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[SK 474] Alle Stuten

Dieses Thema im Forum "Stutbuch Wettbewerbe" wurde erstellt von Canyon, 11 Apr. 2021.

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Welcher Stute möchtest du deine Stimme geben?

Diese Umfrage wurde geschlossen: Gestern um 11:04 AM Uhr
  1. Patagonia

    7,7%
  2. Baltic Wave

    0 Stimme(n)
    0,0%
  3. Snotra

    7,7%
  4. Briair

    0 Stimme(n)
    0,0%
  5. Mania

    15,4%
  6. PFS' Shadows of the Past

    15,4%
  7. Saints Row

    7,7%
  8. Lotti Boulevard

    7,7%
  9. Hannelore

    7,7%
  10. Nurja

    30,8%
  1. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

    [SK 474] Alle Stuten

    Regeln:
    - Es dürfen nur Stuten teilnehmen (Keine Hengste, Wallache oder Fohlen).
    - Jede*r darf mit bis zu drei Stuten teilnehmen, dabei ist es egal, wem diese gehören.
    - Diese Krönung ist max. 3 Monate offen [Stichtag: 11.07.2021], dann erfolgt die Abstimmung ungeachtet der TeilnehmerInnenzahl (max. 10 Plätze)
    - Der Text darf maximal 3000 Zeichen enthalten, bitte überprüfen auf www.lettercount.com etc.! Zur Überprüfung wird die Zeichenanzahl unter den Kürtext geschrieben, zusammen mit dem Prüfsystem.
    - Bitte überweist 5 Joellen pro Stute an mich (Canyon) mit dem Grund: SK 474
    - Der Teilnehmerzahl ist auf höchstens 10 Pferde begrenzt.
    - Der Teilnahmeschluss bleibt vorerst offen und wird mindestens einen Tag vorher angekündigt, außer die maximale Teilnehmerzahl ist bereits ausgefüllt.
    - Hufschmied- und Tierarztberichte sind mit dem richtigen Datum zu versehen.
    - Nach Beginn der Abstimmung dürfen keine Änderungen mehr an euren Beiträgen erfolgen.
    - Bitte achtet darauf, die Teilnahmebilder bei abload.de oder ähnlichem hochzuladen, damit sie auch später im Gewinnerthema angezeigt werden.

    Gründe für eine Disqualifikation:
    - die Zeichenzahl des Textes stimmt nicht
    - man hat mit Doppelaccounts abgestimmt
    - es wurde gebettelt
    - es wurde nicht überwiesen
    - die Teilnahme ist unvollständig
    - es liegt ein Verstoß gegen die Regeln vor
    - die Aufgaben wurden nicht erfüllt

    Aufgaben
    Die Kür darf frei ausgedacht werden, jedoch muss sie folgendes beinhalten:
    - das Einreiten/ Führen am Anfang der Kür mit anschließendem Grüßen
    - alle 3 GGA auf rechter und linker Hand
    - mindestens 2 verschiedene Hufschlagfiguren außer ganze Bahn
    - RichterInnen verabschieden am Ende der Kür

    Die Gewinnerstuten werden durch folgendes System ermittelt:
    Aussehen Körungstext / Userabstimmung
    1 Punkt für jede Stimme

    Abstammung
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Elternteil
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Großelternteil
    -0,5 Punkte für Inzucht betreffend Eltern & Großeltern je Pferd/Pony

    Offizielle Turniere & Wettbewerbe
    1 Punkt für jede Turnierschleife erster Platz
    1 Punkt für jede Schönheitswettbewerbsschleife
    1 Punkt für jede Turnierschleife zweiter Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife dritter Platz
    1 Punkt je Fohlenschauschleife
    2 Punkte je Reiterspielschleife

    Gesundheitscheck wenn vorhanden
    2 Punkte für tierärztliche Untersuchung
    2 Punkte für Hufschmieduntersuchung
    Die Gesundheitschecks dürfen max. 6 Monate alt sein - Zählung erfolgt ab dem Tag der Anmeldung.

    1 Punkt pro Ausbildungsbericht (nur Stufenerhöhungen zählen!)
    1 Punkt für ein Zubehörbild
    2 Punkte für ein Bild mit Zubehör & Bewegung
    Es wird nur ein Zubehörbild gewertet.

    Mindestpunktzahl für die Gewinner: 20 Punkte

    Teilnahmen bitte nach folgender Reihenfolge gliedern:
    Username
    verlinkter Pferdename
    Pferdebild
    Steckbrief (gespoilert) inkl. Turnierschleifen und korrekter Abstammungsverlinkung
    TA und HS Berichte + Datum (gespoilert)
    Trainingsberichte, nur die Stufenerhöhungen! (gespoilert)
    Kür + Zeichenzahl und Name des Prüfprogrammes


    Viel Spaß und Erfolg bei der Teilnahme!
     
  2. Sosox3

    Sosox3 Bekanntes Mitglied

    Roanoak Stables präsentiert
    Patagonia

    [​IMG]

    Steckbrief:
    Patagonia
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Abstammung


    Von Leitz
    Von Lord Winter Aus der Harmony

    Aus der Plötze
    Von Unbekannt Aus der Unbekannt

    Exterieur

    Oldenburger
    24.03.2016| Stute|176cm
    Sooty Buckskin Minimal Sabino | Dunkler Falbe mit Sabino
    Ee Aa nCr nSb Stysty

    Interieur

    Patagonia ist eine sehr intelligente Stute, die immer mitdenkt und auch schwierige Aufgaben mit Bravur meistert. Sie weiß wie man Stricke öffnet, bleibt aber trotzdem ruhig am Putzplatz stehen. Oft handelt sie aus dem Bauch heraus und so passiert es auch mal, dass wenn sie sich erschrickt, auch mal zur Seite springt. Bei der Arbeit schnaubt sie oft laut ab, eigentlich immer wenn sie gerade konzentriert ist. Leider ist sie nicht sehr robust und verletzt sich öfter als es dem Reiter lieb ist. Ihr Heu tunkt sie beim Fressen immer in die Tränke und hat es am liebsten wenn es nass ist. Deshalb muss man oft die Tränke von Heu befreien. Darüber hinaus liebt sie Aufmerksamkeit und sucht oft die Nähe eines Menschens um an Streicheleinheiten zu kommen. Pata hat Angst alleine alleine gelassen zu werden und braucht ihre tägliche Bewegung, sei es auf der Weide, im Paddock oder durch Training. Unsichere Reiter testet sie oft und versucht dabei die Rolle der Leitstute zu übernehmen.

    Besitzer: Brooke Scott (22)
    Züchter: Unbekannt | Deutschland
    VKR/Ersteller: Sosox3
    Kaufpreis: 290 Joellen

    Karriere

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    Platzierungen 3/2/4
    Trainingsstatus inaktiv
    Registriert in -

    Dressur E A L
    Springen E A L M
    Military E A L M

    Fahren E A
    Distanz E A L M
    Rennen E A
    Western E



    Klasse E

    581. Springturnier, 1. Platz
    314. Synchronspringen, 2. Platz
    316. Synchronspringen, 1. Platz
    317. Synchronspringen, 3.Platz
    331. Synchronspringen, 3. Platz
    335. Synchronspringen, 1. Platz
    336. Synchronspringen, 3. Platz
    Klasse A
    339. Synchronspringen, 2. Platz
    342. Synchronspringen, 3. Platz

    Inoffiziell

    Großer Preis von der Nordwacht - A-Dressur - 1. Platz
    Großer Preis von der Nordwacht - L-Dressur - 3. Platz
    Großer Preis von der Nordwacht - E-Springen - 4. Platz


    Zuchtverband
    -
    Zuchtinformation

    Zuchtverfügbarkeit [​IMG] Geschlossen [​IMG]
    Zuchtbedingungen:
    Nur offen für Deutsche Warmblüter
    Hengste müssen mind. im L Dressur platziert erreicht haben
    Name des Fohlens muss bei Stutfohlen den Anfangsbuchstaben der Mutter erhalten
    Decktaxe: -

    Nachkommen:
    1.
    2.
    3.
    4.
    5.

    Zuchtpotenzial:
    [​IMG]

    Bilder





    Tierarztbericht:
    Tierarztpraxis Sapala
    Heute war ich auf dem Weg zu Nathan Scott. Es war einer meiner routinemäßigen Besuche und heute standen insgesamt fünf Pferde auf dem Plan. Dementsprechend früh traf ich auch auf dem Hof ein und wurde schon von Nathan und der wartenden Baltic Wave in Empfang genommen. Nachdem ich beide begrüßt und mich kurz eingerichtet hatte, bat ich Nathan, mir die Stute direkt einmal vorzuführen. Einmal im Schritt und einmal im Trab. Die Gänge waren taktklar und die Beugeprobe bestand Baltic Wave ohne Probleme.
    Als nächstes warf ich also einen Blick in Ohren, Augen, Nüstern und Maul, um zu schauen, ob da grundlegend alles in Ordnung war. Nathan hatte auch keine Probleme bemerken können. Zuletzt hörte ich also noch Herz, Lunge und Darm ab und da auch dort alles im grünen Bereich war, konnte Baltic Wave ohne Probleme geimpft und entwurmt werden. Etwas mürrisch nahm sie die Wurmkur an, aber ansonsten lief alles problemlos.
    Während Nathan die Stute wieder in die Box brachte, füllte ich den Impfpass aus und setzte meine Unterschrift an die nötigen Stellen. Kurz darauf stand bereits Caprimond vor mir. Es handelte sich bei ihm um einen windfarbenen Hengst und er war wirklich eine Schönheit. Auch ihn ließ ich mir erst vorführen, dann tastete ich ihn ab, hörte ihn ab und nachdem alles in Ordnung war, wurde auch er geimpft und entwurmt. Er machte vorbildlich mit, bekam zum Abschied noch ein Leckerli und war nach zehn Minuten mit seinem Besuch bei mir durch.
    Ähnlich schnell verlief das Prozedere bei Cinnemont's Accento, welchen ich bereits schon länger kannte. Wir waren ein eingespieltes Team und ruckzuck war er vorgeführt, abgetastet und abgehört. Die Impfungen nahm er ohne jedes Zucken an und auch die Wurmkur hatten wir schnell im Pferd. "Solche Patienten wünscht man sich", meinte ich grinsend zu Nathan, welcher selbst sehr zufrieden war.
    Wir näherten uns dem Ende, denn als nächstes stand Patagonia vor mir. Die schöne Stute machte uns heute ein wenig Ärger, denn sie war nicht so begeistert, von mir abgetastet oder abgehört zu werden. Leider hatten wir sie eben auch in ihrer Rossezeit erwischt und wie die meisten Stuten war auch sie da deutlich sensibler. Dennoch konnten wir alles erfolgreich erledigen und nachdem ich sie untersucht hatte, wurde sie geimpft und entwurmt und durfte dann schon wieder zurück in ihre Box.
    Der letzte im Bunde war Norisk. Ein kräftiger Norikerhengst, welcher schon eine ganz schöne Erscheinung war. Doch genauso gutmütig war er auch. Er ließ sich einwandfrei vorführen, muckte nicht beim abtasten und abhören und auch beim Impfen hielt er super still. Die Wurmkur nahm er nicht so gerne, aber man bekam sie ins Maul. Ausgiebig wurde er danach gelobt und durfte gehen. Ich erneuerte noch alle Impfpässe, gab diese dann Nathan zurück, verabschiedete mich und machte mich wieder auf den Weg zum Auto.

    Trainingsberichte:
    Patagonia Dressur E-A
    “Eigentlich hätte ich gleich unten bleiben können.”, bemerkte ich Val. Im gleichen Atemzug ergänzte ich allerdings “dann hätte der Brand schlimmer ausgehen können.” Auch wenn mittlerweile etwas Zeit vergangen war, saßen die Folgen des Brandes noch tief in den Knochen, selbst Peter war erst vor kurzem aus dem Krankenhaus entlassen worden. Nichts desto trotz musste Geld in die Kasse gespielt werden, weshalb ich mich dazu entschied wieder Aufträge als Trainer anzunehmen. Brooke Scott kam mir mit ihren neuen Pferden, die alle gefördert werden sollten, sehr entgegen. Also entschloss ich mich dazu erneut an den Rhein zu fahren, um die alten Freunde zu besuchen, die sich mittlerweile eine stattliche Zucht aufgebaut hatten.
    “Ach fuck, ich wollte doch zur Werkstatt”, fluchte ich, als ich in meinen Dodge stieg, der aber nicht ansprang. Auf die schnelle konnte ich keinen ordentlichen Mechatroniker auftreiben, weshalb ich Peter anrief und ihn bat mir sein Wagen zu leihen. Ohne irgendwelche Anstalten übergab er mir die Erlaubnis und so konnte ich die Reise fortsetzen. Peters alter Passat war zwar gewöhnungsbedürftig, aber immerhin fahrtüchtig, was die ganze Sache erträglicher machte. Ärgerlich war bloß die kaputte Klimaanlage, denn bei Graden um den Nullpunkt gepaart mit Nieselregen, war es nicht sonderlich angenehm 5 Stunden im Auto zu verbringen.
    Durchgefroren und erschöpft kam ich nachmittags auf dem Roanoke Anwesen an und wurde wie jedes mal freundlich von Brooke und Nate begrüßt, die mir sofort ein warmes Zimmer im Wohnhaus und einen heißen Kaffee angeboten hatten. Da es schon recht spät war, hatte ich mich dazu entschieden die zu trainierende Stute Patagonia erstmal kennenzulernen und am nächsten Morgen mit dem Training anzufangen. Gemeinsam mit Brooke begab ich mich in den Stalltrakt der Stuten und staunte über die Masse, der neu hinzugekommenen Pferde. Allesamt waren wunderschön und von bestem Pedigree. “Wow ein Sooty Buckskin Schecke! Diese Stute hat etwas ganz besonderes an sich, sie zieht einen in ihren Bann.”, stellte ich begeistert fest. “Tja Collin, wer lesen kann, ist klar im Vorteil.”, feixte Brooke. Erst dann fiel mein Blick auf das Boxenschild, auf welchem in großen Buchstaben der Name “Patagonia” geschrieben war. Mit einem Klaps auf meine Stirn signalisierte ich meine kurzfristige Dummheit. “Naja das war wohl das ultimativste für deine Stute”, antwortete ich lachend. Die hübsche Stute betrachtete uns neugierig und schnupperte an meinem Körper. Ich tätschelte daraufhin ihren Kopf und bewunderte ihre außergewöhnliche Zeichnung. “Ich würde sagen, dass ich sie einfach erstmal longiere und morgen dann eine Reitstunde einbaue.”, schlug ich Brooke vor. Sie nickte und holte aus der Sattelkammer alles was ich brauchte. Als sie zurückkehrte bedankte ich mich bei ihr und sie überließ mir ihre Stute und machte sich wieder an ihre Aufgaben. Angefangen mit einem ausgiebigen Putzen, machte ich die großrahmige Stute fertig und begab mich mit ihr zur Halle, da es draußen aus Eimern schüttete. Pata war mit einer Abschwitzdecke und einem feinen Kappzaum ausgestattet und schien von den Geräuschen des Regens eingeschüchtert zu sein, da sie ein paar mal einen Satz zur Seite machte. Im Kontrast dazu machte sie beim Longieren perfekt mit und schnaubte sehr laut ab, was mir signalisierte, dass sie sich entspannte.

    Am nächsten Morgen
    “Guten Morgen Col!”, begrüßte mich Nate auf nächsten morgen. Ich nickte ihm mit der Tasse Kaffee in der Hand zu. In Gedanken ging ich schon die Einheit mit Patagonia durch und begab mich zum Stall. Schnell war die hübsche Stute für die Reiteinheit fertig gemacht und ich führte sie zur Halle.

    Nach guten 5 Minuten warmführen, stieg ich auf und arbeitete mit ihr erst einmal im Schritt: das bedeutet Tempiwechsel mit Fokus auf eine korrekte Aufrichtung und schönem Untertreten. “Sehr gut, Hübsche!”, lobte ich Pata. Nach ein paar Bahnfiguren, trabte ich sie an und begann sie in einem guten Arbeitstrab zu halten, während wir auf dem Zirkel ritten. Grundlegend übten wir alle Aufgaben, die bei einer A-Dressur gefragt wurde und zu meinem Erstaunen, klappten die Aufgaben fast alle einwandfrei. Generell war das Dressurpotential deutlich zu spüren, da ihr Gangwerk sehr elastisch und ästhetisch war. An manchen Stelle merkte ich, dass sie gerne etwas testet, da sie, wenn ich unaufmerksam war, immer zur Mitte laufen wollte oder sich aus der Übung heraushebte. Auch beim Reiten schnaubte Pata ab und schien sich sehr zu konzentrieren. Nach einem durch den Zirkel wechseln, gab ich ihr die Galopphilfe und fokussierte mich darauf sie zu versammeln und damit “rund” zu machen. Natürlich konnte ich keine perfekte Versammlung verlangen, da es ihr noch an Balance und Körperbewusstsein fehlte, dennoch gab sie ihr bestes und schien Spaß daran zu finden. “Good Girl!”, lobte ich die Stute kurz vor Ende der Einheit. Mittlerweile hatte ich zum Schritt durchpariert und ließ sie nun am langen Zügel “abkühlen” und sammelte von der Bande ihre Abschwitzdecke ein und legte sie über ihren Hintern. Plötzlich öffnete sich die Hallentür und Patagonia machte einen Sprung zur Seite, bei dem ich fast den Halt verlor und mich in der letzte Sekunde noch fangen konnte. Brooke verkniff sich ein Lachen und entschuldigte sich stattdessen. “ Sie war einfach klasse! Einer A-Dressur steht nicht mehr viel im Wege, wenn ihr fleißig trainiert und besonders an ihrer Biegung und der korrekten Ausführung der Aufgaben arbeitet.”, erklärte ich Brooke und unterbreitete ihr die zukünftigen Trainingsplan.
    5583 Zeichen, by Zion

    -
    Die Dressur - Reitstunde

    Ermgravin E-A
    Garance E-A
    Colour Paint A-L
    Blue Spirit E-A
    Priamos Ruffia Kinscem L-M
    Patagonia A-L


    Collin
    Der Kurs lief bisher fantastisch, vielleicht mag das etwas sehr euphorisch klingen, aber die Teilnehmer haben bereits tolle Fortschritte gemacht und sind wie ich das wahrnehmen konnte auch sehr zufrieden. Da alle Teilnehmer im Online-Formular eine Reitstunde ausgewählt hatten, haben Robin und ich beschlossen diese eher an das Ende des Kurses zu legen, damit die erarbeiteten Fortschritte vom Boden auch auf dem Pferd umgesetzt werden können. Allerdings hatten wir nach wie vor das Problem, dass Cloud in der Nähe von Stuten buckelte und bei einer Reihe von 5 Stuten war uns das einfach zu heikel, weshalb wir ihn und Occu erneut separierten und lediglich mit Pria und Patagonia in eine Gruppe steckten, da alle vom Niveau her etwas weiter waren.

    Es war wieder ein recht kühler Morgen, an dem wir mit dem Training anfingen, doch laut Wetterbericht erwarteten wir heute einen milden sonnigen Tag, weshalb wir mit beiden Gruppen raus auf den Platz gingen. Momentan versammelten sich alle im Speiseraum zu Frühstück und während leichtes Gemurmel den Raum ausfüllte, bat ich die Gruppe kurz um ihre Aufmerksamkeit. “Guten Morgen! Für heute haben wir die Reitstunde geplant und der Rest des Tages steht euch dann zur freien Verfügung. Diesmal haben wir euch zweigeteilt, da der Ausbildungsstand der Pferde doch variiert. So sind Cloud, Pria und Pata bei mir und Blue, Gräfin und Garance bei Robin. Achja! Wir werden nicht stupide irgendwelche Lektionen bis zum Abwinken üben, sondern passen alles an euch an und orientieren uns nur grob an den Original-Vorlagen, damit ihr euer Training zu Hause fürs Turnier weiterführen könnt. Dann wünsche ich euch noch einen guten Appetit und wir sehen uns dann in einer Stunde beim Putzplatz.”, beendete ich meine kurze Rede. Während ich zum Buffet ging und mir reichlich Rührei auf meinen Teller schaufelte, trat Robin neben mich und fragte “Wie baust du denn den Unterricht auf, also soll ich irgendwas bestimmtes machen?” “Ne ne mach du es für richtig hälst und guck dir einfach wie es läuft und deine Gruppe strebt auch nur ein A-Niveau an, weshalb du in den Aufgaben sehr frei bist.”, entgegnete ich ihm und er ging nickend weg.


    Robin
    Nachdem das Frühstück beendet war, liefen alle gemütlich nach draußen um ihre Pferde zu holen und diese fertig zu machen. Da Collin und ich vom Boden ohne eigenes Pferd unterrichteten, stellten wir uns zur Seite und beobachteten die anderen. Es war schön zu sehen, als sie das Gelernte aus den bisherigen Tagen im Alltag mit ihrem Pferd anwendeten - Leticia zum Beispiel trat viel selbstbewusster auf und kam mittlerweile deutlich besser mit Garance’ Dominanz klar und auch ihre Stute schien mit der Veränderung zufrieden zu sein. Ebenfalls hatten Alec und Gräfin ihr Problem mit der Gerte zumindest etwas behoben, da sie im Verlauf des Kurses die Gerte zum Abstreichen benutzt haben und er ihr so gezeigt hat, dass die Gerte nichts Böses impliziert. “Ja wie ich sehe seid ihr soweit. Wir bleiben bei dem schönen Wetter draußen auf den Plätzen und meine Gruppe geht auf den Großen und Collin geht mit euch auf den kleineren Platz”, informierte ich unsere Teilnehmer. Wie in einer Polonaise begaben wir uns zu den Plätzen und alle stiegen nacheinander mit der Aufstiegshilfe auf. “So ich mache das Tor gleich zu und ihr reitet erstmal wie ihr wollt eure Pferde warm.”, erklärte ich meiner kleinen Gruppe. Collins Gruppe lief derweil etwas weiter zum anderen Platz und stieg dort auf. Aus Sicherheitsgründen hatten wir alle gebeten, auch wenn sie es zu Hause nicht machen würden, einen Helm aufzusetzen.


    Collin
    “Na dann wollen wir mal! Reitet eure Pferde erstmal im Schritt warm und ich gucke mir das dann auch gleich mal an, da ich ein großer Fan von Schrittübungen bin. Für Pata und Cloud bringt die L-Dressur einen größeren Schritt mit sich, der auf den versammelten Gangarten beruht und da für mich aus der klassischen Richtung Versammlung das A und O ist, werden wir das heute speziell in Angriff nehmen. Die Kandare könnt ihr gern in eurem eigenen Training dann einbauen, doch wir werden die Grundsteine erstmal mit der Trense legen. Octavia, da Versammlung und Verstärkung in der M-Dressur ebenfalls eine enorme Rolle spielen, ist das für dich und Pria ja die beste Voraussetzung. Den fliegenden Wechsel und die Schrittpirouette können wir gern auch probieren. Fast vergessen, Seitengänge! Da die sowohl für das Pferd zur Lockerung sehr gut sind und sie fast in allen Klassen gefragt werden, beschäftigen wir uns auch damit.”, begann ich die Einheit. Die drei verteilten sich auf dem ganzen Platz und begannen ihre Pferde im Schritt aufzuwärmen. Mich machte es besonders Stolz, dass alle bereits mit Tempiwechseln und kleineren Aufgaben anfingen und nicht nur am langen Zügel das Pferd voran stolpern ließen.


    Robin
    Mittlerweile waren gut 15 Minuten vergangen und alle waren auf ihr Pferd konzentriert. “Wir werden uns speziell mit den Tempiwechseln und Bahnfiguren beschäftigen. Alicia du hattes ja erzählt, dass Blue Spirit noch nicht so viel Erfahrung hat, deshalb würde ich bei euch in den Bahnfiguren besonders auf die Hilfengebung achten, ich möchte, dass Blue ohne große Mühe das ausführt, was du ihr vermittelst, du hast ja ein paar Methoden vom Boden kennengelernt. Leticia du meintest, dass Garance schon Turniere gelaufen ist und somit die Lektionen schon etwas besser kennengelernt hat, wenn ihr wollt könnt ihr am Viereck verkleinern und vergrößern also im Prinzip Schenkelweichen, sowie an einem einfachen Galoppwechsel arbeiten. Und Alec ihr habt ja mit der Gerte bereits große Erfolge erzielt, dennoch braucht ihr sie heute nicht, da Frau Graf sehr fein an den Hilfen steht und ich lasse es dir frei was du machen möchtest.”, erklärte ich der Gruppe und sie machten sich gleich daran alles auszuprobieren. Bisher sah es auch vielversprechend aus und alle waren bemüht es richtig auszuführen. “Gönnt euren Pferde ruhig eine Pause. Sieht gut aus! Alicia Blue läuft etwas hinter der Senkrechten, dann gehe lieber nochmal ein paar Schritte zurück und versuche die Zügel nur so leicht anzunehmen, dass du einen leichten Kontakt zum Maul spürst und fokussiere dich mehr auf die Hinterhand und aktiviere sie. Leticia: bitte verfall nicht wieder in die Spaghetti, du hast gelernt ein freundlicher Fels zu sein und auch nachzulassen, doch dir fehlt gerade etwas Körperspannung, weshalb Garance ausbricht und statt dem Schenkel zu weichen ihm eher folgt, da deine Hilfengebung im Gesamtkonstrukt nicht zusammenpasst. Mein Lieblingssatz ist nach wie vor ‘Reite logisch und fair, sodass es für dich und dein Pferd ständig nachvollziehbar ist.’ Aber wir fangen ja erst an, also lasst euch bitte von meinen Korrekturen nicht unterkriegen. Bei Alec ist es genau andersherum, Gräfin überinterpretiert die Aufgaben und wirkt leicht überfordert und drückt teilweise den Rücken weg, nimm einfach etwas Druck heraus und bau mehrere Pause ein.”, korrigierte ich die Reiter.

    Tatsächlich war die Einheit schon vorbei, weshalb ich mich bei meinem drei Teilnehmern für ihre Aufmerksamkeit und den Fleiß bedanke und ihnen das Tor öffnete, damit sie zum Cool Down auf dem Gelände rumreiten konnten.


    Collin
    Die Zeit verging wie im Flug, sodass wir schon 20 Minuten im Schritt an der Versammlung und an den Tempiwechseln gearbeitet hatten. Zu meinem Erstaunen liefen die Pferde alle in einer korrekten Anlehnung mit aktiver Hinterhand und ganz selten hinter der Senkrechten. “Ich möchte nochmal kurz was zur Versammlung sagen, um es euch zu visualisieren: Ein versammeltes Pferd beugt seine Hanken und tritt so mit der Hinterhand vermehrt unter seinen Schwerpunkt. In Folge dessen wölbt es den Rücken auf und hebt den Widerrist an. Dadurch richtet sich auch der Hals etwas weiter auf, das Genick wölbt sich und der Kopf kommt näher an die Senkrechte. Allerdings ist die Versammlung für das Pferd sehr anstrengend, aber essentiell um unser Pferd gesunderhaltend zu reiten und deshalb werden wir zwischendurch kleinere Pausen machen, in denen euer Pferd sich einfach ausschütteln darf. Beginnen wir mit meinen Lieblingsaufgaben: den Seitengängen. Fangt wie ihr wollt mit Kruppe- oder Schulterherein an. O für dich haben ich Hütchen aufgestellt, um die fliegenden Galoppwechsel zu üben - keine Sorge ich erwarte keine 1ner-Wechsel.”, erklärte ich den Dreien. Mir gefiel der Ehrgeiz, den alle drei Frauen an den Tag legten und ich muss sagen, allesamt setzten meine Anmerkungen in die Tat um und waren stets bemüht mit ihrem Pferd die Übungen gemeinsam zu meistern. Octavia machte sich nun an die Hütchen, die in einer Reihe standen, um den Wechselpunkt zu visualisieren. “So O hier ist Timing das Wichtigste, denn du kannst nicht erwarten, dass Pria die Übung korrekt ausführt, wenn du ihr einfach nur den Schenkel in die Seite haust. Also bereite sie rechtzeitig mit Zügelhilfen und Gewichtsverlagerung darauf vor, sodass du beim Hütchen letztlich den Schenkel randrückst und sie vom Rechtsgalopp in den Linksgalopp und andersherum springt. Glaub mir es fühlt sich toll an, wenn dein Pferd so fast mühelos auf deine Hilfen reagiert und den Galopp wechselt.”, weiste ich sie ein. “So Occu und Brooke mit euch möchte ich nun die Verstärkung im Trab angehen, diese ist ohne gute Basis nicht möglich, aber eure Pferde stehen gut im Training und haben einen dafür entsprechenden Ausbildungsstand. Leider wird auf den Turnieren die Verstärkung hoch und runter geritten, obwohl sie meistens nur mittelklassig und nicht korrekt vorgestellt wird. Wir im französisch-iberischen Bereich sehen die Trabverstärkung auf Basis einer gute Gymnastizierung, Geraderichtung und Versammlung bei guter Maultätigkeit als eine weitaus komplizierte Lektion an, weshalb wir sie meistens erst nach dem Erlernen von Piaffe und Passage einführen. Deshalb gehe ich hier mit gemischten Gefühlen heran, aber ihr sollt ja zumindest eine gute Grundlage mitbekommen. So ist es wichtig, dass euer Pferd Last aufnehmen kann und nach und nach eine größere Schwebephase aufbaut. Eure Aufgabe wird es sein Tempounterschiede im Leichttraben nur über die Sitzhilfen zu reiten, indem ihr zum Verlangsamen das Aufstehen verzögert.”, informierte ich die beiden Frauen. Bei Brooke und Patagonia sah es bereits sehr gut aus, da die Stute schwierigere Aufgaben seltsamer Weise sehr schnell meisterte und ich muss sagen, dass Brooke auch ihr Auftreten durch die Bodenarbeit so verändert hat, dass Pata sie nur noch selten testet. Wenig Unterschiede waren bei Occu und Cloud zu erkennen, da der hübsche Fuchshengst bereits fein in der Dressur ausgebildet worden war, doch sein enormer Schwung im Trab machte Occu, als eher kleinere zierliche Frau etwas zu schaffen, sodass sie etwas Mühe hatte sich und das Pferde zusammenzuhalten. “Hachja die Großen mit viel Schwung machen Spaß, aber es sieht schon gut aus und er präsentiert sich sehr schön und stolz”, schmunzelte ich und auch Occu musste lächeln.


    Auch unsere Einheit verging in windeseile, weshalb ich bald das Ende einleitete und ihnen den Weg über den Hof freigab, indem ich das Tor des Platzes öffnete und sie zum Cool Down über das Gelände freiließ. “Mir hat es richtig Spaß gemacht euch auch mal auf dem Pferd zu unterrichten. Wir sehen uns dann nachher beim Abendbrot und morgen zur letzten Bodeneinheit.”, bedankte und verabschiedete ich mich.
    by Zion

    -
    Dressur E-A
    Dorincourt
    Caprimond
    Darlington
    Coffee Breath
    Dressur A-L
    Diet Mountain Dew
    Autumnmoon
    Springen E-A
    Cinnemont’s Accento
    Pandora II
    Patagonia

    Nathan Scott | Der Morgen verlief wie erwartet ziemlich routiniert, um 8 Uhr waren die Pferde gefüttert, die Boxen gemistet und die ersten Pferde wurden schon in der Halle warm geritten. Während Brooke ihr neues Pferd Coffee Breath gerade in die Halle führte, ritt Tamara Caprimond und Rabea Darlington warm. Ich hingegen widmete mich gerade Dorincourt, meinem Spinner. Ich hatte ihn jetzt knapp 40 Minuten in der Führmaschine gehabt, damit er auch gut aufgewärmt ist, Diamond Mountain Dew und Autumnmoon würden dort noch ein bisschen laufen. Nachdem ich nach gegurtet hatte stieg ich auch schon auf und ritt in Richtung der Halle. Ich hatte darauf verzichtet eine Abschwitzdecke mitzunehmen, weil ich wusste, dass mein Spinnerchen sonst wieder Geister sehen würde, wo keine sind. In der Halle sah ich, dass alle schon fleißig an den Übergängen der Tempi im Galopp arbeiteten. Tamara versuchte Caprimond den Galoppwechsel schmackhaft zu machen und ich trieb Dorincourt zunächst ordentlich vorwärts. Wir hatten in den letzten drei Wochen schon vermehrt die Dressurarbeit vorgeschoben um in der nächsten Woche die ersten L-Lektionen mit reinzunehmen. Sobald man den Schimmelhengst nämlich unter dem Sattel hatte, machte er seine Arbeit mehr als gut und hoch konzentriert. Immer Mal wieder schaute ich zu den anderen und schaute ob das Training auch lief. Coffee Breath ließ öfter mal die Zunge aus seinem Mund hängen, was mich etwas stutzig machte. “Brooke! Komm später nochmal hier hin, wenn du deinen Hengst weg gebracht hast.” “Okey”, nickte sie außer Puste und ritt ihn dann ab. So langsam leerte sich die Halle und ich war der einzige in der Halle. Dorincourt war auch langsam fertig und ich ritt ihn etwas länger Schritt, weil wir die Abschwitzdecke ja im Stall liegen lassen hatten.


    Brooke | Nachdem ich Coffee auf ein Paddock gebracht hatte, lief ich noch einmal in die Halle zurück. Nate ritt Dörthe, wie ich Dorincourt nannte, noch im Schritt trocken und hielt dann an der Bande, wo ich stand, an. “Coffee Breath hängt beim Reiten die Zunge raus, hast du falsch getrenst oder der hat was am Kiefer.” “Nein, das hat er wohl schon seit Tag eins, aber ich lass ihn nochmal durchchecken, nicht dass es auf Turnieren zu Problemen kommt”, nickte ich und fragte ihn dann ob er Autumnmoon trainieren könnte, während ich Diet Mountain Dew für die nächsten Turniere der L-Lektion trainierte. “Ja, kann ich machen”, sagte Nate und lobte den Schimmelhengst bevor wir gemeinsam zu den Stalltrakten gingen. Ich putzte meine erste Stute und genoss die Kuschelsession bis ich sie dann schließlich fertig machte und vor der Halle aufstieg. Nate und Autumnmoon kamen kurz nach uns in die Halle. Da Diamond aber rossig war, entschied ich mich dazu, lieber auf den Platz zu trainieren. Es war zwar um einiges kälter dort, aber es war besser um beide Parteien konzentriert arbeiten lassen zu können. Wir trainierten ganz normal in unseren Trainingsprogramm, denn Diamond war auf einem soliden L-Niveau und so war die L-Dressur eher easy peasy für sie. Autumnmoon hingegen hatte noch einiges vor im Training, denn er war vor kurzem erst im A-Niveau vorgestellt und musste noch etwas aufholen. Kurz nachdem auch die beiden fertig waren, begann Tamara und ich bereits damit die Halle vorzubereiten. In der Zwischenzeit machte Rabea Pandora II und Patagonia für die kommende Springstunde mit Nate fertig. Ich würde meine Stute Patagonia reiten, Rabea ritt Pandora und Tamara Cinnemont’s Accento gleich nach uns. Wir hatten erst ein paar Kreuze zum Aufwärmen und dann begannen wir auch schon mit Sprüngen auf E-Level. Ein Klacks für Pata und Pandora. Beide hatten unglaublich hohes Potenzial im Springen und nutzten dies auch ohne, dass man nachfragen muss. Cinni hatte allerdings mehr Vorsicht und mit ihm mussten wir etwas langsamer machen. Er zeigte sich vorsichtig am Sprung, doch sobald er gefallen daran gefunden hatte, war er nicht mehr zu halten. Alles in allem war der heutige Trainingstag gut gelungen und ich machte gegen 12 Uhr eine Stunde Pause.

    -


    Springen A-L
    Baltic Wave
    Patagonia
    Pandora II

    Nate | "Brooke, wir müssen unsere Pferde besser trainieren. Sie sollen unser Aushängeschild sein, aber das geht nicht, wenn die nur auf E oder A Niveau starten." "Ich kann mich nicht um alles kümmern!", sie runzelte die Stirn, während sie soeben zwei neue Einstellerverträge bereit machte. Sie und Jack hingen immer noch wie Pech und Schwefel aneinander und Tanja sah es immer noch nicht oder es war ihr einfach egal. Ich seufzte und verließ das große Büro, schloss die massive Holztür eher unsanft hinter mir und lief den Weg in unsere Stallgasse entlang. Kyle hatte nun neben Maybach, Mercedes, Descarado und Espíritu nun auch noch Tesla. Er hatte einen Faible für die Barocken beziehungsweise die Spanier. Ich konnte hingegen absolut nichts mit ihnen anfangen. Selbst in der Dressur fand ich sie schwer zu reiten, da die meisten bügelten. Zu den schlechten Nachrichten zählte aber, dass Baltic Wave die Prämierung nicht geschafft hatte. Und zwar nur knapp, umso mehr hoffte ich, dass ich sie im Training weiter bringen konnte. Sie hatte Potenzial bis in den hohen Sport und das wollte ich nutzen.

    "Jack, was machst du hier?!", rief ich ihm mürrisch zu. Er hatte mir jetzt noch gefehlt. "Ich warte auf Brooke, sie wollte gleich den Vertrag von Rhoda vorbei bringen und dann wollte sie Patagonia trainieren am Sprung." "Aha." Ein Nicken kam meinerseits, mehr bekam er nicht. "Dann geh am besten ins Büro, da ist die noch", fügte ich bei und ging zu Baltic Wave. Die Schimmelstute blieb zum Glück in ihrer dunklen Apfelschimmeljacke und wurde nicht heller. Der Ton, den sie hatte, gefiel mir und ich hoffte, dass sie nur minimal heller werden würde. Rabea hatte uns die Stangen in der Halle auf L-Niveau hoch gestellt und ich ritt Baltic nun in einem ordentlichen Tempo warm und nutzte die Stangen, die auf dem sandigen Boden ihren Platz fanden. Baltic schnaubte gut ab und wurde schnell locker im Rücken, sodass ich nach knapp 15 Minuten die Sprünge mit einbezogen konnte. Tamara kam gerade auf Pandora II und Brooke auf Pata zu uns in die Halle und ritten die beiden warm. Beide ritten ihre Stuten ordentlich warm in Schritt und Trab, banden die Stangen mit ein und nahmen zum Ende der Aufwärmphase das Kreuz mit. Die Pferde kannten die Höhe nun durch vorherige Training und sollten jetzt keine sonderlich große Mühe mehr damit haben. Eigentlich waren wir alle auch sehr routinierte Reiter und die Pferde kannten die Sprünge. Ich ritt die Lange Seite bis zur kurzen Seite in einem ruhigen, versammelten Galopp, Ich merkte, dass sie sich anspannte und buckeln wollte, also ließ ich sie kurz und suchte ein langsameres Tempo um sie kontrolliert zu halten. Der erste Sprung war ein Oxer, den sie gut übersprang. Auch der zweite, ein Steilsprung, war für sie kein Problem, nur der dritte ein Steilsprung mit kleinem ‘Wassergraben’ machte sie etwas guckig. Sie glotzte richtig bevor sie absprang und nahm durch die Aufregung die Oberste Stange mit. Erschüttert von dem Fallen der Stange nahm sie beim vierten Sprung auch mit der Hinterhand eine Stange mit. Dann ritten wir linksherum auf einen weiteren Steilsprung, da reagierte Baltic Wave super. Der nächste war dann aber auch wieder knapp und ich versuchte sie noch kurz anzuschieben, doch auch dass gab ihr nicht die nötige Sicherheit und sie rettete den Absprung nur gerade so. Den Oxer danach sprang sie wieder super, sie fand den perfekten Moment zum Absprung und landete sanft. Die meiste Zeit über schlug sie mit dem Schweif und auch der letzte Sprung war mehr ein zusammenhalten als gut gesprungen. Dennoch lobte ich sie, denn die positive Verstärkung gehörte auch in schlechten Runden mit dazu. Tamara lief mit Pandora den Parcours ohne Fehler durch und Patagonia tat sich schwer mit dem Wassergraben, aber alles in allem wurden die Runden besser, je öfter wir die Fehler ausbesserten.

    -
    Springen L-M
    Patagonia mit Brooke Scott
    Baltic Wave mit Tamara Jones
    Snap in Style mit Occulta Smith

    Nathan | Es war eher schlechtes Wetter, der Wind wehte den drei Pferden in der Halle gott sei dank nicht um die Ohren, aber er preschte gegen die Hallenwände. Patagonia lief unter Brooke’s Aufwärmphase locker und dehnte sich bereits, genauso wie Snap in Style, der mit seiner Reiterin Occulta Smith extra aus Großbritannien angereist war. Nur Baltic Wave spukte etwas herum und war sichtlich angespannt. Tammy hatte also etwas Mühe mit der Schimmelstute, aber sie lenkte sie gut ab, sodass sie sich nach ein paar Minuten beruhigte. Die gymnastizierenden Sprünge nahmen alle drei gerne in Anspruch und auch hier hatte ich schon welche im E-A Niveau aufgebaut, welches die drei Pferde auch kannten. Der Vollblüter Snap übersprang die Hindernisse teilweise und war dort schon auf der Höhe vom L-Niveau. Patagonia und Baltic Wave jedoch sprangen nicht höher als sie mussten. Als wir dann nun langsam die Sprünge höher stellten, zeigten auch unsere beiden Stuten ihr Talent und Potenzial am Sprung, wodurch beide gut durch den Parcours kamen. Erst übersprangen meine drei Reitschüler die einzelnen Sprünge und zu guter Letzt sollten sie den Parcours komplett reiten. Aber Snap in Style war der erste. Im ruhigen versammelten Galopp schnaubte der Buckskin mit auffälligen Abzeichen im Gesicht ab, bis er kurz vor dem ersten Hindernis anzog und mit guter Distanz absprang. Auch den zweiten Steilsprung überflog er förmlich, dann eine kurze Kehrtwende und schon ging es auf den Wassergraben zu. Er landete auf der anderen Seite ohne sich beirren zu lassen und gab weiter Gas auf die erste Kombination. Ich schaute immer mal wieder auf die Stoppuhr. Aber er war gut in der Zeit und die dreifache Kombination übersprang er auch gut. Occulta lobte ihn zwischenzeitlich immer mal wieder, was ich nur gutheißen konnte. Das gab dem Pferd mehr Selbstbewusstsein. Snap in Style lernte ich als ein verlässliches und mutiges Pferd kennen, welches viel Kampfgeist besaß. Als die Runde fertig war schaute ich auf die Zeit. “Sehr gut! Du solltest keine Probleme mit ihm bekommen. Von wem stammt er eigentlich ab?” “Von Stromer.” “Er macht seinem Vater alle Ehre. Von ihm hat er den Kampfgeist.” “Danke”, mit einem Grinsen ritt sie ihn nun eine Runde Schritt. Patagonia war unsere junge Musterstute und die nächste die an der Reihe war. Der Wassergraben wurde nur mit Mühe übersprungen und so wussten wir, dass wir die nächste Zeit mehr üben mussten, und ihr die Sicherheit geben mussten, dass er nichts anderes war, als die anderen Sprünge. Ihre Leidenschaft hingegen waren die Kombinationen. Da hatte sie sichtlich Spaß dran. Bei Baltic war es genau umgekehrt. Aber auch das würden wir mit Training hinbekommen. Am Ende ließ ich die drei noch Trockenreiten und kümmerte mich darum, dass Occulta noch einen Tee zum Abschied bekam.

    Die Kür:
    “Komm, meine Gute”, sprach ich ruhig auf die dunkle Falbstute unter mir ein und ritt sie in Richtung Eingang, aus dem gerade Stelli mit ihrer Stute ‘Grey Rose’ uns entgegen kam. “Wir schaffen das”, flüsterte ich und bemerkte ihr aufgeregtes Ohrenspiel. Sie war die Turnier Atmosphäre gewohnt, ich auch, aber eine Prämierung war doch noch mal etwas anderes. “Nun stellt ihnen Brooke Scott vom Gestüt Roanoak Stables die junge Oldenburgerstute Patagonia vor. Sie stammt von Leitz und der Stute Plötze ab, weshalb sie doch sehr viel Potenzial im Springen zeigt.” Kurz nachdem der Sprecher mit seiner Ansprache fertig war ritten wir in die Halle ein. Ich grüßte die Richter und brachte Patagonia zum geschlossenen Stehen ehe wir im Schritt losritten und dann versammelt antrabten. Dann ritt ich sie Versammelt auf die ersten Sprünge zu. Patagonia hatte keine Probleme damit mir bei der Abschätzung der Galoppsprünge zu vertrauen. Ich wusste, zur Not würde sie mich auch retten, aber das war nicht von Bedeutung heute, denn ich zeigte ihren Gehorsam und ihre Rittigkeit den Richtern. Nachdem wir den Parcours fertig hatten, sattelte ich ab und ging ein weiteres Mal für die Beurteilung ins Viereck mit Patagonia. Die Richter schrieben eifrig ihre Notizen, während ich die Stute auf beiden Seiten präsentierte. Mit einer Handbewegung wurde ich abgewunken. Das war für uns das Ende der Präsentation und ich verabschiedete mich von ihnen. Patagonia rieb beim Austreten der Halle gleich ihren feinen Kopf an meiner Schulter und schnaubte. “Wir habens geschafft…”
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  3. Sosox3

    Sosox3 Bekanntes Mitglied

    Roanoak Stables präsentiert
    Baltic Wave
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    Steckbrief:
    Baltic Wave
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    Abstammung


    Von Unbekannt
    Von Unbekannt Aus der Unbekannt

    Aus der Unbekannt
    Von Unbekannt Aus der Unbekannt

    Exterieur

    Trakehner
    13.07.2011| Stute|167 cm
    Grey on Baydun with Sabino| Braunfalbschimmel mit Sabino
    Ee Aa Dd Gg nSb

    Interieur


    Wave kommt aus einem Gestüt in England, die liebe Stute wurde dort raus geworfen, da sie mit ihrer Scheckung nicht der Norm entspricht. Die aufgeweckte junge Stute wurde kurz nach dem Verkauf nur auf eine Weide gestellt, wo sie ihr dasein fristete. Später kam die Stute zu einer Privat Person wo sie dann im Spring Sport ausgebildet wurde, ehe sie zu mir kam.

    Besitzer: Nathan Scott
    Züchter: unbekannt, England
    VKR/Ersteller: Ofagwa
    Kaufpreis: 500 Joellen

    Karriere

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    Platzierungen 4/1/7
    Trainingsstatus aktiv
    Registriert in -

    Dressur E A L M S
    Springen E A L M S
    Military E A L

    Distanz E A
    Rennen E A L M
    Western E A L M S
    Fahren E A L



    Klasse E
    407. Militaryturnier, 3. Platz
    565. Dressurturnier, 3. Platz
    566. Springturnier, 1. Platz
    569. Dressurturnier, 1. Platz
    304. Synchronspringen, 3. Platz
    570. Springturnier, 3. Platz
    412. Militaryturnier, 3. Platz
    577. Dressurturnier, 3. Platz
    585. Dressurturnier, 2. Platz
    Klasse A
    308. Synchronspringen, 1. Platz

    312. Synchronspringen, 1. Platz
    583. Springturnier, 3. Platz



    Inoffiziell
    -

    Zuchtverband
    -
    Zuchtinformation


    Abstammung: 0
    Schleifen: 12
    HS: 0
    TA: 2
    Trainer: 3
    Zubehör: 2
    Gesamt: 17

    Zuchtverfügbarkeit [​IMG] Geschlossen [​IMG]

    Zuchtbedingungen:
    Nur offen für Rasse
    Hengste müssen mind. im Disziplin platziert erreicht haben
    Name des Fohlens muss bei Stutfohlen den Anfangsbuchstaben der Mutter erhalten
    Decktaxe: -

    Nachkommen:
    1.
    2.
    3.
    4.
    5.

    Zuchtpotenzial:
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    Bilder

    PNG | Puzzel PNG |Offizieller Hintergrund



    Tierarztbericht
    Heute war ich auf dem Weg zu Nathan Scott. Es war einer meiner routinemäßigen Besuche und heute standen insgesamt fünf Pferde auf dem Plan. Dementsprechend früh traf ich auch auf dem Hof ein und wurde schon von Nathan und der wartenden Baltic Wave in Empfang genommen. Nachdem ich beide begrüßt und mich kurz eingerichtet hatte, bat ich Nathan, mir die Stute direkt einmal vorzuführen. Einmal im Schritt und einmal im Trab. Die Gänge waren taktklar und die Beugeprobe bestand Baltic Wave ohne Probleme.
    Als nächstes warf ich also einen Blick in Ohren, Augen, Nüstern und Maul, um zu schauen, ob da grundlegend alles in Ordnung war. Nathan hatte auch keine Probleme bemerken können. Zuletzt hörte ich also noch Herz, Lunge und Darm ab und da auch dort alles im grünen Bereich war, konnte Baltic Wave ohne Probleme geimpft und entwurmt werden. Etwas mürrisch nahm sie die Wurmkur an, aber ansonsten lief alles problemlos.
    Während Nathan die Stute wieder in die Box brachte, füllte ich den Impfpass aus und setzte meine Unterschrift an die nötigen Stellen. Kurz darauf stand bereits Caprimond vor mir. Es handelte sich bei ihm um einen windfarbenen Hengst und er war wirklich eine Schönheit. Auch ihn ließ ich mir erst vorführen, dann tastete ich ihn ab, hörte ihn ab und nachdem alles in Ordnung war, wurde auch er geimpft und entwurmt. Er machte vorbildlich mit, bekam zum Abschied noch ein Leckerli und war nach zehn Minuten mit seinem Besuch bei mir durch.
    Ähnlich schnell verlief das Prozedere bei Cinnemont's Accento, welchen ich bereits schon länger kannte. Wir waren ein eingespieltes Team und ruckzuck war er vorgeführt, abgetastet und abgehört. Die Impfungen nahm er ohne jedes Zucken an und auch die Wurmkur hatten wir schnell im Pferd. "Solche Patienten wünscht man sich", meinte ich grinsend zu Nathan, welcher selbst sehr zufrieden war.
    Wir näherten uns dem Ende, denn als nächstes stand Patagonia vor mir. Die schöne Stute machte uns heute ein wenig Ärger, denn sie war nicht so begeistert, von mir abgetastet oder abgehört zu werden. Leider hatten wir sie eben auch in ihrer Rossezeit erwischt und wie die meisten Stuten war auch sie da deutlich sensibler. Dennoch konnten wir alles erfolgreich erledigen und nachdem ich sie untersucht hatte, wurde sie geimpft und entwurmt und durfte dann schon wieder zurück in ihre Box.
    Der letzte im Bunde war Norisk. Ein kräftiger Norikerhengst, welcher schon eine ganz schöne Erscheinung war. Doch genauso gutmütig war er auch. Er ließ sich einwandfrei vorführen, muckte nicht beim abtasten und abhören und auch beim Impfen hielt er super still. Die Wurmkur nahm er nicht so gerne, aber man bekam sie ins Maul. Ausgiebig wurde er danach gelobt und durfte gehen. Ich erneuerte noch alle Impfpässe, gab diese dann Nathan zurück, verabschiedete mich und machte mich wieder auf den Weg zum Auto.

    Hufschmiedbericht
    Falzeisen aus Stahl Beschlag für Baltic Wave, Cinnemont's Accento, Caprimond
    15. Februar 2021 // Mohikanerin

    Oh wieder der Roanoak Stables, stelle ich fest, als ich durch die App scrolle. Einen Termin habe ich bereits Nathan Scott vereinbart, der in der nächsten Woche erst ist, sodass meine Auszubildende mit kommen kann.
    “Bist du so weit?”, frage ich Johanna, die an ihrem Handy sitzt. Sie nickt und zusammen steigen wir aus dem Auto. Freundlich begrüßen wir den Kunden und besprechen zunächst was gemacht werden soll.
    “Ich war echt begeistert von dem Beschlag von Norisk”, erzählt er, als Baltic Wave und Caprimond am Anbinder stehen. Als erstes führt Nathan uns Baltic Wave vor, damit auch Johanna sich das Gangbild mal mehr trachten kann.
    “Und fällt dir was auf?”, frage ich sie.
    “Nein, sieht super aus”, antwortet Johanna. Ich stimme ihr zu und der Kunde wechselt das Pferde. Als nächstes ist Caprimond dran, der mit seiner Hinterhand deutlich nach Innen läuft und deswege immer wieder auf nach Vorn wippt. Bei ihm gibt es einiges zu tun. Zunächst beginnt mein Azubi der Stute die alten Eisen zu entfernen und beiseite zu packen. Auch schneidet sie ihr mit dem Hufmesser sauber die Hufe aus. Nach einem Moment komme ich dazu und zeige ich noch, was verbessert werde kann. Sie nimmt Hilfe dankend an und wendet das gesagt an. Dann geht sie mit Nathan noch einmal das Pferd vorführen. In der Zeit kümmere ich mich mit der Raspel um die Hufen des Hengstes um so gut es geht die Stellung der Huf zu verändern. Als die Drei zurück kommen, hole ich mit Nathan ran.
    “Nathan, du solltest Caprimond etwas mehr zu füttern mit Biotin. Die Hufe sind besonders vorne etwas zu Steil und er tritt deutlich nach Innen. Zum Schutz mach’ ihm Glocken dran.”, erkläre ich dem Besitzer und zeige ihm am Huf, was ich genau meine. Da er nichts da hat, holt Johanna aus dem Auto einen kleinen Becher mit Biotin, die er höflich annimmt. Mittlerweile sind die Hufen von beiden Pferden ausgeschnitten und ich mache zusammen mit Johanna sie Eisen fertig. Als erstes machen wir Baltic Wave die Stahleisen dran und auch mein Azubi darf dabei Helfen, die Eisen an den Huf zu bekommen Dafür erkläre ich ihr erneut, wo die Nägel sitzen müssen und wo die Durchblutung entlangläuft. Auch Nathan scheint gespannt dem Gespräch zu verfolgen und stellt einige Fragen, die wir ihm sehr gern beantworten. Nach einer halben Stunde sind wir fertig mit der Stute. Gucken wir erneut das Gangbild an, alles super und Cinnemont's Accento wird geholt. Ich bearbeite in der Zeit die Eisen Caprimond. Um seinen kleinen Fehler im Gangbild zu verbessern, arbeite ich an den Vorderen Eisen eine leichte Schräge nach Außen mit ein, damit es besser werden kann. Beim Vorführen ist der Hengst schon deutlich besser. In der Zeit hat Johanna bereits Accento die alten Eisen entfernt und angefangen zu Schneiden.
    “Am besten gibst du ihm die nächsten paar Tage eine Pause, damit er sich an die leichte Veränderung der Eisen gewöhnen kann. Danach longiere ihm am besten etwas, damit die Muskeln auch anpassen können”, erkläre ich Nathan, als Caprimond zurück zu den anderen Pferden kann.
    Zusammen mit Johanna gucke ich mir noch mal das Gangbild nach dem Schneiden und Raspel an. Die Hinterhufe müssen noch außen ein Stück mehr geraspelt werden. Ich fange bereits die Eisen zu Schneiden und zu Formen. Der Hengst hat sehr gute Hufen und braucht keine spezielle Veränderung der Eisen, sodass ich die alten als Vorlage verwenden kann. Als alle drauf sind, kann auch der letzte Kandidat zurück und wir fahren zum Nächsten Kundin, die gleich um die Ecke ist.
    Eine Woche später bekomme ich eine freundliche Nachricht von Nathan, der heute wohl das erste mal wieder mit Caprimond in der Reithalle war und positiv überrascht ist, wie gut er unter dem Sattel gelaufen ist. Das zeigt mir wieder, wie wichtig die richtigen Schuhe am Huf eines Pferdes sind.
    Trainingsberichte:
    Future in the Window
    Springen E-A


    Wirklich toll lief es momentan nicht. Viele Pferde sind aufgrund von einem Virus erkrankt und elendig daran gestorben. Es musste also vorangehen und das geschah am besten, wenn ich mich wieder meinen Pferden und der Zucht widmete. Ich hatte mir für dieses Jahr noch ein Berittpferd geholt, eine Traberstute mit schlechtem Hintergrund, der ich wieder Vertrauen in den Reiter schenken wollte. Lotti Boulevard, eine braune Stute mit großem Abzeichen im Gesicht. Sie war diese Woche nach Weihnachten angereist aus Jänickendorf und konnte sich mit lockerer Arbeit schonmal ein bisschen ankommen auf unserem Hof. Die 5-Jährige Stute zeigte sich im Umgang wie ein Schatz. Ich führte sie aus der Box und band sie in der Stallgasse an. Auch heute stand zunächst Longieren auf dem Plan, jedoch wollte ich sie, je nachdem wie sie sich anstellte heute auch noch reiten. Ich putzte sie ausgiebig und legte ihr dann den Longiergurt um und zog ihn zunächst leicht zu. Sie spielte unruhig mit den Ohren, biss aber weder oder trat nach mit. „Hey, das geht doch schon besser“, sagte ich und klinkte die Longe an den Kappzaum und führte Lotti in die Reithalle. Dort gurtete ich nach und nach einem kurzen Augenblick folgte mir Brooke mit Diet Mountain Dew in die Halle. „Na, Bruderherz, wie läuft‘s mit dem Pferd?“ „Du meinst Lotti. Ganz okey momentan“, sagte ich und ging auf den Unteren Zirkel. Ich begann mit leichter Schrittarbeit um Lotti warm werden zu lassen. In einem ordentlichen Schritt bewegte sie sich Runde um Runde um mich herum. Ich wollte sie heute wieder mehr an die Tempi gewöhnen, die sie in der Dressur brauchte und da sie nur rannte im Trab übte ich es heute besonders. Denn ab kommender Woche wollte ich sie reiten und so mit ihr weiterkommen. Wir hatten es schon geschafft, dass sie aufm Zirkel nicht mehr nur rennt und waren echt stolz auf Lotti. Ich wechselte die Hand und somit die Richtung, damit ihre Gelenke auf beiden Seiten mit Gelenkflüssigkeit geschmeidig wurden. Nach ungefähr 10 Minuten ließ ich sie antraben. Nur locker. Und falls sie doch schneller wurde, bremste ich sie wieder ab. So ging das mehrmals im Trab und als ich sie schlussendlich angaloppieren wollte, verfiel sie mir wieder in den Renntrab, bei dem selbst ich Mühe hatte sie zu kontrollieren und sie wieder in einen anständigen Trab zu bekommen, damit sie erneut die Hilfe zum Angaloppieren gab und bis zum Ende der Einheit benahm sie sich super. Manchmal müssen sie nur nochmal daran erinnert werden, dass sie das Gefragte auch kennen. “Das hast du gut gemacht”, sagte ich und kratzte der Braunen Stute die Hufe aus, damit der Bereich vor der Halle nicht komplett mit Reithallenboden verdreckte. Ich führte sie geradewegs auf eines der freien Paddocks und ließ sie dort für ein paar Stunden mit ihrer Abschwitzdecke stehen, damit sie sich noch etwas austoben konnte, sie hatte nämlich viel Energie gehabt. Ich schaute ihr kurz zu und ging dann wieder in den Stall um mich Baltic Wave zu widmen. Die Schimmelstute hatte sich mächtig in ihre Äppel gelegt, was man an ihrer Decke sehen konnte. Ich zog sie ihr aus und putzte sie gründlich. In unserer Turniersaison hatte sie viele Schleifen eingebracht, vor allem im Springen. Heute war es dann für mich an der Zeit sie für den A-Parcours vorzubereiten, den sie in 3 Wochen laufen sollte. Baltic hatte viel Vermögen und wusste sich auch gekonnt im Stil-Springen in Szene zu setzen. Nachdem Brooke in der Halle fertig war, half sie mir die Sprünge auf zu bauen und ich ritt Baltic Wave warm. Vorwiegend im Schritt und Trab und im Versammelten Galopp.Wir sprangen auch kleine, gymnastizierende Sprünge mit und ich fuhr mit ihrem Training fort, sodass wir am Ende den Parcour auf A-Niveau sprangen. Ich manövrierte Baltic im Versammelten Galopp auf den ersten Sprung zu, den sie mit Leichtigkeit überflog, ebenso den 2. Steilsprung. Sie galoppierte konzentriert und schnaubte ab. Ab und zu schlug sie mit dem Schweif. Den dritten Steilsprung visierte sie etwas mehr an und wurde etwas schneller und auch den vierten überflog sie und nahm kurz vor dem Absprung den Kopf etwas höher. Es folgte ein Oxer und ich gab ihr etwas mehr Spielraum, denn ich musste mir keine Sorge machen. Sie sprang routiniert und die minimale Erhöhung der Sprünge machten ihr nicht aus. Die letzten drei Sprünge folgten und aus diese nahm sie mit Leichtigkeit. Ich klopfte ihren Hals als ich sie aus galoppieren ließ. “Sieht doch gut aus!”, grinste Brooke und reichte mir die Wasserflasche als ich neben ihr zum Halten kam. Baltic kaute auf ihrem Gebiss rum, sichtlich unter Spannung kurz bevor ich sie trocken ritt. Am Wochenende standen wieder jede Menge Turniere an und so schaute ich, dass unsere Pferde im Training weiter kamen. Primo hatte sich in der Dressur gut gemacht und war nun auf A-Niveau. Sacred Assault wurde momentan nur im Training geritten und als Deckhengst genutzt, denn er sollte nächstes Jahr dieses Jahr, seinen ersten Nachkommen bekommen. Batman’s Rendezvous hatte sich gemeinsam mit Capri, der zur Körung vorbereitet wurde, gut eingelebt und sein erstes Fohlen SH Benice hatte bei uns im Dezember Einzug gehalten und war schon zusammen mit Connery’s Brownie zur ersten Fohlenschau angemeldet. Coleur’s Candycane, bei uns liebevoll Candy genannte hatte nicht so viel Erfolg bei den Turnieren, obwohl sie eine ordentliche Manier hatte. Darlington war unser Dressurwunder, auch wenn viele Richter sich durch ihre Farbe bei der Wertung irritieren ließen. Auch unser Norikerhengst Norisk war nun in der Dressur auf A- Niveau unterwegs, auch wenn er nicht mehr Potenzial nach oben hatte, aufgrund seines Körperbaus. Man merkte halt, dass der Hengst sich schwer tat bei vielen Lektionen. Aber bemüht war er immer!

    Es war nun Anfang Februar und Lotti hatte sich gut entwickelt. Sie trat nun gut an den Zügel heran und rannte nicht mehr so. Heute war unser Abschlusstraining. Bruce war extra angereist, damit er sie in einer Stunde reiten konnte und sich sicher sein konnte, dass Lotti sicher eine A Dressur gehen konnte. Wir standen gesattelt in der Reithalle und Bruce ritt die Braune gerade warm. “Das Einreiten können wir ja weglassen und dann einfach ab X starten”, sagte ich und las dann die erste Aufgabe vor. “Ab C auf der Rechten Hand im Arbeitstempo Trab.” Er setzte die junge Stute gleich in Bewegung. “Durch die ganze Bahn wechseln und dabei Leichtraben”. Danach wurde wieder das Aussitzen gefordert und durch die Ganze Bahn gewechselt mit verlängerten Tritten. Lotti kaute viel auf dem Gebiss. Ihre Ohrenstellung zeigte, dass sie konzentriert bei der Sache war und nicht mehr in Versuchung kam zu rennen. “Gut gemacht!”, hörte ich Bruce sie loben. Jetzt sollten sie im Arbeitstempo Schritt ab B das Viereck verkleinern. Die Übergänge waren gut geworden und nun sollten sie wieder traben auf dem Zirkel ab C. “Arbeitstempo Galopp”, war dann die nächste Arbeit und Lotti gab sich Mühe, keinen Gangsalat zu veranstalten, war jedoch etwas stürmisch unterwegs. Bei C hieß es dann wieder traben und aus dem Zirkel wechseln. Bei A angekommen sollten sie wieder angaloppieren und Lotti machte sich schön rund und schnaubte dabei ab. Bei A sollten wieder Tritte verlängert werden und dieses Mal sah das Team richtig Harmonisch aus! Sie galoppierte energisch aber absolut taktklar. Sie war auch kein Bewegungslegastheniker und meisterte auch die restlichen Lektionen artig. “Das sieht doch super aus”, sagte ich und lobte die zwei. Lotti war geschwitzt und ich geb ihnen die Abschwitzdecke an. “Das hast du gut hinbekommen, Nathan”, lobte mich Bruce und ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. “Danke.” Heute durfte sie sich noch erholen, ehe sie morgen abtransportiert wurde. Bruce, Brooke und Ich gingen in eine nahegelegene Kneipe und tranken dort auf unseren Erfolg mit Lotti.

    Trainingsbericht

    Springen A-L
    Baltic Wave
    Patagonia
    Pandora II

    Nate | "Brooke, wir müssen unsere Pferde besser trainieren. Sie sollen unser Aushängeschild sein, aber das geht nicht, wenn die nur auf E oder A Niveau starten." "Ich kann mich nicht um alles kümmern!", sie runzelte die Stirn, während sie soeben zwei neue Einstellerverträge bereit machte. Sie und Jack hingen immer noch wie Pech und Schwefel aneinander und Tanja sah es immer noch nicht oder es war ihr einfach egal. Ich seufzte und verließ das große Büro, schloss die massive Holztür eher unsanft hinter mir und lief den Weg in unsere Stallgasse entlang. Kyle hatte nun neben Maybach, Mercedes, Descarado und Espíritu nun auch noch Tesla. Er hatte einen Faible für die Barocken beziehungsweise die Spanier. Ich konnte hingegen absolut nichts mit ihnen anfangen. Selbst in der Dressur fand ich sie schwer zu reiten, da die meisten bügelten. Zu den schlechten Nachrichten zählte aber, dass Baltic Wave die Prämierung nicht geschafft hatte. Und zwar nur knapp, umso mehr hoffte ich, dass ich sie im Training weiter bringen konnte. Sie hatte Potenzial bis in den hohen Sport und das wollte ich nutzen.

    "Jack, was machst du hier?!", rief ich ihm mürrisch zu. Er hatte mir jetzt noch gefehlt. "Ich warte auf Brooke, sie wollte gleich den Vertrag von Rhoda vorbei bringen und dann wollte sie Patagonia trainieren am Sprung." "Aha." Ein Nicken kam meinerseits, mehr bekam er nicht. "Dann geh am besten ins Büro, da ist die noch", fügte ich bei und ging zu Baltic Wave. Die Schimmelstute blieb zum Glück in ihrer dunklen Apfelschimmeljacke und wurde nicht heller. Der Ton, den sie hatte, gefiel mir und ich hoffte, dass sie nur minimal heller werden würde. Rabea hatte uns die Stangen in der Halle auf L-Niveau hoch gestellt und ich ritt Baltic nun in einem ordentlichen Tempo warm und nutzte die Stangen, die auf dem sandigen Boden ihren Platz fanden. Baltic schnaubte gut ab und wurde schnell locker im Rücken, sodass ich nach knapp 15 Minuten die Sprünge mit einbezogen konnte. Tamara kam gerade auf Pandora II und Brooke auf Pata zu uns in die Halle und ritten die beiden warm. Beide ritten ihre Stuten ordentlich warm in Schritt und Trab, banden die Stangen mit ein und nahmen zum Ende der Aufwärmphase das Kreuz mit. Die Pferde kannten die Höhe nun durch vorherige Training und sollten jetzt keine sonderlich große Mühe mehr damit haben. Eigentlich waren wir alle auch sehr routinierte Reiter und die Pferde kannten die Sprünge. Ich ritt die Lange Seite bis zur kurzen Seite in einem ruhigen, versammelten Galopp, Ich merkte, dass sie sich anspannte und buckeln wollte, also ließ ich sie kurz und suchte ein langsameres Tempo um sie kontrolliert zu halten. Der erste Sprung war ein Oxer, den sie gut übersprang. Auch der zweite, ein Steilsprung, war für sie kein Problem, nur der dritte ein Steilsprung mit kleinem ‘Wassergraben’ machte sie etwas guckig. Sie glotzte richtig bevor sie absprang und nahm durch die Aufregung die Oberste Stange mit. Erschüttert von dem Fallen der Stange nahm sie beim vierten Sprung auch mit der Hinterhand eine Stange mit. Dann ritten wir linksherum auf einen weiteren Steilsprung, da reagierte Baltic Wave super. Der nächste war dann aber auch wieder knapp und ich versuchte sie noch kurz anzuschieben, doch auch dass gab ihr nicht die nötige Sicherheit und sie rettete den Absprung nur gerade so. Den Oxer danach sprang sie wieder super, sie fand den perfekten Moment zum Absprung und landete sanft. Die meiste Zeit über schlug sie mit dem Schweif und auch der letzte Sprung war mehr ein zusammenhalten als gut gesprungen. Dennoch lobte ich sie, denn die positive Verstärkung gehörte auch in schlechten Runden mit dazu. Tamara lief mit Pandora den Parcours ohne Fehler durch und Patagonia tat sich schwer mit dem Wassergraben, aber alles in allem wurden die Runden besser, je öfter wir die Fehler ausbesserten.
    Springen L-M
    Patagonia mit Brooke Scott
    Baltic Wave mit Tamara Jones
    Snap in Style mit Occulta Smith

    Nathan | Es war eher schlechtes Wetter, der Wind wehte den drei Pferden in der Halle gott sei dank nicht um die Ohren, aber er preschte gegen die Hallenwände. Patagonia lief unter Brooke’s Aufwärmphase locker und dehnte sich bereits, genauso wie Snap in Style, der mit seiner Reiterin Occulta Smith extra aus Großbritannien angereist war. Nur Baltic Wave spukte etwas herum und war sichtlich angespannt. Tammy hatte also etwas Mühe mit der Schimmelstute, aber sie lenkte sie gut ab, sodass sie sich nach ein paar Minuten beruhigte. Die gymnastizierenden Sprünge nahmen alle drei gerne in Anspruch und auch hier hatte ich schon welche im E-A Niveau aufgebaut, welches die drei Pferde auch kannten. Der Vollblüter Snap übersprang die Hindernisse teilweise und war dort schon auf der Höhe vom L-Niveau. Patagonia und Baltic Wave jedoch sprangen nicht höher als sie mussten. Als wir dann nun langsam die Sprünge höher stellten, zeigten auch unsere beiden Stuten ihr Talent und Potenzial am Sprung, wodurch beide gut durch den Parcours kamen. Erst übersprangen meine drei Reitschüler die einzelnen Sprünge und zu guter Letzt sollten sie den Parcours komplett reiten. Aber Snap in Style war der erste. Im ruhigen versammelten Galopp schnaubte der Buckskin mit auffälligen Abzeichen im Gesicht ab, bis er kurz vor dem ersten Hindernis anzog und mit guter Distanz absprang. Auch den zweiten Steilsprung überflog er förmlich, dann eine kurze Kehrtwende und schon ging es auf den Wassergraben zu. Er landete auf der anderen Seite ohne sich beirren zu lassen und gab weiter Gas auf die erste Kombination. Ich schaute immer mal wieder auf die Stoppuhr. Aber er war gut in der Zeit und die dreifache Kombination übersprang er auch gut. Occulta lobte ihn zwischenzeitlich immer mal wieder, was ich nur gutheißen konnte. Das gab dem Pferd mehr Selbstbewusstsein. Snap in Style lernte ich als ein verlässliches und mutiges Pferd kennen, welches viel Kampfgeist besaß. Als die Runde fertig war schaute ich auf die Zeit. “Sehr gut! Du solltest keine Probleme mit ihm bekommen. Von wem stammt er eigentlich ab?” “Von Stromer.” “Er macht seinem Vater alle Ehre. Von ihm hat er den Kampfgeist.” “Danke”, mit einem Grinsen ritt sie ihn nun eine Runde Schritt. Patagonia war unsere junge Musterstute und die nächste die an der Reihe war. Der Wassergraben wurde nur mit Mühe übersprungen und so wussten wir, dass wir die nächste Zeit mehr üben mussten, und ihr die Sicherheit geben mussten, dass er nichts anderes war, als die anderen Sprünge. Ihre Leidenschaft hingegen waren die Kombinationen. Da hatte sie sichtlich Spaß dran. Bei Baltic war es genau umgekehrt. Aber auch das würden wir mit Training hinbekommen. Am Ende ließ ich die drei noch Trockenreiten und kümmerte mich darum, dass Occulta noch einen Tee zum Abschied bekam.

    Die Kür:

    Es war noch ziemlich früh und es würde nicht lange dauern, dass wir dran kämen, denn ich stellte heute Baltic Wave im Springen auf A Niveau vor. Herr Sherington hatte uns das Programm in die Hand gedrückt und uns empfohlen 10 Minuten bevor wir den Platz betreten mussten, bereit zu stehen. Das Wetter war weder regnerisch, noch richtig sonnig, eher so ein mittelding, was für Baltic Wave die beste Voraussetzung war. “Der war aber auch heiß”, gab Brooke von sich und sah hinter dem jungen Entertainer her. Ich rollte mit meinen Augen. “Was denn? Die könnten hier ruhig öfter eine Prämierung oder eine Körung veranstalten.” Ich nickte nur stumm. Warum konnte meine Schwester nur so nerven. “Ihr seid jetzt dran, Mr. Scott”, gab mir der junge Mann bescheid und deutete auf den Platz vor mir, der gerade auf A**-Niveau aufgebaut wurde. “Viel Glück, Bruderherz”, warf mir meine Schwester zu, während mein Bein gerade über den Sattel glitt und den Steigbügel fand. Ich erkannte viele Gesichter auf der Tribüne, so war da zum Beispiel Juna Preske oder auch Ylvi, die kurze Zeit nach mir mit ihrer Stute antrat. Es war kein großer Parcours, eigentlich konnte man es gar nicht so nennen. Es waren ein Steilsprung, ein Oxer und eine Kombination vorhanden und ich war mir sicher, dass Baltic diese mit einer Leichtigkeit und einem super Potenzial nach oben meistern würden. Ich grüßte bei X und hielt dabei meine Stute an. Sie stand hervorragend geschlossen und kaute aufmerksam am Zügel. Ich gab ihr eine Parade und schon liefen wir eine kurze Strecke im Schritt bis ich sie antrabte und gleich darauf angaloppierte und versammelte und sie an den Sprung heran leitete. Sie fand die Distanz von selber und sprang ab. Sehr gut! Der erste Sprung war gemacht und um die Kombination richtig zu springen wechselte ich die Hand, sprang über den Oxer mit Bravour und gab ihr mehr Freiraum für den letzten Sprung. Mit einer super Manier hob sie die Vorderbeine und sprang ab. Sie hatte sich von ihrer besten Seite gezeigt und so ritt ich sie noch eine Runde im Galopp ehe ich sie gleich zum Schritt durchparierte und mich verabschiedete. “Lief doch super”, kam Brooke direkt am Tor auf mich zu und ich nickte. “Ich reite sie jetzt noch ab und stelle sie dann in den Hänger, ich hab Hunger. Wir sollten gleich zum Buffet gehen in der kurzen Pause, aber vielleicht sehen wir noch das ein oder andere potenzielle Pferd für unsere Zucht”, sagte ich und bog zum Abreiteplatz ein.
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  4. Mohikanerin

    Mohikanerin Grafiker

    Mohikanerin mit
    Snotra

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    Steckbrief //
    Zuchtname: Snotra
    Rufname: Snoti

    Aus der: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    Den: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    ____________________________________

    Geschlecht: Stute
    Rasse: Isländer
    Geburtsdatum: 23. April 2007
    Farbe: Dunkelbraunfalbe Splash
    Abzeichen: Scheckungsbedingt (Kopf und Beine)
    Stockmaß: 132 cm

    Charakter:
    Snotra ist unter dem Sattel ein nervöses Pony mit viel Temperament und ist nicht leicht zu bremsen, da sie schnell die Balance verliert. Viele Biegungen sind am Anfang der Arbeit notwendig, um sie ruhig zu bekommen. Dennoch ist sie einfach im Umgang und liebt die Arbeit vom Boden aus. Manchmal kann Snoti ein Taschenpony sein und sogar betteln.
    ____________________________________

    Gencode: Ee Aa DD StySty nSpl
    Zuchtzulassung: Nein
    Gesamtnote: -
    Nachkommen: -

    [Schleife]
    Prüfung
    ____________________________________

    Dressur: L / L
    Springen: -
    Military: -
    Fahren: E / A
    Rennen: E / M
    Gangreiten: L / S
    Western: -
    Distanz: E / A

    Gänge: 5

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    197. Gangturnier (07.10.2018)
    222. Gangturnier (26.11.2019)

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    215. Gangturnier (03.09.2019)

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    198. Gangturnier (14.10.2018)
    200. Gangturnier (29.10.2018)
    207. Gangturnier (27.12.2018)
    214. Gangturnier (25.08.2019)
    221. Gangturnier (17.11.2019)

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    419. Distanzturnier (16.12.2019)

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    420. Distanzturnier (22.12.2019)
    427. Distanzturnier (17.02.2020)

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    497. Galopprennen (17.12.2019)
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    Besitzer: Mohikanerin
    Zucht: Unbekannt, Deutschland
    VKR: Sadasha
    Ersteller: Sadasha
    Punkte: 16 (+2 Bewegung // + 2 Hufschmied)
    ____________________________________

    PNG | PSD | Details

    Hufschmied (15.04.2021) //
    Beschlag und Hufpflege für Snotra, Blávör, Briair, Elf Dancer, Acerado und Nurja
    15. April 2021 // Mohikanerin

    Ein kurzfristiger Auftrag erreichte mich von meinem Partner Mr. Wellik AB. Auf dem Gestüt Whitehorse Creek brauchten einige Pferde neue Eisen und eine weitere Stute müsste ausgeschnitten werden, wenn ich schon mal da bin.
    “Sie müssen Luchy sein”, sagte ich zu einer jungen Dame, die auf mich zu kam.
    “Nein, Hallo. Ich bin Lina.”, stellte sie sich vor. Zusammen gehen wir zum Stall in dem bereits Elf Dancer stand.
    Ich entfernte als Erstes die alten Eisen. Die Dame erzählte mir, dass er zwischendurch Schwierigkeiten beim Laufen hatte, eine Art Knacken zu hören sei und ich mir das genauer anschauen sollte. Der Schmied, der sonst kam, machte wohl einfach nur die Eisen darauf und das war's. Ich ließ mir den Hengst vor dem Stall einige mal Vorführen, als die Eisen ab waren. Es fiel deutlich auf, dass er fühlig lief.
    “Vielleicht wäre es besser, wenn wir ihn auch hinten Beschlagen”, merkte ich bei der ersten Runde an. Später war auch das Knacken zu hören, dass sie ansprach.
    “Ich denke, dass das Hufbein länger ist und durch die Bewegung knackt es. Jedoch wäre es besser mit einem Tierarzt zu sprechen”, erklärte ich ihr. Sie stimmte mir zu.
    “Zur Erleichterung beim Abrollen kann ich ihm spezielle Eisen vorne ran machen und eine Gummischicht dazwischen, damit die Federung mehr unterstützt wird.”
    “Das klingt super. Machen wir so”, antwortete Lina begeistert.
    In meinem Auto begann ich zu kramen nach den Gummis. “Gefunden”, rufe ich triumphierend und lief in den Stall. Die Eisen hatte ich bereits zurecht geschliffen und geformt, sodass nur die Gummis noch fehlten. Ich befestigte diesen am Eisen und nagle alles zusammen an den Huf von Elf Dancer. 20 Minuten später lief er schon viel Besser mit den NBS an den Vorderhufen.
    “Und was sind das für ein Eisen?”, fragte Lina, nach dem sie den Hengst zurückgestellt hatte. Ich zeigte ihr das Eisen genauer und erkläre: “Diese Hufeinsen sollen es ermöglichen, dass das Pferd damit so locker und natürlich laufen kann wie möglich. Der Huf kann so seinem natürlichen Abrollpunkt folgen und somit bleibt die Hufform während der gesamten Beschlagsperiode unverändert.”
    Als Nächstes waren Acerado und Briair an der Reihe. Den Hengst hatte Lina aus der Box geholt und kraulte engagiert seinen Kopf. Sie erklärte mir, dass er sonst sehr ungeduldig herumzappeln würde und ich hackte nicht weiter nach. Stattdessen ging ich meinem Beruf nach, entfernte die Eisen und machte den ersten groben Schnitt am Huf. Der Zeh ragte merklich über dem alten Eisen und hatte teilweise die Form des Hufes verändert. Kopfschüttelnd lief ich zum Auto, um nach anderen Eisen zu schauen. Schnell fand ich die richtige Größe für alle vier Hufe und begann sie in die richtige Form zu schlagen. Zur gleichen Zeit führte die kleine Dame den Hengst auf und ab, da er immer ungeduldiger in der Gasse stand und nicht weiter stillhalten wollte. Immer wieder warf ich einen prüfenden Blick auf das Gangbild des Braunen, doch konnte keine Unstimmigkeiten entdecken, bis auf die ungünstige Form des Hufes.
    Nach 40 Minuten konnte sich Acerado wieder sehen lassen. Imposant trabte Lina den Hengst vor und er zeigte keine weiteren Fehler. Er rollte sehr gut ab und ließ sich dabei im ganzen Körper locker. Die Zehen hatte ich an die Eisen angepassten und die Trachten minimal gekürzt, da sie nicht plan zum Boden waren. Bevor sie ihn zurück auf die Weide brachte, hatte Lina bereits Briair eine interessante Schimmelstute in die Gasse gestellt. Die Eisen hatte ich bereits von den Hufen entfernt und begann zu raspeln, als die Mitarbeiterin wieder kehrte und mir die Stute auf dem festen Boden vorführen konnte. Ungewohnt hob sie die Beine weit weg vom Boden und tippelte neben ihr her. Generell lief sie aber richtig. Auch für sie konnte ich die Standardeisen verwenden und suchte mal wieder nach diesen. Ich musste das Auto mal wieder aufräumen dachte ich und stolperte haarscharf über einen Eimer, den ich zur Seite schieben wollte.
    “Alles okay?”, rief Lina aus dem Stall.
    “Ja, noch mal gut gegangen”, scherzte ich und kam mit den Eisen wieder. Prüfend legte ich sie an die Hufe der Stute und markierte einige markante Stellen, die ich an dem Eisen ändern musste. Am Auto schlug die vier Eisen wieder zurecht, schliff mit dem Nassschleifer mehrere Stellen. Erneut legte ich die Eisen an die Hufe der Stute, eh ich sie fest machte. Zufrieden führte Lina sie noch einmal vor und brachte dann auch Briair zur Weide.
    Ein junger Mann kam mit zwei Stuten auf mich zu. Auf den ersten Blick wusste ich, dass das die besagten Isländer sein. Wortlos band er sie an, zeigt zuerst auf die Braune und lehnte sich an die Wand.
    „Ich bräuchte sie vorher erst mal vorgeführt, um die Bewegungsabläufe zu sehen und mögliche Fehler ausgleichen zu können”, erklärte ich ihm.
    “Die hat keine Fehler”, murmelte er, band sie ab und führte sie den Weg entlang. Dann drehte Max sie wieder um und trabte ein Stück. Offensichtlich trabte Snotra jedoch nicht, sondern es war Tölt. Ich guckte es mir noch einige Minuten an, eh ich sie zurück in den Stall kommen ließ und begann die alten Eisen zu entfernen. Natürlich zeigte die Stute Fehler im Gangbild, die aus X-Beinen bestanden und in keiner Weise angepasst wurden. Die Hufe waren normal geschnitten und die Eisen Standardgemäß genagelt. Kaum stand sie direkt auf dem Steinboden in der Stallgasse begann die Stute herumzuhampeln und fühlte sich offensichtlich nicht wohl auf dem Boden. Der Besitzer stellte sich an den Kopf von ihr und beruhigte sie. So konnte ich ungestört die Hufe korrigieren und im Anschluss die Eisen im Auto auswählen. Auf Wunsch des Kunden bekam sie an die Vorderhufe und Hinterhufe die gleichen Gewichtsklassen, da auf der Zuchtprüfung in einigen Wochen kein unterschiedlicher Beschlag zugelassen ist.
    “8ter in 1, richtig?”, fragte ich noch einmal nach aus dem Auto. Er stimmte zu und bewaffnet mit Stift sowie Eisen kam ich zurück zum Pferd, um die richtigen Maße zu nehmen. Die Stege waren zu lang und an den Trachten zu breit. Mit roher Gewalt schlug ich am Amboss mit dem Hammer auf die Vordereisen ein. Mehrmals prüfte ich die Form, bis sie endgültig passten. Snotra hatte sich mittlerweile an den Untergrund gewöhnt, dennoch wirkte sie erleichtert, als endlich wieder an ihren Hufen waren. Nach einem erneuten Vorführen stellte sich eine leichtere Verbesserung des Gangbildes heraus und im geschlossenen Stehen war auch die Stellung, um einige Millimeter besser.
    Bevor Nurja ausgeschnitten wurde, sollte Blávör noch die Eisen entfernt bekommen. Der Kunde erzählte mir, dass sie ständig die Eisen verlor und die Hufwände sehr brüchig wurden. Ich guckte mir im Schritt die kleine Katastrophe an, eh ich sie wieder anbinden ließ und direkt mit dem Entfernen begann. Ihre Hufen waren wirklich sehr trocken und rissig. Von den Hufnägeln aus durchzogen klitzekleine Risse die Hufwand. Behutsam entfernte ich die Nägel und Eisen. Im Vergleich zu ihrem Kameraden entspannte die Stute sich auf dem Untergrund und wirkte erleichtert, die Eisen los zu sein. Ich feilte die Hufen und kürzte sie mit dem Messer. Aus dem Auto habe ich bereits den Hufkleber geholt, um die Risse zu befestigen. Es musste verhindert werden, dass die Risse sich in den weißen Rand hochzogen. Nach 20 Minuten waren wir fertig und Max brachte seine beiden Stuten zurück auf die Weide.
    Lina wartete bereits mit Nurja, führte sie vor und befestigte die Stute für mich. Freundlich begrüßte ich sie und betrachtete die Hufe. Wirklich gut gepflegt waren sie, benötigten nur eine Nacharbeitung. Zuerst schnitt ich den Strahl aus und die Hufwand. Die Trachten waren an den Hinterhufen deutlich zu lang, sodass ich ein paar Zentimeter entfernte. Am Ende schnitt die Hufe eben zum Boden. Dann führte die Kleine Nurja erneut vor. “Sehr gut, sie ist fertig”, rief ich ihr zu. Sie nickte und verabschiedete sich. Max kehrte bereits zurück. Eh er sich verabschieden konnte, rechnete ich noch ab. Die Rechnung steckte er unsanft in seine Tasche und ging. Nicht gesprächig der Kerl, um so freundlicher war der Kontakt zu Lina, die mir sogleich das Geld gab, als sie zurückkehrte.

    Trainingsberichte (4) //
    Gangreiten E zu A | 16. November 2018
    “Seid ihr soweit”, fragt Bruce, der Blaer am Zügel hält. Wir nickten und folgen ihm. Heute machen wir ein Gruppentraining auf der Ovalbahn. Max mit Blávör, Tyrell mit Glanni und ich mit Trú. Zuerst gurten wir nach und wärmen jeder allein die Pferde auf. Die Herausforderung ist, dass niemand den Anderen beim Reiten stört. Das ist der eigentliche Grund heute, zu dem möchte auch Tyrell sich etwas mehr mit dem Isländern befassen, da es immer mehr werden und wir gar nicht schaffen, alle regelmäßig zu beschäftigen.
    “Wie bereits gesprochen, einige von euch sitzen auf Isländern, die noch nicht richtig an den Tölt geführt wurden. Deshalb teilen wir uns in zwei Teams und machen einen kleinen Wettbewerb draus. Die Pferde sollten so schnell wie möglich Taktklar tölten, aber gleichzeitig nicht überfordert sein oder zu etwas gezwungen werden. Und vergesst nicht, jeder von uns hat zwei Pferde. Nun, viel Erfolg!”, erklärt Bruce noch einmal und wir finden uns zusammen. Ich arbeite mit Max und Bruce mit Tyrell. Wie auch sonst. Allerdings haben wir das Glück, dass Trú und Blávör und auch Snotra schon Tölt kennen, somit müssen wir nicht soviel vorarbeiten. Aber auch Bruce und Tyrell haben Glück mit Blaer und Glanni.
    Das heutige Training ist für beide Teams sehr erfolgreich. Der erste Ritt war kein Problem, doch mit Trú hatte ich schon ziemlich viel zu tun, da sie sich noch etwas schwer macht den Takt zuhalten und deshalb schneller wird. Maekja hingegen hat schon gute Ansätze gezeigt, obwohl sie die Einzige im Team ist, die nicht tölten kann bisher. Tyrell hat schon gute Ansätze mit Glanni gehabt aber mehr Probleme mit Eimyja gehabt, die erst seit einem halben Jahr unter dem Sattel ist. Bruce zeigte sich mit Skrý gar nicht so schlecht. Der große Hengst ist ziemlich motiviert und zeigte sich sehr schön unter dem Sattel.
    Die nächsten Tage arbeiten Max und ich mit Snotra, Blávör, Maekja und Trú vom Boden aus, um das Vertrauen noch etwas zu festigen und gehen am Abend mit den beiden schwierigeren Pferden (Snotra und Maekja) eine kleine Runde in den Wald.
    Bruce und Tyrell hingegen üben mehr auf der Ovalbahn und setzen viel auf das regelmäßige kurze Intensive Training mit Blaer, Glanni, Eimy und Skrý. Doch besonders Blaer scheint schon nach den paar Tagen überfordert zu sein. Also wir werden sehen wer besser durch kommt.
    Heute sind schon 10 Tage vorbei, seitdem wir angefangen haben mit den Pferden, deshalb haben wir entschieden die Pferde zu tauschen.Max arbeitet mit Maekja auf der Bahn und ich bin mit Snotra dort. Gegenseitig geben wir uns Tipps und versuchen unsere Techniken zu erweitern. Die beiden Pferde sind sehr unterschiedlich was sich auch im Training zeigt. Maekja reagiert besser und schneller, wenn man intensiv dran bleibt. Snotra hingegen braucht viele Ruhephasen und eine Art Abstand um mehr Potential zu zeigen. Auch wenn Trú sich anfang unter mir schwierig gezeigt hat, kommt Max mit ihr deutlich besser klar. Für mich sind die ständigen Diskussionen ein Problem und meine Konzentration schwindet. Da Blávör eine ganz tolle gehorsame Stute ist, muss ich nicht viel machen. Schon auf die kleinen Hilfen reagiert sie. Heute können die beiden “Neu” Tölter schon mehr als eine Runde den Tölt taktklar halten. Morgen haben alle Vier eine Pause, da wir auch für die Uni noch lernen müssen.
    Blaer hat heute Pause, da er nicht von der Weide wollte, als er Bruce sah. Deshalb gibt er Tyrell unterricht auf Eimy, die auch schon wunderbar töltet. Die junge Stute ist sehr motiviert und möchte dem Reiter gefallen. Zu dem scheint Tyrell auch die richtige Hand für sie zu haben.
    Die Tage verlaufen sogut wie immer gleich, nach der Schule arbeiten Max und ich mit den Pferden und immer mehr Talent zeigt sich in beiden. Bruce und Tyrell hingegen zeigen sich immer mehr Probleme. Blaer weigert sich die Ovalbahn zu betreten, Glanni ist lahm, Skrýmir beisst um sich nur Eimyja arbeit noch freundlich mit. Also versuchen sie mit denen Drei zu arbeiten, damit es besser wird, allerdings würde ihnen eine Pause gut tun.

    Prüfung. Aufgeregt stehen wir zu viert auf der Ovalbahn. Torsten kontrolliert heute wie weit die Pferde sind und ob sie in die nächste Leistungsklasse können. Es ist einfache Viergangprüfung auf der schlechten Hand. Bruce und Blaer sind heute besser drauf. Der junge Hengst zeigt eine keine starke Vorderhandbewegung, doch sein Takt ist umso besser. Tyrell mit Glanni sind mit auch viel Takt ausgestattet, aber auch eine sehr gute Vorderhand. Blávör ist motiviert und fröhlich wie immer. Von beiden ist was da, Bewegung und Takt. Die Stute läuft wie eine Nähmaschiene. Und dann noch ich mit Trú, die etwas holprig Unterwegs ist, aber das beste gibt.
    In der zweiten Runde sind Skrýmir, Snotra, Maekja und Eimyja dabei. Auch die Vier sind gut vorbereitet, auch wenn wir die Beiden von mir und Max besser drauf sind.

    “Super gemacht”, lobt Torsten uns.
    “Aber ich muss sagen, da ich auch den Verlauf beobachtet habe, dass Max und Vriska bessere Arbeit geleistet haben. Die vier Pferde sind motivierter und wirken somit viel befreiter als die anderen. Also Jungs, schneidet euch eine Scheibe von den beiden ab.”, fügt er hinzu und geht.

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    Gangreiten A zu L | 23. Dezember 2019
    Bruce
    “In ungefähr 20 Minuten werde ich am Hof sein”, ruft mit Alicia an, die auf dem Weg zu uns ist um Táta zum Beritt zu bringen. In letzter Zeit lief es leider eher schlecht als recht und deswegen soll mal jemand anderes drüber gucken. Ich habe da auch schon eine Idee, bevor sie wieder nach Hause fährt, bekommt sie eine Stunde auf Snúra.
    “Danke, dass du uns hilfst. Irgendwie läuft es nicht mehr so gut mit uns beiden. Táta bockt herum und ihr Tölt ist sehr trabig geworden, obwohl sie ein Naturtölter ist. Das wundert mich.”, bedankt sich Alicia schon im Voraus.
    “Das wird schon.”, antworte ich. Zusammen bringen wir ihre Stute auf den Paddock und räumen die Sachen in den Stall. Für Berittpferde haben wir einen kleinen eigenen Stall eingerichtet, um mögliche Gefahren aus dem Weg zu gehen.
    “Also ich dachte mir, bevor du gehst, gebe ich dir noch eine Reitstunde auf Snúra. Sie kann auch ziemlich speziell sein.”, schlage ich Alicia vor.
    “Oh, sehr gern. Reitsachen habe ich ja eh schon an, aber einen Helm habe ich nicht bei”, antwortet sie.
    “Das ist kein Problem, wir haben einige hier. Komm mit”, sage ich ihr und wir gehen gemeinsam in den Aufenthaltsraum. Sie sucht sich einen aus der passt und gemeinsam gehen wir Snúra holen, die bei den anderen Stuten auf dem Paddock steht.
    Nach dem sie sauber und gesattelt ist, gehen wir zur Ovalbahn, die vor ein paar Tagen neuen Belag bekommen hat. Ich war noch nicht drauf seit dem es wieder schön auf der Bahn ist.
    “Also kurz noch was zu Snúra. Am Anfang testet sie gern und kann auch etwas gemein sein, aber wenn du dich durchsetzt, funktioniert es wunderbar.”, erkläre ich Alicia. Sie nickt und die Stunde beginnt. Am Anfang muss natürlich Snúra erst mal aufwärmen. Dafür beginnt es wie immer mit einigen Runden Schritt und einfache Lektionen zum Biegen und Stellen.
    “Bei Snúra ist es wichtig, dass du dich richtig tief in den Sattel setzt. Den Schwerpunkt eher zu weit hinten als zu weit vorn. Sonst fällt sie dir aus dem Gleichgewicht und wird zu schnell”, rufe ich Alicia zu, die es sich schwer macht Snúra zu bremsen. Nach meinem Tipp wird es dann schon deutlich besser.
    “Bevor wir tölten, ist es für sie besser, erst mal ruhig zu traben. Danach ist sie entspannter und der Druck ist weg.” Alicia trabt Snúra an, erst nur auf Zirkel und später auch auf der ganzen Bahn.
    Nach dem Unterricht reflektieren wir das geschehene, am Anfang hat sich Alicia noch schwer getan, dann wurde es besser. Als sie dann lockerer wurde, war auch die Stute nicht mehr verkrampft. Der Tölt hat gut geklappt und dann haben wir aufgehört.
    Táta lasse ich für heute noch in Ruhe und Alicia hat sich auch auf den Heimweg gemacht.
    Jetzt stehen noch Blávör und Snotra auf dem Plan. Deswegen warten schon Vriska und Max auf mich. Ich musste gerade noch etwas essen. Die beiden Stuten sind auch schon gesattelt und wir gehen ebenfalls auf die Ovalbahn. Nach dem Warmreiten arbeiten wir zunächst am Trab. Die Stuten tuen sich als Naturtölter schwer und genau deswegen müssen wir das Problem lösen. Auch, wenn die aktuellen Turniere okay sind, müssen die Stuten besser und taktvoller werden.

    Der nächste Tag bricht an und das ziemlich früh. Genervt, durch eindeutig zu wenig Schlaf, gucke ich zu meinem Wecker, der sicher schon alle geweckt hat. Es ist 6:30 Uhr, weil ich heute Stalldienst habe. Zum Glück fahre ich den Trecker.
    Geschafft. Die Pferde können nun wieder sauber auf den Paddocks stehen. Zusätzlich haben Wasserablauffurchen am Rand gezogen, damit das Wasser ablaufen kann. Vor einigen Wochen hat es geschneit, doch die Temperaturen sind wieder gestiegen und alles ist nass. Dann kommt noch dazu, dass es wieder sehr kalt werden soll und dann alles gefriert. Das würde nicht gut Enden. Kurz muss ich an die ganze Klimadebatte gedenken, doch bin schnell wieder woanders, gedanklich. Balditáta ist nämlich an der Reihe. Sie ist aus der Zucht von Eva, damals, und wir haben ihre übrig gebliebenen Pferde übernommen, als Beispiel Hnakki. Den wir allerdings demnächst verkaufen werden, doch auch mit dem Gedanken bin vom Thema abgestiegen. Neugierig begrüßt mich die Rappstute, die offenbar schon sehnlich auf mich gewartet hat. Ich lege ihr das Halfter an und wir gehen in die Stallgasse, um sie vom Schmutz zu befreien. Bevor ich am Tölt arbeite, wo offenbar aktuell ihre Schwäche liegt, möchte ich natürlich herausfinden, wieso ein Naturtölter Probleme in seiner Lieblingsgangart hat. Dafür gehen wir in die Reithalle. Ich lege ihr ihren Sattel auf und merke jetzt schon ein kleinen Fehler. Der Schwerpunkt von diesem liegt nicht so, dass es wirklich förderlich für Táta ist. Trotzdem werde ich diesen heute mal verwenden und morgen meinen, um zuschauen, ob es einen Unterschied gibt.
    Im Schritt läuft sie hektisch nach vorn und fällt wie zu sehr auf die Hinterhand. Mit etwas mehr Zügel und einer stärkeren Verlagerung nach hinten, biete ich ihr an, mehr die Hinterhand zu aktivieren. Schon nach einigen Runden tritt eine deutliche Verbesserung ein. Auch mit ihr mache ich Biegungsarbeit und besonders Rückwärtsrichten. Die Stute scheint probleme mit der Durchlässigkeit zu haben und möchte dem Zügel entfliehen. Also werde ich morgen auch mal ein anderes Gebiss ausprobieren. Aus der eigenen Produktion haben wir die neue anatomisch geformte Gebisse da, die besonders geeignet für sensible Pferde sind, weil sie durch das Titanium eine konstante Verbindung zwischen Reiterhand und Maul des Pferdes aufbauen. Um es Táta einfacher zu machen, hänge ich meine Zügel im Ring des Reithalfters ein. Der Druck vom Gebiss wird somit verteilt und ist auch konstanter weich. Auch hier zeigt sich eine deutliche Verbesserung. Unter diesen Umständen arbeite ich ich mit der Stute in der Halle die meiste Zeit im Schritt und Galopp, weder der Trab noch der Tölt sind ein Problem. Alle ihre kleinen Haken liegen im generellen und nicht am Tölt an sich. Nur dort zeigt es sich am deutlichsten, dass sie zu gestresst ist und deswegen kein Gleichgewicht hat. Natürlich habe ich mir auch den Tölt angeschaut und er zeigt deutlich das, was ich vorher festgestellt habe und was Alicia mit erzählt hat. Die ersten Schritt sind taktklar und rein, nach wenigen Metern scheint es, als würde sie nach vorn kippen und trabig werden, deswegen bevorzugt sie momentan den Trab.
    Zum Ende wartet eine Kraftfutter Schüssel auf die, die wir ebenfalls selbst Produzieren auf unseren Feldern. Es ist also eine heimische Mischung unter guten Umständen.
    Snúra hat heute Pause, deswegen wartet nun wieder Max auf mich. Wir wollen heute nur mit Blávör arbeiten, da Snotra gestern deutlich besser drauf war. Momentan macht er mit ihr viele Distanzritte auf Zeit und durfte schon mehrfach das Treppchen betreten. Blá scheint auch motiviert dafür zu sein, aber bei ihr zeigen sich keine deutlichen Verbesserungen. Auch wir gehen gleich in die Reithalle, um den Augenmerk mehr auf den Trab zu legen. Dort sind die Bedingungen besser und etwas Dressur wird ihr nicht schaden. Im Training mit anderen Pferden ist es mir immer wichtig, den Reiter und das Pferd zu betrachten, weil das Pferd weiß meistens wie es seine Beine zu bewegen hat. Nur dem Reiter fehlt es an der Interpretation, was das Pferd vorhat. Deswegen, wenn die Möglichkeit da ist, baue ich in den Beritt viele Reitunterrichtseinheiten ein, da das Paar miteinander auskommen muss und ich nicht ich mit dem Pferd.
    Für Blávör stellt sich heraus, dass der Trab schöner und einfacher für sie ist in der Biegung, weswegen wir heute mehr Seitengänge zusammen erarbeiten, weil Max da seine Probleme hat und nicht so recht weiß, wie er das anstellen soll. Mithilfe meiner Anweisungen und Tipps gelingt es ihm eine Bahnlänge mit Schenkelweichen zu reiten und ich bin sehr zufrieden mit den Beiden.
    Den restlichen Tag konzentriere ich mich auf meine Pferde, die für die Turniere und Zuchtprüfungen auf den Plan stehen.

    Die nächsten zwei Wochen verfliegen wie im Fluge. Mit Táta habe ich angefangen mit meinem Sattel und einen anderen Gebiss zu arbeiten, wodurch ihr schon sehr geholfen ist. Der Takt im Tölt ist besser geworden und durch viel Schrittarbeit, aber auch Galopp fällt es ihr immer leichter auf die Hinterhand zu fallen. Auch mit Alicia habe ich bereits telefoniert und ihr von den Verbesserung erzählt. Sie freut sich, dass die Probleme in so kurzer Zeit schon besser geworden sind.
    Mit Snotra haben wir auch einige Übungen gemacht, um den Trab zu fördern aber bei ihr ist das wichtigste den Trab zu reiten, reiten und noch mehr zu reiten. Natürlich achten wir auch darauf, dass der Tölt konstant bleibt, um nicht die nächste Schwachstelle entstehen zu lassen.
    Blávör zeigt sehr viel Interesse und Spaß an der Arbeit in der Dressur und zusammen mit ihrem Besitzer haben wir geübt, das zu fördern. Auch ich habe nun schon einige male allein mit der Stute gearbeitet. Je mehr wir am Schenkel arbeiten, umso mehr bietet sie eine guten Trab an. Auch ihre natürliche Schiefe können wir mit Seitengängen ausgleichen. Zusammen mit Snotra ist Max auf das nächste Distanzturnier gefahren.
    Und Snúra, mit ihr arbeite ich gerade am Rennpass. Ihr Tölt ist taktklar und sehr natürlich von der Bewegungsfreiheit der Vorderhand. Auch der Trab ist wunderbar. Also können wir nun den Pass erarbeiten, um auf dem Turnier eine Fünfgang oder Speedpass zu reiten, da sie sehr viel Tempo mitbringt.

    Alicia kommt heute ihr Pferd abholen, es schon nun 5 Wochen vergangen in denen ich konstant mit Balditáta gearbeitet habe und zumindest mit mir als Reiter bietet sie wieder einen Taktklaren Tölt an und auch ihr Stress ist so gut wie weg.
    “Bevor wir auf die Bahn gehen, wollte ich noch fragen, was ich mit dem Sattel nun tue. Den habe ich schließlich auch für meinen anderen Isländern.”, fragt Alicia.
    “Am einfachsten wäre es, dass du einen Sattler holst und mal gucken lässt, ob bei den anderen wirklich dieser Sattel passt. Du kannst dann ja noch mal anrufen. Ich habe noch einige diese Sättel hier und dann können wir über das finanzielle Sprechen.”, sage ich und lache kurz. Klar, ich kann auch nicht alles Verschenken, aber ich versuche so viel zusammen abzukassieren, wie möglich, damit die Kunden sich nicht so ausgeraubt fühlen.
    “Bei dem Gebiss dachte ich mir, dass ich dir das mit gebe”, füge ich hinzu. Alicia freut sich und macht ihr Pony fertig.
    Auf der Ovalbahn erzähle ich ihr, wie ich am Anfang mit der Stute gearbeitet habe.
    “Nicht so an dem Zügel klammern. Táta kann sich selbst halten. Mit dem Gebiss hast du mehr Gefühl in der Hand, weil die Ringe größer sind und die anatomische Form im Maul fördert es die Aktivität im Maul.”, erkläre ich ihr und sie lässt ihr mehr Freiraum. Sie schnaubt zufrieden ab. Bevor wir mit dem Tölt anfangen, muss sie sich mit Balditáta gut darauf vorbereiten. Selbst, wenn sie viel davon anbietet, muss die Stute vorbereitet werden. Da sie schnell auf die Vorderhand gibt und noch nicht genug Muskulatur aufgebaut hat. Dafür war die Zeit zu kurz. Also muss Alicia auch alleine daran weiter arbeiten.
    Zufrieden bringen wir sie zum Stall und bevor es in den Hänger geht, darf sie noch auf dem Paddock entspannen. Mit Alicia unterhalte ich mich noch ein wenig im Aufenthaltsraum. Dann räumen wir gemeinsam das Zeug in den Hänger und das Auto.

    Táta ist nun wieder auf dem Heimweg und schnappe mir Snúra, die offenbar schon geduldig auf mich gewartet hat. Ich sattle sie und wir gehen auf die Ovalbahn. Das Wetter fängt zwar an umzuschlagen, aber ich versuche es trotzdem erst mal. Unter der Bahn haben wir Warmwasserleitungen verlegen lassen, wie in Island, eine Art Fußbodenheizung, um auch bei kalten Temperaturen eine freie Bahn zu haben, im wahrsten Sinne des Wortes.
    Wie gewohnt reite ich die Stute warm und achte darauf, dass ich sie nicht zu stark belaste, um noch genügend Power für den Rennpass zu haben. Für Snúra ist einfacher aus dem Tölt in den Pass zu wechseln. Ihr Galopp hat zu viel Power und ist teilweise etwas unkontrolliert.
    Nach der Einheit bin sehr zufrieden und werde auf dem nächsten Turnier die erste Fünfgang mit ihr reiten.

    © Mohikanerin | 12062 Zeichen

    Dressur E zu A | 29. April 2020
    Ein Teil unserer Ausbildung zum Trainer ist Unterricht, deswegen hat Tyrell entschieden, dass Max und ich uns gegenseitig heute unterrichten sollen. Den Anfang macht Max mit Snotra, danach komme ich mit seiner Blá. Als wir mit unseren Stalldienst fertig sind, geht es los. Derzeit sind wir dabei die Stute mehr in der Dressur zu Schulen mit dem Schwerpunkt in der klassischen Dressur. Da wir schon ziemlich weit gekommen sind, möchte Tyrell auch prüfen ob die beiden Stuten bereit sind für die Anfängerklasse auf dem Working Equestrian Turnier.

    Snotra und Max sind soweit und ich mache heute den Unterricht. Etwas aufgeregt bin ich schon, aber natürlich versuche ich mir nichts anmerken zu lassen. “Auch jetzt schon beim Aufwärmen musst du aufpassen, dass Snoti nicht zu schnell wird. Wie du ja weißt fehlt es ihr immer noch an der Balance und durch Geschwindigkeit dem zu entgehen, macht das Problem nicht besser. Viele Volten und Zirkel unterstützen sie dabei und hilft dir auch, sie abzubremsen”, beginne ich meinen Unterricht. Wie er ist nickt er mir schelmisch zu aber setzt das gesagt um. Auch Tyrell weiß, dass es immer etwas schwieriger ist auf jemanden ernsthaft zu hören, wenn man befreundet ist. Doch das müssen wir lernen. “Guck, sie wird schon viel lockerer und nimmt auch eine schöne Haltung an, obwohl dein Zügelkontakt schwach ist.”, erzähle ich ihm. Erst seit einigen Wochen reiten wir die Stuten am Semi Kappzaum, doch besonders Snotra fühlt sich wohler mit dieser Zäumung. “Ich denke sie ist nun soweit für den Tölt. Bleib erst mal auf dem Zirkel bei A. Versuche immer wieder Übergänge mit einzubauen, damit sie nicht auf blöde Ideen kommt. Auch soll sie kapieren, dass du der Chef bist.”, rufe ich ihm zu. In Snotis Blick sieht man direkt die Freude endlich schneller zu dürfen. Doch den langsamen bis Arbeitstempo Tölt ist auch nicht so ihr Ding. Alles was schnell ist, macht ihr Spaß. Arbeiten ist nicht so ihr Ding, aber ich verstehe sie auch. Max muss sich ganz schön anstrengend um einerseits mit ihr den Takt zu halten, aber auch die Geschwindigkeit. Jeden Moment versucht die Stute zu nutzen um schneller zu werden und sich dem Willen des Reiters zu entziehen, aber nie böse. Ich denke, dass es ihr einfach Spaß macht Menschen zu ärgern. “Versuch mal deine Beine etwas ruhiger zu halten. Jedes mal wenn es Snotra besser wird, dann wirst du unachtsam und vergisst deine Beine.”, versuche ich ihn zu verbessern. Er nickt und macht weiter mit den Übergängen. Zum Ende hin machen wir noch etwas Galopp, auch der Trab um Tyrell zu zeigen, das Snotra so weit ist. “So ihr beiden, fürs erste war es gut. Jetzt noch Vriska mit Blávör und dann reden wir über eure Stärken und Schwächen”, sagt Tyrell und geht erst mal. Max reitet die Stute noch ab und wir gehen zum Stall. Während er Snotra für den Paddock fertig macht, bereite ich Blá fertig für die Stute. Mit der Stute habe ich nun schon öfter gearbeitet und es macht echt Spaß. Meine drei eigenen Pferde sind noch nicht reitbar und bei Ruvik denke ich auch, dass sie da nie jemand drauf setzen wird.

    “So nun quäle ich dich”, beginnt Max sein Unterricht. Natürlich wissen wir alle wie er das meint, aber trotzdem drehe ich genervt die Augen. “Achte darauf, dass sie nicht so stark auf die Vorderhand fällt und deswegen die Hinterhand schleifen lässt. Außerdem soll sie ordentlich Schritt gehen und nicht so tippeln”, sagt er direkt zu mir, als ich noch dabei bin mich zu sammeln und Blávör zusammen zu stellen. Ich nicke und versuche deutlicher zu machen, dass ich die Stute unter Kontrolle habe. Max versucht mich mit komischen Sprüchen zu Motivieren, aber ich überhöre es einfach. Es ist schon beinah eine Belastung, wenn ich mit unnötigen Sachen vollgequatscht werde. Deswegen konzentriere ich mich mehr auf Blávör, die immer besser und aktiver vorwärts geht. Immer wieder lobe ich sie.

    „Sehr gut ihr beiden. Heute fangen wir ausnahmsweise mal mit dem Trab an. Blávör sollte sich daran gewöhnen, dass es nicht immer mit dem Tölt los geht. Sie soll sich lockern“, versucht er mir zu erklären. Aber ich finde es etwas fragwürdig da Blávör ziemliche Schwierigkeiten bei ihrer Selbsthaltung hat. Doch ich versuche das beste daraus zu machen. Ich lehne mich leicht nach vorn und gebe der Stute deutlich mehr Zügel. Sofort streckt sie sich nach Vorne und macht sich länger. Entspannt schnaubt sie ab und mit etwas Druck trabt sie wundervoll los, wenn auch mit einen kleinen Sprung, doch den macht sie in jedem Übergang. „So nun setz sich mehr in den Sattel und nimm den Zügel deutlich mehr auf“, sagt Max. Ich verstehe das nicht, es ist seine Stute, da sollte er doch Wissen, dass es so für sie einfacher ist. Doch in dem Moment greift Tyrell schon ein:

    „Max, deine Stute ist noch im Trabtraining, da kann Vriska nicht plötzlich etwas vom Pferd verlangen, was sie nicht kennt. Der nächste Schritt wäre, dass sie den Sitz verändert, erst dann den Zügel.“ Eine kleine Diskussion unter den Männern bricht aus. In der Zeit pariere ich Blávör durch und mache erste Übungen zum Einhändigen Reiten, worauf sie immer besser reagiert.

    © Mohikanerin (Vriska) | 5098 Zeichen

    Dressurtraining // Dressur A zu L | 14. März 2021
    Das diese Trainingsfahrt dermaßen eskalieren würde, das hätte keiner vermutet. Meine Karriere als Berufsreiter und Trainer der Nationalmannschaft in der Dressur und Springen hatte ich mir so nicht vorgestellt. Hier in Kanada mutierte ich zum Kindergärtner und versuchte alle Schäfchen im Stall zu halten, was mir offensichtlicher eher schlecht als Recht gelang. Der Tag startete entspannter. Kristine hatte sich rechtzeitig aus meinem Zimmer verkrümelt und im Saal zum Frühstück saßen bereits alle.
    “Godmorgon, an der Tür habe ich euch die Liste gehängt, wer in welcher Gruppe reiten wird. Bitte seid pünktlich. Pro Gruppe sind ungefähr 45 Minuten bis 60 Minuten eingeplant. Als Erstes machen sich Ju, Milena, Mika und Ambrose bereits. Danach Niklas, Samu und Max. In der letzten Gruppe sind dann Hannes, Darya, Lina und Vriska. Ich freue mich auf euch alle und wünsche euch bekömmliches Frühstück”, sagte ich zu den Halbstarken und nahm mir ebenfalls etwas. Im Anschluss entschied ich noch Zähne putzen zu gehen und mich dann langsam auf dem Weg zur großen Reithalle zu machen. Heute wäre ich lieber auf den Platz gegangen, doch die Pfützen vom Unwetter waren überall verteilt und das, obwohl es wieder sonnig war und Temperaturen um die 30 °C erwartet wurden.
    Entgegen meiner Erwartung ritt die erste Gruppe bereits die Pferde im Schritt am langen Zügel warm. “Milena, soweit mir bekannt können Isländer auch vorwärtslaufen, ohne das Gewicht auf die Vorderhand zu verlagern”, scherzte ich. Snúra trampelte unmotiviert immer auf der ganzen Bahn herum, während Ju mit Amnesia bereits Volten und Zirkel ritt. Mika, der auf Caja saß, schien noch damit beschäftigt zu sein, die Steigbügellänge richtig einzustellen und arbeitete zum Warm werden mit einer Stute vom Boden aus. Dann warf ich einen Blick zu Ambrose. “Denkst du nicht, dass dein Sitz auch beim Warmreiten dein Pferd unterstützen sollte? Du bist doch kein nasser Sack”, bemängelte ich seinen Sitz und er setzte sich ordentlich auf sein Pferd.
    Alle waren mittlerweile im Trab, dabei fiel mir auf, dass Amnesia immer die Handbremse zog, wenn ihr Reiter aussitzen wollte. Dabei machte sie sich steif, legte sich auf den Zügel und fiel auf die Vorderhand. “Ju versuch Amy mal im Schritt mehr am Schenkel zu arbeiten. Sie ist noch jung und versteht nicht. was du von ihr willst. Bleib mal auf der Volte und trabe dort in der Biegung an, während du sitzen bleibst”, rief ich ihm zu. An der kurzen Seite bremste er seine Stute zurück in Schritt. Mit leichtem Druck am Bein schob er sein Pferd weichend am Schenkel vorwärts. Auch Ambrose arbeitete mit seiner Mausfalbstute noch am Schenkel. Dazu richtete er sie mehrfach Rückwärts und trabte sie direkt an, um den Schwung aus der Hinterhand zu verbessern.
    “Mika, steig doch mal auf”, sagte ich zu ihm, da er noch immer neben seinem Pferd herlief und sie arbeitete die einige Seitengänge, die heute gar nicht gefragt sind. Für heute wollen wir noch mal die A-Dressur durcharbeiten. Die Grundbausteine müssen bei allen im Verein sitzen. Milena arbeitete mit Snúra bereits einige Lektionen der Dressur ab, so verkleinerte und vergrößerte sie das Viereck im Schritt und Trab. Ihre Stute reagiert sensibel auf den Schenkel und ließ sich mit wenig Hilfen sehr gut stellen. Auch auf dem Zirkel konnte der Isländer mit Takt und Schwung galoppieren.
    “Ambrose, bitte reite eine Kehrtwendung auf der Vorderhand”, befahl ich ihm. Er ritt Oline auf den zweiten Hufschlag und stellte sie geschlossen hin. Dabei stellte Ambrose nach rechts, damit sich die Hinterhand nach links bewegt. Dafür legte er seinen äußeren Schenkel verwahrend an das Pferd, der Innere trieb verstärkt. Den inneren Zügel verkürzte er etwas und begrenzte mit dem anderen, damit seine Stute mit der Schulter nicht ausbricht. Langsam, aber korrekt kreuzte das innere Hinterbein vor das äußere bei jedem Schritt und die Vorderhand trat auf der Stelle. Lösend schnaubte Online ab. Ich lobte beide und wendete mich zu Mika, der endlich auf seinem Pferd saß. Im Vergleich zu den anderen Dreien war seine Stute bereits sehr gut warm und er konnte mit dem Galopp beginnen. So ließ ich ihn Caja auf dem Zirkel angaloppieren. Zunächst sollte Mika mehrere einfache Galoppwechsel machen und an der langen Seite überstreichen. Dabei traten keine Probleme auf.
    “Milena, ich weiß, dass es dir schwerfällt, aber setze dich tiefer in den Sattel, um auszusitzen. Dann reitest du bitte eine einfache Schlangenlinie und bei Erreichen der nächsten langen Seite lässt du dir die Zügel aus der Hand kauen. Dann nimmst du die Zügel vorsichtig wieder auf, gehst auf den Zirkel und galoppierst an.”, sagte ich ihr. Snúra wurde entspannter, nach dem sie mehr Zügel bekam und der Galopp schien ihr beim Lockern zu helfen. Auch den einfachen Galoppwechsel sprang sie richtig.
    Ju mit seiner Stute ließ ich ebenfalls eine Vorderhandwendung machen, daraus sollte seine Stute rückwärtsrichten und direkt antraben. Die Abfolge mehrere Lektionen half Amy dabei losgelassener zu werden und besser auf ihren Reiter zu konzentrieren. So schafften es alle am Ende der Reitstunde die Bahnfiguren und Lektionen der A Dressur abzurufen. Auch die Rahmenerweiterungen in das mittlere Tempo stellte kein Problem für die Reiter und ihre Pferde dar. Eh die nächsten kommen würde, setzte ich mich kurz an die frische Luft und trank etwas. Mein Mund war vom ganzen Reden schon trocken geworden und ich bräuchte mehr Augen, um alle so zu fördern, wie sie es brauchten. Doch am nächsten Tag wird es ein Einzeltraining für alle geben, überlegte ich dann. Dann kam schon die nächsten.
    Im Schritt ritt Niklas mit Smoothie in die Halle, auch Samu mit Acerado und gefolgt von Max mit der Isländer Stute Snotra.
    “Ich hoffe ihr seid bereit. Es steht Dressur L auf dem Plan”, versuchte ich die Jungs zu motivieren, die ohne Freunde im Gesicht auf den Pferden saßen. “Na dann beginnen wir mal mit dem Aufwärmen”, sagte ich zu den Jungs und sie setzten ihre Pferde in Bewegung.
    “Lass deinen Hengst nicht so wegrennen“, rief ich Samu zu. Sein Brauner war schon beim Stehen rumgehampelt und scheinbar geht es ihm hier zu langsam. Von Samu versuch ihn auszubremsen schien der Hengst nicht viel zu halten, denn nun begann er mit dem Kopf zuschlagen. “Gibt ihm mehr Zügel und setz dich mehr hin”, korrigierte ich ihn und schon ging Acerado ein wenig ruhiger.
    Bei Smoothie beobachtete ich, dass sie immer wieder mit ihrem Sprunggelenk wegbrach. Das Problem hatte die Stute einige Wochen schon, aber mir wurde berichtet, dass eine Osteopathin es sich näher angucken wird noch am selben Tag. Was mir noch auf fiel war, dass Niklas seine Hänge im Trab nicht ruhig halten konnte. Mit einigen Tipps sah es nach einigen Minuten bereits besser aus. Gemeinsam entschieden wir, dass seine Stute heute mehr im Schritt gearbeitet werden sollte. Da die L-Dressur für die Beiden kein Problem mehr darstellen sollte. Smoothie kann bereits alle Gangarten versammelt laufen und auch alle Übergänge.
    Snotra unter Max hingegen hatte große Schwierigkeiten bei der Versammlung im Trab, da sie in den Tölt ging, um die Balance zu halten. So machten sie zusammen einige Wendungen auf der Vorderhand und Hinterhand, um die Muskeln durch die einseitig wirkende Hilfe besser zu entspannen. Die Stute reagierte gut auf den Schenkel und konzentrierte sich genau darauf, was sie tun sollte. Snotra läuft zu viel auf der Vorhand und nimmt zu wenig Last auf. Im Galopp hingegen fiel es ihr leichter, weswegen die beiden nun darin erst mal weiterarbeiten sollen, eh wir im Verlauf dieser Trainingseinheit noch die Versammlung im Trab uns näher anschauen.
    Samu konnte mittlerweile mehr Ruhe in seinen Hengst einbringen und somit auch schon erste Versammlung im Trab und Galopp reiten, in Verbindung mit Handwechseln und kleineren Volten. Der Braune hörte ihm genau zu, um die Lektionen auf den Punkt genau zu laufen. Wenn auch nicht gefordert, ritt Niklas im Schritt mit Smoothie verschiedene Seitengänge und besonders schön sah die Traversale aus, an der sie zusammen monatelang arbeiteten.
    Zum Ende der Einheit ist Niklas mit Smoothie noch einige Runden locker getrabt und das Knacken ihres Sprunggelenks trat ebenfalls nicht mehr auf, da das Gelenk sich mit Flüssigkeit gefüllt hatte. Für einige Hufschlagfiguren wie der Schlangenlinie mit vier Bögen oder Handwechsel auf der Ecke kehrt auf 8 Meter, war die Stute genug vorbereitet. Auch Max schaffte es noch seine Stute genügend im Trab zu versammeln durch viele Übergänge vom Schritt in den Trab, vom Trab in den Halt und immer weniger einige Galoppsprünge, damit die Energie etwas abgelassen wurde. Ace unter Samu fehlte es vorrangig an der Geduld, was sein Reiter von ihm wollte. So müssen die Beiden noch etwas mehr miteinander Arbeiten und keine Routine in die Einheiten einbringen. So wird sein Pferd ihm zuhören müssen und aufmerksam bleiben. In den Lektionen an sich gab es keine Probleme, nur die Versammlung müsste noch mehr erarbeitet werden, wenn Ace mehr auf seinen Reiter achtet.
    Die Dritte Gruppe ließ mir keine Verschnaufpause, sondern kam direkt in die Halle für das Dressur-A Training. Dominant war, dass Divine unter Lina den anderen Pferden einfach nur nachlief, ohne dabei auf seine Reiterin zu achten. So forderte ich sie auf, vom Pferd zusteigen, um zunächst den hübschen Hengst von der Hand aus aufzuwärmen. Hannes und Checkpoint machten ein gutes Bild, weswegen ich mich Darya auf Windrose widmen konnte. Sie hat ihre Stute noch nicht so lange, deswegen wollte sie mir mit gemeinsam die Lektionen mal abrufen. Vriska saß auf einer braunen Stute, die nicht zum Verein gehörte. Aber Kristine hatte mir bereits berichtet, dass Glymur wieder ein dickes Bein hatte und deswegen heute eine Pause brauchte. So saß sie auf einer Freiberger Stute, die grundsätzlich ein gutes Bild machte. Nurja reagierte auf den Schenkel, war weich im Genick und kaute aktiv auf dem Gebiss.
    Ich zeigte Lina, wie sie besser ihren Hengst vom Boden ausführen kann und die Gerte als Schenkelhilfe einsetzen konnte. Dieser schielte immer wieder etwas hektisch zu den anderen Pferden, wenn einer der anderen Reiter vorbeiritt. Doch mit einem leichten ziehen am äußeren Zügel, wandte Ivy sich schnell wieder zurück zu uns. Aufmerksam hörte er auf Lina, die mit ihm auch schon in Seitengängen arbeitete, was in meiner klassischen Ausbildung viel später es kommen würde. Der Hengst jedoch schien genau das zu benötigen, um überhaupt gerade laufen zu können und genug Takt zu entwickeln. Auch die Rahmenerweiterung konnte sich am Boden sehen lassen. Dann ließ ich die Beiden erst mal selbstständig weiter machen, um mich Hannes und seinem Hengst zu widmen. Er war bereits im Trab unterwegs und ritt einige Bahnfiguren. Der Rappe lief fleißig unter ihm und hörte auf die Hilfen, die ihm gegeben wurden. Dazu hatte er eine konstante Anlehnung und Hannes saß ruhig im Sattel. Seine Haltung der Zügel könnte jedoch noch verbessert werden. Man könnte meinen, dass Niklas und Hannes sich heute abgesprochen hätten. Es war deutlich sichtbar, dass sie Brüder waren, wenn auch von der Persönlichkeit komplett unterschiedlich. Ohne etwas zu ihm sagen zu müssen, ritt er Volten im Trab. Schlangenlinien und ließ sich die Zügel aus der Hand kauen. Im Galopp konnte er überstreichen und auch der fliegende Galoppwechsel war ein Kinderspiel für die Beiden.
    Vriska und Nurja machten ein schönes Bild zusammen. Besonders empfand ich sie auf einem Warmblüter auch deutlich eleganter als auf ihren Isländer. Vriska war körperlich genau richtig gebaut, um hohe Dressurklassen mitzureiten. Wer weiß, vielleicht schafft einer der Jungs sie davon zu überzeugen, das Fahrzeug zu wechseln.
    Am Ende setzte sich Lina doch noch auf ihren Hengst und ich lief immer wieder ein Stück mit, damit er sich an kein anderes Pferd hängen konnte. Je mehr sie mit Divine sprach, umso weniger klebte er.
    Auch Darya auf Windrose konnte den Rahmen ihres Pferdes erweitern und sogar einige fliegende Galoppwechsel reite. Mit einigen Wochen mehr intensiven Training, wird es beiden gelingen schon mit L-Lektionen zu beginnen.
    Hannes und Checkpoint waren auf einem ganz anderen Level unterwegs. Der Hengst lief aufmerksam vorwärts, stellte sich wunderbar im Genick und konnte alle geforderten Lektionen der A-Dressur bereits auf den Punkt genau laufen.
    Vriska und Nurja hatten heute das erste Training miteinander, doch sie konnte der Braunen ziemlich viel Sicherheit geben und so schon die ersten Lektionen der A reiten. Besonders der Galopp war noch ausbaufähig der Stute aber mit etwas Geduld, würde das etwas werden.

    © Mohikanerin (Anders Holm) | 12.581 Zeichen

    „Nun begrüßen wir Snotra von Max von Urff, vorgeführt von Vriska Isaac. Die Stute ist 2007 geboren und stammt aus einer großen Zucht in Deutschland“, ertönt es auf Schwedisch aus dem Lautsprecher. Ich führte Snotra im Schritt ein und hatte ihren Bauch die ganze Zeit im Kopf. Bisher war sie nur im zweiten Stutbuch, doch heute gab es die Möglichkeit sie im Zuchtbuch eins einzutragen. Obwohl sie ein Fohlen sich in trug, konnte Snotra es nur schaffen. Die Richter saßen mir gegenüber an der kurzen Seite und ich grüßte sie beim Erreichen von X. Es wurde sehr still in der Halle. Aus dem Stand trabe ich sie an und gehe auf die rechte Hand. Auf der ersten langen Seite verließ ich den Hufschlag nicht und führte an der nächsten eine einfache Schlangenlinie. Mit einem starken Schwung aus der Hinterhand und einer angenehmen Beizäumung trabte sie neben mir her. Bei M parierte ich durch in den Schritt. Losgelassen schnaubte Snotra ab und behielt ihre Haltung bei. Die von uns gelegte Doppelmähne bewegte sich in den Schritten der Stute. Wir erreichten C, bogen rechts ab und trabten bei X wieder an. Bei A wechselten wir auf die linke Hand. Ich präsentierte ihre schlechtere Hand und ging eine Runde auf dem Zirkel. Bevor ihr ihren Tölt zeigte, entfernte ich den Strick und zuerst galoppierte Snotra links und nach einem abrupten Handwechsel auch noch auf der rechten. Ich rief sie zu mir, machte den Strick wieder an das Vorführhalfter und trieb sie mit der Gerte vorwärts. Neben ihr tippelte ich ein wenig, so wie wir es zuvor zu Hause übten. Rechts zeigte sie deutlich schwungvoller und temperamentvoller. Links brauchten wir einen zweiten Ansatz, eh der Tölt kam, doch mit einem hohen Tempo zog sie an mit vorbei. Ich rannte so schnell ich konnte und bremste rechtzeitig vor der kurzen Seite in den Schritt ab, eh ich sie verlor. Aus der Puste führte ich sie zurück zu X, machte eine Hinterhandwendung und grüßte zum Abschied. Nach der Präsentation kam ein Tierarzt zur Kontrolle, die wir ebenfalls bestanden und nun noch auf die Wertung warteten. Snotra durfte sich auf dem improvisierten Paddock noch eine Weile entspannen.
    2130 Zeichen mit Leerzeichen // geprüft mit Wörter zählen in Microsoft Word 2016

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    Zuletzt bearbeitet: 22 Apr. 2021
    Wolfszeit und Sosox3 gefällt das.
  5. Wolfszeit

    Wolfszeit Wölfchen❤️

    Wolfszeit mit
    Briair
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    Briair
    Bri
    Chipnr.: folgt

    Portrain folgt

    Stammbaum

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    von: Unbekannt
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    aus der: Unbekannt
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    Merkmale
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    Geschlecht: Stute
    Rasse: Östereichisches Warmblut
    Geburtstag: 00.00.2015 /5 Jahre
    Geburtsort: Österreich
    Stockmaß | Gewicht: 170 cm | 670 Kg

    Deck-|Langhaar: Brauner/Schimmel |Weiß
    Abzeichen|Scheckung: Bloodmark
    Gencode: EeAAGg


    Charakter & Vorgeschichte
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    neugierig| verspielt| liebt kinder| geduldig


    Briair ist eine neugierige junge Stute. Nicht nur ihre Fellfarbe ist ein Markenzeichen , sondern auch ihre außerordentliche Gedult. Die verspielte Stute liebt Kindernder und mit weiterer Ausbildung wird sie sicherlich ein ausgezeichneter Lehrmeister. Briair ist sehr gelehrig und macht es einem so sehr leicht ihr etwas beizubringen.

    Briair kauften wir auf einer Gestütsauflösung. Da die Stute Western geritten ist werden wir sie umschulen

    Gesundheit
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    Gesamteindruck: Gesund
    Krankheit: keine
    Hufbeschaffenheit: Gut
    Beschlag: Barhuf

    Ausbildung & Potenzial
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    Springen: - | Potenzial: -/1000
    Vielseitigkeit: M | Potenzial: -/1000
    Dressur: - |Potenzial: -/1000
    Fahern: L | Potenzial: -/1000
    Distanzrennen: A | Potenzial: -/1000
    Rennen: M
    Western: L

    Siege
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    1.Platz
    421. Military| 512. Rennen| 537.Rennen|469. Militarytunier| 469. Distanztunier

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    2.Platz
    507. Rennen

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    3. Platz
    428. Distanzrennen| 420. Militarytunier|508. Rennen| 453. Fahrtunier | 474.Militarytunier | 488.Fahrtunier |452.Fahrtunier


    Zuchtinformationen
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    Schleife:
    Gekört: Nein
    Gewinnerthema:
    Darf gedeckt werden von : alle Warmblüter & Englische Vollblüter
    Herkunft| Züchter : Unbekannt
    In der Zucht: Whithorse Creek
    Zuchtblatt
    Decktaxe: 0 Joellen

    Nachzucht: 0

    Besitzerlegende
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    Besitzer/Besitzerin: Wolfszeit
    Vorbesitzer/Vorbesitzerin: Elsaria
    Verkaufsrecht/Ersteller: Cooper

    Unterbringung: Box mit Stroh, ganztägiger Weidegang
    Weidegruppe: Stutengruppe 3
    Reitbeteiligung/Trainer:
    Max. Reitergewicht: 80 Kg
    Zu verkaufen: Nein
    Kaufpreis|Pferdewert:/

    Spind/Pferdepass
    Beschlag und Hufpflege für Snotra, Blávör, Briair, Elf Dancer, Acerado und Nurja
    15. April 2021 // Mohikanerin

    Ein kurzfristiger Auftrag erreichte mich von meinem Partner Mr. Wellik AB. Auf dem Gestüt Whitehorse Creek brauchten einige Pferde neue Eisen und eine weitere Stute müsste ausgeschnitten werden, wenn ich schon mal da bin.
    “Sie müssen Luchy sein”, sagte ich zu einer jungen Dame, die auf mich zu kam.
    “Nein, Hallo. Ich bin Lina.”, stellte sie sich vor. Zusammen gehen wir zum Stall in dem bereits Elf Dancer stand.
    Ich entfernte als Erstes die alten Eisen. Die Dame erzählte mir, dass er zwischendurch Schwierigkeiten beim Laufen hatte, eine Art Knacken zu hören sei und ich mir das genauer anschauen sollte. Der Schmied, der sonst kam, machte wohl einfach nur die Eisen darauf und das war's. Ich ließ mir den Hengst vor dem Stall einige mal Vorführen, als die Eisen ab waren. Es fiel deutlich auf, dass er fühlig lief.
    “Vielleicht wäre es besser, wenn wir ihn auch hinten Beschlagen”, merkte ich bei der ersten Runde an. Später war auch das Knacken zu hören, dass sie ansprach.
    “Ich denke, dass das Hufbein länger ist und durch die Bewegung knackt es. Jedoch wäre es besser mit einem Tierarzt zu sprechen”, erklärte ich ihr. Sie stimmte mir zu.
    “Zur Erleichterung beim Abrollen kann ich ihm spezielle Eisen vorne ran machen und eine Gummischicht dazwischen, damit die Federung mehr unterstützt wird.”
    “Das klingt super. Machen wir so”, antwortete Lina begeistert.
    In meinem Auto begann ich zu kramen nach den Gummis. “Gefunden”, rufe ich triumphierend und lief in den Stall. Die Eisen hatte ich bereits zurecht geschliffen und geformt, sodass nur die Gummis noch fehlten. Ich befestigte diesen am Eisen und nagle alles zusammen an den Huf von Elf Dancer. 20 Minuten später lief er schon viel Besser mit den NBS an den Vorderhufen.


    “Und was sind das für ein Eisen?”, fragte Lina, nach dem sie den Hengst zurückgestellt hatte. Ich zeigte ihr das Eisen genauer und erkläre: “Diese Hufeinsen sollen es ermöglichen, dass das Pferd damit so locker und natürlich laufen kann wie möglich. Der Huf kann so seinem natürlichen Abrollpunkt folgen und somit bleibt die Hufform während der gesamten Beschlagsperiode unverändert.”
    Als Nächstes waren Acerado und Briair an der Reihe. Den Hengst hatte Lina aus der Box geholt und kraulte engagiert seinen Kopf. Sie erklärte mir, dass er sonst sehr ungeduldig herumzappeln würde und ich hackte nicht weiter nach. Stattdessen ging ich meinem Beruf nach, entfernte die Eisen und machte den ersten groben Schnitt am Huf. Der Zeh ragte merklich über dem alten Eisen und hatte teilweise die Form des Hufes verändert. Kopfschüttelnd lief ich zum Auto, um nach anderen Eisen zu schauen. Schnell fand ich die richtige Größe für alle vier Hufe und begann sie in die richtige Form zu schlagen. Zur gleichen Zeit führte die kleine Dame den Hengst auf und ab, da er immer ungeduldiger in der Gasse stand und nicht weiter stillhalten wollte. Immer wieder warf ich einen prüfenden Blick auf das Gangbild des Braunen, doch konnte keine Unstimmigkeiten entdecken, bis auf die ungünstige Form des Hufes.
    Nach 40 Minuten konnte sich Acerado wieder sehen lassen. Imposant trabte Lina den Hengst vor und er zeigte keine weiteren Fehler. Er rollte sehr gut ab und ließ sich dabei im ganzen Körper locker. Die Zehen hatte ich an die Eisen angepassten und die Trachten minimal gekürzt, da sie nicht plan zum Boden waren. Bevor sie ihn zurück auf die Weide brachte, hatte Lina bereits Briair eine interessante Schimmelstute in die Gasse gestellt. Die Eisen hatte ich bereits von den Hufen entfernt und begann zu raspeln, als die Mitarbeiterin wieder kehrte und mir die Stute auf dem festen Boden vorführen konnte. Ungewohnt hob sie die Beine weit weg vom Boden und tippelte neben ihr her. Generell lief sie aber richtig. Auch für sie konnte ich die Standardeisen verwenden und suchte mal wieder nach diesen. Ich musste das Auto mal wieder aufräumen dachte ich und stolperte haarscharf über einen Eimer, den ich zur Seite schieben wollte.
    “Alles okay?”, rief Lina aus dem Stall.
    “Ja, noch mal gut gegangen”, scherzte ich und kam mit den Eisen wieder. Prüfend legte ich sie an die Hufe der Stute und markierte einige markante Stellen, die ich an dem Eisen ändern musste. Am Auto schlug die vier Eisen wieder zurecht, schliff mit dem Nassschleifer mehrere Stellen. Erneut legte ich die Eisen an die Hufe der Stute, eh ich sie fest machte. Zufrieden führte Lina sie noch einmal vor und brachte dann auch Briair zur Weide.
    Ein junger Mann kam mit zwei Stuten auf mich zu. Auf den ersten Blick wusste ich, dass das die besagten Isländer sein. Wortlos band er sie an, zeigt zuerst auf die Braune und lehnte sich an die Wand.
    „Ich bräuchte sie vorher erst mal vorgeführt, um die Bewegungsabläufe zu sehen und mögliche Fehler ausgleichen zu können”, erklärte ich ihm.
    “Die hat keine Fehler”, murmelte er, band sie ab und führte sie den Weg entlang. Dann drehte Max sie wieder um und trabte ein Stück. Offensichtlich trabte Snotra jedoch nicht, sondern es war Tölt. Ich guckte es mir noch einige Minuten an, eh ich sie zurück in den Stall kommen ließ und begann die alten Eisen zu entfernen. Natürlich zeigte die Stute Fehler im Gangbild, die aus X-Beinen bestanden und in keiner Weise angepasst wurden. Die Hufe waren normal geschnitten und die Eisen Standardgemäß genagelt. Kaum stand sie direkt auf dem Steinboden in der Stallgasse begann die Stute herumzuhampeln und fühlte sich offensichtlich nicht wohl auf dem Boden. Der Besitzer stellte sich an den Kopf von ihr und beruhigte sie. So konnte ich ungestört die Hufe korrigieren und im Anschluss die Eisen im Auto auswählen. Auf Wunsch des Kunden bekam sie an die Vorderhufe und Hinterhufe die gleichen Gewichtsklassen, da auf der Zuchtprüfung in einigen Wochen kein unterschiedlicher Beschlag zugelassen ist.
    “8ter in 1, richtig?”, fragte ich noch einmal nach aus dem Auto. Er stimmte zu und bewaffnet mit Stift sowie Eisen kam ich zurück zum Pferd, um die richtigen Maße zu nehmen. Die Stege waren zu lang und an den Trachten zu breit. Mit roher Gewalt schlug ich am Amboss mit dem Hammer auf die Vordereisen ein. Mehrmals prüfte ich die Form, bis sie endgültig passten. Snotra hatte sich mittlerweile an den Untergrund gewöhnt, dennoch wirkte sie erleichtert, als endlich wieder an ihren Hufen waren. Nach einem erneuten Vorführen stellte sich eine leichtere Verbesserung des Gangbildes heraus und im geschlossenen Stehen war auch die Stellung, um einige Millimeter besser.
    Bevor Nurja ausgeschnitten wurde, sollte Blávör noch die Eisen entfernt bekommen. Der Kunde erzählte mir, dass sie ständig die Eisen verlor und die Hufwände sehr brüchig wurden. Ich guckte mir im Schritt die kleine Katastrophe an, eh ich sie wieder anbinden ließ und direkt mit dem Entfernen begann. Ihre Hufen waren wirklich sehr trocken und rissig. Von den Hufnägeln aus durchzogen klitzekleine Risse die Hufwand. Behutsam entfernte ich die Nägel und Eisen. Im Vergleich zu ihrem Kameraden entspannte die Stute sich auf dem Untergrund und wirkte erleichtert, die Eisen los zu sein. Ich feilte die Hufen und kürzte sie mit dem Messer. Aus dem Auto habe ich bereits den Hufkleber geholt, um die Risse zu befestigen. Es musste verhindert werden, dass die Risse sich in den weißen Rand hochzogen. Nach 20 Minuten waren wir fertig und Max brachte seine beiden Stuten zurück auf die Weide.
    Lina wartete bereits mit Nurja, führte sie vor und befestigte die Stute für mich. Freundlich begrüßte ich sie und betrachtete die Hufe. Wirklich gut gepflegt waren sie, benötigten nur eine Nacharbeitung. Zuerst schnitt ich den Strahl aus und die Hufwand. Die Trachten waren an den Hinterhufen deutlich zu lang, sodass ich ein paar Zentimeter entfernte. Am Ende schnitt die Hufe eben zum Boden. Dann führte die Kleine Nurja erneut vor. “Sehr gut, sie ist fertig”, rief ich ihr zu. Sie nickte und verabschiedete sich. Max kehrte bereits zurück. Eh er sich verabschieden konnte, rechnete ich noch ab. Die Rechnung steckte er unsanft in seine Tasche und ging. Nicht gesprächig der Kerl, um so freundlicher war der Kontakt zu Lina, die mir sogleich das Geld gab, als sie zurückkehrte

    18.04.2021|Wolfszeit
    Routineuntersuchung
    Nurja| Acerado| Briair
    Gutgelaunt füllte ich die Utensilien in meinem Auto auf, heute würde es nämlich zu einem meinem Stammkundengehen. Auf dem Whitehorse Creek sollten mal wieder ein paar Pferde zur Körnung gehen und in Vorbereitung darauf durchgecheckt werden. Manchmal begrüßte ich diese Routineuntersuchungen sehr, denn dabei brauchte man sich selten Sorgen um den Patienten zu machen.
    Eine Stunde später kam ich auf dem WHC an, wo mich Luchy Blackburn bereits erwartete.
    “Na, welche drei sind den heute dran?”, fragte ich sie nach der Begrüßung.
    “Nurja, Briair und Acerado sind heute dran”, erklärte sie mir und die beiden Stuten konnte ich auch bereits angebunden vor dem Stall sehen.
    “Wie geht es eigentlich eurem Tierschutzfall? Ich habe gehört die Veranstaltung hat eine abruptes Ende gefunden”, erkundigte ich mich beim rübergehen.
    “Divine geht es ganz prima und er gehört seit neustem seiner Trainerin”, erzählte Luchy lächelnd. Offenbar freute sie sich darüber. “Das ist schön zu hören”, antwortete ich, während ich Briar freundlich begrüßte. Geduldig ließ sie sich von mir Abtasten.
    “Du hast sicherlich mitbekommen, dass wir derzeit internationalen Besuch hier haben, gerade Lina profitiert davon ziemlich”, erzählte die Stallbesitzerin weiter, während ich Briairs Sinnesorgane prüfte.”Ja, das hat Nicole erzählt. Sie war ja neulich für Divine da. Offenbar hat euer Besuch beeindruckende Pferde dabei, sie kam aus dem schwärmen nicht mehr raus”. Ich musste schmunzeln dabei, wenn ich daran dachte, wie meine Kollegin von der Schimmelstute geschwärmt hatte.
    “Gut habt ihr die hübsche hier wieder hinbekommen, sie sieht viel besser aus als vor drei Monaten”, lobte ich Luchy, als ich meine Untersuchung abschloss. Briair, Mijou und Flanell waren bei ihrer Ankunft recht mager gewesen und hatten auch den ein oder anderen Mangel aufzuweisen, doch jetzt war die Schimmelstute schön rund und machte durch und durch einen gesunden Eindruck.
    Luchy steckte der Schimmelstute ein Leckerli zu, “Ja, Samu hat sich auch echt viel Mühe gegeben.”
    “Das sieht man, so darf sie auf jeden Fall zur Körung”, gab ich die Stute frei und widmete mich nun Nurja. “Sie hat ein wenig zugelegt”, merkte ich an als ich ein Bilck auf die Freibergerstute warf.
    “Ja, ich komme derzeit leider nicht so oft zum Training wie ich möchte”, gab Luchy zu.
    “Na, solang das nicht noch mehr wird, ist das wohl noch im Rahmen”, beruhigte ich sie und begann auch die braune Stute zu untersuchen. Auch bei der kleinen Freibergerstute gab es nichts weiter zu beanstanden.
    “Der letzte Kandidat steht drinnen, ich hoffe, Ace hat noch nicht den Putzplatz zerlegt”, scherzte Luchy und ich folgte ihr. Ungeduldigt scharrte der braune Hengst mit seinem Huf über den Boden. “Ace, lass das”, tadelte Luchy den Hengst und gab ihm einen leichten Klaps auf die Schulter.
    “Ungeduldig wie immer”, scherzte ich und begann den Hengst zu untersuchen. Dabei wurde ich immer von einer neugierigen Pferdenase begleitet, die mir immer so weit folgte, wie sie kann. Als ich seine Beine abtasten wollte, versuchte er rumzuhampeln, was natürlich schwierig war, wenn ein Bein festgehalten wurde. Trozt des Ungeduldigen Hannoveraners war die Untersuchung schnell abgeschlossen und auch er war gesund.
    “So alle drei sehen super aus, sie können Problemlos zu Körung”, fasste ich die Untersuchungsergebnisse zusammen bevor ich mich verabschiedete und zurück zur Klinik fuhr.


    3386 Zeichen

    23.03.2020|Veija
    (Western) Pleasure LK 5 - LK 4
    Laurence
    Heute war ich auf dem Weg nach Österreich. Genauer gesagt nach Bezau zum Deer Forest EC. Das Gestüt stand unter der Leitung von Juna Preske. Ich sollte heute eines ihrer Pferde in der Pleasure trainieren. Ein wenig auf die Finger schauen würde mir Joicy MCCain, die Trainerin der Stute. Briar war ein Österreichisches Warmblut mit einer wirklich außergewöhnlichen Farbe. Die Stute war absolut kein typisches Westernpferd, hatte charakterlich aber definitiv etwas von einem.
    Juna hatte sie in der E-Mail als neugierig und verspielt beschrieben. Ebenso schien sie Kinder zu lieben. Zu schade, dass ich Betsy nicht hatte mitnehmen dürfen. Sie konnte schließlich nicht mal eben für ein paar Tage oder Wochen die Schule ausfallen lassen, das ging wirklich nicht.

    Auf dem Deer Forest EC wurde ich sogleich freundlich von Juna empfangen und sie zeigte mir mein Zimmer für die nächsten Tage. Ich war sehr froh darüber, denn solche Reisen machten mir in meinem Alter schon etwas zu schaffen. Ich wollte jetzt nicht sagen, dass ich mit 52 Jahren alt war, aber ich merkte den Stress doch in den Knochen.

    Am nächsten Tag konnte es dann mit dem Training losgehen. Am Vormittag nahm ich mir die schicke Stute aus der Box, putzte sie einmal kurz über, sattelte sie mit der Westernausrüstung, die Juna extra für mich besorgt hatte und ging in die Halle. Dort longierte ich sie vorher kurz ab, ehe ich mich in den Sattel setzte.

    Ich erwartete keine großen Schwierigkeiten bei der Stute, denn schon beim Longieren hatte ich gesehen, dass sie wunderschöne, schwungvolle Gänge besaß. Wir starteten auf der rechten Hand im Schritt. Dieser war locker und hatte ein schönes Tempo. Ich wechselte die Hand und ging auch auf der linken Seite ganze Bahnen. Hier tat sie sich ein bisschen schwerer, auf dem Hufschlag zu bleiben und fiel ab und zu mir der Schulter rein, was ich jedes Mal kurz korrigierte. Das war nicht schlimm, die Stute war ja auch noch jung und brauchte eben ab und zu mal ein bisschen Hilfe.

    Ich wechselte wieder die Hand und trabte sie an. Sie hatte einen mäßigen Trab, der locker geschwungen und schön gleichmäßig war. Darüber freute ich mich sehr, denn das bedeutete weniger Arbeit für mich. Im Westernjargon sagten wir oft: 'Ein langsames Pferd schnell zu bekommen ist keine Kunst. Ein schnelles Pferd jedoch langsam zu bekommen, darin liegt die Schwierigkeit'

    Bei Briar traf nichts von beidem zu. Ich musste sie weder viel treiben, noch musste ich sie viel zurücknehmen. Lediglich auf ihre einfallende Schulter, was mir hier im Trab auch auf der rechten Hand passierte, musste ich Acht geben.

    Der Trab auf der linken Hand war ein wenig flotter, denn hier war sie etwas unsicherer. Ich nahm sie in regelmäßigen Abständen immer mal wieder ein wenig zurück und hielt sie auch versammelt, so dass sie sich besser konzentrieren und setzen konnte. Ich testete immer mal wieder an, ob sie mir auseinanderfiel, wenn ich sie locker ließ. Leider war das der Fall, aber das würde ich in den nächsten Tagen rausreiten können.

    Beim Galopp allerdings war ich wahnsinnig begeistert, denn das meisterte sie wirklich souverän auf beiden Händen und brauchte fast keine Hilfe von mir.

    Begeistert sah ich zu Joicy, die an der Bande saß und und zuschaute. Ich ritt zu ihr rüber und hielt dann an. "Deine Stute macht sich wirklich gut. Wir haben schon den Großteil der Pleasure geschafft. Es fehlt noch das Richtungswechseln durch eine Kehrtvolte im Schritt und Trab sowie das Rückwärtsrichten, dann bin ich hier auch schon fertig", erklärte ich ihr und sie nickte.

    Die nächsten Tage unseres Trainings sahen recht gleich aus. Ich übte immer wieder ganze Bahnen in den drei Grundgangarten. Dabei wurde sie jeden Tag ein bisschen lockerer und gelassener. Damit es ihr nicht zu langweilig wurde, baute ich zwischendrin noch Bahnfiguren ein.

    Auch das Rückwärtsrichten stellte für sie kein Problem dar, ebenso wenig die Kehrtvolte im Schritt und im Trab.

    Als Tipp für Joicy gab ich ihr noch mit, dass sie auf die reinfallende Schulter von Briar achten sollte, denn bei einer Pleasure war es wahnsinnig wichtig, dass die Pferde auf ihrem Hufschlag blieben. Außerdem solle sie das oft mir der Stute üben, so dass sie ihr keine Hilfen dazu mehr geben musste, denn auf Pleasureturnieren ging es um ganz leichte, kaum sichtbare Hilfen zum Gangartwechsel oder Durchparieren. Ein Reiter, der ständig die Schulter des Pferdes heben musste, würde nicht auf dem Treppchen landen. Aber ich war zuversichtlich, dass die Beiden das mit intensivem Training auf jeden Fall hinbekommen würden!

    Heute war endlich der Tag gekommen, auf den ich mit Birair schon so lange hingearbeitet hatte. Entspannt stand die Schimmelstute neben mir und sah sich mit gespitzten Ohren um. Ich hatte sie bereit ein paar Runden geführt, damit sie ihre Aufregung verlor. Da die Stute Tunieratmospähre kannte, ging das recht schnell.
    “Nun begrüßen wir Briair von Luchy Blackburn, vorgestellt von Samu Häkkinen”, wie jedes mal auf einem Turnier stolperte der Moderator über meinen Nachnamen, war das denn wirklich so schwer? Genervt verdrehte ich die Augen und führte die Schimmelstute in die Halle.
    Während ich Briar im Schritt zu X führte, ließ ich meinen Blick über die Zuschauer wandern. Neben Jace, der mitgekommen war, um später noch ein weiters Pferd vorzustellen, entdeckte ich auch noch das ein oder andere bekannte Gesicht. Bei X grüßte ich die Richter und trabte die Stute direkt aus dem Stand an. Nach der langen Seite bog ich auf einen Zirkel ab, nachdem ich die Hand wechselte. Eigentlich ist die linken Hand ihre schlechte Seite, doch heute schien Bri einen guten Tag zu haben. Nach der Runde auf der linken Hand parierte ich die Stute durch und zeigte im Schritt eine doppelte Schlangenlinie. Als wir den Hufschlag wieder erreicht hatten, löste ich den Strick von der Trense der Stute und ließ sie angaloppieren. Ausgelassen galoppierte die Stute an und machte sogar einen kleinen Bocksprung. Nach zwei Runden auf der linken Hand ließ ich die Stute wenden und den Galopp auch noch auf der andern Seite zeigen, bevor ich sie parierte und wieder einfing. Brav ließ sie sich noch eine halbe Runde im Schritt führen, bevor ich die Richter erneut grüßte und mit der Stute die Halle verließ.


    1683 Zeichen mit Leerzeichen|geprüft mit google.docs

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    Zuletzt bearbeitet: 22 Apr. 2021
  6. Rhapsody

    Rhapsody 'uck oo 'ank

    Rhapsody mit
    Mania


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    Mania
    engl. "Wahn, Manie"


    PEDIGREE
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    von: Galileo Galilei OLD

    von: Gratification T

    von: Grand Master
    aus der: Queen Sorry

    aus der: Salt & Pepper OLD

    von: Samico B
    aus der: Contessa OLD

    aus der: Maiglöckchen

    von: Icono

    von: Ragtime Boy
    aus der: Iara

    aus der: LF Mayflower

    von: Ma Belle
    aus der: M


    EXTERIEUR & INTERIEUR

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    Stute
    Holsteiner
    14 Jahre

    162 cm
    Fuchs
    unterbrochene Blesse | v.l. weiße Fessel, v.r. weißer Kronrand, h.r. weiße Fessel

    Mania ist nicht aus der Ruhe zu bringen. Neben ihr könnte eine Bombe hochgehen, sie würde nicht mit der Wimper zucken. In manchen Situationen wünscht man sich, die Stute hätte doch ein bisschen mehr Temperament – dafür ist sie eine absolute Lebensversicherung und trägt auch Kinder und Jugendliche sicher durch den Parcours. Zudem ist die Stute unheimlich menschenbezogen; sie braucht dabei nicht eine feste Bezugsperson, sondern läuft jedem hinterher, der sich länger als fünf Minuten mit ihr beschäftigt.


    TRAINING

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    Fohlen ABC | Eingeritten
    Englisch geritten


    Dressur
    E A L M* M**

    Springen

    E A L M* M** S*

    Military

    E A L M* M**


    ERFOLGE

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    Dressur: -, Springen: 2x M**-Platziert, Military: 1x L-platziert


    Turniere


    610. Springturnier – 612. Springturnier – 613. Springturnier – 346. Synchronspringen – 622. Springturnier – 351. Synchronspringen

    458. Militaryturnier

    Andere


    ZUCHTINFORMATIONEN

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    HK/SK Schleife
    HK-/SK-Gewinnerthema


    Decktaxe/Leihmutterschaft:
    Genotyp: AA ee
    Aus der Zucht: Gestüt Spielberger (Göttingen, DE)
    Nachkommen:


    GESUNDHEITSZUSTAND

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    Chipnummer
    Chronische Krankheiten:
    Letzter Tierarztbesuch:

    Fehlstellungen:
    Beschlagen:
    Letzter Hufschmiedbesuch:


    STALLINTERN

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    Besitzer: Rhapsody
    Ersteller: Rhapsody
    VKR: Rhapsody

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    “Eine ausnahmslos grandiose Idee die Sie da hatten, Frau Tersteegen,” murmelte ich um einen weißen Mähnengummi, der zwischen meinen Zähnen steckte. “Sie sind in voller Vorbereitung auf zehn Gastponys, nebenbei könnten die ersten Fohlen jeden Tag auf die Welt kommen. Außerdem stehen die Stutbucheintragungen kurz bevor, zu denen Sie mit zwei Ihrer Jungstuten fahren möchten. Und jetzt noch eine Leistungprüfung dazu? Wie machen Sie das nur, Frau Tersteegen?”

    “Oh, sie spricht schon wieder in der dritten Person von sich,” hörte ich Haukes Stimme, der Unterton unverkennlich spöttisch. Ich konnte nicht darauf antworten, immerhin musste ich Manias Mähne noch einmal einflechten. Und ein imaginäres Interview geben – was man eben so tat, um mit Stress umzugehen. Denn Mania hatte es natürlich geschafft, auf der halbstündigen Fahrt vier ihrer Zöpfe fast komplett zu lösen – und das, obwohl wir eh schon in einem ziemlich straffen Zeitplan gefangen waren. Ich konnte die kleine Auszeit bei der Leistungsprüfung also nicht einmal ordentlich genießen, weil es danach sofort weiterging.

    Also: Zeit für imaginäre Interviews. Während ich also mit Manias Mähne am Werkeln war, machte Hauke die Stute anderweitig fertig: Er putzte noch einmal über das Fell, obwohl ich das heute in aller Herrgottsfrühe schon einmal gemacht hatte und penibel darauf geachtet hatte, dass die Stute sich nicht noch einmal in irgendeinen Matsch schmiss; er holte den Sattel aus dem Hänger, legte die Bandagen fürs Warmreiten an. In der Zwischenzeit hatte sich Jette fertig gemacht und die Kopfnummer an der Trense befestigt. Wir waren also eigentlich soweit. Aber anstelle mich mit Hauke auf die Tribüne zu quetschen und schon mal die anderen Stuten zu beäugen, war ich leider Gottes Gestütsleiterin und musste dementsprechend Manias Besitzer ausfindig machen. So verpassten wir um ein Haar auch ihre Kür; ich hatte mich gerade erst hingesessen, als Jette und Mania aufgerufen wurden.

    Im Trab ritten die beiden ein, Jette grüßte die Richter in der Mitte der Bahn akkurat im 30 Grad Winkel, Spannung bis in die Fingerspitzen. Anschließend begann die Kür – es ging im Großen und Ganzen mal wieder darum, die Stute im besten Licht in allen Gangarten und beiden Händen vorzuführen. Jette baute in ihre Küren auch gerne Dressurlektionen und Figuren mit ein, um die Pferde noch einmal besser darstellen zu können, und bis jetzt hatte diese Art der Kür auch eine gute Erfolgsquote. Ich machte mir also keine Gedanken, als sie zum Schluss wieder auf X standen, Jette noch einmal die Richter grüßte und schließlich mit einer glänzenden Mania aus der Bahn ritt. Ein bisschen hastig verabschiedete ich mich von Manias Besitzern, die sich die restlichen Stuten noch ansehen wollten, und machte mich schnellen Schrittes Richtung Hänger. Während Hauke und Jette nämlich auf die Verkündung warten konnten, musste ich so schnell wie möglich zurück nach Hause – wo der alltägliche Stress auf mich wartete.

    2961 Zeichen – geprüft mit lettercount.com
     
  7. Occulta

    Occulta Schattenpferd

    Occulta mit...
    PFS' Shadows of the Past

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    Steckbrief:
    Offizieller HG

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    Vom: Skyrim

    Vom: Day by Day
    Aus der: Ocean Water

    Aus der: Naimibia

    Vom: Carachillo
    Aus der: Star's Diamond


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    Rufname: Shira
    Geburtstag: 17.02.
    Alter: 6 Jahre
    Stockmaß: 1.42 m
    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Black tobiano splash frame overo
    (Ee,aa,Splsp,Toto,Oo)
    Abzeichen: -
    Gesundheit: Sehr gut


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    zurückhaltend, ruhig, konzentriert, lieb


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    Shira ist sozusagen blaublütig. Sie vereint einige der wichtigsten Blutlinien der Deutschen Reitpony Zucht und zeigt schon jetzt aussergewöhnliches Potential. Doch nicht nur dadurch besticht sie, denn auch auch ihre Farbe ist aussergewöhnlich. Sie trägt sehr interessante Gene für die Farbzucht. Da beide Elternteile sehr umgänglich und rittig sind, wird auch sie höchstwahrscheinlich einen goldenen Charakter haben. Wegen all dieser besonderen Eigenschaften wird sie von den Pflegern gerne 'Prinzesschen' genannt.

    Shadows of the Past stammt aus unserer eigenen Zucht Pineforest Stable.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Occulta
    VKR: Occulta
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: nein
    Nachkommen: -


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    Galopprennen Klasse: E
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: M
    Military Klasse: M
    Dressur Klasse: S
    Distanz Klasse: A

    Eignung: Springen, Dressur
    Eingeritten: Ja


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    [SW 485]
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    Fohlenschau ZV Green Briar Ridge August 2016
    Richtnote: 7.25 (Bestes Fohlen)
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    Trainingsberichte [11]:
    Occulta
    Distanz E-A
    Areion, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Navy Sniper, Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, PFS’ Shadows of the Past

    Es war herrliches Wetter, das wir uns für den heutigen Distanzritt ausgesucht hatten. Naja, es war eher ein längerer Ausritt als ein richtiger Distanzritt, denn alle Pferde, die heute mitkamen, waren noch recht untrainiert. Wir wollten deshalb „nur“ insgesamt 60 Kilometer zurücklegen, in einem Tempo von 10 Km/h. Um bei Zeiten wieder zuhause zu sein, ritten wir schon um acht Uhr morgens los. Unsere Stecke lag diesmal in Richtung Süden und führte uns nach Knightwick. Man konnte es nichtmal wirklich ein Dorf nennen, aber es hatte dort eine hübsche Kirche und die Landschaft war wunderbar zum Reiten. Lily kam mit Areion mit, ich ritt Chanda. Ausserdem begleiteten uns Linda, April, Anne und Jason, mit Bacardi, Sniper, Shira und Jazz. Wir rechneten damit, gegen zwei Uhr zurück zu sein; so blieb danach noch mehr als genug Zeit für ein Springtraining mit Lily und Fake, das ich meiner Nichte versprochen hatte. Die ersten 15 Kilometer vergingen wie im Flug, danach merkten die Pferde, dass dies kein gewöhnlicher Ausritt war. Shira wurde zunehmend unsicher und man sah ihr an, dass sie am liebsten umgekehrt wäre. Trotzdem zogen wir munter weiter. Ab Stanford Bridge folgten wir so gut es ging dem Fluss Teme, der sich gesäumt von Büschen und schattenspendenden Bäumen durch die Landschaft schlängelte. Das war bei den zunehmend hohen Temperaturen um die Mittagszeit das einzig Vernünftige. Die Stimmung war herrlich. Überall zirpten Insekten und Vögel zwitscherten über unseren Köpfen. Die Natur um den Fluss herum schien extrem lebendig. Lily und April amüsierten sich, indem sie versuchten, die verschiedenen Vögel zu bestimmen, die sie unterwegs sahen. Angesichts der idyllischen Natur entspannte sich auch Shira wieder. Wir trabten viel und machten auch ein paar kurze Galopps über Felder. In Knightwick angekommen, pausierten wir eine Viertelstunde, ehe wir uns auf dem Heimweg machten. Lily stieg von Areions Rücken ab und streckte sich symbolisch. Dann überliess sie es mir, auf den Tinker aufzupassen und sah sich rasch ein wenig um. Ich checkte unsere Pferde durch und prüfte, ob noch alle fit waren. Mir fiel nichts Aussergewöhnliches auf. Schliesslich ritten wir zurück, diesmal weiter weg vom Fluss, mehr Richtung Osten. Wir kamen ein einziges Mal an eine häufiger befahrene Strasse, an deren Rand wir alle im Gänsemarsch entlanglaufen mussten, und bei der ich mir tatsächlich ein wenig Sorgen um unsere Sicherheit machte. Aber es lief alles gut und wir konnten kurz darauf wieder auf einen Feldweg abbiegen. Zurück auf Pineforest duschten wir die Pferde ab und grasten mit ihnen im Halbschatten der Tannen, bis sie einigermassen trocken waren.
    30 Juni 2018

    Occulta
    Dressur E-A
    Caspian of the Moonlightvalley, A Winter’s Day, Primo Victoria, PFS’ Navy Sniper, Yoomee, PFS’ Shadows of the Past, Nera, Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, Tayr al-Diyari, PFS’ Arctic Silver Lining, PFS’ Arctic Rainstorm, PFS’ British Oreo Rascal, PFS’ Glenn’s Dare to Shine, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Dressy Miss Allegra, PFS’ Merino, Simba Twist, PFS’ Cryptic Spots, White Dream, Fake my Destiny, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot, Vychahr, Parányi, Satine, Areion, Diarado, Co Pilot de la Bryére, Circus Dancer

    Wir hatten trotz der Hitze heute wieder viel vor; Dressurtraining, to be exact. Es war bereits Nachmittag, somit erwischten wir leider gerade die heisseste Tageszeit. Das liess sich kaum vermeiden, denn den ganzen Morgen hindurch hatten wir auch schon gearbeitet, und die Pferde bis spät in die Nacht wach zu halten war auch keine gute Option. Deshalb brachten Lisa und ich im Voraus ein paar Wasserflaschen zum Reitplatz und stellten einen Sonnenschirm auf, damit wenigstens die Trainerin nicht unter der prallen Sonne gebraten wurde. Es kam heute extra eine externe Dressurtrainerin auf Platz, die uns und die Pferde etwas fördern sollte. Lisa ritt also heute selber auch mal in der Stunde mit, anstatt sie zu leiten. Der Name der Trainerin lautete Fiona Ramsey; eine S-Dressurreiterin die auch schon international gestartet war. Ich war gespannt auf ihr Coaching und putzte zuerst gut gelaunt Yoomee. Lisa bereitete Shira vor, Linda hatte White Dream neben mir und Yoomee angebunden und Lily ritt natürlich wieder Fake. Jonas machte nicht mit, sondern sah nur zu und reichte uns später die Wasserflaschen, wenn wir eine Pause brauchten. Anne und Robin sattelten im Nordstall Sniper und Baccardi. Darren und David waren unterdessen bei den Stuten im Offenstall und kümmerten sich um Chanda und Jazz. Auch Angelina Moore war mit ihrer Stute Nera dabei, und sogar Rosie war mit Tayr zu uns rübergeritten. Sie wartete mit dem schicken Rennaraber vor dem Nebenstall und plauderte mit mir, während ich meine Connemarastute striegelte. Fiona kam etwas früher als gedacht und sah uns schonmal beim Satteln zu. Danach trudelte ein Pferd-Reiterpaar nach dem anderen auf dem Sandplatz ein und Fiona unterrichtete uns schon beim Aufwärmen. Wir mussten eine grosse acht quer über den Platz reiten, und dabei stets die richtgie Stellung und den Abstand zum Vordermann wahren. Ausserdem machten wir viele Schlangenlinien und Seitenwechsel. Fiona war also sehr fokussiert auf Biegung und Abwechslung. Nach einer Weile durften wir die Pferde nochmal richtig strecken lassen, ehe wir mit der eigentlichen Arbeit anfingen. Yoomee schnaubte zufrieden ab und trabte locker vorwärts. Diese erste Trainingsstunde war wie eine Art Einstieg in die Dressurarbeit, denn die Pferde waren allesamt noch nicht sehr weit in der Dressur ausgebildet. Deshalb forderten wir auch nur einfache Lektionen, wie korrekte Übergänge oder leicht verstärkten Trab. Auch einfache Galoppwechsel liess uns Fiona machen, wobei sie wiederum genau darauf achtete, dass wir die Pferde richtig umstellten. Sie schien wirklich ein Auge für Feinheiten zu haben und gab wertvolle Tipps in denn richtigen Momenten. Ich war ihr zum Beispiel dankbar, als sie mich darauf hinwies, dass ich mit der äusseren Hand zu sehr mitging in den Kurven, oder dass ich mich wiedermal leicht nach vorne neigte, als ich angaloppieren wollte. Auch für Lily und Fake hatte sie ein paar Tricks auf Lager, damit die Hackneyponystute ihr volles Bewegungspotential ausschöpfen konnte. Ich sah, wie Jonas den beiden mit einem stolzen Ausdruck zusah. Die erste Runde dauerte eine Dreiviertelstunde, dann liessen wir die Pferde austraben und bereiteten die nächste Gruppe vor. Währenddessen waren Quinn, Parker, Thomas, Rita, Charly und April mit Caspian, Merino, Primo, Winter, Simba und Cryptic an der Reihe. Dem was ich beim Putzen von Parányi sah nach zu urteilen, lief es auch bei ihnen gut, obwohl die Vollblüter doch etwas mehr Power zeigten und mit der konstanten Anlehnung noch etwas Mühe hatten. Um Fiona eine Pause zu gönnen, nahmen wir uns reichlich Zeit zum Putzen und tratschten mehr mit Rosie, die noch einen Moment länger blieb. Tayr scharrte schon ungeduldig, als sie sich schliesslich auf den Heimweg machte. Ich sattelte Parányi und brachte sie auf den Platz, gefolgt von Satine, Vychahr, Co Pilot, Circus Dancer und Diarado. Jetzt kamen wir richtig ins Schwitzen. Diese sechs Vierbeiner liefen bereits höhere Dressur und kannten die meisten Lektionen, sodass wir aus dem Vollen schöpfen konnten, was Fionas Erfahrung als Grand Prix Reiterin anging. Sie gab uns wertvolle Tipps um die Piaffe zu verbessern und zeigte uns, wie wir den verstärkten Trab noch eindrucksvoller aussehen lassen konnten. Parányi machte fleissig mit und gab sich Mühe. Sie konnte zwar noch keine Piaffe, aber dafür glänzte sie bei den Galoppwechseln. Und Vychahr beeindruckte Fiona mit seinem schwungvollen Bergaufgalopp an der langen Seite. Nur das rechtzeitige Bremsen vor der Ecke bereitete ihm und Lisa noch etwas Schwierigkeiten.

    Nachdem auch diese Stunde geschafft war, kippte ich erstmal eine halbe Wasserflasche runter und setzte mich beim Nebenstall an die Wand gelehnt in den Schatten, sobald die Rappstute versorgt war. „Alles klar, Occu?“, fragte Jonas mitfühlend, als er mich sah. Ich nickte müde aber grinsend. Es hatte trotz der Hitze Spass gemacht und ich hatte das Gefühl, durchaus ein paar nützliche Inputs bekommen zu haben. Bevor Fiona wieder abreiste, wollte ich ihr aber noch ein wenig von unserem Training mit den Miniature Horses zeigen. Die wurden zwar nicht geritten, aber am langen Zügel konnten auch sie ziemlich anständige Dressurlektionen erlernen. Mit Tiki und Kiwi demonstrierten wir schon etwas komplexere Übungen, während Oreo, Lining, Acira und Darling vor den Augen der Trainerin an den Grundlagen feilten. Auch Allegra, mit der wir erst vor kurzem überhaupt angefangen hatten, zeigte immerhin schonmal schöne Übergänge. Fiona war begeistert von den Minis und nahm sogar selber mal die Zügel von Oreo in die Finger. „He’d be so handsome under saddle, if he only was a warmblood“, stellte sie belustigt fest, als Oreo mit meiner Hilfe einen ansatzweise funktionierenden Spanischen Schritt vorführte. Zuletzt gab es noch ein kleines Highlight für Lily. Sie hatte eigentlich nur noch schnell Areion auf dem Platz bewegen wollen, jetzt wo der ganze Trubel vorbei war. Aber Fiona nahm sich die Zeit, ihr mit dem Tinker ebenfalls noch eine halbe Stunde Einzelunterricht zu geben. Lily kam sogar dazu, ihre ersten Galoppwechsel zu reiten, was aber natürlich nur klappte, weil Lisa das in letzter Zeit so intensiv mit Areion geübt hatte. Lily hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht, als sie ihren Tinker nach dem Unterricht strecken liess. Ich war Fiona dafür extrem dankbar. Nun liessen wir sie aber endlich ziehen und verabschiedeten uns. Es war ein anstrengender, aber toller Nachmittag gewesen.
    31 Aug. 2018

    Occulta
    Springen E-A
    Fake my Destiny, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Navy Sniper, PFS’ Shadows of the Past, PFS’ Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, Cambria

    Wir befanden uns auf dem Sandplatz, alle um Lisa versammelt, die uns den heutigen Ablauf der Springstunde erklärte. Ich sass auf Bacardi und schielte hin und wieder zu Robin rüber, die heute erst zum zweiten Mal in Cambrias Sattel sass. Sie schien sich bisher gut mit der Oldenburgerstute zu verstehen, wie ich es mir erhofft hatte. Cambria stand ruhig und geschlossen da, bereit, um sich jederzeit in die Arbeit zu stürzen. Ihre Einstellung war zwar bemerkenswert, aber manchmal auch trügerisch. Ich hatte sie zuvor ein paarmal selbst geritten, und etwas Mühe gehabt, sie mit der Nase auf der Senkrechten zu halten – sie neigte dazu, sich in eine tiefere Haltung zu verkriechen und dann einfach ihr Programm abzuspulen, ohne dabei die wichtigen Körperteile aktiv zu benutzen. Ich war gespannt, wie sie sich mit Robin anfreunden würde. Deutlich unruhiger als Cambria stand Sniper da. Er versuchte, die ganze Zeit Schritte vor und zurück zu erschleichen, oder scharrte frustriert. Er verstand einfach nicht, warum er hier so doof stillstehen musste. Parker hielt ihn dennoch geduldig an Ort und Stelle. Lisa beeilte sich mit den Instruktionen und schickte uns kurz darauf zum aufwärmen auf die linke Hand raus. Wir mussten zuerst unter ihrer Anleitung intensiv galoppieren und Übergänge reiten, bevor sie uns an die Hindernisse heranliess. Wie ich es erwartet hatte, wies sie Robin mehrere Male darauf hin, Cambria gut vorwärts zu treiben und mit feinem Zupfen in die korrekte Aufrichtung zu bringen. Bacardi lief ziemlich gut; er war heute zwar fleissig, aber konzentriert und liess sich im Galopp sogar einigermassen setzen. Parker musste mit Sniper dagegen immer wieder abwenden, weil der Junghengst den Turbo eingeschaltet hatte. Lisa liess sie Volten verkleinern und eine Acht reiten, um ihn am Ball zu halten. Mit dabei waren auch noch Shira, die von Linda geritten wurde; Chanda, mit Darren und Jazz mit David, und Lily mit Fake. Letztere war ebenfalls schnell unterwegs, aber nur im Galopp. Als Lisa zufrieden war, durften wir ein erstes Kreuz überspringen. Die Pferde waren allesamt unerfahren, also begannen wir ganz einfach. Chanda stellte sich etwas ungeschickt an. Sie bremste vor dem Kreuz ab und hüpfte dann unelegant aus dem Stand darüber. Cambria ging ohne zu überlegen einfach hinüber, als wäre es bloss ein grösserer Galoppsprung. Sie hatte aber auch die längsten Beine der hier Anwesenden. Jazz, mit der ich auch schon ein paar Cavaletti gesprungen hatte, hob zwar die Beine noch nicht so schön, wie sie es hätte tun sollen, aber bei der Höhe spielte das keine Rolle. Wir fuhren fort und erhöhten die Schwierigkeit zunehmend. Nach einer Weile waren wir bei einem kleinen Parcours angelangt, der doch schon ein paar schwierigere Wendungen beinhaltete, jedoch alles immer noch bei geringer Höhe. Fake und Lily flitzten durch den Parcours. Die Hackney-Pony Stute war ziemlich wendig und Lily konnte sie gut manövrieren. Meine Nichte hatte extrem viel dazugelernt, seit sie auf Pineforest Stable lebte und jeden Tag im Sattel sass. Am Anfang war sie noch unsicher gewesen und hatte in erster Linie daran gearbeitet, einen anständigen Sitz zu entwickelt – heute startete sie auf kleineren Turnieren und wurde immer geschickter mit den Ponys. Sie fiel auch nicht so schnell runter. Selbst wenn Fake oder Areion mal einen lustigen Tag hatten und etwas bockten, konnte sie sich problemlos oben halten. Nur manchmal musste ich sie noch daran erinnern, dass sie gerade sitzen solle und die Hände zusammen behalten. Sie war eben eine praktische Reiterin, ähnlich wie ich: nicht so sehr auf den Stil fixiert, aber umso mehr darauf, dass das Pferd gut lief. In der Dressur konnten wir damit nicht gerade Glanznoten erreichen, aber dafür waren wir in den dynamischeren Disziplinen gut aufgehoben. Aber was nicht ist, kann noch werden, sagte ich mir immer, wenn ich ihr so zusah. Vielleicht übertrumpfte sie mich ja eines Tages und mauserte sich zum Dressurfreak? Jedenfalls sah es richtig cool aus, wie die beiden mit wehendem Schweif und Ponyschwanz über die Hindernisse flitzten. Auch Lisa fand es gut, ordnete aber für die nächste Runde etwas mehr Ruhe und Kontrolle an, denn «wenn es höher wird, wirst du mit Geschwindigkeit allein nicht sehr weit kommen.» Shira zeigte heute ihr Talent. Die junge Stute hatte eine sehr schöne Manier und war normalerweise auch rittig. Ich steckte grosse Hoffnungen in sie, aufgrund ihrer Abstammung und ihres Körperbaus. Ich war ausserdem auf der Suche nach einer neuen, unter 16-jährigen Reiterin für die Ponys im Allgemeinen. Wenn wir sie als Pferde anmeldeten, konnten mit den Reitponys natürlich auch erwachsene an gewöhnlichen Turnieren Starten. Aber wenn wir sie an den speziellen Pony Turnieren laufen lassen wollten, mussten sie einen jugendlichen Reiter haben. Lily war zwar meine Zukunftshoffnung, was diese Sache anbelangte, aber auch sie würde an ihre Grenzen kommen, wenn sie (mit White Dream gerechnet) neun Ponys alleine auf Turnieren vorstellen musste, und nebenbei auch noch mit Areion, Nossi und Fake etwas machen wollte. Eventuell konnten wir Suri so weit fördern, dass sie zusammen mit Lily unsere Ponys springen, oder wenigstens in der Dressur starten konnte. Aber selbst dann wäre es noch viel zu tun für zwei Mädchen. Meine Idee war es, ein junges Mädel (oder einen Jungen) zu finden, das Talent hat, dem aber das passende Pony fehlt. So war im besten Falle beiden Seiten geholfen. Lisa und Elliot hatten schon ein paar ihrer Reitschüler ins Auge gefasst, aber es musste einfach allgemein passen, sowohl vom Reiterlichen, als auch in Sachen Zuverlässigkeit, Umgang mit den Ponys und natürlich im Zwischenmenschlichen. Daher plante ich auch schon seit Wochen, so eine Art Bewerbungs-Herbstlager durchzuführen um die Kandidaten besser kennenzulernen. Normalerweise machten wir ein Sommerlager für jüngere Kinder, damit diese die Miniature Horses bespassen konnten. Das hatte dieses Jahr nur eine Woche gedauert, nicht wie sonst zwei. Dafür würde nun dieses Herbst-Sportlager kompensieren.
    Jedenfalls lief die Stunde ganz gut, bis auf ein paar wenige Verweigerungen von Sniper und Jazz. Zufrieden befahl Lisa uns die Zügel lang zu lassen und die Pferde auszutraben. Natürlich war so eine einzelne Trainingseinheit nicht genug, um die Vierbeiner in die nächsthöhere Klasse aufschwingen zu lassen. Aber sie waren mit weiterem Training auf bestem Weg aufzusteigen.
    30 Okt. 2018

    Occulta
    Springen A-L
    Training für die Faulen

    PFS’ Colours of Life, tc Miss Moneypenny, Primo Victoria, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire, Daedra, Areion, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Navy Sniper, Cambria, Fake my Destiny, PFS’ Shadows of the Past, PFS’ Ravissante, Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, Tayr al-Diyari, PFS’ Arctic Silver Lining, PFS’ Arctic Rainstorm, PFS’ British Oreo Rascal, PFS’ Glenn’s Dare to Shine, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot

    «Occu, es ist zu warm zum Arbeiten», jammerte Jonas, in seinem neu gekauften Schaukel-Stuhl auf der Terasse ausgebreitet. Er hatte das Teil am Wochenende in einer Brockenstube gefunden und sich sofort darin verliebt. Das alte, dunkle Holz war zwar an manchen Stellen etwas rau von der vermutlich Jahrzehnte langen Benutzung, aber mit etwas Schleifpapier und neuem Lack wollte er ihm demnächst zu neuem Glanz verhelfen. Allerdings sah es im Moment eher nicht danach aus, als könnte er die nötige Energie dazu aufbringen. Bacardi lief bereits ungeduldig um mich herum, weil ich nicht weiterging. «Komm, auf», scheuchte ich ihn in befehlerischem Ton von seinem Sonnenplätzchen. Er grummelte vor sich hin und schlenderte zum Hauptstall. Lisa war auf dem Sandplatz bereits aufgestiegen und wärmte Sniper im Schritt am langen Zügel auf. Ich tat es ihr gleich. Heute war wieder Trainieren angesagt, und zwar mit einem ganzen Heer von Jungpferden. Lisa und ich ritten plaudernd nebeneinander und genossen die morgendlichen Sonnenstrahlen, die auf unsere Rücken brannten. Lily stiess mit Fake auch noch dazu, und ihr folgten auch kurz darauf die anderen aus dem Nebenstall; Shira, Ravissante, Cambria. Wir ritten alle sechs Vierbeiner, um die bereits aufgestellten Hindernisse zirkelnd, warm. Nach etwas mehr als fünf Minuten trabten wir an und vollführten unter Lisas Anweisungen ein paar gymnastizierende Dressurlektionen, ehe wir mit den Cavalettis begannen. Bacardi war am Anfang etwas übereifrig und hüpfte jeweils über das halbhohe Cavaletti, anstatt darüber zu traben. Ich hielt ihn zusammen und versuchte es erneut, bis es beim dritten Versuch klappte. Er war eben noch jung und verstand ungerne, dass man die Aufgaben konzentriert und auch mal langsam angehen musste. Lily und Fake hatten ganz ähnliche Probleme, aber bei ihnen lag es vor allem daran, dass Lily noch nicht genug einwirken konnte, um die temperamentvolle Hackney-Pony Stute mit dem Sitz zu bremsen. Sie gab sich immerhin grosse Mühe und schaffte es nach einer Weile auch so halb. «Das wird schon, Lily. Sobald du längere Beine hast, kannst du sie auch besser kontrollieren», ermutigte Lisa meine Nichte. Das Mädchen nickte nur konzentriert und bremste Fake wieder in den Schritt. Lisa schickte uns als nächstes über ein paar Kreuzchen in einer Linie, die ebenfalls noch dem Auflockern und der Taktfindung dienten. Erst danach legten wir mit Steilsprüngen, Oxern, In-Outs und Kombinationen los. Für die jungen Pferde waren besonders letztere anspruchsvoll, da viele dazu neigten, etwas kopflos zu werden und zwischen den Hindernissen beschleunigen zu wollen. Auch Bacardi versuchte es, aber durch meine langjährige Erfahrung konnte ich ihn zurückhalten und in angemessenem Tempo auf den zweiten Sprung zureiten. Er schnaufte zwar leicht frustriert, galoppierte aber schön am Zügel. Ich lobte ihn streichelnd, um ihm zu zeigen, dass es so richtig war. Fake und Lily flitzten zum Teil in halsbrecherischem Tempo durch, aber Lisa war schon dabei, das zu korrigieren und ihr Tipps zu geben. Robin und Cambria hatten auch noch die eine oder andere Unstimmigkeit zu überwinden, aber es sah gar nicht so schlecht aus. Ravissante lief unter Quinn richtig schön. Ich war begeistert beim Zusehen, als die beiden den einen Oxer übersprangen und die Anglo-Araberstute eine wunderbare Flugphase zeigte. Sie erinnerte mich in ihrer Manier sehr an Sunday – ausser, dass sie ab und zu ihren Schweif aufgeregt anhob, wenn sie auf ein Hindernis zukam. Quinn schien sich sehr gut mit der Stute zu verstehen und grinste begeistert, als sie den kleinen Abschlussparcours beim ersten Versuch fehlerfrei überwunden hatten. Sie liess Ravi den Kopf strecken und klopfte ihr zufrieden auf den Hals. Auch Bacardi und ich schafften es ohne Abwurf. Die Höhe war ja auch noch nicht gerade eindrucksvoll. Aber trotzdem war ich stolz, als am Ende die meisten sauber durch den Parcours kamen. Sogar Fake kam überall gut drüber, wenn auch ein Tickchen zu schnell. Shira und Snipy hatten je einen Abwurf; Shira in der Kombination und Sniper beim letzten Steilsprung, weil Lisa sich mit der Distanz verschätzte. Dass ausgerechnet unsere Reitlehrerin einen Fehler machte, fanden wir ganz amüsant – konnte ja passieren. Wir liessen die sieben Pferde austraben und versorgten sie dann zügig, um gleich anschliessend mit der nächsten Truppe weiterzumachen. Diesmal war der Vollblut-Nachwuchs an der Reihe. Miss Moneypenny, Daedra, Primo, Sarabi, Mambo, Cryptic, Thalia, Counterfire und David mit Life. Weil diese Gruppe etwas grösser war als die letzte, hatten wir auch entsprechend mehr Abreitplatz-Atmosphäre, aber das kam in diesem Fall gerade gelegen: Mit diesen acht wollten wir nämlich einen Ablauf wie auf einem Turnier simulieren. Jonas hatte es tatsächlich fertig gebracht, in der Halle zwei Aufwärm-Hindernisse aufzubauen und verstellte sie nun nach unseren Wünschen. Danach ritten wir jeweils nach draussen auf den Sandplatz und sprangen direkt den Parcours, jeder zweimal. Ich hatte Thalia als Partnerin. Die Winter-Tochter war extrem rittig und liess sich heute durch nichts ablenken, sodass wir beide Durchgänge einwandfrei abschlossen. Mir gefiel ihr Arbeitswille, der sich übrigens auch auf der Rennbahn auszahlte. Sie war zwar nicht die Schnellste, dafür sehr ausdauernd und fokussiert auf die Ziellinie – manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie selbst bei einem Bombeneinschlag auf der Tribüne nicht zucken würde. Bei Counterfire, die gleich nach mir auf den Platz ging, war das gerade anders herum. Die feurige Fuchsstute konnte ausserordentlich gut beschleunigen und hatte mächtig Schub in der Hinterhand, liess sich allerdings leicht aus dem Konzept bringen und brauchte eine konsequente Hand. Als Katze Shiva in ein Gebüsch neben dem Viereck kletterte, um Spatzen aufzuscheuchen, verpasste sie dementsprechend das nächste Hindernis und räumte es mit den Vorderbeinen ab. Charly war auf den unsanften Sprung nicht vorbereitet gewesen und kam hinter die Bewegung. Als Counterfire nach dem missglückten Manöver auch noch um die Kurve raste, besiegten ihn die Fliehkräfte. Er plumpste in den Sand und die Stute raste eine Runde um den Platz, wobei sie gerade noch von Oliver davon abgehalten wurde, diesen zu verlassen. Der Trainer motzte «be careful with my racing champions, please» und bewachte den Eingang, bis wir Fire eingefangen hatten. Charly war anscheinend unversehrt, bis auf ein paar blaue Flecken. Er stieg wieder auf und ritt das Hindernis nochmal an, nachdem Lisa, die diesmal nicht selbst im Sattel sass, es wieder aufgestellt hatte. Counterfire, die noch etwas aufgeheizt von vorher war, wollte schon wieder mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Stangen losrennen, aber Charly machte nochmal eine Volte, bis er sie unter Kontrolle hatte, und lenkte sie dann deutlich ruhiger geradeaus, diesmal ohne Probleme. Die übrigen Vollblüter waren heute erstaunlich gemütlich unterwegs; Quinn musste Primo regelrecht vorwärtstreiben und auch Mambo hatte beim Oxer etwas zu wenig Schwung, sodass die oberste Stange fiel. Höchstwahrscheinlich liegt es am Temperatur- und Fellwechsel, überlegte ich. Ich bürstete und massierte Thalia rasch nach dem Absatteln, aber es reichte leider trotzdem nicht mehr um die letzte Runde von Daedra zu sehen. Ich erfuhr aber von Lisa, dass sie einmal parkiert hatte – schade. Das war bei ihr in letzter Zeit etwas zu häufig vorgekommen, weshalb ich überlegte, sie in nächster Zeit mehr mit Quinn laufen zulassen, oder selbst ein wenig Korrektur zu reiten. Nicht, dass ich meine oder Quinns Reitkünste höherstellte als die der anderen, aber wir beide hatten einfach etwas mehr Erfahrung als zum Beispiel April, die sie heute geritten hatte. Ich wollte auf jeden Fall verhindern, dass die Stute irgendwelche unvorteilhaften ‘Habits’ entwickelte. Nachdem nun alle den Parcours gemacht hatten, wollte Lily unbedingt nocheinmal mit Areion einen Versuch starten. Sie wärmte ihn bereits in der Halle auf, als ich dazustiess. Der immernoch-Hengst zeigte auch diesen Frühling wieder teils etwas aufmüpfiges Verhalten, sodass Lily die letzten Wochen meine Hilfe mehr als einmal gebraucht hatte. Heute schien er aber eher gemütlich unterwegs zu sein und liess sich wenig später auch gut von meiner Nichte über die extra tiefer gestellten Hindernisse lenken. Lisa ermutigte sie, noch etwas mehr Schwung von dem Tinker zu fordern, weil er ein paarmal zu dicht ans Hindernis kam, aber sonst sahen die beiden gar keinen so schlechten Eindruck.

    Insgesamt zufrieden mit den Vollblütern, wandte ich mich nun dem Training der beiden Nachwuchswesternpferde Chanda und Jazz zu. Ich putzte die grau-weisse Criollo Dame, während Jonas sich Jazz antat. Antun deshalb, weil sie heute zusätzlich zu ihren Appaloosa-Sprenkeln auch noch Schlammkrusten trug. Mit dem noch feuchten Boden vom letzten Regenfall erstaunte es mich überhaupt, dass nicht mehr Pferde Schlammig waren. Klar, die Vollblüter waren von Ajith bereits vorgeputzt worden, aber die übrigen hatten anscheinend ausnahmsweises Mitleid mit unserer vom Winterfell Ausstriegeln müden Armmuskulatur gehabt. Jonas stöhnte erschöpft, als er auf die zweite Seite seines Reittiers kam, die genauso schlimm aussah wie die Erste. Er legte einen Moment lang seine verschränkten Arme auf den Runden Po von Jazz und genoss die Sonne, bevor ich ihn anstupste, damit er weitermachte. „Denk dran, die Stunde fängt in fünfundzwanzig Minuten an.“ Ich war so nett und half ihm mit dem Hufeauskratzen, während er noch immer den eher dünnen Schweif von Jazz zu retten versuchte. Nach einem gefühlten Liter Glanzspray und einer insgesamt halben Stunde intensivem Putzen, war die Stute wieder ansehnlich. Wir ritten in Richtung Fluss los, denn wir waren mit Rosie zu einem Training auf der Wilkinson Farm verabredet. Sie hatte einen auswärtigen Westerncoach organisiert. Weil wir so viel Zeit mit Putzen verbracht hatten, mussten wir den grössten Teil des Weges traben, um nicht zu spät zu kommen. Die Pferde waren so zumindest schon warm und wir konnten eigentlich sofort loslegen. Der Trainer gab uns eine Dreiviertelstunde lang Patterns vor und feilte mit uns an den einzelnen Lektionen. Für die jungen Pferde war das Training intensiv und sie schwitzten in der Frühlingssonne ordentlich. Rosie, die mit dem Wüstentemperatur-geprüften Tayr mitmachte, hatte dieses Problem nicht. Dafür hatte sie alle Mühe, ihn angesichts unserer beiden charmanten Damen konzentriert zu halten. Es ist eben Frühling, stellte ich schmunzelnd fest. Bevor wir uns auf den Heimweg machten, fiel Jonas noch ein neues Araberpferdchen auf Rosies Weide ins Auge. «Schau mal, da ist noch ein Appaloosa-Tier. Ich dachte zuerst, es sei Numair, aber der ist etwas dunkler.» «Tatsache. Rosie? Is that the filly you mentioned last time?” Die rothaarige Ex-Pflegerin von Pineforest bestätigte. “She’s gorgeous! Definitely coming after Numair.» «I hope she’s also inherited his character, instead of her mother’s. But anyway, she has such a cute head and I love the pink freckles on her face.” Sie schwärmte noch ein wenig weiter, sodass ich beinahe neidisch wurde – das Tierchen sah schon von weitem speziell aus. Letzten Endes wandten wir uns dann doch noch zum Gehen und duschten zurück auf Pineforest die beiden armen, verschwitzten Stuten ab. Chanda machte einen friedlichen Eindruck, als ich sie zurück auf die Stutenweide entliess. Sie sah aus, als könne sie sich nun nach getaner Arbeit so richtig entspannen und das Nährstoffreiche Frühlingsgras besonders geniessen. Jazz blieb noch einen Moment erwartungsvoll beim Zaun kleben, als warte sie noch auf eine letzte Karotte. Jonas und ich hatten leider beide nichts mehr im Sack, also musste sie sich mit den vorherigen Belohnungen zufriedengeben. Wir schlenderten zurück zur Halle und ich bog von dort aus zu den Miniweiden ab, um schonmal die Sulkys für den Nachmittag bereitzustellen, während er gähnend Richtung Haus wanderte. „Du musst noch die Winterreifen wechseln“, rief ich ihm schelmisch hinterher. Er drehte sich als Antwort um und gab mir einen Militärischen Gruss zurück – um anzudeuten „wird ausgeführt, Chef“.

    Die Minis waren den ganzen Winter hindurch einigermassen fit gehalten worden, aber nun im Frühling ging die Show-Saison wieder los, und mit den schneefreien Strassen konnten wir auch wieder mehr Zeit ins Fahrtraining investieren. Deshalb drehte ich den halben Nachmittag lang fleissig Runden auf der Ovalbahn. Zuerst mit Kiwi. Die beinahe ganz weiss gescheckte Stute verlor ihr ungeschorenes Winterfell in Fetzen. Das meiste hing noch an ihrem Bauch und unter dem Kopf. Ich striegelte einen Kisseninhalt weissen Fells ins spriessende Gras, danach sah sie etwas weniger zottelig aus. In den nächsten paar Tagen würde sie das Fell wohl vollständig wechseln. Lewis kam etwas verspätet aus dem Mittag und entschuldigte sich mit der Erklärung, dass er mit Quinn, Charly und Parker in der Stadt essen war, wobei sie ziemlich lange hatten anstehen müssen. Das war für mich kein Problem, ich wusste ja, dass meine Pfleger seriös arbeiteten. Lewis schnappte sich Tiki («You could have taken Kiwi, if you had come on time”, neckte ich ihn, wissend, dass Kiwi sein Liebling war). Er ent-fellte sie in Rekordzeit und war mit dem Geschirr anlegen am Ende noch fast eher fertig als ich. Wir schlauften die letzten Riemen durch und führten die Ponys dann von der Weide zu den bereitstehenden Sulkys. Als beide sicher eingespannt waren, fuhren wir zur Ovalbahn. Ich übte mit Kiwi besonders das Zulegen und Aufnehmen, wobei ich einen schicken Show-Trot herauszuprovozieren beabsichtigte. Es klappte auch einigermassen; die Miniature Stute hob ihre Beine höher als sonst. Ich lobte sie jeweils überschwänglich, um ihr die Bewegungen möglichst schmackhaft zu machen. Lewis übte mit Tiki ebenfalls im Trab, allerdings konzentrierte er sich bei ihr mehr auf die Aufrichtung und die korrekte Anlehnung an die Fahrzügel. Gegen Ende des Trainings liess ich die Zügel länger, sodass Kiwi nach unten strecken konnte. Sie wurde dabei zunächst etwas schneller, aber ich bremste sie mit der Stimme und nach einigen Augenblicken waren wir gemütlicher unterwegs. Sie war eben doch noch jung und musste lernen, entspannt und in gleichbleibendem Takt zu laufen. Das wurde an den Shows übrigens auch bewertet. Ich fuhr mit Kiwi zurück und holte als Nächstes Xinu, Lewis machte mit Lining weiter. Die beiden Hengstchen waren etwas einfacher zu einem Bluff-Trab anzustacheln. Sie hoben fast schon von selbst die Vorderbeine, wir mussten nur darauf achten, dass die Hinterhand auch richtig untertrat. Nach Xinu und Lining waren Oreo und Acira dran. Oreo spürte den Frühling und brummelte seiner Halbschwester zu, als wir hintereinander zur Bahn fuhren. Lewis hielt ihn kurz und blieb in einem vernünftigen Abstand. Wir trainierten wiederum fleissig unsere Runden, und zum Spass galoppierten wir auch ein wenig. Aciras seidiger Schweif flatterte in der Kühlen Brise, die sich mit dem Fahrtwind vereinte. Ihre kleinen Hufe schlugen rhythmisch auf dem feinen Kies auf. Zuletzt drehten wir auch noch ein paar Runden mit Darling und Allegra – letztere war noch nicht lange eingefahren und hatte noch etwas Mühe mit der Kommando-Umsetzung. Sie war meist ein wenig zu eifrig und wollte nicht warten, geschweige denn dabei geschlossen stillstehen. Aber auch das würde mit der Zeit immer besser klappen, davon war ich überzeugt. Nach dem Training gab es für alle Minis ein paar Karotten, die wir zur Beschäftigung an den Bäumen auf der Weide aufhängten. Lily half dabei und fand es super, Lining beim ‘Einfangen’ der orangefarbenen Wurzeln zuzusehen.
    31 März 2019

    Occulta
    Military E-A
    PFS‘ Ravissante, PFS‘ Cambria, PFS‘ Shadows of the Past, PFS’ Navy Sniper, PFS’ Bacardi Limited, Fake my Destiny

    Das heutige Militarytraining fand wieder auswärts statt, auf einem grossen Trainingsgelände nahe Telford. Wir gingen früh morgens los, um bei Zeiten zurückzusein. Im Gepäck hatten wir insgesamt sechs Pferde und Ponys: Ravissante, Cambria, Shira, Sniper, Bacardi und Fake, denn Lily kam diesmal auch mit. Sie trug brav ihren Rückenpanzer, so wie wir alle, und wir hatten Fake die stabileren Gamaschen von den Reitponys angezogen. Einmal ausgeladen, sattelten wir die Reittiere innert kurzer Zeit und sassen auf. Wir ritten in Volten auf dem Rasen, um uns einzuwärmen. Dann begannen wir mit den einfachsten Hindernissen, um den noch unerfahrenen Pferden einen leichten Einstieg zu geben. Sie alle kannten das Springen, aber Naturhindernisse waren oftmals furchteinflössender und auch das Wasser stellte für viele ein Problem dar, auch wenn wir mit ihnen manchmal im Fluss baden gingen. Es war eben doch nochmal etwas anderes, hineinzuspringen, ohne den darunterliegenden Boden zu sehen. Das konnte ich auch gut nachvollziehen. Wir konzentrierten uns folglich in diesem Training vor allem darauf, die Vierbeiner mutiger zu machen und ihr Vertrauen in uns Reiter zu stärken. Ich ritt Ravissante. Die Stute war eine meiner grossen Hoffnungen im Militarybereich, denn sie hatte eine gute Abstammung dafür, und ihr Körperbau war ebenfalls ideal für einen Eventer. Mit ihren hübschen Gängen und dem geschickten Sprungverhalten kombinierte sie zwei wichtige Eigenschaften. Ich erklärte Ravissante jedes Hindernis gründlich und übte sie alle aus verschiedenen Anreitwinkeln. Es war wichtig, dass sie lernte, den richtigen Absprungpunkt zu finden und auch nach dem Sprung flüssig weiterzugaloppieren. Die junge Stute war kooperativ und liess sich von mir selbst dann noch pilotieren, wenn sie vor Unbehagen die Nüstern weit blähte und sorgenvoll Luft einsog. Ich lobte sie dafür ausgiebig und gab ihr beim Absteigen eine Karotte. Fake und Lily waren wie üblich eher zügig unterwegs gewesen, aber die Hackney Pony Stute hatte auf Lily Acht gegeben und sich ebenfalls ohne Zwischenfälle über die festen Hindernisse lenken lassen. Die beiden waren langsam ein richtig eingespieltes Team und ich fand, dass die Zeit reif war, sie auf Turniere zu schicken. Aber das letzte Wort hatte dabei Jonas, denn die Ponystute gehörte ja ihm. Meine Reitponyhengste liefen unter Ruth und Sheridan locker vorwärts. Die beiden talentierten jungen Reiterinnen hatten ein gutes Auge für Distanzen, jedenfalls machten sie heute beide keine groben Patzer. Nur Shira und Lea hatten bei einem Kasten Mühe, der etwas zu bunt angemalt war für den Geschmack der schwarzweissen Scheckstute. Ich musste Lea rasch zu Hilfe kommen und Tipps geben, damit sie Shira doch noch überzeugen konnte. Danach klappte es aber ohne weitere Diskussionen. Cambria und Robin kamen hingegend ganz ohne meine Hilfe aus und übten vor allem an Cambrias Taktgefühl und den fliegenden Wechseln über oder zwischen Hindernissen. Wir fuhren nach dem Training über die Autobahn nachhause und versorgten die Vierbeiner. Die Mittags-Heuration wartete dort bereits auf sie.
    31 Mai 2019

    Occulta
    Military A-L
    PFS‘ Shadows of the Past, PFS‘ Ravissante, Cambria, PFS‘ Navy Sniper, PFS‘ Bacardi Limited, Fake my Destiny

    Military Training machte mir persönlich immer besonders viel Spass. Es war abwechslungsreich, anspruchsvoll und forderte die Pferde körperlich wie auch geistig. Heute übten wir auf unserem eigenen kleinen Trainingsgelände im inneren der Ovalbahn. Es waren zwar nicht viele Hindernisse, aber dafür all jene, denen man typischerweise auf einem Turnier begegnen konnte. Ein Graben, eine Treppe, ein Hügel, Wasser mit Ein-/Aussprüngen und einem mitten drin, ein Buschhindernis, diverse Ecken, Bänke und Kästen, zwei Baumstämme und ein Hindernis mit Fässern. Alle Teilnehmer der heutigen Gruppe waren bereits mit Geländehindernissen in Kontakt gekommen. Die meisten schienen ausserdem zur mutigen Sorte von Pferden zu gehören und zögerten kaum, selbst als sie ins buchstäblich kalte Wasser springen mussten. Okay, so kalt war es dann doch nicht – schliesslich herrschten momentan sommerliche 30 Grad. Ich schwitzte schon nach den ersten paar Sprüngen mit Bacardi. Der Ponyhengst gab wiedermal alles und kümmerte sich nicht um die Hitze – er war glücklich, solange er eine Aufgabe vor sich hatte. Shira hingegen schien etwas faul zu sein. Jedenfalls musste Sheridan die Ponystute ordentlich antreiben. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ihr das schmale Eckenhindernis nicht gefiel, das Sheridan ansteuern wollte. Sniper flitzte mehrfach an uns vorbei und es war beeindruckend, mit welcher Präzision er selbst die schmalen hindernisse meisterte. Anders als andere Jungpferde zog er richtig auf die Hindernisse zu und wollte sie überwinden; er fragte förmlich danach. Diese Einstellung galt es zu fördern. Auch Lily und Fake trainierten wieder mit uns. Jonas stand im Schatten eines Gebüsches und sah zu. Er hatte ausserdem die Mistschaufel bereit, um Hinterlassenschaften gleich aufzusammeln. Davon produzierte Ravissante heute reichlich, denn sie war offenbar noch etwas unsicher und beeindruckt von den verschiedenen Hindernissen. Cambria ging es ähnlich, nur äusserte es sich bei ihr in einem steifen Rücken und hoch erhobenem Kopf. Sie glotzte, sprang aber trotzdem. Dennoch musste Robin natürlich mit ihr auch am Stil arbeiten, damit sie zuverlässiger wurde. Ich forderte von Bacardi ein paar schöne Sprünge von der Treppe runter und ritt jeweils auf der anderen Seite wieder den Hügel hinauf, über das zuoberst platzierte Hindernis. Ich versuchte dabei, denselben Takt zu behalten und alles schön flüssig zu reiten, ohne dass Bacardi sich aufregte. Er machte einen schön runden Hals, als ich ihn nach dem Hindernis, das aus drei massiven, deieckig angeordneten Stangen bestand, wieder aufnahm. Ich liess ihn noch ein letztes Mal den Absatz nach unten springen, dann parierte ich ihn in den Trab durch und liess die Zügel lang werden. Auch die anderen versuchten einen guten Abschluss zu finden. Wir liessen die Vierbeiner zwischen den Hindernissen austraben, dann ritten wir als Gruppe im Schritt zurück zu den Ställen, wo wir sie abduschten und versorgten.
    31 Juli 2019

    Occulta
    Springen L-M
    Cambria, PFS‘ Ravissante, PFS‘ Shadows of the Past

    Wir hatten heute nur zu dritt Springstunde, dafür wollte Lisa uns besonders fordern. Ich ritt mit Shira mit, ausser uns zweien waren noch Robin mit Cambria und Linda mit Ravissante dabei. Zunächst liefen wir uns im Schritt warm. So langsam sanken die Temperaturen und es ging auf den Winter zu. Noch war es aber nicht so kalt, dass wir Decken gebraucht hätten. Lisa baute den Parcours auf, während Robin und Linda mit mir plauderten. Shira giftete ab und zu Cambria an. Linda bemerkte dazu kichernd, dass die Ponystute wohl eifersüchtig auf Cambrias spezielle Scheckung sei. Ich entgegnete, dass Shiras Scheckung aber doch auch sehr schön anzusehen sei. Wir stellten fest, dass Cambria und Shira farblich eigentlich genaue Gegenteile voneinander waren: die eine vorne dunkel und hinten hell, die andere vorne hell und hinten dunkel. Irgendwann erinnerte Lisa uns daran, dass wir eine Reitstunde vor uns hatten. Wir trabten an und begannen, die drei Vierbeiner mit grossen Volten und Übergängen zu lockern. Mein Prinzesschen fürchtete sich ein wenig vor der einen Ecke der Halle, in der das Licht ausgefallen war. Sie war dadurch etwas dunkler, und offenbar reichte das schon, um Shira zu verunsichern. Ich seufzte belustigt und zeigte ihr die Ecke, dann machte ich eine kleine Volte und ritt abermals hindurch. Leider glaubte Shira mir nicht, dass in der Ecke keine Spukmonster hausten. Sie versuchte folglich die ganze Trainingseinheit über, die Ecke zu vermeiden. Ich musste sie jeweils nach innen stellen und konsequent am äusseren Zügel und inneren Bein behalten, damit sie nicht vorher abbog. Allgemein war die junge Stute heute etwas unkonzentriert und stellte mich mehrfach in Frage. „Flegelphase?“, murmelte ich mit gerunzelter Stirn, als ich nach einem übermütigen Steilsprung, bei dem sie sogar grunzte, wieder in den Schritt überging. Ravissante schielte immer wieder zu uns herüber, aber sie liess sich zum Glück nicht anstecken. Wir übten heute besonders In-outs, gebrochene Linien und die Variation von Galoppsprüngen zwischen Kombinationen. Letzeres stellte sich als besonders tricky heraus, gerade weil Shira nicht so recht bei mir war. Sie tendierte dazu, nach dem ersten Sprung zu viel Gas zu geben und dann einen Galoppsprung weniger zu machen als geplant. Normalerweise war die Ponystute sehr rittig und liess sich gut versammeln, aber heute war einfach der Wurm drin. Ich verzieh ihr und lobte sie am Ende trotzdem, nachdem sie den letzten kleinen Parcours einigermassen ruhig absolviert hatte. Wir ritten die drei noch trocken, dann versorgten wir sie und brachten ihnen Karotten zur Belohnung.
    30 Sep. 2019

    Occulta
    Dressur A-L
    Cambria, PFS‘ Ravissante, PFS‘ Shadows of the Past, PFS’ Dancin’ to Jazz, Chanda

    Es war schon acht Uhr abends, und durch die Dunkelheit kam es mir noch viel später vor. Nichts desto trotz lag noch eine ganze Dressurstunde vor mir, bevor ich Feierabend hatte. Ich zog den Reissverschluss meiner Fleecejacke fröstelnd höher und rieb mir die Hände, bevor ich Jazz‘ Halfter schnappte und die Stute einfing. Linda, die mich begleitet hatte, machte dasselbe mit Chanda. Wir brachten die beiden zum Nebenstall, wo bereits Shira, Cambria und Ravissante geputzt wurden. Wir beeilten uns, damit wir möglicherweise etwas früher fertig werden konnten. Lisa war aber noch nicht in der Halle, als wir reinkamen. Wir wärmten uns trotzdem schonmal auf, denn sie musste jeden Moment hier sein. So war es dann auch, sie kam wenige Minuten später. „Everyone warmed up already?“, fragte sie gut gelaunt. Wir nickten alle, also liess sie uns auf die linke Hand antraben und Schlangenlinien mit Übergängen reiten – zuerst im Trab, dann im Galopp. „This was the first step towards todays exercise. We want to focus on flying changes“, erklärte sie nach der letzten Galopp-Schlangenlinie. Sie holte drei Stangen aus der Halterung an der Hallenwand und legte sie auf der Mittellinie aus. Wir mussten über die Breite der Bahn abbiegen und darüber galoppieren. Über der Stange wollte Lisa dann das korrekte Umspringen sehen. Jazz hatte am Anfang eine Art Beinsalat und sprang nicht sauber über die Stangen. Nach dem dritten Versuch schaffte aber auch sie es, wobei ich sie erleichtert lobte. Wir wiederholten das ganze ein paarmal auf beide Seiten, bis es zuverlässig klappte. Danach wollte Lisa Schulterherein auf dem inneren Hufschlag sehen. Jazz bog dabei den Hals fast etwas zu stark, sodass ich ihre Stellung korrigieren musste. Anschliessend sollten wir dann im Galopp aus der Ecke wechseln und die Vierbeiner umspringen lassen, sobald wir wieder auf den Hufschlag kamen. Bei den meisten holperte es zuerst nur, und Cambria und Shira sprangen in den Kreuzgalopp. Lisa schüttelte ungeduldig den Kopf und wies Robin und Rita an, die beiden Stuten viel mehr zu versammeln. „You have to be slower. They need enough time to sort their feet.” Jazz sprang zuerst gar nicht um, doch dann zu meiner Überraschung sofort richtig. Ich lobte sie begeistert und versuchte es nochmals, wobei es leider wieder nicht klappte. So einfach war es eben doch nicht. Ich blieb geduldig und wiederholte den Versuch. Sie sprang wieder um, wenn auch mit einem Zwischenschritt. Auf die andere Seite ging es deutlich besser, denn das bedeutete einen Wechsel auf ihre bessere Hand. Auch Chanda fiel es leichter in den Linksgalopp zu wechseln. Wir machten als letzte Übung noch ein paar Tempowechsel im Galopp auf der ganzen Bahn, dann liessen wir die Pferde auch schon wieder austraben. „Die Stunde war ziemlich schnell vorbei, findest du nicht auch?“, wunderte ich mich an Robin gewandt. Sie stimmte mir zu. Laut der Uhr waren wir trotzdem eine Dreiviertelstunde an der Arbeit gewesen, inklusive dem Aufwärmen und Trockenreiten ergab das die ganze Stunde. Ich lobte Jazz abermals vor dem Absteigen und gab ihr ein Stück Karotte, das sie sanft von meiner Hand knabberte. Die Appaloosastute war so ein Schatz!
    31 Okt. 2019

    Occulta
    Dressur L-M
    Fake my Destiny, Cambria, PFS’ Ravissante, PFS’ Shadows of the Past, PFS’ Dancin’ to Jazz

    Es war wiedermal Samstag Abend, Zeit für eine weitere Dressurstunde. Diesmal gab sie Elliot. Lily und ich ritten mit Fake und Cambria mit. Ausser uns waren nur noch Linda mit Jazz, Rita mit Ravissante und Lisa mit Shira dabei. Wir ritten mit den Fleecedecken auf den Kruppen nebeneinander warm und plauderten, bis Elliot meinte, wir sollen endlich mit dem Traben anfangen. Ich nahm Lily ihre Decke ab und schmiss sie neben der von Cambria über das Eingangstor. Dann bogen wir auf den Hufschlag und trabten an. Zum lockern machten wir zuerst ein paar Übergänge. Elliot wollte uns auch schon ziemlich früh im Galopp sehen. Im Verlauf der Stunde übten wir das Halten aus dem Galopp, arbeiteten an den fliegenden Wechseln, indem wir eine Schlangenlinie mit vier Bögen machten und feilten am Schulterherein. Auch erste Traversversuche, zuerst im Schritt, dann im Trab, standen auf dem Programm. Lily schlug sich gar nicht so schlecht, auch wenn Fake meistens etwas zu flott unterwegs war. Aber zwischendurch war ich richtig begeistert, wie hübsch Fake lief, mit ihrem runden Hals und der hohen Knieaktion, die sie beim Dressurreiten etwas mehr als sonst zeigte. Die beiden könnten doch glatt eine Chance haben in einer der leichteren Dressurprüfungen, überlegte ich. Cambria lief heute ebenfalls schön locker und konzentriert. Die Galoppwechsel hatte sie mittlerweile ziemlich gut im Griff, aber sie musste noch etwas flinker werden. Travers machte ihr hingegen noch etwas mehr Mühe, denn sie wollte sich nicht so recht um meinen Schenkel biegen. Bei Shira sah es ähnlich schwierig aus, denn die Ponystute war zusätzlich kurz gebaut und damit alles andere als leicht zu biegen. Jazz hatte zwar keine übergreifenden Gänge, aber auch sie machte ihre Sache gut und lief die ganze Stunde hindurch stabil in Anlehnung. Ravissante musste wie Fake noch deutlich ruhiger werden, ansonsten hatte Elliot an ihrer Performance heute nichts auszusetzen. Wir liessen die Pferde nach den letzten Seitengängen strecken und austraben. Cambria hielt den Kopf schön in die Tiefe und schnaubte zufrieden. Ich lobte sie ausgiebig und holte dann im Schritt die Abschwitzdecke wieder ab, die wir zu Beginn der Stunde über das Tor gehängt hatten.
    30 Nov. 2019

    Occulta
    Dressur M-S
    Odyn, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, Vychahr, PFS’ Skydive, Brendtwood, Cambria, Fake my Destiny, PFS’ Shadows of the Past, Maekja van Ghosts

    Gleich im Anschluss an das Galopptraining putzte ich den feuerroten Vollbluthengst Odyn. Ihm stand eine Dressurstunde bevor, als Vorbereitung auf seine baldige Körung. Bei dieser Gelegenheit schlossen sich uns auch gleich Quinn mit Sarabi und Isaiah mit Thalia an. Die beiden jüngeren Vollblutstuten genossen Sondertraining, ebenfalls wegen bevorstehender Zuchtzulassungsprüfungen. Wir mussten uns mit dem Satteln und Aufwärmen beeilen, denn für neun Uhr war die erste Reitstunde von Lisa angesetzt, und bis dahin musste die Halle wieder frei sein. Pünktlich um acht Uhr fanden wir uns deshalb alle drei in der Halle ein und begannen mit dem Warmreiten. Ich achtete schon im Schritt darauf, dass Odyn fleissig vorwärtsging und schön von hinten schob. Ich fragte bereits ein paar Seitengänge ab und machte Schlangenlinien entlang dem Hufschlag. Isaiah und Quinn taten es mir gleich. Danach trabten wir an und ritten auf allen drei grossen Volten, um Biegung zu verlangen. Im Verlaufe des Trainings fragten wir auch kleine Volten ab, machten viele Übergänge und arbeiteten besonders an der Losgelassenheit der drei Vollblüter. Sarabi lief schon richtig schön am Zügel, während Odyn und Thalia noch ein wenig Mühe mit der konstanten Anlehnung hatten. Ausserdem war Odyn eher etwas zu stürmisch unterwegs. Trotzdem war die Trainingseinheit ein Erfolg und ich sah den Körungen zuversichtlich entgegen. Um viertelvor neun Uhr liessen wir die drei in den Schritt übergehen und ritten noch ein wenig am langen Zügel. Die Reitschüler von Lisa füllten unterdessen die Halle, fröhlich plaudernd. Unter die Auswärtigen hatten sich auch Robin, Lily, Ruth und Lea gemischt. Sie nutzten Lisas Stunde, um sowohl die Ponys, als auch ihre eigenen Reitkünste zu fördern. Lily ritt auf Skydive. Natürlich konnte der noch völlig grüne Ponyhengst kaum mit den anderen Reittieren mithalten, was die Lektionen anging. Aber es war eine super Übung für ihn, wenn er in der Gruppe mitlaufen und sich konzentrieren musste. Direkter von Lisas Unterricht profitieren konnten Cambria, Fake und Shira. Die drei Stuten waren allesamt auf S-Niveau angekommen und ihre Reiterinnen feilten nun an den gemeinsamen Dressurfertigkeiten. Es ging um Details, aber auch die waren nunmal wichtig auf einem Turnier. Das korrekte, punktgenaue Einspringen in den Galopp, perfektionierte Kurzkehrtwendungen und flüssige, fliegende Galoppwechsel standen besonders weit oben auf der Prioritätenliste. Ich hatte Zeit, einen Moment in die Reiterstube zu sitzen und zuzusehen, als ich Odyn versorgt hatte. Lily sah zwischendurch etwas verloren aus, wie sie mit Skydive zwischen den konzentriert galoppierenden Pferd-Reiter-Paaren herumkurvte. Aber Skydive gab sich sichtlich Mühe und lief schön schwungvoll, wann immer die beiden eine längere Strecke geradeaus traben konnten. Zufrieden trank ich meinen Tee aus und begab mich dann als letztes zu einem weiteren Fuchs: Vychahr. Auch er wartete auf ein Dressurtraining, und auch bei ihm ging es um Feinheiten. Sobald die Reitstunde vorüber war, konnte ich mit ihm in die Halle. Er war mittlerweile ein wahrer Traum zum Reiten. Seine weichen Gänge hatten sich mit seiner Aufrichtung weiterentwickelt und er konnte nun eine richtig eindrucksvolle Trabverstärkung zeigen. Allerdings musste ich stets aufpassen, dass seine Hinterhand mitkam. Genau daran übte ich heute. Ausserdem feilten wir an unseren Galopppirouetten. Während wir so unsere Runden drehten, kam Lisa mit Brendtwood rein, gefolgt von Jonas und Maekja. Die Isländerstute wollten wir ebenfalls so schnell wie möglich für ihre Zuchtzulassung fit machen, sodass sie im Moment ein ausgiebiges Trainingsprogramm bekam. Trotzdem hatte sie natürlich mindestens einmal pro Woche einen reit-freien Tag, an dem wir entweder spazieren gingen, oder sie longierten. Sie war trotz ihrer acht Jahre noch nicht sehr weit ausgebildet gewesen, als wir sie übernommen hatten. Das machte aber nichts, denn sie war willig und lernte schnell. Nach den ganzen Dressurübungen freute ich mich richtig auf die nächsten Einheiten: Springen.
    12 März 2020

    Occulta
    Military L-M
    Maekja van Ghosts, Cambria, PFS' Karat, PFS' Reverie, Brendtwood, PFS' Shadows of the Past, Namuna, Tayr al-Diyari, Mansur, HMJ Honesty

    Nach dem erfolgreich durchgeführten Springtraining am frühen Morgen, wollten wir am späten Nachmittag mit ein paar Pferden in Richtung London fahren, um auf einer Geländestrecke in der Nähe zu trainieren. Der "Springgarten", wie wir ihn gerne nannten, war erst vor etwa einem Jahr erstellt worden und bot eine Vielzahl von verschiedensten Naturhindernissen. Auch HMJ Honesty wollte ich heute mitnehmen, denn das Militarytraining eignete sich hervorragend, um jungen oder unerfahrenen Pferden mehr Mut beizubringen. Nebst der Mustangstute nahmen wir auch Cambria, Woody, Karat, Reverie und Shira mit. Ausserdem fuhr uns Rosie mit Namuna, Tayr und Mansur hinterher. Auf dem Trainingsgelände angekommen, luden wir die Vierbeiner aus dem Lastwagen und sattelten sie. Bis auf Woody und Honesty hatten wir allen Transportgamaschen angezogen. Woody stand meistens ruhig im Anhänger und Honesty war sich die Gamaschen nicht gewöhnt, ausserdem hatten sie beide robustere Gliedmassen als die feinen Warmblüterchen. Sobald alle bereit waren, führten wir die Pferde ein Stück über den kurzen Rasen, bis zum erstbesten Baumstamm, den wir zum Aufsteigen nutzen konnten. Danach ritten wir sie auf dem Sandweg um das Gelände herum warm. Ich sass natürlich im Sattel von Honesty. Die Scheckstute trottete den Warmblütern eifrig hinterher, als wollte sie ihre Herde nicht verlieren. Ich versuchte immer wieder mehr oder weniger erfolgreich, ihre Aufmerksamkeit auf meine Hilfen zu lenken. Aber es gelang mit erst vollständig, als wir mit dem ersten Hindernis begannen. Die Aufwärmübung bestand darin, einen kleinen Baumstamm, gefolgt von einer niedrigen Stufe und anschliessend einem weiteren Baumstamm zu überwinden. Wir liessen die Pferde am Anfang im Trab auf die Hindernisse zugehen, damit sie Zeit hatten, sich alles anzusehen. Cambria, die schon ein paar Military-Trainings hinter sich hatte, hüpfte leichtfüssig vor uns auf den Absatz, sodass Honesty ihr zuversichtlich folgte. Ich lobte die Scheckstute ausgiebig, als sie auch über den zweiten Baumstamm einen kleinen aber feinen Hüpfer nahm. Als nächstes versuchten wir uns an einem weiss umrahmten Graben. Den fanden alle bis auf Cambria ziemlich unheimlich. Besonders bei Reverie dauerte es eine Weile, und wir mussten zur Hilfe alle Pferde auf die andere Seite des Grabens stellen, um sie zu locken. Karat hingegen stoppte zwar, sah sich den Graben dann aber ganz genau an und nahm kurz darauf einen Satz darüber, mit ein paar anschliessenden, übermütigen Bocksprüngen. Überhaupt waren die Pferde sehr energievoll unterwegs; gelegentlich hörte man ein Quieken oder Grunzen, über oder nach einem Sprung, und das ein oder andere Gehampel war auch nicht zu vermeiden. Die Zeit ging so rasch vorüber, dass ich ganz überrascht auf die Uhr sah, als es bereits eindunkelte. "Okay folks, enough for today ", rief ich quer durch den Garten. Wir liessen die Pferde austraben und zum trocknen ohne Sattel ein wenig grasen. Duschen mussten wir sie zuhause aber dennoch.
    Als alle wieder in ihren Boxen standen und die Reste der abendlichen Heuration sortierten, holte ich Maekja raus. Auch mit ihr wollte ich noch ein wenig Military üben, allerdings nur in unserem Hauseigenen kleinen Parcours. Ich schaltete das Flutlicht ein, denn mittlerweile war es dunkel. Wir wärmten uns rasch auf, dann übte ich eine halbe Stunde lang intensiv mit ihr. Wir komzentrierten uns vor allem auf den kleinen Teich, denn Einsprünge ins Wasser machten ihr noch etwas Angst. Sie überwand sich für mich und schaffte alle von mir gestellten Aufgaben. Zufrieden lobte ich sie und liess sie am langen Zügel auf der Ovalbahn trockenlaufen.
    31 Aug. 2020

    Kür:

    Heute war ich auch mit PFS' Shadows of the Past auf der Stutenkörung. Genau gleich wie bei Cambria hatte ich die Stute zwar schick gemacht, aber nicht ganz so viel Zeit und Aufwand hineingesteckt wie sonst. Ich hoffte, dass sie die Richter dennoch überzeugen konnte mit ihrer Qualität. Immerhin vereinigte die Stute einige wichtige Blutlinien der Reitponyzucht und auch ihr Exterieur war beinahe tadellos. Charakterlich war Shira ausserdem ein richtiges Engelchen. Sie stand brav still, liess sich ohne zu drängeln in allen drei Gangarten vorführen und reagierte auch sofort, wenn ich die Hand wechseln wollte. Wir führten Volten und Schlangenlinien vor, sodass die Richter von allen erdenklichen Winkeln her einen guten Blick auf meine hübsche Stute bekamen. Am Ende lobte ich Shira zufrieden und gab ihr auf dem Parkplatz einen grossen Apfel zur Belohnung.
    858 Zeichen mit Lz, geprüft mit Lettercount.com, Text by Occulta
     
  8. Mohikanerin

    Mohikanerin Grafiker

    Mohikanerin mit
    Saints Row

    [​IMG]

    Steckbrief //
    Zuchtname: Saints Row
    Rufname: Saint (Seyn)

    Aus der: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    Den: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    ____________________________________

    Geschlecht: Stute
    Rasse: Aegidienberger
    Geburtsdatum: 23. August 2003
    Farbe: Braunschecke Splash
    Abzeichen: Scheckungsbedingt (Kopf und Beine)
    Stockmaß: 152 cm

    Charakter:
    Saint ist eine aktive und sehr wertvolle Stute. Sie arbeitet stehts mit und tut was sie kann. Am liebsten ist sie alleine. Ansonsten ist etwas störisch und möchte auch manchmal den Kopf durchsetzen. Ansonsten kann man gut mit ihr arbeiten, da sie schnell lernt. Die Stute ist eine Genetikbombe und macht fast alles immer perfekt. Durch die Farbe, den Gängen und der Grösse fällt sie besonders auf. Saint ist immer für die Ovalbahn zu haben, aber geht nicht so gerne in den Wald.
    ____________________________________

    Gencode: EE AA nT SplSpl
    Zuchtzulassung: Nein
    Gesamtnote: -
    Nachkommen: -

    [Schleife]
    Prüfung
    ____________________________________

    Dressur: M / L
    Springen: E / E
    Military: -
    Fahren: -
    Rennen: E / E
    Gangreiten: M / S
    Western: -
    Distanz: E / E

    Gänge: 5

    [​IMG]
    244. Dressurturnier (13.10.2013)

    [​IMG]
    2. Gangturnier (01.02.2014)
    8. Gangturnier (05.06.2014)
    60. Gangturnier (27.01.2016)
    174. Gangturnier (24.03.2018)

    [​IMG]
    5. Gangturnier (14.04.2014)
    19. Gangturnier (04.04.2015)
    193. Gangturnier (01.09.2018)
    204. Gangturnier (25.11.2018)
    ____________________________________

    Besitzer: Mohikanerin
    Zucht: Unbekannt, Dänemark
    VKR: Kirbeeh
    Ersteller: Kirbeeh
    Punkte: 15
    ____________________________________

    PNG | PSD | Details
    Galopp

    Hufschmied (21.04.2021) //
    Befestigen eines verlorenes Duplo für Saints Row
    21.04.2021 // Mohikanerin

    Mit Kunden hatte ich nicht mehr viel zu tun in meinem Alter, die jungen Leute in meinem Unternehmen können den größten Teil der Arbeit von mir übernehmen. Aber die großen Zuchtveranstaltungen konnte ich mir nicht entgehen lassen. Mit meinem Sohn und einem weiteren Angestellten waren wir für das Wochenende in der Nähe von Stockholm die zuständigen Schmiede auf der Körung. Viele verschiedene Leute liefen mir über den Weg, so auch ein junges Mädchen mit einer blonden Kurzhaarfrisur, die ziemlich nervös auf uns zu kam. Am Strick hatte sie eine braune gescheckte Stute mit blauen Augen. Mein geschulter Blick zeigte mir, dass am linken vorderen Huf ein Hufeisen fehlte. Unverständlich stammelte sie etwas vor sich her, vermutlich sollte das unsere Landessprache sein. Sie kam nicht von ihr.
    “Saints Row hat beim Warmlaufen ihr Duplo verloren”, erklärte sie mir und stellte sich im Anschluss als Vriska vor. Es sei nicht ihr Pferd, aber der Besitzer wäre auch nicht vor Ort. Obwohl es mir nicht wichtig war, nickte ich und betrachtete den kleinen Unfall. Die Duplos waren mit kleinen Nägeln an der Hufwand befestigt. An dem Zeh brach etwas vom Horn ab, was ich mit Raspeln wieder begradigen konnte. Mein Sohn reichte mir neue Nägel, mit denen ich das Duplo wieder an den Huf machte. Nicht viele Kunden haben diese Art von Eisen an ihren Pferden, umso mehr freute ich mich über die Abwechslung bei der Arbeit.
    Vriska bedankte sich und verließ uns wieder. Einige Zeit später sah ich die beiden auf dem Reitplatz bei der Körung.

    Tierarzt (17.04.2021) //
    Routineuntersuchung & Impfungen auffrischen
    Saints Row| Blávör| Vintage| Lotti Boulevard| Alfred's Nobelpreis

    Ein wenig verwundert stieg ich aus meinem Auto, welches ich gerade auf dem Lindö Dalen Stuteri geparkt hatte. Weit und breit konnte ich weder einen Menschen noch ein Pferd entdecken. Ich warf einen Blick auf meine Uhr. Sie zeigte 10:30 Uhr, das hieß, ich war genau pünktlich. Als ich mich gerade auf die Suche nach meinem Kunden machen wollte, kamen mir ein junger Mann und ein Mädchen mit zwei Pferden um die Ecke.
    “Entschuldigen sie Doc, die kleine Hexe hier wollte sich nicht einfangen lassen”, erklärte der junge Mann die Verspätung, der sich wenig später als Folke vorstellte.
    Mit meiner Tasche in der Hand folgte ich den beiden bis zu einem Anbindeplatz, wo ich dann mit meiner Arbeit beginnen konnte. Als erstes Untersuchte ich die Isländerstute, die mir als Blávör vorgestellt wurde. Augen und Ohren, wie auch der Rest des Pferdes waren unauffällig, sodass der den beiden Impfungen, die die Stute bekommen sollte, nichts im Wege stand. Ganz typisch Stute zicke die Schecke ein wenig rum, doch mit routinierten Bewegungen, hatte ich die Stute schnell geimpft.
    Während ich mich nun der nächsten Patientin zu wand, brachte Folke, die Isländerstute weg. Auch bei Saint Row überprüfte ich als Erstes den Gesundheitszustand. Diese Prozedur wurde von etlichen Fragen den jungen Mädchen begleitet und ich beantwortete jede ihrer Fragen geduldig. Auch diese Stute war in einwandfreiem Zustand, sodass ich sie impfen konnte.
    Folke war inzwischen mit einer deutlich größeren braunen Stute zurückgekehrt und stellte mir diese als Lotti Boulevard vor. Lotti beobachte mich die ganze Zeit ein wenig skeptisch, während ich sie untersuchte. Auch bei der Traberstute gab es keine Auffälligkeiten. Bei der Impfung war sie brav, sodass sie dann auch recht schnell fertig war.
    Auch bei der nächsten Stute ging alles recht schnell. Vintage war brav und bis auf die Sache, dass die Zähne bald mal wieder gemacht werden sollten, gab es auch bei ihm nichts zu beanstanden.
    Der letzte Patient, war ein großer Fuchshengst, dem es nicht allzu leicht fiel stillzustehen. Ungeduldig hampelte er umher. Mit ein wenig Geduld konnte ich auch ihn untersuchen und impfen. Nachdem alle Patienten versorgt waren, teilte ich noch den beiden Betreuern der Tiere mit, dass die Pferde die nächsten zwei Tage nur leicht bewegt werden sollten und sie noch einmal anrufen sollten, wenn Nebenwirkungen auftreten.
    Nach getaner Arbeit machte ich mich somit fast pünktlich auf dem Weg zum nächsten Hof.

    © Wolfszeit|2069 Zeichen

    Trainingsberichte (4) //
    Dressur E zu A | 28. April 2014
    Mit zusammengekniffenen Augen strecke ich mich nach vorne über das Lenkrad. Ist das da vorne Vina’s Hof? Sieht fast so aus. Nach einigen Metern sehe ich es besser, ja jetzt bin ich wohl angekommen. Saints Row, eine Aegidienberger Stute, sollte heute in Dressur weitergebildet werden. Vina hat mich jedoch vorgewarnt, momentan habe sie eine schlechte Phase, doch ansonsten sei sie lernfreudig und brav. Mit einem Lächelnd parkiere ich nun mein Auto und sehe Vina auf mich zueilen. Ich steige aus und wir begrüssen uns herzlich, „Super dass du kommen konntest!“, sagt sie mir dann und ich antworte, dass ich mich auch darüber freue. „Du hast es ja schön hier!“, meine ich ehrlich erstaunt. „Dankeschön“, antwortet sie mir lächelnd und ich lächle zurück. „Dann zeig ich dir mal Saint, in Ordnung?“ Ich nicke und schon schreitet sie voran. Auf dem Weg zu Saints‘ Box kann ich viele Isländer bestaunen, schliesslich hat Vina eine Isländerzucht. Isländer haben es mir schon früh angetan, und auch heute muss ich hie und da stehen bleiben und mir die hübschen Isländer ansehen. Vina selber quittiert das mit einem Lachen, in welches ich einstimme. „Aegidienberger – Was ist das denn eigentlich für eine Zucht?“, frage ich sie nun. „Das ist eine Kreuzung von Isländern und Paso Peruanos, eine echt tolle Rasse“ Ich nicke langsam, so lernt man immer wieder etwas Neues. Nun kommen wir zu der Stallung, in welcher Saint ist. Vina führt mich zu ihrer Box, „da wäre mal die Gute“, sagt sie dann zu mir. Saint ist wirklich eine schöne Stute, vor allem hat sie eine ganz besondere Fellfarbe. „Wow“, bringe ich nur hervor. Um mich mit ihr bekannt zu machen strecke ich ihr die Hand entgegen. Saint schaut mich zunächst argwöhnisch an, doch nach einigen Sekunden kann ich sie auch schon streicheln. Nun holen wir sie gemeinsam aus der Box und putzen sie ausgiebig. Die Hübsche geniesst die Putzeinheit, dann kämmen wir ihr die Mähne, verlesen den Schweif und kratzen ihr die Hufe aus. „So, dann wollen wir mal satteln“, sage ich und streichle Saint. Vina zeigt mir die Sattelkammer und ich hole den Sattel hervor, sie bringt das Zaumzeug mit. Beim Satteln will Saint nicht still halten, sie macht immer wieder einige Schritte zur Seite. „Also!“, rufe ich lachend aus. Vina zwinkert mir nun zu und durch ein kleines Bestechungsmittel hält sie nun endlich still. „Geht ja auch so, oder? Feine Dame“, lobe ich sie. Vina zäumt sie nun und Saint ist nun bereit. „Ich hole noch schnell meinen Helm und meine Gerte“, rufe ich Vina zu, ich Dödel habe mein Zeug im Auto vergessen. Nun spurte ich also zum Auto und hole meine Sachen hervor. Vina hat mir geraten, mit der Gerte zu arbeiten, da Saint es so kennt.

    Wieder, nun mit der vollen Ausrüstung, spurte ich wieder zu Vina zurück. Mit einem Lächeln danke ich ihr und sie übergibt mir die Zügel. Den Sattelgurt ziehe ich noch eins enger und dann heisst es auch schon aufsteigen, nun bin ich mal gespannt. Vina streckt mir den nach oben gerichteten Daumen entgegen und mit einem Grinsen steige ich auf. Die hübsche Saint bleibt still stehen und ich lobe sie. Wir sind alleine auf dem Platz, nun kann ich mich ganz auf sie konzentrieren. „Dann wollen wir mal!“, sage ich zu ihr und streichle sie. Zum Anfang lasse ich sie am langen Zügel ganze Bahn gehen. Saint reagiert gut auf die Hilfen, doch sie ist recht verspannt. Wir wechseln die Hand, ehe ich die Zügel aufnehme. Nun reisst Saint den Kopf hoch, doch sie bleibt ruhig. „Hee“, beruhige ich sie, doch anscheinend hat sie nicht etwas erschreckt. „Das habe ich eben gemeint!“, ruft mir Vina nun vom Rande aus zu. Ich nicke langsam, da gibt es nun also viel zu arbeiten. Saint wehrt sich sehr gegen das Gebiss und ist auch allgemein völlig verspannt. Ich reite kurz zu Vina und gebe Saint Paraden, sie bleibt gehorsam stehen. „Vina?“, frage ich sie, „Ich gehe jetzt mal davon aus, dass du daran gedacht hast, und die Zähne kontrollieren lassen hast …?“ Schliesslich kann es ja sein, dass Vina das nicht beachtet hat. „Ja, da ist nichts“, antwortet sie mir. „Okay, wollte einfach nur sicher gehen“, lächle ich ihr zu und wende mich wieder Saint zu. Zu Beginn versuche ich, mit den Zügel leicht zu spielen, behalte aber eine konstante Verbindung. Zuerst merkt man nichts, doch bald wehrt sie sich auch nicht mehr so gegen die Zügeln. Mit den Zügeln mache ich nun nicht viel, mehr über Schenkelhilfen und Saint wird nun ruhiger. Aber schliesslich soll sie ja das Gebiss akzeptieren, nun nehme ich die Zügel wieder auf, treibe hartnäckig und Saint wehrt sich zunächst noch gegen das Gebiss. Keine Frage, es ist eine Gefühlssache und ich gehe es langsam an. Bald, nach vielen Belohnungen und Übungen, wehrt sie sich nun gar nicht mehr gegen das Gebiss, auch im Trab klappt es. Perfekt läuft sie noch nicht am Zügel, doch es ist ein guter Anfang. „Braaves Mädchen!“, lobe ich sie nochmals ganz fest. Nun können wir uns an die eigentliche Arbeit machen. Zwar wehrt sie sich nun nicht mehr gegen das Gebiss, doch sie ist immer noch nicht entspannt. Ich gebe ihr nun Hilfen zum Antraben und im Trab reiten wir Volten, Schlangenlinien und vieles mehr, was die Geschmeidigkeit fördert und Saint entspannt, sodass sie nicht mehr so verkrampft ist. Nun arbeiten wir daran, dass ihre Hinterhand aktiver wird, und sie nicht so sehr auf der Vorderhand läuft. Nach einiger Zeit klappt es gut und ich lobe sie nochmals ganz fest und als Belohnung gibt es eine Pause. Ich pariere sie ihn den Schritt und wir wechseln die Hand. Auch hier schaue ich, dass sie schön versammelt läuft. Bei Saint muss ich nicht viel machen, die Gute kennt das Meiste auch schon. Nun geht es zum Galopp, mit einem Schnalzen und feinen Beinhilfen gebe ich ihr das Kommando, anzugaloppieren. Sofort fällt Saint in einen butterweichen Galopp, diese Gangart ist sicherlich ihre Stärke. Ich lobe sie und verstärke leicht ihren Galopp. Saint nimmt die Hilfe an, die Stute ist echt toll. Wir gehen bei A auf die Volte und wechseln aus der Volte die Hand. Auch hier zeigt Saints ihren schönen Galopp, dann pariere ich sie in den Trab. Nun heisst es: Mitteltrab. Saints kennt das noch nicht. Im Trab lasse ich ihr ein wenig mehr Zügel, und zur Vorbereitung verlängere ich ihre Schritte, denn das kennt Saints schon, nun fehlt also nicht mehr viel zum Mitteltrab. Bei jedem Schritt treibe ich fein, da sie nun mehr Zügel hat, wirft sie nun ihre Beine mehr nach vorne. Nach einiger Zeit hat Saint es kapiert, ihre Schritte werden raumgreifender, die Schwebephase länger und die Hinterhand arbeitet stark mit. Überaus glücklich pariere ich sie in den Schritt und lobe sie ganz doll. „Du bist ein super Mädchen, Süsse!“ Mit einem Grinsen schaue ich auf und sehe Vina mir zulächeln. Mit einem strahlendem Lächeln nicke ich ihr zu, dann nehme ich wieder die Zügel auf und im Schritt reiten wir Bahnfiguren. Die meisten kennt Saints auch schon, doch das Viereck verkleinern zum Beispiel nicht, auch durch die halbe Bahn wechseln ist ihr unbekannt. Wir arbeiten daran, bis es ihr nicht mehr fremd ist. Nun, bemerke ich plötzlich, ist das Gebiss kein Problem mehr, sie geht in korrekter Anlehnung und macht super mit. Saint kennt nun alles vom A Niveau, meine Arbeit ist hier getan.

    „Also, ich hoffe, man sieht sich wieder!“, lächle ich Vina zu. Wir haben Saint versorgt, geknuddelt und ich hab mich von ihr verabschiedet. Die gute Stute war wirklich eine ganz tolle, die werde ich so schnell nicht vergessen. Saint hat recht gearbeitet, sie war recht müde und hat geschwitzt, sie hate wirklich alles gegeben und hat anscheinend auch Spass daran gehabt, so wie ich. Nun verabschieden Vina und ich uns, es war ein toller Nachmittag. „Ja, hoffen wir mal!“, antwortet mir Vina mit einem Lächeln. „Also, dann mach es mal gut!“, rufe ich ihr nochmals zum Abschied zu, ehe ich mich entferne. Als ich mich nochmals umdrehe, sehe ich sie mir zuwinken. Mit einem Grinsen winke ich ihr zurück und steige dann in mein Auto, heute war wieder mal ein toller Tag.

    © Medy | 7967 Zeichen

    Gangreiten L zu M | 7. April 2015
    Heute ging es zu Vina und ihrer Stute Saints Row, die aber von allen nur Saint gerufen wurde.
    Kaum hatte ich mein Auto geparkt, wurde ich von einer leicht hektischen Frau begrüßt. Sie stellte sich schnell als Vina vor und entschuldigte sich für ihre Hast. Ihre Stute Saint dürfe nie lange allein am Anbinder stehen, erklärte sie und bedeutete mir ihr zu folgen.
    Und wirklich, die Aegidienberger Stute warf bereits unruhig den Kopf hoch und scharrte mit den rechten Vorderhuf auf der rutschfesten Betonfläche des Putzplatzes.
    Als erstes fiel mir Saints ungewöhnliche Färbung ins Auge, ein Braunschecke mit völlig weißem Kopf. Fieberhaft überlegte ich, wie man diese Farbvariation nannte, aber noch bevor mir 'Bay Splash' eingefallen war, hatte Vina meine Aufmerksamkeit schon auf einen anderen Aspekt ihrer Stute gelenkt.
    „Sie legt sich noch sehr viel auf die Zügel und rollt in schnellem Tempo auf der linken Hand.“ fasste sie knapp zusammen und sah mich erwartungsvoll an.
    „Ein übliches Problem.“ meinte ich beruhigt und dann: „Ich denke das bekommen wir zumindest verbessert. Wollen wir loslegen?“
    Sie nickte und holte schnell das Sattelzeug der Stute. Während Vina mit satteln beschäftigt war fragte ich: „Eine Idee für die Ursache des Rollens?“
    Sie schüttelte den Kopf: „Ich habe schon viel probiert. Eine häufige Ursache ist ja das der Reiter schief oder der Sattel im allgemeinen etwas ungleich sitzt, aber Fehlanzeige, daran liegt es schon mal nicht.“
    „Gut zu wissen.“ betonte ich und hielt den Kopf der Stute unten, die versuchte Vina beim auftrensen das Leben schwer zu machen.
    „Dann wollen wir mal sehen.“ murmelte ich, mehr zu mir selbst als zu einer der anwesenden Personen und stellte die Bügel auf eine passende Länge ein.
    Vina zeigte mir die große Ovalbahn und ich saß aufm gespannt darauf wie ich mit Saint zurecht kommen würde.
    Mein erster Eindruck war wirklich gut. Die Stute zickte nicht und zeigte sich geschmeidig und arbeitswillig, auch vom 'auf den Zügel legen' hatte ich bisher nichts bemerkt, doch noch ritt ich im Schritt und auf der rechten Hand.
    Sobald ich einen Handwechsel versuchte, zeigte Saint sich unwillig. Zwar gelang es mir ohne große Anstrengung sie in die neue Richtung zu lenken, doch sehr schnell zeigte sich das links ihre schwache Seite war. Biegungen fielen ihr schwer und sie wirkte lange nicht so geschmeidig wie auf der rechten Hand. Auch begann sie nun, ihren Kopf immer stärker auf dem Zügel abzulegen und ich begann dauerhaft kleinere Paraden zu geben um sie dazu zu motivieren ihren Kopf wieder selber zu tragen.
    Anstelle meines eigentlichen Plans, jetzt auch das Rollen zu testen, blieb ich vorerst im Schritt und nahm die Aufgabe in Angriff ihre Beweglichkeit auf der linken Hand zu verbessern, Schlangenlinien und Volten sollten mir dabei helfen.
    Anfangs führten uns die Volten noch über den Rand der Bahn auf das Gras in der Mitte, doch nach und nach, in kleinen und doch spürbaren Schritten wurden die Volten kleiner und auch die Bögen der Schlangenlinien enger.
    Hatten wir bisher nur im Schritt gearbeitet, ging ich jetzt auch zu lockerem, leichtem Trab über. Tölt ließ ich aus denn ich wollte nicht das die Stute sich anspannte und die Beweglichkeit wieder verlor die wir mühselig aufbauten.
    Nach zwei langen Stunden war klar das sowohl Pferd als auch Reiterin eine Pause brauchten.
    Während Saints sich auf der Koppel für das Training am Nachmittag ausruhte, aß ich mit Vina und ihrem Team aus Trainern und Stallhelfern zum Mittag. Nach einem kleinen Sparziergang über den Hof fühlte ich mich bereit den zweiten Teil des Trainings in Angriff zu nehmen. Nun wollte ich mich dem eigentlich größten Problem zuwenden, dem Rollen und außerdem wenigstens noch etwas Verfeinerung der Gänge einbringen um die Stufenerhöhung zu rechtfertigen.
    Das Stütchen ließ sich nur unwillig ein zweites Mal satteln. Ich fand es durchaus verständlich das sie wenig Lust auf ein zweites Training hatte, aber ich wollte die Stufenerhöhung wenn möglich noch heute über die Bühne bringen, um Cata nicht zu lange auf dem Hof zu Hause alleine zu lassen. Auch sie hatte noch Aufträge zu erledigen und meine kleine Schwester wollte ich nicht als einzige Kompetente auf dem Hof lassen.
    Ich saß auf und bemerkte zu meiner Freude Vina, die, mit ihrer täglichen Arbeit fertig, an der Bahn stand und uns zuschaute.
    Zwei runden Schritt zum warm werden, Handwechseln auf die linke Hand, Volte. Nach der zweiten Volte brauchten wir das Gras nicht mehr und die vor wenigen Stunden schon einmal gedehnten Muskeln und Bänder, wurden schnell wieder warm. Zufrieden stellte ich fest das die Stute auf einmal voller Eifer dabei war schneller zu werden. Ihren Kopf hatte sie stolz erhoben und ich nutzte die Gelegenheit ihren Tölt zu testen. Die ersten Schritt waren typisch Tölt auf der schwächeren Seite, leicht unsicher. Doch als sie bemerkte das die steife Seite begann sich zu dehnen wurde sie Sicherer und schneller.
    Ich bemerkte kein legen auf den Zügel und beschleunigte ihren Tölt bis er begann passig zu werden. Auf diesem hohen Tempo stellte ich fest das sie langsam begann sich einzurollen. Ich war mir nun sicher das die Ursache darin lang, das sie sehr nach rechts gebogen und damit beinahe 'schief' war, also auf einer Seite mehr gedehnt als auf der anderen. Ich ließ in linken Schenkel passiv und trieb nur noch mit rechts. Dabei erinnerte ich mich grinsend daran wie schwer mir das in meiner Zeit als Reitschülerin gefallen war. Gleichzeitig nahm ich den Zügel mit der linken Hand stetig an und gab wieder nach, als ich mein Gewicht nun auch noch deutlich nach recht verlagerte, merkte ich die der Hals der Stute begann sich zu 'entrollen'.
    Ich parierte durch zum Schritt, lobte die Stute ausgiebig und wiederholte die Übung. Antölten und die Rolle möglichst korrigieren. Auch meine vorherigen Übungen kamen mir dabei gut zu pass. Das Saint versuchte mir das tragen ihres Kopfes zuzuschieben, war kein Thema mehr.
    Das Pferd und ich waren trotz des kühlen Wetters durchgeschwitzt, doch die Mühe hatte sich gelohnt. Nach dem gefühlt tausendsten Versuch blieb die Rolle auf der linken Hand einfach aus. Völlig zufrieden ließ ich Saint in den Schritt fallen und die Zügel aus der Hand kauen. Es war mit Sicherheit genug Training für heute. Man sollte das Training bekannter maßen immer mit einem Erfolgserlebnis beenden, nun, das war ein Erfolgserlebnis befand ich und saß ab. Vina verabschiedete mich herzlich und ich war glücklich ihr nach einem anstrengenden Trainingstag sagen zu können: Saints Row hat mit Erfolg am Gangtraining des UHAP Ocean Wave teilgenommen und darf nun auf Stufe M gehen.“

    © BellaS | 6602 Zeichen

    Dressur A zu L | 7. September 2015
    Tschechien. Das Nachbarland Deutschlands war eine Hochburg der östlichen Kultur. Wobei östlich hierbei osteuropäisch bedeutete. Nach meinem Abschied der Legacy of Scotland hatte es mich schnell nach Südengland verschlagen. Um genauer zu sein, war der Auftrag von Vina Ernadottir mein erster einziger Auftrag seit über drei Jahren. Ich schätzte die Einsamkeit, die es mit sich zog, ebenso wie Clark. Der hatte nun auch eine Reihe von Aufträgen an Land gezogen.

    Hingegen der Annahme, das Wetter in Prag sei miserabel bis nicht mehr ertragbar blitzte die Sonne gelegentlich durch das Wolkenfeld, als ich aus der Hauptstadt in den zwölften Bezirk fuhr. Die Straßennamen waren für mich unaussprechbar; deutsche Namen gab es selten bis gar nicht. Aber schon nach einer halben Stunde Autofahrt hatte mein Navi mich sicher zum Nationalgestüt gebracht. Das 54 Hektar große Grundstück war bis in den letzten Quadratmeter optimiert für die Zucht und das Training von Mehrgangpferden wie Isländer und Aegidienberger. Saints Row gehörte zur letzteren Rasse. Mir gingen sekündlich die Augen über, als ich die einfache Auffahrt hochfuhr und meinen Wagen auf dem Parkplatz verfrachtete. Mein einwöchiger Aufenthalt hatte mir sogar eine Stube auf dem Hof erlaubt, sodass ich nicht von Prag aus hierher fahren musste. Die äußerst schöne und farbenprächtige Begrünung (gemeint waren die Garten- und Weganlagen) sorgte für ein angenehmes Klima, dass durch die Sonnenstrahlung noch verstärkt wurde. Dadurch ging ich hochmotiviert in den Stalltrakt.
    Saint blickte mich neugierig an. Ich war immer noch geflasht von dem topmodernen Gebäude. Die äußerst hübsche Scheckstute wurde von mir auf den Putzplatz vor den Stallungen geführt und ordentlich gebürstet. Durch die weiße Farbgebung vor allem an der Hinterhand, am Bauch und am vorderen Teil ihres Körpers waren auch nur kleine Schmutzpartikel gut zu sehen. Daher dauerte das Putzen auch länger als zehn Minuten. Und mit der aufgesattelten Stute bewegte ich mich über den kleinen Platz direkt auf das schräg gegenüberliegende Gebäude. So eine Reithalle hatte ich noch nie gesehen. Erstaunt war ich auch, als mir eine hübsche Mixhündin zwischen den Beinen herumlief und einmal leise bellte. Saint blieb ruhig, als die Hündin, die wohl zum Teil ein Australian Shepherd war, schnurstracks zum Stall trippelte und dort verschwand. Achselzuckend führte ich die Aegidienbergerin zu der Anlage und gurtete nach.

    Eine angenehme Wärme lag in der Halle, als wir aufgewärmt waren. So viele Eindrücke, die ich hier schon binnen einer Stunde gesammelt hatte. Vina hatte mir von all den kleinen Details des Gestüts erzählt, ebenfalls von der Möglichkeit, Musik hier abzuspielen. Doch davon wollte ich erst später Gebrauch nehmen. Für die Abfragung ihrer jetzigen Fähigkeiten war das sicher nicht nötig. Im lockeren Trab gingen wir viele Biegungen und Wendungen, auch recht kleine, die besonders als Volten durchgehen konnten. Nach einem Zirkel setzten wir sofort im Galopp durch die Halle. Eigentlich ein No-Go bei einer Dressur, aber es machte einfach Spaß. Und etwas Dampf abzulassen schien der Dame auch gutzutun. Wenige Minuten später war sie leichter auszusitzen und wir machten eine Schrittpause. Im ersten Stock gab es eine hochwertige Reiterlounge. Ich erkannte Vina und eine weitere Frau, die uns zu sahen. Ich winkte ihnen zu, ehe ich meinen Blick wieder geradeaus richtete. Mit den zwei Augenpaaren im Rücken straffte sich dieser automatisch, als wir einen Bahnwechsel durchführten und in etwa bei X wieder antrabten. Ich stellte die Zügel weiter auf, stand langsamer im Sattel und konzentrierte mich auf die Gänge der Stute.

    Schon zwei Tage später durften wir beide in den Genuss der beheizten Halle kommen. Es regnete fürchterlich und ausnahmsweise durfte Valkýra, die Mixhündin, oben im Privatbereich zuschauen. Im Stall war es ihr wohl zu ungemütlich. Vina stand in der Mitte der Halle, und schaute mir genau bei der Arbeit mit Saint zu. "Gibs zu, du bist froh um die warme Reithalle!", wollte Vina neckisch wissen. Bei ihr hörte man den isländischen Slang noch ganz leicht heraus, als sie kurz nach meiner Bejahung auflachte und mir dann die Weste abnahm. Die Scheckstute wirkte zerstreut. Lag es am Regen, dass sie sich schon beim Abwenden auf den Zirkel im Leichttrab so leicht ablenken ließ? Beispielsweise als Valkýra einmal aufbellte? Es war nicht laut; durch das Glas kam es eher gedämpft hier unten an, aber die Ohrenspitzen der Stute zuckten einmal simultan mit ihrem Kopf zur Ursache, ehe sie dann wieder auf die Bande blicke. Stirnrunzelnd erinnerte ich sie mit den Fersen daran, dass sie jetzt arbeiten sollte und tickte sie an der kurzen Bahnseite mit der Gerte an. Sie wurde wacher, als wir eine Schlangenlinie gingen. "Vina? Kannst du Musik anmachen? Irgendetwas, dass den Regen übertüncht?" Es dauerte ca drei Minuten, bis klassische Musik durch die Halle dudelte. "Heyden.", merkte die Isländerin an. Ich nickte nur, als wir nach der Schlangenlinie bei C eine kleine Volte und anschließend einen Zirkel gingen. Um sie dann auf die Arbeit im Galopp vorzubereiten gab es nun einige Runden ohne Bahnfiguren im Wechsel Leichttrab-Starktrab. Anschließend äppelte sie, und dann ging es im Schritt weiter. Der Regen und die Hündin schienen sie nicht mehr so abzulenken. Erleichtert blickte ich über meine Schulter. Vina stand nun etwas abseits von X und schaute zu uns herüber. Bei B trabten wir an. Ich saß direkt aus und gab ihr die Hilfen, die sie brauchte. Mit einem Schnauben setzte sie los. Ich zügelte sie schon nach wenigen Schritten, damit wir kontrolliert den Zirkel reiten konnten. Eine durchaus positive Überraschung war, dass sie schon automatisch den Kopf in die Biegung legte und ich so nur die Schulter vorlegen und die Hände am Widerrist halten musste. "Weiter, na los!", spornte Vina uns an. Mit einem teils verkniffenen Lächeln trieb ich sie vom Zirkel herunter und gab ihr noch einmal die Sporen, als wir die zweite Ecke schafften. Wir beendeten die Runde und blieben noch im Leichttrab. Abschließend durfte sie auf die Weide. Es regnete noch immer, aber dafür durfte sie sich ausgiebig austoben.

    Schon am nächsten Morgen zahlte sich die Arbeit von gestern aus. Wobei sich bei mir ein stechender Rücken bemerkbar machte, weshalb ich jetzt am frühen Morgen – okay, es war acht Uhr – die Stute im Round Pen aufwärmte für die anschließende Bodenarbeit. Ich war neugierig, ob wir zumindest die Bahnfiguren im Schritt schon schafften. Dafür hatte ich ja jetzt die Longe, um sie etwas anzufixen, wobei es im Sattel deutlich leichter war, Leicht- von Mitteltrab zu unterscheiden. Jetzt aber gab Saint ihr Bestes, um meinen Angaben Folge zu leisten. Ich war sehr erfreut, dass die Stute nur so strotzte, mit mir mitzukommen. Auch als wir die Seite wechselten, tat sie ihr Möglichstes, um richtig zu laufen.
    So motiviert war sie an den Langzügeln auch. Sie schaffte es mit einer Ruhe und Galanz, die Figuren zu gehen, sodass sie sogar aufhörte, die Ohren aufzustellen, sobald ich ihr zu nahe kam. Denn das Thema Langzügel war für sie wohl neu. Lobend brachte ich sie auf ihre Weide, auf der sie sich für einige Stunden ausruhen konnte, bevor wir am Abend weiter machten.

    *

    Es war der letzte Tag. Zum Abschluss hatte ich vorgeschlagen, mit Saint eine kleine 'Kür' zu reiten. Vina hatte natürlich nichts dagegen. Bei warmen 22 Grad standen wir vor dem Stall und machten gemeinsam die Stute fertig. Statt eines Dressursattels legte ich einfach nur ein Pad auf ihren Rücken. Auch Valkýra war mit von der Partie. Die hübsche Hündin lief aufgeregt neben ihrer Besitzerin her, und bellte. Die Scheckstute wurde noch aufgetrenst, dann führte ich sie zum Reitplatz. Von hier aus konnte ich auf das Zirkuszelt, die Reithalle und auch auf die Weiden blicken. Wehmütig wieherte Saints Row, als sie ihre Kameraden auf der Weide sah. Es nützte alles nichts, wir wollten ja unsere Fortschritte zeigen. Mit einem beinahe leeren Blick ließ sich Saint den Nasenriemen korrigieren, dann schwang ich mich auf ihren Rücken und fing mit dem Warmreiten an. Dabei legte ich Wert auf die Tempowechsel, die in der L-Dressur verlangt wurden. Dabei gab es vor allem im Trab viele Tempi, die gemeistert werden mussten. Meiner Meinung nach hatte Saints Row dies geschafft. Als wir bei A anhielten, hob ich die Hand. Aus dem Stand trabten wir an. Ich achtete auf ein gleichmäßiges Aufsitzen meinerseits und eine lockere Hand, damit die Zügel nachgegeben werden konnten. In der Ecke bei C angekommen, trieb ich sie etwas mehr an, damit wir auf dem Zirkel schneller gingen. Stetig drückte ich beim Sitzen die Waden an den Bauch, und schnalzte leise. Eigentlich unnötig, aber dank der Arbeit mit meinen Pferden hatte sich das so eingeschlichen. Nach einer Runde gingen wir ganzer Bahn und legten noch eine Schlangenlinie obendrauf. Der Bogen bei E verlief dabei etwas eckig, was aber nicht weiter schlimm war. Die Übergänge so schnell aneinander zu legen war doch tricky, und doch klappte es recht gut. Nach einem Bahnwechsel galoppierten wir direkt an. Das schien doch mehr Saints Metier zu sein. Sie gab die Vorderhand gestreckt nach vorne und schnaubte laut, als wir erneut auf den Zirkel abbogen. Wir führten einen Zirkelwechsel vor und parierten direkt in den Trab durch. Die Stute stolperte einmal, warf den Kopf zur Seite als Valkýra bellte und ritt eine mittelgroße Volte bei E, als wir auf dem Hufschlag wieder ankamen. "Super gemacht!", lobten wir beide daraufhin die junge Stute. Die schien sich damit zu brüskieren und warf sich in Position, als wir sie streichelten, ihr die Nüstern kraulten oder auch die Flanke klopften. Und ich?, schien Valkýra vorwurfsvoll zu sagen, als sie sich winselnd vor uns nieder ließ. Heimlich steckte ich ihr ein Stück Möhre zu. "Ist gesund für die Zähne.", rechtfertigte ich mich schulterzuckend. Die Isländerin winkte lachend ab, während wir uns auf den Weg zum Stall machten.
    Saints Row hat erfolgreich das L-Niveau der Dressur erreicht.

    © Catalina | 10034 Zeichen

    Dressur L zu M | 24. Oktober 2015
    und die Übergänge, die die Stute wirklich sauber ritt. Nach dem Auffrischen der L Lektionen ging es an die M Lektionen. Zunächst übte ich mit ihr das Halten aus dem Galopp sowie starker Schritt, starker Trab und starker Galopp. Sauber lief die schicke Stute vor sich hin und war noch immer fleißig bei der Sache. Nun war es eigentlich gar nicht mehr viel, was wir üben mussten. Schulterherein, Traversale, Travers, fliegender Galoppwechsel und Überstreichen im Mittelgalopp, dann wäre sie auf M. Schulterherein und Traversale sowie Travers lernte sie wirklich wahnsinnig schnell. Beim fliegenden Galoppwechsel hatten wir doch etwas mehr zum Kauen, da die Stute Probleme mit dem Umspringen hatte. Doch auch das bekamen wir hin. Das Überstreichen im Mittelgalopp war dann kein Problem mehr..
    Als ich fertig mit dem Training war, kam Riley über beide Ohren strahlend zu mir und Saints Row. "Vina hat so tolle Pferde! Hast du dir mal Ghosts angesehen, wow!! Und auch Dáti und Devil in Prada. Sollte sie die drei mal weggeben, haben wir neue Isländer auf dem Hof!", schwärmte er und ich rollte mit den Augen. Ja, Isländer, die er haben wollte und ich trainieren musste, obwohl ich keine Ahnung vom Gangreiten hatte. Nun kam Vina wieder zu uns. "So, wir sind dann wieder weg. Hatte gedacht wir müssten länger bleiben, aber deine Stute ist so talentiert, dass das heutige Training voll ausreicht, wenn du dran bleibst", erklärte ich ihr lächelnd und drückte ihr die Stute in die Hand, ehe wir uns wieder auf die Heimreise machten.

    © Veija | 6207 Zeichen

    “Saint wartet auf mich”, verabschiedete ich mich von den Beiden und machte die mich auf zum provisorischen Paddock, der neben dem großen Transporter stand. Unsere Pferde lagen oder grasten friedlich. “Na komm’, Große”, führte ich die Stute vom Paddock, putzte sie und flocht ihre letzten Reste der Mähne zu kleinen Zöpfchen. Eh wir zum Platz gingen, auf dem ich sie heute vorstellte, wechselte ich noch meine Kleidung.
    “Unsere nächste Teilnehmerin ist Saints Row im Besitz von Bruce Earle und vorgestellt von Vriska Isaac. Viel Erfolg”, ertönte es auf Schwedisch aus dem Lautsprecher. Jedoch vernahm ich die Worte minder, denn die Stute schlug nervös mit ihrem Kopf, obwohl ich die Zügel locker mit wenig Verbindung zum Maul hielt. Im Mitteltrab ritt ich ein, wendete exakt auf die Mittellinie und hielt auf den Punkt genau auf X. Geschlossen in der Beizäumung kaute Saint auf dem Gebiss und ich grüßte die Richter. Aus dem Stand trabte ich wieder an, trieb sie auf die rechte Hand. Nach dem Reiten einer doppelten Schlangenlinie wechselten wir zur linken Hand, trabten noch einem Stück, eh ich sie in den Schritt durch parierte. Eine halbe Runde später ritt ich eine Volte, wechselte aus dieser und zeigte nun den Schritt auf der rechten Hand. Nach der nächsten kurzen Seite galoppierte ich den Aegidienberger an und wechselte mehrfach die Hand, um ihren Außengalopp sowie fliegenden Galoppwechsel zu präsentieren. Auf der kommenden langen Seite verstärkte ich den Galopp auf der linken Hand und hielt Saint bei B an. Wieder stand die Stute geschlossen. Einige Schritte richtete ich rückwärts, trabte verstärkt an, um wieder zu X zu reiten. Dort wendete ich noch auf der Hinterhand und schaute den Richtern in die Augen. Mit einem Handzeichen beendete ich das Vorreiten, ließ mir die Zügel aus der Hand kauen und ritt im Mittelschritt vom Platz.
    Draußen sprang ich von ihrem Rücken. Einer aus dem Veranstalterteam nahm mir das Pferd ab und ich half bei der Ausrüstungskontrolle. Sogar ihre Hufeisen wurden erneut geprüft. Wir bekamen grünes Licht. Lina war die nächste Teilnehmerin, sodass ich die Stute noch grasen ließ und ihre Präsentation mit Lotti beobachtete.
    2166 Zeichen mit Leerzeichen // geprüft mit 'Wörter zählen' in Microsoft Word 2016

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    Zuletzt bearbeitet: 22 Apr. 2021
  9. Wolfszeit

    Wolfszeit Wölfchen❤️

    Wolfszeit mit
    Lotti Boulevard

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    Steckbrief //
    Zuchtname: Lotti Boulevard
    Rufname: Lotti

    Aus der: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    Den: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    ____________________________________

    Geschlecht: Stute
    Rasse: Standardbred
    Geburtsdatum: 3. August 2014
    Farbe: Brauner
    Abzeichen: breite Blesse
    Stockmaß: 154 cm

    Charakter:
    Lotti ist trotz ihrer schlechten Erfahrung mit dem Menschen ein treues Pferd, dass Leistungsbereitschaft und Temperament mit bringt. Viel zu Früh musste sie in Kentucky an Rennen teilnehmen und hat deswegen auch schon im frühen Alter einige physische Schäden.
    ____________________________________

    Gencode: Ee Aa
    Zuchtzulassung: Nein
    Gesamtnote: -
    Nachkommen: -

    [Schleife]
    Prüfung
    ____________________________________

    Dressur: L / A
    Springen: -
    Military: -
    Fahren: E / M
    Rennen: E / M
    Gangreiten: A / L
    Western: -
    Distanz: -

    Gänge: 5

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    502. (Galopp-) Rennen (12.01.2020)
    509. Rennen (23.03.2020)
    514. Rennen (03.05.2020)

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    518. Rennen (31.05.2020)

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    480. Fahrturnier (29.11.2020)

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    438. Fahrturnier (07.12.2019)

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    229. Gangturnier (27.01.2020)
    267. Gangturnier (15.12.2020)

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    240. Gangturnier (22.04.2020)

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    234. Gangturnier (04.03.2020)

    ____________________________________

    Besitzer: Mohikanerin
    Zucht: Unbekannt, USA
    VKR: Mohikanerin
    Ersteller: Mohikanerin
    Punkte: 13 (+2 Bewegung / +2 HS)
    ____________________________________

    PNG | PSD | Details

    Hufschmied (22.04.2021) //
    Entfernen der Hufeisen für Lotti Boulevard / Autor

    “Ach du schon wieder”, begrüßte die kleine Blonde, die nun mit einer großen braunen Stute zu uns kam.
    “Ja, die beiden Stuten hatten es miteinander. Freundlicherweise hat Lotti ebenfalls eins ihrer Hufeisen verloren”, lachte sie und zeigte mir ihren Hinterhuf. Große Teile der Hufwand waren weggerissen und die Nägel steckten teilweise noch im Huf. Sie hielt ihre Stute am Kopf, während ich versuchte meine Arbeit zu machen. Lotti Boulevard hingegen bewegte sich ziemlich stark und machte es mit nicht leicht. Bevor ich das Alueisen wieder befestigte, prüfte ich den anderen Hinterhuf auch. Die Eisen waren sehr stark abgelaufen.
    “Wir haben zwei Möglichkeiten. Entweder wir machen alle Eisen ab oder alle neu machen”, erklärte ich und zeigte ihr das Problem. Sie überlegt und entschied sich für alle entfernen. Zustimmend nickte ich, holte mein Werkzeug und begann die Eisen abzumachen vom Huf.
    20 Minuten später waren Hufeisen ab und ich hatte die Ränder noch einmal geraspelt. Die Zehen sahen noch normal aus, sodass ich nichts weiter gekürzt habe. Lotti lief einige Meter sehr fühlig, aber hatte sich später bereits an den Barhuf gewöhnt. Vriska bedankte sich und verließ uns wieder. Ob wir sie heute oder morgen noch einmal sehen werden?

    Tierarzt (17.04.2021) //
    Routineuntersuchung & Impfungen auffrischen / Wolfszeit
    Saints Row| Blávör| Vintage| Lotti Boulevard| Alfred's Nobelpreis

    Ein wenig verwundert stieg ich aus meinem Auto, welches ich gerade auf dem Lindö Dalen Stuteri geparkt hatte. Weit und breit konnte ich weder einen Menschen noch ein Pferd entdecken. Ich warf einen Blick auf meine Uhr. Sie zeigte 10:30 Uhr, das hieß, ich war genau pünktlich. Als ich mich gerade auf die Suche nach meinem Kunden machen wollte, kamen mir ein junger Mann und ein Mädchen mit zwei Pferden um die Ecke.
    “Entschuldigen sie Doc, die kleine Hexe hier wollte sich nicht einfangen lassen”, erklärte der junge Mann die Verspätung, der sich wenig später als Folke vorstellte.
    Mit meiner Tasche in der Hand folgte ich den beiden bis zu einem Anbindeplatz, wo ich dann mit meiner Arbeit beginnen konnte. Als erstes Untersuchte ich die Isländerstute, die mir als Blávör vorgestellt wurde. Augen und Ohren, wie auch der Rest des Pferdes waren unauffällig, sodass der den beiden Impfungen, die die Stute bekommen sollte, nichts im Wege stand. Ganz typisch Stute zicke die Schecke ein wenig rum, doch mit routinierten Bewegungen, hatte ich die Stute schnell geimpft.
    Während ich mich nun der nächsten Patientin zu wand, brachte Folke, die Isländerstute weg. Auch bei Saint Row überprüfte ich als Erstes den Gesundheitszustand. Diese Prozedur wurde von etlichen Fragen den jungen Mädchen begleitet und ich beantwortete jede ihrer Fragen geduldig. Auch diese Stute war in einwandfreiem Zustand, sodass ich sie impfen konnte.
    Folke war inzwischen mit einer deutlich größeren braunen Stute zurückgekehrt und stellte mir diese als Lotti Boulevard vor. Lotti beobachte mich die ganze Zeit ein wenig skeptisch, während ich sie untersuchte. Auch bei der Traberstute gab es keine Auffälligkeiten. Bei der Impfung war sie brav, sodass sie dann auch recht schnell fertig war.
    Auch bei der nächsten Stute ging alles recht schnell. Vintage war brav und bis auf die Sache, dass die Zähne bald mal wieder gemacht werden sollten, gab es auch bei ihm nichts zu beanstanden.
    Der letzte Patient, war ein großer Fuchshengst, dem es nicht allzu leicht fiel stillzustehen. Ungeduldig hampelte er umher. Mit ein wenig Geduld konnte ich auch ihn untersuchen und impfen. Nachdem alle Patienten versorgt waren, teilte ich noch den beiden Betreuern der Tiere mit, dass die Pferde die nächsten zwei Tage nur leicht bewegt werden sollten und sie noch einmal anrufen sollten, wenn Nebenwirkungen auftreten.
    Nach getaner Arbeit machte ich mich somit fast pünktlich auf dem Weg zum nächsten Hof.

    Trainingsberichte (3) //
    Dressur E zu A | 08. Februar 2020
    Wirklich toll lief es momentan nicht. Viele Pferde sind aufgrund von einem Virus erkrankt und elendig daran gestorben. Es musste also vorangehen und das geschah am besten, wenn ich mich wieder meinen Pferden und der Zucht widmete. Ich hatte mir für dieses Jahr noch ein Berittpferd geholt, eine Traberstute mit schlechtem Hintergrund, der ich wieder Vertrauen in den Reiter schenken wollte. Lotti Boulevard, eine braune Stute mit großem Abzeichen im Gesicht. Sie war diese Woche nach Weihnachten angereist aus Jänickendorf und konnte sich mit lockerer Arbeit schonmal ein bisschen ankommen auf unserem Hof. Die 5-Jährige Stute zeigte sich im Umgang wie ein Schatz. Ich führte sie aus der Box und band sie in der Stallgasse an. Auch heute stand zunächst Longieren auf dem Plan, jedoch wollte ich sie, je nachdem wie sie sich anstellte heute auch noch reiten. Ich putzte sie ausgiebig und legte ihr dann den Longiergurt um und zog ihn zunächst leicht zu. Sie spielte unruhig mit den Ohren, biss aber weder oder trat nach mit. „Hey, das geht doch schon besser“, sagte ich und klinkte die Longe an den Kappzaum und führte Lotti in die Reithalle. Dort gurtete ich nach und nach einem kurzen Augenblick folgte mir Brooke mit Diet Mountain Dew in die Halle. „Na, Bruderherz, wie läuft‘s mit dem Pferd?“ „Du meinst Lotti. Ganz okey momentan“, sagte ich und ging auf den Unteren Zirkel. Ich begann mit leichter Schrittarbeit um Lotti warm werden zu lassen. In einem ordentlichen Schritt bewegte sie sich Runde um Runde um mich herum. Ich wollte sie heute wieder mehr an die Tempi gewöhnen, die sie in der Dressur brauchte und da sie nur rannte im Trab übte ich es heute besonders. Denn ab kommender Woche wollte ich sie reiten und so mit ihr weiterkommen. Wir hatten es schon geschafft, dass sie aufm Zirkel nicht mehr nur rennt und waren echt stolz auf Lotti. Ich wechselte die Hand und somit die Richtung, damit ihre Gelenke auf beiden Seiten mit Gelenkflüssigkeit geschmeidig wurden. Nach ungefähr 10 Minuten ließ ich sie antraben. Nur locker. Und falls sie doch schneller wurde, bremste ich sie wieder ab. So ging das mehrmals im Trab und als ich sie schlussendlich angaloppieren wollte, verfiel sie mir wieder in den Renntrab, bei dem selbst ich Mühe hatte sie zu kontrollieren und sie wieder in einen anständigen Trab zu bekommen, damit sie erneut die Hilfe zum Angaloppieren gab und bis zum Ende der Einheit benahm sie sich super. Manchmal müssen sie nur nochmal daran erinnert werden, dass sie das Gefragte auch kennen. “Das hast du gut gemacht”, sagte ich und kratzte der Braunen Stute die Hufe aus, damit der Bereich vor der Halle nicht komplett mit Reithallenboden verdreckte. Ich führte sie geradewegs auf eines der freien Paddocks und ließ sie dort für ein paar Stunden mit ihrer Abschwitzdecke stehen, damit sie sich noch etwas austoben konnte, sie hatte nämlich viel Energie gehabt. Ich schaute ihr kurz zu und ging dann wieder in den Stall um mich Baltic Wave zu widmen. Die Schimmelstute hatte sich mächtig in ihre Äppel gelegt, was man an ihrer Decke sehen konnte. Ich zog sie ihr aus und putzte sie gründlich. In unserer Turniersaison hatte sie viele Schleifen eingebracht, vor allem im Springen. Heute war es dann für mich an der Zeit sie für den A-Parcours vorzubereiten, den sie in 3 Wochen laufen sollte. Baltic hatte viel Vermögen und wusste sich auch gekonnt im Stil-Springen in Szene zu setzen. Nachdem Brooke in der Halle fertig war, half sie mir die Sprünge auf zu bauen und ich ritt Baltic Wave warm. Vorwiegend im Schritt und Trab und im Versammelten Galopp.Wir sprangen auch kleine, gymnastizierende Sprünge mit und ich fuhr mit ihrem Training fort, sodass wir am Ende den Parcour auf A-Niveau sprangen. Ich manövrierte Baltic im Versammelten Galopp auf den ersten Sprung zu, den sie mit Leichtigkeit überflog, ebenso den 2. Steilsprung. Sie galoppierte konzentriert und schnaubte ab. Ab und zu schlug sie mit dem Schweif. Den dritten Steilsprung visierte sie etwas mehr an und wurde etwas schneller und auch den vierten überflog sie und nahm kurz vor dem Absprung den Kopf etwas höher. Es folgte ein Oxer und ich gab ihr etwas mehr Spielraum, denn ich musste mir keine Sorge machen. Sie sprang routiniert und die minimale Erhöhung der Sprünge machten ihr nicht aus. Die letzten drei Sprünge folgten und aus diese nahm sie mit Leichtigkeit. Ich klopfte ihren Hals als ich sie aus galoppieren ließ. “Sieht doch gut aus!”, grinste Brooke und reichte mir die Wasserflasche als ich neben ihr zum Halten kam. Baltic kaute auf ihrem Gebiss rum, sichtlich unter Spannung kurz bevor ich sie trocken ritt. Am Wochenende standen wieder jede Menge Turniere an und so schaute ich, dass unsere Pferde im Training weiter kamen. Primo hatte sich in der Dressur gut gemacht und war nun auf A-Niveau. Sacred Assault wurde momentan nur im Training geritten und als Deckhengst genutzt, denn er sollte nächstes Jahr dieses Jahr, seinen ersten Nachkommen bekommen. Batman’s Rendezvous hatte sich gemeinsam mit Capri, der zur Körung vorbereitet wurde, gut eingelebt und sein erstes Fohlen SH Benice hatte bei uns im Dezember Einzug gehalten und war schon zusammen mit Connery’s Brownie zur ersten Fohlenschau angemeldet. Coleur’s Candycane, bei uns liebevoll Candy genannte hatte nicht so viel Erfolg bei den Turnieren, obwohl sie eine ordentliche Manier hatte. Darlington war unser Dressurwunder, auch wenn viele Richter sich durch ihre Farbe bei der Wertung irritieren ließen. Auch unser Norikerhengst Norisk war nun in der Dressur auf A- Niveau unterwegs, auch wenn er nicht mehr Potenzial nach oben hatte, aufgrund seines Körperbaus. Man merkte halt, dass der Hengst sich schwer tat bei vielen Lektionen. Aber bemüht war er immer!

    Es war nun Anfang Februar und Lotti hatte sich gut entwickelt. Sie trat nun gut an den Zügel heran und rannte nicht mehr so. Heute war unser Abschlusstraining. Bruce war extra angereist, damit er sie in einer Stunde reiten konnte und sich sicher sein konnte, dass Lotti sicher eine A Dressur gehen konnte. Wir standen gesattelt in der Reithalle und Bruce ritt die Braune gerade warm. “Das Einreiten können wir ja weglassen und dann einfach ab X starten”, sagte ich und las dann die erste Aufgabe vor. “Ab C auf der Rechten Hand im Arbeitstempo Trab.” Er setzte die junge Stute gleich in Bewegung. “Durch die ganze Bahn wechseln und dabei Leichtraben”. Danach wurde wieder das Aussitzen gefordert und durch die Ganze Bahn gewechselt mit verlängerten Tritten. Lotti kaute viel auf dem Gebiss. Ihre Ohrenstellung zeigte, dass sie konzentriert bei der Sache war und nicht mehr in Versuchung kam zu rennen. “Gut gemacht!”, hörte ich Bruce sie loben. Jetzt sollten sie im Arbeitstempo Schritt ab B das Viereck verkleinern. Die Übergänge waren gut geworden und nun sollten sie wieder traben auf dem Zirkel ab C. “Arbeitstempo Galopp”, war dann die nächste Arbeit und Lotti gab sich Mühe, keinen Gangsalat zu veranstalten, war jedoch etwas stürmisch unterwegs. Bei C hieß es dann wieder traben und aus dem Zirkel wechseln. Bei A angekommen sollten sie wieder angaloppieren und Lotti machte sich schön rund und schnaubte dabei ab. Bei A sollten wieder Tritte verlängert werden und dieses Mal sah das Team richtig Harmonisch aus! Sie galoppierte energisch aber absolut taktklar. Sie war auch kein Bewegungslegastheniker und meisterte auch die restlichen Lektionen artig. “Das sieht doch super aus”, sagte ich und lobte die zwei. Lotti war geschwitzt und ich geb ihnen die Abschwitzdecke an. “Das hast du gut hinbekommen, Nathan”, lobte mich Bruce und ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. “Danke.” Heute durfte sie sich noch erholen, ehe sie morgen abtransportiert wurde. Bruce, Brooke und Ich gingen in eine nahegelegene Kneipe und tranken dort auf unseren Erfolg mit Lotti.

    © Sosox3 / German Horse Center| 7808 Zeichen

    Gangreiten E zu A | 04. April 2020
    Nachtschatten | Lotti Boulevard

    Nicht nur, dass Traber noch komplettes Neuland für mich sind, kommt nun auch noch dazu, dass ich die Pferde quasi umschulen soll, damit sie geritten werden können ohne Probleme. Nun gut. Besonders die Stuten sollen so gut wie es geht alles Reitpferde werden. Da unsere Standardbreds aber sogar Pacer sind, kommt es dem sehr Nah, dass ich sie zu typischen Gangpferden umschule. Also gesagt getan. Die erste heute ist Lotti. Nach dem gescheiterten Versuch zusammen noch Bruce die Stute zu fahren, hoffe ich, dass es mit dem Sattel besser klappt. Seit dem die Stute am Hof ist, habe ich viel Bodenarbeit mit ihr gemacht und Bruce mit der Dressur mit ihr begonnen hat. Da nun auch endlich der Sattel für Lotti Boulevard und Nachtschatten fertig ist, kann ich jetzt anfangen mit der Töltarbeit. Wir gehen zusammen auf die Ovalbahn, nach dem ich sie geputzt habe und auch das Mash vorbereitet habe. Lotti ist nämlich noch immer ziemlich dünn und kommt auch in der kleinen Stutengruppe nicht so gut ans Heu. Zunächst einige Runden Schritt, dann stelle ich sie das erste mal und merke schon die ersten Hürden. Die Stute nimmt den Schenkel für nicht ganz so ernst und hat auch Schwierigkeiten dabei, sich im Genick etwas zu lockern. Also versuche ich es mit ganz einfachen Stand-Schritt Übergängen und schon nach einigen Wiederholungen wird sie leichter und lockerer. Auch die Seitengänge mit einem etwas energischen Bein, funktionieren mehr oder weniger gut. Einige Gedanken mache ich mir beim Tölt, dadurch dass Lotti wie alle anderen Standardbreds am Hof als Pacer gelaufen ist, könnte auch der der vierte Gang ziemlich passig verschoben sein. Nach dem ersten Test, stelle ich das auch Fest. Lottis Tölt ist sehr passig und weit weg von einem flüssigen Viertakt. Also pariere ich wieder in den Schritt durch und mache noch einige weitere Versammlungsübungen. Besonders an Achten reiten, scheint Lotti großen spaß zu haben. Doch das alles nur im Schritt. Vo Außen mag das ganze etwas langweilig und eintönig, doch diese Übungen sind wichtig dafür, dass das Pferd sich versammelt und genügend Kraft für den Tölt halt. Lotti hat mittlerweile einiges an Muskulatur aufgebaut seitdem sie hier ist und ich bin sehr stolz auf die Stute. ich möchte heute nur noch ein paar Schritte richtigen Tölt reiten, dann hören wir für heute auf. Also versuche ich es zunächst aus der Volte und dem Schulterherein, doch mit beiden Versuchen wehrt sich Lotti sehr gegen die Hand und das Bein vom Reiter, weswegen ich es mit dem Rückwärtsrichten versuche und dann antölten. Der braunen Stute hilft das ungemein und ich reite sie ab. Natürlich lobe ich sie ausgiebig. Nach dem Abreiten geht es zurück an den Putzplatz, an dem sie nun erst mal ihr Mash bekommt. In der Zeit hole ich mir schon die Schwarze und putze sie. Da die Stute genau den gleichen Rücken hat wie Lotti, kann ich einfach den einfach wieder auf Nachtschatten legen. Doch sie bekommt ein anderes Pad, weil sie leichte Bissstellen am Rücken hat von Bree. Die ist nämlich gerade rossig und sehr dominant, deswegen besteigt sie andere Stuten. Als Lotti fertig gefressen hat, bringe ich sie zurück auf den Paddock und sie wälzt sich genüsslich. Dann stellt sie sich zum Heu und genießt einige Halme bevor Bree sie wieder verscheucht. Doch darum kann ich mich nicht kümmern, sondern ich gehe mit Nachtschatten auf die Ovalbahn.
    Mit der Stute war ich in den vergangenen Tagen schon einige male Ausreiten, da sie schneller Vertrauen gefasst hat und wir sie in einem guten Trainingszustand übernommen haben. Die Schwarze läuft zuverlässig unter dem Sattel und auch am Sulky. Sie ist sogar so intelligent, dass sie unterscheiden kann, welche Hilfe für was steht. Das ist ziemlich spannend. Die Ovalbahn hat sie vorher nur immer aus der Ferne gesehen, da sie nun aber endlich beschlagen ist, gehe ich auch mit ihr auf die Bahn. Wir haben einen Kiesbelag drauf und ihre Hufe sind ziemlich brüchig, auch ist ihr Schritt vor dem Beschlag ziemlich verschoben gewesen, was nun mit etwas Gewicht viel besser geworden ist. Mit Nachtschatten beginne ich auch erst einmal mit einigen lockeren Runden im Schritt, bevor ich den Tölt vorbereite. Im Wald habe ich auch schon einige Töltansätze getestet und für die Schwarze erschien es am leichtesten aus dem Schulterherein anzutölten. Bevor wir aber mit dem Tölten beginnen, bereite ich sie noch weiter vor mit einigen Volten, Zirkeln, Achten und auch Rückwärtsrichten. Mit Nachtschatten ist das Versammeln deutlich leichter, weil sie mir vertraut und auch nicht gegen mich arbeitet, sondern wir auch schon ein gutes Team geworden sind, in der kurzen Zeit. Heute arbeite ich sie noch mit einem Schenkelgebiss, doch die Tage sollte das Kappzaum für die Traber kommen, dann fangen wir an mit der Arbeit am Semikappzaum. Besonders mit den Isländern von Bruce habe ich gute Erfahrungen damit gemacht.
    Nach der Versammlung ist Nachtschatten bestens auf den Tölt vorbereitet und aus der Schulter heraus tölten wir an. Mit etwas Spannung im Po und am Rücken, legt die Gute los. Es fühlt sich noch sehr holprig an und wirkt auch, als würde Nachtschatten in Zeitlupe tölten. Doch sie gibt sich mühe. Noch fehlt ihr die Kraft und wir parieren durch. Nach noch einigen Biegungen und Stellungen mache ich immer wieder mit ihr Töltansätze. Als auch sie langsam den Rhythmus bekommt, hören wir auf und reite sie ab. Auch sie bekommt noch eine kleine Portion Futter, allerdings nur Struktur Müsli. Die Schwarze ist gut im Futter und sollte lieber einige Kilos abnehmen, als zunehmen.

    Die Tage und Wochen vergehen, Lotti und Nachtschatten werden immer besser auf der Ovalbahn. Auch war ich mit beiden Stuten schon ein paar mal im Wald und der Trainingsbahn zum Tölttraining. Die Schwarze ist schon so weit, dass sie fast drei Runden auf der Ovalbahn mit viel Selbsthaltung, durch den Rücken und Taktklar tölten kann. Lotti hingegen rollt noch ziemlich, dafür ist sie nicht mehr so stark passig. Besonders bergauf und bergab tölten gibt ihr die nötige Kraft im Tölt. Deswegen fange ich heute schon ziemlich früh mit ihr an. Es ist Samstag, 8 Uhr morgens. Die Stuten haben bereits vor zwei Stunden ihr Frühstück gehabt und ich kann nun mit dem Training beginnen. Der Morgen ist für April noch sehr frisch und etwas Tau bedeckt das Gras. Ich habe noch mal meine Neoprenjacke heraus geholt und mache Lotti für den heutigen Ausritt fertig. Natürlich bereite ich vorher schon das Mash vor. Die Stute nimmt mehr auf den Knochen auf und die Muskulatur von ihr bildet sich. Besonders begeistert ist Tyrell davon, wie gut ihre Rückenmuskeln kommen. Ich war etwas stolz und bin nun umso motivierter mit Lotti zu arbeiten. Im Wald lasse ich alles locker angehen und reite mit eher zu wenig Zügel und auch meine Beinhilfen sind sind eher schwach. Lotti mag es nicht mit zu viel Druck geritten zu werden und ist sehr sensibel. Darauf kann ich mich im Wald besser konzentrieren, als auf der Ovalbahn. Erst als wir auf der Trainingsbahn sind, bereite ich sie langsam mit der Versammlung auf dem Tölt vor. Womit ich allerdings nicht gerechnet habe ist, dass Rehe auf der Bahn sind, die panisch weg laufen. Doch auch Lotti empfinden die grazilen Tiere als angsteinflößend und galoppiert los. Bisher habe ich nie getestet, ob und wie sie galoppiert, doch auch in dem viel zu hohen Tempo sitzt es sich sehr bequem. Ich versuche sie zu beruhigen, doch alle versuche Scheitern. Also lasse ich sie aus laufen, aber weiterhin zu lenken, dass funktioniert ziemlich gut und nach einer Runde auf der Bahn ist sie völlig fertig. Das war es dann wohl heute mit dem Tölttraining und im Schritt reiten wir zurück. Auf dem Weg treffe ich Folke, der gerade mit Nobel zur Bahn fährt. Er ist kurz schockiert, wie stark Lotti geschwitzt ist und ich erzähle ihm die Story. Er lacht und fährt dann weiter. Was daran lustig ist, erschließt mich noch nicht ganz, aber vielleicht ist das der schwedische Humor. Wer weiß. Zum Mash mache ich noch etwas Eiweißpulver und Müsli, damit sie hoffentlich kein Muskelkater bekommt. Zum Fressen trägt sie ihre Abschwitzdecke und steht erstmal im Stall in der Box. In der Zeit hole ich Nachtschatten vom Paddock und mache sie auch fertig für einen Ausritt, in der Hoffnung, dass es mit ihr heute mehr Training wird.
    Auch mit ihr reite ich locker im Schritt zu Trainingsbahn, auf der Folke noch mit Nobel trainiert. Nachtschatten wirkt etwas unkonzentriert, doch mit etwas Überzeugung ist sie dann immer mal wieder bei mir. Bei den Übungen zur Versammlung arbeitet die Schwarze ausgezeichnet mit und gedanklich versucht sie schon immer anzutölten, weil sie weiß was kommt. Doch ich mache ihr klar, dass es darum jetzt nicht geht.
    In dem Training mit Nachtschatten kreuzen keine Rehe unseren Weg und die Einheit würde ich als sehr gut einteilen, auch mit den Startschwierigkeiten durch Folke und Nobelpreis. Mit der Stute muss jetzt nur noch regelmäßig gearbeitet werden und weiterhin ihre Balance zu halten und den Rhythmus. Mit Lotti hingegen muss ich noch deutlich mehr intensiver am Tölt arbeiten.
    Wieder vergehen einige Wochen und Lotti ist mittlerweile ziemlich gut geworden im Tölt. Nachdem ich sie noch mehr vom Bodenaus unterstützt habe und auch am Semikappzaum arbeite, ist die Stute so weit in Balance zu laufen mit mehr Kraft und Rhythmus. Nachtschatten hatte nun auch eine Woche Pause und mit ihr habe ich nebenbei etwas weiter gearbeitet. Auch Folke ist sie seit dem intensiven Training wieder gefahren, was ich vorher untersagt hatte, um die Stute nicht zu verwirren. Doch ich möchte nun sagen, dass beide Stute optimal für weitere Trainingseinheiten vorbereitet sind und ich dann weiter Gymnastizieren kann in der Dressur.

    © Mohikanerin (Vriska) | 9728 Zeichen

    Dressur A zu L | 18. Januar 2021
    Caramel Touch mit Reyna Huntington
    Lotti Boulevard mit Tyrell Earle
    Morian mit Collin Jones
    Norisk mit Jack Baldwin
    Pandora II mit Tamara Jones
    BOS Gracy mit Brooke Scott
    Raspberry mit Octavia

    Mitte Januar und langsam fiel der erste Schnee. Diesen Monat waren wir, was die Reitstunden betraf ausgebucht und ich hatte heute wieder eine mit 7 Reitschülern. Wenn das so weitergeht, könnte ich gleich mehrere Lehrgänge machen. Aber es waren jetzt schon die drei aus anderen Gestüten da und wie es der Zufall wollte, war ich mit Tamara die einzigen von unserem Stall. Tyrell wärmte Lotti gut auf und ich sah ihren Gangsalat, den wir erst vor kurzem ausgebügelt hatten. “Habt ihr mit dem Gangtraining bei ihr weiter gemacht?”, fragte ich den großen jungen Mann und hatte da schon eine Vermutung. “Ja.” “Okey, dann leg ich ein paar Stangen hin und du reitest im Trab darüber. Versuch sie im Trab zu versammeln und dann darüber zu traben”, sagte ich und lief zum Stangenständer um die Stangen auf den Boden zu legen. “Ach die Prinzessin kommt!”, merkte ich an und sah zu meiner Schwester, die gerade auf der großen, braunen Stute Gracy in die Halle schritt. Dicht gefolgt von Jack mit dem Norikerhengst Norisk. Er hatte etwas Mühe zwischen den ganzen Stuten und dem Fredericksborgerhengst Morian. Auch Collin, ein uns bekanntes Gesicht war dabei und ritt Morian gut warm. Der Fuchs hatte sich gut gemacht. Wir hatten seine Geschichte auf Instagram verfolgt und ich musste sagen, das ihm gerade durch die Rasse die klassische Dressur besonders lag. Tamara übte während dem Aufwärmen an der Stellung und Biegung von Pandora II. Ab und zu nahm sie die Hilfen noch nicht so an, wie sie sollte und wusste demnach nicht was sie genau machen sollte, deswegen wollte Tamy sie soweit in der Durchlässigkeit weiter bringen. Raspberry’s Trab war noch nicht raumgreifend genug, beziehungsweise er war noch ausbaufähiger. Also baute ich die Stangen und 3 Cavalettis auf einem Zirkel auf, sodass die eine Zirkelhäfte im Galopp und die andere im Trab bewältigt werden sollte. Ich baute zwei Zirkel auf , damit zwei Gleichzeitig trainieren konnten. Da das ganze anstrengend sowohl fürs Pferd als auch für den Reiter ist, sollten die anderen dreien das Rückwärtsrichten und das Angaloppieren aus dem Stand üben. Ich sah, dass Raspberry die Aufgabe missfiel und wir mussten darauf achten, ihr etwas mehr Abwechslung zu geben. So tauschte ich nach 8 Minuten den Platz von Octavia und Raspberry mit Tamara und Pandora. Pandora wollte sichtlich glänzen, zeigte, dass sie auch untertreten konnte und wollte dem Reiter wie immer gefallen. Morian und Collin zeigten sich auch dabei von einer guten Seite. Mir fiel auf, dass Collin gleichzeitig trieb und ich zeigte ihm auf, dass er so Morian auf Dauer stumpf reiten würde. Er merkte, dass er sein Pferd damit behinderte und ich war froh, dass er so schnell eingestand, dass es nun mit abwechselnden Treiben besser lief. Morian trat besser unter und zeigte nun ordentliches Gangwerk. Nach einer weiteren halben Stunde und ein paar anderen Übungen beendete ich die Stunde und hoffte, dass alle Teilnehmer sich was mitnehmen konnten.

    © Sosox3 (Nathan Scott) | 2955 Zeichen

    Nachdem ich Lotti ein weiteres Mal geputzt hatte, sattelte ich sie schließlich. Auf dem Abreitplatz war nicht allzu viel los, da ich mit Lotti fast zu den letzten Startern gehört. Vorsichtig schritt die Stute unter mir über den Platz. Sie war angespannt und in jeder Ecke schien ein gruseliges Gespenst zu sitzen. “Beruhige dich Lotti, hier gibt es keine Gespenster”, sanft strich ich der Stute über das braune Fell.
    Nach den ersten Trabrunden wurde sie langsam lockerer und der Rest des Aufwärmens verlief gut. Zumindest bis sie auf einmal in vollen Galopp einen erschrockenen Satz zur Seite machte. Hoffentlich würde das nicht gleich bei der Vorstellung passieren. Ich wärmte die Traberstute fertig auf, bevor ich sie zum Platz rüber ritt. Nervös spielte Lotti mit den Ohren, während wir darauf warteten dran zu sein. Am Rand konnte ich Vriska beobachten, die ihre Stute noch etwas grasen ließ.
    “Als Nächstes stellt Lina Valo uns die Traberstute Lotti Boulevard, im Besitz von Tyrell Earle, vor”, kam es aus dem Lautsprecher. Ein wenig unsicher trat die Stute auf den Reitplatz. Am langen Zügel ließ ich die Stute, bis X gehen, wo ich sie anhielt. Nach dem Grüßen trabe ich die Stute direkt an. Bei C bog ich auf die rechte Hand ab und zeigte an der langen Seite direkt eine einfache Schlangenlinie. Lotti reagierte gut auf den Zügel, war aber einen Tick zu schnell unterwegs, somit versuchte ich sie beim folgenden Wechsel durch die Länger der Bahn ein wenig einzufangen. Bei H parierte ich die Stute in den Schritt, wobei mir ihre Nervosität Ausnahmeweise mal zugutekam. Normalerweise neigte sie dazu im Schritt sehr rumzuschleichen, doch heute lief sie von allein halbwegs gut vorwärts. Nach der kurzen Seite trabte ich die braune Stute wieder an und lenkte sie auf einen großen Mittelzirkel. Nach einer Runde wechselte ich durch das Zirkeln. Nach dem Wechsel löste ich den Zirkel auf und gab der Stute in der nächsten Ecke die Galopphilfe. Zuverlässig galoppierte Lotti an und präsentierte einen raumgreifenden Galopp. Bei C lenkte ich Lotti auf den Zirkel, wo ich eine Runde galoppierte, bevor ich sie vor X durch parierte, um durch den Zirkel zu wechseln.
    Natürlich präsentierte ich ihren Galopp auch auf der anderen Hand, bevor ich sie zum Schritt durch parierte. In einem fleißigen Schritt ritt ich erneut zu X und beendete die Vorstellung mit einem Handzeichen. Am langen Zügel verließ ich die Bahn und lobte die braune Stute ausgiebig, obwohl sie Anfangs noch sehr nervös war, hatte sie sich dennoch von ihrer besten Seite gezeigt.
    2540 Zeichen mit Leerzeichen // geprüft mit 'Wörter zählen' in Microsoft Word 2016 // geschrieben von Wolfszeit

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    Zuletzt bearbeitet: 22 Apr. 2021
    Zion gefällt das.
  10. Sevannie

    Sevannie Great things never came from comfort zones.

    Reyna Huntington (Sevannie) mit
    Hannelore

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    Von unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt


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    Rasse: Belgisches Kaltblut
    Geburtsdatum: ??.??.2011
    Geschlecht: Stute
    Stockmaß: 166 cm
    Fellfarbe: Blue Roan
    Kopfabzeichen: //
    Beinabzeichen: //

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    Hannelore, oder auch Hanne, ist eine sehr feine und sensible Stute, die mit Vorsicht zu genießen ist. Hanne ist demnach auch sehr nachtragend und selbst sehr vorsichtig im Umgang. Sie passt bei jedem Schritt auf und scheint jede Handlung vorher sich gut zu überlegen. Hannelore ist, wie ihr Gegenstück Hermann, ebenso entspannt und gutmütig mit einem, sofern man eben selbst genügend aufpasst und vernünftig mit der belgischen Kaltblutstute umgeht.

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    Gekört/Gekrönt: Nein

    Vererbung:
    Farbe: EE aa Rn Rn
    Charakter: unb.
    Gangarten: unb.

    Nachkommen:
    //

    Besitzer: Sevannie
    VKR/Ersteller: sadasha
    Pferdewert: //

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    Springen: E
    Western: E
    Dressur: A
    Military: E
    Distanz: S
    Rennen: E
    Fahren: S***
    Gangreiten: E

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    1. Platz 26. Synchronfahrturnier I 3. Platz 431. Fahrturnier I 1. Platz 27. Synchronfahrturnier
    2. Platz 409. Distanzturnier I 1. Platz 28. Synchronfahrturnier I 1. Platz 433. Fahrturnier
    2. Platz 29. Synchronfahrturnier I 3. Platz 30. Synchronfahrturnier I 2. Platz 414. Distanzturnier
    1. Platz 31. Synchronfahrturnier I 3. Platz 451. Fahrturnier I 2. Platz 437. Distanzturnier
    3. Platz 478. Fahrturnier I 1. Platz 458. Distanzturnier I 1. Platz 482. Fahrturnier
    3. Platz 486. Fahrturnier I 2. Platz 490. Fahrturnier I 2. Platz 495. Fahrturnier


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    Fohlen ABC ✔
    Eingeritten ✔
    Eingefahren ✔
    Verladefromm ✔
    Schmiedefromm ✔

    Bodenarbeit
    Treiben & Bremsen x | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Anhalten (Kommando) x
    Abstand zum Pferd x | Wenden & Handwechsel x | Auf Kommando kommen x

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Rückwärts-weichen x | Liegen x | Sitzen x | Stehen x
    Spanischer Schritt x | Steigen x | Kompliment x

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    Letzter Tierarztbesuch: //
    Letzter Hufschmiedbesuch: 15.02.2021

    - Zum Spind -

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    Hufpflege für Namica, Hannelore
    15. Februar 2021 // Mohikanerin


    Nach dem erfolgreichen Besuch bei Nathan auf dem Roanoak Stables, geht es für mich und Johanna, meinem Azubi, weiter zum Gestüt Birkenhof auf dem zwei Stuten auf mich warten. Freundlich begrüßt mich eine junge Dame, die offenbar schon auf uns gewartet hat.
    "Hallo, ich bin Reyna und die beiden Hübschen sind Hannelore und Namica", stellt sie sich und die Pferde am Anbinder vor.
    "Schön Sie kennenzulernen. Ich bin Bernd und das ist unsere Auszubildene Johanna im zweiten Lehrjahr", stelle ich mich vor. Johanna winkt freundlich. Zusammen nehmen wir das Arbeitsmaterial aus dem Fahrzeug und lassen und zunächst beide Pferde vorführen, bei der Beide einige Probleme im Gangbild vorhanden sind. Namica zeigt ein typisches Gangpferdeproblem mit x-Beinen, die besonders schlimm an ihrer Hinterhand sind. Wohingegen Hannelore gekonnt auf der Vorderhand läuft, wenn man das nicht gar latschen nennen könnte.
    "Die Große hat Probleme in der Anlehnung?", frage ich gekonnt und zeige auf die Kaltblüterstute. Die Besitzerin bejat. Ich nicke und gucke mir noch die Hufe genauer an. Viel kann ich bei ihr leider nicht machen, besonders vorn, sind die Hufe deutlich zu flach und kurz. Bei Namica hingegen kann ich gut etwas an der Stellung beheben.
    So beginnen Johanna und ich als erstes die Hufe von Namica zu korrigieren, die immer wieder neugierig zu uns gucken möchte, was wir da machen. Doch leider macht es das Ausschneiden der Vorderhufe schwierig, so lasse ich Reyna ihre Stute beschmussen, damit sie beschäftigt ist. Nach dem Schneiden rasple ich die Hinterhufen noch etwas mehr an den Hufwänden. Doch damit kann ich jediglich eine Unterstützung geben, generell hat die Stute mit dieser Stellung nicht viele Probleme. Doch eine gleichmäßige Abnutzung der Hufe sollte gewährleistet werden. So führt Reyna Namica erneut vor und wir alle sind zufrieden mit der Korrektur.
    Als nächstes ist nun Hannelore mit ihren zu kurzen und flachen Hufen an der Reihe. Durch diese erhebliche Überbelastung der Zehe, können viele Folgeschäden entstehen, die wir nun behandeln wollen. Ich erkläre der Besitzerin, dass sie zwei Möglichkeiten hat, entweder wir verbessern die Stellung durch Eisen oder ich muss regelmäßig kommen, in kürzeren Abständen und Biotin sollte gefüttert werden. Reyna entscheidet sich gegen die Hufeisen und so beginne ich den Zeh etwas weiter vorn zu raspeln, damit die Stute besser abrollen kann. An dem Hinterhufen kann ich etwas mit dem Hufmesser zuschneiden. Am Vorderhuf nur den Strahl. Schon nach dieser leichten Behandlung, ist ihr Gangbild deutlich besser und Hannelore schnaubt sogar ab.
    Reyna und ich verabreden einen Folgetermin und sie bedankt sich herzlich für die Hilfe.

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    Canyon (Malte Tordenværson) | 14.361 Zeichen | 31.12.2020

    Distanz E → A
    Ich hatte zwei Stuten im Gepäck, als ich nach Deutschland flog. Beide waren flugzeugerprobt und ich erst recht, trotzdem war die Reise nicht einfach. Mein Auszubildener Bartholomäus hatte mich in Kalifornien zum Flughafen gefahren und würde mich in wenigen Tagen wieder abholen, wieviele genau, das stand noch nicht fest. Das wollte ich von dem Trainingsstand meines Auftragpferdes abhängig machen. Ein Wochenende reichte meist aus, aber mit schweren Kaltblütern hatte ich eher selten zu tun.
    Als Trainingspferd von mir hatte ich Caresse sur l‘océan mitgenommen. Auch sie sollte ihre ersten Schritte in der Distanz machen, nachdem sie sich die letzten Monate von mehreren Krankheiten und Verletzungen erholt hatte. Sie war extrem anfällig für Verletzungen jeder Art und das stand sich leider oft im Weg mit ihrer manchmal übermütigen Art, die sie in so manch schwierige Situationen brachte. Neben ihr im Pferdeanhänger stand Sister of Crime, sie sollte bei Reyna Huntington, eine meiner absoluten Lieblingsärztinnen, vorstellig werden. Ein weiter Weg für eine einfache Untersuchung, aber Sister sollte auf einer Stutenkrönung vorstellig werden und das Auge eines Profis sah einfach besser. Ich hoffte darauf, dass Reyna uns absolut grünes Licht von gesundheitlicher Seite aus für die auffällig gefärbte Stute geben konnte.
    Deutschland war ziemlich verschneit um diese Jahreszeit. Es war nicht viel Schnee, die Straßen waren soweit relativ frei, aber dennoch glatt und rutschig. Ich reiste für ein Distanztraining an, ein Einsteigertraining in dir Grundlagen des Distanzsportes, und dafür war dieses Wetter definitiv eine Hürde. Vor allem unerfahrene Distanzpferde mussten erstmal lernen, auch auf unwegsamen Strecken Halt und Gleichgewicht zu behalten und bei Schnee, Eis und Kälte war das durchaus schwieriger. Hannelore war dies vermutlich etwas gewöhnten als meine zierliche, die Wärme Kaliforniens gewöhnte Stute Caresse, dafür hatte mir Reyna Huntington jede Menge Trainingsplätze als Ausweichmöglichkeiten versprochen, sollte das Wetter ein Geländetraining wirklich nicht zulassen. Ich liebte den Schnee. Immerhin kam ich ursprünglich aus Norwegen. Neben den Fjorden war die Kälte des Winters mit der größte Grund für mein Heimweh. Ich parkte auf dem Parkplatz neben der Birkenallee, die jetzt, da der Schnee fast die gleiche Farbe wie die Rinde der Bäume hatte, kaum hervorstach, ab dem Frühling aber bestimmt mit dem hellen Birkengrün wunderschön aussah. Reyna begrüßte mich, wir kannten uns. Vor wenigen Monaten hatten wir bereits schon einmal gemeinsam trainiert, damals hatte sie mich allerdings besucht. Wir hatten uns damals schon gut verstanden und vereinbart, dass auch ich ihr Zuhause einmal begutachten sollte. Sie half mir, meine beiden Stuten über den Hof in die Gästeboxen zu bringen, wo beide mit frischem Heu und Wasser versorgt wurden. Ich war relativ erschöpft. Der Nachtflug und die Anfahrt waren auch für mich nicht einfach gewesen. Reyna verstand das. Sie zeigte mir mein Zimmer und wir verabredeten uns für den Mittag, sodass ich noch ein paar Stunden schlafen konnte. Caresse würde Hannelores Trainingspartnerin sein. Sie war ungefähr auf dem gleichen Stand, sodass wir den beiden Stuten gemeinsam etwas beibringen konnten. Mir als Trainer war es wichtig, dass ich nicht nur Pferde unter den Sattel nahm und nach erfolgreichem Training den Besitzerin das Pferd wieder in die Hände drückte, sondern, dass auch die Reiter selbst den Fortschritt ihres Pferdes herbeiführten, um auch in Zukunft eigenständig weiterarbeiten zu können. Da ich Caresse noch etwas Schonung geben wollte, traf ich mich erstmal nur mit Reyna und ihrer Kaltblutstute Hanne. Auch wenn Geländeerfahrung mit das wichtigste war, war ein zweiter Standpunkt beim Distanztraining die stabile Grundausbildung. Ein physisch und psychisch gesundes Distanzpferd, welches welches an wechselhafte Anforderungen, wie Bodenverhältnisse, Umgebungen, Klima und Futter gewöhnt worden war, und nebenbei eine abwechslungsreiche Haltung und Spaß an der Arbeit erfuhr, war meiner Meinung nach unabdingbar für den Erfolg im späteren Verlauf seiner Ausbildung. Und außerdem: Gymnastizierung und jegliche Form der Bodenarbeit, damit das Pferd selber ein Gefühl für seinen Körper und dessen Möglichkeiten entwickelte. Und damit fingen wir heute an. Reyna war eine erfahrene Reiterin, der ich viel Erfahrung in verschiedenen Bereichen zutraute, und doch war es auch bei den besten Reitern nicht schädlich, wenn andere mit einem neutralen Auge das Training beobachteten und eventuell festgefahrene Trainingsansätze erkennen konnten, die man selbst vielleicht übersah. Mit jeder Menge Ausrüstung, Planen , Hütchen und Flatterbändern, stellte ich Reyna und Hanne erstmal auf die Probe, was die sensible Stute bereits kannte und wo man ihr die Angst vielleicht noch nehmen konnte. Außerdem longierten wir Hanne einige Runden, damit auch ich mir einen Eindruck von ihren Gängen und dem Trainingsstand machen konnte. Ein Wochenende reichte nicht aus, um das zu trainieren, deswegen versuchte ich so viel wie möglich zu erkennen und zu verstehen, damit ich Reyna nach meinem Besuch genügend Anweisungen für das spätere Training mitgeben konnte. Mit Trabstangen forderten wir am Ende der Stunde noch Hannelores Einsetzen der Hinterhand, die sie bei ihren Gängen immer etwas vernachlässigte und gleichzeitig wollte ich von Hannelore eine langanhaltende Konzentration, selbst wenn das Training anstrengend war. Auch im Gelände später würde das eine wichtige Rolle spielen. Für heute beließen wir es dabei, morgen würde der erste Geländeritt stattfinden, der Hannelores Kraft und Ausdauer aufs Neue Ausreizen würde. Keine Fütterung und mindestens eine viertel Stunde vor dem Start warmreiten, ordnete ich Reyna und Hannelore an, und machte das selbe mit meiner Stute Caresse. Ein wichtiges Ritual vor jede, Ritt. Caresse und Hannelore waren beide Anfänger. Natürlich kannten beide das Gelände, aber meist als Erholung neben der anstrengenden Platzarbeit oder Ähnlichem. Caresse hatte eine schwierige Zeit hinter sich. Mehrere Besitzer, dann eine Krankheit und nach der Erholungsphase fiel ihr der Start ins Training schwer. Viel Basisarbeit hatten wir erneut auffrischen müssen, sodass ich gespannt war, wie nun das Training verlaufen würde. „Wir beginnen in Tempo 6“, sagte ich zu Reyna, als wir uns an der Auffahrt nach def Erwärmung unserer Pferde trafen. „Bedeutet, dass wir nicht schneller als 10 Km/h reiten werden. Du hast uns eine gute Strecke rausgesucht?“ Reyna nickte. „Einfache Wege, die gut für Trab sind, nicht zu viel Steigung und angenehme Pausenmöglichkeiten mit Anschluss an Wasser.“ „Sehr gut“, sagte ich. „Das klingt fantastisch. Hier ist deine Check-Karte, wo du bitte bei jedem Halt deine P/A-Werte einträgst.“ Es war wunderbar, Reyna als Tierärztin dabei zu haben. Sie würde ohne Probleme die Vet-Checks unserer Pferde übernehmen, ich besaß nur die Grundlagen, um das bei Trainingsritten übernehmen zu können. Wie ich bereits mit Reyna im Vorhinein geklärt hatte, bestand unser Ritt heute nur aus vielen Schrittphasen und kürzeren Trabphasen, die maximal 10 Minuten andauerten. Die Strecke war etwa 20 Kilometer lang, sodass wir nicht schneller als zwei Stunden sein durften, um das vorgegebene T6 nicht zu überschreiten. Nach anstrengenderen Abschnitten machten wir Halt und nahmen die P/A-Werte unserer Pferde. Waren sie nach einigen Minuten nicht auf die vorgegebenen 64/64 gefallen, waren wir zu schnell geritten. Bei einem richtigen Distanzritt hatte man oft noch eine zweite Chance, ansonsten wurde man disqualifiziert. Das war heute zum Glück nicht nötig. Caresse und auch Hannelore hielten, vor allem zu Anfang, noch gut mit, was jedoch auch am Wetter lag, das eine schnelle Senkung des Pulses begünstigte. Wir merkten beiden Pferden an, dass die Kraft nach hinten hin weniger wurde und beim vorletzten Vet-Check die Werte deutlich höher lagen als noch zuvor. Nach zwei Stunden und einer viertel Stunde kamen wir wieder am Gestüt an. Wir waren bereits einige hundert Meter vorher in den Schrift gewechselt und führten nach dem Absteigen nun die beiden Stuten ins Ziel. So verlor man Zeit, aber konnte sich sicher sein, dass auch die letzte Kontrolle bestanden wurde. Wieder übernahm Reyna mit meiner Unterstützung den Kontrollpart und wir notierten die letzten Werte auf unseren Check-Karten. „Immer gut aufheben“, riet ich ihr. „Die kann man später zum Vergleichen noch gut gebrauchen.“
    Die Werte beider Pferde waren in guten Bereichen, was unter anderem auch an der guten Planung des Rittes und unserem frühzeitigen Wechsel in den Schritt liegen mochte. Ich klärte mit Reyna noch einige wichtige Fakten und Erkenntnisse und verabredete mich für morgen Vormittag zum letzten Distanzritt in etwas schwierigerem Gelände als heute.
    Caresse durfte sich an diesem Nachmittag ausruhen. Auch sie hatte heute viel leisten müssen und dazu kam noch die Reise, die auch an ihrer Energie zerrte. Deswegen beschäftigte ich mich etwas mit meiner Stute Sister of Crime und erkundete in entspanntem Schritt die schöne Landschaft rund um das Gestüt. Für uns beide ein schöner Ausklang des Tages. Reyna hatte bei ihrer Tierarztuntersuchung Sister für gesund und munter erklärt, sodass die hübsche Stute im nächsten Jahr bei uns in die Zucht gehen würde,

    Am nächsten Vormittag bereitete ich Caresse abermals auf einen Ritt vor. Die Länge der Strecke war ungefähr gleich, nur hatten wir heute etwas mehr Anstieg und auch die Schnelligkeit wollten wir teilweise erhöhen und auf manchen Strecken etwas in den entspannten Galopp wechseln, ohne dabei die Pulswerte in zu große Höhen zu bringen. Distanzreiten war ein schmaler Grad zwischen Schnelligkeit und Entspannung.
    Ich traf mich gegen zehn Uhr mit Reyna und Hannelore. Man merkte beiden Pferden die Müdigkeit von gestern noch an. Verständlich, normalerweise ordnete ich nach jedem anstrengenden Ritt mindestens einen Tag Pause an. Um die müden Beine der Pferde etwas in Schwung zu bringen, ritten wir beide auf dem Reitplatz warm. Viele Dehnübungen und Biegungen in alle möglichen Richtungen, Lockerungsübungen für Pferd und Reiter, bevor wir auf zum nächsten Ritt starteten.
    Reyna hatte sich alle Mühe gegeben, und auch alles richtig gemacht, als sie die Strecke für den heutigen Tag ausgesucht hatte. Teilweise überschnitt sie sich mit der Strecke von gestern, war jedoch merklich für Pferd und Reiter anspruchsvoller. Wir ritten wieder nach der Schnelligkeitsvorgabe T6, wollten heute jedoch neben den Trabstrecken etwas Galopp einbauen. Bedeutete, dass wir, damit wir uns trotzdem an die Tempoangaben halten konnten, etwas mehr Schritt reiten würde. Das würde auch nötig sein, denn ein Teil der Strecke ging relativ steil bergauf und durch den gefrorenen Schnee war es merklich rutschig.
    Wieder hielten wir es wie gestern; Bauten kürzere Trabstrecken ein, machten nach anstrengenden Phasen Pausen und P/A-Kontrollen, dessen Werte wir uns gut notierten. Vor jeder Kontrolle wechselten wir zurück in den Schritt, um den Puls bei der Messung so niedrig wie möglich zu haben.
    „Da vorne an der Kurve“, sagte ich, als Reyna und ich gerade in entspanntem Trab einen breiten Forstweg entlang ritten. „Da erwartet uns eine unangekündigte, imaginäre Kurzkontrolle.“
    Reyna blickte erschrocken auf, widersprach allerdings nicht. Es war nicht unüblich, dass neben den markierten Vet-Checks auch unangekündige Kontrollen stattfanden.
    Wie erwartet waren die Werte der Pferde ziemlich hoch. Reyna machte ein besorgtes Gesicht, aber ich konnte sie beruhigen. „Alles gut, das war zu erwarten. Es ist trotzdem gut zu wissen, welchen Puls die Pferde haben, wenn sie gerade noch in Aktion sind“, sagte ich. „Bei diesen Kontrollen geht es nur darum, dass die Werte nicht unnormal hoch oder niedrig sind, was zum Beispiel auf Doping oder ähnliches hindeuten könnte. Wir messen einfach in ein paar Minuten nochmal.“
    Wir führten die Pferde langsam im Kreis, gaben ihnen Wasser und dehnten ihre Beine. Dann nahmen wir erneut die Werte und Reyna konnte aufatmen. „Alles gut“, sagte sie. „Zwar noch nicht im Optimalbereich, jedoch haben sie sich schnell gelegt.“
    Wir sattelten die Pferde also wieder und stiegen erneut auf. Es war nicht mehr weit und wir lagen gut in der Zeit, sodass wir auf geraden, weniger rutschigen Strecken, auch hin und wieder sehr kurze Galoppphasen einbauten, in denen die Pferde lernen sollten, sich trotz der Schnelligkeit nicht zu schnell hochzufahren und weiterhin gut regulierbar zu bleiben. Hanne hatte damit weniger Probleme. Sie war vom Gemüt her die Gelassenere und der sanfte Galopp fiel ihr nicht schwer. Das zeigte mir erneut, dass vor allem das Distanzreiten eigentlich jeder Pferderasse offen stand.
    Die letzte Strecke gingen wir wieder im Schritt und führten schließlich zum zweiten Mal unsere Pferde über die Ziellinie, die wir an der Einfahrt des Gestüts gesetzt hatten.
    „Gut gemacht!“, sagte ich. „Wir alle. War nicht einfach, aber wir haben es großartig gemeistert und Spaß gemacht hat es auch.“
    „Trotzdem will ich jetzt einen warmen Tee und dicke Wollsocken!“, sagte Reyna und lächelte mich an. Das stimmte, das brauchten wir jetzt alle. Hannelores Behang war von Schnee und Eis verkrustet und weiß und wir waren alle ziemlich durchnässt.
    Nachdem wir die letzten Werte genommen und die Pferde in ihre Boxen gebracht hatten, trafen wir uns zu einem letzten Glas Tee, bei dem wir alles weitere besprachen. Ich fertigte Reyna einige Notizen an, die vor allem Beobachtungen und Idee für das weitere Training besprachen.
    „Einfach Stück für Stück, mit aller Geduld und nie zu viel erwarten, die Strecken und die Anforderungen schwieriger machen. Auch mal Stadtbesuche miteinbauen, versuchen mit vielen verschiedenen Pferden unterwegs zu sein, damit sie sich an all den Trubel gewöhnt und ich weiß, dann wird Hanne viel Spaß im Distanzsport haben. Die grundlegenden Eigenschaften bringt sie definitiv mit!“

    Ich hatte meine beiden Pferden wieder in den gemieteten Anhänger verstaut und verabschiedete mich von Reyna. Ich bedankte mich für die gute Verpflegung und die schönen gemeinsamen Ritte. Auch ich hatte wieder viel lernen und mitnehmen könne, wie immer, wenn ich mit anderen großartigen Reitern beisammen war. Glücklich verabschiedete ich mich von Gestüt Birkenhof, in der Hoffnung, hier bald nocheinmal einkehren zu können.

    Beritt- und Trainingsservice Birkenau
    Hannelore Dressur E -> A I Burnin' Awake and Lifeless Dressur A -> L
    Stelli

    Es war ein herrlicher Montag morgen im Oktober. Anstatt einer grauen Wolkendecke strahlte mir heute die Sonne entgegen, als ich raus ins Freie ging. Ich wollte mich nämlich auf den Weg zu Reyna Huntington machen, wo ich zwei Pferde zum trainieren hatte. Zum einen war es Hannelore, eine Belgische Kaltblutstute und zum anderen Burnin‘ Awake and Lifeless, ein Hannoveranerhengst. Ich stieg in mein Auto und machte mich auf den Weg zu meiner Kundin. Besonders gespannt war ich auf das Training mit Hannelore, denn ich hatte bislang nicht oft Kaltblüter ausgebildet.
    Als ich den Hof von Reyna erreicht hatte, kam sie mir auch schon gleich entgegen und empfing mich herzlich. Dann führte sie mich zu ihren Stallungen und zeigte mir meine Berittpferde. Zuerst war es Hannelore. Sie war mit ihren knapp eins-siebzig nicht gerade klein und schon gar nicht schmal. Ich grinste nur und freute mich riesig auf diese Aufgabe. Burnin‘ Awake and Lifeless hingegen war eine recht schmaler Hannoveranerhengst gegen Hannelore. Ich besprach mit Reyna die letzten Details zu den beiden Pferden, bevor wir mit dem Ersten begannen. Es war Hannelore, welche sich in der Dressur noch recht am Anfang der Ausbildung befand und nun auf die Klasse A vorbereitet werden sollte. Gemeinsam putzten und sattelten wir die Roanstute und gingen dann in die Reithalle. Zugegebenermaßen war das Sitzen auf Hannelore ein ganz schöner Schenkelspreizer, im Gegensatz zu den Warmblüter, die ich sonst gewohnt war. Ich hatte mich aber nach der Schrittphase recht schnell an die neue Situation gewöhnt. Im Trab ließ sie sich erst etwas bitten, aber dann hatte ich die passenden Knöpfe gefunden, die Dame in Bewegung zu bringen. Aufgrund ihres mächtigen Halses hatte sie auch etwas Probleme mit der Anlehnung. Ich nahm mir alle Zeit, die Hannelore brauchte, um los zulassen. Nach und nach wurde sie geschmeidiger, flotter und fing an zu kauen. Der Galopp hingegen war sanft und sicherer als der Trab, auch die Anlehnung war besser. „Das wird interessant!“, grinste ich Reyna zu, die uns von außen zuschaute. Ich probierte mich noch etwas mit Hannelore herum, war aber schon zufrieden, dass sich ihre Anlehnung und Schwung innerhalb der Einheit deutlich verbesserte. Zum Schluss war Hannelore gut geschwitzt und ich beendete das Training mit einem guten Gefühl. Als ich mich wenig später auf dem Hannoveranerhengst wiederfand, wirkte er unter mir wie ein Pony. Burnin‘ Awake and Lifeless war bereits bis zur Klasse A ausgebildet und vermittelte mir von Anfang an ein gutes Gefühl. Auch bei ihm probierte ich mich erstmals ein bisschen durch, um mir einen Überblick zu verschaffen. Er war mit einem schönen Grundschwung ausgestattet und hatte eine gute Arbeitseinstellung. Im Trab und Galopp tastete ich mich auch an das Zulegen und Abfangen. Ich freute mich jetzt schon, zwei so tolle Pferde trainieren und ausbilden zu dürfen.
    Ich fuhr mindestens zwei Mal die Woche zu Reyna, teils auch jeden zweiten Tag, außer am Wochenende. Grade Hannelore braucht intensives Training. Somit war ich auch heute bei den beiden Pferden, um das Training fortzusetzen. Hannelore hatte in den letzten zwei Wochen schon große Fortschritte gemacht. Ihre Anlehnung wurde um Welten konstanter, somit konnten wir auch endlich an den neuen Lektionen anknüpfen. Ich beschloss, mit Viereck verkleinern und vergrößern anzufangen, da diese Lektion im Schritt geritten wird und das für Hannelore am einfachsten sein wird. Zu meinem erstaunen reagierte sie super gut und lernte schnell, was ich von ihr verlangt hatte. Manchmal schob sie gerne noch die Hinterhand zu sehr hinein, aber das ließ sich schnell korrigieren. Nachdem wir ein gutes Training hatten, beendete ich die Einheit mit der Kaltblutstute für diesen Tag und machte mit dem braunen Hengst weiter. Wie immer war Awake and Lifeless motiviert und bei der Sache. Während wir die letzten Tage schon viel an der Versammlung und Tragkraft gearbeitet, ebenso wie die Verstärkungen verbessert hatten, wollte ich heute mit dem Außengalopp und der Kurzkehrt anfangen. Gesagt – getan. Ich galoppierte den braunen Hengst an und holte ihn mir schön am Kreuz in die Versammlung. So wechselte ich durch die halbe Bahn und ritt im Außengalopp weiter. In den Ecken wurde er etwas hektisch, fing sich aber schnell wieder. Ich wiederholte die Übung einige Male, aber nicht zu oft, um den Hengst nicht zu überfordern. Ich machte immer wieder Schrittpausen am langen Zügel, damit er abspannen konnte. Zum Schuss versuchte ich mich noch an der Kurzkehrt. Ich holte ihn dafür im Schritt zurück und ließ ihn in einem ruhigen, gleichmäßigen Tempo um das innere Hinterbein treten. Am Anfang war er unsicher, wollte aber unbedingt alles richtig machen. Als wir ein paar passable Tritte dabei hatten, ließ ich es gut sein. Auch in den nächsten Trainingseinheiten feilte ich zusammen mit Burnin‘ Awake and Lifeless an Mitteltrab und Mittelgalopp, sowie Kurzkehrt und Außengalopp. Den Außengalopp hatte er schnell verstanden und konnte ihn auch super umsetzen. Ich konnte mich sogar schon an Zirkelrunden im Außengalopp tasten, ohne dass er unsicher oder hektisch wurde, oder gar umsprang. Nach der dritten Woche lief er auf beiden Händen sicher im Außengalopp. Auch die Kurzkehrt machte er immer besser, aber da brauchten wir noch ein paar Tage. Hannelore machte ihre Sache auch nicht schlecht. Sie wurde weiterhin von Mal zu Mal durchlässiger. Ich hatte mich sogar schon mal an Zulegen im Trab und Galopp ran getraut, so richtig zünden tat sie aber noch nicht. Galopp war besser als Trab, aber noch nicht gut genug für eine A-Dressur. Also hieß es: weiter trainieren. Als ich Woche vier auf Reyna's Hof beendete, holte ich die Pferdebesitzerin zu mir. Ich hatte zuerst Hannelore gesattelt und war bereits aufgewärmt, sodass wir loslegen konnten. Hannelore war stets bemüht, jedoch war klar, dass sie nicht wie ein leichtfüßiger Warmblüter durchs Viereck schweben würde. Trotz allem hatte sie enorm viel gelernt in den letzten Wochen. Zulegen im Trab und Galopp klappte mittlerweile gut, da hatte es vom einen auf den anderen Tag „Klick“ gemacht und sie wusste, was ihr Job war. Das Viereck verkleinern und vergrößern war von Anfang an nicht ihr Problem gewesen. Reyna war sichtlich stolz auf ihre Stute, die sich bislang nur in Fahrprüfungen beweisen konnte. „Ihr braucht euch jetzt auch in der Klasse A der Dressur nicht verstecken.“, sagte ich und streichelte Hannelores Hals. Kaum zu glauben, dass sie innerhalb kurzer Zeit so viel verstanden und umsetzten konnte. Burnin‘ Awake and Lifeless war als nächstes dran. Auch er hatte sich unheimlich gut gemacht. Sein Ehrgeiz und der Wille, immer alles korrekt zu machen, waren beim Training sehr von Vorteil gewesen. Er hatte alles schnell verstanden und konnte die Dinge beim nächsten Mal super umsetzen. Reyna staunte nicht schlecht, als sie ihren Hengst durch die Bahn schweben sah. Durch die Kraft, die er bekommen hatte, wurden seine Schritte, Tritte und Sprünge erhabener und eleganter. Der Außengalopp, den wir herausgearbeitet hatten, war sicher durch gesprungen und die daraus folgenden Einfachen Wechsel waren gesetzt und ruhig über den Schritt im deutlichen Viertakt, so wie man sich das ganze wünscht. Das Rückwärtsrichten kannte und konnte der Braune bereits, was mir die Arbeit erleichtert hatte. Auch das Kurzkehrt saß nach knapp fünf Wochen endlich. Reyna klatschte in die Hände und schien sehr zufrieden. „Ich danke dir für deine spontane Hilfe!“, meinte sie. Wir brachten den Hannoveraner zusammen in seine Box, besprachen noch einige Details bei einem Kaffee, bevor ich mich wieder auf den Heimweg machte.


    Die Kür:

    ,,Ich freu mich ja so!'', grinste ich vor lauter Aufregung und Ian fing an zu schmunzeln. ,,Das wird super, wenn sie dann erstmal gekört ist! Hermann ist soweit schon fertig und dann haben wir nächstes Jahr vielleicht schon unser erstes Kaltblutfohlen aus den beiden!'', grinste ich und sah von Hannelore auf Ian. ,,Vielleicht ist Hannelore dann auch nicht mehr ganz so träge, wenn ein quierliges Fohlen um sie herum rennt.'', murmelte Ian belustigt und ich verdrehte die Augen. ,,Du bist gemein. Sie ist halt lieber jemand der es ruhig angehen lässt. Wieso auch unnötig Stress machen?'' - ,,Stimmt, den machst du dir selbst schon genug.'', grinste er und ich schmunzelte. Ian hielt mir auf den anderen Seite gegen während ich aufstieg und es mir anschließend bequem machte. ,,So Hanne, wir rocken das heute und zeigen den Leuten die wahre Kaltblutpower!'', redete ich der Stute gut zu und nahm die Zügel auf. Hanne schien aber einen anderen Plan zu verfolgen denn sie trottete ganz gemütlich auf den Abreiteplatz und drehte mit mir ihre Runde wie an einem gelassenen Trainingstag. Oh weh.. Vielleicht sollte ich doch nicht ganz so viel Wert auf die Kaltblutpower legen und eher auf die.. Eleganz?
    Als wir dann aufgerufen wurden nahm ich die Zügel auf. Während dem Warmreiten wurde Hannelore wenigstens etwas agiler. Im Schritt ritten wir also auf den Platz und hielten bei dem Punkt X an. Hier grüßte ich die Richter und so ritt ich wieder an. Zuerst wollte ich den Schritt präsentieren so konnte Hanne langsam warm werden mit der Situation hier, auch wenn es sie augenscheinlich nicht wirklich kümmerte. Da war die Stute doch schon ein wahrhaftiges Kaltblut - ganz nach dem Motto: Komm ich heut' nicht, komm ich morgen - oder so. Wir präsentierten den Schritt auf beiden Seiten, bevor ich die Hilfe gab zum Antraben und die Stute unter mir sprang auch gleich darauf an. Zuerst vielleicht noch etwas träge aber nach den ersten Metern lief sie dann auch klar und war bei mir. So ritten wir einmal die ganze Bahn entlang, wechselten dann von dem einen Zirkel auf den anderen um auch den Trab von beiden Seiten zu zeigen bevor ich ihr die Hilfe zum Galopp gab. In diesen Sprang sie auch gleich rein und anders als sonst zeigte sich hier die wahre Klasse. Denn den Galopp liebte die Stute, nicht dass sie ran zog oder nicht zu händeln war, aber hier kam das Feuer meistens zum Vorschein. Nicht wie bei einem Vollblüter logischerweiße aber ja, man konnte sagen der Galopp war ihre liebste Gangart was mit ihrem sonstigen Wesen doch sehr.. widersprüchlich war.
    So ritten wir auch hier zwei Runden auf dem Zirkel, wechselten dann auf den anderen Zirkel. Eine Runde im Galopp auf diesem, eine lange Seite der Bahn und wir wendeten wieder auf die Mitte der Bahn ab. Ich ließ die Stute sich in den Trab fallen und hielt anschließend wieder bei Punkt X. Erneut grüßte ich die Richter und lobte die Stute ausgiebig. So verließen wir im Schritt den Platz und warteten auf unser Ergebnis.


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  11. Wolfszeit

    Wolfszeit Wölfchen❤️

    Wolfszeit mit
    Nurja
    [​IMG]
    NURJA
    arb. Lichthell
    Portrait folgt

    EXTERIEUR
    Geschlecht: Stute
    Geburtstag: 16.04.2012/8 Jahre
    Geburtsort: Schweiz

    Rasse: Freiberger
    Stockmaß: 155cm
    Gewicht: 517 Kg
    Deck-|Langhaar: Braun | Schwarz
    Abzeichen| Scheckung: Flocke|h.r,h.l. Socke
    Gencode:EeAa

    STAMMBAUM

    von: Unbekannt
    von: Unbekannt | aus der: Unbekannt
    von: Unbekannt | aus der: Unbekannt | von: Unbekannt | aus der: Unbekannt

    aus der: Unbekannt
    von: Unbekannt | aus der: Unbekannt
    von: Unbekannt | aus der: Unbekannt | von: Unbekannt | aus der: Unbekannt

    INTERIEUR | BESCHREIBUNG

    Rufname: Nurja

    lieb, brav, zuverlässig, gutmütig, sensibel, freundlich, ruhig

    Sie ist super lieb und brav. Nurja ist eine begabte Stute die sowohl im Gelände als auch in der Halle super läuft. Sie ist zuverlässig ist aber eher gemütlich unterwegs. Sie ist sehr gutmütig, sensibel und überaus freundlich. Nurja ist wirklich ein Fels in der Brandung und eine große Bereicherung für unsere Herde.


    folgt

    Weide/Weidepartner: Ursel, Miss Monty Minnie Maus, Ursel & Baroness Of Guard
    Unterbringung: Hallenauslauf
    Einstreu: Stroh

    Letzter Tierarztbesuch:00.00.0000
    Chipnummer: folgt

    Gesamteindruck: Gesund
    Akute Krankheit/en: keine
    Chronische Krankheit/en: keine
    Erbkrankheit/en: Keine


    Letzter Hufschmiedbesuch:00.00.0000
    Ausgeschnitten/Korrigiert: nie
    Hufbeschaffenheit: Gut
    Hufkrankheit/en: Keine
    Beschlag: Barhuf


    AUSBILDUNG & QUALIFIKATIONEN
    Eignungen: Wanderreiten, Dressur

    Springen: A
    Military: M
    Dressur: L
    Distanzrennen: E
    Western: E
    Galopprennen: E
    Fahren: E


    TRAININGS - INFOS
    Fohlen ABC
    Jungpferdeausbildung
    Bodenarbeit ✔


    ERFOLGE
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    476.Militarytunier| 624.Dressurtunier | 470.Distanzturnier
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    SW 517

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    469.Fahrtunier | 625.Springtunier
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    450. Miliratytunier | 477.Militarytunier
    PFERDEPASS

    Gekört: Nein
    Schleife:
    Gewinnerthema:
    Eingetragene Zucht: Whitehorse Creek Stud
    Decktaxe: 0 Joellen

    Herkunft | Züchter: Unbekannt

    Nachzucht: 0/10


    BESITZERLEGENDE
    Besitzer/Besitzerin: Wolfszeit
    Vorbesitzer/Vorbesitzerin: /
    Verkaufsrecht/Ersteller: sadasha
    Reitbeteiligung/Trainer: Luchy Montrose

    zu Verkaufen : Nein
    Kaufpreis: 1500

    Spind/PNG/Puzzle PNG/Offizeller Hintergrund
    Beschlag und Hufpflege für Snotra, Blávör, Briair, Elf Dancer, Acerado und Nurja
    15. April 2021 // Mohikanerin

    Ein kurzfristiger Auftrag erreichte mich von meinem Partner Mr. Wellik AB. Auf dem Gestüt Whitehorse Creek brauchten einige Pferde neue Eisen und eine weitere Stute müsste ausgeschnitten werden, wenn ich schon mal da bin.
    “Sie müssen Luchy sein”, sagte ich zu einer jungen Dame, die auf mich zu kam.
    “Nein, Hallo. Ich bin Lina.”, stellte sie sich vor. Zusammen gehen wir zum Stall in dem bereits Elf Dancer stand.
    Ich entfernte als Erstes die alten Eisen. Die Dame erzählte mir, dass er zwischendurch Schwierigkeiten beim Laufen hatte, eine Art Knacken zu hören sei und ich mir das genauer anschauen sollte. Der Schmied, der sonst kam, machte wohl einfach nur die Eisen darauf und das war's. Ich ließ mir den Hengst vor dem Stall einige mal Vorführen, als die Eisen ab waren. Es fiel deutlich auf, dass er fühlig lief.
    “Vielleicht wäre es besser, wenn wir ihn auch hinten Beschlagen”, merkte ich bei der ersten Runde an. Später war auch das Knacken zu hören, dass sie ansprach.
    “Ich denke, dass das Hufbein länger ist und durch die Bewegung knackt es. Jedoch wäre es besser mit einem Tierarzt zu sprechen”, erklärte ich ihr. Sie stimmte mir zu.
    “Zur Erleichterung beim Abrollen kann ich ihm spezielle Eisen vorne ran machen und eine Gummischicht dazwischen, damit die Federung mehr unterstützt wird.”
    “Das klingt super. Machen wir so”, antwortete Lina begeistert.
    In meinem Auto begann ich zu kramen nach den Gummis. “Gefunden”, rufe ich triumphierend und lief in den Stall. Die Eisen hatte ich bereits zurecht geschliffen und geformt, sodass nur die Gummis noch fehlten. Ich befestigte diesen am Eisen und nagle alles zusammen an den Huf von Elf Dancer. 20 Minuten später lief er schon viel Besser mit den NBS an den Vorderhufen.
    “Und was sind das für ein Eisen?”, fragte Lina, nach dem sie den Hengst zurückgestellt hatte. Ich zeigte ihr das Eisen genauer und erkläre: “Diese Hufeinsen sollen es ermöglichen, dass das Pferd damit so locker und natürlich laufen kann wie möglich. Der Huf kann so seinem natürlichen Abrollpunkt folgen und somit bleibt die Hufform während der gesamten Beschlagsperiode unverändert.”
    Als Nächstes waren Acerado und Briair an der Reihe. Den Hengst hatte Lina aus der Box geholt und kraulte engagiert seinen Kopf. Sie erklärte mir, dass er sonst sehr ungeduldig herumzappeln würde und ich hackte nicht weiter nach. Stattdessen ging ich meinem Beruf nach, entfernte die Eisen und machte den ersten groben Schnitt am Huf. Der Zeh ragte merklich über dem alten Eisen und hatte teilweise die Form des Hufes verändert. Kopfschüttelnd lief ich zum Auto, um nach anderen Eisen zu schauen. Schnell fand ich die richtige Größe für alle vier Hufe und begann sie in die richtige Form zu schlagen. Zur gleichen Zeit führte die kleine Dame den Hengst auf und ab, da er immer ungeduldiger in der Gasse stand und nicht weiter stillhalten wollte. Immer wieder warf ich einen prüfenden Blick auf das Gangbild des Braunen, doch konnte keine Unstimmigkeiten entdecken, bis auf die ungünstige Form des Hufes.
    Nach 40 Minuten konnte sich Acerado wieder sehen lassen. Imposant trabte Lina den Hengst vor und er zeigte keine weiteren Fehler. Er rollte sehr gut ab und ließ sich dabei im ganzen Körper locker. Die Zehen hatte ich an die Eisen angepassten und die Trachten minimal gekürzt, da sie nicht plan zum Boden waren. Bevor sie ihn zurück auf die Weide brachte, hatte Lina bereits Briair eine interessante Schimmelstute in die Gasse gestellt. Die Eisen hatte ich bereits von den Hufen entfernt und begann zu raspeln, als die Mitarbeiterin wieder kehrte und mir die Stute auf dem festen Boden vorführen konnte. Ungewohnt hob sie die Beine weit weg vom Boden und tippelte neben ihr her. Generell lief sie aber richtig. Auch für sie konnte ich die Standardeisen verwenden und suchte mal wieder nach diesen. Ich musste das Auto mal wieder aufräumen dachte ich und stolperte haarscharf über einen Eimer, den ich zur Seite schieben wollte.
    “Alles okay?”, rief Lina aus dem Stall.
    “Ja, noch mal gut gegangen”, scherzte ich und kam mit den Eisen wieder. Prüfend legte ich sie an die Hufe der Stute und markierte einige markante Stellen, die ich an dem Eisen ändern musste. Am Auto schlug die vier Eisen wieder zurecht, schliff mit dem Nassschleifer mehrere Stellen. Erneut legte ich die Eisen an die Hufe der Stute, eh ich sie fest machte. Zufrieden führte Lina sie noch einmal vor und brachte dann auch Briair zur Weide.
    Ein junger Mann kam mit zwei Stuten auf mich zu. Auf den ersten Blick wusste ich, dass das die besagten Isländer sein. Wortlos band er sie an, zeigt zuerst auf die Braune und lehnte sich an die Wand.
    „Ich bräuchte sie vorher erst mal vorgeführt, um die Bewegungsabläufe zu sehen und mögliche Fehler ausgleichen zu können”, erklärte ich ihm.
    “Die hat keine Fehler”, murmelte er, band sie ab und führte sie den Weg entlang. Dann drehte Max sie wieder um und trabte ein Stück. Offensichtlich trabte Snotra jedoch nicht, sondern es war Tölt. Ich guckte es mir noch einige Minuten an, eh ich sie zurück in den Stall kommen ließ und begann die alten Eisen zu entfernen. Natürlich zeigte die Stute Fehler im Gangbild, die aus X-Beinen bestanden und in keiner Weise angepasst wurden. Die Hufe waren normal geschnitten und die Eisen Standardgemäß genagelt. Kaum stand sie direkt auf dem Steinboden in der Stallgasse begann die Stute herumzuhampeln und fühlte sich offensichtlich nicht wohl auf dem Boden. Der Besitzer stellte sich an den Kopf von ihr und beruhigte sie. So konnte ich ungestört die Hufe korrigieren und im Anschluss die Eisen im Auto auswählen. Auf Wunsch des Kunden bekam sie an die Vorderhufe und Hinterhufe die gleichen Gewichtsklassen, da auf der Zuchtprüfung in einigen Wochen kein unterschiedlicher Beschlag zugelassen ist.
    “8ter in 1, richtig?”, fragte ich noch einmal nach aus dem Auto. Er stimmte zu und bewaffnet mit Stift sowie Eisen kam ich zurück zum Pferd, um die richtigen Maße zu nehmen. Die Stege waren zu lang und an den Trachten zu breit. Mit roher Gewalt schlug ich am Amboss mit dem Hammer auf die Vordereisen ein. Mehrmals prüfte ich die Form, bis sie endgültig passten. Snotra hatte sich mittlerweile an den Untergrund gewöhnt, dennoch wirkte sie erleichtert, als endlich wieder an ihren Hufen waren. Nach einem erneuten Vorführen stellte sich eine leichtere Verbesserung des Gangbildes heraus und im geschlossenen Stehen war auch die Stellung, um einige Millimeter besser.
    Bevor Nurja ausgeschnitten wurde, sollte Blávör noch die Eisen entfernt bekommen. Der Kunde erzählte mir, dass sie ständig die Eisen verlor und die Hufwände sehr brüchig wurden. Ich guckte mir im Schritt die kleine Katastrophe an, eh ich sie wieder anbinden ließ und direkt mit dem Entfernen begann. Ihre Hufen waren wirklich sehr trocken und rissig. Von den Hufnägeln aus durchzogen klitzekleine Risse die Hufwand. Behutsam entfernte ich die Nägel und Eisen. Im Vergleich zu ihrem Kameraden entspannte die Stute sich auf dem Untergrund und wirkte erleichtert, die Eisen los zu sein. Ich feilte die Hufen und kürzte sie mit dem Messer. Aus dem Auto habe ich bereits den Hufkleber geholt, um die Risse zu befestigen. Es musste verhindert werden, dass die Risse sich in den weißen Rand hochzogen. Nach 20 Minuten waren wir fertig und Max brachte seine beiden Stuten zurück auf die Weide.
    Lina wartete bereits mit Nurja, führte sie vor und befestigte die Stute für mich. Freundlich begrüßte ich sie und betrachtete die Hufe. Wirklich gut gepflegt waren sie, benötigten nur eine Nacharbeitung. Zuerst schnitt ich den Strahl aus und die Hufwand. Die Trachten waren an den Hinterhufen deutlich zu lang, sodass ich ein paar Zentimeter entfernte. Am Ende schnitt die Hufe eben zum Boden. Dann führte die Kleine Nurja erneut vor. “Sehr gut, sie ist fertig”, rief ich ihr zu. Sie nickte und verabschiedete sich. Max kehrte bereits zurück. Eh er sich verabschieden konnte, rechnete ich noch ab. Die Rechnung steckte er unsanft in seine Tasche und ging. Nicht gesprächig der Kerl, um so freundlicher war der Kontakt zu Lina, die mir sogleich das Geld gab, als sie zurückkehrte
    18.04.2021|Wolfszeit
    Routineuntersuchung
    Nurja| Acerado| Briair

    Gutgelaunt füllte ich die Utensilien in meinem Auto auf, heute würde es nämlich zu einem meinem Stammkundengehen. Auf dem Whitehorse Creek sollten mal wieder ein paar Pferde zur Körnung gehen und in Vorbereitung darauf durchgecheckt werden. Manchmal begrüßte ich diese Routineuntersuchungen sehr, denn dabei brauchte man sich selten Sorgen um den Patienten zu machen.
    Eine Stunde später kam ich auf dem WHC an, wo mich Luchy Blackburn bereits erwartete.
    “Na, welche drei sind den heute dran?”, fragte ich sie nach der Begrüßung.
    “Nurja, Briair und Acerado sind heute dran”, erklärte sie mir und die beiden Stuten konnte ich auch bereits angebunden vor dem Stall sehen.
    “Wie geht es eigentlich eurem Tierschutzfall? Ich habe gehört die Veranstaltung hat eine abruptes Ende gefunden”, erkundigte ich mich beim rübergehen.
    “Divine geht es ganz prima und er gehört seit neustem seiner Trainerin”, erzählte Luchy lächelnd. Offenbar freute sie sich darüber. “Das ist schön zu hören”, antwortete ich, während ich Briar freundlich begrüßte. Geduldig ließ sie sich von mir Abtasten.
    “Du hast sicherlich mitbekommen, dass wir derzeit internationalen Besuch hier haben, gerade Lina profitiert davon ziemlich”, erzählte die Stallbesitzerin weiter, während ich Briairs Sinnesorgane prüfte.”Ja, das hat Nicole erzählt. Sie war ja neulich für Divine da. Offenbar hat euer Besuch beeindruckende Pferde dabei, sie kam aus dem schwärmen nicht mehr raus”. Ich musste schmunzeln dabei, wenn ich daran dachte, wie meine Kollegin von der Schimmelstute geschwärmt hatte.
    “Gut habt ihr die hübsche hier wieder hinbekommen, sie sieht viel besser aus als vor drei Monaten”, lobte ich Luchy, als ich meine Untersuchung abschloss. Briair, Mijou und Flanell waren bei ihrer Ankunft recht mager gewesen und hatten auch den ein oder anderen Mangel aufzuweisen, doch jetzt war die Schimmelstute schön rund und machte durch und durch einen gesunden Eindruck.
    Luchy steckte der Schimmelstute ein Leckerli zu, “Ja, Samu hat sich auch echt viel Mühe gegeben.”
    “Das sieht man, so darf sie auf jeden Fall zur Körung”, gab ich die Stute frei und widmete mich nun Nurja. “Sie hat ein wenig zugelegt”, merkte ich an als ich ein Bilck auf die Freibergerstute warf.
    “Ja, ich komme derzeit leider nicht so oft zum Training wie ich möchte”, gab Luchy zu.
    “Na, solang das nicht noch mehr wird, ist das wohl noch im Rahmen”, beruhigte ich sie und begann auch die braune Stute zu untersuchen. Auch bei der kleinen Freibergerstute gab es nichts weiter zu beanstanden.
    “Der letzte Kandidat steht drinnen, ich hoffe, Ace hat noch nicht den Putzplatz zerlegt”, scherzte Luchy und ich folgte ihr. Ungeduldigt scharrte der braune Hengst mit seinem Huf über den Boden. “Ace, lass das”, tadelte Luchy den Hengst und gab ihm einen leichten Klaps auf die Schulter.
    “Ungeduldig wie immer”, scherzte ich und begann den Hengst zu untersuchen. Dabei wurde ich immer von einer neugierigen Pferdenase begleitet, die mir immer so weit folgte, wie sie kann. Als ich seine Beine abtasten wollte, versuchte er rumzuhampeln, was natürlich schwierig war, wenn ein Bein festgehalten wurde. Trozt des Ungeduldigen Hannoveraners war die Untersuchung schnell abgeschlossen und auch er war gesund.
    “So alle drei sehen super aus, sie können Problemlos zu Körung”, fasste ich die Untersuchungsergebnisse zusammen bevor ich mich verabschiedete und zurück zur Klinik fuhr.

    3386 Zeichen
    31.05.2020|Bracelet
    Einstieg ins Geländereiten
    Military E->A
    Sonntagabend, 16 Uhr: Anastasia, meine Mitarbeiterin, und ich trafen die letzten Vorbereitungen und drapierten liebevoll die letzten Teller, Gläser und Dekorationsgegenstände auf den drei zusammengeschobenen Tischen, die ein schönes, weißes Tischtuch zu einem einheitlichen Bild zusammenfügte. Aus unserem eigentlichen Gemeinschaftsraum entstand dadurch ein gemütliches Esszimmer, das ausreichend Platz für unsere acht Gäste bot. Diese waren, über den Tag verteilt eintrudelnd, zum Glück alle wohlauf bei uns auf dem Den Vackra Trakehner Stud angekommen. Ich hatte dabei beim Ausladen der Pferde geholfen, die Zimmer, Spinde und Boxen für die kommenden Tage zugeteilt und die Zeit genutzt mit jedem Teilnehmer bereits ein wenig zu plaudern. Dabei waren sie mir alle nur positiv aufgefallen und schienen eine nette Truppe zu sein. In so einem Rahmen machten Kurse dann natürlich umso mehr Spaß.
    Für 17 Uhr hatte ich das heutige, erste gemeinsame Abendessen angesetzt. Wie erwartet verspäteten sich ein paar der Teilnehmer um einige Minuten. Dies war jedoch nicht schlimm, da es ohnehin ein Buffet gab. Als schließlich alle eingetroffen waren, ein paar schon genüsslich ihr Essen verspeisten, klopfte ich mit meinem Kaffeelöffelchen vorsichtig auf mein Glas um die Aufmerksamkeit meiner Gäste zu bekommen. ,,Meine lieben Pferdefreunde!’’, begann ich lächelnd: ,,Ich freue mich sehr, dass ihr es geschafft habt und nun alle hier seid. Ich möchte die Chance nutzen um euch, wo wir hier gerade alle so nett zusammen sitzen, ein paar Infos zu den nächsten Tagen zu geben. Ihr werdet nachher noch ein Programmheft von mir bekommen, wo nochmal alles genau notiert sein wird. Trotzdem, um euch ein paar Eckdaten zu geben: Morgen wird es ab Neun auf dem Geländeplatz sofort medias in res gehen. Dabei bitte ich jeweils die ersten beiden Teilnehmer, wie auch die kommenden Tage, schonmal Schritt gegangen zu sein und ein wenig aufgewärmt zu haben. Anschließend ist geplant, dass zu jeder Zeit mindestens zwei Teilnehmer auf dem Platz sind damit nie ein Pferd alleine zurückbleiben muss. Es wird einen Vor- und eine Nachmittagsblock geben, wobei natürlich jeder herzlichst eingeladen ist wenn er oder sie nicht reitet zuzusehen. Die Reihenfolge findet ihr im Programmheftchen, ergibt sich für morgen aber mehr oder weniger aus der Anreisereihenfolge, wobei die zuletzt angereisten Reiter auch als letzte reiten. Ich habe dabei aber darauf geachtet, dass die Reiter, die mehrere Pferde mit haben zumindest zwei Pferde dazwischen Zeit haben um ihr vorheriges Pferd auch angemessen versorgen, und das Nächste herrichten und aufwärmen zu können. Sollte es dabei irgendwelche Probleme geben meldet euch einfach rechtzeitig bei mir, dann werden wir bestimmt immer eine Lösung finden. Generell wird es beim Kurs sowohl Gruppen- als auch Einzeltrainings geben, wobei ich bei der Auswahl vor allem auf die Aufgabenstellung achte. Am Wasser ist es anfangs zum Beispiel immer gut eine kleine Gruppe von Pferden zu haben. Aber lasst euch überraschen! Ich möchte euch nun auch nicht weiter beim Essen stören. Sollte jemand weitere Fragen haben zögert nicht mich darauf anzusprechen. Guten Appetit! Ich wünsche euch eine schöne Zeit; genießt sie!’’
    Nachdem der Abend noch überaus nett ausgeklungen war stand ich pünktlich, kurz vor Neun, am Geländeplatz. Lässig lehnte ich an einem Baumstamm und warf einen Blick auf die Teilnehmerreihenfolge auf meiner ausgedruckten Liste. Erfreulicherweise bot sich dafür aber gar nicht all zu viel Zeit, denn die ersten Beiden waren auch schon auf dem Weg zu mir. Ich hatte sie bereits auf meinem Weg hierher auf unserem Springplatz abreiten gesehen und freute mich nun sehr darauf ihre Künste auch am Sprung zu sehen. ,,Na? Gut ausgeschlafen?’’,rief ich etwas scherzend zu ihnen hinüber, da es dann doch, trotz der langen Anreise einiger Teilnehmer, gestern etwas später wurde.
    Meine ersten beiden Reiterinnen waren Sheena Blackburn und Alicia Grey, wobei erstere schon etwas mehr aufgewärmt hatte, da sie am heutigen Tag die erste auf meiner Liste war. Als die Zwei bei mir angekommen war gab ich schonmal meinen ersten Tipp: ,,Ganz wichtig, vor allem am Anfang ist es gut wenn ihr etwas mehr in eure Steigbügel hinein tretet.’’, und nahm vorsichtig eine kleine Korrektur vor, bei der ich die Bügel der Reiterinnen etwas unter ihren Fußsohlen verschob. ,,Man sagt, dass man dann eine sicherere Bügelstütze hat, wodurch euer Sitz stabiler ist wenn ihr nicht mehr fest im Sattel sitzt, sondern eure Pferde entlastet.’’,erklärte ich weiter. Die beiden nickten zustimmend. ,,Na gut meine Damen. Dann pack ma’s. Ihr könnt beide schonmal antraben und hier ein paar Runden am Gras drehen. Dabei lege ich immer Wert darauf, dass sich die Pferde mit großem Rahmen nach vorne orientieren. Dazu müsst ihr gar nicht all zu sehr an das typische Bild in der Dressur denken, sondern könnt die Pferde ruhig auch mal mit der Nase ein wenig nach vorne lassen.’’,sagte ich daraufhin.
    Nachdem die Beiden sich und ihre Pferde ein wenig mit dem Geländeplatz arrangiert hatten und ich ein paar Tipps gegeben hatte, rief ich Sheena zu mir hinüber. Alicia ließ ich es frei noch zu traben oder Schritt zu gehen. ,,Dann erzähl doch mal ein bisschen etwas über dich und dein Pferd.’’,forderte ich sie freundlich auf und die junge Teilnehmerin erklärte mir erst wo sie selbst reiterlich stand und anschließend wie ihr Pferd, Nurja, war. Die achtjährige Freibergerstute schien dabei sehr gut zu der doch etwas unerfahreneren Reiterin zu passen. ,,Das klingt ja schonmal nach einer guten Ausgangsbasis zwischen euch. Dann schauen wir uns das mal an. Trab ruhig nochmal an, einmal um mich herum.’’,antwortete ich. Sheena trabte Nurja locker an, wobei ich der Meinung war, dass man ihr das überhaupt nicht ansah, dass sie erst seit zwei Jahren im Sattel saß. ,,Gut und jetzt galoppierst se mal an!’’,rief ich ihr zu: ,,Sehr gut. Da hat sie fein reagiert. Du kannst auch gleich mal in den Entlastungssitz gehen. Dabei auch darauf achten, dass der Rahmen groß bleibt.’’ Rasch setzte sie meine Anweisung um. ,,Sehr schön.’’,lobte ich.
    Ein paar Runden später deutete ich dann auf eine kleine Bodenstange in Form eines dünnen, in etwa fünfzehn-, vielleicht zwanzig Zentimeter hohen Baumstamms. ,,Einmal durchparieren und im Schritt über die Stange hier drüben.’’,wies ich an und stellte mich neben den kleinen Stamm. ,,Den Rhythmus gleichmäßig halten.’’,sagte ich ruhig, als das Pferdreiterpaar sich näherte. Die braune Stute spitzte neugierig die Öhrchen, wollte kurz stocken, woraufhin Sheena sie aber weiter trieb, und ging dann doch noch recht lässig darüber. ,,Super. Nochmal.’’,kommentierte ich ehe ich nach dem zweiten Mal auch schon den Trab von den beiden verlangte: ,,Und wenn sie springen möchte, ist das kein Problem, dann lass sie ruhig noch ein paar Galoppsprünge machen und parier sie dann erst wieder durch.’’ Nun war Nurja scheinbar schon mit dem neuen Objekt warm geworden und trabte darüber als wäre nichts. Ich ließ sie die Aufgabe trotzdem noch einmal reiten, da sie etwas schief kamen.
    ,,Gut. Angaloppieren und nochmal.’’,hieß es danach, woraufhin die Reiterin wieder einen kleinen Bogen ritt und schön gerade auf den Stamm zu. Ihre Stute machte einen kleinen Hopser und wollte danach schon wieder durchparieren. ,,Nein, nein.’’,gab ich grinsend meinen Senf dazu: ,,Ruhig noch einmal.’’, ehe die Beiden die Aufgabe dreimal auch in dieser Gangart bewältigt hatten und ich auf drei schon etwas dickere Baumstämme in unserer Nähe deutete: ,,Jetzt reitest du den Größten der dreien im Trab an. Da sollte sie drüber in den Galopp springen; wenn nicht galoppierst du sie danach an, und springst dann über den dünnsten, gefolgt vom übrig bleibenden.’’
    Auch wenn es noch keine Killersprünge waren befanden wir uns nun doch bestimmt schon bei an die 50 bis 60 Zentimeter, so, dass ich auch schon ein wenig der Technik der Beiden verbessern konnte. ,,Ruhig die Hand etwas mehr vor!’’,rief ich: ,,Nicht überm Sprung hängenbleiben.’’ Die junge Reiterin setzte dabei gut um was ich ihr sagte, weswegen auch Nurja gut auf die heutige Einheit ansprang. Mit zunehmend höher werdenden Anforderungen wurde sie lockerer und wurde allmählich deutlich spritziger, allerdings zu keinem Zeitpunkt schnell oder unkontrolliert: sie sprang einfach fleißiger und reagierte besser auf die Hilfen ihrer Reiterin. ,,Da das so toll klappt und sie jetzt auch gut vor dir ist lass uns gleich mal einen Schritt weiter gehen. Da drüben ist ein kleiner Hügel, ohne Sprung. Da galoppierst du zuerst hoch, parierst an der Spitze durch und trabst sie dann nach unten. Dabei nicht vergessen: den Oberkörper erst schön vor und dann ruhig etwas mehr hinten lassen damit du ihr mit der Balance hilfst.’’,sprach ich. Gesagt getan. Für den Anfang absolut nicht verkehrt!
    Nachdem das Reiterpaar auch diese Vorbereitungsübung gemeistert hatte ließ ich sie noch einige Sprünge auf der Geraden machen; typische Vielseitigkeitshindernisse, allerdings noch keine besonders anspruchsvollen. Trotzdem musste ich den Beiden zu gute halten, dass sich die braune Stute überaus mutig zeigte und auch ihre Reiterin den nötigen Biss besaß. Ich beendete die Einheit mit den Sätzen: ,,Sehr gut. Das genügt für heute. Loben!’’
    Anschließend war Alicia Grey an der Reihe. Auch sie ließ ich erstmal ein wenig von ihr und ihren Pferden erzählen. Sie war mit zwei Warmblütern angereist: einer wirklich hübsche Roanstute, auf der sie zur Zeit auch saß, und einem sportlichen Hengst, der der Erzählung nach wohl das schwierige Pferd der Beiden zu sein schien. ,,Ich finde es gut, dass du dich zuerst für Wild Strawberry entschieden hast. So kannst du selbst schon mal etwas Sicherheit bekommen, ehe wir es dann mit Civil War probieren. Ich bin mir aber sicher, dass du das Ganze auch mit ihm hinbekommen wirst. Wir fangen leicht an und wenn du dich soweit fühlst setzen wir die Anforderungen hinauf. Im worst case geht eben nicht so viel weiter und habt ihr trotzdem ein paar neue Eindrücke gewonnen. Das kann nie schaden. Also alles ganz ohne Druck.’’,gab ich schließlich freundlich lächelnd meine Meinung wieder: ,,Gut, dann wollen wir mal. Einmal antraben.’’
    Alicia nickte, ebenfalls lächelnd, und gab fein die Trabhilfe. Ihre Stute, die liebevoll auch nur Berry genannt wurde, reagierte prompt. Man merkte deutlich, dass die Reiterin dressurmäßig schon fortgeschritten war, dann sie setzte meine Tipps von vorhin gleich um: Berry lief locker unter ihr, den Kopf deutlich vor der Senkrechten, mit Tendenz nach vorne. ,,Vorbildlich! Genau so hatte ich mir das vorgestellt.’’,lobte ich, ehe ich anwies: ,,Da ich dich vorhin schon abgaloppieren gesehen habe kannst du gerne jetzt schon aus dem Trab über den kleinen Baumstamm hier reiten.’’, und auf die kleine Naturbodenstange deutete. Von dem her, was sie mir von der Stute im Vorfeld erzählt hatte durfte es kein Problem für sie sein die Aufgabe im Schritt zu überspringen. Mein Gefühl täuschte mich nicht: Berry wurde von ihrer Reiterin mittig auf den Baumstamm zugeritten, woraufhin sie einen kleinen Sprung darüber machte. ,,Schön gemacht! Ist nicht schlimm wenn sie darüber hinweggaloppiert. Trotzdem noch einmal aus dem Trab!’’,gab ich daraufhin als Feedback zurück. Alicia parierte die Stute nach ein paar Sprüngen fein durch und diese ließ sich sofort wieder gut auf das Objekt zusteuern. Wieder machte sie darüber geschickt einen kleinen Sprung. ,,Gut! Jetzt im Galopp!’’,rief ich.
    Da auch das problemlos klappte erhöhte ich die Anforderungen und ließ auch Alicia die drei Baumstämme nacheinander springen, die zuvor auch Sheena und Nurja gesprungen waren, nur sofort aus dem Galopp. ,,Gut so das Tempo. Diesen Rhythmus halten.’’,wies ich an: ,,Hinsetzen. Gut, und Hand vor.’’ Die beiden machten drei wirklich gute Sprünge, die ich sie noch einmal wiederholen ließ um die Beiden nicht sofort wieder vor eine neue Aufgabe zu stellen. Berry ließ sich von den Naturhindernissen nicht beirren; tat als hätte sie zuvor nie etwas anderes getan.
    ,,Super Alicia!’’,rief ich nachdem sie das Ganze erneut mit Bravour gemeistert hatten: ,,Merkst du wie sicher sie springt?’’ Die Reiterin nickte erneut leicht schmunzelnd. Dennoch wirkte sie nach wie vor etwas ängstlich, auch wenn sie wirklich einen guten Job machte. ,,Durchparieren zum Trab.’’,sagte ich als nächstes, während sie wieder an mir vorbei ritt: ,,Loben! Als nächstes geht ihr Zwei auch den kleinen Hügel da drüben hinauf. Keine Sorge, da ist erstmal kein Sprung in der Nähe. Es geht wirklich erstmal nur um das Gefühl dafür.’’
    Alicia parierte Berry wie von Zauberhand durch zum Schritt und ritt neben mir her. ,,Dabei kannst du immer daran denken welche Haltung du einnehmen würdest, wenn du bergauf und welche, wenn du bergab gehst. Erst also schön mit vor, dann etwas weiter nach hinten.’’,gab ich ihr als Tipp, bevor wir ankamen. Beim Hügel absolvierte die Reiterin das Ganze erstmal in der langsamsten Gangart. ,,Ruhig noch etwas mehr mitgehen!’’,rief ich. Sie setzte es sofort um. Ich lächelte: ,,Super. Jetzt gleich mal im Trab!’’, woraufhin sie die Stute im Gleichgewicht hinauf und hinunter trabte. Der nächste Schritt war im Galopp hoch, am höchsten Punkt parieren und im Trab wieder herunter, was auch anstandslos funktionierte.
    ,,Schön! Dann reiten wir noch ein paar Hindernisse in Kombination, damit ihr auch noch etwas zum Springen kommt!’’,rief ich danach: ,,Zuerst zeigst du ihr die Sprünge im Schritt. Dazu am besten immer seitlich an den Sprung heranführen. Wir werden die drei Baumstämme von eben springen, die beiden Kleineren da drüben, mit einer Distanz von drei Sprüngen dazwischen, mitnehmen, den kleinen Schweinerücken da hinten und dann noch die beiden Kisten die du da vorne siehst.’’ Dabei unterstützte ich meine Worte mit Fingerzeigen auf die einzelnen Hindernisse.
    Nachdem Alicia im Zuge meines Unterrichts in Ruhe alle Sprünge einzeln und alleine gesprungen war, war Luchy Blackburn an der Reihe. Die junge Frau gab mir dabei die nötigen Informationen zu ihr und der von ihr mitgebrachten Stute Keks. Da sowohl die Reiterin selbst, als auch ihre sechsjährige Stute bereits einiges an Erfahrung mitbrachten ließ ich das Paar die kleine Naturbodenstange sofort aus dem Galopp springen. Die junge Stute selbst war noch nicht all zu geländeerfahren, die Reiterin jedoch bereits. Deswegen waren die ersten, darauffolgenden, Baumstämme mehr für Keks als ihre Reiterin. Trotzdem schlug sich die Braune ausgezeichnet. Da merkte man allerdings auch deutlich, dass sie im Springen eine 1a Ausbildung genossen haben musste.
    ,,Wirklich gut! Dann probiert mal als nächstes den Hügel da vorne.’’,wies ich an und folgte den Beiden hinüber: ,,Erstmal im Galopp hoch, am höchsten Punkt Trabübergang und hinunter traben.’’ Luchy zeigte vorbildlich die Oberkörperverlagerung beim Hinauf- und Hinabreiten, die ich den Reiterinnen vor ihr ans Herz legen wollte. Keks tat sich noch ein wenig schwer in diesem unebenen Gelände, man sah jedoch, dass sie sich überaus bemühte. ,,Toll! Wiederhole das ruhig noch ein-, zweimal!’’,rief ich daraufhin.
    Da die Stute beim dritten Mal schon recht sicher wirkte zeigte ich auf einen anderen Hügel. ,,Siehst du den Baumstamm da drüben? Nimm den mal aus dem Trab, bergauf mit.’’,meinte ich. Die Reiterin nickte und parierte ihre Stute durch. Am Sprung angekommen verhaspelte sich der Hannoveraner kurz, machte dann aber einen guten Sprung. ,,Nicht schlimm! Hat sie gut gelöst, loben!’’,gab ich als Feedback: ,,Im Galopp bergab kannst du ruhig ihren Hals noch etwas länger lassen, damit sie sich besser ausbalanciert. Da hat sie noch Schwierigkeiten.’’
    Nach zwei Wiederholungen ließ ich die Beiden das Ganze aus dem Galopp machen, was Keks fast noch besser machte als aus dem Trab. ,,Perfekt! Jetzt mal einen kleinen Zirkel galoppieren, durchparieren zum Trab, Hügel hoch und das Ganze bergab.’’
    Einige Versuche später durften auch diese Beiden unterschiedliche Geländehindernisse, gefolgt von einem kleinen Parcours aus diesen springen. Dabei verbesserte sich schon in der heutigen, ersten Einheit Keks’ Rhythmus im Galopp zwischen den einzelnen Sprüngen. Dieser war in der Vielseitigkeit überaus wichtig und nicht jedes Pferd fand diesen so rasch wie die braune Stute.
    ,,Schön! Das reicht für heute, die hat genug!’’,rief ich nach dem letzten Durchgang, bevor Gwendolyn Campbell an der Reihe war. Wie sie mir vorab kurz erzählte war sie bereits eine sehr erfahrene Reiterin. Das Pferd das sie für den Vormittag gesattelt hatte trug den wohlklingenden Namen Moon’s Gealach. Die junge Connemarastute war im Springen bereits trotz ihrem jungen Alter sehr erfolgreich, im Gelände jedoch vergleichsweise noch ein Frischling. Aus diesem Grund sollte auch dieses Reiterpaar erstmal die kleine Naturbodenstange springen. Gwen, wie ich sie nennen durfte, zeigte der Stute den kleinen Baumstamm erstmal von der Nähe, bevor sie ihn auf meiner Anweisung aus dem Trab anritt. Das weiße Pony sprang kurz davor ab und galoppierte einige Sprünge, ehe ihre Reiterin sie wieder durchparierte. ,,Sehr schön! Ruhig noch einmal, danach aus dem Galopp!’’,rief ich bevor die Beiden auch die angesprochenen Aufgaben ohne großen Aufwand bewältigten.
    ,,Okay, das ist für sie ja überhaupt kein Problem. Dann als nächstes die drei Baumstämme da drüben. Ruhig hintereinander, wenn sie sich gut anfühlt!’’ Gwen nickte und ritt im Galopp den ersten Stamm an. Gealach spitzte aufmerksam kurz vor dem Sprung ihre hellen Öhrchen und fokussierte das Hindernis an. Kurz davor wollte sie den Turbo rein werfen, wovon ihre Reiterin sie gekonnt abhielt. Das Pony übersprang sich etwas, ließ sich dann aber gut weiter zum nächsten und übernächsten Baumstamm tangieren. ,,Gut gelöst!’’,rief ich: ,,Gleich nochmal!’’
    Nach zwei weiteren Durchgängen war der Schimmel schon deutlich ruhiger geworden, wobei sie sich für ihr Alter und wenn man die Tatsache nicht außer Acht ließ, dass sie an einem völlig neuen Ort war, wirklich ohnehin von Anfang an sehr gut schlug. ,,Die Routine kommt schon noch. Jetzt hat sie das allerdings toll gemacht, also lassen wir die Baumstammreihe erstmal gut sein und üben etwas Bergauf- und Bergab.’’,meinte ich und ging mit den Beiden hinüber zum kleinen Hügel, auf dem es auch die Reiter zuvor geübt hatten: ,,Einfach mal locker im Trab hinauf und hinunter. Dann im Galopp hoch, auf dem höchsten Punkt durchparieren und im Trab herunter.’’
    Gealach war noch etwas unausbalanciert, vor allem das Bergab fiel ihr schwer. ,,Nicht schlimm!’’,rief ich, als die Stute beim Bergab nach dem Übergang ins Stocken kam: ,,Lass sie ruhig das Ganze nochmal ganz in Ruhe im Schritt machen.’’ Nachdem sie dies getan hatte deutete ich auf einen noch etwas kleineren Hügel. ,,Lass sie mal locker nach vorne Galoppieren! Ganz entspannt, leichter Sitz. Danach reite den Flacheren da drüben an. Wie zuvor im Galopp nach oben, durchparieren und im Trab ganz entspannt nach unten.’’,wies ich Gwen an, die nickend tat was ich sagte. Wie erwartet war das Pony nun wieder etwas mehr im Gleichgewicht. ,,Suuper, lob sie!’’,freute ich mich mit den Zweien: ,,Noch einmal, dann kommst du wieder zu mir und nimmst den Hügel von vorhin mit, aber diesmal nur im Trab.’’ Bevor es bei zweitem wieder hinunter ging gab ich noch rasch einen kleinen Tipp: ,,Lass den Zügel ruhig etwas durchrutschen! Sie soll sich über den längeren Hals ausbalancieren.’’
    Nach ein paar weiteren Durchgängen ließ ich das Paar noch vereinzelt ein paar kleineren Baumstämme zum Abschluss springen. Ich achtete dabei darauf, dass es Hindernisse waren die für die Ponystute unspektakulär waren. Immerhin sollte sie mit einem positiven Gefühl die heutige Einheit abschließen.
    ,,So Cjara, dann erzähl du mir doch auch mal in ein paar Sätzen wo du und dein Pferd stehen.’’,sagte ich schließlich zur nächste Reiterin, die Letzte für den heutigen Vormittag. Ich hörte daraufhin aufmerksam zu und nickte am Schluss. ,,Okay gut, dann probieren wir mal den kleinen Baumstamm da drüben. Für Joline ist der wohl nicht der Rede wert, aber es ist ein guter Einstieg.’’,sagte ich daraufhin und deutete auf das in etwa fünfzehn Zentimeter hohe Objekt einige Meter neben den Beiden: ,,Gleich mal aus dem Trab.’’
    Die Reiterin gab eine feine Hilfe, woraufhin die schicke Vollblutstute aus dem Stand antrabte. ,,Versuch die Knie erstmal offen zu lassen!’’,rief ich hinüber: ,,Und lass sie ruhig sofort im großen Rahmen laufen. Heißt: Nase ein bisschen weiter vor und zugleich etwas mehr nach vorne schicken. Trotzdem die Verbindung nich wegschmeißen, natürlich!’’ Cjara setzte das von ihr verlangte sofort um. ,,Sehr schön.’’,gab ich als Feedback zurück und auch ihre Stute zeigte, dass sie die Veränderungen begrüßte, denn sie schnaubte einmal ab und schien insgesamt auch etwas lockerer. So trabte das Paar auf die kleine Bodenstange zu; schnurgerade. Im Gegensatz zur Mehrheit der Pferde die vor ihr an der Reihe waren nahm Joline den Stamm tatsächlich gar nicht richtig ernst und trabte, zugegebenermaßen etwas lustig aussehend, darüber. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. ,,Sehr gut, gleich noch ein zweites Mal, aber diesmal im Galopp!’’,wies ich an.
    Nachdem diese Übung für die Beiden überhaupt kein Problem war schickte ich sie sofort zu den drei Baumstämmen hinüber: ,,Wenn du dich sicher fühlst und sie sich gut anfühlt, kannst du die drei Hindernisse da drüben auch hintereinander springen. Wenn nicht erstmal einen nach dem anderen.’’ Cjara ritt im leichten Sitz mit Joline hinüber. ,,Einmal etwas mehr aufnehmen!’’,rief ich: ,,Hinsetzen.’’ Die Stute reagierte und machte einen schönen Sprung. ,,Suuper! Galopp ist gut so! Genau so weiter zum Zweiten.’’, meinte ich dann und es klappte gut: ,,Gleich nochmal!’’
    Als die Zwei hier sicher waren stellte ich die nächste Aufgabe an sie. ,,Schöön! Siehst du den Hügel da drüben? Den reitest du einmal im Trab hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter.’’,sagte ich dann zu der lächelnden Blondine, die gerade freudig ihre Stute lobte.
    Der erste Versuch klappte schon gut, Joline fand rasch ihr Gleichgewicht und blieb auch im Bergab recht entspannt. ,,Wiederhol das ruhig noch einmal so!’’,rief ich hinüber. Als die Beiden am höchsten Punkt angelangt war gab ich dann den Tipp, dass der Oberkörper noch etwas mehr nach hinten könnte. Das sollte sie auch beim dritten Durchgang ausprobieren, bei dem die Zwei aber schon im Galopp nach oben reiten sollten. Am höchsten Punkt parierte Cjara ihre Stute durch und verlagerte ihr Gewicht dann etwas mehr nach hinten. ,,Genau so!’’,lobte ich anschließend. ,,Fühlst du dich gut dabei? Wenn du möchtest könnt ihr euren ersten Sprung bergauf machen.’’,fragte ich. Die Reiterin zuckte etwas unsicher mit den Schultern. ,,Ach, das macht ihr schon!’’,meinte ich lächelnd und deutete auf eine entsprechende Stelle, wo nach der Schräge sofort ein kleiner, in etwa fünfzig Zentimeter hoher Stamm lag: ,,Reite mal den hier an. Erst ganz entspannt aus dem Trab.’’
    Die junge Frau tat was ich ihr sagte. Ich merkte wie sie sich ein paar Meter zuvor vermehrt anspannte. ,,Einmal durchatmen! Schultern locker, in der Hüfte locker bleiben und das Knie wieder offen lassen!’’,rief ich hinüber. Es fiel ihr nicht leicht, aber sie versuchte meine Tipps umzusetzen. Joline drehte kurz vor der Schräge ein Öhrchen zurück, dann spitzte sie Beide aufmerksam nach vorne in Richtung Baumstamm und machte unbeirrt ihren Job. ,,Braav!’’,hörte ich die Reiterin danach, während dem Bergab. Sie freute sich. ,,Das war gut, versucht es gleich noch einmal!’’,bestärkte ich Cjara.
    Da sie beim zweiten Versuch schon deutlich entspannter blieb ließ ich das Reiterpaar die Aufgabe das dritte Mal aus dem Galopp bewältigen. Es klappte gut, das Durchparieren oben am Hügel und das Bergab genau so. Aus diesem Grund ließ ich das den letzten Sprung an diesem Hindernistyp für heute sein. Zum Abschluss ließ ich auch sie noch einige Sprünge machen, ehe es für diese Einheit auch schon wieder reichte. ,,Habt ihr gut gemacht.’’
    Anschließend ging es auch für mich zum gemeinsamen Mittagessen. Einige Happen und Gespräche später musste ich allerdings auch schon wieder los, denn die Nachmittagsgruppe war bereits für ein Uhr angesetzt.
    Der erste Reiter war Hunter Lacey. Octavia Blake war auch schon vor Ort und wärmte währenddessen schonmal ihre Stute etwas auf.
    Hunters Pferd, Cinja, war mir sofort positiv aufgefallen. Sie hatte irgendetwas an sich, was ich gleich mit Adjektiven wie ,hübsch’ und ,sportlich’ assoziierte. Aber nicht nur das: mir war sofort ins Auge gestochen, dass sie, wie ihr Reiter bestätigte, ein Gidran sein musste. Auf diese beeindruckende Rasse war ich schon vor einigen Jahren gestoßen, als ich mir selbst zwei solcher springbegabten Stuten gekauft hatte; beide überaus gelehrig, stets wach und unerschrocken. Auch Hunter erzählte mir, dass sein Fuchs charakterlich wohl ähnlich zu sein schien. Er selbst hatte noch keine Erfahrung im Busch aber war sicher in Dressur und Springen unterwegs.
    ,,Ausgezeichnet dann starten wir erstmal mit etwas Leichtem für den Einstieg.’’,beschloss ich und zeigte einmal mehr auf den kleinen Baumstamm, der kaum dicker oder kürzer als eine gewöhnliche Bodenstange war: ,,Hier einfach mal schnuppern lassen. Dann einmal abwenden und schön gerade im Schritt und anschließend aus dem Trab drüber.’’
    Da besagte erste Gangart wie erwartet kein Problem darstellte und Cinja schön im Takt darüber hinweg weiter vor sich hin schritt stand Zweiter nichts im Weg. Nun spitzte sie zumindest die Ohren etwas aufmerksamer, machte einen kleinen Sprung über den Stamm und trabte danach unbeeindruckt weiter. Ich schmunzelte: ,,Sehr schön, den nimmst du gleich mal aus dem Galopp!’’
    ,,Sehr gut! Das reicht, das ist zu leicht für euch Zwei!’’,rief ich nach zwei weiteren Durchgängen: ,,Jetzt üben wir am Hügel da drüben ein wenig das Bergauf und Ab. Mal sehen wie viel Balance sie mit ihren vier Jahren schon hat.’’
    Beim Bergauf erklärte ich Hunter: ,,Den Oberkörper kannst du ruhig noch ein wenig weiter nach vorne neigen, so als ob du selbst einen steilen Hang hinauf gehen würdest. Beim Hinunter ist es wichtig, dass du schön hinten bleibst. Das kann sich ruhig auch mal ein bisschen komisch anfühlen.’’, ehe er im Schritt schonmal eine gute Figur machte. ,,Sehr schön! Beim Bergauf ruhig noch etwas mehr.’’,lobte ich und bekrittelte das Ganze noch einmal, schon auf hohem Niveau.
    Da das aber so toll klappte hatte ich schon eine Aufgabe im Kopf, die ich den Beiden gerne stellen wollte. Zuerst musste dazu sowohl das Training am Hügel klappen, was es auch rasch in allen drei Gangarten tat, als auch das Überwinden einfacher Baumstämme. Aus diesem Grund ließ ich auch dieses Pferdreiterpaar die drei mittleren Baumstämme springen. Zuerst sollten sie alle drei getrennt springen, anschließend als kleinen Parcours. Ersteres brachte die junge Stute nichtmal ansatzweise aus der Ruhe. Sie übersprang die Naturhindernisse mit einer beachtlichen Leichtigkeit, zeigte kein Zögern, und auch ihr Reiter machte eine gute Figur im Sattel! Hunter sah zwar etwas groß auf seiner zwanzig Zentimeter kleineren Stute aus, gab aber die Hilfen präzise und war immer gut im Gleichgewicht. Er hatte mir gesagt, dass viele seinen Springstil kritisierten, wobei ich diesen gar nicht so schlecht fand: er ging schön mit und gab die Hand überm Hindernis immer vor, was manche Reiter oft vergaßen.
    Zum Abschluss folgte mein Plan für die Beiden . ,,So! Wir gehen jetzt Mal dort hinüber, wo der kleine Hügel mit den beiden Stämmen drauf zu sehen ist.’’,sagte ich schließlich grinsend und ging mit den Beiden hinüber. Bevor es los ging schob ich den Steigbügel noch etwas weiter unter Hunters Ballen. ,,In der Vielseitigkeit, also genau genommen im Busch, kannst du ruhig etwas mehr im Bügel stehen als du es etwa von der Dressur gewohnt bist. Außerdem schön durchdrücken. Die Knie-Bügelstütze ist ja das Fundament des leichten Sitz’, und so tun sich viele Reiter, vor allem auch am Anfang, leichter die Balance zu halten wenn das Pferd mal einen etwas größeren Satz macht oder im unebenen Gelände galoppiert.’’,erklärte ich, ehe es los gehen konnte.
    ,,Gut dann trabst du mal den Hügel nach oben, springst über den ersten Baumstamm an der Kante, wendest dann und reitest im Galopp wieder zu mir hinunter.’’,sagte ich schließlich. Hunter tat das gesprochene. Cinja konzentrierte sich dabei nun schon ein wenig mehr, sprang etwas sportlicher als die Sprünge zuvor, meisterte ihren ersten Bergaufsprung aber überaus souverän. ,,Sehr gut. Loben!’’,rief ich: ,,Gleich nochmal.’’
    Wieder funktionierte es tadellos. ,,Schöön! Jetzt nicht abwenden, sondern die kleine Distanz am Kamm mitnehmen und dann den zweiten Sprung bergab!’’,wies ich an. Hunter dirigierte seinen Fuchs gut zum ersten Sprung, verlor dann etwas den Überblick zum Zweiten. ,,Nicht schlimm! Weiter!’’,rief ich: ,,Und Oberkörper nach hinten wenn sie springt!’’ ,,Brrr.’’,stieß der blonde Mann aus, während er sich alle Mühe gab Cinja wieder zu korrigierten. Er schaffte es tatsächlich gerade noch sie wieder in die Spur zu bringen und erwischte für den Absprung im Endeffekt keinen schlechten Punkte, wodurch die junge Stute einmal mehr tat, als hätte sie noch nie etwas anderes gemacht. ,,Gut gerettet!’’,meinte ich grinsend, während er nach dem Hindernis weiter galoppierte: ,,Auch sehr gut wie du instinktiv die Zügel ein wenig hast durchrutschen lassen. Aber probier es ruh noch gleich nochmal.’’
    Der Reiter parierte zum Trab durch und ritt erneut den Hügel an. Die Warmblutstute war nun fast schon ein bisschen übermotiviert, er schaffte es jedoch ihr Ruhe zu vermitteln, ehe die erste Hürde gemeistert war. ,,Hinsetzen.’’,gab ich ihm als Hilfestellung, da er wie viele andere Reiter automatisch in den leichten Sitz übergehen wollte, wozu die Vielseitigkeit ja definitiv verleitete. Dennoch reagierte er prompt, Cinja kam dadurch sogleich besser an die Hilfen und ließ sich fast schon ein wenig zu rund zum zweiten Baumstamm taxieren, den sie auch dieses Mal schön sprang. ,,Sehr gut! Jetzt kam sie fast schon ein wenig zu.. wie soll ich sagen: zu Dressur.’’,lachte ich und erklärte: ,,Aber es war gut gelöst! Da wollte ich euch jetzt gar nicht aus der Ruhe bringen. Im Grunde sagt man aber in der Vielseitigkeit immer die Nase etwas weiter nach vorne, das Pferd fast schon zu großrahmig gehen lassen; vom Gefühl her. Dann tut sie sich leichter, was ihr Gleichgewicht betrifft weil sie sich über ihren Hals besser in Balance bringen kann.’’
    Dieses Prozedere ließ ich die Beiden noch zwei Mal von dieser Seite und drei Mal von der anderen wiederholen. Am Ende hatte man beinahe schon das Gefühl, dass es leicht und mühelos zu sein schien. Die junge Stute machte rasch Fortschritte und auch Hunter schien aufzublühen. Er lächelte stets wenn Cinja etwas gut machte und schien insgesamt eine gute Zeit zu haben.
    Bevor Octavia dran war ließ ich die Beiden noch ein paar Distanzen auf gerader Linie und geradem Wiesenboden springen, da hier eine kleine Schwachstelle der Beiden zu liegen schien, was wohl auch dadurch bedingt war, dass sie sich noch aufeinander einspielen mussten, denn es klappte von Mal zu Mal besser.
    ,,Genug für heute. Da könnt ihr stolz auf euch sein.’’,sagte ich zum Abschluss und rief meine nächste Reiterin zu mir. Ich blickte dabei in zwei bekannte Gesichter: Octavia, die meist nur ,,O’’ genannt wird, und ihre Stute Raspberry waren nämlich schon mal für einige Zeit bei uns auf dem Den Vackra Trakehner Stud untergekommen. Damals hatte sie noch eine weitere Stute, Dakota, dabei gehabt. Zum Kurs war sie allerdings alleine, mit der mittlerweile zehnjährigen Holsteinerstute angereist.
    Auch wenn ich mich erinnerte den Beiden schon das ein oder andere Mal über die Schultern gesehen zu haben, bat ich auch O mir vor unserer ersten Trainingseinheit ein wenig über ihren derzeitigen Stand zu erzählen. Ich hörte aufmerksam zu, nickte einige Male und antwortete schließlich, als sie ausgesprochen hatte.
    ,,Gut dann starten wir erstmal mit etwas Kleinem.’’,sagte ich etwas später und zeigte auch vor Octavia auf den kleinen, vielleicht fünfzehn Zentimeter hohen Baumstamm, der sich kaum von einer schrumpeligen Bodenstange unterschied: ,,Einmal im Schritt.’’
    Die schlanke Reiterin machte eine kleine Volte und ritt dann zielsicher über den Stamm. ,,Super. Gleich nochmal! Diesmal noch etwas mehr im Fluss.’’,wies ich daraufhin an.
    Beim zweiten Mal klappte dies schon sehr gut und Berry, wie sie liebevoll genannt wurde, schritt über das Hindernis gleichmäßig hinweg. ,,Gut Octavia! Trab sie ruhig schon mal an und machst du einen größeren Zirkel um mich und den Stamm herum.’’,sagte ich schließlich lächelnd und beobachtete das Paar: ,,Den Rahmen ruhig noch etwas größer! Versuch sie mal noch ein wenig fleißiger zu machen und die Nase gar nicht so weit an die Senkrechte nehmen. In der Vielseitigkeit wollen wir ja immer lieber ein Pferd, das selbst ein wenig mitschaut, aufpasst und sich nach vorne orientiert. Außerdem hat sie durch die eben genannten Veränderungen eine bessere Balance, weil sie diese über den etwas längeren Hals besser finden kann.’’
    O nickte und versuchte es sofort. ,,Genau so!’’,lobte ich die junge Reiterin, die ein wahres Naturtalent war, wenn man bedachte wie gut sie trotz fehlendem regelmäßigen Unterricht schon ritt. Einige Minuten später rief ich dann: ,,So lässt du sie vor dir, holst aus und trabst sie dann schön gerade auf die Bodenstange zu.’’ ,,Den kleinen Baumstamm?’’,fragte sie rasch nach. ,,Huch, ja natürlich meinte ich.’’,korrigierte ich mich. Was ein freudscher Versprecher.
    Die Reiterin ritt sehr gerade auf den Stamm zu. Berry wollte kurz zögern, doch O ließ ihren Schenkel dran und trieb rasch weiter. Das Resultat war schon nicht schlecht. Trotzdem ließ ich sie die Aufgabe noch zwei Mal wiederholen, ehe es an den Galopp ging.
    Auch in dieser Gangart schickte ich sie zuerst einmal auf den Zirkel um mir die Ausgangssituation anzusehen. ,,Und gleich mal leichter Sitz und fleißig nach vorne. Denk wieder an den großen Rahmen. Sie ist ganz bei dir.’’,rief ich zu ihr hinüber. Sie ging in den leichten Sitz über und ich versuchte ihr für Zuhause noch ein paar Anregungen mit zu geben: ,,Sieht schon gut aus! Fürs Springen wäre das bestimmt schon absolut im Rahmen. Trotzdem, um das Ganze sozusagen aufs nächste Level fürs Gelände zu heben: Schau, dass dein Oberkörper parallel zum Pferdehals ist. Also ruhig noch ein bisschen mehr nach vorne neigen!’’ O probierte sofort. ,,Schön! Dann galoppierst du genau so über den kleinen Stamm!’’,rief ich daraufhin: ,,In der Vorbereitung zur Wendung etwas mehr aufrichten.’’ ,,So?’’,fragte sie. ,,Geenau! Spürst du das? Mit deiner Position richtet sich Berry automatisch auch gleich auf.’’,gab ich zurück: ,,Genau so! Durch die Wendung weiter durchtreiben. Aufgerichtet bleiben.’’ Ich sah wie Octavia sich Mühe gab, was sofort Früchte trug. ,,Merkst du wie groß sie so unter dir wird? Daraus jetzt schön die Distanz suchen, daraus kann sie super abspringen.’’,erklärte ich.
    Diese Aufgabe klappte schon beim ersten Mal ausgezeichnet. Trotzdem ließ ich das Paar die Aufgabe noch dreimal wiederholen, damit sie meine Anregungen üben konnte. ,,Gut, das könnt ihr.’’,sagte ich dann grinsend: ,,Jetzt Oberkörper wieder schön vor, parallel zu Berry Hals und dabei reitest du einmal dort hinüber wo die drei vergleichsweise etwas dickeren Baumstämme liegen.’’ Diese drei ließ ich die Beiden zuerst einzeln und dann auch schon in Kombination miteinander springen, da die Zwei dies auf Anhieb sehr gut meisterten.
    Als nächstes ließ ich sie das Bergauf und Bergab am Hügel, ohne Sprung, reiten. ,,Ich sage immer allen meinen Schülern, dass sie den Oberkörper genau in die Position bringen sollen die sie einnehmen würden wenn sie selbst bergauf oder einen Berg hinunter gehen würden. Von dem her: Jetzt beim Rauf ruhig schön vorne Bleiben. Auf der anderen Seite vom Hügel dann nach hinten.’’,erklärte ich auch Octavia, die auch hier wieder rasch in Schritt, Trab und Galopp verstand wie der Hase lief. Auch Raspberry schlug sich ausgezeichnet. Die zehnjährige Stute fand im Gegensatz zu den übrigen Pferden extrem rasch das Gleichgewicht, nicht zuletzt weil ihre Reiterin ihr dieses auch gab und sie mit ihrer Hilfegebung nicht störte. ,,Wirklich schön, O! Das macht ihr toll!’’,stellte ich begeistert fest.
    Anschließend ließ ich die Beiden noch ein paar mittlere Geländesprünge machen. Dabei kamen sie mit weiteren Baumstämmen, aber auch den ersten Tischen und Schweinerücken, die sich Berry zuvor immer erstmal ansehen durfte und dann mutig immer gleich beim ersten Mal absprang.
    Meine nächste Reiterin war mir noch vorm Vormittag gut im Gedächtnis geblieben: Alicia Grey. Diesmal hatte sie einen schicken Rappen gesattelt. Er stach sofort ins Auge; überaus imposant mit seinem enormen Stockmaß und den vier weißen Beinen, dem weißen Kopf und dem blauen Auge als Kontrast zu seinem sonst lackschwarzen Fell. Während Octavia die letzten Sprünge machte stand das Pferdreiterpaar neben einem Baumstamm, über den der Hannoveraner wohl überaus gerne hergefallen wäre, hätte Alicia dies nicht im letzten Moment noch verhindern können. Ertappt von seiner Reiterin, richtete der Hengst einige Schritte rückwärts und schien sich hinten etwas mehr zu setzen; es sah beinahe so aus als wolle er drohen, dass er steigen könnte, wenn er seinen Kopf nicht durchsetzen wollte. Aber es täuschte: im Endeffekt deeskalierte Alicia die Situation sehr rasch und brachte ihn keine Minute später ruhig zum stehen.
    ,,Gut das reicht für heute!’’,rief ich Octavia schließlich zu und meine nächste Schülerin ritt zu mir hinüber. Ich lächelte, positiv überrascht wie souverän die sonst doch recht zurückhaltende Frau das Geschehen, das ich in den Augenwinkeln beobachtet hatte, gehändelt hatte. Sie gehörte wohl zu den Menschen, die ihr Können nicht heuausposaunten, sondern bescheiden waren und gleichzeitig hart an sich arbeiteten.
    Alicia hatte mir kurz darauf ein paar Infos über Civil War, wie der Große klingend hieß, gegeben. Ich wollte mir selbst ein Bild von ihm machen, konnte mir aber gut vorstellen, dass er nicht das leichteste Pferd war. Wie auch bei Strawberry begannen wir mit der kleinen schrumpeligen Bodenstange, also known as Minibaumstamm. ,,Lass ihn zu allererst einmal schauen. Reite also ein, zwei Mal vorbei, dann halte ihn daneben mal an und gib ihm, wenn du ein gutes Gefühl dabei hast, ruhig den Zügel dabei hin.’’,sagte ich, bevor Alicia tat wie ich es ihr aufgetragen hatte und der Rappe sich mit der neuen Situation vertraut machte. ,,Passt.’’,meinte ich dann: ,,Gut, jetzt reitest du einfach Mal ganz entspannt im Schritt, ganz entspannt drüber. Denk dabei wieder an deine stabile Bügelstütze.’’
    Da wir die Aufgabe gut vorbereitet hatten zeigte sich der Dunkle kooperativ. So blieb dies auch während selbiger Aufgabenstellung aus dem Trab und Galopp, und auch bei der Kombination der größeren Baumstämme und der Bergauf-, wie Bergabübung. Civil Wars Maximum an Gelassenheit war dann aber schließlich erreicht, als ich den Beiden die Aufgabe stellte zwei einfache Schweinerücken, ein wohl bekanntes, eigentlich vergleichsweise unspektakuläres Geländehindernis, hintereinander zu springen. Es war zwar ein Hochweitsprung, doch auf dieser Höhe für den Hengst eigentlich unproblematisch. ,,Ist okay, nicht schlimm!’’,rief ich sofort und nahm mir die Zeit, das Problem schrittweise, mit viel ruhe zu lösen.
    Im Endeffekt bekamen wir auch dies in den Griff und Alicia konnte mit einem guten Gefühl die Einheit beenden.
    Als nächstes war Bartholomäus du Martin an der Reihe. In unserer Frauenrunde neben Hunter der einzige Hahn im Korb. Der junge Mann ritt einen überaus interessant gefärbten, vierjährigen Vollbluthengst, über dessen Interieur und Ausbildungsstand er mir zu Anfangs, wie auch die übrigen Teilnehmer, kurz und knapp etwas erzählte. Außerdem bekam ich auch einen Einblick in Barts Meinung über sich selbst. Er schien die ganze Sache sehr selbstbewusst, wenn nicht sogar schon etwas zu selbstbewusst, anzugehen, was einen großen Kontrast zu meiner vorherigen Schülerin darstellte. Er schien selbst auch immer mal wieder als Trainer zu fungieren und der Sohn des berühmten Nicolaus du Martin zu sein, dem mit dem Phoenix Valley wohl eines der berühmtesten Vollblutgestüten seiner Breiten gehörte.
    Auch mit ihm übte ich zuerst aus Trab und Galopp die Basics über dem kleinen Baumstamm. Das Pferd, in dessen Sattel er saß, wirkte dabei sehr in sich ruhend, aber aufmerksam. Eine angenehme Kombination für einen reinen Vollblüter.
    ,,Sehr gut das macht er ja ohne Probleme.’’,meinte ich und zielte ein wenig auf Jack ab um Barts Ego erstmal nicht in die Quere zu kommen. Außerdem hatten sie das wirklich tadellos gemacht. ,,Als nächstes arbeiten wir an den drei mittleren Baumstämmen da drüben.’’,sagte ich und ging mit dem Reiter hinüber: ,,Versuch den Niedrigsten mal aus dem Trab, dann galoppierst du weiter und wenn du ihn gut vor dir hast springst du den Mittleren gleich mit.’’
    Der schlanke Reiter trabte an und dirigierte den Sprung an. ,,Lass ihn ruhig mit der Nase ein wenig mehr vor! So kann er sich über den Hals besser ausbalancieren. Den Rahmen kannst du auch ruhig noch etwas größer gestalten. Er soll sich mehr nach vorne orientieren.’’,gab ich zur Anregung. Er nickte und setzte das Angeratene rasch um. ,,Sehr gut, Bart!’’,lobte ich nachdem sie den ersten Sprung gut hinter sich gelassen hatten: ,,Hinsetzen, aufnehmen. Nächster Sprung!’’,rief ich hinüber: ,,Jawoll!’’ Jack zeigte sich kooperativ und reagierte sehr fein auf seinen Reiter, der einen guten Job machte. ,,Gleich noch einmal.’’,wies ich ihn an. Diesmal sprang Jack etwas groß, da die Distanz zum ersten Hindernis nicht optimal war, und kam so auch nicht gut in Richtung zweitem Sprung. ,,Abwenden!’’,rief ich. Bart allerdings tangierte den gewollten Sprung weiter an. Jack verlor die Gradrichtung und pendelte etwas, statt gerade auf den Baumstamm zu zu reiten. Harmonisch sah es zwar nicht aus, doch der Vollbluthengst rettete das Paar in letzter Sekunde mit seinem Vermögen. Ich seufzte. ,,Bart, ich weiß, dass du schon sehr gut reitest, aber bitte tu mir den Gefallen und versuch zu tun was ich dir sage. Zu deinem Besten: du möchtest ja etwas mitnehmen, wenn du schon hier bist.’’,versuchte ich es diplomatisch.
    Ich hatte wohl die richtigen Worte gefunden, denn nach einem kleinen Gespräch hörte der junge Reiter zumindest auf mich und die künftigen Sprünge liefen sehr gut.
    Nachdem wir auch noch ein paar mittlere Tische und Schweinerücken geübt hatten trainierte ich auch mit diesem Pferdreiterpaar das Auf- und Abreiten am Hügel, ehe die Einheit auch schon wieder vorüber war.
    Last but not Least sah ich Gwendolyn Campbell wieder bei mir auf dem Platz. Nun hatte sie eine mir nur all zu gut bekannte Stute auf den Geländeplatz mitgebracht: Raffinessca, eine wirklich bildhübsche Scheckenstute, die ich an die zwei Jahre mein Eigen nennen durfte. Leider fand ich trotzdem nie einen besonders guten Draht zu ihr; der Funke war nicht übergesprungen. Dies schien bei Gwen anders zu sein. Sie hatte sich sofort in die Stute verliebt. Ich erinnerte mich noch daran, wie ihre Stimme höher wurde, als ich ihr zusagte, dass sie Raffinessca übernehmen durfte.
    ,,Nun, über dein Pferd musst du mir wohl nicht mehr all zu viel erzählen.’’,scherzte ich, ehe ich sie dann doch aufforderte mir einen Einblick zu verschaffen, was sich nach ihrem Verkauf so zugetan hatte und an was die Beiden momentan arbeiteten.
    ,,Schön zu hören, dass sie mit dir zusammen so tolle Fortschritte macht. Dann wollen wir mal: das gleiche Spiel wie vorher. Wir starten mit dem bodenstangenartigen Baumstamm, damit sie ein wenig rein kommt.’’,sagte ich schließlich, woraufhin Gwen ihrer Stute das Objekt erstmal zeigte. Vorbildlich ritt sie von der Seite hinüber und ließ den Zügel schön lang damit Raffinessca den Kopf senken und sich selbst ein Bild davon machen konnte. Sie blähte kurz aufgeregt die Nüstern, ließ sich dann aber leicht von ihrer Reiterin beruhigen.
    Anschließend ritt das Paar das Ganze im Schritt an. An Gwens Technik hatte ich zur Zeit nichts auszusetzen, weshalb ich nur wenige Anregungen gab. Das war auch im Trab und Galopp so. Aus diesem Grund änderte ich auch bald die Aufgabenstellung und übte die drei Baumstämme mit den Beiden, anschließend das Bergauf- und Bergabreiten. Im Vergleich zum ersten Pferd der Reiterin konnte die Scheckstute sich bereits deutlich besser ausbalancieren. Deshalb konnten wir auch schon die ersten Sprünge mit einbauen.
    ,,Dann galoppierst du mal dort hinüber, wo der kleine Hügel mit den beiden Baumstämmen drauf ist. Zu allererst springst du Bergauf, aus dem Trab, galoppierst nach dem Baumstamm weiter, wendest ab und galoppierst den Hügel ganz lässig wieder hinunter.’’,beschloss ich. Ihre Stute spitze aufmerksam die Öhrchen und galoppierte brav nach oben. Ein Geräusch ausstoßend hiefte sie sich über den Stamm nach oben. ,,Guut Gwen! Lob sie da hat sie sich jetzt ordentlich angestrengt!’’,rief ich lächelnd. Die Reiterin drehte eine Runde und ritt erneut auf den Sprung zu. Auch dieses Mal machte sie einen guten Job, weshalb ich Gwendolyn nun anwies den zweiten Stamm am Kamm mit zu nehmen und auch den Bergabsprung mit zu nehmen. Diesmal schien Raffinessca das Ganze allerdings nicht sonderlich koscher zu sein, denn sie zögerte. ,,Mehr Schenkel! Hand vor, weiter!’’,rief ich hinüber, während Gwen ihre Stute rasch korrigieren konnte. Die Trakehnerstute ließ sich schließlich überzeugen, machte allerdings einen riesigen Satz nach unten. ,,Guut gemacht! Und Ruuhe.’’,gab ich als Feedback an Gwen: ,,Gleich noch einmal. Gar nicht schlimm.’’
    Beim nächsten Mal sah man Raffinessca definitiv die Spannung an. Trotzdem zögerte sie diesmal nicht, übersprang sich dennoch sehr. ,,Looben! Und noch einmal.’’,wies ich Gwen an. Beim darauffolgenden Versuch allerdings war die Stute schon ruhiger. ,,Suuper! Gib ihr mal eine kleine Pause. Lass sie lang, dann machen wir das Ganze noch einmal.’’,sagte ich.
    Wir übten die Aufgabe daraufhin erneut, wobei die Scheckstute schon einen guten Job machte. Sie war eine sehr intelligente Stute, so hatte ich sie auch immer schon kennengelernt. Zusätzlich ließ ich Gwen die Konstellation auch von der anderen Seite aus springen, ehe wir es mit der Übung gut sein ließen und noch ein paar Schweinerücken und Tische springen, die der Stute durch ihr Vermögen und ihr solides Fundament im Springen leicht fielen. So konnten die Zwei mit einem positiven Gefühl die Einheit abschließen. Gwendolyn konnte wirklich stolz auf sich sein; sie machte mit beiden Stuten heute einen wirklich guten Job.
    Der zweite Tag es Lehrgangs sah etwas ruhiger aus. Um den Reitern und Pferden eine kleine Verschnaufpause zu gönnen gab es eine kleine theoretische Einführung in die Welt der Vielseitigkeit. Nach dem Frühstück hatte ich dazu im Gemeinschaftsraum eine Leinwand aufgebaut, auf die ich eine liebevoll zusammengestellte PowerPoint-Präsentation projizierte. Darauf befanden sich einerseits ein paar Eckdaten über die einzelnen Klassen, das zugegebenermaßen etwas komplizierte Wertnotensystem in der Vielseitigkeit und zu guter Letzt Fotos einzelner Hindernisse, mit denen die Reiter am Folgetag konfrontiert werden würden: Hecken, Gräben, Schweinerücken und weitere, zu denen ich auch immer eine kleine Erklärung mit abgab und Anregungen, wie man denn was besonders gut reiten konnte.
    Außerdem gab es am Nachmittag die Möglichkeit eines Gruppenstrandausritts, die die meisten Teilnehmer gerne wahrnahmen.
    Am dritten Tag teilte ich die Teilnehmer in zwei ungleiche Gruppen: Am Vormittag waren Alicia mit Civil War, Sheenamit Nurja, Luchy auf Keks, Hunter mit Cinja, Octavia mit Raspberry, Cjara mit Joline, Bart auf Candlejack und Gwenauf Moon’s Gealach. Am Nachmittag ritten die beiden Reiterinnen mit ihrem jeweils zweiten Pferd noch einmal: Alicia mit ihrer Wild Strawberry und Gwen auf Raffinessca. Abgesehen davon ritt meine Bereiterin mit Hannifee mit. Diese war eine meiner eigenen Stuten, die sich gerade vom Sprung von der Klasse E auf A-Niveau befand, wie auch meine Teilnehmerpferde; doch Fee war bereits überaus mutig, ging problemlos ins Wasser und brachte auch sonst bereits alle Anforderungen mit ein Führpferd abzugeben, wenn Berry oder Raffinessca mal streiken sollten.
    Die erste Gruppe fand sich gegen neun Uhr morgens auf dem großen Geländeplatz ein, wo alle zusammen warm ritten. Schon dabei achtete ich darauf, dass die Pferde für die Vielseitigkeit korrekt im großen Rahmen, mit der Nase deutlich vor der Senkrechten gingen und die Reiter ihren Sitz optimierten.
    Anschließend ging es an den Hügel vom Tag eins. Diesmal jedoch den mit den beiden Baumstämmen auf dem Hügel. Nur ein paar Pferde hatten bereits den Bergauf- und Bergabsprung gemeistert, um manche nicht gleich zu überfordern. Nun war es aber auch für die übrigen Pferde und Reiter an der Zeit. Als Erstes ließ ich Hunter den Bergaufsprung springen. Seine Stute erinnerte sich wohl noch an vorgestern zurück und sah das Ganze überaus entspannt. ,,Sehr gut! Nächster!’’,rief ich und Bart und Jack waren an der Reihe. Sie trafen die Distanz sehr gut und machten einen guten Sprung. Darauf folgten die übrigen Teilnehmer, die die Aufgabe ingesamt auch gut bewältigten. Einige ließ ich die Aufgabe noch ein-, zwei Male wiederholen, wenn es beim ersten Mal noch nicht so flüssig war.
    Danach verknüpften wir Bergauf und Bergabsprung. Dabei zeigte sich auch, dass Gealach einige Fortschritte gemacht was ihr Gleichgewicht anging, was mich und Gwendolyn überaus freute.
    Anschließend führte ich die Gruppe an Tische, Schweinerücken und andere typische Vielseitigkeitshindernisse heran. Die Pferde durften sich die neuen Hindernisse dabei alle zuerst einmal in Ruhe ansehen. Dabei ritten sie sie seitlich an, ließen die Vierbeiner daneben stehen und ließen die Zügel lang, wenn es möglich war, damit sich die Fellnasen damit vertraut machen konnten.
    ,,Gut meine Lieben! Als nächstes werden wir ein paar Hecken üben. Wie ihr ja seit gestern schon alle wisst gibt es die Hecken- und die Bullfinch-Variante. Wir werden allerdings nur erstere üben, da beim Bullfinch die Bürste so hoch ist, dass das Pferd weder durchsehen noch darüberspringen kann. Es muss hindurch wischen. So ist das auch bei den Hecken, aber diese sind deutlich leichter für die Fellnasen, weil die Pferde unproblematisch darüber hinweg sehen können. Trotzdem bedenkt, dass sie nicht über den ganzen Sprung springen müssen, sondern der sinn der Bürste auch hier ist, dass hindurchgemischt wird.’’,fasste ich schließlich zusammen, ehe die Gruppe Pferd nach Pferd auch dieses typische Geländehindernis meisterte. Bei Sheena fiel mir auf, dass Nurja etwas zu wenig vor der treibenden Hilfe war, weswegen ich ihr bevor sie auf mich und den Sprung zukam nochmals zurief: ,,Abwenden! Reite einmal noch einen Zirkel um mich herum.’’, woraufhin die Reiterin tat was ich von ihr verlangte. ,,Gut und jetzt schickst du sie noch einmal richtig schön nach vorne.’’,sagte ich zu ihr: ,,Uund hinsetzen und zurück führen.’’ ,,So?’’,fragte sie. ,,Nicht schlecht, jetzt nocheinmal vor, wieder etwas versammeln, vor schicken und auf den Sprung zu.’’,wies ich sie an: ,,Hinsetzen! Außerdem: achte darauf, dass du die Ellenbogen vor der Hüfte lässt damit du nicht rückwärts wirkst.’’
    Im Endeffekt machte so auch dieses Paar einen schönen Sprung, auch wenn ich sie das noch einmal wiederholen ließ um sie das Gefühl noch einmal verinnerlichen zu lassen.
    Der nächste war Civil War. Der schwarze Riese war heute schon deutlich ruhiger als am ersten Tag. Trotzdem übersprang er sich bei der Hecke das erste Mal recht viel. ,,Nicht schlimm, Alicia! Der ist nur ein bisschen vorsichtig, aber das ist gut so! Gleich nocheinmal!’’,rief ich der Reiterin zu, die einmal abwendete. ,,Sehr gut. Hinsetzen, Ruhe reinbringen. Trau dich ruhig ihn ein bisschen mehr zu reiten.’’,regte ich Alicia an, die ihr Können in der Dressur anwenden konnte um ihren Hengst vor Sprung noch einmal gut an die Hilfen zu bringen. ,,Ausgezeichnet!’’,lobte ich sie nach dem Hindernis begeistert. ,,Gleich nochmal!’’,rief ich: ,,Gut macht ihr das. Spürst du wie gut er jetzt bei dir ist?’’
    Nachdem dies alle Schüler gut gemeistert hatten ging es an ein paar leichte, dem Niveau einer A-Vielseitigkeit entsprechende Bänke. Ein solches Hindernis bestand aus einer einzelnen Stufe, oder bildete eine ganze Treppe. Wie der Name schon sagt musste hier ein Höhenunterschied überwunden werden. Zuerst durften sich die Reiter an der einzelnen Variante versuchen, dann ging es an kleine Treppen.
    Diese Übung meisterten alle Reiter mit ihren Pferden auf Anhieb überaus gut, weshalb es schon rasch an die Gräben, erst ohne und dann mit Sprung darüber, ging.
    Zum Schluss war das Wasser an der Reihe. ,,Gut meine Lieben! Dann wagen wir uns ans Wasser. Ihr reitet jetzt hintereinander. Dabei ist es wichtig, dass immer die Verbindung Kopf-Schweif erhalten bleibt, also keine Lücke entsteht. So machen wir uns den Herdentrieb zu Nutzen. Sheena, du und Nurja geht als Letzte weil sie das ja nicht sonderlich mag, wenn ihr ein Pferd hinten zu nahe kommt.’’,erklärte ich zur Einstimmung: ,,Luchy? Du und Keks geht als erstes. Weil sie doch Hengste sind gehen Civil War und Candlejack nach der Stutengruppe rein, Jack dabei als erster. Alicia du klemmst dich dann dahinter. Versuchen wir das Mal!’’
    Lunchy ritt ihre Stute an, auf das Wasser zu. Die Braune zeigte sich gewohnt unerschrocken und marschierte los. ,,Geenau. Ruhig näher zusammen bleiben, der Kopf vom einen Pferd kann auch an der Gruppe des vorangehenden sein.’’,kommentierte ich das Geschehen. Als Keks und Gealach schon im Wasser angelangt waren rief ich: ,,Super, loben. Stoopp, ganz langsam. Cinja ist sich noch unsicher, ob sie da wirklich rein möchte. Octavia reite du ruhig mit Raspberry kurz vorbei.’’ Die eben genannte Stute setzte sich unerschrocken in Bewegung. ,,Sooh. Jetzt langsam hinterher, Hunter.’’,sagte ich mit ruhiger Stimme und der blonde Reiter drang wieder zu seiner Stute durch. Er klopfte ihr lobend den Hals und lächelte: ,,Braav.’’, woraufhin Cinja einmal durchschnaufte und sich an Berry Krupp hing. ,,Jawoll, jetzt schließt sie sich an. Jetzt ganz langsam vor, mit Cinja immer dran bleiben.’’
    Keine Minute später waren dann alle Stuten im Wasser. ,,Alle Pferde bleiben jetzt erstmal im Wasser, reitet ruhig einen kleinen Zirkel oder sowas. Hunter, du kommst mit Cinja noch einmal zu mir her, aus dem Wasser heraus.’’,sagte ich dann. ,,Gut, leicht sitzen und nochmal hinein.’’,trug ich ihm schließlich auf und die Fuchsstute sprang über ihren Schatten. Ich ging dabei ein paar Schritte mit ihr mit, ließ sie dann ins Wasser gehen und ließ Hunter dann noch einmal aus dem Wasser heraus und wieder hinein gehen. ,,Sehr schön! Looben!’’,rief ich dann begeistert: ,,Als nächstes die Hengste.’’
    Jack schritt voran, Civil War auf der Höhe dessen Kruppe. Letzterer stockte kurz, ließ sich dann aber von seiner Reiterin ebenfalls gut ins Wasser führen. ,,Guut. Bart du bleibst im Wasser, geh ruhig zu den Stuten hinüber. Alicia du kommst noch einmal raus und gehst alleine noch einmal rein.’’,sagte ich schließlich und übte das gesagte noch zwei Mal mit dem großen Rappen.
    ,,Feuertaufe bestanden würde ich mal sagen, meine Lieben!’’,scherzte ich schließlich, da sich nun alle Pferde, mehr oder weniger begeistert, im Wasser befanden. ,,Alle einmal auf der anderen Seite raus aus dem Wasser und im Schritt nocheinmal hinein. Danach trabt ihr nach der Reihe an, einzeln aus dem Wasser heraus und auf der anderen Seite erst im Schritt, dann im Trab wieder heraus.’’,wies ich schließlich an.
    Nachdem dies bei jedem Pferdreiterpaar gut klappte und auch jeder einmal hindurch galoppiert war ließ ich die Gruppe die ersten Sprünge, aus dem Wasser heraus machen, bevor sie den selben Sprung hinein machten. Erst waren noch zwei Galoppsprünge zwischen Wasser und Baumstamm, dann ritten die Reiter den Sprung auf der anderen Seite des Wassers an, wo dies nahtlos ineinander überging.
    ,,Cjara? Aufpassen, dass du die Hand schön nach vorne gibst wenn du ins Wasser hinein springst. Genau genommen haben wir hier ja wieder einen Tiefsprung, bei dem deine Stute nach unten springt. Da du sie so schön am Sitz hast kannst du ruhig die Zügel auch mal ein wenig durchrutschen lassen. Probier das ruhig mal aus.’’,gab ich ein paar Anregungen an die Blondine. Sie nickte und ritt den Sprung ins Wasser erneut an. ,,Schau, schon viel besser!’’,lobte ich, nachdem die Reiterin meinen Tipp umgesetzt hatte und sich die Stute überm Sprung noch einmal mehr entfaltete.
    Und auch für Ocatvia hatte ich einen weiteren Tipp, denn ihr Schenkel verrutschte ihr im Bergab ein wenig nach hinten, weshalb sie sich selbst aus dem Gleichgewicht brachte: ,,O, achte darauf, dass deine Zehenspitzen immer vor der Hüfte sind. Im Zweifelsfall kannst du sie bei Tiefsprüngen sogar, für dein Gefühl, etwas zu weit nach vorne nehmen, damit du auch gut zum Stehen kommst, wenn die Sprünge dann höher werden oder Berry mal einen größeren Sprung machte.’’
    Wer einen beinahe perfekten Job machte waren Gwen und ihre Stute Gealach. Obwohl die Connemarastute wohl die kleinste der Truppe war, zeigte sie sich von Anfang an überaus mutig, weshalb ich sie auch einsetzte um Cinja, die beim ersten Wassersprung hinein noch etwas unsicher war, den Weg zu weisen. Hier dockte die Fuchsstute am Schimmel an und sprang danach den gleichen Sprung ohne zu zögern.
    Am Ende der Einheit waren alle Pferde über sich hinaus gewachsen, was sowohl die Reiter als auch mich sehr freute.
    Die zweite Gruppe, die nur aus Gwen und Alicia bestand, durfte die Hindernisse vom Vormittag nun auch mit ihren beiden zweiten Stuten üben. Dabei bot, vor allem am Wasser, Hannifee einen Ruhepol, der allerdings fast nicht nötig war, da die Vier einen sehr guten Job machten und es keine spektakulären Ausreißer oder Verweigerungen gab. Zum Glück!
    Am letzten aktiven Lehrgangstag sollte jeder Teilnehmer noch einmal die Möglichkeit bekommen mit seinem, beziehungsweise seinen, Pferden die Hindernisse zu üben, die ihm besonders schwierig in Erinnerung geblieben waren, oder wo die Routine für eine sichere A noch fehlte. Hierbei nahm ich mir noch einmal besonders viel Zeit für meine Schüler.
    Außerdem durfte am letzten Tag jeder einen zusammenhängenden Ablauf von Sprüngen reiten; ähnlich aufgebaut wie auf dem Turnier, nur mit der kleinen Ausnahme, dass jeder ein Mikro im Ohr hatte und so von mir begleitet wurde.
    Im Endeffekt war jeder Teilnehmer im Großen und Ganzen bei seiner Abreise zufrieden mit der erbrachten Leistung seines Pferdes. Ein erfolgreicher Lehrgang also!
    Dressurtraining | 14. März 2021
    Gruppe 1
    St.Pauli's Amnesia mit Juha // Dressur E zu A
    Snúra mit Milena // Dressur E zu A
    Caja mit Mika // Dressur E zu A
    Oline mit Ambrose // Dressur E zu A

    Gruppe 2
    Satz des Pythagoras mit Niklas // Dressur A zu L
    Snotra mit Max // Dressur A zu L
    Acerado mit Samu //Dressur A zu L

    Gruppe 3
    Checkpoint mit Hannes // Dressur E zu A
    Windrose mit Darya // Dressur E zu A
    HMJ Divine mit Lina Valoo // Dressur E zu A
    Nurja mit Vriska Isaac // Dressur E zu A


    Das diese Trainingsfahrt dermaßen eskalieren würde, das hätte keiner vermutet. Meine Karriere als Berufsreiter und Trainer der Nationalmannschaft in der Dressur und Springen hatte ich mir so nicht vorgestellt. Hier in Kanada mutierte ich zum Kindergärtner und versuchte alle Schäfchen im Stall zu halten, was mir offensichtlicher eher schlecht als Recht gelang. Der Tag startete entspannter. Kristine hatte sich rechtzeitig aus meinem Zimmer verkrümelt und im Saal zum Frühstück saßen bereits alle.
    “Godmorgon, an der Tür habe ich euch die Liste gehängt, wer in welcher Gruppe reiten wird. Bitte seid pünktlich. Pro Gruppe sind ungefähr 45 Minuten bis 60 Minuten eingeplant. Als Erstes machen sich Ju, Milena, Mika und Ambrose bereits. Danach Niklas, Samu und Max. In der letzten Gruppe sind dann Hannes, Darya, Lina und Vriska. Ich freue mich auf euch alle und wünsche euch bekömmliches Frühstück”, sagte ich zu den Halbstarken und nahm mir ebenfalls etwas. Im Anschluss entschied ich noch Zähne putzen zu gehen und mich dann langsam auf dem Weg zur großen Reithalle zu machen. Heute wäre ich lieber auf den Platz gegangen, doch die Pfützen vom Unwetter waren überall verteilt und das, obwohl es wieder sonnig war und Temperaturen um die 30 °C erwartet wurden.
    Entgegen meiner Erwartung ritt die erste Gruppe bereits die Pferde im Schritt am langen Zügel warm. “Milena, soweit mir bekannt können Isländer auch vorwärtslaufen, ohne das Gewicht auf die Vorderhand zu verlagern”, scherzte ich. Snúra trampelte unmotiviert immer auf der ganzen Bahn herum, während Ju mit Amnesia bereits Volten und Zirkel ritt. Mika, der auf Caja saß, schien noch damit beschäftigt zu sein, die Steigbügellänge richtig einzustellen und arbeitete zum Warm werden mit einer Stute vom Boden aus. Dann warf ich einen Blick zu Ambrose. “Denkst du nicht, dass dein Sitz auch beim Warmreiten dein Pferd unterstützen sollte? Du bist doch kein nasser Sack”, bemängelte ich seinen Sitz und er setzte sich ordentlich auf sein Pferd.
    Alle waren mittlerweile im Trab, dabei fiel mir auf, dass Amnesia immer die Handbremse zog, wenn ihr Reiter aussitzen wollte. Dabei machte sie sich steif, legte sich auf den Zügel und fiel auf die Vorderhand. “Ju versuch Amy mal im Schritt mehr am Schenkel zu arbeiten. Sie ist noch jung und versteht nicht. was du von ihr willst. Bleib mal auf der Volte und trabe dort in der Biegung an, während du sitzen bleibst”, rief ich ihm zu. An der kurzen Seite bremste er seine Stute zurück in Schritt. Mit leichtem Druck am Bein schob er sein Pferd weichend am Schenkel vorwärts. Auch Ambrose arbeitete mit seiner Mausfalbstute noch am Schenkel. Dazu richtete er sie mehrfach Rückwärts und trabte sie direkt an, um den Schwung aus der Hinterhand zu verbessern.
    “Mika, steig doch mal auf”, sagte ich zu ihm, da er noch immer neben seinem Pferd herlief und sie arbeitete die einige Seitengänge, die heute gar nicht gefragt sind. Für heute wollen wir noch mal die A-Dressur durcharbeiten. Die Grundbausteine müssen bei allen im Verein sitzen. Milena arbeitete mit Snúra bereits einige Lektionen der Dressur ab, so verkleinerte und vergrößerte sie das Viereck im Schritt und Trab. Ihre Stute reagiert sensibel auf den Schenkel und ließ sich mit wenig Hilfen sehr gut stellen. Auch auf dem Zirkel konnte der Isländer mit Takt und Schwung galoppieren.
    “Ambrose, bitte reite eine Kehrtwendung auf der Vorderhand”, befahl ich ihm. Er ritt Oline auf den zweiten Hufschlag und stellte sie geschlossen hin. Dabei stellte Ambrose nach rechts, damit sich die Hinterhand nach links bewegt. Dafür legte er seinen äußeren Schenkel verwahrend an das Pferd, der Innere trieb verstärkt. Den inneren Zügel verkürzte er etwas und begrenzte mit dem anderen, damit seine Stute mit der Schulter nicht ausbricht. Langsam, aber korrekt kreuzte das innere Hinterbein vor das äußere bei jedem Schritt und die Vorderhand trat auf der Stelle. Lösend schnaubte Online ab. Ich lobte beide und wendete mich zu Mika, der endlich auf seinem Pferd saß. Im Vergleich zu den anderen Dreien war seine Stute bereits sehr gut warm und er konnte mit dem Galopp beginnen. So ließ ich ihn Caja auf dem Zirkel angaloppieren. Zunächst sollte Mika mehrere einfache Galoppwechsel machen und an der langen Seite überstreichen. Dabei traten keine Probleme auf.
    “Milena, ich weiß, dass es dir schwerfällt, aber setze dich tiefer in den Sattel, um auszusitzen. Dann reitest du bitte eine einfache Schlangenlinie und bei Erreichen der nächsten langen Seite lässt du dir die Zügel aus der Hand kauen. Dann nimmst du die Zügel vorsichtig wieder auf, gehst auf den Zirkel und galoppierst an.”, sagte ich ihr. Snúra wurde entspannter, nach dem sie mehr Zügel bekam und der Galopp schien ihr beim Lockern zu helfen. Auch den einfachen Galoppwechsel sprang sie richtig.
    Ju mit seiner Stute ließ ich ebenfalls eine Vorderhandwendung machen, daraus sollte seine Stute rückwärtsrichten und direkt antraben. Die Abfolge mehrere Lektionen half Amy dabei losgelassener zu werden und besser auf ihren Reiter zu konzentrieren. So schafften es alle am Ende der Reitstunde die Bahnfiguren und Lektionen der A Dressur abzurufen. Auch die Rahmenerweiterungen in das mittlere Tempo stellte kein Problem für die Reiter und ihre Pferde dar. Eh die nächsten kommen würde, setzte ich mich kurz an die frische Luft und trank etwas. Mein Mund war vom ganzen Reden schon trocken geworden und ich bräuchte mehr Augen, um alle so zu fördern, wie sie es brauchten. Doch am nächsten Tag wird es ein Einzeltraining für alle geben, überlegte ich dann. Dann kam schon die nächsten.
    Im Schritt ritt Niklas mit Smoothie in die Halle, auch Samu mit Acerado und gefolgt von Max mit der Isländer Stute Snotra.
    “Ich hoffe ihr seid bereit. Es steht Dressur L auf dem Plan”, versuchte ich die Jungs zu motivieren, die ohne Freunde im Gesicht auf den Pferden saßen. “Na dann beginnen wir mal mit dem Aufwärmen”, sagte ich zu den Jungs und sie setzten ihre Pferde in Bewegung.
    “Lass deinen Hengst nicht so wegrennen“, rief ich Samu zu. Sein Brauner war schon beim Stehen rumgehampelt und scheinbar geht es ihm hier zu langsam. Von Samu versuch ihn auszubremsen schien der Hengst nicht viel zu halten, denn nun begann er mit dem Kopf zuschlagen. “Gibt ihm mehr Zügel und setz dich mehr hin”, korrigierte ich ihn und schon ging Acerado ein wenig ruhiger.
    Bei Smoothie beobachtete ich, dass sie immer wieder mit ihrem Sprunggelenk wegbrach. Das Problem hatte die Stute einige Wochen schon, aber mir wurde berichtet, dass eine Osteopathin es sich näher angucken wird noch am selben Tag. Was mir noch auf fiel war, dass Niklas seine Hänge im Trab nicht ruhig halten konnte. Mit einigen Tipps sah es nach einigen Minuten bereits besser aus. Gemeinsam entschieden wir, dass seine Stute heute mehr im Schritt gearbeitet werden sollte. Da die L-Dressur für die Beiden kein Problem mehr darstellen sollte. Smoothie kann bereits alle Gangarten versammelt laufen und auch alle Übergänge.
    Snotra unter Max hingegen hatte große Schwierigkeiten bei der Versammlung im Trab, da sie in den Tölt ging, um die Balance zu halten. So machten sie zusammen einige Wendungen auf der Vorderhand und Hinterhand, um die Muskeln durch die einseitig wirkende Hilfe besser zu entspannen. Die Stute reagierte gut auf den Schenkel und konzentrierte sich genau darauf, was sie tun sollte. Snotra läuft zu viel auf der Vorhand und nimmt zu wenig Last auf. Im Galopp hingegen fiel es ihr leichter, weswegen die beiden nun darin erst mal weiterarbeiten sollen, eh wir im Verlauf dieser Trainingseinheit noch die Versammlung im Trab uns näher anschauen.
    Samu konnte mittlerweile mehr Ruhe in seinen Hengst einbringen und somit auch schon erste Versammlung im Trab und Galopp reiten, in Verbindung mit Handwechseln und kleineren Volten. Der Braune hörte ihm genau zu, um die Lektionen auf den Punkt genau zu laufen. Wenn auch nicht gefordert, ritt Niklas im Schritt mit Smoothie verschiedene Seitengänge und besonders schön sah die Traversale aus, an der sie zusammen monatelang arbeiteten.
    Zum Ende der Einheit ist Niklas mit Smoothie noch einige Runden locker getrabt und das Knacken ihres Sprunggelenks trat ebenfalls nicht mehr auf, da das Gelenk sich mit Flüssigkeit gefüllt hatte. Für einige Hufschlagfiguren wie der Schlangenlinie mit vier Bögen oder Handwechsel auf der Ecke kehrt auf 8 Meter, war die Stute genug vorbereitet. Auch Max schaffte es noch seine Stute genügend im Trab zu versammeln durch viele Übergänge vom Schritt in den Trab, vom Trab in den Halt und immer weniger einige Galoppsprünge, damit die Energie etwas abgelassen wurde. Ace unter Samu fehlte es vorrangig an der Geduld, was sein Reiter von ihm wollte. So müssen die Beiden noch etwas mehr miteinander Arbeiten und keine Routine in die Einheiten einbringen. So wird sein Pferd ihm zuhören müssen und aufmerksam bleiben. In den Lektionen an sich gab es keine Probleme, nur die Versammlung müsste noch mehr erarbeitet werden, wenn Ace mehr auf seinen Reiter achtet.
    Die Dritte Gruppe ließ mir keine Verschnaufpause, sondern kam direkt in die Halle für das Dressur-A Training. Dominant war, dass Divine unter Lina den anderen Pferden einfach nur nachlief, ohne dabei auf seine Reiterin zu achten. So forderte ich sie auf, vom Pferd zusteigen, um zunächst den hübschen Hengst von der Hand aus aufzuwärmen. Hannes und Checkpoint machten ein gutes Bild, weswegen ich mich Darya auf Windrose widmen konnte. Sie hat ihre Stute noch nicht so lange, deswegen wollte sie mir mit gemeinsam die Lektionen mal abrufen. Vriska saß auf einer braunen Stute, die nicht zum Verein gehörte. Aber Kristine hatte mir bereits berichtet, dass Glymur wieder ein dickes Bein hatte und deswegen heute eine Pause brauchte. So saß sie auf einer Freiberger Stute, die grundsätzlich ein gutes Bild machte. Nurja reagierte auf den Schenkel, war weich im Genick und kaute aktiv auf dem Gebiss.
    Ich zeigte Lina, wie sie besser ihren Hengst vom Boden ausführen kann und die Gerte als Schenkelhilfe einsetzen konnte. Dieser schielte immer wieder etwas hektisch zu den anderen Pferden, wenn einer der anderen Reiter vorbeiritt. Doch mit einem leichten ziehen am äußeren Zügel, wandte Ivy sich schnell wieder zurück zu uns. Aufmerksam hörte er auf Lina, die mit ihm auch schon in Seitengängen arbeitete, was in meiner klassischen Ausbildung viel später es kommen würde. Der Hengst jedoch schien genau das zu benötigen, um überhaupt gerade laufen zu können und genug Takt zu entwickeln. Auch die Rahmenerweiterung konnte sich am Boden sehen lassen. Dann ließ ich die Beiden erst mal selbstständig weiter machen, um mich Hannes und seinem Hengst zu widmen. Er war bereits im Trab unterwegs und ritt einige Bahnfiguren. Der Rappe lief fleißig unter ihm und hörte auf die Hilfen, die ihm gegeben wurden. Dazu hatte er eine konstante Anlehnung und Hannes saß ruhig im Sattel. Seine Haltung der Zügel könnte jedoch noch verbessert werden. Man könnte meinen, dass Niklas und Hannes sich heute abgesprochen hätten. Es war deutlich sichtbar, dass sie Brüder waren, wenn auch von der Persönlichkeit komplett unterschiedlich. Ohne etwas zu ihm sagen zu müssen, ritt er Volten im Trab. Schlangenlinien und ließ sich die Zügel aus der Hand kauen. Im Galopp konnte er überstreichen und auch der fliegende Galoppwechsel war ein Kinderspiel für die Beiden.
    Vriska und Nurja machten ein schönes Bild zusammen. Besonders empfand ich sie auf einem Warmblüter auch deutlich eleganter als auf ihren Isländer. Vriska war körperlich genau richtig gebaut, um hohe Dressurklassen mitzureiten. Wer weiß, vielleicht schafft einer der Jungs sie davon zu überzeugen, das Fahrzeug zu wechseln.
    Am Ende setzte sich Lina doch noch auf ihren Hengst und ich lief immer wieder ein Stück mit, damit er sich an kein anderes Pferd hängen konnte. Je mehr sie mit Divine sprach, umso weniger klebte er.
    Auch Darya auf Windrose konnte den Rahmen ihres Pferdes erweitern und sogar einige fliegende Galoppwechsel reite. Mit einigen Wochen mehr intensiven Training, wird es beiden gelingen schon mit L-Lektionen zu beginnen.
    Hannes und Checkpoint waren auf einem ganz anderen Level unterwegs. Der Hengst lief aufmerksam vorwärts, stellte sich wunderbar im Genick und konnte alle geforderten Lektionen der A-Dressur bereits auf den Punkt genau laufen.
    Vriska und Nurja hatten heute das erste Training miteinander, doch sie konnte der Braunen ziemlich viel Sicherheit geben und so schon die ersten Lektionen der A reiten. Besonders der Galopp war noch ausbaufähig der Stute aber mit etwas Geduld, würde das etwas werden.

    © Mohikanerin (Anders Holm) | 12.581 Zeichen
    Mehr oder weniger motiviert putzte ich noch einmal über das Fell der braunen Stute. Eigentlich hätte Lina ja die Stute auf der Stutbucheintragung vorstellen sollen, doch die hatte sich ja nach Schweden verkrümelt. Nurja schnaubte und schüttelte sich, wobei sich einer der Zöpfchen löste.
    “Ich glaube, sie möchte dir heute besonders viel Arbeit machen”, scherzte Samu. Er hatte vor einer halben Stunde bereits Briar vorgestellt, die er gerade zurück zum Hänger brachte. “Ja, ja lach du nur. Dein Schimmeltier sah gestern dafür auch sehr hübsch aus”, antwortete ich dem Finnen sarkastisch und befestigte Nurjas Zopf wieder. Nachdem die Frisur der Stute wieder saß, trenste ich sie auf. Da wir noch einen Moment hatten, bis die Stute dran war, begann ich sie ein wenig vor dem Hallentor ich Kreis zu führen. Entspannt Schritt die braune Stute neben mir her.
    “Als Nächstes sehen wir die Freibergerstute Nurja im Besitz von Luchy Montrose. Vorgestellt wird sie von Jonathan Christopher Sherwood”, kam es nun aus den Lautsprechern.
    Ich führte Nurja in die Halle und natürlich, konnte ich Samu mit einem dämlichen Grinsen im Gesicht entdecken. Er schien ein wenig Schadenfroh darüber zu sein, dass ich die Stute nun vorstellen musste. Ich führte die braune Stute bis zu der Stange und stellte sie vor den Richtern auf, bevor ich dieselben grüßte.
    Nach der Beurteilung des Exterieurs lief ich mit der Stute im Schritt eine Runde auf dem Zirkel, bevor ich sie antraben ließ. In einem angenehmen Tempo trabte Nurja neben mir her. Nach drei Runden auf der linken Hand machte ich einen Handwechsel und zeigte auch den Trab auf der anderen Hand. Bevor ich den Galopp zeigen wollte, ließ ich Nurja in den Schritt durchparrieren und zeigte somit auch den Schritt auf der rechten Hand. Nach der langen Seite löste ich den Frühstrick von der Trense der Stute und ließ sie freilaufen. Bei angaloppieren bockte sie kurz bevor sie artig weiter galoppierte. Nach ein paar Runden auf der rechten Hand, ließ ich sie die Hand wechseln.
    Nach dem Galopp bremste ich die Stute wieder aus, fing sie ein und verabschiedete mich von den Richtern, vor dem Verlassen der Halle.

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    Zuletzt bearbeitet: 8 Mai 2021 um 1:08 PM Uhr
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  12. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

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    Sie endet am 11. April 2021 um 11:04 Uhr.
     

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