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[SK 471] Alle Stuten

Dieses Thema im Forum "Archiv" wurde erstellt von Canyon, 8 Okt. 2020.

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Welcher Stute möchtest du deine Stimme geben?

Diese Umfrage wurde geschlossen: 4 Dez. 2020
  1. Shotgun

    21,4%
  2. Couleur du Deuil

    0 Stimme(n)
    0,0%
  3. Show me Heaven

    7,1%
  4. Beya al Cova da Lua

    0 Stimme(n)
    0,0%
  5. Long Island Icetea

    7,1%
  6. Lorelei

    28,6%
  7. Joline

    35,7%
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

    [SK 471] Alle Stuten

    Kennt ihr noch Olivia Wood? Bestimmt, sie bleibt jedem im Gedächtnis. Im Januar wurde zuletzt auf ihrer Woodland Ranch eine Stutenkrönung ausgetragen, nun ist es wieder soweit. Der Herbst hat im Moorland Einzug gehalten, die Bäume werden bunt und an drei von vier Tagen regnet es. Die restlichen Tage ist es windig, hin und wieder mit etwas Sonnenschein bei recht ertragbaren 13 Grad. Auf dem Gelände der Woodland Ranch steht das Wasser den Pferden auf den Weiden bis zu den Knöcheln und die Paddocks für die Gastpferde sehen nicht besser aus. Diese stehen gleich hinter der Reithalle, auf der Wetterseite des Gestüts. Der Wind bläst euch ins Gesicht und die wackeligen Holzzäune sind von Moos überwuchert.
    Die Woodland Ranch ist von weiten Moorflächen umgeben. Auf den ersten Blick viel Platz für Weideland, der sich jedoch leider nicht bestätigt. Auf dem kleinen Gestüt gibt es keinen Parkplatz. Die nächste Möglichkeit, um eure Autos und die Anhänger abzustellen, ist etwa 500 Meter die Straße weiter. Ihr habt also einen kleinen Weg im Nieselregen zurückzulegen.
    Eure Gastgeberin ist die Besitzerin Olivia Wood. Sie züchtet hier alles, was ihr unter die Nase kommt und gut zu verkaufen ist. Vor allem hat sie es auf zweitrangige Warmblüter abgesehen, die sie billig aufkauft und teuer an den kleinen Mann bringt.
    Olivia nimmt einen der Richterplätze ein, niemand weiß, wie sie es vor vielen Jahren in den Zuchtvorstand geschafft hat, aber anscheinend ist sie schwer loszuwerden.
    Den Lautsprecher übernimmt ihr Sohn Jonathan Wood. Er ist, im Gegenteil zu seiner Mutter, ein erstaunlich hagerer Mann und obwohl er erst Mitte 30 ist, besitzt er eine Halbmondglatze. Er ist weder ein begabter Reiter, noch ein guter Redner. Lasst euch also nicht von ihm langweilen!
    Ihren Gästen bietet Olivia zur Mittagszeit für ein paar Geldstücke etwas warme, selbstgekochte Kürbissuppe an. Keine Angst, die schmeckt tatsächlich gut! Ihr könnt also ruhig probieren.


    Regeln:
    - Die kurze Einleitung dient euren Kürberichten jediglich zur Inspiration. Es ist euch überlassen, ob und wie ihr sie nutzt
    - Es dürfen nur Stuten teilnehmen (Keine Hengste, Wallache oder Fohlen).
    - Jeder darf mit bis zu drei Stuten teilnehmen, dabei ist es egal, wem diese gehören.
    - Der Text darf maximal 3000 Zeichen enthalten, bitte überprüfen auf www.lettercount.com etc.! Zur Überprüfung wird die Zeichenanzahl unter den Kürtext geschrieben, zusammen mit dem Prüfsystem.
    - Bitte überweist 5 Joellen pro Stute an mich (Canyon) mit dem Grund: SK 471
    - Der Teilnehmerzahl ist auf höchstens 10 Pferde begrenzt.
    - Der Teilnahmeschluss bleibt vorerst offen und wird mindestens einen Tag vorher angekündigt, außer die maximale Teilnehmerzahl ist bereits ausgefüllt.
    - Ist die SK mehr als 2 Monate offen, erfolgt die Abstimmung auch ohne, dass 10 Stuten teilgenommen haben, allerdings unter der Voraussetzung, dass es mindestens 5 Teilnahmen gibt.
    - Hufschmied- und Tierarztberichte sind mit dem richtigen Datum zu versehen.
    - Bitte achtet darauf, die Teilnahmebilder bei abload.de oder ähnlichem hochzuladen, damit sie auch später im Gewinnerthema angezeigt werden.

    Gründe für eine Disqualifikation:
    - die Zeichenzahl des Textes stimmt nicht
    man hat mit Doppelaccounts abgestimmt
    - es wurde gebettelt
    - es wurde nicht überwiesen
    - die Teilnahme ist unvollständig
    - es liegt ein Verstoß gegen die Regeln vor
    - die Aufgaben wurden nicht erfüllt

    Aufgaben
    Die Kür darf frei ausgedacht werden, jedoch muss sie folgendes beinhalten:
    - das Einreiten/ Führen am Anfang der Kür mit anschließendem Grüßen
    - alle 3 GGA auf rechter und linker Hand
    - mindestens 2 verschiedene Hufschlagfiguren außer ganze Bahn
    - Richter verabschieden am Ende der Kür

    Die Gewinnerstuten werden durch folgendes System ermittelt:
    Aussehen Körungstext / Userabstimmung
    1 Punkt für jede Stimme

    Abstammung
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Elternteil
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Großelternteil
    -0,5 Punkte für Inzucht betreffend Eltern & Großeltern je Pferd/Pony

    Offizielle Turniere & Wettbewerbe
    1 Punkt für jede Turnierschleife erster Platz
    1 Punkt für jede Schönheitswettbewerbsschleife
    1 Punkt für jede Turnierschleife zweiter Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife dritter Platz
    1 Punkt je Fohlenschauschleife
    2 Punkte je Reiterspielschleife

    Gesundheitscheck wenn vorhanden
    2 Punkte für Tierarztuntersuchung
    2 Punkte für Hufschmieduntersuchung
    Die Gesundheitschecks dürfen max. 6 Monate alt sein - Zählung erfolgt ab dem Tag der Anmeldung.

    1 Punkt pro Ausbildungsbericht (nur Stufenerhöhungen zählen!)
    1 Punkt für ein Zubehörbild
    2 Punkte für ein Bild mit Zubehör & Bewegung
    Es wird nur ein Zubehörbild gewertet.

    Mindestpunktzahl für die Gewinner: 20 Punkte

    Teilnahmen bitte nach folgender Reihenfolge gliedern:
    Username
    verlinkter Pferdename
    Pferdebild
    Steckbrief (gespoilert) inkl. Turnierschleifen und korrekter Abstammungsverlinkung
    TA und HS Berichte + Datum (gespoilert)
    Trainingsberichte, nur die Stufenerhöhungen! (gespoilert)
    Kür + Zeichenzahl und Name des Prüfprogrammes


    Viel Spaß und Erfolg bei der Teilnahme!
     
    Stelli und Eddi gefällt das.
  2. Stelli

    Stelli Bekanntes Mitglied

    Stellis Teilnahme mit
    It's Tea Time

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    Steckbrief
    It's Tea Time


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    Vom: Dante
    Vom: Place Royal
    Prince x Wild Lady Roxanne
    Aus der: Wiona's Hope

    Aus der: unbekannt



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    Rufname: Izzy
    Geburtsjahr: 2015
    Stockmaß: 1.74 m
    Rasse: Hannoveraner
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Braunschimmel
    Abzeichen: Blesse, 4x weiß
    Gesundheit: Sehr gut


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    selbstsicher, ruhig, elegant

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    Besitzer: Stelli
    Ersteller: Mohikanerin
    VKR: Mohikanerin
    Verkäuflich: Nein

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    Zuchtzulassung: Nein
    Nachkommen: -
    Decktaxe: -
    Stationiert: -


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    Galopprennen Klasse: A
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: S***
    Military Klasse: E
    Dressur Klasse: A
    Distanz Klasse: A
    Fahren Klasse: A

    Eignung: Springen, Dressur, Military
    Geritten: Ja


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    467. Fahrturnier, 329. Synchronspringen, 597. Springturnier, 330. Synchronspringen, 467. Fahrturnier, 450. Distanzturnier, 600. Springturnier, 332. Symchronspringen, 333. Synchronspringen
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    Bewegung Galopp Koppel | PNG
    Auf Koppel mit Decke & Halfter

    Hufschmiedbericht vom 23. September 2020 von Laraya13
    Björn | Heute war der Terminplan tatsächlich sehr Straff, es war gerade mal Mittags und ich hatte bereits zwei Termine hinter mir, davon einen eher ungewohnt stressigen. Hat mich doch tatsächlich ein Pferd in den Hintern gezwickt.. Was solls. Mein Weg führte mich nun zum Hofgut Birkenau, ich war sehr gespannt was mich dort nun erwartete, nachdem der Tag eher mau angefangen hatte. Ich drehte das Radio für die restlichen zehn Minuten Fahrzeit etwas lauter und machte das Fenster auf.

    Auf dem Hofgut angekommen, stellte ich das Auto ab und wurde bereits herzlichst von Stelli empfangen. Die Pferde sollen am Anbindeplatz gemacht werden, also trug ich Stück für Stück alles was ich benötigte dort hin und Stelli brachte bereits das erste Pferd , die schöne Stute Golden Highlight. „Na Mäuschen.“, begrüßte ich das Tier und machte erst mal eine Sichtkontrolle des Gangbildes, Stelli führte mir die Stute perfekt vor und ich konnte nix ungewöhnliches erkennen. „Schöne Hufe, sehr tolles Gangbild. Dann schauen wir mal..“, sagte ich und bückte mich, als die Stute nun angebunden neben mir stand und hob den ersten Huf an. „Schön, schöne harte Hufe. Nicht zu trocken.. ist das Öl?“, fragte ich und erntete von Stelli ein unbeholfenes nicken. Ich nahm mir schnell einen Lappen und etwas Lösung, wischte das Öl von allen Hufen. „Nicht, kein Öl. Damit trocknest du die Hufe aus. Wässer die lieber einmal in der Woche mit normalen Wasser.“, sagte ich lächelnd und fing an, den Huf ein wenig zu raspeln, was sich über alle vier Hufe zog. „So schnell fertig kontrollierte Hufe hatte ich lange nicht mehr.“, lachte ich und streichelte die Stute, welche die ganze Zeit unheimlich brav sich alles gefallen lies, am Hals. „ Das bisschen Raspeln hat tatsächlich ausgereicht, Golden Highlight hat total gute Hufe. Nur kein Öl, damit machst du dir diese tollen Hufe kaputt..so, einmal Eisen vorne Stahl zum hier beschlagen.“, sagte ich während ich die Eisen erhitzte. Die Stute schien wegen dem Geruch verwirrt zu sein, Stelli hatte mir bereits gesagt das alle drei Pferde bis jetzt noch gar keine Hufbearbeitung gebraucht hatten.. bei den Hufen von Golden Highlights konnte ich das auch nachvollziehen. „So, Mäuschen, dann gucken wir mal.“, sagte ich und nahm das Eisen mit der Zange und hielt das Eisen an den Huf. Ganz passte es noch nicht, also nahm ich das Eisen wieder mit und formte es ein wenig mit meinem Lieblingshammer, ehe ich es erneut anhielt. „Perfekt.“, sagte ich und fing an, die Stute zu beschlagen. Beide Eisen machte die Hannoveranerstute unheimlich gut mit und erntete sich am Ende ein Leckerli von mir. „Führ Sie mir nochmal vor.“, sagte ich zu Stelli und haute schon die nächsten Eisen für das nächste Pferd in den Ofen, danach betrachtete ich die Stute. „Wunderbar. Kannst das nächste Pferdchen holen, ich mach mal schnell sauber.“ - Gesagt, getan. Ich fegte den Dreck bei Seite und Stelli kam nun mit der Stute It's Tea Time, ein unheimlich elegantes Tier. Da mir schon bei dem auf-mich-zuführen nix auffiel, lies ich Stelli die Stute gleich anbinden, begrüßte das Tier kurz und war erstaunt, als ich auch dieser Stute so unkompliziert und schnell die Hufe machen konnte. „Auch gute Hufe, etwas weicher als die von Golden Highlights. „, brabbelte ich vor mich hin, musste hier an den Hufen etwas mehr knipsen , jedoch dauerte das ganze auch nur zwei Minuten länger und auch die heißen Eisen in dem Ofen und der Geruch irritierten die Stute überhaupt nicht. Die Eisen, die ich herausgesucht hatte, passten sogar perfekt auf die Hufe, das hatte ich auch noch nicht gesehen. Nachdem auch hier alles Reibungslos ablief, wiederholten wir das Prozedere nochmal – Stelli holte das Pferd, ich machte sauber und legte die Eisen in den Ofen. Als Stelli mir nun den Hengst Diamond's Shine vorführte, war der Hengst etwas energisch unterwegs und dachte wohl, das hier ist ein kleiner Wettbewerb. Bei mir nun angebunden wurde ich erst mal kritisch beschnuppert, die Hufe gab der Hengst aber brav. „Schau mal- „ rief ich Stelli und hielt den linken Hinterhuf weiter fest. „Hier haben wir eine beginnende Horn spalte. Der Hengst hat unheimlich trockene Hufe, die musst du bitte für die nächsten zwei Wochen 3x in der Woche wässern, dann kontrolliere ich nochmal. „ , sagte ich und raspelte den Hengst die Hufe, was gar nicht so einfach war. Wenn es ein Pferd gab, was wohl kitzelig war, dann war es dieser Hengst. „Na komm Bubi, gleich geschafft.“, sprach ich dem Hengst zu und raspelte die letzten Zentimeter, ehe ich den Huf absetzte und die Feile zurück legte. „Eisen machen wir hier noch nicht drauf, die Hufe sind zu trocken.“, sagte ich und machte den Ofen wortwörtlich aus.. haha. „In Zwei Wochen komm ich wieder, da sollten die Hufe soweit besser sein, das ich vorne beschlagen kann. Hier, fütter ihm das einmal Täglich mit, aber bitte schön die Anleitung beachten und die Hufe 3x die Woche wässern. Das Pulver hilft den Hufen ein wenig und, als Bonus, ist es auch noch super fürs Fell.“ Nachdem ich alles eingepackt und mich mit Stelli noch etwas unterhalten hatte, machte ich mich nun auf den Weg zu meinem nächsten und letzten Kunden.

    Tierarztbericht vom 25.10.2020, Pferdepraxis Sapala (Eddi)
    Routineuntersuchung
    Heute machte ich mich erneut auf den Weg zu Stelli und ihren schicken Sportpferden. Mein heutiger Patient war eine Schimmelstute namens It’s Tea Time. Sie sollte demnächst an einer Stutenkrönung teilnehmen. Routinemäßig stand eine simple Untersuchung mit Impfen und Entwurmen an. Geplant pünktlich kam ich an und wurde herzlich in Empfang genommen. Tea Time stand bereits angebunden am Platz und spitzte neugierig die Ohren, als wir um die Ecke kamen. Nachdem ich meine Tasche abgestellt hatte, machte ich mich direkt an die Arbeit.
    Von Stelli ließ ich mir die Stute im Schritt und Trab auf dem Hof vorführen. Einmal auf der geraden Linie und einmal gebogen. Die Gänge waren taktklar und auch in der Biegung zeigte Tea Time keinerlei Schwierigkeiten. Somit war beim Bewegungsapparat alles einwandfrei. Also konnten wir zum Putzplatz zurückkehren und mit der Untersuchung weitermachen.
    Zunächst schaute ich in die Ohren, danach leuchtete ich die Augen ab und zuletzt der Blick ins Maul und auf die Zähne.
    Alles war in bester Ordnung und ich konnte mit dem Abhören weitermachen. Herz, Lunge und Darm hörte ich in Ruhe ab, aber alles klang einwandfrei. Kurz lobte ich das Pferd, ehe ich noch die Lymphknoten abtastete und zu guter Letzt die Beine hinabtastete. Ich konnte keine Auffälligkeiten entdecken und machte mich noch daran, die Körpertemperatur zu messen. Alles war im grünen Bereich.
    Damit konnten wir guten Gewissens impfen. Ein kurzer Blick in den Impfpass genügte und ich wusste, was heute alles anstand. Wir begannen mit dem Kombipräparat für Influenza und Herpes. Danach folgten noch Tetanus und Tollwut und dann waren die Impfungen auch schon geschafft. Abschließend gab es noch die Wurmkur ins Maul und direkt hinterher einen Apfel, damit die Paste auch schon im Pferd landete.
    Ich lobte die Stute ausgiebig und erneuerte noch den Impfpass, während Stelli bereits Tea Time wieder wegbrachte. Gleiches Prozedere fand noch einmal für die Hannoveranerstute Golden Highlight statt. Auch sie benahm sich einwandfrei, alle Tests waren befundfei und so wurde auch sie noch geimpft und entwurmt, bevor Stelli die Stute ebenso wieder auf die Weide bringen konnte.
    Zu guter Letzt stellte ich noch die Gesundheitszertifikate für entwaige Wettbewerbe aus und verabschiedete mich dann von Stelli, ehe ich mich auf den Weg zum Auto und damit zum nächsten Patienten machte.

    Trainingsberichte (2)
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    Dressur E->A (c) Stelli, 16.09.2020
    Ab dem heutigen Tag machte ich es mir zur Aufgabe, meine Stute It's Tea Time in der Dressur weiter auszubilden. Ich holte die Schimmelstute aus ihrer Box und putzte sie. Danach holte ich den Dressursattel, sattelte und trenste sie und ging dann raus auf den Dressurplatz, nachdem ich mir Stiefel und Helm angezogen hatte. Nach dem Aufsitzen ritt ich erstmal am langen Zügel eine viertel Stunde Schritt. Dann nahm ich sie langsam auf, sodass die Dehnungshaltung noch zugelassen werden konnte. Als ich insgesamt zwanzig Minuten Schritt geritten bin, trabte ich allmählich locker an. Zuerst ganze Bahn und große gebogene Linien wie Zirkel und durch die ganze Bahn wechseln. Tea Time schnaubte währenddessen schön ab. Dann galoppierte ich an und ging zuerst in den leichten Sitz, damit die Stute den Rücken schön aufmachen konnte. Nach der Aufwärmphase ging es so langsam in die Arbeitsphase über. Ich begann, die Zügel so langsam nachzufassen und erstmals auszusitzen. Tea Time braucht am Anfang etwas länger, um im Rücken loszulassen. Somit saß ich erst intervallweise aus und ritt viele Übergänge und Volten, dass sie sich schön um den inneren Schenkel biegen musste. Die Zügel nahm ich irgendwann noch ein Stück kürzer, um sie im Genick etwas mehr hochzuholen. Ich lobte sie und begann, die Seitengänge zu erarbeiten. Ich hatte mir für heute das Viereck verkleinern und vergrößern vorgenommen. Ich parierte sie zum Schritt durch und fing an der nächsten langen Seite an, sie vom Hufschlag mit dem inneren Schenkel nach innen reinzuschieben und somit das Viereck zu verkleinern. Zuerst nölte sie ein wenig rum, gab dann aber rasch nach. Ich wiederholte die Übung an den nächsten langen Seiten erneut und es wurde von Mal zu Mal besser und geschemeidiger. Dies ritt ich auch auf der anderen Hand. Da fiel es ihr etwas leichter. Im Anschluss an die Lektion schob ich sie nach dem Viereck verkleinern auch wieder nach außen und vergrößerte da Viereck anschließend direkt wieder. Zufrieden schnaubte sie ab, lobte sie und ließ die Zügel lang, damit sie abspannen konnte. Zum Abschluss an die heutige Trainingseinheit wollte ich nochmal das Zulegen probieren. Ich trabte sie an und ging auf die Diagonale um den Rahmen zu erweitern. Zuerst kam nicht viel, ich denke, sie wusste nicht, was zu tun ist. Also noch einmal. Ich ging wieder auf die Diagonale und diesmal zündete sie etwas mehr auf die treibenden Hilfen. Ich wiederholte es ein drittes Mal und diesmal was das Ergebnis für den ersten Versuch zufriedenstellend. Damit ließ ich es für heute gut sein und nahm mir vor, morgen weiter zu arbeiten. Gesagt, getan. Nachdem meine Stute gesattelt und aufgewärmt mit mir auf dem Platz war, fragte ich die Lektionen von gestern ab. Ich begann mit dem Viereck verkleinern. Diesmal klappte es von Anfang an besser und sie war nicht am nörgeln. Anschließend widmete ich mich zuerst der Trabrbeit. Ich versuchte, sie schön vor mich zu bekommen und die Hinterhand aktiver zu machen. Ich merkte, dass sie das ziemlich anstrengte. Also hieß es Kraft aufbauen für die nächsten Wochen. Ich legte einige Male zu und sie bemühte sich wirklich. Für die Klasse A reichte das vollkommen aus, für die nächsthöhere Klasse müssten wir auf jeden Fall noch trainieren. Nun wollte ich mal probieren, wie das Zulegen im Galopp aussah. Da machte ich mir keine großen Sorgen, weil sie das vom Springen kennt. Ich galoppierte Tea Time an und legte an der langen Seite zu. Ja, gut, da musste man wenig üben. Das Zulegen sowohl auch die Rückführung klappte vorbildlich. Ich lobte meine Stute und ließ die Zügel lang. In den kommenden Wochen bauten wir viel Kraft auf, damit sie sich besser tragen konnte und die Hinterhand mehr untertreten konnte. Abschließend ritt ich nach drei Wochen erstmals eine Dressuraufgabe der Klasse A für mich vor und war recht zufrieden. Für die Klasse L später mussten wir weiterhin deutlich an Kraft und Versammlungsbereitschaft feilen, aber ich glaube, das kriegen wir hin. Jetzt heißt es erstmal: sich in A-Dressuren beweisen.


    Rennen E->A (c) Stelli, 19.10.2020
    Es war mal wieder Zeit für eine neue Runde Training! Dafür schnappte ich mir meine Stute It's Tea Time. Nach langer Überlegung entschloss ich mich, sie in der Disziplin Rennen weiter auszubilden. Eine möglichst vielseitige Ausbildung meiner Pferde ist mir enorm wichtig, so mit stand der Entschluss fest. Ich holte meine Schimmelstute It's Tea Time von der Koppel, wo sie seit acht Uhr morgens stand, und entfernte den Dreck aus ihrem Fell. Anschließend holte ich ihren Springsattel und machte sie zum reiten fertig. Auf dem Plan stand: Ausdauer trainieren, Kondition aufbauen und an Schnelligkeit gewinnen. Das würde uns die nächsten Wochen begleiten. Es fanden sowiso nicht mehr viele Turniere statt, und außerdem wollte ich Tea Time auf ihre Stuteneintragung vorbereiten, daher nahm ich sie in letzter Zeit nicht mehr viel mit auf Turnier. Die Stutbucheintragung steht im Vordergrund, da sie gute Chancen auf eine Eintragung als Zuchtstute bekommen würde. Als meine Stute gesattelt war, gingen wir ins Gelände. Dort lässt sich das Training am Besten absolvieren. Heute stand Ausdauer auf dem Programm, welches ich gut mit Konditionsaufbau kombinieren konnte. Nachdem wir eine gute Strecke im Schritt geritten sind, trabte ich sie bei Beginn der Lichtung an, bis wir die schöne, übersichtliche Strecke erreicht hatten, wo man wunderbar galoppieren konnten. Nach einer kurzen Schrittpause ging es dann los. Es ging heute nicht um Tempo, sondern darum, dass Tea Time konstant das Tempo beibehält und ihre Kraft zu trainieren. Ich galoppierte meine Schimmelstute an und machte mich auf die Galoppstrecke. Zuerst drängelte sie etwas, war dann aber einverstanden mit einem relativ ruhigen Tempo. Da die Strecke leicht bergauf geht, merkte man relativ schnell, wie ihr die Kraft ausging. Da wusste ich, an was wir definitiv die nächsten Wochen trainieren werden.
    Zwei Tage später trainierten wir an der Schnelligkeit der Stute. Dazu hatten wir Tea Time verladen und sind zu einer nahegelegenen Galopparena gefahren, da die Strecke, die bei uns in der Nähe liegt, erneuert wird. Tea Time war ganz entspannt als wir auf dem fremden Gelände ankamen. Nach einer gründlichen Aufwärmphase ging es dann auch los. Ein anderer Trainer stand an der Reling der Strecke und unterstützte mich netterweise. Er war nur Vollblüter gewohnt, Warmblüter oder gar Ponies kamen ihm nur selten zu Gesicht. Er war leicht skeptisch, fand sich doch schnell mit seinem "Schicksal" des Warmblut-Rennens ab und half mir, wo er konnte. Tea Time war ziemlich on fire und erledigte ihren Job am heutigen Tag gar nicht schlecht. Jedoch musste auch da noch ziemlich viel geübt werden, dass man sie 'A-fertig' nennen konnte.
    In den kommenden Wochen gingen wir viel auf die Galoppstrecke hinter der Lichtung und ich merkte, wie Tea Time immer mehr an Kraft gewann, was sich gleichzeitig auch in der Schnelligkeit und Kondition wiederspiegelte. Meine Stute entwickelte sich schnell weiter, ich musste beinahe drauf achten, dass sie nicht zu fleißig wurde. Es soll sich ja auch alles festigen und nicht über die Hau-Ruck-Aktion abgewickelt werden. Ich gab der Sache weitere drei oder vier Wochen, genau weiß ich es nicht mehr, in denen wir weiter an Kraft und Schnelligkeit trainiert hatten. Tea Time kam nicht mehr so schnell außer Puste. Kurzerhand entschlossen wir, wieder auf die Rennbahn zu fahren und Tea Times Entwicklung zu überprüfen. Meine Stute war hochmotiviert und ich merkte ihr die Entschlossenheit deutlich an. Als die Lichter auf Grün schalteten ging es los und Tea Time preschte mit einem beachtlichen Tempo nach vorne. Ich beugte mich dicht über ihren Hals und ließ sie erstmal machen. Relativ schnell näherten wir uns der Ziellinie für de unterste Klasse, die wir schnell hinter uns ließen. Langsam merkte ich, wie die Kraft weniger wurde, aber ich war überzeugt, dass wir die Strecke innerhalb der Maximalzeit schaffen würden. Und so war es auch. Ich konnte mein Glück über die Entwicklung dieses Ausnahmepferdes nicht richtig fassen. Auch der Trainer der Rennbahn war beeindruckt. Nun war es amtlich: It's Tea Time befand sich auf A-Niveau im Rennen.

    It's Tea Times Teilnahme an der SK 471
    Gespannt wartete ich mit meiner Stute It's Tea Time unter einem Vordach. Es war ein ekliges Nieselwetter und ich konnte es kaum erwarten, endlich aufgerufen zu werden. Nach einer gefühlten Ewigkeit war es dann endlich so weit. Eine monotone Stimme schallte durch die Lautsprecher der Woodland Ranch. Ein Ruck ging durch meinen Körper und ich nahm schnell die Zügel auf, bevor es für uns losging. "Los gehts mein Mädchen!", flüsterte ich meiner Schimmelstute zu und trabte in die Reithalle hinein. It's Tea Time war hochmotiviert und trabte mit gespitzen Ohren in die Arena. Während wir außenrum trabten, wurden wir von Jonathan Wood kurz vorgestellt. Als er fertig war, stellte ich uns bei X mit Blick zu den Richtern auf und grüßte diese. Danach trabte ich wieder an und ging ganze Bahn, um die Richter von Tea Times Trab zu überzeugen. Ich machte einen Handwechsel, indem ich auf der Ecke kehrt machte und präsentierte ihren schwungvollen Trab nochmal auf der anderen Seite. Nach zwei Runden parierte ich zum Schritt durch und ließ die Zügel ein Stück länger, damit sich meine Stute schön dehnen konnte und sie ihren Mittelschritt zum Besten präsentieren konnte. Ich wechselte aus dem Zirkel und ritt nochmal eine Zirkelrunde im Schritt. Ich galoppierte aus dem Schritt heraus an und galoppierte ganze Bahn in einem frischen, ordentlichen Arbeitstempo. Ich spürte Tea Times kräftig gesprungene Bergaufgaloppade unter mir, was mir ein unglaubliches Gefühl vermittelte. Mit einem fliegenden Galoppwechsel über die Diagonale galoppierte ich auch nochmal zwei Runden auf der anderen Hand. Aus dem Galopp parierte ich zum Trab durch und trabte nochmal außenrum, bevor ich wieder auf die Mittellinie ritt und meine Stute bei X zum Halten brachte. Zufrieden mit unserer Vorstellung verabschiedete ich mich durch ein erneutes Grüßen von den Richtern und lobte mein Pferd. Nun hieß es auf das Resultat warten - am Besten mit einer heißen Kürbissuppe.

    1943 Zeichen (c) Stelli - gezählt auf lettercount.com


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    Zuletzt bearbeitet: 26 Okt. 2020
    Gwen, Bracelet und Veija gefällt das.
  3. Stelli

    Stelli Bekanntes Mitglied

    Stellis Teilnahme mit
    Golden Highlight

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    Steckbrief
    Golden Highlight


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    Vom: Colour Paint
    Vom: Shining Sommerdream
    vom: Show Me Your Real Darkness
    Take A Good Look x Unwritten
    Aus der: Perfect Image
    Pacific Image x Palmira

    Aus der: Oricono Flow
    vom: Black Soul
    Bukephalos x Diamond Lady
    Aus der: Tears in Heaven
    Sandro Hit x Tequila


    Aus der: Golden Lights
    Vom: Lord Wellington
    Aus der: Great Opportiunity


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    Rufname: Goldie
    Geburtsjahr: 2013
    Stockmaß: 1.69m
    Rasse: Hannoveraner
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Palomino mit Dapples
    Abzeichen: unterbrochene Blesse, 4x hochweiß, weißer Fleck an der Gurtlage
    Gesundheit: Sehr gut


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    schüchtern, verspielt, manchmal eine kleie Diva

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    Besitzer: Stelli
    Ersteller: sweetvelvetrose
    VKR: sweetvelvetrose
    Verkäuflich: Nein

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    Zuchtzulassung: Nein
    Nachkommen: -
    Decktaxe: -
    Stationiert: -


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    Galopprennen Klasse: A
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: L
    Military Klasse: L
    Dressur Klasse: A
    Distanz Klasse: L
    Fahren Klasse: A

    Eignung: Springen, Dressur, Military
    Geritten: Ja


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    448. Militaryturnier, 451. Distanzturnier, 452. Distanzturnier, 602. Dressurturnier, 334. Synchronspringen, 453. Militarturnier, 476. Fahrturnier
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    Zubehör mit Bewegung

    Hufschmiedbericht vom 23.09.2020 von Laraya13
    Björn | Heute war der Terminplan tatsächlich sehr Straff, es war gerade mal Mittags und ich hatte bereits zwei Termine hinter mir, davon einen eher ungewohnt stressigen. Hat mich doch tatsächlich ein Pferd in den Hintern gezwickt.. Was solls. Mein Weg führte mich nun zum Hofgut Birkenau, ich war sehr gespannt was mich dort nun erwartete, nachdem der Tag eher mau angefangen hatte. Ich drehte das Radio für die restlichen zehn Minuten Fahrzeit etwas lauter und machte das Fenster auf.

    Auf dem Hofgut angekommen, stellte ich das Auto ab und wurde bereits herzlichst von Stelli empfangen. Die Pferde sollen am Anbindeplatz gemacht werden, also trug ich Stück für Stück alles was ich benötigte dort hin und Stelli brachte bereits das erste Pferd , die schöne Stute Golden Highlight. „Na Mäuschen.“, begrüßte ich das Tier und machte erst mal eine Sichtkontrolle des Gangbildes, Stelli führte mir die Stute perfekt vor und ich konnte nix ungewöhnliches erkennen. „Schöne Hufe, sehr tolles Gangbild. Dann schauen wir mal..“, sagte ich und bückte mich, als die Stute nun angebunden neben mir stand und hob den ersten Huf an. „Schön, schöne harte Hufe. Nicht zu trocken.. ist das Öl?“, fragte ich und erntete von Stelli ein unbeholfenes nicken. Ich nahm mir schnell einen Lappen und etwas Lösung, wischte das Öl von allen Hufen. „Nicht, kein Öl. Damit trocknest du die Hufe aus. Wässer die lieber einmal in der Woche mit normalen Wasser.“, sagte ich lächelnd und fing an, den Huf ein wenig zu raspeln, was sich über alle vier Hufe zog. „So schnell fertig kontrollierte Hufe hatte ich lange nicht mehr.“, lachte ich und streichelte die Stute, welche die ganze Zeit unheimlich brav sich alles gefallen lies, am Hals. „ Das bisschen Raspeln hat tatsächlich ausgereicht, Golden Highlight hat total gute Hufe. Nur kein Öl, damit machst du dir diese tollen Hufe kaputt..so, einmal Eisen vorne Stahl zum hier beschlagen.“, sagte ich während ich die Eisen erhitzte. Die Stute schien wegen dem Geruch verwirrt zu sein, Stelli hatte mir bereits gesagt das alle drei Pferde bis jetzt noch gar keine Hufbearbeitung gebraucht hatten.. bei den Hufen von Golden Highlights konnte ich das auch nachvollziehen. „So, Mäuschen, dann gucken wir mal.“, sagte ich und nahm das Eisen mit der Zange und hielt das Eisen an den Huf. Ganz passte es noch nicht, also nahm ich das Eisen wieder mit und formte es ein wenig mit meinem Lieblingshammer, ehe ich es erneut anhielt. „Perfekt.“, sagte ich und fing an, die Stute zu beschlagen. Beide Eisen machte die Hannoveranerstute unheimlich gut mit und erntete sich am Ende ein Leckerli von mir. „Führ Sie mir nochmal vor.“, sagte ich zu Stelli und haute schon die nächsten Eisen für das nächste Pferd in den Ofen, danach betrachtete ich die Stute. „Wunderbar. Kannst das nächste Pferdchen holen, ich mach mal schnell sauber.“ - Gesagt, getan. Ich fegte den Dreck bei Seite und Stelli kam nun mit der Stute It's Tea Time, ein unheimlich elegantes Tier. Da mir schon bei dem auf-mich-zuführen nix auffiel, lies ich Stelli die Stute gleich anbinden, begrüßte das Tier kurz und war erstaunt, als ich auch dieser Stute so unkompliziert und schnell die Hufe machen konnte. „Auch gute Hufe, etwas weicher als die von Golden Highlights. „, brabbelte ich vor mich hin, musste hier an den Hufen etwas mehr knipsen , jedoch dauerte das ganze auch nur zwei Minuten länger und auch die heißen Eisen in dem Ofen und der Geruch irritierten die Stute überhaupt nicht. Die Eisen, die ich herausgesucht hatte, passten sogar perfekt auf die Hufe, das hatte ich auch noch nicht gesehen. Nachdem auch hier alles Reibungslos ablief, wiederholten wir das Prozedere nochmal – Stelli holte das Pferd, ich machte sauber und legte die Eisen in den Ofen. Als Stelli mir nun den Hengst Diamond's Shine vorführte, war der Hengst etwas energisch unterwegs und dachte wohl, das hier ist ein kleiner Wettbewerb. Bei mir nun angebunden wurde ich erst mal kritisch beschnuppert, die Hufe gab der Hengst aber brav. „Schau mal- „ rief ich Stelli und hielt den linken Hinterhuf weiter fest. „Hier haben wir eine beginnende Horn spalte. Der Hengst hat unheimlich trockene Hufe, die musst du bitte für die nächsten zwei Wochen 3x in der Woche wässern, dann kontrolliere ich nochmal. „ , sagte ich und raspelte den Hengst die Hufe, was gar nicht so einfach war. Wenn es ein Pferd gab, was wohl kitzelig war, dann war es dieser Hengst. „Na komm Bubi, gleich geschafft.“, sprach ich dem Hengst zu und raspelte die letzten Zentimeter, ehe ich den Huf absetzte und die Feile zurück legte. „Eisen machen wir hier noch nicht drauf, die Hufe sind zu trocken.“, sagte ich und machte den Ofen wortwörtlich aus.. haha. „In Zwei Wochen komm ich wieder, da sollten die Hufe soweit besser sein, das ich vorne beschlagen kann. Hier, fütter ihm das einmal Täglich mit, aber bitte schön die Anleitung beachten und die Hufe 3x die Woche wässern. Das Pulver hilft den Hufen ein wenig und, als Bonus, ist es auch noch super fürs Fell.“ Nachdem ich alles eingepackt und mich mit Stelli noch etwas unterhalten hatte, machte ich mich nun auf den Weg zu meinem nächsten und letzten Kunden.

    Tierarztbericht vom 25.10.2020 von Pferdepraxis Sapala (Eddi)
    Routineuntersuchung
    Heute machte ich mich erneut auf den Weg zu Stelli und ihren schicken Sportpferden. Mein heutiger Patient war eine Schimmelstute namens It’s Tea Time. Sie sollte demnächst an einer Stutenkrönung teilnehmen. Routinemäßig stand eine simple Untersuchung mit Impfen und Entwurmen an. Geplant pünktlich kam ich an und wurde herzlich in Empfang genommen. Tea Time stand bereits angebunden am Platz und spitzte neugierig die Ohren, als wir um die Ecke kamen. Nachdem ich meine Tasche abgestellt hatte, machte ich mich direkt an die Arbeit.
    Von Stelli ließ ich mir die Stute im Schritt und Trab auf dem Hof vorführen. Einmal auf der geraden Linie und einmal gebogen. Die Gänge waren taktklar und auch in der Biegung zeigte Tea Time keinerlei Schwierigkeiten. Somit war beim Bewegungsapparat alles einwandfrei. Also konnten wir zum Putzplatz zurückkehren und mit der Untersuchung weitermachen.
    Zunächst schaute ich in die Ohren, danach leuchtete ich die Augen ab und zuletzt der Blick ins Maul und auf die Zähne.
    Alles war in bester Ordnung und ich konnte mit dem Abhören weitermachen. Herz, Lunge und Darm hörte ich in Ruhe ab, aber alles klang einwandfrei. Kurz lobte ich das Pferd, ehe ich noch die Lymphknoten abtastete und zu guter Letzt die Beine hinabtastete. Ich konnte keine Auffälligkeiten entdecken und machte mich noch daran, die Körpertemperatur zu messen. Alles war im grünen Bereich.
    Damit konnten wir guten Gewissens impfen. Ein kurzer Blick in den Impfpass genügte und ich wusste, was heute alles anstand. Wir begannen mit dem Kombipräparat für Influenza und Herpes. Danach folgten noch Tetanus und Tollwut und dann waren die Impfungen auch schon geschafft. Abschließend gab es noch die Wurmkur ins Maul und direkt hinterher einen Apfel, damit die Paste auch schon im Pferd landete.
    Ich lobte die Stute ausgiebig und erneuerte noch den Impfpass, während Stelli bereits Tea Time wieder wegbrachte. Gleiches Prozedere fand noch einmal für die Hannoveranerstute Golden Highlight statt. Auch sie benahm sich einwandfrei, alle Tests waren befundfei und so wurde auch sie noch geimpft und entwurmt, bevor Stelli die Stute ebenso wieder auf die Weide bringen konnte.
    Zu guter Letzt stellte ich noch die Gesundheitszertifikate für entwaige Wettbewerbe aus und verabschiedete mich dann von Stelli, ehe ich mich auf den Weg zum Auto und damit zum nächsten Patienten machte.

    Trainingsberichte (2) von Beritt- und Trainingsservice Birkenau (Stelli)
    Springen E->A
    Ich war schon ganz gespannt. Ich hatte eine neue Stute namens Golden Highlight, welche ich erstmals heute im Springen probieren wollte. Golden Highlight ist eine unheimlich schöne und ehrliche Palominostute, noch recht grün hinter den Ohren und brauch noch viel Zeit und Ausbildung. Nachdem ich sie ausgiebig geputzt hatte, holte ich verschiedene Springsättel und schaute, welcher gut passte. Zu meiner Zufriedenheit fand ich schnell einen passenden Sattel, mit dem ich springen konnte. Ich machte meine Stute reitfertig, zog mir Reitsachen an und ging dann raus auf den Platz. Dort wartete mein Freund bereits und baute schon einen kleinen Pacours und Cavalettis auf. Während ich ihn dabei beobachete, ritt ich Schritt. Ich war gespannt, wie sich Highlight beim Springen anstellte, angeblich wäre sie ein guter Allrounder. Nach einiger Zeit trabte ich locker an, Highlight schnaubte bereits am Anfang schon schön ab. Immer wieder lobte ich sie, um Vertrauen aufzubauen und um ihr den richtigen Weg zu zeigen. Als mein Freund fertig war mit aufbauen, galoppierte ich so langsam an. Ich ließ Highlight locker unter mir Galoppieren und ich ging direkt in den leichten Sitz. Ganz entspannt drehten wir unsere Runden auf dem Platz, bis ich von meinem Freund erstmals zu einem Cavaletti dirigiert wurde. Mein Herz pochte als ich das Cavaletti anritt. Aber Highlight hüpfte verlässlich und ganz easy drüber. Ich lobte sie kurz und freute mich auf die heutige Traininseinheit. Nachdem ich das Cavaletti ein paar mal von beiden Seiten gesprungen war, ging es eine Etage höher, über ein Kreuz. Ich nahm zuerst das Cavaletti und ging dann linke Hand über das kleine Kreuz. Auch das war für meine Palominostute kein Problem. Ich sprang auch das Kreuz einzeln von beiden Seiten, bevor es ans Eingemachte ging. Ich besprach mich kurz mit meinem Freund, wie und was ich springen wollte und sollte. Nachdem alles Abgemacht war, ging es los. Ich galoppierte Golden Highlight an und nahm zuerst das Kreuz von rechts mit, dann ging es weiter auf einen kleinen Steilsprung auf E-Niveau. Highlight zog ein wenig mehr an und sprang zuverlässig den ersten Sprung. Der zweite Sprung war ebenfalls ein Steilsprung von niedriger Höhe. Auch diesen sprang die talentierte Stute sicher. Der dritte Sprung war ein kleiner Oxer. Ich war gespannt, wie die Stute diesen überwinden würde. Auch hier zog sie wieder ein wenig an und sprang diesen mit Leichtigkeit. "Ok, ich glaube diese Höhe ist für sie ein Klacks, oder was meinst du?", fragte ich meinen Freund lachend. Er stimmte mir nickend zu. "Das ist ja auch keine wirkliche Höhe. Das macht die zum Aufwärmen." Wir beschlossen, trotzdem heute weiter auf der Höhe zu springen, um sie am Anfang nicht zu übrfordern. Ich wiederholte den Pacours von eben und hängte noch drei weitere Sprünge hinten dran. Diesmal ließ ich das Kreuz weg und begann zuerst mit Steilsprung eins und zwei, gefolgt von dem Oxer. Bei dem Oxer dachte ich, dass sie sich verhaspelte mit dem Absprungpunkt, aber sie löste diesen Konflikt geschickt und eigenständig, wofür die schaue Hannoveranerstute direkt gelobt wurde. Im leichten Sitz galoppierte ich weiter zum nächsten Steilsprung und den nächsten zwei Oxern. Danach ließ ich sie abtraben und die Zügel aus der Hand kauen. Das hat sie gut gemacht. Die Tage ging es weiter. So war es auch. Zwei Tage später machten wir mit dem Springtraining weiter. Ich freute mich riesig, da es unheimlich Spaß machte, mit der Stute zu arbeiten. Wir begannen zuerst wieder mit Cavaletti und Kreuz, bevor es ans eigentliche Springen ging. Wir begannen wieder auf einer niedrigen Höhe und wollten uns heute nach oben tasten. Nachdem ich das erste Mal den kleinen Pacours gesprungen war, baute mein Freund hoch, sodass die Sprünge auf einem soliden A-Niveau waren. Ich war gespannt, wie Highlight es dieses mal meistern würde. Der Pacours begann wieder mit einem Steil als Einsprung, nur diesmal höher. Highlight schlief ein wenig und haute die erste Stange runter. Das ärgerte sie, sie quietschte und machte einen kleinen Bocksprung, worüber ich nur lachen konnte. Ich ritt den ersten Sprung erneut an. Diesmal sprang sie höher, übertreibte fast ein wenig. Als nächstes kam ein Oxer. Auch hier sprang sie höher, als sie eigentlich musste. Immer mit großer Motivation und Zug zum Sprung. Definitiv ein Pferd, was rüber will! Auch die beiden nachfolgenden Steilsprünge waren kein Problem. Dann erstmals eine Kombination. Ich nahm sie ein wenig zurück, damit alles passt. Den Einsprung meisterte sie gut, beim Oxer dahinter war sie erst unsicher, sprang dann aber, haute jedoch die oberste Stange herunter. "Nicht schlimm, weiterreiten!", rief mein Freund. Ich lobte sie trotzdem. Die nachfolgenden Sprünge waren wieder kein Problem. "Die Höhe ist absolut kein Ding für sie, die Kombination würde ich aber an deiner Stelle noch ein, zweimal reiten", machten wir ab. Also ritt ich die Kombination nochmal einzeln an. Diesmal hatte Highlight mehr Biss, auch am zweiten Sprung sprang sie flüssiger. Ich wiederholte die Kombi noch einmal. Sie zog gut an und sprang beide Sprünge mit scheinbar großer Sicherheit. "Super!", freute ich mich und galoppierte sie locker ab. In den folgenden Tagen und Wochen übten wir weiterhin auf A-Niveau mit verschiedenen Pacouren und Schwierigkeitsgraden innerhalb des Pacours. Highlight war einfach eine coole Socke und versuchte in jeder Situartion das Beste draus zu machen. Ich war mir sicher, dass aus ihr mal ein ganz tolles Springpferd werden wird!


    Rennen E->A
    Coronabedingt hatten wir eher eine Flaute, was unseren Ausbildungsbetrieb betraf. Nur vier Aufträge kamen bislang diesen Monat hinein. Ich nutzt diese Zeit intensiv, um mich um meine Schützlinge zu kümmern und diese in dieser Zeit auszubilden. Dabei hatte ich einiges vor mir. Fürstenherz, einer meiner neusten Pferde, stand noch ganz am Anfang seiner Ausbildung, genau wie Leviathan’s Levisto, der meinen Hof am gleichen Tag erreichte wie Fürstenherz. Bei den Beiden stand mir also alles frei, mit was ich beginnen wollte. Shavalou wollte ich in der Distanz ausbilden, da dies die einzige Klasse war, wo er noch keine Erfahrungen sammeln konnte. Sezuan, mein erstes Pferd auf meinem Hof, hatte bereits einige Turniererfolge sammeln können. Hier entschied ich, ihn im Galopprennen auszubilden. Bei den Stuten ging es erstmals für Grey Rose ins Training. Nachdem sie bereits zwei Siege ergattern konnte, ging es diesen Monat für sie in die Ausbildung. Grey Rose erhält im Oktober eine Ausbildung der Dressur zur Klasse A. Zu guter Letzt noch Golden Highlight, welche ich ebenfalls im Galopprennen fördern wollte. Wie man sah, ich hatte ganz schön was vor mir. Momentan aber auch genügend Zeit und Motivation dafür.
    Als mein Trainingsplan stand, ging es los. Ich startete das Training mit meiner Stute Grey Rose. Nachdem ich meine Stute geputzt und gesattelt hatte, ging es los mit dem Training. Ich saß auf und ritt raus auf den Platz. Das Wetter war heute traumhaft! Nachdem ich sie eine gute halbe Stunde ordentlich im Schritt aufgewärmt hatte, trabte und galoppierte dann später auch an. Rose war heute etwas stutig am Bein, aber davon ließ ich mich wenig beeindrucken. Nachdem sie einigermaßen locker war, saß ich im Trab aus und nahm sie im Genick etwas höher. Sie nörgelte anfangs etwas herum, weil es anstrengend für sie wurde, aber nach vielen Handwechseln, Volten und Übergängen bekam ich sie langsam auf meine Seite. Im Schritt probierte ich mich erstmals am Viereck verkleinern. Die erste Reaktion war ein simples Schweifschlagen, aber auch hier wurde sie von Mal zu Mal probieren durchlässiger und verstand langsam, was ich von ihr verlangte. Als ich zufrieden mit ihr war beendete ich die heutige Trainingseinheit und machte mit dem nächsten meiner Pferde weiter. Dies war Golden Highlight, die ich weiter im Rahmen der Stutbucheintragung ausbilden wollte. Die Palominostute wollte ich in der Renndisziplin ausbilden, nämlich von Klasse E zur Klasse A. Nachdem ich Grey Rose weggebracht hatte, holte ich Highlight aus ihrer Box, putzte und sattelte sie, bevor es für uns Beide raus ins Gelände ging. Dort stand zuerst das Ausdauertraining auf dem Plan, da Golden Highlight zugegebenermaßen nicht die allerbeste Kondition besaß. Dies war jedoch der Grundstein für ein ordentliches Rennen der Warmblüter. Die Wege, die wir im Trab und Galopp nichz bestreiten konnten, nahm ich natürlich im Schritt. Mein heutiges Ziel war eine leichte Steigung, die ich im Galopp nehmen wollte. Als wir diese erreichten, galoppierte ich meine Stute noch vor der Steigung an. Da war sie noch ziemlich übermotiviert, wie immer, wenn wir im Gelände galopipierten. Ihre Energie ließ aber rasch nach, als wir den Hügel hochgaloppierten. Ich versuchte, sie etwas über den Schmerzpunkt hinaus im Galopp zu halten, parierte aber frühzeitig durch. Ich merkte, dass wir noch einiges vor uns hatten und ritt am langen Zügel im Schritt zum Stall zurück. Denn dort warteten ja bereits die anderen Pferde auf mich. Nachdem Golden Highlight wieder zum Ausruhen in der Box war, holte ich Fürstenherz, genannt Herzi, aus seinem Stall. Ihn hatte ich erst wenige Tage und bin ihn noch nicht oft geritten, allerdings musste es auch für ihn weiter gehen. Daher machte ich den sensiblen Perlinohengst fertig für unser erstes richtiges Training. Mein Freund baute draußen einen Pacours auf, während ich mit Herzi Schritt ging. Praktisch, denn diesen konnte ich für Leviathan’s Levisto gleichermaßen nutzen, denn beide Hengste befanden sich auf dem exakt selben Ausbildungsstand. Fürstenherz hielt sich am Anfang noch etwas fest, als er um die Sprünge traben und galoppieren sollte, den er war in seinem Leben noch nicht allzu viel gearbeitet worden. Deswegen nahmen wir auch zuerst ein paar Trabstangen, die er schon kannte, bevor wir uns an die ersten kleinen Hüpfer machten. Auch hier merkte man seine anfängliche Unsicherheit, welche aber mit der Anzahl der Sprünge immer kleiner wurde. Wir nahmen erstmal Kreuze und Mini-Steilsprünge, bevor wir uns an Sprünge der Klasse E herantrauten. Schließlich sollte er keine Angst vor wachsender Höhe bekommen. Im gesamten Training verweigerte er zwei Mal, was aber nicht schlimm war. Da fehlte ihm noch Mut und Erfahrung am Sprung. Nachdem er nochmal fein gesprungen war, ließ ich es gut sein. Mein Freund hatte bereits Leviathan’s Levisto gesattelt und Schritt geführt, sodass ich einen nahtlosen Übergang von Pferd zu Pferd machen konnte. Levi war im gegensatz zu Herzi etwas selbstsicherer. Ihn ließen die vielen Sprünge und Stangen relativ unbeeindruckt. Auch, wenn er genauso wenig Erfahrung hatte wie Herzi. Auch bei Levi fang ich erst mit Trabstangen an, bevor wir uns ans Springen machten. Levi nahm alles völlig cool mit seinen sechs Jahren und dachte dabei immer mit. Ich war begeistert von seiner Arbeitseinstellung und ich malte mir schon aus, wie wir mal über Hindernisse der schweren Klasse fliegen würden. Beim ersten Kreuz zögerte er kurz, sprang aber. Ich wiederholte zuerst einige Male das Kreuz, bevor wir uns an die anderen Sprünge trauten. Er hatte total Spaß bei der Sache und machte seinen Job für seinen ersten Pacours fantastisch. Nach ihn spang ich heute nur auf E-Niveau, um ihn nicht zu überfordern. Ich lobte meinen Hengst und ließ ihn am langen Zügel Schritt gehen. Nun standen für heute noch zwei Pferde auf meinem Trainingsplan. Shavalou und Sezuan. Shavalou war der nächste und für ihn stand Distanztraining auf dem Plan. Auch hier befand sich mein Hengst auf dem Einsteigerniveau, welches wir dringend ändern wollten, da auch er eines Tages mal in die Zucht einsteigen sollte. Da er aber schon zu alt für die normale Körung war, musste das über Erfolge geschehen. Und die konnten wir am Besten über ein breites Ausbildungsspektrum sammeln. Also ging es los. Auch für Shavalou ging es – wie bei Golden Highlight – raus ins Gelände. Ein langer Ausritt stand auf dem Plan, um seine Ausdauer zu trainieren. Ich baute einige Trab und viele Galoppreprisen ein, natürlich alles in einem entspannten Tempo. Nach einiger Zeit war mein Hengst allerdings schon ziemlich erschöpft und geschwitzt, da es auch des Öfteren bergauf ging. Auch hier hatten wir in Sachen Kondition noch einiges vor uns. Im Stall zurück ging es ein letztes Mal ins Gelände, dieses Mal jedoch mit Sezuan, meinem KWPN-Hengst. Bei ihm hatte ich das Ziel, ihn im Rennen weiter auszubilden. Auch er stand am Anfang seiner Karriere. Nachdem auch er reitfertig gemacht war, ging es raus in die frische Luft. Ich wählte die selbe Galoppstrecke wir für Golden Highlight’s Training, jedoch war Sezuan zu meiner Überraschung um einiges ausdauernder als meine Stute. Bei ihm wird die Ausbildung nicht so lange dauern, soviel stand fest. Denn: schnell war er auch noch dazu. Abends fiel ich sehr müde ins Bett. Es war viel, aber ich wollte die Förderung meiner Pferde.
    In der ersten Woche wiederholte ich vieles aus dem allerersten Training meiner Pferde. Ich wollte sie nicht überfordern, deswegen nahm ich mir nicht zu viel auf einmal vor, sondern arbeitete mich Stück für Stück voran. Grey Rose wurde jeden Tag durchlässiger und war nicht mehr so ganz nörgelig. Da war ich mir sicher, dass das bald ganz Geschichte sein würde. Auch das Viereck verkleinern und vergrößern saß mittlerweile echt gut. Golden Highlight wurde viel ins Gelände geritten, genau wie Sezuan. Dabei entwickelte sich Sezuan schneller als die Stute, was aber nicht schlimm war. Fürstenherz gewann im Laufe der Woche immer mehr an Selbstsicherheit im Pacours und auch Levisto’s Leviathan setzte nochmal einen drauf, was seinen Mut betraf. Trotzdem blieb der Pacours die Woche auf dem untersten Niveau. Bei Shavalou merkte ich nicht allzuviel von einer Entwicklung, kann man aber in der ersten Woche auch nicht wirklich erwarten. Sein Futter wurde angepasst und ich war auf die nächsten Wochen gespannt.
    Woche zwei war interessant. Grey Rose machte eine unglaubliche Entwicklung und kam immer mehr aufs Hinterbein. Ich hatte mich inzwischen an die Verstärkungen im Trab und Galopp gemacht, was sie auch sehr gut umsetzte. Es dauerte nicht mehr lang, bis man sie definitiv in der Klasse A vorstellen konnte. Mit Golden Highlight und Sezuan bin ich in der Woche zwei Mal auf die Galopprennbahn gefahren, um mal auf einer Rennstrecke trainieren zu können. Ganz langsam merkte man das Ausdauertraining von Golden Highlight, während Sezuan schon beinahe die Idealzeit der Klasse A erreicht hatte. Bei der Stute würde das sicher noch zwei, drei Wochen dauern. Bei Sezuan könnte es sein, dass er in der nächsten Woche schon soweit war. Unsere zahlreichen Ausritte machten sich anscheinend bezahlt! Fürstenherz wurde immer selbstbewusster und mittlerweile sprang er sehr zuverlässig einen E-Pacours, sodass wir in der kommenden Woche sicherlich den Pacours höher ziehen konnten. Lecianthan’s Levisto dagegen war so Feuer und Flamme fürs Springen, dass wir uns schon auf einem guten A-Niveau befanden. Nur in der Kombination wurde er manchmal etwas unsicher, aber das dürfte auch bald Geschichte sein. Shavalous Futteroptimierung machte sich deutlich bemerkbar und er gewann zusehends an Kondition, welche für den Distanzsport unerlässlich war. Ganz sachte verlängerten wir unsere Ritte peu à peu, damit er weiter an Ausdauer und Kraft zulegte. Ich war gespannt auf Woche drei meiner Ausbildung.
    Mittlerweile waren Grey Rose’ Verstärkungen deutlich sichtbar und auch die Rückführung klappte immer besser. Ich konnte jegliche Lektionen der Klasse A abrufen, dazu gehörte Vierekc verkleinern oder vergrößern im Schritt, Tritte verlängern im Trab und Galopp und natürlich das etwas höher getragene Genick. Ich ritt zur Überprüfung des Ausbildungsstandes eine abschließende A-Dressur durch und war sehr zufrieden mit der Trakehnerstute. Ihre Ausbildung war fürs erste abgeschlossen. Nun konnte sie sich die nächsten Tage entspannen, bis es für sie nächsten Monat weiterging mit Festigung der gelernten Lektionen und Vorbereitung auf die Klasse L. Mit Golden Highlight und Sezuan war ich, wie letzte Woche auch, zwei Mal auf der Rennbahn. Ein dort angestellter Trainer unterstützte uns diese uns letzte Woche sehr gut, sodass auch Golden Highlight langsam sichtbare Fortschritte machte. Shavalou nahm das ganz gelassen, für ihn schien diese Aufgabe beinahe ein Klacks zu sein. Jede Runde rannte er eine vorbildliche Zeit, was auch den Trainer beeindrucke. Bei seiner letzten Runde nahm er nochmals die Zeit. Ich beugte mich während des Rennens dicht über seinen Hals und ließ ihn einfach unter mir galoppieren. Mittlerweile war diese Runde schon kein Problem mehr. Mit einer spitzen Zeit rannte er ins Ziel und auch der Trainer war beeindruckt. „Ja… Gratulation, eine spitzen Zeit! Da gibt es nichs mehr hinzuzufügen.“, meinte er nur, worauf ich sehr stolz war. Auch Sezuan hatte es geschafft und befand sich auf Klasse A des Galopprennens. Golden Highlight würde sicherloch noch ein paar Wochen brauchen, bis sie nachziehen würde. Bei Fürstenherz hatten wir uns mittlerweile an einen höheren Pacours getraut, kaum merklich hochgezogen. Aber mittlerweile hatte er wirklich Spaß dabei und seine anfängliche Unsicherheit war gänzlich verflogen. Er sprang jetzt schon fast auf einem soliden A-Nivau. Leviathan’s Levisto hingegen war schon durch mit der Ausbildung auf die nächsthöhere Klasse. Er hatte so viel Mut und Ehrgeiz entwickelt, dass ich dachte, er würde über Häuser mit mir springen. Egal welcher Unterbau, egal welche Sprünge aufgebaut waren: er sprang ausnahmslos alles. Immer mit dem Wille, alles richtig zu machen. Der abschließende A-Pacours war ein Witz für ihn. Fehlerfrei übersprang er die neun Sprünge, bestehend aus Steilsprüngen, Oxern und einer Kombination aus Steilsprung und Oxer. Es würde nicht lange dauern, bis ich ihn schon im L-Springen vorstellen konnte. Die Einstellung des Fuchshengstes war abnormal! Shavalou hat auch einen enormen Sprung in seinem Training gemacht. Er wurde immer ausdauernder und kraftvoller und schaffte schon locker eine Distanz von fünfunddreißig Kilometern. Jetzt brauchten wir nur noch zehn Kilometer zusätzlich, damit er sich auf der Klasse A befand. Unser Training ging also weiter. Viel ins Gelände, viel Trab und Galopp, ab und an mit Steigung. Ich war gespannt auf die nächste Woche.
    Grey Rose, Leviathan’s Levisto und Sezuan waren bereits durch mit der aktuellen Trainingseinheit. Golden Highlight war die Erste auf dem Plan. Wir hatten weiterhin viel an ihrer Kraft gearbeitet und fuhren heute zum abschließenden Training in die Rennarena. Ich war nervös, ob sich unser intensives Training auszahlen würde. Als der Startschuss fiel galoppierte meine Palominostute sehr ehrgeizig nach vorne. Ich schmiegte mich an ihren Hals und feuerte sie an. Wir bogen recht fix auf die Ziellinie ein, wo der Trainier bereits an der Reling stand und uns akribisch beobachtete. Wir durchritten die Lichtschranke mit einer schönen Zeit. Da abschließende Gespräch war zufriedenstellend, wir müssen zwar immernoch an unserer Schnelligkeit arbeiten, aber sie hatte es geschafft. Golden Highlight rennt ab heute nun auf der Klasse A mit. Ich war sehr stolz auf meine Stute, aber mussten natürlich weiter dranbleiben und uns stetig verbessern. Auch Fürstenherz hatte sich zur vorherigen Woche nochmal gesteigert. Wir sind wieder viel gesprungen und hatten an seiner Technik gearbeitet. Und wirklich, im Vergleich zu seiner Anfangszeit als Springpferd war keine Spur mehr zu sehen. Er war Mutig am Sprung geworden, machte sich auch schon selbst die Distanzen passend. Der Abschlusspacours war eine Leichtigkeit für ihn geworden. Fehlerfrei sprang er den ein Meter hohen Pacours mit Freude durch. Ich war begeistert von ihm! Ich war mir sicher, dass er mit wachsender Selbstsicherheit auch in anderen Sparten ein tolles Turnierpferd werden wird. Zu guter Letzt konnte ich auch zufrieden mit er Entwicklung von Shavalou sein. Kurzerhand entschloss ich, mich an die fünfundvierzig Kilometer lange Distanz zu trauen. Die Strecken vorher waren schon keine Herausforderung mehr für ihn, hatte mich aber noch nicht an längere Strecken getraut. Zu meiner Überraschung nahm er die lange Strecke aber mit ziemlicher Coolness. Und das auch in einer vorzeigbaren Zeit. Stolz wie Bolle berichtete ich meinem Freund von diesem Fortschritt. Auch er war nun zu guter Letzt auf A-Niveau angekommen. Nun konnte es mit allen Pferden weitergehen!


    Golden Highlight's Teilnahme an der SK 471
    Nachdem ich die Stutkrönung mit meinem ersten Pferd erfolgreich absolviert hatte, machte ich meine zweite Stute Golden Highlight fertig, um sie den Richtern der Woodland Ranch zu präsentieren. Nachdem ich mich mit der Kürbissuppe gestärkt und so gut es ging aufgewärmt hatte, befand ich mich wenig später im Sattel meiner Palominostute. Wieder forderte uns die gelangweilt wirkende Stimme auf in die Arena zu reiten. Ich atmete nochmal tief ein und aus, bevor ich losritt. Im Galopp ging es in die Reithalle der Woodland Ranch. Mit nach vorn gerichteten Ohren galoppierte Golden Highlight im absoluten Gleichmaß die ganze Bahn entlang. Nach einer Runde außenrum ritt ich auf die Mittellinie und hielt meine Stute vor den Richtern an, um sie nochmals freundlich zu grüßen. Anschließend trabte ich aus dem Halt heraus an und ging auf die ganze Bahn, wo ich direkt auf dem Zirkel ritt. Nach zwei Runden wechselte ich durch den Zirkel und trabte nochmal zwei Runden auf der anderen Hand, bevor ich ganze Bahn ging und zum Schritt durchparierte. Ich ließ dabei schön die Nickbewegung zu, um das Bestmögliche aus dem Mittelschritt rausholen zu können. Im Schritt ritt ich halbe Bahn und wechselte danach durch die ganze Bahn, damit ich auf der anderen Hand den Schritt auch nochmal zeigen konnte. Dann fehlte noch der Galopp. Golden Highlight sprang sehr sicher auf meine Galopphilfe an. Ich versammelte meine Stute etwas und galoppierte ganze Bahn entlang. Nach zwei Runden ging ich auf den Zirkel, um nach einer Zirkelrunde aus dem Zirkel zu wechseln, bei X mit fliegendem Galoppwechsel. Danach ging es nochmal zwei Runden auf den Zirkel, bevor ich erneut auf die Mittellinie abwendete. Bei G gab ich eine ganze Parade zum Halt und verabschiedete mich von den Richtern, die als Gegenzug die Hand hoben. Ich lobte meine goldene Stute und ritt am langen Zügel aus der Halle. Ich war auf das Ergebnis gespannt und freute mich auf einen weiteren Teller der leckeren Suppe. Hoffentlich war diese von den vielen, wartenden und fröstelnden Gästen noch nicht leergegessen.

    2060 Zeichen (c) Stelli | gezählt auf lettercount.com



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  4. AliciaFarina

    AliciaFarina #Tinkertier

    AliciaFarina's Teilnahme mit
    Riverdale

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    Von Give me everything tonight
    Von Da Vinci Aus der Lightning Sugar
    Von unbekannt Aus der unbekannt | Von unbekannt Aus der unbekannt


    Aus der RiverDance
    Von Giacomo Casanova Aus der Ima Banana Split
    Von Ramires Aus der Cassini's Girl | Von unbekannt Aus der unbekannt


    Exterieur
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    Stute
    01.01.2013

    (4 Jahre gealtert)
    Rasse: Hannoveraner
    Stockmaß:1,71cm
    Gewicht: ca 700kg
    Deckhaar: Dappeled Palomino
    Abzeichen: vorne links weißer Kronrand


    Interieur / Beschreibung
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    Verhalten in der Box:
    Verhalten auf der Weide:


    Charaktereigenschaften:

    Riverdale ist anpassungsfähig und spontan. Sie reagiert auf das, was vor ihr liegt mit richtigen,schnellen und effektiven Entscheidungen.
    Sie giftet andere Pferde an, wenn sie zu nah an ihr vorbeigehen.
    Sie liebt Wettbewerbe und kann es kaum erwarten, an einen neuen und aufregenden Ort zu fahren.

    Weide: Einzel Paddock(Eingewöhnung)
    Unterbringung: Paddockbox
    Einstreu: Stroh
    Futtersorte: Pavo Natures Best
    Fütterungszeiten: 08.00 Uhr, 13.00 Uhr 18.00 Uhr


    Besitzer: AliciaFarina
    VKR/Ersteller: sweetvelvetrose


    Qualifizierungen & Erfolge
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    Dressur E A L M S S* S** S***
    Western E A L M S S* S** S***

    Trail: LK5 LK4 LK3 LK 2 LK1
    Hunter under Saddle: LK5 LK4 LK3 LK 2 LK1
    Springen E A L M S S* S** S***
    Military E A L M S S* S** S***
    Galopprennen E A L M S S* S** S***
    Distanz E A L M S S* S** S***
    Fahren E A L M S S* S** S***
    Gangreiten
    E A L M S S* S** S***


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    2. Platz
    24. Syncronfahren mit Canyon

    2. Platz
    25. Syncronfahren mit Canyon

    2. Platz
    26. Syncronfahren mit Canyon

    2. Platz
    27. Syncronfahren mit Canyon

    2. Platz
    30. Syncronfahren mit Canyon

    2. Platz
    31. Syncronfahren mit Canyon


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    3. Platz
    28. Syncronfahren mit Canyon


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    3. Platz
    298. Syncronspringen mit Canyon


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    2. Platz
    417. Militaryturnier mit Mohikanerin


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    3. Platz
    415. Militaryturnier



    Ausbildung und Zuchtdaten
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    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔

    Fremde Umgebungen: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Platz/Halle: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Hufschmied: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Tierarzt: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Wasser: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Gelände: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Straßen: 6 5 4 3 2 1 ✪


    Stangenarbeit: 3 2 1
    Longenarbeit: 3 2 1 ✪
    Verladefromm:
    3 2 1 ✪
    Schrecktraining:
    3 2 1


    Bodenarbeit
    Treiben & Bremsen ✔ | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Anhalten (Kommando) ✔
    Abstand zum Pferd ✔ | Wenden & Handwechsel ✔ | Auf Komando kommen ✔

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Rückwärts-weichen ✔ | Liegen ✔ | Sitzen x | Stehen ✔
    Spanischer Schritt ✔ | Steigen x | Kompliment x

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Pferdepass

    Schleife
    HK/SK

    Gencode:
    Zur Zucht zugelassen:
    nein


    Nachkommen
    0/5
    -

    Gesundheitszustand
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt

    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt

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    Trainingsbericht für Baldintáta, Silfra, Trú fra Frelsi, Straight Alignment, Smokin Jackie Joe, Lettenhof's Nanuk, Gwyneth, Nienke van de Flierthoeve, Riverdale und Menetetty in Distanz E-A

    Heute fingen wir an Baldintáta, Silfra, Trú fra Frelsi, Straight Alignment, Smokin Jackie Joe, Lettenhof's Nanuk, Gwyneth, Nienke van de Flierthoeve, Riverdale und Menetetty für die kommende Saison zu trainieren. Das bedeutet, alle soweit zu bekommen, dass sie eine A Distanz laufen können und die Kondition über den Winter zu halten, sodass wir direkt im Frühjahr unsere ersten Distanzen gehen können.
    Meine Mitarbeiter und ich teilten uns die Pferde unter uns auf und trainierten immer in Gruppen. Ich nahm Nienke und Gwyneth, da ich die beiden vor der Kutsche Distanzen gehen lassen will. Die anderen Pferde wurden geritten. Wöchentlich steigerten wir die Distanzen und das Tempo, sodass wir nach fünf Wochen auf dem Stand für eine A-Distanz waren.
    Nun war es unsere Aufgabe die Kondition, über den Winter möglichst so hoch zu halten.

    1026 Zeichen by AliciaFarina

    Springlehrgang - E auf L

    Es war noch früh am Samstag, als ich bereits, zusammen mit Matthew, in der großen Halle des Gestütes zu Gange war. Dieses Wochenende stand auf Townsend Acres der zweite Springlehrgang unseres WHT Ausbildungsbetriebs an. Leicht hatten es unsere Gäste mit der Anfahrt nicht gehabt, denn trotz der Tatsache, dass der Lehrgang auf Ende März verlagert worden war, lag in Kanada immer noch Schnee. So beschwerte ich mich auch nicht, als ich Stangen und Hindernisständer trug, immerhin wurde einem so zur Genüge warm.
    Matthew und ich bauten soeben den Parcours für die heutigen Einzelstunden auf. Es war eine recht simpel gestrickte Abfolge, die für jedes Paar machbar war, so dass ich die Pferde und Reiter in Ruhe kennenlernen konnte. Außerdem ließen wir auch einen Zirkel frei, beziehungsweise bauten wir auf diesem nur Trabstangen und Cavaletti auf.
    Fünf Teilnehmer hatte ich dieses Mal im Lehrgang. Gegen zehn Uhr würde das erste Paar die Halle betreten und danach ging es im Stundentakt so weiter. Aufgrund der Entfernungen waren einige Teilnehmer bereits gestern angereist, um ihren Pferden eine kleine Verschnaufpause zu gönnen. So konnte heute alles entspannt von Statten gehen.

    Eine Viertelstunde bevor unsere Einheit begann, kam die junge Grace Perkins mit ihren Haflingerhengst Andvari in die Halle, um ihn in Ruhe warmzureiten. Andvari war inzwischen fünf Jahre und mir nur allzu gut bekannt, denn er stammte aus meinem Stall. Vor gut einem Jahr hatte ich ihn dann an Graces Mutter verkauft und es war eine Freude, den hübschen Kerl heute hier wiederzutreffen.
    Er hatte sich auch sichtlich gemacht und war seit letztem Jahr nun unter dem Sattel. Hier bei uns wollten Andvari und seine Reiterin mehr Erfahrung im Springen sammeln. An seinem Charakter hatte sich bei dem Haflinger nichts geändert, er war so vorbildlich und motiviert wie eh und je. Außerdem hatte er eine sehr gute Grundausbildung genossen und lief einwandfrei in allen drei Gangarten unter Grace.
    Nachdem beide sich aufgewärmt hatten, nahm ich sie in Empfang und wir besprachen kurz ihre Wünsche und eventuelle Ideen. Dann begann ich die Stunde für die beiden, indem wir im Schritt ein paar Mal auf jeder Hand über Stangen ritten. Das nahm sowohl Pferd als auch Reiter die Aufregung und so lief es dann im Trab auch einwandfrei.
    Locker schwang Andvari im Rücken, während er über die Trabstangen lief. Dabei stets darauf bedacht, auch schön die Beine zu heben. Auch Grace war sehr konzentriert und versuchte, keinerlei Fehler zu machen. Nach ein paar Mal wurden die beiden dann immer lockerer und wir konnten auch Cavaletti mit hinzunehmen.
    Zu Beginn wollte ich die beiden erst einmal in Ruhe auf der Zirkellinie über die Cavaletti galoppieren lassen. Grace sollte darauf achten, das Cavaletti möglichst gut in ihren Zirkel einzubauen ohne dabei den Fluss von Andvaris Galopp zu stören. Das brauchte ein paar Runden, doch dann bekam sie das Gefühl dafür und auch das Gefühl für das Zählen der Galoppsprünge.
    Ich gönnte den beiden eine Verschnaufpause und baute währenddessen eine neue Übung auf. Hierbei ging es darum, fließende Übergänge zu reiten, trotz Stangen. So lagen bei A drei Trabstangen und gegenüber auf Höhe von X ein Cavaletti. Nach den Trabstangen sollte Grace angaloppieren, das Cavaletti überqueren und dann wieder zum Trab durchparieren.
    Die Übung forderte von beiden sehr viel Konzentration, weshalb wir sie auf jeder Hand nur dreimal absolvierten. Zumal waren die beiden wirkliche Vorbildsschüler und es klappte spätestens beim zweiten Mal wirklich einwandfrei. Andvari stand immer schön an den Hilfen und hörte Grace zu, so dass sie keine Probleme in der Kommunikation hatten.
    Abschließend für die heutige Einheit arbeiteten wir an einem Kreuz mit zwei Trabstangen davor. Das sollte Andvari helfen, den Abstand besser einschätzen zu können und auch Takt und Ruhe während des Sprungs in das Pferd zu bringen. Grace verfügte selbst über einen sehr guten Sitz und gab auch immer im richtigen Moment nach, so dass wir daran sehr wenig arbeiten mussten.
    Der erste Versuch war etwas holprig, denn Andvari war doch überrascht, aber ab dem zweiten legte sich das und da die beiden sich schon wirklich gut machten, nahm ich abschließend die Trabstangen weg und ließ die beiden im Galopp das Kreuz überqueren.
    Das auf beiden Händen und stets darauf bedacht, ein möglichst gleichmäßiges und ruhiges Tempo an den Tag zu legen, sowohl im Trab als auch im Galopp. Ein Springpferd musste zu jeder Zeit kontrollierbar sein. Aber bei Andvari und Grace machte ich mir da keine Sorgen. Die beiden waren äußerst motiviert bei der Sache und obwohl sie am Ende ihrer Kräfte zu sein schienen, als die Stunde vorbei war, wirkten sie doch enttäuscht.
    Grace ritt Andvari in Ruhe ab und die nächste Teilnehmerin hatte sich auch schon bereits in die Halle begeben, um ihr Pferd warmzureiten und stand somit direkt wieder bereit. Sarah Meyer war mit ihrer fünfjährigen Hannoveranerstute Riverdale angereist. Die beiden bildeten auch ein sehr interessantes Team, denn Riverdale war aufgrund ihres Alters noch ein Frischling in Bezug aufs Springen, während Sarah sehr erfahren war und für ihr Leben gerne sprang. Jedoch schien Riverdale eine sehr brave und fleißige Stute zu sein, so dass wir wohl eher weniger Probleme haben würden.
    Auch mit den beiden begann ich bei Trabstangen und Cavaletti, um zu schauen, wie es um Riverdales Takt und Balance stand. Tatsächlich war sie da auch schon sehr fit und so nahmen wir die Übung hinzu, bei der das Cavaletti in den Galopp mit eingebaut werden sollte.
    Bei Sarah und Riverdale merkte man sofort, dass Sarah bereits eine eingefleischte Springerin war und genau wusste, wann sie Riverdale Impulse geben musste, um sie so zu beeinflussen, dass die Stute im Takt blieb, das Tempo hielt und das Cavaletti beachtete.
    Da Riverdale ihrer Reiterin auch gefallen wollte, war sie sehr aufmerksam und versuchte immer ihr Bestes zu geben. Deshalb achtete ich auch darauf, der Stute immer genügend Pausen zu geben, denn Riverdale neigte sicherlich dazu, sich zu überarbeiten.
    Da die Übungen bei beiden super klappten, gingen wir zum Kreuz über. Aufgrund von Sarahs Sicherheit ließen wir die Stangen davor direkt weg und nahmen das Kreuz aus dem Galopp. Riverdale war zu Beginn unsicher, besonders beim Absprung, doch Sarahs Ruhe und Souveränität gaben der Stute Sicherheit und so sprang sie.
    Nachdem der Sprung gut klappte, nahmen wir auch noch einen weiteren dazu und auch das lief wirklich gut. Ich wagte es dann sogar, die beiden einen kleinen und einfachen Parcours springen zu lassen. Die Höhe war mehr auf Cavalettis ausgelegt und die Wege zwischen den Hindernissen waren auch immer lang und gerade, so dass Riverdale sich voll auf das Springen konzentrieren konnte.
    Das machten die beiden auch wirklich wunderbar, so dass wir die Einheit danach beendeten. Riverdale war den Parcours souverän gesprungen, danach aber auch sichtlich fertig.
    Hier und da hatte ich Sarah Tipps geben können, um der jungen Stute die Hilfen besser zu erklären, aber generell waren sie wirklich ein gutes Team. Ich freute mich schon auf die morgige Stunde mit den beiden.
    Bei dem dritten Paar wurde es bunt, denn nun betraten Ylvie Seidel und Fylgia die Halle. Bei der Stute handelte es sich um einen zwölfjährigen Lewitzer, der sich in schicker schwarzgescheckter Jacke zeigte. Fylgia war ein vorbildliches Pferd: Arbeitswillig und umgänglich, ebenso wie stets unerschrocken.
    Aber sowohl sie, als auch Ylvie, hatten eher weniger Erfahrung im Springen. Besonders Sorge machten Ylvie wohl höhere Sprünge, wo sie dann doch Muffensausen bekam und Fylgia daraufhin gerne verweigerte, weil sie natürlich die Ängste ihrer Reiterin mitbekam.
    So begannen wir heute bei den beiden auch erst einmal mit Trabstangen und Cavaletti. Dabei ging es auch viel um den leichten Sitz. Manchmal verlagerte Ylvie ihren Schwerpunkt zu weit nach vorne und so übten wir es vorerst in Ruhe auf dem Zirkel im Galopp.
    Als das dann saß und auch Trabstangen und Cavaletti kein Problem für Pferd und Reiter waren, nahmen wir das Kreuz mit den Trabstangen davor hinzu. Bei der Höhe war sich Ylvie sicher und motivierte Fylgia auch zielstrebig zum Sprung. Das funktionierte auch einwandfrei, auch wenn die beiden sich erst etwas finden mussten, aber das war vollkommen in Ordnung.
    Spätestens nach dem dritten Mal nahmen sie den Sprung wirklich im Fluss und ohne Probleme. Also nahm ich die Trabstangen weg und ließ Ylvie direkt im Galopp anreiten. Wir achteten besonders auf ein ruhiges Tempo, denn Fylgia neigte dazu, doch stark vor dem Sprung anzuziehen. Gerade bei der Höhe aber war das nicht von Nöten und im Parcours war ein gleichmäßiges Tempo auch immer ratsamer.
    „Nehme sie etwas zurück, setze dich tiefer rein und dann gib nach“, rief ich und der Sprung ging wirklich gut. Ylvie hatte ein gutes Gefühl für ihre Stute und man merkte, dass die beiden doch schon ein recht gut eingespieltes Team waren. So merkte Ylvie schon früh, wenn Fylgia doch mal überlegte zu zögern oder schneller zu werden und konnte so direkt einwirken.
    Am Ende der heutigen Einheit sprangen wir dann einen leichten Parcours mit sechs Hindernissen. Das erste Mal hatten beide ein paar Koordinationsschwierigkeiten, aber nachdem sie den Parcours dann kannten, ging der zweite Durchlauf fließend von der Hand. Mit dem schönen Ergebnis entließ ich die beiden auch erst einmal.
    Soeben galoppierte Katharina Karenin ihren Hannoveranerhengst Ironic warm. Der Hübsche war sieben Jahre und die beiden kamen aus England von einem renommierten Zucht- und Sportgestüt. Die beiden wünschten sich eine klare Fokussierung auf den Sitz der Reiterin und die Manier des Pferdes.
    Beide waren schon mehr als erfahren, so dass ich den Parcours leicht umbaute und auf L-Niveau erhöhte. Das sprangen die beiden schon sehr sicher, hatten auch schon zur Genüge Turniererfahrung, aber es fehlte eben manchmal doch noch am Stil.
    Aus diesem Grund bat ich Katharina, den Parcours nach kurzer Absprache einfach mal zu springen, so dass ich schauen konnte, wo eventuelle Probleme lagen. Jede Stange blieb oben, die meisten Distanzen passten auch, nur bei der engen Wendung kamen die beiden kurz ins Schlingern, doch Ironic rettete die Situation mit einem etwas ausgreifenderen Sprung.
    Was jedoch auffiel: Die beiden wurden von Sprung zu Sprung schneller und unkoordinierter. Begann der Parcours mit einem ruhigen und gleichmäßigen Galopp, wurden die Galoppsprünge von Distanz zu Distanz länger und Ironic immer fixer. Dementsprechende Probleme bekam er dann in den engen Wendungen, die für so einen Galoppsprung natürlich nicht ausgelegt waren.
    Ich erklärte Katharina die Lage und sie nickte zustimmend. Die beiden gingen auch gerne Zeitspringen und es war immer schwer, da das Gleichgewicht zu halten. Besonders, wenn man so ein arbeitswilliges Pferd wie Ironic hatte, der da sehr enthusiastisch an die Sache heranging, wiederum aber auch schnell überfordert war und dann nicht mehr zuhören wollte.
    Also gingen wir zurück auf den Zirkel, wo noch die Trabstangen und Cavaletti lagen. Mit den beiden machte ich die Trab-Galopp-Übung und man sah dass Ironic für das Cavaletti gut Schwung nahm und danach erst einmal gezügelt werden musste, damit man überhaupt kurz vor den Trabstangen zum Trab kam.
    Er war mit seinen 169 cm Stockmaß und der Muskelmasse auch kein schmales oder kleines Pferd. Dementsprechend hatte Katharina auch zu tun, den Riesen schön versammelt und rund zu bekommen, damit ihre Hilfen auch immer da ankamen, wo sie sollten.
    Also gingen wir den Zirkel und alle Stangen erstmal im Trab. Dabei gab ich Katharina stattdessen die Aufgabe, nach dem Cavaletti Ironic nach außen zu stellen und vor den Trabstangen wieder gewohnt nach innen. Das Gleiche auch nach den Trabstangen.
    Was Konzentration und Aufmerksamkeit betraf, war diese Aufgabe der anderen sehr ähnlich, doch für Pferd und Reiter viel machbarer. Nachdem das funktionierte, erklärte ich der Reiterin die nächste Übung: Im Trab über die Trabstangen, dann angaloppieren, das Cavaletti nehmen und über dem Cavaletti aber den Galopp wechseln und aus dem Zirkel wechseln und zum Trab durchparieren, lange Seite lang und wieder über die Trabstangen.
    So hatte Katharina gegebenenfalls mehr Spielraum, um Ironic zu parieren und zur Ruhe zu bringen. Außerdem fühlte er sich dadurch nicht so gestresst und reagierte nicht abweisend auf die Übung. Auf diesem Weg klappte es auch immer besser und am Ende dieser Stunde konnte Katharina dann auch problemlos die eigentliche Übung reiten. Inzwischen fuhr Ironics Puls bei der Sicht von Stangen nicht mehr hoch und er ließ sich sofort auf Wunsch der Reiterin vom Trab in den Galopp oder andersherum wechseln.
    Abschließend gab ich Katharina im Stand noch einige Tipps zu ihrem Sitz. Zum Beispiel war eine leicht nach oben wirkende Zügelhilfe zum Regulieren sinnvoller als eine nach hinten wirkende. Im Stand reagierte Ironic auch sofort mit einem Nachgeben im Genick und leichtem Kauen.
    Auch konnte sie ihn gut versammeln, indem sie kurz die Knie und Oberschenkel schloss, um ihr Becken festzustellen und so den fließenden Rhythmus von Ironic unterbrach und ihn innerhalb der Gangart mehr zusammen bekam.
    Das übten wir auch zuletzt noch auf einem freien Zirkel, ehe ich auch das Paar in seinen verdienten Feierabend schickte. Morgen würden wir uns dann der Umsetzung des Gelernten im Parcours widmen. Der heutige Tag neigte sich auch allmählich dem Ende und so stand bereits die letzte Teilnehmerin vor mir.
    Es war ein bekanntes Gesicht, denn Octavia Blake (und ab und an auch ihr Bruder Bellamy) war ein gerngesehener Gast auf Townsend Acres. Heute war sie mit ihrer achtjährigen Holsteinerstute Raspberry zugegen. Octavia hatte sich auf ihrem eigenen Hof auf die Zucht von guten Sport- und insbesondere Militarypferden fokussiert und Raspberry gehörte zu den Kandidaten.
    Allerdings fühlte Octavia sich immer noch vollkommen am Anfang mit ihrem Wissen und wollte unseren Lehrgang zu gerne dafür nutzen, um neues Input für sich und auch für die Stute zu bekommen. Dafür war Raspberry das ideale Lehrpferd, denn sie war brav, unerschrocken und verzieh viele Fehler, so dass sie nicht unleidlich wurde.
    Ich hatte den Parcours bereits wieder auf ein solides E-Niveau umgebaut und bat Octavia, die sieben Sprünge einfach mal locker zu nehmen. Ich wollte sehen, wo die Stärken und wo die Schwächen der beiden lagen.
    Generell zeigten sie einen guten Durchlauf. Eine Stange war gefallen aufgrund einer falschen Distanz und ab und an zögerte Raspberry vor den Sprüngen, da auch Octavia sich nie so sicher zu sein schien. Wir machten zu Beginn also einige Sitzübungen, um Octavia im Becken zu lockern, denn trotz des leichten Sitzes im Parcours, musste sie mit dem Pferd mitschwingen können und durfte sich nicht versteifen.
    Außerdem nahmen wir die Trabstangen und Cavaletti hinzu und übten über diesen, den leichten Sitz, aber auch das kurze und tiefe Einsitzen vor dem Sprung, um Raspberry notfalls die richtige Motivation für den Sprung zu geben.
    Octavia machte auch noch sehr viel mit ihren Händen, weshalb wir auch daran noch arbeiteten. Da das aber letztendlich auch im Parcours klappen musste, nahmen wir zum Üben schon bald eine Kombination aus zwei einfachen Kreuzen mit hinzu.
    Dort übten wir auch direkt den richtigen Abstand. „Es ist wichtig, dass du immer ein ruhiges und gleichmäßiges Tempo hast. Im Parcours kannst du nicht vor jedem Sprung überlegen, wie viele Galoppsprünge du jetzt in diesem Tempo brauchst, sondern da ist es gut, wenn man durchweg ein einheitliches beibehält.“
    Das erarbeiteten wir mit einem einzelnen Sprung und dem sauberen Galoppieren davor und danach, ohne schneller oder langsamer werden. Die beiden machten auch wunderbar mit und am Ende sah die Manier von Pferd und Reiter wirklich schon gut aus.
    Dementsprechend beendete ich das Training für heute auch. Die Stunde war zum einen rum und zum anderen waren die beiden auch sichtlich müde. „Dann sehen wir uns morgen wieder!“, meinte ich lächelnd und ließ Octavia samt Pferd aus der Halle. Ich würde jetzt direkt noch den Parcours für morgen umbauen, denn da würde es bereits acht Uhr morgens losgehen, da nach den Einzelstunden auch noch Gespräche mit den Teilnehmern anstehen würden.

    Heute wiederholte sich der Ablauf der Paare von gestern, so dass ich mich früh am Morgen mit Grace und ihrem Haflinger in der Halle traf. Die beiden wirkten gut ausgeschlafen und höchst motiviert. Grace hatte Andvari bereits aufgewärmt und war nun mehr als startklar. Fröhlich grinste sie mich an.
    Nachdem wir gestern die Grundlagen erarbeitet hatten, konnten wir nun mit dem eigentlichen Teil weitermachen: Dem Springen. Für die beiden hatte ich bereits einen kleinen Parcours aufgebaut, der pro forma jede standardmäßige Art von Sprung beinhaltete. Wir hatten ein simples Kreuz, einen einfachen In-Out-Sprung, einen Oxer und einen Steil.
    Wenn die beiden sich besonders gut machten, hatte ich auch noch die Möglichkeit, eine einfache Dreier-Kombination zu integrieren. Aber vorerst wollten wir es nicht übertreiben. Wir lockerten Andvari wieder mit Trabstangen und Cavaletti, sowohl im Trab als auch im Galopp und nahmen uns dann zuerst eine Reihe aus drei Hindernissen vor.
    Die beiden zeigten sich sehr souverän und gut vorbereitet. „Habt ihr nachts heimlich trainiert?“, fragte ich lachend und auch Grace musste grinsen. Sie war sehr stolz, dass sich die Mühe, die sie in Andvaris Ausbildung steckte, lohnte. Am Ende der Stunde konnten wir den gesamten Parcours im Fluss nehmen.
    Grace war voll konzentriert bei der Sache und auch Andvari gab sich sichtlich Mühe, hatte aber definitiv seinen Spaß. Am Ende nahmen wir einzeln nochmal die Dreier-Kombination, damit die beiden so etwas auch schon einmal gesprungen waren. Und es klappte direkt zu Beginn wirklich gut.
    Ich bedankte mich bei den beiden für die schöne Stunde und ließ sie aus der Halle. Sarah und Riverdale standen auch schon in den Startlöchern und waren bereit für ihre zweite Stunde. Die beiden waren bereits gestern einen Parcours gesprungen, deshalb wollten wir uns heute mehr auf Höhe und Technik fokussieren.
    Die Höhe ging schon Richtung A-Niveau und forderte Riverdale bereits mehr. Jetzt musste der Absprung wirklich sitzen. Doch mit Sarah im Sattel machte ich mir da kaum Sorgen. Sie hatte ein gutes Augenmaß für die Abstände und half Riverdale im Notfall aus. Es machte also immer wieder Sinn, erfahrene Reiter auf junge Pferde zu setzen.
    Nachdem die beiden sich ausgiebig aufgewärmt hatten, sprangen wir den Parcours zum ersten Mal ganz ruhig und mit einigen Pausen durch, damit ich direkt nach den Sprüngen ein Feedback geben konnte, ob alles gepasst hatte oder wir den lieber noch einmal angehen sollten.
    Sechs Sprünge waren es und nachdem die beiden es einmal geschafft hatten, wurde der nächste Durchlauf im Fluss genommen. Riverdale sprang immer sicherer und schien Gefallen an ihrer Aufgabe gefunden zu haben. Sarah hatte sowieso ihren Spaß am Springen und sah in Riverdale schon ein tolles Springpferd.
    Der Parcours lief ohne Probleme und dementsprechend baute ich ihn noch etwas um, so dass der Fokus nun auf den Handwechseln im Parcours lag. Sarah sah sofort die Schnittstellen und konnte Riverdale meist schon über dem Sprung umstellen, so dass die Stute direkt im richtigen Galopp landete.
    Ein wenig Übung brauchte das, aber letztendlich machten die beiden eine wirklich gute Figur. „Lass sie am besten immer etwas lockerer vorne. Noch hat sie von alleine ein sehr ruhiges Tempo, das wollen wir ja gerne behalten. Wenn man so oft gegenhält, dann kommt sie irgendwann doch eher zum anziehen“, warnte ich Sarah.
    Riverdale mit ihren fünf Jahren hatte noch nicht den Zug, den manch anderes erfahrenes Springpferd im Parcours hatte. Es war aber gut, sich diese Ruhe von Anfang an zu bewahren und den Zügel möglichst locker zu lassen, wenn er nicht von Nöten war. Umso besser wäre Riverdale dann auch in den höheren Klassen zu regulieren.
    Ich bedankte mich auch bei den beiden für die gute Stunde und entließ sie dann in ihren Feierabend. In der Halle wärmte bereits Ylvie ihre Scheckstute auf und ließ mir eine kurze Verschnaufpause für etwas zu trinken und den Umbau des Parcours.
    Gestern waren die beiden bereits einen gesprungen und hatten sich als schönes Team gezeigt. So dass ich heute die Höhe etwas anzog und den Parcours auch anspruchsvoller gestaltete. Durch ihre kompakte Größe war Fylgia auch sehr wendig und hatte wenig Probleme mit engen Kurven und schnellen Handwechseln.
    Die machte die Stute mit Leichtigkeit und Ylvie störte sie auch nicht dabei. Heute kamen wir schon etwas in Richtung A-Höhe und das merkte man Ylvie auch an. Als sie den Parcours sah, schluckte sie etwas. Ich lächelte sie beruhigend an. „Ihr seid bereits gestern so super gesprungen, das wird heute auch gut. Vertrau Fylgia!“
    Wir gingen erst ein paar niedriger Kreuze und wechselten dann zum Parcours. Ylvie war sichtlich aufgeregt und das übertrug sich auf die Stute. Doch kurz vor dem Sprung motivierte ich sie, gab ihr Anweisungen und als sie sich auf mich konzentrierte und versuchte, dass umzusetzen, vergaß sie die Sorge vor der Höhe und trotz Zögern sprang Fylgia.
    Ylvie lächelte begeistert und war glücklich, dass ihre Stute gesprungen war. „Und? Wars schlimm?“, fragte ich lachend und Ylvie schüttelte grinsend den Kopf. Stattdessen hatte sie jetzt Blut geleckt und war vollkommen bei der Sache. Nun konnten wir auch den neuen Parcours angehen. Auch bei den beiden gingen wir erst jedes Hindernis einzeln durch, bevor wir den Parcours wirklich als Parcours sprangen.
    Nachdem Ylvie bereits jedes Hindernis einzeln hatte kennenlernen dürfen, hatte sie auch keine Ängste mehr und so sprangen die beiden wirklich einwandfrei den Parcours. Einmal passte der Abstand nicht und die Stange fiel, aber das waren Kleinigkeiten, die auch mit der Übung dann kamen.
    Sowohl Pferd als auch Reiter mussten erstmal ein Auge für die Abstände entwickeln. Manchmal unterschätzte oder überschätzte man die Längen, besonders, wenn man es vorher von unten abgegangen war und dann auf dem Pferd saß.
    „Das wird noch. Das kommt wirklich nur durch Übung“, beruhigte ich Ylvie lächelnd. Wir gingen für heute noch ein letztes Mal den Parcours und dann waren die beiden fertig und auch sichtlich zufrieden. Ich lobte beide noch einmal und entließ sie dann aus der Halle.
    Heute ging es hintereinanderweg und so hatte ich nun bereits schon Katharina mit Ironic in der Halle und die beiden wärmten sich fleißig auf. Für die beiden musste ich den Parcours höhentechnisch anpassen, wobei ich noch ein Stück unter Ironics eigentlichen Niveau ließ, denn wir wollten uns ja vorerst auf die Technik der beiden fokussieren und da war weder Höhe noch Tempo entscheidend.
    In einem kurzen Gespräch wiederholte ich mit Katharina unser gestriges Training und gab ihr noch einmal die Hinweise, die wir schon besprochen hatten. Auffrischen war immer gut und so wusste sie direkt, was sie heute am besten beachten musste, wenn es mit Ironic ans Springen ging.
    Dass der Parcours nicht so hoch wie möglich war, nahm ihr auch den Druck und so konzentrierte sie sich voll auf Ironic und auf ein ruhiges Grundtempo. Er sollte jederzeit bei ihr bleiben und sobald sie das Gefühl hatte, er tat es nicht, sollte sie auf mein Geheiß eine Volte einbauen, um ihn wieder zu sich zu holen.
    Es war eine wahre Freude den beiden zuzuschauen und manchmal vergaß ich beinahe, überhaupt noch was zu sagen, wenn ich die beiden beobachtete. Katharina wusste ziemlich genau, was sie wann machen musste und brauchte nur ab und an die Impulse und Ideen.
    Ironic war heute auch so frisch wie eh und je, aber auch konzentriert. Er hörte erstaunlich gut auf Katharina und wir beide schoben es auf den beliebten Vorführeffekt. Heute achteten wir auch vermehrt auf die korrekten Handwechsel, die bestenfalls direkt über dem Sprung gelingen sollten.
    Ironic hatte damit auch eher weniger Probleme, genauso wie Katharina. Also fokussierten wir uns zum Abschluss noch auf die engen Wendungen. Ich erinnerte Katharina wieder an unsere gestrigen Übungen zur Versammlung.
    Damit Ironic um die Kurve kam, musste er sich auf seine Hinterhand setzen und ein bisschen versammeln. Kam er ihr zu stark, sollte sie eine Volte einlegen und Ruhe in das Pferd bringen. Am Anfang hatten die beiden auch zu tun, aber nach dem dritten Durchgang wurde Ironic in der Wendung ruhiger und kam viel besser zum Sprung.
    Er merkte es auch selber und wir wiederholten es noch zweimal, ehe wir für heute auch Schluss machen. Nebenher war das ja auch immer arg anstrengend fürs Pferd, dementsprechend lobten wir den jungen Hengst ausgiebig und Katharina bedankte sich für die schöne Stunde.
    Wir würden uns heute Abend noch einmal für das Einzelgespräch sehen. Für Katharina ging es nun erst einmal zur Familie, denn ihren Besuch bei uns kombinierte sie mit einem Besuch bei ihrem Bruder. Ideal, denn so hatte sie eine super Beschäftigung für den Rest des Tages.
    Für mich stand das letzte Paar an: Octavia und Raspberry. Heute begannen wir direkt mit ein paar Sitzübungen für Octavia, um sie im Becken zu lockern und auch den Sitz noch ein wenig aufrechter zu bekommen, besonders im leichten Sitz knickte sie doch schnell mal ein. Das war aber gar nicht schlimm, denn Meister waren noch nie vom Himmel gefallen.
    „Das kommt mit der Übung, das ist einfach so“, beruhigte ich sie. Octavia war noch weit am Anfang und dafür machte sie sich wirklich schon verdammt gut. Es gab auch viel Lob, besonders als wir den Parcours sprangen. Das sah schon ganz anders aus als gestern und Raspberry machte sowieso eine gute Figur.
    Octavia war wesentlich sicherer geworden und fing an, Spaß an der Sache zu haben. Nun war nicht mehr nur Anspannung in ihrem Gesicht zu sehen, sondern sie lächelte auch mal. „Super!“, lobte ich die beiden nach einem einwandfreien Durchlauf und gönnte ihnen eine kurze Pause, während ich den Parcours noch einmal etwas umstellte.
    Diesmal fand sich dort eine Dreier-Kombination, eine etwas knifflige Wendung einige Handwechsel. Wir gingen die Hindernisse erst im Schritt einzeln durch, dann sprangen die beiden jedes einzeln und dann nahmen sie alles als Parcours.
    Durch die Vorbereitung kannten Pferd und Reiter bereits die Sprünge und den Ablauf, so dass der Parcours im Ganzen dann recht sicher war. Wir sprangen ihn zweimal und das zweite Mal verlief dann wirklich schon sehr vorbildlich. Ich lobte die beiden und entließ sie dann in ihren wohlverdienten Feierabend.
    Während Octavia ihre Stute noch abritt, baute ich bereits den Parcours ab und machte mich dann auf den Weg ins Reiterstübchen. Dort standen bei Kaffee und Kuchen nun noch die Abschlussgespräche an. Für jedes Reiterpaar hatte ich einen kleinen Bogen mit Tipps und Übungen für zu Hause vorbereitet.
    Außerdem sollten noch einmal Fragen gestellt und beantwortet werden und gerne durften auch Wünsche und Ideen geäußert werden. Oftmals fiel einem nach dem Lehrgang auch noch viel ein. Zudem konnten sie mich auch jederzeit per Mail kontaktieren, wenn sich doch noch später Fragen ergaben.
    Und dann würde es letztendlich für alle Teilnehmer wieder auf die Heimreise angehen. Ich wünschte ihnen sehr, dass bald der Frühling einkehren möge und sie ihr gewonnenes Wissen dann vielleicht auch in der Turniersaison umsetzen könnten. Aber somit brachten wir heute den zweiten Springlehrgang erfolgreich hinter uns.

    27.456 Zeichen by Gwen

    Stutkrönungen. Eine Sache für sich, aber definitiv immer etwas sehr spannendes und sehenswertes in meinen Augen. Aus diesem Grund hatte ich auch die letzten Tage meinem Freund so lange die Ohren voll geheult bis er mich hundert Kilometer quair durchs Land chauffierte um mal wieder bei einer dabei zu sein.
    Schon am Abreiteplatz fiel uns eine Palominostute mit einem ganz besonders hübschen Haarkleid auf. Als sie dann aufgerufen wurde legte sie erstmal ausgiebig die Ohren an, als ihr das Pferd vor ihr durch den Hallenein- und Ausgang entgegen kam. Ich musste schmunzeln, noch während die Dame, die sie vorstellte sie bei X aufstellte und die Richter grüßte.
    Nachdem diese den Gruß erwiderten führte die Frau die wunderschöne Stute im Schritt einmal ganze Bahn, außen rum, auf der linken Hand vor. Während der Kommentator einige Eckdaten zu ,,Riverdale'' durchsagte wechselte sie mit der Stute durch die ganze Bahn und stellte ihren Schritt nochmals auf der anderen Hand vor. Diese schritt dabei sehr elegant neben her; entspannt aber auch sehr aufmerksam der Person gegenüber, die sie führte und anwies. Sie musste wirklich eine gute Figur unterm Sattel machen, denn allein schon diese doch oft unterschätzte Gangart war bei ihr überaus vielversprechend.
    Anschließend wurde Riverdales Trab präsentiert. Dabei lief die Dame recht rasch los, die Stute sprang sofort an und legte los. Um dennoch alles an Potential raus zu holen verfolgte ein junger Mann das Paar; in seiner Hand eine Art umfunktionierte Peitsche mit Plüschstaubwedel. Und siehe da es klappte: Die junge Stute hob den Kopf ganz aufgeregt hoch und ihre Beinchen folgten. Dennoch war es kein unnützes Strampeln, lediglich mit der Vorhand, wie man es bedauerlicherweise so oft sah. Die Hinterhand ging definitiv sehr fleißig mit, weswegen der Palomino nun quasi durch die Halle schwebte.
    Nachdem wir dies auf beiden Händen geboten bekamen kam das Paar aus der Mitte. Kurz vorm Richtertisch wendete die Dame und blieb dann vorm Richtertisch mit ihr stehen. Die Richter machten sich dabei Notizen zum Exterieur, ehe die beiden sich wieder in Bewegung setzten. Da der Hannoveraner auch eine springbetonte Seite hatte sahen wir nun noch den Freisprung-Teil. Dabei wurde die Absperrung auf der einen Seite der Halle kurzerhand zur Seite geräumt und schon war Platz dafür, dass die junge Stute in die Gasse mit den Hindernissen flitzen konnte. Zuerst wurde sie aber auf dem Zirkel noch auf beiden Händen im Galopp präsentiert, ehe sie dann zur Gasse geführt und losgelassen wurde, wobei sie auch zeigte, dass sie eine anschauliche L-Höhe sicher bewältigen konnte. Sie schien in dieser Sparte zwar nicht all zu sehr gefördert zu werden, mit dem richtigen Hengst konnte aus ihr wohl bestimmt aber auch ein gutes Springföhlchen gezogen werden.
    Leider war das Spektakel danach auch schon wieder vorbei, denn das Paar grüßte dann auch schon wieder zum Abschluss die Richter. Schade; ich hätte dieser hübschen Stute noch viel länger zusehen wollen.

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    Zuletzt bearbeitet: 10 Nov. 2020
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  5. Rhapsody

    Rhapsody 'uck oo 'ank

    Der Steenhof mit
    Shotgun


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    Shotgun
    engl. "Schrotflinte"


    PEDIGREE
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    von: unbekannt

    von: unbekannt

    von: unbekannt
    aus der: unbekannt

    aus der: unbekannt

    von: unbekannt
    aus der: unbekannt

    aus der: unbekannt

    von: unbekannt

    von: unbekannt
    aus der: unbekannt

    aus der: unbekannt

    von: unbekannt
    aus der: unbekannt


    EXTERIEUR & INTERIEUR

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    Stute
    Holsteiner
    14 Jahre

    172 cm
    Dunkelbrauner
    breite Blesse | v.l., h.l., h.r. weißer Stiefel, v.r. weiße Fessel

    zickig | neugierig | arbeitswillig


    TRAINING

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    Fohlen ABC | Eingeritten
    Englisch geritten


    Dressur
    E A L M* M** S*

    Springen

    E A L M* M** S*

    Military

    E A L M* M**


    ERFOLGE

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    Dressur: 1x A-Platziert, Springen: 1x S*-Platziert, Military: -


    Turniere


    586. Dressurturnier

    250. Synchronspringen – 253. Synchronspringen – 512. Springturnier – 586. Springturnier – 587. Springturnier – 319. Synchronspringen – 320. Synchronspringen

    Andere


    ZUCHTINFORMATIONEN

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    HK/SK Schleife
    HK-/SK-Gewinnerthema


    Decktaxe/Leihmutterschaft:
    Genotyp: AA Ee
    Aus der Zucht: unbekannt (unbekannt, DE)
    Nachkommen:


    GESUNDHEITSZUSTAND

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    276 4 21 469723654
    Chronische Krankheiten:
    Letzter Tierarztbesuch:

    Fehlstellungen:
    Beschlagen:
    Letzter Hufschmiedbesuch:
    24.05.2020 – Crescent Acres Farriery – Neuer Beschlag


    STALLINTERN

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    Besitzer: Rhapsody
    Ersteller: Flair
    VKR: Flair (verfallen)
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    Die Kür

    Wenige Wochen nach der Hengstleistungsprüfung wurde es für Jette Ernst: ihre Stute Shotgun sollte sich auf einer Stutleistungsprüfung beweisen. Dieses Mal fuhren wir allerdings nur zu dritt los. Glücklicherweise hatte das Los entschieden, dass Hauke heute Turniertrottel spielen durfte, während ich auf der Tribüne Shotgun und auch ihre Konkurrenz beobachtete.
    Shotgun und Jette hatten eine Startnummer im Mittelfeld, sodass ich bis zum Zeitpunkt ihres Einreitens schon mal einen Überblick hatte, was die Konkurrenz so machte – und das war ganz schön beeindruckend. Trotzdem war ich der Ansicht, dass sich Shotgun mit ihrer Transformation dieses Jahr nicht zurückhalten musste; aus der Stute war ein tolles Sportpferd geworden, das aus jeder noch so verqueren Situation einwandfrei über ein Hindernis kam. Das, hoffte ich zumindest, würde sie auch an ihre Fohlen weitergeben. Dafür musste sie aber natürlich erst einmal die Leistungsprüfung bestehen.
    Im schwungvollen Trab kamen dann schließlich meine persönlichen Stars in die Halle eingeritten; was ich von meinem Platz auf der Tribüne sehen konnte, hatte Jette einen determinierten Gesichtsausdruck aufgelegt, während Shotgun mit den Ohren spielte. Bei X hielten die beiden an, Jette grüßte die Richter hinter der Bande und stieg in ihre Kür ein. Ziel war es natürlich, Shotgun in allen drei Grundgangarten so perfekt wie möglich darzustellen. Die Kür beinhaltete außerdem eine dreifach gebogene Schlangenlinie, die Shotgun im versammelten Galopp zeigte (und die mich innerlich oooooh-en ließ – immerhin kannte ich die Stute fast nur vom Springtraining und da musste man sie schon arg überzeugen, dass sie mehr Gewicht auf ihre Hinterhand nimmt), zum Handwechsel ein durch den Zirkel wechseln und zum Grande Finale dann auch noch ein paar Galoppvolten; wobei natürlich auf beiden Händen der Trab und Schritt nicht zu kurz kamen. Nach dem Verabschieden der Richter und bevor sie wieder in die kalte Nässe hinausritten, konnte ich wieder einen kurzen Blick auf Jettes Gesicht werfen – und da spielte ein kleines Lächeln um ihre Lippen. Ja, ich glaubte, das konnte sich heute durchaus sehen lassen.

    2.149 Zeichen – gezählt mit lettercount.com
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    Decke, Bandagen by Elii; Trense by Rhapsody
     
    Zaii gefällt das.
  6. Rhapsody

    Rhapsody 'uck oo 'ank

    Rhapsody mit
    Couleur du Deuil
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    Rufname: Dulli
    geboren: März 2013

    von: Rasputin 1 | 2 – Trakehner
    von: Raven, aus: Marah

    von: unbekannt, aus: unbekannt | von: Yin Yang, aus: Miami Blood Moon

    aus: Colored Belle – Hannoveraner
    von: Giacomo Casanova, aus: Jumping to Conclusion

    von: Ramires, aus: Cassini's Girl | von: Smith, aus: Juggling Maid


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    Rasse: Hannoveraner
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Rappe
    Stockmaß: 173cm

    Besitzer: Elii
    Ersteller: Elii
    Vorkaufsrecht: Elii

    Beschreibung
    Coleur du Deuil vereint erprobtes Hannoveranerblut mit spritzigem Trakehner.
    Am Sprung bringt sie vollen Einsatz und zeigt deutlich, wie viel Potential in ihr steckt. In der Dressur liefert sie stabile Ergebnisse, was ausreicht, um in Vielseitigkeitsprüfungen vorne mit dabei zu sein.
    Die Stute ist nicht von jedem zu händeln. Das Trakehnerblut zeigt sich im Gelände besonders deutlich. Durch ihr hohes Tempo gepaart mit engen, risikoreichen Wendungen und einer großen Portion Eigenwillen, wurde sie von vielen als "wahnsinnig" abgestempelt. Weiß man damit umzugehen, so ist sie ein unglaublicher Partner und ein Pferd, an das kein anderes so schnell rankommt.


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    Erfolge
    2. Platz 413. Springturnier
    3. Platz 423. Springturnier
    3. Platz 424. Springturnier
    2. Platz 356. Militaryturnier
    2. Platz 368. Militaryturnier
    1. Platz 374. Militaryturnier
    2. Platz 376. MIlitaryturnier
    3. Platz 430. Militaryturnier
    3. Platz 433. Militaryturnier
    1. Platz 438. Militaryturnier
    3. Platz 445. Militaryturnier
    3. Platz 448. Militaryturnier
    1. Platz 452. Distanzturnier
    3. Platz 451. Militaryturnier
    2. Platz 453. Militaryturnier
    3. Platz 458. Distanzturnier


    Springen E – Dressur E – Military A


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    Nach Shotguns Kür blieb ich natürlich auf der Tribüne sitzen; bis wir wieder heimfahren konnten dauerte es noch eine ganze Zeit; es folgte noch der Fremdreitertest und das Freispringen. Außerdem kamen da noch ein paar Stuten, die ich mir anschauen wollte; meine Zuchtkollegin aus Kanada war ebenfalls mit zwei Hannoveranerstuten am Start, die mich auch angesichts zukünftiger Anpaarungen durchaus interessierten.
    Es dauerte ein bisschen, aber dann wurde die erste dieser Stuten angekündigt: Couleur du Deuil. Kein Plan wie man das genau aussprach, aber das war ja im Endeffekt nicht so wichtig. Couleurs Vater war Trakehner und was ich jetzt so mitgekriegt hatte, war sie dementsprechend nicht ganz so leicht zu händeln. Der Reiter, der sie heute vorstellte, schien sie einigermaßen unter Kontrolle zu haben; trotzdem spielte die Stute immer wieder unruhig mit den Ohren, als könnte sie jeden Moment den Turbo einlegen und losstarten. In ihren Augen blitzte auch das gewisse Etwas, das ich mir jetzt schon einbildete auch bei Bobby zu sehen. Die beiden teilte eine Mutter, und ich war ja auch schon in Colored Belles Genuss gekommen, als diese das letzte halbe Jahr bei uns wohnte.
    Im Viereck zeigte Couleur nach dem Grüßen der Richter ihr ganzes Können: schöne Grundgangarten, einen guten Schwung und, was sie vor allem im Gelände zum richtigen Kracher machte, raumgreifende Gänge. Bei einer Dressurkür nicht immer von Vorteil, aber bei einer Körung wie dieser würde das die Richter sicherlich beeindrucken. Genau wie alle anderen Stuten wurde auch Couleur auf beiden Händen vorgestellt und zeigte ihre Durchlässigkeit (die hart erarbeitet wurde, stellte ich mir vor) in den eingebauten Volten und dem Galoppwechsel durch den Zirkel. Als die Stute nach dem Abschiedsgruß die Halle wieder verließ, träumte ich schon von den ersten geländebetonten Fohlen – vielleicht war ja eine Anpaarung mit einem der Trakehnerhengste genau das richtige dafür?

    1.945 Zeichen | gezählt mit lettercount.com

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    by Elii
     
    Zuletzt bearbeitet: 19 Nov. 2020
    Zaii gefällt das.
  7. Rhapsody

    Rhapsody 'uck oo 'ank

    Rhapsody mit
    Show me Heaven

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    ehemals Soulmate's Death

    Rufname: Heaven
    geboren: Mai 2010

    von: Show me your real Darkness – Hannoveraner
    von: Take a good Look, aus: Unwritten
    aus: To where the Skies are blue – Hannoveraner
    von: Scandic, aus: Golden Wonder

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    Rasse: Hannoveraner
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Schimmel (Grundfarbe Rappe)
    Stockmaß: 160 cm

    Besitzer: Elii
    Ersteller: Elii
    Vorkaufsrecht: //

    Beschreibung
    Soulmate’s Death ist eine kleine aufgeweckte Stute. Ihre Schönheit beeindruckt jeden Mitmenschen! Jeden Besucher wickelt sie um den kleinen Finger. Die kleine Stute ist immer in Bewegung, weshalb sie in späteren Zeiten eine wunderschöne GGA präsentieren wird. Aber nur, wenn diese auch trainiert werden. Training? Da brauch sie noch etwas Zeit, denn man weiß nie welche Laune sie hat.

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    Erfolge

    1. Platz 484. Dressurturnier
    2. Platz 493. Dressurturnier
    3. Platz 496. Dressurturnier
    3. Platz 514. Dressurturnier
    3. Platz 593. Dressurturnier
    3. Platz 597. Dressurturnier
    1. Platz 598. Dressurturnier
    2. Platz 331. Synchronspringen
    2. Platz 602. Dressurturnier
    3. Platz 334. Synchronturnier
    1. Platz 336. Synchronspringen
    2. Platz 605. Dressurturnier

    Dressur E -- Springen L


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    Lange konnte ich nicht träumen, denn auf Couleur folgte sofort die zweite Stute mit dem melodischen Namen Show me Heaven. Eine stahlgraue junge Schimmelstute, die mir auch das ein oder andere Mal auf einem Turnier begegnet war. Theoretisch war sie auch die Tante meines eigenen Ironics; umso gespannter war ich, ob sie sich heute ebenso toll präsentierte, wie es mein Hengst immer wieder schaffte. Beim Gespräch mit meiner Zuchtkollegin hatte sie mir schon ein paar Grundfakten über die beiden Stuten erzählt – unter anderem, dass Heaven nicht immer das aufmerksamste Pferd war. Heute war sie anscheinend zu 100% hier: auch sie zeigte tolle Gänge und, was mich besonders reizte, ein nicht ganz so feines Gerüst; ähnlich wie Ironic ging sie eher in den alten Warmblut-Typ. Dass ein gutes Pferd für eine tolle Performance nicht zierlich sein musste, dafür war sie das perfekte Beispiel. Ihr Reiter begrüßte die Richter, zeigte anschließend eine vollgepackte Kür mit zahlreichen Bahnfiguren, die auf beiden Händen die Qualitäten der Stute toll herausstellten. Am Ende verabschiedete er sich wieder und ritt hinaus – und ich machte eine mentale Notiz, so schnell wie möglich mit der Zuchtkollegin über die nächste Fohlensaison zu reden.
    1.232 Zeichen | geprüft mit lettercount.com

     
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  8. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

    al Cova da Lua
    _________________
    präsentiert Beya als Cova da Lua

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    Beya al Cova da Lua
    (allgerisch: die Liebe)


    Abstammung
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Von unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt


    Exterieur
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Stute
    *2014
    Rasse: Berber (Naturtölter)
    Stockmaß: 156cm
    Deckhaar: Bay Roan
    Abzeichen: x


    Beschreibung
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Beya ist extrem lernfähig. Bereits gelerntes kann innerhalb weniger Zeit ohne viel Arbeit wiedergeholt und aufgefrischt werden. Sie weiß genau, was auf sie zukommt, wenn man den Dressursattel holt, genauso wie sie weiß, dass es ins Gelände geht, wenn der Distanzsattel vor dem Stall hängt. Sie wird nicht gerne überrascht, überrascht selber aber öfter damit, dass sie unvorhergesehene Sprünge zur Seite macht, wenn etwas für sie Unerwartetes passiert.
    Leider ist Beya sehr Anfällig für Verletzungen jeder Art. Vor allem auf der Weide trägt sie des öfteren schwere Verletzungen davon, sodass sie, trotz ihrem herausragenden Potential, oft zu wenig gefördert werden kann.

    Besitzer: Canyon
    VKR/Ersteller: Canyon
    im Besitz seit: Dezember 2019
    Kaufpreis: x


    Qualifizierungen
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Dressur E
    Western E
    Springen E
    Military E
    Galopprennen E A
    Distanz E
    Gang E A L M S S* S** S***


    Erfolge
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
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    224. Gangturnier | 500. Galopprennen | 235. Gangturnier | 236. Gangturnier

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    237. Gangturnier | 243. Gangturnier | 245. Gangturnier | 246. Gangturnier

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    247. Gangturnier | 248. Gangturnier | 249. Gangturnier | 250. Gangturnier

    [​IMG][​IMG][​IMG][​IMG]
    253. Gangturnier | 257. Gangturnier | 258. Gangturnier | 260. Gangturnier

    [​IMG][​IMG]
    261. Gangturnier | 264. Gangturnier


    Ausbildung
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren ✔

    Abstammung: 0
    Schleifen: 18
    HS: 0
    TA: 0
    Trainer: 0
    Zubehör: 2
    Gesamt: 20


    Zucht
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Schleife
    [Thema]

    Gencode: Ee Aa nR
    Zur Zucht zugelassen: Nein
    Eingetragene Zucht: Cova da Lua
    Nachkommen
    -


    Gesundheit
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt

    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt
    Beschlag vorne: x
    Beschlag hinten: x

    Es war selten, dass ich auf Turniere ging, aber ich hatte fleißig mit Beya trainiert und wusste, dass es endlich soweit war und wir es schaffen konnten. Es war die Zeit kurz bevor die Pferde nach einem anstrengenden Trainingssommer in ihre verdiente Winterpause gingen, es war also unsere letzte Möglichkeit, vor dem Winter, die Leistungsprüfung zu bestehen und eine Zuchtzulassung zu erhalten.
    Ich ritt heute meine Stute Beya al Cova da Lua. Ein wahres Prachtpferd und voller Potenzial nach oben, auffällig noch hinzu. Ich hatte mich passend zu Beyas Ausrüstung gekleidet, sodass wir beide wunderbar zusammenpassten. Auch meine beste Freundin begleitete mich und hatte sich auf der Bühne einen Platz gesucht, unter einem schmalen Vordach, das den Herbstwind zumindest etwas abhielt.
    Ich hatte mir ruhige Herbstmusik ausgesucht, die mich an Vögel erinnerten, die gezielt ihrem Überwinterungsort entgegen flogen. Es gefiel mir, wie schwebend Beya scheinbar dadurch die Halle betrat und wie leichtfüßig sie bei X anhielt, damit ich die Richter grüßen konnte. Dann die linke Hand und ein Trab mit drei Schlangenlinien durch die ganze Halle. Sobald ich den Hufschlag erreicht hatte, bog ich auf den Zirkel ab und zur geschlossenen Seite galoppierte ich an. Gleichmäßig und passend zum Takt der Musik. Ich sah, wie meine Freundin auf der Tribüne voller Anspannung beide Daumen drückte und mich hoffnungsvoll beim Vorbeireiten anlächelte.
    Nach dem Galopp parierte ich zum Schritt durch, verließ den Zirkel und wendete am Ende der langen Strecke, um auch die andere Hand präsentieren zu können. Hier das gleiche Schauspiel wieder. Trab und dann ein Ritt mitten durch die Halle. Eine Beya brauchte keine Bande, um gerade laufen zu können. Ich blieb auf der gleichen Hand und da dies Beyas gute Hand war, zeigte ich die wahre Pracht des wunderschönen und ausdrucksstarken Galopps auf ganzer Bahn. Kaum war ich durchpariert und hatte mich von den Richtern in der Mitte der Halle verabschiedet, kam meine Freundin auf mich zu und jauchzte vor Freude. Beyas Krönung sollte nun nichts mehr im Wege stehen.
    2.094 Zeichen | zeichenzähler.de | Canyon

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    Bewegung und Zubehör von Leaenna
     
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  9. Elii

    Elii #ELeCtRâ-GiiÂdÂ

    Meine Teilnahme mit Long Island Icetea

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    Steckbrief
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    Rufname: Eistee

    geboren: Mai 2011


    von: Dancer in the Moonlight – Deutsches Reitpony

    aus: Little Sweetness – Deutsches Reitpony


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    Rasse: Deutsches Reitpony

    Geschlecht: Stute

    Farbe: Brauner

    Stockmaß: 147 cm


    Besitzer: Elii

    Ersteller: Elii

    Vorkaufsrecht: Elii


    Beschreibung

    Long Island Icetea ist eine sehr ruhige Stute, auch wenn ihr Name einen einschlagenden Alkoholmix verspricht. Auch wenn sie jung ist, hat sie keine typischen Flausen im Kopf und war bis jetzt immer äußerst brav.

    Die Arbeit mit ihr ist einfach und macht Spaß, da sie es einem immer Recht machen will und auch bei schwereren Aufgaben ihr Bestes gibt. Bis auf die Galopparbeit ist die junge Stute schon weit vorangeschritten und wird in der nächsten Saison das erste Mal Turnierluft schnuppern.

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    Erfolge

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    3. Platz 141. Synchronspringen

    1. Platz 324. Fahrturnier

    3. Platz 326. Fahrturnier

    3. Platz 327. Fahrturnier

    1. Platz 335. Fahrturnier

    1. Platz 337. Fahrturnier

    1. Platz 338. Fahrturnier

    2. Platz 458. Fahrturnier

    3. Platz 462. Fahrturnier

    3. Platz 469. Fahrturnier

    3. Platz 470. Fahrturnier

    2. Platz 473. Fahrturnier

    1. Platz 475. Fahrturnier

    1. Platz 478. Fahrturnier

    Fahren E – Dressur M


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    Trainingsberichte (3 Stück)

    Trainingsbericht 19. Juni 2017 - Dressur E - A
    Wieder einmal durfte ich mich auf den Weg zu Elena Redling nach Gut Sanssouci machen. Nachdem ich für einige Zeit pausiert hatte, um mehr Zeit für meinen Hof und meine Angestellten zu haben, hatte ich mit Elena den ersten Auftrag seit Monaten angenommen und freute mich schon darauf wieder unterwegs zu sein. Nachdem ich alles zu Hause organisiert hatte, konnte ich losstarten und mich auf den Weg nach Kanada machen. Ich hatte für das Training im Voraus 8 Wochen angesetzt, aber das konnte sich je nach Pferd und Trainingsverhalten natürlich stark verändern und ich nahm mir lieber mehr Zeit, um hinterher einen guten Job und die Kunden zufrieden gemacht zu haben. Nach der 12 stündigen Reise kam ich schließlich auf Gut Sanssouci an und wurde dort bereits von Elena erwartet. Wie eigentlich fast immer in Reitklamotten, die im Gegensatz zu meinen viel Stil und Modebewusstsein aufwiesen. Freundlich umarmten wir einander und nachdem ich mich in meinem Zimmer eingerichtet hatte, ließ ich mir von Elena gleich meine neue Trainingspartnerin vorstellen. Die junge Stute sah uns aufmerksam entgegen und ließ sich brav kraulen, als ich an ihre Box trat und ihr die Hand hinstreckte. Sie schien entspannt zu sein und Elena bestätigte, dass sie eine sehr gelassene Stute war. "Mit dem Galopp haperts allerdings", sagte sie und lächelte leicht verlegen. "Irgendwie will das nicht so richtig klappen." Ich lächelte und klopfte der Stute sanft den Hals. "Das werden wir schon hinbekommen, nicht wahr, meine Süße?" Die Stute ließ sich noch ein bisschen weiter kraulen, bevor sie sich wieder ihrem Futter zuwendete. Heute wollte ich die Stute erstmal in Ruhe lassen, denn ich war ziemlich kaputt von der Reise und mit wenig Energie hatte es keinen Sinn das Training schon zu beginnen. Nach dem Abendessen ging ich sofort zu Bett, um am nächsten Tag früh wieder aufstehen zu können. Noch leicht geplättet machte ich mich aber am nächsten Morgen auf den Weg zu Long Island Icetea. Die Stute war bereits in ihrer Box, sodass ich sie aufhalfterte und dann begann sie gründlich zu puzten. Schon beim Putzen bestätigte sich noch einmal, dass die Stute recht gelassen war und keine Unarten zeigte. Satteln und Trensen war auch kein Problem. Ich beschloss sie zunächst jedoch erstmal zu longieren, um mir anzuschauen, wie sie sich so im Galopp machte. Schnell merkte ich, dass es ihr an Gleichgewicht fehlte, um sich an der Longe wirklich auszubalancieren. Wir würden in den kommenden Wochen daran arbeiten, sodass meine Planung von acht Wochen wohl hinfällig geworden war. Ich würde wohl eher 12 Wochen oder länger brauchen, was aber nicht weiter schlimm war, denn zu Hause waren alle versorgt und nach diesem Auftrag hatte ich erstmal wieder keine Aufträge mehr. Bisher zumindest. Nachdem ich sie kurz longiert hatte, um mir anzusehen, wie sie lief und woran wir arbeiten mussten, wagte ich den ersten Ritt. Im Schritt und im Trab machte sich Eistee schon wirklich gut. Sie hielt das Tempo und ließ sich mit weichen Hilfen gut kontrollieren. Auch äußere Eindrücke schreckten sie nicht ab und es war sehr angenehm die Stute zu reiten. Während ich in den nächsten Wochen bereits an den Schritt- und Trablektionen der A-Dressur arbeitete, konzentrierte ich mich aber hauptsächlich auf die Galopparbeit. Ich begann damit, dass ich sie erst einmal ohne Longe in der Halle galoppieren ließ und Elena schließlich bat mit mir ins Gelände zu gehen, damit sie dort erst einmal das Angaloppieren auf gerader Linie versuchen konnte. Ich merkte bald, dass es ihr leichter fiel, aber es lag noch ein ganzes Stück vor uns. Täglich arbeitete ich mit der Stute, legte aber auch immer wieder Pausentage ein, damit sich das gelernte setzen konnte. Gegen Ende der sechsten Woche konnte Eistee mittlerweile das Halten aus dem Trab, Rückwärtsrichten, Viereck verkleinern und vergrößern sowie die Kehrtwendung auf der Vorderhand. Mit dem Galopp hatten wir immer noch so unsere Problemchen, aber es wurde von Mal zu Mal besser. An der Longe machte sie ihre Sache mittlerweile schon sehr gut, nur unter dem Reiter hatte sie noch ihre Probleme, sodass ich mich nun vermehrt darauf konzentrierte und erst einmal versuchte sie ganze Bahn zu galoppieren. Ich galoppierte sie also immer wieder aus einer Ecke heraus an und ließ sie ein paar Sprünge an der langen Seite gehen, bevor ich sie vor der Kurve wieder durchparieren ließ, damit sie sich erst einmal an den Reiter auf gerader Strecke gewöhnen konnte. Nach und nach verlängerte ich die Galoppeinheiten, solange bis sie zum ersten Mal durch eine der Ecken hindurchgaloppierte. Ich parierte sofort durch und lobte sie, beendete das Training an diesem Tag und setzte es erst am nächsten Tag wieder fort. Nach und nach gelang es mir und Eistee ganze Bahn auch durch die Ecken hindurchzugaloppieren, sodass wir uns schließlich nur noch dem Galoppieren auf dem Zirkel zuwenden konnten. Insgesamt 12 Wochen trainierte ich mit der jungen Stute und war am Ende des Trainings wirklich zufrieden mit ihrer Leistung. Sie hatte sich gut gemacht. Das Galoppieren auf dem Zirkel klappte nun schon viel besser. Elena musste natürlich weiter dran bleiben, denn komplett gefestigt war es einfach noch nicht, aber doch soweit, dass Elena und Eistee das sehr gut alleine hinbekommen würden. "Du solltest nicht jeden Tag den Galopp mit rein nehmen, damit sie nicht verunsichert wird. Lass sie auch mal an ein oder zwei Tagen nur im Schritt oder Trab gehen, longiere sie auch immer mal und fordere sie trotzdem auch dazu auf, zu galoppieren. Du wirst selbst merken, ob sie an dem Tag bereit ist oder nicht. Lass dich einfach ein bisschen auf sie ein und schau wie sie an den Tagen drauf ist. Irgendwann wird sie das Galoppieren ganz von selbst beherrschen. Momentan musst du sie noch unterstützen und am Training dran bleiben, sie aber auch nicht überfordern." Ich gab ihr abschließend noch ein paar Tipps mit auf den Weg, bevor ich mich wieder auf den langen Weg nach Hause machte und ehrlich gesagt ganz froh war, wieder heimfahren zu können. Es war schön gewesen, aber auf zu Hause freute ich mich trotzdem sehr. Ich verabschiedete mich von Elena und Eistee und fuhr dann in Richtung Flughafen. 13 Stunden später war ich wieder zu Hause und nachdem ich nach den Pferden und nach meinen Angestellten gesehen hatte, ging ich erstmal zu Bett. Es war schön wieder zu Hause zu sein.

    Trainingsbericht 30. April 2020 - Dressur A-L
    „Liest du mir bitte nochmal die Aufgaben vor?“, fragte ich Colin außergewöhnlich höflich. Die Wärme tat meine Gehirn nicht gut, sodass ich nicht mal eine einfache L1 mir merken konnte.
    „Arbeitstrab, Halten, im versammelten Trab anreiten und dann bei C auf die linke Hand.“

    Ich tat wie mir geheißen wurde und trabte Lichterloh an. Die Fuchsstute kannte das alles, aber da ich am Wochenende eine L1 mit ihr gehen würde, war ein bisschen Vorbereitung notwendig.

    „Mitteltrab und bei H versammeln“, kommentierte Colin weiter.

    Kurzkehrt rechts, Kurzkehrt links und dazwischen Mittelschritt – Kein Problem für Lissi, die das alles schon kannte. Auch in den Außengalopp sprang sie wie gewohnt sehr gut. Beim ersten einfachen Galoppwechsel reagierte ich nicht schnell genug, sodass sie ein Auslaufmodell wurde, der zweite saß dafür perfekt.

    „Versammelter Galopp bei F“, rief Colin mir zu und holte mich wieder zurück ins Geschehen, hätte ich doch fast F verpasst und wäre im Mittelgalopp vorbeigedüst.

    Wir ritten die Aufgabe noch zwei Mal durch, bevor mir auch schon das nächste Pferd gereicht wurde. Long Island Icetea sollte auch in der L1 vorgestellt werden, weshalb wir genau das gleiche Programm nochmal abspulten. Die Stute brauchte noch etwas mehr Anleitung, zeigte sich aber trotzdem sehr fleißig und reagierte punktgenau auf meine Hilfen.

    Eistee war eine der wenigen Ponys auf dem Hof, die noch aktiv im Turniersport liefen. Die anderen Stuten waren in der Zucht und die Hengste hatte ich Kadermitgliedern zur Verfügung gestellt, da es zeitlich einfach nicht für alle reichte.

    Eistee durfte nach dem Training eine Runde ins Gelände spazieren gehen und bekam dann, wie alle Pferde ab dem Frühjahr, eine Dusche, bevor es auf die Weide ging.

    Trainingsbericht 13. Juli 2020 - Dressur L-M
    Wenn ich könnte, würde ich ausschließlich M-Dressuren reiten. Fliegende Galoppwechsel, Schrittpirouetten und Traversalen gehörten einfach zu meinen Lieblingslektionen. Ein Glück hatte ich momentan sehr viele Pferde, die auf diesem Niveau liefen und zwei weitere die ich gerade turnierfit machte. Räuberfürst und Long Island Icetea könnten unterschiedlicher nicht sein, doch genau diese Zwei sollten nächstes Wochenende in der M die Schleifen heimbringen.
    Räuberfürst war zwar schon eine Weile so weit ausgebildet, allerdings hatte der Vorbesitzer auf Schneller-Höher-Weiter gesetzt und so konnte der Hengst zwar jede Lektion ausführen, allerdings mit weggedrücktem Rücken und ohne Schub von hinten.
    Wir hatten lange Grundlagenarbeit auf dem Stundenplan, vor allem auch, damit sich Räuber nicht dauernd hinter das Gebiss verkriecht. Auf Kandare zeigte er dies deutlicher, doch mittlerweile nahm er das Gebiss gut an.
    Eistee hingegen ging ihren Weg von Anfang an korrekt, zeigte als Reitpony aber natürlich nicht ganz so aufregende Bewegungen als ein Warmblut. Trotzdem hatte die Stute sich schon das ein oder andere Mal an die Spitze schlagen können.
    Ich war immer wieder stolz, wenn mein 147 cm Pony die Großpferde abhängte.
    Wenn ich könnte, würde ich ausschließlich M-Dressuren reiten. Fliegende Galoppwechsel, Schrittpirouetten und Traversalen gehörten einfach zu meinen Lieblingslektionen. Ein Glück hatte ich momentan sehr viele Pferde, die auf diesem Niveau liefen und zwei weitere die ich gerade turnierfit machte. Räuberfürst und Long Island Icetea könnten unterschiedlicher nicht sein, doch genau diese Zwei sollten nächstes Wochenende in der M die Schleifen heimbringen.

    Räuberfürst war zwar schon eine Weile so weit ausgebildet, allerdings hatte der Vorbesitzer auf Schneller-Höher-Weiter gesetzt und so konnte der Hengst zwar jede Lektion ausführen, allerdings mit weggedrücktem Rücken und ohne Schub von hinten.

    Wir hatten lange Grundlagenarbeit auf dem Stundenplan, vor allem auch, damit sich Räuber nicht dauernd hinter das Gebiss verkriecht. Auf Kandare zeigte er dies deutlicher, doch mittlerweile nahm er das Gebiss gut an.

    Eistee hingegen ging ihren Weg von Anfang an korrekt, zeigte als Reitpony aber natürlich nicht ganz so aufregende Bewegungen als ein Warmblut. Trotzdem hatte die Stute sich schon das ein oder andere Mal an die Spitze schlagen können.

    Ich war immer wieder stolz, wenn mein 147 cm Pony die Großpferde abhängte.

    Long Island Icetea war eines der wenigen Ponys auf meinem Hof. Mittlerweile mehr Fahr- als Reitpferd und bald hoffentlich auch Zuchtstute.
    Im perfekten Outfit standen wir vor der Halle, bis der Ordner uns ein Zeichen gab und wir hinein konnten. Ich grüßte die Richter und drehte dann im Schritt und Trab mit der Stute an der Hand meine Runden. Nach jeweils einer Runde ging ich kurz auf den Zirkel und wechselte dann durch die ganze Bahn um die Hand zu wechseln. Auch dort stellte ich die Stute in beiden Gangarten vor und führte sie anschließend noch einmal auf dem Zirkel.
    Im Galopp lief Eistee frei. Anschließend wurde sie von mir eingefangen und ich grüßte erneut die Richter.

    [682 Zeichen mit Leerzeichen, lettercount.com]

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    Bewegung+Zubehör Elii, Hintergrund Samarti
     
  10. sadasha

    sadasha Gut Schwarzfels

    sadashas Teilnahme mit
    Lorelei
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    Lorelei
    ___________________________________________________
    Exterieur
    ‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾
    Rasse Suffolk Punch
    Herkunft England
    Geschlecht Stute
    Alter 12. März 2012, 6 Jahre

    Stockmaß 166cm
    Fellfarbe Chestnut
    Abzeichen Stern
    vr [] | vl [] | hr [] | hl []


    ___________________________________________________
    Interieur
    ‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾
    gutmütig | arbeitswillig | menschenbezogen | gehorsam

    Sozialverhalten
    1 (schwierig) - 5 (unproblematisch)
    Herde [3] | Gegenüber Artgenossen [4] | Gegenüber Menschen [5]


    ___________________________________________________
    Zucht- & Besitzinformationen
    ‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾
    Gekört []
    Nachkommen
    Gencode eeAA

    Besitzer sadasha (Hunter Crowley)
    Vorbesitzer Elsaria (Juna Preske)
    Vorvorbesitzer adoptedfox (Käthe von Landsberg)
    VKR sadasha
    Ersteller sadasha


    ___________________________________________________
    Qualifikationen
    ‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾
    Eignung Fahren | Dressur | Western
    Dressur E A L M S
    Springen E A L M S
    Military E A L M S

    Distanz E A L M S
    Rennen E A L M S

    Western E A L M S
    Fahren E A L M S

    ___________________________________________________
    Erfolge
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    435. Fahrturnier | 436. Fahrturnier | 438. Fahrturnier

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    433. Fahrturnier | 447. Fahrturnier | 534. Westernturnier

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    459. Fahrturnier | 463. Fahrturnier | 541. Westernturnier

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    543. Westernturnier | 544. Westernturnier | 467. Fahrturnier

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    558. Westernturnier | 559. Westernturnier


    inoffiziell


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    Ausbildungsstand
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    Fohlen ABC [x] | Eingefahren [x] | Eingeritten [x] | Gelassenheit []
    Problemverhalten x

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    Gesundheit
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    ‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾
    Letzter Tierarztbesuch
    Letzter Hufschmiedbesuch

    Chronische Erkrankung
    Akute Erkrankung

    Puzzle PNG
    Lorelei Trail LK 5 - LK 4, Havanna Girl Trail LK 5 - LK 4
    29.02.2020

    Caleb
    Nach einiger Zeit war es nun endlich wieder soweit und wir würden Pferde auf der eigenen Ranch trainieren. Nachdem der ganze Trubel um das Horse Makeover endlich vorbei war- und Gott… ich war froh, dass ich meine Ranch wieder für mich hatte- konnte ich mich wieder anderen Dingen widmen.
    Kaum hatte ich die beiden neuen Trainingsplätze ausgeschrieben, waren sie auch schon vergriffen gewesen. Ein Auftrag ging dabei an mich, der Andere an Cayce.
    Mein Auftrag stammte von Hunter Crowley aus Deutschland. Bei seinem Namen sprang mir sofort die Tinkerstute Venetia in den Sinn, die Laurence vor einiger Zeit trainiert hatte. Sie hatte den Besitzer gewechselt und zum Verkauf gestanden. Für Laurence wäre sie das perfekte Pferd gewesen und er hatte sich auch mit Leib und Seele für sie beworben, doch leider hatte es nicht sein sollen. Die nun ehemalige Besitzerin wollte die Stute in der Zucht sehen, nicht im Turnier- und Freizeitbereich. Man hatte Laurence wirklich angemerkt, dass er sehr enttäuscht über den Entschluss gewesen war. Nach der Entscheidung über den Verkauf sah man ihn ein paar Tage mit hängendem Kopf über den Hof schlurfen. Er hatte wirklich sein Herz an dieses Pferd verloren gehabt. Er war leider einfach nicht mehr der Jüngste und konnte sich auf jedes Pferd setzen, weshalb er mir Gangster und Lena auch zurückgegeben hatte. Alle Versuche ihm ein anderes Pferd der Ranch schmackhaft zu machen, waren gescheitert.
    “Laurence ich fahr gleich zum Flughafen und hole zwei neue Trainingspferde ab, hast du nicht Lust mitzukommen?”, fragte ich ihn während ich ein letztes Mal kontrollierte, ob der Pferdehänger auch richtig an meinem Truck angeschlossen war.
    “Nicht wirklich.”, meinte er und wandte sich um, um seinen Weg zu den Ställen fortzusetzen.
    Ich sah ihm nach, seufzte kurz und lief ihm ein paar Schritte hinterher. Als ich bei ihm angekommen war packte ich ihn kurz am Arm, so dass er sich zu mir umdrehen musste. “Es ist eins von Hunter Crowley, du weißt schon. Ein Suffolk Punch. Lorelei heißt die Stute. Und auch ein Mustang, Havanna Girl von Malte Tordenværson. Beziehungsweise weiß ich gar nicht wem die Stute genau gehört, aber Malte kümmert sich um das Pferd. Komm doch mit, ich könnte deine Hilfe gut gebrauchen.”, versicherte ich ihm und entlockte ihm doch ein kleines Lächeln.
    “Ein Suffolk Punch und ein Mustang? Das ist mal eine Kombination… Ich verteil noch schnell Kraftfutter im Stall dann bin ich fertig.”
    “Ich helf dir.” Gesagt getan. Zusammen mit dem älteren Mann verteilten wir das Kraftfutter an die Trainingspferde und hängten einen großen Zettel an unsere To-Do Wand, dass jemand in einer halben Stunde alle Tiere auf die Koppel bringen sollte. Ich hatte die beiden neuen Pferde eigentlich in eine der Paddockboxen nahe des Reitplatzes stellen wollen, aber entschied mich aufgrund der Kälte hier in Kanada doch dagegen, da die Beiden aus eher warmen Gegenden kamen. Im hinteren Bereich des Stalles waren immer ein paar Boxen zu solch einem Zweck leer, so dass die Pferde zumindest nachts im Warmen stehen konnten.
    Nach etwa einer Stunde waren wir am Flughafen und nahmen die Pferde in Empfang. Beide waren noch etwas benommen vom Flug, ließen sich aber ohne Probleme verladen. Die Mitarbeiter des Flughafens in Calgary kannten uns schon eine ganze Weile und waren mittlerweile fast immer zu einem kleinen Schwätzchen bereit.
    Auf der Ranch angekommen luden Laurence und ich die Pferde aus und brachten sie in ihre Boxen, damit sie Zeit hatten, anzukommen.
    Dann war es auch schon Zeit für das Mittagessen auf der Ranch. Octavia und Travis waren so lieb gewesen und hatten etwas vorbereitet für uns alle. Es war nicht immer leicht, so viele hungrige Mäuler zu stopfen und ich konnte O verstehen, dass sie nicht ständig in der Küche oder im Haus stehen wollte. Zum Glück bot sich Travis und auch Betsy immer wieder an, ihr unter die Arme zu greifen. “Wie wäre es denn mal mit einer Köchin? Oder einer Hilfe im Haushalt?”, fragte ich zwischen zwei Gabeln voller Nudeln.
    “Ist die dann nur für dein Haus hier zuständig oder für alle Häuser?”, fragte Bellamy lachend und kratzte sich kurz an seinem Wuschelkopf.
    “Du machst ja aber wohl den meisten Dreck- und räumst du auf? Nein.”, protestierte seine Schwester und funkelte ihn an.
    “Naja ich dachte daran, dass wir jemanden einstellen der hauptsächlich mittags für uns kocht. Die Häuser in Ordnung halten sollte bei so vielen Menschen ja doch irgendwie möglich sein.”, meinte ich und sah in die Runde. Es wurde zustimmend genickt, so dass ich dies in den nächsten Tagen in Angriff nehmen würde. Ich müsste eh die Tage nochmal in die Stadt neues Kraftfutter für die Pferde bestellen, so dass ich im Laden einen Aushang hinhängen konnte.
    Den Rest des Tages verbrachte ich mit meinen eigenen Pferden und sah immer mal wieder kurz bei den beiden Neuen vorbei. Havanna als auch Lorelei standen mittlerweile ruhig in der Box und fraßen ihr Heu. Etwas aufregend wurde es am Abend, als die anderen Pferde wieder in die Boxen zurückkamen, aber die Aufregung legte sich schnell. Am nächsten Tag würden wir mit dem Training anfangen, dann wäre auch Cayce wieder da, der einen kurzen Ausflug zu seiner Familie gemacht hatte.

    Am nächsten Morgen ging ich in den Stall und machte mich auf den Weg zu Loreleis Box, vor der Laurence stand und die Stute streichelte.
    “So ein liebes Pferd, mit der wirst du es wirklich einfach haben, glaube ich.”, meinte er und wollte wieder seiner Wege gehen.
    “Hast du nicht Lust mir beim Putzen grade zu helfen?”, fragte ich ihn und er nickte, halfterte die Stute auf und band sie im Gang an, um sie zu putzen. Währenddessen ging ich auf den Platz und baute den Parcours auf, dem Cayce und ich uns mit den Pferden in der nächsten Zeit widmen würden.
    Als ich zurück in den Stall kam, hatte Laurence die Stute auch schon fertig gesattelt. “Dich kann man wirklich etwas anstellen.”, lachte ich und nahm Lorelei dankend entgegen. Als ich gerade den Stall verließ, kam mir Cayce entgegen. “Na, auch wieder im Land?”, fragte ich ihn und er nickte, setzte dann jedoch seinen Weg zu Havanna Girl fort.
    Auf dem Platz angekommen gurtete ich nochmal nach und longierte sie zunächst ein paar Runden ab, ehe ich mich dann in den Sattel setzte. Lorelei war nicht wirklich größer als einige meiner Pferde, aber doch breiter und massiger. Mit ihr müsste ich viel Training zum Biegen machen, damit sie es in den höheren Klassen später leichter hatte. Das lag eben nicht so wirklich in ihrer Natur, sich so klein zusammenzufalten. Aber daran würden wir arbeiten, wir hatten ja schließlich nun vier Monate zusammen das Vergnügen. Nach ausgiebigem Aufwärmen und antesten der Hilfen wollte ich mich heute zunächst den Stangen widmen. Neben den vier Schrittstangen lagen auch zweimal zwei Trabstangen auf dem Boden. Ebenso eine Trabstange beim Slalom, welche wir wirklich gerade anreiten mussten, damit sie es leichter hatte, ihre Füße zu sortieren.
    Was ich allerdings bei der Stute sofort merkte, sie war wahnsinnig lieb. Sie hörte gut zu und versuchte die Anweisungen so gut sie konnte umzusetzen. Bevor ich die Stangen wirklich anritt, nutzte ich den Zwischenraum und lenkte sie einfach grade zwischen den Stangen hindurch. Sie war noch nicht lange eingeritten und ich wollte sie nicht direkt am ersten Tag überfordern. Die eigentliche Trabstange die einzeln lag, nutzte ich jetzt auch für den Schritt. Ich lenkte sie auf die Stange zu und gab ihr den Zügel nach, damit sie die Stange taxieren konnte. Ohne dranzukommen ging sie drüber hinweg. Nach einer kleinen Runde kamen wir von der anderen Seite zurück und gingen erneut drüber. Ich streichelte kurz lobend ihren Hals, bog sie auf einen Zirkel und ließ sie sich dann wieder strecken, um nun über die vier Schrittstangen zu reiten. Hier schaffte sie es über die ersten Beiden ohne Anschlagen, an die letzten Beiden kam sie jedoch heran. Das war kein Problem, ich wandte sie ab und ritt erneut auf die Stangen zu. Diesmal nahm ich die Zügel kurz vorher auf und trieb sie ein bisschen, um ihre Aufmerksamkeit auf die Stangen zu lenken, ihren Schritt aber ein wenig zu vergrößern. Beim ersten Versuch war sie etwas unsicher, beim Zweiten klappte es jedoch auf Anhieb, so dass ich sie unmittelbar hinter den Schrittstangen stehen ließ und sie lobte. Gleich wollte ich mich noch dem Viereck widmen. Dabei ging es mir noch gar nicht ums drehen, sondern nur ums Einreiten, punktgenaue Stehenbleiben und wieder ordentlich raus gehen.
    Ich nahm also die Zügel wieder auf und trieb sie an. Auf dem Weg zum Viereck baute ich immer wieder kleine Zirkel in unterschiedlichen Größen ein, damit sich sich nochmal biegen musste. Das Viereck bereitete ihr soweit keine Probleme, weshalb ich es für heute gut sein ließ, sie abritt und sie schließlich mit ihrer Decke auf die Koppel durfte.

    Cayce
    Havanna Girl war schon ein Fall für sich. Mustangs, auch wenn sie schon einige Zeit unter dem Sattel waren, blieben immer Wildpferde. So auch die Trainingsstute von Malte. Havanna wäre zum Beispiel kein Pferd für Caleb. Ihm fehlte manchmal die Geduld, wurde dann zu hart in den Hilfen. Vielen Pferden machte das nichts aus, aber schon beim Putzen und satteln der Stute merkte ich, dass man mit ihr ein bisschen aufpassen musste. Sie schien zwar ziemlich starke nerven zu haben, man merkte ihr aber deutlich an, dass sie vieles nur so über sich ergehen ließ. Einen riesen Vorteil hatte das Leben in der Wildnis für die Stute doch: sie war sehr trittsicher, was ich gleich unterm Sattel auch nochmal mitbekommen würde.
    Als ich mit der Stute auf den Platz ging, war Caleb gerade fertig. “Welche Übungen bist du als erstes angegangen?”
    “Stangen und das Viereck, aber noch keine Drehung, nur ein Gefühl für die Stangen bekommen.”, antwortete Caleb mir und warf mir die Longe rüber.
    Ich fing sie auf, nickte ihm kurz zu und sah zu Havanna, die nur kurz mit den Ohren gezuckt hatte. “Ich hatte dich mir wirklich anders vorgestellt, schreckhafter und nicht so ruhig.”, murmelte ich, machte die Zügel am Horn fest, ehe ich die Longe einklickte und sie von mir weg schickte. Ablongieren war bei dem Wetterumschwung bitter nötig. Havanna machte einen Satz von mir weg und trabte Runde um Runde. Ich machte mir gar nicht die Mühe sie zurück zu holen, sondern wartete, bis sie von selbst in den Schritt fallen wollte. Dann schnalzte ich und trieb sie weiter. Erst als sie wirklich ruhig trabte, gab ich das Kommando zum Schrittgehen und wechselte die Hand. Auch dort ließ ich sie im Schritt und Trab laufen, ehe ich sie zu mir nahm, nachgurtete und aufsaß. Ich ritt sie nicht mehr wirklich lange warm sondern widmete mich sofort den Stangen. Zunächst lenkte ich sie auf die einzelne Stange zu, die kein Problem darstellte. Auch waren die vier Schrittstangen nicht schwierig. Die Stute schien genau zu wissen, wo sie welchen Fuß abstellen konnte und wo sie aufpassen musste. Das hatte ich eben mit trittsicher gemeint gehabt. Da die Stangen im Schritt so gut klappten, widmete ich mich nun den Trabstangen, bei denen ich ein bisschen mehr nachhelfen musste, und dem Viereck. Bei uns ging es hier auch noch gar nicht ums Drehen, sondern nur ums korrekte Einreiten, Stoppen und wieder rausreiten. Wir brauchten einige Versuche bis Havanna wirklich auf mein Kommando stehen blieb, aber zum Schluss machte sie ihren Job wirklich gut. Ich testete noch kurz das Rückwärtsrichten an, lobte sie und ritt sie dann ab. Das reichte für heute.
    Die nächsten Tage war ich immer morgens auf dem Platz, Caleb erst nachmittags. Morgens war er immer mit den eigenen Reinern in der Halle und trainierte dort. Den guten Sand zum Stoppen hatten wir im Moment nur da. Das würde sich jedoch bald auch ändern.
    Ab und zu gesellte sich Bellamy oder auch Betsy zu mir. Sie nutzten die Chance eines aufgebauten Trailparcourses, um neben der normalen Arbeit immer mal wieder ein paar andere Übungen einzubringen.
    Mein Trainingspferd Havanna Girl entwickelte sich jedoch wirklich gut. Immer wieder hatte wir kleinere Diskussionen, wenn sie mir nicht ganz vertraute und die Übung nicht ausführen wollte. Zum Beispiel wollte sie einfach nicht über die Brücke gehen oder am Tor ruhig stehen bleiben. Die Brücke übten wir also jeden Tag immer mal wieder ein bisschen, Huf für Huf, bis sie schließlich doch drüber ging. Auch für das Tor hatte ich einen Trick. Ich ließ es einfach auf und ritt sie so lange im Kreis drum herum und hindurch, bis es ihr nichts mehr ausmachte, links, rechts, vorne oder hinten stehen zu bleiben und zu warten. Unser Rückwärtsrichten wurde auch immer besser. War es zunächst nur ein Schritt gewesen, den sie flüssig rückwärts gegangen war, so waren wir jetzt bei fünf. Bei ihrer Schrittlänge fehlten uns, um das Hinderniss abschließen zu können, noch zwei weitere. Da machte ich mir jedoch absolut keine Sorgen.
    Auch im Viereck machte sie sich immer besser. Ich war mir auch sicher, dass sich die Stute in der Reining auch wohlfühlen würde, denn sie drehte für den Anfang schon richtig gut.
    Heute wäre der erste Tag, an dem ich die komplette Pattern einmal durchgehen wollte mir der Stute. Ich ging also mit ihr auf den Platz, longierte sie kurz ab und setzte mich dann in den Sattel.
    Die Pattern begann bei der Brücke. Unsere Vorarbeit machte sich hier wirklich bezahlt. Es war gut gewesen diese Übung mit ihr Schritt für Schritt und ohne Stress anzugehen, denn ich wurde nun von ihr belohnt, indem sie ohne zu zögern rüber ging. Es folgten zwei Schrittstangen, bei der sie heute über die erste stolperte, weil sie ihre Ohren lieber bei dem zweiten Pferd auf dem Platz hatte, als bei mir. “Du musst schon aufpassen.”, murmelte ich und gab ihr zum Slalom etwas übertriebene Hilfen. Als sie die einzeln liegende Stange nicht anstieß, lockerte ich meine Hilfen wieder etwas und wandte sie im lockeren Trab nach rechts ab, wo erneut zwei Trabstangen vor uns lagen. Kurz vorher schnalzte ich einmal, damit sie ihre Trabschritte ein bisschen vergrößerte und besser über die Stangen kam. Kurz vor der Box parierte ich sie zum Schritt durch, ritt in die Box und hielt sie punktgenau an. Ich strich ihr einmal kurz über den Hals, ehe ich die Hilfen zum ‘Spin’ gab und wir uns eine ganze Runde nach rechts drehten. Wir gingen aus der Box, drehten eine kurze Runde um die Pylone, ritten erneut in die Box ein und aus und befanden uns jetzt auf einer Geraden zum Stangen U. Kurz vor der Abgrenzung hielt ich die Stute an und begann sie rückwärts zu richten. Eins.. zwei.. drei.. vier.. fünf.. sechs… und sieben. Wir hatten es geschafft! Es folgte eine 90 Grad Drehung, die vier Schrittstangen und das Tor. Dann waren wir fertig. Für einen ersten Versuch alles miteinander zu reiten hatte sie ihren Job wirklich gut gemacht, so dass ich sie ausgiebig lobte und dann abritt.

    Caleb
    Die ersten Tage war ich mit Lorelei jeden Tag auf dem Platz und übte mit ihr. Ich stellte dabei schnell fest, dass sie beim Taxieren der Stangen immer mal wieder meine Hilfe brauchte, dann aber sehr schnell selbst versuchte, alles richtig zu machen. Zwischenzeitlich kam es mal vor, dass ich sie erst später abends oder auch mal einen Tag gar nicht reiten konnte. Nach Absprache mit Hunter hatte er uns erlaubt, dass Laurence die Stute auch trainieren durfte, was ihn natürlich riesig freute. So konnte ich guten Gewissens auch mal einen Tag ausfallen lassen, ohne dass die Stute zu viel stand. Laurence leistete wirklich ganze Arbeit mit dem Fuchs. In einer Ecke des Platzes hatte er vor ein paar Tagen verschiedene Stangenkombinationen aufgebaut und war mit ihr immer mal wieder an der Hand und auch unter dem Sattel drüber gegangen, so dass sie sich immer wieder auf neue Abstände und Formen einstellen musste. Und es half ihr wirklich, denn sie wurde von Tag zu Tag besser. Wenn Laurence sie nicht mit den Stangen herausforderte, kümmerte ich mich um die restlichen Übungen der Walk - Trot Pattern, die wir für ihre Leistungsklasse ausgesucht hatten. Die Brücke war auch ihr zunächst ein wenig suspekt gewesen, doch ich ließ ihr gar keine Zeit lange über eine Reaktion nachzudenken, sondern trieb sie einfach selbstsicher weiter vorwärts, so dass sie ohne weiter zu zögern über die Brücke drüber ging. Der Slalom stellte für sie kein wirkliches Problem dar, auch wenn ich die Abstände der Pylonen extra immer mal wieder weiter auseinander oder enger zusammen stellte, damit sie nicht einfach lief, sondern auf meine Hilfen achtete und sich wirklich dann bog, wenn das Kommando von oben kam. Das Tor und auch das Rückwärtsrichten waren für Lorelei nach ein paar Wiederholungen nicht mehr schwierig. Als ich mich beim Tor zum ersten Mal rüber lehnte, um es aufzumachen, hatte sie ihren Kopf zu mir nach hinten gestreckt und mich angeschaut nach dem Motto: ‘Was machst du da?’
    Nun fehlte uns nur noch die Box… ja.. die Box. Ich hatte sie mir mit ihr viel schwieriger vorgestellt. Aber Lorelei schaffte es nun punktgenau stehen zu bleiben. Das Drehen fiel ihr zunächst leichter als ich gedacht hatte, würde ihr aber in den nächsten Stufen zum Verhängnis werden. Nunja, zum Verhängnis vielleicht nicht, aber an der Übung würden wir uns die Zähne ausbeißen. Es würde schwierig und anstrengend werden, aber bei Weitem nicht unmöglich.
    Nachdem ich mit Lorelei die Pattern einmal durchgegangen war ließ ich es gut sein für heute. Die nächsten zwei Tage hatte sie Pause und dann würde ich die Pattern noch einmal durchgehen. Direkt danach fing schon das Training für die LK 3 und der Umstieg auf einhändiges Reiten an, also hatte sie und auch Havanna sich eine kurze Pause verdient.
    Lorelei Trail LK 4 - LK 3, Havanna Girl Trail LK 4 - LK 3
    11.03.2020

    Caleb
    Ich lag noch immer in meinem Bett und starrte die Decke an. Auf dem Hof herrschte schon buntes Treiben, jeder- naja fast jeder, ging seiner morgendlichen Aufgabe nach. Betsy war in der Schule, wo sich die anderen Kinder herumtrieben wusste ich nicht. Louis und Ylvi ging ich noch immer so gut es ging aus dem Weg, auch wenn mein Verhalten vielleicht mehr als kindisch war.
    Aber war es das wirklich? Oder war ich vielleicht noch immer nicht darüber hinweg, dass die Beiden verheiratet waren? Mein Seufzer verschwand in einem Gähnen und ich rappelte mich nun wirklich aus dem Bett auf. Ich sprang unter die Dusche, zog mich warm an und ging nach unten, wo bereits jemand Kaffee gekocht hatte. Aus dem Schrank nahm ich mir meine Tasse und füllte mir den Kaffee hinein, ehe ich mich an den Tisch setzte und meinen Hut wieder vom Kopf nahm. Kurz fuhr ich mir durch die Haare, ehe ich wieder aufsah und in das fragende Gesicht von Murphy schaute. “Was??”, fragte ich ihn unwirsch und griff nach der Milch, wovon ich mir, überschwänglich wie ich sie gegriffen hatte, nun fluchend viel zu viel in die Tasse schüttete.
    Mein Gegenüber kratzte sich kurz am Kopf, wollte gar nicht richtig mit der Sprache rausrücken. Stattdessen nahm auch er sich eine Tasse Kaffee, schenkte sich Milch ein und setzte sich zu mir an den Tisch. “Ich wollte mal fragen.. jetzt wo ich schon so lange hier bin… ob du mir nicht vielleicht Reitstunden geben kannst. Richtige… Reitstunden. Nicht das, was du bei dem Ausritt mit mir gemacht hast. Das war Folter.”
    “Folter?”, ich lachte kurz auf. “Folter war, dass du ständig deinen Hut verloren hast! Der muss auf einem Kopf wie angewachsen sitzen. Mir ist bis heute noch immer unbeschreiblich, wie du es geschafft hast den andauernd zu verlieren.”
    “Caleb es geht jetzt nicht um meinen Hut. Ich frage dich, ob du mir Reitstunden geben kannst.”, presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen heraus und schaute mich unsicher an.
    “Ja, kann ich. Gerne sogar. Wie lange bist du schon hier dabei? 4 Jahre? 5 Jahre? Ich gebe dir auf jeden Fall Reitstunden. Heute Morgen bin ich verplant, heute Mittag steht das Training mit Lorelei an. Aber danach hab ich Zeit. Nimmst du dir Sue?”
    “Ja. Sue würde ich gerne wieder reiten. Muss ich das mit Betsy absprechen?”
    Ein Kopfschütteln meinerseits signalisierte ihm, dass er das nicht mit ihr absprechen musste. “Hmmm”, überlegte ich. “Es ist vielleicht doch besser wenn wir Blue nehmen. Sue bekommt bald ihr Fohlen, hab das voll verdrängt”, erklärte ich ihm und er nickte.
    “Dann bis heute Mittag”, meinte er fröhlich, setzte ein Lächeln auf und verschwand aus der Küche. Wurde auch Zeit, dass er reiten lernte…
    Am Nachmittag machte ich mir Lorelei fertig. Sie hatte sich wirklich gut auf der Ranch eingelebt und brummelte mir ab und zu leicht entgegen, wenn sie mich kommen sah. Wem sie allerdings jedes, wirklich jedes Mal zu brummelte, das war Laurence. Die Beiden hatten sich wahnsinnig schnell angefreundet und ich konnte Laurence jedes Mal ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, wenn er sich mit der Stute beschäftigen durfte.
    Aber auch Cayce und Havanna Girl freundeten sich immer mehr an und wurden zusammen immer besser. Es wurde immer deutlicher, dass die Stute Nerven aus Stahl hatte und genau wusste, wo sie welchen Huf hinsetzen konnte.
    Von der LK 4 zur LK 3 würden beide Pferde einen kleinen Sprung machen müssen. Bewusst hatten wir im letzten Monat eine sehr leichte Pattern trainiert, um die Pferde an uns und die neue Umgebung zu gewöhnen und nicht sofort zu überfordern. Jetzt, nachdem sich die Pferde eingelebt hatten, würde es richtig losgehen. Nicht nur, dass nun auch die Galopparbeit dazu kam, auch würden beide Pferde langsam auf Kandare umgestellt, denn in der LK 3 wurde damit geritten, nicht mehr mit Wassertrense. Ich ging davon aus, dass ich vor allem Lorelei zu Beginn vermehrt trotz Kandare beidhändig reiten musste, einfach weil sie bei den Stangen noch mehr Übung brauchte. Bei Havanna Girl war ich mir da gar nicht so sicher, aber Cayce hatte das Training der Stute voll im Griff.

    Cayce
    Ich hatte eigentlich erwartet, dass Caleb vor mir auf dem Platz sein würde. Allerdings fand ich diesen leer vor und freute mich ein kleines bisschen, mit Havanna vor ihm trainieren zu können. Viele Elemente der neuen Pattern waren genau so wie bei der letzten. Einige Dinge hatten sich jedoch auch verändert. So mussten wir in der Box nicht mehr drehen, fanden aber ein Stangen L vor uns und hatten eine kurze Galoppade eingebaut. Nach dem ausgiebigen Aufwärmen knöpfte ich mir zunächst die Stangen in den verschiedenen Gangarten vor. Zu erst begann ich mit den Schrittstangen, die für Havanna kein Problem darstellten. Auch bei den Trabstangen schlug sie sich gut. Man merkte ihr an, dass sie diese Übungen noch kannte und genau wusste, was sie machen musste.
    Die vier Galoppstangen waren ihr allerdings völlig fremd, was man ihr auch anmerkte. Ich stellte sie nach rechts, gab die Hilfen zum Galopp aber sie sprang nicht an. Ich drehte sie sofort um, ging zurück zum Anfangspunkt und versuchte es erneut. Wieder nichts, doch ich hatte meinen Fehler gefunden. Ich war zu weit nach vorne geritten und hatte sie in der Biegung anspringen lassen wollen, womit sie ziemliche Probleme hatte. Ich ritt also nochmals zurück, startete weiter vorne und gab ihr die Hilfen noch auf der Geraden, ehe es in die Biegung gin. Siehe da, sie sprang schön sauber an und hielt auch gut durch, bis ich sie wieder zum Trab durchparierte und durch die Box ritt. Nun wusste ich aber, woran ich in den nächsten Tagen vermehrt arbeiten wollte: das Anspringen in den Galopp auf gebogener Linie.

    Caleb
    Auch Lorelei merkte man an, dass sie viele der Elemente noch vom Training vor ein paar Wochen kannte. Die Brücke und die darauffolgenden Schritt und Trabstangen waren für sie kein Problem: vorausgesetzt ich gab ihr die nötige Hilfe und ließ sie nicht alleine. Man merkte ich zwar wirklich an, dass sie sich bemühte, alles richtig zu machen, aber sie schaffte es einfach nicht richtig. Doch dafür war ich da. Ich war mir ziemlich sicher, dass sie in ein paar Wochen nicht mehr oder gar keine Hilfe mehr brauchte und es alleine schaffte, den richtigen Abstand zu den Stangen zu finden. Auch wenn wir es im Moment noch nicht wirklich brauchten, arbeitete ich mit der Fuchsstute viel an der Versammlung. Ich nahm sie in allen Gangarten immer wieder für kurze Zeit auf, so dass sie sich wortwörtlich zusammenklappen und auf die Hinterhand setzen musste. Denn wenn ich nicht jetzt schon mit diesem Training anfing, würde sie die LK1 nicht schaffen. Dort lagen die Stangen sehr eng, es gab viele kleine Wendungen und Drehungen und da musste Lorelei verstehen, was ich von ihr wollte.
    Lorelei zeigte sich stets bemüht, und das absolut nicht negativ behaftet, wie man bei der Aussage “stets bemüht” denken könnte. Manchmal war sie noch verbissener als ich, wollte eine Übung unbedingt richtig erledigen und dafür Lob bekommen. Das waren jedoch die Tage, an denen ich nach einem kleinen positiven Ergebnis aufhörte und Laurence sie für den nächsten Tag überließ. Lorelei tat es gut, von verschiedenen Menschen geritten zu werden. Bei Laurence blühte sie immer noch mehr auf, strengte sich noch mehr an.

    Heute war einer dieser Tage, an denen Laurence und Cayce mit den Pferden zusammen auf dem Platz waren. Beide Pferde waren warm geritten und ich konnte mal von außen drauf schauen und noch Verbesserungsvorschläge einbringen. Von der Bande aus sah man häufig noch mehr, als wenn man selbst im Sattel saß.
    “Cayce starte einfach mal die Pattern”, rief ich zu dem jungen Mann rüber und wies Laurence nebenbei an, aus dem Parcours heraus zu bleiben, damit Havanna sich wirklich konzentrieren konnte.
    Cayce startete an der Brücke, ging dann auf die Schrittstangen zu und trabte den Mustang vor dem Slalom an. In der Gasse hätte Cayce eigentlich auf der rechten Hand angaloppieren müssen, doch ich hörte nur ein Fluchen von ihm. Er wandte ab, ging zurück zum Slalom und startete erneut. “Versuch sie sofort wenn du in der Gasse bist anzugaloppieren. Da bist du gezwungen sie gerade zu reiten, du kannst ja nicht über die Stange wegbrechen”, erklärte ich ihm und sah ihm dabei zu, wie er sofort die Hilfe zum Galopp gab und Havanna nun auch schön ansprang. Das war wirklich tricky und auch ärgerlich, denn in Cayces Kopf war das Anspringen schon so festgefahren, dass es gar nicht der Fehler der Stute war, sondern jedes Mal sein eigener. Ich würde ihm später auf der anderen Hälfte des Platzes ein paar Gassen aufbauen, bei denen er einfach das Anspringen üben konnte.
    Die Galoppstangen und auch die Box waren kein Problem für Havanna und Cayce. Das Stangen L erforderte mehr präzision, denn nun mussten sie sich zwischen den Stangen um 180 Grad drehen und hatten nach hinten nicht mehr so viel Luft. Auch am Tor mussten die Beiden noch ein bisschen arbeiten. “Im Großen und Ganzen sieht das echt gut aus. Top, macht weiter so!”, rief ich ihnen zu und nickte dann Laurence zu, der mit Lorelei zum Start ging.
    Die Brücke am Start absolvierten sie sauber, bei den darauffolgenden Schrittstangen hatte Laurence kurz nicht Acht gegeben und Lorelei einfach drüber gehen lassen, ohne ihre Schrittlänge anzupassen. Damit das Ganze nicht noch einmal passierte, nahm Laurence die Zügel einen ticken kürzer, so hatte er es einfacher auf die Stute einzuwirken. Der Slalom klappte, auch galoppierte Lorelei sauber an. In der Kurve vorm Viereck parierte Laurence die Stute zum Trab durch, kam schon gebremst in die Box rein und Lorelei hielt instinktiv an. Ich schüttelte kurz lachend den Kopf. “Na siehst du wie das schon drin ist. Die muss ich auf jeden Fall einen ticken früher durchparieren und dann durch die Box treiben, sonst bleibt sie stehen.”
    Das Stangen L klappte leider auch nur eher mühsam, aber daran würden wir noch arbeiten. Dafür waren die anderen Schrittstangen und das Tor kein Problem.
    Nach Laurence ritt setzte ich mich mit Cayce und ihm zusammen und wir besprachen, woran auf jeden Fall noch trainiert werden musste, bevor die Pferde auf Kandare umgestellt wurden.

    Zwei Wochen später stand Laurence am Zaun und beobachtete Cayce und mich beim Training. Wir hatten fleißig trainiert und auch seit drei Tagen auf beiden Pferden die Kandaren, auch wenn wir sie noch sehr viel zweihändig ritten. Für die LK 3 reichte es jedoch auf jeden Fall, auch wenn uns noch viel Training bevorstand.
    Lorelei Trail LK 3 - LK 2, Havanna Girl LK 3 - LK 2, Miss Roxana Trail LK 4 - LK 3
    30.04.2020

    Cayce
    (vor dem HMJ)
    Ich klatschte lachend in die Hände, als ich Murphy reitend auf dem Platz sah. In der Mitte stand Caleb und zog sich seinen Hut vom Kopf, nur um diesen in seine Hände zu legen. Er sah etwas verzweifelt aus. Aber er hatte Murphy ja versprochen, ihm das Reiten beizubringen.
    Im letzten Monat war dies aus Zeitgründen nicht möglich gewesen, weshalb er das diesen Monat wohl angehen würde. Ich freute mich für ihn, wirklich. Es wurde Zeit, dass er reiten lernte. Aber der Hauptgrund war wohl, weil er Octavia damit beeindrucken wollte. O konnte mittlerweile schon so gut reiten und hatte auch einige gute Pferde die sie selbst trainierte. Wie ein Schatten war es jedoch Travis, der sie auf Schritt und Tritt verfolgte.
    “Kann ich nebenbei den neuen Parcours aufbauen?”, rief ich Caleb rüber und vernahm ein Nicken, ehe er sich seinen Hut wieder auf den Kopf setzte und zu Murphy rüber ging. Dieser klopfte den Hals des Pferdes, stieg ab und ging in Richtung Stall.
    “Ich helf dir schnell. Hast du den Plan im Kopf?”, fragte mich Caleb und ich nickte.
    Zusammen bauten wir die Pattern auf. Sie war komplett anders, als die des letzten Monats. Wurden die Hindernisse bei der LK 3 noch fast alle gerade angetsteuert, wurde nun beinahe alles schräg oder aus der Biegung heraus angeritten. Vor allem für Havanna würde es jetzt schwer werden, aber ich war dran. Wir übten fleißig das Angaloppieren aus der Biegung heraus. Auch das Antraben oder durchparieren auf gebogener Linie machte uns nicht mehr so viel aus, wie noch am Anfang des Trainings. Caleb und Lorelei sah man fast täglich an der Versammlung arbeiten. Lorelei schaffte es sogar schon halbwegs auf der Hinterhand stehen zu bleiben und sich zu drehen. Kein Vergleich mit einem Spin, aber das musste sie ja auch nicht können.
    “Ich muss gleich nochmal in die Stadt, du hast den Platz mit Havanna Girl also erstmal für dich alleine”, erklärte Caleb mir und legte die letzte Stange auf den Boden. “Das hier wird anstrengend”, meinte er und wischte sich einmal über die Stirn. “Ich weiß, warum ich lieber Reining reite. Da braucht man nichts herum zu schleppen”, lachte er und verließ dann den Platz.
    Ich ging zum Stall und machte mir die Mustangstute fertig, ehe ich mit ihr auf den Platz ging, nachgurtete und mich dann in den Sattel setzte. Man sah ihr an, dass sie nun jeden Tag im Training war. Sie hatte einiges an Muskeln zugelegt und war ein bisschen ausgeglichener geworden. Ich musste sie nicht mehr jedes Mal ablongieren sondern konnte mich gleich raufsetzen. Während des Warmreitens machte ich mir den Spaß und zählte die Stangen. 32. War es da überhaupt möglich, keinen Beinsalat zu bekommen? Wir würden sehen.
    Unsere Übung starteten wir mit der Brücke, die Havanna mittlerweile sehr vertraut war und vor der sie keine Angst mehr hatte. Es folgte eine Trabstange und ein kurzer, aber breiter Slalom, wieder zwei Trabstangen und ein punktgenaues Anhalten in der Box. Soweit erstmal, das war Bestandteil unseres Trainings am heutigen Tag. Dazu kamen noch ein paar Stangenkombinationen und das Anreiten und Wechseln der Gangart auf gebogener Linie.
    Ich ritt die Stute gerade ab, da fuhr Bellamy mit dem Pferdehänger auf den Hof. “Hey Caleb!”, rief ich meinem Chef zu, der gerade mit Lorelei auf den Platz kam. “Erwarten wir ein neues Pferd?”
    “Ja. Miss Roxana von Stefanie Westside. Sie wohnt eh in Kanada und ich empfand es für besser, wenn sie hier her kommt. Dann müssen wir nicht immer hin und her fahren, das dauert ja auch… Wenn du magst kannst du sie diesen Monat machen. Ist eine Miss Independent Tochter. Sogar die Zwillingsschwester von Homy. Eine ganz liebe.”
    Ich starrte ihn an. “Ich wusste gar nicht, dass Homy eine Schwester hat- und schon gar nicht von einer Zwillingsschwester. Dann mache ich sie. Bin gespannt ob man Homy und sie vergleichen kann!”
    Während Caleb Lorelei warm ritt, kümmerte ich mich um das Ausladen der Rappstute Miss Roxana. Ein schönes Tier. Körperlich sah sie Homy wirklich sehr ähnlich, schien Fremden gegenüber jedoch ziemlich reserviert oder schüchtern zu sein. “Alles gut, Maus. Du hast jetzt erstmal ein paar Tage Zeit, dich einzuleben”, erklärte ich ihr und ging dann wieder zum Platz, wo ich Caleb zuschaute.
    Lorelei musste schon ganz schön schuften. Sie Stute hatte mit Caleb einen Glückstreffer gelandet. Er wusste genau, was er der Stute abverlangen konnte und wann es besser war, aufzuhören. Es dauerte nicht lange, da kam Lorelei ganz schön ins schwitzen.
    Auch Laurence gesellte sich zu mir an den Zaun, der die Stute von Hunter sowieso über alles liebte. “Die macht sich toll, oder?”, fragte er mich begeistert und bekam von mir eine Antwort, mit der er wohl nicht gerechnet hatte: “Ja. Aber hast du mal Havanna Girl gesehen? Mit ihr mache ich auch richtige Fortschritte!”
    “Da muss ich gestehen nein. Die hab ich noch nicht wirklich zu sehen bekommen.”
    “Solltest du mal, lohnt sich.”, lachte ich und schaute wieder zu Caleb, der aus dem Stangen L gerade auf der rechten Hand angaloppierte, zwei Stangen schräg überritt, auf das offene Viereck zusteuerte und schließlich die letzte gebogene Stange anvisierte, um die Stute aus dem Galopp anzuhalten. Das kam der Stute wohl zu überraschend, denn sie blieb erst zwei Pferdelängen hinter dem Hütchen stehen. Ich lachte, Laurence stieg reserviert in mein Lachen ein: “So eine Masse braucht ein bisschen länger zum stehenbleiben.”
    “Haha, wie witzig”, erwiderte Caleb trocken und lobte die Stute, indem er ihren Hals streichelte. “Es wird.”
    “Caleb wenn du da fertig bist komm mal rein, eine E-Mail mit dem Horse Makeover. Du sollst so schnell es geht nach Schweden.”

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

    Laurence
    (während des HMJ’s)
    Caleb war vor ein paar Tagen zusammen mit Tschetan nach Schweden abgereist, so dass ich erneut das Vergnügen hatte, Lorelei von Hunter zu reiten. Ich freute mich wahnsinnig darüber- und auch Lorelei schien sich zu freuen, denn bei mir musste sie nicht so wahnsinnig hart arbeiten. Caleb würde bei seiner Rückkehr dafür mit mir schimpfen, aber er würde sehen, dass ich den Trainingsstand der Stute dennoch gehalten hatte.
    Wir fingen heute nach dem Aufwärmen wieder kurz mit den einfachen Stangenkombinationen an. Ein bisschen Schritt, ein bisschen Trab und viele Galoppeinsprünge. Mir war es wichtig, dass sie punktgenau ansprang und punktgenau durchparierte, wenn ich das von ihr verlangte. So etwas wie vor ein paar Tagen, dass sie einfach am Hütchen vorbei lief, durfte in einer Prüfung nicht passieren. Die Aussage, dass so eine Masse länger brauchte zum stehen bleiben, war natürlich nicht wahr- und genau das wollte ich den anderen Trainern beweisen.
    Dadurch, dass Lorelei charakterlich eh schon ziemlich gutmütig und lernwillig war, bekam ich sie mit einiger Übung dazu, langsamer und schön gleichmäßig zu galoppieren. Nun fiel ihr das Stehenbleiben aus dem Galopp auch wesentlich leichter, da sie nicht zu schnell unterwegs war. Sie nahm schön Last auf der Hinterhand auf und stemmte die Vorderbeine in den Boden, so dass wir schon beim zweiten Versuch neben der Pylone zum Halten kamen.

    Cayce
    Ich fing heute wieder mit Havanna Girl an. Murphy war so lieb gewesen und hatte sie mir schon gesattelt. Auch Miss Roxana würde er mir nachher vorbereiten, so dass ich später nur schnell die Pferde tauschen musste.
    Ich merkte Havanna sofort beim Aufsteigen an, dass sie heute wohl keinen guten Tag hatte. Kaum saß ich auf ihrem Rücken, flogen die Ohren zurück und sie warf den Kopf hoch. “Hey Mädchen, was hast du denn heute?”, fragte ich sie ungläubig und streichelte ihren Hals. Wir hatten die letzten Tage hart trainiert, vielleicht hatte sie auch ein wenig Muskelkater.
    Deshalb entschied ich mich dazu, die Stangen weg zu lassen und lediglich die Brücke, das Drehen und das Rückwärtsrichten anzugehen.
    Nach ausgiebigem Aufwärmen und dehnen der Stute wirkte sie gleich viel entspannter, dennoch blieb ich bei meinem Plan. Die Brücke bereitete ihr absolut keine Probleme mehr, sie ging langsam, aber flüssig hinüber und schaute nicht, wie zu Beginn, in der Gegend herum, sondern fokussierte ihren Blick nach vorne, um genauso flüssig von der Brücke hinunter zu gehen, wie sie hinaufging. Wir übten ein wenig die Turns und widmeten uns dann dem Rückwärts im großen Stangen L, aus dem ich sie auch ein paar Mal kurz angaloppieren ließ.
    Heute ging es auch Miss Roxana an den Kragen. Ich tauschte die Pferde im Stall und begab mich auf den kleinen Reitplatz, da der große ja mit den Hindernissen für die LK 2 belegt war.
    Ich führte Roxana ein paar Runden im Schritt. Dabei ging ich immer wieder um die Hindernisse herum. Schließlich saß ich auf. Caleb hatte mir die Pattern der letzten LK geschickt, so dass ich die Stute erneut an dieser trainieren konnte, nur dass ich die Abstände geringer gestaltete. Zwischen der Box und dem Tor lagen vier Schrittstangen, deren Abstände schon ordentlich gering waren. Ich ritt Roxana einfach darauf zu und wollte sehen, wie sie reagierte. Die fremde Umgebung und der fremde Reiter, auf den sie noch immer recht schüchtern reagierte, machten ihr wohl einen Strich durch die Rechnung. Es glongte. Nicht nur einmal, sondern gleich viermal. “Das geht so nicht..”, tadelte ich die Stute und setzte erneut an. Aus dem Augenwinkel sah ich Octavia am Zaun stehen. “Legst du nochmal richtig hin bitte?”, rief ich ihr zu und deutete auf die Schrittstangen.
    Wenige Augenblicke später steuerte ich erneut darauf zu, nahm die Stute vorher an und hielt sie so gut es ging zusammen. Diesmal konzentrierte sie sich wirklich auf den Weg nach vorne und schaffte es, nur bei der Letzten anzuschlagen. Wir wiederholten die Übung ein paar Mal, ehe ich sie vorne locker lassen konnte und sie von selbst die Hufe hob. Sie hatte wohl nur etwas Anlauf gebraucht.
    Das Tor und auch die Box schienen für die Stute kein Problem. Da hatte Caleb schon einiges an Vorarbeit geleistet gehabt. Die Plane, die als Vorübung zur Brücke gedient hatte, mussten wir später auf dem großen Reitplatz üben, denn dort war sie ja eh aufgebaut. Es wäre überflüssige Arbeit, sie auch hier hinzustellen.
    Der Slalom, bei dem wir im Trab über drei Stangen gehen mussten, war auch keine große Herausforderung. Ebenso wenig wie die Galoppstangen. Das Stangen L war da schon schwieriger, obwohl es breiter gelegt war, als für die beiden Pferde in der höheren Klasse, Havanna Girl und Lorelei.
    Schließlich ritten wir rüber zum großen Platz, wo ich sie mit der Brücke bekannt machte. Wir schafften es nicht auf Anhieb drüber zu reiten, aber ich war mit zwei Schritten auf der Brücke für heute schon zufrieden.

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

    Laurence
    Zwei Wochen später war Caleb wieder da und wollte sich für eine letzte finale Runde auf alle Pferde draufsetzen, bevor wir offiziell sagen konnten, dass sie eine Leistungsklasse nach oben gestiegen waren.
    Er fing mit Havanna Girl an. Cayce hatte viel mit ihr gearbeitet und abgesehen von dem einen schlechten Tag, war sie wirklich gut zu reiten gewesen und hatte immer toll mitgemacht. Nachdem Cayce sie warm geritten hatte, nahm er Miss Roxana von Murphy ab und ritt sie warm.
    Caleb fing am Anfang der Pattern an, stieg über die Brücke, ritt im Trab den Slalom und kam in der Box zum Stehen. Nach einer 360 Grad Drehung ging es weiter zum Tor. Von diesem aus ging es im Galopp über Galoppstangen. Schließlich Trabstangen und zum Stehen im Stangen L. Rückwärts um die Kurve und aus dem Stand in den Galopp, über die restlichen 4 Stangen und schließlich das punktgenaue Anhalten an der letzten Pylone. “Die hat sich wirklich gemacht.”, sagte er zu Cayce und gab Murphy das Pferd, der die Stute absatteln ging.
    Nun folgte Lorelei, die ich bis dato noch warmgeritten hatte. Die aufmerksame Stute merkte sofort, wer dort wieder auf ihrem Rücken saß. Das einfache Leben war vorbei, denn Caleb forderte die Stute sofort. “Hier hast du aber ein bisschen geschludert, als ich weg war”, meinte er weniger begeistert zu mir und nahm die Stute wieder vermehrt an, damit sie sich versammelte und ihm nicht auseinanderklappte. Lorelei schnaubte, gab ihr Bestes und trat schön unter, sofern ihr stämmiger Körperbau dies zuließ.
    Auch mit ihr ritt Caleb die Pattern, die er eben mit Havanna Girl geritten war. Immer, wenn die Stute sofort auf die Hilfen ansprang oder durchparierte, lächelte ich in mich hinein. Das konnte sie jetzt, daran hatte ich lange geübt- und als Caleb aus dem Stangen L angaloppierte, den Bogen ritt und auf die Pylone zusteuerte, jubelte ich laut auf, als Lorelei genau dort zum Stehen kam, wo sie sollte. Caleb sah mich kurz verwirrt an, lächelte dann aber. “Jetzt weiß ich, was ihr die ganze Zeit getrieben habt, als ich weg war.”
    Auch mit Miss Roxana war der Cowboy zufrieden. Über die Brücke ging sie nun ohne zu zögern und auch die Schritt, Trab und Galoppstangen stellten für sie kein Problem mehr dar. Die Umstellung von der Wassertrense auf die Kandare, die bei der LK 3 üblich war, hatte sie nicht ganz so gut verkraftet. Cayce hatte viel Zeit damit verbracht, mit der zweiten Hand einzugreifen und ihr vermehrt Hilfestellungen zu geben. Auch heute musste Caleb einmal mit der rechten Hand in den rechten Zügel fassen, weil sie zuerst nicht verstand, wohin sie denn nun gehen sollte. Dies war allerdings nicht schlimm. Miss Roxana durfte noch ein paar Tage bleiben und so hatten wir noch genügend Zeit, ihr die Unterstützung zu gewährleisten, die sie brauchte.
    Lorelei Trail LK 2 - LK 1, Havanna Girl Trail LK 2 - LK 1
    30.05.2020

    Caleb
    Mit einem lachenden und einem weinenden Auge stand ich im Eingang des kleinen Reitplatzes. Ich hatte Lorelei an der Hand, die ich nur noch ein paar Tage hier bei mir hatte, ehe sie wieder nach Hause fliegen würde. Dann waren vier Monate Training vorbei- und wie sie vorbei geflogen waren, wie im nu! Nicht immer hatte ich ausreichend Zeit für die Stute gehabt, das HMJ und ein Aufenthalt in Schweden waren mir dazwischen gekommen. Doch Laurence war immer eine würdige Vertretung für mich gewesen und hatte sich wirklich mit der Stute angefreundet, ihn würde es, so glaubte ich, am härtesten Treffen, dass wir sie nicht mehr jeden Tag um uns herum haben würden.
    Lorelei war die ganze Trainingszeit über gutmütig und arbeitswillig gewesen, auch wenn ich ihr manches Mal mehr abverlangte hatte, als sie mir geben konnte. Ihr fiel es mittlerweile, vor allem durch das viele Training, nicht mehr ganz so schwer, sich zusammen zu falten und wirklich versammelt zu gehen- das kam ihr bei den Stangen zugute, die jetzt wirklich eng lagen.
    Wir ritten die selbe Pattern wie für die LK 2, allerdings hatte ich die Abstände der Stangen und auch der Kombinationen verkleinert. “Komm Lorelei”, sagte ich zu der Stute und gemeinsam gingen wir auf den Platz, wo ich nach dem Nachgurten aufstieg und sie warm ritt. Schon jetzt achtete ich darauf, dass sie locker und gleichmäßig lief und sie auf meine Hilfen fein und sofort reagierte.
    Ich merkte jedoch schnell, dass heute absolut nicht ihr Tag war. Sie schlug an die Stangen an, trat aus dem Viereck raus und hatte ihre Gedanken irgendwie nicht an der richtigen Stelle. Die Übungen ließ ich nun also sein und ritt viele Lockerungs- aber auch Versammlungsübungen, ehe ich das Training für heute beendete. Manchmal hatten auch die Pferde einen schlechten Tag, da nutzte es nicht, sie durch die Aufgaben zu quälen. Morgen würden wir einen neuen Versuch starten.

    Cayce
    Auch Havanna Girl würde nicht mehr lange bei uns bleiben, so dass nun die letzten Tage des Trainings anbrachen. Die Stute hatte sich gut gemacht. Am Anfang war ich nicht so gut mit ihr klar gekommen, doch das Training hatte uns immer mehr zusammen geschweißt. Sogar so sehr, dass ich sie abkaufen würde, sollte sie zum Verkauf stehen. Neben Shorty wäre sie eine willkommene Abwechslung. Natürlich hoffte ich, dass sie nicht zum Verkauf stehen würde, denn nun war sie bestens für die kommende Turniersaison gewappnet und würde im Trail einige erste Plätze abräumen können. Ich hoffte inständig, in Zukunft einiges über die Stute zu lesen, was Turniere anging.
    Caleb verließ gerade etwas zerknirscht den Platz, als ich diesen mit der Stute betrat. “Keinen guten Tag gehabt heute?”
    “Nein, morgen wirds aber wieder besser.”
    Ich nickte, ging schließlich mit dem Grullo auf den Platz, gurtete nach und stieg auf. Ich ritt die Stute fast jeden Tag. Man merkte ihr deutlich an, dass sie viel ausgeglichener und auch ausgelasteter war. Nach gründlichem Aufwärmen wandte ich mich heute vermehrt der Galopparbeit zu. Dazu nutzte ich die Stangen. Es ging mir nicht wirklich darum, über die Stangen zu reiten. Vielmehr nutzte ich sie als Hilfen, damit ich neben, über oder sogar zwischen ihnen die Hilfen zum Galopp geben konnte. Ich wechselte oft die Hand, ließ sie auch mal nur ein paar Schritte richtig anspringen und galoppierte sie auch mal im Außengalopp an, damit sie wirklich genau auf meine Hilfen reagierte.
    Erst dann ging ich wieder an den Teil der Trailpattern ran, bei dem das Angaloppieren verlangt war. Dazu stellte ich mich am Tor auf. Ich arbeitete dieses nicht, stellte mich nur in ‘Fluchtrichtung’. Kurz stellte ich Havanna, ehe ich sie auf der linken Hand angaloppierte und wir in einem Kreis über die fünf Galoppstangen gingen. Vor den Trabstangen parierte ich sie zum Schritt durch und ging daran vorbei. Wir arbeiteten das Stangen L, galoppierten auf der rechten Hand an, über die Beiden Trabstangen, das offene Quadrat und schließlich die letzte Galoppstange auf gebogener Linie, ehe ich sie neben der Pylone stoppte. “Gooood girl!”, lobte ich die Stute und streichelte ihren Hals, ehe ich sie am langen Zügel im Schritt noch ein wenig abritt. Vor eineinhalb Monaten hätte sie mir die Stangen fast alle angehauen, aber heute war ich mächtig stolz auf Havanna!

    Caleb
    Am nächsten Tag war ich wieder voller Elan, auch Lorelei schien einen besseren Tag zu haben, denn sie wieherte mir laut zu, als sie mich zum Paddock kommen sah. Vielleicht war sie aber auch nur so froh mich zu sehen, weil ich ihr eine Möhre zusteckte.
    Das Putzen und Satteln ging wie immer schnell, so dass ich mich eine viertel Stunde später auf dem Platz befand. Nach dem Nachgurten stieg ich auf und ließ sie zunächst am langen Zügel ein wenig Schritt gehen. Dabei wechselte ich immer wieder nur mit Gewichts- und Beinhilfen die Richtung. Sie reagierte sehr weich und augenblicklich auf meine Hilfen- fühlte sich von oben also auch viel besser an, als noch am vorherigen Tag.
    Ein paar Runden später nahm ich die Zügel auf und achtete darauf, dass Lorelei versammelt blieb. Sie hatte wirklich an Muskeln zugelegt, besonders am Rücken und an der Hinterhand. Ihr fiel es zwar noch immer schwer, ihren Rücken und die Bauchmuskulatur so lange anzuspannen, aber es wurde immer besser und kein Vergleich zu unserem Anfang von vor vier Wochen!
    Lorlei schaffte es im heutigen Training, dank Laurence’ Einheiten im letzten Monat, punktegenau anzutraben und anzugaloppieren sowie durchzuparieren, gleich nachdem ich ihr die Hilfen dazu gegeben hatte.
    Am Trabdreieck verhaspelten wir uns ein wenig, was aber meine Schuld gewesen war, weil ich sie vorne nicht locker genug gelassen hatte.
    Nachdem wir nun die Kombinationen erneut durchritten hatten, ging es zum Quadrat und dem Tor, was auf das Quadrat folgte. Die Stangen lagen für die LK 1 ziemlich eng und wir hatten uns hier schon gefühlt Tag und Nacht abgemüht, waren aber immer wieder aus den Stangen rausgetreten. Heute wollte ich eine andere Vorgehensweise testen. Lorelei wusste, wie sie sich um 360 Grad zu drehen hatte. Sie kontrollierte ihre Füße und versuchte so wenig Platz wie möglich zu brauchen, schaffte es aber nicht im Viereck zu bleiben. Also ging ich wieder einen Schritt zurück, ging das Ganze nochmal Schritt für Schritt von vorne an.
    Dazu ritt ich die Stute auf das Viereck zu, hielt sie zunächst nicht an, sondern ritt einfach drüber hinweg. Das machte ich ein paar Mal, ehe ich sie immer mal wieder in der Mitte anhielt, vor den Stangen, über der Stangen und hinter den Stangen. Erst dann ritt ich sie bis in die Mitte und hielt sie an. Kurz lobte ich die Stute, bevor ich anfing ihr die Hilfen zum drehen zu geben. Nach einem Schritt machte ich Pause, wieder ein Schritt, erneut Pause. Nach einer Runde fing die nächste an: zwei Schritte, Pause, zwei Schritte, Pause. Nicht in jeder Trailpattern kam das Stangenviereck so klein vor, doch ich wollte, dass Lorelei das hinbekommen sollte. Also hieß es üben, üben, üben.
    Ein paar Tage später machte sich die Arbeit und mein ‘back to the roots’ denken bemerkbar. Wir schafften jetzt gemeinsam eine halbe bis dreiviertel Drehung, ohne über die Stangen zu treten. Schon besser, aber noch immer nicht das, was ich erreichen wollte. Wir kamen unserem Ziel allerdings näher.
    Die restliche Pattern bereitete der Fuchsstute keine Probleme, daran hatten wir lange genug mit Schweiß und Tränen gearbeitet.

    Cayce
    Havanna war ein Pferd, die wenn sie Vertrauen gefasst hatte, mit einem durch dick und dünn ging. Ich war froh, dass wir nach den vier Monaten des Trainings dieses Level erreicht hatten und merkte ihr immer wieder an, dass sie sich die größte Mühe gab.
    Heute war der letzte Tag des Trainings hier auf der Bow River Ranch, so dass ich noch einmal die Pattern von vorne bis hinten durchreiten wollte- natürlich unter den strengen Adleraugen von Caleb, der nach mir den Parcours mit Lorelei reiten würde.
    Ich startete an der Brücke, über die ich im gemütlichen Schritt drüber ging. Kurz danach trabte ich sie an und nahm sie sofort zurück, weil sie mir ein bisschen flott wurde, sonst würden wir die Stangen gleich nicht packen. “Ruhiger antraben”, kam es von Caleb vom Zaun. Innerlich nickte ich, merkte mir das für den späteren Galopp und den erneuten Trab.
    Eine Stange, ein kurzer Slalom, zwei Trabstangen und das Halten im Viereck. Die Grullostute setzte schön unter, stoppte toll und stand ruhig zwischen den Stangen. Ich gab ihr die Hilfen zur 360 Grad Rechtsdrehung, ehe wir in Richtung des Tors gingen. Davor hielt ich sie an, stellte sie parallel und öffnete das Tor mit einer Hand, ehe ich sie hindurch navigierte und das Tor wieder schloss. Sie reagierte wunderbar auf meinen äußeren Schenkel und die angenommenen Zügel, denn sie ging ein paar Schritte im Sidepass rüber zum Tor, damit ich es besser zubekam. “Zu weit weg”, kommentierte Caleb meine Korrektur.
    “Ich weiß”, antwortete ich ihm, ehe ich Havanna stellte und sie, möglichst ruhig, im Linksgalopp angaloppierte. Es folgte die runde Stangenkombinarion, die wir vor ein paar Tagen intensiv geübt hatten, ehe ich sie zurück in den Trab nahm. Es folgten ein halbes Dutzend Trabstangen, ehe wir uns im Stangen L wiederfanden. Dort richtete ich sie rückwärts um die Ecke, ehe es ums erneute Angaloppieren ging. Ich richtete mich auf, legte mein rechtes Bein an, das Linke ein wenig zurück und gab der Stute ein Küsschen. Sofort sprang sie auf der rechten Hand an, wir galoppierten über die beiden Stangen, durch das offene Viereck und schließlich über die schräg liegende Stange, ehe wir an der Pylone punktgenau anhielten.
    Ich legte die Zügel ums Horn und beugte mich nach vorne, um die Stute ausgiebig zu loben. “Hat die sich gemacht oder was!” Caleb lachte, strich Lorelei durch die Mähne und nickte. “Kann man wohl sagen.”

    Caleb
    “Du musst aber aufpassen, dass du beim Antraben und angaloppieren nicht zu hektisch wirst und beim Tor dass dein Pferd dir nicht zu weit wegläuft, das soll schön dran bleiben, damit du mit Leichtigkeit zumachen kannst”, sagte ich Cayce, der gerade den Platz verließ und zur Seite ging, so dass ich diesen mit der Fuchsstute betreten konnte. Laurence hatte sich zu uns gesellt, schaute ein wenig traurig zu uns rüber. “Willst du sie reiten?”, fragte ich ihn doch er verneinte zu meiner Verwunderung. “Aber wenn ich darf würde ich gleich eine kleine Runde ins Gelände mit ihr gehen, vielleicht kann Cayce mit Havanna dann mitkommen?”
    Ich musste nur kurz überlegen, ehe ich nickte. “Aber nur wenn wir das verdammte Viereck hinbekommen, wenn das heute nicht klappt lass ich sie nicht gehen, bis ich ihr das eingetrichtert habe wie es geht. Oder ich schneid ein Stück ab. Dann ist sie kürzer und kommt besser rum!” Cayce fing schallend an zu lachen, während Laurence die Kinnlade runterklappte. “Das war ein Scherz…”
    Mit Schwung stieg ich auf den Rücken der Stute auf, setzte mich richtig hin und trabte zur Brücke, vor der ich sie anhielt. Anfangs hatte ich wirklich Angst gehabt, sie würde dazwischen stecken bleiben- aber um einiges sportlicher war sie hier auf der Ranch ja geworden.
    Wir starteten also mit der Brücke. Als alle vier Hufe runter waren, gab ich ihr die Hilfen zum Trab, lenkte sie nach links über die Stange, dann wieder nach rechts zur ersten Pylone des Slaloms, ehe es scharf nach links ging, über zwei Trabstangen und schließlich in das Viereck. “Alles oder nichts”, sagte ich zu Lorelei, legte meine Beine an, nahm die Hand mit den Zügeln relativ hoch, damit sie den Rücken anspannte und vorne nachgab, ehe ich anfing die Hilfen zur 360 Grad Drehung zu machen.
    Lorelei drehte sich langsam… aber sauber! Wir hatten es geschafft! Zwar im Schneckentempo, aber wir hatten es geschafft! Ich lächelte umso mehr, als ich Laurence am Rande des Reitplatzes jubeln sah. Es folgte das Tor, bei dem ich um Cayce zu ärgern penibel darauf achtete, es korrekt zu reiten. Nun folgte der Galopp auf der linken Hand, den ich Lorelei in ihrem Tempo laufen ließ, ehe ich sie nach der runden Stangenkombination in den Trab zurücknahm und bei den Dreiecksstangen die Hand vorgab, damit mir nicht wieder der gleiche Fehler passierte, wie noch vor ein paar Tagen. Die nächste Station war das Stangen L. Rückwärts war heute nicht so wirklich unser Ding, dennoch ritt ich sie korrekt, wenn auch langsam, um die Ecke, bevor wir aus dem Stand angaloppierten und nach der schräg anzureitenden Stange an der Pylone stoppten. Ich betone: genau an der Pylone.
    Doll lobte ich die Stute und ritt zum Ausgang des Platzes. “Die hat sich einen Ausritt wirklich verdient. Havanna Girl auch. Top, bin stolz auf die Leistung der Pferde.”
    “Wenn sie denn nur hierbleiben dürfte”, fügte Laurence an und stieg auf, nachdem er die Steigbügel angepasst hatte.
    “Pferde kommen und gehen, Laurence, wir finden noch das passende Pferd für dich. Auch wenn es nicht Venetia und Lorelei sind.”

    Die Kür
    Es bereitete mir eine unglaubliche Freude heute in den Tag zu starten. Solche Tagen waren selten geworden umso mehr wusste ich diese Momente des Glücks zu schätzen. Lorelei hatte heute ihre Zuchtprüfung und wir vergeudeten am Morgen keine Zeit. Nach der alltäglichen Fütterung machte ich meine Stute fertig. Ich flocht ihre Mähne und den Schweif so traditionell, wie ich konnte ein. Ihre Hufe lackierte ich pechschwarz und ich putzte sie so gründlich wie eh und je. Für die Fahrt zur Veranstaltung legte ich ihr eine schützende Decke über und zog ihr Gamaschen an, die die Beine schützen sollten. Als wir auf dem Hof ankamen wurden wir direkt eingewiesen, wo wir uns weiter vorbereiten konnten. Als wir unseren Platz gefunden hatten, lud ich Lorelei ab und band sie außen am Hänger an, nahm die Decke und die Gamaschen ab und striegelte ein letztes mal über ihr rotes Fell. Die Suffolk Punch Stute war wie immer sehr genügsam und ließ sich auch ohne Probleme aufzäumen. Die Trense war sehr schlicht und betonte so den äußerst großen Kopf der Stute. Als wir aufgerufen wurden führte ich Lorelei in die Veranstaltungshalle. In der Mitte blieb ich stehen und grüßte die Richter, aus sicherer Entfernung. Danach begann ich auf der linken Hand und führte in aufsteigender Reihenfolge zuerst Loreleis Schritt, dann ihren Trab und schließlich den Galopp vor. Wir wiederholten das Prozedere auch auf der rechten Hand. Dabei ließ ich sie Zirkel und Volten laufen um irgendwie mithalten zu können. Da sie im Galopp natürlich nicht lospreschen konnte, ließ ich sie nach der kurzen Vorführung vom Strick. Es brauchte etwas Motivation für Lorelei um tatsächlich frei zu laufen. Wenn es nach ihr ginge, dann wäre sie einfach bei mir stehen geblieben. Als die Richter genug gesehen hatten rief ich die Stute zurück zu mir, klickte den Strick ein und verließ die Halle. "Das ging fix.", sagte ich abschließend und kraulte Loreleis Hals, während wir zurück zum Hänger gingen.
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  11. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

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    präsentiert
    Joline

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    Joline
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    Stute | *2014 | 179cm
    Englisches Vollblut
    Perlino Minimal Tobiano

    ● ○ ● ○

    Von unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    ● ○ ● ○

    Joline ist extrem auffällig. Nicht nur wegen ihrer hellen Perlinofärbung, sondern auch durch ihre Größe. Als Stute ist sie mit fast 1,80m ein echter Hingucker. Sie genießt die Aufnerksamkeit und es scheint, als würde sie dadurch noch etwas größer werden.
    An sich ist Joline ein sehr reinliches Pferd und wälzt sich nur in sauberem Stroh. Leider kratzt sie sich oft an Mauern und Wänden, sodass ihr Schweif und auch die Mähne sehr darunter leiden.
    Joline ist ein wahrer Allrounder. Egal ob Military, Springen oder Distanz, mit ihr ist alles zu schaffen. Auch Turniere meistert sie mit Bravour und ist immer mit voller Konzentration und Aufmerksam dabei.

    ● ○ ● ○

    Besitzer: Canyon
    VKR/Ersteller: Canyon
    im Besitz seit: 18-Feburuar-2020
    Kaufpreis: x Joellen

    ● ○ ● ○

    ● Schleifenaufstieg ● Trainingsaufstieg ● Potential


    Military E A L M S S*

    Distanz E A L M S

    Galopp E A L M

    Dressur E A L

    Springen E A L M


    ● ○ ● ○

    Fohlen ABC | Eingeritten | Eingefahren

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    473. Fahrturnier | 475. Fahrturnier | 476. Fahrturnier

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    455. Distanzturnier

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    607. Dressurturnier

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    458. Militaryturnier

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    531. Rennen

    ● ○ ● ○


    [Schleife]
    Thema

    Abstammung: 0
    Schleifen: 7
    HS: 0
    TA: 0
    Trainer: 8
    Zubehör: 2
    Gesamt: 17

    Gencode: EE AA CrCr nTo
    Zur Zucht zugelassen: Nein
    Eingetragene Zucht: Phoenix Valley (PV)

    Nachkommen
    -

    ● ○ ● ○

    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt

    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt

    ● ○ ● ○
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    Distanz E→A
    Ich fand Bartholomäus in der Box von Joline. Nicht, dass ich ihn aktiv gesucht hatte, aber es war immer ratsam, ein Auge auf ihn zu haben, vor allem weil er zur Zeit etwas Liebestoll war. Einerseits hatte es ihm die neue Perlinostute angetan, aber auch eine unserer Praktikantinnen, die Nico angestellt hatte, um uns als Trainer das Training mit den Pferden etwas zu erleichtern. „Praktikanten“ war allerdings etwas das falsche Wort. Immerhin arbeiteten sie den Tag über auf dem Gestüt und bekamen dafür mehr als nur etwas Hungerlohn.
    »Cjara hat zugestimmt mitzukommen«, sagte ich. »Du kannst also ruhig deine gute Hose anziehen, wenn du etwas Eindruck machen möchtest.« Ich bedachte die ausgewaschene Jeans mit misstrauischen Augen.
    »Malte, alter Mann«, sagte Bart und kam aus Jolines Box. »Du weißt gar nicht mehr, wie man heutzutage gut bei Frauen ankommt.« Er grinste und wischte sich die dreckigen Hände absichtlich an der Hose ab.
    Cjara war eine unserer Praktikantinnen und Bart hatte mehr als nur ein Auge auf sie geworfen. Sagen wir, er hatte zwei Augen auf sie geworfen. Normalerweise ritt sie eine unserer Stuten, aber Bart hatte mich dazu überredet, sie zu diesem Distanztraining mitzunehmen und ihr den neuen Hengst Eskador aufzubinden.
    »Allerdings wird nicht sie Eskador reiten, sondern ich selbst werde ihn übernehmen«, sagte ich und wartete auf Barts Reaktion. Als diese jedoch ausblieb, fügte ich hinzu: »Deswegen wirst du wie immer Blue Soul nehmen und Cjara wird Joline reiten.«
    »Was?!« Bart war entrüstet. »Das ist ein Scherz, ich habe mich schon bei Jolines Ankunft für sie verpflichtet!«
    »Tja«, sagte ich. »Wie du bereits meintest: Ich bin hier der Profi.«
    Ohne noch etwas zu sagen, drehte ich mich um und verließ den Stall. Ich hätte diese Situation gerne vermieden, leider gab es keine andere Möglichkeit, wenn Cjara mitkommen sollte. Eskador kannte ich noch nicht und heute sollte sein erster Trainingstag werden. Ich ritt die Pferde gerne selber einmal, bevor ich sie an unerfahrenere Hände weitergab. Ich hoffte, dass Bart ruhig bleiben würde und ausnahmsweise sich nicht peinlich jugendlich verhielt. Immerhin würde uns heute eine Kundin begleiten. Sie hatte angefragt, ob wir sie bei einem Training mit einer neuen Stute etwas unterstützen konnten und natürlich hatte ich ihr zugestimmt.
    Reyna Huntington war mit ihrer Stute Venetia extra zu uns gereist. Nico hatte sie bereits begrüßt, Reyna Venetias Paddockbox für ihren Aufenthalt gezeigt und dann bereits das wichtigste mit ihr geklärt.
    Ich würde heute also nicht nur Bart haben, um den ich mich kümmern musste, sondern auch die unerfahrene Cjara, zwei neue Pferde und eine Kundin, die sich über etwas Hilfe und Aufmerksamkeit bestimmt nicht beklagen würde.
    Alle Pferden liefen noch auf E-Niveau, Ziel des heutigen Rittes war es allerdings, die 33km zu knacken und die Pferde aufzustufen. Reyna hatte mir erzählt, dass ihre Stute zwar noch nicht lange bei ihnen war, jedoch bereits Vorerfahrungen hatte und auch mit Reyna schon kleinere Trainingseinheiten hatten. Sie hatte mich auch vorgewarnt, dass beide noch etwas brauchen würden, um ein Team zu werden, ich machte mir da jedoch überhaupt keine Sorgen. Reyna war eine begabte Reiterin und alles, was ich von Venetia gehört hatte, hatte sie viel Geduld und Ruhe.
    Cjara war aufgeregt, Bart cool und angeberisch wie immer, als wir unsere Pferde vorbereiteten. Ich verteilte wasserdichte Brusttaschen für die Karte und die Check-Karte und nahm gleich die ersten Pulswerte von den Pferden. Auch wenn dies ein offizieller Distanzritt war, führte ich eine solche immer mit, um jeder Zeit auf jeden einzelnen Wert des Pferdes zugreifen zu können.
    »Da alle Pferde noch sehr unerfahren sind«, sagte ich in die Runde, bevor wir aufstiegen. »Bleiben wir heute in der Umgebung. Die Strecke ist genau 33,2 km lang. Auf euren Karten seht ihr die verschiedenen Punkte, an denen Pausen und Vet-Checks duchgeführt werden. Natürlich kenne ich den Weg, vielleicht müssen wir uns aber trennen und so hat jeder die Chance, den Ritt auch alleine fortsetzen zu können.«
    Alle saßen auf. Reyna und Cjara hatten sich bereits während des Putzens unterhalten, sodass Bart etwas abseits stand und das fand er gar nicht witzig. Ich war froh, dass die beiden sich gut verstanden und auch während des Rittes sich unterstützen würden.
    Ich hatte etwas Bedenken, dass Venetia mit den großen Vollblütern nicht mithalten würde können. Aber so hatten wir einen Grund, das Training heute langsam angehen zu lassen.
    Wir wärmten die Pferde auf, als wir im Schritt das Gestüt verließen. Als wir den Wald und seinen weichen Boden erreichten, trabten wir an. Venetia reihte sich weiter hinten ein. Ich war froh, dass Bart mit I‘ve got a blue soul die Führung übernahm und sich etwas mit Cjara und Joline beschäftigte. So konnte ich nun ein Auge auf Reyna haben, die zwischendurch immer wieder etwas Probleme hatte, mit Venetia mitzuhalten. Die Stute war im Schritt allerdings etwas trödeliger, als im Trab. Für einen Tinker und ihr Körpervolumen hatte sie durchaus viel Kraft. Ich riet Reyna, sich nicht zu viel Stress mit Treiben zu machen. »Lieber entspannt laufen lassen. Am Ende verlierst du die Punkte nicht wegen deiner Geschwindigkeit, sondern weil Venetias Puls in die Höhe schießt.«
    Unsere erste Pause fand an einem kleinen Bachlauf statt, so musste niemand vorher bereits Wassereimer verteilen. Wie tränkten die Pferde schnell, nutzen die Chance für einen Blick auf die Karte, bevor es auch schon weiter ging.
    Mittlerweile galoppierten wir an den Stellen, die es uns erlaubten. Joline und Blue Soul, die reinrassigen Warmblütern, mussten hier immer wieder gestoppt werden, ohne dabei sie so in Rage zu versetzen, dass sie sich gegenseitig aufschaukelten. Bart und Cjara ritten so immer etwas vor uns. Eskador blieb eher ruhig und bekam einen gemütlichen, kräftesparenden Galopp hin. Venetia legte sich ganz schön ins Zeug und hielt mit Eskadron gut mit.
    Durchnässt waren wir trotzdem alle, als wir uns dem Vet-Check näherten. Wir parierten bereits einige hundert Meter vorher durch und beruhigten den Puls. Es war immer ein schmaler Grad, zwischen einem schwachen Puls und einer guten Durchschnittsgeschwindigkeit. Die Erfahrung hatte allerdings gezeigt, dass die Zeit zum Luftholen vor dem Vet-Check der beste Weg war. Oft gab es unangekündigte Tierarztkontrollen, bei denen es nicht möglich war, die Pferde vorher etwas abzukühlen.
    Wir stiegen von den Pferden ab und nahmen sofort den Puls. Es war erstaunlich, wie gut Venetias Werte waren. Auch Reyna freute sich über die positive Kritik an ihrer Stute. Vermutlich hatte sie sich etwas von den schlanken Rennpferden einschüchtern lassen, mit denen sie unterwegs war.
    Nach einigen Minuten nahmen wir abermals die Werte. Mittlerweile hatten sich die Pferde beruhigt und auch die beiden Vollblüter waren etwas zu Atmen gekommen. Ihre Werte waren nicht die besten gewesen, während Eskador in einem guten Bereich lag und gemütlich neben Venetia an dem bisschen Gras an unserer Raststätte knabberte.
    Wir hatten den Pferden für einen Moment die Sättel vom Rücken gezogen und Abschwitzdecken drüber gelegt. Im Sommer hätte ich ihnen einen kalten Eimer Wasser über den Rücken gekippt, aber heute war es recht windig und die Sonne hatte sich hinter einer dicken Wolkendecke versteckt. Das würden wir also auf ein andermal verschieben.
    Der zweite Teil der Strecke war genauso angenehm wie der erste. Die Reihenfolge der Pferde hatte sich mittlerweile gut gefestigt und auch die Tipps an Reyna und Cjara wurde immer weniger. Vor allem bei Reyna hatte ich das Gefühl, dass sie durch das Training ein gutes Gefühl zu ihrer Stute hatte aufbauen können und ihr nun bewusst war, dass selbst unsere Vollblüter ihre Problemstellen in der Distanz hatten. Venetia konnte auf ihre eigene Weise gut mit uns mithalten.
    Am Ende des Rittes parierten wir durch, kühlten die Pferde im Schritt langsam ab, um dann die letzten Werte auf unserer Check-Karte eintragen zu können. Bei einem richtigen Distanzritt würde dies ein Tierarzt machen, der außerdem noch kontrollieren würde, ob die Pferde auch gesundheitlich und kräftemäßig für den Weiterritt freigegeben waren. Im Training übernahm ich diese Rolle und gab mein bestes, diese so gut wie möglich auszufüllen.
    Beim Absatteln unterhielt ich mich mit Reyna und sie bestätigte mir, was ich bereits selber gemerkt hatte. „Vergleiche dich niemals mit den Reitweisen der anderen. Im Distanzreiten kann jeder seine Stärken zeigen und die sind eben oft unterschiedlich zu denen der Konkurrenten«, sagte ich zum Abschluss zu ihr. Sie bedankte sich bei mir und brachte ihre Stute zurück in den Stall. Heute Nacht würde sie noch auf dem Gestüt bleiben und erst morgen früh wieder abreisen. Hoffentlich mit einem besseren Gefühl für ihre Stute und der Motivation, weiterhin mit Venetia an ihren Distanzfähigkeiten zu arbeiten.

    28-02-2020 | 8.877 Zeichen | Canyon
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    Distanz A → L
    „Das ist der Trainingsplan für die nächsten Tage. Haltet euch an eure Zeiten und an die Pferde, ich habe dringenderes zu tun, als mich mit euren nichtigen Problemen zu beschäftigen.“
    „Was ist denn mit dem los?“, fragt mich Helia. Ich zucke nur mit den Schultern.
    „Es heißt, dass er seinen Óslogi nach Frankreich gibt, natürlich nicht für immer, aber für kurze Zeit“, mischt sich Elsi ein.
    „Ach echt?“, frage ich. Sie nickt.
    „Elsi, du stehst gar nicht auf dem Plan drauf.“ Helia fährt mit dem Finger über den Trainingsplan.
    „Ich weiß, ich habe etwas Urlaub. Ihr könnt ruhig alleine den Stress hier ausbaden, wenn Nico nicht da und Malte genervt von der Welt ist.“
    „Oh, wo geht es hin?“, frage ich wahrlich interessiert.
    „Nach Hause, Ferre“, sagt sie schnippisch. „An die Küste.“ Dann dreht sich Elsi um und verlässt den Stall. Helia und ich schauen uns fragend an.
    „Ich bin zu erst bei Wild Reflex eingeteilt“, sage ich. „Heute Nachmittag, 16:00 Uhr.“
    „Oh cool, da bin ich auch dabei. Wollen wir zusammen trainieren? Cinnada Mistik soll nun auch anscheinend mehr ins Military gehen, jetzt wo Peace und Gräfin erstmal Trainingspause haben.“
    Wir verabreden uns für den Nachmittag und jeder geht seine Wege.
    Leider ist es nicht nur das spannende Training, sondern auch viel anderes, was auf dem Gestüt anfällt. Wir als niedrigste haben oft allein den Stalldienst zu verrichten und da es die letzten Tage sehr regnerisch war, sind die Boxen von dem nassen Stroh durchweicht. Ich rüstete mich also mit einer Schubkarre aus und machte mich auf den Weg zu den Weiden, um diese abzuäppeln. Auf dem Weg dorthin ging ich an Cjara, Bartholomäus und Malte vorbei. Sie hatten in letzter Zeit viel mit den drei Pferde Joline, Eskador und I‘ve got a blue soul im Gelände trainiert. Laut Plan sollten sie spätestens am Ende des Monats auf L-Niveau laufen. Bart schien von dem Nieselwetter und dem anstehenden Geländeritt nicht begeistert, während Malte, genervt jeden nervösen Handgriff von Cjara kommentierte.
    An den Weiden traf ich noch auf Alba, welche vor dem morgigen Galoppritt in Canby BR Prias Raveday noch etwas unter der Longe lockern wollte und mir überschwänglich von ihren Fortschritten erzählte. Irgendwann wimmelte ich sie ab, zeigte auf die noch leere Schubkarre und machte mich an die Arbeit.
    Am Nachmittag traf ich durchnässt und voller Mist im Stall wieder auf Helia. Sie hatte Cinnada schon gesattelt und musterte mich kritisch, sagte jedoch nichts zu meiner Verspätung. Wild Reflex war dann zum Glück schnell gesattelt. Sie war noch neu und hatte heute nur wenige Zeit draußen auf einem der Paddocks verbracht, war also trotz ihres weißen Fells noch sauber. Ich ließ mir gerne Zeit mit der Vorbereitung, was heute leider nicht möglich war. Nicht nur wegen Helia, die immer mal wieder an meiner Box vorbeischaute, sondern auch wegen Malte, der nachher zur gleichen Zeit auf dem Militarygelände trainieren würde und sehr auf die Einhaltung seines Zeitplans pochte.
    Als Helia und ich eintrafen, ritten Malte und Bart bereits die leichteren Hindernisse mit den beiden Hengsten Lap de Loupe und Chromed Highwind an.
    „Da seid ihr ja endlich“, rief Malte. Er war zur Zeit wirklich unerträglich. Ein Wunder, dass Bart es so lange mit ihm aushielt.
    Wir trainierten bis in die frühen Abendstunden. Ritten die Hindernisse immer wieder an, erhöhten den Schwierigkeitsgrad und versuchten es solange, bis jedes der Pferde bei jedem erdenklichen Hindernisse den Absprungspunkt traf. Cinnada Mistik und Helia waren beide sehr begabte Springer. Selbst Malte, der auch bis in die höheren Stufen trainierte, konnte mit dem etwas Springfaulen Lap heute nicht mithalten. Am Ende des Trainings war Malte tatsächlich zufrieden mit der Leistung von uns und schickte uns in den verdienten Feierabend.

    Am nächsten Morgen ging es bereits sehr zeitig nach Canby. Jeder sollte in seinem Ermessen entscheiden, wann ein Aufstehen, ein Losreiten und ein Aufwärmen nötig war. Helia war heute nicht mit am Start, dafür belagerte mich Alba wieder. Sie war eine begabte Jockey und konnte genauso wenig Ruhe geben wie die junge Stute an ihrer Seite. Raveday und Alba waren also das geborene Team.
    Natürlich waren auch wieder Malte und Bart mit am Start. Sie schienen ihren gesamten Tag auf dem Rücken der Pferde zu verbringen. Nachdem sie gestern bereits mehrere Trainingseinheiten hinter sich gebracht hatten, blieben für heute nur noch Golden Sugar und Delightful Cinnamon, welche ich auch längere Zeit geritten war, bis mir Nico den Aufstieg auf Candlejack ermöglicht hatte.
    Jack und ich waren erst seit kurzem gemeinsam unterwegs, aber wenn ich nicht gerade für Pferde einsprang, die keinen festen Reiter hatten, war es immer er, für den ich mich entschied. Ich liebte seine Art, die Weisheit und Humor ausstrahlte – es schien, als könne er immer zwischen gut und böse entscheiden.
    Zum Schluss war noch Eyvind und Sir Golden Mile dabei. Gemeinsam mit Cinnamon war Miles ein eher untalentiertes Pferd, welches trotzdem trainiert wurde, in der Hoffnung, dass zumindest die Leistung seiner Nachkommen besser sein würde. Eyvind Engh störte sich nicht daran. Er mochte den selbstbewussten Junghengst, egal, wie schnell seine Beine waren.
    Ich hatte mit Jack bereits auf dem Weg zur Rennbahn einige Aufwärmübungen gemacht, sodass ich zwar als letzter, aber dafür am vorbereiteten aufkreuzte.
    „Kann‘s losgehen?“, schallte Maltes Stimme über die Rennbahn hinweg. Wir hatten uns alle an der Startlinie eingefunden und warteten auf sein Zeichen. Es sollte eines der letzten Rennen werden, bevor wir die Galopper bei den nächsten Turnieren auch auf L-Niveau anmelden konnten – Maltes Trillerpfeife erschallte und die donnernden Hufe von fünf energiegeladenen Vollblütern erklangen auf dem feuchten Sandboden.

    30-04-2020 | 5.756 Zeichen | Canyon
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    Military E → A
    [...]Als die Zwei hier sicher waren stellte ich die nächste Aufgabe an sie. ,,Schöön! Siehst du den Hügel da drüben? Den reitest du einmal im Trab hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter.’’,sagte ich dann zu der lächelnden Blondine, die gerade freudig ihre Stute lobte.
    Der erste Versuch klappte schon gut, Joline fand rasch ihr Gleichgewicht und blieb auch im Bergab recht entspannt. ,,Wiederhol das ruhig noch einmal so!’’,rief ich hinüber. Als die Beiden am höchsten Punkt angelangt war gab ich dann den Tipp, dass der Oberkörper noch etwas mehr nach hinten könnte. Das sollte sie auch beim dritten Durchgang ausprobieren, bei dem die Zwei aber schon im Galopp nach oben reiten sollten. Am höchsten Punkt parierte Cjara ihre Stute durch und verlagerte ihr Gewicht dann etwas mehr nach hinten. ,,Genau so!’’,lobte ich anschließend. ,,Fühlst du dich gut dabei? Wenn du möchtest könnt ihr euren ersten Sprung bergauf machen.’’,fragte ich. Die Reiterin zuckte etwas unsicher mit den Schultern. ,,Ach, das macht ihr schon!’’,meinte ich lächelnd und deutete auf eine entsprechende Stelle, wo nach der Schräge sofort ein kleiner, in etwa fünfzig Zentimeter hoher Stamm lag: ,,Reite mal den hier an. Erst ganz entspannt aus dem Trab.’’
    Die junge Frau tat was ich ihr sagte. Ich merkte wie sie sich ein paar Meter zuvor vermehrt anspannte. ,,Einmal durchatmen! Schultern locker, in der Hüfte locker bleiben und das Knie wieder offen lassen!’’,rief ich hinüber. Es fiel ihr nicht leicht, aber sie versuchte meine Tipps umzusetzen. Joline drehte kurz vor der Schräge ein Öhrchen zurück, dann spitzte sie Beide aufmerksam nach vorne in Richtung Baumstamm und machte unbeirrt ihren Job. ,,Braav!’’,hörte ich die Reiterin danach, während dem Bergab. Sie freute sich. ,,Das war gut, versucht es gleich noch einmal!’’,bestärkte ich Cjara.
    Da sie beim zweiten Versuch schon deutlich entspannter blieb ließ ich das Reiterpaar die Aufgabe das dritte Mal aus dem Galopp bewältigen. Es klappte gut, das Durchparieren oben am Hügel und das Bergab genau so. Aus diesem Grund ließ ich das den letzten Sprung an diesem Hindernistyp für heute sein. Zum Abschluss ließ ich auch sie noch einige Sprünge machen, ehe es für diese Einheit auch schon wieder reichte. ,,Habt ihr gut gemacht.’’
    [...]
    Wir übten die Aufgabe daraufhin erneut, wobei die Scheckstute schon einen guten Job machte. Sie war eine sehr intelligente Stute, so hatte ich sie auch immer schon kennengelernt. Zusätzlich ließ ich Gwen die Konstellation auch von der anderen Seite aus springen, ehe wir es mit der Übung gut sein ließen und noch ein paar Schweinerücken und Tische springen, die der Stute durch ihr Vermögen und ihr solides Fundament im Springen leicht fielen. So konnten die Zwei mit einem positiven Gefühl die Einheit abschließen. Gwendolyn konnte wirklich stolz auf sich sein; sie machte mit beiden Stuten heute einen wirklich guten Job.
    Der zweite Tag es Lehrgangs sah etwas ruhiger aus. Um den Reitern und Pferden eine kleine Verschnaufpause zu gönnen gab es eine kleine theoretische Einführung in die Welt der Vielseitigkeit. Nach dem Frühstück hatte ich dazu im Gemeinschaftsraum eine Leinwand aufgebaut, auf die ich eine liebevoll zusammengestellte PowerPoint-Präsentation projizierte. Darauf befanden sich einerseits ein paar Eckdaten über die einzelnen Klassen, das zugegebenermaßen etwas komplizierte Wertnotensystem in der Vielseitigkeit und zu guter Letzt Fotos einzelner Hindernisse, mit denen die Reiter am Folgetag konfrontiert werden würden: Hecken, Gräben, Schweinerücken und weitere, zu denen ich auch immer eine kleine Erklärung mit abgab und Anregungen, wie man denn was besonders gut reiten konnte.
    Außerdem gab es am Nachmittag die Möglichkeit eines Gruppenstrandausritts, die die meisten Teilnehmer gerne wahrnahmen.
    Am dritten Tag teilte ich die Teilnehmer in zwei ungleiche Gruppen: Am Vormittag waren Alicia mit Civil War, Sheenamit Nurja, Luchy auf Keks, Hunter mit Cinja, Octavia mit Raspberry, Cjara mit Joline, Bart auf Candlejack und Gwenauf Moon’s Gealach. Am Nachmittag ritten die beiden Reiterinnen mit ihrem jeweils zweiten Pferd noch einmal: Alicia mit ihrer Wild Strawberry und Gwen auf Raffinessca. Abgesehen davon ritt meine Bereiterin mit Hannifee mit. Diese war eine meiner eigenen Stuten, die sich gerade vom Sprung von der Klasse E auf A-Niveau befand, wie auch meine Teilnehmerpferde; doch Fee war bereits überaus mutig, ging problemlos ins Wasser und brachte auch sonst bereits alle Anforderungen mit ein Führpferd abzugeben, wenn Berry oder Raffinessca mal streiken sollten.
    Die erste Gruppe fand sich gegen neun Uhr morgens auf dem großen Geländeplatz ein, wo alle zusammen warm ritten. Schon dabei achtete ich darauf, dass die Pferde für die Vielseitigkeit korrekt im großen Rahmen, mit der Nase deutlich vor der Senkrechten gingen und die Reiter ihren Sitz optimierten.
    Anschließend ging es an den Hügel vom Tag eins. Diesmal jedoch den mit den beiden Baumstämmen auf dem Hügel. Nur ein paar Pferde hatten bereits den Bergauf- und Bergabsprung gemeistert, um manche nicht gleich zu überfordern. Nun war es aber auch für die übrigen Pferde und Reiter an der Zeit. Als Erstes ließ ich Hunter den Bergaufsprung springen. Seine Stute erinnerte sich wohl noch an vorgestern zurück und sah das Ganze überaus entspannt. ,,Sehr gut! Nächster!’’,rief ich und Bart und Jack waren an der Reihe. Sie trafen die Distanz sehr gut und machten einen guten Sprung. Darauf folgten die übrigen Teilnehmer, die die Aufgabe ingesamt auch gut bewältigten. Einige ließ ich die Aufgabe noch ein-, zwei Male wiederholen, wenn es beim ersten Mal noch nicht so flüssig war.
    Danach verknüpften wir Bergauf und Bergabsprung. Dabei zeigte sich auch, dass Gealach einige Fortschritte gemacht was ihr Gleichgewicht anging, was mich und Gwendolyn überaus freute.
    [...]

    31-05-2020 | Bracelet
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    Military A → L
    In diesem Monat hatten wir zwei neue Reiter. Für mich Neue. Nico, Malte und Bart kannten zumindest den einen davon. Petyr Holmquist hieß er, ein Schwede oder Norweger, der wohl damals ein guter Freund gewesen war. Er und sein internationaler Freund Momo waren angereist. Eigentlich nur für ein paar Tage, jetzt verweilten sie schon zwei Wochen hier und hatten sogar neue Pferde mitgebracht. Momo konnte nicht reiten. Also wirklich nicht. Auch nicht mal so gut wie Eli, noch viel schrecklicher. Aber Graf Heinrich, Heini genannt, nahm ihm das in keinster Weise übel. So hatte auch Heini seine Ruhe und musste sich nicht besonders anstrengen. Malte gab Momo nun Unterricht. Vorerst in der Dressur, um die Grundlagen zu erlernen. Malte war ein Fan davon, anderen Reiten beizubringen, während er selber auf dem Pferd saß und alles am leibhaftigen Körper vorführen konnte. Derzeit hielt Eskador als Vorzeigepferd her. Er war zwar noch kein Dressurcrack, hatte aber wunderbare Anlagen dazu und außerdem viel Geduld.
    Momo hatte eindeutig Spaß an der Sache und auch wenn sich Elsi immer wieder darüber aufregte, dass er das ganze nicht ernst nahm.
    Diesen Monat musste ich mir leider auch meine neue Trainingsstute Monkey 47 mit Helia teilen. Ich mache Helia wirklich sehr, aber teilen konnte ich auch mit ihr weniger gut. Sie hatte die Erlaubnis bekommen, mit Moni an einem Wettbewerb zu starten. Nichts großes, wir Praktikanten freuten uns immer über die Möglichkeit, unser Können unter Beweis zu stellen.
    So trainierte ich die ersten zwei Wochen des Trainingsmonats mit Moni für einen Aufstieg in der Distanz. Cjara und Elsi waren mit The Illusionist Sister of Crime mit von der Partie. Gemeinsam machten wir zu den heißeren Tageszeiten viel Muskelaufbau in der Halle, während wir in den frühen, noch kühleren Morgenstunden die Zeit im Gelände nutzten. Auf allen drei Pferden lag die Hoffnung auf erfolgreiche, spätere Distanzpferde.
    Unser Training überschnitt sich hin und wieder mit dem Training von Alba, Malte, Petyr und Eyvind. Auch sie trainierten gleich mehrere Pferde in der Distanz, anscheinend war Petyr ein überaus begabter Distanzreiter. Ich wollte es zwar nicht zugeben, aber genau das hatte dem Gestüt noch gefehlt. Mit dem Junghengst Sunka verfolgte er einen straffen Trainingsplan, der nur wenige Verschnaufpausen zuließ, und ich war froh, diesen Monat nicht in seiner Trainingsgruppe zu sein. Eyvind ritt wie immer Sir Golden Mile. Auf dem Papier war es zwar nicht sein Hengst, aber da sich niemand anderes für das mittelmäßig begabte Rennpferd zu interessieren schien, gehörte er inoffiziell durchaus ihm. Neu war, dass ich Alba das erste Mal im Distanzsattel sah. Nachdem BR Prias Raveday die letzten Monate nur im Galopprennsport gegangen war, war es auch für die Stute eine große Umstellung. Auch wenn es holprig begann, am Ende des Monats schienen beide jede Menge gelernt zu haben.
    Malte ritt Delightful Cinnamon. Cinna war um einiges älter und der Rennsport war eher etwas zur Auslastung, weniger für den Erfolg gewesen, aber der Distanzsprt lag ihr eindeutig mehr. Auch Malte schien das erste Mal deutlich zufrieden mit der Stute gewesen zu sein.
    Die zweite Hälfte des Monats verbrachte ich ziemlich einsam auf der Rennbahn. Candlejack und ich genossen die Ruhe, aber ein Adrenalinschub, ohne die anderen Pferde neben uns, blieb deutlich aus. Jack lief mittlerweile Rennen auf mittlerem Niveau und die Rennbahn in Canby reichte dafür nur noch knapp aus. Tempo und Ausdauer hatten sich seit ich ihn ritt deutlich verbessert und das gab mir ein gutes Gefühl für die Zukunft. Ich war gespannt, wie lange sich seine Fähigkeiten noch weiterentwickeln würden.
    Cjara und Bart hingegen belegten diesen Monat als einzige die Crossstecke. Ich weiß nicht, wer auf die Idee gekommen war, die beiden gemeinsam trainieren zu lassen, aber seitdem sie sich in einer Beziehungspause befanden, herrschte tiefer Winter zwischen den beiden. Cjara ritt wie immer Joline und Bart I‘ve got a blue soul. Dass die beiden immer noch aufeinanderstanden, war trotzdem weithin zu erkennen. „Ein richtiges Reiterhofdrama“, sagte Helia immer voller Freude, worüber ich nur den Kopf schütteln konnte. Ich mochte beide auf ihre Art und Weise und hoffte sehr, dass, was auch immer zwischen den beiden stand, es sich bald wieder bereinigen ließ.

    31-07-2020 | 4.330 Zeichen | Canyon
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    Military L → M
    Im Süden von Kalifornien wüteten seit Tagen schlimme Brände. Erst vor kurzem war meine Tante in Los Angeles gewesen, nun war die Großstadt von verheerendem Feuer umringt. Es war viel zu warm, auch bei uns, auch wenn die Brände noch nicht bis in den Modoc National Forest vorgedrungen waren. Den ganzen Tag brannte die Hitze auf der Haut, der Sand flimmerte vor unseren Augen und die Pferde schwitzten selbst in den kühlen Boxen. Überall standen Ventilatoren und machten Jagd auf unser Karma.
    Die Trainingseinheiten waren auf fünf Uhr verlegt worden. Ab spätestens neun Uhr war Schicht im Schacht. Die Pferde standen nur noch in der Nacht auf der Weide und unsere Uhren gingen andersherum. Es war der Horror.
    Die Sonne war nichtmal aufgegangen, als ich mich mit Bart, Malte und Cjara an der Crossbahn traf. Die Stimmung glich einer Beerdigung, jeder ging seiner eigenen Wege und hoffte nur, das letzte Hindernis überwunden zu haben, bevor die ersten Sonnenstrahlen den Boden wieder zu trockener Lava verwandelten. Normalerweise hatte unsere Militarystrecke mehrere Wasserstellen. Diese waren ausgetrocknet und ich galoppierte mit Candlejack über brüchigen Sandstein. Auch Eskador und I‘ve got a blue soul, sowie Joline erging es nicht besser. Alle Pferde waren letztens erst vom Hufschmied beschlagen wurden, damit ihre Hufe in dem Feuer nicht verbrannten.
    Wir alle erwarteten das Schlimmste.
    Ich erinnerte mich an das Distanztraining der letzten Tage, welches auch noch in finsterster Nacht begonnen hatte. Eyvind war die gesamte Strecke mit dem Jeep und einem Pferdeanhänger nebenhergefahren, um uns aller drei Kilometer einen Wassereimer über den Kopf zu kippen oder zur Not eines der Pferde zurück zur Ranch fahren zu können. Irgendwer von uns würde bestimmt in nächster Zeit den ersten Hitzeschlag erwarten.
    Wir waren eine riesige Truppe gewesen. Ich und meine Monkey 47 waren zusammen mit The Illusionist und Sister of Crime, geritten von Elsi und Cjara, die weniger erfahrenen Pferde. Wir beendeten den Ritt deutlich früher.
    Petyr auf Sunka erzählte uns immer wieder, wie die Distanzritte der Trekkenreiter in Asien aussahen und dass dort sogar die Luft brannte und dieses Wetter hier nichts im Vergleich dazu war, aber wirklich aufmuntern konnte er uns definitiv nicht. Außerdem dabei waren noch Alba auf BR Prias Raveday, Malte mit Delightful Cinnamon und natürlich Bart mit Sir Golden Mile. Trotz der kühlen Wärme des Mondes war uns allen warm und vor allem waren wir übermüdet mit einem völlig am Boden liegenden Biorhythmus.
    Der einzige, der sich nicht unterkriegen ließ, war Momo. Er war sowieso ein südländischer Typ, der die warme Sonne auf der Haut, seinen eigenen Worten nach, liebte. Graf Heinrich musste also durch das Training der Dressur, welches Momo seit zwei Monaten mit ihm vollzog. Er lernte gerade erst Reiten, meist von Petyr oder Malte, und war immer noch stets motiviert dabei. Mittlerweile waren die beiden über die Grundkenntnisse hinaus und übten stetig weiter.
    Nicolaus hatte außerdem einige Sicherheitsvorkehrungen gegen die Waldbrände geschaffen. Brennbares Material wurde von Weiden und Gebäuden großzügig entfernt und alles, was ein Feuer beschleunigen könnte, war zur Seite geräumt worden.
    Wir hofften alle auf das Beste.

    20-08-2020 | 3.258 Zeichen | Canyon
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    Distanz L → M
    Auch wir waren Flüchtige des Feuers. Am letzten Mittwoch hatten wir die Rauchwolken gesehen, Donnerstag die ersten Flammen und am Freitag war eine der Gelbkiefern einige Meter vor dem Gestüt in Feuer aufgegangen und hatte den Boden in schwarze Asche verwandelt.
    Die Pferden waren zu diesem Zeitpunkt schon längst in den Ställen, war die Gefahr doch zu groß, dass sie flüchten würden, sobald etwas unvorhersehbares geschah. Nun standen wir allerdings vor einem anderen Problem. Das Gestüt war nicht für nahezu siebzig Pferde ausgelegt. Vor allem die Mustangs waren ganzjährig draußen, hatte doch niemand erwartet, dass auch sie bald einen Platz benötigten.
    In der Nähe von Alturas hatten wir am Sonntag eine Notunterkunft gefunden. Einige unserer gesunden, reisefähigen und im Training stehenden Pferde lebten jetzt auf einem durchaus edlen Gestüt mit festen Mauern aus Stein und gut geschützten, am Wasser liegenden Weiden und Trainingsplätzen.
    Mary Ann, Eli und Bart waren dort stationiert, während wir anderen immer die 20 Meilen mit dem Auto hin und her fuhren.
    Das Training der Pferde ließen wir trotz allem nicht ausfallen. Es war auf das Minimum begrenzt, aber die Pferde sollten auch nach der Tragödie noch gut im Training stehen, Verluste hatten wir so schon genug. Hinzukam, dass zwei unserer besten Hengste aus unerfindlichen Gründen die letzte Körung nicht bestanden hatten. Die Themen für den Krisentisch waren also gegeben.
    Golden Sugar und Chromed Highwind mussten jetzt nochmal auf die Trainingsbank. Malte und Mary Ann höchstpersönlich kümmerten sich nun um die beiden, die bei einem Militarytraining auf der Crossbahn der Alturas Ranch nochmal richtig zulegen sollten. Auch Eyvind, Petyr, Eli und ich waren dafür angereist, obwohl es für mich wohl mit die größte Ehre war, zwischen all dem Guten Reitern mich auf Candlejack beweisen zu dürfen. Im Military hatten wir mittlerweile eine gute Basis gelegt und sollten uns diesen Monat für die nächste Stufe qualifizieren. Etwas ungewohnt war es, dass Eyvind auf The Illusionist „Ulli“ ritt, normalerweise war das Elsis Aufgabe. Aber diesen Monat war sowieso alles anders.
    Während wir auf der grandios ausgebauten Crossstrecke das Können unserer Pferde erprobten, wurde auch Zuhause auf Phoenix Valley hart trainiert. Unsere drei Zuchtanwärterstuten BR Prias Raveday, I’ve got a blue soul und Delightful Cinnamon trainierten gemeinsam mit Momo und seinem Hengst Graf Heinrich, auch einfach „Heini“ genannt, ihre Springkünste. Während die drei Stuten kurz vor ihrer Krönung standen, arbeiten Heini und Momo noch an den Grundlagen, nachdem sie die letzten Monate die Basis für die Dressur geschaffen hatten. Heini war nicht sonderlich begabt, aber Momo war ein Fan des manchmal recht lethargischen Hengstes und ich musste zugeben, dass die meisten über die Fortschritte der beiden sehr erstaunt waren.
    Auch Eli, Bart und Cjara trainierten fleißig. Seit diesem Monat waren auch die beiden Araberjunghengste Arias und Mytos mit ins Training eingestiegen, nachdem sie die letzten Jahre ihre Jungpferdezeit genießen durften. Zusammen mit der etwas erfahreneren Joline erprobten sie ihre ersten Schritte in der Distanz, dies jedoch aufgrund der Waldbrandgefahren und dem Wetter vorrangig auf dem Gestütsgelände. Muskelaufbau und Ausdauer standen da an erster Stelle. Auch ich und meine Trainingsstute Monkey 47 und Elsi mit Sister of Crime hatten diesen Monat bereits viel für einen Aufstieg in der Distanz trainiert und mittlerweile gingen beide auf S-Niveau.
    Candlejack zeigte heute auf der Crossbahn erstaunliche Ausdauer und Aufmerksamkeit, die selbst seine eigenen Rekorde zu übertreffen wagte. Eli und Eskador hielten gut mit uns mit, während Highwind noch einen Ticken genauer die Hindernisse anritt und gemeinsam mit Mary Ann nur so übers Gelände flog. Golden Sugar, Sunka und Ulli waren noch etwas rangniedriger, gaben aber für ihren Trainingsstand das beste.
    Wir zogen das Training nicht in die Länge und noch bevor die Sonne am Mittagshimmel stand, waren die Pferde geduscht und gefüttert wieder in ihren kühlenden Boxen untergebracht.

    30-09-2020 | 4.098 Zeichen | Canyon
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    Military M → S
    Die Wahlen waren vorbei und obwohl wir im roten Gebiet lebten, war der Überschwung der Freude viel mehr als die Wut der Gegenseite. Natürlich wurde sich auch über Politik unterhalten, aber je mehr Menschen aus verschiedenen Gegenden auf einem Fleck lebten, desto mehr konnte man sich in lange Gespräche verstricken, was denn nun für unser Amerika das Beste sei.
    Diesen Monat hatte Malte den Trainingsplan umgestellt. Wir trainierten nun in zweier Teams, das sollte unsere Produktivität steigern und uns näher bringen. Meine Partnerin war Cjara. Cjara war okay, aber meist hatten wir keine Gesprächsthemen und obwohl ich mich versuchte von den Gedanken fernzuhalten, war ich auch äußerlich einfach das genaue Gegenteil. Cjara war groß, hatte lange blonde Haare und blaue Augen, die Schultern immer straff nach hinten und die Nasenspitze immer einen Tick höher. Nicht, dass sie eingebildet oder arrogant war, aber sie zeigte sich sehr gerne. Ich war der kleine Asiate mit der Schuhgröße 39. Mehr musste ich da wohl noch sagen. Und so sehr ich mir wünschte, dass diese Fakten keine Rollen spielen sollten, selbst ein Demokrat an der Spitze der USA konnte daran nichts ändern.
    Cjara und ich waren die ersten, die an diesem verregneten und nebligen Dienstag für die Militarybahn eingeteilt waren. Unsere beiden Stuten Sister of Crime und Monkey 47 sollten das erste Mal ihr Können auf die Probe stellen, nachdem wir den letzten Monat neben dem Distanztraining auch angefangen hatten, ihre Springfähigkeiten zu trainieren. Durch das viele Geländetraining in den letzten Monaten, waren beide zu unerschrockenen und vor allem trittsicheren Pferden geworden, ein großer Vorteil auf dem Crossgelände.
    Cjara und ich wechselten nicht viele Worte. Meistens ritten wir schweigend unsere Runden, auch wenn wir hin und wieder den anderen baten, doch mal ein Auge auf den Absprungspunkt, oder die gerittene Kurve zu haben.
    Nach guten anderthalb Stunden Training lösten uns Malte und Elsi auf Golden Sugar und The Illusionist ab. Die beiden Hengste waren schon etwas weiter im Training und sollten diesen Monat den Schwierigkeitsgrad L erreichen. Wir tauschten mit Malte kurz ein paar Eindrücke des Trainings aus, wünschten viel Glück und ritten unsere Pferde am langen Zügel zurück zum Stall. Dort trennten sich unsere Wege. Stumm brachte Cjara Sister in ihre Box am anderen Ende des Stalls, während ich Moni in ihre Box am Anfang der Stallgasse stellte und absattelte. Die große Stute freute sich sichtlich über das frische Heu und die Abschwitzdecke.
    Gerade als ich den Sattel in die Sattelkammer bringen wollte, fing mich Cjara ab. „Du weißt schon, dass wir heute Nachmittag wieder raus müssen, oder?“
    „Heute schon?“, fragte ich. Ich hatte selten einen Plan im Vorraus. Wer sollte sich das ständige hin und her auch merken können.
    „Ja. Heute. Wir treffen uns um drei an der Crossbahn“, sagte Cjara und wendete sich mit wehenden Haaren von mir ab.
    Bis um drei waren es zum Glück noch ein paar wenige Stunden. Einen Teil davon schaute ich Saga, Petyr und Momo dabei zu, wie sie mit ihren drei Pferden den Springplatz unsicher machten. Die hatten’s gut, die wurden nicht von Malte dazu gezwungen und sie schienen sogar auch Spaß zu haben.
    Ich kannte Saga noch nicht, aber ihr Hengst Wallenstein war ein Prachtpferd. Wirklich wunderschön. Kennst du das Pferd, dann kennst du den Menschen, hatte mein damaliger Reitlehrer immer gesagt und es traf auch wirklich gut zu. Momo ritt wie immer Graf Heinrich, während Petyr Heide Eskador quälte, der noch nicht wirklich Spaß am Hindernisse überspringen zeigte.
    Gerade als ich mich wieder abwenden wollte, sah ich Nico, der zwischen den Säulen am Hauptstall in seinem Rollstuhl saß und das Geschehen auf dem Platz beobachtete. Er sah alt aus. Vor allem verglichen mit den Reitern auf dem Platz, die ihm altermäßig eigentlich in nichts nachstanden. Es machte mich traurig, ich wollte nicht, dass Nicolaus alt wurde.
    „Warum reitet Nico eigentlich nicht mehr?“, fragte ich, als im Stall auf Alba traf. Sie war mit meine beste Freundin im Stall, nur zur Zeit leider viel mit ihrem Studium beschäftigt, sodass wir uns nur noch selten sahen.
    „Äh Ferre, er sitzt im Rollstuhl!“, sagte sie, während sie Prias Halfter vom Hacken nahm.
    „Ja, ich weiß doch, aber es gibt mittlerweile so viele Möglichkeiten dahingehend.“
    „Die einzige Möglichkeit, die du kennst, ist bestimmt die aus Game of Thrones“, lachte sie und stieß mich dabei freundschaftlich in die Seite.
    Auch ich musste daraufhin lächeln. Alba hatte ein wunderschönes und ehrliches Lächeln, man konnte ihm einfach nicht widerstehen. Trotzdem ließ mich der Gedanke auch den Rest des Tages nicht los.
    Gegen Mittag holte ich Candlejack und, weil mich Malte darum gebeten hatte, auch noch Chromed Highwind und Sunka von der Weide. Jack bereitete ich gemütlich auf das anstehende Training auf der Crossbahn vor und die anderen beiden würden von Eyvind und Petyr ein Distanztraining bekommen. Eli und Bart waren mit Arias und Mytos gegen Mittag auch bereits losgezogen, um die jungen Araberhengste in ihren Distanzfähigkeiten zu fördern. Bei dem Wetter war ich relativ froh darüber, dass mich nur die matschige Crossbahn erwartete und nicht auch noch das stundenlange Gereite durch die triste Landschaft.
    Ich ließ mir mit Jack genügend Zeit, pflegte sogar nochmal Sattel und Trense, während meine Kopfhörer mir Tony Bennett’s Body and Soul ins Ohr dröhnte. So bekam ich es relativ spät mit, dass Cjara vor meiner Box stand und vergeblich versuchte, meine Aufmerksamkeit zu erreichen.
    „Was hörst du denn da?“, fragte sie mich skeptisch, als ich endlich die Kopfhörer aus den Ohren gezogen hatte.
    „Tony Bennett“, sagte ich.
    „Wenn du es singst, klingt es grässlich“, sagte sie, ohne Rücksicht auf Verluste.
    „Danke“, sagte ich, dabei war es mir super peinlich, dass ich anscheinend wieder laut mitgesungen hatte. „Was willst du? Ist es schon um drei?“
    „Nein, aber du musst heute alleine trainieren. Joline lahmt etwas und soll heute Pause machen. Aber das Training diesen Monat reicht für uns trotzdem für einen gelungenen Aufstieg, sagt Malte.“
    „Oh okay, na dann trainiere ich alleine.“
    Sie nickte und verschwand wieder. Ich wusste nicht, ob ich über diese untergründige Kritik verärgert sein sollte, oder mich einfach auf ein entspanntes Training ohne sie freuen sollte. Aber als ich dann ganz alleine zur Crossbahn ritt, der Nebel sich immer noch nicht gelichtete hatte und der leichte Nieselregen auf mich tropfte, war die Situation durchaus schon sehr trist. Die Sonne hatte ich den ganzen Tag noch nicht gesehen und als es zwei Stunden später noch dunkler wurde, musste ich mir eingestehen, dass ich sie heute auch nicht nochmal sehen würde.
    Das Training mit Jack war allerdings trotzdem gut gewesen. Er war gut bei der Sache, nahm die Hindernisse mit großartiger Präzision und ließ sich selbst durch meine gedrückte Stimmung nicht demotivieren, sodass ich dann doch zufrieden zurück zum Stall kam. Für den nächsten Monat, sollte ich wieder mit Cjara trainieren, nahm ich mir definitiv vor, dem ganzen selbstbewusster entgegen zu treten. Das war ein guter Plan.

    31-10-2020 | 7.117 Zeichen | Canyon
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    Galopp E → A
    Ich teilte diesen Monat Malte zu unseren Jungreitern dazu. Ich merkte, wie die Spannung zwischen den jungen Leuten knisterte. Ein Teil davon war Konkurrenz und Leidenschaft, der andere Teil war der Charakter, den sie alle zu sehr unterschiedlichen Teilen hatten hatten.
    Helia war mit ihrer neuen Stute Meilenstein beschäftigt. Sie war die einzige mit Privatpferd, ich hatte ihr erlaubt, sie bei uns unterzustellen. Die neue Anlage war mitten in Arbeit und im Frühjahr würde hoffentlich der Umzug sein, sodass wieder für alle genügend Platz war.
    Alba hatte neben ihrem Studium nicht viel Zeit, kümmerte sich aber mit Herzblut um die Genesung des jungen PFS‘ Stromer‘s Victory. Mir lag sein Wohlergehen genauso am Herzen, sodass ich sie so gut es ging unterstützte. Malte hatte keinen klaren Kopf, um sich einem kränkelnden und verletzten Hengst zu widmen. Helia als Tiermedizinstudentin wusste jedoch selber genug, um sich selbstständig für das Beste zu entscheiden.
    Diesen Monat mussten wir außerdem auf Petyr und Saga verzichten, sowie wohl für immer auf Eyvind. Ich musste mir Gedanken über einen neuen Reiter für Chromed Highwind machen, der Hengst hatte bereits die letzten Tage zu wenig Aufmerksamkeit erhalten, leider war das Interesse, trotz seines Talents, bei allen Reitern nicht gerade groß. Ich hatte bereits im Stillen Kämmerchen die Verpaarungen für das 1. Quartal 21 überlegt und da würde Highwind gemeinsam mit Delightful Cinnamon eine Rolle spielen. Die Öffentlichkeit und das Gestüt wusste nur, dass Candlejack und BR Prias Raveday ein Prachtfohlen bekommen würde. Das hatte ich zum Anfüttern in den Raum geworfen und das Interesse war einfach riesig gewesen, alleine nur an diesem Fohlen. Auch mir würde es schwerfallen, so wie es mir immer schwerfiel. Vor allem in diesem Jahr, nachdem die ersten Vollblüter ausgezogen waren, hatte ich sehr daran gezweifelt, ob es die richtigen Fohlen gewesen waren. Alaska und Noodle waren besonders außergewöhnlich gewesen, aber sie würden dafür auf anderen Gestüten Werbung für uns machen. PV Traumfee stand bis jetzt noch bei uns, ich war mir nicht ganz sicher, ob der Umzug noch klappen würde, es gab einige Turbulenzen und Unstimmigkeiten mit Nordwacht. Ich musste sagen, mich würde es nicht stören, wenn es für sie heißen würde, dass sie noch oder auch für immer bei uns blieb.
    Auf jeden Fall vertraute ich Cjara diesen Monat, sich alleine mit Joline und der Galopprennbahn zu beschäftigen. Beide hatten darin nicht viel Ahnung, aber umso besser war es, wenn man sie die ersten Schritte alleine gehen ließ, um Sicherheit zu schaffen. Nächsten Monat würde ich ihr einen erfahrenen Reiter zur Seite stellen, der ihr das nötige Wissen und Know-How geben würde. Joline war eher die Prinzessin, die Rennbahn würde sie sowieso nicht zum Erfolg bringen, aber Grundlagen schadeten nie.
    Malte übernahm das Training von Sunka, Petyrs Pferd, während Wallenstein, genannt „Walli“, den Saga mitgebracht hatte, von Bart übernommen wurde. Ich wusste, dass Malte leider noch zu wenig Vertrauen in die Nachwuchsreiter hatte, als dass er einen von ihnen die Leitung übertrug. Malte trainierte Sunka weiterhin im Military und auch Ferre, Elsi und Cjara waren mit ihren Berittpferden Monkey 47, The Illusionist und Sister in Crime mit dabei. Alle waren mittlerweile dabei, die Leistung ihrer Pferde vom Anfängerkönnen auf die leichteren Militarystrecken zu führen. Die Wege wuden unwegsamer, die Hindernisse höher und schwieriger anzureiten. Es wurde Zeit, dass wir uns eine professionelle Militarystrecke bauen würden.
    Bart und Walli waren Teil unserer Anfänger-Distanzgruppe. Alle Pferde hatten noch keinen blassen Schimmer von dem, was da auf sie zukommen würde. Graf Heinrich war sowieso immer etwas schwerer von Begriff, ließ sich aber unter Momos Führung auf wirklich alles ein, was ihm so vor die Nase gesetzt wurde. Meilenstein, die neue Stute Helias, war munterer und energiegeladen, im Vergleich zum Heini. Ihr junges Blut und die Begabung der Eltern machten aus ihr einen wahrhaftigen Trainingsfreak. Wer weiß, ob diese Motivation mit der Zeit nachlassen würde, bis jetzt hatte sie ihre Energie nur auf der Weide rauslassen können, jetzt ging das anstrengende Training erst richtig los.
    Neben den Englischen Vollblütern hatten sich Bart und Eli zur Aufgabe gemacht, auch die Araber etwas mehr zu bewegen. Die älteren Hengste Marid und King Arthur waren eher seltener in Beritt, dafür mussten die Jungen nun ordentlich zeigen, was in ihnen steckte. Die Halbgeschwister waren sich in vielen Dingen ähnlich, vor allem hatten sie es faustdick hinter den Ohren und gingen am liebsten zusammen durch dick und dünn. Mittlerweile war aus den beiden jedoch auch sehr ausdauernde Distanzläufer geworden. Der kalifornische Sand und die weiten Strecken waren für die Wüstenläufer die perfekte Gegend. Und es freute mich, dass mein Sohn in Eli, aber natürlich auch in Ferre, auf verkorkste, aber tieffreundschaftliche Art und Weise Freunde gefunden hatte, die ihm Halt und Struktur gaben. Etwas, wonach ich als junger Mensch lange vergeblich gesucht hatte. Manchmal war ich mir noch nichtmal sicher, ob ich den Halt heute hatte. Marid hatte mir diesen auf unerklärliche Weise zum Teil gegeben und dieser Anker war über die Jahre immer stärker geworden. Aber er konnte mir nicht jeden Sinn des Lebens erklären. Einen anderen Teil hatte Charly und später Bart dazubeigetragen, aber ich hatte das Gefühl, als würde immer noch ein Puzzleteil fehlen. Ich war gespannt, wann ich dieses finden würde.

    31-11-2020 | 5.527 Zeichen | Canyon

    Joline stand mit angelegten Ohren und feuchtem Fell in ihrem Paddock hinter der Halle. Es gab keinen Schutz vor dem anhaltenden Regen und Wind peitschte die feuchte Luft in alle Richtungen. Immer wieder schnaubte sie sich die Regentropfen von den Barthaaren vor ihrem Maul weg, die sie zu kitzeln schienen.
    Joline war in letzter Zeit viel von mir trainiert worden. Sie war sehr umgänglich und pflegeleicht, wenn man ihr das Training durch gutes Aufwärmen erleichterte. Ich war einer unserer besten Nachwuchsreiterinnen und hatte gut mit der Stute trainiert und sie auf ihre Krönung vorbereitet.
    Joli war wirklich nicht schwer zu reiten und auch wenn das Wetter ihr auf die Stimmung drückte, war sie auf dem Aufwärmplatz sehr motiviert dabei. Ich wusste, dass sie erst recht in der trockenen Halle ihr Bestes geben würde.
    Wir wurden aufgerufen und kurz darauf ertönte die Moderatorenstimme aus dem Lautsprecher. Hin und wieder hatte ich schon mit ihm geredet, aber immer nichts großes und wirklich anregend war es nie gewesen. „Nun folgtJoline vom Gestüt Phoenix Valley, vorgestellt von Cjara Bianchi.“
    Na immerhin sprach er meinen Namen richtig aus, die Amerikaner hatten mit italienischen Namen gerne ihre Probleme. Ich betrat im Schritt die Halle, zeigte erstmal in der ruhigen Gangart Jolines Können, richtete sie rückwärts, ging Schlangenlinien und machte aus der Ecke kehrt. Dann trabte ich an und zeigte ihren schönen Trab, der fast in Richtung Mitteltrab ging, ihr natürliches Dressurtalent, welches wir allerdings nie ausführlich vertieft hatten. Ich wechselte die Hand und galoppierte eine Runde später an, allerdings sehr gemächlich, ungewohnt für ein Vollblut, welches für den Renngalopp geschaffen worden war. Ich wollte zeigen, dass Joli auch anders konnte. Erst auf ihrer starken rechten Hand ließ ich sie in den schnelleren Galopp fallen, sodass sie sich streckte und ich in den leichten Sitz ging.
    Dann parierte ich durch und verabschiedete die Richter. Ich verließ die Halle, nahm ein paar Glückwünsche von rechts und links an und ritt zurück zu den Paddocks.
    2.076 Zeichen | geprüft auf zeichenzähler.de | Canyon

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    Bewegung (c) Rinnaja | Halfter (c) Seimure
     
    Wolfszeit gefällt das.
  12. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

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    Sie endet am 04. Dezember 2020 um 23:48 Uhr.


    Disqualifiziert wurden It's Tea Time und Golden Highlight von @Stelli und Riverdale von @AliciaFarina. Grund: Inoffizieller HG.
     
Status des Themas:
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