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[SK 475] Alle Stuten

Dieses Thema im Forum "Stutbuch Wettbewerbe" wurde erstellt von Sevannie, 5 Juni 2021.

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Welcher Stute möchtest du deine Stimme geben?

Diese Umfrage wurde geschlossen: Mittwoch um 2:51 PM Uhr
  1. Stormborm

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    0,0%
  2. Frosty Lagoon

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    0,0%
  3. Nephilims Nemesis

    10,0%
  4. Hexenring

    20,0%
  5. Lykke

    10,0%
  6. Grey Rose

    10,0%
  7. Schneesturm

    0 Stimme(n)
    0,0%
  8. Satz des Pythagoras

    40,0%
  9. Blávör

    0 Stimme(n)
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  10. Liliada

    10,0%
  1. Sevannie

    Sevannie Great things never came from comfort zones.

    [SK 475] Alle Stuten

    Regeln:
    - Es dürfen nur Stuten teilnehmen (Keine Hengste, Wallache oder Fohlen).
    - Jede*r darf mit bis zu drei Stuten teilnehmen, dabei ist es egal, wem diese gehören.
    - Diese Krönung ist max. 3 Monate offen [Stichtag: 05.09.2021], dann erfolgt die Abstimmung ungeachtet der TeilnehmerInnenzahl (max. 10 Plätze)
    - Der Text darf maximal 3000 Zeichen enthalten, bitte überprüfen auf www.lettercount.com etc.! Zur Überprüfung wird die Zeichenanzahl unter den Kürtext geschrieben, zusammen mit dem Prüfsystem.
    - Bitte überweist 5 Joellen pro Stute an mich (Sevannie) mit dem Grund: SK 475
    - Der Teilnehmerzahl ist auf höchstens 10 Pferde begrenzt.
    - Der Teilnahmeschluss bleibt vorerst offen und wird mindestens einen Tag vorher angekündigt, außer die maximale Teilnehmerzahl ist bereits ausgefüllt.
    - Hufschmied- und Tierarztberichte sind mit dem richtigen Datum zu versehen.
    - Nach Beginn der Abstimmung dürfen keine Änderungen mehr an euren Beiträgen erfolgen.
    - Bitte achtet darauf, die Teilnahmebilder bei abload.de oder ähnlichem hochzuladen, damit sie auch später im Gewinnerthema angezeigt werden.

    Gründe für eine Disqualifikation:
    - die Zeichenzahl des Textes stimmt nicht
    - man hat mit Doppelaccounts abgestimmt
    - es wurde gebettelt
    - es wurde nicht überwiesen
    - die Teilnahme ist unvollständig
    - es liegt ein Verstoß gegen die Regeln vor
    - die Aufgaben wurden nicht erfüllt

    Aufgaben
    Die Kür darf frei ausgedacht werden, jedoch muss sie folgendes beinhalten:
    - das Einreiten/ Führen am Anfang der Kür mit anschließendem Grüßen
    - alle 3 GGA auf rechter und linker Hand
    - mindestens 2 verschiedene Hufschlagfiguren außer ganze Bahn
    - RichterInnen verabschieden am Ende der Kür

    Die Gewinnerstuten werden durch folgendes System ermittelt:
    Aussehen Körungstext / Userabstimmung
    1 Punkt für jede Stimme

    Abstammung
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Elternteil
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Großelternteil
    -0,5 Punkte für Inzucht betreffend Eltern & Großeltern je Pferd/Pony

    Offizielle Turniere & Wettbewerbe
    1 Punkt für jede Turnierschleife erster Platz
    1 Punkt für jede Schönheitswettbewerbsschleife
    1 Punkt für jede Turnierschleife zweiter Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife dritter Platz
    1 Punkt je Fohlenschauschleife
    2 Punkte je Reiterspielschleife

    Gesundheitscheck wenn vorhanden
    2 Punkte für tierärztliche Untersuchung
    2 Punkte für Hufschmieduntersuchung
    Die Gesundheitschecks dürfen max. 6 Monate alt sein - Zählung erfolgt ab dem Tag der Anmeldung.

    1 Punkt pro Ausbildungsbericht (nur Stufenerhöhungen zählen!)
    1 Punkt für ein Zubehörbild
    2 Punkte für ein Bild mit Zubehör & Bewegung
    Es wird nur ein Zubehörbild gewertet.

    Mindestpunktzahl für die Gewinner: 20 Punkte

    Teilnahmen bitte nach folgender Reihenfolge gliedern:
    Username
    verlinkter Pferdename
    Pferdebild
    Steckbrief (gespoilert) inkl. Turnierschleifen und korrekter Abstammungsverlinkung
    TA und HS Berichte + Datum (gespoilert)
    Trainingsberichte, nur die Stufenerhöhungen! (gespoilert)
    Kür + Zeichenzahl und Name des Prüfprogrammes


    Viel Spaß und Erfolg bei der Teilnahme!
     
  2. Veija

    Veija Bekanntes Mitglied

    Veija aka Caleb O'Dell mit Stormborm
    [​IMG]

    Steckbrief
    Exterieur
    Name: Stormborn
    Rufname: Stormy
    Alter: unbekannt, 5 Jahre
    Geschlecht: Stute
    Größe: 1,52m
    Rasse: American Quarter Horse
    Fellfarbe: (Rapp-) Schimmel (EeaaGg)



    Stammbaum
    von: unbekannt
    aus der: unbekannt



    Charakter:
    Die junge Stute wurde in einer stürmischen Nacht auf einer Koppel geboren, wo sie lange Zeit unentdeckt blieb und fast ihr Leben lassen musste, da sie zu schwach zum aufstehen war. Einzig und allein einem kleinen Jungen verdankt sie ihr Leben, der mit seinem Fahrrad an der Koppel vorbei fuhr und dieses kleine Häufchen Elend reglos im Gras liegen sah, woraufhin er sofort zum Stall fuhr und den Besitzern Bescheid sagte. Die kleine Stute überlebte und dank der Pflege des kleinen Jungen wurde sie von Tag zu Tag kräftiger. Als er dann einen Namen für sie aussuchen sollte, lautete er "Stormborn". Was so viel heißt wie "im Sturm geborene".
    Charakterlich hat sie etwas wildes, ungezügeltes in sich und treibt so manchen Schabernack mit ihren Pflegern, doch ist sie nie böswillig. Sie ist eher zurückhaltend und schüchtern und geht mit Bedacht auf Andere zu, doch das stört sie keineswegs in ihrem Verhalten zu anderen Pferden.



    Zuchtinfos
    Gekört/Gekrönt: nein
    Besitzer: Veija
    Vorbesitzer: -
    Gezüchtet bei/Zucht:


    VKR: Canyon

    Kaufpreis: 250 Joellen
    Zu Verkaufen: nein


    Qualifikationen:

    eingeritten
    nicht eingefahren


    Dressur E
    Springen E
    Military E
    Distanz E
    Galopprennen E

    Western
    Reining LK 1
    Trail LK 4



    Erfolge:
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    2. Platz 455. Distanzturnier, 2. Platz 456. Distanzturnier, 2. Platz 454. Militaryturnier, 2. Platz 605. Springturnier, 1. Platz 556. Westernturnier, 1. Platz 607. Dressurturnier, 1. Platz 530. Rennen, 1. Platz 479. Fahrturnier, 1. Platz 608. Springturnier, 1. Platz 480. Fahrturnier, 1. Platz 609. Springturnier, 1. Platz 561. Westernturnier, 1. Platz 462. Militaryturnier, 1. Platz 562. Westernturnier 1. Auslosung, 1. Platz 562. Westernturnier 2. Auslosung, 2. Platz 463. Militaryturnier, 2. Platz 563. Westernturnier 2. Auslosung


    Gesundheit:
    Gesundheitszustand:
    Letzter Besuch:


    Hufschmied:
    Letzter Besuch:
    Beschlag:

    PNG
    Puzzle PNG
    Offizieller HG

    Trainingsberichte (5)
    Einreiten + Reining LK 5 - LK 4
    November 2017, by Veija
    Bellamy
    Etwas unruhig trat ich von einem auf den anderen Fuß und zog im Sekundentakt die Gardine vom Fenster weg, nur um sie sogleich wieder los zu lassen und so davor zu schieben. Geschlagene 10 Minuten veranstaltete ich diese Show schon, bis ich die Warterei nicht mehr aushielt, mich umdrehte und sogleich in Octavia hineinlief. "Er kommt schon noch, es ist ein weiter Weg von Kanada bis hier her.", sagte sie zu mir und ich nickte geistesabwesend. Heute sollte Herr O'Conell kommen und ein paar Tage bleiben. Er war ein alter Freund von Verena und ein sehr guter Westerntrainer. Er schuldete Verena eine Menge, weshalb er uns hier auf dem Blakes Crow Meadow so viel unter die Arme griff und sogar keine Kosten und Mühen scheute, nach New Mexiko zu fliegen, wenn wir seine Hilfe brauchten.Und so stand ich nun hier im Wohnzimmer und wartete nervös auf sein Eintreffen. Er hatte inzwischen schon eine Viertelstunde Verspätung, doch irgendwie hatte ich mir das gedacht. Solch einflussreiche Menschen kamen des Öfteren zu spät.
    Gerade als ich die Hoffnung schon aufgegeben hatte, fuhr ein Jeep auf den Hof. "O, da ist er!", sagte ich freudig und stürmte zur Tür, ehe ich mich fasste und in normalem Tempo hinaus ging. Dass Caleb mir folgte, hatte ich gar nicht mitbekommen. Erst, als er sich mit verschränkten Armen neben mich stellte. "Kennst du ihn?", flüsterte ich Caleb zu und bekam ein Nicken als Antwort. "Hallo Laurence.", sagte Caleb und umarmte ihn kurz. Ich, der ihn nur unter dem Namen Mr. O'Conell kannte, kam mir bei der Begrüßung total blöd vor. "Bellamy du kannst mich aber auch ruhig Laurence nennen, wir kennen uns nun doch schon ein wenig.", sagte der Mann und schaute sich um. "Ein schönes Fleckchen Erde habt ihr hier in New Mexiko gefunden. Und warm ist es hier auch noch.", lachte er und schaute sich ein wenig um. "Lasst uns aber erstmal reingehen. In dieser Mittagshitze kann man kein Pferd trainieren.", sagte er und zusammen holten wir sein Gepäck, ehe wir ins Haus gingen. Octavia hatte im Esszimmer ein paar gekühlte Getränke vorbereitet, sodass Laurence es sich erstmal ein wenig gemütlich machen konnte. Wir setzten uns hin und tauschten Geschichten aus, ehe wir gegen sechs Uhr abends nach draußen gingen und uns die Pferde anschauten, bei denen uns Laurence helfen sollte. Zehn Pferde sollten in der Reining auf LK 4 gebracht werden, drei Pferde eingeritten, ein Pferd umgeschult auf Western, ein Pferd in der Reining auf LK 3, zwei Pferde in Hunter under Saddle und ein Pferd im Cutting. Viel zu tun also.
    "Zeig mir die Pferde mal alle.", befahl Laurence mir dann und wir gingen zu den Koppeln. "Die Grullodame mit der tollen Splashed Scheckung ist VK A Gun Colored Lena. Wahnsinnige Abstammung, tolles Pferd. Aber alles andere als einfach. Die Schimmelstute da hinten ist Stormborn. Noch nicht lange hier. Die helle Grullastute da mit dem Braunstich ist Snapper Little Lena. Leider schon im Fohlenalter erblindet, aber ein tolles Pferd. Die Bay Dun Stute mit dem weißen Gesicht ist Jade. Hat lange gestanden und muss nochmal antrainiert werden. Da hinten das ist Ginny my Love, Jades Tochter. Wurde bis jetzt leider nur englisch geritten, müssen wir also einmal komplett umschulen. Die Appaloosastute ist Baby Doll Melody.", erklärte ich und Laurence nickte. "Die kenn ich, Verena hatte sie damals. Wurde dann verkauft. Was wurde aus ihr?", fragte er mich. "Sie wurde vernachlässigt und wir haben sie von einem Händler zurück gekauft. Ich weiß nicht, was ihr in der Zwischenzeit passiert ist.", erklärte ich und sah dann wieder zu den Pferden. "Die Rappstute ist Magnificient Crow und die Dunolinostute ist DunIts Smart Investment. Wahnsinnig talentiertes Tier.", sagte ich und wir gingen dann weiter zu den Hengsten. "Der bunte Braunfalbe da ist VK Bella's Dun Gotta Gun. Selbst gezogen aus Bella und Spooky. Der Appaloosa ist Whinney. Auch noch recht neu hier. Der Rappschecke ist Chapter 24, den haben wir auch wieder aufgekauft. Alan's Psychedelic Breakfast ist der Rappe mit den hochweißen Beinen. Genuine Lil Cut ist der Splashed White Fuchs da hinten. Hier vorne am Zaun zu guter Letzt ist mein Lieblingspferd, Gun and Slide. Er und Candy haben ein wirklich hübsches Fohlen.", erklärte ich ihm und streichelte Blue über die Nase. "Dann lass uns mit den Pferden anfangen, die ihr einreiten wollt. Hol mir mal den Hengst in den Round Pen und mach die beiden Stuten fertig.", sagte er zu mir und ging schon mal zum Round Pen. Ich schickte Travis und Connor los, um Smartie und Stormborn zu holen, während ich mir Gotta Gun holen ging. Ich halfterte ihn auf und brachte ihn dann zu Laurence. "Ich teste einmal kurz was er schon kann.", sagte er, klickte den Strick aus dem Halfter und schickte ihn von sich weg. Er schnalzte und gab Kommandos und ich schaute ihm neugierig dabei zu. "Der kann schon einiges.", sagte Laurence irgendwann und klopfte dem verschwitzten Pferd den Hals. "Kannst ihn wegbringen, das reicht.", sagte er und klickte den Strick wieder ein. Als nächstes war Stormborn an der Reihe, die noch nicht so viel konnte wie Barbie. Sie zeigte sich oft missmutig und hatte kein Verständnis dafür, was Laurence von ihr wollte. Nie wurde sie böswillig, versuchte jedoch mehr als einmal, ihn hinters Licht zu führen und auszutricksen. "Mit der habt ihr noch einiges an Arbeit vor euch. Grundkommandos und Grundbenehmen, würde ich sagen Bellamy.", erklärte er und übergab Connor die Stute wieder, ehe er sich Smartie widmete. "Mit ihr ist noch nicht so viel gemacht worden.", gestand ich kleinlaut und erntete einen bösen Blick von Mr. O'Conell. "Wie führt ihr eure Ranch? Ihr müsst euch mehr um die jungen Pferde kümmern.", fluchte er und schickte auch die letzte Stute im Bunde von sich weg. Laurence machte ihr sofort klar, wer der Chef war und zeigte ihr, wo es lang ging. Wider Erwarten benahm die Stute sich wirklich top und verstand sogar auf Anhieb, was von ihr verlangt wurde. Als er sich einmal ruckartig vor sie stellte, stoppte sie und macht einen fast perfekten Roll Back, um in die andere Richtung zu galoppieren. "Mach nicht, dass ich sie euch abkaufe. Die hat Talent, das kann ich dir sagen.", lachte er und lies sie auf sich zukommen, um ihr den Führstrick anzulegen und sie wieder aus dem Round Pen heraus zu führen. "Mit dem Cuttingpferd müssen wir auf eine benachbarte Ranch fahren, der kann auch da ausgebildet werden.", erklärte ich Laurence dann und er nickte. "Lass uns den holen und rüber fahren."
    Gesagt getan. Genuine wurde fertig gemacht, verladen und in kurzer Zeit waren wir auf der benachbarten Ranch angekommen. Wir luden Gen aus, schauten bei seinem ersten Training kurz zu und fuhren dann wieder zurück zum Blakes Crow Meadow. Ich wusste, dass er dort gut aufgehoben war und konnte ihn getrost in aller frische in ein paar Wochen wieder abholen.
    Den Rest des Abends hatten wir noch Candy und Blue trainiert. Candy wurde von Laurence geritten während ich auf Blue saß und die Anweisungen befolgte, dir mir gegeben wurden. Alles in allem war es ein gutes Training und beide Pferde kamen in ihrer Ausbildung ein großes Stück weiter.
    Der nächste Morgen war mehr als stressig. Wir fingen mit Ginny my Love an und Laurence hatte alle Hände voll zu tun, sie irgendwie dazu zu bekommen, am lockeren Zügel trotzdem noch vorwärts zu gehen. Während er sich also um Ginny kümmerte, nahm ich mir die drei Pferde vor, die eingeritten werden sollten. Ich übte die Grundkommandos, brachte Storm bei, dass sie auf den Menschen achten sollte und konnte schon Pads und Sättel auf Smartie und Barbie drauf legen. Nach gut zwei Stunden kümmerten wir uns dann um die anderen Reiningpferde, was so gut wie den ganzen Tag andauerte. Am Abend waren dann wieder Candy und Blue dran.
    Das ging einen ganzen Monat so weiter. Zwischenzeitlich hatten wir noch Gen von der Ranch abgeholt und mit Freuden festgestellt, dass ihm das Training doch sehr geholfen hatte.
    Plötzlich bekam ich einen Anruf. My sweet little Secret sollte wieder abgegeben werden. Schnell hatten wir sie wieder hier auf der Ranch und nutzten sofort aus, dass Laurence noch hier war. So blieb er noch eine Woche und trainierte neben den anderen Pferden auch noch Secret, und zwar in Trail von LK 4 auf LK 3.
    "Habt ihr eigentlich noch Platz hier auf der Ranch?", fragte er mich an seinem letzten Abend vor der Abreise und ich überlegte kurz. "Kommt drauf an.", meinte ich fragend und schaute ihn an. "Braucht ihr noch einen Trainer?", fragte er und blickte aufmunternd zu mir herüber. "Eigentlich immer. Besonders so einen guten wie du es bist.", sagte ich und er nickte. "Ich melde mich in den nächsten Tagen nochmal. Aber euer Fleckchen Erde hier gefällt mir.", lachte er und so verbrachten wir noch einen gemütlichen Abend.

    Reining LK 4 - LK 3
    Juli 2018, by Veija
    Laurence
    Octavia war heute zu Besuch auf der Ranch und wollte uns bei dem Training der Pferde etwas unter die Arme greifen. Ich war darüber doch sehr froh, denn so konnten wir mit vier Pferde gemeinsam auf den Platz gehen und schon auf Turnierniveau trainieren. Ich würde heute meine Stute GRH's A Gun Colored Lena reiten, die ich schon bald zur Krönung schicken konnte, worauf die ganze Ranch unglaublich stolz war. Octavia würde Black Sue Dun It reiten, die sie auch schon am fertig machen war. Caleb würde sich Chou schnappen und Bellamy würde A Walking Honor reiten. Alle Pferde sollten in der Pleasure von der LK 5 in die LK 4 aufgestuft werden.
    Relativ schnell fanden wir uns also alle auf dem Platz ein. Da ich heute das Kommando über alle Reiter und Pferde übernahm, befahl ich allen, die Pferde zu erst im Schritt und lockeren Trab warm zu reiten. Auch Lena und ich ritten uns ein wenig warm. Da es hier so wahnsinnig heiß war, dauerte das auch wirklich nicht lange und wir konnten mit dem Training anfangen. Dazu rief ich wieder alle in die Mitte. "Wir reiten jetzt alle ganze Bahnen, ich gebe die Kommandos zu Richtungswechseln oder Tempowechseln. Wichtig ist, dass ihr die Pferde wirklich gerade haltet. Die sollen nicht durch die Gegend gucken und die sollen auch nicht über die Schultern einfallen.", erklärte ich alle und schickte Caleb vor. Gefolgt von Octavia, Bellamy und zum Schluss mir. "Überholt werden darf natürlich, aber rempelt keinen um.", fügte ich noch an und so gingen wir im Schritt auf der linken Hand unsere Runden. Honey und Chou waren doch recht langsam in ihrem Schritt, Sue und Lena allerdings überholten die beiden anderen Pferde, wobei Lena noch die schnellste war und ich mich so sehr schnell an der Spitze unserer kleinen Truppe wiederfand. "Traben.", gab ich die kurze Anweisung und trieb Lena zum Trab an. Trab war gar nicht ihre Gangart. Sie galoppierte für ihr Leben gerne und ich sah es schon kommen, dass wir beim Galopp gleich ein riesiges Chaos haben würden. Immer wenn ich um die Kurve ritt, schaute ich mich nach hinten um. Das, was ich sah, sah wirklich gut aus, so dass ich das Kommando zum Schritt gab. Wir ritten etwa eine halbe Runde im Schritt, ehe ich wieder zum Traben animierte und wir schließlich angaloppierten. "Halte sie alle etwas zurück, lasst sie aber noch flüssig laufen.", sagte ich und sie taten alle, was ich ihnen gesagt hatte. Lena und ich galoppierten vorne weg und überholten sogar Chou noch, die heute wohl wirklich keine Lust zu galoppieren hatte. Nach einer Weile gab ich wieder das Kommando zum Traben und schließlich zum Schritt gehen, ehe wir die Hand wechselten und auf dieser genau das Selbe machten. Dann ritten wir die Pferde trocken und brachten sie wieder auf die Koppeln. Octavia wollte uns noch weiter helfen, weshalb wir uns heute noch Easy Going, Face Down, GRH's Aquila T Mistery und Heretic Anthem vorknöpften. Auch sie alle wollten wir in der Pleasure für die LK 4 trainieren, weshalb wir das selbe machten wie eben mit den anderen Pferden. Die einen stellten sich besser darin an, die anderen eher nicht so gut. Doch alle erreichten das Niveau, welches wir für sie vorgesehen hatten. Es musste natürlich noch mehr Training folgen, doch fürs erste wollten wir es dabei belassen. Octavia verabschiedete sich wieder und so waren wir hier wieder zu dritt.
    Den ganzen Nachmittag über hatten die Pferde alle Pause, ehe wir am Abend nochmals die Pläne studierten und zu dem Entschluss kamen, dass wir die anderen Stuten auch noch trainieren wollten.
    GRH's Unbroken Magic, Honey's Aleshanee und Magnificient Crow waren als nächstes an der Reihe. Magic und Shanee wurden von mir und Bellamy geritten. Sie sollten ebenfalls in der Pleasure aufgestuft werden. Crow wurde von Caleb geritten, denn sie sollte in der Reining auf die LK 2 gebracht werden. Caleb ging deshalb auf den großen Reitplatz, Bellamy und ich fanden uns auf dem Kleinen wieder und trainierten dort unsere beiden Pferde. Beide waren noch jung und erst vor kurzem eingeritten worden, so dass wir hier auf jeden Fall mehr zu tun hatten und es würde auch nicht mit ein paar Mal reiten getan sein. Ab und zu warf ich einen Blick rüber zum großen Reitplatz, auf dem Caleb gerade mit Crow einen Sliding Stop sondergleichen hinlegte. Gleich nachdem sie standen, gab er die Hilfen zum Roll Back und Crow sprang rum. Es fiel ihr jedoch sichtlich schwer, so dass ich glaubte, dass bei der LK 2 für sie Schluss sein würde. Sie war eben doch nicht so perfekt gebaut für diese Disziplin. Doch das war auf keinen Fall schlimm, denn wir züchteten hier auf dem Blakes Crow Meadow ja Allrounder, also hätte sie auf jeden Fall auch weiterhin einen Platz hier auf der Ranch.
    "Lassen wir gut sein für heute, Bellamy.", erklärte ich dem jungen Mann dann und wir ritten zum Stutenstall, wo wir die beiden Pferde absattelten, ihnen ihr Kraftfutter gaben und sie dann wieder auf die Koppel brachten. "Vier Pferde fehlen noch, dann haben wir sie alle für diesen Monat.", sagte ich zu dem jungen Mann und er überlegte kurz. "Lass die heute auch noch machen, wenn wir schon dran sind.", sagte er und ich gab diese Anweisung an Caleb weiter. Er nickte und suchte sich sofort Snapper Little Lena raus, die er in der Reining von der LK 4 auf die LK 3 bringen wollte. Er hatte irgendwie einen Narren an der blinden Stute gefressen. Bellamy schnappte sich My sweet little Secret und wollte sie im Trail auf die LK 2 bringen. Ebenfalls an Caleb übergab ich Stormborn, die auch auf die LK 3 in der Reining gebracht werden sollte. Für mich blieb dann noch Striga übrig, die ich einreiten und dann in der Pleasure in die LK 4 bringen wollte.
    Wir hatten also in diesem Monat mehr als genug zu tun, ohne uns um die Jungpferde oder die Hengste zu kümmern. Auch blieb das Training der Zuchtpferde zur Zeit noch aus, doch in ein paar Tagen würde dies wieder aufgenommen werden. So trainierten wir jeden Morgen und jeden Abend unsere zugeteilten Pferde, halfen uns bei Problemen gegenseitig und unterstützten uns, so wie es sein sollte. Am Ende des Monats hatten wir dann alle Tiere eine Stufe weiter

    Trail LK 5 - LK 4
    Januar 2020, by AliciaFarina
    Nachdem ich die letzten Wochen einige Pferde von Caleb in der Showmanship und in der Pleasure ausgebildet hatte, waren nun einige andere Pferde an der Reihe welche ich im Trail weiterbilden sollte. Wie letzte Woche waren es sieben Stück, Chocolate Shades, ein Paint Horse Henst, genauer gesagt ein Nachkomme meines Hengstes Dark Choc' O'Lena, welcher sehr lauffreudig und energiegeladen sein soll. Zwischendurch soll er auch gerne mal Stur sein, aber wenn man Präzise und Konsequent ist reagiert er auf die kleinste Hilfen. Der nächste im Bunde war Whinney, ein Appaloosa Hengst welcher vom Temperament ähnlich wie Shady sein soll. California Rose eine Paint Horse Stute war die nächste, sie soll sehr lernwillig und fleißig sein. Eine Namensvetterin namens Ginger Rose, ein Quarter Horse, war Charakterlich ähnlich und will ihrem Reiter gefallen. Special Luna Zip eine Paint Stute soll eine kleine Schleimerin sein die es aber nicht mag getadelt zu werden. Dann war noch Stormborn dabei, sie ist in einer Stürmischen Nacht geboren und hat nur mit Glück überlegt, ihrem Namen macht sie alle Ehre. Die letzte im Bunde war Picture of a Ghost, eine selbstbewusste und aufmerksame Paint Stute. Diese sieben Pferde teilte ich wieder unter Caleb, Bellamy, Laurence und Cayce auf ich selber nahm mir vor Kisshimbye eine arbeitsfreudige, umgängliche und zielstrebige Paint Horse Stute und Only known in Texas eine Zickige Quarter Stute zu reiten, diese beiden sollten von der LK 4 zur LK3 ausgebildet werden, daher passte das perfekt.
    Vor der ersten Einheit machten wir unsere Pferde fertig, ich ritt Kiss, Caleb ritt in der ersten Einheit Shady und dann Luna, Bellamy ritt Callie und Stormborn, Laurence ritt Gin und Whinney und Cayce ritt Pixel. Cayce und Laurence bekamen Calebs und mein Pferd als Handpferd an die Hand, während Caleb und ich einen Trail aufbauten. Ich baute einige Stangen in verschiedenen Abständen auf, als Viereck oder als L. Ein Tor durfte natürlich auch nicht fehlen ebenso eine Brücke. Nachdem wir das aufgebaut hatten ging es los, jeder ritt sein Pferd warm, dann arbeiteten wir abwechselnd an den verschiedenen Hindernissen, ich beobachtete immer wieder die anderen und machte mir in Gedanken Notizen woran wer arbeiten muss. Ebenso ging es in der anderen Einheit weiter, dieses Mal mussten wir aber nichts aufbauen, am Ende der Einheit ließen wir alles liegen, denn wir würden jeden Tag weiter daran arbeiten.
    Am nächsten Tag ritten wir wieder zuerst unsere Pferde warm, dieses Mal gab ich eine Aufgabenstellung vor, dabei beobachtete ich den Reiter genau, Shady musste mehr zurückgenommen werden, denn er neigte dazu über die Lope over zu rasen. Callie zeigte sich sehr kooperativ und hier hatte ich kaum Beanstandungen. Gin und Laurence legten ebenfalls einige sehr gute Durchläufe hin. Pixel fand das Tor interessant und öffnete es fast selber, hier musste Cayce sie stärker einrahmen, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommt. Kiss ritt ich auf einem Bit, denn ab LK3 war dies erlaubt, sie reagierte fein auf meine Hilfen, trat locker rückwärts durch das L, reagierte schnell auf den Stop im Viereck und auch der Turn klappte gut. Mit diesem guten Ergebnis beendete ich für alle die Stunde, das können reicht bei allen für die jeweils nächste Klasse. In der nächsten Einheit ging es mit Tex, Luna, Stormborn und Whinney weiter. Die vier legten alle einen guten Lauf hinter sich. Ein paar Kleinheiten fand ich noch, aber im großen und ganzen waren es solide Runden. Damit war die letzte Trainingseinheit vorbei, ich ließ aber alles in der Halle liegen, denn es gab noch ein weiteres Pferd welches ich ausbilden sollte.

    1. Reiningkurs auf der Bow River Ranch
    Four Bar Chocolate Becks LK 5 - LK 4, Valhalla LK 5 - LK 4, A Painted Smart Delta LK 5 - LK 4, Gunners Styled Gangster LK 4 - LK 3, Valravn LK 3 - LK 2, Walla Walla Starshine LK 3 - LK 2, Stormborn LK 3 - LK 2, Ausritt mit Whitetails Shortcut & Cielos
    April 2020, by Veija
    Caleb
    Es war eine Woche vergangen, seit ich vom Besuch auf Evergreen Acres zurückgekehrt war. Hier zu Hause lief alles wie immer. Ein Tierarzt hatte sich unser Waisenfohlen Queen angesehen gehabt und festgestellt, dass das Problem mit Zufüttern erledigt war. Dabei ging es nicht nur um Queen sondern auch um das eigentliche Fohlen von Aunti, was noch immer keinen Rufnamen hatte. Leider hatten noch fast alle Fohlen keine Spitznamen. Auf Anhieb fielen mir auch nur Daisy, Shark, Queen und Elvis ein. Beim Rest mussten wir uns wohl noch einmal zusammensetzen und überlegen. Hauptsache alle waren gesund und allen ging es gut. Ich hatte zuerst ein wenig Angst gehabt, ich müsste den Kurs aus diesem ausfallen lassen, weil ich mir ziemliche Sorgen um Queen gemacht hatte. Doch Tschetan freute sich schon ganz besonders auf den Kurs. Er half mir wo er nur konnte und stand jetzt schon wieder im Stall und kontrollierte, ob auch alle Boxen bereit für die Ankunft der Pferde waren. “Ich hatte sie eigentlich alle draußen am Platz oder an der Halle stehen haben wollen, aber ich denke es ist besser, wenn wir es beim Stall belassen”, sprach ich den jungen Lakota an, der sich wie ertappt zu mir umdrehte. “Es wird nachts noch ziemlich kalt”, erwiderte er und ich nickte. “Genau. Sind die Boxen bereit zum Einzug?”, fragte ich ihn und der Junge baute sich stolz vor mir auf. “Alles bereit. Die Leitungen sind frei, sie können also trinken. Jedes Pferd hat schon Heu und ich hab vor jede Box Eimer gestellt, so dass die Teilnehmer ihr Kraftfutter selbst rationieren können”, verkündete er mir. “Das ist gut Tschetan. Valravn steht aber weiterhin im Paddocktrail von Ylvi, oder kommt er auch in den Stall?”
    Tschetan schien zu überlegen, dann sagte er: “Ich.. ich… eigentlich schon. Oder soll er lieber im Stall stehen?”, fragte er mich unsicher.
    “Nein, alles gut. Lass ihn im Trail, dann ist zumindest für ihn alles wie immer”, erklärte ich und schaute einmal durch die leere Stallgasse. “Ich hab mir heute morgen noch überlegt, ich nehme von mir drei Pferde zum Kurs dazu. Blue war ja von Anfang an eingeplant. Ist schon doof, dass meine besten Pferde grade alle Fohlen bei Fuß haben…”
    “Von wem sprichst du denn?”, unterbrach mich Tschetan, so dass ich meinen Gedankengang gar nicht zu Ende bringen konnte.
    “Smartie. Ich hätte so gerne gezeigt, wie weit wir sind und was sie alles schon kann- und Bella hätte eine Auffrischung bestimmt auch gut getan… aber ich hab mich jetzt eben für Blue, Gangster und Stormborn entschieden. Blue ist fertig ausgebildet, der kann so einiges. Gangster steht noch am Anfang, wobei ich da auch Witch hätte nehmen können, aber sie hat jetzt einfach Pause, nach dem gelungenen Makeover- und Stormborn.. ja die ist gerade in der Ausbildungsskala in der Mitte angekommen. Ich denke, damit kann ich euch einiges vorreiten.”
    Tschetan nickte zustimmend. “Ich bin… schon ein wenig nervös”, rückte er dann mit der Sprache raus und trat leicht von einem auf das andere Bein. “Das brauchst du nicht- selbst wenn nicht alles klappt du hast den größten Vorteil von allen. Du wohnst hier und ich kann dir jeden Tag weiterhelfen. Die anderen, bis auf Tiara, sie bleibt noch zwei Wochen, fahren nach der Kurswoche wieder nach Hause und ich kann ihnen nicht sofort helfen, wenn sie Probleme haben”, munterte ich den Jungen auf, klopfte ihm auf die Schulter und verließ dann den Stall. Am nächsten Morgen, Montagmorgen, sollten die ersten Teilnehmer anreisen. Tiara würde sich vermutlich ein wenig verspäten, denn sie hatte keinen Flug mit Pferd mehr nach Calgary bekommen, weil der Entschluss so kurzfristig gekommen war. Stattdessen würde sie am frühen Morgen in Medicine Hat landen und musste von dort zu uns rüber fahren, was zwei Stunden länger dauerte, als die halbe Stunde von Calgary zu uns. Laurence hatte sich jedoch zusammen mit Brian bereit erklärt, Tiara und Valhalla abholen zu fahren.
    Die Chauffeure für Johanna, Alicia und Niklas sowie Jake übernahmen Bellamy und Cayce.
    Am Abend brachte ich Gangster, Blue und Khaleesi- den Spitznamen hatte Octavia Stormborn gegeben und seit dem hatte er sich so in meinen Kopf gebrannt, dass er da einfach nicht mehr rausgehen wollte, in die Boxen an der Halle. Die Pferde schienen sich nicht über ihr neues Nachtquartier zu wundern, denn sie waren es gewohnt, dass sie mal hier und mal da in einer Box standen. Immer da, wo ich sie gerade trainieren wollte.
    Beim Abendessen herrschte reges Treiben und alle wollten etwas über die neuen Pferde erfahren. Besonders Betsy hörte gar nicht mehr auf zusammen mit Tschetan zu diskutieren, ob es denn alles richtige Westernpferde wären. Auch Kaya brachte sich ein bisschen in das Gespräch der Kinder ein. Zwar sagte sie wie immer kein Wort, nickte aber ab und an oder schüttelte den Kopf. In der letzten Zeit war mir vermehrt aufgefallen, dass sie sich mit Betsy und Tschetan in einer Art Zeichen- oder Gebärdensprache verständigte. Ich musste Louis oder Ylvi mal danach fragen, denn verstehen tat ich kein ‘Wort’.
    Montagmorgen. Noch zwei Stunden, bis die Teilnehmer eintreffen sollten. Laurence und Brian waren schon eine ganze Weile weg. Auch Bellamy und Cayce wollten sich mit zwei Trailern auf den Weg machen. So konnte Starshine, die Stute von Alicia und Niklas, alleine transportiert werden und nicht zusammen mit den beiden Hengsten. Das ersparte den Tieren einiges an Stress.
    Tschetan war schon auf der Huf und tigerte über den Hof. Er hatte heute morgen nicht nur- schon wieder- nach den Boxen der Kursteilnehmer geschaut, sondern auch meine drei Pferde für den Kurs vorbildlich versorgt und auf die Koppel gebracht. Ich hatte ihn dazu zwar nicht angestellt, war aber froh um jede Hilfe die ich bekommen konnte, denn so hatte ich noch ein wenig Zeit für meinen Papierstapel im Büro gehabt. Außerdem war ich im Internet an einem Trainingsvideo zum Sliding Stop hängen geblieben. Fast alle Pferde hatten Probleme mit dem Stop und ich hatte mir schon den Kopf zerbrochen, wie ich ihnen helfen konnte. Ich hatte ein ganzes Repertoire an Hilfengebungen und Stellungen in meinem Kopf. Was ich davon allerdings anwenden konnte und was nicht, sah ich erst, wenn ich die Pferde hier hatte und gegebenenfalls auch selbst ritt.
    Die Zeit bis zur Ankunft der Teilnehmer verging wie im Flug. Wie durch ein Wunder war Tiara doch die erste, die bei mir auftauchte. “Lange nicht gesehen”, scherzte ich und umarmte sie kurz. Tiara schien sich erst nicht so ganz sicher, erwiderte die Umarmung dann allerdings und erzählte mir ein wenig von ihrem Flug. Valhalla war ziemlich nervös, die Sedierung des Fluges schien wohl nachzulassen. “Im Stall sind Boxen mit Paddocks fertig, wir bringen sie heute zunächst dahin, ab morgen stehen euch dann kleine Koppeln zur Verfügung”, erklärte ich ihr und zusammen gingen wir in den Stall, in dem Valhalla auf die rechte Seite kam. Dort würde auch Walla Walla Starshine unterkommen, während A Painted Smart Delta und Four Bar Chocolate Becks auf die linke Seite kämen.
    Wenig später fuhren auch die beiden Trailer mit den anderen Teilnehmern auf den Hof. Ich begrüßte zunächst Niklas und Alicia mit ihrem Pferd Starshine, ehe ich ihnen ihre Boxen zeigte. Jake mit Delta und Johanna mit Becks bekamen ihre Box zugewiesen. “Ich habe Tiara eben schon erklärt, dass die Pferde jetzt mal ein bisschen ankommen dürfen. Ab Morgen dürfen sie auf die Koppeln, die zeig ich euch Morgen früh dann nochmal. Am späten Nachmittag würde ich gerne eine erste, ganz kurze Einheit machen. Morgen früh geht es dann mit einer Gruppenstunde los. Am Nachmittag steht Einzelstunde auf dem Plan. Den Plan halten wir vorerst für die nächsten Tage bei. Er kann sich jedoch auch noch ändern, sollten wir auf Probleme stoßen. Oder es klappt so gut, dass wir kein Intensivtraining brauchen.
    Für den Kurs habe ich drei meiner Pferde ausgesucht, mit denen ich euch viel zeigen kann und die ihr auch gerne dann reiten dürft”, beendete ich meine lange Rede.
    “Aber jetzt kommt erstmal mit”, sagte ich freundlich und setzte meinen Hut wieder auf den Kopf, den ich eben in die Hand genommen hatte. “Ich zeig euch eure Zimmer. Wer Hilfe mit den Koffern braucht kann sich gerne melden. Sattelzeug könnt ihr vor die Boxen bringen, da sind Sattelböcke und auch sonst müsste alles davor unterkommen.”
    Das Auspacken dauerte seine Zeit und ich teilte jedem der Teilnehmer ein Zimmer im Haupthaus zu. Das Haus war leer, seit Ylvi nicht mehr bei mir wohnte und so freute ich mich doch, über etwas mehr Bewegung in den eigenen vier Wänden.
    Zum Mittagessen saßen wir alle zusammen und tauschten uns ein wenig aus. Nach zwei Stunden Pause wurden die Pferde gesattelt. Zunächst war ich alleine an der Halle, denn mein Blue stand dort in einer der Boxen. Als ich fertig war mit Satteln kam Tschetan. Er war ruhig, auch beim Essen war er sehr ruhig gewesen und hatte den anderen eher zugehört als selbst etwas gesagt. “Du brauchst wirklich nicht nervös zu sein”, versuchte ich den Jungen aufzuheitern, doch er nickte nur wortlos, gurtete den Sattel von Ravn nach und schwang sich auf sein Pferd. Die anderen Teilnehmer folgten sogleich und Tiara konnte es sich nicht nehmen lassen, Blue kurz ‘Hallo’ zu sagen. Sie war ihn schon geritten und wusste, wie er sich anfühlte.
    “Alicia und Niklas… ich hätte gerne, dass Alicia anfängt. Niklas bis zur LK 3 bist du schon geritten, oder?”, fragte ich die Begleitung von Alicia, die ich bis jetzt noch gar nicht kannte. “Ja genau. Ich reite jedoch hauptsächlich freizeitmäßig, würde jetzt aber gerne mehr in den Turniersport gehen.”
    “Das ist gut, dann bekommst du später die Ehre und darfst Blue mal ausprobieren”, erklärte ich und ließ mir alle Teilnehmer mit ihren Pferden in einer Reihe aufstellen. “Ich fang dann mal kurz an. Ich bin, wie ihr hoffentlich alle wisst, sonst wärt ihr nicht hier, Caleb O’Dell. Ich bin seit etwas mehr als einem Jahr der Besitzer der Bow River Ranch. Das hier an meiner Seite”, sagte ich und hielt die Zügel von Blue in die Luft “Ist Gun and Slide, kurz Blue. Ein Hengst wie kein anderer, eine wirkliche Lebensversicherung. Dazu läuft er schon eine ganze Weile in der Leistungsklasse 1 und.. ihr könnt Tiara fragen, der kann schon einiges.”
    Alle Augen richteten sich auf Tiara, die wohl mit so vielen Blicken nicht gerechnet hatte, denn sie wurde etwas kleiner in ihrem Sattel. “Äh.. ja.. aber ganz so einfach ist es nicht, so ein gutes Pferd zu reiten”, stammelte sie und schaute hilfesuchend zu mir. “Wo du gerade schon dabei bist… stell dich und dein Pferd doch einmal kurz vor.” Ich war mir sicher, dass sich nicht alle Teilnehmer kannten.
    “Ich bin Tiara und das hier ist meine Mustangstute Valhalla. Wir sind hier für die LK 4 in der Reining”, stellte sie sich vor. Nun ging es reihum weiter. “Ich bin Johanna und das hier ist mein Quarter Horse Hengst Four Bar Chocolate Becks.”
    “Ich bin Alicia, das da ist Niklas. Wir sind mit der Quarterstute Walla Walla Starshine für die LK 2 hier.”
    “Ich bin Jackson, ihr könnt mich aber Jake nennen. Ich hab den Paint Horse Hengst A Painted Smart Delta für die LK 4 mitgebracht.”
    “Ich.. das ist Valravn. Ich bin Tschetan. Caleb wollte uns für die LK 2 helfen”, stellte sich nun auch der Jüngste in der Truppe vor.
    “Gut, wer mag anfangen und mal ein bisschen was zeigen?”, fragte ich in die Runde und Jake meldete sich als erstes. “Gut, alle anderen kommen mit mir zusammen hier hinten in die beiden Ecken, dann hat Jake Platz.”
    Gesagt getan. Jake ritt in die Mitte der Halle, während alle anderen ihm Platz machten. Jake und Delta fingen an mit ein paar Spins. Langsam drehte sich der Hengst nach links, dann nach rechts. Das sah schon gut aus. Er überdrehte jedoch ein bisschen und machte aus vier Runden viereinviertel. “Wenn du stoppen willst müssen deine Hilfen schneller kommen. Er dreht sich zwar noch sehr langsam, aber deine Hilfen waren zu langsam, nochmal”, gab ich die Anweisung und stützte mich auf dem Sattelhorn von Blue ab. Dieser klappte kurz die Ohren nach hinten, als erwartete er einen neuen Befehl. Doch ich streichelte ihm kurz über den Hals, als Zeichen, dass ich nichts von ihm wollte. Sofort stellte er die Ohren wieder nach vorne.
    Jake setzte meine Anweisung sofort um und schaffte es, Delta punktgenau aus dem Spin zu stoppen. “Gut”, sagte ich kurz und sah dann zu, wie er den Hengst zum Galopp stellte. Er sprang sauber an und ritt seine Zirkel. Zum Zirkeln wollte ich später etwas sagen, wenn ich alle Pferde gesehen hatte und nicht jetzt schon vorgreifen. Jake hielt den Hengst mehr oder weniger auf der Spur, musste jedoch viel nachhelfen. Das war allerdings normal, das Pferd befand sich erst am Anfang der Ausbildung. Am Wechsel über den Trab hatte ich nichts zu bemängeln, auch der Galopp auf der anderen Hand war in Ordnung. Nun stellte er ihn zum Sliding Stop und ich erkannte sofort das Problem. Jake kam zwar gut mit dem Pferd klar, aber bei diesem Manöver übernahm ganz klar das Pferd die Kontrolle und Jake war nur Passagier. Der Roll Back holperte auch ziemlich, so dass ich nun doch schon eingreifen musste. “Morgen Mittag in der Einzelstunde habe ich für dich folgende Aufgabe: du übst die Run Downs. Du gibst vor, in welchem Tempo ihr galoppiert. Du gibst vor, ob ihr stoppt oder nicht. Du gibst vor, was nach dem Stoppen passiert. Delta weiß genau, wenn du ihn gerade richtest, was folgt. Ich möchte, dass du den Automatismus unterbrichst. Run Down heißt nicht gleich Run Down. Du bestimmst was das nächste Manöver von Delta sein wird, nicht er”, erklärte ich Jake. Dieser nickte. “Wenn wir das geknackt haben, gehen wir an die Roll Backs. Es ist gut, dass ihr schon die Spins könnt. Das ist ein riesen Vorteil. Der Rest wird ein Kinderspiel. Aber ansonsten schon gut”, lobte ich ihn und ließ ihn sich wieder einreihen. “Johanna machst du weiter?”, fragte ich die junge Frau. “Klar”, antwortete sie und stellte Becks in die Mitte. Auch dieser Hengst stand noch am Anfang seiner Ausbildung. Dementsprechend waren die Manöver alle noch langsam und nicht präzise. Die Spins sahen für den Anfang gut aus. Johanna machte nicht den selben Fehler wie Jake. Auch wenn sich Becks langsam drehte, mussten ihre Hilfen schnell und präzise kommen. Das Zirkeln war für die LK angemessen, ich hatte heute noch nichts zu meckern. Auch der einfache Galoppwechsel mit der Trabphase war gut. “Zeig mal kurz die Stops im Schritt und Trab, du hast ja gesagt das sei kein Problem, nur aus dem Galopp heraus”, sagte ich zu Johanna. Sie nickte und zeigte ein paar mal das Stehenbleiben im Schritt. “Gut, jetzt Trab”, war meine nächste Anweisung. Auch hier stoppte der Hengst, aber ich hatte das Problem schon erkannt. “Ich möchte euch noch gerne im Galopp sehen, bevor ich dir weitere Anweisungen gebe.”
    Johanna galoppierte auf der rechten Hand an und zeigte mir ihren… langsamen Run Down, ehe sie die Hilfen zum Stop gab. Becks stoppte zwar, setzte sich aber kein bisschen auf die Hinterhand. Er riss den Kopf hoch, ging Johanna gegens Gebiss und schaffte es nicht, die Schulter zu heben. Jetzt hatte ich meine Diagnose. “Johanna den müssen wir unbedingt auf seinen Hintern bekommen. Der muss sich viel mehr setzen. Die Schulter muss hoch und er darf den Kopf nicht so hochreißen. Folgende Aufgabe für dich morgen Mittag in der Einzelstunde… ach warte. Zeig mal noch das Back Up und den Roll Back.”
    Die junge Frau nahm die Zügel wieder auf und gab die Hilfen zum Rückwärstrichten. “Hmm jaa, ja ok. Damit können wir arbeiten. Jetzt der Roll Back”, sagte ich zu ihr und schaute ihren Hilfen genau zu. Alles richtig, nur dadurch, dass der Hengst sich nicht auf die Hinterhand setzen wollte, klappte dieser nicht ganz so gut, wie ich gehofft hatte. Auch Johanna schien ein bisschen enttäuscht. “Nicht schlimm, das bekommen wir hin. Ich weiß auch schon wie. Wie schon gesagt den müssen wir auf die Hinterhand bekommen. Jedes Mal wenn du jetzt stoppst, egal aus welcher Gangart, richtest du ihn sofort rückwärts. Es ist nicht schlimm, sollte er schief laufen, das bekommen wir später nochmal raus. Wichtig ist: stehenbleiben, rückwärts. Dann bleibt ihm keine andere Wahl mehr, als sich auf den Hintern zu setzen. Wenn er es beim Stoppen allerdings schafft, mehr nach unten zu kommen und die Vorderhand zu heben, lässt du ihn stehen. Das ist ein ganz feiner Grad, ich werde dir die nächsten Tage dabei helfen, sonst reiten wir ihn sauer.” Johanna nickte. “Alles klar. Bekommen wir damit auch die Roll Backs besser hin?”, fragte sie mich und reihte sich wieder in die Warteschlange ein. “Ja. Die Roll Backs klappen nicht, weil er sich auch da nicht setzen kann. Er muss aus der Drehung angaloppieren, weshalb er Schub aus der Hinterhand braucht. Die hat er wie gesagt nicht. Bei den Spins schafft er es, weil er sich da nur auf der Stelle drehen muss, da braucht er nicht so eine Kraft von hinten. Wir bekommen das hin, du wirst sehen”, munterte ich sie auf. Dann schaute ich Tiara an. “Ich hoffe ihr habt geübt seit meinem letzten Besuch”, sagte ich streng, lächelte kurz darauf aber wieder. Ich versuchte alle Schüler gleich zu behandeln, denn es waren alte und neue Gesichter dabei, ich wollte niemanden bevorzugen. Außerdem musste ich aufpassen, was ich in Tschetans Gegenwart zu Tiara sagte. Ich durfte mir nichts anmerken lassen, damit er Ylvi und Louis nichts erzählte, das fehlte mir gerade noch.
    Tiara startete ebenfalls mit den Spins, die auch hier klappten. Sie beide hatten immer noch ihr Problem beim Angaloppieren, doch es war seit meinem Besuch schon viel besser geworden. “Yes!”, rief ich erleichtert und zog fragende Blicke auf mich. “Endlich klappt das Anspringen”, fügte ich an, um mich selbst zu erklären. Es holperte zwar noch immer, aber Valhalla sprang an. Das war die Hauptsache, den Rest konnte man reinreiten. Das Speed Control und das Halten auf dem Zirkel war nicht die größte Stärke der Beiden, aber für den Anfang nicht schlecht. Valhalla fiel ab und zu über die Schulter rein. “Heb den Zügel damit due die Schulter hoch bekommst und schieb sie mit dem Bein raus”, rief ich den Beiden zu. Tiara befolgte meine Anweisung sofort und konnte Valhalla nun besser halten. In den unteren Klassen war es noch nicht so wild, wenn zwischen dem Großen und dem kleinen Zirkel kein wahnsinnig schneller Tempounterschied zu sehen war. Viel wichtiger war es, dass die Pferde einen schönen Zirkel ritten und ihn auch immer wieder selbst halten konnten.
    Tiara setzte zum Sliding Stop an, der dem von Johanna und Becks ähnlich sah. Ich überlegte kurz. “Zeig mal Back und Roll Backs.” Daran hatte ich nichts auszusetzen. Valhalla hatte mich beim letzten Mal wirklich Nerven gekostet, das wollte ich uns allen in dieser Woche wirklich ersparen. “Zeig mir noch einen Sliding Stop.”
    Ich wollte mir sicher sein, dass ich ihr die richtige Hilfestellung gab. Tiara setzte erneut zum Run Down an und stoppte. Erneut bremste die Stute langsam ab- das war nicht Sinn der Übung. Aber ich hatte eine Idee. “Stell dir vor, du reitest dein Pferd mit dem Kopf gegen die Wand. Zunächst berührt es diese nur mit der Nase. Treibst du es weiter nach vorne, liegt der Kopf flach auf. Treibst du dein Pferd weiter, wird es merken, dass nach vorne kein Ausweg ist. Es wird anfangen, rückwärts zu gehen. Die Wand ist also etwas, durch dass sie nicht durch kann. Das möchte ich bei ihr mit dem Gebiss erreichen. Das Gebiss soll für sie diese Wand sein. Nimmst du es an, ist für sie Schluss, es geht nicht weiter. Ich möchte euch die Idee des Fencens näher bringen. Ich bin kein großer Freund davon, aber ich denke Valhalla könnte es helfen, bis sie das mit der Wand verstanden hat. Sie ist schlau, sie wird nicht lange brauchen, um es zu verstehen… ich möchte, dass du sie jetzt nochmal angaloppierst und auf die hintere Wand zureitest. Du stoppst sie kurz vorher. Sie ist nun gezwungen, stärker abzubremsen, denn durch die Wand kann sie nicht durch. Nimm sie die ersten Male ruhig fester an, damit sie lernt, wenn du sie annimmst, ist stopp.” Tiara und auch die Anderen schauten mich zunächst ein wenig entgeistert an. Jeder kannte die Methode des Fencen. Es gab genauso viele Befürworter wie Gegner und jeder hatte andere Argumente, warum diese Methode von Vorteil, oder eben von Nachteil war. Ich war wie gesagt kein Freund davon. Doch ich war mir zu 100% sicher, dass dies in diesem Fall eine riesige Bereicherung für Pferd und Reiter sein würde. “Kannst du mir das einmal zeigen?”, fragte mich Tiara und ich nickte. Ich galoppierte Blue mit einem Küsschen an und hielt ihn kurz auf dem Zirkel, ehe ich ihn gerade richtete und wir auf die Wand zugaloppierten. Ihn musste ich ziemlich weit vorher stoppen, denn er hatte einen ziemlich langen Stop. Ich gab also die Hilfen, er setzte sich schön tief auf die Hinterhand und stoppte. Zu erst nur ein wenig, dann aber voll. Kurz vor der Wand blieben wir stehen. Ich drehte ihn im Roll Back um, galoppierte zu den anderen zurück und parierte langsam zum Stand durch. “Habt ihr gesehen, wie er zunächst nur ein wenig gestoppt hat und dann voll? Das mein ich. Die Pferde sehen die Wand und wissen, da ist Ende. Valhalla kann stoppen. Ich habe nur das Gefühl, sie will nicht wirklich.”
    “Nun bist du dran, Tiara”, sagte ich zu ihr und wandte Blue nochmal um, damit ich sie sehen konnte und nicht mit dem Rücken zu ihr stand. Sie galoppierte an und stoppte die Stute, jedoch zu zögerlich. “Stopp sie mal voll durch, nochmal.”
    Tiara galoppierte erneut an und setzte auf die Wand zu. Diesmal befolgte sie meine Anweisung und gab die vollen Hilfen zum Sliding Stop. Jetzt reagierte Valhlalla sauber, sie setzte schön unter und kam vor der Wand zum Stehen. “Oh das hätte ich jetzt nicht gedacht!”, sagte Tiara begeistert und kam wieder auf uns zugetrabt. “Siehst du. Das soll ja auch keine Dauerübung sein, nur ein paar mal, bis sie verstanden hat, was du von ihr willst.”
    Nach einem Blick auf die Uhr stellte ich fest, dass wir schon ziemlich lange dran waren. Wenn ich nochmal einen Kurs geben sollte, würde ich die Teilnehmerzahl auf nur drei beschränken, damit nicht so viel Wartezeit entstand. “Tschetan du bist dran”, forderte ich den jungen Lakota mit dem eigenwilligen Valravn auf. Ravn wurde von mir und Laurence auf die Leistungsklasse gebracht, auf der er jetzt lief. Er war fleißig, manchmal überfleißig und zeigte nicht immer sofort, wenn ihm etwas zu viel wurde. Tschetan konnte wahnsinnig gut reiten. Hätte ich ihm alles Zubehör weggenommen, wäre er trotzdem so gut wie gar nicht vom Pferd runter zu bekommen. Das wollte ich mir zum Vorteil machen, vor allem beim Sliding Stop, bei dem auch der Wallach Probleme hatte. Ravn und sein Reiter standen in der Mitte und zeigten ihre Spins. Ravn veräppelte den Jungen etwas. “Nehm ihn mal kurz an. Der läuft dir mit der Hinterhand weg. Er weiß genau, dass er stehen bleiben muss. Lehn dich ein bisschen weiter nach hinten, mach dich schwer… und dann die Hüfte öffnen, gena... genau so geht es!”
    In die andere Richtung wusste der Lakota nun genau, was er machen musste, weshalb ich nichts mehr zu bemängeln hatte. Alle erkannten sofort den Unterschied zwischen den LK 4 und den LK 2 Pferden. Auch beim Speed Control kamen die Beiden um einiges besser weg. Bei Ravn konnte man einen deutlichen Tempounterschied erkennen. Beim Galoppwechsel musste der Wallach zweimal nachspringen, was aber an der fehlenden Erfahrung von Tschetan lag. Ich würde mich morgen in der Einzelstunde mal auf den Wallach setzen und dem Jungen zeigen, wie er diesen stellen und springen konnte. Nun ging es zum Sliding Stop. Wie auf Stichwort deutete Ravn ein Stoppen an, fing dann allerdings an zu bocken und ging vorne in die Luft. Innerlich fluchte ich. Leider eine ziemlich blöde Angelegenheit des Schecken, die wir vermutlich nicht so einfach rausbekamen. “Hmmm”, murmelte ich und ritt mit Blue auf Tschetan zu. Ich stellte mich neben ihn. “Schau mal, vielleicht hilft das etwas. Ich glaube du übst zu viel Druck aufs Maul aus, deshalb bockt er. Versuch mal, annehmen, lockerlassen, annehmen, lockerlassen. Du musst im Galopp nur deine Faust schließen, nicht ziehen”, erklärte ich ihm und richtete mit Blue rückwärts, indem ich meine offene Faust schloss, öffnete, schloss, öffnete…Tschetan tat es mir gleich. “Beine weg. Lehn dich nach hinten, mach dich schwer.” Ravn richtete langsam rückwärts, schlug einmal genervt mit dem Schweif, blieb aber ansonsten manierlich. “Jetzt versuch mal so zu stoppen. Ich denke es fällt ihm dann leichter. Du kannst deine Beine noch offensichtlicher nach vorne, setz dich tief in den Sattel und klapp deine Hüfte ein, sonst sitzt du ihm im Weg. Es ist okay, wenn deine Hilfen zu viel oder übertrieben sind, von Mal zu Mal musst du weniger übertreiben”, erklärte ich ihm und trabte wieder zurück in die Reihe. “Und los”, nickte ich.
    Tschetan galoppierte Valravn wieder an. Der Run Down war langsamer als eben, aber die Schnelligkeit würde mit der Wiederholung schon noch kommen. Ravn stoppte nun besser, riss den Kopf nicht mehr hoch und wurde auch leichter auf der Vorderhand, was ihm natürlich umso mehr in die Karten spielte, um hinten besser runter zu kommen. “Ja genau! Das ist deine Aufgabe für morgen.”
    Nun fehlten noch Walla Walla Starshine und Alicia. Und natürlich Niklas mit Blue. Ich stieg ab und gab dem jungen Mann die Zügel in die Hand. “Teste ihn mal ein bisschen an. Aber alle Übungen die du machst, mach sie langsam und mit Bedacht. Blue wird von einem Kind geritten, er merkt genau wer oben drauf sitzt”, sagte ich zu ihm und sah ihm zu, wie er aufstieg und in die Mitte ritt. Dort gab er leichte Hilfen zum Spin und Blue fing an sich zu drehen. “Gut, wenn du dir sicher bist, kannst du schnalzen und dein äußeres Bein fester anlegen, dann wird er schneller.”
    Das ließ sich Niklas nicht zweimal sagen. Er befolgte meine Anweisungen und Blue legte an Tempo zu. Als er die Zügel schlagartig wieder in Ausgangsposition brachte, hatte er nicht mit einem solch abrupten Abbremsen gerechnet, so dass er leicht aus dem Sattel rutschte. Ich hatte schon einen Schritt auf sie zugemacht, doch er hielt sich wacker fest. “Das ist doch was anderes als die Pferde, die ich bisher geritten bin”, murmelte er und klopfte meinem Hengst den Hals. “Komm nochmal her, auf dich gehe ich in den Einzelstunden noch näher ein, jetzt kümmern wir uns mal um euer mitgebrachtes Pferd.”
    Niklas schien etwas enttäuscht, trottete allerdings wieder auf die Reihe zu und drehte Blue um, so dass er Alicia und Starshine zuschauen konnte. Bei ihr musste ich sofort meckern. “Ooohoo stop!”, waren meine klaren Worte, als sie eine Runde im Spin gedreht hatten. “Hast du grade die Hilfen gegeben? Oder war sie das selbst?” Alicia schaute mich etwas ratlos an. “Ich äh... “, stammelte sie.
    “Die hat dir grade aber massiv vorgegriffen. Wenn sie das macht, sofort die andere Richtung. Sie darf mitdenken, ja. Das ist super. Aber sie kann nicht einfach machen. Ist genauso wie bei Jake und Delta. Der kann nicht einfach stoppen wenn ihm danach ist. Du gibst vor, was Starshine zu machen hat.” Das hatte gesessen. Aber auch Alicia war hier bei mir, um etwas zu lernen. So etwas konnte und durfte ich nicht durchgehen lassen. “Nochmal. Dreh sie mal nur eine Runde. Oder zwei. Wechsel dann die Richtung, dreh sie vier, fünf Mal. Dann erste Seite wieder nur einmal”, war meine Anweisung und ich schaute ihr dabei zu. Starshine war auch ein Pferd, was bis jetzt durch mich trainiert worden war. Schnell stellte ich fest, dass sie sich immer noch das Gelenk vorne anschlug, weshalb sie auch noch immer ihren Schutz, den Knee Boot trug. Schon damals im Training war mir ihr Vorgreifen aufgefallen, aber ich hatte ihr das bei mir sofort ausgetrieben. Dass sie das so extrem bei einem anderen Reiter machte, hatte ich nicht gewusst.
    “Besser. Jaaa, viel besser!”, lobte ich die Beiden nun und schickte sie auf den Zirkel. Die hielt sie mittlerweile selbstständig, fiel nicht mehr über die Schulter ein oder driftete nach außen. Auch der Galoppwechsel war sauber. Beim Sliding Stop und Roll Back musste ich jedoch wieder den Kopf schütteln. “Nein so nicht. Da arbeiten wir aber morgen dran. Sie stoppt gut, springt wahnsinnig gut rum und galoppiert fast auf der Linie zurück, von der ihr gekommen seid. Aber es darf nicht sein, dass sie dir auch hier vorgreift. Morgen Nachmittag arbeiten wir auch an ihrem Automatismus, bezüglich aller Manöver”, erklärte ich.
    “Das wars auch schon für heute. Morgen früh um acht gibt es Frühstück für alle unten im Esszimmer. Um zehn treffen wir uns alle hier für eine kurze Gruppenstunde. Mittagessen gibt es um…”, ich überlegte kurz “halb zwei. Um halb drei geht es mit den Einzelstunden los. Angefangen mit Johanna, dann Jake, Tiara, Tschetan und zum Schluss Alicia und Niklas. Die genauen Uhrzeiten gebe ich euch noch durch”, verkündete ich und klatschte ein paar Mal in die Hände. “Ein super erster Tag.”
    Am nächsten Morgen, dem zweiten Tag des Kurses, trafen wir uns alle zusammen um zehn Uhr in der Halle. Heute hatte ich nicht nur Blue dabei, den ich Niklas in die Hand drückte, sondern auch meinen bunten Schecken Gunners Styled Gangster. “Das hier ist Gangster”, stellte ich das Pferd kurz vor. “Er ist auf einem guten LK 4 Niveau und ich trainiere ihn gerade für die LK 3. Da wir heute morgen an den Spins arbeiten wollen kann ich euch mit ihm ein bisschen besser zeigen, worauf es ankommt, da er noch nicht so sicher ist wie Blue.”
    “Zunächst ist Warmreiten angesagt”, kündigte ich die erste Aufgabe für heute an und sofort setzten sich alle Pferde in Bewegung. Mit Gangster hatte ich mehr Mühe, ihn von den Stuten wegzuhalten, als die anderen Teilnehmer. Der Hengst war da einfach ein Dickschädel, weshalb ich ihn mit vielen Stellungs- und Biegungsaufgaben belästigte, so dass er gar keine Zeit zum Angraben der Stuten hatte. Alle Teilnehmer nahmen erneut ihren Platz an der kurzen Seite der Halle ein, so dass ich mich in einiger Entfernung vor sie hin stellen konnte, und die Übung vormachen konnte.
    Ich fing an, mit Gangster kleine Kreise zu reiten, die ich mal größer und mal kleiner werden ließ. Ab und zu blieb ich auch mal ganz stehen und gab die Hilfen zum Spin. “Es gibt einige Pferde unter euren, die versuchen voraus zu ahnen, was ihr vorhabt. Dem möchte ich mit dieser Übung entgegen wirken. Auch den anderen Pferden bringt es etwas, denn sie müssen sich immer wieder auf das innere Bein konzentrieren und ihren Spin drum herum machen. Sucht euch alle ein Plätzchen hier in der Halle aus, es ist ja genug Platz. Ich reite dann rum und gebe Tipps”, war meine Anweisung und die Reiter schwärmten aus, um sich ihr Plätzchen zu suchen.
    Ich startete mit Niklas und Blue. “Blue macht genau das, was du ihm von oben sagst. Macht er etwas falsch, überdenk deine Hilfen”, war meine Hilfe an ihn. Weiter ging es zu Starshine und Alicia. “Jaaa, ja gut!”, lobte ich die Beiden. “Starshine merkt immer mehr, dass du es bist, die die Anweisungen gibt.”
    Bei Tschetan blieb ich eine längere Zeit stehen. Ich wollte dem Jungen so viel es ging helfen, denn er hatte große Chancen auch mal selbst ins Turnier- und Trainerwesen einzusteigen, wenn er jetzt die Hilfe bekam, die er brauchte. “Auch hier, versuch es mit annehmen und locker lassen. Ich denke Ravn ist ein Pferd, der darauf besser anspringt als auf konstanten Druck… jaaa, besser.” Tschetan setzte sich tief in den Sattel, öffnete die Hüfte und nahm seine Hände nach rechts. Auch wenn in der LK 2 mit Bit with Shanks geritten wurde, hatte ich ihn dazu verdonnert mit einfacher Wassertrense zu reiten. So konnte er beide Hände benutzen und verwirrte Ravn nicht. Er zupfte kurz am rechten Zügel, ließ dann locker und zupfte wieder. “Denk ans Klopfen mit dem äußeren Bein”, wies ich ihn an und Ravn fing an sich zu drehen. Er war wahnsinnig leicht auf der Vorhand und schaffte es, sich hier bei den Spins schön zu setzen. Warum er das bei den Sliding Stops nicht so machte, war mir zwar noch immer ein Rätsel, aber am Nachmittag gingen wir dem auf die Spur.
    Tiara und Valhalla strengten sich ebenfalls an. Ihr gab ich nur den Tipp, immer wieder an die Schulter zu denken und wenn die Mustangstute nach innen fiel die Hand zu heben, damit die Schulter wieder hoch kam.
    Jake und Delta machten sich gut, ebenso Johanna und Becks.
    “Das wars auch schon für heute Morgen”, erklärte ich meinen Teilnehmern mit einem Blick auf die Uhr. “Heute Mittag versuch ich im halbe Stunde Takt zu arbeiten, damit ihr eine ungefähre Ahnung habt, wann ihr dran seid. Niklas du kannst Blue im Stall an einen der Mitarbeiter abgeben. Meine Mitarbeiter zeigen euch auch wohin ihr eure Pferde auf die Koppel stellen könnt.” Damit war die Stunde beendet und alle verließen wieder die Halle… bis auf Tiara und ich.
    “Kann ich dir noch bei etwas helfen?”, fragte ich sie professionell und hielt Gangster in einger Entfernung zu ihr an.
    “Ich äh…”, fing sie und wusste scheinbar nicht so wirklich, was sie sagen sollte. “Ich wollte dir nur sagen… was zwischen uns beiden passiert ist.. das bleibt unter uns. Ich werde das keinem sagen.”
    Ich schluckte kurz und nickte. “Das war eine dumme Idee gewesen. Ich danke dir, dass du es für dich behältst.” Damit war für mich alles gesagt. Ich trieb Gangster wieder an und sah aus dem Augenwinkel, wie Tiara die Halle verließ. So ein Mist… jetzt verfolgte mich sowas auch noch nach Hause. Aber ich hätte damit rechnen müssen- und dann hatte ich sie auch noch eingeladen, zwei weitere Wochen hier bei uns zu verbringen. Mein Ausrutscher war nichts weiter als ein Ausrutscher, der nicht noch einmal passieren durfte. Nicht mit einer Schülerin von mir.
    Mühsam raffte ich meine Gedanken wieder zusammen und trainierte noch ein wenig mit Gangster. Ich testete die Spins nochmal an, feilte ein wenig an den Run Downs und beendete das Training mit ein paar wirklich guten Sliding Stops.
    Am Nachmittag war meine erste ‘Kundin’ Johanna mit ihrem Hengst Becks. “Gut, wärmt euch gründlich auf”, sagte ich zu ihnen und zog meinen Stuhl hinter mir her in eine Ecke der Reithalle. Zum Einzeltraining war ich ohne eigenes Pferd gekommen, so konnte ich besser helfen und mich zur Not auch mal schnell selbst drauf setzen.
    Johanna galoppierte den Hengst an, lenkte ihn auf gerader Linie auf die kurze Seite der Halle zu und stoppte. “Aus dem Stoppen heraus sofort rückwärts… jaaaa. Gut. Nochmal.”
    Daraus bestand eigentlich unsere halbe Stunde Training. Galoppieren, stoppen, rückwärtsrichten.... Galoppieren, stoppen.. stehen! “Oh das war sehr gut, lob ihn!”, rief ich zur ihr rüber und war voller Elan aus meinem Stuhl aufgesprungen. “Hast du gemerkt wie er mit der Hinterhand runtergekommen ist und vorne leicht geworden ist? Genau das wollen wir haben! Ich hatte eigentlich noch mehr Stops mit euch vor aber wir lassen es heute dabei. Das war wirklich super und mehr, als ich erwartet hatte. Belassen wir es dabei.”
    Johanna ritt den Hengst noch eine Weile ab. Jake war auch schon dabei, seinen Hengst aufzuwärmen. “Weißt du noch wie die Übung geht, die ich dir gesagt hatte?” Er nickte zögerlich. “Ich kann es dir auch gerne einmal zeigen.”
    “Ja gerne”, antwortete er mir und stieg ab.
    Ich ging auf den Hengst zu, streichelte ihm kurz über den Hals und setzte mich in den Sattel. “Du fängst im lockeren Galopp an, deine Aufgabe sind gerade Linien”, erklärte ich ihm und richtete den Hengst gerade. Wir galoppierten auf die kurze Seite der Halle zu, legten ein wenig an Tempo zu aber ich stoppte den Hengst nicht. Er stoppte von selbst, so dass ich ihn aus dem Stoppen heraus mit einem Küsschen und viel Treiben weitergaloppierte und wir um die Ecke setzten. “Genau das darf er eben nicht”, erklärte ich Jake und galoppierte wieder auf ihn zu. Dieses Mal nahm ich den Hengst ziemlich zurück und behielt ihn wirklich langsam. Er rechnete überhaupt nicht mit meinem Kommando zum Stoppen, so dass er mit der Nase fast an der Wand landete. “Er hört nicht zu, siehst du?” Gleich nochmal. Ich wandte den Hengst wieder in die andere Richtung und galoppierte in mittlerem Tempo. Kurz vor Ende der Halle trabte ich ihn um die Kurve, ließ ihn wieder im richtigen Galopp anspringen und legte nun einen richtigen Run Down hin. Auf mein Kommando zum stoppen achtete der Hengst dieses Mal und kam in einer Staubwolke zum Stehen. Ich lobte ihn und stieg ab, damit Jake sich wieder in den Sattel setzen konnte. “Jetzt bist du dran.”
    Jake und Delta stellten sich wirklich gut an. Jake hatte jedoch etwas mehr zu kämpfen als ich, so dass ich diese Übung am nächsten Tag bei ihnen auf jeden Fall nochmal aufgreifen wollte. “Es gibt viele Reiningtrainer die bringen ein System in die Run Downs. Zweimal langsam, einmal schnell mit Stop am Ende. Pferde sind nicht dumm, die merken sich das genau und wissen was los ist. Deshalb will ich dass du daran weiter arbeitest. Auch die nächsten Tage noch und bitte ohne System. Sobald du um die Kurve geritten bist entscheidest du, ob du schnell oder langsam galoppieren willst, mit Stop, Roll Back, Back Up oder Stand.”
    “Alles klar, danke Caleb.” Damit verabschiedete er sich für heute und ich sah auf die Uhr. Wir lagen noch gut in der Zeit. Nun war Tiara mit Valhalla an der Reihe, sie waren sich auch schon am Aufwärmen.
    “Na, wie gut gelaunt ist unsere Zicke heute?”, fragte ich die beiden und Tiara lächelte kurz.
    “Ich denke gut- motiviert, würde ich sagen. Ihr tut die Bewegung und das Training wirklich gut”, sagte sie.
    “Das ist toll. Man sieht eure Fortschritte auch wirklich”, lobte ich sie und schickte sie auf die Gerade. “Versuch sie mal so zu stoppen, ohne die Wand. Ich möchte sehen, ob von gestern etwas hängen geblieben ist. Und stopp sie bitte voll durch. Nicht halb und nicht nur ein bisschen- ganz.”
    Tiara galoppierte die Stute an und lenkte sie auf die Gerade. Nach einer kurzen Beschleunigung stoppten die Beiden voll durch. Ungläubig schaute ich Tiara an, die über beide Ohren strahlte. “Ich äh.. das gestern hat wohl schon geholfen”, war meine etwas perplexe Aussage. Auch Tiara bekam die Aufgabe, mehr Stops hinzulegen, einfach damit sie mehr Übung bekam.
    “Für heute bin ich sehr zufrieden mich euch, das reicht”, beendete ich auch ihre Trainingsstunde und freute mich schon auf Tschetan und Ravn.
    “Heute Morgen hast du ja schon gezeigt, dass du Umsetzen kannst, was ich von dir verlange. Jetzt gehen wir nochmal an die Sliding Stops”, erklärte ich ihm und gab ihm immer wieder kleinere Tipps, wie er im Maul noch weicher werden konnte. “Übertreib mit deinem Körper. Gib ihm damit die Signale, Ravn braucht das mehr, als den Zügel… jaaa, genau so. Und Tschetan…”, fing ich an, “ich habe mir überlegt dass ich Ravn erst nach dem Kurs reite und vollends in die LK 2 bringe. Es verwirrt ihn mehr, als dass es ihm nützt, wenn wir ständig die Trense und die Art des Reitens wechseln.”
    “Oh, wenn du das sagst, Caleb”, meinte er und schaute zur Bande. Plötzlich hellten sich seine Züge auf. Kaya, Betsy und Ylvi standen am Rand und schauten uns.
    “Steht ihr schon lange da?”, fragte ich sie doch die Drei schüttelten den Kopf.
    “Also gut Tschetan, stopp noch ein paar Mal und dann ist auch schon gut für heute”, erklärte ich ihm und ging an die Bande, um ein wenig mit Ylvi und Betsy zu sprechen. “Tschetan macht das wirklich gut, besser als ich”, schmollte Ylvi schon fast, was mich zum Grinsen brachte. “Vielleicht wird es für Tschetan Zeit, hier ein eigenes Pferd zu haben, ganz für sich alleine?”
    Ylvi sah von mir zu Tschetan und Ravn, dann wieder zu mir zurück. “Ich hatte zwar eigentlich nicht Ravn gemeint, aber…”, meinte ich schulterzuckend und ging wieder zu dem jungen Lakota. “Ist gut, das reicht für heute, wir wollen es ja nicht übertreiben. Aber du setzt das wirklich gut um.”
    Als letztes folgten nun noch Alicia und Niklas mit Starshine. Niklas begann und ritt die Stute warm, ehe ein paar Manöver ausprobierte. Ich gab ihm Tipps und zeigte ihm ein bisschen etwas, damit er sich verbessern konnte.
    Dann war meine eigentliche Kundin, Alicia, an der Reihe. Niklas und sie tauschten die Plätze und es ging in die vollen. “Ich schau dir einfach zu, zeig mir ein paar Manöver, vor allem Run Downs und Spins. Ich will sehen, dass du die Signale gibst, nicht dein Pferd.” Ich war streng zu ihr, aber das musste ich auch sein. Starshine wusste genau, mit wem sie diese Spielchen treiben konnte. Eigentlich war dies nur ein Zeichen, dass sie ziemlich schlau war. Aber sie sollte ihr Wissen für den Reiter nutzen, und nicht gegen ihn verwenden.
    Aber heute lief es gut. Alicia hatte den Trick raus und wenn Starshine am Ende des Run Downs und des Sliding Stops nach rechts wegspringen wollte, gab sie blitzschnell die Hilfen nach links und brachte ihr Pferd so dazu, ihr wirklich zuzuhören.
    Am nächsten Morgen hatte ich für die Gruppenstunde meine Stute Stormborn dabei. “Ich zeig euch einmal, wie ihr euer Pferd korrigieren könnt, wenn sie nach innen oder außen im Zirkel wegbrechen”, erklärte ich den Teilnehmern und galoppierte Khaleesi an. Sie war ein Pferd, der es schwer fiel, die Richtung zu halten und noch vermehrt korrigiert werden musste. Ich lenkte sie auf den Zirkel, behielt sie kurz auf der Spur und senkte dann meine Hand als Zeichen, dass sie nun den Zirkel selbst beibehalten sollte. Als sie nach außen wegdriftete, lenkte ich sie abrupt nach innen, fast auf die gegenüberliegende Seite und bog sie da wieder auf den Zirkel. Das Gleiche machte ich noch ein paar Mal. “Ich zeige ihr so, wo ich sie haben will und dass auf das Driften nach außen augenblicklich eine Reaktion von mir folgt, die sie wieder auf meinen Zirkel zurückbringt.” An X wechselten wir die Hand mit einem fliegenden Galoppwechsel. Hier hatte sie das Problem, dass sie nicht nach außen driftete, sondern mit der Schulter reinfiel, was auch Valhallas Problem war. Als sie einbrach, nahm ich die Zügel sofort aus und machte in meinen Zirkel ein kleines Ohr, welches wir im Außengalopp absolvierten, damit ihr nichts anderes übrig blieb, als die Schulter zu benutzen, die sie zuvor ‘verloren’ hatte. “Eure Zirkel bekommen so also Ohren, wie ein Bär zum Beispiel”, erklärte ich im Vorbeireiten. Ihnen bleibt so nichts anderes übrig, als die Schulter mitzunehmen. Ihr dürft auf keinen Fall zulassen, dass sie umspringen. Die Übung macht nur Sinn, wenn ihr sie dabei im Außengalopp behaltet.”
    Meine Anweisung war klar und nacheinander ritten alle Teilnehmer ihre Zirkel. Manch einer brauchte die Übung, manch einer nicht. Die, bei denen das Zirkeln ohne Probleme klappte, brachte ich Speed Control näher. “Wenn euer Pferd nicht langsam galoppieren will… reitet ihr so lange große Zirkel bis sie müde werden. Irgendwann wollen sie langsam galoppieren. Das macht ihr euch zu Nutze, halte sie eine Runde auf dem kleinen Zirkel und pariert dann zum Schritt durch. Die Pferde lernen dadurch, dass wenn sie langsam galoppieren, es eine Pause gibt… wie man Pferde schnell bekommt dürfte ja klar sein”, - zustimmendes Nicken.
    Auch bei dieser Übung stellten sich alle gut an, so dass ich es kurz darauf für heute gut sein ließ. Am Nachmittag übte ich mit allen eigentlich nur die Übungen vom vorherigen Tag, so dass sich dort nicht viel tat.
    Auch am nächsten Morgen bestand das Training aus ein bisschen Wiederholung, ehe es an die Run Downs und Sliding Stops ging, die auch Bestandteil des Nachmittagstrainings waren. Die Reiter- Pferdkombinationen stellten sich bereits viel besser an, als am Montag. Ich musste nur noch vereinzelt Tipps und Hilfe geben, ansonsten kamen sie alle gut zurecht. Die gute Vorarbeit kam mir wirklich am Freitag und Samstag zu Gute. Am Freitag standen erneut Stops auf dem Plan, angegliedert an Roll Backs und Back Up. Auch ein paar fliegende Galoppwechsel wurden eingebaut. “Wenn die Roll Backs nicht so ganz klappen wie ihr möchtet, dann Stopt, fragt eineinhalb Runden Spin ab und galoppiert dann auf eurer Spur zurück. Das hilft euren Pferden ungemein”, erklärte ich dazu und schaute mir die Reiter nacheinander zufrieden an. Die Galoppwechsel waren bei den schnellen Zirkeln kein Problem, nur bei den langsamen haperte es des Öfteren. Aber das war reine Übungssache und wurde mit Wiederholung besser.
    Den Samstag verbrachten wir mit dem Reiten von ganzen Pattern. Nun waren nicht mehr nur einzelne Aufgaben gefragt, sondern die Kombinationen aus allen Übungen. Die Reiter waren allerdings alle gut vorbereitet. Ich brach heute auch keinen der Reiter ab, sagte ihnen am Ende ihres Rittes, was nicht gepasst hatte und ließ sie dann den Teil wiederholen, wo sich ein Fehler eingeschlichen hatte.
    “Ich habe mir überlegt, mit euch morgen ein kleines Stück ausreiten zu gehen. Damit ihr wenigstens etwas vom schönen Kanada sehen könnt, außer meinem Hof”, verkündete ich den Plan für morgen. “Morgen früh gibt es ganz normal Frühstück, dann habt ihr freie Zeit… um 12 Uhr gibt es Mittagessen und um halb zwei geht es dann los.”
    “Oh darauf freu ich mich!”, lachte Tiara und erntete einen vielsagenden Blick von mir.
    “Du hast ja noch zwei Wochen etwas davon, die anderen leider nicht.”
    “Dann hoffen wir mal, dass du uns morgen ein paar schöne Plätze zeigst”, sagte Johanna sichtlich begeistert und schien sich schon auf den morgigen Tag zu freuen.
    Der Nachmittag kam schneller als gedacht und ich wusste eigentlich gar nicht so genau, wo ich mit den Teilnehmern hinreiten wollte, bis Tschetan mich zur Seite nahm. “Wie wäre es denn mit dem Weg durch den Wald, an den Rindern und dem Fluss vorbei zur Ferienranch?”
    “Oh das ist eine gute Idee!” Ich nickte und verschwand im Haus. Mit ein wenig Proviant und Satteltaschen kam ich wieder raus. Ich reichte jedem eine der Satteltasche, eine Flasche Wasser und ein paar Snacks. Dann machten wir uns auf den Weg. Ich ritt mit Cielos vorne weg, weil Niklas auf Blue ritt. Cayce bildete mit seinem Wallach Whitetails Shortcut das Schlusslicht. In der Mitte die Kursteilnehmer mit genügend Platz zwischen den Hengsten und den Stuten. Tschetan ritt immer mal wieder neben mir, erzählte mir etwas und ließ sich dann wieder hinter mich fallen. Durch den Wald kamen wir schnell, so dass wir zügig bei den Rindern waren. So konnte ich Vergnügen und Arbeit miteinander verbinden, in dem ich immer mal wieder einen Blick auf den Zaun warf, der allerdings, zumindest hier an dieser Stelle, in tadellosem Zustand war.
    Am Fluss suchte ich die kleinste und flachste Stelle aus, damit wir nicht zu nass wurden, denn es war noch immer sehr frisch hier. Zu guter Letzt ging es einen Berg hinauf und dann, nach einer knappen Stunde, waren wir an der Ferienranch angekommen, von wo aus man das ganze Tal, einschließlich die weiter entfernte Ranch sehen konnte.
    Wir stiegen von den Pferden, banden sie am Zaun an und setzten uns an einen der Tische, die dort an den Häusern standen. Zur Zeit war die ganze Ferienranch leer, sie war auch noch gar nicht wirklich renoviert worden, denn dafür hatten wir bislang kaum Zeit gehabt. Das sollte sich dieses Jahr allerdings ändern.
    “Es ist so schön hier”, sagte Alicia und ließ den Blick schweifen.
    “Nur etwas schade, dass sie von der Ranch so weit weg ist”, meinte ich und kramte mit meiner Hand in der Chipstüte herum. “Wenn mal etwas hier sein sollte ist man zu weit weg, um schnell zu helfen- oder man müsste jemanden einstellen, der hier wohnt”, murmelte ich weiter und stand dann auf, um zu Blue zu gehen und mir meine Trinkflasche aus der Satteltasche zu holen.
    Wir verbrachten noch ein wenig hier oben auf dem Berg, unterhielten uns, tauschten uns aus. Auch Tschetan, der bisher bei den ganzen Erwachsenen ziemlich viel geschwiegen hatte, meldete sich ab und an zu Wort.
    Schließlich machten wir uns wieder auf den Rückweg und legten auf einem der offenen Felder einen kleinen Galopp hin.
    Auch den Abend verbrachten wir gemeinsam, ehe am Montagmorgen Abreisetag war. Alicia und Niklas mit Walla Walla Starshine waren die ersten, die zum Flughafen gefahren wurden. Sie bedankten sich für die Hilfe und auch dafür, dass sie zu zweit anreisen durften und ich sie beide unterrichtet hatte.
    Wenig später machte sich auch Jake mit A Painted Smart Delta auf den Weg. Er sollte Snoopy schöne Grüße ausrichten, schade, dass sie uns nicht besucht hatte.
    Auch Johanna mit Four Bar Chocolate Becks musste uns verlassen. Cayce fuhr sie zum Flughafen. Ich versprach ihr, sie auch einmal besuchen zu kommen, denn ich war sehr neugierig auf ihre anderen Quarter Horse Hengste. Ich hoffte inständig, dass ich ihr weitergeholfen hatte und einen Grundstein für das weitere Reiningtraining legen konnte.
    Tiara und Valhalla und natürlich Tschetan und Valravn blieben hier bei uns. Am Nachmittag wollte ich mir den Wallach schnappen und ihn mal mit Bit reiten. Auch Gangster und Stormborn brauchten noch ein bisschen Training. Was ich hier mit Tiara anfing, dem war ich mir noch nicht so ganz sicher.

    Walla Walla Starshine Reining LK 2 - LK 1, Stormborn Reining LK 2 - LK 1, A Walking Honor Reining LK 4 - LK 3, A Shining Chrome Pleasure LK 2 - LK 1, Honey’s Aleshanee Trail LK 4 - LK 3
    Mai 2020, by Veija
    Caleb
    Schon ein paar Tage war meine alte Freundin Walla Walla Starshine wieder bei uns. Bereits im letzten Monat hatten wir das Vergnügen beim Reiningkurs gehabt, bei dem ich sie von der LK 3 in die LK 2 gebracht hatte. Seit dem war wohl bei ihr zu Hause nicht mehr viel gelaufen, trainingstechnisch, weshalb Alicia sich kurzerhand entschieden hatte, sie wieder zu uns zu geben- mit dem Wunsch, dass sie von Cayce oder mir trainiert werden sollte. Dieses Pferd ließ ich mir allerdings nicht entgehen, so dass ich sie selbst reiten würde.
    In Erinnerung geblieben war die Stute mir durch die hohen Boots, die ihr Vorderbein schützten, da sie sich ab und an vorne anschlug und dadurch, dass sie des Öfteren im Training vorgriff. Um dem entgegenzuwirken hatte ich schon einige Übungen und Kniffe parat, weshalb ihr dieses Verhalten bald ganz schön lästig werden würde.
    Gleich am ersten Tag des Trainings machte sie sich ihr Leben so unglaublich schwer. Ich befand mich auf den Run Linien, ließ sie im lockeren Galopp hoch und runter laufen, immer im gleichen Tempo. Zog sie an, stoppte ich sie sofort und wir setzten rückwärts zurück an die Wand. Leider kam das ziemlich oft vor, so dass Cayce, der mit Stormborn ebenfalls in der Halle war und sie in die LK 1 bringen sollte, mich fragte, was ich da eigentlich machte.
    “Die greift zu viel vor. Wenn ich langsam galoppieren will, soll sie einfach langsam bleiben. Auch wenn ich hier auf der Run Linie bin, wo eigentlich die Sliding Stops gemacht werden, hat sie nicht einfach loszurennen- und wenn sie meint, sie müsste anziehen dann wird gestoppt und sie kann rückwärts wieder bis zur Wand.”
    “Ach deshalb auch der hohe Knoten im Schweif.”
    “Genau, damit der aus den Füßen ist und sie sich nicht drauf tritt. Also nochmal.” Dabei galoppierte ich Walla Walla Starshine erneut an und hielt sie im langsamen Galopp. Wieder zog sie an. Stoppen, rückwärts an die Wand. Völlig unerwartet für sie galoppierte ich sie zügig an, steigerte das Tempo und stoppte sie kurz vor der Wand. Dabei blieb sie genau mit der Nase vor der Wand stehen.Einen halben Spin nach rechts, wieder ein richtiger Run zur gegenüberliegenden Wand mit Sliding Stop.
    Kurz ließ ich sie verschnaufen, ehe ich sie vor die Wand ritt, umdrehte und einen langsamen Galopp abfragte, den sie mir nicht gab, sondern wieder fullspeed losrannte. Also stoppte ich sie erneut, setzte sie sofort wieder rückwärts gegen die Wand. So verbrachte ich unsere heutige Einheit und sogar die am nächsten Tag ganz. Alicia hatte mir erzählt, die Stute sei ein, zwei Turniere zuhause gegangen. Nicht unter ihr selbst sondern unter einer anderen Reiterin. Ich vermutete, dass sie diesen Fehler in die Stute wieder reingeritten hatte, nachdem wir auf einem so guten Weg gewesen waren. Anstrengend für mich, anstrengend für Starshine. Aber es nutzte ja nichts, am Ende unserer gemeinsamen Zeit würden wir den Automatismus wieder durchbrochen haben- ansonsten würde sie so lange bleiben, bis es so war.
    Den nächsten Tag gab ich Starshine frei, so dass ich mich um A Walking Honor und A Shining Chrome kümmern konnte. Der Hengst war fast auf LK 1 Niveau in der Pleasure, Bee fast auf LK 3 Niveau in der Reining. Cayce hatte ich neben Stormborn noch Honey’s Aleshanee angedreht, die fast LK 3 fertig für die nächste Trailsaison war.
    Am nächsten Tag ging es dann wieder mit dem Kundenpferd weiter. Heute konzentrierte ich mich vorwiegend auf das Zirkeln und die Spins. Keine Sliding Stops, keine Runs. Simples Zirkeln und Hinterhandwendungen.
    Starshine galoppierte gelassen ihre Runden, wurde auf meine Hilfen hin schneller und auch wieder langsamer. An X wechselte sie gut, zeigte sich motiviert und griff hier auch nicht so viel vor.
    Bei den Spins schlug sie sich noch immer an. Das würde wohl ihr Leben lang so bleiben, weshalb ich Alicia empfehlen würde, sie nicht auf Dauer im hohen Reiningsport laufen zu lassen. Im Trail oder in der Pleasure war die Stute auch gut aufgehoben, vielleicht auch Ranch Riding. Dort musste sie auch spinnen, aber nicht so viele auf einmal und auch nicht in so einem Tempo. Gab ich Starshine nämlich die Hilfen zum langsamen Spin, bekam sie ihre Beine schnell genug von der Stelle und schlug nicht an.
    Das brachte mich auf eine Idee, die ich auch gleich ausprobierte. Ich trabte die Stute im Kreis, hielt sie an und richtete ein paar Schritte rückwärts. Aus der Rückwärtsbewegung gab ich das Kommando zum Spin. Sofort merkte ich, dass die Stute mehr Last auf der Hinterhand aufnahm als noch zuvor. Ich drehte sie zunächst langsam, wurde zwischendurch immer mal wieder schneller, dann wieder langsamer. Das brachte einen kleinen Erfolg, denn sie schlug sich nur einmal das Knie an.
    Für heute hörte ich auf, ritt sie trocken und brachte sie wieder auf ihre kleine Koppel.
    Die nächsten Tage vergingen relativ gleich. Fünf Tage die Woche stand sie im Training, zwei hatte sie immer frei, in denen ich mich vermehrt um die anderen Pferde kümmerte, für die die Turniersaison bald beginnen würde.
    An den letzten Tagen , an denen Walla Walla Starshine auf der Ranch war, ritt ich vermehrt ganze Patterns von vorne bis zum Ende durch, baute aber auch einfache, in der Schnelligkeit variierende Galoppaden auf den Run Linien ein, damit sie sich nicht darauf ausruhen konnte, dass sie nun ein paar mal alles geben durfte. Zum Fremdreitertest setzte ich Cayce ein paar Ritte auf die schöne Fuchsrabicanostute. Er hatte mehr mit ihr zu kämpfen, sie durchschaute ihn sofort und checkte, dass er ein nicht ganz so starker Reiter war. Starshine würde in Profihänden eine richtig tolle Figur auf Turnieren machen!
    Zum Abschluss des Trainings ritt ich sie erneut eine ganze Pattern durch, forderte sie in jeder Hinsicht noch einmal dazu, ihr Allerbestes zu geben. Ich war mir sicher, dass die Sliding Stops auf dem Turnier eine +1 geben würden, auch wenn die Spins vermutlich bei -0,5 bis 0 Score landen würden.
    Am Abreisetag bot ich Alicia an, die Stute in einem guten halben bis dreiviertel Jahr noch einmal für ein paar Tage Korrektur zu reiten, zu einem unschlagbaren Preis. Dazu würde ich sie auch gerne bei ihr zu Hause besuchen.

    Die Kür

    Als die Hengste mit ihren Präsentationen durch waren, wurde das Bild kurz schwarz und es wurde „Es geht gleich weiter!“ eingeblendet. Lucy war mittlerweile weg. Als das Bild wieder anging war eine wunderschöne Schimmel Stute mit ihrem Reiter in der Halle. Stormborn, fünf Jahre, American Quarter Horse wurde unten eingebildet inklusive einiger Informationen zu ihr. Der Reiter war Caleb O'Dell, er hatte offensichtlich schnell das Pferd gewechselt. Das Outfit war fast identisch, nur er hatte die Pleasure Weste gegen ein einfaches besticktes Hemd getauscht. Caleb stellte sich mit Stormborn in die Mitte und startete seine Prüfung nach dem Grüßen der Richter mit einem Spin. Zuerst ließ er Stormborn nach rechts drehen, nach einem Stop auch noch nach links. Dann ging es Los, aus dem Stand galoppierte er Stormborn an. Die Stute sprang sofort an, Caleb lenkte Stormborn auf einen Großen Zirkel, diesen ließ er sie schnell galoppieren. Nach zwei Runden verlangsamte er und lenkte Stormborn auf einen kleineren Zirkel, um die Speed Control zu demonstrieren. Nach zwei Runden im verlangsamten Tempo ließ Caleb Stormborn die Hand wechseln. Stormborn wechselte perfekt auf dem Punkt die Hand und Caleb ließ sie zuerst einen langsamen Zirkel galoppieren, dann ging er in den leichten Sitz und es ging los auf den großen Zirkel, diesen ließ er sie zweimal gehen. Nach der zweiten Runde wendete er an der kurzen Seite der Bahn auf die Mittellinie ab, ließ Stormborn Tempo aufnehmen und ließ sie in der Mitte des zweiten Zirkels einen Sliding Stop machen. Mit Hilfe eines flotten Roll Backs ging es wieder zurück, auf einer neuen Linie ließ er sie wieder Tempo aufnehmen. Auch dieses Mal zeigte Stormborn einen guten Sliding Stop und einen ebenso guten Roll Back. Da bei einer Krönung alle Gangarten gezeigt werden müssen ritt Caleb nun auf die ganze Bahn. Stormborn schritt taktklar und fleißig außen an der Bande entlang. Es war schön zu sehen, dass sie nach den flotten Lektionen so entspannt schreiten konnte. Weiter ging es mit dem Jog, einem langsamen Trab. Auch diesen zeigte Stormborn in schöner Manier. Sie trabte mit entspannten Tritten außen um die Bahn herum. Caleb wechselte nun die Hand, Stormborn verlor für einen Moment den Takt, fing sich aber schnell wieder. Eine Runde im Schritt folgte noch, dann ritt Caleb nach dem Verabschieden der Richter aus der Halle. Der Bildschirm wurde schwarz und einige Informationen und das Pedigree von Stormborn wurde eingeblendet, bevor das nächste Reiter Pferd Paar in die Halle kam.
    2528 Zeichen mit Leerzeichen, gezählt auf zeichenzähler.de by AliciaFarina

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    by AliciaFarina, Reiter Lou/Veija
     
    Zuletzt bearbeitet: 5 Juni 2021
    Wolfszeit und Mohikanerin gefällt das.
  3. Veija

    Veija Bekanntes Mitglied

    Veija aka Caleb O'Dell mit Frosty Lagoon
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    Steckbrief
    Exterieur
    Name: Frosty Lagoon
    Rufname: Elsa
    Alter: 5 Jahre
    Geschlecht: Stute
    Größe: 1,50m
    Rasse: American Quarter Horse
    Fellfarbe: Bay Splash



    Stammbaum
    von: unbekannt
    aus der: unbekannt


    Charakter & Geschichte:
    Elsa stammt von einer Ranch aus den USA. Sie ist Reining gezogen und schon einige Turniere gelaufen. Sie ist eine nette, unkomplizierte Stute. Nicht nur im Umgang, sondern auch unter dem Sattel.

    Zuchtinfos
    Gekört/Gekrönt: nein

    Besitzer: Veija (Caleb O'Dell)
    Vorbesitzer:
    Gezüchtet bei/Zucht:


    VKR: Canyon

    Kaufpreis: 250 Joellen
    Zu Verkaufen: nein


    Qualifikationen:

    eingeritten
    eingefahren

    Dressur E
    Springen E
    Military E
    Distanz E
    Galopprennen E

    Western


    Erfolge:
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    1. Platz 576. Westernturnier
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    2. Platz 565. Westernturnier
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    3. Platz 570. Westernturnier
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    1. Platz 538. Rennen
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    2. Platz 545. Rennen
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    3. Platz 549. Rennen, 3. Platz 551. Rennen
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    1. Platz 472. Militaryturnier, 1. Platz 482. Militaryturnier
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    2. Platz 483. Militaryturnier
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    1. Platz 1. Auslosung 470. Distanzturnier, 1. Platz 471. Distanzturnier
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    2. Platz 465. Distanzturnier, 2. Platz 468. Distanzturnier, 2. Platz 473. Distanzturnier
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    3. Platz 477. Distanzturnier
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    1. Platz 625. Dressurturnier, 1. Platz 626. Dressurturnier
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    3. Platz 620. Dressurturnier
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    1. Platz 621. Springturnier
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    2. Platz 617. Springturnier
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    3. Platz 627. Springturnier



    Gesundheit:
    Gesundheitszustand:
    Letzter Besuch:


    Hufschmied:
    Letzter Besuch:
    Beschlag:


    Die Kür
    Nachdem ich bereits Heza Bat Man als auch Stormborn vorgestellt hatte, war nun Frosty Lagoon aka Elsa an der Reihe. Mit der fünfjährigen Stute war ich bereits viel auf Allaroundturnieren unterwegs gewesen, so dass sie einige Erfahrung aber auch einen ganzen Haufen Schleifen hatte sammeln können. Nun war es auch für sie soweit, sie besaß die nötigen Punkte und könnte auf der 475. Stutkrönung für alle Stuten vorgestellt werden.
    Ich war froh, noch so ein unkompliziertes Pferd unterm Sattel zu haben, so dass ich gar nicht lange zum Aufwärmen brauchte. Elsa war einfach ein nettes, tolles Stütchen und zauberte einem immer ein Lächeln ins Gesicht.
    Unsere Krönung bestand aus zwei Teilen. Mit dem ersten sollte ich sogleich auch schon starten- das war der Pflichtteil. Ich ritt also in die Halle, grüßte die Richter, setzte meinen Hut wieder richtig auf den Kopf und ging im Schritt los. Zunächst zeigten wir alle drei Grundgangarten auf jeder Hand. Dabei suchte ich mir für den Trab Volten aus und für den Galopp Zirkel, damit ich auch die Aufgabe von anderen Bahnfiguren erledigt hatte. Stoppen, Rückwärtsrichten etc. an alles hatte ich gedacht.
    Dann folgte der zweite Teil meiner Vorstellung- eine Reiningpattern. Ich ließ es mir nicht nehmen, meine Pferde Disziplin- und Trainingsgerecht vorzustellen. Wir starteten mit einem Run Down, Sliding Stop und anschließendem Back Up bis zu X. Dort gab ich ihr die Hilfen für vier Spins nach rechts und viereinviertel Spins nach links. So konnte ich sie auf der rechten Hand angaloppieren. Es folgten zwei große schnelle Zirkel. An X nahm ich sie zurück, wir ritten einen kleinen Langsamen, ehe wir an X einen einfachen Galoppwechsel mit Trabphase sprangen, bevor es auf der linken Hand wieder mit großen Zirkeln weiterging. Zwei an der Zahl, ehe ich sie an X wieder zum langsamen Galopp zurücknahm, wir einen kleinen, langsame Zirkel ritten und erneut auf die andere Hand umsprangen. Nun folgten noch zwei Sliding Stops, der erste mit Roll Back, der zweite ohne.
    Schließlich verabschiedete ich die Richter, ehe ich mein Pferd ausgiebig lobte und die Halle verließ. Sie hatte wirklich gut abgeliefert, obwohl sie in der letzten Zeit im Training etwas zu kurz gekommen war. Ich war stolz auf sie und wartete gespannt auf das Ergebnis der Prüfung.
    2291 Zeichen mit Leerzeichen, gezählt auf zeichenzähler.de, by Veija
     
  4. Maleen

    Maleen Princess <3

    Meine Teilnahme mit
    Nephilims Nemesis

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    Rufname:
    Nemesis

    Von: Nephilim

    Broken Numbers x Echo
    Numbers Time x Broken Heart | Sahnebonbon x Suger

    Aus der: Unbekannt
    unbekannt x unbekannt
    unbekannt x unbekannt | unbekannt x unbekannt


    [​IMG]

    Geburtstag:
    08.September 2017
    Geschlecht:
    Stute
    Rasse:
    Maremmano
    Farbe:

    Rappe
    Abzeichen:
    2x weiß
    Stockmaß:
    1.62m

    Charakter:

    Nemesis ist sehr interessiert an allen Menschen um sie herum und stets freundlich, dennoch ist sie zurückhaltend und braucht etwas Zeit um Vertrauen zu schenken.
    Sie scheint sich eher auf ruhige Menschen einzulassen, die genauso zurückhaltend sind wie sie. Hat man zu ihr gefunden, hat man mit Nemesis ein loyales und aufmerksames Pferd an seiner Seite, das alles richtig machen will.
    Auf Turnieren ist sie kurz vor ihrem Start oft aufgeregt, dies kann man sich sehr zu nutze machen, wenn man weiß wie man die Aufregung in die richgtige Bahn lenkt.


    [​IMG]

    Genetik:

    Eeaa
    Zuchterlaubnis:
    //
    Zuchtverband:
    //

    Fohlen:

    //

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    Züchter:
    Royal Peerage
    Besitzer:
    Royal Peerage
    Hunter Lacey
    Pfleger:
    //
    Maler(VKR):
    Maleen

    [​IMG]

    Reitstil:
    Englisch


    Dressur: L/S

    Springreiten: A/M
    Geländespringen: M/M
    Fahren: A/A

    Rennen(Galopp): -/-
    Distanzreiten: L/L
    Western: -/-

    Turnierschleifen:

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    605.Springturnier 455.Militaryturnier 457.Militaryturnier
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    460. Distanzturnier 481.Fahrturnier 462.Distanzturnier
    [​IMG][​IMG] [​IMG]
    482.Fahrturnier 466.Militaryturnier 621.Dressurturnier

    Routineuntersuchung - Samstag, 03. April 2021
    Eddi

    Heute verschlug es mich seit langem wieder auf das Gestüt Royal Peerage. Ein schöner Hof mit tollen Pferden und sympathischen Menschen. Jamie Lewis nahm mich auch sogleich in Empfang und dankte mir für mein Kommen. Ich folgte ihr kurz darauf mit in den Stall, wo sie auch schon meinen heutigen Patienten aus der Box holte. "Das ist Nephilims Nemesis, eine Maremmanostute, vier Jahre und soll demnächst auf einer Krönung vorgestellt werden", machte mich Jamie mit dem Rappen bekannt. Die anmutige Stute schnupperte vorsichtig an meiner Hand, ehe sie mit großen Schritten ihrem Besitzer aus der Box folgte. Jamie hielt Nemesis fest, während ich die Stute flink abhörte. Erst Herz und Lunge, dann noch die Darmgegend. Danach warf ich einen Blick in Ohren, Augen und Maul, wo alles zufriedenstellend aussah. Danach tastete ich nach den Lymphknoten und überprüfte auch die Beine. Jamie führte mir kurz darauf die Stute einmal im Schritt und danach im Trab die Stallgasse entlang. Die Bewegungen waren rhythmisch und taktrein, so dass ich keine Auffälligkeiten feststellen konnte. Zufrieden nickte ich Jamie zu und begann die erste Spritze aufzuziehen. Zunächst bekam Nemesis das Kombi-Präparat gegen Influenza und Herpes, danach folgte noch die Impfung gegen Tollwut. Abschließend schob ich dem Rappen noch die Wurmkur-Paste ins Maul und dann hatte sie es auch schon geschafft. Ich lobte sie kurz, dankte Jamie und füllte dann den Impfpass aus. Nemesis stand bereits wieder in ihrer Box, ich händigte Jamie den Impfpass aus und verabschiedete mich dann von den beiden.
    Hufe Ausschneiden von Nephilims Nemessis und Hexenring - Samstag, 08. Mai 2021
    Mohikanerin

    Livorno tippte ich in meinem Navigationssystem ein, als es mir bereits den Wunschort anzeigte. Erst dann wurde mir klar, dass ich wieder zu dem leicht verwirrten Herren fuhr, wo die Fuchsstute meinen Hammer stahl. Immerhin konnte ich diesen wieder holen und mein Werkzeug wäre wieder vollständig.
    “Guten Morgen, lange nicht mehr gesehen”; scherzte ich beim Aussteigen aus dem Transporter. Hunter schaute verwirrt.
    “Wer sind sie?”, fragte er darauf hin. Es änderte sich nichts.
    “Immer noch der Hufschmied. Ich soll heute ... “ Begann ich, guckte prüfend noch einmal auf die Auftragsliste. “Nephilims Nemesis und Hexenring die Hufe ausschneiden.” Zustimmend nickte er und lief vor. Aus dem Auto nahm ich meine Werkzeugkiste mit.
    Aus einer Box holte Hunter eine Rappstute mit leuchtenden blauen Augen, sie schaute mich erhobenen Kopf an und schnaubte einmal ab. Einige Male führte er mir sie vor und erklärte, dass dies Nemesis ist. Auf meiner Liste machte ich einen Haken und sah keine Probleme im Gangbild. Ich band sie an, begann mit dem Ausschneiden und raspelte die Hufwand ab. Sie guckte immer wieder zu mir und zupfte an meinem Rücken herum. Im Stand betrachtete ich die vier fertigen Hufe und besserte meine Arbeit erneut aus. Dann lief Hunter mit ihr noch einmal den Weg entlang. Alles gut und er brachte sie weg.
    Die nächste Stute war auch ein Rappe - Hexenring. Auch sie wurde mir vorgeführt. Das Gangbild da ebenfalls vernünftig aus und ich kürzte nur die Hufen. Von der Geduld der vorherigen Stute könnte sie sich eine Scheibe abschneiden. Ungeduldig hampelte sie von links nach rechts, ungeachtet von ihrem Besitzer. Auch nach mehrmaligen Nachfragen, ob er sie beruhigen könnte, änderte sich nichts. Stattdessen hielt ich ihren Huf feste und machte meine Arbeit weiter. Im Vergleich zu Nemesis, brauchte ich mit ihr mehr Zeit, doch am Ende waren auch diese Hufe schön ordentlich.
    Ich verabschiedete mich - ohne meinen Hammer zurückbekommen zu haben und fuhr zu dem nächsten Kunden.

    Dressur E-A - Donnerstag, 17. Dezember 2020
    Sosox3

    Nathan | Der Tag heute war wieder einer von der anstrengenden Sorte. Ich wusste, dass Nephilims Nemesis so langsam bereit für die ersten A-Dressur-Lektionen war und zum anderen würde Jan van de Berg mit Dragon’s Heartbreaker anreisen um mit uns zu trainieren. Tamara machte Nemesis gerade fertig, Brooke hatte sich Conway geschnappt und ritt die ersten paar Bahnen Schritt durch die Halle, Jack trainierte unseren Dunkelbraunen Deloryan, seine noch Frau Tanja unsere Coleur’s Candycane und ich ritt die Mirabelle, die Stute in Sonderlack. Während wir die Pferde warm ritten, fiel mir auf, dass Heartbreaker nicht gut untertrat und somit keine Last aufnahm. Im Trab sah das ganze anders aus. Er trat vermehrt unter und hatte vorne eine hohe Knieaktion, so wie es sich für ein Barockpferd gehörte. Durch den hohen Friesenanteil in ihm war das aber auch kein Wunder. “Jan, reite ihn vermehrt auf großen Volten und biege ihn. Dann verkleinere die Volten, wenn du dich sicher fühlst, dass er mehr Last aufnimmt!” Jan lobte Dragon immer zum richtigen Zeitpunkt und so prägte der Friesenmix sich schnell ein, was er zu tun hatte. Wenn er ihm mehr Zügel gab, dehnte er den Hals und so entstand ein schönes Zügel überstreichen. Eine der A-Lektionen. “Sehr gut!”, lobte ich das Paar. Mirabelle hatte sich in der Zeit in der sie bei uns war gut gemacht. Vom grauen Mäuschen zum extrovertierten Dressurtalent. Den Mitteltrab und Mittelgalopp zeigte sie selbstsicher unter dem Reiter, sodass wir heute vermehrt auf die Bahnfiguren fixiert waren, wobei das bei so vielen Reitern eine kleine Herausforderung war. Die saubere Ausführung war mir sehr sehr wichtig und so frustrierte es mich, dass Miri sich nicht ordentlich konzentrierte und immer wieder abgelenkt durch die Hengste in der Halle war. Ich entschied mich dazu weiter auf dem Platz zu trainieren. Brooke übernahm dann weiter die Reitstunde. Sie war ebenso wie ich ein großer Fan von Übergängen und legte auch dort großen Wert auf einen flüssigen Übergang.
    Brooke | Der große Springhengst unter mir war noch jung, gerade mal drei Jahre mit großen Potential am Sprung. Conway bot es immer wieder an ihn Anlehnung geritten zu werden. Er wölbte auch hervorragend den Rücken bei der Galopparbeit und war alles in allem ein toller Kerl, der es genoss, wenn er Aufmerksamkeit bekam. Ich bemerkte, dass er sich noch nicht lange genug tragen konnte und machte des öfteren Schrittpausen und ließ ihn dort fünf Minuten am langen Zügel im fleißigen Schritt pausieren. Es tat ihm gut, das merkte man. Mit hoher Selbsthaltung zeigte er mir dann aber auch wieder, dass er arbeiten wollte. Er merkte noch nicht, wann er sich selbst überforderte. Ich jedoch schon. Jack warf mir immer wieder Blicke zu, während er den dunkelbraunen Hengst mit Schritt-Halt-Übergängen ‘quälte’. “Das macht der doch schon gut, Jack. Bring mehr Abwechslung rein, sonst wird er nur frustriert. Reite mehr Bahnfiguren, mal eine Schlangenlinie oder ein paar Volten, damit auch er mehr Last aufnimmt und die Hankenbeugung verbessert.” Sobald Jack ein wenig mehr verschiedene Übungen mit rein brachte konzentrierte er sich auch wieder und Deloryan zeigte, was er konnte und hatte dabei eine tolle Ausstrahlung. Tanja ging derzeit mit Candycane eine A-Dressur durch und ich bemerkte ihre etwas zu hohen Hände. “Tanja? Nimm die Hände etwas runter. Dann geht sie auch in Anlehnung und du kannst sie besser versammeln, so weiß sie nicht, was du genau von ihr willst und will es dir irgendwie recht machen. Sie ist ein kleines Sensibelchen.” Tanja nickte nur, und achtete nun auf ihre Hände. Ich wusste noch immer nicht, ob er, also Jack, es ihr gesagt hatte. Es machte zwar immer noch nicht den Anschein als wisse sie es nicht, aber man konnte nie sicher sein. Candycane zeigte sich von ihrer besten Seite und ging die Lektionen sicher und routiniert durch.
    Tamara | Nemesis hatte in der letzten Zeit immer mehr Vertrauen zu mir gefunden, wodurch wir schon das ein oder andere Turnier für uns gewinnen konnte. Immer wieder hatten wir in den letzten Wochen darauf hin gearbeitet bald eine A-Dressur nennen zu können und ich empfand uns beide als sicher genug diese mit Bravour zu absolvieren. Also ging ich eine A-Dressur im Kopf durch und arbeitete sie nach. Nemesis blieb die ganze Zeit über aufmerksam und folgte jeder Hilfe mit der passenden Lektion. Die Bahnfiguren ritten wir sauber durch und auch beim Zügel aus der Hand kauen lassen, dehnte sie sich. “Sehr gut”, lobte ich sie und klopfte ihr dabei auf den Hals. “Gut gemacht, du schwarze Perle”, sagte ich leise zu ihr und begann dann mit dem Abreiten.

    Kür
    Entspannt streichelte ich ein letztes Mal den Hals der hübschen Rappstute und nickte Hunter und Jamie zu die mir zuvor noch ein paar Tipps gegeben hatten. Durch meinen Aufenthalt auf dem Gestüt Royal Peerage hatte ich die Möglichkeit erhalten heute Nephilims Nemesis den Richtern für die Prämierung vorzuführen. Die Stute am Zügel, betraten wir die Halle und stellten uns bei X auf um die Richter zu grüßen. Anschließend führte ich sie erst auf der rechten Hand im Schritt eine Runde die ganze Bahn entlang, trabte sie dann an und lief mit ihr auf dem Zirkel. Sie hatte zwar Energie ließ sich jedoch ohne Probleme von mir leiten und so wechselten wir schließlich durch die Länge der Bahn auf die linke Hand. Dort parierte ich Nemesis wieder zum Schritt durch bevor ich sie nach einer Runde auf dem Zirkel erneut antraben ließ um sie auch auf der linken Hand zu präsentieren. Die Richter riefen mich schließlich mit der Stute zu sich in die Mitte um ihr Exterieur zu beurteilen, was die Stute wirklich brav über sich ergehen ließ. Mittlerweile hatten sich einige Helfer verteilt, damit sie die Stute auch im Freilauf beim Galopp präsentieren konnte. Die Männer stellten sich so auf, dass Nemesis in einer Acht durch die Halle galoppieren konnte. Nun konnte sie auch etwas Energie loswerden was ihr wirklich zu gefallen schien, denn sie strahlte genau diese Zufriedenheit total aus. Zum Schluss stellten wir uns wieder bei X auf und grüßten erneut bevor ich die Stute lobte und mit ihr die Halle verließ. Ich war gespannt was Hunter und Jamie von unserer Vorstellung hielten, wobei ich selbst wirklich sehr zufrieden mit dem schwarzen Energiebündel war.
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  5. Maleen

    Maleen Princess <3

    Meine Teilnahme mit
    Hexenring

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    Rufname:
    Hexe


    Von: Unbekannt
    unbekannt x unbekannt
    unbekannt x unbekannt | unbekannt x unbekannt

    Aus der: Unbekannt
    unbekannt x unbekannt
    unbekannt x unbekannt | unbekannt x unbekannt


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    Geburtstag:
    21. Januar 2011
    Geschlecht:
    Stute
    Rasse:
    Welsh Cob
    Farbe:

    Rappe
    Abzeichen:
    Blesse, 1x weiß
    Stockmaß:
    1.48m


    Charakter:
    Hexenring ist die geborene Leitstute, sie ist sehr intelligent und versteht schnell wie Dinge funktionieren. Wenn man nicht aufpasst, hat sie im Handumdrehen das Koppeltor geöffnet und führt ihre kleine Herde über den Hof oder die umliegenden Felder. Sie liebt es sich zu präsentieren und im Mittelpunkt zu stehen, in ihren Augen scheint die ganze Welt eine riesige Bühne sein. Dabei ist es schon oft vorgekommen,
    dass man sie für einen Hengst hielt, da sowohl ihr Äußerliches als auch ihr Verhalten eher typisch Hengst sind.
    Unter dem Sattel ist Hexenring extrem ehrgeizig, im Gelände zeigen sich ihre Wendigkeit, Ausdauer und enormes Springvermögen und auch in der Dressur kann sie durch ihren Charakter sehr gut punkten und zeigt bereits einige Lektionen der Hohen Schule. Zudem läuft sie auch wunderbar ein- und zweispännig vor der Kutsche.
    Fremden Menschen gegenüber ist sie eher desinteressiert und abweisend, sie macht sich nicht viel aus der Person, solange sie ihr nicht zu nahe kommt. Ihr persönlicher Raum ist ihr heilig und sie zeigt deutlich, dass es ihr nicht gefällt, wenn jemand Fremdes diesen Bereich betritt.


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    Genetik:
    EE/Ee aa
    Zuchterlaubnis:
    //
    Fohlen:
    //


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    Besitzer:
    Royal Peerage
    Reiter:
    Jamie Lewis
    Pfleger:
    //
    Maler(VKR):
    Maleen


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    Reitstil:
    Englisch


    Dressur: L/M
    Springreiten: E/M
    Geländespringen: L/L

    Fahren: S/S
    Rennen(Galopp): -/-
    Distanzreiten: A/A

    Western: -/-

    Turnierschleifen:
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    468.Militaryturnier 471.Militaryturnier 472.Militaryturnier
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    619.Dressurturnier 488.Fahrturnier 489.Fahrturnier
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    475.Militaryturnier 470.Distanzturnier 1.& 2.Auslosung
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    621.Dressurturnier 474.Distanzturnier 496.Fahrturnier
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    497.Fahrturneir

    27.05.2021|Wolfszeit
    Routineuntersuchung, Impfen und Wurmkur
    Bei strahlendem Sonnenschein kam ich auf dem Hof Royal Peerage an. „Guten Morgen“, begrüßte ich die junge Frau, die mich bereits zu erwarten schien. „Sie sind sicher der Tierarzt der Hexenring untersuchen soll“, antwortete sie. Ich bestätigte diese Aussage und sogleich führte sie mich zu der heutigen Patientin. Jamie holte die Stute aus ihrer Box und band sie auf dem Putzplatz an. Sofort legte die kleine Rappstute die Ohren an, als ich mich ihr näherte.
    „Hexe spielt sich immer ein wenig auf, aber eigentlich ist sie brav“, erklärte Jamie. Unbeeindruckt von dem Verhalten der Stute, begann ich meine Untersuchung. Hexe stampfte ein paar mal auf und hampelte umher, benahm sich aber sonst relativ gut.
    Der allgemeine Zustand der Stute war einwandfrei und auch die Vitalzeichen waren so wie sie sein sollten. Die Hufe schienen gerade erst bearbeitet worden zu sein und waren ebenfalls, in einem Idealen zustand. Beim Abtasten der Beine, wie auch bei der Beurteilung des Gangbildes konnte ich keine Auffälligkeiten entdecken. Die Stute war rund um Gesund, weshalb nichts gegen das Impfen der Stute sprach. Influenza und Herpes mussten dringend aufgefrischt werden. Wenig begeistert, aber brav ließ die Rappstute die Impfungen über sich ergehen.
    Als Letztes bekam Hexenring noch eine Wurmkur, womit der Auftrag hier dann auch erledigt war. "So alles erledigt. Ihre Stute ist komplett gesund. Jetzt nach der Impfung sollte sie noch 1-2 Tage geschont werden, kann dann aber wieder normal trainiert werden", gab ich noch als letzte Anweisung. Ich packte meine Sachen zusammen, verabschiedete mich und machte mich auf den Weg zum nächsten Kunden.
    Hufe Ausschneiden von Nephilims Nemessis und Hexenring - Samstag, 08. Mai 2021
    Mohikanerin
    Livorno tippte ich in meinem Navigationssystem ein, als es mir bereits den Wunschort anzeigte. Erst dann wurde mir klar, dass ich wieder zu dem leicht verwirrten Herren fuhr, wo die Fuchsstute meinen Hammer stahl. Immerhin konnte ich diesen wieder holen und mein Werkzeug wäre wieder vollständig.
    “Guten Morgen, lange nicht mehr gesehen”; scherzte ich beim Aussteigen aus dem Transporter. Hunter schaute verwirrt.
    “Wer sind sie?”, fragte er darauf hin. Es änderte sich nichts.
    “Immer noch der Hufschmied. Ich soll heute ... “ Begann ich, guckte prüfend noch einmal auf die Auftragsliste. “Nephilims Nemesis und Hexenring die Hufe ausschneiden.” Zustimmend nickte er und lief vor. Aus dem Auto nahm ich meine Werkzeugkiste mit.
    Aus einer Box holte Hunter eine Rappstute mit leuchtenden blauen Augen, sie schaute mich erhobenen Kopf an und schnaubte einmal ab. Einige Male führte er mir sie vor und erklärte, dass dies Nemesis ist. Auf meiner Liste machte ich einen Haken und sah keine Probleme im Gangbild. Ich band sie an, begann mit dem Ausschneiden und raspelte die Hufwand ab. Sie guckte immer wieder zu mir und zupfte an meinem Rücken herum. Im Stand betrachtete ich die vier fertigen Hufe und besserte meine Arbeit erneut aus. Dann lief Hunter mit ihr noch einmal den Weg entlang. Alles gut und er brachte sie weg.
    Die nächste Stute war auch ein Rappe - Hexenring. Auch sie wurde mir vorgeführt. Das Gangbild da ebenfalls vernünftig aus und ich kürzte nur die Hufen. Von der Geduld der vorherigen Stute könnte sie sich eine Scheibe abschneiden. Ungeduldig hampelte sie von links nach rechts, ungeachtet von ihrem Besitzer. Auch nach mehrmaligen Nachfragen, ob er sie beruhigen könnte, änderte sich nichts. Stattdessen hielt ich ihren Huf feste und machte meine Arbeit weiter. Im Vergleich zu Nemesis, brauchte ich mit ihr mehr Zeit, doch am Ende waren auch diese Hufe schön ordentlich.
    Ich verabschiedete mich - ohne meinen Hammer zurückbekommen zu haben und fuhr zu dem nächsten Kunden.


    Kür
    Interessiert schaute Hexenring zu Nemesis rüber, die gerade aus der Halle geführt wurde, die wir nun betreten würden. In der Halle standen die Richter und Helfer bereits wieder an ihren Plätzen, so dass Hexenring und ich frei Bahn hatten. Ich führte meine Welsh Cob Stute zunächst in die Mitte der Halle und grüßte die Richter. Anschließend wendete ich auf die rechte Hand und lief im Schritt in einem großen Zirkel um die Richter herum, Hexenring interessierte sich bisher wenig für die Menschen um sie herum, dennoch war sie aufmerksam und schaute sich die Halle genau an. Als die Richter mir ein Zeichen gaben, lief ich los um Hexenrings Trab vorzuführen. Die ersten Schritte lief sie wie ein Hengst, der imponieren wollte, mit hoch aufgewölbten Hals und viel Schub aus der Hinterhand, aber nach ein paar Metern hatte sie sich gefangen und lief etwas entspannter. Nun ging es wieder in die Mitte zu den Richtern, ich stellte Hexenring jeweils von beiden Seiten auf, damit ihr Exterieur beurteilt werden konnte. Danach folgten wieder Zirkelrunden im Schritt und Trab, diesmal auf der linken Hand. Für den Galopp durfte Hexenring frei laufen, die Helfer hatten sich ind er Halle verteilt und trieben sie in einer großen Acht. So konnten die Richter sich ihren Links- und Rechtsgalopp genau anschauen. Das Einfangen verlief ohne große Komplikationen, obwohl man Hexenring anmerkte, dass sie lieber noch etwas weiter gelaufen wäre. Als ich sie wieder in die Mitte führte, zeigte sie sogar den Schulschritt, obwohl ich diesen überhaupt nicht gefordert hatte. Zum Abschluss grüßte ich die Richter und verließ mit meiner Stute die Halle.
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  6. Maleen

    Maleen Princess <3

    Meine Teilnahme mit
    Lykke

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    Rufname:
    Lykke


    Dam: Litzi La La| S. Nebelhauch D. Lady for Fox
    Sire: Gwynbleidd | S. Zarin D. Sheza

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    Geburtstag:
    07.April 2016
    Geschlecht:
    Stute
    Rasse:
    Cruzado Iberico
    (50% Berber 50% Lusitano)
    Farbe:
    Fuchs
    (Splashträger)

    Abzeichen:
    4x weiß, weiße Stirn, Schnippe
    Stockmaß:
    1.56m

    Charakter:
    Lykke zeigte sich schon von klein auf sehr selbstbewusst und neugierig gegenüber allem, was ihr begegnete. Je älter sie wurde, desto ausgeprägter wurde auch ihr Charakter und es mischte sich immer mehr Dominanz herein. Im Alter von knapp 1,5 Jahren zeigt sie sich in der Jährlingsherde eindeutig als Chefin, die auch gern mal austeilt, wenn jemand ihre Nerven zu sehr strapaziert.

    Im Umgang mit Menschen zeigt sich Lykke sehr aufmerksam und interessiert, sie lernt unglaublich schnell neue Dinge, ist von bereits Bekanntem allerdings hin und wieder recht schnell gelangweilt.
    Für Lykke ist ein bestimmter aber nicht zu strenger Umgang wichtig, der Versuch ihre Dominanz zu unterdrücken endet schnell genau im Gegenteil. Wer mit ihr Arbeiten will muss lernen, wie man sie in schach hält ohne dabei zu viel Druck zu machen.


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    Genetik:
    ee Aa nSW1

    Zuchterlaubnis:
    //
    Fohlen:
    //


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    Besitzer:
    Maleen
    Pfleger:
    //
    Turnierreiter:
    //
    Maler(VKR):
    Maleen

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    Reitstil:
    Englisch

    Dressur: L/M
    Springreiten: A/A
    Geländespringen: E/E
    Fahren: A/A
    Rennen(Galopp): -/-
    Distanzreiten: L/L
    Western: A/A

    Turnierschleifen:
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    584.Westernturnier 478.Distanzturnier 498.Fahrturnier
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    485.Militaryturnier 630.Springturnier 479.Distanzturnier
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    486.Militaryturnier 632.Dressurtunier 489.Militaryturnier
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    501.Fahrturnier 633.Springturnier 633.Dressurturnier

    05.07.2021|Wolfszeit
    Routineuntersuchung, Impfen und Wurmkur
    Nach meiner Mittagspause lag meiner erster Halt auf dem Gestüt Royal Peragee. Empfangen wurde ich dort von einem jungen Mann, der etwas verwirrt fragte: Guten Tag, erwarten wir Sie?”
    “Laut dem Auftrag soll ich heute Lykke untersuchen und impfen”, erklärte ich ihm freundlich.
    “Ahhh, ja genau. Dann folgen Sie mir bitte.” Offenbar war ihm wieder eingefallen, was ich hier sollte. Zielstrebig lief er in den Stall und holte eine Fuchsstute mit hohen weißen Beinabzeichen aus der Box.
    Neugierig beschnupperte die Stute das Stethoskop, was ich aus meiner Tasche holte, um mit der Untersuchung zu beginnen. Die Vitalzeichen wie auch der allgemeine körperliche Zustand der Stute waren gut, die Hufe scheinbar erst frisch bearbeitet und damit auch in einem optimalen Zustand. Ich bat den jungen Mann, der sich als Hunter vorgestellt hatte, die Stute vorzuführen um ihr Gangbild beurteilen zu können. Bei der Beurteilung konnte ich keine Auffälligkeiten feststellen, weshalb ich anschließend den Impfstoff vorbereitete. Lykke legte einmal kurz die Ohren an als ich die Nadel ansetzte, aber Hunter wies sie sacht in ihre Schranken.
    Zum Abschluss gab es noch eine Wurmkur für die Fuchsstute, die sie ohne größere Gegenwehr über sich ergehen ließ. Ich gab Hunter die üblichen Anweisungen, dass die Stute die nächsten 1-2 Tage geschont werden sollten, rechnete mit ihm ab und machte mich auf den Weg zum nächsten Kunden.
    Hufe Ausschneiden - Montag, 05. Juli 2021
    Hufschmied (Mohikanerin)
    Es dämmerte, als ich die Auffahrt zum Royal Peerage hinauf fuhr, um auf den Hof zugegangen. Der letzte Auftrag des Tages mit wohl einem eher schwierigen Pferd und einem noch seltsameren Besitzer, was mir im Vorfeld von einem Kollegen mitgeteilt wurde. Grillen erhöhte man aus jeder Ecke und Pferde schnaubten in der Anlage. Ich stieg aus meinem Auto und wurde sogleich von einem jungen Herren begrüßt, der zwei verschiedene Strümpfe trug und fragte: „Ich hatte jemand anderes erwartet. Wer sind sie?“
    „Der Hufschmied, der Kollege ist gerade auf einem Turnier arbeiten. Oder stellt das ein Problem dar?“ Er schüttelte den Kopf und stellte sich als Hunter vor. Mit meiner Arbeitstasche in der Hand liefen wir zusammen in die Stallgasse, in der eine Fuchsfarbene Stute wartete und skeptisch zu mir herunterblickte.
    „Du wirst dann wohl Lykke sein“, ließ ich meine Hand von dem Pferd beschnuppern.
    „Sie wird nicht antworten“, wies mich Hunter darauf hin. Natürlich wusste ich das selbst und ignorierte seine Bemerkung.
    Jedes einzelne Werkzeug zeigte ich der Stute zunächst, bevor ich mich an die Arbeit am Huf machte. Freundlicherweise half mir der beim Heben der Hufe, da es einige Schwierigkeiten in der Kommunikation von mir dem Pferd gab. Er kannte Lykke besser und so konnte ich entspannt ausschneiden. Keine zwanzig Minuten später waren die Hufe wieder kurz und vor allem geschnitten. Ihr helles Horn wies schon vorher kaum Fehler auf, sodass es kaum etwas zu tun gab. Gemeinsam rechneten wir noch ab und ich fuhr vom Hof.

    Kür
    Ich kam gerade noch rechtzeitig um die Vorstellung von Hunter und Lykke zu sehen. Hunter hatte bereits die Richter begrüßt und war nun dabei auf die rechte Hand abzuwenden und Lykke eine große Runde im Schritt zu führen. Lykke wirkte sehr entspannt und hatte scheinbar wenig Probleme damit, in einer fremden Bahn mit Zuschauern drumherum, zu laufen. Im anschließendem Trab auf dem Zirkel war Lykke zunächst etwas zu schnell und hektisch unterwegs, sie versuchte Hunter zu überholen und riss mehrmals den Kopf nach oben. Nach einigen Metern hatte Hunter sie beruhigt und die beiden liefen den Rest der Runde ruhig und locker weiter. Nun wurde Hunter wieder in die Mitte gerufen und gebeten Lykke aufzustellen. Das Aufstellen auf beiden Händen war für Lykke überhaupt kein Problem, stehenbleiben und sich präsentieren war ihr Ding. Danach ging es wieder im Schritt und anschließendem Trab los, diesmal auf der linken Hand. Der Trab war diesmal deutlich besser und man sah Hunter die Freude darüber an. Zuletzt folgte noch der Galopp, Hunter hatte den Strick von Lykkes Trense gelöst und da lief sie auch schon los. Als der erste Helfer mit der Peitsche kam um sie in die richtige Richtung zu treiben, war sie wenig begeistert, nur widerwillig und mit angelegten Ohren lief sie weiter. Keine 5 Meter weiter blieb sie aber wieder stehen und interessierte sich sehr für die Blumendeko. Ein Helfer lief bereits auf sie zu, aber ehe man sich versah hatte sie auch schon eine der Blumen samt Topf im Maul und flüchtete. Während ihrer Flucht verlor sie den Blumentopf auf den sie dann auch noch beinahe drauf trat. An den Blumen verlor sie in der nächsten Ecke dann auch das Interesse und ließ sie Fallen. Nach dem kleinen Zwischenfall, ließ Lykke sich dann problemlos in einer Acht durch die Bahn treiben und zeigte wie toll ihr Galopp sein konnte. Das Einfangen gestaltete sich auch interessant, da keiner der Helfer es schaffte auch nur näher als 2 Meter an Lykke heranzukommen, erst Hunter schaffte es dann. Zum Schluss verabschiedete er sich von den Richtern und verließ die Bahn.
    2076 Zeichen - lettercount.com

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    Zuletzt bearbeitet: 16 Juli 2021
  7. Stelli

    Stelli Bekanntes Mitglied

    Stellis Teilnahme mit
    GREY ROSE

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    Steckbrief
    Grey Rose


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    Vom: unbekannt
    Vom: unbekannt
    Aus der: unbekannt

    Aus der: unbekannt
    Vom: unbekannt
    Aus der: unbekannt


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    Rufname: Rose
    Geburtsjahr: 2014
    Stockmaß: 1.67 m
    Rasse: Trakehner
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Dunkelbrauner
    Abzeichen: Keilstern, Schnippe, 2x weiß
    Gesundheit: Sehr gut


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    schüchtern, teilweise stutig

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    Besitzer: Stelli
    Ersteller: Stelli
    VKR: Stelli
    Verkäuflich: Nein
    Zuchtzulassung: Nein
    Nachkommen: -
    Decktaxe: -
    Stationiert: -


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    Rennen Klasse: M
    Western Klasse: S**
    Spring Klasse: M
    Military Klasse: A
    Dressur Klasse: L
    Distanz Klasse: M
    Fahren Klasse: E

    Eignung: Springen, Dressur, Military
    Geritten: Ja
    551. Westernturnier, 602. Springturnier, 554. Westernturnier, 555. Westernturnier, 555. Westernturnier, 556. Westernturnier, 529. Rennen, 337. Synchronspringen, 460. Distanzturnier, 459. Militaryturnier, 461. Distanzturnier, 340. Synchronspringen, 610. Dressurturnier, 534. Rennen
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    Hufschmiedebericht (vom 17.07.2021, Mohikanerin)
    ‘Mistwetter’, dachte ich bei der Einfahrt auf das Hofgut Birkenau. Das Wasser aus den Pfützen spritze an meinen Reifen. Langsam fuhr ich mit dem hinteren Teil des Fahrzeugs an das Tor in der Stallgasse. Dort wartete bereits Stelli auf mich und begrüßte mich herzlich.
    “Wie immer?”, fragte ich freundlich und kramte aus dem Inneren meinen Werkzeugkoffer.
    “Jap, wie immer. Rose steht schon im Gang”, wies Stelli mich ein. Ich nickte.
    Rose hatte ich schon einige Male beschlagen und kannte ihre Eigenheiten. Wenn man nicht aufpasste, konnte sie ziemlich zickig werden oder randalieren. Ansonsten beobachtet sie alles akribisch und hält ihren Kopf bei sich. Na dann los. Ich lief mit dem Kasten zur Stute, die mit hocherhobenen Haupt skeptisch zu mir heruntersah. Als sie meinen Geruch wahrnahm, schien Rose sich zu erinnern, dass nichts Böses auf sie zukam.
    Zunächst entfernte ich die alten Eisen an den Vorderbeinen, bevor ich erste Schnittarbeiten am Huf verrichtete. Der Strahl sah an allen Hufen gut aus und auch die Hufwand stabil. Ich hatte bereits einige Kunden heute, denen ich nur zu gern die Pferde weggenommen hätte. Es gab nicht selten vor, dass sie absagten oder viel zu spät den nächsten Termin machten. Bei Stelli war das zum Glück nicht so. Alle ihrer Pferde kamen regelmäßig in meine Pflege und waren mehr oder weniger gut erzogen. Die Hinter- und Vorderhufe konnten sich nun wieder sehen lassen. Zu guter Letzt fehlten noch die beiden Falzeisen vorn. Dafür nahm ich mir die alten zur Hilfe und griff im Auto nach der richtigen Größe. Mit einigen Markierungen ging es los das Eisen zu biegen und durch Schleifen in die richtige Form zu bekommen. Draußen schüttete es noch immer wie aus Eimern, was uns zum Glück im Stall nicht weiter beeinflusste.
    “Passt so?”, fragte ich Stelli, die Rose in der Gasse mehrfach hoch- und runterführte. In meinen Augen lief die Stute klar. Stelli nickte. Rose kam zurück in ihre Box und ich räumte mein Equipment wieder zurück in mein Fahrzeug.

    Trainingsberichte (3 Stück (c) Stelli, Beritt- und Trainingsservice Birkenau)
    Dressur E -> A
    Coronabedingt hatten wir eher eine Flaute, was unseren Ausbildungsbetrieb betraf. Nur vier Aufträge kamen bislang diesen Monat hinein. Ich nutzt diese Zeit intensiv, um mich um meine Schützlinge zu kümmern und diese in dieser Zeit auszubilden. Dabei hatte ich einiges vor mir. Fürstenherz, einer meiner neusten Pferde, stand noch ganz am Anfang seiner Ausbildung, genau wie Leviathan’s Levisto, der meinen Hof am gleichen Tag erreichte wie Fürstenherz. Bei den Beiden stand mir also alles frei, mit was ich beginnen wollte. Shavalou wollte ich in der Distanz ausbilden, da dies die einzige Klasse war, wo er noch keine Erfahrungen sammeln konnte. Sezuan, mein erstes Pferd auf meinem Hof, hatte bereits einige Turniererfolge sammeln können. Hier entschied ich, ihn im Galopprennen auszubilden. Bei den Stuten ging es erstmals für Grey Rose ins Training. Nachdem sie bereits zwei Siege ergattern konnte, ging es diesen Monat für sie in die Ausbildung. Grey Rose erhält im Oktober eine Ausbildung der Dressur zur Klasse A. Zu guter Letzt noch Golden Highlight, welche ich ebenfalls im Galopprennen fördern wollte. Wie man sah, ich hatte ganz schön was vor mir. Momentan aber auch genügend Zeit und Motivation dafür.
    Als mein Trainingsplan stand, ging es los. Ich startete das Training mit meiner Stute Grey Rose. Nachdem ich meine Stute geputzt und gesattelt hatte, ging es los mit dem Training. Ich saß auf und ritt raus auf den Platz. Das Wetter war heute traumhaft! Nachdem ich sie eine gute halbe Stunde ordentlich im Schritt aufgewärmt hatte, trabte und galoppierte dann später auch an. Rose war heute etwas stutig am Bein, aber davon ließ ich mich wenig beeindrucken. Nachdem sie einigermaßen locker war, saß ich im Trab aus und nahm sie im Genick etwas höher. Sie nörgelte anfangs etwas herum, weil es anstrengend für sie wurde, aber nach vielen Handwechseln, Volten und Übergängen bekam ich sie langsam auf meine Seite. Im Schritt probierte ich mich erstmals am Viereck verkleinern. Die erste Reaktion war ein simples Schweifschlagen, aber auch hier wurde sie von Mal zu Mal probieren durchlässiger und verstand langsam, was ich von ihr verlangte. Als ich zufrieden mit ihr war beendete ich die heutige Trainingseinheit und machte mit dem nächsten meiner Pferde weiter. Dies war Golden Highlight, die ich weiter im Rahmen der Stutbucheintragung ausbilden wollte. Die Palominostute wollte ich in der Renndisziplin ausbilden, nämlich von Klasse E zur Klasse A. Nachdem ich Grey Rose weggebracht hatte, holte ich Highlight aus ihrer Box, putzte und sattelte sie, bevor es für uns Beide raus ins Gelände ging. Dort stand zuerst das Ausdauertraining auf dem Plan, da Golden Highlight zugegebenermaßen nicht die allerbeste Kondition besaß. Dies war jedoch der Grundstein für ein ordentliches Rennen der Warmblüter. Die Wege, die wir im Trab und Galopp nichz bestreiten konnten, nahm ich natürlich im Schritt. Mein heutiges Ziel war eine leichte Steigung, die ich im Galopp nehmen wollte. Als wir diese erreichten, galoppierte ich meine Stute noch vor der Steigung an. Da war sie noch ziemlich übermotiviert, wie immer, wenn wir im Gelände galopipierten. Ihre Energie ließ aber rasch nach, als wir den Hügel hochgaloppierten. Ich versuchte, sie etwas über den Schmerzpunkt hinaus im Galopp zu halten, parierte aber frühzeitig durch. Ich merkte, dass wir noch einiges vor uns hatten und ritt am langen Zügel im Schritt zum Stall zurück. Denn dort warteten ja bereits die anderen Pferde auf mich. Nachdem Golden Highlight wieder zum Ausruhen in der Box war, holte ich Fürstenherz, genannt Herzi, aus seinem Stall. Ihn hatte ich erst wenige Tage und bin ihn noch nicht oft geritten, allerdings musste es auch für ihn weiter gehen. Daher machte ich den sensiblen Perlinohengst fertig für unser erstes richtiges Training. Mein Freund baute draußen einen Pacours auf, während ich mit Herzi Schritt ging. Praktisch, denn diesen konnte ich für Leviathan’s Levisto gleichermaßen nutzen, denn beide Hengste befanden sich auf dem exakt selben Ausbildungsstand. Fürstenherz hielt sich am Anfang noch etwas fest, als er um die Sprünge traben und galoppieren sollte, den er war in seinem Leben noch nicht allzu viel gearbeitet worden. Deswegen nahmen wir auch zuerst ein paar Trabstangen, die er schon kannte, bevor wir uns an die ersten kleinen Hüpfer machten. Auch hier merkte man seine anfängliche Unsicherheit, welche aber mit der Anzahl der Sprünge immer kleiner wurde. Wir nahmen erstmal Kreuze und Mini-Steilsprünge, bevor wir uns an Sprünge der Klasse E herantrauten. Schließlich sollte er keine Angst vor wachsender Höhe bekommen. Im gesamten Training verweigerte er zwei Mal, was aber nicht schlimm war. Da fehlte ihm noch Mut und Erfahrung am Sprung. Nachdem er nochmal fein gesprungen war, ließ ich es gut sein. Mein Freund hatte bereits Leviathan’s Levisto gesattelt und Schritt geführt, sodass ich einen nahtlosen Übergang von Pferd zu Pferd machen konnte. Levi war im gegensatz zu Herzi etwas selbstsicherer. Ihn ließen die vielen Sprünge und Stangen relativ unbeeindruckt. Auch, wenn er genauso wenig Erfahrung hatte wie Herzi. Auch bei Levi fang ich erst mit Trabstangen an, bevor wir uns ans Springen machten. Levi nahm alles völlig cool mit seinen sechs Jahren und dachte dabei immer mit. Ich war begeistert von seiner Arbeitseinstellung und ich malte mir schon aus, wie wir mal über Hindernisse der schweren Klasse fliegen würden. Beim ersten Kreuz zögerte er kurz, sprang aber. Ich wiederholte zuerst einige Male das Kreuz, bevor wir uns an die anderen Sprünge trauten. Er hatte total Spaß bei der Sache und machte seinen Job für seinen ersten Pacours fantastisch. Nach ihn spang ich heute nur auf E-Niveau, um ihn nicht zu überfordern. Ich lobte meinen Hengst und ließ ihn am langen Zügel Schritt gehen. Nun standen für heute noch zwei Pferde auf meinem Trainingsplan. Shavalou und Sezuan. Shavalou war der nächste und für ihn stand Distanztraining auf dem Plan. Auch hier befand sich mein Hengst auf dem Einsteigerniveau, welches wir dringend ändern wollten, da auch er eines Tages mal in die Zucht einsteigen sollte. Da er aber schon zu alt für die normale Körung war, musste das über Erfolge geschehen. Und die konnten wir am Besten über ein breites Ausbildungsspektrum sammeln. Also ging es los. Auch für Shavalou ging es – wie bei Golden Highlight – raus ins Gelände. Ein langer Ausritt stand auf dem Plan, um seine Ausdauer zu trainieren. Ich baute einige Trab und viele Galoppreprisen ein, natürlich alles in einem entspannten Tempo. Nach einiger Zeit war mein Hengst allerdings schon ziemlich erschöpft und geschwitzt, da es auch des Öfteren bergauf ging. Auch hier hatten wir in Sachen Kondition noch einiges vor uns. Im Stall zurück ging es ein letztes Mal ins Gelände, dieses Mal jedoch mit Sezuan, meinem KWPN-Hengst. Bei ihm hatte ich das Ziel, ihn im Rennen weiter auszubilden. Auch er stand am Anfang seiner Karriere. Nachdem auch er reitfertig gemacht war, ging es raus in die frische Luft. Ich wählte die selbe Galoppstrecke wir für Golden Highlight’s Training, jedoch war Sezuan zu meiner Überraschung um einiges ausdauernder als meine Stute. Bei ihm wird die Ausbildung nicht so lange dauern, soviel stand fest. Denn: schnell war er auch noch dazu. Abends fiel ich sehr müde ins Bett. Es war viel, aber ich wollte die Förderung meiner Pferde.
    In der ersten Woche wiederholte ich vieles aus dem allerersten Training meiner Pferde. Ich wollte sie nicht überfordern, deswegen nahm ich mir nicht zu viel auf einmal vor, sondern arbeitete mich Stück für Stück voran. Grey Rose wurde jeden Tag durchlässiger und war nicht mehr so ganz nörgelig. Da war ich mir sicher, dass das bald ganz Geschichte sein würde. Auch das Viereck verkleinern und vergrößern saß mittlerweile echt gut. Golden Highlight wurde viel ins Gelände geritten, genau wie Sezuan. Dabei entwickelte sich Sezuan schneller als die Stute, was aber nicht schlimm war. Fürstenherz gewann im Laufe der Woche immer mehr an Selbstsicherheit im Pacours und auch Levisto’s Leviathan setzte nochmal einen drauf, was seinen Mut betraf. Trotzdem blieb der Pacours die Woche auf dem untersten Niveau. Bei Shavalou merkte ich nicht allzuviel von einer Entwicklung, kann man aber in der ersten Woche auch nicht wirklich erwarten. Sein Futter wurde angepasst und ich war auf die nächsten Wochen gespannt.
    Woche zwei war interessant. Grey Rose machte eine unglaubliche Entwicklung und kam immer mehr aufs Hinterbein. Ich hatte mich inzwischen an die Verstärkungen im Trab und Galopp gemacht, was sie auch sehr gut umsetzte. Es dauerte nicht mehr lang, bis man sie definitiv in der Klasse A vorstellen konnte. Mit Golden Highlight und Sezuan bin ich in der Woche zwei Mal auf die Galopprennbahn gefahren, um mal auf einer Rennstrecke trainieren zu können. Ganz langsam merkte man das Ausdauertraining von Golden Highlight, während Sezuan schon beinahe die Idealzeit der Klasse A erreicht hatte. Bei der Stute würde das sicher noch zwei, drei Wochen dauern. Bei Sezuan könnte es sein, dass er in der nächsten Woche schon soweit war. Unsere zahlreichen Ausritte machten sich anscheinend bezahlt! Fürstenherz wurde immer selbstbewusster und mittlerweile sprang er sehr zuverlässig einen E-Pacours, sodass wir in der kommenden Woche sicherlich den Pacours höher ziehen konnten. Lecianthan’s Levisto dagegen war so Feuer und Flamme fürs Springen, dass wir uns schon auf einem guten A-Niveau befanden. Nur in der Kombination wurde er manchmal etwas unsicher, aber das dürfte auch bald Geschichte sein. Shavalous Futteroptimierung machte sich deutlich bemerkbar und er gewann zusehends an Kondition, welche für den Distanzsport unerlässlich war. Ganz sachte verlängerten wir unsere Ritte peu à peu, damit er weiter an Ausdauer und Kraft zulegte. Ich war gespannt auf Woche drei meiner Ausbildung.
    Mittlerweile waren Grey Rose’ Verstärkungen deutlich sichtbar und auch die Rückführung klappte immer besser. Ich konnte jegliche Lektionen der Klasse A abrufen, dazu gehörte Vierekc verkleinern oder vergrößern im Schritt, Tritte verlängern im Trab und Galopp und natürlich das etwas höher getragene Genick. Ich ritt zur Überprüfung des Ausbildungsstandes eine abschließende A-Dressur durch und war sehr zufrieden mit der Trakehnerstute. Ihre Ausbildung war fürs erste abgeschlossen. Nun konnte sie sich die nächsten Tage entspannen, bis es für sie nächsten Monat weiterging mit Festigung der gelernten Lektionen und Vorbereitung auf die Klasse L. Mit Golden Highlight und Sezuan war ich, wie letzte Woche auch, zwei Mal auf der Rennbahn. Ein dort angestellter Trainer unterstützte uns diese uns letzte Woche sehr gut, sodass auch Golden Highlight langsam sichtbare Fortschritte machte. Shavalou nahm das ganz gelassen, für ihn schien diese Aufgabe beinahe ein Klacks zu sein. Jede Runde rannte er eine vorbildliche Zeit, was auch den Trainer beeindrucke. Bei seiner letzten Runde nahm er nochmals die Zeit. Ich beugte mich während des Rennens dicht über seinen Hals und ließ ihn einfach unter mir galoppieren. Mittlerweile war diese Runde schon kein Problem mehr. Mit einer spitzen Zeit rannte er ins Ziel und auch der Trainer war beeindruckt. „Ja… Gratulation, eine spitzen Zeit! Da gibt es nichs mehr hinzuzufügen.“, meinte er nur, worauf ich sehr stolz war. Auch Sezuan hatte es geschafft und befand sich auf Klasse A des Galopprennens. Golden Highlight würde sicherloch noch ein paar Wochen brauchen, bis sie nachziehen würde. Bei Fürstenherz hatten wir uns mittlerweile an einen höheren Pacours getraut, kaum merklich hochgezogen. Aber mittlerweile hatte er wirklich Spaß dabei und seine anfängliche Unsicherheit war gänzlich verflogen. Er sprang jetzt schon fast auf einem soliden A-Nivau. Leviathan’s Levisto hingegen war schon durch mit der Ausbildung auf die nächsthöhere Klasse. Er hatte so viel Mut und Ehrgeiz entwickelt, dass ich dachte, er würde über Häuser mit mir springen. Egal welcher Unterbau, egal welche Sprünge aufgebaut waren: er sprang ausnahmslos alles. Immer mit dem Wille, alles richtig zu machen. Der abschließende A-Pacours war ein Witz für ihn. Fehlerfrei übersprang er die neun Sprünge, bestehend aus Steilsprüngen, Oxern und einer Kombination aus Steilsprung und Oxer. Es würde nicht lange dauern, bis ich ihn schon im L-Springen vorstellen konnte. Die Einstellung des Fuchshengstes war abnormal! Shavalou hat auch einen enormen Sprung in seinem Training gemacht. Er wurde immer ausdauernder und kraftvoller und schaffte schon locker eine Distanz von fünfunddreißig Kilometern. Jetzt brauchten wir nur noch zehn Kilometer zusätzlich, damit er sich auf der Klasse A befand. Unser Training ging also weiter. Viel ins Gelände, viel Trab und Galopp, ab und an mit Steigung. Ich war gespannt auf die nächste Woche.
    Grey Rose, Leviathan’s Levisto und Sezuan waren bereits durch mit der aktuellen Trainingseinheit. Golden Highlight war die Erste auf dem Plan. Wir hatten weiterhin viel an ihrer Kraft gearbeitet und fuhren heute zum abschließenden Training in die Rennarena. Ich war nervös, ob sich unser intensives Training auszahlen würde. Als der Startschuss fiel galoppierte meine Palominostute sehr ehrgeizig nach vorne. Ich schmiegte mich an ihren Hals und feuerte sie an. Wir bogen recht fix auf die Ziellinie ein, wo der Trainier bereits an der Reling stand und uns akribisch beobachtete. Wir durchritten die Lichtschranke mit einer schönen Zeit. Da abschließende Gespräch war zufriedenstellend, wir müssen zwar immernoch an unserer Schnelligkeit arbeiten, aber sie hatte es geschafft. Golden Highlight rennt ab heute nun auf der Klasse A mit. Ich war sehr stolz auf meine Stute, aber mussten natürlich weiter dranbleiben und uns stetig verbessern. Auch Fürstenherz hatte sich zur vorherigen Woche nochmal gesteigert. Wir sind wieder viel gesprungen und hatten an seiner Technik gearbeitet. Und wirklich, im Vergleich zu seiner Anfangszeit als Springpferd war keine Spur mehr zu sehen. Er war Mutig am Sprung geworden, machte sich auch schon selbst die Distanzen passend. Der Abschlusspacours war eine Leichtigkeit für ihn geworden. Fehlerfrei sprang er den ein Meter hohen Pacours mit Freude durch. Ich war begeistert von ihm! Ich war mir sicher, dass er mit wachsender Selbstsicherheit auch in anderen Sparten ein tolles Turnierpferd werden wird. Zu guter Letzt konnte ich auch zufrieden mit er Entwicklung von Shavalou sein. Kurzerhand entschloss ich, mich an die fünfundvierzig Kilometer lange Distanz zu trauen. Die Strecken vorher waren schon keine Herausforderung mehr für ihn, hatte mich aber noch nicht an längere Strecken getraut. Zu meiner Überraschung nahm er die lange Strecke aber mit ziemlicher Coolness. Und das auch in einer vorzeigbaren Zeit. Stolz wie Bolle berichtete ich meinem Freund von diesem Fortschritt. Auch er war nun zu guter Letzt auf A-Niveau angekommen. Nun konnte es mit allen Pferden weitergehen!
    Distanz E -> A
    Und zack, war das Jahr auch schon fast wieder rum. Mittlerweile hatten wir schon November. Nächsten Monat ist schon Weihnachten und auch Silvester. Wahnsinn, wie die Zeit gerannt war. In der Zeit war auch nicht viel los. Corona wütete immernoch durch unsere Pläne und Vorhaben, deswegen hatte ich viel Zeit, mich meinen Pferden zu widmen. Daher plante ich einen neuen Trainingsabschnitt für meine Vierbeiner. Diesen Monat betrifft es Grey Rose, welche ich in der Distanz von Klasse E auf A trainieren wollte, Fürstenherz, der in der Dressur von E nach A trainiert werden soll, genau wie sein Boxennachbar Leviathans Levisto. Shavalou wollte ich auch im Distanzbereich weiter fördern und Sezuan wollte ich ebenso in dieser Disziplin von Klasse E auf A trainieren. Also hatte ich drei Pferde in der Distanz und zwei in der Dressur. Ich freute mich riesig drauf, denn so konnte ich mehrere Pferde auf einmal mit zum Training nehmen.
    Also ging es auch schon relativ schnell los, nachdem ich den Trainingsplan geschrieben hatte. Ich begann heute mit dem Distanztraining von Grey Rose, Shavalou und Sezuan. Da ich aber nicht alle Pferde auf einmal reiten konnte, was sehr schade ist, teilte ich mir das Training mit meinem Freund. So konnten wir uns prima gegenseitig unterstützen. So machten wir Grey Rose und Shavalou fertig. Heute nahm ich die Stute und mein Freund den Hengst. Im Distanzsport war es wichtig, dass man die Ausdauer und nachher auch die Schnelligkeit trainiert. Somit widmeten wir uns heute dem Punkt der Ausdauer. Wir sattelten beide Pferde und gingen ins Gelände. Wir wählten für den heutigen Tag eine Strecke mit vielen Hügeln, Steigungen und Hängen, damit wir gleichzeitig auch an der Kraft feilen konnten. Zuerst ritten wir gemütlich im Schritt, nachher aber auch im Trab und Galopp die Steigungen hinauf. Bergab ging es nur im Schritt, da ich zu viel Sorge um die Beine habe. Generell, immer. Meine Pferde müssen nicht auf Biegen und Brechen trainiert werden, die Gesundheit steht dabei immer an erster Stelle. Wir merkten, dass Grey Rose und Shavalou schon ziemlich schnell müde waren, weswegen wir das Training langsam beendeten. Mit Sezuan wählte ich die gleiche Strecke, nachdem wir Grey Rose und Shavalou weggebracht hatten. Sezuan war schon mehr ‚an‘ als die anderen Beiden. Ihm fiel die Hanglage deutlich einfacher, er hatte aber einfach auch einen unheimlichen Ehrgeiz entwickelt. Aber auch hier ließ ich es nach einer halbe Stunde klettern gut sein, damit die Muskulatur nicht übersäuerte. Ich war gespannt, wie die Pferde sich morgen im Training zeigen würden. Als ich wieder Zuhause war waren noch Fürstenherz und Leviathan’s Levisto dran, die mein Freund bereits beide gesattelt hatte. Die zwei Hengste müssen langsam näher an die Dressur gebracht werden, und wir würden heute den Grundstein dafür legen. Beide befinden sich zum aktuellen Zeitpunkt auf einem soliden, vielleicht auch ausbaufähigem E-Niveau. Schritt, Trab und Galopp konnte man in sicherer Anlehnung abrufen, vielleicht auch mal ein Schenkelweichen reiten, mehr aber auch nicht. Ich war gespannt, wie sich die Beiden machen würden. Auch hierbei half mir mein Freund, der wegen Corona ähnlich wenig zu tun hatte wie ich. Er schwang sich auf Levi’s Rücken, ich ritt heute Fürstenherz. Wir ritten die Hengste erstmal ordentlich warm, bevor wir locker antrabten und erstmal leichttrabten. Wir lösten die Beiden erstmal in einem schönen vorwärts-abwärts mit vielen Handwechseln und Hufschlagfiguren. Im Galopp nahmen wir erstmal ein frisches Grundtempo ein, bevor es an die Arbeit ging. Im Trab saßen wir nun aus, auch das war kein Problem für Leviathan’s Levisto und Fürstenherz. Levi hob sich ab und an Mal raus, was aber sofort korrigiert werden konnte. Im Trab hieß es nun: versuchen, das Genick etwas weiter oben zu halten, während wir aussitzen. Das klappte gut, aber schließlich war das auch Teil unseres täglichen Trainings. Eigentlich mussten die Hengste nur die Verstärkungen und das Viereck verkleinern/vergrößern lernen. Heute widmeten wir uns aber zuerst nur den Basics. Ansatzweise testeten wir, ob das Viereck verkleinern möglich war, einzuleiten. Fürstenherz verstand auf Anhieb, was ich von ihm wollte. Levi hingegen war am Anfang recht klemmig und wollte kaum seitwärts treten, aber nach dem dritten Anlauf machte es auch bei ihm langsam ‚klick‘.
    In der ersten Woche des Trainings gingen wir mit Grey Rose, Shavalou und Sezuan viel ins Gelände. Abwechselnd ritten wir viel am Hang, denn das steigerte enorm die Kraft und somit die Ausdauer. Es war gut, dass wir zu zweit waren, denn die Pferde motivierten sich täglich gegenseitig. Wir ritten aber auch immer in anderen Konstellationen. Mal Grey Rose mit Shavalou, mal Sezuan und Shavalou, oder Grey Rose mit Sezuan. Wir Pferde wurden zum Mal zu Mal eifriger. Grade, wenn es auf die lange Galoppstrecke ging. Mittlerweile mussten wir die Trainingseinheiten von Dressur und Distanztraining splitten, denn die Distanzritte wurden immer länger und ausgedehnter. Bei den Galoppstrecken versuchten wir, die Pferde anfangs immer in einem ruhigen Grundtempo zu halten und die Energie nicht auf einmal zu verbraten. Das ging anfansg nur mäßig gut, grade die beiden Hengste Sezuan und Shavalou schaukelten sich gegenseitig ziemlich hoch, weswegen wir diese Konstellation zum Ende der Woche hin eher nicht mehr wählten. Bei Levi und Fürstenherz machte sich das Dressurtraining auch ganz gut. In der ersten Woche konnten wir noch eine signifikanten Unterschiede feststellen, was aber ok und auch normal war. Lieber step by step aber dafür richtig. Wir hatten uns so langsam an die Verstärkungen in Trab und Galopp rangetastet. Da beide Pferde mit einem netten Gangwerk ausgestattet sind, macht das die Verstärkungen einfacher. Nur das Abfangen brauchte noch mehr Durchlässigkeit und musste schneller gehen. Das ist fohl der Fokus für Woche zwei des Trainingsprogramms.
    In der zweiten Woche begannen wir auch hier wieder mit der Distanzarbeit. Es war toll, die Pferde so zu erleben. Gefühlt täglich bekamen sie mehr Kraft und Ausdauer und hatten einfach Spaß an der Arbeit im Gelände. Wir nahmen trotzdem immer mal wieder die Hanglage mit, damit auch weiterhin die Hinterhand gestärkt wird. Aber der Fokus lag definitiv auf den langen Strecken, die wir im Schritt, aber natürlich auch Trab und Galopp nahmen. Die Pferde hatten mittlerweile gelernt, in einem gleichmäßigen, ruhigen Tempo zu laufen, um sich die Kraft einzuteilen. Ziel dieses Trainings im November war, dass die Pferde an der vierzig Kilometer Marke kratzten. Neununddreißig Kilometer mussten sie bis zur Klasse A in einer Durchschnittsgeschwindigkeit von zehn km/h zurücklegen. Wir schafften mittlerweile gute dreizig Kilometer, danach waren die Pferde aber auch ziemlich erschöpft und am Ende der Kräfte. Es hieß also: Weitertrainieren und dran bleiben. Ich hatte das Gefühl, in zwei Wochen dürften alle Pferde die vierzig Kilometer in geeigneter Zeit schaffen. Grey Rose konnte nach meinem Gefühl jetzt schon beinahe die vierzig Kilometer schaffen, denn sie hatte einen unglaublichen Ehrgeiz. Die Hengste waren etwas schwächer als sie, grade Shavalou brauchte recht lange um Kraft und Ausdauer aufzubauen. Sezuan befand sich nach Woche zwei in einem guten Mittelfeld. Daher hieß es weiter Ausdauer trainieren. Bei den Dressurlern verlief die zweite Woche ähnlich erfolgreich. Fürstenherz hatte mittlerweile verstanden, dass Rahmenerweiterung gefragt wurde bei den Verstärkungen. Er konnte seine Beinchen sehr gut in Szene setzen, was mich unheimlich stolz machte. Aber auch Leviathan’s Levisto verstand das Prinzip so langsam, auch wenn er mehr Springpferd als Dressurpferd werden wollte. Dennoch glaube ich an das Potenzial des Fuchshengstes. Wir übten auch viel am Seitwärtsgehen und somit war das Viereck verkleinern und vergrößern seit dieser Woche bei beiden Hengsten kein Problem mehr.
    Woche drei des Workouts war großartig. Meine fünf Pferde machten einen gewaltigen Sprung nach vorne, das Training trug endlich Früchte. Leviathan’s Levisto und Fürstenherz waren mittlerweile wirklich auf einem guten A-Niveau der Dressur angekommen. Sobald es auf die Diagonale ging im Trab, gingen die Öhrchen nach vorne und ab die Post. Man musste beide regelrecht bremsen, mal nicht zuzulegen wenn man durch die ganze Bahn wechseln wollte. Zum krönenden Abschluss wollte ich auf beiden Pferden eine A-Dressur zur Überprüfung des Leistungsstandes durchreiten. Zuerst machte ich Leviathan’s Levisto dafür fertig. Wenig später konnte es dann auch schon losgehen. Aufgewärmt und bereit für unsere erste richtige A-Dressur. Mein Freund saß am Rand des Reitplatzes und laß mir die Aufgabe vor. Mittellinie einreiten und Grüßen war grade und geschlossen. Das Antraben vom Fleck weg war schonmal besser und durchlässiger, alles aber noch im Rahmen. Mittlerweile konnte ich wirklich spüren, wie Levi unter mir anfing zu schwingen. Schritt, Trab und Galopp waren kein Problem. Auch das Zulegen im Trab und Galopp war deutlich sichtbar herausgeritten, auch das Abfangen wurde immer besser. Das Viereck verkleinern war nach vielem Üben auch keine Hürde mehr für den KWPN-Hengst. Ich war sehr zufrieden mit seinem Werdegang als zukünftiges Springpferd auf Abwegen. Danach war die Leistungsüberprüfung von Fürstenherz dran. Auch mit ihm ritt ich die gleiche Aufgabe. Die erbrachte Leistung war sogar noch besser als die von Levi. Fürstenherz war einfach ein tolles Dressurpferd, der wusste, wie man sich präsentiert. Er wusste auch einfach, dass er schön ist. Auch hier waren die Kernlektionen wie Tritte verlängern im Trab und Galopp sowie Viereck verkleinern im Schritt sauber geritten und deutlich erkennbar. Auch hier konnte man vermerken, dass sich Herzi auf sicherem A-Niveau befand. Somit war dieser Part der Trainingssession im November abgeharkt und beide Pferde liefen zuverlässig auf A. Nun mussten wir noch das Distanztraining abschließen. In der Woche waren wir wieder viel im Gelände und erweiterten jeden Tag peu a peu die Strecke. Sie hatten mittlerweile enorm Kraft und Ausdauer bekommen. Auch Shavalou, der immer erst ein wenig brauchte, bis er mithalten konnte. Grey Rose und Sezuan hatten eine unglaubliche Entwicklung in der doch eher kurzen Zeit gemacht. Somit konnten wir sonntags auswärts fahren, um unser Können unter Beweis zu stellen. Damit wir nicht zwei Mal fahren mussten, fragte ich eine Freundin, ob sie eins meiner Pferde auf dem Distanzritt reiten konnte. Sie willigte ein und nach einem Probetraining, welches super war, konnten wir zu Dritt in den Kampf ziehen. Ich ritt Sezuan, mein Freund Shavalou und Lara, meine Freundin, Grey Rose. Nachdem wir die Pferdehänger bepackt hatten, ging es los zur auswärtigen Distanzstrecke. Die Pferde waren auf fremden Terrain relativ entspannt und ich konnte es kaum erwarten, bis es losging und wir das harte Training endlich abschließen konnten. Nachdem wir gesattelt hatten, ging es los. Der Prüfer nahm die Zeit, jedoch ließen wir es ganz entspannt angehen. Wir hatten eine Menge Spaß auf unserem Distanzritt und bauten viele Trab und Galoppstrecken abwechselnd ein. Wir waren einige Stunden unterwegs, wie lange wusste ich gar nicht. Ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren und war fast traurig, als der Ritt schon vorbei war. Der Richter gratulierte uns recht herzlich zu den bestandenen neununddreißig Kilometer in einer guten Zeit. Somit war es amtlich: Grey Rose, Shavalou und Sezuan liefen auf A-Niveau, was Distanzritte betrifft. Glücklich und zufrieden mit den Leistungen der Pferde und deren Werdegänge in den letzten Wochen machten wir uns auf den Weg Richtung Heimat, wo wir die Stufenerhöhungen der Pferde ausgiebig in kleinem Kreis bei einer Flasche Sekt feierten.
    Rennen L -> M
    Es war ein wundervoller Montag. Ja, schon fast wie im Bilderbuch. Die Sonne gab heute alles und die eisigen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt schienen etwas milder als sie eigentlich waren. Nichtsdestotrotz stand mal wieder eine Trainingssession mit meiner Stute Grey Rose an, damit sie endlich zur Stutkrönung konnte und eingetragene Zuchtstute werden würde. Ich beschloss, meine Trakehnerstute diesmal in der Disziplin Galopprennen, beziehungsweise Rennen zu fördern. Aktuell bewegte sie sich auf einem sehr guten L-Niveau und nun hieß es, sie bis zur Klasse M weiter auszubilden.
    Also machte ich meine Stute im Stall fertig und hing dann den Hänger an, denn der Boden war zu sehr gefroren, um draußen auf der Rennbahn im Nachbarort zu trainieren. Wenig später war der Hänger am Auto und Grey Rose konnte verladen werden, damit wir ins fünfundzwanzig Kilometer entfernte Dort zu fahren, wo eine Indoor-Rennbahn war, damit man die Galopper auch im Winter bei Laune halten konnte.
    Als wir ankamen, machte ich Grey Rose schnell fertig und dann ging es zum Training mit Walden, dem Trainer der Rennbahn. Nach dem gründlichen Aufwärmen ging es dann auch los. Meine Stute wusste genau, um was es heute ging und war Feuer und Flamme für diese Art von Training: Galopp. Ich beugte mich während der Trainingsrunde dicht über ihren Hals und ließ ihr genügend Platz vorne, damit sie sich vollends strecken und den Galopp genügend entwickeln konnte. Unsere Zeit war gut, jedoch natürlich nicht gut genug für die nächsthöhere Klasse M. Walden kam zu uns und gab uns einige wertvolle Tipps. Nach einem kurzen Gespräch war klar: Ich werde Grey Rose auf der Galopper-Trainingsanlage lassen, da wir dort die besseren Trainingsmöglichkeiten hatten. Heute nahm ich sie jedoch nochmal mit nach Hause und würde sie erst am nächsten Tag mit Sack und Pack bringen.
    So geschah es dann auch. Am nächsten Tag packte ich alles ein, was meine Stute benötigte. Im neuen Domizil angekommen, natürlich nur vorrübergehend, brachte ich das Zeug in den Stall, bevor ich Grey Rose fürs nächste Training fertig machte. Heute ging es um die Kraft und neue Ausdauer, die wir gewinnen wollten. Walden baute einige kleine Sprünge auf, teilweise auch auf Steigung, damit Grey Rose mehr die Hinterhand beanspruchen musste. Während dem Training merke ich, wie sehr sie das anstrengte, deswegen machten wir nicht so viel heute.
    In den nächsten Tagen und Wochen entwickelte ich Grey Rose zunehmend in die richtige Richtung. Sie wurde immer kräftiger und konnte den Schub aus der Hinterhand noch besser einsetzen, was enorm an Schnelligkeit und Technik feilte und dies verbesserte. Die nächste Zeitmessung auf der Rennbahn war schon um einiges besser als das Training letzte Woche. Wir waren schneller geworden, aber es reichte leider immernoch nicht.
    Deswegen hieß es: weitermachen, weitermachen, weitermachen. Unermüdlich trainierten wir, aber es war klar, das die Klasse M das Maximum war, was Grey Rose konnte. Mehr war aus den meisten Warmblütern nicht rauszubekommen, trotz der eleganten Trakehnerrasse und deren Leichtigkeit, Blütrigkeit und Eleganz. Jedoch mussten wir dieses nächste Ziel noch erreichen, und wir waren nicht mehr weit von entfernt. In den kommenden Tagen trainierten wir abwechslungsreich an der Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit. Ich hatte das Gefühl, von Mal zu Mal machten wir einen großen Sprung in die richtige Richtung.
    Mittlerweile waren es drei Wochen, wo ich meine Stute im Rennstall untergebracht hatte. Zwischendurch hatten wir eine kleine Flaute und nichts ging mehr. Wir machten keinen Schritt vor sondern bewegten uns eigentlich nur auf der Stelle beziehungsweise drehten uns im Kreis. Wir hatten sogar überlegt, das Training abzubrechen und es zu akzeptieren, dass einfach nicht mehr ging. Dass sie einfach ein Sportpferd auf dem Gebiet Springen und Dressur war und kein Rennpferd, womit Walden ja auch eigentlich recht hatte. Jedoch erkannte ich Grey Roses Gabe, dass mehr als L drin war. Also gaben wir der Sache noch eine Chance. Wir probierten unser Glück ein weiteres, wahrscheinlich letztes Mal auf der Rennbahn um die Zeit zu nehmen. Ich flüsterte meiner Stute liebe Worte zu und hoffte, dass wir die Zeit knacken können. Auch, wenn es nur knapp war, aber ich hatte den Ehrgeiz. Genau wie mein Pferd. Ich atmete tief durch und fokussierte mich. Dann ging die Klappe auf und Grey Rose stürmte nach vorne. Dicht lehnte ich mich auf ihren Hals und ließ sie galoppieren. Zwischendurch schnalzte ich ihr zu, was sie weiter motivierte. Wir hatten bereits die Hälfte der Strecke hinter uns gelassen, da merkte ich, dass ihr die Kraft langsam ausging. "Los mein Mädchen, gib alles !!", rief ich ihr zu und schnalzte, um sie zu motivieren. Ich hatte das Gefühl, sie wurde wieder etwas kraftvoller unter mir. Dann ging es auf die Zielgeraden. Grey Rose schnaufte schon ziemlich, war aber sehr ehrgeizig. Walden kam immer näher und er fieberte uns mit großen Augen entgegen. Wie ein Geschoss zogen wir an ihm vorbei. Ich hörte ein leises 'Jawoll!' hinter mir. Jawoll? Hieß das, wir hatten die Zeit geknackt? Nachdem Grey Rose ausgaloppiert und ausgetrabt hatte, ritt ich noch eine Runde Schritt, bevor ich zu Walden ritt. Er grinste mir nur zu. "Gratulation. 1,47 Sekunden unter dem Limit.", meinte er. Es war ein grandioses Ergebnis und ich fiel Grey Rose um den Hals. Wir hatten es geschafft! Grey Rose war nun in der Lage, Strecken der Klasse M in geeigneter Zeit zu rennen. Das musste gefeiert werden!

    Kürbericht für die SK 475 - alle Stuten

    Was ein aufregender Tag! Heute waren wir angereist, um Grey Rose die Chance geben zu können, endlich eine Zuchtstute zu werden. Wir hatten lange auf den Tag hingearbeitet, daher waren alle Daumen gedrückt. Ich hatte beschlossen, diese Kür geritten zu präsentieren, da ich Grey Rose so besser präsentieren konnte. Eingeflochten, gesattelt, getrenst und natürlich schick zurecht gemacht warteten wir auf unseren großen Auftritt als erstes Starterpaar. Wir mussten nicht lange warten, da klingelte das Glöckchen und wir wurden aufgerufen. Im Trab ritten wir in die Arena ein und trabten einmal außenherum, bevor ich vor den Richtern aufmaschierte und diese grüßte. Nun ging es ums Präsentieren der drei Grundgangarten. Ich begann mit dem Trab auf beiden Händen, bevor ich zum Schritt durchparierte. Ich ließ Grey Rose groß schreiten und wechselte durch die halbe Bahn, um dort auch nochmal den Schritt zu präsentieren. Danach trabte ich erneut an und ging auf den Zirkel. Dort galoppierte ich meine Stute an und galoppierte eine Runde außenherum. Ich wechselte mit einem fliegenden Wechsel durch die Diagonale und zeigte dort auch nochmal den Galopp. An der langen Seite galoppierte ich eine Volte und strich über, um ihre Durchlässigkeit zu zeigen. Im Galopp maschierte ich ein zweies Mal auf und gab bei G eine ganze Parade zum stehen, um mich von den Richtern zu verabschieden. Ich war zufrieden mit unserer Vorstellung und hoffte auf ein positives Körurteil.
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    Zuletzt bearbeitet: 17 Juli 2021
  8. Mohikanerin

    Mohikanerin Grafiker

    Mohikanerin mit
    Schneesturm

    [​IMG]

    Steckbrief //
    Zuchtname: Schneesturm
    Rufname: Snow, Schnee

    Aus der: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    Den: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    ____________________________________

    Geschlecht: Stute
    Rasse: Standardbred
    Geburtsdatum: 1. Juli 2009
    Farbe: Braunfalbe Schimmel White Spotting (W20)
    Abzeichen: Schnippe (Kopf)
    Stockmaß: 163 cm

    Charakter:
    Schneesturm, auch wenn der Name es vermuten lassen würde, ist eine ruhige Stute mit mittleren Temperament. Im Gegensatz zu vielen anderen Rennpferden, wurde sie zunächst eingeritten mit Dressurgrundlagen und lernte dann erst den Sulky kennen. Auch wenn sie gute Zeiten gelaufen ist, zeigte sich ihr Talent eher unter dem Sattel, weswegen sie nun verkauft wurde an uns. Gegenüber anderen Pferden ist sie zurückhaltend, aber friedlich.
    ____________________________________

    Gencode: Ee Aa Dd Gg W20/W20 nSb2
    Zuchtzulassung: Nein
    Gesamtnote: -
    Nachkommen: -

    [Schleife]
    Prüfung
    ____________________________________

    Dressur: A / L
    Springen: E / A
    Military: -
    Fahren: -
    Rennen: A / L
    Gangreiten: E / A
    Western: -
    Distanz: -

    Gänge: 5

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    579. Springturnier (22.03.2020)
    609. Springturnier (05.12.2020)
    614. Springturnier (04.02.2021)

    [​IMG]
    617. Springturnier (27.02.2021)

    [​IMG]
    359. Synchronspringen (07.06.2021)

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    554. Rennen (07.06.2021)
    556. Rennen (21.06.2012)

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    537. Rennen (24.01.2021)
    555. Rennen (14.06.2020) Losung 2
    557. Rennen (16.07.2021)

    [​IMG]
    540. Rennen (15.02.2021)

    [​IMG]
    286. Gangturnier (07.07.2021)
    287. Gangturnier (12.07.2021)
    288. Gangturnier (17.07.2021)
    ____________________________________

    Besitzer: Mohikanerin
    Zucht: Unbekannt, Neuseeland
    VKR: Canyon
    Ersteller: Canyon
    Punkte: 16 (+2 Bewegung // +2 HS)
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    Hufschmied (17. Juli 2021) //
    Beschlag für Schneesturm / Mohikanerin

    Tyrell mit seinen Pferden gehörte mittlerweile fast zur Familie. Deswegen störte es mich nicht, wenn er ziemlich kurzfristig anrief. Schneesturm, eine seiner Turnierstuten, hatte ein Eisen verloren und morgen sollte es Richtung Norden gehen. Ich hatte bereits Feierabend aber rappelte mich von der Couch auf, um nach Revsudden zu fahren. Dreißig Minuten später parkte ich vor dem Stall.
    “Danke, dass du so schnell da sein konntest”, begrüßte mich Tyrell mit einer Umarmung und ich folgte ihn in den Stall. In den Boxen standen die Hengste und mümmelten das Heu. Weiter hinten sah ich Schnee warten. Ihren Kopf hatte sie gesenkt.
    “Dann werde ich mich mal beeilen, dass sie gleich wieder auf den Paddock kann”, lachte ich und nahm das verlorene Eisen entgegen.
    “Aber auch ordentlich”, erwiderte Tyrell. Er stellte sich neben mir und betrachtete, wie ich arbeitete. Bevor ich das Stempeleisen wieder am Huf befestigte, raspelte ich die Sohle und entfernte die Überstände vom Abreißen. Wenig später war wieder alles in Ordnung und ich fuhr nach Hause.

    Trainingsberichte (2) //
    Rennen E zu A | 27. Februar 2021
    Alfred's Nobelpreis | Rainbeth | Outer Space | Schneesturm

    Wenige Wochen zuvor traf ich Folke mit seiner Schwester Hedda in Stockholm, als sie einkaufen waren. 2019 hatte er unseren Hof verlassen, um seinen Horizont zu erweitern und im Leben weiterzukommen. Heute ist einer meiner freien Tage, daher ich mir das Gestüt, primär die Pferde auf dem Lindö Dalen Stuteri anzuschauen.
    Die Einfahrt des Hofes ist nicht zu verfehlen. An der Straße, die sich mitten im Wald befindet, ist gut beschildert. Langsam folge ich dem Weg durch eine Allee von jungen Birken, die vermutlich erst vor einem Jahr gepflanzt wurden. Rechts scheint eine Herde von Zuchtstuten zu sein, da einige der Pferde ein Fohlen beifuß haben. Endlich scheine ich am Hof angekommen zu sein. Doch wo ist der Parkplatz? Während ich noch am Überlegen bin, ob ich links oder rechts abbiegen solle, kommt jemand auf mich zu.
    “Godmorgon!”, begrüße ich den Herrn, der zur Fahrertür tritt.
    “Guten Morgen. Suchst du was Bestimmtes?”, fragt er freundlich. Ich nicke zustimmend.
    “Folke suche ich.”, antworte ich kurz.
    Als Erstes zeigt der Herr mir den Parkplatz und im weiteren Verlauf gehen wir in den Stall, in dem Folke mit den Pferden beschäftigt ist. Ich bedanke mich bei ihm.
    “Was machst du hier?”, wundert sich Folke.
    “Ach, ich wollte mir deinen neuen Arbeitsplatz anschauen.”, erwidere ich.
    Gemeinsam sitzen wir in der Reithalle, in der sich der Aufenthaltsraum befindet. Mein ehemaliger Arbeitskollege erzählt mir von den Problemen, die er mit einigen Pferde hat. Outer Space, einer der Hengste soll im Gelände immer mal wieder Momente haben, in dem sein Kopf abschaltet. Er erschrickt sich und galoppiert los, ohne sich bremsen zu lassen. Solche Situationen sind besonders gefährlich, wenn er zurück zur Rennbahn soll. Der andere Hengst, Alfred’s Nobelpreis, ist sehr temperamentvoll und in dem Fall ebenfalls unkontrollierbar. Demgegenüber reagiert er zuverlässig auf den Menschen und im Umgang verhält Nobel sich äußerst dominant. Bei den Stuten gibt es ebenfalls zwei Problemfälle. Das sind Schneesturm und Rainbeth. Erstere wird nicht primär gefahren, aber soll in der nächsten Feriensaison bei den Rundfahrten teilnehmen. Sie empfindet den Sulky als störend, aber akzeptiert diesen. Betti jedoch fehlt es deutlich an der Balance und versucht durch schnelles Tempo es auszugleichen. Sie ignoriert den Zügel, lernt auswendig und sucht persistent den leichtesten Weg, um etwas nicht tun zu müssen.
    Bevor ich helfen kann, besprechen Folke und ich es mit seinem Chef, Tyrell, der begeistert ist von der Idee, dass ich sein Bereiter mal näher unter die Lupe nehme und dabei unterstütze, die Pferde zu trainieren. Bei meinen eigenen Pferden steht niemand auf dem Plan, deswegen kann ich direkt mit Folke und Outer Space beginnen. Im Stall holt er den Schimmel Hengst von seinem Paddock. Im ersten Moment fällt mir auf, dass seine Hüfte deutlich nach links kippt und er dabei das Knie verdreht. Folke bindet ihn an und beginnt ihn zu putzen. Auch dabei zeigt Alfi deutlich, dass er Schmerzen hat. Nervös schlägt er mit seinem Schweif und versucht sich mittels drehen dem zu entziehen.
    “Folke, vänta!”, stoppe ich ihn und tritt einige Schritte vom Pferd zurück. Offenbar hat er jetzt erst bemerkt, dass mit dem Hengst etwas nicht stimmt. Alfi schnaubt ab und beschnuppert freundlich meine Hand, als ich ihm ein Leckerchen vor die Nase halte. Am Hals beginnend, massiere ich langsam den Mähnenkamm und arbeite mich langsam zur Kruppe vor. Dort ist ein kleiner Buckel zu erkennen, den er aber laut Aussage von Folke schon immer hat. Erst als ich die schiefe Hüfte anspreche, fällt ihm das auch auf. Zum Glück ist mein Auto wie die Handtasche einer Frau – voll mit allem was Mann braucht. Ich komme zurück mit dem grünen Theraband, dass mir dabei helfen soll, die Hüfte wieder einzurenken. Beim Laufen fiel nicht auf. Das Abtasten brachte mich darauf, dass das Hüftgelenk nicht mehr an der richtigen Stelle sitzt. Ein 9-jähriges Pferd mit so einem Schaden möglicherweise auf kurz oder lang zum Beisteller werden. Zum Glück haben wir das rechtzeitig bemerkt und ich kann nun mit etwas Krafteinwirkung das Gelenk in seine Pfanne schieben. Begleitet mit einem Knirschen, springt Outer Space nach Vorne und Folke macht im letzten Moment einen Schritt beiseite. Der Hengst benötigt etwas Zeit, um sich neu zu sortieren, doch es fällt eine positive Veränderung auf. Seine Hüfte sieht besser aus und es scheint nun noch an der Muskulatur zu fehlen. Zur Lockerung bringen wir ihn in die Führanlage in der er 20 Minuten Schritt laufen soll.
    Betti steht als Nächstes auf dem Plan. Für mich scheint auch dieses Pferd ein körperliches Problem zu haben. Folke erzählt auf den Weg zum Paddock, dass sie ursprünglich geschlachtet werden sollte. Eine ältere Dame aus dem Dorf wusste von dem Potenzial der Stute. Sie entschied nachzufragen und wenig später kam Rainbeth. Der Hengst, der zusammen mit ihr zum Hof kam, wurde bereits verkauft. Im Vergleich zu den anderen Pferden kommt sie nicht, um uns zu begrüßen. Bei einem Schritt auf sie zu legt Betti die Ohren an und versucht nach mir zu schnappen. Direkt reagiere ich mit einem Klaps auf ihr Maul. Schockiert reißt Betti den Kopf hoch. Gemeinsam gehen wir zum Stall und im Schritt bemerke ich bei ihr keinerlei Einschränkungen. Das Abtasten zeigt wenigen Wassereinlagerungen, die mit einer Anpassung ihres Speiseplans verschwinden können. Folke legt den Sattel der Stute auf ihren Rücken. Ich bin positiv überrascht. Der Sattel passt der Stute hervorragend. Es bilden sich keine Brücken, er kippt weder nach Vorne noch nach Hinten und sitzt auf zwischen dem 15 und 16 Brustwirbel. Folke hält ihren Kopf und ich taste die ersten Backenzähne ab. Betti legt die Ohren an.
    “Betti sollte zum Zahnarzt. Auf der linken Seite fühle ich einige Spitzen, das erklärt, wieso sie den Zügel ignoriert.”, erkläre ich Folke nach der Untersuchung. Dennoch entscheiden wir sie, an den Sulky zu hängen. Nervös tanzt sie von links nach rechts, als Folke ihr den Gurt auf legen möchte. Zusammen gucken wir uns diesen an. Die Poster drücken ihr im Bereich des Widerristes und durch das Pad verstärkt es diesen Druck. In der Sattelkammer gucken wir nach einem anderen Modell.
    “Es überrascht mich, dass Betti so schön heute gelaufen ist. Du hast ein Händchen für Problempferde.”, berichtet mir Folke, als wir wieder am Hof sind. Während des Trainings habe ich ihm einige Tipps gegeben. Der Scheck ist eine große Hilfe für sie, abseits dessen ist das Ziel, dass Betti ohne diesen gefahren werden kann. Zusammen stellen wir ihren Futterplan um und lassen sie genüsslich fressen. Hedda, Folkes Schwester, hat Outer Space bereits in die Paddockbox zurückgebracht. Zur Kontrolle gucke ich mir sein Gangbild erneut an. Sein Knie verdreht der Hengst weiterhin, aber die Hüfte wirkt elastischer.
    Auch Nobelpreis habe vor der Fahrt auf der Trainingsbahn untersucht. Bisher wurde er mit einem doppelt gebrochenen Gebiss gefahren, allerdings ist das mittlere Stück deutlich zu groß für sein schmales Maul. In der Sattelkammer fanden wir keins, dass ihm passt. Wer hätte es gedacht? Dieser Hof besitzt einen Hofladen in dem Pferdezubehör vertrieben wird. Neben einem anderen Gebiss für Nobel, habe ich mehrere Gebisse und Schabracken für meinen Hof gekauft. Mein Auto erinnert stark an eine Messiewohnung, obwohl in meinen Augen eine gute Ordnung herrscht. Die Zwillinge liebe es neue Sachen zu entdecken und verbringe teilweise Stunden am Hof damit, das Chaos zu durchsuchen.
    Bevor ich dabei helfe, die Pferde auf die Weiden zu bringen, holen Folke und ich Schneesturm in den Stall. Sie wirkt beunruhigt. Natürlich möchte sie mit auf die Weide, erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Der Hof gigantisch, das fällt jedem auf, die Anzahl der Pferde ist jedoch gering. Kurz spiele ich mit dem Gedanken einige Pferde von uns herzubringen.
    Als ich Snow betrachte, wird mir klar, wieso sie mit zu den Problemfällen gehören soll. Die Stute hat lange Beine, sehr lange Beine und einen recht kurzen Rücken im Vergleich. Anatomisch hat sie nicht als das perfekte Rennpferd geboren. Mir kommen wieder die Worte von Folke in den Kopf. Die Stute soll keine Rennen laufen, sie soll nur entspannt am Sulky gehen für die Rundfahrten. Dafür kontrolliere ich das Geschirr und Folke kommt mit dem gleichen Gurt an, den Betti vorhin nicht passte.
    “Am besten packst du das Ding so weit wie möglich weg, dass den keiner mehr auf den Rücken eines Pferdes packt!”, schimpfe ich. Beleidigt schnaubt er und bringt das Ding weg. Wenig später kommt Folke mit einem Gurt noch in Folie.
    “Den haben wir für Jungpferde geholt, die noch wirklich schmal sind”, erklärt er mir. Ich nicke zustimmend und nehme den Gurt entgegen. Dieser hat keine Polster aber ein sehr breites weiches Pad. Das sollte passen. Sanft lege ich es auf ihren Rücken. Es liegt perfekt, auch der Bauchgurt sitzt in einer guten Position. Der Rest ist kein Problem, auch den Scheck befestigen wir nicht. Auf der Bahn ist Schneesturm sicher und aufmerksam. Zur Abwechslung entscheiden wir, ein leichtes Intervalltraining zu machen mit dem Blick auf Ausdauer.
    “Ich werde mich auf den Rückweg machen.”, sage ich am Hof zu Folke, nach dem wir Snow auf die Weide gebracht haben.
    “Kommst du wieder?”
    “Vermisst du mich jetzt schon?”
    “Natürlich, wie soll ich allein einschlafen?”
    “Na gut, ich spreche mit Pappa, dann könnten wir morgen oder so weiter machen mit Nobel, Betti im Speziellen Alfi.”, antworte ich. Eigentlich hatte ich mit meiner Frau ausgemacht vor Einbruch der Dunkelheit zu Hause zu sein. Im Auto zeigt die Uhr: 21:04 Uhr und draußen ist es fast dunkel. Auf dem Handy lese ich Acht Anrufe in Abwesenheit.

    Für das Training mit Nobelpreis und Alfi kann ich leider nur ein weiteres Mal zum Lindö Dalen Stuteri fahren, da es an unseren Hof einige Probleme gibt. Zur Überbrückung entscheiden wir uns zu einer anderen Trainingsmethode. In einem abgesprochenen Zeitraum schickt Folke Video und Fotos der vier Pferde.
    Besonders interessant ist die Entwicklung von Alfi. Innerhalb weniger Wochen ist seine Kruppe beinah in der Waage. Eorann hat mit ihm viel vom Boden aus gearbeitet, was ihm offensichtlich sehr viel Spaß macht.

    © Sosox3 (Mads Henrik Göransson) | 10.180 Zeichen

    Dressurtraining E zu A | Juni 2021
    Juni. Sommerbeginn; warm, aber nicht all zu heiß. Gerade in Schweden war dieser Monat mein liebster, ehe es mir dann selbst hier im hohen Norden, wenn man das so nennen konnte; immerhin lag die Lindö Dalen Stuteri nicht im obersten Teil des Landes, zu heiß wurde wenn es um das Pferdetraining ging. Ich selbst nahm das Klima hier dennoch das ganze Jahr über als sehr positiv wahr, hatte ich ja schließlich österreichische Wurzeln. Meine Kollegin Evangeline hingegen, ihreszeichen Engländerin, verstand meine Euphorie nur wenig.
    Pünktlich am 31. Mai kamen wir auf der LDS an. Es war keine all zu lange Anreise vom Den Vackra Trakehner Stud ausgehend. Als wir ankamen wurden wir sofort herzlichst Willkommen geheißen. Wir bekamen für den kommenden Monat zwei Einzelzimmer zugeteilt, was ich als ziemlichen Luxus empfand. Nachdem wir uns ein wenig ausgeruht und eingerichtet hatten, wurde uns das Gestüt ganz ausführlich gezeigt. Die letzten Stationen waren die Stallungen und Weiden, wo sich unsere neuen Azubis befanden. Im Stall war, als wir hier ankamen, vor ein paar Minuten erst das Heu gefüttert worden. Aus diesem Grund waren die meisten Pferde drinnen und wir durften Outer Space, einen stattlichen Schimmel mit vier auffallend hochweißen Beinen, als auch den gefleckten Hengst mit dem klingenden Namen ,,Waschprogramm'' kennenlernen. Ich konnte mir das Grinsen nicht verkneifen und auch Vange unterdrückte offensichtlich ein Kichern, als sie es hörte. Defintiv einprägsam. Was ein Turniername!
    Wir bekamen einige Infos zu den Beiden, ehe es weiter zu Rainbeth und Schneesturm ging.
    In den ersten beiden Tagen machten wir uns lediglich ein wenig mit den Vieren bekannt. Es wurde ausgiebig geputzt und beobachtet; am zweiten Tag auch schon locker geritten.
    Um den Pferden gerade am Anfang die neuen Hilfen verständlich, immer einigermaßen gleich, zu erklären stimmten wir uns so ab, dass ich das Training von Waschprogramm und Outer Space übernahm, während Vange Schneesturm und Rainbeth weiter ausbildete. Endziel für alle Vier war solides A-Niveau in der Dressur.
    ,,Waschi'', wie er witzigerweise auch noch in der Kurzform genannt wurde, kam mir von Anfang an wie ein sehr gemächliches Exemplar vor, was sich im Laufe des Monats auch immer nur noch und noch mehr bestätigte. Abgesehen von den üblichen Dingen die ein Pferd, das dressurmäßig von E auf A ausgebildet wurde, lernen musste, war mir bei dem hübschen Pünktchentier besonders wichtig, dass er mir zu jedem Zeitpunkt vor die treibenden Hilfen kam. Da war es mir auch egal, wenn er mal hochdrückte und um 0,01-Mini-km/min beschleunigte; was seine wirklich nette Art war mir zu sagen, dass er meinen Nachdruck mit den Sporen oder der Gerte jetzt wirklich unchillig fand. Ich war dennoch ein Freund dieser Hilfsmittel, da ich so die Hilfe möglichst präzise unterstreichen konnte und die Pferde gleichzeitig nicht schenkelstumpf machte; gerade wenn sie nicht so gehfreudig waren. Waschi musste Schubkraft entwickeln; gerade um ein schönes Tritteverlängern zeigen zu können und sich selbst tragen zu lernen.
    Outer Space auf der anderen Seite war das absolute Kontrastprogramm zum Waschprogramm. Er war grundsätzlich sehr motiviert und wollte immer gerne Gas geben; selbst noch Ende Juni, wenn die Sonne mit aller Wucht auf den Reitplatz oder das Hallendach knallte. Aufgrund dieser Charaktereigenschaft fiel es mir bei ihm deutlich leichter ihn auf die A hinzutrainieren, was nicht hieß, dass er mehr Talent für die Dressur im Allgemeinen gehabt hätte als sein gefleckter Mitazubi. Bevor es an die Versammlung ging, wie sie erstmals in der L gefordert wurde, wollten die Richter erfahrungsgemäß ein Pferd im Viereck sehen, dass willig nach vorne ging und zufrieden ans Gebiss heran trat. Wenn man das zeigte, waren sie meistens schonmal zufrieden. Alleine also dadurch, dass Outer Space seinen Vorwärtsdrang von sich aus in dieser Intensität mitbrachte, war dieses Bild schonmal eher gegeben. Natürlich musste auch er sein Gleichgewicht erst noch finden, durchlässiger werden, die verfeinerte Hilfegebung verstehen lernen und durfte auch nicht einfach nach vorne weg laufen, aber es war in Summe, zumindest für die A, alles ein wenig leichter zu erarbeiten.
    Für das erfahrene Pferd-Reiter-Paar war eine A tatsächlich etwas sehr unspektakuläres. Wenn man es böse sagen wollte bestand das Ganze auf diesem Niveau ja schließlich nur aus den einfachen großen Linien, Schritt, Trab, Galopp, die Übergänge, Verstärkungen in geringem Grad und die anschließende Rückführung. Dazu kommt in der Regel, für das junge, unausgebildete Pferd nicht zu unterschätzen, die 10m-Volte im Trab, Schlangenlinien durch die Bahn mit bis zu vier Bögen, was wiederum den Wenderadius und das Gleichgewicht betraf, Rückwärtsrichten, was allerdings nicht in jeder A gefordert wurde; genauso wie Zügel aus der Hand kauen lassen, wozu das Pferd dem Zügel bereits in die Tiefe, über den Rücken, folgen musste und nicht einfach losrennen und das Köpfchen empor reißen durfte, wie es Outer Space beim ersten Versuch vorbildlich demonstrierte. Dafür lag seine Stärke defintiv von Anfang an im Sprünge- und Tritte verlängern.
    Evangeline kümmerte sich zeitgleich um ihre beiden Schützlinge und erzählte mir anschließend meist am Ende des Tages ein wenig davon. Die beiden Stuten schienen von Anfang an sehr kooperativ und talentiert zu sein. Bei Betti hatte Vange es zu Anfang etwas schwerer, da sie meinte, dass sie ein sehr sensibles Pferd zu sein schien, das ihr nicht sehr viel Vertrauen entgegen bringen wollte, was allerdings über die Tage zunehmend besser wurde. Aus diesem Grund brachte sie der Stute das Rückwärts auch erst etwas später bei. Dies war im Endeffekt ja schließlich dann doch auch ein wenig Vertrauenssache; immerhin sehen Pferde dabei ja nicht wo sie hin gehen und müssen sich darauf verlassen, dass der Reiter die Umsicht hat. Ein Widersetzen aus solchen vertrauensbasierten Gründen wollte Evangeline allerdings von Anfang an vermeiden; gar nicht erst einführen, und begann so erst in Woche Drei langsam vom Boden aus damit, Schritt für Schritt. Die zweite Stute, Schneesturm, hatte dafür Vange sofort um den kleinen Finger gewickelt. Sie schwärmte nahezu jeden Tag von ihr, da das Standadbredmädchen so artig war und alles Neue auch noch so rasch umsetzen konnte. Betti dagegen wollte sie nicht so viel Druck aussetzen, aber auch sie machte ihre Fortschritte.
    Aber nicht nur Evangeline war happy. Meine beiden Männer bereiteten mir beide auch überaus Freude. Gerade, dass sie so unterschieldich waren begeisterte mich, denn so war auch ich als Reiter jeden Tag gefordert mich auf sie jeweils ganz individuell einzustellen und die Dinge immer ein wenig anders zu erklären. Ich arbeitete vor allem an der Basis; der Rest kam erfahrungsgemäß in dieser Klasse immer von alleine. Waschi kam von Ritt zu Ritt immer rascher vors Bein. Am Ende des Monats gab es bereits beim Warmtraben keinerlei Diskussion diesbezüglich mehr, und auch die Anlehnung wurde dadurch immer konstanter. Dieser Fortschritt beeinflusste das Gesamtbild extrem positiv. Je mehr Schub er entwickelte, umso mehr kam er gleichzeitig auch nach oben in eine erste Stufe der Aufrichtung; natürlich nicht in einem solchen Maße wie man es später in der Versammlung sehen wollte, aber zumindest so, dass das Genick schön, wie man sich das vorstellte, der oberste Punkt war und der Schwerpunkt des ganzen Pferdes mehr hinten als vorne lag. Umso mehr Schwung er entwickelte, umso leichter fielen ihm schließlich auch die zuerst doch ziemlich verhaltenden Verstärkungen und auch die Volten wurden immer runder und gleichmäßiger.
    Outer Space' Schwachstelle im Kontrast dazu war wiederum eine andere, genau konträr, nämlich seine Flucht nach Vorne, sobald etwas zu anstrengend wurde. Hier wurde er leider am Anfang immer mal wieder etwas stark in der Hand und wollte mir teilweise sogar die Zügel aus der Hand reißen. Als er dann irgendwann bemerkte, dass er damit nicht durchkam wurde es jedoch schlagartig besser. Er machte dies jedoch zu keinem Zeitpunkt wirklich bösartig; es war lediglich seine Art damit umzugehen. Wichtig bei ihm war nicht nur in dieser Hinsicht, sondern allgemein, dass er lernte Druck nachzugeben und nicht mit Gegendruck zu reagieren. Ich hatte am Anfang erzählt bekommen, dass er früher sogar von einem Mädchen geritten wurde, was ich mir trotz dieser neu aufgetretenen Verhaltensweise gut vorstellen konnte. Forderte man nämlich nicht unbedingt viel von ihm war er, gerade für einen Hengst, ein extrem braves Pferd. ,,Leider'' musste ich ihn aber ausbilden, wozu gehörte ihn sanft, aber dennoch, über seine Grenzen hinaus zu bringen. Es dauerte jedoch verglichen mit anderen Pferden wirklich nicht lange bis er das Prinzip verstanden hatte und immer durchlässiger und nachgiebiger wurde.
    Am Ende der vier Wochen auf der Lindö Dalen Stuteri waren tatsächlich alle vier Pferde auf einem guten A-Niveau und waren deutlich über sich hinausgewachsen. Neben dem Stolz, den ich für Waschi und Space empfand, war ich auch beeindruckt davon, was Rainbeth und Schneesturm zusammen mit Vange für Fortschritte erzielt hatten. Das Gesamtbild hatte sich deutlich ins Positive verändert. Selbsthaltung, Schwung, Muskulatur und die Sicherheit in den einzelnen Aufgaben, die die A an die Pferde stellte, gefielen mir wirklich gut. Zum Glück sahen das auch die Besitzer so, die mit unserer Arbeit durchaus zufrieden waren und beim Reiten das ein oder andere Lächeln im Gesicht hatten, was für mich immer das größte Lob darstellte.

    © Bracelet

    Aus der Erinnerung … eine hübsche Schimmelstute betrat die Halle, in der im Publikum saß. Heute war ich auf der Suche nach einigen guten Stuten für die Zucht. Diese Veranstaltung präsentierte Pferde, die gekört wurden und im selben Zuge versteigert. Im Voraus hatte ich mir bereits mehrere Stuten markiert – Darunter auch Schneesturm. Im Mitteltrab wurde sie eingeritten und hielt bei X, um die Richter zu begrüßen.
    „Nun sehen wir Schneesturm. Sie ist eine Stute aus dem Jahr 2009 und ein Standardbred aus Neuseeland. Vor zwei Jahren wurde sie nach Deutschland importiert. Besonders im Springen zeigt sie ihr Talent, aber macht auch in der Dressur ein gutes Bild. In ihrer Heimat wurde Schneesturm als Rennpferd eingesetzt. Startgebot liegt bei zehntausend Euro“, ertönte es blechern aus den Lautsprechern. Eine Frau neben mir hielt direkt ihr Schild nach oben, wodurch sich der um tausend Euro erhöhte. Ich betrachtete noch die Stute lieber, bevor ich in die Auktion mit einstieg. Nach einer Trabverstärkung auf der linken Hand, folgte an der nächsten Seite der Schulterherein im versammelten Trab. Die Stute wirkte nervös. Ihr Schweif schlug nervös von links nach rechts und die Ohren waren angelegt. Der Reiter trieb sie energisch nach vorn, wobei sich die Sporen in ihren Bauch bohrten. Die Muskulatur schien sehr angespannt zu sein. Weiterhin im versammelten Trab ritten sie eine halbe rechts halbe Volte links, um nun auf der rechten Hand zu reiten. Es folgten noch Travers in derselben Gangart, bevor es im Schritt auf beiden Händen weiterging. Obwohl der Reiter nicht gerade gnädig zur Stute war, wurde der Preis immer höher getrieben und bei zweiundzwanzigtausend Euro stieg nun auch ich ein. Der Schritt gefiel mir besonders. Schneesturm lief mit großen Schritten vorwärts und kaute aktiv auf dem Gebiss.
    Aus dem Rückwärtsrichten galoppierte der Typ sie an und zerrte dabei unsanft im Maul herum. Die zehn Meter Volte bei S und danach bei P sah wie ein Kinderspiel bei ihnen aus und auch ein fliegender Galoppwechsel begeisterte das Publikum. Sie schwebte durch den Sand, wenn auch mit schlagendem Schweif und weit aufgerissenen Augen.
    “Nun kommen wir noch zu einem kleinen Höhepunkt. Unser Vorreiter zeigt nun den Pass der Stute”, ertönte es aus dem Lautsprecher. Er machte sich bereit mit der Stute im Trab. Vor dem Erreichen von M galoppierte er sie für einige Sprünge, um dort abzuwenden Richtung K im Pass. Schnee war in ihrem Element. Das erste Mal funkelten ihre Augen in der Darbietung und ich wusste, dass ich dieses Pferd für unseren Hof brauchte. Im Kampf um die Stute hob ich mehrmals die Hand.
    “Dann begrüßen wir nun den neuen Besitzer dieser Hochleistungsstute zu begrüßen – Tyrell Earle”, wurde ich in die Halle gebeten und nahm die Zügel der Stute in die Hand. Sanft strich ihr über die Nüstern. Dabei betrachtete ich die Noten der Richter, mit den ich sehr zufrieden war. Schneesturm hatte auf beiden Händen in alle drei Gängen ihre Bestleistung gezeigt.
    2985 Zeichen mit Leerzeichen // geprüft mit Zeichenzähler.de // geschrieben von Mohikanerin

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    selbstgezählte Punkte {20}
     
    Veija und Wolfszeit gefällt das.
  9. Mohikanerin

    Mohikanerin Grafiker

    Mohikanerin mit
    Satz des Pythagoras

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    Steckbrief //
    Zuchtname: Satz des Pythagoras
    Rufname: Smoothie / Smooth

    Aus der: Bree
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    Den: Osgiliath
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    ____________________________________

    Geschlecht: Stute
    Rasse: (Edel) Standardbred
    Geburtsdatum: 1. Juli 2010
    Farbe: Mausfalbschecke (Overo) Schimmel
    Abzeichen: Scheckungsbedingt (Kopf und Beine)
    Stockmaß: 170 cm

    Charakter:
    Satz des Pythagoras wurde ursprünglich als Rennpferd gezüchtet aber es zeigte sich, dass ihr potenzial dort überhaupt nicht lag. Schnell kam sie zu einem Händler, wo sie von einer Sportreiterfamilie gekauft wurde. Smooth macht sich gern schön unter dem Sattel, sie bietet eine gute Selbsthaltung an und hat Spaß am laufen. Besonders in der Dressur eignet sie sich, aber auch das Springen scheint ihr zu liegen. Die Stute ist ein guter Allrounder
    ____________________________________

    Gencode: EE aa Dd nO Gg
    Zuchtzulassung: Nein
    Gesamtnote: -
    Nachkommen: -

    [Schleife]
    Prüfung
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    Dressur: L / S+
    Springen: A / S
    Military: E / S
    Fahren: -
    Rennen: E / E
    Gangreiten: E / L
    Western: -
    Distanz: E / M

    Gänge: 4

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    470. Militaryturnier (15.02.2021)

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    471. Militaryturnier (22.02.2021)
    472. Militaryturnier (07.03.2021)
    482. Militaryturnier (09.05.2021)

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    350. Synchronspringen (28.03.2021)
    353. Synchronspringen (24.04.2021)

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    624. Springturnier (24.04.2021)
    354. Synchronspringen (30.04.2021)
    355. Synchronspringen (07.05.2021)

    [​IMG]
    348. Synchronspringen (17.03.2021)

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    476. Distanzturnier (03.05.2021)
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    Besitzer: Mohikanerin (Niklas)
    Zucht: Olofsson, Schweden
    VKR: Mohikanerin
    Ersteller: Mohikanerin
    Punkte: 16 (+2 Bewegung)
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    Tierarzt (17. Juli 2021) //
    Diagnose Arthrose / Wolfszeit

    Ich befand mich heute in Kalmar, denn für Smoothie stand heute ein Tierarzt Date wegen ihrer Arthrose an. Da Niklas arbeiten musste, hatte ich mich dazu bereit erklärt seine Stute vorzustellen. Das einzige Problem war nur, dass ich dank Vriska nun ganze 20 Minuten zu früh war. Eigentlich sollte ich mich nicht beschweren, denn alleine hätte ich abgesehen von dem bescheiden öffentlichen Verkehr hier auch nicht hergefunden. Mit meinem Orientierungssinn war es bereits ein Wunder, dass ich die Box der Stute gefunden hatte, Vriska hatte sich nämlich direkt zu ihrem Hengst verabschiedet.
    “Hallo Smoothie”, begrüßte ich die Schimmelstute, die mir schon aus ihrer Box entgegenschaute. Sanft strich ich ihr über das weiße Fell und sie begann mich neugierig zu beschnupperte und fand auch so gleich die Möhren in der Tasche meines Pullis. Schmunzelnd hielt ich ihr die Möhre hin und sagte: “Aber nicht Niklas verraten, sonst muss ich mir wieder anhören, dass du noch dick wirst.” Auf die athletische Figur der Stute legte mein Freund besonders wert und vor allem achtete er penibel darauf, dass sie auch so blieb. Während das Schimmeltier den Rest der Möhre verschlang, griff ich nach dem Halfter, welches vor der Box hing. Freundlicherweise kam Smoothie mir mit ihrem Kopf entgegen, sodass ich keine Leiter braucht, um die Stute zu halftern. Ich führte sie auf den Putzplatz, wo ich die Zeit damit verbrachte die Stute noch ein wenig zu kraulen bis der Tierarzt endlich eintraf.

    “Guten Tag, ich bin Dr. Ecklund. Ich vertrete aktuell meinen Kollegen”, stellte sich der Mann mit einem freundlichen Händedruck vor, was ich freundlich erwiderte.
    “Wenn ich das hier richtig lese, ist das Satz des Pythagoras mit verdacht auf Arthrose. Ist das ihr Pferd?”, fragte er freundlich.
    “Nein, das ist die Stute von meinem Freund. Er ist heute leider verhindert”, erklärte ich dem Doktor freundlich, während er noch in der Akte blätterte.
    “Ich sehe es liegen bereits Röntgenbilder vor, auf denen eine Verknöcherung zu sehen ist. Sind denn seit der letzten Untersuchung weitere Symptome aufgetreten?”, fragte er und begann den Allgemeinzustand der Schimmelstute zu checken. Während er die Stute untersuchte, erläuterte ich die Auffälligkeiten die, die Stute zeigte.
    “Okay, das klingt ziemlich eindeutig. Trotzdem werde ich noch einige Untersuchungen durchführen”, antworte Dr. Ecklund. Nachdem er die Stute abgetastet hatte, folgten noch eine Lahmheitsuntersuchung und er röntgte die Beine der Stute.
    “Es sieht wie folgt aus Frau Valo, bisher ist nur das rechte Sprunggelenk der Stute betroffen. Bisher ist die Arthrose nicht allzu weit fortgeschritten, das heißt, wir haben noch gute Chancen die Schmerzen mittels Therapie zu behandeln und den weiteren Verlauf zu verlangsamen. Die Stute hat aktuell einen akuten Entzündungsschub, weshalb das wichtigste jetzt erst einmal ist die akute Entzündung zu behandeln. Deswegen werde ich ihr ein Medikament verschreiben, welches zweimal täglich gefüttert werden soll für mindestens 6 Wochen. Unterstützend würde ich auch noch eine Kur mit Teufelskralle, Ingwer und MSM empfehlen.
    Sobald der akute Schub vorbei ist, kann man an die Langzeittherapie gehen, dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, wobei ich von bei ihrem Zustand von dem meisten noch abraten würde. Bei der Eigenbluttherapie wie auch bei der Behandlung mit Hyaluronsäure ist die Gefahr einer erneuten Entzündung recht hoch.
    Aktuell würde ich eher eine Konservative Behandlung empfehlen. In akuten Entzündungsphasen wie jetzt sollte das Gelenk gekühlt werden auf keinen Fall gewärmt! Wärme würde die Entzündung verschlimmern. Sobald die Entzündung abgeklungen ist, ist wäre tatsächlich zu empfehlen. Gute Erfahrungen habe ich bisher auch mit der Fütterung von Grünlippmuschelpulver gemacht, bei den meisten Pferden konnte das eine dauerhafte Linderung der Symptome bewirken.
    Des Weiteren würde ich einen Speziellen Arthrose Beschlag vorschlagen, das entlastete die Gelenke”, erklärte der Tierarzt und ich hatte Mühe mir die ganzen Informationen zu merken. Offenbar schien man an meinem Gesicht die Überforderung ablesen können, der der Tierarzt sagte lachend: “Keine Sorge, ich schreibe Ihnen die ganzen Informationen auch noch einmal auf, dann können sie das auch noch in Ruhe mit ihrem Freund durchsprechen.” Gut so, ich hatte die Hälfte jetzt schon gefühlt vergessen und der Tierarzt hatte noch gar nicht angefangen von den weiteren Möglichkeiten zu reden.
    “Und wie ist das mit Bewegung, kann sie noch geritten werden?”, fragte ich nach, denn dazu hatte er bisher noch gar nichts gesagt.
    “Da kommen Sie zu einem guten Punkt. Sie kann nicht nur weiterhin geritten werden, sie soll auch. Bewegung ist ein wichtiger Punkt um weitere Schäden zu vermeiden. Bewegung im Gelenk ist wichtig damit der Teil vom Knorpel der noch nicht geschädigt ist weiter hing ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird. Allerdings sollte sie möglichst auf weichem Boden geritten werden und lange Aufwärmphasen im Schritt sind wichtig. Schneller geritten werden sollte nur, wenn sie Stute absolut klar läuft in der Gangart, sobald sie anfängt zu ticken sollte das Tempo wieder gedrosselt werden. Gesprungen werden sollte sie nicht mehr und enge Wendungen sowie starke Belastungen, sollten vermieden werden. Aus dem Grund würde ich auch vom longieren abraten, dabei werden die Gelenke zu stark einseitig belastet, was die Arthrose nur verschlimmern würde.
    Ich empfehle meinen Kunden auch immer die Umstellung in einen Offenstall, weil langes stehen schädlich für die Gelenke ist”, beantwortete der Doktor meine Frage. Ich stellte noch ein paar weitere Fragen, die er ebenso geduldig beantwortete, bevor er mir auch noch alle Therapiemöglichkeiten erklärte.
    Am Ende des Tierarzttermins war mein Kopf voller Information, ich hatte ein Haufen Zettel und ein Medikament für Smoothie in der Hand. Der Tierarzt packte sein Zeug wieder zusammen und verabschiedete sich.
    “Das hast du brav gemacht, hübsche”, lobte ich die Stute und entließ sie in ihre Box. Ein wenig müde ließ sie sich noch ein wenig kraulen, auch für sie war der Termin anstrengend gewesen.

    Trainingsberichte (3) //
    Dressur E zu A | 14. Februar 2021
    Vintage | Satz des Pythagoras | Wunderkind

    Die Halle füllte sich mit den Reitschülern, drei davon waren Traber aus Schweden, ein Freiberger aus Canada und Ceara Isleen, die kleinste im Bunde von der Bow River Ranch wurde geritten von Octavia. Wir begannen mit einem leichten warm werden, bestehend aus Schritt-Trab-Übergangen und einem Stangenkreuz. Mir fiel schnell auf, dass Wunderkind unter seinem Reiter ziemlich grobmotorisch zu sein schien und so schaute ich mir die beiden genauer an. Die Übergänge fielen ihm schwer. Er stockte oft, bevor er wieder in den Schritt kam, also hieß es für Folke mehr Übergänge einzubauen, vor allem aber auch die Stangen zu nutzen. Luchy und Nurja waren ein Team, das sah man ihnen an, nur war Nurja auch eher von der gemütlichen Fraktion. “Sie muss etwas mehr untertreten und Schwung bekommen, nur weil sie im Schritt ist, muss sie nicht schlurfen”, sagte ich Luchy und zeigte ihr 1,2 Übungen, mit der sie den Gang fördern konnte. Vintage und Tyrell kannten die ganzen Lektionen, das einzige, woran bei den beiden gefeilt werden musste, war die Taktsicherheit. Ab und zu lief der Hengst nicht ganz rein, was daran lag, dass Traber gerade im Galopp Schwierigkeiten hatten, keinen Gangsalat zu verursachen. Der Scheckhengst wusste gleich was zu tun war, als er die Stangen auf dem Boden erblickte. Er hob die Beine schön an und trat dabei auch schön unter. “Super Tyrell!”, sagte ich und sah zu Octavia, die nun auch die Galopparbeit aufgenommen hatte. Cira, wie sie sie nannte, war eine schnelle Lernerin, das hatte ich schon bei ihrem Springtraining gemerkt. Die Eigenschaft musste man sich nur zu Nutzen machen. “Du musst sie mehr untertreten lassen und sie muss mehr Last auf die Hinterhand aufnehmen, dann geht das von ganz allein. Reite ein paar Volten im Galopp und mach in den Ecken kehrt. Die Volten sollten immer mal etwas enger werden, dann nimmt sie durch die Hankenbeugung mehr Last auf und voila, wenn ihr dran bleibt, nimmt sie gut Last auf und tritt besser unter!”, erklärte ich ihr. Octavia war eine gute Reiterin, eigentlich alle von ihnen.Umso erfreulicher war ich am Ende der Reitstunde, dass alle fünf Reiter sich Übungen für Zuhause mitnehmen konnten. Niklas und Satz des Pythagoras hatten mich besonders überzeugt und eigentlich wäre für die beiden eher die L-Dressur Übungen wichtiger gewesen, denn die beiden waren für die A-Dressur gut gewappnet.

    © Sosox3 (Nathan) | 2366 Zeichen

    Dressur A zu L | 14. März 2021
    Das diese Trainingsfahrt dermaßen eskalieren würde, das hätte keiner vermutet. Meine Karriere als Berufsreiter und Trainer der Nationalmannschaft in der Dressur und Springen hatte ich mir so nicht vorgestellt. Hier in Kanada mutierte ich zum Kindergärtner und versuchte alle Schäfchen im Stall zu halten, was mir offensichtlicher eher schlecht als Recht gelang. Der Tag startete entspannter. Kristine hatte sich rechtzeitig aus meinem Zimmer verkrümelt und im Saal zum Frühstück saßen bereits alle.
    “Godmorgon, an der Tür habe ich euch die Liste gehängt, wer in welcher Gruppe reiten wird. Bitte seid pünktlich. Pro Gruppe sind ungefähr 45 Minuten bis 60 Minuten eingeplant. Als Erstes machen sich Ju, Milena, Mika und Ambrose bereits. Danach Niklas, Samu und Max. In der letzten Gruppe sind dann Hannes, Darya, Lina und Vriska. Ich freue mich auf euch alle und wünsche euch bekömmliches Frühstück”, sagte ich zu den Halbstarken und nahm mir ebenfalls etwas. Im Anschluss entschied ich noch Zähne putzen zu gehen und mich dann langsam auf dem Weg zur großen Reithalle zu machen. Heute wäre ich lieber auf den Platz gegangen, doch die Pfützen vom Unwetter waren überall verteilt und das, obwohl es wieder sonnig war und Temperaturen um die 30 °C erwartet wurden.
    Entgegen meiner Erwartung ritt die erste Gruppe bereits die Pferde im Schritt am langen Zügel warm. “Milena, soweit mir bekannt können Isländer auch vorwärtslaufen, ohne das Gewicht auf die Vorderhand zu verlagern”, scherzte ich. Snúra trampelte unmotiviert immer auf der ganzen Bahn herum, während Ju mit Amnesia bereits Volten und Zirkel ritt. Mika, der auf Caja saß, schien noch damit beschäftigt zu sein, die Steigbügellänge richtig einzustellen und arbeitete zum Warm werden mit einer Stute vom Boden aus. Dann warf ich einen Blick zu Ambrose. “Denkst du nicht, dass dein Sitz auch beim Warmreiten dein Pferd unterstützen sollte? Du bist doch kein nasser Sack”, bemängelte ich seinen Sitz und er setzte sich ordentlich auf sein Pferd.
    Alle waren mittlerweile im Trab, dabei fiel mir auf, dass Amnesia immer die Handbremse zog, wenn ihr Reiter aussitzen wollte. Dabei machte sie sich steif, legte sich auf den Zügel und fiel auf die Vorderhand. “Ju versuch Amy mal im Schritt mehr am Schenkel zu arbeiten. Sie ist noch jung und versteht nicht. was du von ihr willst. Bleib mal auf der Volte und trabe dort in der Biegung an, während du sitzen bleibst”, rief ich ihm zu. An der kurzen Seite bremste er seine Stute zurück in Schritt. Mit leichtem Druck am Bein schob er sein Pferd weichend am Schenkel vorwärts. Auch Ambrose arbeitete mit seiner Mausfalbstute noch am Schenkel. Dazu richtete er sie mehrfach Rückwärts und trabte sie direkt an, um den Schwung aus der Hinterhand zu verbessern.
    “Mika, steig doch mal auf”, sagte ich zu ihm, da er noch immer neben seinem Pferd herlief und sie arbeitete die einige Seitengänge, die heute gar nicht gefragt sind. Für heute wollen wir noch mal die A-Dressur durcharbeiten. Die Grundbausteine müssen bei allen im Verein sitzen. Milena arbeitete mit Snúra bereits einige Lektionen der Dressur ab, so verkleinerte und vergrößerte sie das Viereck im Schritt und Trab. Ihre Stute reagiert sensibel auf den Schenkel und ließ sich mit wenig Hilfen sehr gut stellen. Auch auf dem Zirkel konnte der Isländer mit Takt und Schwung galoppieren.
    “Ambrose, bitte reite eine Kehrtwendung auf der Vorderhand”, befahl ich ihm. Er ritt Oline auf den zweiten Hufschlag und stellte sie geschlossen hin. Dabei stellte Ambrose nach rechts, damit sich die Hinterhand nach links bewegt. Dafür legte er seinen äußeren Schenkel verwahrend an das Pferd, der Innere trieb verstärkt. Den inneren Zügel verkürzte er etwas und begrenzte mit dem anderen, damit seine Stute mit der Schulter nicht ausbricht. Langsam, aber korrekt kreuzte das innere Hinterbein vor das äußere bei jedem Schritt und die Vorderhand trat auf der Stelle. Lösend schnaubte Online ab. Ich lobte beide und wendete mich zu Mika, der endlich auf seinem Pferd saß. Im Vergleich zu den anderen Dreien war seine Stute bereits sehr gut warm und er konnte mit dem Galopp beginnen. So ließ ich ihn Caja auf dem Zirkel angaloppieren. Zunächst sollte Mika mehrere einfache Galoppwechsel machen und an der langen Seite überstreichen. Dabei traten keine Probleme auf.
    “Milena, ich weiß, dass es dir schwerfällt, aber setze dich tiefer in den Sattel, um auszusitzen. Dann reitest du bitte eine einfache Schlangenlinie und bei Erreichen der nächsten langen Seite lässt du dir die Zügel aus der Hand kauen. Dann nimmst du die Zügel vorsichtig wieder auf, gehst auf den Zirkel und galoppierst an.”, sagte ich ihr. Snúra wurde entspannter, nach dem sie mehr Zügel bekam und der Galopp schien ihr beim Lockern zu helfen. Auch den einfachen Galoppwechsel sprang sie richtig.
    Ju mit seiner Stute ließ ich ebenfalls eine Vorderhandwendung machen, daraus sollte seine Stute rückwärtsrichten und direkt antraben. Die Abfolge mehrere Lektionen half Amy dabei losgelassener zu werden und besser auf ihren Reiter zu konzentrieren. So schafften es alle am Ende der Reitstunde die Bahnfiguren und Lektionen der A Dressur abzurufen. Auch die Rahmenerweiterungen in das mittlere Tempo stellte kein Problem für die Reiter und ihre Pferde dar. Eh die nächsten kommen würde, setzte ich mich kurz an die frische Luft und trank etwas. Mein Mund war vom ganzen Reden schon trocken geworden und ich bräuchte mehr Augen, um alle so zu fördern, wie sie es brauchten. Doch am nächsten Tag wird es ein Einzeltraining für alle geben, überlegte ich dann. Dann kam schon die nächsten.
    Im Schritt ritt Niklas mit Smoothie in die Halle, auch Samu mit Acerado und gefolgt von Max mit der Isländer Stute Snotra.
    “Ich hoffe ihr seid bereit. Es steht Dressur L auf dem Plan”, versuchte ich die Jungs zu motivieren, die ohne Freunde im Gesicht auf den Pferden saßen. “Na dann beginnen wir mal mit dem Aufwärmen”, sagte ich zu den Jungs und sie setzten ihre Pferde in Bewegung.
    “Lass deinen Hengst nicht so wegrennen“, rief ich Samu zu. Sein Brauner war schon beim Stehen rumgehampelt und scheinbar geht es ihm hier zu langsam. Von Samu versuch ihn auszubremsen schien der Hengst nicht viel zu halten, denn nun begann er mit dem Kopf zuschlagen. “Gibt ihm mehr Zügel und setz dich mehr hin”, korrigierte ich ihn und schon ging Acerado ein wenig ruhiger.
    Bei Smoothie beobachtete ich, dass sie immer wieder mit ihrem Sprunggelenk wegbrach. Das Problem hatte die Stute einige Wochen schon, aber mir wurde berichtet, dass eine Osteopathin es sich näher angucken wird noch am selben Tag. Was mir noch auf fiel war, dass Niklas seine Hänge im Trab nicht ruhig halten konnte. Mit einigen Tipps sah es nach einigen Minuten bereits besser aus. Gemeinsam entschieden wir, dass seine Stute heute mehr im Schritt gearbeitet werden sollte. Da die L-Dressur für die Beiden kein Problem mehr darstellen sollte. Smoothie kann bereits alle Gangarten versammelt laufen und auch alle Übergänge.
    Snotra unter Max hingegen hatte große Schwierigkeiten bei der Versammlung im Trab, da sie in den Tölt ging, um die Balance zu halten. So machten sie zusammen einige Wendungen auf der Vorderhand und Hinterhand, um die Muskeln durch die einseitig wirkende Hilfe besser zu entspannen. Die Stute reagierte gut auf den Schenkel und konzentrierte sich genau darauf, was sie tun sollte. Snotra läuft zu viel auf der Vorhand und nimmt zu wenig Last auf. Im Galopp hingegen fiel es ihr leichter, weswegen die beiden nun darin erst mal weiterarbeiten sollen, eh wir im Verlauf dieser Trainingseinheit noch die Versammlung im Trab uns näher anschauen.
    Samu konnte mittlerweile mehr Ruhe in seinen Hengst einbringen und somit auch schon erste Versammlung im Trab und Galopp reiten, in Verbindung mit Handwechseln und kleineren Volten. Der Braune hörte ihm genau zu, um die Lektionen auf den Punkt genau zu laufen. Wenn auch nicht gefordert, ritt Niklas im Schritt mit Smoothie verschiedene Seitengänge und besonders schön sah die Traversale aus, an der sie zusammen monatelang arbeiteten.
    Zum Ende der Einheit ist Niklas mit Smoothie noch einige Runden locker getrabt und das Knacken ihres Sprunggelenks trat ebenfalls nicht mehr auf, da das Gelenk sich mit Flüssigkeit gefüllt hatte. Für einige Hufschlagfiguren wie der Schlangenlinie mit vier Bögen oder Handwechsel auf der Ecke kehrt auf 8 Meter, war die Stute genug vorbereitet. Auch Max schaffte es noch seine Stute genügend im Trab zu versammeln durch viele Übergänge vom Schritt in den Trab, vom Trab in den Halt und immer weniger einige Galoppsprünge, damit die Energie etwas abgelassen wurde. Ace unter Samu fehlte es vorrangig an der Geduld, was sein Reiter von ihm wollte. So müssen die Beiden noch etwas mehr miteinander Arbeiten und keine Routine in die Einheiten einbringen. So wird sein Pferd ihm zuhören müssen und aufmerksam bleiben. In den Lektionen an sich gab es keine Probleme, nur die Versammlung müsste noch mehr erarbeitet werden, wenn Ace mehr auf seinen Reiter achtet.
    Die Dritte Gruppe ließ mir keine Verschnaufpause, sondern kam direkt in die Halle für das Dressur-A Training. Dominant war, dass Divine unter Lina den anderen Pferden einfach nur nachlief, ohne dabei auf seine Reiterin zu achten. So forderte ich sie auf, vom Pferd zusteigen, um zunächst den hübschen Hengst von der Hand aus aufzuwärmen. Hannes und Checkpoint machten ein gutes Bild, weswegen ich mich Darya auf Windrose widmen konnte. Sie hat ihre Stute noch nicht so lange, deswegen wollte sie mir mit gemeinsam die Lektionen mal abrufen. Vriska saß auf einer braunen Stute, die nicht zum Verein gehörte. Aber Kristine hatte mir bereits berichtet, dass Glymur wieder ein dickes Bein hatte und deswegen heute eine Pause brauchte. So saß sie auf einer Freiberger Stute, die grundsätzlich ein gutes Bild machte. Nurja reagierte auf den Schenkel, war weich im Genick und kaute aktiv auf dem Gebiss.
    Ich zeigte Lina, wie sie besser ihren Hengst vom Boden ausführen kann und die Gerte als Schenkelhilfe einsetzen konnte. Dieser schielte immer wieder etwas hektisch zu den anderen Pferden, wenn einer der anderen Reiter vorbeiritt. Doch mit einem leichten ziehen am äußeren Zügel, wandte Ivy sich schnell wieder zurück zu uns. Aufmerksam hörte er auf Lina, die mit ihm auch schon in Seitengängen arbeitete, was in meiner klassischen Ausbildung viel später es kommen würde. Der Hengst jedoch schien genau das zu benötigen, um überhaupt gerade laufen zu können und genug Takt zu entwickeln. Auch die Rahmenerweiterung konnte sich am Boden sehen lassen. Dann ließ ich die Beiden erst mal selbstständig weiter machen, um mich Hannes und seinem Hengst zu widmen. Er war bereits im Trab unterwegs und ritt einige Bahnfiguren. Der Rappe lief fleißig unter ihm und hörte auf die Hilfen, die ihm gegeben wurden. Dazu hatte er eine konstante Anlehnung und Hannes saß ruhig im Sattel. Seine Haltung der Zügel könnte jedoch noch verbessert werden. Man könnte meinen, dass Niklas und Hannes sich heute abgesprochen hätten. Es war deutlich sichtbar, dass sie Brüder waren, wenn auch von der Persönlichkeit komplett unterschiedlich. Ohne etwas zu ihm sagen zu müssen, ritt er Volten im Trab. Schlangenlinien und ließ sich die Zügel aus der Hand kauen. Im Galopp konnte er überstreichen und auch der fliegende Galoppwechsel war ein Kinderspiel für die Beiden.
    Vriska und Nurja machten ein schönes Bild zusammen. Besonders empfand ich sie auf einem Warmblüter auch deutlich eleganter als auf ihren Isländer. Vriska war körperlich genau richtig gebaut, um hohe Dressurklassen mitzureiten. Wer weiß, vielleicht schafft einer der Jungs sie davon zu überzeugen, das Fahrzeug zu wechseln.
    Am Ende setzte sich Lina doch noch auf ihren Hengst und ich lief immer wieder ein Stück mit, damit er sich an kein anderes Pferd hängen konnte. Je mehr sie mit Divine sprach, umso weniger klebte er.
    Auch Darya auf Windrose konnte den Rahmen ihres Pferdes erweitern und sogar einige fliegende Galoppwechsel reite. Mit einigen Wochen mehr intensiven Training, wird es beiden gelingen schon mit L-Lektionen zu beginnen.
    Hannes und Checkpoint waren auf einem ganz anderen Level unterwegs. Der Hengst lief aufmerksam vorwärts, stellte sich wunderbar im Genick und konnte alle geforderten Lektionen der A-Dressur bereits auf den Punkt genau laufen.
    Vriska und Nurja hatten heute das erste Training miteinander, doch sie konnte der Braunen ziemlich viel Sicherheit geben und so schon die ersten Lektionen der A reiten. Besonders der Galopp war noch ausbaufähig der Stute aber mit etwas Geduld, würde das etwas werden.

    © Mohikanerin (Anders Holm) | 12.581 Zeichen

    Springen E zu A | 5. Juni 2021
    „Als man mir sagte, dass du mit einem Pony mir Springunterricht geben willst, dachte ich an Aelfric oder Caruso und nicht an deinen Riesen”, empörte sich Lina, als sie den Stalltrakt betrat.
    “Entspann dich, Smoothie ist harmlos”, schmunzelte ich und drückte ihr die fertig gesattelte Stute in die Hand. In der anderen hatte sie bereits den Helm griffbereit und wir liefen zum Springplatz, auf dem ich vorhin einen Anfänger Parkour aufgebaut hatte. Bis auf ein Hindernis waren alle Sprünge etwa 95 cm hoch, was für meine Stute gar kein Problem darstellen sollte. In der Vergangenheit sind wir bereits bis zu 150 cm gesprungen und Lina sollte nun von ihr lernen. Ich half Lina hoch auf Smoothie, bevor sie selbstständig die Stute warm ritt. Mehrfach warf einen prüfenden Blick auf die beiden, doch sie kamen gut klar. Lina saß locker im Sattel, spreizte jedoch die Knie nach außen und sie sah wie ein Jockey aus. Ich wusste dies zu korrigieren, ehe sie die Geschwindigkeit erhöhten. Zum Lösen arbeiteten wir mit Cavaletti und Stangen am Boden, was ihr ein besseres Gefühl für das Pferd geben sollte. Durch die übermäßige Belastung der Gelenke war es wichtig die Sehnen und Bänder zu erwärmen, besonders für Smooth mit ihrem verletzten Sprunggelenk. Zum Abschluss der Lösungsphase sprang Lina das niedrige Kreuz.
    “Das war schon gut, aber lass dich mehr in der Bewegung mitnehmen und bleibe dabei präziser in deinen Hilfen. Smoothie braucht eindeutige Kommandos und diese nur einmalig, nicht durchgehend”, rief ich ihr zu. Lina nickte, aber sagte nicht. Bei einem erneuten Versuch sprang sie besser über das Kreuz. Damit sie ein besseres Gefühl bekam, erhöhte ich das Kreuz. Erst danach begannen wir mit der vorgegebenen Höhe von 95 cm. Ich zeigte auf ein Rick, dass bereits im Parkour stand. Wie im Schlaf übersprang Smoothie es und ignorierte dabei, was ihre Reiterin wollte. Das lag hauptsächlich daran, dass Lina zu spät sie anzog und meine Stute dann im Sprung gelandet wäre. Verärgert erklärte ich ihr erneut, was sie tun soll und was nicht. Dabei schnaubte Smooth ab und trottete entspannt vorwärts. Am Grundtempo im Galopp musste Lina nichts üben, denn die Stute hielt es von selbst.
    Als sie zusammen starteten, war das erste Hindernis, ein Kreuz, mit einer auf dem Boden liegenden Stange im Trab zu überqueren und danach auf die rechte Hand. Das folgende Hindernis war ebenfalls ein Kreuz mit einer Stange und erst danach galoppierten sie an auf der linken Hand. Kontrolliert galoppierten nach der Biegung auf das Rick zu. Diesmal nahm sich Lina meine Tipps an und sowohl Absprung als auch Landung waren gut. Nach einem fliegenden Galoppwechsel stand der Oxer auf dem Plan, den eher Smoothie sprang als Lina, denn sie sortierte mal wieder ihre Zügel. Von mir gab es direkt die Kritik. Vor dem letzten Rick, musste noch die Kombination bestritten werden, was Lina wirklich gut auszählte und auf dem Sprung genau absolvierte. Nebenbei stoppte ich die Zeit, eine Bestzeit war es nicht, aber schlecht auch nicht.
    Im Laufe der Einheit sprangen sie den Parkour noch mehrere Male. Zum Abschluss machten Lina und Smooth noch etwas Trab am langen Zügel, ehe sie zum Schritt wechselten. Da sie nun weiterarbeiten musste, übernahm ich da Abreiten und ritt ohne Helm noch eine Stunde im Schritt aus. Müde stellte ich Satz des Pythagoras zurück auf die Weide. Den A-Parkour hatten somit beide bestanden.

    © Mohikanerin (Niklas Olofsson) | 3396 Zeichen

    2013, Herbst. Der Platz war voll. Überall tummelten sich Stuten verschiedener Altersklassen und wir waren eine davon. Für Satz des Pythagoras stand heute die Leistungsprüfung auf dem Plan, da sie im nächsten Jahr bereits zum Hengst sollte. Die Entscheidung würde aber erst nach den Noten getroffen werden können. So stand also in einer schlichten schwarzen Reithose vor dem Reitplatz mit den Zügeln in der einen und einer Gerte in der anderen Hand. Bunte Fahnen und Bänder schmückten Maste und Gebäude. Für die Stute war es Aufregung pur und nervös tänzelte sie neben mir. Meine leisen Worte beruhigten Smoothie nicht, selbst Leckerlis konnten sie nicht ablenken, weswegen ich einige Male auf und ablief bis unser Name aufgerufen wurde.
    Im Trab liefen wir auf dem Platz ein, zunächst auf der ganzen Bahn. In federleichten Bewegungen schwebte die Schimmelstute neben mir her und erinnerte mich ein wenig an ein Kaninchen. Aufgeregt schnaubte sie und riss den Kopf nach oben, während uns das Klackern von Kameras ertönte. Ich konzentrierte mich darauf, dass sie ruhiger wurde. Opa sagte immer, die Aufregung würde die Pferde besser darstellen, aber ich konnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, der Stute diesen Stress auszusetzen. Ändern konnte ich daran nichts aber sprach ruhig auf sie ein. Neugierig spitzte sie die viel zu großen Ohren, als wir bei X hielten und die Richter grüßten. Die Beine hatte sie geschlossen und hob noch immer den Kopf nach oben. Im Trab ging es zurück auf die Bahn und führte sie auf einem Zirkel. Langsam wurde Smoothie ruhiger und schnaubte sogar ab. Mit meiner Hand, in der ich die Zügel hatte, strich ihr sanft über den Hals. Mehrfach setzte ihr Hirn aus und sie galoppierte nervös los. Nur mit einigen groben Zügen am Gebiss bekam ich sie zurück in den Trab. Nachdem wir die Hand wechselten mittels eines Wechsels durch die ganze Bahn parierte ich die Standardbred Stute durch in den Schritt. Wieder schnaubte sie ab und senkte sogar den Kopf ab.
    Neben uns klackerten noch immer die Auslöser von Kameras und eine folgte uns. Auf einem großen Bildschirm sah ich unsere Präsentation. Ich richtete mich etwas mehr auf und hatte eine positive Ausstrahlung auf das Pferd. Erneut wechselten wir die Hand durch eine Hinterhandwendung. Der letzte Aufgabenteil bestand aus dem Galopp. Dafür entfernte ich die Zügel vom Gebiss und trieb sie vorwärts. Einige Helfer kamen dazu und Peitschen knallten. Mit aufgestelltem Schweif beobachtete ich die Stute über den Sand fliegen. Rechts stellte sich als ihre bessere Hand heraus. Auf der anderen Seite hüpfte Smoothie mehr und sprang nicht so schön. Der Drei-Takt sah gestört auf, was sich im Laufe ihrer Ausbildung noch verbessern sollte.
    “Dann danken wir ihnen, sie können ihr Pferd nun wegbringen”, ertönte es aus den Lautsprechern und ich bremste Smoothie ab. Bei X hielten wir noch einmal. Dort hob ich grüßend die Hand.
    2905 Zeichen mit Leerzeichen // geprüft mit zeichenzähler.de // geschrieben von Mohikanerin

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    selbstgezählte Punkte {20}
     
    Veija und Wolfszeit gefällt das.
  10. Mohikanerin

    Mohikanerin Grafiker

    Mohikanerin mit
    Blávör

    [​IMG]

    Steckbrief //
    Zuchtname: Blávör
    Rufname: Blá (gesprochen: Blau)

    Aus der: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    Den: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    ____________________________________

    Geschlecht: Stute
    Rasse: Isländer
    Geburtsdatum: 19. April 2011
    Farbe: Chimäre (Rappe und Braun Tobiano)
    Abzeichen: Scheckungsbedingt (Beine)
    Stockmaß: 139 cm

    Charakter:
    Obwohl sich Blávör zielstrebig und fleißig zeigt, macht sie ihren Namen (Hexe)
    allen Ehren. Gegenüber anderen Pferden legt sie oftmals die Ohren an und verhält
    sich wie es im Buche steht wie eine Stute. Trotzdem ist sie gelehrig und
    freundlich unter dem Sattel. Sie respektiert ihren Reiter.
    ____________________________________

    Gencode: Unbekannt
    Zuchtzulassung: Nein
    Gesamtnote: -
    Nachkommen: -

    [Schleife]
    Prüfung
    ____________________________________

    Dressur: A / M
    Springen: E / E
    Military: -
    Fahren: -
    Rennen: E / L
    Gangreiten: M / M
    Western: -
    Distanz: E / A

    Gänge: 5

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    218. Gangturnier (16.10.2019)
    226. Gangturnier (05.01.2020)
    227. Gangturnier (12.01.2020)

    [​IMG]
    200. Gangturnier (29.10.2018)
    215. Gangturnier (03.09.2019)
    216. Gangturnier (10.09.2019)
    220. Gangturnier (06.11.2019)

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    418. Distanzturnier (09.12.2019)
    425. Distanzturnier (03.02.2020)

    [​IMG]
    500. Galopprennen (01.01.2020)
    ____________________________________

    Besitzer: Mohikanerin
    Zucht: Unbekannt | Island
    VKR: Sadasha
    Ersteller: Sadasha
    Punkte: 14 (+2 Bewegung | +2 HS | +2 TA)
    ____________________________________

    PNG // Puzzel // Hintergrund // Trab
    Reiter {Vriska Isaac}

    Hufschmied (15. April 2021) //
    Beschlag und Hufpflege für Snotra, Blávör, Briair, Elf Dancer, Acerado und Nurja / Mohikanerin

    Ein kurzfristiger Auftrag erreichte mich von meinem Partner Mr. Wellik AB. Auf dem Gestüt Whitehorse Creek brauchten einige Pferde neue Eisen und eine weitere Stute müsste ausgeschnitten werden, wenn ich schon mal da bin.
    “Sie müssen Luchy sein”, sagte ich zu einer jungen Dame, die auf mich zu kam.
    “Nein, Hallo. Ich bin Lina.”, stellte sie sich vor. Zusammen gehen wir zum Stall in dem bereits Elf Dancer stand.
    Ich entfernte als Erstes die alten Eisen. Die Dame erzählte mir, dass er zwischendurch Schwierigkeiten beim Laufen hatte, eine Art Knacken zu hören sei und ich mir das genauer anschauen sollte. Der Schmied, der sonst kam, machte wohl einfach nur die Eisen darauf und das war's. Ich ließ mir den Hengst vor dem Stall einige mal Vorführen, als die Eisen ab waren. Es fiel deutlich auf, dass er fühlig lief.
    “Vielleicht wäre es besser, wenn wir ihn auch hinten Beschlagen”, merkte ich bei der ersten Runde an. Später war auch das Knacken zu hören, dass sie ansprach.
    “Ich denke, dass das Hufbein länger ist und durch die Bewegung knackt es. Jedoch wäre es besser mit einem Tierarzt zu sprechen”, erklärte ich ihr. Sie stimmte mir zu.
    “Zur Erleichterung beim Abrollen kann ich ihm spezielle Eisen vorne ran machen und eine Gummischicht dazwischen, damit die Federung mehr unterstützt wird.”
    “Das klingt super. Machen wir so”, antwortete Lina begeistert.
    In meinem Auto begann ich zu kramen nach den Gummis. “Gefunden”, rufe ich triumphierend und lief in den Stall. Die Eisen hatte ich bereits zurecht geschliffen und geformt, sodass nur die Gummis noch fehlten. Ich befestigte diesen am Eisen und nagle alles zusammen an den Huf von Elf Dancer. 20 Minuten später lief er schon viel Besser mit den NBS an den Vorderhufen.
    “Und was sind das für ein Eisen?”, fragte Lina, nach dem sie den Hengst zurückgestellt hatte. Ich zeigte ihr das Eisen genauer und erkläre: “Diese Hufeinsen sollen es ermöglichen, dass das Pferd damit so locker und natürlich laufen kann wie möglich. Der Huf kann so seinem natürlichen Abrollpunkt folgen und somit bleibt die Hufform während der gesamten Beschlagsperiode unverändert.”
    Als Nächstes waren Acerado und Briair an der Reihe. Den Hengst hatte Lina aus der Box geholt und kraulte engagiert seinen Kopf. Sie erklärte mir, dass er sonst sehr ungeduldig herumzappeln würde und ich hackte nicht weiter nach. Stattdessen ging ich meinem Beruf nach, entfernte die Eisen und machte den ersten groben Schnitt am Huf. Der Zeh ragte merklich über dem alten Eisen und hatte teilweise die Form des Hufes verändert. Kopfschüttelnd lief ich zum Auto, um nach anderen Eisen zu schauen. Schnell fand ich die richtige Größe für alle vier Hufe und begann sie in die richtige Form zu schlagen. Zur gleichen Zeit führte die kleine Dame den Hengst auf und ab, da er immer ungeduldiger in der Gasse stand und nicht weiter stillhalten wollte. Immer wieder warf ich einen prüfenden Blick auf das Gangbild des Braunen, doch konnte keine Unstimmigkeiten entdecken, bis auf die ungünstige Form des Hufes.
    Nach 40 Minuten konnte sich Acerado wieder sehen lassen. Imposant trabte Lina den Hengst vor und er zeigte keine weiteren Fehler. Er rollte sehr gut ab und ließ sich dabei im ganzen Körper locker. Die Zehen hatte ich an die Eisen angepassten und die Trachten minimal gekürzt, da sie nicht plan zum Boden waren. Bevor sie ihn zurück auf die Weide brachte, hatte Lina bereits Briair eine interessante Schimmelstute in die Gasse gestellt. Die Eisen hatte ich bereits von den Hufen entfernt und begann zu raspeln, als die Mitarbeiterin wieder kehrte und mir die Stute auf dem festen Boden vorführen konnte. Ungewohnt hob sie die Beine weit weg vom Boden und tippelte neben ihr her. Generell lief sie aber richtig. Auch für sie konnte ich die Standardeisen verwenden und suchte mal wieder nach diesen. Ich musste das Auto mal wieder aufräumen dachte ich und stolperte haarscharf über einen Eimer, den ich zur Seite schieben wollte.
    “Alles okay?”, rief Lina aus dem Stall.
    “Ja, noch mal gut gegangen”, scherzte ich und kam mit den Eisen wieder. Prüfend legte ich sie an die Hufe der Stute und markierte einige markante Stellen, die ich an dem Eisen ändern musste. Am Auto schlug die vier Eisen wieder zurecht, schliff mit dem Nassschleifer mehrere Stellen. Erneut legte ich die Eisen an die Hufe der Stute, eh ich sie fest machte. Zufrieden führte Lina sie noch einmal vor und brachte dann auch Briair zur Weide.
    Ein junger Mann kam mit zwei Stuten auf mich zu. Auf den ersten Blick wusste ich, dass das die besagten Isländer sein. Wortlos band er sie an, zeigt zuerst auf die Braune und lehnte sich an die Wand.
    „Ich bräuchte sie vorher erst mal vorgeführt, um die Bewegungsabläufe zu sehen und mögliche Fehler ausgleichen zu können”, erklärte ich ihm.
    “Die hat keine Fehler”, murmelte er, band sie ab und führte sie den Weg entlang. Dann drehte Max sie wieder um und trabte ein Stück. Offensichtlich trabte Snotra jedoch nicht, sondern es war Tölt. Ich guckte es mir noch einige Minuten an, eh ich sie zurück in den Stall kommen ließ und begann die alten Eisen zu entfernen. Natürlich zeigte die Stute Fehler im Gangbild, die aus X-Beinen bestanden und in keiner Weise angepasst wurden. Die Hufe waren normal geschnitten und die Eisen Standardgemäß genagelt. Kaum stand sie direkt auf dem Steinboden in der Stallgasse begann die Stute herumzuhampeln und fühlte sich offensichtlich nicht wohl auf dem Boden. Der Besitzer stellte sich an den Kopf von ihr und beruhigte sie. So konnte ich ungestört die Hufe korrigieren und im Anschluss die Eisen im Auto auswählen. Auf Wunsch des Kunden bekam sie an die Vorderhufe und Hinterhufe die gleichen Gewichtsklassen, da auf der Zuchtprüfung in einigen Wochen kein unterschiedlicher Beschlag zugelassen ist.
    “8ter in 1, richtig?”, fragte ich noch einmal nach aus dem Auto. Er stimmte zu und bewaffnet mit Stift sowie Eisen kam ich zurück zum Pferd, um die richtigen Maße zu nehmen. Die Stege waren zu lang und an den Trachten zu breit. Mit roher Gewalt schlug ich am Amboss mit dem Hammer auf die Vordereisen ein. Mehrmals prüfte ich die Form, bis sie endgültig passten. Snotra hatte sich mittlerweile an den Untergrund gewöhnt, dennoch wirkte sie erleichtert, als endlich wieder an ihren Hufen waren. Nach einem erneuten Vorführen stellte sich eine leichtere Verbesserung des Gangbildes heraus und im geschlossenen Stehen war auch die Stellung, um einige Millimeter besser.
    Bevor Nurja ausgeschnitten wurde, sollte Blávör noch die Eisen entfernt bekommen. Der Kunde erzählte mir, dass sie ständig die Eisen verlor und die Hufwände sehr brüchig wurden. Ich guckte mir im Schritt die kleine Katastrophe an, eh ich sie wieder anbinden ließ und direkt mit dem Entfernen begann. Ihre Hufen waren wirklich sehr trocken und rissig. Von den Hufnägeln aus durchzogen klitzekleine Risse die Hufwand. Behutsam entfernte ich die Nägel und Eisen. Im Vergleich zu ihrem Kameraden entspannte die Stute sich auf dem Untergrund und wirkte erleichtert, die Eisen los zu sein. Ich feilte die Hufen und kürzte sie mit dem Messer. Aus dem Auto habe ich bereits den Hufkleber geholt, um die Risse zu befestigen. Es musste verhindert werden, dass die Risse sich in den weißen Rand hochzogen. Nach 20 Minuten waren wir fertig und Max brachte seine beiden Stuten zurück auf die Weide.
    Lina wartete bereits mit Nurja, führte sie vor und befestigte die Stute für mich. Freundlich begrüßte ich sie und betrachtete die Hufe. Wirklich gut gepflegt waren sie, benötigten nur eine Nacharbeitung. Zuerst schnitt ich den Strahl aus und die Hufwand. Die Trachten waren an den Hinterhufen deutlich zu lang, sodass ich ein paar Zentimeter entfernte. Am Ende schnitt die Hufe eben zum Boden. Dann führte die Kleine Nurja erneut vor. “Sehr gut, sie ist fertig”, rief ich ihr zu. Sie nickte und verabschiedete sich. Max kehrte bereits zurück. Eh er sich verabschieden konnte, rechnete ich noch ab. Die Rechnung steckte er unsanft in seine Tasche und ging. Nicht gesprächig der Kerl, um so freundlicher war der Kontakt zu Lina, die mir sogleich das Geld gab, als sie zurückkehrte.

    Tierarzt (17. April 2021) //
    Routineuntersuchung & Impfungen auffrischen / Wolfszeit
    Saints Row| Blávör| Vintage| Lotti Boulevard| Alfred's Nobelpreis

    Ein wenig verwundert stieg ich aus meinem Auto, welches ich gerade auf dem Lindö Dalen Stuteri geparkt hatte. Weit und breit konnte ich weder einen Menschen noch ein Pferd entdecken. Ich warf einen Blick auf meine Uhr. Sie zeigte 10:30 Uhr, das hieß, ich war genau pünktlich. Als ich mich gerade auf die Suche nach meinem Kunden machen wollte, kamen mir ein junger Mann und ein Mädchen mit zwei Pferden um die Ecke.
    “Entschuldigen sie Doc, die kleine Hexe hier wollte sich nicht einfangen lassen”, erklärte der junge Mann die Verspätung, der sich wenig später als Folke vorstellte.
    Mit meiner Tasche in der Hand folgte ich den beiden bis zu einem Anbindeplatz, wo ich dann mit meiner Arbeit beginnen konnte. Als erstes Untersuchte ich die Isländerstute, die mir als Blávör vorgestellt wurde. Augen und Ohren, wie auch der Rest des Pferdes waren unauffällig, sodass der den beiden Impfungen, die die Stute bekommen sollte, nichts im Wege stand. Ganz typisch Stute zicke die Schecke ein wenig rum, doch mit routinierten Bewegungen, hatte ich die Stute schnell geimpft.
    Während ich mich nun der nächsten Patientin zu wand, brachte Folke, die Isländerstute weg. Auch bei Saint Row überprüfte ich als Erstes den Gesundheitszustand. Diese Prozedur wurde von etlichen Fragen den jungen Mädchen begleitet und ich beantwortete jede ihrer Fragen geduldig. Auch diese Stute war in einwandfreiem Zustand, sodass ich sie impfen konnte.
    Folke war inzwischen mit einer deutlich größeren braunen Stute zurückgekehrt und stellte mir diese als Lotti Boulevard vor. Lotti beobachte mich die ganze Zeit ein wenig skeptisch, während ich sie untersuchte. Auch bei der Traberstute gab es keine Auffälligkeiten. Bei der Impfung war sie brav, sodass sie dann auch recht schnell fertig war.
    Auch bei der nächsten Stute ging alles recht schnell. Vintage war brav und bis auf die Sache, dass die Zähne bald mal wieder gemacht werden sollten, gab es auch bei ihm nichts zu beanstanden.
    Der letzte Patient, war ein großer Fuchshengst, dem es nicht allzu leicht fiel stillzustehen. Ungeduldig hampelte er umher. Mit ein wenig Geduld konnte ich auch ihn untersuchen und impfen. Nachdem alle Patienten versorgt waren, teilte ich noch den beiden Betreuern der Tiere mit, dass die Pferde die nächsten zwei Tage nur leicht bewegt werden sollten und sie noch einmal anrufen sollten, wenn Nebenwirkungen auftreten.
    Nach getaner Arbeit machte ich mich somit fast pünktlich auf dem Weg zum nächsten Hof.

    Trainingsberichte (4) //
    Gangreiten E zu A | 16. November 2018
    Blaer frá glæsileika eyjarinnar | Blávör | Glanni frá glæsileika eyjarinnar | Trú fra Frelsi | Skrýmir | Snotra | Eimyja | Maekja van Ghosts

    “Seid ihr soweit”, fragt Bruce, der Blaer am Zügel hält. Wir nickten und folgen ihm. Heute machen wir ein Gruppentraining auf der Ovalbahn. Max mit Blávör, Tyrell mit Glanni und ich mit Trú. Zuerst gurten wir nach und wärmen jeder allein die Pferde auf. Die Herausforderung ist, dass niemand den Anderen beim Reiten stört. Das ist der eigentliche Grund heute, zu dem möchte auch Tyrell sich etwas mehr mit dem Isländern befassen, da es immer mehr werden und wir gar nicht schaffen, alle regelmäßig zu beschäftigen.
    “Wie bereits gesprochen, einige von euch sitzen auf Isländern, die noch nicht richtig an den Tölt geführt wurden. Deshalb teilen wir uns in zwei Teams und machen einen kleinen Wettbewerb draus. Die Pferde sollten so schnell wie möglich Taktklar tölten, aber gleichzeitig nicht überfordert sein oder zu etwas gezwungen werden. Und vergesst nicht, jeder von uns hat zwei Pferde. Nun, viel Erfolg!”, erklärt Bruce noch einmal und wir finden uns zusammen. Ich arbeite mit Max und Bruce mit Tyrell. Wie auch sonst. Allerdings haben wir das Glück, dass Trú und Blávör und auch Snotra schon Tölt kennen, somit müssen wir nicht soviel vorarbeiten. Aber auch Bruce und Tyrell haben Glück mit Blaer und Glanni.
    Das heutige Training ist für beide Teams sehr erfolgreich. Der erste Ritt war kein Problem, doch mit Trú hatte ich schon ziemlich viel zu tun, da sie sich noch etwas schwer macht den Takt zuhalten und deshalb schneller wird. Maekja hingegen hat schon gute Ansätze gezeigt, obwohl sie die Einzige im Team ist, die nicht tölten kann bisher. Tyrell hat schon gute Ansätze mit Glanni gehabt aber mehr Probleme mit Eimyja gehabt, die erst seit einem halben Jahr unter dem Sattel ist. Bruce zeigte sich mit Skrý gar nicht so schlecht. Der große Hengst ist ziemlich motiviert und zeigte sich sehr schön unter dem Sattel.
    Die nächsten Tage arbeiten Max und ich mit Snotra, Blávör, Maekja und Trú vom Boden aus, um das Vertrauen noch etwas zu festigen und gehen am Abend mit den beiden schwierigeren Pferden (Snotra und Maekja) eine kleine Runde in den Wald.
    Bruce und Tyrell hingegen üben mehr auf der Ovalbahn und setzen viel auf das regelmäßige kurze Intensive Training mit Blaer, Glanni, Eimy und Skrý. Doch besonders Blaer scheint schon nach den paar Tagen überfordert zu sein. Also wir werden sehen wer besser durch kommt.
    Heute sind schon 10 Tage vorbei, seitdem wir angefangen haben mit den Pferden, deshalb haben wir entschieden die Pferde zu tauschen.Max arbeitet mit Maekja auf der Bahn und ich bin mit Snotra dort. Gegenseitig geben wir uns Tipps und versuchen unsere Techniken zu erweitern. Die beiden Pferde sind sehr unterschiedlich was sich auch im Training zeigt. Maekja reagiert besser und schneller, wenn man intensiv dran bleibt. Snotra hingegen braucht viele Ruhephasen und eine Art Abstand um mehr Potential zu zeigen. Auch wenn Trú sich anfang unter mir schwierig gezeigt hat, kommt Max mit ihr deutlich besser klar. Für mich sind die ständigen Diskussionen ein Problem und meine Konzentration schwindet. Da Blávör eine ganz tolle gehorsame Stute ist, muss ich nicht viel machen. Schon auf die kleinen Hilfen reagiert sie. Heute können die beiden “Neu” Tölter schon mehr als eine Runde den Tölt taktklar halten. Morgen haben alle Vier eine Pause, da wir auch für die Uni noch lernen müssen.
    Blaer hat heute Pause, da er nicht von der Weide wollte, als er Bruce sah. Deshalb gibt er Tyrell unterricht auf Eimy, die auch schon wunderbar töltet. Die junge Stute ist sehr motiviert und möchte dem Reiter gefallen. Zu dem scheint Tyrell auch die richtige Hand für sie zu haben.
    Die Tage verlaufen sogut wie immer gleich, nach der Schule arbeiten Max und ich mit den Pferden und immer mehr Talent zeigt sich in beiden. Bruce und Tyrell hingegen zeigen sich immer mehr Probleme. Blaer weigert sich die Ovalbahn zu betreten, Glanni ist lahm, Skrýmir beisst um sich nur Eimyja arbeit noch freundlich mit. Also versuchen sie mit denen Drei zu arbeiten, damit es besser wird, allerdings würde ihnen eine Pause gut tun.

    Prüfung. Aufgeregt stehen wir zu viert auf der Ovalbahn. Torsten kontrolliert heute wie weit die Pferde sind und ob sie in die nächste Leistungsklasse können. Es ist einfache Viergangprüfung auf der schlechten Hand. Bruce und Blaer sind heute besser drauf. Der junge Hengst zeigt eine keine starke Vorderhandbewegung, doch sein Takt ist umso besser. Tyrell mit Glanni sind mit auch viel Takt ausgestattet, aber auch eine sehr gute Vorderhand. Blávör ist motiviert und fröhlich wie immer. Von beiden ist was da, Bewegung und Takt. Die Stute läuft wie eine Nähmaschiene. Und dann noch ich mit Trú, die etwas holprig Unterwegs ist, aber das beste gibt.
    In der zweiten Runde sind Skrýmir, Snotra, Maekja und Eimyja dabei. Auch die Vier sind gut vorbereitet, auch wenn wir die Beiden von mir und Max besser drauf sind.

    “Super gemacht”, lobt Torsten uns.
    “Aber ich muss sagen, da ich auch den Verlauf beobachtet habe, dass Max und Vriska bessere Arbeit geleistet haben. Die vier Pferde sind motivierter und wirken somit viel befreiter als die anderen. Also Jungs, schneidet euch eine Scheibe von den beiden ab.”, fügt er hinzu und geht.

    © Mohikanerin | 5170 Zeichen

    Gangreiten A zu L | 23. Dezember 2019
    Baldintáta | Snúra | Snotra | Blávör

    Bruce
    “In ungefähr 20 Minuten werde ich am Hof sein”, ruft mit Alicia an, die auf dem Weg zu uns ist um Táta zum Beritt zu bringen. In letzter Zeit lief es leider eher schlecht als recht und deswegen soll mal jemand anderes drüber gucken. Ich habe da auch schon eine Idee, bevor sie wieder nach Hause fährt, bekommt sie eine Stunde auf Snúra.
    “Danke, dass du uns hilfst. Irgendwie läuft es nicht mehr so gut mit uns beiden. Táta bockt herum und ihr Tölt ist sehr trabig geworden, obwohl sie ein Naturtölter ist. Das wundert mich.”, bedankt sich Alicia schon im Voraus.
    “Das wird schon.”, antworte ich. Zusammen bringen wir ihre Stute auf den Paddock und räumen die Sachen in den Stall. Für Berittpferde haben wir einen kleinen eigenen Stall eingerichtet, um mögliche Gefahren aus dem Weg zu gehen.
    “Also ich dachte mir, bevor du gehst, gebe ich dir noch eine Reitstunde auf Snúra. Sie kann auch ziemlich speziell sein.”, schlage ich Alicia vor.
    “Oh, sehr gern. Reitsachen habe ich ja eh schon an, aber einen Helm habe ich nicht bei”, antwortet sie.
    “Das ist kein Problem, wir haben einige hier. Komm mit”, sage ich ihr und wir gehen gemeinsam in den Aufenthaltsraum. Sie sucht sich einen aus der passt und gemeinsam gehen wir Snúra holen, die bei den anderen Stuten auf dem Paddock steht.
    Nach dem sie sauber und gesattelt ist, gehen wir zur Ovalbahn, die vor ein paar Tagen neuen Belag bekommen hat. Ich war noch nicht drauf seit dem es wieder schön auf der Bahn ist.
    “Also kurz noch was zu Snúra. Am Anfang testet sie gern und kann auch etwas gemein sein, aber wenn du dich durchsetzt, funktioniert es wunderbar.”, erkläre ich Alicia. Sie nickt und die Stunde beginnt. Am Anfang muss natürlich Snúra erst mal aufwärmen. Dafür beginnt es wie immer mit einigen Runden Schritt und einfache Lektionen zum Biegen und Stellen.
    “Bei Snúra ist es wichtig, dass du dich richtig tief in den Sattel setzt. Den Schwerpunkt eher zu weit hinten als zu weit vorn. Sonst fällt sie dir aus dem Gleichgewicht und wird zu schnell”, rufe ich Alicia zu, die es sich schwer macht Snúra zu bremsen. Nach meinem Tipp wird es dann schon deutlich besser.
    “Bevor wir tölten, ist es für sie besser, erst mal ruhig zu traben. Danach ist sie entspannter und der Druck ist weg.” Alicia trabt Snúra an, erst nur auf Zirkel und später auch auf der ganzen Bahn.
    Nach dem Unterricht reflektieren wir das geschehene, am Anfang hat sich Alicia noch schwer getan, dann wurde es besser. Als sie dann lockerer wurde, war auch die Stute nicht mehr verkrampft. Der Tölt hat gut geklappt und dann haben wir aufgehört.
    Táta lasse ich für heute noch in Ruhe und Alicia hat sich auch auf den Heimweg gemacht.
    Jetzt stehen noch Blávör und Snotra auf dem Plan. Deswegen warten schon Vriska und Max auf mich. Ich musste gerade noch etwas essen. Die beiden Stuten sind auch schon gesattelt und wir gehen ebenfalls auf die Ovalbahn. Nach dem Warmreiten arbeiten wir zunächst am Trab. Die Stuten tuen sich als Naturtölter schwer und genau deswegen müssen wir das Problem lösen. Auch, wenn die aktuellen Turniere okay sind, müssen die Stuten besser und taktvoller werden.

    Der nächste Tag bricht an und das ziemlich früh. Genervt, durch eindeutig zu wenig Schlaf, gucke ich zu meinem Wecker, der sicher schon alle geweckt hat. Es ist 6:30 Uhr, weil ich heute Stalldienst habe. Zum Glück fahre ich den Trecker.
    Geschafft. Die Pferde können nun wieder sauber auf den Paddocks stehen. Zusätzlich haben Wasserablauffurchen am Rand gezogen, damit das Wasser ablaufen kann. Vor einigen Wochen hat es geschneit, doch die Temperaturen sind wieder gestiegen und alles ist nass. Dann kommt noch dazu, dass es wieder sehr kalt werden soll und dann alles gefriert. Das würde nicht gut Enden. Kurz muss ich an die ganze Klimadebatte gedenken, doch bin schnell wieder woanders, gedanklich. Balditáta ist nämlich an der Reihe. Sie ist aus der Zucht von Eva, damals, und wir haben ihre übrig gebliebenen Pferde übernommen, als Beispiel Hnakki. Den wir allerdings demnächst verkaufen werden, doch auch mit dem Gedanken bin vom Thema abgestiegen. Neugierig begrüßt mich die Rappstute, die offenbar schon sehnlich auf mich gewartet hat. Ich lege ihr das Halfter an und wir gehen in die Stallgasse, um sie vom Schmutz zu befreien. Bevor ich am Tölt arbeite, wo offenbar aktuell ihre Schwäche liegt, möchte ich natürlich herausfinden, wieso ein Naturtölter Probleme in seiner Lieblingsgangart hat. Dafür gehen wir in die Reithalle. Ich lege ihr ihren Sattel auf und merke jetzt schon ein kleinen Fehler. Der Schwerpunkt von diesem liegt nicht so, dass es wirklich förderlich für Táta ist. Trotzdem werde ich diesen heute mal verwenden und morgen meinen, um zuschauen, ob es einen Unterschied gibt.
    Im Schritt läuft sie hektisch nach vorn und fällt wie zu sehr auf die Hinterhand. Mit etwas mehr Zügel und einer stärkeren Verlagerung nach hinten, biete ich ihr an, mehr die Hinterhand zu aktivieren. Schon nach einigen Runden tritt eine deutliche Verbesserung ein. Auch mit ihr mache ich Biegungsarbeit und besonders Rückwärtsrichten. Die Stute scheint probleme mit der Durchlässigkeit zu haben und möchte dem Zügel entfliehen. Also werde ich morgen auch mal ein anderes Gebiss ausprobieren. Aus der eigenen Produktion haben wir die neue anatomisch geformte Gebisse da, die besonders geeignet für sensible Pferde sind, weil sie durch das Titanium eine konstante Verbindung zwischen Reiterhand und Maul des Pferdes aufbauen. Um es Táta einfacher zu machen, hänge ich meine Zügel im Ring des Reithalfters ein. Der Druck vom Gebiss wird somit verteilt und ist auch konstanter weich. Auch hier zeigt sich eine deutliche Verbesserung. Unter diesen Umständen arbeite ich ich mit der Stute in der Halle die meiste Zeit im Schritt und Galopp, weder der Trab noch der Tölt sind ein Problem. Alle ihre kleinen Haken liegen im generellen und nicht am Tölt an sich. Nur dort zeigt es sich am deutlichsten, dass sie zu gestresst ist und deswegen kein Gleichgewicht hat. Natürlich habe ich mir auch den Tölt angeschaut und er zeigt deutlich das, was ich vorher festgestellt habe und was Alicia mit erzählt hat. Die ersten Schritt sind taktklar und rein, nach wenigen Metern scheint es, als würde sie nach vorn kippen und trabig werden, deswegen bevorzugt sie momentan den Trab.
    Zum Ende wartet eine Kraftfutter Schüssel auf die, die wir ebenfalls selbst Produzieren auf unseren Feldern. Es ist also eine heimische Mischung unter guten Umständen.
    Snúra hat heute Pause, deswegen wartet nun wieder Max auf mich. Wir wollen heute nur mit Blávör arbeiten, da Snotra gestern deutlich besser drauf war. Momentan macht er mit ihr viele Distanzritte auf Zeit und durfte schon mehrfach das Treppchen betreten. Blá scheint auch motiviert dafür zu sein, aber bei ihr zeigen sich keine deutlichen Verbesserungen. Auch wir gehen gleich in die Reithalle, um den Augenmerk mehr auf den Trab zu legen. Dort sind die Bedingungen besser und etwas Dressur wird ihr nicht schaden. Im Training mit anderen Pferden ist es mir immer wichtig, den Reiter und das Pferd zu betrachten, weil das Pferd weiß meistens wie es seine Beine zu bewegen hat. Nur dem Reiter fehlt es an der Interpretation, was das Pferd vorhat. Deswegen, wenn die Möglichkeit da ist, baue ich in den Beritt viele Reitunterrichtseinheiten ein, da das Paar miteinander auskommen muss und ich nicht ich mit dem Pferd.
    Für Blávör stellt sich heraus, dass der Trab schöner und einfacher für sie ist in der Biegung, weswegen wir heute mehr Seitengänge zusammen erarbeiten, weil Max da seine Probleme hat und nicht so recht weiß, wie er das anstellen soll. Mithilfe meiner Anweisungen und Tipps gelingt es ihm eine Bahnlänge mit Schenkelweichen zu reiten und ich bin sehr zufrieden mit den Beiden.
    Den restlichen Tag konzentriere ich mich auf meine Pferde, die für die Turniere und Zuchtprüfungen auf den Plan stehen.

    Die nächsten zwei Wochen verfliegen wie im Fluge. Mit Táta habe ich angefangen mit meinem Sattel und einen anderen Gebiss zu arbeiten, wodurch ihr schon sehr geholfen ist. Der Takt im Tölt ist besser geworden und durch viel Schrittarbeit, aber auch Galopp fällt es ihr immer leichter auf die Hinterhand zu fallen. Auch mit Alicia habe ich bereits telefoniert und ihr von den Verbesserung erzählt. Sie freut sich, dass die Probleme in so kurzer Zeit schon besser geworden sind.
    Mit Snotra haben wir auch einige Übungen gemacht, um den Trab zu fördern aber bei ihr ist das wichtigste den Trab zu reiten, reiten und noch mehr zu reiten. Natürlich achten wir auch darauf, dass der Tölt konstant bleibt, um nicht die nächste Schwachstelle entstehen zu lassen.
    Blávör zeigt sehr viel Interesse und Spaß an der Arbeit in der Dressur und zusammen mit ihrem Besitzer haben wir geübt, das zu fördern. Auch ich habe nun schon einige male allein mit der Stute gearbeitet. Je mehr wir am Schenkel arbeiten, umso mehr bietet sie eine guten Trab an. Auch ihre natürliche Schiefe können wir mit Seitengängen ausgleichen. Zusammen mit Snotra ist Max auf das nächste Distanzturnier gefahren.
    Und Snúra, mit ihr arbeite ich gerade am Rennpass. Ihr Tölt ist taktklar und sehr natürlich von der Bewegungsfreiheit der Vorderhand. Auch der Trab ist wunderbar. Also können wir nun den Pass erarbeiten, um auf dem Turnier eine Fünfgang oder Speedpass zu reiten, da sie sehr viel Tempo mitbringt.

    Alicia kommt heute ihr Pferd abholen, es schon nun 5 Wochen vergangen in denen ich konstant mit Balditáta gearbeitet habe und zumindest mit mir als Reiter bietet sie wieder einen Taktklaren Tölt an und auch ihr Stress ist so gut wie weg.
    “Bevor wir auf die Bahn gehen, wollte ich noch fragen, was ich mit dem Sattel nun tue. Den habe ich schließlich auch für meinen anderen Isländern.”, fragt Alicia.
    “Am einfachsten wäre es, dass du einen Sattler holst und mal gucken lässt, ob bei den anderen wirklich dieser Sattel passt. Du kannst dann ja noch mal anrufen. Ich habe noch einige diese Sättel hier und dann können wir über das finanzielle Sprechen.”, sage ich und lache kurz. Klar, ich kann auch nicht alles Verschenken, aber ich versuche so viel zusammen abzukassieren, wie möglich, damit die Kunden sich nicht so ausgeraubt fühlen.
    “Bei dem Gebiss dachte ich mir, dass ich dir das mit gebe”, füge ich hinzu. Alicia freut sich und macht ihr Pony fertig.
    Auf der Ovalbahn erzähle ich ihr, wie ich am Anfang mit der Stute gearbeitet habe.
    “Nicht so an dem Zügel klammern. Táta kann sich selbst halten. Mit dem Gebiss hast du mehr Gefühl in der Hand, weil die Ringe größer sind und die anatomische Form im Maul fördert es die Aktivität im Maul.”, erkläre ich ihr und sie lässt ihr mehr Freiraum. Sie schnaubt zufrieden ab. Bevor wir mit dem Tölt anfangen, muss sie sich mit Balditáta gut darauf vorbereiten. Selbst, wenn sie viel davon anbietet, muss die Stute vorbereitet werden. Da sie schnell auf die Vorderhand gibt und noch nicht genug Muskulatur aufgebaut hat. Dafür war die Zeit zu kurz. Also muss Alicia auch alleine daran weiter arbeiten.
    Zufrieden bringen wir sie zum Stall und bevor es in den Hänger geht, darf sie noch auf dem Paddock entspannen. Mit Alicia unterhalte ich mich noch ein wenig im Aufenthaltsraum. Dann räumen wir gemeinsam das Zeug in den Hänger und das Auto.

    Táta ist nun wieder auf dem Heimweg und schnappe mir Snúra, die offenbar schon geduldig auf mich gewartet hat. Ich sattle sie und wir gehen auf die Ovalbahn. Das Wetter fängt zwar an umzuschlagen, aber ich versuche es trotzdem erst mal. Unter der Bahn haben wir Warmwasserleitungen verlegen lassen, wie in Island, eine Art Fußbodenheizung, um auch bei kalten Temperaturen eine freie Bahn zu haben, im wahrsten Sinne des Wortes.
    Wie gewohnt reite ich die Stute warm und achte darauf, dass ich sie nicht zu stark belaste, um noch genügend Power für den Rennpass zu haben. Für Snúra ist einfacher aus dem Tölt in den Pass zu wechseln. Ihr Galopp hat zu viel Power und ist teilweise etwas unkontrolliert.
    Nach der Einheit bin sehr zufrieden und werde auf dem nächsten Turnier die erste Fünfgang mit ihr reiten.

    © Mohikanerin | 12062 Zeichen

    Dressur E zu A | 29. April 2020
    Snotra | Blávör

    Ein Teil unserer Ausbildung zum Trainer ist Unterricht, deswegen hat Tyrell entschieden, dass Max und ich uns gegenseitig heute unterrichten sollen. Den Anfang macht Max mit Snotra, danach komme ich mit seiner Blá. Als wir mit unseren Stalldienst fertig sind, geht es los. Derzeit sind wir dabei die Stute mehr in der Dressur zu Schulen mit dem Schwerpunkt in der klassischen Dressur. Da wir schon ziemlich weit gekommen sind, möchte Tyrell auch prüfen ob die beiden Stuten bereit sind für die Anfängerklasse auf dem Working Equestrian Turnier.

    Snotra und Max sind soweit und ich mache heute den Unterricht. Etwas aufgeregt bin ich schon, aber natürlich versuche ich mir nichts anmerken zu lassen. “Auch jetzt schon beim Aufwärmen musst du aufpassen, dass Snoti nicht zu schnell wird. Wie du ja weißt fehlt es ihr immer noch an der Balance und durch Geschwindigkeit dem zu entgehen, macht das Problem nicht besser. Viele Volten und Zirkel unterstützen sie dabei und hilft dir auch, sie abzubremsen”, beginne ich meinen Unterricht. Wie er ist nickt er mir schelmisch zu aber setzt das gesagt um. Auch Tyrell weiß, dass es immer etwas schwieriger ist auf jemanden ernsthaft zu hören, wenn man befreundet ist. Doch das müssen wir lernen. “Guck, sie wird schon viel lockerer und nimmt auch eine schöne Haltung an, obwohl dein Zügelkontakt schwach ist.”, erzähle ich ihm. Erst seit einigen Wochen reiten wir die Stuten am Semi Kappzaum, doch besonders Snotra fühlt sich wohler mit dieser Zäumung. “Ich denke sie ist nun soweit für den Tölt. Bleib erst mal auf dem Zirkel bei A. Versuche immer wieder Übergänge mit einzubauen, damit sie nicht auf blöde Ideen kommt. Auch soll sie kapieren, dass du der Chef bist.”, rufe ich ihm zu. In Snotis Blick sieht man direkt die Freude endlich schneller zu dürfen. Doch den langsamen bis Arbeitstempo Tölt ist auch nicht so ihr Ding. Alles was schnell ist, macht ihr Spaß. Arbeiten ist nicht so ihr Ding, aber ich verstehe sie auch. Max muss sich ganz schön anstrengend um einerseits mit ihr den Takt zu halten, aber auch die Geschwindigkeit. Jeden Moment versucht die Stute zu nutzen um schneller zu werden und sich dem Willen des Reiters zu entziehen, aber nie böse. Ich denke, dass es ihr einfach Spaß macht Menschen zu ärgern. “Versuch mal deine Beine etwas ruhiger zu halten. Jedes mal wenn es Snotra besser wird, dann wirst du unachtsam und vergisst deine Beine.”, versuche ich ihn zu verbessern. Er nickt und macht weiter mit den Übergängen. Zum Ende hin machen wir noch etwas Galopp, auch der Trab um Tyrell zu zeigen, das Snotra so weit ist. “So ihr beiden, fürs erste war es gut. Jetzt noch Vriska mit Blávör und dann reden wir über eure Stärken und Schwächen”, sagt Tyrell und geht erst mal. Max reitet die Stute noch ab und wir gehen zum Stall. Während er Snotra für den Paddock fertig macht, bereite ich Blá fertig für die Stute. Mit der Stute habe ich nun schon öfter gearbeitet und es macht echt Spaß. Meine drei eigenen Pferde sind noch nicht reitbar und bei Ruvik denke ich auch, dass sie da nie jemand drauf setzen wird.

    “So nun quäle ich dich”, beginnt Max sein Unterricht. Natürlich wissen wir alle wie er das meint, aber trotzdem drehe ich genervt die Augen. “Achte darauf, dass sie nicht so stark auf die Vorderhand fällt und deswegen die Hinterhand schleifen lässt. Außerdem soll sie ordentlich Schritt gehen und nicht so tippeln”, sagt er direkt zu mir, als ich noch dabei bin mich zu sammeln und Blávör zusammen zu stellen. Ich nicke und versuche deutlicher zu machen, dass ich die Stute unter Kontrolle habe. Max versucht mich mit komischen Sprüchen zu Motivieren, aber ich überhöre es einfach. Es ist schon beinah eine Belastung, wenn ich mit unnötigen Sachen vollgequatscht werde. Deswegen konzentriere ich mich mehr auf Blávör, die immer besser und aktiver vorwärts geht. Immer wieder lobe ich sie.

    „Sehr gut ihr beiden. Heute fangen wir ausnahmsweise mal mit dem Trab an. Blávör sollte sich daran gewöhnen, dass es nicht immer mit dem Tölt los geht. Sie soll sich lockern“, versucht er mir zu erklären. Aber ich finde es etwas fragwürdig da Blávör ziemliche Schwierigkeiten bei ihrer Selbsthaltung hat. Doch ich versuche das beste daraus zu machen. Ich lehne mich leicht nach vorn und gebe der Stute deutlich mehr Zügel. Sofort streckt sie sich nach Vorne und macht sich länger. Entspannt schnaubt sie ab und mit etwas Druck trabt sie wundervoll los, wenn auch mit einen kleinen Sprung, doch den macht sie in jedem Übergang. „So nun setz sich mehr in den Sattel und nimm den Zügel deutlich mehr auf“, sagt Max. Ich verstehe das nicht, es ist seine Stute, da sollte er doch Wissen, dass es so für sie einfacher ist. Doch in dem Moment greift Tyrell schon ein:

    „Max, deine Stute ist noch im Trabtraining, da kann Vriska nicht plötzlich etwas vom Pferd verlangen, was sie nicht kennt. Der nächste Schritt wäre, dass sie den Sitz verändert, erst dann den Zügel.“ Eine kleine Diskussion unter den Männern bricht aus. In der Zeit pariere ich Blávör durch und mache erste Übungen zum Einhändigen Reiten, worauf sie immer besser reagiert.

    © Mohikanerin (Vriska) | 5098 Zeichen

    Gangreiten L zu M | 11. Juli 2021
    Blávör

    “Hey Vriska, wir hatten zwar schon alles besprochen, aber ich habe noch eine Bitte an dich. Die Hexe soll am besten noch dieses Jahr auf dem Turnier in den mittleren Prüfungen mitlaufen, die Wahl zwischen T3 und T4 überlasse ich dir. Vielleicht würde sie sogar bei der F2 eine gute Figur machen? Entscheide du, ich freue mich auf deine Turnierbilder”, lass ich Max Nachricht als ich den ersten Blick auf mein Handy richtete. Müde wischte ich mit meiner Hand die Strähnen aus meinem Gesicht. Harlen schlief noch neben mir, also musste ich leise sein beim Aufstehen. Auf Turniere soll ich also mit Blávör noch gehen, vielleicht wäre es sinnvoller, wenn ich dann Glymur nach Hause hole und sie dafür im Programm mitreite. Während ich den ersten Kaffee genoss, schrieb ich mit Herrn Norsberg, der mein Kursleiter in der Ausbildung war und mich besser beraten konnte, als Frau Wallin. Er hielt es auch für keine schlechte Idee, denn er kannte Blávör.
    Vorsichtig trat die Stute aus dem Hänger und sah sich neugierig um, Lina hatte ich mir als Hilfe mitgenommen, die sich im Anschluss direkt auf die Suche machte nach Niklas, der auch irgendwo auf dem Gelände steckte. Freundlich strich Blá über die Mähne und stellte sie in der Stallgasse ab.
    “Herr Norsberg hat mir bereits berichtet, dass du jetzt mit Blávör reiten möchtest. Wir treffen uns dann auf der Ovalbahn in 20 Minuten”, sagte Frau Wallin und verließ den Stall, nach dem ich zustimmte. Das Sattelzeug holte ich aus dem Auto und alles, was für heute nicht benötigte, verstaute ich in der Sattelkammer. Die Ovalbahn befand ich in der Innenfläche der Trabrennbahn, auf der glücklicherweise kein Training war. So lief ich im Schritt mit der Scheckstute an der Hand durch den festen Sand und verschloss die Bande beim Durchqueren.
    “Bist du sie schon mal geritten?”, fragte die Trainerin, als ich Blávör am langen Zügel im Schritt warmritt.
    “Ja, vielfach sogar”, antwortete ich wahrheitsgemäß. Korrekturen ihrerseits folgten, wenn ich etwas falsch machte. Sonst ließ sie mich einfach reiten. Der Schritt war aktiv, aber nicht zu schnell. Den Viertakt fühlte ich klar und trieb sie minimal nach vorn. Vor dem Tölt trabte ich noch einige Runden und versuchte dabei das Tempo möglichst gleichmäßig zu halten. Ihren Kopf hielt sie genügsam selbst und kaute vertraut auf dem Gebiss. Durch leichte Knetbewegungen meiner Hände animierte ich sie weiter zu kauen, zwischendurch strich ich ihr sanft durch die Mähne.
    “Also, was möchtest du reiten? Die T3 oder T4?”, erkundigte sich Frau Wallin bei einer Schrittpause. Ich überlegte. Blávör zeigte sich heute außergewöhnlich motiviert in allen Gängen und auch der Trab war sehr schwungvoll.
    “Ich überlege mich mal in der F2 vorstellig zu machen”, sagte ich motiviert und sie nickte. Bevor wir damit loslegten, verlangte sie dennoch eine Töltprüfung zu machen und diese bei dem nächsten Turnier parallel zu reiten. Ich wählte das starke Tempo, da ich beim Zügelüberstreifen noch nicht genug Spannung aufbauen konnte, um den Tölt zu halten. Im Unterschied zu Glymur, war Blávör kein Naturtölter und bevorzugte den Trab und noch viel mehr den Rennpass.
    Im langsamen Tempo Tölt begann ich auf der linken Hand, was ihre stärkere war. Ruhig und gelassen trippelte sie vorwärts. Einige Male wurde ich an meine Haltung der Arme erinnert und dass ich flexibler in der Schulter bleiben sollte. Dann schlug Blávör nicht mehr so mit dem Kopf. Nach einem Handwechsel im Schritt durch eine Vorderhandwendung töltete ich wieder langsam an und verstärkte deutlich auf der langen Seite das Tempo. Ich achtete darauf, dass sie nicht weglief und ich konstant im Sattel saß. Beim Zurückholen an der kurzen Seite parierte ich zu stark, sodass die Stute im Schritt ankam. Kommentiert wurde das von Frau Wallin mit einiger Ermahnungen, dass ich nicht so willkürlich am Zügel ziehen sollte. Über den Sitz verkürzte ich wieder die Schritte und blieb für die nächste lange Seite im langsamen Tempo. Erst ab der nächsten verlängerte ich die Schritte deutlich. Das folgende zurückholen erfolgte sanfter. Einige Male wiederholten wir das noch, bevor der letzte Aufgabenteil im starken Tempo ganze Bahn folgte. Blávör hatte es einfacher auf der schlechten Hand schnell zu tölten, da ihr minimal das Gleichgewicht fehlte, was ich mir dementsprechend zum Vorteil nutzte.
    „Das reicht dann für heute“, sagte meine Trainerin, als ich eine Schrittpause einlegte. Rennpass ritt ich leider heute nicht. Die schwere Töltprüfung hatte Blávör einiges abverlangt, was wohl auch wieder an der hohen Außentemperatur lag. Am Eingang wartete bereits Linh mit ihrer Stute und ritt meine auf der Rennbahn im Schritt ab.

    Für die nächsten Wochen ging es trotz der Prüfungsphase für mich und Blávör täglich weiter. Es filterte sich heraus, dass für das M Niveau die Töltprüfung eine bessere Qualifikation für uns beide sei, denn im Fünfgang hatte ich mehrere Probleme im Rennpass, die sich nicht so leicht beheben ließen. Beinah täglich bekam Max auch Zwischenstände seiner Stute zugeschickt und war jedes Mal positiv überrascht über ihren Wandel.

    “Vriska, bist du so weit?”, fragte mich meine Trainerin, als hektisch auf meiner Unterlippe herum biss auf dem Abreiteplatz. Ich schüttelte nur mit dem Kopf und versuchte so entspannt wie möglich zu bleiben. Innerlich zählte ich von hundert rückwärts in dreier Schritten, um mich Mental zu beschäftigen. Zwischendurch zupfte ich an der Mähne und betrachtete die anderen Teilnehmer. Obwohl ich bei den Erwachsenen mit ritt, befanden sich ziemlich viele Kinder mit auf dem Platz, die ihre Pferde nicht im Griff hatten und Hilfslos herumritten. Mit Blávör suchte ich mir eine ruhige Ecke und wartete darauf die farbige Schlaufe für den Helm zu bekommen.
    Aus dem Lautsprecher ertönten kaum verständlich unsere Startnummern und die dazugehörigen Namen. Blávör und ich ritten als Letztes ein. Ich versuchte durch Warten einen gewissen Abstand zu meiner Vorreitenden aufzubauen, doch wurde bereits ermahnt endlich anzutölten. Im langsamen Tempo strampelte die auffällige Scheckstute über den Kies der Ovalbahn. Doppeldecker sprach ich im Kopf mit, um den Viertakt besser herauszuhören. Mit einigen leichten Berührungen der Gerte erinnerte ich sie daran, die Hinterhand aktiver unterzutreten. Doch als es besser wurde, kam der Handwechsel. Augenrollend wendete ich auf der Hinterhand und töltete wieder los. Der nächste Aufgabenteil war wieder langsames Tempo mit dem Unterschied, an den langen Seiten deutlich zu verstärken. Endlich waren wir in unserem Element. Kaum sichtbar trieb ich die Stute nach der kurzen Seite vorwärts. Blávör reagierte zuverlässig auf die Stimme, was für mich ein großer Vorteil war. Es für mich schwer die Beine zu sortieren und die Gerte zuverlässig einzusetzen. Meine Vorreitende hatte Probleme ihr Pferd im Tölt zu halten. Energisch zog sie mehrfach die Zügel nach oben und trieb weiter. Dabei rollte es, was bei der Notenvergabe ein Minus bedeuten würde. Gestärkt im Selbstbewusst folgte nun der letzte Aufgabenteil – Starkes Tempo. Mit der Stimme trieb ich die Stute noch mehr, gab etwas mehr Zügel und lehnte mich stärker zurück. Wie ein Wirbelwind düste Blávör über die Ovalbahn und wir überholten dabei die anderen beiden auf der inneren Seite der Bahn.
    “Vriska Isaac mit der Startnummer 191 auf Blávör … 6,4 - 6,2 und die 6,5. Herzlichen Glückwunsch!”, lauschte ich der Notenansage. Zufrieden strich ich meiner Stute über den Hals und ritt am langen Zügel von der Ovalbahn. Frau Wallin kam direkt angestürmt und lobte uns. Doch ich suchte sehnsüchtig nach irgendjemanden, den ich kannte. Doch weder Lina, noch Erik oder Tyrell oder gar Milena sah ich. Mit hängendem Kopf stieg ich vom Pferd und machte mich auf den Weg zum Hänger, an dem auch nur Linh saß. Sie hatte meinen Ritt nicht einmal gesehen, schaute stattdessen einen Film auf Netflix. Als ich ihr von den Noten erzählte, nickte sie nur desinteressiert und ich legte das Sattelzeug zurück in den Hänger. Schade.
    Aber Max war begeistert, denn Frau Wallin hatte den ganzen Ritt gefilmt und ihm direkt geschickt. Stolz erzählte ich Blávör, was ihr Besitzer von der Prüfung hielt und bekam ein zufriedenes Schnauben als Antwort. Wenigstens wir waren entzückt, das reicht!

    © Mohikanerin // Vriska Isaac // 8254 Zeichen

    Aufgeregt biss ich auf meiner Unterlippe herum und wartete auf meinen Start mit Blávör, die entspannt unter mir im Schritt ihre Runden drehte. Für die Stute konnte es nur ein Tag wie jeder andere sein, denn seit einigen Wochen standen wir bereits in Kalmar, wo heute auch eine Zuchtveranstaltung auf dem Plan stand. Ihr Besitzer beauftragte mich, sie dort vorzustellen. In Island vor einigen Jahren lief sie bereits eine Zuchtprüfung mit bei der sie zwar akzeptable Noten bekam, jedoch nicht mehr ihren aktuellen Stand widerspiegelten.
    “Letzter Aufruf für Vriska Isaac”, hörte ich es gerade noch rechtzeitig und töltete zum Reitplatz, auf dem mir böse Blicke zu geworfen wurden.
    “Entschuldigung”, murmelte ich und ritt im Mittelschritt auf den Platz. Aus dem Box ertönte Musik, dich mich zusammenzucken ließ, aber Blávör nicht einmal irritierte. In Kalmar spielte andauernd laute Musik, was sie abhärtete. Bei X grüßte ich die Richter mit der rechten Hand und trabte bei Erreichen des Hufschlages an. Mit großen Schritten bewegte sich das Pony durch den Sand und wirbelte hinter sich ziemlich viel Staub auf. Das Schulterherein im versammelten Trab machte sie für das Erste relativ gut und die darauffolgende acht Meter Volte absolvierten wir punktgenau. Im Travers hingegen verfiel ich in Panik, da ich meine Hände nicht sortiert bekam und Hilfen auf Blávör sehr genau gegeben werden mussten. So kam es wie es musste – Die Stute fiel für einige Schritte in den Tölt. Noch vor der Travers nach links ab F holte ich sie zurück in Trab und kam dieses Mal besser davon. Auf der rechten Hand wechselten wir ab M durch die ganze Bahn und verlängerten deutlich die Tritte im Trab. Nach einem Halt ritt ich wieder an im Mittelschritt und wechselte nach einer ganzen Runde durch die halbe Bahn. Auch dort zeigte ich eine ganze Runde den Schritt und galoppierte darauf bei E an im versammelten Tempo. Dann folgte der erste fliegende Wechsel von M zu E und der zweite von E zu F.
    Das Trommeln der kleinen Hufe im tiefen Sand beruhigten mich ungemein und nahm das Publikum gar nicht mehr wahr. Stattdessen hatte ich die Worte von Tyrell im Kopf, mit ich diese Kür vorbereitete die letzten Wochen. “Und nach dem Wechsel durch die ganze Bahn im starken Galopp musst du noch mal versammeln bei M und die Hand wechseln”, erinnerte mich und setzte die Hilfe punktgenau ein. Zu guter letzten folgte noch eine halbe Runde Galopp auf beiden Händen und Mitteltrab auf dem Zirkel. Ebenfalls auf beiden Händen geritten. Rechts um bog ich zur Mittellinie ab und hielt bei X an. Zum Abschluss verabschiedete ich mich von den Richtern mit einem Gruß, um mir beim Anreiten die Zügel aus der Hand kauen zu lassen im Schritt. Es fehlte mir, dass mich jemand zu den Körungen begleitete, doch langsam gewöhnte ich mich auch daran. Am Zaun blickte ich noch zu den Richtern und sah die Noten. Zufrieden strich Blávör über die Mähne.
    2911 Zeichen mit Leerzeichen // geprüft mit LanguageTool // geschrieben von Mohikanerin

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    selbstgezählte Punkte {20}
     
    Stelli und Veija gefällt das.
  11. Wolfszeit

    Wolfszeit Wölfchen❤️

    Wolfszeit mit
    Liliada
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    Steckbrief
    Liliada
    Lila
    Chipnr.: 827406223010010

    Portrain folgt

    Stammbaum

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    von: Ehrengold
    von: Solo aus der: Shew O'gold
    von: Sir Lemon Ice aus der: Professinoal Illousion von: Guaranteed Gold aus der: Shew

    aus der: Indiana
    von: Bubi aus der: Irmelin
    von: Big Spender aus der: Lysann von: Unbekannt aus der: Unbekannt

    Merkmale
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    Geschlecht: Stute
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geburtstag|-ort: 00.04.2010, 11 Jahre|England
    Stockmaß|Gewicht: 165 cm|447 Kg

    Deck-|Langhaar: Schwarzbraun|Schwarz
    Abzeichen|Scheckung: Unregelmäßige Blesse|v.l.,h.r. Socke|v.r Weiße Fessel
    Gencode: EeAtA


    Charakter & Vorgeschichte
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    Dominant|frech|wild

    Liliada hat einen freundlichen Charakter und ist frech im Umgang mit anderen Pferden. Sie spielt sich schon mal als Chefin auf und zeigt immerzu wie schön sie sich bewegen kann. Seit ihrer Rückkehr weicht sie Avicii nicht mehr von der Seite.
    Im Winter ist sie kaum zu halten, da die kleine Stute den Schnee liebt - auch, darin herumzutollen.

    Lila lebte bis 2015 bei uns. Sie wurde, dann verkauf. In ihrem neuen Zuhause verwahrloste sie leider, weshalb wir sie wieder zu uns holten.

    Gesundheit
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    Gesamteindruck: Gesund
    Krankheit: keine
    Hufbeschaffenheit: Gut
    Beschlag: Vorne & Hinten |Aluminiumeisen

    Ausbildung & Potenzial
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    Springen: E
    Military: A
    Dressur: L
    Rennen: M
    Distanzrennen: M

    Siege
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    1. Platz
    525.Rennen | 545.Rennen| 488.Militraytunier
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    2.Platz
    228. Distanzturnier | 449. Distanztunier| 550.Rennen | 627.Dressurtunier| 481.Distanztunier| 483. Distanztunier

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    630. Dressurturnier| 503.Fahrtunier

    Zuchtinformationen

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    Schleife:
    Gekört: Nein
    Gewinnerthema:X
    Vorgesehen für die Zucht: Ja
    In der Zucht:
    Decktaxe: 0 Joellen

    Nachzucht: 0/10

    Besitzerlegende
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    Besitzer/Besitzerin: Wolfszeit
    Vorbesitzer/Vorbesitzerin: Waspt
    Verkaufsrecht/Ersteller: Occulta

    Unterbringung: Box mit Stroh, ganztägiger Weidegang
    Reitbeteiligung/Trainer: Eva Denmark
    Zu verkaufen: Nein
    Kaufpreis:/

    Spind/Pferdepass/PNG/Puzzle PNG

    Hufschmiedbericht| 21.07.2021
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    21. Juli 2021 | Mohikanerin
    Beschlag für Liliada



    Die letzten Meter bis zum Stall trug ich meine Tasche, wer hätte es gedacht – Es regnete. Vor dem Gebäude sammelte sich das Wasser in einer riesigen Pfütze, die mein Auto verschluckt hätte. Eva wartete bereits mit Liliada auf mich.
    “Haben die Eisen gut gehalten?”, fragte ich nach und betrachtete den Aluminium-Beschlag, den ich beim letzten Mal an ihren Hufen befestigte. Mittlerweile gehörte das SMA sowie das WHC zu meinen Stammkunden. Die Pferde kannte ich schon, doch mit Liliadas Beschlag war es immer so eine Sache. In dem einen Zeitraum hielten sie super und beim nächsten Mal mussten die Eisen mehrfach nachgeschlagen werden. Das Regenwetter war dabei nicht sonderlich förderlich.
    “Wunderbar diesmal”, sagte sie und wischte sich eine nasse Haarsträhne aus dem Gesicht. Dann begann ich die Eisen zu entfernen und mit dem Hufmesser zunächst den Strahl zurechtzuschneiden, um im Anschluss an der Hufwand fortzufahren. Ihre Sohle wies einige Unebenheiten auf, die ich im Handumdrehen beseitigte.
    “Zur Körung geht es dann mit ihr?”, fragte ich höflich nach, denn bei dem Anruf berichtete sie mir davon, dass Lila erneut geprüft werden sollten, da sich der Trainingsstand deutlich gebessert hat und sie nun für das erste Zuchtbuch bereit sein könnte.
    “Ja, genau. Aber Alec stellt sie vermutlich vor”, erklärte Eva.
    “Wo ist der eigentlich?” Ich sah mich etwas um, denn normalerweise sollte er um die Zeit im Stall sein. Weder er noch sein Freund war in Sichtweite, die unzertrennlich aneinander klebten.
    “Unterwegs, mehr weiß ich auch nicht”, antwortete sie lachend und hielt Lila weiter am Hof. Die Stute war nicht sonderlich begeistert davon, wenn ich die Hinterhufe schnitt. Daran konnte ich nichts ändern, denn die Arbeit musste getan werden. Schließlich müssen die Füße schön sein bei der Körung. Wir klärten noch einmal den Beschlag ab, denn in manchen Ausschreibungen waren die Aluminium-Eisen nicht zugelassen. Diesmal hatten wir Glück und ich konnte im Auto den Beschlag zurecht hämmern auf dem Amboss.
    “Sag mal?”, kam Eva durch den Regen zu mir gerannt und stellte sich unter das Dach.
    “Ja?”, fragte ich nach und legte den Hammer zur Seite.
    “Warum machst du das alles kalt?”, erkundigte sie sich neugierig und ich erklärte ihr den Sinn und Zweck von dieser Art des Beschlagens. Auch einige Angriffe brachte ich Eva näher, bevor wir zusammen durch den Regen zurückkehrten. Lila sah uns skeptisch an. Nun waren nur noch Kleinigkeiten zu tun und ich konnte in Ruhe meine Arbeit beenden.
    “So, wir sind fertig. Ihr ruft dann an, wenn was ist?”, fragte ich noch einmal was sie bejahte und ich konnte weiter zum nächsten Kunden.

    2644 Zeichen

    Die Ohren gespitzt, die Nüstern gebläht, den Kopf hocherhoben - in einem beeindruckenden Schwebetrab ließ Liliada den Halleneingang hinter sich, ihre Hufe schienen kaum den Sand zu berühren. Das lange Abreiten hatte sich gelohnt, die Stute war ruhiger, leicht an die Hilfen gestellt und obwohl sie frisch vorwärtslief, drängte sie nicht allzu sehr gegen den Zügel. Bei X parierte ich sie sanft durch und grüßte mit einem freundlichen Nicken und Lächeln die in einiger Entfernung vor mir sitzenden Richter, bevor ich die dunkle Vollblutstute wieder antraben ließ. Die folgende Kür begann ich auf der rechten Hand. Zuerst lenkte ich die Braune auf einen großen, gleichmäßig runden Zirkel, dem sich nach einem Aus-dem-Zirkel-Wechsel eine wieder die ganze Bahn anschloss. Aufmerksam folgte die Stute meinen Hilfen, ließ sich gut links und rechts stellen, doch man merkte ihr das Temperament deutlich an, weshalb ich immer wieder halbe Paraden gab, die für die Zuschauer aber weitestgehend unsichtbar blieben. Nun hieß es wieder einen Handwechsel machen, diesmal allerdings durch die ganze Bahn und im verlängerten Schritt bis kurz vor X, wo ich das Vollblut im versammelten Tempo angaloppierte und einen halben Zirkel mit ihr ritt. Zurück bei X, machte ich einen einfachen Galoppwechsel - durchparieren zum Trab, zwei Schritte, erneut angaloppieren, und ritt den halben Zirkel nun auf der linken Hand. Danach ging es weiter im versammelten Schritt die Diagonale entlang und anschließend ganze Bahn, wobei Lila ihr Schenkelweichen-Talent unter Beweis stellen konnte: Auf einem Zirkel ließ ich die Stute seitwärts treten, bis X, wo ich sie umstellte und nun auf dem Zirkel der rechten Hand Schenkelweichen auf der gebogenen Linie präsentierte. Diese recht schwierige Aufgabe gelang uns ganz gut, was mich freute. Nachdem ich den Zirkel beendet hatte, wechselte ich nochmals die Hand mit einem Durch-die-Ganze-Bahn-Wechsel, auf dessen Strecke die Braune ihre tritte verlängerte. Ich schloss noch eine kleine Volte an, dann parierte ich endgültig durch zum Schritt. Im Schritt kehrten wir über die Mittellinie zu X zurück, wo ich die Stute mit einer ganzen Parade zum Halten brachte, damit ich die Richter feundlich grüßen konnte. Im Arbeitstrab verließen wir schließlich die Halle, wobei ich die Stute ausgiebig lobte - ich war sehr zufrieden mit unserer Vorstellung.

    2361 Zeichen mit Lz| geprüft mit docs.google.com| geschrieben von Wolfszeit

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    Pferd & Halfter by Occulta|Bewegung by Wolfszeit
     
    Zuletzt bearbeitet: 23 Juli 2021
    Mohikanerin gefällt das.
  12. Sevannie

    Sevannie Great things never came from comfort zones.

    Abstimmung ist da und läuft bis zum 28 Juli 2021 um 14:51 Uhr.
    Viel Erfolg!
     
    Stelli und Mohikanerin gefällt das.

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