[SK 468] Alle Stuten

Dieses Thema im Forum "Stutbuch Wettbewerbe" wurde erstellt von Canyon, 2 März 2020.

  1. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

    [SK 468] Alle Stuten


    Sobald du die Einfahrt mit den beiden riesigen Eichen links und rechts passierst, weißt du, dass du hier richtig bist. Du bist auf dem Gelände der Twin Oak Stables, einem gehobenen Turnierstall ganz in deiner Nähe, auf dem heute eine Stutenkrönung stattfindet. Neben einer eigenen Zucht leben hier einige der besten Sportpferde des Landes, die das Glück haben, auf einem der weitläufigsten und großzügigsten Gestüte Leben zu dürfen.
    Dem Besitzer Benjamin Benette ist neben der artgerechten Haltung von Turnier- und Zuchtpferden auch das gute Aussehen nach Außen hin wichtig. Die Gebäude leuchten in hellem Weiß und es kursiert das Gerücht, dass er diese jedes Jahr aufs Neue streichen lässt, da sie anscheinend nie ihre strahlende Farbe verlieren.
    Benjamin ist heute der Veranstalter und leitet durch den Tag. Er ist etwas eigenartig, wirkt manchmal arrogant und ist auf jeden Fall etwas eitel. Deswegen seid vorsichtig! Zwar sind eure Pferde in einem der luxuriösen Ställe untergebracht, die euch jeden Wunsch von den Augen ablesen, allerdings hasst Ben Unordnung, herumfliegendes Putzzeug oder Schlammabdrücke. Kehrt also bitte etwas öfter als nötig! Aber das wird euch Benjamin bei eurer Ankunft auch nochmal erklären.
    Da sich Wetter das nicht entscheiden kann und immer wieder zwischen Sonne und bedecktem Himmel mit leichtem Nieselregen, fast Schnee, wechselt, bekommt ihr zum Aufwärmen sowohl die hintere Halle, als auch den großzügig angelegten Reitplatz zur Verfügung gestellt.
    Viel Glück und putzt eure Schuhe, kann da nun nur noch gesagt werden!


    Regeln:
    - Die kurze Einleitung dient euren Kürberichten jediglich zur Inspiration. Es ist euch überlassen, ob und wie ihr sie nutzt
    - Es dürfen nur Stuten teilnehmen (Keine Hengste, Wallache oder Fohlen).
    - Jeder darf mit bis zu drei Stuten teilnehmen, dabei ist es egal, wem diese gehören.
    - Der Text darf maximal 3000 Zeichen enthalten, bitte überprüfen auf www.lettercount.com etc.! Zur Überprüfung wird die Zeichenanzahl unter den Kürtext geschrieben, zusammen mit dem Prüfsystem.
    - Bitte überweist 5 Joellen pro Stute an mich (Canyon) mit dem Grund: SK 468
    - Der Teilnehmerzahl ist auf höchstens 10 Pferde begrenzt.
    - Der Teilnahmeschluss bleibt vorerst offen und wird mindestens einen Tag vorher angekündigt, außer die maximale Teilnehmerzahl ist bereits ausgefüllt.
    - Ist die SK mehr als 2 Monate offen, erfolgt die Abstimmung auch ohne, dass 10 Stuten teilgenommen haben, allerdings unter der Voraussetzung, dass es mindestens 5 Teilnahmen gibt.
    - Hufschmied- und Tierarztberichte sind mit dem richtigen Datum zu versehen.
    - Bitte achtet darauf, die Teilnahmebilder bei abload.de oder ähnlichem hochzuladen, damit sie auch später im Gewinnerthema angezeigt werden.

    Gründe für eine Disqualifikation:
    - die Zeichenzahl des Textes stimmt nicht
    man hat mit Doppelaccounts abgestimmt
    - es wurde gebettelt
    - es wurde nicht überwiesen
    - die Teilnahme ist unvollständig
    - es liegt ein Verstoß gegen die Regeln vor
    - die Aufgaben wurden nicht erfüllt

    Aufgaben
    Die Kür darf frei ausgedacht werden, jedoch muss sie folgendes beinhalten:
    - das Einreiten/ Führen am Anfang der Kür mit anschließendem Grüßen
    - alle 3 GGA auf rechter und linker Hand
    - mindestens 2 verschiedene Hufschlagfiguren außer ganze Bahn
    - Richter verabschieden am Ende der Kür

    Die Gewinnerstuten werden durch folgendes System ermittelt:
    Aussehen Körungstext / Userabstimmung
    1 Punkt für jede Stimme

    Abstammung
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Elternteil
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Großelternteil
    -0,5 Punkte für Inzucht betreffend Eltern & Großeltern je Pferd/Pony

    Offizielle Turniere & Wettbewerbe
    1 Punkt für jede Turnierschleife erster Platz
    1 Punkt für jede Schönheitswettbewerbsschleife
    1 Punkt für jede Turnierschleife zweiter Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife dritter Platz
    1 Punkt je Fohlenschauschleife
    2 Punkte je Reiterspielschleife

    Gesundheitscheck wenn vorhanden
    2 Punkte für Tierarztuntersuchung
    2 Punkte für Hufschmieduntersuchung
    Die Gesundheitschecks dürfen max. 6 Monate alt sein - Zählung erfolgt ab dem Tag der Anmeldung.

    1 Punkt pro Ausbildungsbericht (nur Stufenerhöhungen zählen!)
    1 Punkt für ein Zubehörbild
    2 Punkte für ein Bild mit Zubehör & Bewegung
    Es wird nur ein Zubehörbild gewertet.

    Mindestpunktzahl für die Gewinner: 20 Punkte

    Teilnahmen bitte nach folgender Reihenfolge gliedern:
    Username
    verlinkter Pferdename
    Pferdebild
    Steckbrief (gespoilert) inkl. Turnierschleifen und korrekter Abstammungsverlinkung
    TA und HS Berichte + Datum (gespoilert)
    Trainingsberichte, nur die Stufenerhöhungen! (gespoilert)
    Kür + Zeichenzahl und Name des Prüfprogrammes


    Viel Spaß und Erfolg bei der Teilnahme!
     
    AliciaFarina, Veija und Elsaria gefällt das.
  2. Occulta

    Occulta Schattenpferd

    Occulta mit...
    PFS' Sarabi

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    Steckbrief
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    Vom: Stromer

    Vom: Adlerflug

    Aus der: Sailing Leave

    Aus der: -



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    Rufname: Ari
    Geburtstag: 20.03.
    Alter: 4 Jahre
    Stockmaß: 1.67 m
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Perlino Sabino
    (Ee,Aa,CrCr,Sbsb)
    Abzeichen: Schnippe, 2x Stiefel, 2x Socke
    Gesundheit: Sehr gut


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    temperamentvoll, manchmal unaufmerksam, intelligent, loyal, gutmütig


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    Sarabi schnappt Neues schnell auf und lernt neue Aufgaben auch ziemlich rasch, so dass man sie als sehr intelligent einstufen kann. Darüber hinaus sollte man immer sicher gehen, dass man alles gut verriegelt hat, sonst sieht man sie auf dem Hof rumturnen, da sie ziemlich unausgeglichen ist und sie sich schnell langweilt. Sarabi hasst es gebadet zu werden, generell ist sie weniger so die Wasserratte und so hat man oft Mühe, sie durch Pfützen zu führen. Sie ist so verfressen, dass sie den Besitzer aussehen lässt, als würde man sie nie füttern. Man sieht sie hauptsächlich an der Heuraufe und auch sonst sucht sie gerne in Taschen nach Leckerlis oder Futter. Noch zeigt sie beim Spazieren gehen, dass sie Angst vor Großen Steinen an der Straße hat und versucht sich dort häufig los zu reißen oder einen großen Bogen darum zu machen. In der Herde zeigt sie sich ranghoch und will häufig um die Rolle der Leitstute kämpfen, auch wenn sie noch sehr jung ist. Immerhin kommt sie einem auf der Wiese entgegen.

    Sarabi stammt aus unserer eigenen Zucht Pineforest Stable.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Occulta
    VKR: Occulta
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: Nein
    Nachkommen: -


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    Galopprennen Klasse: S***
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: L
    Military Klasse: A
    Dressur Klasse: L
    Distanz Klasse: A

    Eignung: Galopprennen, Springen
    Eingeritten: Ja


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    2. Platz 469. Galopprennen
    2. Platz 500. Galopprennen
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    3. Platz 464. Galopprennen

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    1. Platz 534. Springturnier
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    2. Platz 396. Militaryturnier
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    2. Platz 534. Dressurturnier
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    1. Platz 390. Distanzturnier
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    Ari's Spind

    TA Bericht

    HS Bericht

    Trainingsberichte [8]
    Occulta
    Renntraining E-A
    PFS’ Stop Making Sense, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Strolch, Daedra, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire

    Es war ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag, in der gewohnten Umgebung, und unter gewohntem grauen Wolkendach. Nein ernsthaft, es hatte in letzter Zeit wieder viel zu oft gewittert und geregnet. Die Natur war zwar, nachdem sie in der langen Trockenperiode so gelitten hatte, nun wie neu geboren – alles kitschig grün und saftig; aber so langsam schien der Boden mit Wasser gesättigt und die Wege zu den Weiden glichen eher einem frisch gepflügten Feld. Wenigstens die Pferde hatten ihren Spass. Sie konnten sich auf den ‘geopferten’ Weiden austoben und nach Herzenslust einsauen. Wir hatten alle Vierbeiner auf die kleinen Gestütsweiden aufgeteilt und die grossen Weiden zur Schonung seit dem gröberen Regen nicht benutzt, sodass später wenigstens dort noch alles grün war. «Es ist immernoch Sommer!», rief Parker frustriert während dem Putzen. Wir standen im Hauptstall und bereiteten die jüngste Rennpferdegruppe für’s Training vor. Es war bereits halb acht Uhr abends. Am frühen Morgen hatten wir die erfahreneren Gruppen trainiert, danach war es schon zu warm gewesen, um die Jüngsten auch noch laufen zu lassen. Ja, trotz des Regens der letzten Tage wurde es jeweils, sobald die Sonne schien, wieder ziemlich warm, gekoppelt mit unangenehm hoher Luftfeuchtigkeit. Deshalb waren sie am Nachmittag zuerst noch draussen gewesen und mussten erst jetzt, wo es nicht mehr ganz so schwül war, arbeiten. Ich war heute bei A Winter’s Tale, und sah mit eifersüchtigem Blick zu April und Daedra rüber. Das schwarze Fell der elegant gegliederten, noch etwas babyhaft wirkenden Vollblutstute war zwar leicht staubig, aber bei weitem nicht so verunstaltet wie das der weissen Stute vor mir. Thalias leichte, bräunliche Sprenkel hatte sich vervielfacht - Aber leider nicht aufgrund von Farbgenen. Ich schrubbte mir die Arme taub, während April und Parker schon fast satteln konnten. Parker kümmerte sich übrigens um Counterfire, ihren neu ernannten Liebling der Gruppe. Die kupfrig glänzende Fuchsstute hatte sowieso schon eine breite Fangemeinschaft, Tendenz steigend. Nur ich konnte mich wiedermal auf keinen Liebling festsetzen. Mir gefielen einfach alle der Jungspunde gleichermassen gut. Daedra, mit ihrem tiefschwarzen, seidigen Fell und dem speziellen Kopfabzeichen; Fire eben, mit ihren hochweissen Beinen und dem feurig orangen Glanz; Dolly, die manchmal einfach nur ein süsser kleiner Angsthase war; Sarabi, mit ihrer cremefarbenen Robe und dem hübschen Bauchfleck; Mambo mit seinen spannenden Sprenkeln und dem tollen Charakter; und Thalia, die fast schneeweiss war und damit die Familie meiner weissen Rennpferde weiter vergrösserte. Ich kratzte dem Winter-Abkömmling die Hufe aus und holte, nachdem ich den gefühlten Beton aus der Sohle gehebelt hatte, den Trainingssattel. Ich hörte, wie Sarabi, die in dem Putzabteil gleich vor dem Eingang der Sattelkammer stand, ungeduldig scharrte. Jungpferde eben – junge Vollblüter besonders: ständig ungeduldig und verspielt. Counterfire war besonders schlimm. Sie musste alles mit dem Maul untersuchen und schmiss regelmässig Bürsten an die Wand, wenn sie sie mit dem Kopf herumschwang. Lily fand es eben lustig, ihr die Bürsten hinzustrecken, deshalb mussten wir uns dauernd in Acht nehmen. Eine Stimme riss mich aus meinen Gedanken. «Hunter! Ich dachte schon, du kommst nicht mehr.» Ich legte den Sattel ab und schüttelte unserem ‘Nachbaren’ die Hand. Ich pfiff Quinn herbei, die zuvor in der Sattelkammer die Batterie ihrer Armbanduhr ausgetauscht hatte, und wir verliessen den Hauptstall, um Strolch vom Parkplatz zu holen. Der hell palomino-farbene Hengst war bereits sauber geputzt und musste nur noch gesattelt werden. Er sollte heute mit unseren Pferden gemeinsam trainiert werden, um ein richtiges Rennen zu simulieren. Oder zumindest die Stimmung eines richtigen Rennens, mit einer fremden Umgebung, anderen Pferden und einem unbekannten Jockey. Eigentlich hatte der junge Vollblüter schon Rennerfahrung – er war sogar schon an echten Rennen gewesen, anders als meine Gruppe von zweijährigen Grünlingen. Aber wie Hunter mir bereits bei unserer letzten Begegnung erklärt hatte, war er bisher noch nicht in den Genuss einer vollständigen Ausbildung gekommen. Quinn übernahm Strolch und führte ihn in Richtung Hauptstall, während wir seine Ausrüstung ausluden und mittrugen. Er war sichtlich Aufgeregt, aber nicht ängstlichen wirkend, sondern eher extrem neugierig. Er musste schon auf dem ganzen Weg um das Stallgebäude herum den Kopf drehen und die Nüstern blähen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Ich liess Quinn und Hunter alleine, um mich zurück zu meinem eigenen Reittier zu begeben. Die mittlerweile wieder weisse Stute wollte sich in ihrem Eifer schon fast in der Stallgasse umdrehen, als sie mich kommen hörte, sodass ich ihren Popo herumschieben und sie wieder richtig hinstellen musste. Ich legte ein dünnes Anti-Rutsch-Pad auf Thalias Rücken, dann eine dicke, gepolsterte Satteldecke und schliesslich den Trainingssattel mit dem Lammfellgurt. Nicht alle Pferde hatten die gleichen Pads und Decken. Je nach Rückenform und Muskulatur benutzten wir auch Lammfellunterlagen, dünnere Satteldecken oder Gelpads. In jedem Fall war es wichtig, dass das Pferd sich damit wohlfühlte und die dünnen Sättel so gut wie möglich passten. In anderen Rennställen sah man andauernd Pferde, die sich beim Satteln zu wehren versuchten oder herumzappelten. Für mich waren das Alarmzeichen, die ich gar nicht erst aufkommen lassen wollte. Schliesslich wollte ich am Ende ihrer Rennkarriere immer noch Pferde haben, die richtig bemuskelt und dem Reiten gegenüber positiv eingestellt waren; keine verbrauchten, sauren Krüppel. Ich führte Thalia durch den Innenhof des Hauptstalls raus und bekam von Oliver ein «leg up». Quinn sass bereits in Strolchs Sattel und hielt den ungeduldigen Jungspund so gut wie möglich ruhig. Sobald ich oben sass und meine Steigbügel angepasst hatte (was beim Satteln vergessen worden war), klopfte Oliver Thalia symbolisch auf die Kruppe und lief nochmal ins Stallinnere, um sein Notizbüchlein zu holen. Er führte ein strenges Tagebuch über die Laufzeiten und das Training im Allgemeinen. Welches Pferd wann und in welchem Stil bewegt worden war, mit welcher Intensität und wie es darauf reagiert hatte, in puncto Schweissbild und Puls. Einfach alles stand darin, sodass wir genau rückverfolgen konnten, welche Art von Training bei welchem Pferd am effektivsten war. Heute wollten wir mit Startmaschine trainieren, also war ein gründliches Aufwärmen erforderlich. Wir bogen wie immer zunächst im Gänsemarsch auf den Galoppweg und trabten geschützt durch die Tannen neben uns an. Es war ein kühler Wind aufgekommen, aber wenigstens sah es noch nicht nach Regen aus. Die Pferde mussten eine Runde lang in kontrolliertem Tempo traben und dann auf der Bahn bis hin zur Startmaschine ebenfalls langsam Galoppieren. Danach stellten wir uns vor unserer mobilen Startmaschine auf. Oliver und Ajith standen schon bereit, Hunter ging ihnen zur Hand. Zunächst ritten wir zu der Maschine heran, zeigten den Jünglingen alles gründlich und Ajith liess die Tore ein paarmal auf und zuschnappen, um sie an das Geräusch und die Bewegung zu gewöhnen. Wir hatten das schon einige Male durchgespielt, aber um es immer und immer wieder zu festigen, widerholten wir das Prozedere vor jedem Training mit Maschine, zumindest, bis es keine Probleme mehr gab. Ausserdem war es heute sowieso vorteilhaft, um zu sehen, wie unser Gast darauf reagierte. Es zeigte sich auch prompt, warum wir uns jedes Mal die Zeit nahmen. Denn nicht alle der Gruppe nahmen die Geräusche so gelassen wie meine Thalia und Hunters Strolch, die beide bloss interessiert mit gespitzten Ohren zusahen und dabei stillstanden. Dolly zuckte auch jetzt noch beim ersten Mal zusammen, versuchte mit Charly abzudrehen und zu flüchten. Er nahm den einen Zügel an und drehte die Stute rasch um die eigene Achse, bis sie stillstand. Dann ritt er ruhig wieder heran und wir machten weiter. Diesmal war Charly gefasster und hielt sie zurück, wodurch sie aus Protest leicht vorne hochstieg. Heute hatte sie offenbar einfach keine Lust. Der Jockey liess sich davon nicht beeindrucken und hielt sie einfach gerade. Oliver liess die Tore extra weiterhin aufschnappen, bis sie sich wieder einkriegte und nur noch leicht zuckte. Charly lobte sie und Dolly saugte noch einmal laut Luft ein, ehe sie den Kopf, wenn auch etwas ruckartig, für einen Moment senkte und sich sogar einen Schritt vorwagte. Dafür bekam sie ein Karottenstück von Ajith. Wir wollten Mut und Neugier von Anfang an bestärken. Auch Daedra sah man an, dass ihr nicht gerade wohl war. Sie überlegte sich auch ein paarmal, mit einer Gewichtsverlagerung angedeutet, zu Flüchten. Aber sie hörte stattdessen auf Quinn und hielt sich, bis auf ein paar tänzelnde Schritte seitwärts, an ihre Position. Als alle Pferde einigermassen ruhig waren, angesichts der Tore, begannen wir, sie durch die offene Maschine hindurch zu führen. Dolly stakste geräuschvoll atmend hindurch, Thalia zögerte kurz, folgte dann aber Ajith vertrauensvoll und Mambo versuchte, das ganze schnell hinter sich zu bringen. Strolch hielt höchstens an, um die hölzernen Trittbretter für die Helfer mit seinem Maul zu untersuchen. Wir wiederholten, bis es bei allen flüssig klappte. Dabei lobten wir wieder viel, und verteilten in besonders guten Momenten weitere Karottenstücke. Als nächstes führten Oliver und Ajith immer zwei Pferde gleichzeitig rein, liessen dabei die Tore vorne geschlossen und hinten offen, warteten einen Moment, sodass die Vierbeiner stillstehen mussten, und öffneten dann die vorderen Tore manuell. Als auch das gut klappte, war es Zeit, die hinteren Klappen auch zu schliessen. Für manche Pferde war das am Anfang etwas beängstigend, weil sie plötzlich hinten Widerstand spürten, wenn sie einen Schritt zurück machten. Aber mittlerweile kannte die Gruppe den Ablauf schon ein Bisschen, weshalb sie, nach dem anfänglichen Gehampel, fast wie Profis drinstanden. Es war wichtig, dass die Pferde von Anfang an lernten, dass sie nicht rückwärts durften. Die Tore waren absichtlich nicht stark genug, um dem vollen Gewicht eines Pferdes standzuhalten, damit sie im Notfall nachgaben und aufgingen. Aber natürlich war es sehr schlecht, wenn ein Pferd das herausfand und lernte, die Tore aufzudrücken. Ich war froh, dass auch Strolch sich anständig benahm und darauf zu warten schien, dass er vorne raus durfte. Das zeigte mir, dass Hunter im Training mit dem jungen Rennpferd bisher alles richtig gemacht hatte.

    Wir hatten inzwischen gute zwanzig Minuten verpufft, und ich hielt es für ratsam, eine Pause zu machen, bevor wir zum Galopptraining übergingen. Die jungen Pferde hatten noch nicht die Fähigkeit, sich so lange am Stück zu konzentrieren. Das restliche Training würde zwar nicht mehr so lange dauern – wir mussten nur noch die Übungsdistanz in der gewünschten Zeit überwinden – aber ich wollte, dass alle Pferde fit und bereit dazu waren, um Unfälle zu vermeiden. Besonders angesichts des feuchten Geläufs, weswegen auch alle heute Stollen trugen. Wir bewegten uns ein wenig im Schritt, um nicht ganz ‘kalt’ zu werden. Dann gab Oliver das Signal und Ajith half uns erneut in die Startboxen. Er löste die Tore sofort aus, sobald alle drinnen waren, um die Geduld nicht unnötig zu strapazieren. Die Pferde starteten noch nicht alle so schön synchron, wie man es von erfahreneren Gruppen kannte, und Strolch kam dank seiner Erfahrung mit einem deutlichen Vorsprung weg. Auch im Verlaufe der Distanz konnte ihm keiner der Zweijährigen das Wasser reichen, was bei dem Altersunterschied auch zu erwarten gewesen war. Sein Grundtempo wurde von Quinn etwas höher gefordert als das der anderen, und auch die Sprints waren länger und intensiver. Am Ende war er trotzdem nicht so verschwitzt wie die restliche Gruppe und seine Atmung wurde rascher wieder normal. Zufrieden klopfte ich Thalia auf den Hals, die angestrengt schnaufte, aber alles in allem noch fit wirkte. Wir trainierten niemals an die Belastungsgrenze, weil es unvernünftig wäre zu riskieren, dass ein Pferd umkippte. Ausserdem gab es daraus keinen besseren Trainingseffekt, im Gegenteil – die Muskeln wurden übersäuert und die Pferde verbanden das Training mit Schmerz. Das galt es unbedingt zu verhindern. Beim Austraben schienen jedenfalls alle gut beisammen und müde, aber locker. Zum Ausschreiten brachten wir sie mit Abschwitzdecken in den Freilauftrainer, nachdem wir sie abgeduscht, oder mit einem Schwamm gewaschen hatten. Mittlerweile war es dunkel, aber dank der grosszügig verteilten Flutlichter im Innenhof des Hauptstalls sahen wir mehr als genug. Während Strolch trocknete, tranken die Jockeys und ich zusammen mit Hunter und Oliver einen Tee in der Reiterstube. Gleichzeitig besprachen wir das Training. Oliver teilte meine Ansicht, dass ausnahmslos alle Pferde bereit waren, in die nächst höhere Trainingsstufe aufzusteigen und erste Rennen zu bestreiten. Auch bei Dolly war ich mir sicher, dass sie sich bald mit der Startmaschine anfreunden würde. Von der Rennleistung her, war sie ihrem Alter entsprechend gut. Irgendwann sahen wir nach den Pferden, brachten sie in die Boxen und halfen Hunter beim Verladen von Strolch. Wir verabschiedeten uns und ich wünschte ihm viel Erfolg für kommende Rennen. Es erfüllte mich mit stolz zu wissen, dass ein weiterer Stromer-Nachkomme eine grosse Zukunft vor sich hatte.
    28 Aug. 2018

    Occulta
    Springen A-L
    Training für die Faulen

    PFS’ Colours of Life, tc Miss Moneypenny, Primo Victoria, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire, Daedra, Areion, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Navy Sniper, Cambria, Fake my Destiny, PFS’ Shadows of the Past, PFS’ Ravissante, Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, Tayr al-Diyari, PFS’ Arctic Silver Lining, PFS’ Arctic Rainstorm, PFS’ British Oreo Rascal, PFS’ Glenn’s Dare to Shine, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot

    «Occu, es ist zu warm zum Arbeiten», jammerte Jonas, in seinem neu gekauften Schaukel-Stuhl auf der Terasse ausgebreitet. Er hatte das Teil am Wochenende in einer Brockenstube gefunden und sich sofort darin verliebt. Das alte, dunkle Holz war zwar an manchen Stellen etwas rau von der vermutlich Jahrzehnte langen Benutzung, aber mit etwas Schleifpapier und neuem Lack wollte er ihm demnächst zu neuem Glanz verhelfen. Allerdings sah es im Moment eher nicht danach aus, als könnte er die nötige Energie dazu aufbringen. Bacardi lief bereits ungeduldig um mich herum, weil ich nicht weiterging. «Komm, auf», scheuchte ich ihn in befehlerischem Ton von seinem Sonnenplätzchen. Er grummelte vor sich hin und schlenderte zum Hauptstall. Lisa war auf dem Sandplatz bereits aufgestiegen und wärmte Sniper im Schritt am langen Zügel auf. Ich tat es ihr gleich. Heute war wieder Trainieren angesagt, und zwar mit einem ganzen Heer von Jungpferden. Lisa und ich ritten plaudernd nebeneinander und genossen die morgendlichen Sonnenstrahlen, die auf unsere Rücken brannten. Lily stiess mit Fake auch noch dazu, und ihr folgten auch kurz darauf die anderen aus dem Nebenstall; Shira, Ravissante, Cambria. Wir ritten alle sechs Vierbeiner, um die bereits aufgestellten Hindernisse zirkelnd, warm. Nach etwas mehr als fünf Minuten trabten wir an und vollführten unter Lisas Anweisungen ein paar gymnastizierende Dressurlektionen, ehe wir mit den Cavalettis begannen. Bacardi war am Anfang etwas übereifrig und hüpfte jeweils über das halbhohe Cavaletti, anstatt darüber zu traben. Ich hielt ihn zusammen und versuchte es erneut, bis es beim dritten Versuch klappte. Er war eben noch jung und verstand ungerne, dass man die Aufgaben konzentriert und auch mal langsam angehen musste. Lily und Fake hatten ganz ähnliche Probleme, aber bei ihnen lag es vor allem daran, dass Lily noch nicht genug einwirken konnte, um die temperamentvolle Hackney-Pony Stute mit dem Sitz zu bremsen. Sie gab sich immerhin grosse Mühe und schaffte es nach einer Weile auch so halb. «Das wird schon, Lily. Sobald du längere Beine hast, kannst du sie auch besser kontrollieren», ermutigte Lisa meine Nichte. Das Mädchen nickte nur konzentriert und bremste Fake wieder in den Schritt. Lisa schickte uns als nächstes über ein paar Kreuzchen in einer Linie, die ebenfalls noch dem Auflockern und der Taktfindung dienten. Erst danach legten wir mit Steilsprüngen, Oxern, In-Outs und Kombinationen los. Für die jungen Pferde waren besonders letztere anspruchsvoll, da viele dazu neigten, etwas kopflos zu werden und zwischen den Hindernissen beschleunigen zu wollen. Auch Bacardi versuchte es, aber durch meine langjährige Erfahrung konnte ich ihn zurückhalten und in angemessenem Tempo auf den zweiten Sprung zureiten. Er schnaufte zwar leicht frustriert, galoppierte aber schön am Zügel. Ich lobte ihn streichelnd, um ihm zu zeigen, dass es so richtig war. Fake und Lily flitzten zum Teil in halsbrecherischem Tempo durch, aber Lisa war schon dabei, das zu korrigieren und ihr Tipps zu geben. Robin und Cambria hatten auch noch die eine oder andere Unstimmigkeit zu überwinden, aber es sah gar nicht so schlecht aus. Ravissante lief unter Quinn richtig schön. Ich war begeistert beim Zusehen, als die beiden den einen Oxer übersprangen und die Anglo-Araberstute eine wunderbare Flugphase zeigte. Sie erinnerte mich in ihrer Manier sehr an Sunday – ausser, dass sie ab und zu ihren Schweif aufgeregt anhob, wenn sie auf ein Hindernis zukam. Quinn schien sich sehr gut mit der Stute zu verstehen und grinste begeistert, als sie den kleinen Abschlussparcours beim ersten Versuch fehlerfrei überwunden hatten. Sie liess Ravi den Kopf strecken und klopfte ihr zufrieden auf den Hals. Auch Bacardi und ich schafften es ohne Abwurf. Die Höhe war ja auch noch nicht gerade eindrucksvoll. Aber trotzdem war ich stolz, als am Ende die meisten sauber durch den Parcours kamen. Sogar Fake kam überall gut drüber, wenn auch ein Tickchen zu schnell. Shira und Snipy hatten je einen Abwurf; Shira in der Kombination und Sniper beim letzten Steilsprung, weil Lisa sich mit der Distanz verschätzte. Dass ausgerechnet unsere Reitlehrerin einen Fehler machte, fanden wir ganz amüsant – konnte ja passieren. Wir liessen die sieben Pferde austraben und versorgten sie dann zügig, um gleich anschliessend mit der nächsten Truppe weiterzumachen. Diesmal war der Vollblut-Nachwuchs an der Reihe. Miss Moneypenny, Daedra, Primo, Sarabi, Mambo, Cryptic, Thalia, Counterfire und David mit Life. Weil diese Gruppe etwas grösser war als die letzte, hatten wir auch entsprechend mehr Abreitplatz-Atmosphäre, aber das kam in diesem Fall gerade gelegen: Mit diesen acht wollten wir nämlich einen Ablauf wie auf einem Turnier simulieren. Jonas hatte es tatsächlich fertig gebracht, in der Halle zwei Aufwärm-Hindernisse aufzubauen und verstellte sie nun nach unseren Wünschen. Danach ritten wir jeweils nach draussen auf den Sandplatz und sprangen direkt den Parcours, jeder zweimal. Ich hatte Thalia als Partnerin. Die Winter-Tochter war extrem rittig und liess sich heute durch nichts ablenken, sodass wir beide Durchgänge einwandfrei abschlossen. Mir gefiel ihr Arbeitswille, der sich übrigens auch auf der Rennbahn auszahlte. Sie war zwar nicht die Schnellste, dafür sehr ausdauernd und fokussiert auf die Ziellinie – manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie selbst bei einem Bombeneinschlag auf der Tribüne nicht zucken würde. Bei Counterfire, die gleich nach mir auf den Platz ging, war das gerade anders herum. Die feurige Fuchsstute konnte ausserordentlich gut beschleunigen und hatte mächtig Schub in der Hinterhand, liess sich allerdings leicht aus dem Konzept bringen und brauchte eine konsequente Hand. Als Katze Shiva in ein Gebüsch neben dem Viereck kletterte, um Spatzen aufzuscheuchen, verpasste sie dementsprechend das nächste Hindernis und räumte es mit den Vorderbeinen ab. Charly war auf den unsanften Sprung nicht vorbereitet gewesen und kam hinter die Bewegung. Als Counterfire nach dem missglückten Manöver auch noch um die Kurve raste, besiegten ihn die Fliehkräfte. Er plumpste in den Sand und die Stute raste eine Runde um den Platz, wobei sie gerade noch von Oliver davon abgehalten wurde, diesen zu verlassen. Der Trainer motzte «be careful with my racing champions, please» und bewachte den Eingang, bis wir Fire eingefangen hatten. Charly war anscheinend unversehrt, bis auf ein paar blaue Flecken. Er stieg wieder auf und ritt das Hindernis nochmal an, nachdem Lisa, die diesmal nicht selbst im Sattel sass, es wieder aufgestellt hatte. Counterfire, die noch etwas aufgeheizt von vorher war, wollte schon wieder mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Stangen losrennen, aber Charly machte nochmal eine Volte, bis er sie unter Kontrolle hatte, und lenkte sie dann deutlich ruhiger geradeaus, diesmal ohne Probleme. Die übrigen Vollblüter waren heute erstaunlich gemütlich unterwegs; Quinn musste Primo regelrecht vorwärtstreiben und auch Mambo hatte beim Oxer etwas zu wenig Schwung, sodass die oberste Stange fiel. Höchstwahrscheinlich liegt es am Temperatur- und Fellwechsel, überlegte ich. Ich bürstete und massierte Thalia rasch nach dem Absatteln, aber es reichte leider trotzdem nicht mehr um die letzte Runde von Daedra zu sehen. Ich erfuhr aber von Lisa, dass sie einmal parkiert hatte – schade. Das war bei ihr in letzter Zeit etwas zu häufig vorgekommen, weshalb ich überlegte, sie in nächster Zeit mehr mit Quinn laufen zulassen, oder selbst ein wenig Korrektur zu reiten. Nicht, dass ich meine oder Quinns Reitkünste höherstellte als die der anderen, aber wir beide hatten einfach etwas mehr Erfahrung als zum Beispiel April, die sie heute geritten hatte. Ich wollte auf jeden Fall verhindern, dass die Stute irgendwelche unvorteilhaften ‘Habits’ entwickelte. Nachdem nun alle den Parcours gemacht hatten, wollte Lily unbedingt nocheinmal mit Areion einen Versuch starten. Sie wärmte ihn bereits in der Halle auf, als ich dazustiess. Der immernoch-Hengst zeigte auch diesen Frühling wieder teils etwas aufmüpfiges Verhalten, sodass Lily die letzten Wochen meine Hilfe mehr als einmal gebraucht hatte. Heute schien er aber eher gemütlich unterwegs zu sein und liess sich wenig später auch gut von meiner Nichte über die extra tiefer gestellten Hindernisse lenken. Lisa ermutigte sie, noch etwas mehr Schwung von dem Tinker zu fordern, weil er ein paarmal zu dicht ans Hindernis kam, aber sonst sahen die beiden gar keinen so schlechten Eindruck.

    Insgesamt zufrieden mit den Vollblütern, wandte ich mich nun dem Training der beiden Nachwuchswesternpferde Chanda und Jazz zu. Ich putzte die grau-weisse Criollo Dame, während Jonas sich Jazz antat. Antun deshalb, weil sie heute zusätzlich zu ihren Appaloosa-Sprenkeln auch noch Schlammkrusten trug. Mit dem noch feuchten Boden vom letzten Regenfall erstaunte es mich überhaupt, dass nicht mehr Pferde Schlammig waren. Klar, die Vollblüter waren von Ajith bereits vorgeputzt worden, aber die übrigen hatten anscheinend ausnahmsweises Mitleid mit unserer vom Winterfell Ausstriegeln müden Armmuskulatur gehabt. Jonas stöhnte erschöpft, als er auf die zweite Seite seines Reittiers kam, die genauso schlimm aussah wie die Erste. Er legte einen Moment lang seine verschränkten Arme auf den Runden Po von Jazz und genoss die Sonne, bevor ich ihn anstupste, damit er weitermachte. „Denk dran, die Stunde fängt in fünfundzwanzig Minuten an.“ Ich war so nett und half ihm mit dem Hufeauskratzen, während er noch immer den eher dünnen Schweif von Jazz zu retten versuchte. Nach einem gefühlten Liter Glanzspray und einer insgesamt halben Stunde intensivem Putzen, war die Stute wieder ansehnlich. Wir ritten in Richtung Fluss los, denn wir waren mit Rosie zu einem Training auf der Wilkinson Farm verabredet. Sie hatte einen auswärtigen Westerncoach organisiert. Weil wir so viel Zeit mit Putzen verbracht hatten, mussten wir den grössten Teil des Weges traben, um nicht zu spät zu kommen. Die Pferde waren so zumindest schon warm und wir konnten eigentlich sofort loslegen. Der Trainer gab uns eine Dreiviertelstunde lang Patterns vor und feilte mit uns an den einzelnen Lektionen. Für die jungen Pferde war das Training intensiv und sie schwitzten in der Frühlingssonne ordentlich. Rosie, die mit dem Wüstentemperatur-geprüften Tayr mitmachte, hatte dieses Problem nicht. Dafür hatte sie alle Mühe, ihn angesichts unserer beiden charmanten Damen konzentriert zu halten. Es ist eben Frühling, stellte ich schmunzelnd fest. Bevor wir uns auf den Heimweg machten, fiel Jonas noch ein neues Araberpferdchen auf Rosies Weide ins Auge. «Schau mal, da ist noch ein Appaloosa-Tier. Ich dachte zuerst, es sei Numair, aber der ist etwas dunkler.» «Tatsache. Rosie? Is that the filly you mentioned last time?” Die rothaarige Ex-Pflegerin von Pineforest bestätigte. “She’s gorgeous! Definitely coming after Numair.» «I hope she’s also inherited his character, instead of her mother’s. But anyway, she has such a cute head and I love the pink freckles on her face.” Sie schwärmte noch ein wenig weiter, sodass ich beinahe neidisch wurde – das Tierchen sah schon von weitem speziell aus. Letzten Endes wandten wir uns dann doch noch zum Gehen und duschten zurück auf Pineforest die beiden armen, verschwitzten Stuten ab. Chanda machte einen friedlichen Eindruck, als ich sie zurück auf die Stutenweide entliess. Sie sah aus, als könne sie sich nun nach getaner Arbeit so richtig entspannen und das Nährstoffreiche Frühlingsgras besonders geniessen. Jazz blieb noch einen Moment erwartungsvoll beim Zaun kleben, als warte sie noch auf eine letzte Karotte. Jonas und ich hatten leider beide nichts mehr im Sack, also musste sie sich mit den vorherigen Belohnungen zufriedengeben. Wir schlenderten zurück zur Halle und ich bog von dort aus zu den Miniweiden ab, um schonmal die Sulkys für den Nachmittag bereitzustellen, während er gähnend Richtung Haus wanderte. „Du musst noch die Winterreifen wechseln“, rief ich ihm schelmisch hinterher. Er drehte sich als Antwort um und gab mir einen Militärischen Gruss zurück – um anzudeuten „wird ausgeführt, Chef“.

    Die Minis waren den ganzen Winter hindurch einigermassen fit gehalten worden, aber nun im Frühling ging die Show-Saison wieder los, und mit den schneefreien Strassen konnten wir auch wieder mehr Zeit ins Fahrtraining investieren. Deshalb drehte ich den halben Nachmittag lang fleissig Runden auf der Ovalbahn. Zuerst mit Kiwi. Die beinahe ganz weiss gescheckte Stute verlor ihr ungeschorenes Winterfell in Fetzen. Das meiste hing noch an ihrem Bauch und unter dem Kopf. Ich striegelte einen Kisseninhalt weissen Fells ins spriessende Gras, danach sah sie etwas weniger zottelig aus. In den nächsten paar Tagen würde sie das Fell wohl vollständig wechseln. Lewis kam etwas verspätet aus dem Mittag und entschuldigte sich mit der Erklärung, dass er mit Quinn, Charly und Parker in der Stadt essen war, wobei sie ziemlich lange hatten anstehen müssen. Das war für mich kein Problem, ich wusste ja, dass meine Pfleger seriös arbeiteten. Lewis schnappte sich Tiki («You could have taken Kiwi, if you had come on time”, neckte ich ihn, wissend, dass Kiwi sein Liebling war). Er ent-fellte sie in Rekordzeit und war mit dem Geschirr anlegen am Ende noch fast eher fertig als ich. Wir schlauften die letzten Riemen durch und führten die Ponys dann von der Weide zu den bereitstehenden Sulkys. Als beide sicher eingespannt waren, fuhren wir zur Ovalbahn. Ich übte mit Kiwi besonders das Zulegen und Aufnehmen, wobei ich einen schicken Show-Trot herauszuprovozieren beabsichtigte. Es klappte auch einigermassen; die Miniature Stute hob ihre Beine höher als sonst. Ich lobte sie jeweils überschwänglich, um ihr die Bewegungen möglichst schmackhaft zu machen. Lewis übte mit Tiki ebenfalls im Trab, allerdings konzentrierte er sich bei ihr mehr auf die Aufrichtung und die korrekte Anlehnung an die Fahrzügel. Gegen Ende des Trainings liess ich die Zügel länger, sodass Kiwi nach unten strecken konnte. Sie wurde dabei zunächst etwas schneller, aber ich bremste sie mit der Stimme und nach einigen Augenblicken waren wir gemütlicher unterwegs. Sie war eben doch noch jung und musste lernen, entspannt und in gleichbleibendem Takt zu laufen. Das wurde an den Shows übrigens auch bewertet. Ich fuhr mit Kiwi zurück und holte als Nächstes Xinu, Lewis machte mit Lining weiter. Die beiden Hengstchen waren etwas einfacher zu einem Bluff-Trab anzustacheln. Sie hoben fast schon von selbst die Vorderbeine, wir mussten nur darauf achten, dass die Hinterhand auch richtig untertrat. Nach Xinu und Lining waren Oreo und Acira dran. Oreo spürte den Frühling und brummelte seiner Halbschwester zu, als wir hintereinander zur Bahn fuhren. Lewis hielt ihn kurz und blieb in einem vernünftigen Abstand. Wir trainierten wiederum fleissig unsere Runden, und zum Spass galoppierten wir auch ein wenig. Aciras seidiger Schweif flatterte in der Kühlen Brise, die sich mit dem Fahrtwind vereinte. Ihre kleinen Hufe schlugen rhythmisch auf dem feinen Kies auf. Zuletzt drehten wir auch noch ein paar Runden mit Darling und Allegra – letztere war noch nicht lange eingefahren und hatte noch etwas Mühe mit der Kommando-Umsetzung. Sie war meist ein wenig zu eifrig und wollte nicht warten, geschweige denn dabei geschlossen stillstehen. Aber auch das würde mit der Zeit immer besser klappen, davon war ich überzeugt. Nach dem Training gab es für alle Minis ein paar Karotten, die wir zur Beschäftigung an den Bäumen auf der Weide aufhängten. Lily half dabei und fand es super, Lining beim ‘Einfangen’ der orangefarbenen Wurzeln zuzusehen.
    31 März 2019

    Occulta
    Renntraining A-L
    Subsyndromal Symptomatic Depression, Daedra, PFS‘ Stop Making Sense, PFS‘ Sarabi, PFS‘ Counterfire, PFS‘ A Winter’s Tale, PFS‘ Colours of Life

    Ich musste schmunzeln, als mir bewusst wurde, dass wir heute wiedermal eine ganze Gruppe von Pferden trainierten, die allesamt auf Pineforest aufgewachsen waren. Es erfüllte einem als Züchter einfach mit unglaublich viel Stolz, die ganzen PFS‘ Kürzel auf den Trainingslisten zu sehen. Und noch schöner war es, sie möglichst weit oben auf Ranglisten zu lesen. Doch um dorthin zu kommen, brauchte es Training und Aufwand. Deshalb waren auch heute wieder Intervallgalopps um sechs Uhr morgens angesagt. Ohne Fleiss keinen Preis. Ich sattelte Dolly, die schon wieder besorgt die Nase rümpfte. Ich kraulte die Gurtlage, damit sie sich entspannte. Sie schnappte ein paarmal in die Luft, dann wurde sie ruhiger und senkte ihren Kopf. Ich ermahnte die Pfleger zwar dauernd, dass sie den Gurt nicht von Anfang an ganz anziehen sollten, aber vermutlich hielten sich nicht alle immer daran. Es war mir ein Dorn im Auge, wenn man das Wohl des Pferdes hinter den Zeitplan stellen wollte. Auch wenn es „schnell gehen“ musste, wollte ich, dass man sich die nötige Zeit nahm, um es den Vierbeinern möglichst angenehm zu machen. Ich würde das leidige Thema also wieder bei der nächsten Trainingsbesprechung anstimmen müssen. Ich gab Dolly ein Karottenstückchen, als sie die Trense bereitwillig ins Maul nahm. Das regte sie zudem zum (ab)kauen an, wodurch sie sich besser loslassen konnte. Danach rüstete ich mich selbst mit Helm und Weste aus, ehe ich die junge Stute nach draussen zum Aufsteigen führte. Ich bekam ein Leg-up von Ajith. Während ich auf die übrigen Jockeys wartete, stellte ich meine Armbanduhr ein, damit ich nachher unser Tempo messen konnte. Viele Gadgets benutzten wir im Training nicht, aber die Uhren waren einfach ein Muss und erleichterten die Überwachung der Leistungen der Pferde enorm. Dolly und ich reihten uns zwischen Daedra und Sarabi ein, um mit allen gemeinsam zur Rennbahn zu schlendern. Wir wärmten die Gruppe aus sieben Pferden zunächst wie immer auf dem Galoppweg unter den Tannen ein, dann begaben wir uns zur Mobilen Startmaschine, wo uns Ajith und Oliver empfingen. Der Start war in einem Rennen ebenso wichtig wie der Finish; wir übten zwar vor allem zu Beginn des Renntrainings mit den Zwei- oder Dreijährigen den Start aus der Maschine, aber zwischendurch war es gut, auch mit den erfahreneren Pferden wieder zu den Basics zu gehen. Diese Gruppe aus Dreijährigen konnte ohnehin nicht genug Übung mit der Maschine bekommen. Dazu gehörte das ruhige Hineingeführt-Werden ebenso wie das perfekte Abdrücken beim Aufspicken der Tore. Genau das verpasste Counterfire heute. Sie schlief beim Glockenton und sprang erst eine Länge nach den anderen los. Ich hörte Oliver von hinten genervt rufen „What the hell was that? How is she supposed to win anything like that? And where was your leg, Tom?!” Ich drehte den Kopf, um nach dem braunhaarigen Jockey zu sehen. Der duckte sich nur mit entschlossenem Blick nach unten und versuchte, den wetternden Trainer ignorierend, sich zu konzentrieren. Fire lief in gleichmässigem Takt, nun da sie auf Kurs war. Obwohl wir alle noch in einem ruhigeren, energiesparenden Tempo unterwegs waren, kam sie Stück für Stück näher, bis sie schliesslich neben mir und Dolly lief. Die chromartig glänzende Fuchsstute sah in ihren kraftvollen Bewegungen wundervoll aus. Oliver konnte motzen so viel er wollte – ich fand, dass sie auf gutem Weg war, in den geplanten Rennen zu brillieren. Mambo schob sich auf der Innenseite in der Kurve neben uns vor. Er hatte den Hengst-Vorteil, wie manche Trainer zu sagen pflegten. Aufgrund seines Körperbaus und der männlichen Muskulatur hatte er einfach mehr Kraft als Dolly, die in grossen Sprüngen mitzuhalten versuchte. Ich passte auf, dass sie nicht zu viel Schub verschwendete. Thalia und Life waren noch immer hinter uns, ebenso die lackschwarze Daedra. Wir näherten uns dem 800 Meter Pfosten. Nun folgte der geplante Sprint über 400 Meter, bei dem sich die Pferdchen nach Herzenslust verausgaben durften. Ich gab Dolly die Zügel frei und trieb sie an. Tom brauchte bei Fire diesbezüglich kaum etwas zu machen – die Stute zog ganz von selbst los, als hätte sie mitgedacht. Schon nach wenigen Sekunden fielen Dolly und ich zurück; auch Daedra und Mambo zogen an uns vorbei. Ich liess mich davon nicht entmutigen, schliesslich waren die jungen Athleten schlichtweg nicht alle auf demselben Trainignsstand. Es war sowieso schwierig, ihre Leistungen zu vergleichen. Jedes Pferd hatte seine ganz eigenen Stärken und Schwächen. Manche lernten schneller dazu was das Handling anging, andere waren frühreif und liefen schon mit drei Jahren Rekordzeiten, wiederum andere brauchten Zeit bis sechsjährig, um sich voll zu entwickeln. Counterfire übernahm unangefochten die Spitze, Daedra drängte sich mühelos bis auf den zweiten Platz vor. Life trudelte zuhinterst hinter Thalia, Sarabi, und mir und Dolly ein. Er war nunmal nicht ganz in Form, weil Darren und David sich mit ihm nicht hauptsächlich aufs Rennreiten konzentrierten, sondern ihn vielseitig ausbildeten. Und natürlich war Darren schwerer als ein gewöhnlicher Jockey; allein dadurch hatte Life schon einen eindeutigen Nachteil, von der Unerfahrenheit seines Reiters mal abgesehen. Darren hatte trotzdem ein Strahlen auf dem Gesicht, als wir in den Trab übergingen und locker zurück zum Bahneingang ritten. „Did you see how nicely he stretched ou this time? I think he really improved a lot. He feels just so great, like he really wants to try hard to win. I’m so proud of my big golden boy!” Ich schmunzelte und stimmte zu – es war toll zu sehen, wie viel Spass die beiden zusammen hatten. Oliver sah das ganze etwas pragmatischer. „Darren, you need to work a bit more on his stamina and train his lazy butt. I heard he likes to eat?” “Yeah, he just loves any kind of treat.” “I can see that. And yourself too, less is more, keep that in mind.” Ein amüsiertes Glucksen ging durch die Runde, aber Darren nahm es gelassen – er wusste, dass wir ihn nur neckten. Wir besprachen das restliche Training etwas ernster und schlossen mit dem Fazit ab, dass wir etwas mehr Starttraining brauchten. Die Pferde und Jockeys mussten allesamt noch etwas mehr daran arbeiten, sich einen frühen Vorteil zu verschaffen, anstatt, in Olivers Worten gesagt, „zuerst gemütlich loszuzockeln und dann frühstens beim 700 Meter Pfosten in die gänge zu kommen.“
    31 Mai 2019

    Occulta
    Renntraining L-M
    Deadly Ambition, Odyn, Felicita II, PFS‘ A Winter's Tale, Daedra, PFS' Counterfire, tc Miss Moneypenny, PFS’ Stop Making Sense, PFS’ Sarabi, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Colours of Life

    „Thinking about the St. Leger Stakes, there is mainly one big problem for us: the distance. 1 mile, 6 furlongs and 115 yards is challenging, and Counterfire never raced that far before. Any stayer-type horses will have a big advantage and we are likely to run out of energy before we get to the final two furlongs. So our focus must lie on training stamina and strength for a massive acceleration at the very end of the race.” Oliver und ich sassen in der Reiterstube und sahen uns auf dem Smartphone Videos von vergangenen St. Leger Stakes an. „Watch him come from way behind there. That’s what we need to aim for.” “But that’s not really Counterfires style, is it? She likes to run at front and stay there rather than wait behind…” “We have to try. She cannot stay in front over such a distance.” Wir erhoben uns entschlossen von unseren Plätzen und begaben uns zum Hauptstall. Die Jockeys und Ajith sattelten bereits. „Everyone feeling good today?“, fragte ich in die Runde, als sie nach draussen zum Aufsteigen kamen. „Aye boss“, klang es von Quinn zurück, wie immer leicht neckisch. „You are exactly the right person to say so, Miss Callahan. Your mount is our St. Leger champion horse to be, after all.” “We’ll see about that”, murrte Oliver, kaum überzeugt. Ich wusste aber, weil ich ihn seit Jahren schon kannte, dass er innerlich brodelte und es kaum erwarten konnte, Counterfire im September rennen zu sehen. Die anwesenden Pferde für die erste Trainingsgruppe waren eben Counterfire, Deadra, Mambo, Sarabi, Dolly und die etwas ältere Miss Moneypenny. Thalia hatte ich für heute in die nachfolgende Gruppe gesteckt, weil wir sonst nicht genug Jockeys hatten. Penny hatte bereits Erfahrung mit weiteren Distanzen und würde dafür sorgen, dass Counterfire sich bis zum Schluss anstrengen musste. Die Fuchsstute war nämlich wie die meisten Rennpferde motivierter, wenn sie im Kopf-an-Kopf Stil trainiert wurde. Ich selbst gesellte mich zu Oliver zu den Rails und beobachtete das Geschehen, ohne selbst mitzumischen. Wir hatten nämlich noch viel zu fachsimpeln und zu diskutieren, während das Training lief. Oliver gab Quinn nach dem Einwärmen ein Mikrofon, das sie sich hinters Ohr klemmen musste. Damit konnten wir während der ganzen Runde mit ihr in Kontakt bleiben und ihr direkt Anweisungen geben. Dann stellten sich die Pferd-Jockey-Paare zu einem freien Start auf. Oliver gab das Zeichen, woraufhin alle losschossen. Wie besprochen galoppierten Penny und Counterfire in einem taktgleichen, für Rennverhältnisse ruhigen Tempo nebeneinander. Die übrigen Jockeys achteten darauf, aus dem Weg zu bleiben und ihr eigenes Intervalltraining ganz normal zu absolvieren. Nach 1‘200 Metern bremsten sie ab und liessen ihre Reittiere in den Trab fallen. Nur Daedra schien sichtlich unzufrieden, als Counterfire und Penny einfach weiterliefen und davonzogen. Ich stellte mit dem Feldstecher schmunzelnd fest, dass Parker alle Mühe hatte, die Rappstute durchzuparieren. Dann suchte ich durch die Gläser wieder Counterfires Position auf. Die beiden Stuten liefen noch immer dicht beieinander und streckten sich rhytmisch. Allerdings schien es spätestens nach 2‘000 absolvierten Metern so, als müsste Counterfire schon deutlich mehr Kraft aufwenden, um sich neben Penny halten zu können. Als die beiden schliesslich ab 2500 Metern zum Endspurt ansetzten, fiel Counterfire hoffnungslos immer weiter zurück. Sie trudelte schliesslich stark atmend drei Längen hinter Penny bei der Zielmarkierung ein. Oliver und ich sahen uns an; wir beide wussten, dass wir noch viel Arbeit vor uns hatten. Counterfire schlich am langen Zügel zurück zum Hauptstall, wo sie sofort abgesattelt und eifrig von Ajith umsorgt wurde. Sie sah ziemlich müde aus, aber das war zu erwarten gewesen. Ich klopfte ihr auf den verschwitzten, orangenen Hals und murmelte „don’t worry baby, it will get easier.“

    Die zweite Gruppe hatte eine interessante Konstellation. Wir liessen nämlich Thalia und Life zusammen mit Felicita, Deadly Ambition und Odyn laufen. Die drei „neuen“ mussten heute ihren Trainingsstand demonstrieren, denn ich hatte keine Ahnung, auf welchem Niveau sie liefen. Klar war hingegen, dass alle drei eher anspruchsvolle Zeitgenossen waren, die vor allem mit ihrem eigenen Charakter zu kämpfen hatten. „Sensibelchen, wie sie im Buche stehen“, meinte Jonas dazu, als er beobachtete, wie die drei draussen schon beim Aufsteigen zappelten. Felicita war diesbezüglich noch ganz die alte. Auch Quinn schwelgte in Erinnerungen. „I still remember the first time I rode her. She freaked out because of a blackbird. I did not exactly love her for that.” “And yet you begged to ride her today”, bemerkte ich zwinkernd. “Of course! Are you not at all curious about her progress?” “I am.” Unsere Gruppe von Zwei- und Vierbeinern lief gemeinsam zur Bahn. Zunächst wurde fleissig aufgewärmt, dann gab es wiederum einen freien Start – die Maschine wollten wir ein anderes Mal mit den Neulingen austesten. Deadly setzte sich sofort an die Spitze der kleinen Herde. Interessiert beobachtete ich, wie sich die blonde Stute kraftvoll streckte. Sie hatte eine schöne Galoppade und griff weit vor. „This is quality“, stellte auch Oliver laut fest. Ich nickte zufrieden. Am Ende überraschte uns aber eher Odyn. Er war mit seinen neun Jahren schon so etwas wie ein Veteran im Rennsport, und ich war mir unschlüssig gewesen, ob ich ihn überhaupt noch rennen lassen wollte. Aber als Oliver und ich sahen, wie der rote Hengst sich mit kraftvollen, mühelosen Sprüngen vor seine deutlich jüngeren Mitstreiter setzte, waren wir uns sofort einig, dass er noch ein, zwei Seasons vor sich hatte, wenn seine Gesundheit es zuliess. „I think I just fell in love“, hauchte ich zum Chef-Trainer von Pineforest Stable. Der lächelte schief und meinte nur: „Careful, or Jonas might get jealous.“ Felicita schwankte ein wenig und kam nicht so richtig in Fahrt – offenbar war sie Grasboden nicht mehr so gewohnt. Ich glaubte zu wissen, dass es in Amerika drüben viele Sandbahnen gab. Ob es allein daran lag, war aber schwierig festzulegen. Sie war nunmal auch schon acht Jahre alt und damit wie Odyn eigentlich eher auf der abnehmenden Seite des Hügels angelangt. Oliver nahm mir die Aussprache der Gadanken ab und schlug vor, die Stute aus dem Rennsport zurückzuziehen. Vielleicht wartete eine neue Karriere als Springpferd und Zuchtstute auf sie. Das heutige Training hatte ihr aber sicherlich nochmal gut getan. Life und Thalia liefen übrigens brav ihre gewohnten Zeiten. Man konnte nicht jeden Tag neue Bahnrekorde erwarten, und bei ihnen ging es ohnehin im Moment eher darum, Muskulatur und Ausdauer aufzubauen.
    30 Juni 2019

    Occulta
    Renntraining M-S
    Odyn, PFS‘ A Winter's Tale, Daedra, PFS' Counterfire, PFS’ Stop Making Sense, PFS’ Sarabi, Subsyndromal Symptomatic Depression

    Wir hatten wieder ein straffes Programm heute, inklusive einem weiteren Ausdauertraining für unsere St. Leger Anwärterin Counterfire. Die Stute hatte innerhalb eines Monats schon grosse Fortschritte gemacht und schien sich langsam an die weiteren Distanzen zu gewöhnen. Ich wollte diesmal Odyn mit in der Gruppe mitreiten, damit sie wieder einen erfahrenen Gegner hatte, der sie etwas aufheitzte. Ich bereitete den kräftigen Fuchs vor und sattelte ihn. Er war noch nicht so vertraut mit den Umgangsformen hier auf Pineforest und zeigte hie und da noch etwas flegelhaftes Verhalten, aber das korrigierte ich jeweils geduldig. Dadurch, dass ich nie grob oder unvorhersehbar handelte, gewann er rasch Vertrauen und ich war sicher, dass er sich schon in wenigen Wochen ganz eingelebt haben würde. Schliesslich hatte ich mir auch schon das Vertrauen seiner Mutter erarbeitet, und die beiden waren sich ähnlicher als ich erwartet hatte. Bevor ich Odyn fertig zäumte, sah och nochmal bei den Stuten vorbei. Counterfire war bereits gesattelt, und ich betrachtete nachdenklich den Gurt. Die Stute hatte aufgrund des intensiven Trainings noch etwas abgenommen und ich fragte mich, ob der Sattel nicht nach hinten verrutschen konnte. Ich sprach meine Bedenken gegenüber Quinn aus, die ebenfalls meinte, sie würde sich mittlerweile mit einem Vorgeschirr wohler fühlen. „Ajith?“, rief ich den Pfleger herbei, den ich so halb zwischen den Pferden am Ende der Stallgasse erspähte. „Yes Ms Smith?“ „I think we need to add another half-cup of grain to her diet, she could do with a few more pounds.” Counterfire verputzte jetzt schon so viel Kraftfutter wie One Cool Cat – ich fragte mich, ob die Qualität gut genug war, oder ob sie zu wenige Nährstoffe daraus gewinnen konnte. Ich begab mich grübelnd zurück zu Odyn und kurz darauf stiegen wir alle in die Sättel. Oliver bestand darauf, Daedra ebenfalls die weitere Distanz laufen zu lassen, denn die Rappstute hatte den ganzen letzten Monat hindurch Anstalten gemacht, noch weiter mit Counterfire mitlaufen zu wollen. Allerdings hatte Parker die klare Anweisung, die Stute zu bremsen, sollte sie anfangen zu schwächeln. Wir trainierten heute wieder mit Maschine, also dauerte es einen Moment, bis nach dem Aufwärmen alle bereit standen. Sobald der letzte Vierbeiner drin war, löste Oliver den Mechanismus aus und die Tore sprangen auf. Odyn schoss los und ich hielt ihn von Anfang an neben Counterfire. Seite an Seite rasten die beiden Füchse den Rails entlang über das kurze Gras. In geringem Abstand folgte Daedra, dann kam das restliche Feld, bestehend aus Dolly, Mambo, Thalia und Sarabi. In dieser Aufteilung ging es weiter bis zur 1400 Meter Markierung, danach bremsten letztere vier ab. Counterfire und Odyn galoppierten noch immer in kraftvollen Sprüngen nebeneinander und hielten locker bis zu den 2500 Metern durch. Ich drehte den Kopf aus Neugier nach hinten, um zu sehen, ob Daedra auch noch dabei war. Ich konnte sie aber im ersten Moment nirgens sehen. Erst, als ich überrascht auf die andere Seite blickte, stellte ich fest, dass sie noch immer aussen mitlief. Sie machte keinen besonders schlappen Eindruck, aber ich konnte es nicht genauer beurteilen, denn ich musste meinen Blick wieder nach vorne richten für den Endspurt. Odyn streckte sich kraftvoll aus und drohte, die hart arbeitende Counterfire abzuhängen. Ich zügelte ihn wieder ein wenig, denn wir wollten die Fuchsstute neben uns anstacheln, nicht entmutigen. Es funktionierte und sie gab nochmal alles. Ihre heutige Zeit war die beste, die sie bisher auf diese Distanz gelaufen war. So langsam gelangten wir auf den richtigen Pfad. Wir liessen die Pferde austraben und ich drehte mich abermals zu Daedra um. „How did she come in?“, fragte ich Parker neugierig. „Three lengths behind. But I was surprised how effortless she kept going until we passed one and a half miles.” Auch Oliver schien mehr als zufrieden mit der Leistung beider Stuten. „I didn’t expect her to keep up. I think we should pursue this kind of training with her aswell. And for the other one – if it goes on like this, we might actually have a real chance.” Ich strahlte auf dem ganzen Weg zurück zum Hauptstall vor Stolz.
    31 Juli 2019

    Occulta
    Renntraining S-S*
    Colours of Life, PFS’ A Winter’s Tale, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Stop Making Sense, PFS’ Sarabi, Odyn

    Es war ein gewöhnlich grauer Septembermorgen, den wir uns für das etwas andere Renntraining der jungen Vollblüter ausgesucht hatten. Wir wollten mit ihnen auf die Rennbahn von Warwick, die am nächsten gelegene Grasbahn. Es war sinnvoll, zwischendurch auf fremden Strecken zu trainieren, damit die Pferde nicht nur die Hauseigene Umgebung gewöhnt waren. Ausserdem waren bald wieder Rennen in Warwick, an denen wir teilnehmen wollten; somit war es eine hervorragende Gelegenheit zur Vorbereitung. Für das Training eingeplant waren Thalia, Dolly, Mambo, Sarabi und Odyn, ausserdem kam Darren mit Colours of Life zum Spass mit. Wir putzten die Vollblüter in der Stallgasse des Hauptstalls, zogen ihnen Transportgamaschen an und verteilten sie auf die Transporter. Dank Ajith und der aktiven mithilfe aller Jockeys ging es zügig voran. Wir fuhren kurz vor sieben Uhr los. Der Nebel hielt sich hartnäckig über den Feldern und die Luft war kalt-feucht. Wir stellten die Pferde gar nicht erst in die Sattelstände, sondern banden sie einfach am Transporter an. Thalia zappelte dabei zwar ein wenig, aber das war kein Problem für Parker, die die lustig gesprenkelte Stute sattelte. Nur das Bandagieren wurde durch das Gezappel etwas mühsamer. Ich selbst kümmerte mich um Mambo. Selbst der sonst eigentlich ruhige Junghengst scharrte ungeduldig, sodass ich beim Bandagieren zweimal neu ansetzen musste; das war etwas ärgerlich. Dafür lief er kurz darauf auf der Bahn wunderbar locker und anständig. Wir ritten zunächst im Schritt ein Stück die Bahn hinauf, dann trabten wir nebeneinander. Platz gab es mehr als genug – die Bahn war weitaus grösser als unsere eigene auf Pineforest. Die Pferde mochten das offene, weitläufige Gelände sehr. Sie wurden richtig geladen und wir mussten sie zurückhalten. Thalia schnaubte neben Mambo und mir zweimal wütend, weil sie am liebsten schon losgaloppiert wäre. Endlich war unsere erste Einwärmphase durch und wir galoppierten an. Dabei musste ich bloss in den Bügeln aufstehen; Mambo sprang gleich von selbst ein. Ich hielt die Zügel kurz und achtete auf einen gleichmässigen Kontakt zum Pferdemaul. Der spannend gescheckte Hengst rollte taktvoll voran, seine Bewegungen fühlten sich geschmeidig an. Sarabi holte zu uns auf und ich ahnte, dass Charly die übereifrige Stute nicht mehr lange im Zaum halten konnte. Das trockene, perfekt geschnittene Gras war eben zu verlockend. Wir beendeten dennoch auch diese Phase des Einwärmens und gingen erst danach in das eigentliche Intervalltraining über. Mambo streckte sich dankbar, als ich ihn ziehen liess. Mit kraftvollen Sprüngen beschleunigte er, bis meine Armbanduhr unser gewünschtes Idealtempo mit einem Piepsen ankündigte. Ich hielt dieses Tempo über 400 Meter, dann bremste ich leicht ab und legte nach ein paar hundert Metern erneut zu. Am Ende simulierte ich einen Schlusssprint und forderte nochmal alles. Mambo arbeitete hart und kam fast an seinen persönlichen Rekord heran. Ich stand in den Bügeln auf und klopfte ihm zufrieden auf den Hals. Er wurde langsamer und ging schliesslich in einen lockeren Trab über, ehe ich ihn in den Schritt parierte und ganz strecken liess. In dem Moment hörte ich ein Rufen und drehte mich erschrocken um. Odyn hatte sich wohl irgendwie erschreckt und brannte mit April durch. Auch Life und Dolly liessen sich davon anstecken, sodass alle drei Pferde im Galopp auf mich und Mambo zurasten. Ich trieb den Schecken aus der Fahrbahn und war bereit, ihn abzufangen, falls er ebenfalls losrennen wollte. Aber er blieb bei mir und schnaufte nur mit aufgeregt gehobenem Kopf um zu sehen, was die drei denn so beunruhigt hatte. Thalia stieg zwei-dreimal leicht in die Höhe, weil Parker sie nicht losliess, stand dann jedoch ebenfalls still neben Sarabi. April gelang es nach etwas mehr als dreissig Metern, den kräftigen Fuchshengst wieder unter Kontrolle zu bringen. Dann bremsten endlich auch Dolly und Life. Nun war auch klar, was der Auslöser gewesen sein musste: ein Wildschwein durchpflügte die Gebüsche bei dem Waldstück direkt neben der Bahn. Die anderen drei Pferde hatten es mittlerweile auch gesehen und sogen angespannt Luft ein. Wir beobachteten es einen Augenblick fasziniert, dann zog es sich tiefer in den Wald zurück. Mambo atmete abermals laut aus, senkte diesmal aber seinen Kopf. Ich lobte ihn lachend und wir nahmen unseren Kurs wieder auf. Auch April, Darren und Rita nahmen es mit Humor und verziehen ihren Reittieren den (einigermassen berechtigten) Schreckmoment. Wir ritten gemütlich zurück zu den Transportern und diskutierten unterwegs angeregt über die Sichtung. Oliver, der beim Bahneingang auf uns wartete, gab ebenfalls noch ein paar Inputs, aber im Großen und Ganzen konnten wir zufrieden sein mit der gezeigten Leistung – trotz dem kleinen Zwischenfall zum Schluss.
    Daedra und Counterfire waren übrigens bei diesem Training nicht dabei gewesen: Daedra erholte sich von den gestrigen St. Leger Stakes und Counterfire hatte einige Tage Ruhe verschrieben bekommen, damit ihr Bein (zum Glück nur eine Schleimbeutelreizung) abschwellen konnte.
    30 Sep. 2019

    Occulta
    Renntraining S*-S**
    PFS’ Stop Making Sense, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Counterfire, PFS’ Sarabi, Daedra, Subsyndromal Symptomatic Depression, Odyn

    Nach den jüngsten war nun die Gruppe vom Vorjahr an der Reihe. Sie waren längst voll ausgebildete Rennpferde, die ihre erste Saison hinter sich hatten und nun für die nächste fit gemacht wurden. Von ihnen wurde ab dem Frühling mehr Kondition und Kraft gefordert, denn die Rennen für Vierjährige waren anspruchsvoller als die ganzen Einsteigerrennen. Auf Daedra und Counterfire warteten also ganz neue Herausforderungen nach der Geschichte mit den St. Leger Stakes, und viele weitere Gelegenheiten, ihre Qualität zu zeigen. Und natürlich wollten wir auch Thalia, Mambo, Dolly und Sarabi genauso fördern – vielleicht steckte in ihnen ja auch noch die ein- oder andere Überraschung. Ich putzte Mambo schonmal in Rekordzeit, denn ich hatte nach dem Versorgen der ersten Gruppe noch mit Oliver diskutiert und hinkte entsprechend hinter den anderen her. Mambo verzieh mir die Eile bestimmt, denn der gesprenkelte Hengst freute sich ohnehin vor allem auf seinen Auslauf auf der Bahn. Er war zwar ein eher ruhiger Genosse, aber er zeigte mir still mit seinem Ohrenspiel, dass er begeistert war, als wir auf den Galoppweg kamen. Wir trabten eine ganze Runde hintereinander in Reih und Glied. Die vor Energie sprudelnden Pferde versuchten zwischendurch zu drängeln, aber die Jockeys hielten sie erfolgreich zurück; das gehörte alles zur Erziehung dazu. Nach dem Einwärmen folgten 1500 Meter ruhiger Galopp mit kleineren Sprints dazwischen. Mambo lief etwas angespannt über die ersten 500 Meter, und ich ahnte schon, dass sich etwas anbahnte, als er dann auch noch zwischendurch übermütig grunzte und den Kopf schüttelte. Irgendwann „platzte“ er schliesslich, nahm den Kopf über die Linie und wollte unter mir davonrennen. Ich bekam ihn mit Mühe wieder unter Kontrolle (wenn er den Hals steif machte, war es gar nicht so einfach, besonders weil wir auf der Bahn nicht einfach jederzeit Volten reiten konnten, sondern auf die anderen Pferde achten mussten). Ich brachte es fertig, ihn die letzten paar hundert Meter noch vernünftig zu reiten, war danach aber selber auch ganz schön ausgelaugt. Ich gönnte mir im Anschluss an das Training eine stärkende Tasse Tee, damit ich für mein letztes heutiges Training mit Odyn wieder fit war. Der Fuchs lief mit Compliment, Strolch, Ally und Raver in der letzten Gruppe des Tages. Anstatt die fünf in die bestehenden aufzuteilen, hatten wir mit ihnen gleich eine neue Gruppe gebildet – sie kannten sich ja grösstenteils schon von früher und kamen dadurch gut miteinander aus. Odyn lief zuverlässig eine rasche Zeit und war konzentrierter bei mir als der noch etwas flegelhafte Mambo zuvor. Mit ihm machte das fortgeschrittene Intervalltraining, diesmal über 1800 Meter, richtig Spass.
    30 Nov. 2019

    Occulta
    Dressur A-L
    Odyn, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, Vychahr, PFS’ Skydive, Brendtwood, Cambria, Fake my Destiny, PFS’ Shadows of the Past, Maekja van Ghosts

    Gleich im Anschluss an das Galopptraining putzte ich den feuerroten Vollbluthengst Odyn. Ihm stand eine Dressurstunde bevor, als Vorbereitung auf seine baldige Körung. Bei dieser Gelegenheit schlossen sich uns auch gleich Quinn mit Sarabi und Isaiah mit Thalia an. Die beiden jüngeren Vollblutstuten genossen Sondertraining, ebenfalls wegen bevorstehender Zuchtzulassungsprüfungen. Wir mussten uns mit dem Satteln und Aufwärmen beeilen, denn für neun Uhr war die erste Reitstunde von Lisa angesetzt, und bis dahin musste die Halle wieder frei sein. Pünktlich um acht Uhr fanden wir uns deshalb alle drei in der Halle ein und begannen mit dem Warmreiten. Ich achtete schon im Schritt darauf, dass Odyn fleissig vorwärtsging und schön von hinten schob. Ich fragte bereits ein paar Seitengänge ab und machte Schlangenlinien entlang dem Hufschlag. Isaiah und Quinn taten es mir gleich. Danach trabten wir an und ritten auf allen drei grossen Volten, um Biegung zu verlangen. Im Verlaufe des Trainings fragten wir auch kleine Volten ab, machten viele Übergänge und arbeiteten besonders an der Losgelassenheit der drei Vollblüter. Sarabi lief schon richtig schön am Zügel, während Odyn und Thalia noch ein wenig Mühe mit der konstanten Anlehnung hatten. Ausserdem war Odyn eher etwas zu stürmisch unterwegs. Trotzdem war die Trainingseinheit ein Erfolg und ich sah den Körungen zuversichtlich entgegen. Um viertelvor neun Uhr liessen wir die drei in den Schritt übergehen und ritten noch ein wenig am langen Zügel. Die Reitschüler von Lisa füllten unterdessen die Halle, fröhlich plaudernd. Unter die Auswärtigen hatten sich auch Robin, Lily, Ruth und Lea gemischt. Sie nutzten Lisas Stunde, um sowohl die Ponys, als auch ihre eigenen Reitkünste zu fördern. Lily ritt auf Skydive. Natürlich konnte der noch völlig grüne Ponyhengst kaum mit den anderen Reittieren mithalten, was die Lektionen anging. Aber es war eine super Übung für ihn, wenn er in der Gruppe mitlaufen und sich konzentrieren musste. Direkter von Lisas Unterricht profitieren konnten Cambria, Fake und Shira. Die drei Stuten waren allesamt auf S-Niveau angekommen und ihre Reiterinnen feilten nun an den gemeinsamen Dressurfertigkeiten. Es ging um Details, aber auch die waren nunmal wichtig auf einem Turnier. Das korrekte, punktgenaue Einspringen in den Galopp, perfektionierte Kurzkehrtwendungen und flüssige, fliegende Galoppwechsel standen besonders weit oben auf der Prioritätenliste. Ich hatte Zeit, einen Moment in die Reiterstube zu sitzen und zuzusehen, als ich Odyn versorgt hatte. Lily sah zwischendurch etwas verloren aus, wie sie mit Skydive zwischen den konzentriert galoppierenden Pferd-Reiter-Paaren herumkurvte. Aber Skydive gab sich sichtlich Mühe und lief schön schwungvoll, wann immer die beiden eine längere Strecke geradeaus traben konnten. Zufrieden trank ich meinen Tee aus und begab mich dann als letztes zu einem weiteren Fuchs: Vychahr. Auch er wartete auf ein Dressurtraining, und auch bei ihm ging es um Feinheiten. Sobald die Reitstunde vorüber war, konnte ich mit ihm in die Halle. Er war mittlerweile ein wahrer Traum zum Reiten. Seine weichen Gänge hatten sich mit seiner Aufrichtung weiterentwickelt und er konnte nun eine richtig eindrucksvolle Trabverstärkung zeigen. Allerdings musste ich stets aufpassen, dass seine Hinterhand mitkam. Genau daran übte ich heute. Ausserdem feilten wir an unseren Galopppirouetten. Während wir so unsere Runden drehten, kam Lisa mit Brendtwood rein, gefolgt von Jonas und Maekja. Die Isländerstute wollten wir ebenfalls so schnell wie möglich für ihre Zuchtzulassung fit machen, sodass sie im Moment ein ausgiebiges Trainingsprogramm bekam. Trotzdem hatte sie natürlich mindestens einmal pro Woche einen reit-freien Tag, an dem wir entweder spazieren gingen, oder sie longierten. Sie war trotz ihrer acht Jahre noch nicht sehr weit ausgebildet gewesen, als wir sie übernommen hatten. Das machte aber nichts, denn sie war willig und lernte schnell. Nach den ganzen Dressurübungen freute ich mich richtig auf die nächsten Einheiten: Springen.
    12 März 2020

    Kür

    Heute war ein Aufregender Tag für drei unserer Stuten, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Zum einen war da Sarabi, Tochter von Stromer und erfolgreiches Nachwuchsrennpferd; dann Fake, das Hackney-Springpony von Lily, und last but not least Kicks-A-Lot, das Miniature Stütchen, das einfach nur gut auszusehen hatte. Eines hatten sie alle gemeinsam: heute sollten sie ihre Zuchtzulassung bekommen. Ich war optimistisch, denn sie erfüllten alle drei die Standards ihrer jeweiligen Rasse und waren auch Charakterlich unauffällig. Nur Sarabi strotzte wiedermal vor überschüssiger Energie und zeigte schon beim Ausladen aus dem Transporter ihr Temperament. Ich übergab den Strick deshalb Jonas, anstatt sie festzubinden, und bürstete sie so nochmals rasch durch. Ihr hell-cremefarbenes Fell liess jeden Schmutzfleck sofort hervorstechen, deshalb hatten wir sie zuhause gründlich gebadet. Ihre Hufe waren gefettet und das Langhaar seidig ausgekämmt. Sie sah einfach topschick aus, besonders, als das Sonnenlicht in ihre eisblauen Augen fiel und sie den Kopf majestätisch zum Abreitplatz wandte...
    Leider präsentierte sie sich während der Kür nicht ganz so toll. Ich grüsste die Richter und legte direkt los, weil Sarabi so hibbelig war. Sie tänzelte die ganze Zeit und ich konnte kaum mit ihr vortraben, weil sie dauernd neben mir angaloppieren wollte. Wenn ich für unsere Volten oder Schlangenlinien abbiegen wollte, musste ich sie regelrecht wegdrücken. "Krieg dich ein, wir sind hier nicht auf der Bahn!", motzte ich langsam aber sicher genervt. Irgendwie brachte ich sie dazu, am Ende doch noch Schritt, Trab und einen kontrollierten freien Galopp auf beide Seiten zu zeigen. Für das Stillstehen vor den Richtern brauchten wir auch ein paar Anläufe, und ich grüsste am Ende entschuldigend. Ich hoffte, dass sie über das jugendliche Verhalten der Stute hinwegsahen und sie trotzdem eine gute Wertung bekommen würde.
    1924 Zeichen mit Leerzeichen, geprüft mit Lettercount.com, Text by Occulta

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    Zuletzt bearbeitet: 15 März 2020
    Snoopy und Bracelet gefällt das.
  3. Occulta

    Occulta Schattenpferd

    Occulta mit...
    Fake my Destiny

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    Steckbrief
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    Aus der: Fate Fraction

    Aus der: Infragrataina
    Von: Fly Down


    Von: It's my Destiny

    Aus der: She is Good
    Von: I am the King



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    Alter Name: Fake xx
    Rufname: Fake
    Geburtstag: 28.12.
    Alter: 10 Jahre
    Stockmaß: 1.43 m
    Rasse: Hackney Pony
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Dunkelbrauner
    (Ee,Ata)
    Abzeichen: Breite Blesse, 4x hochweiß
    Gesundheit: Sehr gut

    Hufe: Barhuf, gesundes Horn, etwas schmale Hufe


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    lieb, frech, selbstbewusst, trittsicher


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    Fake ist eine sehr liebe kleine Stute. Sie ist ziemlich frech und stellt gerne irgendwelchen Unfug an. Sie ist zwar mittlerweile ruhiger mit dem Ausbüxen geworden, doch ab und zu sieht man sie dennoch da rumlaufen, wo sie nicht sein sollte.
    Die Hackneystute beweist Talent, für Fahren und Show Wettbewerbe. Sie hat auch hübsche GGA mit viel Knieaktion. Ihre Muskulatur ist schön ausgeprägt und ihre Größe lässt es zu, dass sie von Kindern oder leichten Erwachsenen geritten werden kann. Auch zum Showspringen dürfte sie geeignet sein, aufgrund dessen dass sie schon immer sehr Springbegeistert und lebhaft war.



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    Besitzer: Occulta (Jonas Moser)
    Ersteller: Snoopy
    VKR: Snoopy
    Verkäuflich: Nein



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    Gekört: nein
    Nachkommen: -



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    Galopprennen Klasse: E
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: M
    Military Klasse: M

    Dressur Klasse: S
    Distanz Klasse: A
    Fahren Klasse: M

    Eignung: Fahren, Dressur, Freizeit
    Eingeritten: Ja



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    1. Platz 355. Fahrturnier
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    3. Platz 351. Fahrturnier

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    3. Platz 199. Gangturnier
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    Fake's Spind

    TA Bericht

    HS Bericht

    Trainingsberichte [12]
    Vhioti
    Hackneytraining à la carte oder wie ich mit dem Tuntenpferd über einen Fluss sprang
    [Chronicle's Sahara A-Fahren, Sugarlips Habasi M-Fahren, Pleasure's Harlekin A-Fahren, Fake Einfahren, Phoenix L-Fahren, Nadira A-Dressur; Funky Powerbabe L-Military, Cauldron of Renascene L-Springen, Genuine Lil Cut S-Distanz, Ravi E-Dressur]

    Es war wieder einmal soweit. Mit einem Koffer und einer kleinen Reisetasche schaute ich auf den Flugplan des Edinburg Central Airport. Mein Flug nach Calgary ging gleich los. Und dieses Mal blieb ich bestimmt einige Wochen dort. Nicht nur dass ich bei Joy wieder aufschlagen sollte; es ging um einen Kombiauftrag. Denn auch Stefanie brauchte Hilfe mit ihren Hackneyponys. Die meisten sollten vor die Kutsche gespannt werden. Aber vor allem freute ich mich auf ein erneutes Wiedersehen mit dem mittlerweile gekörten Powerbabe, der zudem der Vater von Wild Berry war. Aber erst musste ich wieder in den Flieger steigen.

    Wieder einmal erstaunte mich die schiere Größe und Kompaktheit der Kanaskins Rêver Ranch. Im Gästehaus erhielt ich meinen Zimmerschlüssel. Ich kam sogar in den Genuss eines Fernsehers. Der jedoch war jetzt völlig überflüssig. Es war später Vormittag und ich ging dann gestärkt für heute an Gebäuden und kleineren Weiden vorbei, bis ich am Hackneystall ankam. Heute und morgen wollte ich mich um Phoenix und Habasi kümmern. Da Sahara und Harlekin beide auf A aufgestuft werden sollten, dachte ich an eine Fahrt vor einem Zweiergespann. Und danach würden Fake und Nadira ihr Training erhalten. Somit hätte ich gut zwei Wochen mit den Ponys vor mir. Der schwarzbraune Phoenix ging sofort an seine Boxtür, als ich sein Halfter nahm und in seine Box ging. Der junge Hengst wurde dann angebunden und gründlich geputzt. Der Sulky wurde aus einem der Speicher geholt. Merkwürdig, dass ich heute keinen gesehen habe. Genau in dem Moment trat Stefanie ein. "Hi!", grüßte sie. Neben ihr stand Albatroaz. Ich streichelte ihn kurz und bat dann Stefanie, mir beim vorspannen zu helfen. Die Ovalbahn befand sich etwa zwanzig Meter vom Stall entfernt, und bisdahin konnte der Hengst sich etwas aufwärmen. Phoenix hatte richtig Lust daran im Trab über die Bahn zu ziehen. Auch mein Gewicht und das stetige Korrigieren der Laufbahn wirkte sich positiv auf ihn aus. Ich erhöhte das Tempo, und lehnte mich zurück. Die nächsten Tage würde ich wohl nur auf der Bahn im Oval kreisen. Haha. Gut, dass Bella, Tabea, Sarah und Hansi sich um meine Pferde kümmerten, fiel mir gerade ein. Phoenix schnaubte. Eine Stunde später war der Hengst total fertig. Verschwitzt wurde er von mir trocken gerieben und dann in seine Box gestellt. Er bekam noch ein Brötchen, dann kam Habasi vor die Kutsche. Die veredelte Palominostute sprang leichtfüßig auf der Bahn und wirkte sehr fleißig und ruhig. Das Training verlief super mit ihr, ich fand es aber etwas langweilig, nur auf der Bahn zu bleiben und lenkte sie runter. "Stef? Ich mach mit Habasi eine Fahrt auf der Straße.", rief ich ihr zu. Sie stand mit ihrer Freundin Loona an einer Weide und winkte mir dann zu, als ich mit Habasi vom Gestüt runterfuhr. Es fuhren kaum Wagen vorbei. Lediglich einige Reiter kamen mir entgegen, die sich kurz mit mir unterhielten, während sich die Pferde beschnupperten oder auch nur beäugten. Sobald eine längere Strecke vorhanden war, zogen wir im Trab über den Highway, bis wir an einem Ortsschild ankamen, dass daraufhin wies, dass Calgary nur noch sechs Meilen entfernt war, also etwa 8 Kilometer. Wir drehten um. Auch die restlichen sechs Kilometer gingen super, Habasi war ein perfektes Fahrpony.
    [...]
    27 Juni 2015

    Occulta
    Dressur E-A
    für Fake xx, Kicks-A-Lot, Tic Tac, Nachtfalke, Papillon d'Obscurité und Silhouette of a Rose

    Die Sonne stand schon recht tief, als ich mich mit Lisa, Elliot, Jason und Lewis auf den Weg zu den Miniweiden machte. Wir fingen uns Nachtfalke, Kicks-A-Lot, Tic Tac, Papillon und Rose raus. Wir wollten mit ihnen noch ein wenig Langzügeldressur machen, bevor es dunkel wurde. Wir putzten die Minis direkt beim Offenstall. Ich übernahm heute Tic Tac. Eigentlich hatte ich zwar Kiwi gewollt, aber Lewis hatte mal wieder darauf bestanden, dass er mit ihr arbeiten durfte, weil sie so an ihm klebte. Ich hatte augenrollend zugestimmt – schliesslich war ich gestern mit ihr, Lily und Teddy Spazieren gegangen. Ich bürstete die lange Mähne des Miniaturponys und kratzte die kleinen Hufe aus. Dann legte ich ihr die Ausrüstung an. Da es ja nicht mehr gewitterte, konnten wir raus auf den Sandplatz. Wir waren gerade am Einwärmen, als plötzlich Jonas mit Fake daherkam. Auch sie trug Langzügelausrüstung und Jonas erklärte zwinkernd, dass er mit uns trainieren wollte. „Ich dachte du trainierst sie selber, weil sie dein ganz persönliches Pony ist? Willst du jetzt doch abkupfern kommen?“, fragte ich herausfordernd. Er konterte: „Wer sagt denn, dass ich abkupfere? Mein Pony kann sowieso schon viel mehr als eure Handtaschenpferdchen.“ „Jetzt übertreibst du aber masslos. Du hast doch mit Langzügeldressur noch gar nicht richtig angefangen.“ Er sah unschuldig die Wolken an und meinte: „Sie ist halt ein Naturtalent.“ Wir lachten und konzentrierten uns wieder auf die Ponys. Rose und Papillon hatten bereits begonnen, einander zu kraulen. Ich schickte Tiki in den Trab und übte Übergänge mit ihr. Ausserdem schön runde kleine Volten, denn manchmal kürzte sie noch eine Seite ab, wenn sie etwas Unheimliches im Gebüsch sah. Zu Rose hatten wir einfach noch einen gewaltigen Rückstand. Die silver-dapple-Stute lief bereits S Lektionen. Diese verfeinerte Lisa gerade noch. Das Piaffieren sah zum Beispiel schon richtig toll aus. Lewis machte mal wieder lieber Blödsinn und brachte Kiwi zum Abliegen, um Jonas zu beeindrucken. Dieser versuchte es mit Fake auch – und scheiterte kläglich. „Sie ist eben kein Zirkuspferd, sondern ein edles Fahrpony“, schloss er daraus. Nachtfalke hatte einmal kurz einen Aussetzer und galoppierte buckelnd los. Es gab keinen offensichtlichen Auslöser dafür; vermutlich hatte er einfach Freude oder wollte etwas Spannung abbauen. Für ihn waren die Übungen nunmal noch besonders anstrengend, weil er noch nicht so viel konnte. Ausserdem war er alleine unter so vielen Stuten – da konnte Mann sich doch nicht die ganze Zeit konzentrieren. Trotzdem sah man, dass er sich Mühe gab und fleissig war. Genauso wie Papillon, die schon nach kurzer Zeit zufrieden schäumte und stolz marschierte. Als Lisa und Rose zum Schluss noch den Spanischen Schritt übten, sahen alle begeistert zu. Seit dem letzten so intensiven Training hatte sie ihren Raumgriff enorm verbessert, sodass es jetzt richtig eindrucksvoll aussah. Und das obwohl wir seither nur jeweils kurz zwischendurch mit ihr geübt hatten. Wir machten mit den Minis noch einen kleinen Umweg auf dem Rückweg und genossen die letzten Sonnenstrahlen. Dann nahmen wir ihnen die Ausrüstung ab und versorgten sie.
    31 Juli 2017

    Occulta
    Distanz E-A
    scs Bluebell, River’s Blue Lady Liquor, Silverangel, Sika, Fake xx, PFS’ Ljúfa, PFS’ Dancin’ to Jazz, Donut, Baccardi, Vychahr, Flintstone, Calico, Areion, Diarado, Circus Dancer, Co Pilot de la Bryére

    Alle waren fleissig am Pferdeputzen. Anlass dazu gab das heutige Distanztraining, bei dem wir unsere Sportpferde auf einem mehrstündigen ‚Ausritt‘ ein wenig fitter machen wollten. Wir waren eine ganz schön grosse Gruppe; 16 Pferde insgesamt. Da brauchte es schon etwas mehr Organisation und Vorbereitung als bei einem gewöhnlichen Spazierritt. Zum Beispiel hatten Jonas, Lewis und ich im Voraus abgeklärt, welche Strassen am wenigsten befahren sein würden und wo wir am wenigsten Spaziergänger stören konnten. Wir wollten schliesslich das gute Verhältnis mit den Anwohnern in den Dörfern rund um Birmingham aufrechterhalten. Ich war schon gespannt, ob wir überall gut durchkommen würden und wie die Pferde sich benahmen. Ich hatte mir für heute meinen Liebling Co Pilot ausgesucht, dem das Training sicherlich gut tun würde, angesichts dessen, dass wir zukünftig mit ihm auch etwas mehr Military machen wollten. Dasselbe galt für Vychahr, der zwar eher dressurgezogen war, aber auch dafür schadete eine gute Kondition sicherlich nicht. Und natürlich kam auch Diarado mit, aus demselben Grund wie Pilot. Aus dem Nordstall waren ansonsten noch Flintstone, die Reitponys Donut und Baccardi, Dancer, Calico und schliesslich Areion dabei. Allerdings heute nicht mit Lily, denn die hatte einen anderen Job gefasst. Da Jonas zu schwer für seine Hackneypony Stute Fake war, hatten die beiden kurzerhand Rollen getauscht und so musste Jonas nun mit dem wolligen Tinker auskommen. „Was hab ich mir da nur wieder angetan?“, rief Jonas entsetzt aus, als er das Fell des Tinkers sah. Es war, wie konnte es auch anders sein, mit einer halbtrockenen Schicht grauem Schlamm überdeckt. „Dein Ernst?? Ich glaube ich spanne Fake doch ein.“ „Vergiss es, dann musst du alleine gehen. Das wird sonst zu umständlich, dauernd auf dich und das Sulky Rücksicht zu nehmen“, stellte ich klar, wobei ich mir ein Grinsen nicht verkneifen konnte. Jonas holte Areion raus und spickte symbolisch ein Dreckklümpchen von seiner Kruppe. Dann seufzte er laut und schnappte sich den Federstriegel aus der Putzkiste. „Wo soll ich denn hier bitte anfangen?“ „Hör auf zu jammern, Pilot hat sich auch paniert.“ „Aber der hat wenigstens kurzes Seidenfell! Da fällt der Dreck ja schon fast von alleine ab“, beharrte Jonas, während er mit dem Striegeln begann und nach kurzer Zeit wegen des aufgewirbelten Staubes eine Hustenattacke bekam. „Du musst das Zeug nicht inhalieren“, neckte ich ihn lachend, und begann auch Pilot abzuschrubben. Darren, Anne und Alan, die direkt neben uns ihre Reittiere putzten, schmunzelten über unsere sinnfreie Unterhaltung. „Hey, an welche Körung melden wir Flint jetzt eigentlich an?“, fragte Alan während dem Hufeauskratzen. „Stimmt ja, den könnte man eigentlich bald nennen… Vom Können her ist er ja schon längstens soweit. Ich werde mich in nächster Zeit mal darum kümmern“, beschloss ich laut. Rita meldete sich von zuhinterst und meinte: „Calico könnte man wohl mittlerweile auch kören lassen, dann kannst du ihn endlich für die Zucht brauchen.“ „Wär schon toll, ja. Dod bringt zwar sehr gute Fohlen, aber etwas Abwechslung würde wohl nicht schaden.“ Calico kam heute mit, obwohl er eigentlich schon viel weiter in Distanz ausgebildet war als die anderen. Rita und er wollten die Route in einem höheren Tempo absolvieren und würden vorausreiten. So konnten sie uns auch gleich vorwarnen, falls unterwegs ein unerwartetes Hindernis auftauchen sollte.

    Als wir endlich alle Pferde sauber bekommen hatten, sattelten wir sie und trafen uns dann mit den anderen Pflegern draussen vor dem Nordstall. Die meisten standen schon bereit, aber man sah sofort, wessen Pferde ihren Weidegang am meisten genossen hatten. Fake glänzte wie frisch geölt, trotz des beginnenden Fellwechsels. Jonas schielte missmutig zu ihr und Lily rüber, und ich konnte seine Gedanken förmlich von seinem Blick ablesen. Ich erlaubte mir ein halb verkniffenes Schmunzeln und stieg auf den Rücken von Pilot. Ich rief meine Hunde Zira und Sheela zu mir, damit sie zwischen den vielen Pferden nicht unter die Hufe kamen. Jacky kam nicht mit, weil sie zu kurze Beine hatte und ich befürchtete, dass sie nicht mithalten könnte. Bluebell tänzelte etwas ungeduldig und steckte damit prompt auch Lychee an, indem sie sie mit ihrem Popo wegdrängte. Lychee quietschte verärgert und wollte Bluebell bereits ihr eigenes Hinterteil zuwenden, aber David hinderte sie daran und ritt sie etwas weiter nach vorne, um dem Ärger aus dem Weg zu gehen. Na das fängt ja gut an, dachte ich im Stillen. Es war eindeutig Zeit loszureiten. „Where’s April? Ahh, there she comes. Allright, let’s go”, sprach ich, und führte die Gruppe zusammen mit Darren und Diarado an. Calico und Rita liessen uns wie abgemacht nach den ersten zehn Minuten zurück und ritten ein ansprichsvolleres Tempo. Ich sah ihnen lange nach und dachte an die Zeit zurück, in der Rita den Criollo nichtmal anständig führen konnte. Nun waren sie so ein eingespieltes Team. Ein Anflug von Stolz überkam mich, wenn ich so darüber nachdachte, dass ich ihr damals die ersten Reitstunden gegeben hatte.

    Die unerfahrendste in unserer Gruppe, Ljúfa, hatte noch am meisten Mühe mitzuhalten. Zusätzlich erschwerend war, dass sie etwa doppelt so viele Schritte machen musste wie die Grosspferde. Am Anfang des Ritts merkte man noch nichts davon, doch gegen Ende war sie ziemlich nassgeschwitzt und atmete schwer. Lisa beschloss daher, ihr nochmals eine Pause zu geben und danach im Schritt zurück zu reiten. Ich stimmte dem zu und liess zur sicherheit auch Lewis mit Jazz warten, damit sie nicht alleine zurückreiten musste. Pilot trabte auch auf den letzten Strecken zurück zum Hof noch frisch und kraftvoll – ich hatte seine Ausdauer wohl ziemlich unterschätzt. Ich klopfte ihm stolz auf den Hals, als wir wieder die Grasrennbahn überquerten und durch die Tannen ritten. Er streckte sich eifrig und trug den Schweif leicht angehoben. Sika machte sich bei unserer Rückkehr laut bemerkbar, indem sie nach Sweets rief. Eine Antwort bekam sie auch, wenn auch nur eine leise. Die beiden Stuten, die direkt nebeneinander im Nebenstall standen, klebten für meinen Geschmack schon etwas zu sehr aneinander. Daran würden wir wohl noch arbeiten müssten. Ich beobachtete nach dem Absteigen, wie Silver sich genüsslich den Kopf an Robins Schulter rieb. Die junge Pflegerin wurde dabei fast weggeschubst und musste sich Mühe geben, um standhaft zu bleiben. Robin bemerkte, dass ich sie beobachtete und sah unsicher weg, besann sich dann aber eines besseren und lächelte mir verlegen zu. Sie kämpfte immernoch mit ihrer Schüchternheit, aber es wurde langsam besser. Wir versorgten die Pferde und ich bot Zira und Sheela eine Schüssel Wasser an, damit sie nach dem langen Spaziergang ihren Durst stillen konnten.
    31 Aug. 2017

    Occulta
    Springen L-M
    Fake my Destiny

    Nach dem Distanztraining machten wir erstmal eine Pause und gönnten uns ein Eis. Es dauerte aber nicht lange, bis Lily auf ihre versprochene Springstunde mit Fake bestand. Ich seufzte und stand aus der Hängematte auf. "Na schön. Aber du hättest auch ruhig bis zum Abend warten können - dann wäre es wenigstens nicht mehr so heiss gewesen. Ach ja, wir machen zuerst nochmal Sonnencreme auf deine Nase." "Aber ich hab schon heute morgen!" "Das ist inzwischen schon wieder zusammne mit deinem Schweiss runtergetropft." "Kann gar nicht sein, ich schwitze kaum!" Ich sah sie streng an, bis sie mir ins Haus folgte. Wir schmierten uns gründlich ein, dann liefen wir zum Nebenstall, um die Ponystute zu putzen. Ich half Lily beim satteln und zog Fake die Gamaschen an, während meine Nichte die letzten Strohhalme aus dem Schweif pickte. Zira lag im Schatten des Dachs direkt an der Wand auf dem kühlen Beton. Sie kam jedoch treu wie immer mit, als wir fertig waren und auf den Sandplatz verschoben. "Okay, zuerst wärmst du sie gründlich ein. Achte schon im Schritt darauf, dass sie ordentlich vorwäts schreitet und nicht einfach durch die Gegend latscht." Meine Nichte richtete sich auf und trieb Fake etwas mehr vorwärts, sodass diese aus ihrem hitzebedingten, faulen Halbschlaf aufwachte. "Gut so. Du kannst schon damit anfangen, ein wenig Seitwärts von ihr zu verlangen. Dann wird sie noch aufmerksamer." Lily setzte meine Anweisungen um und wärmte Fake vorbildlich auf. "Jetzt kannst du antraben und ein paar grosse Volten machen. Baue auch immer mal wieder einen Schrittübergang ein, das löst sie." Fake verfiel beim Antraben sofort in ihr übliches, fleissiges Tempo. Ich mahnte Lily, sie nicht zu sehr auf die Vorhand kippen zu lassen. Nach einer Weile liess ich die beiden angaloppieren und um die Hindernisse herum kurven. Dann übersprangen sie die ersten kleineren Hindernisse. Ich stellte rasch höher, bis wir schliesslich einen kleinen Parcours mit 90 Zentimetern vor uns hatten. "Willst du noch höher?" "Ich glaube wir können heute 95 probieren", meinte Lily mutig. Ich nickte und stellte drei Hindernisse noch etwas höher. Ich prüfte mit dem Holzmassstab nach und gab ihr dann ein Daumen-Hoch. Sie ritt die Hindernisse so ruhig es ging an. Fake zog natürlich trotzdem ordentlich darauf zu, denn sie brauchte einfach etwas mehr Schwung als langbeinige Grosspferde, um problemlos über diese Höhe zu kommen. Lily war begeistert, als sie auch diesmal keinen Abwurf hatte. Wir beschlossen, es zu wagen und den hinteren Steilsprung der Kombination auf einen ganzen Meter zu erhöhen. Sie ritt erneut möglichst ruhig heran, aber diesmal verschätzte sich Fake und sprang zu früh ab, sodass sie quasi in den Stangen landete und danach mit einem Buckler weiterrannte, sodass Lily fast runtergefallen wäre. Als meine Nichte die Ponystute wieder im Griff hatte und ich nachgefragt hatte, ob alles okay sei, versuchten wir es gleich nochmal. Aber schon beim Anreiten bremste ich sie. "Warte, warte. Du ziehst die Absätze hoch und lehnst zu sehr nach vorne. Versuch es einfach nochmal so wie vorher, ganz normal. Wenn du unsicher bist, kann ich es auch noch mal etwas runterstellen. Es ist wichtig, dass du keine Angst hast, sonst parkiert sie vielleicht." "Nein, schon gut. Ich schaffe das schon", versichterte mir Lily, und atmete tief durch. Dann machte sie eine Volte und galoppierte neu an. "Absätze runter", rief ich. Sie richtete sich auf und richtete Fake gerade vor den Sprung. Dann hielt sie sich in der Mähne fest und versuchte, das Pony möglichst nicht zu stören. Es klappte; Fake sprang geschickt ab und flitzte danach weiter um die Kurve. "Gut so. Ich sehe, du kennst Fake mittlerweile gut genug um zu wissen, dass sie das schon macht. Allerdings musst du sie in Zukunft schon etwas mehr unterstützen. Sonst macht sie Vorhandfehler, weil sie zu flach wird. Für heute reicht das, trab sie aus. Habt ihr beide toll gemacht." Lily grinste zufrieden und liess die Zügel lang. Nach dem Absteigen stellte sie sich nochmal neben das Hindernis. "Das bin ich gesprungen? So hoch?", wollte sie aufgeregt wissen. "Jup." "Awesome." Sie streichelte Fake liebevoll am Hals und führte sie vom Platz.
    30 Juni 2018

    Occulta
    Dressur A-L
    Caspian of the Moonlightvalley, A Winter’s Day, Primo Victoria, PFS’ Navy Sniper, Yoomee, PFS’ Shadows of the Past, Nera, Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, Tayr al-Diyari, PFS’ Arctic Silver Lining, PFS’ Arctic Rainstorm, PFS’ British Oreo Rascal, PFS’ Glenn’s Dare to Shine, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Dressy Miss Allegra, PFS’ Merino, Simba Twist, PFS’ Cryptic Spots, White Dream, Fake my Destiny, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot, Vychahr, Parányi, Satine, Areion, Diarado, Co Pilot de la Bryére, Circus Dancer

    Wir hatten trotz der Hitze heute wieder viel vor; Dressurtraining, to be exact. Es war bereits Nachmittag, somit erwischten wir leider gerade die heisseste Tageszeit. Das liess sich kaum vermeiden, denn den ganzen Morgen hindurch hatten wir auch schon gearbeitet, und die Pferde bis spät in die Nacht wach zu halten war auch keine gute Option. Deshalb brachten Lisa und ich im Voraus ein paar Wasserflaschen zum Reitplatz und stellten einen Sonnenschirm auf, damit wenigstens die Trainerin nicht unter der prallen Sonne gebraten wurde. Es kam heute extra eine externe Dressurtrainerin auf Platz, die uns und die Pferde etwas fördern sollte. Lisa ritt also heute selber auch mal in der Stunde mit, anstatt sie zu leiten. Der Name der Trainerin lautete Fiona Ramsey; eine S-Dressurreiterin die auch schon international gestartet war. Ich war gespannt auf ihr Coaching und putzte zuerst gut gelaunt Yoomee. Lisa bereitete Shira vor, Linda hatte White Dream neben mir und Yoomee angebunden und Lily ritt natürlich wieder Fake. Jonas machte nicht mit, sondern sah nur zu und reichte uns später die Wasserflaschen, wenn wir eine Pause brauchten. Anne und Robin sattelten im Nordstall Sniper und Baccardi. Darren und David waren unterdessen bei den Stuten im Offenstall und kümmerten sich um Chanda und Jazz. Auch Angelina Moore war mit ihrer Stute Nera dabei, und sogar Rosie war mit Tayr zu uns rübergeritten. Sie wartete mit dem schicken Rennaraber vor dem Nebenstall und plauderte mit mir, während ich meine Connemarastute striegelte. Fiona kam etwas früher als gedacht und sah uns schonmal beim Satteln zu. Danach trudelte ein Pferd-Reiterpaar nach dem anderen auf dem Sandplatz ein und Fiona unterrichtete uns schon beim Aufwärmen. Wir mussten eine grosse acht quer über den Platz reiten, und dabei stets die richtgie Stellung und den Abstand zum Vordermann wahren. Ausserdem machten wir viele Schlangenlinien und Seitenwechsel. Fiona war also sehr fokussiert auf Biegung und Abwechslung. Nach einer Weile durften wir die Pferde nochmal richtig strecken lassen, ehe wir mit der eigentlichen Arbeit anfingen. Yoomee schnaubte zufrieden ab und trabte locker vorwärts. Diese erste Trainingsstunde war wie eine Art Einstieg in die Dressurarbeit, denn die Pferde waren allesamt noch nicht sehr weit in der Dressur ausgebildet. Deshalb forderten wir auch nur einfache Lektionen, wie korrekte Übergänge oder leicht verstärkten Trab. Auch einfache Galoppwechsel liess uns Fiona machen, wobei sie wiederum genau darauf achtete, dass wir die Pferde richtig umstellten. Sie schien wirklich ein Auge für Feinheiten zu haben und gab wertvolle Tipps in denn richtigen Momenten. Ich war ihr zum Beispiel dankbar, als sie mich darauf hinwies, dass ich mit der äusseren Hand zu sehr mitging in den Kurven, oder dass ich mich wiedermal leicht nach vorne neigte, als ich angaloppieren wollte. Auch für Lily und Fake hatte sie ein paar Tricks auf Lager, damit die Hackneyponystute ihr volles Bewegungspotential ausschöpfen konnte. Ich sah, wie Jonas den beiden mit einem stolzen Ausdruck zusah. Die erste Runde dauerte eine Dreiviertelstunde, dann liessen wir die Pferde austraben und bereiteten die nächste Gruppe vor. Währenddessen waren Quinn, Parker, Thomas, Rita, Charly und April mit Caspian, Merino, Primo, Winter, Simba und Cryptic an der Reihe. Dem was ich beim Putzen von Parányi sah nach zu urteilen, lief es auch bei ihnen gut, obwohl die Vollblüter doch etwas mehr Power zeigten und mit der konstanten Anlehnung noch etwas Mühe hatten. Um Fiona eine Pause zu gönnen, nahmen wir uns reichlich Zeit zum Putzen und tratschten mehr mit Rosie, die noch einen Moment länger blieb. Tayr scharrte schon ungeduldig, als sie sich schliesslich auf den Heimweg machte. Ich sattelte Parányi und brachte sie auf den Platz, gefolgt von Satine, Vychahr, Co Pilot, Circus Dancer und Diarado. Jetzt kamen wir richtig ins Schwitzen. Diese sechs Vierbeiner liefen bereits höhere Dressur und kannten die meisten Lektionen, sodass wir aus dem Vollen schöpfen konnten, was Fionas Erfahrung als Grand Prix Reiterin anging. Sie gab uns wertvolle Tipps um die Piaffe zu verbessern und zeigte uns, wie wir den verstärkten Trab noch eindrucksvoller aussehen lassen konnten. Parányi machte fleissig mit und gab sich Mühe. Sie konnte zwar noch keine Piaffe, aber dafür glänzte sie bei den Galoppwechseln. Und Vychahr beeindruckte Fiona mit seinem schwungvollen Bergaufgalopp an der langen Seite. Nur das rechtzeitige Bremsen vor der Ecke bereitete ihm und Lisa noch etwas Schwierigkeiten.

    Nachdem auch diese Stunde geschafft war, kippte ich erstmal eine halbe Wasserflasche runter und setzte mich beim Nebenstall an die Wand gelehnt in den Schatten, sobald die Rappstute versorgt war. „Alles klar, Occu?“, fragte Jonas mitfühlend, als er mich sah. Ich nickte müde aber grinsend. Es hatte trotz der Hitze Spass gemacht und ich hatte das Gefühl, durchaus ein paar nützliche Inputs bekommen zu haben. Bevor Fiona wieder abreiste, wollte ich ihr aber noch ein wenig von unserem Training mit den Miniature Horses zeigen. Die wurden zwar nicht geritten, aber am langen Zügel konnten auch sie ziemlich anständige Dressurlektionen erlernen. Mit Tiki und Kiwi demonstrierten wir schon etwas komplexere Übungen, während Oreo, Lining, Acira und Darling vor den Augen der Trainerin an den Grundlagen feilten. Auch Allegra, mit der wir erst vor kurzem überhaupt angefangen hatten, zeigte immerhin schonmal schöne Übergänge. Fiona war begeistert von den Minis und nahm sogar selber mal die Zügel von Oreo in die Finger. „He’d be so handsome under saddle, if he only was a warmblood“, stellte sie belustigt fest, als Oreo mit meiner Hilfe einen ansatzweise funktionierenden Spanischen Schritt vorführte. Zuletzt gab es noch ein kleines Highlight für Lily. Sie hatte eigentlich nur noch schnell Areion auf dem Platz bewegen wollen, jetzt wo der ganze Trubel vorbei war. Aber Fiona nahm sich die Zeit, ihr mit dem Tinker ebenfalls noch eine halbe Stunde Einzelunterricht zu geben. Lily kam sogar dazu, ihre ersten Galoppwechsel zu reiten, was aber natürlich nur klappte, weil Lisa das in letzter Zeit so intensiv mit Areion geübt hatte. Lily hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht, als sie ihren Tinker nach dem Unterricht strecken liess. Ich war Fiona dafür extrem dankbar. Nun liessen wir sie aber endlich ziehen und verabschiedeten uns. Es war ein anstrengender, aber toller Nachmittag gewesen.
    31 Aug. 2018

    Occulta
    Springen E-A
    Fake my Destiny, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Navy Sniper, PFS’ Shadows of the Past, PFS’ Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, Cambria

    Wir befanden uns auf dem Sandplatz, alle um Lisa versammelt, die uns den heutigen Ablauf der Springstunde erklärte. Ich sass auf Bacardi und schielte hin und wieder zu Robin rüber, die heute erst zum zweiten Mal in Cambrias Sattel sass. Sie schien sich bisher gut mit der Oldenburgerstute zu verstehen, wie ich es mir erhofft hatte. Cambria stand ruhig und geschlossen da, bereit, um sich jederzeit in die Arbeit zu stürzen. Ihre Einstellung war zwar bemerkenswert, aber manchmal auch trügerisch. Ich hatte sie zuvor ein paarmal selbst geritten, und etwas Mühe gehabt, sie mit der Nase auf der Senkrechten zu halten – sie neigte dazu, sich in eine tiefere Haltung zu verkriechen und dann einfach ihr Programm abzuspulen, ohne dabei die wichtigen Körperteile aktiv zu benutzen. Ich war gespannt, wie sie sich mit Robin anfreunden würde. Deutlich unruhiger als Cambria stand Sniper da. Er versuchte, die ganze Zeit Schritte vor und zurück zu erschleichen, oder scharrte frustriert. Er verstand einfach nicht, warum er hier so doof stillstehen musste. Parker hielt ihn dennoch geduldig an Ort und Stelle. Lisa beeilte sich mit den Instruktionen und schickte uns kurz darauf zum aufwärmen auf die linke Hand raus. Wir mussten zuerst unter ihrer Anleitung intensiv galoppieren und Übergänge reiten, bevor sie uns an die Hindernisse heranliess. Wie ich es erwartet hatte, wies sie Robin mehrere Male darauf hin, Cambria gut vorwärts zu treiben und mit feinem Zupfen in die korrekte Aufrichtung zu bringen. Bacardi lief ziemlich gut; er war heute zwar fleissig, aber konzentriert und liess sich im Galopp sogar einigermassen setzen. Parker musste mit Sniper dagegen immer wieder abwenden, weil der Junghengst den Turbo eingeschaltet hatte. Lisa liess sie Volten verkleinern und eine Acht reiten, um ihn am Ball zu halten. Mit dabei waren auch noch Shira, die von Linda geritten wurde; Chanda, mit Darren und Jazz mit David, und Lily mit Fake. Letztere war ebenfalls schnell unterwegs, aber nur im Galopp. Als Lisa zufrieden war, durften wir ein erstes Kreuz überspringen. Die Pferde waren allesamt unerfahren, also begannen wir ganz einfach. Chanda stellte sich etwas ungeschickt an. Sie bremste vor dem Kreuz ab und hüpfte dann unelegant aus dem Stand darüber. Cambria ging ohne zu überlegen einfach hinüber, als wäre es bloss ein grösserer Galoppsprung. Sie hatte aber auch die längsten Beine der hier Anwesenden. Jazz, mit der ich auch schon ein paar Cavaletti gesprungen hatte, hob zwar die Beine noch nicht so schön, wie sie es hätte tun sollen, aber bei der Höhe spielte das keine Rolle. Wir fuhren fort und erhöhten die Schwierigkeit zunehmend. Nach einer Weile waren wir bei einem kleinen Parcours angelangt, der doch schon ein paar schwierigere Wendungen beinhaltete, jedoch alles immer noch bei geringer Höhe. Fake und Lily flitzten durch den Parcours. Die Hackney-Pony Stute war ziemlich wendig und Lily konnte sie gut manövrieren. Meine Nichte hatte extrem viel dazugelernt, seit sie auf Pineforest Stable lebte und jeden Tag im Sattel sass. Am Anfang war sie noch unsicher gewesen und hatte in erster Linie daran gearbeitet, einen anständigen Sitz zu entwickelt – heute startete sie auf kleineren Turnieren und wurde immer geschickter mit den Ponys. Sie fiel auch nicht so schnell runter. Selbst wenn Fake oder Areion mal einen lustigen Tag hatten und etwas bockten, konnte sie sich problemlos oben halten. Nur manchmal musste ich sie noch daran erinnern, dass sie gerade sitzen solle und die Hände zusammen behalten. Sie war eben eine praktische Reiterin, ähnlich wie ich: nicht so sehr auf den Stil fixiert, aber umso mehr darauf, dass das Pferd gut lief. In der Dressur konnten wir damit nicht gerade Glanznoten erreichen, aber dafür waren wir in den dynamischeren Disziplinen gut aufgehoben. Aber was nicht ist, kann noch werden, sagte ich mir immer, wenn ich ihr so zusah. Vielleicht übertrumpfte sie mich ja eines Tages und mauserte sich zum Dressurfreak? Jedenfalls sah es richtig cool aus, wie die beiden mit wehendem Schweif und Ponyschwanz über die Hindernisse flitzten. Auch Lisa fand es gut, ordnete aber für die nächste Runde etwas mehr Ruhe und Kontrolle an, denn «wenn es höher wird, wirst du mit Geschwindigkeit allein nicht sehr weit kommen.» Shira zeigte heute ihr Talent. Die junge Stute hatte eine sehr schöne Manier und war normalerweise auch rittig. Ich steckte grosse Hoffnungen in sie, aufgrund ihrer Abstammung und ihres Körperbaus. Ich war ausserdem auf der Suche nach einer neuen, unter 16-jährigen Reiterin für die Ponys im Allgemeinen. Wenn wir sie als Pferde anmeldeten, konnten mit den Reitponys natürlich auch erwachsene an gewöhnlichen Turnieren Starten. Aber wenn wir sie an den speziellen Pony Turnieren laufen lassen wollten, mussten sie einen jugendlichen Reiter haben. Lily war zwar meine Zukunftshoffnung, was diese Sache anbelangte, aber auch sie würde an ihre Grenzen kommen, wenn sie (mit White Dream gerechnet) neun Ponys alleine auf Turnieren vorstellen musste, und nebenbei auch noch mit Areion, Nossi und Fake etwas machen wollte. Eventuell konnten wir Suri so weit fördern, dass sie zusammen mit Lily unsere Ponys springen, oder wenigstens in der Dressur starten konnte. Aber selbst dann wäre es noch viel zu tun für zwei Mädchen. Meine Idee war es, ein junges Mädel (oder einen Jungen) zu finden, das Talent hat, dem aber das passende Pony fehlt. So war im besten Falle beiden Seiten geholfen. Lisa und Elliot hatten schon ein paar ihrer Reitschüler ins Auge gefasst, aber es musste einfach allgemein passen, sowohl vom Reiterlichen, als auch in Sachen Zuverlässigkeit, Umgang mit den Ponys und natürlich im Zwischenmenschlichen. Daher plante ich auch schon seit Wochen, so eine Art Bewerbungs-Herbstlager durchzuführen um die Kandidaten besser kennenzulernen. Normalerweise machten wir ein Sommerlager für jüngere Kinder, damit diese die Miniature Horses bespassen konnten. Das hatte dieses Jahr nur eine Woche gedauert, nicht wie sonst zwei. Dafür würde nun dieses Herbst-Sportlager kompensieren.
    Jedenfalls lief die Stunde ganz gut, bis auf ein paar wenige Verweigerungen von Sniper und Jazz. Zufrieden befahl Lisa uns die Zügel lang zu lassen und die Pferde auszutraben. Natürlich war so eine einzelne Trainingseinheit nicht genug, um die Vierbeiner in die nächsthöhere Klasse aufschwingen zu lassen. Aber sie waren mit weiterem Training auf bestem Weg aufzusteigen.
    30 Okt. 2018

    Occulta
    Springen A-L
    Training für die Faulen

    PFS’ Colours of Life, tc Miss Moneypenny, Primo Victoria, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire, Daedra, Areion, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Navy Sniper, Cambria, Fake my Destiny, PFS’ Shadows of the Past, PFS’ Ravissante, Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, Tayr al-Diyari, PFS’ Arctic Silver Lining, PFS’ Arctic Rainstorm, PFS’ British Oreo Rascal, PFS’ Glenn’s Dare to Shine, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot

    «Occu, es ist zu warm zum Arbeiten», jammerte Jonas, in seinem neu gekauften Schaukel-Stuhl auf der Terasse ausgebreitet. Er hatte das Teil am Wochenende in einer Brockenstube gefunden und sich sofort darin verliebt. Das alte, dunkle Holz war zwar an manchen Stellen etwas rau von der vermutlich Jahrzehnte langen Benutzung, aber mit etwas Schleifpapier und neuem Lack wollte er ihm demnächst zu neuem Glanz verhelfen. Allerdings sah es im Moment eher nicht danach aus, als könnte er die nötige Energie dazu aufbringen. Bacardi lief bereits ungeduldig um mich herum, weil ich nicht weiterging. «Komm, auf», scheuchte ich ihn in befehlerischem Ton von seinem Sonnenplätzchen. Er grummelte vor sich hin und schlenderte zum Hauptstall. Lisa war auf dem Sandplatz bereits aufgestiegen und wärmte Sniper im Schritt am langen Zügel auf. Ich tat es ihr gleich. Heute war wieder Trainieren angesagt, und zwar mit einem ganzen Heer von Jungpferden. Lisa und ich ritten plaudernd nebeneinander und genossen die morgendlichen Sonnenstrahlen, die auf unsere Rücken brannten. Lily stiess mit Fake auch noch dazu, und ihr folgten auch kurz darauf die anderen aus dem Nebenstall; Shira, Ravissante, Cambria. Wir ritten alle sechs Vierbeiner, um die bereits aufgestellten Hindernisse zirkelnd, warm. Nach etwas mehr als fünf Minuten trabten wir an und vollführten unter Lisas Anweisungen ein paar gymnastizierende Dressurlektionen, ehe wir mit den Cavalettis begannen. Bacardi war am Anfang etwas übereifrig und hüpfte jeweils über das halbhohe Cavaletti, anstatt darüber zu traben. Ich hielt ihn zusammen und versuchte es erneut, bis es beim dritten Versuch klappte. Er war eben noch jung und verstand ungerne, dass man die Aufgaben konzentriert und auch mal langsam angehen musste. Lily und Fake hatten ganz ähnliche Probleme, aber bei ihnen lag es vor allem daran, dass Lily noch nicht genug einwirken konnte, um die temperamentvolle Hackney-Pony Stute mit dem Sitz zu bremsen. Sie gab sich immerhin grosse Mühe und schaffte es nach einer Weile auch so halb. «Das wird schon, Lily. Sobald du längere Beine hast, kannst du sie auch besser kontrollieren», ermutigte Lisa meine Nichte. Das Mädchen nickte nur konzentriert und bremste Fake wieder in den Schritt. Lisa schickte uns als nächstes über ein paar Kreuzchen in einer Linie, die ebenfalls noch dem Auflockern und der Taktfindung dienten. Erst danach legten wir mit Steilsprüngen, Oxern, In-Outs und Kombinationen los. Für die jungen Pferde waren besonders letztere anspruchsvoll, da viele dazu neigten, etwas kopflos zu werden und zwischen den Hindernissen beschleunigen zu wollen. Auch Bacardi versuchte es, aber durch meine langjährige Erfahrung konnte ich ihn zurückhalten und in angemessenem Tempo auf den zweiten Sprung zureiten. Er schnaufte zwar leicht frustriert, galoppierte aber schön am Zügel. Ich lobte ihn streichelnd, um ihm zu zeigen, dass es so richtig war. Fake und Lily flitzten zum Teil in halsbrecherischem Tempo durch, aber Lisa war schon dabei, das zu korrigieren und ihr Tipps zu geben. Robin und Cambria hatten auch noch die eine oder andere Unstimmigkeit zu überwinden, aber es sah gar nicht so schlecht aus. Ravissante lief unter Quinn richtig schön. Ich war begeistert beim Zusehen, als die beiden den einen Oxer übersprangen und die Anglo-Araberstute eine wunderbare Flugphase zeigte. Sie erinnerte mich in ihrer Manier sehr an Sunday – ausser, dass sie ab und zu ihren Schweif aufgeregt anhob, wenn sie auf ein Hindernis zukam. Quinn schien sich sehr gut mit der Stute zu verstehen und grinste begeistert, als sie den kleinen Abschlussparcours beim ersten Versuch fehlerfrei überwunden hatten. Sie liess Ravi den Kopf strecken und klopfte ihr zufrieden auf den Hals. Auch Bacardi und ich schafften es ohne Abwurf. Die Höhe war ja auch noch nicht gerade eindrucksvoll. Aber trotzdem war ich stolz, als am Ende die meisten sauber durch den Parcours kamen. Sogar Fake kam überall gut drüber, wenn auch ein Tickchen zu schnell. Shira und Snipy hatten je einen Abwurf; Shira in der Kombination und Sniper beim letzten Steilsprung, weil Lisa sich mit der Distanz verschätzte. Dass ausgerechnet unsere Reitlehrerin einen Fehler machte, fanden wir ganz amüsant – konnte ja passieren. Wir liessen die sieben Pferde austraben und versorgten sie dann zügig, um gleich anschliessend mit der nächsten Truppe weiterzumachen. Diesmal war der Vollblut-Nachwuchs an der Reihe. Miss Moneypenny, Daedra, Primo, Sarabi, Mambo, Cryptic, Thalia, Counterfire und David mit Life. Weil diese Gruppe etwas grösser war als die letzte, hatten wir auch entsprechend mehr Abreitplatz-Atmosphäre, aber das kam in diesem Fall gerade gelegen: Mit diesen acht wollten wir nämlich einen Ablauf wie auf einem Turnier simulieren. Jonas hatte es tatsächlich fertig gebracht, in der Halle zwei Aufwärm-Hindernisse aufzubauen und verstellte sie nun nach unseren Wünschen. Danach ritten wir jeweils nach draussen auf den Sandplatz und sprangen direkt den Parcours, jeder zweimal. Ich hatte Thalia als Partnerin. Die Winter-Tochter war extrem rittig und liess sich heute durch nichts ablenken, sodass wir beide Durchgänge einwandfrei abschlossen. Mir gefiel ihr Arbeitswille, der sich übrigens auch auf der Rennbahn auszahlte. Sie war zwar nicht die Schnellste, dafür sehr ausdauernd und fokussiert auf die Ziellinie – manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie selbst bei einem Bombeneinschlag auf der Tribüne nicht zucken würde. Bei Counterfire, die gleich nach mir auf den Platz ging, war das gerade anders herum. Die feurige Fuchsstute konnte ausserordentlich gut beschleunigen und hatte mächtig Schub in der Hinterhand, liess sich allerdings leicht aus dem Konzept bringen und brauchte eine konsequente Hand. Als Katze Shiva in ein Gebüsch neben dem Viereck kletterte, um Spatzen aufzuscheuchen, verpasste sie dementsprechend das nächste Hindernis und räumte es mit den Vorderbeinen ab. Charly war auf den unsanften Sprung nicht vorbereitet gewesen und kam hinter die Bewegung. Als Counterfire nach dem missglückten Manöver auch noch um die Kurve raste, besiegten ihn die Fliehkräfte. Er plumpste in den Sand und die Stute raste eine Runde um den Platz, wobei sie gerade noch von Oliver davon abgehalten wurde, diesen zu verlassen. Der Trainer motzte «be careful with my racing champions, please» und bewachte den Eingang, bis wir Fire eingefangen hatten. Charly war anscheinend unversehrt, bis auf ein paar blaue Flecken. Er stieg wieder auf und ritt das Hindernis nochmal an, nachdem Lisa, die diesmal nicht selbst im Sattel sass, es wieder aufgestellt hatte. Counterfire, die noch etwas aufgeheizt von vorher war, wollte schon wieder mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Stangen losrennen, aber Charly machte nochmal eine Volte, bis er sie unter Kontrolle hatte, und lenkte sie dann deutlich ruhiger geradeaus, diesmal ohne Probleme. Die übrigen Vollblüter waren heute erstaunlich gemütlich unterwegs; Quinn musste Primo regelrecht vorwärtstreiben und auch Mambo hatte beim Oxer etwas zu wenig Schwung, sodass die oberste Stange fiel. Höchstwahrscheinlich liegt es am Temperatur- und Fellwechsel, überlegte ich. Ich bürstete und massierte Thalia rasch nach dem Absatteln, aber es reichte leider trotzdem nicht mehr um die letzte Runde von Daedra zu sehen. Ich erfuhr aber von Lisa, dass sie einmal parkiert hatte – schade. Das war bei ihr in letzter Zeit etwas zu häufig vorgekommen, weshalb ich überlegte, sie in nächster Zeit mehr mit Quinn laufen zulassen, oder selbst ein wenig Korrektur zu reiten. Nicht, dass ich meine oder Quinns Reitkünste höherstellte als die der anderen, aber wir beide hatten einfach etwas mehr Erfahrung als zum Beispiel April, die sie heute geritten hatte. Ich wollte auf jeden Fall verhindern, dass die Stute irgendwelche unvorteilhaften ‘Habits’ entwickelte. Nachdem nun alle den Parcours gemacht hatten, wollte Lily unbedingt nocheinmal mit Areion einen Versuch starten. Sie wärmte ihn bereits in der Halle auf, als ich dazustiess. Der immernoch-Hengst zeigte auch diesen Frühling wieder teils etwas aufmüpfiges Verhalten, sodass Lily die letzten Wochen meine Hilfe mehr als einmal gebraucht hatte. Heute schien er aber eher gemütlich unterwegs zu sein und liess sich wenig später auch gut von meiner Nichte über die extra tiefer gestellten Hindernisse lenken. Lisa ermutigte sie, noch etwas mehr Schwung von dem Tinker zu fordern, weil er ein paarmal zu dicht ans Hindernis kam, aber sonst sahen die beiden gar keinen so schlechten Eindruck.

    Insgesamt zufrieden mit den Vollblütern, wandte ich mich nun dem Training der beiden Nachwuchswesternpferde Chanda und Jazz zu. Ich putzte die grau-weisse Criollo Dame, während Jonas sich Jazz antat. Antun deshalb, weil sie heute zusätzlich zu ihren Appaloosa-Sprenkeln auch noch Schlammkrusten trug. Mit dem noch feuchten Boden vom letzten Regenfall erstaunte es mich überhaupt, dass nicht mehr Pferde Schlammig waren. Klar, die Vollblüter waren von Ajith bereits vorgeputzt worden, aber die übrigen hatten anscheinend ausnahmsweises Mitleid mit unserer vom Winterfell Ausstriegeln müden Armmuskulatur gehabt. Jonas stöhnte erschöpft, als er auf die zweite Seite seines Reittiers kam, die genauso schlimm aussah wie die Erste. Er legte einen Moment lang seine verschränkten Arme auf den Runden Po von Jazz und genoss die Sonne, bevor ich ihn anstupste, damit er weitermachte. „Denk dran, die Stunde fängt in fünfundzwanzig Minuten an.“ Ich war so nett und half ihm mit dem Hufeauskratzen, während er noch immer den eher dünnen Schweif von Jazz zu retten versuchte. Nach einem gefühlten Liter Glanzspray und einer insgesamt halben Stunde intensivem Putzen, war die Stute wieder ansehnlich. Wir ritten in Richtung Fluss los, denn wir waren mit Rosie zu einem Training auf der Wilkinson Farm verabredet. Sie hatte einen auswärtigen Westerncoach organisiert. Weil wir so viel Zeit mit Putzen verbracht hatten, mussten wir den grössten Teil des Weges traben, um nicht zu spät zu kommen. Die Pferde waren so zumindest schon warm und wir konnten eigentlich sofort loslegen. Der Trainer gab uns eine Dreiviertelstunde lang Patterns vor und feilte mit uns an den einzelnen Lektionen. Für die jungen Pferde war das Training intensiv und sie schwitzten in der Frühlingssonne ordentlich. Rosie, die mit dem Wüstentemperatur-geprüften Tayr mitmachte, hatte dieses Problem nicht. Dafür hatte sie alle Mühe, ihn angesichts unserer beiden charmanten Damen konzentriert zu halten. Es ist eben Frühling, stellte ich schmunzelnd fest. Bevor wir uns auf den Heimweg machten, fiel Jonas noch ein neues Araberpferdchen auf Rosies Weide ins Auge. «Schau mal, da ist noch ein Appaloosa-Tier. Ich dachte zuerst, es sei Numair, aber der ist etwas dunkler.» «Tatsache. Rosie? Is that the filly you mentioned last time?” Die rothaarige Ex-Pflegerin von Pineforest bestätigte. “She’s gorgeous! Definitely coming after Numair.» «I hope she’s also inherited his character, instead of her mother’s. But anyway, she has such a cute head and I love the pink freckles on her face.” Sie schwärmte noch ein wenig weiter, sodass ich beinahe neidisch wurde – das Tierchen sah schon von weitem speziell aus. Letzten Endes wandten wir uns dann doch noch zum Gehen und duschten zurück auf Pineforest die beiden armen, verschwitzten Stuten ab. Chanda machte einen friedlichen Eindruck, als ich sie zurück auf die Stutenweide entliess. Sie sah aus, als könne sie sich nun nach getaner Arbeit so richtig entspannen und das Nährstoffreiche Frühlingsgras besonders geniessen. Jazz blieb noch einen Moment erwartungsvoll beim Zaun kleben, als warte sie noch auf eine letzte Karotte. Jonas und ich hatten leider beide nichts mehr im Sack, also musste sie sich mit den vorherigen Belohnungen zufriedengeben. Wir schlenderten zurück zur Halle und ich bog von dort aus zu den Miniweiden ab, um schonmal die Sulkys für den Nachmittag bereitzustellen, während er gähnend Richtung Haus wanderte. „Du musst noch die Winterreifen wechseln“, rief ich ihm schelmisch hinterher. Er drehte sich als Antwort um und gab mir einen Militärischen Gruss zurück – um anzudeuten „wird ausgeführt, Chef“.

    Die Minis waren den ganzen Winter hindurch einigermassen fit gehalten worden, aber nun im Frühling ging die Show-Saison wieder los, und mit den schneefreien Strassen konnten wir auch wieder mehr Zeit ins Fahrtraining investieren. Deshalb drehte ich den halben Nachmittag lang fleissig Runden auf der Ovalbahn. Zuerst mit Kiwi. Die beinahe ganz weiss gescheckte Stute verlor ihr ungeschorenes Winterfell in Fetzen. Das meiste hing noch an ihrem Bauch und unter dem Kopf. Ich striegelte einen Kisseninhalt weissen Fells ins spriessende Gras, danach sah sie etwas weniger zottelig aus. In den nächsten paar Tagen würde sie das Fell wohl vollständig wechseln. Lewis kam etwas verspätet aus dem Mittag und entschuldigte sich mit der Erklärung, dass er mit Quinn, Charly und Parker in der Stadt essen war, wobei sie ziemlich lange hatten anstehen müssen. Das war für mich kein Problem, ich wusste ja, dass meine Pfleger seriös arbeiteten. Lewis schnappte sich Tiki («You could have taken Kiwi, if you had come on time”, neckte ich ihn, wissend, dass Kiwi sein Liebling war). Er ent-fellte sie in Rekordzeit und war mit dem Geschirr anlegen am Ende noch fast eher fertig als ich. Wir schlauften die letzten Riemen durch und führten die Ponys dann von der Weide zu den bereitstehenden Sulkys. Als beide sicher eingespannt waren, fuhren wir zur Ovalbahn. Ich übte mit Kiwi besonders das Zulegen und Aufnehmen, wobei ich einen schicken Show-Trot herauszuprovozieren beabsichtigte. Es klappte auch einigermassen; die Miniature Stute hob ihre Beine höher als sonst. Ich lobte sie jeweils überschwänglich, um ihr die Bewegungen möglichst schmackhaft zu machen. Lewis übte mit Tiki ebenfalls im Trab, allerdings konzentrierte er sich bei ihr mehr auf die Aufrichtung und die korrekte Anlehnung an die Fahrzügel. Gegen Ende des Trainings liess ich die Zügel länger, sodass Kiwi nach unten strecken konnte. Sie wurde dabei zunächst etwas schneller, aber ich bremste sie mit der Stimme und nach einigen Augenblicken waren wir gemütlicher unterwegs. Sie war eben doch noch jung und musste lernen, entspannt und in gleichbleibendem Takt zu laufen. Das wurde an den Shows übrigens auch bewertet. Ich fuhr mit Kiwi zurück und holte als Nächstes Xinu, Lewis machte mit Lining weiter. Die beiden Hengstchen waren etwas einfacher zu einem Bluff-Trab anzustacheln. Sie hoben fast schon von selbst die Vorderbeine, wir mussten nur darauf achten, dass die Hinterhand auch richtig untertrat. Nach Xinu und Lining waren Oreo und Acira dran. Oreo spürte den Frühling und brummelte seiner Halbschwester zu, als wir hintereinander zur Bahn fuhren. Lewis hielt ihn kurz und blieb in einem vernünftigen Abstand. Wir trainierten wiederum fleissig unsere Runden, und zum Spass galoppierten wir auch ein wenig. Aciras seidiger Schweif flatterte in der Kühlen Brise, die sich mit dem Fahrtwind vereinte. Ihre kleinen Hufe schlugen rhythmisch auf dem feinen Kies auf. Zuletzt drehten wir auch noch ein paar Runden mit Darling und Allegra – letztere war noch nicht lange eingefahren und hatte noch etwas Mühe mit der Kommando-Umsetzung. Sie war meist ein wenig zu eifrig und wollte nicht warten, geschweige denn dabei geschlossen stillstehen. Aber auch das würde mit der Zeit immer besser klappen, davon war ich überzeugt. Nach dem Training gab es für alle Minis ein paar Karotten, die wir zur Beschäftigung an den Bäumen auf der Weide aufhängten. Lily half dabei und fand es super, Lining beim ‘Einfangen’ der orangefarbenen Wurzeln zuzusehen.
    31 März 2019

    Occulta
    Military E-A
    PFS‘ Ravissante, PFS‘ Cambria, PFS‘ Shadows of the Past, PFS’ Navy Sniper, PFS’ Bacardi Limited, Fake my Destiny

    Das heutige Militarytraining fand wieder auswärts statt, auf einem grossen Trainingsgelände nahe Telford. Wir gingen früh morgens los, um bei Zeiten zurückzusein. Im Gepäck hatten wir insgesamt sechs Pferde und Ponys: Ravissante, Cambria, Shira, Sniper, Bacardi und Fake, denn Lily kam diesmal auch mit. Sie trug brav ihren Rückenpanzer, so wie wir alle, und wir hatten Fake die stabileren Gamaschen von den Reitponys angezogen. Einmal ausgeladen, sattelten wir die Reittiere innert kurzer Zeit und sassen auf. Wir ritten in Volten auf dem Rasen, um uns einzuwärmen. Dann begannen wir mit den einfachsten Hindernissen, um den noch unerfahrenen Pferden einen leichten Einstieg zu geben. Sie alle kannten das Springen, aber Naturhindernisse waren oftmals furchteinflössender und auch das Wasser stellte für viele ein Problem dar, auch wenn wir mit ihnen manchmal im Fluss baden gingen. Es war eben doch nochmal etwas anderes, hineinzuspringen, ohne den darunterliegenden Boden zu sehen. Das konnte ich auch gut nachvollziehen. Wir konzentrierten uns folglich in diesem Training vor allem darauf, die Vierbeiner mutiger zu machen und ihr Vertrauen in uns Reiter zu stärken. Ich ritt Ravissante. Die Stute war eine meiner grossen Hoffnungen im Militarybereich, denn sie hatte eine gute Abstammung dafür, und ihr Körperbau war ebenfalls ideal für einen Eventer. Mit ihren hübschen Gängen und dem geschickten Sprungverhalten kombinierte sie zwei wichtige Eigenschaften. Ich erklärte Ravissante jedes Hindernis gründlich und übte sie alle aus verschiedenen Anreitwinkeln. Es war wichtig, dass sie lernte, den richtigen Absprungpunkt zu finden und auch nach dem Sprung flüssig weiterzugaloppieren. Die junge Stute war kooperativ und liess sich von mir selbst dann noch pilotieren, wenn sie vor Unbehagen die Nüstern weit blähte und sorgenvoll Luft einsog. Ich lobte sie dafür ausgiebig und gab ihr beim Absteigen eine Karotte. Fake und Lily waren wie üblich eher zügig unterwegs gewesen, aber die Hackney Pony Stute hatte auf Lily Acht gegeben und sich ebenfalls ohne Zwischenfälle über die festen Hindernisse lenken lassen. Die beiden waren langsam ein richtig eingespieltes Team und ich fand, dass die Zeit reif war, sie auf Turniere zu schicken. Aber das letzte Wort hatte dabei Jonas, denn die Ponystute gehörte ja ihm. Meine Reitponyhengste liefen unter Ruth und Sheridan locker vorwärts. Die beiden talentierten jungen Reiterinnen hatten ein gutes Auge für Distanzen, jedenfalls machten sie heute beide keine groben Patzer. Nur Shira und Lea hatten bei einem Kasten Mühe, der etwas zu bunt angemalt war für den Geschmack der schwarzweissen Scheckstute. Ich musste Lea rasch zu Hilfe kommen und Tipps geben, damit sie Shira doch noch überzeugen konnte. Danach klappte es aber ohne weitere Diskussionen. Cambria und Robin kamen hingegend ganz ohne meine Hilfe aus und übten vor allem an Cambrias Taktgefühl und den fliegenden Wechseln über oder zwischen Hindernissen. Wir fuhren nach dem Training über die Autobahn nachhause und versorgten die Vierbeiner. Die Mittags-Heuration wartete dort bereits auf sie.
    31 Mai 2019

    Occulta
    Military A-L
    PFS‘ Shadows of the Past, PFS‘ Ravissante, Cambria, PFS‘ Navy Sniper, PFS‘ Bacardi Limited, Fake my Destiny

    Military Training machte mir persönlich immer besonders viel Spass. Es war abwechslungsreich, anspruchsvoll und forderte die Pferde körperlich wie auch geistig. Heute übten wir auf unserem eigenen kleinen Trainingsgelände im inneren der Ovalbahn. Es waren zwar nicht viele Hindernisse, aber dafür all jene, denen man typischerweise auf einem Turnier begegnen konnte. Ein Graben, eine Treppe, ein Hügel, Wasser mit Ein-/Aussprüngen und einem mitten drin, ein Buschhindernis, diverse Ecken, Bänke und Kästen, zwei Baumstämme und ein Hindernis mit Fässern. Alle Teilnehmer der heutigen Gruppe waren bereits mit Geländehindernissen in Kontakt gekommen. Die meisten schienen ausserdem zur mutigen Sorte von Pferden zu gehören und zögerten kaum, selbst als sie ins buchstäblich kalte Wasser springen mussten. Okay, so kalt war es dann doch nicht – schliesslich herrschten momentan sommerliche 30 Grad. Ich schwitzte schon nach den ersten paar Sprüngen mit Bacardi. Der Ponyhengst gab wiedermal alles und kümmerte sich nicht um die Hitze – er war glücklich, solange er eine Aufgabe vor sich hatte. Shira hingegen schien etwas faul zu sein. Jedenfalls musste Sheridan die Ponystute ordentlich antreiben. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ihr das schmale Eckenhindernis nicht gefiel, das Sheridan ansteuern wollte. Sniper flitzte mehrfach an uns vorbei und es war beeindruckend, mit welcher Präzision er selbst die schmalen hindernisse meisterte. Anders als andere Jungpferde zog er richtig auf die Hindernisse zu und wollte sie überwinden; er fragte förmlich danach. Diese Einstellung galt es zu fördern. Auch Lily und Fake trainierten wieder mit uns. Jonas stand im Schatten eines Gebüsches und sah zu. Er hatte ausserdem die Mistschaufel bereit, um Hinterlassenschaften gleich aufzusammeln. Davon produzierte Ravissante heute reichlich, denn sie war offenbar noch etwas unsicher und beeindruckt von den verschiedenen Hindernissen. Cambria ging es ähnlich, nur äusserte es sich bei ihr in einem steifen Rücken und hoch erhobenem Kopf. Sie glotzte, sprang aber trotzdem. Dennoch musste Robin natürlich mit ihr auch am Stil arbeiten, damit sie zuverlässiger wurde. Ich forderte von Bacardi ein paar schöne Sprünge von der Treppe runter und ritt jeweils auf der anderen Seite wieder den Hügel hinauf, über das zuoberst platzierte Hindernis. Ich versuchte dabei, denselben Takt zu behalten und alles schön flüssig zu reiten, ohne dass Bacardi sich aufregte. Er machte einen schön runden Hals, als ich ihn nach dem Hindernis, das aus drei massiven, deieckig angeordneten Stangen bestand, wieder aufnahm. Ich liess ihn noch ein letztes Mal den Absatz nach unten springen, dann parierte ich ihn in den Trab durch und liess die Zügel lang werden. Auch die anderen versuchten einen guten Abschluss zu finden. Wir liessen die Vierbeiner zwischen den Hindernissen austraben, dann ritten wir als Gruppe im Schritt zurück zu den Ställen, wo wir sie abduschten und versorgten.
    31 Juli 2019

    Occulta
    Military L-M
    Fake my Destiny, Tayr al-Diyari

    Ich hielt einen Moment inne und lehnte mich an die Mauer des Hauptstalls, gleich neben dem einen Eingangstor. Jonas und Lily waren unter dem Vordach damit beschäftigt, Fake zu putzen. Lächelnd beobachtete ich die beiden. Die Szene hätte man Fotografieren und in eine dieser Kitsch-Zeitschriften abdrucken können. Ein perfekter Familienvater, was? Schade nur, dass wir eine Patchwork-Familie waren, alles andere als perfekt. Aber wir hatten es irgendwie geschafft, dass es funktionierte. Es fühlte sich längst so an, als wären wir immer eine Familie gewesen. Ich fragte mich insgeheim, wie oft Lily noch an ihre richtige Mutter Rachel oder ihren Vater dachte. Vermutlich öfter als sie zugeben wollte. Aber ich fand, dass meine Nichte ziemlich glücklich wirkte, besonders gerade jetzt, wo sie sich auf ein spannendes Militarytraining vorbereiten durfte. Sie wollte heute mit Fake zum ersten Mal 90 Zentimeter im Military springen. Für Grosspferde mochte das keine Höhe sein, aber für die 1.43 grosse Fake war es schon eine kleine Herausforderung, besonders wenn man bedachte, dass sie eigentlich kein für’s Springen gezogenes Pony war. Da die kleine Stute mit den schlanken Beinen und dem edlen Köpfchen aber offensichtlich gerne sprang, sah ich keinen Grund, warum die beiden nicht auch etwas höher trainieren konnten. Ich schlich mich zu den beiden und streichelte Fake. Lily musste nur noch satteln, dann konnten wir zur Ovalbahn gehen, wo sie die Stute erstmal warmritt, ehe sie auf den Rasen innerhalb der Bahn ritt und dort auf unserem hauseigenen Parcours übte. Es waren zwar nur wenige unserer Hindernisse wirklich verstellbar, aber die meisten waren um einen Meter Höhe, also genau passend. Lilys Ziel war es, dass sie heute auch die überspringen konnte, die sie sonst gemieden hatte. Jonas stand die ganze Zeit über neben mir und beobachtete Lily und sein Pony ganz genau. Ich gab meiner Nichte währenddessen quasi eine Reitstunde. Plötzlich hörte ich Rosies Stimme. „May I join you guys?“ Ich drehte mich um und sah die rothaarige Ex-Rennreiterin von Pineforest mit ihrem Hengst Tayr auf dem Kiesweg unterhalb der Ovalbahn stehen. „Sure!“ Rosie kam hin und wieder für ein Training zu uns rüber, denn sie hatte nur begrenzte Infrastruktur auf ihrem kleinen Hof und war froh um die Abwechslung. Mit Tayr war sie meines Wissens noch nicht oft auf dem Military-Übungsparcours gewesen. Aber springen konnte der Araber. Rosie ritt zu uns und übte ganz für sich allein ein paar der Hindernisse. Sie achtete darauf, Lily nicht in die Quere zu kommen, also war es kein Problem. Lily konzentrierte sich indes auf den einen Kastensprung, der wirklich gute 90 Zentimeter hatte. Fake trug zum Glück schützende Gamaschen, denn beim ersten Versuch streifte sie das Holz mit den Hinterbeinen. Beim zweiten Mal nahm Lily sie noch etwas mehr zurück und liess sie nicht zu früh abspringen – so klappte es. „Gut so. Auf dieser Höhe musst du sie mehr versammeln, sonst wird sie zu flach.“ Meine Nichte sprang zwar nicht ganz so selbstsicher wie sonst, aber mit der Zeit hatte sie den Dreh raus. Fake wurde auch ganz schön heiss; sie versuchte die zusätzliche Höhe mit mehr Schwung zu überwinden. Wann immer Lily in den Trab überging, zeigte das Hackney Pony seine schönste Knieaktion, was Jonas und mich jeweils zum Schmunzeln brachte. Einmal polterte es hinter uns und als wir über die Schulter sahen, sass Rosie am Boden; Tayr hatte im letzten Moment vor der einen Ecke beschlossen, dass er diese nicht überspringen wolle, und folglich abgedreht. „Nothing happened“, winkte Rosie verlegen ab, als Ich zu ihr laufen wollte. Lily musste rasch warten, bis wir Tayr wieder eingefangen hatten, dann konnte alles normal weitergehen. Nach einer guten halben Stunde liess Lily Fake austraben und lobte sie ausgiebig. Die beiden hatten noch ein wenig Arbeit vor sich, aber Fake war auf alle Fälle fit genug für diese Höhe.
    31 Okt. 2019

    Occulta
    Dressur L-M
    Fake my Destiny, Cambria, PFS’ Ravissante, PFS’ Shadows of the Past, PFS’ Dancin’ to Jazz

    Es war wiedermal Samstag Abend, Zeit für eine weitere Dressurstunde. Diesmal gab sie Elliot. Lily und ich ritten mit Fake und Cambria mit. Ausser uns waren nur noch Linda mit Jazz, Rita mit Ravissante und Lisa mit Shira dabei. Wir ritten mit den Fleecedecken auf den Kruppen nebeneinander warm und plauderten, bis Elliot meinte, wir sollen endlich mit dem Traben anfangen. Ich nahm Lily ihre Decke ab und schmiss sie neben der von Cambria über das Eingangstor. Dann bogen wir auf den Hufschlag und trabten an. Zum lockern machten wir zuerst ein paar Übergänge. Elliot wollte uns auch schon ziemlich früh im Galopp sehen. Im Verlauf der Stunde übten wir das Halten aus dem Galopp, arbeiteten an den fliegenden Wechseln, indem wir eine Schlangenlinie mit vier Bögen machten und feilten am Schulterherein. Auch erste Traversversuche, zuerst im Schritt, dann im Trab, standen auf dem Programm. Lily schlug sich gar nicht so schlecht, auch wenn Fake meistens etwas zu flott unterwegs war. Aber zwischendurch war ich richtig begeistert, wie hübsch Fake lief, mit ihrem runden Hals und der hohen Knieaktion, die sie beim Dressurreiten etwas mehr als sonst zeigte. Die beiden könnten doch glatt eine Chance haben in einer der leichteren Dressurprüfungen, überlegte ich. Cambria lief heute ebenfalls schön locker und konzentriert. Die Galoppwechsel hatte sie mittlerweile ziemlich gut im Griff, aber sie musste noch etwas flinker werden. Travers machte ihr hingegen noch etwas mehr Mühe, denn sie wollte sich nicht so recht um meinen Schenkel biegen. Bei Shira sah es ähnlich schwierig aus, denn die Ponystute war zusätzlich kurz gebaut und damit alles andere als leicht zu biegen. Jazz hatte zwar keine übergreifenden Gänge, aber auch sie machte ihre Sache gut und lief die ganze Stunde hindurch stabil in Anlehnung. Ravissante musste wie Fake noch deutlich ruhiger werden, ansonsten hatte Elliot an ihrer Performance heute nichts auszusetzen. Wir liessen die Pferde nach den letzten Seitengängen strecken und austraben. Cambria hielt den Kopf schön in die Tiefe und schnaubte zufrieden. Ich lobte sie ausgiebig und holte dann im Schritt die Abschwitzdecke wieder ab, die wir zu Beginn der Stunde über das Tor gehängt hatten.
    30 Nov. 2019

    Occulta
    Dressur M-S
    Odyn, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, Vychahr, PFS’ Skydive, Brendtwood, Cambria, Fake my Destiny, PFS’ Shadows of the Past, Maekja van Ghosts

    Gleich im Anschluss an das Galopptraining putzte ich den feuerroten Vollbluthengst Odyn. Ihm stand eine Dressurstunde bevor, als Vorbereitung auf seine baldige Körung. Bei dieser Gelegenheit schlossen sich uns auch gleich Quinn mit Sarabi und Isaiah mit Thalia an. Die beiden jüngeren Vollblutstuten genossen Sondertraining, ebenfalls wegen bevorstehender Zuchtzulassungsprüfungen. Wir mussten uns mit dem Satteln und Aufwärmen beeilen, denn für neun Uhr war die erste Reitstunde von Lisa angesetzt, und bis dahin musste die Halle wieder frei sein. Pünktlich um acht Uhr fanden wir uns deshalb alle drei in der Halle ein und begannen mit dem Warmreiten. Ich achtete schon im Schritt darauf, dass Odyn fleissig vorwärtsging und schön von hinten schob. Ich fragte bereits ein paar Seitengänge ab und machte Schlangenlinien entlang dem Hufschlag. Isaiah und Quinn taten es mir gleich. Danach trabten wir an und ritten auf allen drei grossen Volten, um Biegung zu verlangen. Im Verlaufe des Trainings fragten wir auch kleine Volten ab, machten viele Übergänge und arbeiteten besonders an der Losgelassenheit der drei Vollblüter. Sarabi lief schon richtig schön am Zügel, während Odyn und Thalia noch ein wenig Mühe mit der konstanten Anlehnung hatten. Ausserdem war Odyn eher etwas zu stürmisch unterwegs. Trotzdem war die Trainingseinheit ein Erfolg und ich sah den Körungen zuversichtlich entgegen. Um viertelvor neun Uhr liessen wir die drei in den Schritt übergehen und ritten noch ein wenig am langen Zügel. Die Reitschüler von Lisa füllten unterdessen die Halle, fröhlich plaudernd. Unter die Auswärtigen hatten sich auch Robin, Lily, Ruth und Lea gemischt. Sie nutzten Lisas Stunde, um sowohl die Ponys, als auch ihre eigenen Reitkünste zu fördern. Lily ritt auf Skydive. Natürlich konnte der noch völlig grüne Ponyhengst kaum mit den anderen Reittieren mithalten, was die Lektionen anging. Aber es war eine super Übung für ihn, wenn er in der Gruppe mitlaufen und sich konzentrieren musste. Direkter von Lisas Unterricht profitieren konnten Cambria, Fake und Shira. Die drei Stuten waren allesamt auf S-Niveau angekommen und ihre Reiterinnen feilten nun an den gemeinsamen Dressurfertigkeiten. Es ging um Details, aber auch die waren nunmal wichtig auf einem Turnier. Das korrekte, punktgenaue Einspringen in den Galopp, perfektionierte Kurzkehrtwendungen und flüssige, fliegende Galoppwechsel standen besonders weit oben auf der Prioritätenliste. Ich hatte Zeit, einen Moment in die Reiterstube zu sitzen und zuzusehen, als ich Odyn versorgt hatte. Lily sah zwischendurch etwas verloren aus, wie sie mit Skydive zwischen den konzentriert galoppierenden Pferd-Reiter-Paaren herumkurvte. Aber Skydive gab sich sichtlich Mühe und lief schön schwungvoll, wann immer die beiden eine längere Strecke geradeaus traben konnten. Zufrieden trank ich meinen Tee aus und begab mich dann als letztes zu einem weiteren Fuchs: Vychahr. Auch er wartete auf ein Dressurtraining, und auch bei ihm ging es um Feinheiten. Sobald die Reitstunde vorüber war, konnte ich mit ihm in die Halle. Er war mittlerweile ein wahrer Traum zum Reiten. Seine weichen Gänge hatten sich mit seiner Aufrichtung weiterentwickelt und er konnte nun eine richtig eindrucksvolle Trabverstärkung zeigen. Allerdings musste ich stets aufpassen, dass seine Hinterhand mitkam. Genau daran übte ich heute. Ausserdem feilten wir an unseren Galopppirouetten. Während wir so unsere Runden drehten, kam Lisa mit Brendtwood rein, gefolgt von Jonas und Maekja. Die Isländerstute wollten wir ebenfalls so schnell wie möglich für ihre Zuchtzulassung fit machen, sodass sie im Moment ein ausgiebiges Trainingsprogramm bekam. Trotzdem hatte sie natürlich mindestens einmal pro Woche einen reit-freien Tag, an dem wir entweder spazieren gingen, oder sie longierten. Sie war trotz ihrer acht Jahre noch nicht sehr weit ausgebildet gewesen, als wir sie übernommen hatten. Das machte aber nichts, denn sie war willig und lernte schnell. Nach den ganzen Dressurübungen freute ich mich richtig auf die nächsten Einheiten: Springen.
    12 März 2020

    Kür

    Heute war ein Aufregender Tag für drei unserer Stuten, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Zum einen war da Sarabi, Tochter von Stromer und erfolgreiches Nachwuchsrennpferd; dann Fake, das Hackney-Springpony von Lily, und last but not least Kicks-A-Lot, das Miniature Stütchen, das einfach nur gut auszusehen hatte. Eines hatten sie alle gemeinsam: heute sollten sie ihre Zuchtzulassung bekommen. Ich war optimistisch, denn sie erfüllten alle drei die Standards ihrer jeweiligen Rasse und waren auch Charakterlich unauffällig. Fake war als zweite an der Reihe, nachdem ich die noch immer aufgeregte Sarabi wieder Jonas übergeben hatte. Während er mit der Vollblutstute ein paar Runden um den Parkplatz laufen ging, machte ich Fake bereit und führte sie anschliessend zum Warmlaufen auf den Platz. Sie trug ein Showhalfter mit Führkette, einfach weil es schick aussah. Ausserdem sah man noch deutlich ihre Schur - wir hatten sie vor ein paar Wochen nochmal nachgeschoren. Aber so langsam fing der Fellwechsel an, also würde es nicht mehr lange dauern, bis sie wieder überall kurzes Sommerfell trug. Ihre Beinabzeichen hatte ich mit einem speziellen Shampoo gewaschen, damit sie wieder richtig schön weiss waren für die Kür. Die flauschigen Ohren der Ponystute waren dauernd in Bewegung, insgesamt wirkte sie aber nicht besonders aufgeregt, nur interessiert. Sie war sich Turnieratmosphäre inzwischen gewohnt und liess sich davon nicht mehr beeindrucken. Lily war leider nicht dabei weil sie Schule hatte. Sonst hätte sie die Stute vielleicht selbst vorgeführt. Aber nun übernahm ich diesen Part. Ich grüsste die Richter abermals, führte auch Fake in allen drei Gangarten auf beiden Seiten vor und machte dabei grosse Volten, Schlangenlinien und Diagonale Wechsel, um den Gehorsam der Stute zu präsentieren. Fake benahm sich ausgezeichnet und zeigte ihre übertriebenen Hackney-Gänge, die sonst auf Springturnieren nicht so zur Geltung kamen. Zufrieden verabschiedete ich die Richter am Schluss und klopfte der Stute beim Hinausgehen stolz auf den schmalen, rasierten Hals.
    2082 Zeichen mit Leerzeichen, geprüft mit Lettercount.com, Text by Occulta

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    Zuletzt bearbeitet: 15 März 2020
    Snoopy gefällt das.
  4. Occulta

    Occulta Schattenpferd

    Occulta mit...
    PFS' Kicks-a-Lot

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    Steckbrief
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    Vom: Glenns Caress

    Aus der: Rapunzel


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    Rufname: Kiwi, Ice-Princess
    Geburtstag: 18.01.
    Alter: 6 Jahre
    Stockmaß: 0,82 m
    Rasse: American Miniature Horse
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Chestnut maximal tobiano
    (ee,A+a,Toto)
    Abzeichen: Fischaugen
    Gesundheit: sehr gut


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    selbstbewusst, dominant, frech, manchmal zickig, mutig, neugierig


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    Kiwi ist eine süsse kleine Stute, sie hat ein hervorragendes Exterieur und eine gute Abstammung. Sie ist das erste Mini-Fohlen, dass je auf Pineforest Stable geboren wurde. In ihren ersten Lebensstunden war die Kleine bereits sehr wild und verspielt und machte gleich ein paar Bocksprünge, als sie das nötige Gleichgewicht hatte. Daher hat sie ihren Namen bekommen. (die Kleine ist danach, zum Spass aller Beteiligten, doch nocheinmal hingefallen.)
    Kiwi ist ziemlich frech und manchmal auch etwas zickig, sowohl zu Menschlein als auch zu ihren Artgenossen. Sie geht mit Neugier an neue Aufgaben heran und ist überhaupt nicht ängstlich. Wenn ihr etwas nicht passt würde sie wohl eher zubeissen, als davonzurennen. Auch mag sie es, ihren Unmut mit Bocksprüngen und Ausschlagen zum Ausdruck zu bringen. Sie ist sehr geschickt mit ihren vier Hufen und hat ein hervorragendes Gleichgewicht. Das macht sie vielversprechend fürs Showspringen.
    Ihr Lieblingspfleger ist aus irgendeinem Grund Lewis, dem sie überall hin wie ein Hund folgt. Er ist auch der einzige, den sie respektvoll behandelt und der sie überall streicheln darf.

    Kicks-a-Lot stammt aus unserer eigenen Zucht Pineforest Stable.

    Mustache!

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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Occulta
    VKR: Occulta
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: Nein
    Nachkommen: -


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    Spring Klasse: S***
    Dressur Klasse: S
    Fahren Klasse: S**

    Eignung: Halter Shows, Show Jumping, Langzügelarbeit


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    3. Platz 420. Fahrturnier
    3. Platz 427. Fahrturnier
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    Kiwi's Spind

    TA Bericht

    HS Bericht

    Trainingsberichte [15]
    Occulta
    Springen E-A

    Heute war ein wunderschöner Herbsttag, sodass wir fast nicht anders konnten, als das Wetter draussen zu geniessen. Wir beschlossen deshalb, gleich ein paar Trainingsfahrten mit den Miniature Horses zu drehen. Das einzige Problem war, dass Pineforest Stable nur zwei Mini-Kutschen besass. Also kamen heute nur Chocolate Chip und Papillon d’Obscurité in den Genuss eines Ausflugs. Wir beeilten uns mit dem Anschirren und konnten zeitig in Richtung Nordosten losfahren. Chip war eher der Country Pleasure Typ was das Fahren anging, während Papillon den selteneren Simple Pleasures angehörte – der Unterschied lag vor allem in der Vorhand Aktion. Bei Country Typen war diese eher horizontal und raumgreifend, bei den Simple Pleasure Pferden vertikal und imposant. Wir achteten deshalb darauf, dass die beiden in ihrer jeweiligen Art gut liefen. Bald kamen wir in den Laubwald und waren umgeben von bunten Blättern. In dieser Farbenpracht wagten wir einen kleinen Galopp. Ich war Mit Papillon unterwegs. Die dunkle Stute mit der hellen Mähne war ein echter Hingucker, auch wenn sie im Moment geschoren war. Bei Chip war das nicht anders, wobei sie eher mit ihrem ausgezeichneten Exterieur als mit der Fellfarbe bestach. Trotzdem gefiel mir der gräuliche Braunton ihres Fells auch gut. Und laufen konnte sie! Sie überholte mich und Papillon ohne Problem. Etwas eifersüchtig war ich in diesem Moment schon auf Lewis, der im anderen Sulky-artigen Gefährt sitzen durfte. Dafür war Papillons Auftritt mit den hochfliegenden Beinchen eindrucksvoller. Bei beiden Fahrstilen waren aber besonders auch die Entspanntheit und die Leichtigkeit, mit der die Pferdchen liefen wichtig. Es musste eben so aussehen als sei es ‚a pleasure‘ sie zu dirigieren, was es auch tatsächlich war. Wir waren sicher eine Dreiviertelstunde unterwegs, bis wir zurück auf den Hof bogen. Als wir ankamen, herrschte reges Treiben auf dem Sandviereck. Wir versorgten die beiden Minis, stellten fest, dass ein paar der anderen Stütchen fehlten und liefen hoch zum Viereck, um zu sehen, was los war. Lisa, Darren, Jonas und Ajith hatten einen kleinen Parcours aufgebaut und trainierten mit den Minis das Showspringen. Begeistert sah ich beim restlichen Training zu. Sie hatten sich dafür Arco, Rose, Sunny und Kiwi geschnappt. Der kleine Hengst war natürlich total aufgedreht und fand es nicht so cool, dass ‚seine‘ Stuten herumgejagt wurden. Er selber sprang aber ganz ordentlich, als wollte er ihnen imponieren. Die drei Stütchen selbst schienen nicht ganz so voller Energie, jedenfalls flitzten sie nicht auf die Hindernisse zu sondern blieben schön ruhig. Dafür sprangen sie umso schöner. Besonders Kiwi zeigte Potential, das sie vermutlich von ihrem Vater Glenns Caress geerbt hatte. Ich sah verträumt zu, wie ihr schneeweisses Langhaar aufflog und ihre Beine sich geschmeidig und beinahe Katzenartig bewegten. Irgendwann begann Jonas, die Stangen immer etwas höher zu stellen. Hierbei konnte Kiwi nicht mehr ganz so gut mit den Grossen mithalten. Immerhin kam sie etwa gleich hoch wie Sunny, während Rose und Arco um die Spitze konkurrierten. Den Rekord stellte schliesslich Arco auf, der momentan bereits auf 85cm kam, was ganz schön hoch für seine Trainingsstufe war. Das eigentliche Training hatte aber darin bestanden, den Minis das Springen an der Hand schmackhaft zu machen und ihnen die wichtigsten Kommandos beizubringen. Die Höhenmessung war nur zum Spass geschehen. Lisa, Ajith, Darren und Jonas hatten gute Arbeit geleistet: Alle vier Minis konnten nun mehr oder weniger ruhig am langen Seil über niedrige Hindernisse springen und so einen kleinen Parcours meistern. Kiwi und Rose taten es mit grosser Begeisterung, Sunny musste hingegen etwas mehr motiviert werden, aber ich war zuversichtlich, dass auch sie in Zukunft hin und wieder an eine entsprechende Show gehen könnte. Und bei Arco scheiterte das Ganze noch etwas an der Konzentration, was aber durch Übung sicherlich zu verbessern war. Am Ende wurden alle Minis mit Karotten und Heu versorgt, schliesslich hatten sie harte Arbeit geleistet.
    22 Nov. 2015

    Occulta
    Springen A-L
    Minitraining


    Seit Tagen war ich dabei, die Minis für eine grosse Show vorzubereiten, die dieses Wochenende stattfinden würde. Dabei ging es mir vor allem darum, die letzten Feinheiten hinzubekommen, denn die Grundlagen für Shows kannten sie ja eigentlich alle vom sonstigen Training. Lisa half mir dabei. Wir wanderten gemeinsam zur Weide und fingen uns Kicks-a-Lot, Tic-Tac, Papillon d’Obscurité und Lady Diva raus. Wir brachten sie zur Halle, wo ein bunter Parcours aus verschiedensten Dingen aufgebaut war. Zum einen standen Sprünge da, zum Üben fürs Show Jumping an der Hand. Ausserdem hatte Lisa die Kegel zum Fahren aufgestellt und ich hatte Stangen für Langzügeldressur bereit gemacht. Zudem waren ein grosser Ball, eine Blache und eine Holzwippe da. Diese drei besonderen Gegenstände wollte ich für’s Führtraining nutzen. Zuerst longierte ich Lady Diva etwas, bevor ich mit der Langzügeldressur anfing. Lisa begann mit Papillons Fahrtraining. Die anderen Zwei Ponys banden wir im Vorraum mit den Anbindestellen vor der Reiterstube an. Diese ‚Abstellkammer‘ wie ich sie gerne nannte war für auswärtige Reitschüler gedacht, damit sie ihre Pferde irgendwo anbinden konnten, wenn sie etwas zu erledigen hatten. Ich übte mit Diva das Anhalten und Schritt-Trab Übergänge. Auch eine Art versammeltes oder zumindest langsames Traben und Schulterherein forderte ich. Wir waren noch an den Basics, denn das top ausgebildete Country Pleasure Fahrpferd war erst bis Klasse A am Langzügel gearbeitet worden. Ich schielte zu Lisa herüber und stellte zufrieden fest, dass sie gekonnt um die Kegel kurvte und perfekt beim Buchstaben A anhalten konnte. Papillon machte zudem die tollen Bewegungen eines typischen Simple Pleasure Talents und hatte eine ausdrucksstarke Aufrichtung. Die schokofarbene Stute hatte sich wirklich zu einem ganz anderen Pferdchen gemausert, seit ich sie vor ein paar Jahren gekauft hatte. Es bereitete mir grosse Freude, die Fortschritte der Minis zu sehen. Das Herdenleben machte auch viel aus: sie waren total ausgeglichen und hatten praktisch nie ‚einen schlechten Tag‘.

    Wir tauschten nun und holten Kiwi und Tiki raus. Die beiden bekamen ein Springtraining, wobei wir aber kaum höherstellten und uns rein um die Technik kümmerten. Wir liefen die Sprünge aus verschiedenen Kurven und Wendungen an, damit sie lernten, auch mal etwas diagonal zu springen. Meistens aber liefen wir so gerade wie möglich auf den Sprung zu und liessen den Pferdchen Zeit, den richtigen Absprungpunkt zu finden. Es war hier alles eine Frage der Übung, denn viel einwirken konnten wir ja nicht. Lediglich das Tempo versuchten wir etwas anzupassen, wenn die Minis zu eifrig wurden oder zu wenig Schwung hatten. Als das Springen durch war, machten wir noch ein paar Übungen mit der Wippe und dem Ball.

    Nach fast einer halben Stunde führten wir alle vier zurück zur Weide und holten stattdessen Silhouette of a Rose, Nachtfalke und Tigrotto. Die drei kamen brav mit und Falke benahm sich, obwohl er in Begleitung zweier Stuten war. Lisa führte ihn, während ich die beiden Mädels übernommen hatte. Ich machte zuerst mit Rose Langzügelarbeit, wobei ich wiederum Übergänge, Schulterherein und Seitwärtstreten, anhalten und versammeln übte. Lisa machte mit Falke intensives Springtraining. Der junge Hengst war am Anfang das, was man ein Anti-Talent nennen würde. Er streifte fast jede Stange und beförderte sie so regelmässig zu Boden. Lisa konnte ihn einfach nicht dazu ermutigen höher zu springen. Ich glaubte nicht, dass es an der Sprungkraft lag; sondern eher daran, dass der Hengst einfach die Beine hängen liess. Irgendwann sprang er zwar immer noch sehr knapp, aber wenigstens blieben die Stangen fünfmal in Folge oben. Da beendete Lisa das Training und brachte ihn schon mal zurück, während ich noch mit Tigrotto Dressurarbeit machte. Die junge Stute zeigte sehr geschmeidige, hübsch anzusehende Gänge. Sie war zu Recht als Fohlen zweimal prämiert worden. Es reizte mich zu sehen, ob sie dieses exzellente Exterieur auch an ihre Fohlen weitergab. Nach dem Training brachte ich die beiden Stuten auch zurück und beobachtete die Minis noch eine Weile, dann ging ich den anderen Stallarbeiten nach.
    31 Juli 2016

    Occulta
    Fahren E-A

    Heute stand ein kleiner Fahrausflug mit den Minipferden an. Occulta hatte mich und Lisa beauftragt, zusammen mit Elliot gleich acht der Miniature Horses zu bewegen. Das Problem dabei war allerdings, dass wir nur zwei Sulkys besassen. Ein drittes Sulky hatte Elliot von einem befreundeten Nachbaren auftreiben können, doch das bedeutete immernoch, dass wir mindestens dreimal anschirren mussten. Seufzend zog ich mein Gefährt zur Weide runter. Wir waren jedenfalls für den Morgen gut beschäftigt. Ich hoffte nur, dass Jason und Linda mit den Offenställen aleine klar kamen. „Hey Lewis! Should I take Becks or Caress for the first round?” Ich drehte mich zu Lisa um, die gerufen hatte. “How about we take Pi and Caress first?“ „Okay.“ Ich betrat die Weide und fing mir Rumpelstielzchen raus. Nachdem ich ihn am Zaun angebunden hatte, holte ich auch gleich noch Caress für Lisa, die noch Elliots Sulky holte. Der Reitlehrer kam wenig später dazu und bereitete die Geschirre vor. Ich machte Pi ganz schick, so wie es sich gehörte: Zuerst massierte ich ihn mit dem Gummistriegel, dann kämmte ich Mähne und Schweif. Anschliessend bürstete ich den kleinen Körper gründlich durch und kratzte zum Schluss die Hüfchen aus. Ich musste dabei auf die Knie gehen, denn die Pferdchen vor mir waren ja mit ihrem knapp einem Meter Stockmass echte Zwerge. Trotzdem musste man sich vor den Miniatur-Hufen ebenso in Acht nehmen wie vor denen der Grosspferde – weh tun konnten sie nämlich ganz ordentlich, das hatte ich schon am eigenen Leib erfahren. Caress war schon ein paarmal vor der Kutsche gestanden, doch für Rumpelstielzchen war es der erste Versuch. Lisa hatte ihn sorgfältig mit den Langzügeln vorbereitet, indem sie ihm das Geschirr angezogen und ihn einen Sandsack hatte ziehen lassen. Ich verschnallte nun ebenfalls das Geschirr, sodass es ihm genau passte und nirgends zwickte. Dann führte ich den Hengst aus der Weide zum Sulky. Ich liess ihn daran schnuppern und alles in aller Ruhe anschauen. Schliesslich schob ich ihn rückwärts zwischen das Gestänge und fixierte alles. Elliot hängte einen Führstrick an der Trense ein. Ich setzte mich auf das Sulky und nahm die Zügel auf. Wir liessen Pi langsam antreten und sich an die neue Last hinter ihm gewöhnen. Elliot führte ihn dabei zur Sicherheit. Wir testeten das Anhalten und wieder loslaufen, bis Lisa und Caress ebenfalls fertig waren. Dann ging es endlich los. Wir fuhren zum Parkplatz, wo Elliot das Seil aushakte und sich sein Fahrrad schnappte. Ich hatte nämlich das Gefühl, dass Pi sich gut genug steuern liess. Wir liessen die Ponys in Richtung Dorf der Strasse folgen, Elliot strampelte auf dem Fahrrad mit. Geplant war bloss eine kleine Runde; zum Dorfrand, um die Verkehrstauglichkeit der Minis zu testen, und danach über ein paar Feldwege zurück zum Hof. Das reichte für heute vollkommen. Unterwegs trabten wir auch zweimal, Galopp blieb allerdings aus.

    Zurück auf dem Hof entliessen wir die beiden Hengstchen wieder und suchten uns die nächsten Kandidaten raus: diesmal bei den Stuten. Rapunzel, Kicks-a-Lot und Tic-Tac wurden allesamt ebenfalls auf Hochglanz gebracht und anschliessend angeschirrt. Die kleine Eisprinzessin, wie ich Kiwi gerne nannte, durfte dabei meine Wenigkeit übernehmen. Wir machten mit den dreien genau dieselbe Runde wie zuvor. Für uns Menschlein war das zwar eher langweilig, aber die Minis hatten genug Unheimliches auf dem Weg zu bestaunen. Besonders Tiki war noch sehr schreckhaft und zögerlich. Rapunzel hingegen ging zuverlässig voran und liess sich nicht gross ablenken. Kiwi behielt ihren Takt schon erstaunlich gut und begann sogar ein wenig zu bluffen als wir an einem unheimlichen Schild vorbeikamen. Sie hob dabei die Beine etwas höher als sonst. Im Trab ging sie fleissig vorwärts - wie eine Nähmaschine, wie ich gerne zu scherzen pflegte.

    Die letzte Gruppe bestand aus Tigrotto, Beck‘s Experience und Nachtfalke. Diesmal durfte ich Tigrotto anschirren. Ich war gespannt darauf, wie die Stute sich heute lenken lassen würde, denn beim letzten Mal war sie etwas stur gewesen. Als wir auf dem Feldweg trabten, kamen uns Spaziergänger mit einem Husky-Mischling entgegen. Der offenbar noch junge Hund war nicht angeleint und kam sofort bellend auf uns zugerannt, als er die Sulkys entdeckte. Die Besitzerin versuchte mehrfach, ihn zurückzurufen, doch es nützte nichts. Nachtfalke erschreckte sich und wollte die Flucht ergreifen, sodass Lisa ihn nur mit Mühe bremsen konnte. Becks und Taiga liessen sich zum Glück nicht anstecken und blieben stehen. Sie waren schon länger auf Pineforest und hatten langsam genug Erfahrung mit Hunden um zu wissen, dass Stillstehen und abwarten die beste Option war. Trotzdem stiegen wir alle zur Sicherheit rasch von den Kutschen und hielten unsere Ponys fest, nicht zuletzt, um sie vor dem übermütigen, jungen Hund zu beschützen. Die Spaziergänger hasteten zu uns und fingen ihren Hund so rasch wie möglich ein. Sie entschuldigten sich vielmals, doch ich war zugegebenermassen ziemlich sauer und entgegnete, dass Hunde hier im Park an die Leine gehörten, wenn sie nicht in jeder Situation abrufbar wären. Gerade wenn ich daran dachte, dass hier auch oft Kinder mit ihren Ponys unterwegs waren. Nach diesem Ärgernis setzten wir unsere Fahrt ohne weitere Zwischenfälle fort und kamen pünktlich vor dem Mittag auf den Hof zurück. Wir kümmerten uns nach dem abschirren gleich noch um das Raufutter für die Minis, doch natürlich gab es vorher eine Belohnung in Form von Apfelstücken.
    31 Aug. 2016

    Occulta
    Springen L-M

    Es war Freitag und heute stand wieder viel auf dem Plan. Zuerst wollte ich ein Spezialtraining ausserhalb der Rennbahn mit den Vollblütern machen. Es ging dabei um ein ausgezeichnetes Training für die Hinterhand und den Gehorsam: Springen. Dran kamen One Cool Cat, Framed in History, Kaythara, Cabinet of Caligari, Sumerian, Sympathy of the Devil und Rosenprinz. Sie alle (ausser Rosenprinz natürlich) waren bisher nur beim Einreiten ein paarmal über Cavaletti gesprungen, also noch völlig unerfahren. Wir hatten deshalb für den Anfang ein paar niedrige, einfach anzureitende Steilsprünge und Kreuze aufgestellt. Wir ritten in der Halle, damit die jungen Pferde durch nichts abgelenkt wurden. Doch zuerst mussten wir natürlich Putzen und Satteln. Ich holte Sympathy aus ihrer Box und begann, dass grau gesprenkelte Fell zu bürsten. Die blauen Augen der Stute musterten mich dabei immer mal wieder – vielleicht hatte ich ja ein Leckerli in der Tasche. „Nach der Arbeit, meine Süsse“, murmelte ich nach einer Weile schmunzelnd. Ich kratzte die Hufe aus und entwirrte das Langhaar, dann holte ich auch schon den Sattel. Ich sah, dass Quinn und Rosie, die heute endlich auch mal wieder bei uns mitritt, auch schon fast fertig waren. Wir führten Sympathy, Frame und Kaya zur Halle. Vor dem Aufsteigen liefen wir noch eine Weile am Boden neben den Pferden mit und plauderten miteinander, denn wir hatten es ja nicht eilig, bis die anderen auch hier waren. Frame wollte immer wieder abbiegen und zu mir kommen. „Tut mir Leid, mein Grosser, du musst heute wiedermal bei Tante Quinn bleiben“, murmelte ich liebevoll zu dem Schecken. Ich wusste, dass er am liebsten mit mir arbeitete – das zeigte er allen anderen Pflegern immer überdeutlich. Aber ich konnte in nunmal nicht 365 Tage im Jahr babysitten. Ich hatte ausser ihm noch viele andere Lieblinge, die meine Aufmerksamkeit verlangten. Wenigstens akzeptierte er Quinn als Reiterin, nachdem sie mühsam sein Vertrauen gewonnen hatte. Charly, April, Parker und Rita kamen schliesslich ebenfalls in die Halle und wir stiegen allesamt auf, um unsere Pferde einzuwärmen. Elliot gab uns schon jetzt lockernde Lektionen vor. Bei ihm wurde jede Minute des Trainings ausgenutzt. Sympathy ging fleissig vorwärts und streckte sich sofort in die Triefe, wannimmer ich sie liess. Wir drehten Volten und übten ein paar Seitengänge. Ausserdem mussten wir viele Übergänge reiten und die Pferde in den Ecken korrekt biegen. Als auch das letzte Pferd entspannt mit den Ohren wackelte und ans Gebiss trat, begannen wir mit einem Kreuz. Rita und Rosenprinz machten es allen vor, denn der buckskin farbene Hengst kannte das Springen natürlich schon vom Military her. Trotzdem war es auch für ihn etwas anderes, den begrenzten Platz in der Halle ausnützen zu müssen. Ich ritt den beiden in gesundem Abstand hinterher, damit sich meine Stute gleich anhängen konnte. Sympathy wusste gar nicht so recht, wie ihr geschah: ich trieb sie darauf zu und versuchte, einfach mitzugehen ohne sie zu behindern. Ich begrenzte sie jedoch trotzdem ausreichend seitlich, damit sie nicht ausweichen konnte. Sie hüpfte etwas zögerlich über die bunten Stangen und machte danach ein paar Galoppsprünge, dann parierte ich sie in den Trab zurück und lobte sie ausgiebig. Hinter uns folgten Charly und Caligari. Kaythara wollte zuerst vor dem Kreuz abbremsen, doch Rosie trieb sie weiter, bis sie im Schritt darüber stolperte. Sie ritt danach gleich nochmal heran und diesmal klappte es. Manchmal scheint es, als müssten sie zuerst eine unsichtbare Mauer durchbrechen, überlegte ich schmunzelnd. Auch Frame wollte zögern, doch Quinn reagierte rechtzeitig und schickte ihn vorwärts. Er nahm einen etwas unschönen Satz über das eigentlich total niedrige Hindernis, aber immerhin landete er sicher auf der anderen Seite. „Aus dir wird wohl kein Springtalent“, bemerkte ich lachend an Quinn und den Schecken gewandt, als sie zu uns stiessen, um den anderen nicht im Weg zu sein. Nachdem alle das erste Hindernis überwunden hatten, fuhren wir mit einem Steilsprung fort. Danach folgten bereits zwei Steilsprünge hintereinander. Mehr mussten die Pferde heute noch nicht leisten; das reichte Elliot und mir für’s Erste. In den folgenden Wochen würden wir sie langsam an einen kleinen Parcours gewöhnen und uns danach wieder auf die Dressur konzentrieren.

    Zum Schluss gab es noch eine kleine Überraschung, im wahrsten Sinne des Wortes. Lewis, Lisa, Jason und Linda kamen mit fünf der Miniature Horses in die Halle. Lewis übergab Nachtfalke an Elliot, der ein überraschtes Gesicht machte. „Now it’s your turn. Show them how you do it“, erklärte Lewis grinsend. Er trabte mit seinem Lieblingsmini Kicks-a-Lot ein paar Runden auf der Volte, dann führte er sie auf das erste Hindernis zu und hüpfte mit ihr darüber. „Sehr elegant, Lewis!“, kommentierte ich lachend. „Kannst du das nachmachen, Elliot?“, meinte Lisa herausfordernd, und lief mit Lady Diva from the Sky hinterher. Auch Silhouette of a Rose und Papillon d’Obscurité waren dabei. Wir sahen noch eine Weile zu und bewerteten Elliots Springstil, dann versorgten wir die Vollblüter, die das Geschehen ebenfalls interessiert beobachtet hatten. Die Minis blieben noch in der Halle für ein ernsthafteres, halbstündiges Training.
    30 Sep. 2016

    Occulta
    Fahren A-L

    Als nächstes war ein Fahrtraining geplant. Da wir mit dem geliehenen Sulky des Nachbaren immernoch nur insgesamt drei Gefährte hatten, dauerte das Training den ganzen restlichen Nachmittag. Im ersten Durchgang machten Elliot, Jonas und ich eine Spazierfahrt mit Tic Tac, Fake und Kicks-A-Lot. Fake war noch komplett roh und wurde heute zum ersten Mal richtig angeschirrt. Jonas hatte mit ihr fleissig an der Doppellonge das Fahren geübt und sie auch schon etwas Gewicht hinterherziehen lassen, aber vor dem Sulky war sie noch nie gestanden. Er liess sie zuerst ausgiebig an dem Metall Gestell schnuppern und wir führten sie ein paar Minuten lang neben Tic Tac, die bereits eingespannt war. Dann wurde es ernst; Jonas und ich schirrten Fake an und ich führte sie vorsichtig an. Da sie doch noch etwas zu aufgeregt war, bestellte ich Lewis herbei, der den Führstrick übernahm, sodass ich mich Kiwi widmen konnte. Die Fahrt dauerte nur zwanzig Minuten, damit wir Fake nicht ünberforderten. Mit Kiwi und Tiki machten wir dafür am Ende noch ein paar Gehorsamkeitsübungen. In der nächsten Dreiergruppe des Trainings waren Silhouette of a Rose, Papillon d’Obscurité und Rumpelstielzchen dran. Mit ihnen waren wir eine ganze Stunde im Dorf unterwegs, um sie weiter an den Strassenverkehr zu gewöhnen. Ausserdem versuchten wir uns an schwierigen Manövern und vielen Tempowechseln. Zuletzt trainierte Elliot noch alleine mit Nachtfalke, denn der Hengst hatte angefangen, sich in letzter Zeit etwas aufzuspielen und flegelhaft zu benehmen. „Und das obwohl noch nicht mal Frühling ist“, scherzte Elliot kopfschüttelnd. „Das ist nur eine Phase“, beruhigte ich ihn. Ich war mir dessen sicher, denn Falke war ansonsten eher ruhig und brav im Umgang. Jedenfalls war es lustig den beiden beim wegfahren zuzusehen und ich war stolz, als Falke am Ende zwar etwas verschwitzt, aber ruhig nachhause kam.
    31 Jan. 2017


    Occulta
    Dressur E-A
    für Fake xx, Kicks-A-Lot, Tic Tac, Nachtfalke, Papillon d'Obscurité und Silhouette of a Rose

    Die Sonne stand schon recht tief, als ich mich mit Lisa, Elliot, Jason und Lewis auf den Weg zu den Miniweiden machte. Wir fingen uns Nachtfalke, Kicks-A-Lot, Tic Tac, Papillon und Rose raus. Wir wollten mit ihnen noch ein wenig Langzügeldressur machen, bevor es dunkel wurde. Wir putzten die Minis direkt beim Offenstall. Ich übernahm heute Tic Tac. Eigentlich hatte ich zwar Kiwi gewollt, aber Lewis hatte mal wieder darauf bestanden, dass er mit ihr arbeiten durfte, weil sie so an ihm klebte. Ich hatte augenrollend zugestimmt – schliesslich war ich gestern mit ihr, Lily und Teddy Spazieren gegangen. Ich bürstete die lange Mähne des Miniaturponys und kratzte die kleinen Hufe aus. Dann legte ich ihr die Ausrüstung an. Da es ja nicht mehr gewitterte, konnten wir raus auf den Sandplatz. Wir waren gerade am Einwärmen, als plötzlich Jonas mit Fake daherkam. Auch sie trug Langzügelausrüstung und Jonas erklärte zwinkernd, dass er mit uns trainieren wollte. „Ich dachte du trainierst sie selber, weil sie dein ganz persönliches Pony ist? Willst du jetzt doch abkupfern kommen?“, fragte ich herausfordernd. Er konterte: „Wer sagt denn, dass ich abkupfere? Mein Pony kann sowieso schon viel mehr als eure Handtaschenpferdchen.“ „Jetzt übertreibst du aber masslos. Du hast doch mit Langzügeldressur noch gar nicht richtig angefangen.“ Er sah unschuldig die Wolken an und meinte: „Sie ist halt ein Naturtalent.“ Wir lachten und konzentrierten uns wieder auf die Ponys. Rose und Papillon hatten bereits begonnen, einander zu kraulen. Ich schickte Tiki in den Trab und übte Übergänge mit ihr. Ausserdem schön runde kleine Volten, denn manchmal kürzte sie noch eine Seite ab, wenn sie etwas Unheimliches im Gebüsch sah. Zu Rose hatten wir einfach noch einen gewaltigen Rückstand. Die silver-dapple-Stute lief bereits S Lektionen. Diese verfeinerte Lisa gerade noch. Das Piaffieren sah zum Beispiel schon richtig toll aus. Lewis machte mal wieder lieber Blödsinn und brachte Kiwi zum Abliegen, um Jonas zu beeindrucken. Dieser versuchte es mit Fake auch – und scheiterte kläglich. „Sie ist eben kein Zirkuspferd, sondern ein edles Fahrpony“, schloss er daraus. Nachtfalke hatte einmal kurz einen Aussetzer und galoppierte buckelnd los. Es gab keinen offensichtlichen Auslöser dafür; vermutlich hatte er einfach Freude oder wollte etwas Spannung abbauen. Für ihn waren die Übungen nunmal noch besonders anstrengend, weil er noch nicht so viel konnte. Ausserdem war er alleine unter so vielen Stuten – da konnte Mann sich doch nicht die ganze Zeit konzentrieren. Trotzdem sah man, dass er sich Mühe gab und fleissig war. Genauso wie Papillon, die schon nach kurzer Zeit zufrieden schäumte und stolz marschierte. Als Lisa und Rose zum Schluss noch den Spanischen Schritt übten, sahen alle begeistert zu. Seit dem letzten so intensiven Training hatte sie ihren Raumgriff enorm verbessert, sodass es jetzt richtig eindrucksvoll aussah. Und das obwohl wir seither nur jeweils kurz zwischendurch mit ihr geübt hatten. Wir machten mit den Minis noch einen kleinen Umweg auf dem Rückweg und genossen die letzten Sonnenstrahlen. Dann nahmen wir ihnen die Ausrüstung ab und versorgten sie.
    31 Juli 2017

    Occulta
    Springen an der Hand M-S
    Silhouette of a Rose, Papillon d’Obscurité, Tigrotto, Snottles Peppermint, Blue Dawn’s Nachtfalke, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot

    Heute wollten wir wiedermal an der Technik im Springen an der Hand mit den Minis feilen. Dabei galt es nicht nur, die Miniature horses flinker und kräftiger zu machen, sondern auch die Technik der Führer mit der Führleine zu verbessern. Mit dabei waren heute auch Lily und Peppy, denn Lily wollte, dass das Shetty mehr Popo-Muskeln aufbaute für ihren Plan mit den Shettyrennen. Sie machte den Parcours aber vom Sattel aus, denn das machte für den Trainingseffekt bei den beiden mehr Sinn. Ich führte heute Kiwi, die bereits bei der Begrüssung frech meine Hosentasche absuchte. Natürlich setzte ich auch Grenzen, wenn sie zu aufdringlich wurde. Aber das sanfte verwuscheln mit ihrer Lippe machte mir nichts aus. Ich kraulte ihren Widerrist und nahm sie ans Halfter, dann band ich sie beim Zaun an und putzte sie durch. Wie immer musste ich auf den Boden knien, um an Bauch und Beine zu kommen. Kiwi mochte es am Bauch nicht sonderlich, tolerierte es aber, mit abgeklappten Ohren. Ich versuchte, sie nicht zu lange zu ärgern, und ging rasch wieder zu einer Stelle am Hals über, bei der sie die Lippe genüsslich spitzte und mit dem Kopf mitwippte. Auch die anderen Ponys genossen die Massagen mit den Gummistriegeln, denn der Fellwechsel machte sich bemerkbar. Elliot war als letzter fertig, weil er Tiki so lange geschrubbt hatte. „Just leave her some hair on for the winter“, rief Lewis lachend über den Zaun, als er die Flocken weissen Fells im Gras neben Tiki sah. Er selbst durfte heute wiedermal Nachtfalke führen. Lisa und er konnten es immer noch nicht sein lassen, daraus einen kleinen Konkurrenzkampf zu machen. Sie hatten, wie mir zu Ohren gekommen war, sogar einen Wochenplan ausgehandelt. Aber ich wusste, dass ich im Moment Lewis‘ eigentlichen Liebling vor mir hatte, denn Kiwi hatte ja schon seit sie ein Fohlen war eine besondere Verbindung zu ihm. Er war gewissermassen ihr Zieh-Papa. Ich beobachtete ihn manchmal, wie er die Stute mit den frechen blauen Augen in seinen Pausen kraulte, oder mit ihr spielte. Jedenfalls waren so langsam alle bereit, also verschoben wir uns in die Halle. Es machten sich nämlich schon langsam dunkle Wolken am Himmel breit und auf dem Weg meinte ich bereits ein paar Tropfen zu spüren. Kaum waren wir in der Halle angekommen, begann es dann auch tatsächlich zu schütten. Wir führten die Ponys warm und stellten nebenbei die Hindernisse auf. Lily gurtete nach und stieg auf Peppys Rücken (ich lachte, als sie auf purer Gewohnheit ein Cavaletti zu Hilfe nahm, obwohl das Pony so klein war). Jason liess unterdessen Papillon über das erste Hindernis hüpfen. Es war noch nicht hoch und die Stute hatte absolut keine Mühe. Einer nach dem anderen tat es ihm nach. Rose wollte beim ersten Versuch nicht so recht, weil Linda sie zu schräg heranführte. Dafür kamen die beiden beim zweiten Mal absolut mittig. Wir hatten unseren Spass beim Training – das war sowieso immer total lustig, mit den Minis solche Sachen zu machen. Sie sahen einfach zuckersüss aus, wenn sie mit wehender Mähne über die bunten Stangen setzten. Und manche waren sogar richtig gut darin. Besonders Falke stach wiedermal heraus, mit seiner Technik, immer nur gerade genug hoch zu springen. So konnte er Energie sparen und dadurch höher hinaus als die anderen, die mit der Zeit einfach zu flach wurden und die Beine hängen liessen. Auch Kiwi machte ihre Sache gut; sie schien das Springen im Blut zu haben. Sie hatte keine Mühe, egal von woher wir kamen. Nur manchmal sprang sie etwas seltsam über die Hindernisse, wenn sie entwas anguckte und es ihr unheimlich war. Dann warf sie doch ab und zu auch mal eine Stange runter. Tigrotto, die heute von Lisa geführt wurde, sprang, Zitat Lewis, „leichtfüssig wie ein Tiger eben“. Ich musste ihm zustimmen, nur dass ich fand, dass sie dabei auch fast wie ein grosses Springpferd aussah. Man vergass beinahe, dass sie nur die Miniatur Version davon war. Bei Peppy sah man das Shetty hingegen deutlich raus; die graue Fellkugel flitzte im Galopp durch die Halle und ihr buschiger Schweif wehte mit jedem Sprung mit. Da das Training für Führer und Ponys anstrengend war, beendeten wir es an einer sinnvollen Stelle, bevor alle zu müde wurden und die Konzentration flöten ging. Es regnete immernoch, also duckten wir unsere Köpfe und joggten zurück zur Weide, um rasch in den trockenen Offenstall zu kommen. Die Ponys wühlten zufrieden im Stroh – das Training hatte ihren Appetit angeregt. Ich bat Lewis und Elliot, nachher noch ein wenig Heu als Belohnung zu bringen.
    31 Okt. 2017

    Occulta
    Springen an der Hand S-S*
    Tigrotto, Blue Dawn’s Nachtfalke, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot

    Neuen Jahr wollte ich mit Nachtfalke und Kiwi wieder an ein paar Springwettbewerben teilnehmen. Dazu mussten wir aber noch mehr üben. Tiki und Tigrotto waren ebenfalls dabei – einfach weil ihnen die Abwechslung gut tat. Ich führte Falke, während Jason Tigrotto übernahm, Lisa mit Kiwi übte und Tiki von Linda übernommen wurde. Wir putzten die Ponys wie immer sauber, denn auch wenn sie klein waren, galten für sie dieselben Regeln wie bei Grosspferden. Auch sie wollten vor der Arbeit schön sauber und gepflegt sein. Auch wenn man es beim Anblick der schlammigen Felle kaum glauben konnte. Wir verbrachten am Ende wohl mehr Zeit mit Schrubben, als mit Springen. Aber das machte nichts, denn so verbrachten wir ja auch Zeit mit ihnen. Als wir es endlich doch in die Halle schafften und ich das Ziepen meiner kalten Finger nach unzähligen Warmhalteversuchen einfach zu ignorieren begann, wurde es draussen schon dunkel. Die Halle war in angenehm warmem Licht beleuchtet, sodass mir alleine dadurch wieder etwas wärmer wurde. Und natürlich durch die Bewegung, die kurz darauf folgte. Die Minis wollten gefordert werden: gleich nach dem Aufwärmen übersprangen wir ein paar erste Hindernisse, joggten über Stangen und übten die Temporegulation mit der Stimme. Später machten wir auch einen ganzen Parcours, den wir am Ende sogar noch etwas höher stellten als gewohnt. Ich wollte testen, ob Falke mittlerweile so weit war, um auch dabei fehlerfrei zu bleiben. Die ersten paar Hindernisse übersprang er mühelos, aber beim fünften klapperte die Stange. Beim sechsten fiel sie schliesslich sogar runter. Ich gab aber nicht auf und wagte mich an den letzten und höchsten Sprung. Ich hielt Falke bis kurz davor schön ruhig und spannte ihn so. Dann schnalzte ich im entscheidenden Moment und motivierte ihn zu einem besonders kraftvollen Absprung. Es reichte tatsächlich knapp. Falke landete geschickt im Sand und ich holte ihn zu mir, um ihn ausgiebig für seine Leistung zu loben. Tigrotto war ncoh nicht so weit, aber sie hatte den Parcours in ihrer entsprechenden Höhe erfolgreich gemeistert. Und auch die anderen beiden waren beinahe Fehlerfrei geblieben – jedoch eben nur beinahe. Aber es fiel ja schliesslich kein Meister vom Himmel und die Ponys hatten noch den ganzen Winter über Zeit, um ihre Technik zu verbessern. Wir führten sie trocken und brachten sie dann zurück auf die Weide, wo sich Tiki und Tigrotto natürlich sofort wieder in den Matsch legten.
    30 Nov. 2017

    Occulta
    Springen S*-S**
    PFS' British Oreo Rascal, Xinu Xanu, Tic Tac, PFS' Kicks-A-Lot

    An diesem Sonnigen Sommerabend bekam ich Lust, noch ein wenig Springen an der Hand mit den Minis zu trainieren. Auch Lily fand die Idee grossartig; auf dem Weg zu den Weiden schlichen sich ausserdem Lewis und Linda dazu. Ich musste darüber schmunzeln, wie beliebt das Minitraining offenbar war. Es machte nunmal grossen Spass, die kleinen Fellkugeln über die Hindernisse zu schicken, fast wie beim Hunde Agility. Xinu und Oreo waren noch gar nicht richtig in den Genuss dieser Art des Trainings gekommen - sie hatten beide nur ein wenig Freispringen in der Halle hinter sich. Linda und ich wählten deshalb die beiden. Lily schnappte sich Tic Tac, denn die jungen Hengste waren trotz ihrer geringen Grösse etwas zu stark für sie. Lewis brachte Lily zum lachen, indem er, angelehnt an Pokémon, ausrief: "Ich wähle dich, Kiwi!" Auch Linda und ich kicherten bei dem Anblick. Wir führten die vier Ponys zum Sandplatz und reduzierten die Höhe der bereits vom Grosspferdetraining am Morgen aufgestellten Hindernisse. Oreo wollte beim ersten Versuch nicht mit mir mitspringen, obwohl das Hindernis kaum höher als ein Cavaletti war. Etwas enttäuscht forderte ich ihn auf, im Schritt darüber zu steigen. Beim zweiten Anlauf hüpfte er tatsächlich drüber, wenn auch etwas ungeschickt. Danach hatte er den Dreh raus und wollte mich schon fast auf dem Weg zum Hindernis überholen. Xinu wurde genauso übermütig und wir beschlossen, die Hindernisse höher zu stellen. Mit den beiden Grünschnäbeln gingen wir heute nur bis 60 Zentimeter - alles was danach kam, war alleine für Tiki und Kiwi. Für die beiden fing der Spass erst an. Bis zu einem Meter hielten beide mit, was mich ehrlich beeindruckte. "If I remember correctly, the current world record is at 1.10 Meters or even a little less", bemerkte ich stolz. Aber ab dem vollen Meter war es dann doch ziemlich schwierig, die beiden Ponys fehlerfrei über die Hindernisse zu führen. Es war halt nicht so einfach wie beim Reiten, sie zu versammeln, zusammenzuspannen und zu verhindern, dass sie flach wurden. Wir belohnten deshalb nur fehlerfreie Sprünge mit Futter, um die Minis darauf zu konditionieren, vorsichtig am Sprung zu sein. So versammelten sie sich gewissermassen von selbst. Auch wenn wir heute keinen neuen Weltrekord aufstellten, machte das Training doch viel Spass und brachte jede Menge Momente zum Lachen.
    30 Juni 2018

    Occulta
    Dressur A-L
    Caspian of the Moonlightvalley, A Winter’s Day, Primo Victoria, PFS’ Navy Sniper, Yoomee, PFS’ Shadows of the Past, Nera, Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, Tayr al-Diyari, PFS’ Arctic Silver Lining, PFS’ Arctic Rainstorm, PFS’ British Oreo Rascal, PFS’ Glenn’s Dare to Shine, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Dressy Miss Allegra, PFS’ Merino, Simba Twist, PFS’ Cryptic Spots, White Dream, Fake my Destiny, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot, Vychahr, Parányi, Satine, Areion, Diarado, Co Pilot de la Bryére, Circus Dancer

    Wir hatten trotz der Hitze heute wieder viel vor; Dressurtraining, to be exact. Es war bereits Nachmittag, somit erwischten wir leider gerade die heisseste Tageszeit. Das liess sich kaum vermeiden, denn den ganzen Morgen hindurch hatten wir auch schon gearbeitet, und die Pferde bis spät in die Nacht wach zu halten war auch keine gute Option. Deshalb brachten Lisa und ich im Voraus ein paar Wasserflaschen zum Reitplatz und stellten einen Sonnenschirm auf, damit wenigstens die Trainerin nicht unter der prallen Sonne gebraten wurde. Es kam heute extra eine externe Dressurtrainerin auf Platz, die uns und die Pferde etwas fördern sollte. Lisa ritt also heute selber auch mal in der Stunde mit, anstatt sie zu leiten. Der Name der Trainerin lautete Fiona Ramsey; eine S-Dressurreiterin die auch schon international gestartet war. Ich war gespannt auf ihr Coaching und putzte zuerst gut gelaunt Yoomee. Lisa bereitete Shira vor, Linda hatte White Dream neben mir und Yoomee angebunden und Lily ritt natürlich wieder Fake. Jonas machte nicht mit, sondern sah nur zu und reichte uns später die Wasserflaschen, wenn wir eine Pause brauchten. Anne und Robin sattelten im Nordstall Sniper und Baccardi. Darren und David waren unterdessen bei den Stuten im Offenstall und kümmerten sich um Chanda und Jazz. Auch Angelina Moore war mit ihrer Stute Nera dabei, und sogar Rosie war mit Tayr zu uns rübergeritten. Sie wartete mit dem schicken Rennaraber vor dem Nebenstall und plauderte mit mir, während ich meine Connemarastute striegelte. Fiona kam etwas früher als gedacht und sah uns schonmal beim Satteln zu. Danach trudelte ein Pferd-Reiterpaar nach dem anderen auf dem Sandplatz ein und Fiona unterrichtete uns schon beim Aufwärmen. Wir mussten eine grosse acht quer über den Platz reiten, und dabei stets die richtgie Stellung und den Abstand zum Vordermann wahren. Ausserdem machten wir viele Schlangenlinien und Seitenwechsel. Fiona war also sehr fokussiert auf Biegung und Abwechslung. Nach einer Weile durften wir die Pferde nochmal richtig strecken lassen, ehe wir mit der eigentlichen Arbeit anfingen. Yoomee schnaubte zufrieden ab und trabte locker vorwärts. Diese erste Trainingsstunde war wie eine Art Einstieg in die Dressurarbeit, denn die Pferde waren allesamt noch nicht sehr weit in der Dressur ausgebildet. Deshalb forderten wir auch nur einfache Lektionen, wie korrekte Übergänge oder leicht verstärkten Trab. Auch einfache Galoppwechsel liess uns Fiona machen, wobei sie wiederum genau darauf achtete, dass wir die Pferde richtig umstellten. Sie schien wirklich ein Auge für Feinheiten zu haben und gab wertvolle Tipps in denn richtigen Momenten. Ich war ihr zum Beispiel dankbar, als sie mich darauf hinwies, dass ich mit der äusseren Hand zu sehr mitging in den Kurven, oder dass ich mich wiedermal leicht nach vorne neigte, als ich angaloppieren wollte. Auch für Lily und Fake hatte sie ein paar Tricks auf Lager, damit die Hackneyponystute ihr volles Bewegungspotential ausschöpfen konnte. Ich sah, wie Jonas den beiden mit einem stolzen Ausdruck zusah. Die erste Runde dauerte eine Dreiviertelstunde, dann liessen wir die Pferde austraben und bereiteten die nächste Gruppe vor. Währenddessen waren Quinn, Parker, Thomas, Rita, Charly und April mit Caspian, Merino, Primo, Winter, Simba und Cryptic an der Reihe. Dem was ich beim Putzen von Parányi sah nach zu urteilen, lief es auch bei ihnen gut, obwohl die Vollblüter doch etwas mehr Power zeigten und mit der konstanten Anlehnung noch etwas Mühe hatten. Um Fiona eine Pause zu gönnen, nahmen wir uns reichlich Zeit zum Putzen und tratschten mehr mit Rosie, die noch einen Moment länger blieb. Tayr scharrte schon ungeduldig, als sie sich schliesslich auf den Heimweg machte. Ich sattelte Parányi und brachte sie auf den Platz, gefolgt von Satine, Vychahr, Co Pilot, Circus Dancer und Diarado. Jetzt kamen wir richtig ins Schwitzen. Diese sechs Vierbeiner liefen bereits höhere Dressur und kannten die meisten Lektionen, sodass wir aus dem Vollen schöpfen konnten, was Fionas Erfahrung als Grand Prix Reiterin anging. Sie gab uns wertvolle Tipps um die Piaffe zu verbessern und zeigte uns, wie wir den verstärkten Trab noch eindrucksvoller aussehen lassen konnten. Parányi machte fleissig mit und gab sich Mühe. Sie konnte zwar noch keine Piaffe, aber dafür glänzte sie bei den Galoppwechseln. Und Vychahr beeindruckte Fiona mit seinem schwungvollen Bergaufgalopp an der langen Seite. Nur das rechtzeitige Bremsen vor der Ecke bereitete ihm und Lisa noch etwas Schwierigkeiten.

    Nachdem auch diese Stunde geschafft war, kippte ich erstmal eine halbe Wasserflasche runter und setzte mich beim Nebenstall an die Wand gelehnt in den Schatten, sobald die Rappstute versorgt war. „Alles klar, Occu?“, fragte Jonas mitfühlend, als er mich sah. Ich nickte müde aber grinsend. Es hatte trotz der Hitze Spass gemacht und ich hatte das Gefühl, durchaus ein paar nützliche Inputs bekommen zu haben. Bevor Fiona wieder abreiste, wollte ich ihr aber noch ein wenig von unserem Training mit den Miniature Horses zeigen. Die wurden zwar nicht geritten, aber am langen Zügel konnten auch sie ziemlich anständige Dressurlektionen erlernen. Mit Tiki und Kiwi demonstrierten wir schon etwas komplexere Übungen, während Oreo, Lining, Acira und Darling vor den Augen der Trainerin an den Grundlagen feilten. Auch Allegra, mit der wir erst vor kurzem überhaupt angefangen hatten, zeigte immerhin schonmal schöne Übergänge. Fiona war begeistert von den Minis und nahm sogar selber mal die Zügel von Oreo in die Finger. „He’d be so handsome under saddle, if he only was a warmblood“, stellte sie belustigt fest, als Oreo mit meiner Hilfe einen ansatzweise funktionierenden Spanischen Schritt vorführte. Zuletzt gab es noch ein kleines Highlight für Lily. Sie hatte eigentlich nur noch schnell Areion auf dem Platz bewegen wollen, jetzt wo der ganze Trubel vorbei war. Aber Fiona nahm sich die Zeit, ihr mit dem Tinker ebenfalls noch eine halbe Stunde Einzelunterricht zu geben. Lily kam sogar dazu, ihre ersten Galoppwechsel zu reiten, was aber natürlich nur klappte, weil Lisa das in letzter Zeit so intensiv mit Areion geübt hatte. Lily hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht, als sie ihren Tinker nach dem Unterricht strecken liess. Ich war Fiona dafür extrem dankbar. Nun liessen wir sie aber endlich ziehen und verabschiedeten uns. Es war ein anstrengender, aber toller Nachmittag gewesen.
    31 Aug. 2018

    Occulta
    Fahren L-M
    Training für die Faulen

    PFS’ Colours of Life, tc Miss Moneypenny, Primo Victoria, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire, Daedra, Areion, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Navy Sniper, Cambria, Fake my Destiny, PFS’ Shadows of the Past, PFS’ Ravissante, Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, Tayr al-Diyari, PFS’ Arctic Silver Lining, PFS’ Arctic Rainstorm, PFS’ British Oreo Rascal, PFS’ Glenn’s Dare to Shine, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot

    «Occu, es ist zu warm zum Arbeiten», jammerte Jonas, in seinem neu gekauften Schaukel-Stuhl auf der Terasse ausgebreitet. Er hatte das Teil am Wochenende in einer Brockenstube gefunden und sich sofort darin verliebt. Das alte, dunkle Holz war zwar an manchen Stellen etwas rau von der vermutlich Jahrzehnte langen Benutzung, aber mit etwas Schleifpapier und neuem Lack wollte er ihm demnächst zu neuem Glanz verhelfen. Allerdings sah es im Moment eher nicht danach aus, als könnte er die nötige Energie dazu aufbringen. Bacardi lief bereits ungeduldig um mich herum, weil ich nicht weiterging. «Komm, auf», scheuchte ich ihn in befehlerischem Ton von seinem Sonnenplätzchen. Er grummelte vor sich hin und schlenderte zum Hauptstall. Lisa war auf dem Sandplatz bereits aufgestiegen und wärmte Sniper im Schritt am langen Zügel auf. Ich tat es ihr gleich. Heute war wieder Trainieren angesagt, und zwar mit einem ganzen Heer von Jungpferden. Lisa und ich ritten plaudernd nebeneinander und genossen die morgendlichen Sonnenstrahlen, die auf unsere Rücken brannten. Lily stiess mit Fake auch noch dazu, und ihr folgten auch kurz darauf die anderen aus dem Nebenstall; Shira, Ravissante, Cambria. Wir ritten alle sechs Vierbeiner, um die bereits aufgestellten Hindernisse zirkelnd, warm. Nach etwas mehr als fünf Minuten trabten wir an und vollführten unter Lisas Anweisungen ein paar gymnastizierende Dressurlektionen, ehe wir mit den Cavalettis begannen. Bacardi war am Anfang etwas übereifrig und hüpfte jeweils über das halbhohe Cavaletti, anstatt darüber zu traben. Ich hielt ihn zusammen und versuchte es erneut, bis es beim dritten Versuch klappte. Er war eben noch jung und verstand ungerne, dass man die Aufgaben konzentriert und auch mal langsam angehen musste. Lily und Fake hatten ganz ähnliche Probleme, aber bei ihnen lag es vor allem daran, dass Lily noch nicht genug einwirken konnte, um die temperamentvolle Hackney-Pony Stute mit dem Sitz zu bremsen. Sie gab sich immerhin grosse Mühe und schaffte es nach einer Weile auch so halb. «Das wird schon, Lily. Sobald du längere Beine hast, kannst du sie auch besser kontrollieren», ermutigte Lisa meine Nichte. Das Mädchen nickte nur konzentriert und bremste Fake wieder in den Schritt. Lisa schickte uns als nächstes über ein paar Kreuzchen in einer Linie, die ebenfalls noch dem Auflockern und der Taktfindung dienten. Erst danach legten wir mit Steilsprüngen, Oxern, In-Outs und Kombinationen los. Für die jungen Pferde waren besonders letztere anspruchsvoll, da viele dazu neigten, etwas kopflos zu werden und zwischen den Hindernissen beschleunigen zu wollen. Auch Bacardi versuchte es, aber durch meine langjährige Erfahrung konnte ich ihn zurückhalten und in angemessenem Tempo auf den zweiten Sprung zureiten. Er schnaufte zwar leicht frustriert, galoppierte aber schön am Zügel. Ich lobte ihn streichelnd, um ihm zu zeigen, dass es so richtig war. Fake und Lily flitzten zum Teil in halsbrecherischem Tempo durch, aber Lisa war schon dabei, das zu korrigieren und ihr Tipps zu geben. Robin und Cambria hatten auch noch die eine oder andere Unstimmigkeit zu überwinden, aber es sah gar nicht so schlecht aus. Ravissante lief unter Quinn richtig schön. Ich war begeistert beim Zusehen, als die beiden den einen Oxer übersprangen und die Anglo-Araberstute eine wunderbare Flugphase zeigte. Sie erinnerte mich in ihrer Manier sehr an Sunday – ausser, dass sie ab und zu ihren Schweif aufgeregt anhob, wenn sie auf ein Hindernis zukam. Quinn schien sich sehr gut mit der Stute zu verstehen und grinste begeistert, als sie den kleinen Abschlussparcours beim ersten Versuch fehlerfrei überwunden hatten. Sie liess Ravi den Kopf strecken und klopfte ihr zufrieden auf den Hals. Auch Bacardi und ich schafften es ohne Abwurf. Die Höhe war ja auch noch nicht gerade eindrucksvoll. Aber trotzdem war ich stolz, als am Ende die meisten sauber durch den Parcours kamen. Sogar Fake kam überall gut drüber, wenn auch ein Tickchen zu schnell. Shira und Snipy hatten je einen Abwurf; Shira in der Kombination und Sniper beim letzten Steilsprung, weil Lisa sich mit der Distanz verschätzte. Dass ausgerechnet unsere Reitlehrerin einen Fehler machte, fanden wir ganz amüsant – konnte ja passieren. Wir liessen die sieben Pferde austraben und versorgten sie dann zügig, um gleich anschliessend mit der nächsten Truppe weiterzumachen. Diesmal war der Vollblut-Nachwuchs an der Reihe. Miss Moneypenny, Daedra, Primo, Sarabi, Mambo, Cryptic, Thalia, Counterfire und David mit Life. Weil diese Gruppe etwas grösser war als die letzte, hatten wir auch entsprechend mehr Abreitplatz-Atmosphäre, aber das kam in diesem Fall gerade gelegen: Mit diesen acht wollten wir nämlich einen Ablauf wie auf einem Turnier simulieren. Jonas hatte es tatsächlich fertig gebracht, in der Halle zwei Aufwärm-Hindernisse aufzubauen und verstellte sie nun nach unseren Wünschen. Danach ritten wir jeweils nach draussen auf den Sandplatz und sprangen direkt den Parcours, jeder zweimal. Ich hatte Thalia als Partnerin. Die Winter-Tochter war extrem rittig und liess sich heute durch nichts ablenken, sodass wir beide Durchgänge einwandfrei abschlossen. Mir gefiel ihr Arbeitswille, der sich übrigens auch auf der Rennbahn auszahlte. Sie war zwar nicht die Schnellste, dafür sehr ausdauernd und fokussiert auf die Ziellinie – manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie selbst bei einem Bombeneinschlag auf der Tribüne nicht zucken würde. Bei Counterfire, die gleich nach mir auf den Platz ging, war das gerade anders herum. Die feurige Fuchsstute konnte ausserordentlich gut beschleunigen und hatte mächtig Schub in der Hinterhand, liess sich allerdings leicht aus dem Konzept bringen und brauchte eine konsequente Hand. Als Katze Shiva in ein Gebüsch neben dem Viereck kletterte, um Spatzen aufzuscheuchen, verpasste sie dementsprechend das nächste Hindernis und räumte es mit den Vorderbeinen ab. Charly war auf den unsanften Sprung nicht vorbereitet gewesen und kam hinter die Bewegung. Als Counterfire nach dem missglückten Manöver auch noch um die Kurve raste, besiegten ihn die Fliehkräfte. Er plumpste in den Sand und die Stute raste eine Runde um den Platz, wobei sie gerade noch von Oliver davon abgehalten wurde, diesen zu verlassen. Der Trainer motzte «be careful with my racing champions, please» und bewachte den Eingang, bis wir Fire eingefangen hatten. Charly war anscheinend unversehrt, bis auf ein paar blaue Flecken. Er stieg wieder auf und ritt das Hindernis nochmal an, nachdem Lisa, die diesmal nicht selbst im Sattel sass, es wieder aufgestellt hatte. Counterfire, die noch etwas aufgeheizt von vorher war, wollte schon wieder mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Stangen losrennen, aber Charly machte nochmal eine Volte, bis er sie unter Kontrolle hatte, und lenkte sie dann deutlich ruhiger geradeaus, diesmal ohne Probleme. Die übrigen Vollblüter waren heute erstaunlich gemütlich unterwegs; Quinn musste Primo regelrecht vorwärtstreiben und auch Mambo hatte beim Oxer etwas zu wenig Schwung, sodass die oberste Stange fiel. Höchstwahrscheinlich liegt es am Temperatur- und Fellwechsel, überlegte ich. Ich bürstete und massierte Thalia rasch nach dem Absatteln, aber es reichte leider trotzdem nicht mehr um die letzte Runde von Daedra zu sehen. Ich erfuhr aber von Lisa, dass sie einmal parkiert hatte – schade. Das war bei ihr in letzter Zeit etwas zu häufig vorgekommen, weshalb ich überlegte, sie in nächster Zeit mehr mit Quinn laufen zulassen, oder selbst ein wenig Korrektur zu reiten. Nicht, dass ich meine oder Quinns Reitkünste höherstellte als die der anderen, aber wir beide hatten einfach etwas mehr Erfahrung als zum Beispiel April, die sie heute geritten hatte. Ich wollte auf jeden Fall verhindern, dass die Stute irgendwelche unvorteilhaften ‘Habits’ entwickelte. Nachdem nun alle den Parcours gemacht hatten, wollte Lily unbedingt nocheinmal mit Areion einen Versuch starten. Sie wärmte ihn bereits in der Halle auf, als ich dazustiess. Der immernoch-Hengst zeigte auch diesen Frühling wieder teils etwas aufmüpfiges Verhalten, sodass Lily die letzten Wochen meine Hilfe mehr als einmal gebraucht hatte. Heute schien er aber eher gemütlich unterwegs zu sein und liess sich wenig später auch gut von meiner Nichte über die extra tiefer gestellten Hindernisse lenken. Lisa ermutigte sie, noch etwas mehr Schwung von dem Tinker zu fordern, weil er ein paarmal zu dicht ans Hindernis kam, aber sonst sahen die beiden gar keinen so schlechten Eindruck.

    Insgesamt zufrieden mit den Vollblütern, wandte ich mich nun dem Training der beiden Nachwuchswesternpferde Chanda und Jazz zu. Ich putzte die grau-weisse Criollo Dame, während Jonas sich Jazz antat. Antun deshalb, weil sie heute zusätzlich zu ihren Appaloosa-Sprenkeln auch noch Schlammkrusten trug. Mit dem noch feuchten Boden vom letzten Regenfall erstaunte es mich überhaupt, dass nicht mehr Pferde Schlammig waren. Klar, die Vollblüter waren von Ajith bereits vorgeputzt worden, aber die übrigen hatten anscheinend ausnahmsweises Mitleid mit unserer vom Winterfell Ausstriegeln müden Armmuskulatur gehabt. Jonas stöhnte erschöpft, als er auf die zweite Seite seines Reittiers kam, die genauso schlimm aussah wie die Erste. Er legte einen Moment lang seine verschränkten Arme auf den Runden Po von Jazz und genoss die Sonne, bevor ich ihn anstupste, damit er weitermachte. „Denk dran, die Stunde fängt in fünfundzwanzig Minuten an.“ Ich war so nett und half ihm mit dem Hufeauskratzen, während er noch immer den eher dünnen Schweif von Jazz zu retten versuchte. Nach einem gefühlten Liter Glanzspray und einer insgesamt halben Stunde intensivem Putzen, war die Stute wieder ansehnlich. Wir ritten in Richtung Fluss los, denn wir waren mit Rosie zu einem Training auf der Wilkinson Farm verabredet. Sie hatte einen auswärtigen Westerncoach organisiert. Weil wir so viel Zeit mit Putzen verbracht hatten, mussten wir den grössten Teil des Weges traben, um nicht zu spät zu kommen. Die Pferde waren so zumindest schon warm und wir konnten eigentlich sofort loslegen. Der Trainer gab uns eine Dreiviertelstunde lang Patterns vor und feilte mit uns an den einzelnen Lektionen. Für die jungen Pferde war das Training intensiv und sie schwitzten in der Frühlingssonne ordentlich. Rosie, die mit dem Wüstentemperatur-geprüften Tayr mitmachte, hatte dieses Problem nicht. Dafür hatte sie alle Mühe, ihn angesichts unserer beiden charmanten Damen konzentriert zu halten. Es ist eben Frühling, stellte ich schmunzelnd fest. Bevor wir uns auf den Heimweg machten, fiel Jonas noch ein neues Araberpferdchen auf Rosies Weide ins Auge. «Schau mal, da ist noch ein Appaloosa-Tier. Ich dachte zuerst, es sei Numair, aber der ist etwas dunkler.» «Tatsache. Rosie? Is that the filly you mentioned last time?” Die rothaarige Ex-Pflegerin von Pineforest bestätigte. “She’s gorgeous! Definitely coming after Numair.» «I hope she’s also inherited his character, instead of her mother’s. But anyway, she has such a cute head and I love the pink freckles on her face.” Sie schwärmte noch ein wenig weiter, sodass ich beinahe neidisch wurde – das Tierchen sah schon von weitem speziell aus. Letzten Endes wandten wir uns dann doch noch zum Gehen und duschten zurück auf Pineforest die beiden armen, verschwitzten Stuten ab. Chanda machte einen friedlichen Eindruck, als ich sie zurück auf die Stutenweide entliess. Sie sah aus, als könne sie sich nun nach getaner Arbeit so richtig entspannen und das Nährstoffreiche Frühlingsgras besonders geniessen. Jazz blieb noch einen Moment erwartungsvoll beim Zaun kleben, als warte sie noch auf eine letzte Karotte. Jonas und ich hatten leider beide nichts mehr im Sack, also musste sie sich mit den vorherigen Belohnungen zufriedengeben. Wir schlenderten zurück zur Halle und ich bog von dort aus zu den Miniweiden ab, um schonmal die Sulkys für den Nachmittag bereitzustellen, während er gähnend Richtung Haus wanderte. „Du musst noch die Winterreifen wechseln“, rief ich ihm schelmisch hinterher. Er drehte sich als Antwort um und gab mir einen Militärischen Gruss zurück – um anzudeuten „wird ausgeführt, Chef“.

    Die Minis waren den ganzen Winter hindurch einigermassen fit gehalten worden, aber nun im Frühling ging die Show-Saison wieder los, und mit den schneefreien Strassen konnten wir auch wieder mehr Zeit ins Fahrtraining investieren. Deshalb drehte ich den halben Nachmittag lang fleissig Runden auf der Ovalbahn. Zuerst mit Kiwi. Die beinahe ganz weiss gescheckte Stute verlor ihr ungeschorenes Winterfell in Fetzen. Das meiste hing noch an ihrem Bauch und unter dem Kopf. Ich striegelte einen Kisseninhalt weissen Fells ins spriessende Gras, danach sah sie etwas weniger zottelig aus. In den nächsten paar Tagen würde sie das Fell wohl vollständig wechseln. Lewis kam etwas verspätet aus dem Mittag und entschuldigte sich mit der Erklärung, dass er mit Quinn, Charly und Parker in der Stadt essen war, wobei sie ziemlich lange hatten anstehen müssen. Das war für mich kein Problem, ich wusste ja, dass meine Pfleger seriös arbeiteten. Lewis schnappte sich Tiki («You could have taken Kiwi, if you had come on time”, neckte ich ihn, wissend, dass Kiwi sein Liebling war). Er ent-fellte sie in Rekordzeit und war mit dem Geschirr anlegen am Ende noch fast eher fertig als ich. Wir schlauften die letzten Riemen durch und führten die Ponys dann von der Weide zu den bereitstehenden Sulkys. Als beide sicher eingespannt waren, fuhren wir zur Ovalbahn. Ich übte mit Kiwi besonders das Zulegen und Aufnehmen, wobei ich einen schicken Show-Trot herauszuprovozieren beabsichtigte. Es klappte auch einigermassen; die Miniature Stute hob ihre Beine höher als sonst. Ich lobte sie jeweils überschwänglich, um ihr die Bewegungen möglichst schmackhaft zu machen. Lewis übte mit Tiki ebenfalls im Trab, allerdings konzentrierte er sich bei ihr mehr auf die Aufrichtung und die korrekte Anlehnung an die Fahrzügel. Gegen Ende des Trainings liess ich die Zügel länger, sodass Kiwi nach unten strecken konnte. Sie wurde dabei zunächst etwas schneller, aber ich bremste sie mit der Stimme und nach einigen Augenblicken waren wir gemütlicher unterwegs. Sie war eben doch noch jung und musste lernen, entspannt und in gleichbleibendem Takt zu laufen. Das wurde an den Shows übrigens auch bewertet. Ich fuhr mit Kiwi zurück und holte als Nächstes Xinu, Lewis machte mit Lining weiter. Die beiden Hengstchen waren etwas einfacher zu einem Bluff-Trab anzustacheln. Sie hoben fast schon von selbst die Vorderbeine, wir mussten nur darauf achten, dass die Hinterhand auch richtig untertrat. Nach Xinu und Lining waren Oreo und Acira dran. Oreo spürte den Frühling und brummelte seiner Halbschwester zu, als wir hintereinander zur Bahn fuhren. Lewis hielt ihn kurz und blieb in einem vernünftigen Abstand. Wir trainierten wiederum fleissig unsere Runden, und zum Spass galoppierten wir auch ein wenig. Aciras seidiger Schweif flatterte in der Kühlen Brise, die sich mit dem Fahrtwind vereinte. Ihre kleinen Hufe schlugen rhythmisch auf dem feinen Kies auf. Zuletzt drehten wir auch noch ein paar Runden mit Darling und Allegra – letztere war noch nicht lange eingefahren und hatte noch etwas Mühe mit der Kommando-Umsetzung. Sie war meist ein wenig zu eifrig und wollte nicht warten, geschweige denn dabei geschlossen stillstehen. Aber auch das würde mit der Zeit immer besser klappen, davon war ich überzeugt. Nach dem Training gab es für alle Minis ein paar Karotten, die wir zur Beschäftigung an den Bäumen auf der Weide aufhängten. Lily half dabei und fand es super, Lining beim ‘Einfangen’ der orangefarbenen Wurzeln zuzusehen.
    31 März 2019

    Occulta
    Dressur L-M
    Tic Tac, PFS‘ Arctic Silver Lining, PFS‘ Kicks-A-Lot, PFS‘ Arctic Rainstorm, PFS‘ British Oreo Rascal, Xinu Xanu, PFS’ Dressy Miss Allegra, PFS’ Glenn’s Dare to Shine

    Nach dem Training mit den Grosspferden waren nun auch die zu kurz geratenen wieder dran. Ich holte schonmal die Langzügel aus der Sattelkammer, während Lewis begann, die Minis einzufangen. Er, Lisa, Linda, Jason und ich trainierten heute die Minis alle gemeinsam, sodass wir schneller vorankamen. Zuerst suchten wir uns Tic Tac, Darling, Kiwi, Acira und Allegra raus. Die fünf Stuten standen beim Putzen einigermassen geduldig still. Ich kümmerte mich um Allegra. Die Tochter von Daki war sehr umgänglich und ihr kurzes, dunkel-graubraunes Sommerfell war leicht zu putzen – sie war auch kaum schmutzig. Die Mähne mit den ausgebleichten Spitzen kämmte ich zuletzt durch, nach dem Hufeauskratzen. Allegra hatte leichte Wellen in ihrem Schweif, die ich besonders hübsch fand. Das war eigentlich seltsam, denn weder ihr Vater noch ihre Mutter hatten gewelltes Langhaar. Auch ihre halbschwester Darling hatte gerade Haare. Manchmal hatte die Natur seltsame Launen. Ich zäumte die kleine Stute und zog ihr den Longiergurt an, dann schlaufte ich die Zügel durch die Ringe. Zusammen verliessen wir die Weide und steuerten die Minis in die Halle. Dort wärmten wir sie noch ein paar Runden auf, wobei wir schonmal ein paar Wendungen und Volten abfragten, um wieder in Erinnerung zu rufen, wie die „Steuerung“ funktionierte. Allegra kapierte es rasch und liess sich sogar schön biegen. Danach übten wir auch im Trab und zuletzt sogar im Galopp. Wir machten viele Übergänge, bis sie flüssig und geschmeidig aussahen. Auch das geduldige Stillstehen wollte geübt sein. Kiwi und Tiki wurden auch schon rückwärtsgerichtet und begannen mit Seitengängen, denn sie waren schon etwas fortgeschritten. Für die Restlichen inklusive Allegra ging es vor allem darum, dass sie zuverlässig vorwärts liefen und dabei eine konstante Anlehnung hatten. Nach einer halben Stunde wechselten wir von den Stuten zu Oreo, Xinu und Silver Lining. Lisa und Linda kümmerten sich um andere Vierbeiner, während wir übrigen trainierten. Ich hatte mit Oreo jede Menge Spass, denn der junge, freche Hengst bluffte gerne und lernte ziemlich schnell dazu – eine optimale Kombination in diesem Fall. Ich konnte ihn sogar dazu provozieren, die Vorderbeine hochzunehmen wie beim Spanischen Schritt und ihm so erste Tritte in diese Richtung beibringen. Lining war ebenfalls sehr gelehrig; er kannte ohnehin schon tonnenweise Tricks und hatte in seiner Ausbildung zum Blindenführpony gelernt, ruhig und konzentriert zu bleiben. Xinu hatte noch die grösste Mühe mit dem konstanten vorwärtslaufen. Er wollte sich immer zu Lewis umdrehen und verhedderte sich dabei in den Langzügeln, wenn der Pfleger nicht aufpasste. Aber das war am Anfang bei allen so ähnlich gewesen. Wir schlossen das Training alle mit einer erfolgreichen Lektion ab, damit die Ponys es positiv abspeicherten. Dann brachten wir sie zurück in den Offenstall und überreichten ihnen die sehnlichst erwarteten Karotten.
    31 Mai 2019

    Occulta
    Fahren M-S
    Tic Tac, PFS‘ Arctic Silver Lining, PFS‘ Kicks-A-Lot, PFS‘ Arctic Rainstorm, PFS‘ British Oreo Rascal, Xinu Xanu, PFS’ Dressy Miss Allegra, PFS’ Glenn’s Dare to Shine

    Mit den Miniature Horses hatte ich diesen Herbst noch einiges vor. Ich wollte besonders die Nachwuchs-Showpferdchen fördern, so dass sie ihre Zuchtzulassung erhielten. Damit sie möglichst perfekt aussahen, brauchten sie Muskeln. Deshalb war das Fahrtraining optimal für alle und nicht nur für jene, die auch wirklich an Fahrturnieren teilnehmen würden. So spannten wir Silver Lining und Xinu Xanu genauso vor das Sulky wie Oreo, Acira, Darling, Allegra, Kicks-A-Lot und Tic Tac. Die Trainingsfahrten dauerten unter der Woche jeweils nur eine halbe Stunde, am Wochenende dafür auch mal bis zu eineinhalb. Da wir im Moment nur zwei Sulkys hatten, konnten wir auch immer nur entsprechend viele Minis pro Rundfahrt einspannen. Das machte das Training zeitintensiv, und ich war froh, dass sich meistens Lewis und Linda darum kümmerten. Es machte zwar grossen Spass, mit den Minis die Feldwege unsicher zu machen - allein schon die Reaktionen der Spaziergänger waren unterhaltsam - aber ich hatte nunmal noch jede Menge Grosspferde, die ebenfalls meine Aufmerksamkeit wollten. Nichts desto trotz fuhr ich heute wieder mit, einmal mit Oreo und einmal mit Darling. Besonders der kleine Scheckhengst war ein Augenschmaus vor dem Wagen. Er spielte sich richtig auf und machte einen Runden Hals, um Kiwi, die ein paar Meter vor uns Lewis durch die Gegend zog, zu imponieren. Ich fand sein Verhalten zwar richtig süss, aber ich musste trotzdem aufpassen, dass er nicht zu zappelig wurde. Schliesslich wollte ich neben den Muskeln auch seine Manieren vor der Kutsche trainieren. Dazu gehörte zum Beispiel das geduldige Stillstehen bei Kreuzungen. Darin waren beide Minis noch nicht so ausdauernd; auch Darling begann ungeduldig zu scharren, als wir auf der Strasse vor dem Dorf erst nach etwa neun vorbeifahrenden Autos abbiegen konnten. Aber grundsätzlich kannten die beiden das Warten und die anderen wichtigen Kommandos, ansonsten wären wir mit ihnen gar nicht erst bis zur Strasse gegangen - aus Sicherheitsgründen. Sobald wir wieder im Wald waren, weit abseits des befahrenen Asphalts, fühlte ich mich trotz allem viel wohler. Es war auch sonst schöner, die Minis über die bunten Blätter zu traben zu sehen, anstatt auf grauem Stein. Wir schreckten im Vorbeifahren einen Rehbock auf, der unweit des Weges gestanden war. Er hastete geschickt durch das im Pinienwald eher spärliche Unterholz davon. Oreo hob verunsichert den Kopf und sah ihm hinterher, die Nüstern und Augen weit geöffnet. Dann verwarf er den Hals in einer übermütigen Bewegung und wollte in eine flottere Gangart wechseln, was ich gerade noch verhinderte. Lewis räusperte sich belustigt. Er war ein wenig erkältet und sein Lachen glich im Moment eher einem trockenen Husten. Meine Hand zupfte wie von selbst den Schal um meinen Hals etwas fester.
    Wir setzten unseren Weg ohne weitere Spektakel fort, so dass ich viel Zeit hatte, die am Wegrand vorbeiziehenden, feuchten Grasspitzen zu betrachten. Ich mochte diese Momente der Ruhe. Sie eigneten sich hervorragend, um neue Kraft zu tanken.
    Bei Darlings Runde begleitete mich abermals Lewis, diesmal mit Tiki. Wir fuhren dieselbe Strecke, aber dem Rehbock begegneten wir nicht nocheinmal. Während ich mich danach weiter mit den Grosspferden beschäftigte, übernahm Linda meinen Sulky-Platz und half die übrigen vier Minis zu trainieren.
    30 Juni 2019

    Occulta
    Springen S**-S***
    Tic Tac, PFS‘ Arctic Silver Lining, PFS‘ Kicks-A-Lot, PFS‘ Arctic Rainstorm, PFS‘ British Oreo Rascal, Xinu Xanu, PFS’ Dressy Miss Allegra, PFS’ Glenn’s Dare to Shine

    Nach dem Militarytraining mit den Grosspferden musste ich erstmal eine Pause machen und eine Glace schlecken. Als ich abgekühlt war, bekam ich richtig Lust auf das bevorstehende Training mit den Miniature Horses. Heute stand wieder Springen an der Hand auf dem Plan, das war immer besonders actionreich. Ich lief zusammen mit Lily und den Hunden zur Weide runter und schnappte mir Acira, die elegante Tochter von Arco. Die Stute beschnupperte neugierig Zira, die einfach auswich und mich hilfesuchend ansah, als ihr das Pony zu aufdringlich wurde. Ich wies sie an, auf meine andere Seite zu wechseln und streichelte die Hündin, die sich sofort gehorsam hinsetzte und gegen mein Bein lehnte. Lily fing inzwischen Tiki ein, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Die Ministute war offenbar alles andere als motiviert für das Training in der Nachmittagshitze. Sie flüchtete unter die Bäume und Lily brauchte einen Moment, um sie zu erwischen. Ich gab ihr den Tipp, rückwärts zu laufen, sobald Tiki anstalten machte, sich zu ihr zu drehen. Lily hatte noch etwas Mühe mit dem richtigen Timing, schaffte es aber am Ende die Stute zu fangen, indem sie sie zu den anderen rüber trieb, die ihr den Weg blockierten. „Ich hab jetzt schon wieder zu heiss, Occu“, jammerte meine Nichte, als sie, das störrische Pony im Schlepptau, zu mir zurückkam. Ich lachte schadenfreudig – Lily hatte schliesslich auch oft genug ihren Spass, wenn ich wiedermal unnötig viel putzen musste, weil irgendwie immer ausgerechnet meine Ponys sich im Schlamm wälzten. Sie warf mir einen Todesblick zu und stupste mich. Wir wollten gerade die Weide verlassen, da kam Lewis angerannt. „Wait for me!“ Er schnappte sich ebenfalls ein Halfter und holte sich Allegra aus der Herde. Zu dritt begaben wir uns auf den Sandplatz. “How about we try a little free jumping today?”, fragte ich in die Runde, und sties damit auf Begeisterung. Wir bauten also rasch eine Gymnastiklinie auf. Ich holte Absperrband für die seitliche Abgrenzung, während Lily Acira für mich führte. Als alles aufgebaut war, trabten wir mit den Minis ein wenig an der Hand und liessen sie anschliessend zum ersten Mal durch die Gasse springen. Am Anfang waren die Hindernisse bloss auf Cavalettihöhe. Dann stellten wir sie immer etwas höher, bis es richtig anspruchsvoll wurde für die Ponys. Sie hatten alle drei noch nicht viel Springerfahrung und auch die entsprechenden Muskeln fehlten ihnen noch, deshalb war heute schon bei 80 Zentimetern Schluss; die erste Stange fiel bei Allegra. Wir beschlossen nicht noch höher zu gehen und liessen die dunkle Stute stattdessen nochmals dieselbe Höhe versuchen, diesmal mit Erfolg. Auch das Einfangen nach der Linie klappte gut, sodass wir die Ponys eifrig loben konnten. Als die drei wegen der Hitze schnauften und sich offenbar nicht länger konzentrieren konnten, tauschten wir sie durch Darling und Kiwi aus – Lewis musste eine Runde aussetzen, weil Linda ihn beim Führtraining mit den Fohlen zu Hilfe rief. Als wir als letztes nochmal mit Oreo, Lining und Xinu trainierten, war er aber wieder begeistert dabei. Besonders Oreo machte eine gute Figur über den Hindernissen und berührte die Stangen kein einziges Mal. Und bei Xinu konnten wir sogar bis zu einem Meter erhöhen. Ich lobte ihn danach stolz mit einem Karottenstück. Bei den Minis ging ich immer etwas sparsam mit den Leckereien um, weil sie sonst rasch zum Betteln neigten.
    31 Juli 2019

    Occulta
    Dressur M-S
    Tic Tac, PFS‘ Arctic Silver Lining, PFS‘ Kicks-A-Lot, PFS‘ Arctic Rainstorm, PFS‘ British Oreo Rascal, Xinu Xanu, PFS’ Dressy Miss Allegra, PFS’ Glenn’s Dare to Shine

    Wir hatten schon viel zu lange nicht mehr mit den Minis für die Langzügeldressur geübt. Immer nur Fahrtraining war einfach nicht abwechslungsreich genug, wie ich fand. Deshalb schnappte ich mir heute wieder mal den kleinen Silver Lining raus und zog ihm nach dem Putzen das Mini-Zaumzeug und den Longiergurt an. Als ich mit ihm den Weg von den Weiden hinauf zur Halle lief, machte er bereits den Hals schön rund und klappte konzentriert die Ohren zurück. Er war eines dieser Ponys, die einem einfach gefallen wollten. „Du willst immer alles richtig machen, nicht wahr mein Süsser?“, sprach ich liebevoll. Er lief fleissig weiter zum Halleneingang. Wir wärmten uns drinnen ein paar Runden lang auf, dann schnalzte ich, damit er antrabte. Ich machte eine Mischung aus Doppellongieren und Langzügelarbeit, mit vielen Übergängen und auch ein wenig Seitengängen. Sogar Schulterherein konnte ich abfragen – die Biegung musste ich allerdings noch ein wenig verbessern. Es war auch gar nicht so leicht, mit einem so kleinen, kurzen Pony und ganz ohne unterstützende Schenkelhilfen. Auf dem Rückweg zur Weide nach getaner Arbeit sahen mit Lewis und Linda. Die beiden waren sofort begeistert und beschlossen, mit den restlichen Ponys heute ebenfalls Dressur zu üben. Ich half auch nochmal mit, sodass wir am Ende mit Kiwi und Tiki bereits Ansätze zum Piaffieren übten, und mit den übrigen an der konstanten Anlehnung und Biegung feilten. Xinu war heute etwas steif, und Acira liess sich durch das flackernde Licht in der einen Hallenecke völlig aus dem Konzept bringen. „I guess we have to repair that soon“, stellte ich fest, als die Stute auch beinahe piaffierte, aber vor Unwohlsein. Ich blieb in der anderen Hallenhälfte, weil ich nicht unnötig mit ihr diskutieren wollte. Dafür liefen Oreo, Allegra und Darling umso schöner. Besonders Allegra überraschte mich heute, indem sie endlich verstand, was die Hilfen für’s Seitwärtstreten bedeuteten. Ausserdem drehte sie sich kein einziges Mal ein, also blieb mir das Durcheinander mit den Zügeln erspart. Ich lobte sie zufrieden und kraulte sie beim zurückbringen auf die Wiede noch extra lange – sie fragte förmlich danach, anstatt gleich wegzulaufen. Sie spitzte genüsslich die Oberlippe, sodass Darling eifersüchtig wurde und sich ebenfalls dazudrängelte. Ich lachte herzhaft über das Verhalten der frechen Ponys. Sie hatten eben Charakter.
    31 Okt. 2019

    Kür

    Heute war ein Aufregender Tag für drei unserer Stuten, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Zum einen war da Sarabi, Tochter von Stromer und erfolgreiches Nachwuchsrennpferd; dann Fake, das Hackney-Springpony von Lily, und last but not least Kicks-A-Lot, das Miniature Stütchen, das einfach nur gut auszusehen hatte. Eines hatten sie alle gemeinsam: heute sollten sie ihre Zuchtzulassung bekommen. Ich war optimistisch, denn sie erfüllten alle drei die Standards ihrer jeweiligen Rasse und waren auch Charakterlich unauffällig. Kicks-a-Lot war die letzte Kandidatin für heute. Es war schon etwas ungewöhnlich, mit der kleinen Stute zwischen all den grossen herumzulaufen. Sie zog jedenfalls von überall her Blicke auf sich und provozierte die üblichen "awww, so sweet!" und "look at that cutie!" Kommentare. Sogar die Pferde wandten sich uns neugierig zu, wenn wir ihnen nahe kamen. Alle wollten die Nase mit dem kleinen, kecken Stütchen zusammenstecken. Kiwi verhielt sich unterdessen ganz selbstbewusst und cool. Sie wusste offenbar gar nicht, dass sie die kleinste hier war. Ich schmunzelte immer wieder, wenn sie ihren grossen Kollegen zum Trotz mit angelegten Ohren begegnete, als wollte sie klarstellen, dass sie die Chefin auf dem Kürplatz sei. Auch die Richter sahen belustigt auf, als wir den Sandplatz betraten. Ich grüsste sie und stellte Kiwi gerade auf. Das kannte die Show-erprobte Stute nur zu gut. Auch das anschliessende Vorführen der drei Grundgangarten auf beide Seiten klappte einwandfrei. Ein richtiger kleiner Profi eben. Zum Schluss grüsste ich die Richter nochmals, dann verliessen wir zwei den Platz wieder. Beim Anhänger angekommen atmete ich erstmal durch und gab allen dreien eine Karotte. Dann warteten Jonas und ich gespannt auf die Ergebnisse.
    1785 Zeichen mit Leerzeichen, geprüft mit Lettercount.com, Text by Occulta

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  5. Mohikanerin

    Mohikanerin Grafiker

    Mohikanerin mit
    Þögn

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    Zuchtname: Þögn
    Rufname: -

    Aus der: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    Den: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    ____________________________________

    Geschlecht: Stute
    Rasse: Isländer
    Geburtsdatum: 14. August 2010
    Farbe: Braunfarbwechsler
    Abzeichen: Blesse
    Stockmaß: 147 cm

    Charakter:
    Þögn sprudelt über vor Energie, deshalb wird sie sehr hektisch. Das Einzige, was sie bremsen kann ist Ruhe. Entspannte Ausritte ohne Pferde helfen auch. Ansonsten zeigt sie immer gute Leistungen und ist fleißig.
    ____________________________________

    Gencode: Ee Aa nR
    Zuchtzulassung: -
    Gesamtnote: -
    Nachkommen: -

    [Schleife]
    Prüfung
    ____________________________________

    Dressur: M / M
    Springen: -
    Military: -
    Fahren: -
    Rennen: -
    Gangreiten: M / S
    Western: E / E
    Distanz: -

    Gänge: 5

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    71. Gangturnier (11.05.2016)

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    10. Gangturnier (21.09.2014)
    216. Gangturnier (10.09.2019)
    226. Gangturnier (05.01.2020)
    227. Gangturnier (12.01.2020)

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    195. Gangturnier (24.09.2018)
    187. Gangturnier (19.07.2018)
    208. Gangturnier (16.01.2019)
    217. Gangturnier (18.09.2019)
    ____________________________________

    Besitzer: Mohikanerin
    Zucht: Unbekannt, England
    VKR: Occulta
    Ersteller: Occulta
    Punkte: 19
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    PNG | PSD | Details
    Körung |

    Nun ging mein Flieger nach Schweden Bruce Earle hatte mich beauftragt seine Stute Þögn zu beschlagen. Es war kalt und es lag schnee als ich in Schweden ankam. Ich wurde von herrn Earle abgeholt. Da auf dem Hof viel schnee und match war beschlossen wir die Stute in der Stallgasse zu arbeiten. Bruce holte mir die Stute und band sie am Putzplatz an. Dort holte ich erstmal ihre alten Eisen herunter und legte ihre neuen in den Ofen. Dann kürzte ich ihre Hufen. Þögn stand artig da und ließ sich die Pflege über sich ergehen. Dann passte ich die heisen Eisen an, ich legte jedes einzelne auf den huf, und schaute was ich da korregieren musste. Ich klopfte dann die unpassenden stellen am eisen in die richtigige position und kühlte die eisen ab. Dann beschlug ich die Eisen mit Grip für den winter. Dann ließ ich sie mir vortraben um fehler sehen zu können. Die alte Stute lief brav neben ihrem Besitzer her. Ich konnte keine auffälligkeiten endecken und fettete diese ein. Bruce brachte die Stute zurück in ihre Box während ich alles wieder sauber machte und nun den rückfahrt startete.

    © Elsaria | 1085 Zeichen

    Dressur E zu A | Juni 2014
    Beinahe drei Wochen befand ich mich nun schon auf dem Hof von Vina und Thor, trotzdem kannte ich mich auf dem Gelände noch immer nicht aus – ohne den Plan war ich wohl so gut wie aufgeschmissen. Denn hier stand ich nun, mit der vollkommen verschwitzen, fertigen Pögn und hatte mich verlaufen – vor über einer Viertelstunde hatte ich das zweite Training mit der jungen Stute beendet, wir erarbeiteten ähnlich wie mit Marsimoto ein Niveau A in der Dressur. Pögn stellte sich immer besser dabei an, aufgrund ihres Alters würde auch Vina noch eine Menge Arbeit vor sich haben. Ich konzentrierte mich dabei auf eine konstante Anlehnung, sowie anständige Biegung und Stellung. Bahnfiguren wie die 10 Metervolte bereiteten der jungen Stute keine sonderlichen Schwierigkeiten, die einfache Schlangenlinie hatte sie bereits vorher gekannt. Für den einfachen Galoppwechsel fehlten ihr einfach noch die nötige Versammlung, die aber sicher im Laufe der nächsten Monate und Jahre folgen würde. Vina und auch Thor wollten die Stute nicht überfordern, was ich sehr unterstützte. Heute hatte sie etwas der Übermut gepackt, sie war unaufmerksam gewesen – also war ich nach einem ersten Erfolg in der Bahn noch eine Runde ins Gelände, dabei hatte ich einen der anderen Eingänge zum Hof genommen und fand nun nicht mehr wirklich zum Stall. Ich hatte Thor angerufen, der meinte ich solle an Ort und Stelle bleiben – er würde mich aufgabeln. Als er dann endlich da war führte er gerade Moon am Strick „Ich dachte der bräuchte auch mal wieder ein wenig Bewegung.“ sagte Thor grinsend „Ja, klar…gestern hatte ich ihn als Handpferd mit zum Ausritt und am Nachmittag hat er wieder einen Rotlichttermin gehabt“ Moon ging es hier erheblich besser, die Gegend war einfach mehr Wiese als bei uns auf Eriska – zwar gab es unmengen an Gras, welches jedoch durchsetzt war mit unzähligen kleineren Steinchen. Die anderen Pferde kamen damit klar – Moon nicht wirklich. Hier aber konnte er auch mal über die Wiese rasen mit den anderen zusammen und gerade diese Bewegung tat ihm unheimlich gut. Zwar verlor er die Muskeln die er all die Jahre gehabt hatte, da wir ihn selten ritten, doch wurde er jeden Tag irgendwie bewegt damit die Gelenkschmiere geschmeidig blieb. Dazu hatte mir Maren geraten als sie es festgestellt hatte. Die beiden Pferde beschnupperten sich eingehend Pögn quietschte einmal laut auf, schnappte in Moons Richtung und mein Hengst ließ sie in Ruhe. Nur wenige Minuten Fußweg und wir kamen wieder in einen Bereich der mir bekannt vor kam. „Danke für´s Abholen“ murmelte ich betreten als ich Pögn wieder absattelte und sie in der Nachmittagssonne trocknen ließ während sie genüsslich ihr Müsli vertilgte. Thor winkte ab, gab auch Moon seine Portion an Futter und verschwand bald darauf wieder mit ihm als mein Handy zu klingeln begann Cayden….Mein Herz tat einen Satz „Hey Schatz“ klang seine Stimme am anderen Ende „Hey, wie geht’s dir?“ Es herrschte einen Moment Stille…“Cayden?“ „Mir geht es gut, bin nur etwas erschöpft.“ Ein seufzen an der anderen Leitung „Hans hat es am Bauch erwischt – eine Rippe ist angebrochen und einige geprellt“ mein Gesicht war in diesem Moment sicher aschfahl „Was habt ihr getan?!“ fragte ich verdutz „Wir hatten ein Sommergewitter vor drei Tagen, die Pferde draußen auf den Weiden, als der Strom ausfiel. Als wir sie wieder reinbringen wollten raste Bucks gleich durch den Holzzaun am nördlichen Bereich der Weide. Mit ihm sind auch Stormy und Braum hinaus gelaufen. Am nächsten Tag stand unser Stormy etwas nass und verwirrt am Stall, doch Braum und Bucks wurden nicht gesichtet.“ Wir haben alle Sachen zusammen gepackt, den Zaun repariert und sind dann auf die Suche nach den Hengsten gegangen. Braum ist wieder auf dem Paddock, aber Bucks hat nach Hans ausgetreten. Jetzt ist er erstmal noch im Krankenhaus auf dem Festland, aber Bucks bekommen wir denke ich so schnell nicht wieder.“ Das war erstmal eine Menge zu schlucken, mich ärgerte es zutiefst das ich jetzt nicht da war – mir fehlte die Kontrolle über das ganze Geschehen zu Hause. „Dann lasst ihn am besten da draußen allein, sagt nur Blue und Julie bescheid das sie ihre Stuten besser an den Stall stellen sollen, wir wollen ja keine Unfallfohlen. Legt an einigen Stellen Futter aus – am besten um den Hof herum, sodass er sich daran gewöhnt. Wenn ich wieder da bin werden wir uns irgendwie um ihn kümmern. Bis dahin ist es ja ein Glück nicht mehr lang hin“ Das Gespräch ging nun nicht mehr länger, danach brachte ich Pögn wieder in den Stall um anschließend mit Marsi wieder heraus zu kommen. Auch mit dem Hengst arbeitete ich bereits eine Weile, wobei mir auch Thor unter die Arme dabei griff. Oftmals ritt er sogar den hübschen Fuchsschecken, dann gab ich ihm einige Tipps oder er erklärte mir einige Dinge. So lernten wir beide von einander und ich genoss den Erfahrungsaustausch. Auch heute würde Vina´s Freund Marsi wieder reiten – mir war heute nicht mehr danach.
    Eine gute Stunde später saß ich mit einem Glas Wasser, leichtem Muskelkater im Gras des Platzes und sah dabei zu wie Thor sich mit dem Hengst „abmühte“. Marsi und er verbrachten nun bereits den zweiten Tag im Training damit den einfachen Galoppwechsel zu meistern, der junge Hengst hatte ein paar Probleme damit vom Galopp in den Schritt zu fallen, denn meistens war es eher Trabtölt als der gewünschte Schritt. Nach drei Versuchen gab Thor wieder kurz auf, ging nur in den Schritt um ein paar andere Übungen mit dem Hengst zu vollführen. „Und wenn du es auf der anderen Hand probierst? Das ist immerhin seine bessere Hand, wenn es auf der funktioniert kannst du es auf der anderen machen. Geh vielleicht auch etwas in den leichten Sitz…?“ Thor hielt mit Marsi bei mir an, schüttelte dabei bereits mit dem Kopf „Nein, das würde eher zum Gegenteil führen“ Also machte er weiter mit seiner leichten Schrittarbeit, derweil kaute ich auf meiner Unterlippe herum. Bevor ich aufstand, eine der roten Stangen am Rand des Platzes holen ging. „Wir legen eine Stange in die Diagonale, denke nicht das er im Tölt über die Stange geht, und wenn nicht ist es immerhin einen Versuch wert.“ Thor hielt erneut bei mir an, wartete ab bis ich die Stange platziert hatte „Mal sehen was das wird, Marsi kann die Stangen nicht unbedingt leiden.“ Also begann Thor wieder zu galoppieren, brach auf die Diagonale ab um anschließend vor der Stange durch zu parieren – im Tölt. Marsi riss den Kopf hoch und seine Schritte wurden langsamer der Hengst verfiel in den Schritt, doch vor der Stange stemmte Marsi die Beine in den Sand, stieg vorn nach oben und drehte nach rechts ab. Dafür wurde natürlich nicht gelobt, aber es folgten noch zwei weitere Versuche „Leg den Schenkel nicht allzu weit nach hinten, halt ihn ruhiger.“ riet ich ihm nach dem dritten Mal, dann ließ er ihn angaloppieren auf die Stange zu, parierte den Hengst – zum Schritt – noch in ihm ging er an der Stange vorbei um den Hengst erst danach umzustellen und wieder zu galoppieren. Danach wurde er kräftig gelobt „Machen wir am besten Schluss für heute, es hat ja jetzt geklappt“
    In den nächsten Tagen ritten wir Pögn und Marsi oftmals gemeinsam auf dem Platz, übten klarere Gangübergänge gerade die Jungstute konnte sich so an dem etwas erfahreneren Hengst konzentrieren. Während ich also mit Pögn an Stellung, Biegung und sanften Übergängen pfeilte, stand für Thor und Marsi der einfache Galoppwechsel an der Tagesordnung. Tatsächlich gelang es bereits den Hengst ohne Stange in den Schritt zu parieren, auch wenn die Schrittphase noch ein wenig zu lang war – ein erster Erfolg im Training war erreicht. Die beiden Pferde von Vina würden noch eine kleine Weile an Training ordentlich gebrauchen können, doch ihre ersten Turniere zu Übungszwecken würden sie ohne Probleme bestreiten können.
    Fünf Tage bevor die vier Wochen um waren, bekam ich endlich die errettende Post – ich durfte endlich wieder zurück nach Schottland. Die letzten Tage verbrachte ich zusammen mit Vina, wir ritten aus, waren noch im Kino und erfreuten uns einfach an der Gegenwart des anderen. Zwar war ich unheimlich froh wieder zurück zu kehren, doch ich hatte mich auf dem Hof hier sehr wohl gefühlt. Als ich auf der Fähre an der Reling stand, musste ich innerlich grinsen….Cayden hatte Recht behalten, ich konnte einfach nicht von Vina zurückkehren ohne mit einem Pferd zurück zu kehren….Braum war mit mir auf die Reise gegangen, sowie Little Grey Braums und Thowra´s Mutter, eine Stute die ich schon lange ins Auge geworfen hatte.
    © Ravenna | 8507 Zeichen

    Gangreiten E zu A | Mai 2016
    "Junge ambitionierte Stute mit viel Tölt." Mit dieser Beschreibung habe ich damals Thögn gekauft und habe wohl eher auf ihr muss er es geachtet. Sie ist ziemlich zurückgezogen, aber arbeitet gut mit. Heute werde ich sie auf's Turnier vorbereiten. Komplett dreckig steht sie am Anbinder und guckt mich neugierig an. Die letzten Wochen und Monate stand sie nur auf der Weide herum. Vor ein paar Tagen war der Schmied da, dass ich jetzt mit Eisen reiten kann.
    Noch mal nach Gurten und dann geht es los. Im Schritt am langen Zügel reite ich über die Ovalbahn. Mittlerweile ist der Frühling angekommen, die Bäume und Blumen blühen. Die Sonne scheint und es ist dementsprechend warm. Thögn guckt neugierig nach links und rechts, wirklich konzentriert ist sie nicht. Nach einigen Runden geht es los. Ich nehme mehr Zügel auf und bereite sie mit einigen Übungen auf den Tölt vor. Schnell merkt sie, was Sache ist. Vorsichtig tippelt sie vorwärts, obwohl sie noch Schritt gehen soll. Mit einigen Anhaltmanövern wird Thögn ruhiger und ich tölte sie an. Entspannt töltet sie vorwärts mit viel Raumgreife. Mit einer leichten Innenstellung arbeite ich Mot ihr gegen die Galopprollen. "Prüma", lobe ich sie pariere sie wieder durch. Thögn kann jetzt sich in der Pause am langen Zügel etwas dehnen und entspannen, bevor ich wieder biegen und stellen anfangen.
    Nach dem die Arbeit vorbei ist, bekommt sie am Stall noch etwas Kraftfutter und kann wieder auf die Weide zu den anderen Pferden. Ich habe in der Nähe des Vierecks eine kleine Weide abgesteckt, dass ich mit den Pferden hier oben arbeiten kann.
    Die nächsten Tage verlaufen ähnlich. Wir arbeiten viel am Tölt und dem Takt. Von Tag zu Tag wird leichter in der Hand und entspannter. Ilja geht mit ihr an Pausentagen ruhig ausreiten.
    Eine Woche später geht es für Thögn um mehr. Ich putze sie am Anbinder und lege ihr den Dressursattel rauf. Mit Boots an den Beinen gehen wir ins Viereck. Zu erst ist das Warm Up dran. Dafür lasse ich sie zu erst am langem Zügel einige Runden laufen und anschließend einige Bahnfiguren, um etwas Abwechslung rein zu bringen. Thögn schnaubt oft ab und es kann los gehen. Am Rand steht Emma und macht ein paar Fotos. Vor einigen Tage habe ich ihr eine eigene Kamera geschenkt, dass sie herum probieren kann.
    Mit Schulterhinein tölte ich Thögn an und reite mit ihr erst mal einige Runden, dass sie in den Bewegungsfluss kommt. Jetzt kann es los gehen. Wir machen viele Übergänge sowohl Schritt-Tölt als auch Stand-Tölt und Tölt-Galopp. Ihr Balance wird immer besser sowie Auch der Takt. Immer wieder lobe ich die junge Stute, die heute super drauf ist.
    Thögns Vorderhand ist völlig durchgeschwitzt uns ich gebe ihr noch Fressen am Anbinder. Auf dem Paddock wälzt sie sich erstmal und anschließend kann sie auf die Weide.
    Einige Wochen sind vergangen und wir hatten leider auch einige Rückschläge. Trotzdem haben wir immer weiter gearbeitet, bis alles saß. Jetzt kann ich sagen - Thögn ist bereit fürs Turnier! Ausserdem wird sie sicher mal ein tolles Kinderpony.
    © Mohikanerin | 3045 Zeichen

    Dressur A zu L | Juni 2016
    Es ist eigentlich nie mein Plan gewesen, irgendwann Trainer zu werden, aber nachdem Charly bei Mio eingestiegen ist und Mio uns ganz gekonnt alles überlassen hat und nach Nevada auswanderte, ist es meine Pflicht als Charlys Freund, diese als Trainer zu unterstützen. Vor allem jetzt, wo sie zu Hause in Norwegen mit unserem Sohn sitzt, ist meine Hilfe sehr von Belang.
    Wir haben versucht nicht mehr all zu viele Aufträge anzunehmen, aber natürlich müssen wir uns mit etwas Geld über Wasser halten und das soll ich uns jetzt verdienen. Meine Reise führt mich dieses Mal zu Vriska Isaak, welche ich kaum kenne, allerdings weiß ich, dass Mio immer mal mit ihr Kontakt hatte.
    Meine Aufgabe: Dressur für zwei Isländer. Zum Glück habe ich mit diesen bereits einige Erfahrung, immerhin haben wir Zuhause auch einen Isländerhengst und so ist mir diese Rasse nicht fremd.
    Vriska und ihre Familie besitzen das Atomics Valley, welches ich nach einigem hin und her dann auch finde.
    Bereits am Telefon habe ich mitbekommen, dass zu Vriska auch noch eine kleine Tochter gehört, Emma. Das kleine Mädchen begrüßt mich nun auch als erste, als ich aus dem Taxi steige. Gleich hinter ihr erkenne ich eine junge Frau, welche Vriska sein muss. Mein Verdacht bestätigt sich, als ich die Stimme von Telefon bei der Begrüßung wiedererkenne. Nach kurzer Begrüßung führt sie mich auch zu den beiden Isländern Dáti und Thögn, zwei überaus hübsche junge Isländer, welche mir gleich auf Anhieb gefallen.
    Vriska hat mir bereits das Putzzeug, sowie Sattelzeug bereit gelegt und überlässt mich dann, nach einer kurzen Einführung, mich selbst.
    Natürlich habe ich mir auf der Reise hierher bereits einen knappen Trainingsplan überlegt, weswegen ich jetzt jedenfalls weiß, wo ich anfangen werde.
    Da Thögn bereits auf A läuft, ist mein Plan, dass ich mit ihr anfange, da sie mehr Zeit beanspruchen wird als Dáti. Dáti werde ich zwischendurch trainieren, sodass Thögn eine kurze Pause haben kann. Ich will meinen Aufenthalt nicht allzu in die Länge ziehen, trotzdem werde ich aber so lange bleiben, bis meine Aufgabe erfüllt ist.
    Für den ersten Tag heute habe ich nicht viel vor, außer Putzen und einen kleinen Ausritt ins Gelände um beide besser kennenzulernen. Ich entscheide mich dafür, Thögn zu satteln und Dáti als Handpferd mitzunehmen, wer weiß, vielleicht finde ich nochmal die Zeit um auch Dátis Geländekünste im Sattel kennenzulernen.
    Der Ausritt soll nicht lang werden, da ich mich hier sowieso nicht auskenne und mein Glück kenne. Je weiter weg ich mich befinde, desto schneller finde ich den Heimweg nicht mehr.
    Die beiden Pferde scheinen sich gut zu verstehen und so funktioniert der Ausritt mit Handpferd von Anfang an reibungslos. Ich brauche etwas Zeit um mich auf die Beiden einzustellen und bestimmt sind sie auch noch etwas zurückhaltend was mich betrifft, aber das werden wir in den nächsten Tagen und Wochen bestimmt noch auf die Reihe bekommen.
    Als wir am frühen Abend zurückkommen, bleibt nicht mehr viel Zeit für noch etwas anderes und so sattel ich Thögn ab und bringe dann beide auf ihre wohlverdiente Weide.
    *
    Am nächsten Tag beginnt bereits früh am Morgen das Training. Ich fange mit Thögn an, auf welche auch mehr Arbeit zukommen wird als auf Dáti. Für heute habe ich mir vorgenommen, Thögns Können an der Longe etwas zu überprüfen und natürlich ihre Muskeln zu stärken. Auch wenn die Longenarbeit in den meisten Fällen unterschätzt wird, so ist sie trotzdem ein wichtiger Faktor im Dressurtraining. Die Arbeit an der Longe ist hauptsächlich dazu da, das Pferd zu gymnastizieren und so werde ich das, solange ich da bin, etwa zweimal pro Woche mit beiden Pferden machen.
    Bei Thögn achte ich besonders darauf, dass ich ihre Rücken- und Bauchmuskulatur trainiere, denn wenn die Bauchmuskeln nicht richtig trainiert ist, senkt sich automatisch die Wirbelsäule.
    Meine Arbeit sieht so aus, dass ich am Anfang zehn Minuten noch ohne Hilfszügel im Schritt gehe, zwischendurch bereits einmal die Hand wechsel und dann mit der Trabarbeit beginne. Ich merke den Unterschied sofort, dass Thögn nicht nur drei Grundgangarten besitzt, sondern gleich fünf. Anscheinend scheint Thögn zu denken, dass Gangtraining an der Reihe steht, sodass ich ihr erstmal verdeutlichen muss, dass das leider nicht mein Ziel ist.
    Ich versuche, trotz der Töltansätze von Thögn, einen gleichmäßigen und raumgreifenden Trab auf beiden Händen zu erzielen. Ich merke der Stute an, dass sie noch etwas unsicher ist und so sind ihre Schritte anfangs zu klein und eilig. Deutlich sehe ich ihre verkrampfte Muskulatur, versuche nun diese zu lockern, damit ihre Schritte wieder weiter werden. Als ich Thögn an einem Punkt habe, wo sich ihr Rücken langsam aufwölbte und sie ihren Hals fallen ließ, versuchte ich das Ganze auch noch im Galopp.
    Nachdem ich auch da mit dem Trainingsfortschritt zufrieden bin, pariere ich die Stute wieder in den Schritt durch und lasse sie entspannt am langen Zügel die letzten Runden laufen, bevor sich sie vom Training befreie.
    Am Nachmittag ist auch Dáti an der Reihe und auch mit ihm gehe ich all das durch, was ich bereits bei Thögn getan habe.
    Die nächsten Tage, bis meine Arbeit beendet ist, werde ich die Beiden immer wieder longieren.
    *
    Am nächsten Tag fängt nun für Thögn das richtige Dressurtraining an. Wieder nutze ich die frühen Morgenstunden dazu, wenn noch alles ruhig ist und die Sonne noch nicht allzu intensiv scheint, und gehe mit Thögn auf einen der beiden Reitplätze. Der Reitplatz liegt geschützt neben Bäumen und was besonders schön ist, ist der Ausfluss des Sanctuary Lake, welcher gleich daneben vorbeifließt.
    Mein Plan für heute ist, das alte Wissen von Thögn aus der A-Dressur wieder etwas aufzufrischen und so eine Grundlage für die spätere L-Dressur zu schaffen. Nach dem gemütlichen Aufwärmen, versuche ich herauszufinden, was der Stute besonders leicht fällt, was sie schon kann und woran man noch etwas arbeiten muss. Viele der Bahnfiguren fallen ihr leicht, denn diese sind für sie mittlerweile Alltag geworden. Allerdings hat sie ganz schön mit den zusätzlichen Gangarten zu kämpfen und ich kann mir vorstellen, dass das für ein Gangpferd schwer ist, sich noch mehr merken zu müssen. Allerdings findet Thögn schnell den gewohnten Faden wieder und nach dem sie sich wieder entsinnt hatte, funktionieren auch schwierigere Lektionen wie das Viereck verkleinern und vergrößern fast perfekt. Heute vertiefe ich alle Lektionen aus der A-Dressur und versuche Kleinigkeiten noch auszubessern, damit wir uns in den nächsten Tagen intensiver und mit einer guten Grundlage den neuen Dingen widmen können.
    *
    Um Thögn auch etwas Abwechslung bieten zu können, mache ich am Abend einen weiteren kleinen Ausritt, um unser gegenseitiges Vertrauen weiterhin zu stärken und der Stute auch etwas Ruhe und Entspannung zu geben. Thögn scheint diesen auch zu genießen und ich merke, wie jedenfalls ein kleiner Teil des Drucks von ihren Schultern gleitet.
    Ich folge dem des Flusses, nehme dann jedoch einen kleinen Pfad durch ein Wäldchen zurück, als der Ansturm der Mücken uns zum Umkehren zwingt.
    Vor allem gehe ich mit Thögn Schritt, füge dann auf dem Rückweg eine kurze Trabphase ein, um jedenfalls etwas Ruhe vor der Mücken zu haben. Als Thögn mir nun auch den Galopp anbietet, sage ich nicht nein und lasse sie entspannt galoppieren, bis ich sie kurz vor dem Atomics Valley wieder durchpariere und den Ausritt im Schritt beende.
    *
    Am darauf folgenden Morgen sattel ich Thögn wie gewohnt und gehe auch dieses Mal, noch so früh, dass keine Mücken unterwegs sind, auf den Platz. Für heute habe ich geplant, mit der Stute etwas in die L-Dressur einzusteigen. Ich will nun in jeder Trainingseinheit eine Lektion und eine Bahnfigur oder eine Gangart erarbeiten und versuchen, diese dann in den folgenden Stunden immer wieder zu wiederholen. Für heute ist als erstes der Übergang von Schritt zu Galopp angesagt. Das ist eine der leichtesten Übungen und so hoffe ich, dass dies der richtige Anfang sein würde.
    Nach einer ausgiebigen Erwärmung gehe ich mit Thögn alle drei Gangarten durch, arbeite dann mit ihr vor allem etwas im Trab, da sie hier noch einige Taktfehler besitzt, was bei Gangpferden jedoch öfter der Fall ist. Der Übergang vom Schritt in den Galopp und anders herum fördert vor allem die Aufmerksamkeit und die Losgelassenheit von Thögn, sodass ich so einen guten Start habe.
    Die Stute braucht nicht lange, um einen nahezu perfekten Übergang von den beiden Gangarten zu schaffen, was vielleicht daran liegt, weil der Trab sowieso nicht so ihrs ist.
    Als nächstes entscheide ich mich dafür, noch eine neue Bahnfigur mit ihr zu erlernen. Schlangenlinien durch die Bahn mit fünf Bögen. Die Schlangenlinie mit drei und vier Bögen werden bereits in der E und A-Dressur abgefragt und so wird es für Thögn kein großer Schritt werden. Wichtig ist hier auch für mich, dass ich die Halle gut einteile, sodass alle fünf Bögen gleich groß werden. Ich fange mit Thögn im Schritt an, stelle sie an jeder langen Seite um und achte darauf, dass die Bögen nicht zu klein oder zu groß werden. Damit es für die Stute nicht zu langweilig wird, reite ich zwischendurch einige andere Bahnfiguren oder Tempowechsel, um weiterhin für Abwechslung zu sorgen.
    Bis zum Ende der Stunde variiere ich nun das Tempo während wir die Schlangenlinien reiten. Gehe diese erst im Schritt, dann im Trab und zum Schluss sogar im Galopp mit einfachem Galoppwechsel.Für Thögn wird es dann vor allem schwierig, als ich von ihr verlange, nach jedem Bogen das Tempo zu wechseln. Erst vom Schritt in den Trab und dann vom Trab in den Galopp.
    Nach einer guten Stunde beende ich dann auch das erste erfolgreiche Training und gönne Thögn einen freien Nachmittag.
    Trotzdem langweile ich mich nicht, sondern fange nun auch mit Dáti an zu trainieren. Mit Dáti absolviere ich am Nachmittag unsere zweite Longenstunde, in welcher ich etwas mehr von dem Hengst verlange. Da er bis jetzt erst E-Dressur geht, fehlt es bei ihm noch etwas an Muskulatur, welche ich nun versuche aufzubauen.
    Am späten Abend sattel ich Dáti dann das erste Mal und begebe mich, wie auch schon zuvor mit Thögn hinaus ins Gelände.
    *
    In den nächsten Tagen steht erstmal Thögn im Vordergrund, mit welcher ich in jeder Stunde eine neue Lektion erarbeite und die alten weiterhin vertiefe, sodass wir uns von Trainingseinheit zu Trainingseinheit verbessern. Beim Außengalopp angefangen, bis hin zur Wendung auf der Hinterhand merke ich jede Stunde mehr, wie Thögn die Freude an der Dressur findet und immer williger mitarbeitet. Natürlich kommt auch Dáti nicht zu kurz. Auch wenn ich mit ihm erstmal viele einfache Übungen aus der E-Dressur und muskelstärkendes Longiertraining mache, so gewöhnt auch er sich an das stetige Training.
    Da Thögn nach einigen dringend eine Pause braucht, welche ich ihr auch gönne, fange ich das richtige Training mit Dáti an. Wie auch schon mit Thögn versuche ich mit dem jungen Hengst jede Stunde neues zu erlernen und dieses weiterhin zu vertiefen. Als erstes beginnen wir mit dem Rückwärtsrichten und den Schlangenlinien mit vier Bögen, jedoch in den nächsten Tagen steigern wir uns bis zum Viereck verkleinern und vergrößern, dem Mitteltrab und einigen leichteren Bahnfiguren. Dáti arbeitet stets gut mit, hat natürlich auch hin und wieder nicht ganz so gute Tage, was aber natürlich völlig normal ist.
    Auch mit Thögn beginne ich so langsam das Training wieder. Erst mit ein paar Longierstunden, dann mit dem Wiederholen bereits gekonnter Lektionen und wenig später geht es dann auch an neue Herausforderungen. Mit Dáti arbeite ich vor allem an der Kehrtwende auf der Vorderhand, welche ihm etwas schwerer fällt und mit Thögn am versammelten Trab. Mittlerweile beherrscht Thögn alle neuen Bahnfiguren wie die doppelte Schlangenlinie oder die 8. Kehrtvolte, sodass in den letzten Tagen nur noch einige kleiner Fehler bei den Lektionen ausgebessert werden müssen. Bei Dáti sieht es ähnlich aus. Auch ihm fallen Bahnfiguren leicht, die beiden neuen Gangarten, Mitteltrab und Mittelgalopp, holpern allerdings noch etwas.Trotzdem bin ich erstaunt, wie schnell die Beiden gelernt haben.
    *
    In den letzten beiden Tagen erarbeite ich mit den Beiden eine kleine Kür wie man sie auf einem Turnier reiten würde. Mit Dáti gehe ich jede Lektion einzeln durch, verfeinere noch kleine Unstimmigkeiten und reite dann am letzten Tag hintereinander in einer stimmigen Abfolge eine kleine Kür mit ihm. Natürlich ist noch nicht alles perfekt, das würde dann die Zeit bringen, aber ich bin mit dem Fortschritt des jungen Hengstes sehr zufrieden.
    Auch Thögn überrascht mich mal wieder. Sie hat viel gelernt und auch wenn der Trab ihr immer noch etwas zu schaffen macht, so sieht man deutlich einen Unterschied. Auch mit der hübschen Stute gehe ich ein letztes Mal jede erlernte Lektion durch, bevor ich diese hintereinander in einer Kür abfrage, welche sie meisterhaft meisterte.
    *
    Nach bereits so kurzer Zeit haben beide Isländer das Dressurtraining erfolgreich bestanden. Dáti läuft nun offiziell in der nächsten Stufe und auch Thögn ist nun bereit für die L-Dressur. Meine Arbeit ist hier somit erstmal geschafft.
    Nach den letzten Tagen und Wochen verabschiede ich mich also von Vriska und ihrer Familie, stecke den beiden Isländern eine letzte Möhre in den Mund und verlasse, zufrieden mit meiner Arbeit, das Atomics Valley.
    © Canyon | 13361 Zeichen

    Gangreiten A zu L | 30. November 2017
    Das letzte Pferd auf dem Plan ist Þögn, die bereits einfache Prüfungen geht auf dem Turnier und für die mittleren Qualifiziert werden soll. Dafür habe ich schon einige Wochen mit ihr gearbeitet und heute fangen wir mit den speziellen Lektionen an. Wichtig hierbei ist nicht nur das Tempo sondern auch der Pass. Þögn soll nun Fünfgangprüfungen laufen und auch mal eine Speedpass mit laufen, wenn sie genug Tempo aufbauen kann, doch das schafft sie. Die Stute zeigt bereits gute Ansätze dafür. Wir haben schon viel mit Übergängen geübt. Heute möchte ich das erste mal versuchen sie zu legen. Ich habe sie bereits gesattelt und auf der Ovalbahn warm geritten. Die Tempounterschiede und Rennpass stehen auf dem Plan. Im Tölt macht Þögn bereits viele Fortschritte und reagiert sehr aufmerksam auf meine Befehle. Das wird besonders gut sein für den Pass. Dafür galoppiere ich sie in der Ecke an und in der zweiten Bremse ich die Stute ab. Eine halbe Seite funktioniert es und dann fällt sie wieder in den Galopp. Nach einigen Wiederholungen schafft meine Stute es bereits länger durchzuhalten. Überstrapazieren möchte ich das Mädchen nicht und deshalb üben wir weiter am Starken Tempi im Tölt. Dann darf sie zurück zu den anderen.
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    Im Tölt hat Þögn viele Fortschritte gemacht in den letzten zwei Wochen und auch den Rennpass kann sie mittlerweile die ganze lange Seite halten, doch noch ziemlich langsam. Deshalb üben wir nun die Schnelligkeit. Dafür übe vorher noch im Tölt das Tempo zu erhöhen um sie im Kopf daran zu gewöhnen.
    Im Pass schafft sie auch schon schneller zu werden und ich bin sehr stolz auf die Stute. Auch mein Vater ist zufrieden. Nach weiteren zwei Wochen. Nun steht für Þögn eine kleinere Pause an, eh es wieder weiter geht mit dem Reiten und der Turniere.
    © Mohikanerin (Bruce) | 1775 Zeichen

    Gangreiten L zu M | 20. August 2018
    Draußen stürmt es und es ist stark bewölkt, aber besser als die Hitze der letzten Tage. Bruce und ich haben uns entschieden heute Willa und Þögn für die nächste Turnierstufe zu trainieren. Als erstes gehen wir ausreiten, da das Wetter sich anbietet. Da Bruce noch mit Reitunterricht beschäftigt ist, gehe ich alleine die beiden Stuten holen. Sie stehen noch auf der Koppel, sehr unwillig kommen sich runter zum Stall. Als wir ankommen, verabschiedet sich Bruce von den Reitschülern.
    “Wollen wir zur Trainingsbahn?”, fragt Bruce als wir los reiten. Ich nicke. Þögn tippelt vor sich hin, während Willa mit mir entspannt nebenher läuft. Ansonsten wirkt die Situation sicher und wir tölten nach dem Abbiegen los. Um die Stuten warm zureiten beschränken wir es zunächst auf Arbeitstempo, da das nicht so anstrengend für die Beiden ist. Die Roan Stute ist deutlich flotter unterwegs als Willa, die noch immer völlig entspannt ist. Ich gebe ihr fast die kompletten Zügel.
    Auf der Bahn üben wir zunächst Tempounterschiede, bevor wir mit dem Rennpass anfangen. Willa ist schon eingepasst aber Þögn ist noch im Training. Bruce hat die Stute super im Griff. Für Willa ist das alles kein Problem mehr. Am Ende machen wir noch ein Töltrennen, das Þögn gewinnt.
    In den nächsten Tagen setzen wir unser Training mit den beiden Stuten weiter. Bruce gibt mir auch Unterricht auf Þögn, die deutlich schwieriger zu reiten ist, als Willa. Die Roan Stute wird mehr in Rennpass trainiert, da das Tempo schon da ist, wohingegen die Braunfalbin noch genauer auf die Hilfen reagieren muss.
    Nach mehreren Wochen sind wir an dem Punkt, an dem wir sein wollten. Þögn ist eingepasst, reagiert problemlos auf alle Hilfen und zeigt auch mehr bereitschaft beim Reiten. Für sie folgt noch ein weiterer Schritt im Turnier dasein - die Qualifikation für den Töltpreis.
    Willa zeigt sich eher gemütlich und nicht dermaßen qualifiziert fürs Turnier, auch wenn sie die Stärken im Gang dafür hat. Doch diese ganze Situation mit vielen Pferden und Aufregung passt nicht.
    © Mohikanerin (Vriska) | 2030 Zeichen

    Dressur L zu M | 18. Januar 2020
    Þögn tänzelt aufgeregt am Anbinder herum. Es ist schon länger her, dass die Stute von mir trainiert wurde. Leider hatte ich keine Zeit mich ihr anzunehmen und sie lief eine lange Zeit im Unterricht mit. Nun ist es aber endlich wieder soweit, nachdem ich mich in der Klassischen Dressur weitergebildet habe, möchte ich nun unsere Pferde umschulen. Durch das Gangreiten kennt die gute Schon die Blanke Kandare mit Anzügen, deswegen hole ich diese schon aus dem Schrank. Nach dem Brand haben wir das Zubehör anders gelagert, weil der größte Teil neu gekauft werden musste. In dem Zuge habe ich auch neue Sättel gekauft, darunter auch ein iberischer Sattel für Gangpferde.
    Gesattelt laufen wir zum Reitplatz und ich mache zunächst einige Übungen vom Boden aus. Etwas hektisch versucht die Stute sich aus der Übung zu entreißen durch stehen bleiben und einigen Schritten rückwärts, doch ich bleibe standhaft und tippe sie mit der Gerte an. Ich lobe sie zufrieden und gurte vor dem Aufsteigen noch mal nach. Zunächst beginnen wir im Schritt und wiederholen noch einmal was wir vom Boden aus gearbeitet haben. Angefangen machen wir an der langen Seite schulter hinein und an der kurzen Seite kann sie sich strecken. Jede Runde werden ihre Bewegungsabläufe besser und in ihrem Rücken spüre ich eine Erleichterung. Þögn macht sich lockerer und auch ihre Hektik nimmt ab. Oft neigt unsere Stute dazu flüchten zu wollen, wenn sie unsicher ist. Doch ich versuche mit Ruhe und wenigen doch intensiven Befehlen, sie zu arbeiten. Es hilft ihr sehr. Wie auch in der FN Dressur kommen in der Mittelschweren Dressur Traversalen im Trab dazu sowie fliegender Galoppwechsel und Seitengänge. Letzteres beherrscht Þögn schon ziemlich gut, also müssen wir nun an den Traversalen und dem fliegenden Galoppwechsel arbeiten. Als erstes werden wir mehr mit den Seitengängen machen, da der Galopp für sie sehr anstrengend ist und sie immer wieder Probleme mit dem Springen hat. Ihr Galopp ist sehr gelaufen, was bei Isländern durchaus typisch ist und besonders bei Fünfgängern ein Problem ist. Nichts desto trotz, war ich Galopp schon mal besser bergauf. Ich glaube an sie. Zur Hilfe ist auch Vriska heute dabei, da sie schon länger in der klassischen Reitweise unterwegs ist. Auch wenn noch nicht abgefragt wird, möchte ich zum Ende heute das erste mal mit ihr Einhändig reiten. Die Gerte hatte ich nur zur Arbeit am Boden hinzugezogen. Wir arbeiten noch mit Vriska im Trab und besonders an kurzen Etappen an der Traversale. Sie leitet uns vom Boden aus und gibt mir Tipps. Auch das einhändige im Schritt funktioniert wunderbar. Damit beenden wir den Tag und ich bringe sie zurück auf den Paddock.
    An nächsten Tagen läuft das Training immer besser und sie bekommt eine kleine Pause. Während ich mich noch um die anderen Pferde kümmern musste,m hat Vriska zwei mal mit Þögn gearbeitet, auch vom Boden aus. Sie hat mir berichtet, dass die Stute immer ruhiger wird und nicht mehr so sensibel auf die Kandare reagiert. Somit können wir jetzt weiter vom Sattel aus arbeiten.
    Vriska hat mir bereits Þögn fertig gemacht, weil ich zuvor noch einen wichtigen Termin hatte. Heute gehen wir wieder auf den Reitplatz und möchten wieder an den Traversalen arbeiten.
    “Als erstes muss Þögn sensibel und genau auf den Schenkel reagieren, bevor wir Travers an der langen Seite machen können!”, ruft Vriska mir zu. Deshalb berühre ich sie nur noch vorsichtig und stelle sie vorsichtig im Genick. Schon eine leichte Berührung bewegt sie vom Schenkel weg. Ich lobe sie zufrieden und machen weiter mit der Schulterherein. Deswegen verstärke ich die Längsseite von ihr, indem ich die Vorhand deutlich auf der Bahn führe. Sie bewegt sich auf drei Hufschlägen. Das äußere Vorderbein und das innere Hinterbein treten auf einer Linie. Es kreuzen nur die Vorderbeine. Am äußeren Zügel führe ich sie und den inneren lasse ich flexibel in der Stellung. Þögn hilft das deutlich in ihrer Versammlung, doch wie sie vom Wesen nun mal ist, wird sie in stressigen Situation schnell hektisch. Stellungen sind für sie oft Stress, weil sie schneller möchte als sie kann und deswegen die Übung nicht gleichmäßig ausführt. Dennoch lobe ich jeden richtigen Schritt und lege ebenfalls Pausen mit ein. Auch Vriska ist zufrieden. Wir möchten noch einige male Travers machen und dann hören wir auf. Heute haben wir dann die meisten Zeit im Schritt gearbeitet un und lediglich zum Warm werden einige Bahnfiguren im Trab geritten. “Sie muss sich geschmeidig biegen lassen und den seitwärtstreibenden Schenkel gut annehmen”, sagt Vriska als ich mit Þögn mich auf die Traverse vorbereite. Ich führe die Hinterhand leicht in das Bahninnere, dabei bleiben Schulter und Vorderhand auf dem ersten Hufschlag. “Ich denke das reicht für heute”, ruft Vriska. Zustimmend nicke ich und trabe auf der ganzen Bahn noch einige Runden am langen Zügel. Genüßlich streckt sich Þögn und wir reiten danach ab. Vriska geht währenddessen schon in die Futterkammer und bereitet für die Stute das Kraftfutter vor.
    In den nächsten zwei Wochen wird Þögn immer sensibler zum Schenkel. Travers und Renvers funktionieren nun schon im Trab. Sie stresst sich nur noch selten selbst. Auch mit dem Fliegenden Galoppwechsel hat sie offenbar keine Probleme. Wir haben es einige male geübt und sie zeigte sich kooperativ. Schnell hat sie begriffen, was wir ihr abgefragt haben. Wiedermal hat auch Vriska mit ihr gearbeitet, auch vom Sattel aus. Wir sind sehr zufrieden. Sie hat auch begonnen die ersten male eine Traversale abfragen und Þögn schien es leicht zu fallen. Wichtig war es, dass die Stute Problemlos Travers im Trab laufen kann, da es der Traversale sehr ähnlich ist und viel Schwung notwendig ist. Wir üben noch einige male und sind nun der Meinung, dass Þögn genügend vorbereitet ist um in den Mittelschwierigen Prüfungen mit zu reiten. Auch Einhändig klappt schon in den einfachen Lektionen.
    © Mohikanerin (Bruce) | 5896 Zeichen


    Nach der gestrigen Exterieur Bewertung, folgt heute die Kür vor den Richtern. In einer viel zu sauberen Stallgasse mache ich Þögn fertig, die aussieht wie ein Schwein. Im Gegensatz zu allen anderen Pferden, hat sie übernacht auf dem Paddock keine Decke getragen. Etwas bereue ich es. Mit prüfenden Blicken läuft ein Herr durch den Stall, der wohl der Besitzer des Gestüts sein muss. Zum Glück habe ich bereits den Besen in der Hand, was ihm signalisiert, dass ich meinen Dreck auch wirklich weg mache.
    Die Putzaktion hat mir wertvolle Zeit genommen und mein Name wurde bereits zweimal aufgerufen. Im Tölt beeile ich mich, dass ich zur Reithalle komme und werde glücklicherweise noch ran genommen. Puh. Das war knapp. Im Trab reite ich in die Halle ein und halte bei X, um die Richter zu grüßen. Es geht los. “Etwas verspätet, aber nun sich sie hier. In der Reithalle begrüßen wir Vriska Isaac mit Þögn, die im Besitz von Bruce Earle heute vorgestellt wird. Viel Erfolg”; ertönt es aus den Lautsprechern und ich muss etwas schmunzeln. Zuerst stelle ich Þögn auf der rechten Hand vor - ihre bessere Hand. Erst im Trab auf den Zirkel, dann im Schritt eine Halbe Bahn. Dann gehe ich wieder auf den Zirkel und galoppiere sie aus dem Schritt an, eine ihrer Lieblingslektionen. Nach einer ganzen Bahn, pariere ich wieder durch in Trab und reite durch die diagonale der Reithalle. Nun sind wir auf der linken Hand. Þögn hat Schwierigkeiten den Trab zu halten und ich gebe ihr noch mehr Zügel. Zum Glück fängt sie sich wieder. Ich zeige eine einfache Schlangenlinie, gehe dann in Schritt über. Erst eine Runde auf dem Zirkel und dann noch eine lange Bahn Seite. In der Ecke galoppiere ich die Stute wieder an. Galopp auf der linken Hand ist ihre Königsdisziplin, auch wenn alles andere besser rechts funktioniert. Nach einer ganzen Bahn und einer Runde auf dem Zirkel pariere ich sie durch in den Trab und gehe zurück auf X, um mich von den Richtern zu verabschieden. Þögn hat heute gute Arbeit geleistet. Ihr Galopp war gut gesprungen und auch im Trab hat sie eine schöne Selbsthaltung gezeigt. Der Schritt war etwas zu schnell, aber dennoch fühlte es sich gut an.
    Ich bringe die Stute zurück und warte gespannt auf die Ergebnisse, während ich den folgenden Teilnehmern zuschaue.
    2274 Zeichen mit Leerzeichen | geprüft mit zeichenzähler.de | Mohikanerin


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    Occulta und Sosox3 gefällt das.
  6. Calypso

    Calypso Shirkan ♥ Ich vermisse dich^^

    Calypso mit
    Princess Mononoke

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    Steckbrief
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    Princess Mononoke

    모노노케 히메 | "mo-no-no-ke hi-me"

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    Rufname: Monia


    Geburtsdatum/Alter: 31.05.2014, 5 Jahre

    Geschlecht: Stute

    Stammbaum


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    aus der: ✗ ~ von: ✗

    aus der: ✗ ~ von: ✗ | aus der: ✗ ~ von: ✗

    Exterieur


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    Größe: 150 cm

    Rasse: Criollo

    Fellfarbe: Chestnut

    Gencode:


    Interieur

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    Charakter

    Temperamentvoll, Mutig, Eigensinnig


    Beschreibung

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    Mononoke ist eine sehr feinfühlige Stute und achtet auf die kleinsten Hilfen die man ihr gibt, jedoch brachte sie schon als Fohlen einen sehr temperamentvollen und eigensinnigen Charakter mit, welcher eine feste Hand braucht. Beim Training ist sie immer dabei und zeigt eine ausgeprägte Neugier und genügend Mut zum kennen lernen von neuen Dingen. Trotz ihres eigensinnigen Denkens und der Selbstständigkeit sucht sie die Nähe ihrer Artgenossen oder eines ihr bekannten Menschen und genießt die Gesellschaft deutlich.


    Vorgeschichte

    //


    Zuchtinfos

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    Gekört/Gekrönt:

    Vorgesehen für die Zucht:

    Leihmutterschaft/Deckaxe:
    Abstammung: 0


    Schleifen: 12

    HS: 2

    TA: 2

    Trainer: 1

    Zubehör: 2

    Gesamt: 19
    Nachkommen

    ///

    Besitzer: Calypso

    Vorbesitzer: peachyes - sweetvelvetrose

    VKR/Ersteller: sweetvelvetrose

    Aktueller Wert: 500 Joellen
    Trainingsstände


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    Fohlen ABC ✓ | Eingeritten ✓ | Eingefahren ✗



    Bodenarbeit

    Treiben + Bremsen ✓ | Rückwärtsrichten ✗ | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Halten ✓

    Abstand halten ✓ | Wenden + Handwechsel ✗ | Abruf ✓
    Freiheitsdressur/Zirzensik


    Kompliment ✗ | Knien ✗ | Spanischer Schritt ✗| Piaffe ✗

    Passage ✗ | Steigen ✗ | Sitzen ✗ | Liegen ✗


    Reitpferde-Ausbildung

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    Dressur: E A L*

    Galopprennen: E A L

    Springen: E A

    Military: E A L

    Fahren: E A

    Distanz: E A L M S

    Western: LK5 (E), LK4 (A), LK3 (L), LK2 (M), LK1 (S)
    PotentialAufstieg durch Turnier | Training • nicht weiter gefördert




    Erfolge

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    3. Platz 450. Westernturnier, 1. Platz 449. Galopprennen, 3. Platz 389. Fahrturnier, 3. Platz 360. Militaryturnier, 3. Platz 444. Galopprennen, 3. Platz 423. Westernturnier

    , 2. Platz 324. Distanzturnier, 1. Platz 309. Distanzturnier, 1. Platz 406. Westernturnier, 1. Platz 386. Distanzturnier, 2. Platz 406. Distanzturnier, 1. Platz 514. Westernturnier
    Gesundheit


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    Gesundheitszustand

    Letzter Tierarztbesuch: 17.03.2020

    Letzter Hufschmiedbesuch: 28.02.2020

    Akute Krankheit/en: ✗

    Chronische Krankheit/en: ✗

    Erbkrankheit/en: ✗


    Hufe/Beschlag

    Beschlag Vorne ✗

    Beschlag Hinten ✗


    Hufschmied 28.02.2020
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    Kontrolle & Ausschneiden - 2645. Zeichen von Snoopy
    Heute führte mich mein Weg zur Rook's Bay Stable, wo ich einen einfachen Auftrag an einer schönen Criollostute hatte. Ihr Name war Princess Mononoke und ich kannte sie vom Namen her gut. Also freute ich mich um so mehr auf diesen Auftrag und fuhr mit meinen Wagen auf den Hof ein,Veronika Bennett kam mir auch schon entgegen, ich kannte sie schon ziemlich lange, hatte aber nicht sehr viele Aufträge bis jetzt bei ihr gehabt, was diesen Auftrag umso besonderer machte. Also stieg ich aus den Van und grüßte sie dann gingen wir zum Stall und holten zusammen die Fuchs Criollo Stute aus der Box. Dann brachten wir sie zum Putzplatz und banden sie fest und ich holte mir das nötige Werkzeug aus den Van. Was ein Hufmesser und eine Hobel anging. Dann begann ich auch schon mit meiner Arbeit und hob ihr erstes Huf an, brav gab die Stute mir dieses und ich nahm mir den Hufkratzer zur Hand und säuberte erstmal gründlich ihr Huf aus. Dann schnitt ich das abgestorbene Innenhorn um den Strahl zurecht, besserte diesen gleichzeitig aus und bockte dann ihr Huf auf den Hufbock auf. Dort schnitt ich überstehendes Horn weg und hobelte mit meinem Werkzeug den Rand gründlich zurecht. Dann setzte ich ihr Huf ab und ging zum nächsten Vorderhuf, welches ich anhob und erstmal mit dem Hufkratzer gründlich auskratze und sauber putzte. Dann schnitt ich ihr Innenhorn zurecht und bockte anschließend den Huf auf. Dort entfernte ich erneut mit dem Hufmesser überstehendes Horn und hobelte es mit der Raspel zurecht. Dann war der vordere Teil der Stute fertig und ich konnte mit den hinteren weitermachen. Hier hob ich das erste Bein an, legte es auf meinen Schoß und begann es sauber auszukratzen. Dann schnitt ich wieder das Innenhorn zurecht, besserte den Strahl aus und bockte ihr Huf wieder auf. Princess machte brav mit und zeigte keinerlei Anstalten herum zu zappeln, ab und zu blickte sie mal nach hinten, um zu sehen was ich da tat. Da ihr Huf auf den Hufbock thronte war auch schnell das zu lange Horn entfernt und gründlich geglättet, sodass ich mit den letzten Huf weiter machen konnte. Auch hier entfernte ich das abgestorbene Innenhorn, besserte den Strahl aus und bockte wieder ihr Huf auf. Dann schnitt ich das restliche überstehende Horn weg und begradigte den Rand ehe ich den Auftrag als abgeschlossen bezeichnen konnte. Ich bat die Auftraggeberin nochmal um eine Runde auf den Hof, sodass ich mir alles ansehen konnte und entließ die beiden dann guten Gewissens. Mononoke schob ich noch ein Leckerli ins Mäulchen und besprach alles Finanzielle mit Veronika. Dann war ich auch schon fertig, stieg in meinen Van und verließ zufrieden den Hof.

    Tierarzt 17.03.2020
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    März 2020 - 1156 Zeichen von Calypso
    Heute machte ich mal in eigener Sache eine Untersuchung. Denn meine Criollo Stute Princess Mononoke wollte ich demnächst bei einer Körung vorstellen. Ich holte sie also von der Stutenweide und putzte sie zuerst ein wenig. Danach bat ich Luke mit ihr auf dem Hof auf und ab zu laufen. Im Schritt und auch im Trab schaute ich mir ihr Gangbild sehr genau an. Aber das was ich sah befand ich für gut und so machte ich weiter sie abzuhören und abzutasten. Jeder einzelne Wirbel wurde unter die Lupe genommen, Beugeproben gemacht und ihre Zähne angeschaut. Da ich meine Pferde jeden Tag sah und mit ihnen trainierte, wusste ich natürlich über Princess Mononoke´s Allgemeinzustand bestens Bescheid. Sie war top in Form! Vorsichtig schnupperte sie meinen Nacken entlang, als ich ihr Vorderbein anhob. Ihre Nüstern zitterten sachte und die Tasthaare kitzelten mich. Ich stellte ihr Bein wieder ab und streichelte ihr über die Stirn. Sie bekam dann noch eine Wurmkur von mir und eine neue Impfung. Sie stand ganz ruhig da und machte keinen Mucks. Ich lobte sie ausgiebig und brachte sie wieder zurück zu den anderen Stuten. Jetzt stand der Körung nichts mehr im Weg.

    Training (1)
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    Dressurtraining E->A - 3771 Zeichen von Bracelet
    Der Februar führte mich dieses Jahr nach Wales, England. Genauer gesagt auf das Gestüt Rooks Bay, welches umgeben von einer wunderschönen Landschaft lag und durch die Möglichkeit am Strand entlang zu galoppieren wohl alle Pferdemädchenherzen höher schlagen ließ.
    Als ich ankam wurde ich von Veronika Bennett schon herzlich empfangen. Sie zeigte mir den Hof und wies mir ein Zimmer zu, in welchem ich die kommenden Tage unterkommen konnte. Anschließend ging es auch schon zu den Pferden. ,,Princess Mononoke'' hieß die hübsche Fuchsstute, die diesen Monat mein Schützling war.
    Den ersten Tag nahm ich mir immer Zeit die Pferde ausgiebig zu putzen, locker zu reiten und sie so etwas kennenzulernen. Monia, wie sie liebevoll genannt wurde, war grundsätzlich ein sehr angenehmes Pferd im Umgang. Die junge Stute war durchaus gut erzogen, testete zwar immer wieder aus wie weit sie bei mir gehen durfte, ließ sich aber im Vergleich zu anderen Exemplaren mit denen ich gearbeitet habe dann auch rasch davon überzeugen, dass man es durchaus ernst meinte. Aber nicht nur diesbezüglich gefiel sie mir: Unterm Sattel zeigte sich die Criollostute überaus kooperativ. Wie Frau Bennett es mir beschrieben hatte tat sie sich allerdings noch schwer die jeweilige Hilfe in der Sparte Dressur punktgenau umzusetzen; es fehlte ihr noch die nötige Durchlässigkeit. Dies war allerdings genauso wie die Tatsache, dass sie etwas länger brauchte um locker zu werden, für ein Pferd ihrer Ausbildungsstufe vollkommen normal. Der Wille war von Anfang an da, was immer das entscheidende Kriterium in der Ausbildung zu sein schien.
    Die kommenden Tage arbeitete ich also immer zu anfangs recht intensiv an lösenden Übungen. Dabei startete ich vom Boden aus und verschob abwechselnd Vor- und Hinterhand, ließ sie auf gebogener Linie übertreten und fragte im Zuge von feiner Handarbeit Stellung und Anlehnung bereits vom Boden aus ab. Dies hatte unter anderem den Hintergrund, dass Seitengänge ja gute Lösungsarbeit darstellten, ein Pferd auf E-Dressur-Niveau allerdings vom Sattel aus für gewöhnlich noch nicht all zu viel damit anfangen konnte. Anschließend ging es in den Sattel, wo ich, nach einigen gebogenen Linien in der Schrittarbeit, mit ihr an den Basics weiter übte: Anlehnung, Stellung, Biegung, Durchlässigkeit und das Übliche. Dazu ritt ich viele, auch etwas kleinere, gebogene Linien und Übergänge; sowohl innerhalb, als auch zwischen den Gangarten. Dabei übten wir auch gleich die Verstärkungen, die in der A-Dressur abgefragt wurden, und auch ihre Reaktionsfähigkeit wurde besser, da ich sie konstant forderte und immer etwas anderes abfragte. Das hübsche Fuchsi nahm dies gut an und zeigte eine gute, effektive Arbeit unterm Sattel.
    In den kommenden Einheiten verbesserte sich nicht nur das Rückwärtsrichten, das in der nächsthöheren Klasse abgefragt wurde, sondern auch das Zügel aus der Hand kauen lassen, das ich immer nur in recht kurzen Reprisen einbaute damit sie ihre positive Spannung auch halten konnte und nicht auf die Vorhand fiel. Tatsächlich fiel ihr bis kurz vor Ende unseres Trainings das rasche Anspringen auf meine Hilfe am schwersten. Dennoch schien es bei ihr dann doch diesen sagenumwobenen Moment zu geben, in dem es Klick machte. Das hatte bestimmt auch mit ihrer körperlichen Entwicklung zu tun, denn wir hatten auch immer wieder Stangenarbeit mit eingebaut um die Muskulatur aufzubauen und ihre Geschmeidigkeit zu fördern.
    Monia wurde also immer flotter was ihre Reaktion betraf, die kleinen Lektionen fielen ihr von Anfang an, vor allem im Verständnis, recht leicht und auch ansonsten machte sie große Fortschritte, weshalb es auch gar kein Problem war am Ende des Monats ohne Bedenken sagen zu können, dass sie sich nun auf sicherem A-Dressur-Niveau befand.

    Kürtext
    Heute war es soweit für unsere Criollo Stute Princess Mononoke. Wir fuhren auf das Twin Oak Stables und hofften erfolgreich wieder nach Hause zu fahren. Zur Abwechslung war ich heute mal nicht aufgeregt, aber das lag vermutlich nur daran das ich diesmal nicht diejenige war die unser Pferd vorstellte. Wir hatten uns geeinigt das Luke Princess Mononoke reiten sollte. Als wir unseren Stellplatz zugewiesen bekamen und sämtliche Anweisungen bekommen hatten, luden wir die Stute aus und brachten sie in ihre vorgesehene Box. Luke erledigte alle Formalitäten und holte die Startnummer. Wir waren in 2 Stunden dran, also beschlossen wir erst noch was zu essen und dann Princess fertig zu machen. Viele flochten ihre Pferde ein, aber wir wollten sie Rasse typisch natürlich und wild präsentieren. Die Ausrüstung war vorher auch sauber gemacht worden und eingefettet und Luke zog sich sein weißes Hemd an und den hellen Cowboyhut auf. Beide sahen großartig aus. Gemeinsam gingen wir zur hinteren Halle, bemerkten aber schnell das diese schon ziemlich überfüllt war und wichen so auf den großen Reitplatz aus. Das Wetter spielte zum Glück noch mit. Dort war es wesentlich entspannter und Luke konnte Princess Mononoke in Ruhe warm reiten. Sie hatte heute viel Go und man merkte ihr an das sie Lust hatte sich zu präsentieren. Nach 15 Minuten machten wir uns dann auf den Weg zum Ort des Geschehens. Die vorherige Reiterin war noch in der Halle. Ich wünschte Luke viel Glück, gab ihm einen Kuss und ging dann selbst auf die Tribüne.
    „Und jetzt begrüßen Sie mit mir Luke Bennett vom Rook´s Bay Stable mit der Criollo Stute Princess Mononoke!“. Ich atmete tief ein und aus und drückte die Daumen. Luke ritt im Trab zu X in die Mitte und grüßte die Richter. Princess Mononoke war so aufmerksam auf ihn und wartete regelrecht darauf das es endlich los ging. Das Publikum schien sie überhaupt nicht zu stören. Gleich trabte er wieder an und ging auf die linke Hand. Die Stute nahm sofort, am langen Zügel, eine korrekte Kopfhaltung ein und lief flott vorwärts. Luke wendete sie auf den Zirkel ab und zeigte eine Runde lang das sie auch schön langsam im Jog traben konnte. Dann galoppierten sie, immer noch auf linker Hand und auf dem Zirkel, zwei Runden und wechselten aus dem Zirkel auf die rechte Hand. Der fliegende Wechsel klappte super geschmeidig. Auf rechter Hand blieb er auf dem Zirkel im Galopp, bis er durchparierte und auch hier die Stute im Jog und normalen Arbeitstrab vorstellte. Als nächstes gingen sie wieder ganze Bahn im Schritt und wechselten durch die Mitte der Bahn. Zurück auf der linken Hand blieben sie auch dort noch im Schritt die ganze lange Seite. Ihre Tritte waren raumgreifend aber nicht zu überhastet. Dann trabten sie nochmal an und ritten an der nächsten langen Seite Schlangenlinie. Sie kamen dann wieder bei X an, Princess Mononoke stoppte aus dem Trab heraus und stand geschlossen. Luke verabschiedete sich mit einem Gruß an die Richter und ritt aus der Halle.
    2984 Zeichen von Calypso / geprüft mit lettercount.com

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    Pferd: sweetvelvetrose / Hintergrund: samarti / Bewegung & Zubehör: Calypso
     
    Veija gefällt das.
  7. Elsaria

    Elsaria Liebe die welt und die welt liebt dich xD oder so

    Elsaria mit...
    Chanda

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    Steckbrief
    Offizieller HG

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    Vom: Cazador

    Vom: Calfiao Chingolo

    Vom: Capitano

    Aus der: Fairy Taith

    Aus der: Siba


    Vom: Ramirez
    Aus der: Samba Lady


    Aus der: Chaira

    Vom: Guampa Flamenco

    Vom: Guampa Espart
    Aus der: Hua Delfin

    Aus der: Cardal Malvita


    Vom: Ocho Coipo
    Aus der: Cardal Abajera




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    Rufname: Chanda
    Geburtstag: 18.04.
    Alter: 5 Jahre
    Stockmaß: 1.53 m
    Rasse: Criollo
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Lobuno Overo
    (Ee,aa,Dd,Sbsb,Oo)

    Abzeichen: 4x hochweiss, unregelmässige Blesse
    Gesundheit: sehr gut



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    temperamentvoll, fleissig, mutig, ausdauernd, unkompliziert


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    Chanda ist exterieurmässig eine sehr rassetypische Criollostute mit kräftiger, tiefer Brust, geradem Rücken und trockenen, robusten Beinen. Sie macht einen freundlichen Eindruck, der sich auch unter dem Sattel wiederspiegelt. Sie hat allerdings ordentlich Temperament und zeigt grosse Leistungsbereitschaft. Man muss ihr spannende, abwechslungsreiche Aufgaben stellen, um sie optimal auszulasten. Sie hat auch grosse Ausdauer, weshalb sie selbst nach stundenlangen Ausritten kaum verschwitzt ist. Mit halbherzigen, unkonsequenten Reitern kann sie nicht viel anfangen; sie braucht klare Regeln und verlangt von ihrem Reiter ein gewisses Mass an Selbstsicherheit. Dafür dankt sie ihm mit tadellosem Umgangsverhalten und grosser Treue. Sie versteht sich mit den meisten Pferden problemlos und gliedert sich rasch in neue Herden ein, wobei sie in der Rangordnung eher einen Platz im oberen Bereich einnimmt.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Occulta
    VKR: Occulta
    Verkäuflich: Nein



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    Gekört: nein
    Nachkommen: -
    Decktaxe: nicht leihbar!



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    Galopprennen Klasse: E
    Western Klasse: S***
    Spring Klasse: L
    Military Klasse: A
    Dressur Klasse: L

    Distanz Klasse: M

    Eignung: Western, Distanz, Freizeit
    Eingeritten: Ja



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    1. Platz 470. Westernturnier
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    2. Platz 504. Westernturnier
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    3. Platz 468. Westernturnier
    3. Platz 483. Westernturnier
    3. Platz 513. Westernturnier
    3. Platz 526. Westernturnier

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    3. Platz 422. Militaryturnier
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    Chanda's Spind

    TA Bericht
    Rose1
    Tierarztbericht | Tierklinik zur Dünenrose
    für Chanda

    Als ich hinter den Pinien endlich den Pineforest Stable sah, atmete ich erleichtert aus.
    In den riesigen Wäldern hätte ich mich fast verirrt.
    Wenig später fuhr ich schon auf die Zufahrtsstraße und konnte bereits Occulta erkennen.
    Die junge Frau winkte freundlich und lief direkt auf mich zu, als ich aus meinem Wagen stieg.
    „Guten Tag Frau Smith“, meinte ich und schüttelte ihr die Hand.
    „Guten Tag. Wollen wir direkt zu Chanda gehen?“ Ich nickte und Occulta wies mir den Weg zu einem hübschen Offenstall. „Das ist natürlich die perfekte Pferdehaltung“, lobte ich und deutete auf die großzügige Weide. „Können sie Chanda schon mal herausholen?“
    Occulta nickte mir zu und betrat die Weide. Zielsicher lief sie zu einer hübsch gescheckten Stute, die auch bereitwillig zu ihr kam. Das musste dann wohl Chanda sein.
    Als sie die Stute aufgehalftert hatte verließen die beiden die Weide wieder.
    Dann begann ich die Untersuchung, wofür die Besitzerin ihr Pferd einfach festhielt.
    Zuerst nahm ich ein wenig Blut aus der Drosselvene und kontrollierte die Vitalparameter, einschließlich der Körpertemperatur.
    Soweit war alles in Ordnung.
    Als ich jedoch Nüstern und Augen ansah fiel mir auf, dass die Augen der Scheckstute tränten und die Schleimhäute gerötet waren.
    „Das sieht nicht gut aus. Ich mache schnell einige Tests“, murmelte ich nachdenklich und musterte die Rötung. „Ich beginne mal mit einem Schirmer-Test. Das bedeutet, dass ich teste wieviel Tränenflüssigkeit das Auge produziert. Wenn es zu wenig herstellt kann das häufige Augenentzündungen mit sich ziehen und auf Dauer gefährlich werden“, erklärte ich und zog die Teststreifen aus meiner Tasche.
    Occulta nickte und ich machte mich daran, den Test durchzuführen.
    Als ich die Teststreifen kurz im Auge gelassen hatte und mir die Ergebnisse ansah, atmete ich erleichtert auf. Zum Glück schien Chanda keine ernste Erkrankung zu haben.
    Jetzt sedierte ich die Stute. Danach holte ich Fluoreszin heraus, das Verletzungen der Hornhaut aufzeigen konnte.
    Zum Glück fand ich keine Schäden und machte nur noch kurz einen Abstrich des Auges.
    Vermutlich hatte sich die Stute jedoch einfach eine Entzündung zugezogen.
    Schließlich brachte ich das Maulgatter an und begann damit die Kiefergelenke, die Zähne und die Kaumuskulatur von außen abzutasten.
    „Bis jetzt scheint alles in Ordnung zu sein“, murmelte ich und öffnete das Maul der Criollostute.
    Auch hier fand ich, außer einigen Heuresten, nichts.
    „Scheint alles in Ordnung zu sein“, erklärte ich und zog die zwei Spritzen mit den Kombimpfstoffen auf. Dann lief ich zur Kruppe der Stute und zwei kleine Piekse später war Chanda vor Influenza, Herpes und Tetanus geschützt.
    Die Sedierung wirkte noch, weshalb sich die Stute nicht beschwerte.
    Auch die Wurmkur ertrug sie klaglos und kaute nur kurz auf der Paste herum.
    Zum Abschluss steckte ich meiner Patientin noch ein Leckerli zu und verabschiedete mich von der Besitzerin. In wenigen Tagen würde ich mit den Ergebnissen der Blutprobe und des Abstriches wiederkommen.
    Trotzdem gab ich Occulta Smith jetzt schon eine Salbe, da ich mir ziemlich sicher war, dass der Erreger harmlos war.

    Als ich eine Woche später wieder bei Chanda vorbei schaute war die Entzündung, wie von mir erwartet, bereits zurückgegangen und das Auge wirkte weniger gerötet.
    Der Abstrich hatte gezeigt, dass ein harmloser Erreger für die Krankheit der Stute verantwortlich war und ihrer Sehkraft somit keine Gefahr drohte.
    Zudem freute ich mich, dass ich der Besitzerin auch das gut ausgefallene Blutbild vorlegen konnte.
    Chanda hatte keine Mineralstoffmängel und auch die Funktionen ihrer inneren Organe waren perfekt.
    Occculta schien erleichtert als sie davon erfuhr und strich ihrer Stute lächelnd über die graue Mähne.
    „Bald bist du wieder fit Kleine“, murmelte sie gedankenverloren und auch ich fing unwillkürlich an zu lächeln. Chanda war einfach zuckersüß wie sie neugierig an meiner Jacke schnüffelte um nach Fressbarem zu suchen.
    Leider konnte ich die Stute nicht mehr länger beobachten, da ich wieder losmusste.
    „Einen schönen Tag noch Frau Smith und gute Besserung Chanda!“ Ich winkte den Beiden noch zu und stieg dann wieder meinen Wagen.
    11 März 2020

    HS Bericht

    Trainingsberichte [9]
    Occulta
    Western E-A
    Chanda, PFS‘ Dancin‘ to Jazz, Feline, Phantom, Matinée

    Es war ein kühler Morgen nach einem nächtlichen Gewitter. Das Gras auf dem Hof war noch nass und die Luftfeuchtigkeit hoch; es hatte auch etwas Nebel und viele Wolken zogen unseren Köpfen durch, als wir zur Stutenweide schlenderten. Lisa, Jonas, Linda, Jason und ich – und natürlich die Hunde. Besonders Zira folgte mir wie immer treu, während die anderen beiden eher herumstreunerten. Lisa berichtete aufgeregt, dass sie mitten in der Nacht audgewacht sei und es gewaltig geblitzt habe. Bis auf einpaar abgeknickte Äste und Blätter auf dem Boden war aber diesmal kein Schaden entstanden. „The thunderstorms these days… Are they even still normal? There’s been so many lately”, fragte ich mich selbst laut. “There’s a bit more than usual, but I think it’s not extraoridinary since it’s been pretty hot for the last two weeks at least”, meinte Jonas. Wir erreichten das Weidetor und betraten einer nach dem anderen das Reich der Stutenherde. Phantom hatte uns längst entdeckt und kam auf uns zu. Die Pferde waren schon früh am Morgen von Lewis rausgelassen worden; mittlerweile war bereits neun Uhr. Normalerweise durften sie im Sommer auch nachts draussen bleiben, aber wegen der Gewitter gingen wir Momentan auf Nummer sicher. Ich berührte Phantom, als er uns erreichte. Sein Fell war ein bisschen feucht – vielleicht hatte er sich ins nasse Gras gelegt. Deckig war er aber nicht. Auch die anderen Pferde kamen näher und folgten uns, als wir zum Offenstall liefen um die Halfter zu holen. Ich streifte es Matinée über, die das, wenn auch etwas zögerlich, zuliess. „Good girl, Matinée“, lobte ich und streichelte ihren Hals. Sie senkte den Kopf etwas unsicher und stapfte dann brav hinter mir über die Wiese zum Tor. Phantom und Lisa gingen voraus, deshalb war die Mausfalbstute sichtlich mutiger als sonst. Nach uns kamen auch die anderen; Jason mit Chanda, Linda mit Feline und Jonas mit Jazz. Letztere schlich wiedermal etwas rückhaltig hinterher, sodass Jonas sie beinahe zum Nebenstall ziehen musste. Wir banden die Pferde an und putzten sie gründlich durch. Dann wurde gesattelt und gezäumt, wobei Matinée und Phantom wie fast immer nur Knotenhalfter trugen. Matinée hatte ohnehin noch nie ein Gebiss im Maul gehabt und Phantom lief einfach entspannter mit Knoti. Es war über einen Monat her, seit ich das erste Mal kurz auf ihrem Rücken gesessen hatte. In der zwischenzeit hatte ich jeden Tag Muskelaufbautraining mit ihr gemacht und sie an ein Reitpad gewöhnt, sodass ich zwar im Moment immernoch ohne Sattel ritt, aber mein Gewicht wenigstens ein bisschen besser verteilt wurde. Vorgestern hatte ich nämlich endlich angefangen, sie zehn Minuten bis zu einer Viertelstunde im Schritt in der Halle zu reiten. Auch heute wollte ich nicht viel mehr mit ihr machen. Zwanzig Minuten auf ihrem Rücken, und dabei möglichst die wichtigsten Hilfen etablieren. Sie war vom Boden aus sehr gut vorbereitet, ich musste einfach schauen, dass es nun auch von oben her klappte. Und was war besser zum Üben, als ein hübscher kleiner Trailparcours? Lisa und Jason hatten den zuvor auf dem Sandplatz aufgebaut. Er beinhaltete ein Holzbrett zum drüberlaufen, diverse Blachen, ein einfaches Longen-Tor, einen Slalom, diverse Stangenlabyrinthe bzw. Durchgänge und ein kurzes Stück Stamm mit einem Metallring daran, zum Hinterherziehen. Wir brachten die Vierbeiner auf den Platz. Zira setzte sich brav beim Eingang hin und beobachtete, wie wir den Pferden beim Warmführen die Hindernisse zeigten. Nach kurzer Zeit legte sie sich ins Gras und schien zu schlafen, doch ich wusste genau, dass sie immer ein wachsames Auge auf ihre Umgebung behielt. Jacky gesellte sich zu ihr, aber Sheela war schon wieder verschwunden – vermutlich hatte sie Lily gefunden. Die anderen stiegen schon auf, ich hingegen führte Matinée noch eine Weile, ehe ich auch vorsichtig aufsass. Im Moment stieg ich noch jedes Mal so auf, als wäre es das erste Mal: schön behutsam und mit genügend Vorbereitung. Das akzeptierte die Stute, wenn auch etwas angespannt. Nachdem ich oben sass, ritt ich sie im gemütlichen Schritt zwischen den Hindernissen und Stangen hindurch und forderte ein paar Volten. Die anderen begannen mit dem Training. Chanda war auch erst seit einem Monat unter dem Sattel. Bei ihr war das natürlich wesentlich unkomplizierter gewesen als bei Matinée. Lisa war schon nach kürzester Zeit auf ihrem Rücken gewesen, und die mutige junge Stute hatte sich auch sofort auf Ausritte eingelassen. Heute war sie ebenfalls fleissig unterwegs. Sie guckte das Brett am Boden nur kurz an, dann setzte sie schon selbsicher den ersten Huf darauf. Sie verstand Aufgaben sehr schnell und war aussergewöhnlich konzentriert für ein Jungpferd. Jonas ging mit Jazz durchs Stangenlabyrinth, zuerst vorwärts und dann rückwärts wieder hinaus. Es schien gar nicht so einfach zu sein, wie es aussah, denn die beiden mussten sich Schritt für Schritt rückwärts arbeiten und immer mal wieder ein Stück nach vorne gehen, um sich neu auszurichten. Jazz liess sich auf ihren Reiter ein und folgte brav den Hilfen, hatte aber hin und wieder noch ein paar Gleichgewichtsprobleme. Feline ging Musterschülerhaft über das Brett – schliesslich machte sie das nicht zum ersten Mal. Sie war schon an höheren Turnieren gestartet und kannte die meisten der Aufgaben. Das hiess aber nicht, dass bei ihr und Linda alles perfekt klappte. Beim Tor mussten die beiden zuerst eine Strategie entwickeln, weil Linda selbst noch nicht so erfahren mit solchen Aufgaben war. Und Phantom? Der lief geschickt durch den Slalom und über die Stangen am Boden. Lisa liess ihn über einer Stange seitwärts treten und steuerte ihn auch rückwärts ins Stangen-L. Er war sehr fein zu reiten und wuchs mit jeder Aufgabe etwas mehr. Es kam einem fast schon vor, als wollte er Matinée zeigen: „Hey, schau wie leicht das ist.“ Beim Baumstamm-Ziehen war er dann doch nicht mehr ganz so mutig. Er zog den Schweif ein und flüchtete ein paarmal, aber Lisa hatte ihn gut im Griff und brachte ihn mit Geduld dazu, den Baumstamm ruhig hinter sich zu dulden. Mit Matinée machte ich unterdessen ebenfalls den Slalom. Ich lenkte sie schon jetzt vor allem mit Gewichtshilfen und meinen Schenkeln, damit sie von Anfang an auf kleine Hilfen reagierte. Wir erwischten noch nicht gleich jede Kurve beim ersten Versuch, aber es klappte nach einigen Wiederholungen immer ein Bisschen besser. Auch über die Stangen gingen wir, denn das kannte sie ja schon ziemlich gut von unseren ausgiebigen Bodenarbeitsstunden her. Bevor sie müde wurde oder sich verspannen konnte, stieg ich ab und belohnte sie. Mit solch kleinen Einheiten wollte ich sie jeden Tag etwas weiter bringen, und nichts überstürzen. Denn wenn Matinée überfordert war, dann machte sie total dicht – das hatte sie mir ja zur Genüge demonstriert. Ich war stolz auf unsere Fortschritte. Wir würden noch viel üben müssen, aber sie war auf gutem Wege, ein verlässliches Reitpferd zu werden.
    10 Juni 2018

    Occulta
    Distanz E-A
    Areion, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Navy Sniper, Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, PFS’ Shadows of the Past

    Es war herrliches Wetter, das wir uns für den heutigen Distanzritt ausgesucht hatten. Naja, es war eher ein längerer Ausritt als ein richtiger Distanzritt, denn alle Pferde, die heute mitkamen, waren noch recht untrainiert. Wir wollten deshalb „nur“ insgesamt 60 Kilometer zurücklegen, in einem Tempo von 10 Km/h. Um bei Zeiten wieder zuhause zu sein, ritten wir schon um acht Uhr morgens los. Unsere Stecke lag diesmal in Richtung Süden und führte uns nach Knightwick. Man konnte es nichtmal wirklich ein Dorf nennen, aber es hatte dort eine hübsche Kirche und die Landschaft war wunderbar zum Reiten. Lily kam mit Areion mit, ich ritt Chanda. Ausserdem begleiteten uns Linda, April, Anne und Jason, mit Bacardi, Sniper, Shira und Jazz. Wir rechneten damit, gegen zwei Uhr zurück zu sein; so blieb danach noch mehr als genug Zeit für ein Springtraining mit Lily und Fake, das ich meiner Nichte versprochen hatte. Die ersten 15 Kilometer vergingen wie im Flug, danach merkten die Pferde, dass dies kein gewöhnlicher Ausritt war. Shira wurde zunehmend unsicher und man sah ihr an, dass sie am liebsten umgekehrt wäre. Trotzdem zogen wir munter weiter. Ab Stanford Bridge folgten wir so gut es ging dem Fluss Teme, der sich gesäumt von Büschen und schattenspendenden Bäumen durch die Landschaft schlängelte. Das war bei den zunehmend hohen Temperaturen um die Mittagszeit das einzig Vernünftige. Die Stimmung war herrlich. Überall zirpten Insekten und Vögel zwitscherten über unseren Köpfen. Die Natur um den Fluss herum schien extrem lebendig. Lily und April amüsierten sich, indem sie versuchten, die verschiedenen Vögel zu bestimmen, die sie unterwegs sahen. Angesichts der idyllischen Natur entspannte sich auch Shira wieder. Wir trabten viel und machten auch ein paar kurze Galopps über Felder. In Knightwick angekommen, pausierten wir eine Viertelstunde, ehe wir uns auf dem Heimweg machten. Lily stieg von Areions Rücken ab und streckte sich symbolisch. Dann überliess sie es mir, auf den Tinker aufzupassen und sah sich rasch ein wenig um. Ich checkte unsere Pferde durch und prüfte, ob noch alle fit waren. Mir fiel nichts Aussergewöhnliches auf. Schliesslich ritten wir zurück, diesmal weiter weg vom Fluss, mehr Richtung Osten. Wir kamen ein einziges Mal an eine häufiger befahrene Strasse, an deren Rand wir alle im Gänsemarsch entlanglaufen mussten, und bei der ich mir tatsächlich ein wenig Sorgen um unsere Sicherheit machte. Aber es lief alles gut und wir konnten kurz darauf wieder auf einen Feldweg abbiegen. Zurück auf Pineforest duschten wir die Pferde ab und grasten mit ihnen im Halbschatten der Tannen, bis sie einigermassen trocken waren.
    30 Juni 2018

    Occulta
    Dressur E-A
    Caspian of the Moonlightvalley, A Winter’s Day, Primo Victoria, PFS’ Navy Sniper, Yoomee, PFS’ Shadows of the Past, Nera, Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, Tayr al-Diyari, PFS’ Arctic Silver Lining, PFS’ Arctic Rainstorm, PFS’ British Oreo Rascal, PFS’ Glenn’s Dare to Shine, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Dressy Miss Allegra, PFS’ Merino, Simba Twist, PFS’ Cryptic Spots, White Dream, Fake my Destiny, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot, Vychahr, Parányi, Satine, Areion, Diarado, Co Pilot de la Bryére, Circus Dancer

    Wir hatten trotz der Hitze heute wieder viel vor; Dressurtraining, to be exact. Es war bereits Nachmittag, somit erwischten wir leider gerade die heisseste Tageszeit. Das liess sich kaum vermeiden, denn den ganzen Morgen hindurch hatten wir auch schon gearbeitet, und die Pferde bis spät in die Nacht wach zu halten war auch keine gute Option. Deshalb brachten Lisa und ich im Voraus ein paar Wasserflaschen zum Reitplatz und stellten einen Sonnenschirm auf, damit wenigstens die Trainerin nicht unter der prallen Sonne gebraten wurde. Es kam heute extra eine externe Dressurtrainerin auf Platz, die uns und die Pferde etwas fördern sollte. Lisa ritt also heute selber auch mal in der Stunde mit, anstatt sie zu leiten. Der Name der Trainerin lautete Fiona Ramsey; eine S-Dressurreiterin die auch schon international gestartet war. Ich war gespannt auf ihr Coaching und putzte zuerst gut gelaunt Yoomee. Lisa bereitete Shira vor, Linda hatte White Dream neben mir und Yoomee angebunden und Lily ritt natürlich wieder Fake. Jonas machte nicht mit, sondern sah nur zu und reichte uns später die Wasserflaschen, wenn wir eine Pause brauchten. Anne und Robin sattelten im Nordstall Sniper und Baccardi. Darren und David waren unterdessen bei den Stuten im Offenstall und kümmerten sich um Chanda und Jazz. Auch Angelina Moore war mit ihrer Stute Nera dabei, und sogar Rosie war mit Tayr zu uns rübergeritten. Sie wartete mit dem schicken Rennaraber vor dem Nebenstall und plauderte mit mir, während ich meine Connemarastute striegelte. Fiona kam etwas früher als gedacht und sah uns schonmal beim Satteln zu. Danach trudelte ein Pferd-Reiterpaar nach dem anderen auf dem Sandplatz ein und Fiona unterrichtete uns schon beim Aufwärmen. Wir mussten eine grosse acht quer über den Platz reiten, und dabei stets die richtgie Stellung und den Abstand zum Vordermann wahren. Ausserdem machten wir viele Schlangenlinien und Seitenwechsel. Fiona war also sehr fokussiert auf Biegung und Abwechslung. Nach einer Weile durften wir die Pferde nochmal richtig strecken lassen, ehe wir mit der eigentlichen Arbeit anfingen. Yoomee schnaubte zufrieden ab und trabte locker vorwärts. Diese erste Trainingsstunde war wie eine Art Einstieg in die Dressurarbeit, denn die Pferde waren allesamt noch nicht sehr weit in der Dressur ausgebildet. Deshalb forderten wir auch nur einfache Lektionen, wie korrekte Übergänge oder leicht verstärkten Trab. Auch einfache Galoppwechsel liess uns Fiona machen, wobei sie wiederum genau darauf achtete, dass wir die Pferde richtig umstellten. Sie schien wirklich ein Auge für Feinheiten zu haben und gab wertvolle Tipps in denn richtigen Momenten. Ich war ihr zum Beispiel dankbar, als sie mich darauf hinwies, dass ich mit der äusseren Hand zu sehr mitging in den Kurven, oder dass ich mich wiedermal leicht nach vorne neigte, als ich angaloppieren wollte. Auch für Lily und Fake hatte sie ein paar Tricks auf Lager, damit die Hackneyponystute ihr volles Bewegungspotential ausschöpfen konnte. Ich sah, wie Jonas den beiden mit einem stolzen Ausdruck zusah. Die erste Runde dauerte eine Dreiviertelstunde, dann liessen wir die Pferde austraben und bereiteten die nächste Gruppe vor. Währenddessen waren Quinn, Parker, Thomas, Rita, Charly und April mit Caspian, Merino, Primo, Winter, Simba und Cryptic an der Reihe. Dem was ich beim Putzen von Parányi sah nach zu urteilen, lief es auch bei ihnen gut, obwohl die Vollblüter doch etwas mehr Power zeigten und mit der konstanten Anlehnung noch etwas Mühe hatten. Um Fiona eine Pause zu gönnen, nahmen wir uns reichlich Zeit zum Putzen und tratschten mehr mit Rosie, die noch einen Moment länger blieb. Tayr scharrte schon ungeduldig, als sie sich schliesslich auf den Heimweg machte. Ich sattelte Parányi und brachte sie auf den Platz, gefolgt von Satine, Vychahr, Co Pilot, Circus Dancer und Diarado. Jetzt kamen wir richtig ins Schwitzen. Diese sechs Vierbeiner liefen bereits höhere Dressur und kannten die meisten Lektionen, sodass wir aus dem Vollen schöpfen konnten, was Fionas Erfahrung als Grand Prix Reiterin anging. Sie gab uns wertvolle Tipps um die Piaffe zu verbessern und zeigte uns, wie wir den verstärkten Trab noch eindrucksvoller aussehen lassen konnten. Parányi machte fleissig mit und gab sich Mühe. Sie konnte zwar noch keine Piaffe, aber dafür glänzte sie bei den Galoppwechseln. Und Vychahr beeindruckte Fiona mit seinem schwungvollen Bergaufgalopp an der langen Seite. Nur das rechtzeitige Bremsen vor der Ecke bereitete ihm und Lisa noch etwas Schwierigkeiten.

    Nachdem auch diese Stunde geschafft war, kippte ich erstmal eine halbe Wasserflasche runter und setzte mich beim Nebenstall an die Wand gelehnt in den Schatten, sobald die Rappstute versorgt war. „Alles klar, Occu?“, fragte Jonas mitfühlend, als er mich sah. Ich nickte müde aber grinsend. Es hatte trotz der Hitze Spass gemacht und ich hatte das Gefühl, durchaus ein paar nützliche Inputs bekommen zu haben. Bevor Fiona wieder abreiste, wollte ich ihr aber noch ein wenig von unserem Training mit den Miniature Horses zeigen. Die wurden zwar nicht geritten, aber am langen Zügel konnten auch sie ziemlich anständige Dressurlektionen erlernen. Mit Tiki und Kiwi demonstrierten wir schon etwas komplexere Übungen, während Oreo, Lining, Acira und Darling vor den Augen der Trainerin an den Grundlagen feilten. Auch Allegra, mit der wir erst vor kurzem überhaupt angefangen hatten, zeigte immerhin schonmal schöne Übergänge. Fiona war begeistert von den Minis und nahm sogar selber mal die Zügel von Oreo in die Finger. „He’d be so handsome under saddle, if he only was a warmblood“, stellte sie belustigt fest, als Oreo mit meiner Hilfe einen ansatzweise funktionierenden Spanischen Schritt vorführte. Zuletzt gab es noch ein kleines Highlight für Lily. Sie hatte eigentlich nur noch schnell Areion auf dem Platz bewegen wollen, jetzt wo der ganze Trubel vorbei war. Aber Fiona nahm sich die Zeit, ihr mit dem Tinker ebenfalls noch eine halbe Stunde Einzelunterricht zu geben. Lily kam sogar dazu, ihre ersten Galoppwechsel zu reiten, was aber natürlich nur klappte, weil Lisa das in letzter Zeit so intensiv mit Areion geübt hatte. Lily hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht, als sie ihren Tinker nach dem Unterricht strecken liess. Ich war Fiona dafür extrem dankbar. Nun liessen wir sie aber endlich ziehen und verabschiedeten uns. Es war ein anstrengender, aber toller Nachmittag gewesen.
    31 Aug. 2018

    Occulta
    Springen E-A
    Fake my Destiny, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Navy Sniper, PFS’ Shadows of the Past, PFS’ Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, Cambria

    Wir befanden uns auf dem Sandplatz, alle um Lisa versammelt, die uns den heutigen Ablauf der Springstunde erklärte. Ich sass auf Bacardi und schielte hin und wieder zu Robin rüber, die heute erst zum zweiten Mal in Cambrias Sattel sass. Sie schien sich bisher gut mit der Oldenburgerstute zu verstehen, wie ich es mir erhofft hatte. Cambria stand ruhig und geschlossen da, bereit, um sich jederzeit in die Arbeit zu stürzen. Ihre Einstellung war zwar bemerkenswert, aber manchmal auch trügerisch. Ich hatte sie zuvor ein paarmal selbst geritten, und etwas Mühe gehabt, sie mit der Nase auf der Senkrechten zu halten – sie neigte dazu, sich in eine tiefere Haltung zu verkriechen und dann einfach ihr Programm abzuspulen, ohne dabei die wichtigen Körperteile aktiv zu benutzen. Ich war gespannt, wie sie sich mit Robin anfreunden würde. Deutlich unruhiger als Cambria stand Sniper da. Er versuchte, die ganze Zeit Schritte vor und zurück zu erschleichen, oder scharrte frustriert. Er verstand einfach nicht, warum er hier so doof stillstehen musste. Parker hielt ihn dennoch geduldig an Ort und Stelle. Lisa beeilte sich mit den Instruktionen und schickte uns kurz darauf zum aufwärmen auf die linke Hand raus. Wir mussten zuerst unter ihrer Anleitung intensiv galoppieren und Übergänge reiten, bevor sie uns an die Hindernisse heranliess. Wie ich es erwartet hatte, wies sie Robin mehrere Male darauf hin, Cambria gut vorwärts zu treiben und mit feinem Zupfen in die korrekte Aufrichtung zu bringen. Bacardi lief ziemlich gut; er war heute zwar fleissig, aber konzentriert und liess sich im Galopp sogar einigermassen setzen. Parker musste mit Sniper dagegen immer wieder abwenden, weil der Junghengst den Turbo eingeschaltet hatte. Lisa liess sie Volten verkleinern und eine Acht reiten, um ihn am Ball zu halten. Mit dabei waren auch noch Shira, die von Linda geritten wurde; Chanda, mit Darren und Jazz mit David, und Lily mit Fake. Letztere war ebenfalls schnell unterwegs, aber nur im Galopp. Als Lisa zufrieden war, durften wir ein erstes Kreuz überspringen. Die Pferde waren allesamt unerfahren, also begannen wir ganz einfach. Chanda stellte sich etwas ungeschickt an. Sie bremste vor dem Kreuz ab und hüpfte dann unelegant aus dem Stand darüber. Cambria ging ohne zu überlegen einfach hinüber, als wäre es bloss ein grösserer Galoppsprung. Sie hatte aber auch die längsten Beine der hier Anwesenden. Jazz, mit der ich auch schon ein paar Cavaletti gesprungen hatte, hob zwar die Beine noch nicht so schön, wie sie es hätte tun sollen, aber bei der Höhe spielte das keine Rolle. Wir fuhren fort und erhöhten die Schwierigkeit zunehmend. Nach einer Weile waren wir bei einem kleinen Parcours angelangt, der doch schon ein paar schwierigere Wendungen beinhaltete, jedoch alles immer noch bei geringer Höhe. Fake und Lily flitzten durch den Parcours. Die Hackney-Pony Stute war ziemlich wendig und Lily konnte sie gut manövrieren. Meine Nichte hatte extrem viel dazugelernt, seit sie auf Pineforest Stable lebte und jeden Tag im Sattel sass. Am Anfang war sie noch unsicher gewesen und hatte in erster Linie daran gearbeitet, einen anständigen Sitz zu entwickelt – heute startete sie auf kleineren Turnieren und wurde immer geschickter mit den Ponys. Sie fiel auch nicht so schnell runter. Selbst wenn Fake oder Areion mal einen lustigen Tag hatten und etwas bockten, konnte sie sich problemlos oben halten. Nur manchmal musste ich sie noch daran erinnern, dass sie gerade sitzen solle und die Hände zusammen behalten. Sie war eben eine praktische Reiterin, ähnlich wie ich: nicht so sehr auf den Stil fixiert, aber umso mehr darauf, dass das Pferd gut lief. In der Dressur konnten wir damit nicht gerade Glanznoten erreichen, aber dafür waren wir in den dynamischeren Disziplinen gut aufgehoben. Aber was nicht ist, kann noch werden, sagte ich mir immer, wenn ich ihr so zusah. Vielleicht übertrumpfte sie mich ja eines Tages und mauserte sich zum Dressurfreak? Jedenfalls sah es richtig cool aus, wie die beiden mit wehendem Schweif und Ponyschwanz über die Hindernisse flitzten. Auch Lisa fand es gut, ordnete aber für die nächste Runde etwas mehr Ruhe und Kontrolle an, denn «wenn es höher wird, wirst du mit Geschwindigkeit allein nicht sehr weit kommen.» Shira zeigte heute ihr Talent. Die junge Stute hatte eine sehr schöne Manier und war normalerweise auch rittig. Ich steckte grosse Hoffnungen in sie, aufgrund ihrer Abstammung und ihres Körperbaus. Ich war ausserdem auf der Suche nach einer neuen, unter 16-jährigen Reiterin für die Ponys im Allgemeinen. Wenn wir sie als Pferde anmeldeten, konnten mit den Reitponys natürlich auch erwachsene an gewöhnlichen Turnieren Starten. Aber wenn wir sie an den speziellen Pony Turnieren laufen lassen wollten, mussten sie einen jugendlichen Reiter haben. Lily war zwar meine Zukunftshoffnung, was diese Sache anbelangte, aber auch sie würde an ihre Grenzen kommen, wenn sie (mit White Dream gerechnet) neun Ponys alleine auf Turnieren vorstellen musste, und nebenbei auch noch mit Areion, Nossi und Fake etwas machen wollte. Eventuell konnten wir Suri so weit fördern, dass sie zusammen mit Lily unsere Ponys springen, oder wenigstens in der Dressur starten konnte. Aber selbst dann wäre es noch viel zu tun für zwei Mädchen. Meine Idee war es, ein junges Mädel (oder einen Jungen) zu finden, das Talent hat, dem aber das passende Pony fehlt. So war im besten Falle beiden Seiten geholfen. Lisa und Elliot hatten schon ein paar ihrer Reitschüler ins Auge gefasst, aber es musste einfach allgemein passen, sowohl vom Reiterlichen, als auch in Sachen Zuverlässigkeit, Umgang mit den Ponys und natürlich im Zwischenmenschlichen. Daher plante ich auch schon seit Wochen, so eine Art Bewerbungs-Herbstlager durchzuführen um die Kandidaten besser kennenzulernen. Normalerweise machten wir ein Sommerlager für jüngere Kinder, damit diese die Miniature Horses bespassen konnten. Das hatte dieses Jahr nur eine Woche gedauert, nicht wie sonst zwei. Dafür würde nun dieses Herbst-Sportlager kompensieren.
    Jedenfalls lief die Stunde ganz gut, bis auf ein paar wenige Verweigerungen von Sniper und Jazz. Zufrieden befahl Lisa uns die Zügel lang zu lassen und die Pferde auszutraben. Natürlich war so eine einzelne Trainingseinheit nicht genug, um die Vierbeiner in die nächsthöhere Klasse aufschwingen zu lassen. Aber sie waren mit weiterem Training auf bestem Weg aufzusteigen.
    30 Okt. 2018

    Occulta
    Western L-M
    Training für die Faulen
    PFS’ Colours of Life, tc Miss Moneypenny, Primo Victoria, PFS’ Sarabi, PFS’ A Winter’s Tale, PFS’ Stop Making Sense, Subsyndromal Symptomatic Depression, PFS’ Counterfire, Daedra, Areion, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Navy Sniper, Cambria, Fake my Destiny, PFS’ Shadows of the Past, PFS’ Ravissante, Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, Tayr al-Diyari, PFS’ Arctic Silver Lining, PFS’ Arctic Rainstorm, PFS’ British Oreo Rascal, PFS’ Glenn’s Dare to Shine, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot

    «Occu, es ist zu warm zum Arbeiten», jammerte Jonas, in seinem neu gekauften Schaukel-Stuhl auf der Terasse ausgebreitet. Er hatte das Teil am Wochenende in einer Brockenstube gefunden und sich sofort darin verliebt. Das alte, dunkle Holz war zwar an manchen Stellen etwas rau von der vermutlich Jahrzehnte langen Benutzung, aber mit etwas Schleifpapier und neuem Lack wollte er ihm demnächst zu neuem Glanz verhelfen. Allerdings sah es im Moment eher nicht danach aus, als könnte er die nötige Energie dazu aufbringen. Bacardi lief bereits ungeduldig um mich herum, weil ich nicht weiterging. «Komm, auf», scheuchte ich ihn in befehlerischem Ton von seinem Sonnenplätzchen. Er grummelte vor sich hin und schlenderte zum Hauptstall. Lisa war auf dem Sandplatz bereits aufgestiegen und wärmte Sniper im Schritt am langen Zügel auf. Ich tat es ihr gleich. Heute war wieder Trainieren angesagt, und zwar mit einem ganzen Heer von Jungpferden. Lisa und ich ritten plaudernd nebeneinander und genossen die morgendlichen Sonnenstrahlen, die auf unsere Rücken brannten. Lily stiess mit Fake auch noch dazu, und ihr folgten auch kurz darauf die anderen aus dem Nebenstall; Shira, Ravissante, Cambria. Wir ritten alle sechs Vierbeiner, um die bereits aufgestellten Hindernisse zirkelnd, warm. Nach etwas mehr als fünf Minuten trabten wir an und vollführten unter Lisas Anweisungen ein paar gymnastizierende Dressurlektionen, ehe wir mit den Cavalettis begannen. Bacardi war am Anfang etwas übereifrig und hüpfte jeweils über das halbhohe Cavaletti, anstatt darüber zu traben. Ich hielt ihn zusammen und versuchte es erneut, bis es beim dritten Versuch klappte. Er war eben noch jung und verstand ungerne, dass man die Aufgaben konzentriert und auch mal langsam angehen musste. Lily und Fake hatten ganz ähnliche Probleme, aber bei ihnen lag es vor allem daran, dass Lily noch nicht genug einwirken konnte, um die temperamentvolle Hackney-Pony Stute mit dem Sitz zu bremsen. Sie gab sich immerhin grosse Mühe und schaffte es nach einer Weile auch so halb. «Das wird schon, Lily. Sobald du längere Beine hast, kannst du sie auch besser kontrollieren», ermutigte Lisa meine Nichte. Das Mädchen nickte nur konzentriert und bremste Fake wieder in den Schritt. Lisa schickte uns als nächstes über ein paar Kreuzchen in einer Linie, die ebenfalls noch dem Auflockern und der Taktfindung dienten. Erst danach legten wir mit Steilsprüngen, Oxern, In-Outs und Kombinationen los. Für die jungen Pferde waren besonders letztere anspruchsvoll, da viele dazu neigten, etwas kopflos zu werden und zwischen den Hindernissen beschleunigen zu wollen. Auch Bacardi versuchte es, aber durch meine langjährige Erfahrung konnte ich ihn zurückhalten und in angemessenem Tempo auf den zweiten Sprung zureiten. Er schnaufte zwar leicht frustriert, galoppierte aber schön am Zügel. Ich lobte ihn streichelnd, um ihm zu zeigen, dass es so richtig war. Fake und Lily flitzten zum Teil in halsbrecherischem Tempo durch, aber Lisa war schon dabei, das zu korrigieren und ihr Tipps zu geben. Robin und Cambria hatten auch noch die eine oder andere Unstimmigkeit zu überwinden, aber es sah gar nicht so schlecht aus. Ravissante lief unter Quinn richtig schön. Ich war begeistert beim Zusehen, als die beiden den einen Oxer übersprangen und die Anglo-Araberstute eine wunderbare Flugphase zeigte. Sie erinnerte mich in ihrer Manier sehr an Sunday – ausser, dass sie ab und zu ihren Schweif aufgeregt anhob, wenn sie auf ein Hindernis zukam. Quinn schien sich sehr gut mit der Stute zu verstehen und grinste begeistert, als sie den kleinen Abschlussparcours beim ersten Versuch fehlerfrei überwunden hatten. Sie liess Ravi den Kopf strecken und klopfte ihr zufrieden auf den Hals. Auch Bacardi und ich schafften es ohne Abwurf. Die Höhe war ja auch noch nicht gerade eindrucksvoll. Aber trotzdem war ich stolz, als am Ende die meisten sauber durch den Parcours kamen. Sogar Fake kam überall gut drüber, wenn auch ein Tickchen zu schnell. Shira und Snipy hatten je einen Abwurf; Shira in der Kombination und Sniper beim letzten Steilsprung, weil Lisa sich mit der Distanz verschätzte. Dass ausgerechnet unsere Reitlehrerin einen Fehler machte, fanden wir ganz amüsant – konnte ja passieren. Wir liessen die sieben Pferde austraben und versorgten sie dann zügig, um gleich anschliessend mit der nächsten Truppe weiterzumachen. Diesmal war der Vollblut-Nachwuchs an der Reihe. Miss Moneypenny, Daedra, Primo, Sarabi, Mambo, Cryptic, Thalia, Counterfire und David mit Life. Weil diese Gruppe etwas grösser war als die letzte, hatten wir auch entsprechend mehr Abreitplatz-Atmosphäre, aber das kam in diesem Fall gerade gelegen: Mit diesen acht wollten wir nämlich einen Ablauf wie auf einem Turnier simulieren. Jonas hatte es tatsächlich fertig gebracht, in der Halle zwei Aufwärm-Hindernisse aufzubauen und verstellte sie nun nach unseren Wünschen. Danach ritten wir jeweils nach draussen auf den Sandplatz und sprangen direkt den Parcours, jeder zweimal. Ich hatte Thalia als Partnerin. Die Winter-Tochter war extrem rittig und liess sich heute durch nichts ablenken, sodass wir beide Durchgänge einwandfrei abschlossen. Mir gefiel ihr Arbeitswille, der sich übrigens auch auf der Rennbahn auszahlte. Sie war zwar nicht die Schnellste, dafür sehr ausdauernd und fokussiert auf die Ziellinie – manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie selbst bei einem Bombeneinschlag auf der Tribüne nicht zucken würde. Bei Counterfire, die gleich nach mir auf den Platz ging, war das gerade anders herum. Die feurige Fuchsstute konnte ausserordentlich gut beschleunigen und hatte mächtig Schub in der Hinterhand, liess sich allerdings leicht aus dem Konzept bringen und brauchte eine konsequente Hand. Als Katze Shiva in ein Gebüsch neben dem Viereck kletterte, um Spatzen aufzuscheuchen, verpasste sie dementsprechend das nächste Hindernis und räumte es mit den Vorderbeinen ab. Charly war auf den unsanften Sprung nicht vorbereitet gewesen und kam hinter die Bewegung. Als Counterfire nach dem missglückten Manöver auch noch um die Kurve raste, besiegten ihn die Fliehkräfte. Er plumpste in den Sand und die Stute raste eine Runde um den Platz, wobei sie gerade noch von Oliver davon abgehalten wurde, diesen zu verlassen. Der Trainer motzte «be careful with my racing champions, please» und bewachte den Eingang, bis wir Fire eingefangen hatten. Charly war anscheinend unversehrt, bis auf ein paar blaue Flecken. Er stieg wieder auf und ritt das Hindernis nochmal an, nachdem Lisa, die diesmal nicht selbst im Sattel sass, es wieder aufgestellt hatte. Counterfire, die noch etwas aufgeheizt von vorher war, wollte schon wieder mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Stangen losrennen, aber Charly machte nochmal eine Volte, bis er sie unter Kontrolle hatte, und lenkte sie dann deutlich ruhiger geradeaus, diesmal ohne Probleme. Die übrigen Vollblüter waren heute erstaunlich gemütlich unterwegs; Quinn musste Primo regelrecht vorwärtstreiben und auch Mambo hatte beim Oxer etwas zu wenig Schwung, sodass die oberste Stange fiel. Höchstwahrscheinlich liegt es am Temperatur- und Fellwechsel, überlegte ich. Ich bürstete und massierte Thalia rasch nach dem Absatteln, aber es reichte leider trotzdem nicht mehr um die letzte Runde von Daedra zu sehen. Ich erfuhr aber von Lisa, dass sie einmal parkiert hatte – schade. Das war bei ihr in letzter Zeit etwas zu häufig vorgekommen, weshalb ich überlegte, sie in nächster Zeit mehr mit Quinn laufen zulassen, oder selbst ein wenig Korrektur zu reiten. Nicht, dass ich meine oder Quinns Reitkünste höherstellte als die der anderen, aber wir beide hatten einfach etwas mehr Erfahrung als zum Beispiel April, die sie heute geritten hatte. Ich wollte auf jeden Fall verhindern, dass die Stute irgendwelche unvorteilhaften ‘Habits’ entwickelte. Nachdem nun alle den Parcours gemacht hatten, wollte Lily unbedingt nocheinmal mit Areion einen Versuch starten. Sie wärmte ihn bereits in der Halle auf, als ich dazustiess. Der immernoch-Hengst zeigte auch diesen Frühling wieder teils etwas aufmüpfiges Verhalten, sodass Lily die letzten Wochen meine Hilfe mehr als einmal gebraucht hatte. Heute schien er aber eher gemütlich unterwegs zu sein und liess sich wenig später auch gut von meiner Nichte über die extra tiefer gestellten Hindernisse lenken. Lisa ermutigte sie, noch etwas mehr Schwung von dem Tinker zu fordern, weil er ein paarmal zu dicht ans Hindernis kam, aber sonst sahen die beiden gar keinen so schlechten Eindruck.

    Insgesamt zufrieden mit den Vollblütern, wandte ich mich nun dem Training der beiden Nachwuchswesternpferde Chanda und Jazz zu. Ich putzte die grau-weisse Criollo Dame, während Jonas sich Jazz antat. Antun deshalb, weil sie heute zusätzlich zu ihren Appaloosa-Sprenkeln auch noch Schlammkrusten trug. Mit dem noch feuchten Boden vom letzten Regenfall erstaunte es mich überhaupt, dass nicht mehr Pferde Schlammig waren. Klar, die Vollblüter waren von Ajith bereits vorgeputzt worden, aber die übrigen hatten anscheinend ausnahmsweises Mitleid mit unserer vom Winterfell Ausstriegeln müden Armmuskulatur gehabt. Jonas stöhnte erschöpft, als er auf die zweite Seite seines Reittiers kam, die genauso schlimm aussah wie die Erste. Er legte einen Moment lang seine verschränkten Arme auf den Runden Po von Jazz und genoss die Sonne, bevor ich ihn anstupste, damit er weitermachte. „Denk dran, die Stunde fängt in fünfundzwanzig Minuten an.“ Ich war so nett und half ihm mit dem Hufeauskratzen, während er noch immer den eher dünnen Schweif von Jazz zu retten versuchte. Nach einem gefühlten Liter Glanzspray und einer insgesamt halben Stunde intensivem Putzen, war die Stute wieder ansehnlich. Wir ritten in Richtung Fluss los, denn wir waren mit Rosie zu einem Training auf der Wilkinson Farm verabredet. Sie hatte einen auswärtigen Westerncoach organisiert. Weil wir so viel Zeit mit Putzen verbracht hatten, mussten wir den grössten Teil des Weges traben, um nicht zu spät zu kommen. Die Pferde waren so zumindest schon warm und wir konnten eigentlich sofort loslegen. Der Trainer gab uns eine Dreiviertelstunde lang Patterns vor und feilte mit uns an den einzelnen Lektionen. Für die jungen Pferde war das Training intensiv und sie schwitzten in der Frühlingssonne ordentlich. Rosie, die mit dem Wüstentemperatur-geprüften Tayr mitmachte, hatte dieses Problem nicht. Dafür hatte sie alle Mühe, ihn angesichts unserer beiden charmanten Damen konzentriert zu halten. Es ist eben Frühling, stellte ich schmunzelnd fest. Bevor wir uns auf den Heimweg machten, fiel Jonas noch ein neues Araberpferdchen auf Rosies Weide ins Auge. «Schau mal, da ist noch ein Appaloosa-Tier. Ich dachte zuerst, es sei Numair, aber der ist etwas dunkler.» «Tatsache. Rosie? Is that the filly you mentioned last time?” Die rothaarige Ex-Pflegerin von Pineforest bestätigte. “She’s gorgeous! Definitely coming after Numair.» «I hope she’s also inherited his character, instead of her mother’s. But anyway, she has such a cute head and I love the pink freckles on her face.” Sie schwärmte noch ein wenig weiter, sodass ich beinahe neidisch wurde – das Tierchen sah schon von weitem speziell aus. Letzten Endes wandten wir uns dann doch noch zum Gehen und duschten zurück auf Pineforest die beiden armen, verschwitzten Stuten ab. Chanda machte einen friedlichen Eindruck, als ich sie zurück auf die Stutenweide entliess. Sie sah aus, als könne sie sich nun nach getaner Arbeit so richtig entspannen und das Nährstoffreiche Frühlingsgras besonders geniessen. Jazz blieb noch einen Moment erwartungsvoll beim Zaun kleben, als warte sie noch auf eine letzte Karotte. Jonas und ich hatten leider beide nichts mehr im Sack, also musste sie sich mit den vorherigen Belohnungen zufriedengeben. Wir schlenderten zurück zur Halle und ich bog von dort aus zu den Miniweiden ab, um schonmal die Sulkys für den Nachmittag bereitzustellen, während er gähnend Richtung Haus wanderte. „Du musst noch die Winterreifen wechseln“, rief ich ihm schelmisch hinterher. Er drehte sich als Antwort um und gab mir einen Militärischen Gruss zurück – um anzudeuten „wird ausgeführt, Chef“.

    Die Minis waren den ganzen Winter hindurch einigermassen fit gehalten worden, aber nun im Frühling ging die Show-Saison wieder los, und mit den schneefreien Strassen konnten wir auch wieder mehr Zeit ins Fahrtraining investieren. Deshalb drehte ich den halben Nachmittag lang fleissig Runden auf der Ovalbahn. Zuerst mit Kiwi. Die beinahe ganz weiss gescheckte Stute verlor ihr ungeschorenes Winterfell in Fetzen. Das meiste hing noch an ihrem Bauch und unter dem Kopf. Ich striegelte einen Kisseninhalt weissen Fells ins spriessende Gras, danach sah sie etwas weniger zottelig aus. In den nächsten paar Tagen würde sie das Fell wohl vollständig wechseln. Lewis kam etwas verspätet aus dem Mittag und entschuldigte sich mit der Erklärung, dass er mit Quinn, Charly und Parker in der Stadt essen war, wobei sie ziemlich lange hatten anstehen müssen. Das war für mich kein Problem, ich wusste ja, dass meine Pfleger seriös arbeiteten. Lewis schnappte sich Tiki («You could have taken Kiwi, if you had come on time”, neckte ich ihn, wissend, dass Kiwi sein Liebling war). Er ent-fellte sie in Rekordzeit und war mit dem Geschirr anlegen am Ende noch fast eher fertig als ich. Wir schlauften die letzten Riemen durch und führten die Ponys dann von der Weide zu den bereitstehenden Sulkys. Als beide sicher eingespannt waren, fuhren wir zur Ovalbahn. Ich übte mit Kiwi besonders das Zulegen und Aufnehmen, wobei ich einen schicken Show-Trot herauszuprovozieren beabsichtigte. Es klappte auch einigermassen; die Miniature Stute hob ihre Beine höher als sonst. Ich lobte sie jeweils überschwänglich, um ihr die Bewegungen möglichst schmackhaft zu machen. Lewis übte mit Tiki ebenfalls im Trab, allerdings konzentrierte er sich bei ihr mehr auf die Aufrichtung und die korrekte Anlehnung an die Fahrzügel. Gegen Ende des Trainings liess ich die Zügel länger, sodass Kiwi nach unten strecken konnte. Sie wurde dabei zunächst etwas schneller, aber ich bremste sie mit der Stimme und nach einigen Augenblicken waren wir gemütlicher unterwegs. Sie war eben doch noch jung und musste lernen, entspannt und in gleichbleibendem Takt zu laufen. Das wurde an den Shows übrigens auch bewertet. Ich fuhr mit Kiwi zurück und holte als Nächstes Xinu, Lewis machte mit Lining weiter. Die beiden Hengstchen waren etwas einfacher zu einem Bluff-Trab anzustacheln. Sie hoben fast schon von selbst die Vorderbeine, wir mussten nur darauf achten, dass die Hinterhand auch richtig untertrat. Nach Xinu und Lining waren Oreo und Acira dran. Oreo spürte den Frühling und brummelte seiner Halbschwester zu, als wir hintereinander zur Bahn fuhren. Lewis hielt ihn kurz und blieb in einem vernünftigen Abstand. Wir trainierten wiederum fleissig unsere Runden, und zum Spass galoppierten wir auch ein wenig. Aciras seidiger Schweif flatterte in der Kühlen Brise, die sich mit dem Fahrtwind vereinte. Ihre kleinen Hufe schlugen rhythmisch auf dem feinen Kies auf. Zuletzt drehten wir auch noch ein paar Runden mit Darling und Allegra – letztere war noch nicht lange eingefahren und hatte noch etwas Mühe mit der Kommando-Umsetzung. Sie war meist ein wenig zu eifrig und wollte nicht warten, geschweige denn dabei geschlossen stillstehen. Aber auch das würde mit der Zeit immer besser klappen, davon war ich überzeugt. Nach dem Training gab es für alle Minis ein paar Karotten, die wir zur Beschäftigung an den Bäumen auf der Weide aufhängten. Lily half dabei und fand es super, Lining beim ‘Einfangen’ der orangefarbenen Wurzeln zuzusehen.
    31 März 2019

    Occulta
    Springen A-L
    Chanda, PFS‘ Dancin‘ to Jazz, Areion, Tayr al-Diyari

    “Do it again, that was much too fast. The distance should be six leaps, not five.” Elliots Stimme wurde von einer frischen Brise über den Sandplatz getragen. Er stand in der Mitte zwischen den Hindernissen des kleinen Parcours, den wir gerade übten. Seine Worte waren an Rosie gerichtet, die mit ihrem Araber Tayr nach Pineforest ins Training gekommen war. „Yes, that’s better. Keep him in this pace. Steady through the curve. Now go straight, keep your shoulders back. See! Very good.” Rosie lobte den temperamentvollen Fuchs mit Halsklopfen und liess die Zügel durch ihre Hände gleiten. Sie atmete selber schwer – ich wusste zu gut, wie anstrengend es sein konnte, ein anspruchsvolleres Pferd zu reiten. Als nächstes waren Chanda und ich dran. Die Criollo Stute war zwar genau gleich wie Jazz eigentlich kein geborenes Springpferd, doch es sprach nichts dagegen, ihre Bein-Geschicklichkeit etwas zu fördern. Wir sprangen nicht hoch, es waren bloss um die 70 Zentimeter. Auch Lily und Areion machten mit, denn für meine springbegeisterte Nichte war jede Gelegenheit zu üben willkommen. Ich galoppierte Chanda an und ritt eine kleine Volte, ehe ich auf den ersten Steilsprung zusteuerte. Die Criollostute blieb stabil im selben Takt und überwand das Hindernis geschickt, wenn auch vielleicht etwas weniger elegant als der Araber vor ihr. Sie machte einen schön runden Hals und schäumte ganz leicht. Ihre Ohren klappte sie konzentriert nach hinten, sobald ich eine Hilfe gab; dann wiederum nach vorne, wenn wir das nächste Hindernis in Angriff nahmen. Mir gefiel die Arbeitseinstellung der Stute sehr gut. Je länger sie unter dem Sattel war, desto fleissiger wurde sie. Sie reagierte auch sehr fein auf meine Stimme und auf die Sitzhilfen, sodass ich sie schon jetzt fast mit zwei Fingern reiten konnte. Ein richtig praktisches Arbeitspferd, wie man es von Criollos erwartete. Das Springen schien ihr ganz gut zu gefallen, denn es bot Abwechslung zu unserem normalen Training und sie wirkte sehr motiviert. Zwischendurch machte sie zwar einen Patzer, weil sie sich verschätzte, aber sie sprang aus jeder Situation ab und gab sich grosse Mühe. Auch Jazz machte gut mit, ging aber etwas vorsichtiger und zögerlicher an die Sprünge heran. Areion war zwischendurch ein Trampel. Auch er sprang zwar fast immer ab; es schien ihn aber nicht sonderlich zu kümmern, wenn dabei eine Stange fiel. Chanda zeigte jeweils wenigstens ihren Missmut mit einem frustrierten Bocksprung oder einem kurzzeitigen Sprint, wenn ihre Hinterbeine die Stange berührten. Areion hingegen galoppierte einfach stur im gleichen Takt weiter. Lily musste ihn deshalb gut beisammen behalten und sauber anreiten, um fehlerfrei zu bleiben. Das war also gar nicht unbedingt schlecht. Elliot stellte den beiden am Ende sogar noch einen etwas höheren Parcours, den Areion beim zweiten Anlauf dann ohne Abwurf überwand. Zufrieden liessen wir die vier austraben und ritten danach Seite an Seite trocken. Die Brise war dabei wunderbar erfrischend.
    31 Mai 2019

    Occulta
    Distanz A-L
    PFS’ Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, Fallen Immortality, Tayr al-Diyari, Areion

    Es war ein langer Tag gewesen, wir hatten jede Menge zu tun gehabt – wie immer, eigentlich. Der Unterschied war, dass der Tag noch nicht vorbei war. Vor uns lag die grandiose Idee von Jonas, einen nächtlichen Wanderritt zu machen. Wir wollten mit den Pferden in ein 40 Kilometer entferntes Waldstück reiten und dort den Rest der Nacht verbringen, um dannn morgens zurückzukehren und pünktlich für die Arbeit auf dem Hof wieder hier zu sein. Ich schien dabei die einzige zu sein, die das „Abenteuer“ nicht ganz so ansprechend fand. Normalerweise hätte mich die Idee sehr gereizt, aber ich litt schon seit Tagen unter Schlafmangel, weil ich aus irgendeinem Grund nicht richtig einschlafen konnte. Da war die bevorstehende, lange Nacht nicht gerade förderlich, wie ich unschwer erkannte. Trotzdem wollte ich Jonas und vor allem Lily den Spass nicht verderben. Ich hatte ja versucht, die beiden ohne mich loszuschicken, aber Lily hatte so lange gebettelt, dass ich mitkommen solle… Am Ende war ich eben doch leicht für Blödsinn zu überreden. Nun fand ich mich im Offenstall der Stuten wieder, wo ich meine Appaloosa Stute Jazz einfing. Naja, einfangen konnte man es kaum nennen; die Stute kam mit dem Rest der Herde neugierig zu mir und liess sich problemlos aufhalftern. „Euch ist wohl allen langweilig, was?“, bemerkte ich lachend, als ich die vielen langen Gesichter sah. Jonas halfterte Chanda auf. Wir nahmen beide Pferde mit zum Nebenstall und bereiteten sie dort für den Ritt vor. Dazu gehörte natürlich sauberes Putzen, Gamaschen Anziehen, Satteln und Packtaschen befüllen. Lily machte inzwischen im Nordstall ihren Tinker Areion startklar. „Ich habe noch eine kleine Überraschung für dich organisiert“, verriet Jonas plötzlich verschwörerisch. „Ach ja? Was denn?“ “Na wenn ich das sage, ist es ja keine Überraschung mehr.” „Du weisst, dass ich Überraschungen nicht mag.“ „Diese wirst du mögen. Eigentlich ist sie gar nicht so spektakulär.“ Ich hob die Augenbrauen und zuckte mit den Schultern. Jazz war soweit fertig ausgerüstet und trug nun meinen Schlafsack, eine Regenjacke für alle Fälle, eine Taschenlampe, Mückenspray, unser Abendessen und eine Zahnbürste für mich. Ausserdem ein wenig trockenes, gespaltenes Holz und Zeitung, damit wir ein anständiges Feuer machen konnten. Jonas und ich führten die beiden Stuten auf den Kiesweg und stiegen auf, denn Lily kam mit Teddy bereits angeritten. Wir begannen unseren Ausflug in Richtung Fluss, es war gerade kurz nach sieben Uhr. Schon von weitem sah ich zwei Araber von der Wilkinson Farm den Feldweg hinunter getrabt kommen. „Du hast Rosie eingeladen?“, stellte ich freudig fest. „Hab doch gesagt, die Überraschung wird dir gefallen.“ „Aber wen hat sie da auf Fay dabei? Gordon ist es sicher nicht, der wäre zwei Köpfe grösser.“ „Keine Ahnung, ich hab ihr einfach gesagt, sie könne jemanden mitnehmen…“ Wir warteten auf die beiden und begrüssten sie. „Good day, Murray Tàileach is my name. Nice to meet ya“, stellte sich der Fremde vor. Es war ein gutaussehender junger Mann, wenn auch etwas zu bärtig für meinen Geschmack. Er hatte auffallende, graugrüne Augen und mir fiel sofort sein schottischer Akzent auf. Wir stellten uns ebenfalls vor und Rosie erklärte, dass sie Murray von früher kannte, aus der Universität. „Ah, a clever lad then“, bemerkte ich neckisch. Murray sass auf Fays Rücken, allerdings hatte Rosie die Stute von Tayr aus am Führseil. Daraus schloss ich, dass der junge Mann wohl nicht besonders gut reiten konnte. Wir lernten Murray während dem Ritt besser kennen. Er war ein interessanter Zeitgenosse; humorvoll, klug und offenbar ziemlich naturliebend. Ich fragte ihn, warum er einen Bürojob (Informatiker) hatte, wenn er doch so gerne unterwegs war. Er erklärte, dass er die Abwechslung mochte und nunmal auch gut im Programmieren war, weshalb er sich so einen perfekten Mix aus Hobby und Job geschaffen habe. Wir diskutierten auch viel über seine Herkunft, Familiengeschichte und Schottland. Er schien gut informiert über die geschichtlichen Ereignisse rund um sein Heimatland zu sein, jedenfalls erfuhren wir so einige interessante Details. Wir erreichten unser Ziel sehr bald. Die Pferde sattelten wir ab, wechselten die Zaumzeuge zu Knotenhalfer und spannten ein Seil zwischen die Bäume, an dem wir sie anbinden konnten, sodass sie sich beim Grasen nicht verhedderten. Natürlich spannten wir für die Hengste ein separates Seil, damit es keine Unfälle gab. Danach stellten wir unsere beiden Zelte auf und machten ein Lagerfeuer. Bevor es dunkel wurde, sammelten Rosie, Murray, Lily und ich genug Brennholz, Jonas zerkleinerte es in handliche Stücke. Als die Sonne schliesslich hinter dem Wald verschwand, wurde es etwas kühl, sodass Lily und ich unsere Fleecejacken rausholten. Das Feuer wärmte zusätzlich, sobald es besser brannte. Wir sassen rundherum und hörten zu, wie Murray alte schottische Legenden erzählte. Die Stimmung war perfekt. Gegen halb zwölf Uhr gingen wir schlafen, denn wir wollten ja am nächsten Morgen rechtzeitig zurückreiten. Wir putzten uns die Zähne und wünschten uns eine gute Nacht, dann krochen wir in die Schlafsäcke. Lily weckte mich mitten in der Nacht nochmal, weil sie pinkeln musste aber sich nicht alleine in den dunklen Wald traute.

    Um sieben Uhr packten wir unsere Sachen und ritten zurück. Die Pferde hatten die Nacht gut überstanden und den ganzen Bereich rund um die Anbindeleine abgegrast. Nun waren sie hungrig auf ihr Kraftfutter und liefen entsprechend zügig, sodass wir sogar eine Viertelstunde früher zuhause ankamen. Murray versprach, wiedermal mitzukommen und bog dann mit Rosie zusammen ab zur Wilkinson Farm. Wir drei versorgten die Pferde und halfen danach im Stall mit. Zum Mittag gab es selbstgemachte Pizza – die hatten wir uns nach dem Ritt verdient.
    31 Juli 2019

    Occulta
    Distanz L-M
    Chanda, Tayr al-Diyari

    Ich war an diesem sonnigen, aber kühlen Septembertag verabredet für einen Trainingsdistanzritt mit Rosie. Wir hatten vor, mit dem Anhänger zum Strand zu fahren und dort dann 50 Kilometer der Küste entlang zurückzulegen. Genauer gesagt führte die Strecke von Aberdyfi Beach nach Fairbourne. Um dort hin zu gelangen, mussten wir aber zuerst zweieinhalb Stunden Fahrt in Kauf nehmen. Ich stand pünktlich um acht Uhr mit Chanda unter dem Vordach des Nebenstalls und bürstete ihr Grullo-Scheckfell. Sie war ausgerechnet heute ziemlich schmutzig, sodass ich länger hatte als erhofft. Ich hätte ihr doch schon die Decke anziehen sollen, stellte ich innerlich fest. „Brauchst du Hilfe?“ Als hätte er meine Gedanken gelesen, bog Jonas vom Kiesweg ab und stellte sich neben mich. „Ich habe Rosie vorhin schon bei den Tannen drüben gesehen.“ Ich seufzte und zeigte ihm Chandas verkrustete Beine. „Die muss ich nachher noch waschen… Und die Hufe habe ich auch noch nicht ausgekratzt. Sie war von oben bis unten so schlammig…“ „Alles klar, ich mache die Hufe rasch. Kümmer du dich um den Schweif, da ist immernoch Stroh drin.“ Ich gab ihm zum Dank einen Kuss, dann erlas ich das dichte Langhaar der Criollostute. „Warum müssen die auch so viel Haare haben?“, jammerte ich, während ich die einzelnen Stränen auseinanderzupfte. „Wenigstens hälst du die Mähne immer schön kurz.“ Zu zweit kamen wir viel besser voran. Rosie kam kurz darauf mit Tayr an und verlud den Araberhengst schonmal. Jonas war so nett, Chandas Beine für mich zu waschen, während ich die Ausrüstung in den Transporter verstaute. Wir montierten das Hengstgitter bei der Trennwand, nur zur Sicherheit. Tayr wurde natürlich aufmerksam, als wir Chanda neben ihn stellten. Er benahm sich aber und brummelte nur ein wenig. Wir schlossen die Klappen und prüften, ob alles verstaut war. Dann verabschiedeten wir uns von Jonas und fuhren los.

    Die Fahrt verlief reibungslos und wir kamen rechtzeitig in Aberdyfi an. Ich lud Chanda aus und öffnete die Transportgamaschen. Dann sattelte ich sie und zog ihr das Bosal an. Rosie ritt Tayr mit einer Wassertrense über einem Knotenhalfter. Als wir beide ready waren, schlossen wir alles ab und begaben uns zum Strand runter. Die ersten sieben Kilometer bis Tywyn Beach konnten wir direkt am Strand reiten, im Sand. Es war herrlich, den Wellen zuzusehen, aber die Brise vom Meer war zugegebenermassen etwas kälter als ich es erwartet hatte. Schon nach kurzer Zeit frohr ich trotz Regen- und Fleecejacke. Wenigstens bekamen wir beim Traben und Galoppieren einigermassen warm. Ab und zu steuerte ich Chanda ein wenig ins Wasser, sodass es hochspritzte. Wir hatten unseren Spass, trotz der geringen Temperaturen. In Tywyn mussten wir dann etwas weiter landeinwärts. Wir konnten immernoch relativ nahe der Küste entlang über Felder und Hügel reiten. Zwischendurch mussten wir aber leider trotzdem auf Teerstrassen laufen, wenn die Felder eingezäunt waren. Wir erreichten Fairbourne gegen ein Uhr. Dort legten wir eine kurze Pause ein, ehe wir den Rückweg in Angriff nahmen. Chanda und Tayr waren noch fit – wobei der Araber aber schon etwas mehr geschwitzt hatte als die Criollo Dame. Chanda war aber inzwischen auch trainierter was weite Distanzen anging. Für den Rückweg hatten wir nochmal gleich lang; es war auch fast derselbe Weg. Als wir beim Transporter ankamen, war ich dann doch froh, endlich aus dem Sattel steigen zu können. Es hatte zwar grossen Spass gemacht, aber die Kälte war zuletzt richtig mühsam geworden und nun drehten Rosie und ich auf der Heimfahrt die Heizung im Auto hoch.
    30 Sep. 2019

    Occulta
    Dressur A-L
    Cambria, PFS‘ Ravissante, PFS‘ Shadows of the Past, PFS’ Dancin’ to Jazz, Chanda

    Es war schon acht Uhr abends, und durch die Dunkelheit kam es mir noch viel später vor. Nichts desto trotz lag noch eine ganze Dressurstunde vor mir, bevor ich Feierabend hatte. Ich zog den Reissverschluss meiner Fleecejacke fröstelnd höher und rieb mir die Hände, bevor ich Jazz‘ Halfter schnappte und die Stute einfing. Linda, die mich begleitet hatte, machte dasselbe mit Chanda. Wir brachten die beiden zum Nebenstall, wo bereits Shira, Cambria und Ravissante geputzt wurden. Wir beeilten uns, damit wir möglicherweise etwas früher fertig werden konnten. Lisa war aber noch nicht in der Halle, als wir reinkamen. Wir wärmten uns trotzdem schonmal auf, denn sie musste jeden Moment hier sein. So war es dann auch, sie kam wenige Minuten später. „Everyone warmed up already?“, fragte sie gut gelaunt. Wir nickten alle, also liess sie uns auf die linke Hand antraben und Schlangenlinien mit Übergängen reiten – zuerst im Trab, dann im Galopp. „This was the first step towards todays exercise. We want to focus on flying changes“, erklärte sie nach der letzten Galopp-Schlangenlinie. Sie holte drei Stangen aus der Halterung an der Hallenwand und legte sie auf der Mittellinie aus. Wir mussten über die Breite der Bahn abbiegen und darüber galoppieren. Über der Stange wollte Lisa dann das korrekte Umspringen sehen. Jazz hatte am Anfang eine Art Beinsalat und sprang nicht sauber über die Stangen. Nach dem dritten Versuch schaffte aber auch sie es, wobei ich sie erleichtert lobte. Wir wiederholten das ganze ein paarmal auf beide Seiten, bis es zuverlässig klappte. Danach wollte Lisa Schulterherein auf dem inneren Hufschlag sehen. Jazz bog dabei den Hals fast etwas zu stark, sodass ich ihre Stellung korrigieren musste. Anschliessend sollten wir dann im Galopp aus der Ecke wechseln und die Vierbeiner umspringen lassen, sobald wir wieder auf den Hufschlag kamen. Bei den meisten holperte es zuerst nur, und Cambria und Shira sprangen in den Kreuzgalopp. Lisa schüttelte ungeduldig den Kopf und wies Robin und Rita an, die beiden Stuten viel mehr zu versammeln. „You have to be slower. They need enough time to sort their feet.” Jazz sprang zuerst gar nicht um, doch dann zu meiner Überraschung sofort richtig. Ich lobte sie begeistert und versuchte es nochmals, wobei es leider wieder nicht klappte. So einfach war es eben doch nicht. Ich blieb geduldig und wiederholte den Versuch. Sie sprang wieder um, wenn auch mit einem Zwischenschritt. Auf die andere Seite ging es deutlich besser, denn das bedeutete einen Wechsel auf ihre bessere Hand. Auch Chanda fiel es leichter in den Linksgalopp zu wechseln. Wir machten als letzte Übung noch ein paar Tempowechsel im Galopp auf der ganzen Bahn, dann liessen wir die Pferde auch schon wieder austraben. „Die Stunde war ziemlich schnell vorbei, findest du nicht auch?“, wunderte ich mich an Robin gewandt. Sie stimmte mir zu. Laut der Uhr waren wir trotzdem eine Dreiviertelstunde an der Arbeit gewesen, inklusive dem Aufwärmen und Trockenreiten ergab das die ganze Stunde. Ich lobte Jazz abermals vor dem Absteigen und gab ihr ein Stück Karotte, das sie sanft von meiner Hand knabberte. Die Appaloosastute war so ein Schatz!
    31 Okt. 2019

    Kür

    Als ich mit Chanda an die Zuchtzulassungsprüfung fuhr, regnete es in Strömen. Schon beim Verladen hatten wir Pech gehabt: es hatte gerade so richtig angefangen, als wir die Criollostute nach draussen führten. Auf der Autobahn hatte ich teilweise so schlechte Sicht, dass ich sogar noch langsamer als die erlaubte Geschwindigkeit mit dem Anhänger fuhr. Zum Glück hatten wir genug Zeit eigerechnet und daher überhaupt keinen Stress. Als wir ankamen, war der Parkplatz halb überschwemmt. Na gut, das mag ein wenig übertrieben sein - aber es hatte zumindest grosse Pfützen, genau da, wo uns unser Parkplatz zugewiesen wurde. Schon beim Aussteigen musste ich aufpassen, dass ich nicht sofort nasse Füsse bekam. Ich hastete zum Anhänger, angelte das Zaumzeug aus dem Ausrüstungsfach und rettete mich dann ins Innere zu Chanda. Die Stute war durch das Trommeln des wütenden Regens etwas aufgeregt, liess sich aber einigermassen anständig zäumen. Ich musste nur ein paarmal ihre Aufmerksamkeit und damit auch ihren Kopf wieder zu mir zurücklenken. Sie glotzte nämlich aus dem kleinen, seitlich vorne angebrachten Plastikfenster. Als ich es geschafft hatte, hastete ich nach hinten, um die Klappe zu öffnen. Ich hatte Chanda die Zügel verdreht, damit sie nicht runterfielen, und damit ich sie problemlos alleine rückwärts raustreten lassen konnte. Dann, noch immer unter üblem Regenschauer, schloss ich die Rampe so schnell wie möglich wieder und hastete mit Chanda ins Trockene, unter das grosse Vordach der Halle. Sie war bereits geputzt und eigentlich bereit für die Körung, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, etwas vergessen zu haben. "Ach, ich Dummkopf! Die Papiere sind noch im Auto!", rief ich aus. Genau in diesem Moment winkte mir eine junge Frau zu. Sie stellte sich als Juna Preske vor und bot mir an, Chanda kurz zu halten, damit ich zurück zum Auto konnte, ohne dass die Stute noch nasser wurde. Ich dankte tausendfach und hastete davon. Wir unterhielten uns ein wenig, sobald ich zurück war. Die freundliche Dame besass selber ein Gestüt, war heute aber mit keiner eigenen Stute hier, sondern sah nur zu. Sie wünschte mir viel Glück und ich bedankte mich abermals.
    Chanda und ich grüssten die Richter (also eigentlich grüsste nur ich sie, denn Chanda war zu abgelenkt von den vielen anderen Menschen auf der Tribüne). Ich führte ihre Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp auf beide Seiten vor und machte dazwischen jeweils Volten oder Schlangenlinien. Zuletzt stellte ich sie gerade vor die Richter, damit sie ihr Exterieur bewerten konnten. Chanda war energiegeladen, aber stets kontrollierbar. Ich war erleichtert, als ich die Richter zum Abschied abermals grüssen und die Halle verlassen konnte. Das war eine turbulente Körung gewesen!
    1785 Zeichen mit Leerzeichen, geprüft mit Lettercount.com, Text by Occulta
     
    Zuletzt bearbeitet: 23 März 2020
    Bracelet und Occulta gefällt das.

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