamins and she likes it.»

    Heute wollte ich mit ihr an der Doppellonge ein paar Runden Aufbautraining machen. Ganz ohne Reitergewicht und schonend für ihren Bewegungsapparat war das die bestmögliche Art, sie schnell wieder fit zu bekommen. Ich bürstete Phaeleh ausgiebig und nahm mir dabei noch mehr Zeit als sonst. Sie genoss das Kratzen des Striegels, wohl auch wegen der Krusten, die ihre gescheckte Haut plagten. «Rain Rot» hatte ihr Fell zerfressen wie ein Mottenteppich. Ich war ganz vorsichtig mit den betroffenen Stellen und schmierte nach dem Putzen wieder die vom Tierarzt empfohlene Salbe drauf. Der Heilungsprozess hatte schon nach der ersten Nacht eingesetzt. Während ich ihre frisch gefeilten Hufe auskratzte, nippte die Stute sogar an meiner Jacke – ein wertvolles Zeichen dass sie langsam den natürlichen Spieltrieb zurückerlangte. Ich legte ihr einen Longiergurt an, gepolstert durch eine Lammfellschabracke. Der knochige Rücken der Stute verhinderte immerhin jegliches Verrutschen, auch wenn das kaum ein Glück genannt werden konnte. Gleichzeitig wie ich Phaeleh putzte und ausrüstete, bereiteten die Jockeys Star, Riptide, Sciaphobia, Northy, Counterfire, Karma, Dolly und Whirlwind vor. Für sie stand ein Dressurtraining auf dem Plan. Ich kraulte Phaeleh im Genick und flüsterte ihr ins Ohr «soon you look just like them again», die runden Hinterteile und kräftigen Schultern betrachtend. Die Jockeys führten ihre Reittiere wenig später raus aus dem Hauptstall und teilten sich auf: die eine Hälfte ging auf den Sandplatz, der Rest in die Halle. Phaeleh und ich entschieden uns ebenfalls für die Halle, oder eher ich entschied für uns beide, denn es wehte noch immer eine kalte Brise, der ich die frisch geschorene Stute nicht aussetzen wollte. Ich führte sie auf dem inneren Hufschlag schön eingepackt in eine weiche Fleece-Decke, während die Jockeys im Schritt warm ritten. Als Elliot reinkam (Lisa gab draussen Stunde), zogen sie die Abschwitzdecken von den Hinterteilen und begannen zu traben. Elliot war schon von Anfang an streng. Wehe eines der jungen Pferde streckte nicht schön in die Tiefe. Dann wurden sofort Übergänge verordnet. Ich schickte Phee unterdessen auf die Volte raus, ebenfalls ohne Decke, und liess auch sie Übergänge machen. Sie reagierte fein auf meine Stimme, obwohl wir zum ersten Mal so zusammenarbeiteten. Sie war erstaunlich bewegungsfreudig, was mich genauso positiv überraschte.

    Dolly klemmte zu Beginn der Stunde den Schweif zwischen die Pobacken – sie hatte wieder Angst vor den Eckenmonstern. Fire liess sich davon anstecken, aber bloss, weil sie einen Grund brauchte um zu rennen. Doch Parker hatte die Fuchsstute gut im Griff, sie kannte sämtliche ihrer Flausen. Während ich Phee eine Pause im Schritt machen liess, bewunderte ich Riptide, die schwungvoll im Mitteltrab zulegte. Zwar streckte sie noch nicht so schön aus wie Pilot oder Vychahr, aber sie hatte eine hübsche Schwebephase, die sie sehr leichtfüssig wirken liess. Dagegen war Northy noch ein Trampel. Aber dafür lief die Halbschwester von Phee ziemlich stabil am Zügel. Wenn ich die beiden so verglich, war Phee der Mutter der beiden, Painting Shadows, deutlich ähnlicher. Nicht nur von der Statur her, sondern auch der Blick verriet die Verwandtschaft. Daran änderte auch die unterschiedliche Augenfarbe nichts.

    Ich war mit Phaeleh eher fertig als die Jockeys, denn die Stute war noch nicht fit genug für eine ganze Stunde Training. Sie übten gerade Seitengänge, als wir die Halle verliessen. Draussen hörte ich Lisas Korrektur-Rufe bis zum Hauptstall. Scheinbar waren Indy und Karma mal wieder ziemlich schnell unterwegs. Im Hauptstall versorgte ich Phaeleh und half dann Ajith beim Wischen, ehe ich Snap Cat zu putzen begann. Sonst wäre ich nämlich viel zu früh dran gewesen. Der graue Hengst und seine Kollegen Cupid, Vivo und Snap in Style kamen im Anschluss an die Stuten ebenfalls noch in den Genuss eines Dressurtrainings. Namuna und Tayr von Rosie, sowie Karat waren ebenfalls dazu eingeladen. Die beiden Araber kamen des öfteren mit ihrer Besitzerin und Pfleger Lucas von der Wilkinson Ranch rübergeritten, um an Elliots Stunden teilzunehmen.
    31 Jan. 2022

    Kür

    Heute war ich endlich mit Subsyndromal Symptomatic Depression an der Körung. Die Stute mit dem Zungenbrechernamen war mehr als bereit, denn sie hatte bereits viele Turniererfolge vorzuweisen. Ich hatte sie schick herausgeputzt, doch auf das Mähnen-Einflechten verzichtet, denn Dolly hielt dabei nicht gerne still. Stattdessen hatte ich das Langhaar einfach ordentlich gekämmt und eingesprayt. Sie war ein kleines Sensibelchen, deshalb hatte sie beim Transport wiedermal so sehr geschwitzt dass es aussah, als hätten wir bereits eine Dressurprüfung hinter uns. Ich führte sie vor der Kür so gut wie möglich trocken. Dann zogen wir die Fleecedecke ab und ich brachte die Stute auf den Sandplatz. Eine frische Brise kündete Regen an. Ich hoffte, dass es uns nicht mehr erwischen würde. Dolly hielt brav vor den Richtern an und ich grüsste. Dann führte ich ihre drei Gangarten auf beide Seiten vor und baute noch ein paar Volten, beziehungsweise Diagonalen mit ein, um es interessanter zu machen. Der Sprecher verschluckte sich ein paarmal beim aussprechen von Dollys Namen und ich schmunzelte wiedermal. An den Rennen wurde sie auch oft nur noch "Depression" genannt. Am Schluss nach dem Galopp im Freilauf fing ich die Stute wieder ein und stellte sie erneut vor die Richter, um mit dem Abschlussgruss das Ende der Kür zu verkünden. Ich lobte Dolly beim Hinausgehen und gab ihr eine wohlverdiente Belohnung.
    1405 Zeichen mit Lz, geprüft mit Lettercount.com, Text by Occulta

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  4. Wolfszeit

    Wolfszeit Wolfi❤️

    Meine Teilnahme
    mit
    Elvish Beauty
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    Steckbrief
    Elvish Beauty

    Rufname: Beauty

    Aktueller Standort: Whitehorse Creek Stud, Cadomin [CAN]
    Unterbringung: Hauptstall; Box [9h], Weide [15h]


    __________ p e d i g r e e

    Aus: Unbekannt [Hannoveraner]
    MMM: Unbekannt _____ MM: Unbekannt _____ MMV: Unbekannt
    MVM: Unbekannt _____ MV: Unbekannt _____ MVV: Unbekannt


    Von: Unbekannt [Hannoveraner]
    VMM: Unbekannt _____ VM: Unbekannt _____ VMV: Unbekannt
    VVM: Unbekannt _____ VV: Unbekannt _____ VVV: Unbekannt


    __________ i n f o r m a t i o n

    Rasse: Hannoveraner [HANN]
    HANN [37,5 %], HOL [31,25 %], SF [12,5 %], OLD [6,25 %]

    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 06. Oktober 2009
    Stockmaß: 169 cm
    Farbe: Schimmel
    [Ee AA nG nW20]

    Charakter
    ruhig, schrecklos, neugierig, arbeitswillig, rücksichtsvoll

    Elvish Beauty ist ein Mauerblümchen: Sie mag es einfach hübsch zu sein und gibt ihr Bestes. Sie ist eine kleine Prinzessin. Beauty sieht (fast) immer sehr grazil aus. Du könntest ihre Haare flechten und ihre Karotten hat sie am liebsten in Scheiben. Sie liebt es geputzt zu werden, am liebsten möchte sie hinter den Ohren gekrault werden. Dennoch sollte man nicht mit weißen Klamotten zu ihr gehen, denn sie schlabbert gerne dich oder auch die Wand oder sonstiges in ihrer Nähe an. Beauty kümmert sich um den Reiter: Wenn du fällst, wird sie ihr Bestes geben, dich nicht zu zerquetschen! Ihre rücksichtsvolle Art macht sie auch für Anfänger perfekt geeignet.


    __________ p e r f o r m a n c e
    [​IMG]
    Dressur S [M] – Springen E [L]

    Niveau: National

    April 2015
    3. Platz, 204. Militaryturnier

    Februar 2022
    Dressur E zu A

    März 2022
    Dressur A zu L

    August 2022
    1. Platz, 561. Fahrturnier

    Juni 2022
    Dressur L zu M

    September 2022
    Dressur M zu S
    1. Platz, 563. Fahrturnier
    1. Platz, 663. Dressurturnier
    2. Platz, 665. Dressurturnier
    1. Platz, 666. Dressurturnier
    3. Platz, 568. Fahrturnier

    Oktober 2022
    TB
    1. Platz, 407. Synchronspringen
    3. Platz, 694. Springturnier
    2. Platz, 570. Fahrturnier
    2. Platz, 571. Fahrturnier


    __________ b r e e d i n g
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    Stand: 01.09.2022


    xXx wurde im Monat 20xx durch SK XXX zur Zucht zugelassen.

    Zugelassen für: HANN, CSH, BRP, [Anfrage]
    Bedingungen: Keine Inzucht
    Decktaxe: x Joellen, [Verleih auf Anfrage]

    Fohlenschau: -
    Materialprüfung: -

    Exterieurnote: -
    Gesamtnote: -

    __________ o f f s p r i n g

    Beauty hat 0 Nachkommen.

    NAME v. Hengst *20xx


    __________ h e a l t h

    Gesamteindruck: Gesund; gut in Training
    Krankheiten: -
    Beschlag: Barhuf


    __________ a d d i t i o n a l

    Pfleger: xXx
    Reiter: Reitschule
    Eigentümer: Luchy Blackburn [100%]
    Züchter: k.A.
    Ersteller: Wolfszeit

    Beauty steht aktuell nicht zu Verkauf.
    Wert: 400 Joellen

    Punkte: 21

    Abstammung [0] – Trainingsberichte [4] – Schleifen [11] – RS-Schleifen [0] – TA [2] – HS [2] – Zubehör [2]
    _____

    Spind – Exterieur
    Elvish Beauty existiert seit dem 2012

    Hufschmied | 27. September 2022
    Aschenflug / Little Buddy / Miss Griselda Braun / Elvish Beauty

    An dem kühlen Frühlingstag fuhr ich über die Landstraße zwischen den Bergen zum Whitehorse Creek Stud, um vier der Sportpferde mit neuen Schuhen auszustatten. Mit dabei hatte ich unsere Auszubildende, die erst seit vier Wochen im Unternehmen war. Zur Vorbereitung unterhielten wir uns über den anstehenden Kunden. In den Akten standen alle bisherigen Arbeiten am Huf, die sie fleißig begutachtete.
    Kaum waren wir am Hof angekommen, räumte ich das Werkzeug aus dem Auto zum Putzplatz, auf dem Jace das erste Pferd angebunden hatte und auf der anderen Seite ein anderes. Julia, die Auszubildende, bereite die Hufe für mich vor. Sie putzte das Horn ab und entfernte die alten Eisen. Diese nahm ich ihr ab und holte aus der Schublade neue heraus, in derselben Größe. In diesem Ablauf arbeiteten wir weiter, bis schließlich die beiden Hengste und Stuten mit ordentlichem Beschlag auf- und abgeführt wurden. Ich erklärte ihr, worauf zu achten war und welche Besonderheiten im Gangbild zu sehen waren. Dann verräumten wir alles und fuhren weiter zum nächsten Kunden.

    © Mohikanerin // 1061 Zeichen

    Tierarzt | 01. Oktober 2022
    Mal wieder auf dem Whithorse Creek ging es heute um das Check-up vierer Turnierpferde. Die ersten zwei Patienten erwartete mich gleich im Hauptstall. Der Felix warte bereits mit dem temperamentvollen Miss Griselda Braun am Putzplatz. Er fasste für mich die nötigen Informationen zusammen, während Grisi mich mit angelegten Ohren empfing. Obwohl Felix sich bemüht, war die Stute unkooperativ. Am Ende könnte ich allerdings den einwandfreien Zustand, der bestätigen. Der kommenden Turniersaison stand nicht im Wege. Elvish Beauty, die als Nächstes an der Reihe war, war friedlicher, wodurch die Untersuchung um ein Vielfaches schneller vonstattenging. Der nächste Patient, ein ziemlich bunter Hengst, warte nur einen Stalltrakt weiter. Little Buddy war deutlich einfacher im Umgang, weswegen ich mit ihm deutlich schneller fertig war. So packte ich meine Sachen zusammen und fuhr zurück zum nächsten Hof, wo Aschenflug auf seine Untersuchung wartete.


    © Wolfszeit | 948 Zeichen

    Training | 4
    Dressur E zu A | 28. Februar 2022
    Monet // Saturn // Don Carlo // El Pancho // Elf Dancer // HGT’s Be My Sunshine // Little Buddy // WHC’ Unsung Hero // WHC’ Afterglow // Elvish Beauty // WHC’ Quatchi


    Mit einem lauten Knall flog die Tür hinter mir zu. Nervös zuckte Monet zusammen, der von einem Mädchen geputzt wurde, wenn auch mehr oder weniger sinnlos. Der weißgeborene Hengst trug zu jeder erdenklichen Jahreszeit zumindest den Sleezy und jetzt im Herbst auch eine dicke Decke, selbst seine Beine waren bestmöglich bedeckt, um das Fell strahlend, weiß zu halten. Man belächelte mich für diese Entscheidung, aber Monet hasste Wasser und dementsprechend war das Waschen für uns beide eine Herausforderung.
    Langsam öffnete das Tor wieder, hackte sie Sturmhaken in Öse und half schließlich der Kleinen den Sattel auf mein Pony zu legen. Er stand ruhig, schnupperte nur an ihren Taschen, in der Hoffnung ein Leckerli zu erhaschen. In all den vergangenen Reitstunden hatte sie bereits gelernt, dass dieser nur wenige bekam, vor allem nicht, wenn er sie forderte.
    Fertig gesattelt liefen wir hinüber zur Reithalle. Wie eingetragen, hatten wir sie für uns allein und konnten in aller Ruhe mit dem Unterricht beginnen. Diesem gab ich ausschließlich, um Kindern dieselben Möglichkeiten zu bieten, wie ich sie damals bekam, auch wenn ich über keinen Trainerschein verfügte. Einzig allein die Siege auf nationaler Ebene sprachen für meine Qualifikation als Pferdemensch.
    Nach vielen Runden im Schritt, mit den erforderlichen Bahnfiguren einer E-Dressur begannen wir im Trab auf dem Zirkel. Die Kleine konnte bereits sattelfest leichttraben und ihn über den Schenkel und Gewicht lenken. Dennoch hatte sie besonders am Anfang noch gern in meiner Nähe, um schneller bei Problemen eingreifen zu können. Federleicht trottete das Welsh Pony durch den Sand und folgte den Hilfen, sodass ich in Seelenruhe die beiden beobachtete. Zwischendrin kam ich Tipps für den Sitz und gab Anweisung zu den Lektionen. Noch bevor die Einheit beendet war, kamen ihre Eltern, wollten den aktuellen Stand der Tochter sehen. Ich erklärte ihnen nebenbei, was ich genau tat und welche Fortschritte Hope machte. Als ich schließlich einen kurzen Blick zur Uhr warf, wurde mir klar, dass ich in dreißig Minuten zu Hause sein wollte. Deswegen holte ich das Kind vom Pferd, half ihr im Stall Monet Boxenfertig zu machen und schnappte mir das Fahrrad.
    Wie es so sein musste, fuhr ich über einen, wirklich, kleinen Stein, der sich im Vorderrad verfing und ich schließlich im Dreck landete. Schmerzlich pochte mein Knie, so wie mein Gesicht. Auch an meiner Hand floss die warme Körperflüssigkeit herunter, aber meine Uhr am Arm sagte erneut, dass nur noch zehn Minuten hatte. Trotz der Verletzungen stand ich auf, schnappte mir den Drahtesel und fuhr den Berg hinauf. Zwischen den Reifen knirschte noch immer der kleine Stein, doch ich konzentrierte mich auf das riesige Haus am Straßenende, das ich mein Zuhause nannte.
    Wenig später schmiss ich mich auf die Couch, um den Livestream vom Whitehorse Creek Stud zu sehen. Unter anderem fand dort eine kleine Einsteiger Dressur statt, die ich so gern sehen wollte. Vor allem, um einen Eindruck davon zu bekommen, wo Jace seine Zeit verbrachte, nicht, dass ich ernsthaftes Interesse an einem Typen von Bildern hatte, aber offenbar war es ein großes Gestüt – ich wollte mit Reden können.
    Nach einem Interview mit der Hofeigentümerin startete die erste Prüfung. Auf dem gepflegten Reitplatz ritt eine Gruppe auf vier Pferden in der Abteilung. Die Ordnung wirkte nach Alter der Reiter, ältere Kinder vorn und jüngere dahinter. Als Erstes lief ein Brauner, Saturn, voran, schlurfte mit den Hufen durch den Sand und beachtete sein Umfeld gar nicht. Dahinter folgte ein Schimmel, deutlicher aktiver. Seine Ohren wippten flinke in alle möglichen Richtungen, während der Kopf gleichmäßig getragen wurde. Nur sein Schweif schlug nervös von rechts nach links, als sie zur Mittellinie abwendeten und die Richter grüßten. Die Ordnung blieb bestehen und schon im Trab hatte der bunte Hengst, Pancho, Probleme den Warmblütern zu folgen. Bis auf diesem Pferd, wirkt alle Tiere deutlich höher ausgebildeten und wussten genau, was kam. Als Viertes im Bunde war ein Dunkelbrauner mit einem niedlichen Abzeichen auf dem Nasenrücken. Von allen wirkte er mir am sympathischen und trug das junge Kind auf seinem Rücken mit Stolz.
    Nach einem Handwechsel durch die ganze Bahn im Leichtraben folgte ein Zirkel und ein weiterer Wechsel auf dem Zirkel heraus. Konzentriert lenkten die Kleinen die Pferde auf Spur, auch wenn teilweise nicht einmal über das Sattelblatt hinweg reichten. Vermutlich schlich deshalb der bunte Hengst hinterher. Auch im Galopp kam er nicht hinterher, schade eigentlich, den seine Reiterin wirkte so fröhlich auf dem Pferd, dass es in Augenblick schon vorhersehbar war, dass sie zusammen keinen Platz belegen würde. Die nächste Gruppe bestand auch wieder aus vier Leuten – My, Little Buddy, ein Pferd namens Unsung Hero und eine Schimmel Stute. Im Stream fehlte eine Namenseinblendung, wodurch ich leider auf die Audio angewiesen war. Auch sie ritten sie selbe Kür. Besonders vielversprechend wirkte der Braune. In den Übergängen zeigte er eine hohe Bereitschaft an Losgelassenheit, bremste nicht wie ein Westernpferd ab, sondern fing sich in den Schritten. Sobald sein Reiter die Hilfen verstärkte, legte der Hengst deutlich im Tempo zu und konnte nur durch halbe Paraden zurückgeholt werden. Bei dem Schecken war ich mir noch unschlüssig, einige Bahnfiguren und Übergänge, Wendungen waren gleichmäßig, während das Pferd an anderen Ecken schwammig durchlief. Der Held eiferte dem Braunen nach. Wie in einem kleinen Wettstreit galoppierte ein Pferd nach dem anderen durch den Sand und die Schimmelstute achtete genau auf die Hilfen der Reiterin, während die Hengste mit dem Kopf durch die Wand vorwärtsgingen.
    An meiner Tür klingelte es. Wer will was? Seufzend stützte ich mich mit meinem Armen in Polster, stand auf und öffnete die riesige Pforte. Unerwartet stand Alicia vor mir, während meine Ohren am Fernseher hingen, aus dem Jubel ertönte. Sie grüßte mich nur kurz und trat uneingeladen zur Tür hinein. Geschockt sah ich ihr nach, aber als ich die riesige Chipstüte auf dem Tisch sah, war der Ärger für einen Moment verflogen.
    “Warum siehst du dir E Dressur an? Alles okay?”, fragte sie überrascht und wechselte den Channel. Dort lief ein drei Sterne springen.
    “Weil ich hier wohne”, rief ich aus der Küche heraus, in der ich für uns beide zwei Gläser mit Orangensaft befüllte. Meine Begründung beeindruckte sie nur wenig. Gespannt folgten ihre Augen den Pferd-Reiter-Paare. Nur ich empfand das Überqueren als bedingt spannend. Also ergriff ich die Fernbedienung und sah nur noch die Siegerehrung der Einsteiger Dressur, platziert Pferde, die ich zuvor nicht in der Prüfung sah. Der Fuchs belegte den Ersten, gefolgt von My, dann der Held und auf dem vierten Platz eine braune Stute, Glowy.

    © Mohikanerin // Neele Aucoin // 6807 Zeichen
    zeitliche Einordnung {Oktober 2020}

    Dressur A zu L | 30. März 2022
    Saturn / Elf Dancer / Little Buddy / WHC' Unsung Hero / Elvish Beauty / WHC' Quatchi/ El Pancho

    Kindergarten. Irgendjemand hielt es für eine gute Idee, dass ich die heutigen Reitstunden übernahm und wurde kurzerhand auf der Liste eingetregen. Um meine Beine schwirrten mehrere kleine Mädchen, die lieber Pferd spielten, als die Tiere zu satteln. Eltern hatten sie bei mir abgeladen und nichts weiter gesagt. Damit kam einher, dass ich vereinzelt die Namen nichteinmal kannte.
    “Mädels, so wird das nichts”, versuchte ich das Gekreische zu unterbrechen. Doch niemand hörte auf mich, stattdessen verschwanden einige vor dem Tor. Pancho schaute nur gelangweilt ihnen nach, während Dancer ihnen nachwollte. Saturn legte die Ohren ins Genick, nicht wirklich begeistert von den lauten Geräuschen.
    “Brauchst du Hilfe?”, kam Hazel in die Stallgasse und beobachtete die schwirrenden Kinder.
    “Ja, bitte!”, faltete ich meine Hände zusammen.
    In ihrem Gesicht formte sich ein teuflisches Lächeln. Sie verschwand aus dem Stall und kehrte wenig später mit den Kindern wieder, die plötzlich still waren. Jedes von ihnen nahm sich eine Bürste aus dem Putzkasten und begann das zugeteilte Pferd zu putzen.
    “Wie hast du das gemacht?”, flüsterte ich ihr zu.
    “Magie! Aber du lernst das schon”, ließ sich die Vorhänge nicht fallen, aber blieb bei mir und begleitete mich schließlich zur Reithalle.
    Wir halfen allen auf die Pferde und in der Abteilung drehten sie im Schritt Runde um Runde. Motivation sah anders aus, aber langsam wurde es besser. Hero lief heute das erste mal unter einem der fortgeschrittenen Kinder und für Quatchi war es das zweite Mal. Alle anderen kannten ihre Pferde unter dem Sattel bereits, wodurch es für sie einfacher war, die Tiere zu kontrollieren.
    Im Laufe der Reitstunde lagen zunächste Übergänge im Vordergrund und dann der Galopp. Hazel hatte ihnen versprochen, dass jeder von ihnen heute mehr galoppieren durfte. Also erklärte ich ihnen die Hilfen und das Anreiten in den Außengalopp. Auch der einfachere Wechsel saß bei den meisten auf den Punkt. Selbst die Kleine auf Pancho, die gerade mal mit den Füßen über das Sattelblatt kam, hatte den Hengst unter Kontrolle. Er lief motiviert voraus und ließ sich nicht von den anderen Pferden ablenken. Einzig Beauty könnte etwas mehr Motivation gebrauchen.
    Als auch das Mädchen auf Buddy eine klare Abfolge der leichten Dressur geritten war, beendete ich die Einheit. Damit hatte jeder etwas gelernt. In der Stallgasse waren plötzlich alle geschmeidigt und sattelten auch selbst die Pferde ab.
    “Wird besser, verspreche ich dir”, munterte mich Hazel mit einem Schulterklopten auf und verschwand mit einem Halfter in Richtung der Weiden.

    © Mohikanerin // Felix Lundqvist // 2605 Zeichen
    zeitliche Einordnung {Ende Oktober 2020}

    Dressur L zu M | 30. Juni 2022
    Little Buddy / Elvish Beauty / WHC' Quatchi

    Wenn es nach mir ginge, würde ich öfter im Sattel sitzen, aber das Gestüt bedarf es an Trainingseinheiten, denen ich aktuell nach ging. Heute allerdings hatte ich mit Quatchi geschnappt. Die Fuchsstute stand unmotiviert in der Box und spitzte die Ohren, als ich mir eine Pause nehmen wollte. In der Halle liefen auch Little Buddy und Elvish Beauty im Training.
    Zunächst wärmte ich auf am langen Zügel und erforschte, an welcher Stelle die Stute Trainingsbedarf hatte. In den Seitengängen lag sie schwammig am Schenkel und könnte sich mehr biegen. Durch Wechsel und vielen Handwechseln verbesserte sie sich rasant. Selbst die fliegenden Galoppwechsel, die sonst ein Problem für das Pferd waren, trafen Punktgenau.
    “Willst du am Wochenende doch zur M?”, fragte mein Arbeitskollege, der den Schimmel abritt.
    “Das weiß ich noch nicht, werde ich spontan entscheiden”, gab ich unbeeindruckt zu verstehen. Quatchi war weit genug für die mittlere Klasse, doch mich reizte der ganze Stress nur wenig. In der Reitschule gab es eine junge Dame, für die eine solche Herausforderung genau das richtige sein könnte, so könnte sie in zwei Wochen den Fuchs ausprobieren.
    Tatsächlich entschied sich die Schülerin schnell für die Teilnahme und wir übten regelmäßig, um auch sie auf das Leistungsniveau zu coachen. Sie machte sich gut, versuchte sich dabei auch an Buddy und Elvish, zwei alte Hasen in der Dressur, sodass sie vom Turnier mit einer Schleife zurückkam und einem Grinsen auf den Lippen.

    © Mohikanerin // Felix Lundqvist // 1486 Zeichen
    zeitliche Einordnung {Februar 2020}

    Dressur M zu S | 30. September 2022
    Elvish Beauty / WHC' Quatchi / Lady Moon

    In schwingenden Tritten bewegten sich die Pferde durch den Sand. Ich saß am Rand und beobachtete das Training, wie immer wurde ich dafür auserkoren, den fortgeschrittenen Unterricht zu leiten.
    "Versuch Elvish etwas mehr zurückzunehmen, sie fällt dir im Rahmen vollkommen auseinander", wies ich die Dame auf dem Schimmel an. Sie nickte und sammelte sich mehr im Sattel. Die Stute gab eine positive Resonanz, trat dabei deutlicher unter und baute die Vorderhand auf. Auf der Länge der Bahn verstärkte sie das Tempo, während die anderen sich im Trab auf dem Zirkel sammelten. Obwohl die Halle keine kleine war, konnte es schnell eng werden in den Bahnfiguren. Als Nächstes an der Reihe war Moony. Auch diese Reiterin verkürzte auf der ganzen Bahn auf dem Hufschlag den Rahmen, in der Hand sehr locker und im Sitz stabil. Die Ohren der Stute zuckten interessiert, stets in acht auf ihre Reiterin. Mit einer Hilfe am Schenkel bewegte sich das Pferd auf die Diagonalen. Bei Erreichen des Punktes verlagerte sie den Schwerpunkt, richtete die Energie nach vorn und gab an der Schulter mehr Raum frei. Zufrieden nickte ich, als sie an mir vorbeiritten. Nur mit Quatchi wurde es ein Kampf. Die dunkle Fuchsstute kämpfte gegen den Zügel an und versuchte sich immer wieder dem Schenkel zu entziehen, aber der Reiter blieb hartnäckig.
    "Noch mal, aber dieses Mal setz dich besser durch", sprach ich. Dem kam er nach und gab sogar die Hilfen früher, um auf den Punkt genau anzukommen. Im Vergleich zu den anderen Pferden versammelte sich der Fuchs besser, trug sich deutlicher auf der Hinterhand, auch wenn der Kopf unruhig schüttelte.
    Es folgte noch Galopp auf verschiedenen Bahnfiguren und fliegenden Wechsel, damit sie ein Gefühl dafür bekamen, wie viele Sprünge dazwischenlagen. Alle Teilnehmer wies ich diese zu zählen. Die kleinen Spiele lockerten die Gemeinschaft auf, sodass die Einführung in die schwere Dressur für die Schüler geschafft war.

    © Mohikanerin // Felix Lundqvist // 1940 Zeichen

    "Nicht dein Ernst?", zischte ich, als Beauty begann ihren Kopf an mir zu scheuern. Ich hatte gerade das Jackett übergezogen und wollte die Trense für die Körung wechseln. Die Stute schüttelte sich, dann stand sie treudoof wie ein Labrador vor mir. "Jetzt haben wir den Salat."
    Mit rollenden Augen versuchte ich die Sabberflecken abzuwischen vom dunkelblauen Stoff. Mein Kollege fertigte parallel das Pferd ab, dann gab er mir die Zügel in die Hand. Er hielt mir den Sattel gegen und ich schwang mich in den Sitz.
    Im Trab ritt ich auf den Platz ein, die Anspannung spürte ich deutlich. Viele Augen sahen in unsere Richtung, vor allem, weil wir im ersten Block starteten. Elvish Beauty hatten wir mit genügend Feingefühl vorbereitet. Unser Mauerblümchen stach durch ihr hervorragendes Gemüt heraus, in jeder Situation entspannt und die Ruhe selbst. Bei X tätschelte ihren Hals beim Halt und grüßte freundlich in Richtung A, in der eins der Richterhäuser saß. Wir starteten wieder im Trab auf Schlangenlinien und Kreisen jeder Größe. Zwischendrin erhöhte ich das Tempo in den Galopp oder nahm sie zurück in den Schritt. Fleißig stand Beauty an den Hilfen, immer darauf bedacht zu gefallen - eine weitere positive Eigenschaften der weißten Stute. Im Takt der Musik schwebten wir weiter durch den Sand, bis die bestehende Aufgabe mit allen drei Gängen auf beiden Händen erfüllt war und wir zurückkehrten zu X. Erneut grüßte die Richter zum Abschied und ließ mir die Zügel aus der Hand kauen im Schritt.

    1498 Zeichen| geprüft mit lettercount.de| geschrieben von Mohikanerin

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    by Mohikanerin
     
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  5. Mohikanerin

    Mohikanerin Stalker Staff

    Mohikanerin mit
    Form Follows Function LDS

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    Steckbrief //
    Aktueller Standort: Kalmar Stuteri, Kalmar [SWE]
    Unterbringung: großes Stallgebäude; Box [9h], Paddock [15h]

    –––––––––––––– s t a m t a v l a

    Aus: Middle Ages (FR) [franz. Traber]
    MMM: Unbekannt ––––– MM: Unbekannt ––––– MMV: Unbekannt
    MVM: Unbekannt ––––– MV: Unbekannt ––––– MVV: Unbekannt

    Von: Vintage (FR) [franz. Traber]
    VMM: Unbekannt ––––– VM: Unbekannt ––––– VMV: Unbekannt
    VVM: Unbekannt ––––– VV: Unbekannt ––––– VVV: Unbekannt


    –––––––––––––– h ä s t u p p g i f t e r

    Zuchtname: Form Follows Function LDS
    Rufname: Form
    Farbe: Rappe (Splash)
    [Ee aa nSpl]
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: März 2014
    Rasse: Standardbred [STB]
    Stockmaß: 161 cm

    Charakter:
    geduldig, arbeitswillig, ausdauernd, agil

    Form liebt Rote Bete.

    * leicht in der Versammlung
    * Kippt in der Verstärkung nach Vorn
    * hat Angst vor Hindernissen jeglicher Art

    * Form ist nie Trabrennen gelaufen.

    –––––––––––––– t ä v l i n g s r e s u l t a t

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    Dressur S* [M] – Fahren E [A] – Rennen M [M] – Distanz E [L] – Gangreiten E [A]

    Ebene: National

    August 2021
    Gymnastizierung, Dressur E zu A

    September 2021
    SW 537 - Rappen
    Training, Dressur A zu L

    Oktober 2021
    Reitunterricht, Dressur L zu M

    Februar 2022
    Training, Dressur M zu S

    März 2022
    Training, Dressur S zu S*

    Juni 2022
    SW 550

    August 2022
    1. Platz, 344. Gangturnier

    September 2022
    3. Platz, 348. Gangturnier
    1. Platz, 351. Gangturnier
    Intervalltraining, Rennen E zu A

    Oktober 2022
    3. Platz, 355. Gangturnier
    3. Platz, 357. Gangturnier
    3. Platz, 358. Gangturnier
    Rennbericht, Rennen A zu L

    November 2022
    1. Platz, 362. Gangturnier
    Heat, Rennen L zu M


    –––––––––––––– a v e l

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    Gekört durch x im x 20x.

    Zugelassen für: Traber aller Art; Barock-Reitpferd; Deutsches Sportpferd
    Bedingung: Keine Inzucht; Dressur mind. L; bei Rennpferden mind. M (Rennen)
    DMRT3: CA [Viergänger]
    Lebensrekord: -
    Leihgebür: Nicht gekört / Preis [Nicht Leihbar!]

    Fohlenschau: 0,00
    Materialprüfung: 0,00

    Körung
    Exterieur: 0,00
    Gesamt: 0,00

    Gangpferd: 0,00


    –––––––––––––– a v k o m m e r

    [​IMG]

    Form Follows Function LDS hat 0 Nachkommen.
    • 20xx Name (von: Name)

    –––––––––––––– h ä l s a

    Gesamteindruck: gesund, im Training
    Krankheiten: keine
    Beschlag: handmade Falzeisen [Stahl], Voll

    –––––––––––––– s o n s t i g e s

    Eigentümer: Niklas Olofsson [100%]
    Pfleger: Unbekannt
    Trainer: Niklas O.
    Züchter: Lindö Dalen Stuteri, Lindö [SWE], Tyrell Earle
    [geb. in Deutschland]
    VKR / Ersteller: Mohikanerin

    Punkte: 20
    Abstammung [2] – Trainingsberichte [8] – Schleifen [8] – RS-Schleifen [0] – TA [0] – HS [0] – Zubehör [2]

    SpindHintergrund

    Trainingsberichte (8) //
    Dressur E zu A | 6. August 2021

    Dressur A zu L | September 2021

    Dressur L zu M | Oktober 2021

    Dressur M zu S | 28. Februar 2022

    Dressur S zu S* | 15. März 2022

    Rennen E zu A | 30. September 2022

    Rennen A zu L | 30. Oktober 2022

    Rennen L zu M | 18. November 2022

    Im Herbst war die Stute bereits bei der Vorprüfung und hatte heute die Abschlussprüfung vor sich. Bisher wirken ihre Werte vielversprechend, doch durch eine alte Verletzung am Bein, stand die Teilnahme auf der Kippe. Zwei Tierärzte standen zusammen mit einem Richter vor Form. Zum x-ten Mal führte den Traber den Weg entlang. Die Narbe sah nicht gut aus, aber behinderte das Pferd auf keinster Weise.
    “Nun gut”, sagten sie schließlich. “Satteln und dann geht es los.”
    Zustimmend nickte ich und lief zurück in den Stalltrakt. Viele Leute sattelten ihre Pferde, die einen entspannt, die anderen am Zittern. In meinem Kopf prangerte nur der Start und die Freigabe gab es nun. Mit der Lippe fummelte die Rappstute am Strick, ohne eine Spur von Anspannung. Stattdessen war sie die Ruhe selbst, wie so oft. Es schien, als wäre sie vollkommen Stressresistent. Natürlich lag dieses Gemüt als Rennpferd in ihrem Blut und höchst erwünscht.
    “Es folgt Form Follows Function LDS, eine achtjährige Standardbred Stute, deutsch gezogen aus zwei Franzosen”, wurde der Rappe näher beleuchtet, bevor wir im Trab einritten. Es war eine bedeutende Arbeit mit ihr, die Tritte herauszuarbeiten, aber nach jahrelanger Ausbildung, lag sie gut am Schenkel. Durch eine minimale Gewichtshilfe kam Form zum Stehen bei X und ich grüßte die Richter. Wir starteten wieder im Trab durch. Kaum erreichten wir den Hufschlag, bogen wir auf die rechte Hand ab. In den unterschiedlichsten Bahnfiguren und Lektionen bewies das Pferd seine Rittigkeit.
    Schritt, Trab und Galopp. In jeder Gangart zeigte sie ihre Coolness und Gelassenheit, als wäre es ein üblicher Tag im Stall. Selbst bei dem Lärm aus dem Publikum zuckte nur das eine Ohr, bevor sie wieder bei mir war. Auf beiden Händen hatten wir die Aufgabe erfühlt in den Grundgängen, dann ritt ich bei A auf die Mittellinie ein, hielt und verabschiedete die Richter. Zufrieden klopfte ich ihren verschwitzten Hals. Durch das hektische Klatschen der Menschen in der Reithalle war ich mir sicher, dass die exquisite Dressurausbildung der Traberstute sich gelohnt hatte.
    2085 Zeichen mit Leerzeichen // geprüft mit 'zeichenzähler.de' // geschrieben von Mohikanerin

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    sadasha und Wolfszeit gefällt das.

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