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[SK 464] Alle Stuten

Dieses Thema im Forum "Archiv" wurde erstellt von Canyon, 16 Nov. 2018.

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Welcher Stute möchtest du deine Simme geben?

Diese Umfrage wurde geschlossen: 20 Juni 2019
  1. Primo Victoria

    10,0%
  2. tc Miss Moneypenny

    0 Stimme(n)
    0,0%
  3. BS Je'taime

    0 Stimme(n)
    0,0%
  4. Echo's Maiden

    30,0%
  5. Andorra

    10,0%
  6. Lamira

    10,0%
  7. PFS' Devil in Prada

    10,0%
  8. Porcelain Doll

    0 Stimme(n)
    0,0%
  9. Devrienterreuth

    20,0%
  10. The Unwritten Performance

    10,0%
  1. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

    [SK 464] Alle Stuten
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    Regeln:
    - Es dürfen nur Stuten teilnehmen (Keine Hengste, Wallache oder Fohlen).
    - Jeder darf mit bis zu drei Stuten teilnehmen, dabei ist es egal, wem diese gehören.
    - Der Text darf maximal 3000 Zeichen enthalten, bitte überprüfen auf www.lettercount.com etc.! Zur Überprüfung wird die Zeichenanzahl unter den Kürtext geschrieben, zusammen mit dem Prüfsystem.
    - Bitte überweist 5 Joellen pro Stute an mich (Canyon) mit dem Grund: SK 464
    - Der Teilnehmerzahl ist auf höchstens 10 Pferde begrenzt.
    - Der Teilnahmeschluss bleibt vorerst offen und wird mindestens einen Tag vorher angekündigt, außer die maximale Teilnehmerzahl ist bereits ausgefüllt.
    - Ist die SK mehr als 2 Monate offen, erfolgt die Abstimmung auch ohne, dass 10 Stuten teilgenommen haben, allerdings unter der Voraussetzung, dass es mindestens 5 Teilnahmen gibt.
    - Hufschmied- und Tierarztberichte sind mit dem richtigen Datum zu versehen.
    - Bitte achtet darauf, die Teilnahmebilder bei abload.de oder ähnlichem hochzuladen, damit sie auch später im Gewinnerthema angezeigt werden.

    Gründe für eine Disqualifikation:
    - die Zeichenzahl des Textes stimmt nicht
    man hat mit Doppelaccounts abgestimmt
    - es wurde gebettelt
    - es wurde nicht überwiesen
    - die Teilnahme ist unvollständig
    - es liegt ein Verstoß gegen die Regeln vor
    - die Aufgaben wurden nicht erfüllt

    Aufgaben
    Die Kür darf frei ausgedacht werden, jedoch muss sie folgendes beinhalten:
    - das Einreiten/ Führen am Anfang der Kür mit anschließendem Grüßen
    - alle 3 GGA auf rechter und linker Hand
    - mindestens 2 verschiedene Hufschlagfiguren außer ganze Bahn
    - Richter verabschieden am Ende der Kür

    Die Gewinnerstuten werden durch folgendes System ermittelt:
    Aussehen Körungstext / Userabstimmung
    1 Punkt für jede Stimme

    Abstammung
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Elternteil
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Großelternteil
    -0,5 Punkte für Inzucht betreffend Eltern & Großeltern je Pferd/Pony

    Offizielle Turniere & Wettbewerbe
    1 Punkt für jede Turnierschleife erster Platz
    1 Punkt für jede Schönheitswettbewerbsschleife
    1 Punkt für jede Turnierschleife zweiter Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife dritter Platz
    1 Punkt je Fohlenschauschleife
    2 Punkte je Reiterspielschleife

    Gesundheitscheck wenn vorhanden
    2 Punkte für Tierarztuntersuchung
    2 Punkte für Hufschmieduntersuchung
    Die Gesundheitschecks dürfen max. 6 Monate alt sein - Zählung erfolgt ab dem Tag der Anmeldung.

    1 Punkt pro Ausbildungsbericht (nur Stufenerhöhungen zählen!)
    1 Punkt für ein Zubehörbild
    2 Punkte für ein Bild mit Zubehör & Bewegung
    Es wird nur ein Zubehörbild gewertet.

    Mindestpunktzahl für die Gewinner: 20 Punkte

    Teilnahmen bitte nach folgender Reihenfolge gliedern:
    Username
    verlinkter Pferdename
    Pferdebild
    Steckbrief (gespoilert) inkl. Turnierschleifen und korrekter Abstammungsverlinkung
    TA und HS Berichte + Datum (gespoilert)
    Trainingsberichte, nur die Stufenerhöhungen! (gespoilert)
    Kür + Zeichenzahl und Name des Prüfprogrammes


    Viel Spaß und Erfolg bei der Teilnahme!
     
    Zuletzt bearbeitet: 7 Feb. 2019
  2. Occulta

    Occulta Schattenpferd

    Meine Teilnahme mit...
    Primo Victoria

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    Steckbrief
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    Vom: Ikarus

    Vom: Muskat
    Aus der: Saphira

    Aus der: Blütenzauber


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    Rufname: Primo, Prim
    Geburtstag: 05.05.
    Alter: 4 Jahre
    Stockmaß: wird ca. 1.69 m
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Schwarzbraun mit Birdcatcher-Spots
    (EE,Aa)
    Abzeichen: weisse Fesseln vorne, gestiefelt hl, Strichblesse
    Gesundheit: Sehr gut


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    Aufmerksam, manchmal schüchtern, verschmust, sehr menschenbezogen


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    Wie auch ihr Bruder Merino ist Primo eine aufmerksame Stute, die wegen ihrer Flaschenaufzucht noch mehr menschenbezogen ist als es Merino jemals sein wird. Manchmal ein wenig schüchtern, mag sie einem am liebsten auf den Arm springen. Beide Fohlen tragen das Erbe ihres Vaters weiter - die Birdcatcher Spots die Ikarus besonders machen trägt auch Primo im Fell. Zunächst ein wenig schwächlich, wird sie immer kräftiger, ausdauernder und zeigt das Talent eines wahren Rennpferdes. Um auch das Erbe ihrer Mutter fort zu tragen, scheint sie ab und an ihrem eigenen Kopf zu entwickeln, lässt sich jedoch in gute Bahnen lenken.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Vampyrin
    VKR: Vämp/Ravi
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: nein
    Nachkommen: -


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    Galopprennen Klasse: S***
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: A
    Military Klasse: A
    Dressur Klasse: A
    Distanz Klasse: E
    Wendigkeit: A

    Eignung: Galopprennen, Distanz
    Eingeritten: Nein


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    [RS 62] Halloween
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    1. Platz 343. Militaryturnier
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    1. Platz 454. Galopprennen
    1. Platz 464. Galopprennen
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    2. Platz 407. Galopprennen
    2. Platz 462. Galopprennen
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    Fohlenspringen
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    Primo's Spind

    TA Berichte
    Elsaria
    Tierklinik zur Lindenweide
    Grunduntersuchung + Impfen

    Patienten: Cryptic Spots (Hengst), Simba Twist (Hengst) Primo Victoria Stute

    Heute machte ich mich auf den Weg zu einer neuen Kundin MRS. Smith. Ich sollte 3 Ihrer Pferde anschauen, da sie für die Körung bereit waren und dann noch impfen. Die Fahrt war angenehm und ich kam ohne Zwischenfälle an. Ich nahm meinen Koffer und lief Richtung Stallungen. Der Hof war groß schön und sehr ordentlich. Kaum betrat ich den Stall wurde ich schon begrüßt. „Sie müssen die Ärztin sein, ich bin Occulta Smith!“ begrüßte mich eine junge Frau. Ich bejate und stellte meinen Koffer neben dem Anbinde Platz. Ich bat mit Cryptic Spots zu beginnen. Sofort holte sie den gepunkteten Hengsten aus seiner Box. Ich ließ ihn mir vortraben da war alles in Ordnung. Nun band frau Smith ihn an und ich begann mit meiner Untersuchung. Zähne waren in Ordnung, seine Augen klar, beim abtasten und abhören fand ich nichts. Der Hengst war vollkommen gesund. „Er ist gesund wie neu geboren!“ sagte ich zu seiner Besitzerin. Nun kontrollierte ich seinen Pass um zu sehen welche Impfungen notwendig waren, alle bis auf Tollwut. Diese müsste sie erst nächstes Jahr auffrischen. Nun zog ich die Spritzen, auf die ich brauchte, Herpes, Tetanus, Influenza und stepi Equi. Schnell injizierte ich die spritzen. Der Hengst blieb ruhig, darum bekam Cryptic Spots einen Apfel zur Belohnung. Nun konnte der nächste Hengst kommen, dieser war ein goldener kleiner Racker namens Simba Twist. Auch ihn ließ ich mir vortraben, und mein geschultes Auge sah, das da was im Argen war. Ich bat darum Simba anzubinden. Ich tastete den Hengst ab. Kopf war alles in Ordnung auch der hals und Brust waren intakt als ich mich weiter zu den Hufen abtastete bemerkte ich das das Kronrad heiß war und eine Beule gebildet hatte. Dies war ein Abszess. Sorgfältig schnitt ich den Abszess auf und ließ das Eiter ablaufen. Dann desinfizierte ich die stelle und band den huf dick ein und schüttete eine gelbe Flüssigkeit rein, dies würde die Bakterien abtöten und erklärte der Besitzerin das sie das 2-mal täglich erneuern musste und gab ihr noch Antibiotikum diese sollte sie 3 tage lang 1x am tag verabreichen. Nun machte ich mich weiter, der Rest war unauffällig. Nach einem abhörcheck impfte ich den Kandidaten. Ich sagte das er in 4 Tagen ruhig wieder in Training sein oder auf die Körung gehen kann. Der Abszess war am Anfang und so wurde er gleichbehandelt. Nun kam die Stute an die Reihe Primo Victoria. Ich nannte diese liebevoll Vicky. Auch sie ließ ich mir vortraben und da war nichts zu sehen. Dann schaute ich sie mir genauer an. Sie war vollkommen gesund. Beim abhören vernahm ich nur die üblichen Geräusche. So konnte ich auch sie mit ruhigem gewissen impfen. Ich packte alles zusammen trug alles in die Pferdepässe ein und verabschiedete mich von meiner Kundin. Ich hoffe das sie Zufrieden war.
    3 Okt. 2018

    HS Berichte

    Trainingsberichte [7]
    Occulta
    Galopptraining E-A

    Es war nun vier Wochen her, seit die Nachwuchsvollblüter vorsichtig angeritten worden waren. Sie kannten kaum mehr als das alle drei Gangarten unter dem Reiter, wobei gerade das Galoppieren den meisten die grössten Schwierigkeiten bereitete – jedenfalls in der Halle, wo sie immer wieder Kurven machen mussten. Heute wurden sie von den Kurven erlöst, jedenfalls von den engen. Denn heute durften Merino, Simba Twist, Miss Moneypenny, Riven in a Dream, Primo Victoria und der Neuling Cryptic Spots zum allerersten Mal auf die Rennbahn. „So eine ausgewogene Gruppe hatten wir schon lange nicht mehr“, scherzte Jonas. „Drei Hengste, drei Stuten und alle auf exakt demselben Niveau.“ Ich stimmte ihm fröhlich zu und schob Pennys Box auf. Die Schimmelstute begrüsste mich mit ihrer weichen rosa Schnauze und versuchte, am Reissverschluss meiner Jacke zu zupfen. Ich schob sie sanft beiseite und streifte ihr das violette Halfter über, dann führte ich sie durch die Stallgasse zu den Anbindestellen. Jonas half mir beim Anbinden, doch anschliessend verschwand er nach draussen, um im Nordstall die Trackponys Calico und Dod bereit zu machen. Neben Penny und mich gesellten sich Quinn mit Primo und Parker mit Riven. Wir legten mit dem Putzen der drei los und plauderten dabei über die Sieger der letzten Rennen. Ich konnte mir ein Gähnen nicht verkneifen, denn es war erst halb sechs Uhr und draussen noch stockfinster. Wir beeilten uns mit dem Putzen, denn wir wollten die Geduld der Youngsters nicht schon jetzt strapazieren. Ausserdem hatten wir einen strengen Zeitplan für heute, denn nach dem Mittag standen eine Fohlenschau, ein Halterwettbewerb und ein Springturnier an. Deshalb fand das Training heute auch wieder so früh am Morgen statt, obwohl es im Winter normalerweise keine Rolle spielte. Auch Primo war noch müde: die Stute gähnte herzhaft, während Quinn ihre Schulter massierte. Ich bürstete rasch noch Pennys Schweif, dann war sie bereit zum Satteln. Ich holte den etwas schwereren Trainingssattel und die sonstige Ausrüstung aus der Kammer. Zuerst legte ich ein polsterndes Pad auf, dann die eigentliche Satteldecke und schliesslich den Sattel. Das ganze fixierte ich mit dem Lammfell-Gurt, damit auch bestimmt nichts zwickte. Penny trampelte ungeduldig herum und ich hatte meine liebe Mühe, ihr die Bandagen anständig anzuziehen. Auf die wollte ich aber im Moment noch nicht verzichten, denn bei jungen, unbalancierten Pferden war die Gefahr zu gross, dass sie sich im Renngalopp verschätzten und sich selbst in die vorderen Sehnen traten. Beinverletzungen wollte man im Rennsport um jeden Preis vermeiden. Wir führten die fertig gesattelten Jungstuten nach draussen, wo die gleichaltrigen Jungs bereits warteten. Ajith und Oliver halfen den Jockeys und mir beim Aufsteigen. Danach ritten wir alle hintereinander zur Bahn. Die Trackponys, Calico und Dod, stiessen beim Nordstall zu uns. Merino tänzelte bereits aufgeregt, weil er offenbar dachte, wir gingen wieder ins Gelände. Aber wir bogen stattdessen auf den Galoppweg und trabten uns dort warm. Darren und Dod bildeten die Spitze, Jonas und Calico das Schlusslicht. Dazwischen trabten die jungen Pferde fleissig hintereinander und orientierten sich stark an der Gruppe. Das war in diesem Alter auch noch vollkommen erwünscht. Riven fand die über uns dunkel in die Höhe ragenden Tannen etwas gruselig, denn sie lief mit verklemmtem Schweif vor mir und Penny. Merino und Cryptic gerieten jetzt schon aneinander, denn der freche Merino versuchte immer wieder, nahe genug an das gepunktete Hinterteil seines Vordermanns zu kommen, um hineinzukneifen. Cryptic schlug als Antwort missmutig mit dem Schweif und bedeutete dem Frechdachs auf Abstand zu bleiben. Simba arbeitete heute sehr still mit. Er schien sich nicht besonders für die anderen Pferde um ihn herum zu interessieren, und da Merino zu weit von ihm weg war, konzentrierte er sich vollkommen auf April, die ihn ritt. Er trat sogar etwas ans Gebiss, wenn auch nicht konstant, da ihm dazu schlichtweg noch die Muskeln und die Balance fehlten. Zufrieden drehte ich den Kopf wieder nach vorne um mich auf mein eigenes Reittier zu konzentrieren. Ich spielte etwas mit den Zügeln und lud Penny ein, ebenfalls den Kopf etwas runter zu nehmen. Sobald sie im Genick nachgab, lobte ich sie durch rasches Überstreichen. So beschäftigte ich sie immer wieder etwas, während wir eine ganze Runde trabten. Danach ritten wir im Schritt zur Bahn. Heute waren die absoluten Basics gefragt: Betreten der Startbox, ein/zwei erste Starts und zuletzt ein erstes, kurzes Galopptraining. Ajith und Oliver warteten bereits auf uns. Wir ritten vor der Startmaschine eine Volte. Ajith und Oliver pickten einen nach dem anderen heraus und führten uns zügig auf die Boxen zu. Je rascher und entschlossener das ganze von statten ging, desto weniger zögerten auch die Pferde. Sie standen quasi drinnen, bevor sie richtig darüber nachdenken konnten. So erging es auch Penny und mir. Hinter uns schloss Ajith die Klappen, gerade rechtzeitig, bevor Penny den Rückwärtsgang einzulegen versuchte. Ajith drückte dagegen und ich trieb sie wieder vor, dann versuchte ich sie dort zu halten, bis alle drin waren. Sobald die letzte Klappe zuging, lief Oliver zum Auslöser und liess die Startmaschine aufschnappen. Natürlich wussten die jungen Vollblüter noch nicht, was sie zu tun hatten, also trieben wir sie energisch an und gaben ihnen die Zügel frei, um ihnen das Vorwärtsgehen schmackhaft zu machen. Die Reaktionsgeschwindigkeit war auch nach dem dritten Versuch noch bescheiden, aber immerhin kamen die meisten jetzt schon ein paar Sekunden nach dem Öffnen im Trab oder sogar Galopp, in Merino und Cryptics Fall, davon. Nach dem dritten Start trieben wir alle Pferde direkt weiter in den Galopp. Wir blieben dicht beieinander und strebten ein einheitliches Grundtempo an, auch um den Gehorsam zu schulen. Auf den letzten 200 Metern trieben wir sie nochmal etwas an, sodass wir diese in 15 Sekunden schafften. Dies würden wir nun die nächsten fünf Wochen lang widerholen und perfektionieren, bevor der nächste Schritt angegangen werden konnte. Die Trackponys kamen uns entgegen und begleiteten uns im Trab von der Bahn zurück zum Stall. Die jungen Pferde hatten bereits nach diesem bescheidenen Traning stark geschwitzt und saugten Luft durch die weit geöffneten Nüstern ein, was aufgrund der schlechten Kondition ganz normal war. Dies galt es in nächster Zeit deutlich zu verbessern. Doch jetzt war erstmal Feierabend für die Jungspunde. Für uns Pfleger hingegen hatte der Tag erst begonnen.
    30 Nov. 2016

    Occulta
    Galopptraining A-L

    Es war bereits der letzte Januartag, und ein besonders schöner noch dazu. Der Himmel war tiefblau und der eisige Wind, der den Schnee auf den Feldern verwirbelte, zauberte skurrile Landschaften. Während Oliver sich ärgerte, weil die seit wenigen Tagen endlich wieder eisfreie Strasse nun wieder mit Schnee bestaubt wurde, freute ich mich auf das heutige Training mit den Pferden. Es war harte Arbeit angesagt; in erster Linie ging es um die Körungsvorbereitung. Die jungen Pferde mussten noch viel lernen und es machte für mich keinen Sinn, ein ‚grünes‘ Pferd vorzustellen. Den Richtern gefielen wohlbemuskelte, ausbalancierte und gut erzogene Pferde schliesslich auch besser. Als erstes stand Renntraining auf dem Plan. Während die meisten Vollblüter am Morgen bereits ihr Winter-Fitness-Programm genossen hatten, kamen nun am frühen Nachmittag Coulee, Framed in History, Cabinet of Caligari und die sechs jüngsten Rennpferde auf ihre Kosten. Mir blieb wiedermal fast nichts anderes übrig, als meinen Frame zu reiten, da der Hengst bei mir einfach am besten lief und Quinn noch bis nächste Woche in den Ferien war. Ein Hauch Missmut erweckte das aber schon, zumal ich doch so gerne einen der Youngsters trainiert hätte. Nächste Woche eben wieder, dann ist Quinn auch wieder da. Ich holte den Schecken aus seiner Box und begann ihn zu putzen. Zunächst massierte ich ihn gründlich mit dem Gummistriegel, um den Staub und ausgefallenes Fell zu lösen. Dann spickte ich alles mit der langborstigen Staubbürste weg. Bereits danach begann Frames Fell schön zu glänzen, aber ich bearbeitete es trotzdem noch mit der Kardätsche und zuletzt mit der feinen Bürste, wie es Routine war. Wären wir jetzt an ein Rennen gegangen, hätte ich sogar zusätzlich noch mit einem Tuch oder Fellhandschuh und etwas Glanzspray den ultimativen Feinschliff gemacht. Das Langhaar hatte ich vor dem Durchgang mit der Kardätsche gekämmt, sodass der daraus fallende Staub nicht zuletzt noch auf das saubere Fell rieselt. Auch Frame’s zweifarbiger Schweif war bereits seidig und knotenfrei, wie es sich gehörte. Nun musste ich nur noch Hufauskratzen, danach konnte ich satteln. Frame gab seine Hufe artig, zog mir aber nach einer Weile den einen Vorderhuf aus der Hand und scharrte ungeduldig. Ich stupste ihn streng, woraufhin er ihn wieder stillhielt. Nun legte ich ein Stück Chamois Leder auf seinen Rücken, damit der Sattel während dem Training nicht verrutschen konnte. Darüber kam die dünne Baumwoll-Satteldecke. Dann legte ich das schützende Pad auf und faltete die Satteldecke vorne ein Stück weit darüber. Bevor ich den Sattel auflegte und mit dem gepolsterten Trainingsgurt festgurtete, platzierte ich noch ein kleines Lammfellpad hinter dem Widerrist, damit dieser auch wirklich ausreichend geschützt war. Manche Pferde brauchten das, andere nicht, da die Sättel nicht individuell auf die Pferde angepasst waren, sondern grundsätzlich für jedes Pferd verwendet wurden. Manche hatten auch anstelle eines Pads einfach eine dicke Satteldecke, manchmal sogar zwei, oder eine halb gefaltete. Für Frame war aber meine soeben angewandte Lösung bisher die beste und hatte noch nie Druckstellen oder abgebrochene Haare verursacht. Ich zäumte den Hengst und führte ihn nach draussen, gemeinsam mit den anderen Jockeys. Ajith und Oliver halfen uns beim Aufsteigen, dann ritten wir im Gänsemarsch zum Galoppweg, um uns auf einer Trabrunde aufzuwärmen. Merino lief zufrieden direkt hinter Simba Twist. Die beiden waren richtig gute Kumpel und hatten schon als Fohlen immer zusammen gespielt. Kaythara platzte fast vor Energie und tänzelte ungeduldig, wannimmer wir bremsen mussten. Auch Caligari liess sich davon etwas anstecken, aber das Gezapple der beiden war harmlos. Wir machten auf der Bahn einen freien Start, indem wir eine saubere Linie bildeten. Danach trainierten wir zwar alleine, aber so hatten es die Pferde einmal mehr geübt. Ich überholte mit Frame Miss Moneypenny und Cryptic Spots, damit ich niemanden mehr im Weg hatte. Dann nahm ich ihn wieder etwas zurück und gleiste ein anspruchsvolles Intervalltraining mit 2-furlong-sprints auf. Frame kam dabei ganz schön ins Schwitzen, sodass ich ihn nach dem Training gründlich mit dem Schwamm waschen musste. Den ganzen Körper wollte ich aufgrund der Aussentemperaturen nicht abspritzen. Auch Primo Victoria hatte viel geschwitzt und schnaufte noch lange nach dem austraben. Wir wuschen alle Pferde mit dem Schwamm und brachten sie danach direkt mit Abschwitzdecke in die Führmaschine oder übergaben sie einem Pfleger, damit sie sich trockenlaufen konnten. Zwischendurch boten wir ihnen auch etwas zu trinken an. Nach einer guten halben Stunde brachten wir die Pferde in die Boxen und gaben ihnen ihre Karotten zur Belohnung.
    31 Jan. 2017

    Occulta
    Galopptraining L-M
    Gruppe 1: tc Miss Moneypenny, PFS' Merino, PFS' Simba Twist, PFS' Cryptic Spots, Primo Victoria, Cassiopeia

    Fünf Uhr morgens, die Sonne war noch in der Ferne versteckt, doch der Himmel wurde im Osten bereits heller. Ich gähnte ein letztes Mal, dann streckte ich mich und war auf den Beinen. Ein rasches Müsli als Energiespender für den Morgen, dann musste ich mich auch schon im Hauptstall einfinden, denn das Training der Vollblüter fand aufgrund der sommerlichen Temperaturen seit ein paar Tagen wieder wie jeden Sommer besonders früh statt. Ich begann gleich damit, Merino zu putzen, während Ajith mit der Schubkarre umherhuschte und Heu verteilte. Neben mir bereitete Quinn Simba vor. Wir plauderten fröhlich und setzten uns Ziele für den heutigen Tag und das Training. Nach dem Putzen wurden die Trainingssättel aufgelegt und die restliche Ausrüstung vervollständigt. Dann ging es auch schon raus zum Aufsteigen. Alles ging Schlag auf Schlag; einer nach dem anderen wurde von Oliver auf’s Pferd geschmissen. Wir ritten im Gänsemarsch zum Galoppweg und begannen mit dem Aufwärmen im Trab. Nach einem kurzen Aufgalopp beschleunigten wir auf ein angemessenes Trainingstempo und zogen dieses über 1600 Meter durch. Auf den letzten 400 Metern trieben wir die jungen Rennpferde nochmals an, sodass wir sie im gesetzten Limit von 26 Sekunden passierten. Danach liessen wir die trotz der kühlen Morgenluft verschwitzten, heftig atmenden Jungspunde austraben. Ich lobte Merino ausgiebig, denn er hatte seine Gesamtzeit vom letzten Mal um etwas mehr als eine Sekunde unterboten. Aber seine Kondition war noch nicht gut genug, und seine Herzfrequenz, wie sich kurz darauf bei Olivers Kontrolle herausstellte, nahe an der 200er Grenze. Wenigstens Cassiopeia war wieder fitter geworden, denn nach einer erneuten Trainingspause wegen eines Viruses, das sie sich aufgeschnappt hatte, war sie wieder etwas hinter ihren gleichaltrigen Kollegen zurückgefallen und lief deshalb nun in der jüngsten Gruppe mit. Die anderen Nachwuchsrenner, Penny, Cryptic und Primo hatten keine Auffälligkeiten gezeigt und waren fit. Zufrieden beendeten wir das Training, indem wir die sechs in den Freilauftrainer zum Auskühlen brachten. Danach ging’s für die Jockey gleich weiter zur nächsten Gruppe.
    31 Mai 2017

    Occulta
    Galopptraining M-S
    Gruppe 1: PFS‘ Merino, Primo Victoria, Simba Twist, PFS’ Stromer’s Painting Gold, PFS’ Cryptic Spots, PFS’ Miss Moneypenny, Cassiopeia

    Ungeduldig tänzelte Cryptic vor der Startmaschine. Wir warteten darauf, dass Ajith uns reinführte, doch wir standen an der äussersten Position und der Pfleger hatte innen angefangen. Nacheinander brachte er Merino, Simba, Penny, Cassy, Primo und Goldy rein, bis schliesslich wir dran waren. Cryptic war total geladen und ich rollte, einen Blick zu Quinn werfend, die Augen. Sie grinste und meinte: „Better like this than a horse that’s falling asleep.“ Ich stimmte ihr zu und fragte, wie Goldy drauf sei. Das war das erste mal, dass sie mit der Gruppe mitlief. Wir hatten sie bisher nur Dressur geritten und einzeln auf der Bahn trainiert, oder Ausritte gemacht. Wir hatten nämlich zuerst sehen wollen, wie ihr Trainingsstand war. Oliver hatte sie für fit genug befunden, also konnte sie jetzt mit unseren Dreijährigen laufen. Sie hinkte dennoch ein wenig hinterher was die Erfahrung anging, da ihre alte Besitzerin nicht so viel Zeit zum Trainieren gehabt hatte. Cassy war auch immernoch bei der jüngsten Gruppe dabei, doch Oliver wollte sie bald wieder zu den älteren Rennpferden einteilen, weil sie deutlich mehr Ausdauer als die Jungen hatte. Ich war froh, dass die palomino Stute wieder aufholte.

    Endlich gab Ajith das Startsignal und die Klappen öffneten sich. Cryptic drückte wie erwartet gewaltig ab und ich musste mich gut in seiner Mähne festkrallen, um mit den kurzen Bügeln nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Er setzte sich mit ein paar grossen Sprüngen an die Spitze und ich überlegte zufrieden: Wenn er im nächsten Rennen so losspringt, kann er schon von Anfang an einen guten Vorsprung herausholen. Allerdings musste ich ihn jetzt etwas zurücknehmen, denn unser Training fand wie fast immer in Intervallen statt. 1600 Meter insgesamt waren es heute, dazwischen Phasen mit 200 Meter Sprints. Ich sah stets auf meine Armbanduhr um unsere Geschwindigkeit zu überprüfen. Cryptic machte sich heute echt gut, doch gegen Ende der 1600 Meter wurde er etwas langsamer, was mir zeigte, dass es in Sachen Ausdauer noch haperte. Merino und Simba bieben bis zum Schluss dicht beieinander, weil die beiden gerne zusammen liefen und sich so gegenseitig anstachelten. Sie wurden dicht verfolgt von Penny, die ziemlich zurückgehalten wurde, weil sie sich beim letzten Training zu sehr verausgabt hatte und mit einem zu hohen Puls durchs Ziel gekommen war. Quinn nahm’s mit Goldy noch gelassen und blieb zuhinterst. Die Stute konzentrierte sich und war gehorsam, das machte das Training sehr angenehm. Primo hingegen war etwas abgelenkt und irgendwie nicht auf der Spur. Nichts desto Trotz war es ein gutes Training gewesen und wir kamen mit jedem Tag wieder ein kleines Stück weiter.
    31 Aug. 2017

    Occulta
    Springen E-A
    Chiccory ox, Shades of Gray, A Winter’s Day, PFS’ Captured in Time, PFS’ Merino, Simba Twist, Primo Victoria, PFS’ Cryptic Spots

    Nachdem wir mit der ersten Springstunde fertig waren und ich Iskierka weggeräumt hatte, war nun eine etwas weniger erfahrene Gruppe dran. Diesmal ritt ich Merino, den Rappen mit den lustigen weissen Punkten. Auch seine Zwillingsschwester Primo war dabei, denn beide hatten etwa denselben Trainingsstand. Natürlich folgten uns auch die restlichen Rennpferde dieser Jahrgangsgruppe, Ciela, Simba und Cryptic, auf den Reitplatz, wo immernoch derselbe Parcours wie zuvor stand - nur dass Elliot ihn inzwischen etwas runtergestellt hatte. Aber insgesamt waren wir am Schluss sogar acht Pferd-Reiterpaare auf dem Sandplatz, denn Chiccory, Gray und Winter hatten das Springtraining auch nötig. Zuallererst wärmten wir uns wie immer gründlich auf. Danach trabten wir über ein paar Stangen und schulten den gleichmässigen Takt der Vollblüter. Als nächstes folgten ein paar einfache Kreuze und Steilsprünge, bevor wir schliesslich mehrere Hindernisse flüssig nacheinander anritten. Wir gingen alles schön langsam an, da die jüngeren Pferde der Gruppe wirklich noch ganz am Anfang des Springreitens standen. Sie waren ja auch eigentlich Rennpferde, und zumindest im Moment nur indirekt fürs Springen gedacht. Aber es konnte nicht schaden, ihre Ausbildung abwechslungsreich und vielseitig zu gestalten. Das beanspruchte auch wieder ganz andere Muskeln als das Galoppieren auf der Bahn, sodass sie weitere Kraft dazugewannen. Sie machten ihre Sache allesamt gut. Es gab zwar hie und da noch ein paar kleine Patzer, entweder mit Verweigerungen oder fallenden Stangen, aber das war nicht weiter schlimm. Besonders die jüngsten waren halt noch etwas tollpatschig und hatten nicht so viel Balance wie die älteren Pferde. Aber für erste Turniere würden sie bald bereit sein, da war ich mir sicher.
    31 Okt. 2017

    Occulta
    Galopptraining S*-S**
    Primo Victoria, PFS’ Merino, PFS’ Cryptic Spots, Simba Twist, tc Miss Moneypenny, Cassiopeia, PFS’ Stromer’s Painting Gold

    Ziemlich genau ein Jahr war es her, seit die Vollblüter aus der jüngsten Gruppe zum ersten Mal auf die Bahn gekommen waren. Primo Victoria, ihr Zwillingsbruder Merino, Cryptic, Simba und Penny waren innerhalb eines Jahres von absoluten Anfängern zu hervorragenden Rennpferden geworden, die nun allesamt in höheren Rennen starten konnten. Da sie nächstes Jahr mit den erfahreneren Vollblütern zusammen rennen mussten, wollten wir die fünf Jungspunde, Cassiopeia, die wir immernoch am Auftrainieren waren, und Goldy, die ja erst kürzlich dazugestossen war, bis zum Frühling noch etwas härter rannehmen. Oliver hatte einen strengen Plan mit Richtzeiten und -Strecken aufgestellt, an die wir uns Tag für Tag halten mussten. Normalerweise machten wir über den Winter etwas weniger hartes Training und eher eine Art Erholungsphase. Die jungen Pferde mussten aber trotzdem Fortschritte machen und bis zum Frühling das gewünschte Trainingslevel erreichen. Natürlich bekamen die jungen Pferde dennoch genug Pausen, damit sich ihre Muskeln optimal erholen und entwickeln konnten. Auch heute fand das morgentliche Training wie gewohnt statt, typisch für das Winterhalbjahr erst ab acht Uhr. Die Sonne ging daher gerade auf, als wir mit den fix fertig geputzten und gesattelten Pferden den Hauptstall verliessen. Ich wurde von Ajith per Räuberleiter auf Simbas Rücken gehoben und zupfte symbolisch die goldene Mähne des Hengstes unter der Fleecedecke hervor. Da die Vollblüter alle geschoren waren, trugen sie während des ganzen Trainings Fleece-Nierendecken. Wir ritten im Schritt zum Galoppweg, trabten an und wärmten die Vierbeiner auf. Merinos Decke war wohl nicht gut festgemacht, denn sie verrutschte während dem Traben. Ich rief daher Charly vor mir zu «Oi, Chaplin your exercise rug is off». Der Jockey drehte sich verwirrt nach hinten, entdeckte das Problem und zupfte die Decke im leichten Sitz zurecht. Er zwinkerte mir dankbar zu, weil er genau wusste, dass er Ärger von Oliver eingefangen hätte, wenn ich nicht gewesen wäre. Es war noch neblig auf den Wiesen um Pineforest herum und das in der Nähe liegende Dorf war vollständig verschluckt. So wirkte es fast, als sei Pineforest eine Insel inmitten von gähnender Leere, die ebenfalls drohte, in den grauen Schwaden zu verschwinden. Die Pferde liefen rhytmisch über den Schnitzelweg und mein Helm streifte hie und da einen Tannenzweig. Ein Blick über die Schulter verriet mir, dass Cassy direkt hinter uns schön am Zügel lief. Die Palominostute war nebst Vai Alida die einzige Trader Joe Nachkommin in meinem Stall. Weil Alida nicht mehr im Rennsport eingesetzt wurde, lasteten auf Cassy mehr Erwartungen. Es war unheimlich schade, dass sie mit ihrer Beinverletzung hatte pausieren müssen, denn so hatte sie viele wichtige Rennen verpasst. Aber dafür war sie nun umso fitter und zeigte das ganze Potential, das sie von ihrer Abstammung mitbekommen hatte. Wir bogen nach dem Einwärmen auf die Bahn und reihten uns vor der Startmaschine auf, die heute etwas weiter vorne stand. Simba ging zuverlässig rein und auch die anderen liessen sich, bis auf ein wenig Tänzeln, brav hineinführen. Oliver gab das Startsignal und die Tore klappten auf. Doch wenige Sekunden später pfiff er uns zurück. «Penny and Cryptic were too late! Do it again, and this time move your butt properly out of there.» Leicht verärgert trabte April neben mir her. «It was nothing, really. She went off perfectly fine», murmelte sie. Offenbar nicht ‘perfectly’ genug für Oliver. Simba war diesmal ein wenig zögerlich, weil er nicht verstand, warum wir beim ersten Mal gebremst hatten. Wir starteten erneut, wobei Oliver ruhig blieb. Simba legte einen guten Start hin, stockte dann aber, weil er förmlich erwartete, dass wir wieder bremsen mussten. Ich ermunterte ihn zu einem gleichmässigen Takt und hielt den Blick entschlossen nach vorne gerichtet. Dadurch, dass der Hengst etwas unsicher bezüglich des Starts gewesen war, drehte er nun immer wieder ein Ohr nach hinten zu mir und war deutlich aufmerksamer als sonst. Es war ein tolles Gefühl, den Athleten unter mir so sehr bei der Sache zu sehen. Auch Oliver beobachtete das Geschehen interessiert mit dem Feldstecher. Ich fragte mich, ob er nicht insgeheim genau das hatte ausprobieren wollen. Es schien aber nicht bei allen geklappt zu haben, denn Rita hatte mit Cryptic immer noch eine ordentliche Handvoll. Er erinnerte mich an seinen Vater, der je nach Wetter auch lustig aufgelegt war. Aber auch die beiden kamen durchs Ziel und das in der erforderlichen Zeit. Trotzdem motzte Oliver und liess Rita nochmal dreihundert Meter kontrolliert am Zügel galoppieren. Cryptic strotzte nach wie vor mit überschüssiger Energie, war aber danach etwas weniger quengelig. Oliver liess uns austraben und fasste, nachdem sich alle Pferde zum Trockenlaufen mit den Abschwitzdecken im Freilauftrainer befanden, nochmal rasch seine Beobachtungen von vorhin zusammen. Er erklärte, dass die Pferde nun auf einem höheren Level als zuvor waren und wir auch entsprechend auf die Details achten mussten. Wir durften keine Millisekunden in schlechten Starts oder Meinungsverschiedenheiten verschenken. Unsere Konkurrenz hatte eine erste ‘Filterung’ durchlaufen; die im nächsten Jahr startenden Vierjährigen waren allesamt Pferde, die von ihren Trainern als ‘Ertrag bringend’ eingestuft worden waren, ergo ‘nur die Guten’. Diesen Vortrag durften wir uns natürlich jedes Jahr um diese Zeit wieder anhören, entsprechend nickten alle nur mehr oder weniger augenrollend. Recht hatte er aber, und das mussten alle zugeben. Auch ich fragte mich, wie gut meine Vollblüter in der kommenden Saison abschneiden würden. Oliver war erstaunlich optimistisch gestimmt und klopfte mir lobend für das heutige Training auf die Schulter. Er meinte abschliessend, dass Cassy nun ruhig wieder in die älteren Gruppen wechseln konnte, da sie ihren Trainingsrückstand beinahe aufgeholt hatte. Ich stimmte dem zu.
    29 Nov. 2017

    Occulta
    Dressur E-A
    Caspian of the Moonlightvalley, A Winter’s Day, Primo Victoria, PFS’ Navy Sniper, Yoomee, PFS’ Shadows of the Past, Nera, Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, Tayr al-Diyari, PFS’ Arctic Silver Lining, PFS’ Arctic Rainstorm, PFS’ British Oreo Rascal, PFS’ Glenn’s Dare to Shine, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Dressy Miss Allegra, PFS’ Merino, Simba Twist, PFS’ Cryptic Spots, White Dream, Fake my Destiny, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot, Vychahr, Parányi, Satine, Areion, Diarado, Co Pilot de la Bryére, Circus Dancer

    Wir hatten trotz der Hitze heute wieder viel vor; Dressurtraining, to be exact. Es war bereits Nachmittag, somit erwischten wir leider gerade die heisseste Tageszeit. Das liess sich kaum vermeiden, denn den ganzen Morgen hindurch hatten wir auch schon gearbeitet, und die Pferde bis spät in die Nacht wach zu halten war auch keine gute Option. Deshalb brachten Lisa und ich im Voraus ein paar Wasserflaschen zum Reitplatz und stellten einen Sonnenschirm auf, damit wenigstens die Trainerin nicht unter der prallen Sonne gebraten wurde. Es kam heute extra eine externe Dressurtrainerin auf Platz, die uns und die Pferde etwas fördern sollte. Lisa ritt also heute selber auch mal in der Stunde mit, anstatt sie zu leiten. Der Name der Trainerin lautete Fiona Ramsey; eine S-Dressurreiterin die auch schon international gestartet war. Ich war gespannt auf ihr Coaching und putzte zuerst gut gelaunt Yoomee. Lisa bereitete Shira vor, Linda hatte White Dream neben mir und Yoomee angebunden und Lily ritt natürlich wieder Fake. Jonas machte nicht mit, sondern sah nur zu und reichte uns später die Wasserflaschen, wenn wir eine Pause brauchten. Anne und Robin sattelten im Nordstall Sniper und Baccardi. Darren und David waren unterdessen bei den Stuten im Offenstall und kümmerten sich um Chanda und Jazz. Auch Angelina Moore war mit ihrer Stute Nera dabei, und sogar Rosie war mit Tayr zu uns rübergeritten. Sie wartete mit dem schicken Rennaraber vor dem Nebenstall und plauderte mit mir, während ich meine Connemarastute striegelte. Fiona kam etwas früher als gedacht und sah uns schonmal beim Satteln zu. Danach trudelte ein Pferd-Reiterpaar nach dem anderen auf dem Sandplatz ein und Fiona unterrichtete uns schon beim Aufwärmen. Wir mussten eine grosse acht quer über den Platz reiten, und dabei stets die richtgie Stellung und den Abstand zum Vordermann wahren. Ausserdem machten wir viele Schlangenlinien und Seitenwechsel. Fiona war also sehr fokussiert auf Biegung und Abwechslung. Nach einer Weile durften wir die Pferde nochmal richtig strecken lassen, ehe wir mit der eigentlichen Arbeit anfingen. Yoomee schnaubte zufrieden ab und trabte locker vorwärts. Diese erste Trainingsstunde war wie eine Art Einstieg in die Dressurarbeit, denn die Pferde waren allesamt noch nicht sehr weit in der Dressur ausgebildet. Deshalb forderten wir auch nur einfache Lektionen, wie korrekte Übergänge oder leicht verstärkten Trab. Auch einfache Galoppwechsel liess uns Fiona machen, wobei sie wiederum genau darauf achtete, dass wir die Pferde richtig umstellten. Sie schien wirklich ein Auge für Feinheiten zu haben und gab wertvolle Tipps in denn richtigen Momenten. Ich war ihr zum Beispiel dankbar, als sie mich darauf hinwies, dass ich mit der äusseren Hand zu sehr mitging in den Kurven, oder dass ich mich wiedermal leicht nach vorne neigte, als ich angaloppieren wollte. Auch für Lily und Fake hatte sie ein paar Tricks auf Lager, damit die Hackneyponystute ihr volles Bewegungspotential ausschöpfen konnte. Ich sah, wie Jonas den beiden mit einem stolzen Ausdruck zusah. Die erste Runde dauerte eine Dreiviertelstunde, dann liessen wir die Pferde austraben und bereiteten die nächste Gruppe vor. Währenddessen waren Quinn, Parker, Thomas, Rita, Charly und April mit Caspian, Merino, Primo, Winter, Simba und Cryptic an der Reihe. Dem was ich beim Putzen von Parányi sah nach zu urteilen, lief es auch bei ihnen gut, obwohl die Vollblüter doch etwas mehr Power zeigten und mit der konstanten Anlehnung noch etwas Mühe hatten. Um Fiona eine Pause zu gönnen, nahmen wir uns reichlich Zeit zum Putzen und tratschten mehr mit Rosie, die noch einen Moment länger blieb. Tayr scharrte schon ungeduldig, als sie sich schliesslich auf den Heimweg machte. Ich sattelte Parányi und brachte sie auf den Platz, gefolgt von Satine, Vychahr, Co Pilot, Circus Dancer und Diarado. Jetzt kamen wir richtig ins Schwitzen. Diese sechs Vierbeiner liefen bereits höhere Dressur und kannten die meisten Lektionen, sodass wir aus dem Vollen schöpfen konnten, was Fionas Erfahrung als Grand Prix Reiterin anging. Sie gab uns wertvolle Tipps um die Piaffe zu verbessern und zeigte uns, wie wir den verstärkten Trab noch eindrucksvoller aussehen lassen konnten. Parányi machte fleissig mit und gab sich Mühe. Sie konnte zwar noch keine Piaffe, aber dafür glänzte sie bei den Galoppwechseln. Und Vychahr beeindruckte Fiona mit seinem schwungvollen Bergaufgalopp an der langen Seite. Nur das rechtzeitige Bremsen vor der Ecke bereitete ihm und Lisa noch etwas Schwierigkeiten.

    Nachdem auch diese Stunde geschafft war, kippte ich erstmal eine halbe Wasserflasche runter und setzte mich beim Nebenstall an die Wand gelehnt in den Schatten, sobald die Rappstute versorgt war. „Alles klar, Occu?“, fragte Jonas mitfühlend, als er mich sah. Ich nickte müde aber grinsend. Es hatte trotz der Hitze Spass gemacht und ich hatte das Gefühl, durchaus ein paar nützliche Inputs bekommen zu haben. Bevor Fiona wieder abreiste, wollte ich ihr aber noch ein wenig von unserem Training mit den Miniature Horses zeigen. Die wurden zwar nicht geritten, aber am langen Zügel konnten auch sie ziemlich anständige Dressurlektionen erlernen. Mit Tiki und Kiwi demonstrierten wir schon etwas komplexere Übungen, während Oreo, Lining, Acira und Darling vor den Augen der Trainerin an den Grundlagen feilten. Auch Allegra, mit der wir erst vor kurzem überhaupt angefangen hatten, zeigte immerhin schonmal schöne Übergänge. Fiona war begeistert von den Minis und nahm sogar selber mal die Zügel von Oreo in die Finger. „He’d be so handsome under saddle, if he only was a warmblood“, stellte sie belustigt fest, als Oreo mit meiner Hilfe einen ansatzweise funktionierenden Spanischen Schritt vorführte. Zuletzt gab es noch ein kleines Highlight für Lily. Sie hatte eigentlich nur noch schnell Areion auf dem Platz bewegen wollen, jetzt wo der ganze Trubel vorbei war. Aber Fiona nahm sich die Zeit, ihr mit dem Tinker ebenfalls noch eine halbe Stunde Einzelunterricht zu geben. Lily kam sogar dazu, ihre ersten Galoppwechsel zu reiten, was aber natürlich nur klappte, weil Lisa das in letzter Zeit so intensiv mit Areion geübt hatte. Lily hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht, als sie ihren Tinker nach dem Unterricht strecken liess. Ich war Fiona dafür extrem dankbar. Nun liessen wir sie aber endlich ziehen und verabschiedeten uns. Es war ein anstrengender, aber toller Nachmittag gewesen.
    1 Sep. 2018

    Kür

    Heute war wiedermal ein geschäftiger Tag. Wir mussten vor dem Mittag mit Primo Victoria und Miss Moneypenny an eine Körung fahren, damit sie ihre Zuchtzulassung bekamen. Zum Glück stiegen beide sofort ein, denn unsere Zeit war etwas knapper berechnet, als mir lieb war. Auf dem Körungsgelände angekommen, luden wir beide aus, und machten sie nochmal hübsch. Zunächst war Primo dran. Sie war geschoren, weshalb ihr schönes, dunkles Fell eher gräulich wirkte, und man die weissen Birdcatcher-Spots deutlich sah. Ich hatte ihre schlammigen Beine zuhause extra nochmal mit Shampoo gewaschen, damit die Abzeichen schön weiss waren. Ich führte Primo also in die Halle und grüsste die Richter. Dann führte ich sie zuerst im Schritt, danach im Trab auf beide Seiten vor. Primo war etwas aufgeregt, aber nicht mehr als sonst, wenn wir auf Turniere oder an Rennen fuhren. Ihre Gänge waren ganz passabel und sie hatte einen schicken, athletischen Körperbau, also machte ich mir keine Sorgen um ihren Erfolg. Zuletzt durfte sie auch noch ihren Galopp im Freilauf vorführen, wiederum auf beide Seiten. Die Richter nickten zufrieden, als sie genug gesehen hatten. Ich grüsste sie erneut und verliess die Halle. Primo tätschelte ich stolz auf den Hals. Sie hatte sich hervorragend benommen.
    1'275 Zeichen mit Lz, geprüft mit Lettercount.com, Text by Occulta

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    adoptedfox und Tassila gefällt das.
  3. Occulta

    Occulta Schattenpferd

    Meine Teilnahme mit...
    tc Miss Moneypenny

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    Steckbrief
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    Vom: Chiccory Ox

    Vom: Ehrengold

    Vom: Solo
    Aus der: Shew O'Gold

    Aus der: Black Pearl

    Aus der: Manchester's Memory

    Vom: Mr. Manchester
    Aus der: Desecration Smile


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    Rufname: Penny
    Geburtstag: 06.05.
    Alter: 4 Jahre
    Stockmaß: 1.67 m
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Gray (bay) splash
    (EE,Aa,Gg,Splspl)
    Abzeichen: Laterne, 4x hochweiß gestiefelt
    Gesundheit: Sehr gut


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    verspielt, neugierig, manchmal nervös und zappelig, fleissig


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    Penny hat den Witz und Charme ihres Vaters geerbt. Sie ist sehr neugierig und muss alles mit ihrem Maul untersuchen, wobei sie ab und zu etwas grob ist. Sie ist aber eigentlich eine gutmütige, fleissige Stute, die zu gefallen versucht. Nur manchmal hat sie ihre fünf Minuten, in denen sie nervös herumhampelt und kaum warten kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn viele Leute oder Pferde um sie herum sind.
    Penny war auf den ersten Eindruck ein aufmerksames, lebendiges Fohlen mit einer aussergewöhnlichen Färbung. Ihre Ahnentafel ist sehr vielversprechend und geprägt von ausgezeichneten Rennpferden.

    Miss Moneypenny stammt aus der bekannten Zucht TC Performance und wurde in Irland geboren.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Tassila
    VKR: Tassila
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: nein
    Nachkommen: -


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    Galopprennen Klasse: S**
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: M
    Military Klasse: A
    Dressur Klasse: E
    Distanz Klasse: E

    Eignung: Galopprennen, Military
    Eingeritten: Nein


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    [FS 228]
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    [ZSW 502]
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    1. Platz 370. Galopprennen
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    1. Platz 477. Springturnier
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    3. Platz 351. Militaryturnier
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    Penny's Spind

    TA Bericht

    HS Bericht
    Sissicat
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    Mein Wecker riss mich aus meinem Schlaf. Vor Schreck fiel ich daher aus meinem Bett und lag ausgestreckt auf dem Boden. Als mir einfiel das ich heute einen anstrengenden aber hoffentlich sehr erfolgreichen Tag hatte, ich hatte heute sogar zwei Aufträge in meinem Kalender eingeschrieben. Der erste führte mich zu den Pineforest Stables, einem Rennpferdegestüt unter der Leitung von Occulta Smith. Als ich mich fertig gemacht hatte und alles in meinem Truck verstaut war, stieg ich ein und fuhr los. Mein Radio war laut aufgedreht und begeleitete mich bis zu meinem Ziel mit lautstarker Musik. Als ich endlich angekommen war, wurde ich bereits von Occulta erwartet und durch den Hofeingang gewunken, sie bedeutete mir wo ich parken und mein "Zeugs" aufbauen konnte und verschwand dann bereits um das erste Pferd zu holen. Das Pferd mit dem Namen Miss Moneypenny, hatte schöne blaue Augen und war bereits mit ihren 4 Jahren Siegerin eines Galopprennens. Als Occulta sie zu mir führte wurde sofort mein ganzen Outfit untersucht und an meinen Handschuhen geknappert. Ich lachte und tätschelte die Stute am Hals. "Es kann sein das sie etwas unruhig steht... aber das lässt sich händeln.",erklärte Occulta und ich nickte verständlich. Es war gut das sie mich vorwarnte, so konnte ich mich bereits auf das kommende einstellen. Das erste Hufeisen war schnell entfernt und Penny lies es ohne Probleme mit sich machen. Bei dem zweiten Hufeisen, war Penny ebenfalls ziemlich ruhig obwohl man ihr bereits ansah das sie nervös wurde. Die letzten beiden Hufeisen konnte ich auch noch entfernen ohne Probleme. Nun wurde es schwieriger, immerhin musste ich nun die neuen Renneisen anbringen. Doch mit Occultas Hilfe schaffte ich es alle Hufeisen anzubringen und Penny einigermaßen ruhig zu halten. Danach waren wir fertig und Occulta tauschte Penny gegen das nächste Pferd aus, den Tinkerhengst Areion. Gelassen kam der Hengst zu mir und schnupperte an meinem Handschuh. "Na du?",fragte ich und lächelte den Tinker freundlich an. Bei ihm musste ich die großen Hufe nur feilen und ausschneien, da er Barhufer war. Areion stand da wie ein Teddybär und lies alles ruhig mit sich machen, wodurch wir schnell fertig waren und Occulta meinen letzten Patienten zu mir brachte. "O gott! Wie süß ist die den bitte!",rief ich aus und starrte das Mini pferdchen vor mir an. Kicks-a-Lot war eine American Miniature Horse Stute mit niedlichen blauen Augen und einen knuffigen rotbraunen Fleck bei ihrem Auge. Occulta lachte bei meinem kurzem Aufschrei und erklärte mir das die "Ice Princess" aus der Hofeigenen Zucht stammte und ihr ganzes Leben bis jetzt hierlebte. Während Occulta mir mehr über die Zucht erzählte machte ich mich wie auch bei Areion daran die kleinen Hufe von Kicks-a-Lot zu feilen und auszuschneiden. Die kleine Stute hatte es auf jedenfall faustdick hinter den Ohren und versuchte mir oft ihr Bein zu entziehen oder mich irgendwo zu zwicken, jedoch wich ich ihr gekonnt aus und erledigte meinen Auftrag. Zufrieden streifte ich mir meine Handschuhe von den Händen und meinte:"Alles erledigt!" Daraufhin verabschiedete ich mich von Occulta und fuhr nachhause.
    3149 Zeichen | Sissicat 4 Nov. 2018

    Trainingsberichte [7]
    Occulta
    Galopptraining E-A

    Es war nun vier Wochen her, seit die Nachwuchsvollblüter vorsichtig angeritten worden waren. Sie kannten kaum mehr als das alle drei Gangarten unter dem Reiter, wobei gerade das Galoppieren den meisten die grössten Schwierigkeiten bereitete – jedenfalls in der Halle, wo sie immer wieder Kurven machen mussten. Heute wurden sie von den Kurven erlöst, jedenfalls von den engen. Denn heute durften Merino, Simba Twist, Miss Moneypenny, Riven in a Dream, Primo Victoria und der Neuling Cryptic Spots zum allerersten Mal auf die Rennbahn. „So eine ausgewogene Gruppe hatten wir schon lange nicht mehr“, scherzte Jonas. „Drei Hengste, drei Stuten und alle auf exakt demselben Niveau.“ Ich stimmte ihm fröhlich zu und schob Pennys Box auf. Die Schimmelstute begrüsste mich mit ihrer weichen rosa Schnauze und versuchte, am Reissverschluss meiner Jacke zu zupfen. Ich schob sie sanft beiseite und streifte ihr das violette Halfter über, dann führte ich sie durch die Stallgasse zu den Anbindestellen. Jonas half mir beim Anbinden, doch anschliessend verschwand er nach draussen, um im Nordstall die Trackponys Calico und Dod bereit zu machen. Neben Penny und mich gesellten sich Quinn mit Primo und Parker mit Riven. Wir legten mit dem Putzen der drei los und plauderten dabei über die Sieger der letzten Rennen. Ich konnte mir ein Gähnen nicht verkneifen, denn es war erst halb sechs Uhr und draussen noch stockfinster. Wir beeilten uns mit dem Putzen, denn wir wollten die Geduld der Youngsters nicht schon jetzt strapazieren. Ausserdem hatten wir einen strengen Zeitplan für heute, denn nach dem Mittag standen eine Fohlenschau, ein Halterwettbewerb und ein Springturnier an. Deshalb fand das Training heute auch wieder so früh am Morgen statt, obwohl es im Winter normalerweise keine Rolle spielte. Auch Primo war noch müde: die Stute gähnte herzhaft, während Quinn ihre Schulter massierte. Ich bürstete rasch noch Pennys Schweif, dann war sie bereit zum Satteln. Ich holte den etwas schwereren Trainingssattel und die sonstige Ausrüstung aus der Kammer. Zuerst legte ich ein polsterndes Pad auf, dann die eigentliche Satteldecke und schliesslich den Sattel. Das ganze fixierte ich mit dem Lammfell-Gurt, damit auch bestimmt nichts zwickte. Penny trampelte ungeduldig herum und ich hatte meine liebe Mühe, ihr die Bandagen anständig anzuziehen. Auf die wollte ich aber im Moment noch nicht verzichten, denn bei jungen, unbalancierten Pferden war die Gefahr zu gross, dass sie sich im Renngalopp verschätzten und sich selbst in die vorderen Sehnen traten. Beinverletzungen wollte man im Rennsport um jeden Preis vermeiden. Wir führten die fertig gesattelten Jungstuten nach draussen, wo die gleichaltrigen Jungs bereits warteten. Ajith und Oliver halfen den Jockeys und mir beim Aufsteigen. Danach ritten wir alle hintereinander zur Bahn. Die Trackponys, Calico und Dod, stiessen beim Nordstall zu uns. Merino tänzelte bereits aufgeregt, weil er offenbar dachte, wir gingen wieder ins Gelände. Aber wir bogen stattdessen auf den Galoppweg und trabten uns dort warm. Darren und Dod bildeten die Spitze, Jonas und Calico das Schlusslicht. Dazwischen trabten die jungen Pferde fleissig hintereinander und orientierten sich stark an der Gruppe. Das war in diesem Alter auch noch vollkommen erwünscht. Riven fand die über uns dunkel in die Höhe ragenden Tannen etwas gruselig, denn sie lief mit verklemmtem Schweif vor mir und Penny. Merino und Cryptic gerieten jetzt schon aneinander, denn der freche Merino versuchte immer wieder, nahe genug an das gepunktete Hinterteil seines Vordermanns zu kommen, um hineinzukneifen. Cryptic schlug als Antwort missmutig mit dem Schweif und bedeutete dem Frechdachs auf Abstand zu bleiben. Simba arbeitete heute sehr still mit. Er schien sich nicht besonders für die anderen Pferde um ihn herum zu interessieren, und da Merino zu weit von ihm weg war, konzentrierte er sich vollkommen auf April, die ihn ritt. Er trat sogar etwas ans Gebiss, wenn auch nicht konstant, da ihm dazu schlichtweg noch die Muskeln und die Balance fehlten. Zufrieden drehte ich den Kopf wieder nach vorne um mich auf mein eigenes Reittier zu konzentrieren. Ich spielte etwas mit den Zügeln und lud Penny ein, ebenfalls den Kopf etwas runter zu nehmen. Sobald sie im Genick nachgab, lobte ich sie durch rasches Überstreichen. So beschäftigte ich sie immer wieder etwas, während wir eine ganze Runde trabten. Danach ritten wir im Schritt zur Bahn. Heute waren die absoluten Basics gefragt: Betreten der Startbox, ein/zwei erste Starts und zuletzt ein erstes, kurzes Galopptraining. Ajith und Oliver warteten bereits auf uns. Wir ritten vor der Startmaschine eine Volte. Ajith und Oliver pickten einen nach dem anderen heraus und führten uns zügig auf die Boxen zu. Je rascher und entschlossener das ganze von statten ging, desto weniger zögerten auch die Pferde. Sie standen quasi drinnen, bevor sie richtig darüber nachdenken konnten. So erging es auch Penny und mir. Hinter uns schloss Ajith die Klappen, gerade rechtzeitig, bevor Penny den Rückwärtsgang einzulegen versuchte. Ajith drückte dagegen und ich trieb sie wieder vor, dann versuchte ich sie dort zu halten, bis alle drin waren. Sobald die letzte Klappe zuging, lief Oliver zum Auslöser und liess die Startmaschine aufschnappen. Natürlich wussten die jungen Vollblüter noch nicht, was sie zu tun hatten, also trieben wir sie energisch an und gaben ihnen die Zügel frei, um ihnen das Vorwärtsgehen schmackhaft zu machen. Die Reaktionsgeschwindigkeit war auch nach dem dritten Versuch noch bescheiden, aber immerhin kamen die meisten jetzt schon ein paar Sekunden nach dem Öffnen im Trab oder sogar Galopp, in Merino und Cryptics Fall, davon. Nach dem dritten Start trieben wir alle Pferde direkt weiter in den Galopp. Wir blieben dicht beieinander und strebten ein einheitliches Grundtempo an, auch um den Gehorsam zu schulen. Auf den letzten 200 Metern trieben wir sie nochmal etwas an, sodass wir diese in 15 Sekunden schafften. Dies würden wir nun die nächsten fünf Wochen lang widerholen und perfektionieren, bevor der nächste Schritt angegangen werden konnte. Die Trackponys kamen uns entgegen und begleiteten uns im Trab von der Bahn zurück zum Stall. Die jungen Pferde hatten bereits nach diesem bescheidenen Traning stark geschwitzt und saugten Luft durch die weit geöffneten Nüstern ein, was aufgrund der schlechten Kondition ganz normal war. Dies galt es in nächster Zeit deutlich zu verbessern. Doch jetzt war erstmal Feierabend für die Jungspunde. Für uns Pfleger hingegen hatte der Tag erst begonnen.
    30 Nov. 2016

    Occulta
    Galopptraining A-L

    Es war bereits der letzte Januartag, und ein besonders schöner noch dazu. Der Himmel war tiefblau und der eisige Wind, der den Schnee auf den Feldern verwirbelte, zauberte skurrile Landschaften. Während Oliver sich ärgerte, weil die seit wenigen Tagen endlich wieder eisfreie Strasse nun wieder mit Schnee bestaubt wurde, freute ich mich auf das heutige Training mit den Pferden. Es war harte Arbeit angesagt; in erster Linie ging es um die Körungsvorbereitung. Die jungen Pferde mussten noch viel lernen und es machte für mich keinen Sinn, ein ‚grünes‘ Pferd vorzustellen. Den Richtern gefielen wohlbemuskelte, ausbalancierte und gut erzogene Pferde schliesslich auch besser. Als erstes stand Renntraining auf dem Plan. Während die meisten Vollblüter am Morgen bereits ihr Winter-Fitness-Programm genossen hatten, kamen nun am frühen Nachmittag Coulee, Framed in History, Cabinet of Caligari und die sechs jüngsten Rennpferde auf ihre Kosten. Mir blieb wiedermal fast nichts anderes übrig, als meinen Frame zu reiten, da der Hengst bei mir einfach am besten lief und Quinn noch bis nächste Woche in den Ferien war. Ein Hauch Missmut erweckte das aber schon, zumal ich doch so gerne einen der Youngsters trainiert hätte. Nächste Woche eben wieder, dann ist Quinn auch wieder da. Ich holte den Schecken aus seiner Box und begann ihn zu putzen. Zunächst massierte ich ihn gründlich mit dem Gummistriegel, um den Staub und ausgefallenes Fell zu lösen. Dann spickte ich alles mit der langborstigen Staubbürste weg. Bereits danach begann Frames Fell schön zu glänzen, aber ich bearbeitete es trotzdem noch mit der Kardätsche und zuletzt mit der feinen Bürste, wie es Routine war. Wären wir jetzt an ein Rennen gegangen, hätte ich sogar zusätzlich noch mit einem Tuch oder Fellhandschuh und etwas Glanzspray den ultimativen Feinschliff gemacht. Das Langhaar hatte ich vor dem Durchgang mit der Kardätsche gekämmt, sodass der daraus fallende Staub nicht zuletzt noch auf das saubere Fell rieselt. Auch Frame’s zweifarbiger Schweif war bereits seidig und knotenfrei, wie es sich gehörte. Nun musste ich nur noch Hufauskratzen, danach konnte ich satteln. Frame gab seine Hufe artig, zog mir aber nach einer Weile den einen Vorderhuf aus der Hand und scharrte ungeduldig. Ich stupste ihn streng, woraufhin er ihn wieder stillhielt. Nun legte ich ein Stück Chamois Leder auf seinen Rücken, damit der Sattel während dem Training nicht verrutschen konnte. Darüber kam die dünne Baumwoll-Satteldecke. Dann legte ich das schützende Pad auf und faltete die Satteldecke vorne ein Stück weit darüber. Bevor ich den Sattel auflegte und mit dem gepolsterten Trainingsgurt festgurtete, platzierte ich noch ein kleines Lammfellpad hinter dem Widerrist, damit dieser auch wirklich ausreichend geschützt war. Manche Pferde brauchten das, andere nicht, da die Sättel nicht individuell auf die Pferde angepasst waren, sondern grundsätzlich für jedes Pferd verwendet wurden. Manche hatten auch anstelle eines Pads einfach eine dicke Satteldecke, manchmal sogar zwei, oder eine halb gefaltete. Für Frame war aber meine soeben angewandte Lösung bisher die beste und hatte noch nie Druckstellen oder abgebrochene Haare verursacht. Ich zäumte den Hengst und führte ihn nach draussen, gemeinsam mit den anderen Jockeys. Ajith und Oliver halfen uns beim Aufsteigen, dann ritten wir im Gänsemarsch zum Galoppweg, um uns auf einer Trabrunde aufzuwärmen. Merino lief zufrieden direkt hinter Simba Twist. Die beiden waren richtig gute Kumpel und hatten schon als Fohlen immer zusammen gespielt. Kaythara platzte fast vor Energie und tänzelte ungeduldig, wannimmer wir bremsen mussten. Auch Caligari liess sich davon etwas anstecken, aber das Gezapple der beiden war harmlos. Wir machten auf der Bahn einen freien Start, indem wir eine saubere Linie bildeten. Danach trainierten wir zwar alleine, aber so hatten es die Pferde einmal mehr geübt. Ich überholte mit Frame Miss Moneypenny und Cryptic Spots, damit ich niemanden mehr im Weg hatte. Dann nahm ich ihn wieder etwas zurück und gleiste ein anspruchsvolles Intervalltraining mit 2-furlong-sprints auf. Frame kam dabei ganz schön ins Schwitzen, sodass ich ihn nach dem Training gründlich mit dem Schwamm waschen musste. Den ganzen Körper wollte ich aufgrund der Aussentemperaturen nicht abspritzen. Auch Primo Victoria hatte viel geschwitzt und schnaufte noch lange nach dem austraben. Wir wuschen alle Pferde mit dem Schwamm und brachten sie danach direkt mit Abschwitzdecke in die Führmaschine oder übergaben sie einem Pfleger, damit sie sich trockenlaufen konnten. Zwischendurch boten wir ihnen auch etwas zu trinken an. Nach einer guten halben Stunde brachten wir die Pferde in die Boxen und gaben ihnen ihre Karotten zur Belohnung.
    31 Jan. 2017

    Occulta
    Galopptraining L-M
    Gruppe 1: tc Miss Moneypenny, PFS' Merino, PFS' Simba Twist, PFS' Cryptic Spots, Primo Victoria, Cassiopeia

    Fünf Uhr morgens, die Sonne war noch in der Ferne versteckt, doch der Himmel wurde im Osten bereits heller. Ich gähnte ein letztes Mal, dann streckte ich mich und war auf den Beinen. Ein rasches Müsli als Energiespender für den Morgen, dann musste ich mich auch schon im Hauptstall einfinden, denn das Training der Vollblüter fand aufgrund der sommerlichen Temperaturen seit ein paar Tagen wieder wie jeden Sommer besonders früh statt. Ich begann gleich damit, Merino zu putzen, während Ajith mit der Schubkarre umherhuschte und Heu verteilte. Neben mir bereitete Quinn Simba vor. Wir plauderten fröhlich und setzten uns Ziele für den heutigen Tag und das Training. Nach dem Putzen wurden die Trainingssättel aufgelegt und die restliche Ausrüstung vervollständigt. Dann ging es auch schon raus zum Aufsteigen. Alles ging Schlag auf Schlag; einer nach dem anderen wurde von Oliver auf’s Pferd geschmissen. Wir ritten im Gänsemarsch zum Galoppweg und begannen mit dem Aufwärmen im Trab. Nach einem kurzen Aufgalopp beschleunigten wir auf ein angemessenes Trainingstempo und zogen dieses über 1600 Meter durch. Auf den letzten 400 Metern trieben wir die jungen Rennpferde nochmals an, sodass wir sie im gesetzten Limit von 26 Sekunden passierten. Danach liessen wir die trotz der kühlen Morgenluft verschwitzten, heftig atmenden Jungspunde austraben. Ich lobte Merino ausgiebig, denn er hatte seine Gesamtzeit vom letzten Mal um etwas mehr als eine Sekunde unterboten. Aber seine Kondition war noch nicht gut genug, und seine Herzfrequenz, wie sich kurz darauf bei Olivers Kontrolle herausstellte, nahe an der 200er Grenze. Wenigstens Cassiopeia war wieder fitter geworden, denn nach einer erneuten Trainingspause wegen eines Viruses, das sie sich aufgeschnappt hatte, war sie wieder etwas hinter ihren gleichaltrigen Kollegen zurückgefallen und lief deshalb nun in der jüngsten Gruppe mit. Die anderen Nachwuchsrenner, Penny, Cryptic und Primo hatten keine Auffälligkeiten gezeigt und waren fit. Zufrieden beendeten wir das Training, indem wir die sechs in den Freilauftrainer zum Auskühlen brachten. Danach ging’s für die Jockey gleich weiter zur nächsten Gruppe.
    31 Mai 2017

    Occulta
    Galopptraining M-S
    Gruppe 1: PFS‘ Merino, Primo Victoria, Simba Twist, PFS’ Stromer’s Painting Gold, PFS’ Cryptic Spots, PFS’ Miss Moneypenny, Cassiopeia

    Ungeduldig tänzelte Cryptic vor der Startmaschine. Wir warteten darauf, dass Ajith uns reinführte, doch wir standen an der äussersten Position und der Pfleger hatte innen angefangen. Nacheinander brachte er Merino, Simba, Penny, Cassy, Primo und Goldy rein, bis schliesslich wir dran waren. Cryptic war total geladen und ich rollte, einen Blick zu Quinn werfend, die Augen. Sie grinste und meinte: „Better like this than a horse that’s falling asleep.“ Ich stimmte ihr zu und fragte, wie Goldy drauf sei. Das war das erste mal, dass sie mit der Gruppe mitlief. Wir hatten sie bisher nur Dressur geritten und einzeln auf der Bahn trainiert, oder Ausritte gemacht. Wir hatten nämlich zuerst sehen wollen, wie ihr Trainingsstand war. Oliver hatte sie für fit genug befunden, also konnte sie jetzt mit unseren Dreijährigen laufen. Sie hinkte dennoch ein wenig hinterher was die Erfahrung anging, da ihre alte Besitzerin nicht so viel Zeit zum Trainieren gehabt hatte. Cassy war auch immernoch bei der jüngsten Gruppe dabei, doch Oliver wollte sie bald wieder zu den älteren Rennpferden einteilen, weil sie deutlich mehr Ausdauer als die Jungen hatte. Ich war froh, dass die palomino Stute wieder aufholte.

    Endlich gab Ajith das Startsignal und die Klappen öffneten sich. Cryptic drückte wie erwartet gewaltig ab und ich musste mich gut in seiner Mähne festkrallen, um mit den kurzen Bügeln nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Er setzte sich mit ein paar grossen Sprüngen an die Spitze und ich überlegte zufrieden: Wenn er im nächsten Rennen so losspringt, kann er schon von Anfang an einen guten Vorsprung herausholen. Allerdings musste ich ihn jetzt etwas zurücknehmen, denn unser Training fand wie fast immer in Intervallen statt. 1600 Meter insgesamt waren es heute, dazwischen Phasen mit 200 Meter Sprints. Ich sah stets auf meine Armbanduhr um unsere Geschwindigkeit zu überprüfen. Cryptic machte sich heute echt gut, doch gegen Ende der 1600 Meter wurde er etwas langsamer, was mir zeigte, dass es in Sachen Ausdauer noch haperte. Merino und Simba bieben bis zum Schluss dicht beieinander, weil die beiden gerne zusammen liefen und sich so gegenseitig anstachelten. Sie wurden dicht verfolgt von Penny, die ziemlich zurückgehalten wurde, weil sie sich beim letzten Training zu sehr verausgabt hatte und mit einem zu hohen Puls durchs Ziel gekommen war. Quinn nahm’s mit Goldy noch gelassen und blieb zuhinterst. Die Stute konzentrierte sich und war gehorsam, das machte das Training sehr angenehm. Primo hingegen war etwas abgelenkt und irgendwie nicht auf der Spur. Nichts desto Trotz war es ein gutes Training gewesen und wir kamen mit jedem Tag wieder ein kleines Stück weiter.
    31 Aug. 2017

    Occulta
    Springen A-L
    Chiccory ox, Shades of Gray, A Winter’s Day, PFS’ Captured in Time, PFS’ Merino, Simba Twist, Primo Victoria, PFS’ Cryptic Spots

    Nachdem wir mit der ersten Springstunde fertig waren und ich Iskierka weggeräumt hatte, war nun eine etwas weniger erfahrene Gruppe dran. Diesmal ritt ich Merino, den Rappen mit den lustigen weissen Punkten. Auch seine Zwillingsschwester Primo war dabei, denn beide hatten etwa denselben Trainingsstand. Natürlich folgten uns auch die restlichen Rennpferde dieser Jahrgangsgruppe, Ciela, Simba und Cryptic, auf den Reitplatz, wo immernoch derselbe Parcours wie zuvor stand - nur dass Elliot ihn inzwischen etwas runtergestellt hatte. Aber insgesamt waren wir am Schluss sogar acht Pferd-Reiterpaare auf dem Sandplatz, denn Chiccory, Gray und Winter hatten das Springtraining auch nötig. Zuallererst wärmten wir uns wie immer gründlich auf. Danach trabten wir über ein paar Stangen und schulten den gleichmässigen Takt der Vollblüter. Als nächstes folgten ein paar einfache Kreuze und Steilsprünge, bevor wir schliesslich mehrere Hindernisse flüssig nacheinander anritten. Wir gingen alles schön langsam an, da die jüngeren Pferde der Gruppe wirklich noch ganz am Anfang des Springreitens standen. Sie waren ja auch eigentlich Rennpferde, und zumindest im Moment nur indirekt fürs Springen gedacht. Aber es konnte nicht schaden, ihre Ausbildung abwechslungsreich und vielseitig zu gestalten. Das beanspruchte auch wieder ganz andere Muskeln als das Galoppieren auf der Bahn, sodass sie weitere Kraft dazugewannen. Sie machten ihre Sache allesamt gut. Es gab zwar hie und da noch ein paar kleine Patzer, entweder mit Verweigerungen oder fallenden Stangen, aber das war nicht weiter schlimm. Besonders die jüngsten waren halt noch etwas tollpatschig und hatten nicht so viel Balance wie die älteren Pferde. Aber für erste Turniere würden sie bald bereit sein, da war ich mir sicher.
    31 Okt. 2017

    Occulta
    Galopptraining S*-S**
    Primo Victoria, PFS’ Merino, PFS’ Cryptic Spots, Simba Twist, tc Miss Moneypenny, Cassiopeia, PFS’ Stromer’s Painting Gold

    Ziemlich genau ein Jahr war es her, seit die Vollblüter aus der jüngsten Gruppe zum ersten Mal auf die Bahn gekommen waren. Primo Victoria, ihr Zwillingsbruder Merino, Cryptic, Simba und Penny waren innerhalb eines Jahres von absoluten Anfängern zu hervorragenden Rennpferden geworden, die nun allesamt in höheren Rennen starten konnten. Da sie nächstes Jahr mit den erfahreneren Vollblütern zusammen rennen mussten, wollten wir die fünf Jungspunde, Cassiopeia, die wir immernoch am Auftrainieren waren, und Goldy, die ja erst kürzlich dazugestossen war, bis zum Frühling noch etwas härter rannehmen. Oliver hatte einen strengen Plan mit Richtzeiten und -Strecken aufgestellt, an die wir uns Tag für Tag halten mussten. Normalerweise machten wir über den Winter etwas weniger hartes Training und eher eine Art Erholungsphase. Die jungen Pferde mussten aber trotzdem Fortschritte machen und bis zum Frühling das gewünschte Trainingslevel erreichen. Natürlich bekamen die jungen Pferde dennoch genug Pausen, damit sich ihre Muskeln optimal erholen und entwickeln konnten. Auch heute fand das morgentliche Training wie gewohnt statt, typisch für das Winterhalbjahr erst ab acht Uhr. Die Sonne ging daher gerade auf, als wir mit den fix fertig geputzten und gesattelten Pferden den Hauptstall verliessen. Ich wurde von Ajith per Räuberleiter auf Simbas Rücken gehoben und zupfte symbolisch die goldene Mähne des Hengstes unter der Fleecedecke hervor. Da die Vollblüter alle geschoren waren, trugen sie während des ganzen Trainings Fleece-Nierendecken. Wir ritten im Schritt zum Galoppweg, trabten an und wärmten die Vierbeiner auf. Merinos Decke war wohl nicht gut festgemacht, denn sie verrutschte während dem Traben. Ich rief daher Charly vor mir zu «Oi, Chaplin your exercise rug is off». Der Jockey drehte sich verwirrt nach hinten, entdeckte das Problem und zupfte die Decke im leichten Sitz zurecht. Er zwinkerte mir dankbar zu, weil er genau wusste, dass er Ärger von Oliver eingefangen hätte, wenn ich nicht gewesen wäre. Es war noch neblig auf den Wiesen um Pineforest herum und das in der Nähe liegende Dorf war vollständig verschluckt. So wirkte es fast, als sei Pineforest eine Insel inmitten von gähnender Leere, die ebenfalls drohte, in den grauen Schwaden zu verschwinden. Die Pferde liefen rhytmisch über den Schnitzelweg und mein Helm streifte hie und da einen Tannenzweig. Ein Blick über die Schulter verriet mir, dass Cassy direkt hinter uns schön am Zügel lief. Die Palominostute war nebst Vai Alida die einzige Trader Joe Nachkommin in meinem Stall. Weil Alida nicht mehr im Rennsport eingesetzt wurde, lasteten auf Cassy mehr Erwartungen. Es war unheimlich schade, dass sie mit ihrer Beinverletzung hatte pausieren müssen, denn so hatte sie viele wichtige Rennen verpasst. Aber dafür war sie nun umso fitter und zeigte das ganze Potential, das sie von ihrer Abstammung mitbekommen hatte. Wir bogen nach dem Einwärmen auf die Bahn und reihten uns vor der Startmaschine auf, die heute etwas weiter vorne stand. Simba ging zuverlässig rein und auch die anderen liessen sich, bis auf ein wenig Tänzeln, brav hineinführen. Oliver gab das Startsignal und die Tore klappten auf. Doch wenige Sekunden später pfiff er uns zurück. «Penny and Cryptic were too late! Do it again, and this time move your butt properly out of there.» Leicht verärgert trabte April neben mir her. «It was nothing, really. She went off perfectly fine», murmelte sie. Offenbar nicht ‘perfectly’ genug für Oliver. Simba war diesmal ein wenig zögerlich, weil er nicht verstand, warum wir beim ersten Mal gebremst hatten. Wir starteten erneut, wobei Oliver ruhig blieb. Simba legte einen guten Start hin, stockte dann aber, weil er förmlich erwartete, dass wir wieder bremsen mussten. Ich ermunterte ihn zu einem gleichmässigen Takt und hielt den Blick entschlossen nach vorne gerichtet. Dadurch, dass der Hengst etwas unsicher bezüglich des Starts gewesen war, drehte er nun immer wieder ein Ohr nach hinten zu mir und war deutlich aufmerksamer als sonst. Es war ein tolles Gefühl, den Athleten unter mir so sehr bei der Sache zu sehen. Auch Oliver beobachtete das Geschehen interessiert mit dem Feldstecher. Ich fragte mich, ob er nicht insgeheim genau das hatte ausprobieren wollen. Es schien aber nicht bei allen geklappt zu haben, denn Rita hatte mit Cryptic immer noch eine ordentliche Handvoll. Er erinnerte mich an seinen Vater, der je nach Wetter auch lustig aufgelegt war. Aber auch die beiden kamen durchs Ziel und das in der erforderlichen Zeit. Trotzdem motzte Oliver und liess Rita nochmal dreihundert Meter kontrolliert am Zügel galoppieren. Cryptic strotzte nach wie vor mit überschüssiger Energie, war aber danach etwas weniger quengelig. Oliver liess uns austraben und fasste, nachdem sich alle Pferde zum Trockenlaufen mit den Abschwitzdecken im Freilauftrainer befanden, nochmal rasch seine Beobachtungen von vorhin zusammen. Er erklärte, dass die Pferde nun auf einem höheren Level als zuvor waren und wir auch entsprechend auf die Details achten mussten. Wir durften keine Millisekunden in schlechten Starts oder Meinungsverschiedenheiten verschenken. Unsere Konkurrenz hatte eine erste ‘Filterung’ durchlaufen; die im nächsten Jahr startenden Vierjährigen waren allesamt Pferde, die von ihren Trainern als ‘Ertrag bringend’ eingestuft worden waren, ergo ‘nur die Guten’. Diesen Vortrag durften wir uns natürlich jedes Jahr um diese Zeit wieder anhören, entsprechend nickten alle nur mehr oder weniger augenrollend. Recht hatte er aber, und das mussten alle zugeben. Auch ich fragte mich, wie gut meine Vollblüter in der kommenden Saison abschneiden würden. Oliver war erstaunlich optimistisch gestimmt und klopfte mir lobend für das heutige Training auf die Schulter. Er meinte abschliessend, dass Cassy nun ruhig wieder in die älteren Gruppen wechseln konnte, da sie ihren Trainingsrückstand beinahe aufgeholt hatte. Ich stimmte dem zu.
    29 Nov. 2017

    Occulta
    Springen L-M
    tc Miss Moneypenny

    Heute besuchte ich mit Miss Moneypenny einen unserer befreundeten Züchter in der Nähe von London, um auf dessen neuem Springplatz zu trainieren. Er hatte mich extra eingeladen, weil wir uns schon eine Weile nicht mehr gesehen hatten. Ich war sehr erfreut darüber und war gespannt auf den Platz, denn scheinbar hatte der speziellen Sandbelag, der sich hervorragend zum Springen eignete. Wenn er wirklich hielt, was er versprach, dann wollte ich eventuell auch unseren Platz auf Pineforest beim nächsten mal damit erneuern. Ich zog Penny karierte Transportgamaschen an, denn es lag doch ein Stückchen Fahrt vor uns. Sie stand die ganze Zeit über ruhig im Anhänger, obwohl sie alleine reiste. Wir übten das alleine Verladen immer mal wieder mit den Jungpferden, denn ich fand es wichtig, dass das kein Problem darstellte. In London angekommen, lud ich Penny aus und sattelte sie, nachdem ich die Gamaschen ausgezogen hatte. Sie schien interessiert in die fremde Umgebung und folgte mir eifrig, als ich sie zu den Stallgebäuden führte. Nick begrüsste uns fröhlich beim Tor und begleitete uns gleich auf den Platz. Er bewunderte meine hübsche Vollblutstute und ich wusste, dass er ein grosser Fan ihrer Abstammung war. Er hatte mich auch schon einmal bei einem Rennen gefragt, ob ich sie verkaufen würde, was ich natürlich verneinte. Er ahnte, dass das auch nach wie vor so war, also fragte er diesmal gar nicht erst, sondern beschränkte sich darauf, uns beim Springen scharfäugig zu beobachten. Zunächst wärmte ich Penny auf und forderte ein paar Seitengänge von ihr. Als sie warmgetrabt und -galoppiert war, widmeten wir uns den ersten niedrigen Steilsprüngen. Danach stellte Nick uns die Hindernisse aber rasch höher, und schon kurz darauf sprangen wir auch Oxer, Kombinationen, In-Outs und sogar eine dreifach Kombi; alles auf einem Meter oder leicht mehr. Am Ende wurde Nick etwas übermütig und stellte uns einen M-Parcours. Mir war zunächst etwas mulmig dabei, aber da Penny während des ganzen Trainings heute noch keine einzige Stange abgeworfen hatte, stimmte ich zu. Ich wusste, dass sie einzelne Hindernisse dieser Höhe gut überwinden konnte, aber wie es mit einem ganzen Parcours aussah, wusste ich nicht. Meine Sorge stellte sich als unnötig heraus: Penny war sehr aufmerksam und liess sich von mir hervorragend spannen, sodass wir auch in dieser Höhe einen fehlerlosen Parcours absolvieren konnten. Für ein eigentliches Rennpferd war das Spitze. Ich klopfte ihr beim Austraben stolz auf den Hals und liess die Zügel bis zur Schnalle lang. "Impressive", meinte auch Nick lobend. Ich stellte lächelnd fest, dass Penny wohl ein geborenes Springpferd sei, und nach ihrer Rennkarriere kaum Mühe haben werde, sich umzustellen. Wir plauderten noch etwas, während ich die Stute Schritt ritt. Irgendwann verabschiedete ich mich und lud Penny wieder ein - dann ging's ab nach Hause zum Abendessen.
    4 Nov. 2018

    Kür

    Heute war wiedermal ein geschäftiger Tag. Wir mussten vor dem Mittag mit Primo Victoria und Miss Moneypenny an eine Körung fahren, damit sie ihre Zuchtzulassung bekamen. Zum Glück stiegen beide sofort ein, denn unsere Zeit war etwas knapper berechnet, als mir lieb war. Auf dem Körungsgelände angekommen, luden wir beide aus, und machten sie nochmal hübsch. Als zweite war Penny dran. Ihre Mähne hatte ich extra hochgeflochten und ihr Schweif war schön seidig weich. Auch sie hatte ich zuvor noch mit Shampoo und warmem Wasser bearbeitet, damit sie nicht als Schlammmonster dastand. Ich führte Penny also ebenfalls in die Halle und grüsste erneut die Richter. Dann führte ich sie wiederum zuerst im Schritt, danach im Trab auf beide Seiten vor. Penny war ganz gelassen und cool. Sie schien sich kaum um die Leute auf der Tribüne zu kümmern. Auch bei ihr war ich sicher, dass sie durchkommen würde, denn sie brachte alles mit, was ein gutes Rennpferd haben musste. Ausserdem war sie ein Hingucker mit ihrer Farbe. Zuletzt durfte auch sie auch noch ihren Galopp im Freilauf vorführen, wiederum auf beide Seiten. Die Richter nickten abermals zufrieden, als sie genug gesehen hatten. Ich grüsste sie zum Abschied und verliess die Halle. Penny tätschelte ich stolz auf den Hals. Sie hatte sich genau wie Primo hervorragend benommen.
    1327 Zeichen mit Lz, geprüft mit Lettercount.com, Text by Occulta

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    adoptedfox und Tassila gefällt das.
  4. Maleen

    Maleen Unicorn Tech Support

    Meine Teilnahme mit
    BS' Je'taime

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    Rufname:
    Amy
    Dam: Unbekannt | S. Unbekannt D. Unbekannt
    Sire: Unbekannt| S. Unbekannt D. Unbekannt
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    Geburtstag:
    2009
    Geschlecht:
    Stute
    Rasse:
    Gidran
    Farbe:
    Fuchs
    Abzeichen:
    4x weiß
    Stockmaß:
    167cm


    Charakter:
    BS' Je'taime. Eine ausgezeichnete junge Stute die sowohl unterm Sattel als auch im Gespann eine gute Figur macht. Sie ist sehr lernwillig und energiegeladen. Ihre GGA sind ausgezeichnet und auch großes Springpotenzial wurde ihr in die Wiege gelegt. Es ist wohl nicht übertrieben, sie ein Ausnahmepferd zu nennen.
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    Genetik:
    eeAaFF
    Zuchterlaubnis:
    //
    Fohlen:
    //
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    Besitzer:
    Maleen
    Pfleger:
    //
    Maler(VKR):
    Bracelet
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    Reitstil:
    Englisch


    Dressur: L/M
    Springreiten: M/M
    Geländespringen: E/M

    Fahren: L/L
    Rennen(Galopp): -/-
    Distanzreiten: A/A
    Western: -/-

    Fett > besonderes Talent // kursiv > dafür geeignet // durchgestrichen > keine Begabung

    Turnierschleifen:
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    205.Fahrturnier 206.Fahrturnier 266.Synchronspringen
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    267.Synchronspringen 372.Distanzturnier 268.Synchronspringen
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    417.Fahrturnier 269.Synchronspringen 419.Fahrturnier
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    270.Synchronspringen 271.Synchronspringen 378.Distanzturnier


    Stecki © Maleen 2013

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    by Calypso
    Kurz vor Weihnachten war ich noch in Italien unterwegs. Dort traf ich auf Gwendolyn Campbell die die Körungsvorbereitungen zweier Pferde betreute. Als erstes war der Ponyhengst Cielo an der Reihe. Ich machte mich mit ihm kurz bekannt, aber man sah ihm gleich an das er einer von der ruhigen Sorte war. Er ließ sich brav abtasten und abhören und sogar bei den Impfungen stand er wie ein Fels in der Brandung und ließ sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen „Solche Patienten hätte ich gerne öfter.“ scherzte ich. Dann ließ ich mir Cielo im Schritt und Trab auf dem Hof vorführen. Bewegungsabläufe waren gut, keine Auffälligkeiten. So konnte ich ihn ohne Bedenken entlassen und füllte noch den Impfpass aus. Gwendolyn brachte den Hengst zurück in seine Box und kam mit der Gidran Stute BS´Je´taime. Auch sie war total herzig und brav. Ließ sich überall abtasten und als ich mit dem Stethoskop zum abhören heran trat machte sie auch keine Anstalten. Immer wieder lobte ich sie. Als ich als nächstes die Spritze aufzog um sie zu impfen, war die Stute schon neugieriger und folgte mir mit ihren Blicken. Sanft schob ich ihren Kopf zur Seite das ich an ihren Hals ran kam „Prima, feine Maus.“ Auch sie durfte sich nochmal präsentieren und auch hier war nichts auffälliges im Gangbild zu erkennen. Zum Schluss übergab ich Gwendolyn noch die Wurmkuren für die beiden und wünschte ihr viel Erfolg bei den anstehenden Körungen.
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    Ich war bereits mit meiner morgendlichen Hofarbeit fertig, als ich den Anruf bekam. Das Gestüt Royal Peerage brauchte mich um die Hufe zweier ihrer Pferde zu untersuchen, da ich heute keinen anderen Termin hatte, versprach ich gleich vorbei zu kommen. So sah ich schnell in meinem kleinen Truck nach ob ich alles dabei hatte und fuhr dann auch schon los. Bei dem Gestüt angekommen erwartete mich bereits Gwendolyn Campell, welche sich als die Reiterin bzw Trainerin meiner Patienten vorstellte. "Schön das Sie so schnell kommen konnten!", meinte die braunhaarige junge Dame während sie mir glücklich die Hand schüttelte. "Kein Problem! Ich lebe ganz nach dem Motto -Was du heute kannst besorgen das verschiebe nicht auf morgen-! Jedenfalls heute!", lachte ich, worauf Gwen ebenfalls einstimmte. Gemeinsam gingen wir dann zu dem Putzplatz, wo ich mein "Zeugs" aufbaute und auf meinen ersten Patienten wartete - den Arravani Hengst Cielo. Ich muss sagen ich kannte die Rasse zuvor nicht, ich hatte auch noch nie davon gehört das so eine Rasse existierte aber bei hunderten verschiedenen Pferde- und Ponyrassen nimmt es mir hoffentlich keiner übel. Cielo kam brav neben Gwen hergetrottet und sah mich freundlich mit seinen großen, braunen Kulleraugen an, welche mich verdächtig an einen Hundeblick erinnerten. Ich verkniff mir ein "Aww" und streichelte den kleinen Hengst fröhlich am Hals, dannach fing ich aber auch schon mit meiner Arbeit an. Meine beiden Patienten an dem heutigen Tag, trugen beide keine Eisen - was meinen Auftrag aufjeden Fall verkürzen würde. Der braune Hengst hielt brav still und entzog mir sein Huf kein einziges Mal, stattdessen schien er es beinahe zu genießen, dass ich seine Hufe ausschnitt und raspelte. "Braver, kleiner Bub.",lächelte ich, als ich fertig war und kraulte Cielo hinter seinem rechten Ohr. Gwen führte Cielozurück in seine Box und brachte kurze Zeit später meine zweite Patientin zu mir. Der Name der Stute lautete BS' Je`taime und war eine fuchsfarbene Gidran Stute, auch sie ging brav neben Gwen her und musterte mich freundlich. "Na du?", murmelte ich und streichelte BS' Je'taime über ihre Stirn. Ihre Hufe gab die junge Stute mir ohne langes zögern und behielt sie dann auch oben bis ich fertig war, dadurch war ich wirklich schnell fertig, mit meinem gesamten Auftrag. Zufrieden zog ich mir meine Handschuhe von meinen Fingern und tätschelte die Gidran Stute. Während Gwen die Stute wegbrachte, räumte ich mein "Zeugs" zurück in meinen kleinen Truck und wartete dann darauf mit Gwen das geschäftliche zu regeln. Als auch das erledigt war verabschiedete ich mich auch schon von Gwen und dem Gestüt und fuhr nachhause.

    Training Dressur E auf A - Donnerstag, 15. Nobember 2018
    BS' Je'taime
    Während Arkin mitten in den Körungsvorbereitungen steckte und somit meine Aufgabe beinahe erfolgreich beendet war, suchte ich mir bereits anderweitig Arbeit. Und die nannte sich BS' Je'taime. Kurzerhand hatte ich mich für ein weiteres Berittpferd auf Royal Peerage entschieden und nach ein wenig Kennenlernen und Eingewöhnung von beiden Seiten, kam ich mittlerweile mit der Stute auch sehr gut klar. BS' Je'taime, kurz Amy, war eine neunjährige Gidranstute, rassetypisch natürlich ein Fuchs und ein sehr sympathisches Mädchen. Sie hatte mich bereits nach dem ersten Ritt überzeugt, denn Amy war unglaublich lernwillig und stets motiviert. Außerdem überzeugte sie nebenher mit einwandfreien Gängen und auch im Parcours sollte sie wohl eine sehr gute Figur machen.
    Zu Beginn unserer gemeinsamen Zeit wollte ich aber zunächst die Dressur fokussieren. Außerdem war sie ja nun letztendlich immer der Grundbaustein für alle anderen Disziplinen. Offiziell lief Amy noch auf E-Niveau, aber im Training war sie schon vor mir weiter gewesen und dementsprechend hatte ich wunderbar an das Vorhandene anknüpfen können. Wie immer wurde ich auch heute mit einem Brummeln begrüßt, als ich in den Stall kam und mit der Möhre vor Amys Box herumwedelte. Ein wenig Bestechung war es auf jeden Fall, aber ich würde die Menschen, die mir immer was zu Essen mitbrachten persönlich auch mehr mögen.
    Während Amy also noch genüsslich die Möhre kaute, halfterte ich sie bereits auf und führte sie aus der Box zum Putzplatz. Dort nahm ich ihr die Regendecke ab und war sehr erleichtert, dass der Fuchs darunter sauber zu sein schien. Seit zwei Tagen regnete es ununterbrochen und bis vor einer Viertelstunde hatte Amy noch draußen gestanden. Es war nur jemand so nett gewesen und hatte sie mir beim üblichen Gang zur Weide gleich mitgebracht. Und da Regen kombiniert mit Wind selbst für die härtesten Rassen doch nervend sein konnte, bekam auch Amy ab und an eine Decke über.
    Mein Glück, denn so hatte ich trotz Schmuddelwetter nicht viel zu putzen und konnte die Stute schon bald satteln und trensen. Wir würden uns aufgrund des Wetters in die Halle verziehen und wie es schien, hatte ich eine ruhige Phase erwischt, denn außer einem Pferd, welches gerade longiert wurde, hatten wir vollkommen unsere Ruhe. Also ritt ich Amy erst einmal im Schritt am langen Zügel warm. Danach nahm ich die Zügel soweit auf, dass eine schöne Dehnungshaltung entstand und nahm den Trab und den Galopp dazu. Als ich dann das Gefühl hatte, die Stute war rundum gedehnt und erwärmt, verkürzte ich die Zügel und begann langsam mit der Arbeitsphase.
    Wie bereits erwähnt war Amy schon weiter als offiziell angegeben, dementsprechend hatte ich einiges überspringen können und mittlerweile saßen alle geforderten Lektionen der A-Klasse. Besonders schön machte die Stute das Halten aus dem Trab und das wieder antraben. Nie verlor man dabei die Zügelverbindung und nie latschte Amy unmotiviert los. Auch die restlichen Übergänge, welche schon in Richtung Schritt-Galopp und Galopp-Schritt gingen, waren kein Problem. Und wiederum natürlich auch wichtig für die einfachen Galoppwechsel, welche bereits gefordert wurden.
    Mit Amy war das alles ein Kinderspiel und flüssig reagierte sie heute auch wieder auf die Hilfen für das Rückwärtsrichten oder auch auf das Schenkelweichen. Das Team von Royal Peerage hatte mir den Großteil der Arbeit bereits abgenommen und das, obwohl Amy noch gar nicht so lange auf dem Gestüt war. Aber das Gemüt der Stute kam einem auch sehr zu Gute. Nach unseren ersten Trainingswochen war ich mir auch sicher, dass bei ihr die höheren Klassen kein Problem werden würden. Aber nun erarbeiteten wir uns erstmal die Grundlagen und umso leichter würde der Rest werden.
    Nach der Stunde ritt ich Amy im Schritt am langen Zügel ab und brachte sie dann wieder in den Stall. Dort sattelte ich sie fix ab, kontrollierte die Hufe und putzte noch einmal kurz drüber, ehe sie ihr Müsli bekam und danach wieder auf die Weide durfte. Für mich gab es zum Glück nicht viel zu putzen, das war das Schöne an der Halle. Also verstaute ich nur ihre Ausrüstung wieder in der Sattelkammer und entschwand.
    Training Dressur A auf L - Mittwoch, 12. Dezember 2018
    Cielo | Liara | BS' Je'taime
    Auch auf Royal Peerage war die Weihnachtsstimmung deutlich zu spüren. Das Team hatte den Stall und die Halle weihnachtlich dekoriert und im Reiterstübchen gab es immer warmen Punsch und Plätzchen, wenn man sich bei den kälteren Temperaturen doch einmal aufwärmen wollte. Außerdem sahen die Trainingspläne für diesen Monat lockerer aus als sonst. Die Pferde wurden zwar regulär trainiert, aber trotzdem war eine gewisse Gemütlichkeit eingekehrt. In so einem Umfeld fühlte ich mich auch mehr als wohl und war wie immer sehr motiviert auf den Weg in den Stall. Es war noch früh am Morgen, aber die Pferde standen bereits auf den Weiden. Ich wollte heute mit Cielo beginnen und wagte mich seit langem mal wieder an eine Disziplin, die weniger zu meinen Begabungen gehörte. Als Trainerin war ich aber vielseitig unterwegs und da wir uns bisher auf Grundniveau befanden, würden wir uns schon einfinden.
    Cielo war eingefahren und lief bisher auf E-Niveau und bisher auch nur im Dressurfahren. Mit einem Einspänner war es sowieso immer entspannter als mit Zweispänner. So machte ich zunächst alles bereit, um dann das Geschirr schon in richtiger Reihenfolge parat zu haben. Die Kutsche hatten mir bereits zwei Mitarbeiter vorbereitet, so dass diese schon auf dem Hof stand. Bisher hatten wir mit dem Winterwetter Glück, so dass das Kutschfahren im Gelände gut möglich war. Ich holte Cielo von der Weide und band ihn am Putzplatz an. Dort putzte ich ihn routiniert und legte ihm dann das Geschirr an. Als er fertig war, führte ich ihn hinaus auf den Hof und spannte ihn an. Inzwischen war das für Cielo schon alltäglich. Er war ja sowieso eingefahren gewesen und die längere Pause hatte man ihn gar nicht angemerkt.
    Am Anfang hatte ihm vor allem die Ausdauer und Kraft gefehlt. Wir hatten also kürzere Strecken in Angriff genommen und ich hatte Cielo öfters geraderichten müssen. Gerade wenn den Pferden noch die Balance fehlte, drifteten sie gerne zu einer Seite ab. Im Verlauf des Trainings hatte man aber deutlich gemerkt, wie Cielo immer mehr von alleine die Spur halten konnte und ich immer weniger machen musste. Heute zog er gewohnt motiviert an und wir verließen den Hof. Inzwischen hatten wir unsere eingefahrenen Runden und auch schon ein gutes Trainingspensum. Im Schritt durfte sich Cielo erst einmal aufwärmen, ehe wir irgendwann in den Trab wechselten.
    Der Hengst war unglaublich ausdauernd und bei unseren Trabphasen kamen schon einige Kilometer zusammen. Ab und an ließ ich ihn auch mal galoppieren und wenn die Wege es zuließen, durfte er durchaus auch mal ordentlich zulegen und Dampf ablassen. Er machte das nur zu gerne und da er inzwischen super fein auf alle Hilfen reagierte, war das auch kein Problem mehr. Mehrmals die Woche fuhren wir auf dem großen Reitplatz die Dressuraufgaben, um Cielos Wendigkeit zu schulen. Heute war mal wieder einer der Geländetage. Die bevorzugte ich ja persönlich und Cielo machten sie auch unglaublich Spaß. Wie gewohnt fuhren wir unsere Runde und kamen irgendwann wieder am Hof an.
    Ich spannte Cielo ab und führte ihn in den Stall. Nachdem er das Geschirr los war, warf ich ihm eine Abschwitzdecke über, da er doch gut ins Dampfen gekommen war. Eine Mitreiterin begrüßte mich und meinte, dass Cielo unbedingt als Rentier verkleidet mal die Kutsche ziehen müsste, am besten noch mit Glöckchen. Bei dem Gedanken musste ich lachen, aber so routiniert wie der Hengst war, wäre das wahrscheinlich nicht mal mehr ein Problem gewesen.
    Nachdem Cielo getrocknet war, durfte er wieder hinaus auf die Weide und ich holte mir Liara, denn für mich ging es direkt weiter. Die Fuchsstute war nun seit einem Monat in meiner Obhut und machte sich wirklich prima. Sie war unglaublich fleißig und motiviert und man konnte sich nie über sie beschweren. Zuletzt hatten wir die Grundlagen in der Dressur gefestigt und aktuell sprangen wir. Mittlerweile sogar auf gutem L-Niveau. Auch heute hatte ich wieder einen ähnlichen Parcours aufgebaut. Doch zunächst musste ich die Stute von ihrer Schlammschicht befreien und dann satteln.
    Als das Pferd endlich sauber war, konnten wir in die Halle gehen, wo ich sie in Ruhe warm ritt. Nachdem ich sie in allen Gangarten in Dehnungshaltung gelockert hatte, nahm ich allmählich die Zügel auf und baute Trabstangen und Cavaletti ein. Dann ging es auch schon an die ersten Sprünge und Liara zog heute fleißig an. Wir arbeiteten vor allem daran, dass sie zügig über die Hindernisse kam, ohne große Schwebepausen einzubauen, außerdem wollten wir eine schönere Springmanier erarbeiten, so dass ich die Abstände gerne mal etwas enger machte, damit Liara gut aus der Hinterhand absprang. Sie machte es wirklich einwandfrei und das heutige Training konnte sich sehen lassen.
    Am Ende sprangen wir den Parcours fehlerfrei mit all seinen Tücken und ich beendete das Training zufrieden. Die Stute hatte super mitgemacht und trotz ihrer Motivation im Parcours übertrieb sie es nie, sie war wirklich ein sehr angenehmes Reitpferd. Im Stall sattelte ich sie wieder ab und führte sie noch kurz etwas umher, ehe sie auch schon wieder hinaus auf die Weide durfte. Ich war nun schon beinahe fertig, nur noch BS' Je'taime stand auf dem Plan. Momentan arbeitete ich mit jedem Berittpferd in einem anderen Bereich. Während ich Cielo regelmäßig vor die Kutsche spannte, sprang ich Liara und mit Amy arbeitete ich aktuell weiter in der Dressur.
    Dort lief die Gidranstute bereits gutes A-Niveau, obwohl sie auch schon allerhand Sachen aus der L-Klasse vorher beherrscht hatte. Auch Amy war so ein Pferd, was sich absolut problemlos trainieren ließ. Immer fleißig, immer motiviert und stets an den Hilfen. Heute hatte sie wieder einen besonders guten Tag und sprühte vor Energie. Teilweise zu viel Energie, die ich ab und an mal zügeln musste. Die Übergänge vom Schritt in den Galopp funktionierten prima, ebenso der Außengalopp und die Wechsel. Dafür war ihre heutige Motivation super, nur die Versammlungen klappte heute weniger auf den Punkt, weil ich zu tun hatte, Amy reell zu versammeln. Ich wusste aber aus Erfahrung, dass sie das an den anderen Tagen immer gut konnte, also wollte ich mich nicht beklagen.
    Wir arbeiteten noch ein wenig an den Seitengängen, ihrer Paradelektion und dann beendeten wir auch unser Training. Ich ritt Amy ab, versorgte sie dann und brachte sie danach wieder hinaus auf die Weide. Alle drei Pferde waren für heute versorgt und ich war mir sicher, dass ich mit ihnen noch einen netten Jahresabschluss haben würde. Auch wenn wir es zwischen Weihnachten und Neujahr sicherlich noch einen Ticken entspannter angehen lassen würden.

    Die Kür
    Für mich war es nicht zu übersehen wie stolz Hunter war, als er mit BS' Je'taime in die Halle marschierte. Der Kerl liebte einfach jede unserer Stuten und freute sich jedes Mal wie ein kleines Kind, wenn wieder eine bereit für die Körung war. Amy folgte ihrem Zweibeiner brav bis in die Mitte der Halle, dort grüßte Hunter die Richter und setzte anschließend seinen Weg fort. Die beiden gingen zunächst eine große Runde im Schritt, an einer der langen Seiten war eine kleine Gasse abgetrennt in der zwei Sprünge standen, die Amy kurz interessiert beäugte. Dann wechselten sie durch die ganze Bahn und liefen auch auf dieser Hand eine Runde im Schritt. Im Anschluss daran führte Hunter die Gidranstute wieder in die Mitte und nahm die Peitsche, die jemand in der Zwischenzeit dort platziert hatte. Die Longe glitt langsam durch Hunters Hand und Amy trabte nun auf dem Zirkel um ihn herum. Amy zeigte einen wunderschönen Trab und ließ sich von der ganzen Kulisse um sie herum überhaupt nicht beirren. Auch das Angaloppieren klappte wunderbar, in der zweiten Runde ließ sie aus Freude ein kleinen Buckler heraus, lief dann aber konzentriert weiter. Nachdem Hunter die Stute wieder in den Trab zurückgeholt hatte, vollführten die beiden einen beinahe perfekten Wechsel durch den Zirkel. Ich freute mich dass dies ohne größere Probleme geklappt hatte und sah nun zu wie Amy sich nun auch auf dieser Hand im Trab und Galopp präsentierte. Zum Abschluss durfte Amy nun noch zeigen was sie wirklich konnte, Hunter entfernte die Longe von der Trense und trieb die Stute in die Gasse mit den Sprüngen. Amy war sofort Feuer und Flamme und flog ohne Probleme über das Kreuz und den Oxer, die nächsten beiden Runden ließ sie völlig von allein wieder in die Gasse hinein und Hunter hatte alle Mühe sie nach dem dritten Mal wieder zu stoppen. Nachdem die Longe wieder eingehakt war, stellten die beiden sich wieder in der Mitte der Halle auf und Hunter grüßte zum Abschluss.
    1958 Zeichen - lettercount.com

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  5. adoptedfox

    adoptedfox Bekanntes Mitglied

    adoptedfox alias Käthe von Landsberg
    Meine Teilnahme mit Echo's Maiden
    - englisches Vollblut | 4-jährig -

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    Stute
    Echo's Maiden | englisches Vollblut | 06. Juli 2015
    Stockmaß: 1.74cm
    Gewicht: 447.00kg
    Fellfarbe: Rappe



    • Abstammung •

    Von Unbekannt
    Von Unbekannt Aus der Unbekannt
    Aus der Unbekannt
    Von Unbekannt Aus der Unbekannt



    • Charakter •

    temperamentvoll | menschenbezogen | sensibel | arbeitswillig

    Echo's Maiden ist eine hochbeinige, sportlich gezogene Vollblutstute aus dem Norden Englands. Nicht untypisch für die Rasse bringt sie einen feinfühligen, aber auch temperamentvollen Charakter mit. Mit großer Ambition nimmt die Stute an Freispringen teil und zeigt sich auch bei der Bodenarbeit arbeitswillig. Die Stute zog roh auf dem von Landsberg Trainings-Center ein und wurde mit Hilfe von Hunter Crowley des Bear Brook EC eingeritten.
    Echo's Maiden reagiert sensibel auf Wetterumschwünge und ist dann schonmal mit Vorsicht zu genießen.

    Echo's Maiden ist ein Allrounder und glänzt nicht nur im Reitsport, sondern ist auch der Liebling der Kinder im Reitunterricht.
    Mit dem richtigen Hengst wird sie auch eine Bereicherung für die Zucht sein.



    • Qualifizierungen & Erfolge •
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren x


    ● Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential
    Dressur E A L M S S* S** S***

    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S S* S** S***

    Springen E A L M S S* S** S***
    Stilspringen & Zeitspringen: E A A* A** L M M* M** S S* S** S*** S**** S*****

    Military E A L M S S* S** S***
    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI** CIC/CCI*** CIC/CCI****

    Galopprennen E A L M S S* S** S***
    Ausgleichsrennen|Hindernisrennen: AIV AIII AII AI | AU AM AG
    Flachrennen: 800m 1000m 1250m 1500m 1750, 2000m 2250m 2500m 3000m 3400m

    Distanz E A L M S S* S** S***
    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN***


    Offiziell
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    Inoffiziell
    -
    Zuchtverband
    -
    GHP - Prüfungen + Reiterspiele
    -

    Abstammung: 0
    Schleifen: 17
    HS: 0

    TA: 2
    Trainer: 0
    Zubehör: 2

    Gesamt: 21



    Zuchtinformationen

    Zur Zucht zugelassen: nein
    Eingetragene Zucht: von Landsberg

    Züchter/Herkunft: Canyon

    Nachkommen
    0/5

    Besitzer: adoptedfox (Käthe von Landsberg)
    VKR/Ersteller: Canyon



    • Gesundheitszustand •

    Letzter Tierarztbesuch: 25. November 2018
    Chronische Krankheit/en: -
    Erbkrankheit/en: -

    Letzter Hufschmiedbesuch: -
    Hufkrankheit/en: keine
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    Besuch im November 2018 | 1587 Zeichen von Calypso
    Ich war wieder auf dem Heimweg nach Wales, doch vorher hatte ich noch Termine in England. Zuerst fuhr ich nach Nottingham zu Käthe von Landsberg. Wir kannten uns bereits und ich freute mich sie wieder zu sehen. Es ging um ihre Stute Echos Maiden, ein pechschwarzes Englisches Vollblut. Ich kam gegen 11 Uhr auf dem Hof an und wurde sogleich herzlich von Käthe empfangen. Sie führte mich zu der Patientin und ich machte mich mit ihr bekannt. Streichelte ihr über die Nüstern und tätschelte ihren Hals. Am Putzplatz untersuchte ich sie dann, hörte sie mit dem Stethoskop ab und tastete Wirbelsäule und Beine ab. Danach lief Käthe mit Echos Maiden den Hof auf und ab, im Schritt und im Trab, damit ich mir ihr Gangbild genauer anschauen konnte. Hier kam das Temperament eines Vollbluts zum Vorschein. Als ich genug gesehen hatte gingen wir wieder zum Putzplatz und ich zog die Spritze fürs Impfen auf. Jetzt wurde die Stute aufmerksamer und auch zappeliger. Ich ließ mich aber nicht beirren und stach schnell zu. „So Kleine das war leider nicht die letzte Spritze“ meinte ich zu der Stute gewandt und nahm ihr Blut ab für das Blutbild das Käthe wollte. Dann verstaute ich alles fachgerecht und gab der jungen Frau noch die Wurmkur. „Okay also ich melde mich wenn die Ergebnisse da sind, dauert ca. 1 – 2 Wochen.“ erklärte ich und packte meine Sachen zusammen. Dann verabschiedete ich mich von Käthe und machte mich auf den Weg zu meinem nächsten Termin.
    Nach einer Woche hatte ich die Ergebnisse aus dem Labor.
    Alle Werte waren unauffällig und ich schickte das Dokument per E-Mail an Käthe.

    Lang hatte ich den heutigen Tag in meinem Kalender herbeigesehnt und endlich war es soweit. Die erste Zuchtveranstaltung des Jahres, an der das von Landsberg Gestüt vertreten war, fand statt. Etwas aufgeregt setzte ich meinen Helm auf und griff in den Zwiesel um mich mit Schwung in den Sattel zu setzen. Die letzten Tage hatte ich damit verbracht, Echo’s Maiden auf diesen Tag vorzubereiten und ich war positiv gestimmt, dass wir gute Noten erhalten würden. “Du hast den Kurzgurt auch nur deswegen ausgesucht, weil er mit Lammfell unterlegt ist, oder?” sagte Hunter schnippisch und holte ein Tuch aus dem Anhänger um meine Stiefel sauber zu wischen. “Bei ihrem Gurt hat sich gestern die Naht einer Schnalle gelöst. Das er zum restlichen Equipment passt ist reiner Zufall.” gab ich zur Antwort und fuhr mit meinen Fingern durch seine Haare. “Ich will nichts hören wenn der Gurt verrutscht und sie sich die Sattellage wund reibt.” mahnte er und gab mir meine Handschuhe. Ich beugte mich nach unten um ihm einen Kuss zu geben und zog mir die Handschuhe an. Keine fünf Minuten später wurden wir aufgerufen und Hunter wünschte mir viel Glück. Im Schritt ritten wir in die Halle ein und hielten mittig der Halle, den Richtern zugewandt, um zu grüßen. Ich wartete bis die Musik aus den Lautsprechern ertönte und trabte Echo’s Maiden an. Im Arbeitstrab blieben wir eine Runde auf der ganzen Bahn, bevor wir bei K durch die ganze Bahn wechselte und auf dem Zirkel blieb. Die Stute stand gut an den Hilfen und nach einer weiteren Runde im Trab, gab ich ihr die Galopphilfen und ritt auf dem zweiten Hufschlag der Bahn. Nach einer doppelten Schlangenlinie, bei der die Stute mehr als gut umsprang, parierte ich sie in den Schritt und wechselte durch die halbe Bahn zurück auf den ersten Hufschlag. Echo’s Maiden ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen und kaute entspannt auf dem Gebiss. Ich gab ihr etwas mehr Zügel vor damit sie sich strecken konnte und trabte sie nach einer Runde im Schritt auf der linken Hand wieder an. Im starken Trab ging es auf den Zirkel bei A und nach einer Runde, wechselten wir aus dem Zirkel die Hand. Zufrieden mit ihrer Leistung wechselte ich durch die Länge der Bahn und hielt die Stute auf X an. Ich achtete darauf, sie geschlossen aufzustellen, bevor ich uns von den Richtern verabschiedete und im Mitteltrab aus der Halle ritt. Hunter erwartete mich bereits und half mir abzusteigen. “Und?” fragte er und beobachtete mich dabei, wie ich die Steigbügel nach oben zog und den Gurt löste. “Es ist alles in Ordnung.” antwortete ich und schüttelte den Kopf. Ich sattelte die Stute ab und legte ihr eine Abschwitzdecke über. Es war zwar angenehm warm heute, doch ich wollte keine Verkühlung riskieren. Als die Stute auf dem kleinen, abgezäunten Paddock neben dem Hänger stand gingen wir zu den Tribühnen um uns auch die anderen Teilnehmer anzusehen.
    2875 Zeichen | gezählt durch lettercount.com |geschrieben von adoptedfox

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    Zuletzt bearbeitet: 14 Feb. 2019
    sadasha gefällt das.
  6. Maleen

    Maleen Unicorn Tech Support

    Meine Teilnahme mit
    Andorra

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    Rufname:
    Andorra
    Dam: Unbekannt | S. Unbekannt D. Unbekannt
    Sire: Unbekannt| S. Unbekannt D. Unbekannt


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    Geburtstag:
    2010
    Geschlecht:
    Stute
    Rasse:
    Lusitano
    Farbe:
    Bay
    Abzeichen:
    //
    Stockmaß:
    160cm


    Charakter:
    Andorra - die Gerechte
    Wer Andorra in seiner Herde hat, hat eine harmonische Herde. Obwohl Andorra weder extrem dominant noch aggressiv ist nimmt sie wegen einer bestimmten Eigenschaft früher oder später den Platz der Leitstute ein - Andorra ist fair und gerecht egal wer vor ihr steht.
    Sie akzeptiert jeden Rang und respektiert die, die ihr höher gestellt sind, allgeimein ist sie eine sehr gelassene Persönlichkeit.
    Sie beschützt schwächere Pferde indem sie es einfach nicht duldet, dass irgendjemand Unruhe stiftet und auf rangiedrigere Pferde losgeht.

    Im Umgang mit Menschen zeigt sich Andorra ebenso ehrlich, wie unter Artgenossen. Auch Kinder kommen mit ihr prima klar. Eine zu grobe Art ihres Reiters zeigt sie sofort an, indem sie den Reiter hinterfragt und das Verlangte oftmals nur ungern und falsch oder sogar gar nicht ausführt.
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    Genetik:
    EE Aa
    Zuchterlaubnis:
    //
    Fohlen:
    //
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    Besitzer:
    Maleen
    Pfleger:
    //
    Maler(VKR):
    Maleen
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    Reitstil:
    Englisch


    Dressur: L/S
    Springreiten: L/L
    Geländespringen: A/A

    Fahren: L/S
    Rennen(Galopp): -/-
    Distanzreiten: A/A
    Western: -/-


    Turnierschleifen:
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    BSW500 SW510

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    351.Distanzturnier 504.Dressurturnier 512.Springturnier
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    518.Springturnier 376.Militaryturnier 521.Springturnier
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    526.Dressurturnier 415.Fahrturnier 418.Fahrturnier
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    536.Springturnier

    Stecki © Maleen 2013

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    3021 Zeichen von Calypso - Sonntag, 03.Februar 2019
    Ich war mal wieder in Italien bei der lieben Jamie Lewis und sollte mir zwei ihrer Lusitano´s anschauen. Gegen Mittag kam ich bei ihr an und wir begrüßten uns herzlich. Der Hengst Aphelion stand schon, bereit für die Untersuchung, in der Stallgasse und begrüßte mich auch. „Das bin ich ja sonst gar nicht von meinen Patienten gewohnt“ scherzte ich „die meisten würdigen mich keines Blickes.“ Aphelion kuschelte sich regelrecht an mich und hätte wohl Stunden so weiter machen können, nur dann würden wir mit der Behandlung nie fertig werden. Ich tastete den Hengst sorgfältig ab und hörte dann, mit dem Stethoskop, seine Organe ab. „Gut, dann bitte einmal mit ihm hier auf und ab laufen.“ Jamie nahm ihn am Strick und drehte ihre Runden im Schritt und Trab. Als ich alles gesehen hatte was ich wollte und zufrieden war, kam sie zurück und band ihn wieder an. Ich blätterte seinen Impfpass durch und zog dann die Spritzen mit den benötigten Impfstoffen auf. Aphelion war so brav und machte keinen Mucks als ich mit der Nadel näher kam. „So ein braver Bub!“ lobte ich ihn und las mit dem Lesegerät noch seine Chipnummer ab. Wir beschlossen dann mit der Zahnkontrolle gleich weiter zu machen. Manchmal machte ich gerne ein Pause zwischen den einzelnen Untersuchungen, aber Aphelion machte das so gut und entspannt das ich ihm zutraute das er das auch noch aushalten würde. Wir legten ihm vorsichtig das Maulgatter an und legten seinen Kopf auf meinem mobilen Ständer ab. Ich setzte mir die Stirnleuchte auf und verschaffte mir zunächst einen Überblick über den Zustand der Zähne. „Okay, da ist nicht viel zu machen.“ entgegnete ich Jamie und nahm die Handraspel. Die Backenzähne zeigten ein paar Schärfen die in null komma nichts beseitigt waren. Nach 20 Minuten waren wir schon fertig und befreiten den Hengst. Er kassierte noch ganz viel Lob von mir und durfte dann wieder in seine Box.
    Als nächstes kam die Stute Andorra. Eine bildhübsche braune Stute ohne Abzeichen, sie gefiel mir sehr gut. Auch sie machte den Eindruck ein sehr gelassenes und angenehmes Pferdchen zu sein. Dieser Eindruck bestätigte sich später auch. Auch Andorra tastete ich zuerst ab, Rücken, Beugeproben usw. Dann hörte ich Herz-, und Lungenfunktion ab und ließ sie mir auch im Schritt und Trab vorführen. Beim Impfen war Andorra auch ein Vorzeigepatient. Ein bisschen zusammen zucken war natürlich erlaubt. Als auch ihr Chip kontrolliert war, räumte ich meine Untersuchungstasche gleich ins Auto um schon mal ein wenig Ordnung zu schaffen. Dann ging es an die Zahnkontrolle. Hier weigerte sie sich zunächst etwas das Maulgatter dran zu bekommen, aber mit viel Geduld und gut zureden klappte dies auch. Bei ihr musste ich ein bisschen mehr machen als bei dem Hengst, aber auch keine gravierenden Sachen. Schärfen und Haken waren entfernt, die Schneidezähne etwas gekürzt und fertig war sie. Genüsslich knabberte sie ihr Heu in der Box und Jamie half mir alle Untensilien ins Auto zu tragen. Dort gab ich ihr noch die Wurmkuren für die beiden Pferde.
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    Mein heutiger Auftrag führte mich zu dem Zuchtgestüt Royal Peerage, wo ich zwei ihrer angehenden Zuchtpferde untersuchen sollte. Wie auch schon bei meinen zahlreichen Aufträgen zuvor, kontrollierte ich zuallererst ob ich alles was ich brauchen würde in meinem Truck verstaut hatte, dann fuhr ich aber auch schon los. Die Gegend um das Gestüt herum was wunderschön, beinahe schon so schön das es mit den Highlands mithalten könnte - beinahe aber nur. Bei dem Gedanken lächelte ich und fuhr auch schon durch das schöne Eingangstor. Wie erwartet waren die alten Gebäude wunderschön und man merkte wie lange hier bereits Pferde leben mussten. In Gedanken verloren stieg ich aus meinem Truck und musterte die alten Gebäuden, als ich plötzlich auf meiner Schulter berührt wurde, vor Schreck sprang ich herum, rutschte aus und saß auch schon auf dem Boden. Kurz nachdem ich am Boden saß lachte ich aber auch schon und stand auf. "Tut mir leid! Ich wollte Sie nicht erschrecken!",meinte die junge Frau, welche sich als Jamie Lewis die Leiterin der Zucht bei Royal Peerage herausstellte. "Ach kein Problem! Ich lieg oft am Boden!" Wir lachten beide und Jamie zeigte mir wo ich mein "Zeugs" aufbauen konnte, während ich dies tat verschwand Jamie auch schon um meinen ersten Patienten zu holen. Den Lustiano Aphelion. Ich hatte gerade alles aufgebaut als Jamie auch schon mit dem fuchsfarbenen Hengst zurückkehrte. "Na Hallo, Großer.", meinte ich und streichelte Aphelion am Hals. Da der junge Hengst keine Eisen trug würde der Auftrag heute höchstwahrscheinlich schnell gehen. Ohne lange zu überlegen machte ich mich auch schon daran die Hufe des Hengstes auszuschneiden und zuraspeln, Aphelion blieb die ganze Zeit über ruhig stehen und genoss es von Jamie gekrault zu werden. Wie dachte waren wir also mit dem Fuchs sehr schnell fertig und Jamie holte die zweite - und letzte - Patientin für den heutigen Tag. Wie auch Aphelion vor ihr gehörte die Stute der Rasse der Lustiano an, ihr Name lautete Andorra. Die Braune Stute kam mit aufmerksam nach vorne gerichteten Ohren auf mich zu, sie lies sich von mir streicheln und hob brav jedes Bein. Auch Andorra lief Barhuf was wieder wenig Arbeit für mich bedeutete. Ich fing an ihre Hufe auszuschneiden und zu raspeln, wobei die Lustiano Stute wie auch ihr Vorgänger ruhig stand und wartete bis ich fertig war. "Fertig.", sagte ich nach einer weile und klopfte meine Handschuhe an meiner Hose ab. Nachdem das Pferd versorgt war und ich meine Sachen wieder verstaut hatte, regelten ich und Jamie das geschäftliche und ich fuhr auch schon nachhause.
    2587 Zeichen | Sissicat

    Die Kür
    Gerade eben waren wir noch außerhalb der Halle und ich hatte die vorherigen Teilnehmer beobachtet und nun standen wir beide selbst schon in der Mitte der Bahn und ich war im Begriff die Richter zu grüßen. So ganz wohl fühlte ich mich in dem fremden Sattel auf einer Stute, die ich normalerweise nicht ritt, immer noch nicht. Aber Andorra war ein echtes Schätzchen und mache es mir leicht meine Bedenken zumindest kurz beiseite zu schieben.
    Ich trieb Andorra wieder vorwärts und die braune Stute trabte an. Mit großen weichen Schritten lief sie vorwärts und ich wendete sie an der kurzen Seite nach rechts ab um gleich darauf ein paar Meter weiter auf den Zirkel zu gehen. Nach einer Runde öffnete ich den Zirkel wieder und wir trabten nun wieder entlang der langen Seite. In der nächsten Ecke gab ich Andorra das Kommando zum angaloppieren, sie schnaubte kurz und sprang dann vorbildlich in den Galopp. Wir blieben weiterhin auf dem Hufschlag und an den langen Seiten ließ ich Andorra den Galopp leicht verstärken. Kurz bevor wir wieder in der Ecke, in der wir zuvor angaloppiert waren, angekommen waren, parierte ich sie in den Schritt. Je näher wir der Ecke kamen, desto kürzer ließ ich Andorra treten um letztendlich aus der Ecke heraus Kurzkehrt zu reiten. Nun auf der linken Hand, galoppierte ich Andorra aus dem Schritt heraus wieder an. Nach der kurzen Seite parierte ich sie zum Trab durch und wendete abermals auf den Zirkel ab. Nach anderthalb Zirkelrunden holte ich sie wieder in den Schritt zurück, öffnete den Zirkel zur inneren Seite der Bahn und wechselte aus dem Zirkel heraus die Hand.Während des Wechsels trieb ich Andorra vermehrt vorwärts damit sie eine deutliche Schrittverstärkung zeigte. Zum Abschluss trabten wir wieder an und wendeten auf die Mittellinie ab. Ein paar Meter nach X kamen wir zum Stehen und ich grüßte die Richter zum Abschluss.
    1868 Zeichen - lettercount.com

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  7. Sammy

    Sammy Bekanntes Mitglied

    Samantha O'Neill
    mit
    Lamira

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    Steckbrief
    Lamira
    --------------------------------------------------

    Spitzname: Mia

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    ~ Abstammung ~
    Von: ?

    V: ?
    M:?
    Aus der: ?
    V: ?
    M: ?

    --------------------------------------------------

    Rasse: Hannoveraner
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 04. April 2012
    Stockmaß: 1,74 m
    Fellfarbe: Grauschimmel
    Kopfabzeichen: ///
    Beinabzeichen: ///

    --------------------------------------------------
    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Lamira ist eine eigenwillige und sehr temperamentvolle Stute, die ihren eigenen Kopf hat und diesen auch häufig durchsetzen will. Sie braucht eine Bezugsperson - wenn sie diese gefunden hat ist sie ein Engel und macht fast alles was man ihr sagt. Allerdings bevorzugt die Schimmelstute meist Männer. Typisch Stute ist sie " öfters " mal etwas zickig und launisch.
    Bei anderen Pferden weiß sie genau was sie will und strebt in der Rangordnung nach oben. Während der Rosse verhält sie sich zuweilen recht hengstig, vor allem, wenn irh ein hübscher Kerl in der Nähe gefällt. Dann wölbt die junge Stute den Hals, brummelt, tritt aus und schlägt mit den Vorderbeinen. Sie weiß eben ganz genau, was sie will.
    Dieser Wesenszug kommt Lamira in sportlicher Hinsicht sehr zu Gute. Sie ist im Parcours ein absoluter Überflieger: Mutig, lernwillig und zu allem bereit. Im Gelände geht ab und an das Temperament mit der Stute durch, doch ansonsten zeigt sie sich auch hier nervenstark und ausdauernd. Lamira's Springvermögen, gepaart mit ihrem Präsentationsdrang und drei schönen Grundgangarten prädestinieren die junge Hannoveranerstute geradezu für den Vielseitigkeitssport. Daher liegt hier der Schwerpunkt ihrer Ausbildung und Turnierkarriere.
    --------------------------------------------------

    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer:
    Sweetvelvetrose
    Ersteller: Sweetvelvetrose
    Vkr: Sweetvelvetrose ♥


    --------------------------------------------------

    ~ Qualifikationen ~
    Dressur: S
    Springen:
    S*
    Military: S

    --------------------------------------------------
    ~ Schleifen ~
    1. Platz beim 529. Springturnier
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    3. Platz beim 387. Militaryturnier
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig: Nein
    Nachkommen: ///
    Punkte: 20 ( 12x Training, 2 Schleifen, HS, Bild, TA)

    Tierarztbericht | 02. Januar 2019 | von Eddi
    Erfolgreich hatten wir den Jahreswechsel hinter uns gebracht und begrüßten nun 2019. Zu meiner Freude schneite es heute sogar ein wenig, auch wenn ich erahnte, dass der Schnee nicht lange liegen bleiben würde. Leider erschwerten mir die riesigen Flocken auch die Fahrt zum Hollybrook Stud, so dass ich etwas später als geplant bei Sammy ankam. Sie nahm es mir aber keineswegs übel, sondern hatte in der Zeit die kleine Porcelain Doll herausgeputzt. Sie würde meine erste Patientin für heute sein. Es stand nicht viel an, denn es war ein simpler Routinebesuch. Also ließ ich mir das American Miniature Horse kurz im Schritt und Trab die Stallgasse entlangführen, ehe ich noch die Beugeprobe machte. Alles war ok, also schaute ich in Ohren, Augen und Maul und kontrollierte noch Herz und Lunge mit dem Stethoskop. Auch hier klang alles einwandfrei und auch die Temperatur war im Idealbereich. Porcelain Doll war rundum fit. Also konnte ich sie guten Gewissens impfen und entwurmen. Das ging ruckzuck und die kleine Stute bemerkte die Piekser nicht einmal. "Schon fertig", meinte ich zufrieden und Sammy brachte die Stute wieder in die Box.
    Als nächstes war Lamira an der Reihe. Sie war eine schlank gebaute Hannoveranerstute, die sich wirklich sehen lassen konnte. Wie ich Sammy kannte, wollte sie die heutigen Pferde bald zur Zucht zulassen und Lamira würde auf jeden Fall eine Bereicherung werden. Auch sie ließ ich mir vorführen und machte die Beugeprobe. Es war alles in Ordnung. Ihre Zähne sahen ebenso gut aus, die Augen waren klar und die Ohren sauber. Auch Herz und Lunge klangen gesund und die Temperatur war einwandfrei. Ich lobte Lamira kurz, ehe ich auch schon die erste Impfung ansetzte. Ruckzuck war auch die geimpft und entwurmt, auch wenn sie die Wurmkur dann doch nicht so gerne ins Maul genommen hatte wie Porcelain Doll, aber man konnte eben nicht alles haben. Sammy brachte auch Lamira wieder weg und ich erneuerte bereits die ersten beiden Impfpässe.
    Nun war PFS' Devil in Prada an der Reihe und ich staunte nicht schlecht, als ich die junge Stute sah. Ich kannte sie seit Fohlentagen und aus dem unförmigen Fohlen war wirklich ein traumhaftes Pferd geworden. "Wow", lobte ich Sammy, die wirklich eine gute Wahl bei dem damaligen Kauf gemacht hatte. Auch die Gänge der Stute konnten sich sehen lassen und die Beugeprobe fiel zu ihren Gunsten aus. Augen und Zähne waren in Ordnung und auch in den Ohren fanden sich keine Parasiten oder Ähnliches. Ich kontrollierte also noch Herz, Lunge und Temperatur, ehe auch bei Devil in Prada die Impfungen erneuert wurde und sie direkt im Anschluss noch eine Wurmkur bekam. Dann war die kleine Schönheit schon fertig, bekam von mir noch ein Bestechungsleckerli und dann ging es zurück in die Box.
    Als letztes war dann doch noch ein Hengst an der Reihe: Roi Du Soleil. Er war schon länger bei Sammy und schien so langsam auch Richtung Zucht zu schlittern. Er hatte eine schöne Farbe und rötlich schimmerndes Fell, er würde sicherlich ein beliebter Zuchthengst werden. Auch seine Gänge waren taktklar und die Beugeprobe fiel negativ aus. Ohren, Augen und Maul waren in Ordnung und auch Herz und Lunge klangen gut. Die Temperatur war ideal und so wurde der letzte heute geimpft und entwurmt. Als wir fertig waren, machte ich noch die letzten beiden Impfpässe fertig, stellte Sammy die unterschriebenen Gesundheitsscheine aus und verabschiedete mich dann auch schon wieder von ihr.

    Hufschmiedbericht | 09. Dezember 2018 | von Sissicat
    Mit einem kräftigem Schluck hatte ich meinen Kaffee ausgetrunken und machte mich soweit fertig für meinen heutigen Auftag. Es ging heute zum wiederholten Mal in das Hollybrook Stud. Gut ausgeruht setzte ich mich in meinen kleinen Truck und fuhr auch schon los. Nach einer Weile kam ich bei dem Zuchtgestüt an und wurde freundlich von Samantha entfangen. "Schön wieder hier zu sein.", meinte ich lächelnd und folgte Samantha zu dem Putzplatz, wo wir gemeinsam meine Werkzeuge aufbauten. Als wir dies getan hatten, machten wir uns auch schon auf den Weg zu meinem ersten Patienten. Roi du Soleil. Der stolze Welsh D Hengst erwartete uns bereits mit hocherhobenem Kopf in seiner Box und folgte uns brav zum Putzplatz. Der Hengst schien auch überhaupt keine Probleme mit mir zu haben, er hatte wohl bereits genug Hufschmiede gesehen. So hatte ich seine alten Eisen schnell entfernt und genauso schnell die neuen wieder auf seine Hufe "gehämmert". "Brav gemacht, Großer.", lobte ich ihn und steckte ihm eine kleine Karotte zu, welche er sehr zu genießen schien. Danach brachte Samantha den Hengst zurück in seine Box und kam wenig später mit der hübschen Schimmelstute Lamira zurück. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger sah man Lamira ihr starkes Temperament von Weiten schon an. Es war aufjedenfall nicht so einfach ihre Hufeisen zu entfernen, wie es bei Roi war aber es war nicht unmöglich. Mit der Hilfe von Samantha brachten wir Lamira dazu mir alle Hufe -mehr oder weniger freiwillig- zu heben. Nachdem ich die alten Hufeisen entfernt hatte ging das Spiel nocheinmal von vorne los, da ich Lamira ja die neuen Eisen auch rauftun musste. Als ich endlich fertig war, war ich bereits durchgeschwitzt. Müde sah ich zu wie Samantha Lamira zurück brachte und mit der kleinen Porzellan Puppe aka. Porcelain Doll zurück kam. Die kleine Stute hüpfte aufgeregt am Strick herum und schnupperte an meinen Werkzeugen wie ein Hund, was mich zum Lachen brachte. Samantha streichelte die Stute und schaffte es so das sie lange genug ruhig stand, so dass ich ihre Hufe ohne Stress ausschneiden und raspeln konnte. Als auch das erledigt war, tauschte Samantha die American Miniature Horse Stute gegen die Criolle Stute PFS' Devil in Prada aus. Nachdem ich der wunderschönen Stute in die strahlend blauen Augen gesehen hatte musste ich erst einmal eine 5-minütige Pause machen um mein Stauenen zu kontrollieren. "Wow... echt schön.", meinte ich dann und machte mich an die Arbeit. Nach keiner Minute fiel mir auf, das der Name überhaupt nicht zum Charakter der Stute zu passen schien. So war ich sehr schnell fertig und konnte so auch schnell das geschäftliche klären und nachhause fahren.
    2665 Zeichen | Sissicat

    Trainingsberichte | 12 Stück
    Dressur E-A | 31. Juli 2017
    "Hallo mein Großer! Bereit für ein bisschen Training?", fragte ich meinen braunen Hannoveranerhengst Incendio liebevoll. Der Hengst befand sich zwar noch nicht lange in meinem Besitz, doch ich kannte ihn ja bereits von diversen Trainingseinheiten. Genauso wie Incendio mein Gestüt bereits kannte und sich deshalb schon wunderbar hier eingelebt hatte. Heute stand das Abschlusstraining im Springen für Klasse M auf unserem Programm. Wie all meine deutschen Warmblüter lief Incendio in der Vielseitigkeit und war dort bereits sehr erfolgreich. Ich rechnete damit, ihn noch in diesem Jahr zu Körung schicken zu können. Meine Angestellte und Freundin Meg hatte mir den großen Hengst bereits geputzt, sodass ich ihn nun nur noch fürs Training fertig machen musste. Ich legte dem Braunen Gamaschen, Streichkappen und Springglocken an und sattelte ihn anschließend auf. Zum Schluss fädelte ich die Zügel durch die Ringe des Martingals, dann führte ich den Hannoveraner zum Springplatz, auf dem bereits ein netter kleiner Parcours aufgebaut war. Incendio tänzelte übermütig, aber ich wusste, dass der Hengst sich sehr gut händeln ließ. Die meiste Zeit über war er ein wahrer Gentleman. Ich stellte Inc auf der Mittellinie auf, gurtete nach, ließ die Steigbügel herunter und schwang mich leichtfüßig in den Sattel. Unser heute zu überwindender Parcours bestand aus 10 Hindernissen, inklusive einem vier Meter breiten Wassergraben und zwei zweifachen sowie einer dreifachen Kombination. Die Höhe maß maximal 1,35 Meter. Ich wärmte Incendio in aller Ruhe um die Hindernisse herum auf und er bemühte sich sichtlich, es mir recht zu machen und sich nicht zu sehr von den bunt bemalten Stangen ablenken zu lassen. Dafür liebte ich den braunen Hengst umso mehr. Schließlich galoppierte ich Incendio an und nahm Kurs auf das erste Hindernis: einen gold-blau gestrichenen Steilsprung. Gleich darauf flogen wir über die Hindernisse der ersten Zweifachen und im Anschluss daran gab ich Incendio mehr Zügel und wir jagten auf den mächtigen Wassergraben zu, den Incendio dennoch spielerisch überwand. Der Hengst machte auch in der Dressur eine sehr gute Figur, aber seine Leidenschaft war eindeutig das Springen. Er fühlte sich an wie ein Pulverfass, allerdings ein sehr gut kontrollierbares. Als wir über die Tripplebarre- den letzten Sprung des Parcours flogen, ertönte vom Zaun her Applaus und ich sah Meg dort mit der Schimmelstute Lamira stehen. Lamira hatte heute nämlich ihr Abschlusstraining in der Dressur und leider war der Tag heute so vollgepackt, dass ich die Stute nicht selbst hatte fertig machen können. Ich parierte Incendio zum Schritt durch und ritt ihn am langen Zügel auf den Zaun zu. Kurz bevor ich diesen erreichte, sprang ich aus dem Sattel und drückte Incendio einen dicken Kuss auf die samtweiche Nase. "Das hast du ganz hervorragend gemacht, mein Liebling!", sagte ich, bevor ich mit Meg die Pferde tauschte.
    Lamira war ebenso wie Incendio ein Hannoveraner, stammte von Sweetvelvetrose's Gestüt und war bereits zum Einreiten auf meinem Hof gewesen. Ich hatte mich damals auf den ersten Blick in die zickige, eigensinnige Stute verliebt, auch wenn sie nicht ganz einfach zu händeln war. Aber Lamira besaß einfach das gewisse Etwas und das zeigte sie mir nun auch im Training. Für sie stand der Aufstieg in Klasse A der Dressur an und wir hatten bereits alle dafür erforderlichen Lektionen erarbeitet. Das waren das Rückwärtsrichten, die Vorhandwendung, das Viereck verkleinern und vergrößern im Schritt und Trab und die Schritt-Galopp-Übergänge. Das ganze hatte mit viel Bodenarbeit begonnen, doch mittlerweile beherrschte die Hannoveranerstute die Lektionen auch unter dem Sattel. Ich führte sie hinüber ins Dressurviereck, gurtete nach und schwang mich auf ihren Rücken. Lamira das still stehen beizubringen, bis ich im Sattel saß, hatte gefühlte Ewigkeiten gedauert, doch meine Hartnäckigkeit hatte sich ausgezahlt. Obwohl Lamira ein recht hibbeliges Pferd war, stand sie nun brav still und wartete auf mein nächstes Kommando. Ich wärmte sie erst einmal in aller Ruhe im Schritt und Trab auf und ritt dann eine nette kleine A-Dressur-Aufgabe. Lamira ging in der Dressurarbeit völlig auf. Auch sie sollte später in der Vielseitigkeit gehen, doch noch hatten wir mit dem Springtraining nicht begonnen. Allzu lange war die junge Stute ja auch noch nicht unter dem Sattel. Lamira präsentierte sich auch sehr gerne, was mir natürlich nur zugute kam, solange ich ihre Energie in die richtigen Bahnen lenkte. Immerhin bekam Frau Pferd ja auch Aufmerksamkeit, wenn sie jemanden in den Dreck beförderte oder anderweitige Kapriolen vollführte. Aber wir waren wirklich auf einem sehr guten Weg und als sogar Lamira's nicht gerade geliebtes Rückwärtsrichten funktionierte, hatte ich ausgezeichnete Laune. Gleich zwei meiner Pferde waren heute in ihrer jeweiligen Disziplin eine Stufe aufgestiegen, was sie einen großen Schritt näher in Richtung Körung brachte!

    Dressur A-L | 01. August 2017
    "Fertig Meg?", rief ich um die Ecke der Stallgasse herum nach meiner Angestellten. Wobei Meg natürlich wesentlich mehr war als nur das. In den letzten Jahren war sie mir eine wunderbare Freundin geworden, auf die ich nicht mehr verzichten wollte. Wie schon so oft, würden wir heute mit zweien meiner Pferde ein Stufentraining absolvieren. Diesmal ging es um den Aufstieg in Klasse L der Dressur und es handelte sich um die Hannoveranerstute Lamira, die noch nicht allzu lange auf meinem Gestüt wohnte und die American Miniature Horse Stute Porcelain Doll, die ich bereits seit ihrem Fohlenalter besaß. Dolly wurde selbstredend nur vom Boden aus trainiert, was Meg freudig übernommen hatte. Ich dagegen kümmerte mich um die feurige Lamira. Sie hatte ich zusammen mit dem Hannoveranerhengst Incendio von Nancy Wizzard übernehmen dürfen, nachdem ich mich bereits um ihren Beritt gekümmert hatte. Lamira stand geputzt und gesattelt in der Putzbox und wartete ungeduldig darauf, dass wir endlich loslegten. Ich streifte Lamira das Halfter ab und führte die schlanke Schimmelstute hinaus auf den Hof. Der Sommer hatte uns noch immer voll im Griff, daher absolvierten wir das Training mit den Pferden nur früh am Morgen und gegen Abend. Lamira und Dolly fielen in letztere Kategorie und so war ich schon einigermaßen geschafft von dem hinter mir liegenden Tag. Meg dagegen hüpfte energiegeladen wie eh und je neben Dolly aus dem Stall und strahlte mich an. Mir war absolut schleierhaft, wie jemand, der vor fünf Uhr morgens aufstand, gute zwölf Stunden später immer noch herumspringen konnte, wie ein junges Fohlen. Doch wie üblich war Meg's Laune ansteckend. Wir führten die beiden Stuten zum Außenplatz, der an die Reithalle angrenzte. Auf dem Dressurplatz arbeitete Brian gerade mit seinem Lieblingshengst Black Soul und in der Halle vergnügte Samuel und Donald sich mit den Jungpferden GE's Ljósfari und PFS' Devil in Prada. Die Stimmung auf dem Gestüt war gut, die Vögel zwitscherten und die Blumen dufteten. Ein herrlicher Tag, der gleich noch einen viel herrlicheren Ausgang bekommen würde. Ich stellte Lamira auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich anschließend in den Sattel. Die junge Stute hatte mittlerweile gelernt, still stehen zu bleiben, doch leicht fiel ihr das immer noch nicht. Also ließ ich das Schimmelchen nicht lange warten und ritt Lamira im Schritt an. Kurz darauf trabten wir bereits um die Bahn. Meg wärmte Dolly an der Longe auf und wechselte nach der Aufwärmarbeit auf Langzügel. Damit war die junge Scheckstute nämlich ausgebildet worden bzw. wurde es noch immer. Jeder für sich fragten wir nun die verlangten Lektionen für den Aufstieg in Klasse L der Dressur ab. Das waren der Außengalopp, die Kurzkehrt, die Hinterhandwendung und der einfache Galoppwechsel. Lamira und Porcelain Doll machten ihre Sache beide ganz ausgezeichnet, sodass wir das Training schon bald für beendet erklären konnten. Wir umsorgten unsere Stuten liebevoll und entließen sie dann in den wohlverdienten Feierabend auf die Koppel. Während ich die Stufenerhöhung in die Papiere der beiden Pferde eintrug, schenkte Meg uns selbstgemachten Eistee ein und gab Eiswürfel ins Glas. Damit setzten wir uns vor die Fohlenkoppel und betrachteten Kagami und Story mit ihren beiden Fohlen. So ließ sich das Leben genießen.

    Dressur L-M | 13. September 2017
    "Sie sind doch soweit oder?", fragte Meg mich mit einem leichten Zittern in der Stimme, als wir die Stuten Lamira und Porcelain Doll über den Hof führten. Der heftige Wind zerrte an unseren Haaren und zerzauste die Mähnen der Pferde. Lamira und Dolly waren auch nicht gerade begeistert von dem Wetter. Sie stämmten sich mit angelegten Ohren gegen den Wind und die Hannoveranerstute Lamira sprang bei jedem Geräusch senkrecht in die Luft. "Aber natürlich sind sie soweit. Du hast Dolly doch selbst trainiert und ihre Fortschritte live miterlebt. Woher auf einmal die Zweifel? Vertraust du unserer Diva etwa nicht?", fragte ich gespielt vorwurfsvoll zurück. Meg war noch nie ganz alleine mit dem Training eines Pferdes beauftragt gewesen und für Dolly und Lamira ging es heute immerhin schon um den Aufstieg in Klasse M der Dressur. Vom Anfängertraining waren wir längst entfernt. Aber Meg hatte große Fortschritte beim Training der Pferde gemacht und mir schon mehr als genug assistiert, sodass ich beschlossen hatte, ihr das Training von Dolly gänzlich zu überlassen, was die Dressur anging. Später beim Fahren würde ich sie dann wieder anleiten, da dies nicht Meg's Paradedisziplin war. In der Halle angekommen, schloss ich erleichtert die Türen hinter uns. Nachdem uns der Sommer fast gegrillt hatte, war nun das für England typische Herbstwetter eingetroffen und ich wusste schon beinahe nicht mehr, wie die Sonne eigentlich aussah. Na gut, vielleicht war das auch ein wenig übertrieben. Dennoch konnten einem der ewige Wind und der ständige Regen ganz schön aufs Gemüt schlagen. Ich gurtete nach und schwang mich auf Lamira's Rücken. Aufgrund von Dolly's Größe arbeitete Meg natürlich vom Boden aus mit der Stute. Das tat der Performance der beiden aber keinen Abbruch. Wenn Dolly irgendwann einmal soweit war, wollte ich, dass Meg sie beim Stutbuchwettbewerb vorstellte. Immerhin war Dolly ihr erstes komplett alleine ausgebildetes Pferd und Meg machte ihre Sache toll. Das Absetzen meiner beiden Vollblutfohlen Kazumi Princess El Assuad und Successful Dream hatte Meg ziemlich mitgenommen, da sie sehr an den Fohlen und ihren Müttern hing, zumal Kagami sich noch immer aufführte, wie eine Furie. Doch inzwischen hatte die sonst immer so fröhliche Meg ihr Lachen wieder gefunden. Nachdem Dolly und Lamira ordentlich aufgewärmt waren und sich durch den ein oder anderen Bocksprung auch schon ein wenig ausgepowert hatten, begann das eigentliche Abschlusstraining. Wir hatten in den letzten Wochen den Halt aus dem Galopp und den fliegenden Galoppwechsel geübt und perfektioniert. Schwerpunkt des Trainings waren jedoch in Klasse M die Seitengänge. Namentlich das Schulterherein, der Travers, der Renvers, die Traversalverschiebung und die halbe Pirouette im versammelten Schritt. All diese schwierigen Lektionen beherrschten meine beiden geliebten Stuten mittlerweile aus dem FF, sodass ich nicht überrascht war, als Meg und ich mit Lamira und Porcelain Doll das Stufentraining erfolgreich beendeten. Nun ging ihre Dressurausbildung langsam aufs Ende zu und damit auch die gemeinsame Zeit auf dem Platz. Für Lamira ging es nämlich bald auf dem Springparcours weiter, während ich Dolly im Fahren ausbilden wollte. Nun durften die beiden jedoch erst einmal stolz auf ihre hervorragende Leistung sein und ihren restlichen freien Tag genießen.

    Dressur M-S | 31. Oktober 2017
    "Oh wie ich mich auf die Party heute Abend freue!", strahlte ich, als ich meine Hannoveranerstute Lamira zum heutigen Training aus dem Stall führte. Auf dem Plan stand der Stufenaufstieg in Klasse S der Dressur und ich war unglaublich stolz auf die schöne Stute. Nebenbei hatten wir auch schon einmal mit dem Springtraining begonnen, da ich Lamira zum Vielseitigkeitspferd machen wollte. Die Veranlagung dafür hatte die agile Stute definitiv. Neben mir führte Meg die Miniature Horse Stute Porcelain Doll, die heute ebenfalls ihren Stufenaufstieg absolvieren sollte. Anders als für Lamira würde es für Dolly jedoch mit Fahrtraining weitergehen, bei dem ich Meg dann auch wieder zur Seite stehen würde. Dennoch sollte die junge Frau das Training führen und Dolly wenn es soweit war auch selbst beim Stutbuchwettbewerb vorstellen. Meg war völlig aus dem Häuschen gewesen, als ich ihr von dieser Neuigkeit erzählt hatte. Bisher hatte ich meine Pferde immer alle selbst vorgestellt, oder sie meiner guten Freundin Eddi überlassen. Der 31. Oktober war genauso, wie man sich das von einem englischen Halloween erwartet. Der Himmel war stahlgrau, es windete und überall flogen orange-rote Blätter herum. Heute Abend würde ich mit Meg ins Dorf fahren, wo praktisch für das gesamte Dorf eine einzige große Party geschmissen wurde. Donald und Samuel übernahmen die Aufsicht über das Gestüt, Brian hatte frei, blieb aber ebenfalls dort. Der stille junge Mann machte sich nicht viel aus Partys. Patrick war zu seiner Familie nach Hause gefahren und würde erst Mitte nächster Woche zurückkommen. Als ich in Lamira's Sattel saß, ritt ich die Stute im Schritt und Trab auf beiden Händen warm. Lamira war immer noch extrem stürmisch und sehr eigen, doch in der Dressur glänzte sie einfach. Die Stute liebte es, sich zu präsentieren und tanzte regelrecht durchs Viereck. Diese vollendete Eleganz und Grazie fehlte Dolly, die manchmal etwas zu stürmisch und tollpatschig war, doch auch die junge Porzellanscheckin konnte sich absolut sehen lassen. Mein Gemecker hatte inzwischen ein sehr hohes Niveau erreicht. Ich rechnete damit, dass beide Pferde in spätestens zwei Jahren zuchtfähig waren. Lamira holte mich mit einem unwirschen Kopfschütteln zurück in die Wirklichkeit und ich konzentrierte mich auf das Training, während Meg mit Dolly am Langzügel trainierte. Auf dem Plan stand zunächst die Schaukel. Bei der Schaukel ging es darum, die Pferde aus dem Rückwärtsrichten heraus direkt wieder im Schritt antreten zu lassen. Die Übergänge sollten dabei jeweils so fließend wie möglich ablaufen. Das hatte uns sehr viel Arbeit gekostet, doch die jetzige Wiederholung zeigte uns, dass die Stuten soweit waren. Auch die Traversale im Galopp klappte mehr als nur zufriedenstellend. Nachdem auch Passage und Piaffe abgehakt waren, konnte ich nicht widerstehen und fiel Lamira um den Hals, woraufhin die Stute einen Satz machte und in den Galopp fiel. Lachend parierte ich sie wieder durch und streckte Meg die Zunge heraus, die vor lauter Lachen schon Tränen in den Augen stehen hatte. "Naja, wenigstens wissen wir, dass Lamira nicht so auf Liebesbezeugungen steht.", japste sie.

    Springen E-A | 02. November 2017
    "Brr, brr, brr, brr...", machte ich im Rhythmus zu Lamira's weit ausgreifenden Schritten. Die junge Stute hetzte um den Platz, als wären Hunde hinter ihr her. Heute stand unser Abschlusstraining für den Aufstieg in Klasse A des Parcourspringens auf dem Plan, doch so aufgedreht würde ich Lamira über kein Hindernis gehen lassen. Die junge Schimmelstute hatte rießige Fortschritte gemacht, seit sie auf meinem Gestüt war. In der Dressur lief sie bereits ein sehr solides S-Niveau und mit dem Springen sah es auch gut aus. War Lamira jedoch im Dressurviereck konzentriert und voll bei der Sache, war sie auf dem Springplatz wie ausgewechselt. Sie rannte im Stechtrab um die Hindernisse, schrak bei jedem Geräusch zusammen und widersetzte sich meinen Hilfen. Das alles hörte jedoch schlagartig auf, wenn das erste Hindernis überwunden war. Anscheinend versetzten die bunten Stangen Mia einfach in Aufregung. Dennoch musste ich ihr dieses Verhalten abgewöhnen, auf Turnieren konnte das sonst ziemlich ins Auge gehen und darauf hatte ich so überhaupt keine Lust. Endlich merkte ich, dass Mia den Rücken wölbte und den Kopf fallen ließ. Ihre Tritte wurden länger und weicher und ihr Rhythmus angenehmer. Ich klopfte ihr den verschwitzten Hals und ritt im Arbeitsgalopp auf den ersten Sprung zu. Die paar Hindernisse, die wir für Klasse A zu überwinden hatten, stellten keinerlei Herausforderung für meinen Springball auf vier Hufen dar. Lamira's einziges Problem war ihr Kopf. Dank des langwierigen Aufwärmtrainings stand die Stute nun jedoch gut an meinen Hilfen und überflog jeden der Sprünge als wäre er überhaupt nicht da. Auf meine Hilfen reagierte sie gewohnt feinfühlig und vor allem prompt und kurze Zeit später fegten wir über die Ziellinie. Zwei der schwierigeren Sprünge pickte ich mir heraus und sprang sie nochmals von beiden Seiten, dann erklärte ich das im eigentlichen recht kurze Training für beendet. Ich musste mir erst einmal einen Schlachtplan überlegen, wie ich mit Lamira weiter an diese Sache heranging.

    Springen A-L | 23. Dezember 2017
    Fröstelnd zog ich den Reißverschluss meiner Winterjacke höher. Morgen war bereits Heiligabend und dann war das Jahr schon fast wieder vorbei. Dies heute würde mein letztes Stufentraining mit meiner Hannoveranerstute Lamira sein - für dieses Jahr versteht sich. Sie sollte die Klasse L im Springen erreichen. Im Frühjahr würden wir uns dann erst einmal dem Geländespringen widmen, bevor es Mitte bis Ende des nächsten Jahres mit Parcourspringen weitergehen sollte. So wollte ich eine ausgewogene Ausbildung für die junge Stute gewährleisten. Lamira war immer noch hitzig und würde das wohl auch nie ablegen, doch mittlerweile ließ sie sich auch vor Überwinden des ersten Hindernisses kontrollieren. Den heutigen Parcours hatte ich natürlich in der Halle aufgebaut, da sich draußen der Schnee türmte und es fürchterlich rutschig war. Ein paar meiner Pferde hatten heute frei oder ihr Training schon hinter sich und tollten nun auf den verschneiten Weiden herum. Ich hielt überhaupt nichts davon meine Vierbeiner wie teure Relikte in ihren Boxen versauern zu lassen. Sollten sie lieber toben und ihren Spaß haben. Lamira allerdings hatte nun erst einmal zu arbeiten. Ich holte die junge Schimmelstute aus ihrer Box, putzte ihr Fell bis es glänzte, kratzte die Hufe aus und verlas die lange seidige Mähne und den ebenso seidigen Schweif. Bei Lamira hatte ich auf den üblichen Turnierschnitt verzichtet, ihr standen die langen Haare einfach viel zu gut. Nachdem ich mein Pferdchen aufgesattelt hatte, ging es über den verschneiten Hof hinüber zur Halle. Dort angekommen schloss ich erleichtert den beißenden Wind aus und machte mich sogleich daran, Lamira um die bunten Hindernisse herum aufzuwärmen. Nachdem das Dressurtraining mit der Stute so gut wie abgeschlossen war, hatten wir nun alle Zeit der Welt uns ihrer SPringausbildung zu widmen. Ich galoppierte Mia an und dirigierte sie auf den ersten Steilsprung zu. Die Stute stellte die Ohren nach vorn, sammelte sich und sprang mit viel Kraft über das Hindernis. Auch der Rest des Parcours klappte spielend. Nur bei der ersten Zweifachen Kombination musste ich mich ein wenig energischer durchsetzen, um Mia's Tempo zu regulieren, aber mir durfte auf ihrem schlanken Rücken ja immerhin auch nicht langweilig werden. Als wir den Parcours beendet hatten, klopfte ich meinem Stütchen begeistert den weißen Hals und versorgte sie nach dem Trocken reiten umsichtig. Immerhin hatte Lamira soeben den Stufenaufstieg in Klasse L des Springens geschafft!

    Military E-A | 30. April 2018
    "Ist das nicht herrliches Wetter?", strahlte ich begeistert, als ich den Kopf aus dem Stall streckte. Heute stand mein Abschlusstraining im Military mit Lamira auf dem Plan und ich hatte schon befürchtet, dass wir die Geländestrecke bei Regen bewältigen mussten. Gestern hatten wir schon Dressur und Springen absolviert, sodass nun nur noch der anspruchsvolle Parcours im Gelände blieb. Da Lamira in der Dressur bereits auf S-Niveau und im Springen auf L-Niveau lief, war der Aufstieg in Klasse A der Vielseitigkeit in dieser Hinsicht natürlich ein Klacks gewesen. An das Gelände hatten wir uns jedoch erst behutsam herantasten müssen. Lamira war sowieso ein eher hitziges und schreckhaftes Pferd. Diese ganze Aufregung wurde durch den Anblick interessanter Hindernisse nur noch verstärkt. So hatte ich erst einmal unzählige Spaziergänge über die Geländestrecke mit der hibbeligen Stute unternommen, bevor ich mich das erste Mal im Sattel dorthin gewagt hatte. Mittlerweile war Mia dort draußen zwar immer noch längst keine Lebensversicherung, doch sie ließ sich händeln, wenn nichts unvorhergesehenes geschah. Das reichte mir für den Anfang auch vollkommen. Immerhin war die schöne Schimmelstute nicht das einzige schwierige Pferd in meinem Stall. Nachdem ich Lamira geputzt und gesattelt hatte, kontrollierte ich Martingal, Gamaschen und Streichkappen und stattete mich selbst mit Reithelm, Schutzweste und Handschuhen aus. Eine Gerte brauchte ich für Lamira nicht. Samuel würde mich auf Ojos Azules begleiten. Der schöne Andalusierrappe konnte ein gutes Tempo vorlegen, war aber ein absolutes Verlasspferd im Gelände. Er sollte Lamira die nötige Sicherheit geben. Wir verließen das Gestüt im flotten Trab und galoppierten kurz vor der Geländestrecke an. An der Startlinie parierte ich Lamira durch und drehte sie um. Samuel begab sich mit Jojo schon einmal an den ersten Checkpoint. Wenn wir diesen nicht innerhalb einer bestimmten Zeit erreichten, drehte er um und sah nach uns. Das war die sicherste Variante die rasanten Geländeritte abzusichern. Ich zählte für mich bis zehn, drehte Lamira um und ließ sie aus dem Stand heraus angaloppieren. Bis zum ersten Bürstensprung hatten wir ein wenig Zeit. Diese nutzte ich, um die Stute zu mir zu holen, Rhythmus in ihren Galopp zu bringen und sie richtig an meine Hilfen zu stellen. So ritten wir das erste Hindernis dann auch gesittet an und sprangen wie echte Profis darüber hinweg. Kurze Zeit später flogen wir an Samuel vorbei, der sich sofort über einen Schleichweg zum nächsten Checkpoint aufmachte, als ich ihm den erhobenen Daumen zeigte. Lamira arbeitete heute ganz fantastisch mit und raste begeistert durch das spritzende Wasser. Im Gegensatz zu vielen anderen meiner "heißeren" Pferde hatte Lamira nie Probleme mit dem Wasser gehabt. Im Gegenteil, man musste sie teilweise davon abhalten, hineinzuhüpfen. Die ganze Strecke lief absolut tadellos und als wir Samuel schließlich an der Ziellinie wieder trafen, strahlte er nicht weniger als ich. "Ihr habt toll ausgesehen. Du hattest wohl Recht, aus Lamira wird ein spitzen Vielseitigkeitspferd. Wer weiß? Vielleicht wiederholt sie irgendwann Levistino's Leistung?" Damit spielte Samuel auf meinen Wunderhengst Levistino an, mit dem ich den ersten Platz bei Jolympia erreicht hatte. Ich sagte nichts, streichelte aber grinsend Lamira's Hals. Die Begeistertung und den Elan des großen Trakehnerhengstes hatte Lamira definitiv und der Rest würde sich im Laufe der Zeit ergeben...

    Military A-L | 01. Mai 2018
    Genüsslich sog ich die warme Luft ein und reckte das Gesicht in die Sonne. Der durchwachsene April war endlich vorüber und der erste Mai zeigte sich von seiner schönsten Seite. Der Feiertag zählte auf einem Gestüt natürlich rein gar nichts und so war ich auf den Weg zu den Stallungen, um mich um das Training meiner Hannoveranerstute Lamira zu kümmern. Heute sollte das Schimmelchen den Stufenaufstieg in Klasse L der Vielseitigkeit schaffen. Das hieß für mich, dass ich mit Lamira zuerst eine Dressurkür reiten würde, danach ins Gelände zur Militarystrecke und abschließend einen Springparcours bewältigen musste. Für diesen Tag hatte ich mit Mia hart trainiert und die Stute war in Topform.
    Ich holte Mia aus ihrer Box, säuberte Fell und Hufe und stattete sie anschließend mit ihrer Ausrüstung aus. Die Hannoveranerstute war wie üblich gut aufgelegt und stupste mich spielerisch in den Rücken. Lamira und ich hatten unsere Zickenkriege mittlerweile ausgefochten und ich liebte die junge Stute heiß und innig. Kaum konnte ich es erwarten, endlich das erste Fohlen aus ihr und dem Hannoveranerhengst Incendio zu ziehen. Aber immer der Reihe nach. Zunächst stand jetzt das Stufentraining auf dem Programm und dann mussten immerhin beide Pferde noch ihre Krönung beziehungsweise in Incendio's Fall die Hengstkörung bestehen. Als ich den Dressurplatz - ausnahmsweise in Springausrüstung - erreicht hatte, stellte ich Mia auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich auf den Rücken der Stute. Das was nun kam, war reine Routine, da Lamira in der Dressur bereits eins solides S-Niveau lief. Wir wiederholten den Außengalopp, die Schritt-Galopp-Wechsel und die Kehrtwendung. Zwischen diesen Lektionen baute ich diverse Tempowechsel, Bahnfiguren und einfachere Lektionen ein, damit Lamira auf ein Vielseitigkeitsturnier der Klasse L vorbereitet war.
    Gleich darauf verließ ich mit der Stute im Schritt den Platz und ritt zum Ausgang des Gestüts. Natürlich zu dem, der in Richtung Geländestrecke führte. Kaum hatten wir das Tor passiert, ließ ich Lamira locker antraben. Auch auf dem Weg zur Strecke baute ich kleinere Figuren wie Zirkel oder Schlangenlinien ein, um Lamira bei Laune zu halten. Hatte die Stute nämlich Langeweile, erschreckte sie urplötzlich vor allen möglichen und unmöglichen Dingen. Als wir die Startlinie der Geländestrecke passierten, galoppierte ich Lamira an und ließ sie auf dem ersten und leichtesten Streckenabschnitt ein wenig mehr Tempo machen. Die Stute liebte es sich im Galopp flach zu strecken und besaß dank guter Veranlagung und viel Training eine bemerkenswerte Ausdauer. Tatsächlich handelten sie einige meiner Angestellten bereits als Nachfolgerin meines Spitzenhengstes Levistino. Ich war da ein wenig zurückhaltender, doch auch ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, als wir schließlich die letzte Hürde mit einem gewaltigen Sprung überwanden und uns zurück auf den Weg zum Hof machten. Um Lamira eine kleine Pause zu gönnen, parierte ich sie zum Schritt durch und ließ die Zügel lang. Inzwischen war die Stute auch gefordert genug, um die Pause zu genießen und nicht sofort Blödsinn zu machen.
    Zurück auf dem Hof widmeten wir uns noch dem Springparcours. Auch dieser stellte kaum eine Herausforderung dar, da Lamira die entsprechende Stufe im Springen bereits erreicht hatte. So konnten wir das Stufentraining letztlich erfolgreich beenden und ich konnte Mia's Dokumente abändern. Bis sie bereit für die Körung war, war sie wahrscheinlich schon ein Top Sportpferd.

    Springen L-M | 31. Juli 2018
    Keuchend führte ich die tänzelnde Lamira über den Hof. Es war Ende Juli und drückend heiß. Obwohl wir erst neun Uhr Morgens hatten, rann mir der Schweiß bereits in Bahnen in das Gesicht und die Aussicht, auf der hibbeligen Stute einen schwierigen Springparcours zu bestreiten, reizte mich gerade überhaupt nicht. Allerdings stand heute mit der Hannoveranerstute Lamira das Abschlusstraining für Klasse M im Parcourspringen an und das wollte ich um jeden Preis abhalten. Zumal es im August wohl kaum kühler werden würde. Lamira's Ausbildung schritt stetig voran. Nachdem ihr letztes Stufentraining den Aufstieg in Klasse L der Vielseitigkeit betroffen hatte, war nun eben wieder Parcoursspringen an der Reihe. Meine Einschätzung der jungen Schimmelstute war goldrichtig gewesen. Lamira lag die Dressur immer noch, dort richtete sie sich auf wie ein Schwan und tanzte leichtfüßig durchs Viereck. Doch im Parcours und im Gelände konnte die Stute auf gut deutsch gesagt so richtig die Sau rauslassen. Sie bekam ein wahnsinniges Tempo drauf und sprang über alles, was ihr vor die Nase kam. Selbst wenn ihr ein Sprung unheimlich war - Lamira nahm ihn trotzdem. Vielleicht mit etwas mehr Sicherheitsabstand als normalerweise, doch verweigern kam bei der Schimmeldame so gut wie nie vor. Auch der Wassergraben, der mir mit anderen Pferden schon so viel Kopfzerbrechen bereitet hatte, war für Lamira keine Herausforderung. Sie liebte Wasser und auch die reflektierenden Sonnenstrahlen auf der Wasseroberfläche störten sie nicht. Auf dem Springplatz angekommen, stellte ich Lamira auf der Mittellinie auf, gurtete nach, zog die Steigbügel herunter, fädelte die Zügel durch das Martingal und schwang mich in den Sattel. Kurz ließ ich Lamira stehen, um ihren heutigen Gehorsam zu testen. Trotz des ganzen Trainings haperte es daran nämlich ab und an noch. Wobei, eigentlich durfte ich wirklich nicht meckern. Genau wie der Hannoveranerhengst Incendio hatte Lamira im letzten Jahr eine unglaubliche Entwicklung hingelegt. Spätestens im nächsten Frühjahr wollte ich sie zu Krönung melden, eventuell klappte es sogar dieses Jahr noch. Ich wärmte Lamira um die bunten Hindernisse herum auf und galoppierte sie schließlich an. Dabei hatte ich wie so oft den Leitspruch meiner ersten Reitlehrerin im Kopf: "Du musst Dressur über die Hindernisse reiten. Das ist das ganze Geheimnis." Lange Zeit hatte ich mit diesem Satz wenig anfangen können, doch seit ich selbst so viel mit Pferden zu tun hatte, erschloss er sich ganz von selbst. So achtete ich auch bei Lamira darauf, dass sie schön versammelt und gesetzt zum ersten Sprung kam und nicht einfach irgendwie darüber hinwegsetzte. Wir flogen nur so durch den Parcours. Lamira streifte nicht eine einzige Stange und als wir den letzten Sprung hinter uns gelassen haben, sah sie sich aufmerksam um, als warte sie auf das nächste Hindernis. Lachend klopfte ich ihr den nassen Hals und parierte sie durch. Für heute war es wirklich genug und immerhin hatte mein Schimmelchen seine Sache ganz großartig gemacht.

    Military L-M | 21. Oktober 2018
    "Nein, was für ein Sauwetter!", sagte ich naserümpfend, als ich in den strömenden Regen hinausblickte. Ausgerechnet heute stand der Geländeritt für Lamira's Aufstieg in Klasse M der Vielseitigkeit an. Bei unerfahreneren Pferden hätte ich den Ritt verschoben, doch für Lamira und auch für mich wäre es eine gute Übung auch bei diesem ungastlichen Wetter die Strecke zu bewältigen. Auch wenn ich mir dafür wesentlich mehr Zeit lassen würde, als es sonst der Fall wäre. Dressur und Springparcours hatten wir bereits gestern abgehakt, sodass nun nur noch der Geländeritt fehlte. Ich putzte und sattelte die schlanke Hannoveranerstute auf und rüstete dann mich selbst aus. Zu meinem Leidwesen musste ich bei diesem Wetter eine Schutzbrille tragen. Ich hasste die Dinger schon auf der Rennbahn, doch im Gelände störten sie mich noch mehr. Lamira zuckte nicht einmal zusammen, als wir hinaus auf den Hof traten. Wasser störte sie im allgemeinen überhaupt nicht, dennoch war ich ein wenig überrascht. Ich schwang mich in den Sattel und wartete auf Donald, der auf der Criollostute Arriba angeritten kam. "Willst du sie nicht in der Halle warmreiten? Das ist ja echt ein ekelhaftes Wetter.", sagte er etwas mürrisch. Ich lachte nur. "Wir werden doch sowieso nass. Da können wir die Pferde auch gleich auf dem Weg zur Strecke aufwärmen. Donald nickte und zog sein Regencape fest. Arriba platschte durch die Pfützen und freute sich über die neue Aufgabe. Allzu lange besaß ich die Palominostute noch nicht. Sie hatte ersteinmal eine weiterführende Ausbildung genossen, doch mittlerweile waren alle auf dem Hof davon überzeugt, dass Arriba eine reine Lebensversicherung war. Daher durfte sie nun des Öfteren Pferde auf die Rennbahn oder eben zur Geländestrecke begleiten. Irgendwann wollte ich mit ihr und der Jungstute PFS' Devil in Prada geführte Ausritte für die Gäste des Hollybrook Gestüts anbieten. Diejenigen, die nicht reiten konnten, bekamen ganz einfach keine Zügel in die Hand und wurden im Schritt geführt.
    Lamira schüttelte unwirsch ihren schönen Kopf und holte mich damit zurück in die Wirklichkeit. Die eigensinnige Stute hasste es, wenn sie nicht die gesamte Aufmerksamkeit abbekam und momentan hatte sie damit sogar Recht. Ich streichelte ihren klatschnassen Hals und trabte sie mit einem leichten Schenkeldruck an. Am Beginn der Strecke angekommen, verabschiedete ich mich von Donald und ließ Lamira angaloppieren. Eigentlich ließ ich ihr zu Beginn des Ritts immer gern etwas mehr Zügel, doch heute hielt ich die hitzige Stute zurück. Weite Teile der Strecke lagen im Wald und wurden durch das dichte Blätterdach einigermaßen vor Regen geschützt, dennoch war ich mir nicht sicher, wie die Hindernisse genau aussahen und wollte kein Risiko eingehen. Tatsächlich war es aber weit weniger schlimm als erwartet. Lamira nahm die Hindernisse mit ihrer gewohnten Leichtigkeit und nur einmal, vor einem schlammig aussehenden Fleckchen Erde parierte ich die Stute zum Trab durch. Dennoch war ich erleichtert, als Lamira und Arriba trocken und sauber in ihren Boxen standen und ich in mein Haus verschwinden konnte, um zu duschen. Bei all dem miesen Wetter hatte Lamira wirklich eine absolute Glanzleistung abgeliefert und ging nun auch in der Vielseitigkeit offiziell M-Niveau.

    Springen M-S | 30. November 2018
    Heute stand viel auf dem Programm. Für einige meiner Köranwärter - Incendio, GE's Ljósfari, Lamira, PFS' Devil in Prada und Roi du Soleil- stand nämlich das Abschlusstraining in ihrer jeweiligen Disziplin an. Bibbernd und schniefend eilte ich hinüber zu den Stallungen. Eigentlich hätte ich den Tag wohl lieber im Bett verbringen sollen, doch ich wollte in den wenigen verbleibenden Wochen dieses Jahres noch so viel schaffen, dass das nicht in Frage kam. Auch den Verkauf der vielen Pferde, von denen ich mich trennen wollte bzw. musste, musste ich noch vorantreiben. Als ich den Stall betrat, vermisste ich sofort die fröhliche Stimme meiner Angestellten und Freundin Meg. Die junge Frau hatte um eine Auszeit gebeten, nachdem sie vom geplanten Verkauf der Pferde erfahren hatte. Ich hatte versucht ihr zu erklären, dass dies für das Gestüt und die geplante Zucht dringend notwendig war und mir die Trennung von den Tieren ebenfalls nicht leicht fiel, doch Meg hatte dicht gemacht und war gegangen. Ich war mir auch keineswegs sicher, ob sie wiederkommen würde, immerhin war sie nun seit zwei Monaten nicht mehr erreichbar. Noch drückte ich mich davor, ihre Stelle neu zu besetzen, aber spätestens Anfang des neuen Jahres kam ich nicht mehr darum herum. Meg hatte zu viele Aufgaben übernommen, um ihre Stelle unbesetzt zu lassen.
    Ich seufzte tief und holte mir Incendio aus seiner Box. Der braune Hannoveranerhengst sollte heute offiziell in der Dressur die Klasse S erreichen. Inoffiziell hatte er dies natürlich längst, da alle Lektionen bereits perfekt saßen, doch es musste ja alles seine Richtigkeit haben. Ich nahm ihm die Stalldecke ab, putzte ihn flott über und sattelte ihn anschließend auf. Dann führte ich Inc durch die beißende Kälte hinüber zur Reithalle. Der Hengst war in Dressur und Springen schon sehr weit und auch in der Vielseitigkeit lief er bereits auf M Niveau. Letztere allerdings mussten wir nun bis zum Frühjahr zurückstellen, da die Geländestrecke zu dieser Jahreszeit unpassierbar und gefährlich war. Daher würden wir uns während der Wintermonate auf die Dressur und das Hallenspringen konzentrieren. Gerade im Springen glänzte der Hengst, doch auch die Dressur bereitete ihm Freude. Ich stellte Incendio auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Wie gewohnt wartete der Hengst gehorsam ab, bis ich ihm das Kommando zum Antreten gab. Nun wärmte ich den großen Hannoveraner in aller Ruhe auf. Die Hannoveranerstute Cassidy, die ich ebenfalls von Sweetvelvetrose bekommen hatte, hatte ihr Krönung bereits erfolgreich hinter sich gebracht und stand nun im Zuchttrakt. Auch für Incendio würde es wohl noch dieses Jahr soweit sein und ich hoffte, dass auch mein junger Isländerhengst Ljósfari die Körung bereits bestehen würde. Doch nun war zuerst mein fleißiger Incendio an der Reihe. Nachdem ich ihn auf beiden Händen im Schritt und Trab aufgewärmt und die Fleecedecke auf der Bande abgelegt hatte, begann ich mit den Lektionen der Klasse S. Wir begannen mit der Schaukel. Bei dieser Lektion ging es darum, dass der Hengst fließend aus dem Rückwärtsgehen in den Schritt wechselte und umgekehrt. Gleich darauf prüfte ich die Piaffe ab. Mit ihr hatte Incendio zu Beginn des Trainings noch so seine Schwierigkeiten gehabt, doch dank viel Geduld und noch mehr Bodenarbeit machte ihm die Lektion nun richtiggehend Spaß. Nun hatte Incendio während der Piaffe den Rücken aufgewölbt und die Hinterhand deutlich gesenkt. Als vorletzte Übung stand die Traversalverschiebung im Galopp auf unserer Agenda. Da die Seitengänge dem braunen Hengst sehr lagen, hatten wir diese Lektion schnell abgehakt. Nun fehlte nur noch die Passage. Hiermit hatte sich Inc überraschenderweise recht leicht getan, sodass eine kurze Wiederholung auf jeder Hand ausreichte, um mich innerlich jubeln zu lassen. Klar, Incendio war ein sehr intelligentes, arbeitswilliges Pferd, dennoch war es ein toller Erfolg, dass er nun offiziell auf S-Niveau starten durfte und ich war sehr stolz auf meinen Großen.
    Nachdem Incendio wohlversorgt in seiner Box stand, holte ich mir GE's Ljósfari. Der Isländerschecke war noch nicht allzu lange unter dem Sattel und würde in seiner Prüfung daher natürlich nicht mit einer S-Dressurkür antreten. Allerdings war mein kleiner Lichtbringer absolut gelehrig und sog alles Neue wie ein Schwamm in sich auf. Gerade was das Fahren anging, hatte Ljósfari schon einige Erfolge einheimsen können und das, obwohl die ersten Turniere ursprünglich nur zur Gewöhnung bestimmt gewesen waren. Ljósfari jedoch benahm sich wie ein absoluter Profi, der schon jahrelang im Sport geht. Heute stand allerdings etwas Dressurtraining auf dem Programm. Ich holte den Schecken aus seiner Box und bürstete sein dichtes Winterfell aus. Ljósfari trug keine Stalldecke, da der Hengst robust genug war und sonst nur zu schwitzen begann. Nachdem ich seine wilde Mähne gebändigt hatte, sattelte ich ihn auf und führte meinen Lichtbringer über den Hof. Ljósfari sollte heute Klasse A der Dressur erreichen. Zuerst jedoch wärmte ich das Hengstchen in aller Ruhe auf. Ljósfari war wie üblich sehr fein zu reiten und ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Selbst wenn ihm einmal etwas ins Auge stach, konnte man den Hengst mit ein paar Worten schnell wieder beruhigen. Durchgehen, bocken oder andere Unarten kannte der Isländer nicht. Eigentlich würde ich mich ja von den meisten meiner Ponies trennen, doch bei Ljósfari und den Isländerzwillingen Fatimah und Intolerable Life brachte ich das einfach nicht über mich. Sie würden also fortan zu der beträchtlich geschrumpften Ponybande des Gestüts gehören. Ljósfari schnaubte und holte mich damit in die Realität zurück. Zeit mit dem eigentlichen Stufentraining zu beginnen. Ich nahm die Zügel etwas auf und ließ den Isländer angaloppieren. Zuerst wollte ich nämlich die Schritt-Galopp-Wechsel abprüfen. Nachdem Ljósfari die Bahn einmal umrundet hatte, parierte ich ihn zum Schritt durch, ließ ihn ein paar Tritte gehen, stellte ihn um und galoppierte erneut an. Wie erwartet bereitete dem Hengst die Lektion keinerlei Probleme mehr und ich kraulte ihn lobend am Widerrist. Nun standen Viereck verkleinern und vergrößern, das Rückwärtsrichten und die Vorhandwendung an. Während mein kleiner Lichtbringer mit dem Rückwärtsrichten von Anfang an überhaupt keine Probleme gehabt hatte, da er sich gern unterordnete, waren die Seitengänge Anfangs ein echter Graus gewesen. Ljósfari hatte versucht zu verstehen, was ich von ihm wollte, aber irgendwie hatte er seine Koordination noch nicht weit genug im Griff gehabt, was ihn richtiggehend frustriert hatte. Das ging solange, bis ich unser Training schließlich aufs Gelände verlagerte. Dort hatte Ljósfari gerade genug Ablenkung, dass er sich nicht zu sehr auf seine Beine konzentrierte und siehe da - plötzlich klappte die Lektion. Auch heute lief alles wie geschmiert. Ljósfari tanzte unter mir durch die Bahn, hatte die puscheligen Öhrchen leicht in meine Richtung gedreht und reagierte prompt auf jede noch so kleine Hilfe. Occulta und sein Papa Ljóski wären stolz auf ihn. Ich war es nebenbei bemerkt auch. Ich konnte es kaum erwarten, ihn bei der Körung vorzustellen und Occulta dann vom hoffentlich erfolgreichen Ausgang zu berichten. Immerhin hatte er nun schon einmal erfolgreich den Aufstieg in Klasse A der Dressur geschafft. Ich ritt meinen kleinen Spatz trocken, führte ihn zurück zu den Stallungen, nahm ihm die Ausrüstung ab und schickte ihn dann in seine wohlverdiente Pause auf die Hengstkoppel. Dort lieferte er sich sofort mit dem Isländerschecken Intolerable Life ein Rennen, was ich mit großer Freude beobachtete. Life war in letzter Zeit recht faul geworden und Ljósfari weckte ihn wieder ein wenig auf.
    Als nächstes war der Welsh D Hengst Roi du Soleil an der Reihe. Auch er gehörte noch zu den Neulingen auf dem Hof. Mit ihm stand heute der Stufenaufstieg in Klasse L des Springens auf dem Plan und ich freute mich sehr, als Samuel mir berichtete, er hätte den Parcours bereits in der Halle für uns aufgebaut und würde ihn für das nachfolgende Dressurtraining mit der Hannoveranerstute Lamira auch wieder abbauen. Momentan fassten mich alle mit Samthandschuhen an, da sie wussten, wie sehr mich Meg's Abgang getroffen hatte. Sie packten auch alle doppelt so hart mit an, um Meg's Fehlen auszugleichen und waren insgeheim wohl froh, dass ich meine Freundin noch nicht "ersetzt" hatte. Ich begrüßte Roi, indem ich seine breite Blesse streichelte und ihm den breiten, muskulösen Hals kraulte. Obwohl er natürlich Turniere in der Vielseitigkeit bestreiten sollte, würde aus Roi wie aus meinen anderen Ponies vorrangig ein Showpferd werden. Da ihm die Dressur jedoch sowieso am Besten lag, passte er sehr gut in das neue Konzept hinein. Außerdem brauchte ich ja einen schicken Mann für meine beiden Welsh D Mädels Siberia und Daydream of Money. Ich putzte Roi du Soleil in aller Ruhe und sattelte den Hengst anschließend auf. Im Gegensatz zu Incendio und Ljósfari bekam er allerdings Gamaschen und Streichkappen, einen Springsattel und ein Martingal angelegt. In der Halle angekommen, betrachtete ich kurz den aufgebauten L-Parcours und winkte Samuel zu, der bereits auf mich wartete. Er würde eventuell fallende Stangen wieder auflegen. Roi hob aufgeregt den Kopf und tänzelte neben mir her. Jede Bewegung des Hengstes strotzte vor Kraft und war gleichzeitig sehr anmutig, einer der Gründe, weshalb ich Roi liebte. Ich stellte meinen Sonnenkönig auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich leichtfüßig in den Sattel. Anschließend wärmte ich Roi du Soleil im Schritt und Trab auf und absolvierte ein paar kleinere Sprünge zum Aufwärmen mit dem Hengst. Als ich Roi du Soleil schließlich angaloppierte, griff der Hengst eifrig aus und ich hatte wie üblich gut zu tun, ihn von meinem eigenen Anliegen zu überzeugen. Der Hengst ordnete sich nämlich nicht gerne unter und versuchte permanent seinen eigenen Kopf durchzusetzen. Dennoch flogen wir in perfekter Manier über die einzelnen Sprünge hinweg. Als Roi nämlich ein Mal begriffen hatte, dass er springen durfte, gehorchte er auch meinen Hilfen. Als wir den letzten Steilsprung überwunden hatten, applaudierte Samuel. "Das war eine tolle Runde! Und sah so einfach aus.", sagte er. Ich nickte und kraulte Roi du Soleil lobend den Widerrist. "Stimmt, er hat das wirklich ganz toll gemacht. Und damit ist sein Stufenaufstieg in Klasse L auch gesichert!", strahlte ich. "Du? Lass den Parcours mal noch stehen. Ich möchte mit Lamira heute auch springen.", entschied ich dann spontan.
    Die junge Schimmelstute war nämlich sowohl in der Dressur, als auch im Springen bereit für den Stufenaufstieg und heute stand mir irgendwie mehr der Sinn nach einem knackigen Springtraining. Einmal Dressur stand mit Porcelain Doll ja sowieso noch auf dem Programm. Samuel versorgte Roi du Soleil für mich, sodass ich gleich mit meiner zickigen Dame weiter machen konnte. Ich hatte Lamira damals auf Sweetvelvetrose's Gestüt bereits eingeritten und kannte mich daher mit ihren Launen bestens aus. Lamira war wahrlich kein einfaches Pferd, doch machte sie dies durch ihr außerordentliches Talent mehrfach wieder wett. Außerdem hatte sich die Stute inzwischen soweit an mich gewöhnt, dass ich von ihrem Gezicke meistens verschont blieb, außer natürlich sie hatte gerade einen ganz schlechten Tag. Um Lamira zu putzen brauchte ich ein wenig länger. Typisch Schimmel hatte sie es nämlich trotz Stalldecke geschafft, sich einzusauen. So dauerte es schließlich mehr als eine halbe Stunde, bis ich die Stute in die Reithalle führen konnte. Samuel kam kurz darauf ebenfalls wieder dazu. Er hatte die Zeit genutzt und einen Teil seiner Stallarbeiten erledigt. Lamira tänzelte sofort los, als ich im Sattel saß und ich musste sie mehrmals in die Ausgangsposition zurückstellen, bis sie schließlich ruhig stehen blieb und auf mein Kommando zum Antreten wartete. Nun war erst einmal ein ordentliches Aufwärmen an der Reihe und so ritt ich unzählige Zirkel, Volten und einfache Schlangenlinien um die Hindernisse herum. Das ganze diente auch dem Zweck, dass Lamira etwas herunterkam und sich konzentrierte. Die Stute war zuweilen wirklich zu übermütig am Sprung und dann hatte man alle Hände voll zu tun, um sie einigermaßen kontrolliert über die Hindernisse zu bekommen. Samuel hatte uns den Parcours auf A-Niveau umgebaut, da Lamira noch nicht ganz soweit war, wie Roi du Soleil. Als ich das Schimmelchen schließlich angaloppierte, freute ich mich rießig, als sie brav über den ersten Steilsprung hinwegsetzte. Auch Sprung zwei und drei klappten hervorragend, doch dann musste ich das Tempo erhöhen, um über den künstlichen Wassergraben zu kommen. Lamira verlängerte artig ihre Galoppsprünge und setzte mit einem gewaltigen Satz über den Graben hinweg. Anschließend riss sie aber den hübschen Kopf nach oben und wehrte sich gegen meine sanften Hilfen. Ich setzte mich tief in den Sattel, fasste die Zügel etwas nach und dirigierte die widerspenstige Stute auf einen großen Zirkel, anstatt den nächsten Sprung anzureiten. Als Lamira schließlich gehorchte und wieder in einen angenehmen Mittelgalopp fiel, visierte ich den Oxer erneut an und wir beendeten den Parcours fehlerfrei. Wäre das aber ein Turnier gewesen, hätte es saftige Zeitstrafen gehagelt. Das mussten wir definitiv noch in den Griff bekommen.
    Samuel baute den Parcours ab und ich führte Lamira zurück in den Stall und versorgte die Stute umsichtig. Nun war ein völliges Kontrastprogramm an der Reihe. Mit der Criollostute PFS' Devil in Prada stand der Stufenaufstieg in Klasse L des Westernreitens an. Prada war ein wahrer Schatz und das Training mit ihr bereitete mir jedes Mal viel Freude. Um den Anforderungen des Stufenaufstiegs gerecht zu werden, hatte ich mit Prada sehr viel vom Boden aus gearbeitet. So hatten wir zum Beispiel das Rückwärtsrichten verfeinert und die Seitengänge erlernt. Außerdem hatten wir sehr viel mit Schritt-Trab, Trab-Halten-Übergängen und dem geschlossenen Stand gearbeitet. Einfach damit die Grundlektionen auch wirklich saßen und Prada später für die fortgeschrittenen Lektionen bereit war. Ich holte die schöne Prozellanscheckstute aus ihrer Box und strich ihr den weißen Schopf aus der Stirn, um ihr in die strahlend blauen Augen zu sehen. Die Westernpferdezucht hatte keine Priorität mehr auf meinem Gestüt, doch von Prada hatte ich mich einfach nicht trennen können. Sie lief daher nun im normalen Trainingsbetrieb mit und wurde auch regelmäßig auf Turnieren vorgestellt. Später sollte sie auch das ein oder andere Fohlen haben, doch Prada's Hauptaufgabe würden schöne Ausritte in den New Forest National Park mit Gästen des Gestüts sein. Dafür war die junge Stute vom Charakter her auch absolut prädestiniert. Ich musste die Criollostute nur kurz überputzen, da Prada sich so gut wie nie schmutzig machte, dann sattelte ich sie auf und führte sie in die Halle. Der Westernsattel fühlte sich kurzzeitig etwas ungewohnt an, da ich nun so viel Dressur- und Springarbeit hinter mir hatte, doch nach den ersten paar Runden im Schritt und Trab fühlte ich mich auf Prada's Rücken schon wieder zu Hause. Nachdem Prada gut warm war, wiederholten wir als erstes das sogenannte Speed Control. Diese Lektion würden wir nach und nach immer mehr verfeinern, bis Prada auch schon auf die kleinsten Gewichtsverlagerungen reagierte. Gleich darauf übten wir das Rückwärtsrichten. Prada ging mittlerweile schon zuverlässig zurück und blieb auch brav stehen, sobald ich die Zügel nachgab. Nur am Tempo mussten wir noch ein wenig arbeiten. Doch auch das hatte noch Zeit. Weiter ging es mit der absoluten Vorübung zum Sliding Stop: dem Halt aus dem Galopp. Diese Übung hatte Prada zu Beginn des Trainings einige Schwierigkeiten bereitet, da die Stute ihr Gewicht noch zu sehr auf die Vorhand verlagert hatte. Inzwischen beherrschte sie den Halt wirklich gut und kam geschlossen zum Stehen. In jedem weiteren Training würden wir nun vor dem Halt mehr Tempo aufnehmen, um irgendwann zum richtigen Sliding Stop zu kommen. Zum Schluss war nur noch das Seitwärtsgehen übrig. Ich übte das Schenkelweichen auf beiden Händen erst im Schritt und dann im Trab, bevor ich Prada höchstzufrieden trocken ritt. Mein Goldstück hatte wieder einmal bewiesen, wie viel Talent in ihr schlummerte und hatte den Aufstieg in Klasse L des Reinings mit Bravour gemeistert.
    Damit war meine Hauptaufgabe für heute erledigt. Ich spazierte eine Runde über den Hof und genoss die friedliche Atmosphäre, dann verzog ich mich in mein Büro, um den anstehenden Papierkram zu erledigen...

    Military M-S | 28. Februar 2019
    "Ist es heute wirklich schon so weit?", fragte Samuel mich aufgeregt, als ich die Schimmelstute Lamira von ihm übernahm, um sie zu satteln. Das talentierte Hannoveranerstütchen hatte in der Zeit auf meinem Gestüt gewaltige Fortschritte gemacht und war nun bereit für ihren vorerst letzten Stufenaufstieg. Und zwar ging es um Klasse S der Vielseitigkeit - ein Ziel auf das wir lange hingearbeitet hatten. Mia war immer noch kein einfach zu reitendes Pferd und würde es wahrscheinlich auch nie werden, doch ihr Ehrgeiz war durch das Training und die regelmäßige Turnierteilnahme nur noch größer geworden. Die junge Stute liebte es sich zu präsentieren, doch vor allem auf der Geländestrecke gab sie einfach alles. Heute würde ich alle Teile einer Vielseitigkeitsprüfung durchlaufen. Zuerst stand eine Dressurkür auf dem Plan, gleich darauf ging es zur Militarystrecke und am Nachmittag hatten wir dann noch einen Springparcours zu meistern. Da Lamira und ich schon bei einigen Vielseitigkeitsturnieren mitgemischt hatten, hatte ich keine Bedenken, dass die Stute der Herausforderung gewachsen war. Immerhin hatten wir genau dafür trainiert. Anfang April wollte ich Lamira dann auch endlich für einen Stutbuchwettbewerb melden, denn definitiv war sie mehr als bereit dafür. Nachdem ich Mia aufgesattelt hatte, führte ich sie über den Hof zum Dressurplatz. Dort angekommen, gurtete ich nach, zog die Steigbügel herunter und schwang mich in den Sattel. Nun wärmte ich Mia erst einmal in aller Ruhe auf, bevor wir uns an die schwierige Kür wagten. Allerdings lief Mia in der Dressur bereits auf S-Niveau und die Dressuren der Vielseitigkeit waren ein bisschen weniger anspruchsvoll als die der Einzeldisziplin. Hier wurde einfach auf andere Komponenten wert gelegt. Mia tanzte mit mir auf dem Rücken durch den Parcours und Samuel stand begeistert am Zaun und applaudierte, als wir die Kür schließlich mit einem Halt bei X und einem Gruß an die imaginären Richter beendeten. Der junge Mann kümmerte sich um Mia und war sie auch schon im Training geritten, da lag ihm ihr Erfolg natürlich umso mehr am Herzen. Ich ritt vom Platz und sprang aus dem Sattel. Nun schützte ich Mia's Beine mit Gamaschen und Streichkappen und schnallte ein Martingal in Zügel und Sattelgurt. Ich selbst legte meine Schutzweste fürs Gelände an und schwang mich dann derart ausgerüstet wieder in Mia's Sattel. Da kam uns auch schon Samuel auf Ljósfari entgegen. Die beiden würden uns begleiten, da ich nichts davon hielt, alleine auf die Geländestrecke zu gehen. Im flotten Trab ging es nun zum Start der Vielseitigkeitsstrecke und Lamira schnaubte ein paar Mal aufgeregt. Die intelligente Stute wusste genau, was nun kam. Ich fasste die Zügel etwas kürzer und streichelte Lamira's muskulösen Hals. Auch am Körperbau der Stute machte sich das viele Training bemerkbar. Aus dem schlanken Jungpferd war eine toll gebaute Lady geworden. Ich winkte Samuel, der mit Ljósfari zum ersten Checkpoint ritt. Kamen wir dort nicht innerhalb einer genau festgelegten Zeitspanne an, ritt er zurück und sah nach, ob alles in Ordnung war. Ich dagegen parierte Lamira zum Halten durch und redete beruhigend auf die Stute ein. Dann zählte ich in Gedanken von drei herunter und beugte mich bei Null nach vorn und schnalzte mit der Zunge. Lamira schnellte nach vorn wie eine Feder und wir fegten nur so über die Strecke. Vor dem ersten Hindernis, nahm ich etwas Tempo heraus und wir kamen gut an den Sprung und flogen geradezu hinüber. Auch der Rest der Strecke verlief ohne Schwierigkeiten. Lamira reagierte sehr gut auf meine Hilfen und zögerte nur einmal kurz vor dem Wasser, das durch den Wind leichte Wellen schlug. Dennoch verweigerte sie den Einsprung ins Wasser nicht, sondern setzte mutig ins kühle Nass. Ich kraulte sie und klatschte Samuel ab, der mit Ljósfari beim Ziel gewartet hatte. Nun stand nur noch der Springparcours am Nachmittag an, dann hatte Lamira ihren Stufenaufstieg geschafft.
    Als ich das Stütchen ein paar Stunden später zum Springplatz führte, hatte sie immer noch genauso viel Elan wie am Vormittag. Lächelnd schwang ich mich in den Sattel und wärmte Mia wie üblich umsichtig auf. Da gerade Mittagspause war, versammelten sich neben Samuel nun auch noch Brian, Donald, Patrick und meine neuste Trainingsreitern Ana am Zaun und sahen uns zu. Ich tätschelte Lamira den schneeweißen Hals und galoppierte die Stute mit einer kaum sichtbaren Hilfe an. Mia wartete gespannt darauf, dass ich sie in die richtige Richtung dirigierte und zog ein wenig an, als wir uns auf den ersten Sprung zubewegten. Ich ließ sie gewähren, da Lamira mittlerweile so viel Erfahrung hatte, um den Abstand zu einem Hindernis selbstständig gut einschätzen zu können. Meine Aufgabe bestand tatsächlich hauptsächlich darin, der Stute den Weg zu weißen und mich ansonsten so gut wie möglich ihren Bewegungen anzupassen. Wir bewegten uns durch den Parcours, als hätte Lamira Flügel. Sie touchierte keine einzige Stange und landete mit gutem Abstand hinter dem Wassergraben. So war ich nach dem Ritt auch völlig begeistert. Wenn das mal kein gutes Zeichen für die bevorstehende Krönung war! Den Stufenaufstieg in Klasse S der Vielseitigkeit hatte Lamira jedenfalls mit Bravour gemeistert!

    Die Kür
    "Ganz ruhig meine Süße, wir dürfen gleich los!", sagte ich leise zu dem Pferd auf dem ich saß. Die schneeweiße Schimmelstute tänzelte unruhig auf der Stelle und plusterte sich jedes Mal auf, wenn ein Pferd an uns vorbeikam. Wir warteten gerade auf unseren Aufruf beim Stutbuchwettbewerb für alle Stuten und ich konnte es ebenso wenig erwarten, wie mein hübsches Hannoveranerstütchen. Lamira war zusammen mit dem Hengst Incendio zum Training zu mir auf das Gestüt gekommen und nur kurze Zeit später hatte ich das Angebot bekommen, sie zu kaufen. Da Lamira nicht nur vom Exterieur her ein wahrer Hingucker war, sondern auch enormes Talent besaß, hatte ich natürlich sofort zugestimmt. Und nun waren wir hier. Ich konnte es kaum glauben, wie toll sich die Stute entwickelt hatte. Endlich schallte unsere Startnummer durch die blechernen Lautsprecher und ich trabte Lamira mit einem leichten Schenkeldruck an.
    Die Stute schwebte die Mittellinie hinunter, bevor ich sie bei X zum Halten durchparierte und die Richter grüßte. Als ich die Zügel etwas aufgenommen hatte, galoppierte ich Lamira aus dem Stand heraus an und wendete bei Erreichen des Hufschlags auf die linke Hand ab. Lamira's Ausbildung war fürs erste abgeschlossen. Die talentierte Stute ging in allen Disziplinen der Vielseitigkeit mindestens S-Niveau. Das hatte uns natürlich Spielraum für unsere Kür gegeben. Ich wendete Lamira auf den Zirkel ab und wechselte mit einem fliegenden Wechsel durch den Zirkel, um Lamira's ausgreifende Galoppade auch auf der anderen Hand zu präsentieren. Bei A parierte ich die Stute erneut zum Halt durch und mein Schimmelchen kam geschlossen zum Stehen. Ich richtete sie eine Pferdelänge rückwärts, ließ die Zügel lang und ließ Lamira im Schritt antreten. An den langen Seiten ritt ich doppelte Schlangenlinien, bei A wendete ich auf die Mittellinie ab und ritt durch die Länge der Bahn. Kurz vor den Richtern zeigten wir eine halbe Pirouette im versammelten Schritt und wendeten dann auf die linke Hand ab. Nun wechselte ich im starken Schritt durch die ganze Bahn, nahm bei erreichen des Hufschlags die Zügel wieder auf und trabte Lamira an. Nun kam der Höhepunkt unserer Kür. Wir traversierten im Zick-Zack durch die Bahn, wechselten die Hand, indem wir durch die halbe Bahn wechselten und dabei Lamira's wunderbaren starken Trab präsentierten und kamen abschließend die Mittellinie mit einem Wechsel aus Piaffe und Passage hinunter. Bei X angekommen parierte ich Lamira ein letztes Mal zum Halten durch, verabschiedete mich mit einem weiteren Gruß von den Richtern und verließ strahlend am langen Zügel die Bahn. Das war großartig gelaufen und ich war schon gespannt auf das Ergebnis. Nun hatte ich jedoch erstmal zwei weitere Pferde vorzustellen...
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    Bewegung & Zubehör von Jackie
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 Apr. 2019
  8. Sammy

    Sammy Bekanntes Mitglied

    Samantha O'Neill
    mit
    PFS' Devil in Prada
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    Steckbrief
    PFS' Devil in Prada
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    Spitzname: Prada
    [engl.: "Teufel in Prada"]

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    ~ Abstammung ~
    Von:
    Drømmer om Død

    V: Slush
    VV: Thraw
    MV: Frosting
    M: Ink and Feathers
    VM: Illusive
    MM: Familar Charms
    Aus der: Piroschka
    V: Tape Isidoro
    VV: Tape Lombardo
    MV: La Voliera Cuaná
    M: La Amanecida Juanita
    VV: Soné Lezán
    MV: La Amanecida Sièste

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    Rasse: Criollo
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 15. Februar 2014
    Stockmaß: 1,50m
    Fellfarbe: Porzellanschecke | Grey (Black) Splash
    Gencode: EeaaGgSplSpl
    Kopfabzeichen: ///
    Beinabzeichen: ///


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    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Devil in Prada ist eine junge Criollostute, die sofort durch ihre auffällige Fellfärbung und die strahlend blauen Augen besticht. Bei Prada ist der Name nicht Programm. Sie ist absolut liebenswert, freundlich und nervenstark. Prada ist sehr neugierig und freut sich über neue Aufgaben. Sie will beschäftigt werden. Dabei diskutiert sie ab und an auch, denn Prada hat einen Dickschädel. Selbst in ihrer Sturheit ist Prada aber immer umsichtig auf ihren Reiter bedacht. Sie bleibt eben einfach stehen, wenn ihr etwas nicht passt.
    Nachdem Prada einen Großteil ihrer Fohlenzeit auf Hollybrook Stud verbracht hat, wird sie nun allmählich eingeritten und später auch auf Western- und Distanzturnieren vorgestellt.

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    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: Occulta
    Ersteller: Occulta
    Vkr: Occulta

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    ~ Qualifikationen ~
    Western: S***
    Distanz:
    E

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    ~ Schleifen ~
    1. Platz beim 466. Westernturnier
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    3. Platz beim 470. Westernturnier
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    3. Platz beim 474. Westernturnier
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    3. Platz beim 480. Westernturnier
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    2. Platz beim 281. Westernturnier
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    2. Platz beim 483. Westernturnier (1. Auslosung)
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    2. Platz beim 487. Westernturnier
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    3. Platz beim 489. Westernturnier
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    1. Platz beim 491. Westernturnier
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig: Nein
    Nachkommen: /
    //
    Punkte: 21 (Eltern, Großeltern, 9 Schleifen, HS, 4x Training, TA)

    Tierarztbericht | 02. Januar 2019 | von Eddi
    Erfolgreich hatten wir den Jahreswechsel hinter uns gebracht und begrüßten nun 2019. Zu meiner Freude schneite es heute sogar ein wenig, auch wenn ich erahnte, dass der Schnee nicht lange liegen bleiben würde. Leider erschwerten mir die riesigen Flocken auch die Fahrt zum Hollybrook Stud, so dass ich etwas später als geplant bei Sammy ankam. Sie nahm es mir aber keineswegs übel, sondern hatte in der Zeit die kleine Porcelain Doll herausgeputzt. Sie würde meine erste Patientin für heute sein. Es stand nicht viel an, denn es war ein simpler Routinebesuch. Also ließ ich mir das American Miniature Horse kurz im Schritt und Trab die Stallgasse entlangführen, ehe ich noch die Beugeprobe machte. Alles war ok, also schaute ich in Ohren, Augen und Maul und kontrollierte noch Herz und Lunge mit dem Stethoskop. Auch hier klang alles einwandfrei und auch die Temperatur war im Idealbereich. Porcelain Doll war rundum fit. Also konnte ich sie guten Gewissens impfen und entwurmen. Das ging ruckzuck und die kleine Stute bemerkte die Piekser nicht einmal. "Schon fertig", meinte ich zufrieden und Sammy brachte die Stute wieder in die Box.
    Als nächstes war Lamira an der Reihe. Sie war eine schlank gebaute Hannoveranerstute, die sich wirklich sehen lassen konnte. Wie ich Sammy kannte, wollte sie die heutigen Pferde bald zur Zucht zulassen und Lamira würde auf jeden Fall eine Bereicherung werden. Auch sie ließ ich mir vorführen und machte die Beugeprobe. Es war alles in Ordnung. Ihre Zähne sahen ebenso gut aus, die Augen waren klar und die Ohren sauber. Auch Herz und Lunge klangen gesund und die Temperatur war einwandfrei. Ich lobte Lamira kurz, ehe ich auch schon die erste Impfung ansetzte. Ruckzuck war auch die geimpft und entwurmt, auch wenn sie die Wurmkur dann doch nicht so gerne ins Maul genommen hatte wie Porcelain Doll, aber man konnte eben nicht alles haben. Sammy brachte auch Lamira wieder weg und ich erneuerte bereits die ersten beiden Impfpässe.
    Nun war PFS' Devil in Prada an der Reihe und ich staunte nicht schlecht, als ich die junge Stute sah. Ich kannte sie seit Fohlentagen und aus dem unförmigen Fohlen war wirklich ein traumhaftes Pferd geworden. "Wow", lobte ich Sammy, die wirklich eine gute Wahl bei dem damaligen Kauf gemacht hatte. Auch die Gänge der Stute konnten sich sehen lassen und die Beugeprobe fiel zu ihren Gunsten aus. Augen und Zähne waren in Ordnung und auch in den Ohren fanden sich keine Parasiten oder Ähnliches. Ich kontrollierte also noch Herz, Lunge und Temperatur, ehe auch bei Devil in Prada die Impfungen erneuert wurde und sie direkt im Anschluss noch eine Wurmkur bekam. Dann war die kleine Schönheit schon fertig, bekam von mir noch ein Bestechungsleckerli und dann ging es zurück in die Box.
    Als letztes war dann doch noch ein Hengst an der Reihe: Roi Du Soleil. Er war schon länger bei Sammy und schien so langsam auch Richtung Zucht zu schlittern. Er hatte eine schöne Farbe und rötlich schimmerndes Fell, er würde sicherlich ein beliebter Zuchthengst werden. Auch seine Gänge waren taktklar und die Beugeprobe fiel negativ aus. Ohren, Augen und Maul waren in Ordnung und auch Herz und Lunge klangen gut. Die Temperatur war ideal und so wurde der letzte heute geimpft und entwurmt. Als wir fertig waren, machte ich noch die letzten beiden Impfpässe fertig, stellte Sammy die unterschriebenen Gesundheitsscheine aus und verabschiedete mich dann auch schon wieder von ihr.

    Hufschmiedbericht | 09. Dezember 2018 | von Sissicat
    Mit einem kräftigem Schluck hatte ich meinen Kaffee ausgetrunken und machte mich soweit fertig für meinen heutigen Auftag. Es ging heute zum wiederholten Mal in das Hollybrook Stud. Gut ausgeruht setzte ich mich in meinen kleinen Truck und fuhr auch schon los. Nach einer Weile kam ich bei dem Zuchtgestüt an und wurde freundlich von Samantha entfangen. "Schön wieder hier zu sein.", meinte ich lächelnd und folgte Samantha zu dem Putzplatz, wo wir gemeinsam meine Werkzeuge aufbauten. Als wir dies getan hatten, machten wir uns auch schon auf den Weg zu meinem ersten Patienten. Roi du Soleil. Der stolze Welsh D Hengst erwartete uns bereits mit hocherhobenem Kopf in seiner Box und folgte uns brav zum Putzplatz. Der Hengst schien auch überhaupt keine Probleme mit mir zu haben, er hatte wohl bereits genug Hufschmiede gesehen. So hatte ich seine alten Eisen schnell entfernt und genauso schnell die neuen wieder auf seine Hufe "gehämmert". "Brav gemacht, Großer.", lobte ich ihn und steckte ihm eine kleine Karotte zu, welche er sehr zu genießen schien. Danach brachte Samantha den Hengst zurück in seine Box und kam wenig später mit der hübschen Schimmelstute Lamira zurück. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger sah man Lamira ihr starkes Temperament von Weiten schon an. Es war aufjedenfall nicht so einfach ihre Hufeisen zu entfernen, wie es bei Roi war aber es war nicht unmöglich. Mit der Hilfe von Samantha brachten wir Lamira dazu mir alle Hufe -mehr oder weniger freiwillig- zu heben. Nachdem ich die alten Hufeisen entfernt hatte ging das Spiel nocheinmal von vorne los, da ich Lamira ja die neuen Eisen auch rauftun musste. Als ich endlich fertig war, war ich bereits durchgeschwitzt. Müde sah ich zu wie Samantha Lamira zurück brachte und mit der kleinen Porzellan Puppe aka. Porcelain Doll zurück kam. Die kleine Stute hüpfte aufgeregt am Strick herum und schnupperte an meinen Werkzeugen wie ein Hund, was mich zum Lachen brachte. Samantha streichelte die Stute und schaffte es so das sie lange genug ruhig stand, so dass ich ihre Hufe ohne Stress ausschneiden und raspeln konnte. Als auch das erledigt war, tauschte Samantha die American Miniature Horse Stute gegen die Criolle Stute PFS' Devil in Prada aus. Nachdem ich der wunderschönen Stute in die strahlend blauen Augen gesehen hatte musste ich erst einmal eine 5-minütige Pause machen um mein Stauenen zu kontrollieren. "Wow... echt schön.", meinte ich dann und machte mich an die Arbeit. Nach keiner Minute fiel mir auf, das der Name überhaupt nicht zum Charakter der Stute zu passen schien. So war ich sehr schnell fertig und konnte so auch schnell das geschäftliche klären und nachhause fahren.
    2665 Zeichen | Sissicat

    Trainingsberichte (4 Stück)
    Western E-A | 31. Oktober 2018
    "Hallo mein Herz.", begrüßte ich meine wunderschöne Jungstute PFS' Devil in Prada liebevoll. Die Criollostute war mittlerweile seit geraumer Zeit eingeritten und hatte sämtliche E-Lektionen im Westernreiten gemeistert. Wie all meine Westernpferde bildete ich auch Prada vorrangig im Reining aus, mit einigen Trail Elementen in den höheren Klassen. Prada war meine Lebensversicherung. Sie ging mittlerweile sogar schon als Begleitpferd mit den aufgedrehten Rennpferden auf die Bahn oder ins Gelände und war dieser Aufgabe hervorragend gewachsen. Anfang des nächsten Jahres waren auch meine beiden Hoffnungsträger Kazumi Princess El Assuad und Successful Dream bereit für den Sattel und ich verließ mich schon jetzt auf Prada, dass sie mit den beiden stürmischen Damen fertig wurde. Prada wiederum schien dieses ganze Trara richtig Freude zu bereiten. Dort blühte die sonst etwas zurückhaltende Jungstute regelrecht auf und ließ sich auch nicht - wie oftmals auf den Weiden - von den anderen Pferden herumschubsen. Ich putzte Prada's geäpfeltes Fell, verlas den langen, seidigen Schweif und kämmte die kurze weiße Mähne. Anschließend stattete ich sie mit ihrer Westernausrüstung aus und führte sie über den von bunten Blättern übersähten Hof in die Reithalle. Ende Oktober war es hier auf Hollybrook bereits empfindlich kalt und die für das Land typischen Regenschauer ließen uns nicht aus ihren Fängen. Ich war schon heilfroh, wenn ich auch nur die Hälfte der Pferde trocken zum Training brachte. Daher stand für nächstes Jahr auch ein größerer Umbau auf dem Plan. Ich wollte endlich eine Halle, die direkt an die Stallungen angrenzte. Prada und ich hatten die letzten Wochen vor allem an diversen Stimmkommandos gearbeitet, sodass die junge Stute nun sehr feinfühlig auf mich reagierte. Meist brauchte ich vom Sattel aus nur noch ganz geringfügige Hilfen zu geben und Prada verstand dennoch sofort, was ich von ihr wollte. Weiterhin hatten wir an feinen Tempounterschieden unter dem Sattel gearbeitet, da diese für eine gelungene Reining-Kür sehr wichtig waren. Unsere letzte Herausforderung war das Rückwärtsrichten gewesen. Dies hatte erstaunlicherweise sehr schnell funktioniert, was vielleicht auch daran lag, dass Prada sich schon eine ganze Weile in meinem Besitz befand und ich schon entsprechend viel mit der Stute gearbeitet hatte. Nachdem ich Prada ordentlich aufgewärmt hatte, wiederholte ich die genannten Übungen und ritt anschließend mit der Stute aus der Halle hinaus, um noch eine kleine Runde im Gelände zu drehen. Immerhin musste ich den zur Zeit so selten abwesenden Regen doch mal ausnutzen. Was eignete sich dafür besser als ein herrlicher Schrittausritt im Blättermeer?

    Western A-L | 30. November 2018
    Heute stand viel auf dem Programm. Für einige meiner Köranwärter - Incendio, GE's Ljósfari, Lamira, PFS' Devil in Prada und Roi du Soleil- stand nämlich das Abschlusstraining in ihrer jeweiligen Disziplin an. Bibbernd und schniefend eilte ich hinüber zu den Stallungen. Eigentlich hätte ich den Tag wohl lieber im Bett verbringen sollen, doch ich wollte in den wenigen verbleibenden Wochen dieses Jahres noch so viel schaffen, dass das nicht in Frage kam. Auch den Verkauf der vielen Pferde, von denen ich mich trennen wollte bzw. musste, musste ich noch vorantreiben. Als ich den Stall betrat, vermisste ich sofort die fröhliche Stimme meiner Angestellten und Freundin Meg. Die junge Frau hatte um eine Auszeit gebeten, nachdem sie vom geplanten Verkauf der Pferde erfahren hatte. Ich hatte versucht ihr zu erklären, dass dies für das Gestüt und die geplante Zucht dringend notwendig war und mir die Trennung von den Tieren ebenfalls nicht leicht fiel, doch Meg hatte dicht gemacht und war gegangen. Ich war mir auch keineswegs sicher, ob sie wiederkommen würde, immerhin war sie nun seit zwei Monaten nicht mehr erreichbar. Noch drückte ich mich davor, ihre Stelle neu zu besetzen, aber spätestens Anfang des neuen Jahres kam ich nicht mehr darum herum. Meg hatte zu viele Aufgaben übernommen, um ihre Stelle unbesetzt zu lassen.

    Samuel baute den Parcours ab und ich führte Lamira zurück in den Stall und versorgte die Stute umsichtig. Nun war ein völliges Kontrastprogramm an der Reihe. Mit der Criollostute PFS' Devil in Prada stand der Stufenaufstieg in Klasse L des Westernreitens an. Prada war ein wahrer Schatz und das Training mit ihr bereitete mir jedes Mal viel Freude. Um den Anforderungen des Stufenaufstiegs gerecht zu werden, hatte ich mit Prada sehr viel vom Boden aus gearbeitet. So hatten wir zum Beispiel das Rückwärtsrichten verfeinert und die Seitengänge erlernt. Außerdem hatten wir sehr viel mit Schritt-Trab, Trab-Halten-Übergängen und dem geschlossenen Stand gearbeitet. Einfach damit die Grundlektionen auch wirklich saßen und Prada später für die fortgeschrittenen Lektionen bereit war. Ich holte die schöne Prozellanscheckstute aus ihrer Box und strich ihr den weißen Schopf aus der Stirn, um ihr in die strahlend blauen Augen zu sehen. Die Westernpferdezucht hatte keine Priorität mehr auf meinem Gestüt, doch von Prada hatte ich mich einfach nicht trennen können. Sie lief daher nun im normalen Trainingsbetrieb mit und wurde auch regelmäßig auf Turnieren vorgestellt. Später sollte sie auch das ein oder andere Fohlen haben, doch Prada's Hauptaufgabe würden schöne Ausritte in den New Forest National Park mit Gästen des Gestüts sein. Dafür war die junge Stute vom Charakter her auch absolut prädestiniert. Ich musste die Criollostute nur kurz überputzen, da Prada sich so gut wie nie schmutzig machte, dann sattelte ich sie auf und führte sie in die Halle. Der Westernsattel fühlte sich kurzzeitig etwas ungewohnt an, da ich nun so viel Dressur- und Springarbeit hinter mir hatte, doch nach den ersten paar Runden im Schritt und Trab fühlte ich mich auf Prada's Rücken schon wieder zu Hause. Nachdem Prada gut warm war, wiederholten wir als erstes das sogenannte Speed Control. Diese Lektion würden wir nach und nach immer mehr verfeinern, bis Prada auch schon auf die kleinsten Gewichtsverlagerungen reagierte. Gleich darauf übten wir das Rückwärtsrichten. Prada ging mittlerweile schon zuverlässig zurück und blieb auch brav stehen, sobald ich die Zügel nachgab. Nur am Tempo mussten wir noch ein wenig arbeiten. Doch auch das hatte noch Zeit. Weiter ging es mit der absoluten Vorübung zum Sliding Stop: dem Halt aus dem Galopp. Diese Übung hatte Prada zu Beginn des Trainings einige Schwierigkeiten bereitet, da die Stute ihr Gewicht noch zu sehr auf die Vorhand verlagert hatte. Inzwischen beherrschte sie den Halt wirklich gut und kam geschlossen zum Stehen. In jedem weiteren Training würden wir nun vor dem Halt mehr Tempo aufnehmen, um irgendwann zum richtigen Sliding Stop zu kommen. Zum Schluss war nur noch das Seitwärtsgehen übrig. Ich übte das Schenkelweichen auf beiden Händen erst im Schritt und dann im Trab, bevor ich Prada höchstzufrieden trocken ritt. Mein Goldstück hatte wieder einmal bewiesen, wie viel Talent in ihr schlummerte und hatte den Aufstieg in Klasse L des Reinings mit Bravour gemeistert.

    Damit war meine Hauptaufgabe für heute erledigt. Ich spazierte eine Runde über den Hof und genoss die friedliche Atmosphäre, dann verzog ich mich in mein Büro, um den anstehenden Papierkram zu erledigen...

    Western L-M | 31. Dezember 2018
    "Schönen guten Morgen mein Schatz", flüsterte ich, als ich im Stutentrakt die Box meiner Criollostute PFS' Devil in Prada öffnete. Die wunderschöne Porzellanscheckin schaute mir noch ein wenig verschlafen entgegen, war aber schlagartig wach, als ich ihr ein Stückchen Apfel unter die Nase hielt. Wie auch Incendio sollte Prada heute ihr Training für den Stufenaufstieg absolvieren. Noch immer war es so früh, dass es im Stall mucksmäusenstill war. Das war mir aber gerade recht, denn so wurden wir nicht von den dämlichen Frühzündern gestört, die schon am Vormittag des Silvestertags ihre Raketen in die Luft feuerten. Prada legte ihren schönen Kopf auf meine Schulter und ich kraulte die Stute kurz, bevor ich sie aus ihrer Box hinaus führte. Mein Criollomädchen sollte heute den Stufenaufstieg in Klasse M des Westerns - bei mir also Reining und Trail absolvieren und ich wusste, dass sie es schaffen würde. Prada hatte sich vom schüchternen Jungpferd zu einer wirklich tollen, absolut verlässlichen Stute entwickelt und würde bald an einem Stutbuchwettbewerb teilnehmen. Genau wie bei meinem Isländerhengst GE's Ljósfari war ich sehr gespannt darauf zu erfahren, was ihre Züchterin Occulta zu den Erfolgen der Beiden sagen würde. Ich jedenfalls platzte fast vor stolz. Ganz nebenbei waren nun auch meine beiden Englischen Vollblüter Kazumi Princess und Successful Dream bereit zum Einreiten. Damit würden wir gleich im neuen Jahr beginnen und sie dann ganz allmählich auf die Turniersaison vorbereiten. Nun stand jedoch erst einmal mein Teufelchen im Rampenlicht. Prada's Name passte absolut nicht zu der umgänglichen Stute und wiedereinmal fragte ich mich, wie Occulta darauf gekommen war, sie so zu nennen.
    Nachdem Prada geputzt und gesattelt war, führte ich die Maus über den Hof zur Reithalle. Incendio's Parcours hatte ich bereits abgebaut, sodass die Halle nun bereit für das etwas andere Training war. Westernreiten war nicht meine Paradedisziplin, weshalb ich die meisten meiner Westernpferde abgeben wollte. Prada und ein paar andere durften jedoch bleiben und standen natürlich auch weiterhin im Training. Zumal Devil in Prada auf Turnieren schon einige Preise abgesahnt hatte. Wie üblich wärmte ich mein Pferdchen zunächst in aller Ruhe auf. Gerade bei diesen Temperaturen war das unerlässlich. Zum Einstieg fragte ich dann ein paar Lektionen des letzten Stufenaufstiegs ab. Ich ließ Prada rückwärts gehen und arbeitete anschließend an den Seitengängen. Im fließenden Übergang zu den neueren Lektionen erhöhte ich nun Prada's Tempo beim zurückweichen und klopfte ihr lobend den Hals, als die Scheckstute sofort reagierte. Als nächstes war der Außengalopp an der Reihe. Mit ihm hatte Prada so ihre Schwierigkeiten gehabt und so richtig zu mögen schien sie die Lektion auch jetzt noch nicht. Dennoch wechselte die Stute prompt in die gewünschte Gangart. Nun folgte die Vorhandwendung. Im Gegensatz zum Außengalopp lag diese Lektion Prada sehr und sie hatte nur wenige Anläufe gebraucht, um eine schon ziemlich perfekte Vorhandwendung hinzulegen. Auch heute klappte die Übung auf beiden Händen ohne Probleme. Zum Abschluss des Reining-Trainings arbeitete ich weiter an Prada's Sliding Stop. Natürlich würde ein Criollo niemals das Tempo eines Quarter Horses erreichen, doch ich war mit Prada's Fortschritten mehr als zufrieden, als wir beim Halt schon ein wenig rutschten. Nun schwang ich mich aus dem Sattel und holte Stangen in die Bahn, die ich parallel zum Hufschlag auf den Boden legte. Über diese Stangen ritt ich nun beim Schenkelweichen mit Prada. Dies war wiederum eine Übung, die der Stute Freude bereitete. Sie war von Beginn an sehr umsichtig gewesen und Bedacht darauf, die Stangen nicht zu touchieren. Fröhlich kraulte ich der Stute den recht muskulösen Hals, ritt sie trocken und versorgte sie anschließend umsichtig. Prada hatte den Aufstieg in Klasse M mit Bravour gemeistert und ich freute mich schon darauf, ein weiteres Jahr mit der jungen Stute zu arbeiten.

    Western M-S | 28. Februar 2019
    Fröhlich lief ich über den eisigen Hof hinüber zu den Stallungen. Heute stand das Abschlusstraining mit meiner Criollostute PFS' Devil in Prada an. Sie würde damit die Klasse S im Westernreiten erreichen, womit ihre Ausbildung in diesem Bereich vorerst abgeschlossen war. Danach stand erst einmal die Teilnahme an einem Stutbuchwettbewerb an, bevor wir uns dem Distanztraining der jungen Stute widmen wollten.
    „Guten Morgen meine Schöne!", begrüßte ich Prada liebevoll. Auch wenn die Stute rassetechnisch nicht mehr in das Hauptzuchtziel meines Gestüts passte, konnte ich mich nicht von dem liebessüchtigen Stütchen trennen. Daher sollte Prada mit einigen anderen Westernpferden nach dem Umbau des Hofes in den Ranchpferde-Trakt umziehen. Sie würde trotzdem weiter auf Turnieren laufen und später sicherlich auch das ein oder andere Fohlen zur Welt bringen, doch ihre Hauptaufgabe würde es sein, reiterfahrene Gäste des Gestüts durch den New Forest National Park zu tragen und ihnen ein paar schöne Tage abseits der Stadt zu bescheren. Da Prada so umgänglich war, war sie dafür perfekt geeignet.
    Unser heutiges Programm bestand darin, dass wir zum einen ein paar Trail Aufgaben durchreiten würden, das Rückwärtsrichten durch Stangen beginnen, die Seitengänge verfeinern und vor allem die fliegenden Wechsel und die Kurzkehrt als Vorbereitung für die späteren Spins lernen. Ich ließ mir viel Zeit dabei, Prada fertig zu machen und sattelte die Stute auf, nachdem ich ihr geschecktes Fell fein säuberlich gebürstet, die Hufe ausgekratzt und den seidigen weißen Schweif verlesen hatte. Anschließend führte ich das Stütchen hinüber in die Halle. Draußen auf dem Platz hatte ich mir bereits einige Hindernisse aufgebaut, aber zuerst wollte ich an etwas anderem arbeiten. Ich stellte Prada auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Nun wärmte ich die Stute umsichtig auf. Gleich darauf übten wir den Außengalopp und vor allem den Halt aus dem Galopp. Prada's Reaktionen wurden immer schneller und präziser, weshalb ich sehr stolz auf mein Stütchen war. Gleich darauf begann ich mit dem Training der fliegenden Wechsel. In der nächsten Klasse musste Prada diese punktgenau und teilweise auch schnell hintereinander ausführen können, doch für diese Klasse reichte ein fliegender Wechsel aus. Ich ritt auf dem Zirkel und stellte Prada bei X genau in dem Moment um, indem sie mit dem inneren Vorderbein absprang. Nach und nach wurden meine Hilfen immer dezenter, bis ich schließlich nur noch leicht mein Gewicht verlagern und eine halbe Parade geben musste, damit Prada umsprang. Ich kraulte ihr begeistert den muskulösen Hals und könnte ihr eine kleine Pause im Schritt.
    Nun war es Zeit an der Kurzkehrt zu arbeiten. Dazu ritt ich mit Prada den Anfang einer Volte, da sie so schon annähernd richtig gestellt war, stellte sie noch weiter nach innen, drückte mein inneres Bein an und legte die Zügelenden verwahrend an Prada‘s Schulter. So ließ ich die Stute Tritt für Tritt auf der Hinterhand wenden, bis wir die 180°-Wendung geschafft hatten. Wir wiederholten die Lektion nun auch ohne die einleitende Volte und ich stellte zufrieden fest, dass sich das Training der vergangenen Monate ausgezahlt hatte. Prada benahm sich wie ein absoluter Profi. Ich knuddelte die Stute und ritt dann hinaus auf den Platz. Dort hatte ich eine Gasse mit Flatterbändern, eine Holzbrücke und verschiedene Stangenkombinationen aufgebaut. Es war Ende Februar zwar noch sehr kalt und fror nachts auch noch über, doch tagsüber konnten wir sowohl Außenplätze als auch Rennbahn wieder benutzen. Letzteres war sehr wichtig für das Training meiner beiden Vollblutstuten Kazumi Princess El Assuad und Successful Dream, die ich über den Winter eingeritten hatte. Ich glitt aus dem Sattel und führte meine Stute auf die Flatterbandgasse zu. Prada reagierte genauso, wie ich es von ihr erwartet hatte: Das Stütchen lief mir seelenruhig hinterher, selbst über die schmale Holzbrücke. Ich stieg wieder auf ihren Rücken und durchritt die beiden Hindernisse nochmal. Doch auch jetzt zeigte Prada keinerlei Angst, sondern war eher neugierig. Ich lobte sie und wendete mich den Stangen zu. Zunächst übten wir das parallele Übertreten im Seitengang. Prada hatte ihre Lektion vom letzten Mal gelernt und schätzte den Abstand schon sehr gut ein. Nach einer Weile ging ich weiter zu den Zickzack-Stangen. Diese waren bei weitem anspruchsvoller, da Prada nicht immer den gleichen Abstand vor sich hatte, sondern variieren musste und das auch noch mit Vorder- und Hinterbeinen. Doch auch hier machte sich das andauernde Training bezahlt. Prada bewegte sich umsichtig und präzise durch die Stangen hindurch und achtete dabei aufmerksam auf jede meiner Hilfen. Fehlte nur noch eine letzte Übung für heute. Ich ritt Prada auf das letzte Stangengebilde zu, drehte sie mit einer Kurzkehrtwendung um und gab ihr dann die Hilfen zum Rückwärtstreten. Dabei dirigierte ich Prada mit Schenkeln und vorsichtigem Antippen mit den Zügelenden durch eine gerade Gasse aus Stangen. In der nächst höheren Klasse, mussten wir dann ein L oder U durchreiten – rückwärts versteht sich. Aber für heute war es erst einmal genug. Ich war unglaublich stolz auf meine fleißige Stute. Nun waren wir auch bereit für den Stutbuchwettbewerb für alle Stuten.

    Die Kür
    Liebevoll streichelte ich Prada über die samtene Nase. Das wunderschöne Criollostütchen hieß mit vollem Namen PFS' Devil in Prada und machte ihrem Namen überhaupt keine Ehre. Prada war lieb, treu und anhänglich, eine wahre Seele von Pferd. Nach Lamira war sie nun das zweite und vorletzte Pferd, das ich heute vorstellen würde. Allerdings wurde Prada Western geritten, dementsprechend hatte ich mich nun umgezogen und auch Prada war natürlich passend ausgerüstet. Ich strich ihr den weißen Schopf aus der Stirn, drückte ihr noch einen Kuss auf die Nase und schwang mich in den Sattel. Warmgeritten war Prada schon, zum Glück hatte ich fleißige Helfer dabei. Ich positionierte mich vor der Halle und wartete auf unseren Aufruf. Im Gegensatz zu Lamira betrachtete Prada das bunte Treiben um uns herum zwar interessiert, ließ sich von der Aufregung aber nicht anstecken. Wir hatten schon diverse Westernturniere gewonnen und auch dort hatte Prada sich als wahre Lebensversicherung erwiesen. Als wir aufgerufen wurden, trabte ich mein Prozellanscheckstütchen an und ritt in die Halle ein. Bei X parierte ich Prada mit kaum sichtbaren Hilfen zum Halten durch und grüßte die Richter. Anschließend trabte ich Prada erneut an, wendete auf die linke Hand ab und dirigierte mein Stütchen gleich darauf auf den Zirkel. Zur geschlossenen Zirkelseite hin, ließ ich Prada angaloppieren und wir verkleinerten den Zirkel im Galopp. Prada ließ sich wunderbar mit leichtesten Hilfen lenken und schaffte es außerdem, sich so weit zu versammeln, dass sie auch kleinste Zirkel im Galopp bewältigen konnte. Nachdem wir den Zirkel wieder vergrößert hatten, ließ ich Prada ganze Bahn gehen und wechselte im starken Galopp durch die Bahn. Bei X parierte ich Prada zum Halten durch und ließ sie gleich darauf im Schritt antreten. Wir ritten nun Schlangenlinien durch die Bahn mit vier Bögen - am hingegebenen Zügel. Als wir den letzten Bogen absolviert hatten, ritten wir automatisch auf der anderen Hand und ich wechselte im starken Schritt durch die halbe Bahn. In unserer Trabrunde zeigten wir auf beiden Händen je drei Volten an den langen Seiten und ich ließ Prada ein paar Tritte traversieren. Zum Abschluss der Kür galoppierte ich mein Stütchen nochmals an, wendete auf die Mittellinie ab und ließ sie Tempo aufnehmen, um einen Sliding Stop vorzuführen. Wir schlitterten auf die Richter zu und der Sand spritzte zur Seite. Nun richtete ich Prada rückwärts, bis wir X erreichten, verabschiedete mich mit einem Gruß von den Richtern und verließ die Halle. Auch diese Kür war beinahe perfekt verlaufen, nun musste nur noch Dolly ihre Sache gut machen und es würde ein sehr erfolgreicher Tag werden!
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  9. Sammy

    Sammy Bekanntes Mitglied

    Samantha O'Neill
    mit
    Porcelain Doll
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    Steckbrief
    Porcelain Doll
    --------------------------------------------------
    Spitzname: Dolly
    [engl.: "Porzellanpuppe"]

    --------------------------------------------------
    ~ Abstammung ~
    Von: LM Hawks Stand out Loud

    V: LM Robin Hawk
    M: LK Loudly Queen
    Aus der: Hollybrook's Tiny Girl
    V: Glenns Caress
    M: Alufolie

    --------------------------------------------------

    Rasse: American Miniature Horse
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 14. März 2014
    Stockmaß: 0,65m
    Fellfarbe: Palomino Tobiano
    Gencode: ee aa Crcr nTo
    Kopfabzeichen: Blesse
    Beinabzeichen: v.l. hochweiß gestiefelt

    --------------------------------------------------
    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Porcelain Doll ist unglaublich verspielt, sie hat eine Menge Energie und hüpft am liebsten quietschend den ganzen Tag herum. Auch wurde Dolly viel Selbstbewusstsein mitgegeben, sie lässt sich nicht so leicht einschüchtern und weiß wo sie steht, zieht das durch, was sie machen möchte. Dennoch ist sie sensibel und braucht somit einen vorsichtigen und sanften Umgang, der aber auch konsequent ist.

    --------------------------------------------------

    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: Kira
    Ersteller: Kira
    Vkr: Kira

    --------------------------------------------------
    ~ Qualifikationen ~
    Dressur: S*
    Fahren: S***

    --------------------------------------------------
    ~ Schleifen ~
    Gewinnerin der [FS 231] Palominos und Cremellos/Perlinos
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    3. Platz beim 418. Fahrturnier
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    3. Platz beim 15. Synchronfahren
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    2. Platz beim 16. Synchronfahren (1. Auslosung)
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    1. Platz beim 16. Synchronfahren (2. Auslosung)
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig:
    Nein
    Nachkommen: ///
    Punkte: 22
    (4x Abstammung, 5 Schleifen, HS, TA, 9x Training)

    Tierarztbericht | 02. Januar 2019 | von Eddi
    Erfolgreich hatten wir den Jahreswechsel hinter uns gebracht und begrüßten nun 2019. Zu meiner Freude schneite es heute sogar ein wenig, auch wenn ich erahnte, dass der Schnee nicht lange liegen bleiben würde. Leider erschwerten mir die riesigen Flocken auch die Fahrt zum Hollybrook Stud, so dass ich etwas später als geplant bei Sammy ankam. Sie nahm es mir aber keineswegs übel, sondern hatte in der Zeit die kleine Porcelain Doll herausgeputzt. Sie würde meine erste Patientin für heute sein. Es stand nicht viel an, denn es war ein simpler Routinebesuch. Also ließ ich mir das American Miniature Horse kurz im Schritt und Trab die Stallgasse entlangführen, ehe ich noch die Beugeprobe machte. Alles war ok, also schaute ich in Ohren, Augen und Maul und kontrollierte noch Herz und Lunge mit dem Stethoskop. Auch hier klang alles einwandfrei und auch die Temperatur war im Idealbereich. Porcelain Doll war rundum fit. Also konnte ich sie guten Gewissens impfen und entwurmen. Das ging ruckzuck und die kleine Stute bemerkte die Piekser nicht einmal. "Schon fertig", meinte ich zufrieden und Sammy brachte die Stute wieder in die Box.
    Als nächstes war Lamira an der Reihe. Sie war eine schlank gebaute Hannoveranerstute, die sich wirklich sehen lassen konnte. Wie ich Sammy kannte, wollte sie die heutigen Pferde bald zur Zucht zulassen und Lamira würde auf jeden Fall eine Bereicherung werden. Auch sie ließ ich mir vorführen und machte die Beugeprobe. Es war alles in Ordnung. Ihre Zähne sahen ebenso gut aus, die Augen waren klar und die Ohren sauber. Auch Herz und Lunge klangen gesund und die Temperatur war einwandfrei. Ich lobte Lamira kurz, ehe ich auch schon die erste Impfung ansetzte. Ruckzuck war auch die geimpft und entwurmt, auch wenn sie die Wurmkur dann doch nicht so gerne ins Maul genommen hatte wie Porcelain Doll, aber man konnte eben nicht alles haben. Sammy brachte auch Lamira wieder weg und ich erneuerte bereits die ersten beiden Impfpässe.
    Nun war PFS' Devil in Prada an der Reihe und ich staunte nicht schlecht, als ich die junge Stute sah. Ich kannte sie seit Fohlentagen und aus dem unförmigen Fohlen war wirklich ein traumhaftes Pferd geworden. "Wow", lobte ich Sammy, die wirklich eine gute Wahl bei dem damaligen Kauf gemacht hatte. Auch die Gänge der Stute konnten sich sehen lassen und die Beugeprobe fiel zu ihren Gunsten aus. Augen und Zähne waren in Ordnung und auch in den Ohren fanden sich keine Parasiten oder Ähnliches. Ich kontrollierte also noch Herz, Lunge und Temperatur, ehe auch bei Devil in Prada die Impfungen erneuert wurde und sie direkt im Anschluss noch eine Wurmkur bekam. Dann war die kleine Schönheit schon fertig, bekam von mir noch ein Bestechungsleckerli und dann ging es zurück in die Box.
    Als letztes war dann doch noch ein Hengst an der Reihe: Roi Du Soleil. Er war schon länger bei Sammy und schien so langsam auch Richtung Zucht zu schlittern. Er hatte eine schöne Farbe und rötlich schimmerndes Fell, er würde sicherlich ein beliebter Zuchthengst werden. Auch seine Gänge waren taktklar und die Beugeprobe fiel negativ aus. Ohren, Augen und Maul waren in Ordnung und auch Herz und Lunge klangen gut. Die Temperatur war ideal und so wurde der letzte heute geimpft und entwurmt. Als wir fertig waren, machte ich noch die letzten beiden Impfpässe fertig, stellte Sammy die unterschriebenen Gesundheitsscheine aus und verabschiedete mich dann auch schon wieder von ihr.

    Hufschmiedbericht | 09. Dezember 2018 | von Sissicat
    Mit einem kräftigem Schluck hatte ich meinen Kaffee ausgetrunken und machte mich soweit fertig für meinen heutigen Auftag. Es ging heute zum wiederholten Mal in das Hollybrook Stud. Gut ausgeruht setzte ich mich in meinen kleinen Truck und fuhr auch schon los. Nach einer Weile kam ich bei dem Zuchtgestüt an und wurde freundlich von Samantha entfangen. "Schön wieder hier zu sein.", meinte ich lächelnd und folgte Samantha zu dem Putzplatz, wo wir gemeinsam meine Werkzeuge aufbauten. Als wir dies getan hatten, machten wir uns auch schon auf den Weg zu meinem ersten Patienten. Roi du Soleil. Der stolze Welsh D Hengst erwartete uns bereits mit hocherhobenem Kopf in seiner Box und folgte uns brav zum Putzplatz. Der Hengst schien auch überhaupt keine Probleme mit mir zu haben, er hatte wohl bereits genug Hufschmiede gesehen. So hatte ich seine alten Eisen schnell entfernt und genauso schnell die neuen wieder auf seine Hufe "gehämmert". "Brav gemacht, Großer.", lobte ich ihn und steckte ihm eine kleine Karotte zu, welche er sehr zu genießen schien. Danach brachte Samantha den Hengst zurück in seine Box und kam wenig später mit der hübschen Schimmelstute Lamira zurück. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger sah man Lamira ihr starkes Temperament von Weiten schon an. Es war aufjedenfall nicht so einfach ihre Hufeisen zu entfernen, wie es bei Roi war aber es war nicht unmöglich. Mit der Hilfe von Samantha brachten wir Lamira dazu mir alle Hufe -mehr oder weniger freiwillig- zu heben. Nachdem ich die alten Hufeisen entfernt hatte ging das Spiel nocheinmal von vorne los, da ich Lamira ja die neuen Eisen auch rauftun musste. Als ich endlich fertig war, war ich bereits durchgeschwitzt. Müde sah ich zu wie Samantha Lamira zurück brachte und mit der kleinen Porzellan Puppe aka. Porcelain Doll zurück kam. Die kleine Stute hüpfte aufgeregt am Strick herum und schnupperte an meinen Werkzeugen wie ein Hund, was mich zum Lachen brachte. Samantha streichelte die Stute und schaffte es so das sie lange genug ruhig stand, so dass ich ihre Hufe ohne Stress ausschneiden und raspeln konnte. Als auch das erledigt war, tauschte Samantha die American Miniature Horse Stute gegen die Criolle Stute PFS' Devil in Prada aus. Nachdem ich der wunderschönen Stute in die strahlend blauen Augen gesehen hatte musste ich erst einmal eine 5-minütige Pause machen um mein Stauenen zu kontrollieren. "Wow... echt schön.", meinte ich dann und machte mich an die Arbeit. Nach keiner Minute fiel mir auf, das der Name überhaupt nicht zum Charakter der Stute zu passen schien. So war ich sehr schnell fertig und konnte so auch schnell das geschäftliche klären und nachhause fahren.
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    Trainingsberichte | 9 Stück
    Dressur E-A | 15. Juli 2017
    Im Stalltrakt meiner Pferde angekommen, knuddelte ich erst einmal jedes einzelne von ihnen. Dann holte ich die American Miniature Horse Stute Porcelain Doll aus ihrer Box, band sie auf der Stallgasse an und begann damit, ihr auffällig geschecktes Fell zu putzen. Ich hatte heute schon einige erfolgreiche Trainingseinheiten absolviert und hoffte, dass die A-Dressur mit Dolly ebenso glatt laufen würde. Damit würde das Stütchen nämlich ihren ersten Stufenaufstieg packen. Nachdem Dolly's Fell glänzte, bandagierte ich die schlanken Beine der kleinen Stute, legte ihr den Longiergurt an und trenste sie auf. Dann führte ich sie über den Hof zum Reitplatz. Ich wärmte die Stute erst einmal an der normalen Longe im Schritt und Trab auf. Nachdem ich mein Stütchen auf beiden Händen auch kurz hatte galoppieren lassen, begann das eigentliche Training. Dazu schnallte ich die Langzügel in die Trense und machte mich an die Arbeit. Für den Aufstieg in Klasse A standen das Rückwärtsrichten, die Vorhandwendung, Viereck verkleinern und vergrößern, sowie die Schritt-Galopp-Übergänge auf dem Programm. Letztere hatten wir bereits an der Longe erarbeitet, sodass ich sie nun nur noch kurz wiederholen musste. Das Viereck verkleinern und vergrößern begannen wir zunächst im Schritt, bis es schließlich auch im Trab auf beiden Händen funktionierte. Auch die Vorhandwendung saß recht schnell. Nun ging ich hinter Dolly im Schritt um die Bahn, parierte sie schließlich zum Halten durch und richtete die junge Stute noch eine Pferdelänge rückwärts. Dann hatten wir unser Pensum für heute auch schon erreicht – ich konnte kaum glauben , wie gut das heute geklappt hatte! Dolly konnte jetzt auf A-Niveau in der Dressur starten und ich war sehr stolz auf mein Mini-Pferdchen. Die winzigen Tierchen hatten es mir einfach angetan und ich träumte schon von dem ersten Fohlen aus Dolly und meinem Hengst Rumpelstielzchen.

    Dressur A-L | 01. August 2017
    "Fertig Meg?", rief ich um die Ecke der Stallgasse herum nach meiner Angestellten. Wobei Meg natürlich wesentlich mehr war als nur das. In den letzten Jahren war sie mir eine wunderbare Freundin geworden, auf die ich nicht mehr verzichten wollte. Wie schon so oft, würden wir heute mit zweien meiner Pferde ein Stufentraining absolvieren. Diesmal ging es um den Aufstieg in Klasse L der Dressur und es handelte sich um die Hannoveranerstute Lamira, die noch nicht allzu lange auf meinem Gestüt wohnte und die American Miniature Horse Stute Porcelain Doll, die ich bereits seit ihrem Fohlenalter besaß. Dolly wurde selbstredend nur vom Boden aus trainiert, was Meg freudig übernommen hatte. Ich dagegen kümmerte mich um die feurige Lamira. Sie hatte ich zusammen mit dem Hannoveranerhengst Incendio von Nancy Wizzard übernehmen dürfen, nachdem ich mich bereits um ihren Beritt gekümmert hatte. Lamira stand geputzt und gesattelt in der Putzbox und wartete ungeduldig darauf, dass wir endlich loslegten. Ich streifte Lamira das Halfter ab und führte die schlanke Schimmelstute hinaus auf den Hof. Der Sommer hatte uns noch immer voll im Griff, daher absolvierten wir das Training mit den Pferden nur früh am Morgen und gegen Abend. Lamira und Dolly fielen in letztere Kategorie und so war ich schon einigermaßen geschafft von dem hinter mir liegenden Tag. Meg dagegen hüpfte energiegeladen wie eh und je neben Dolly aus dem Stall und strahlte mich an. Mir war absolut schleierhaft, wie jemand, der vor fünf Uhr morgens aufstand, gute zwölf Stunden später immer noch herumspringen konnte, wie ein junges Fohlen. Doch wie üblich war Meg's Laune ansteckend. Wir führten die beiden Stuten zum Außenplatz, der an die Reithalle angrenzte. Auf dem Dressurplatz arbeitete Brian gerade mit seinem Lieblingshengst Black Soul und in der Halle vergnügte Samuel und Donald sich mit den Jungpferden GE's Ljósfari und PFS' Devil in Prada. Die Stimmung auf dem Gestüt war gut, die Vögel zwitscherten und die Blumen dufteten. Ein herrlicher Tag, der gleich noch einen viel herrlicheren Ausgang bekommen würde. Ich stellte Lamira auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich anschließend in den Sattel. Die junge Stute hatte mittlerweile gelernt, still stehen zu bleiben, doch leicht fiel ihr das immer noch nicht. Also ließ ich das Schimmelchen nicht lange warten und ritt Lamira im Schritt an. Kurz darauf trabten wir bereits um die Bahn. Meg wärmte Dolly an der Longe auf und wechselte nach der Aufwärmarbeit auf Langzügel. Damit war die junge Scheckstute nämlich ausgebildet worden bzw. wurde es noch immer. Jeder für sich fragten wir nun die verlangten Lektionen für den Aufstieg in Klasse L der Dressur ab. Das waren der Außengalopp, die Kurzkehrt, die Hinterhandwendung und der einfache Galoppwechsel. Lamira und Porcelain Doll machten ihre Sache beide ganz ausgezeichnet, sodass wir das Training schon bald für beendet erklären konnten. Wir umsorgten unsere Stuten liebevoll und entließen sie dann in den wohlverdienten Feierabend auf die Koppel. Während ich die Stufenerhöhung in die Papiere der beiden Pferde eintrug, schenkte Meg uns selbstgemachten Eistee ein und gab Eiswürfel ins Glas. Damit setzten wir uns vor die Fohlenkoppel und betrachteten Kagami und Story mit ihren beiden Fohlen. So ließ sich das Leben genießen.

    Dressur L-M | 13. September 2017
    "Sie sind doch soweit oder?", fragte Meg mich mit einem leichten Zittern in der Stimme, als wir die Stuten Lamira und Porcelain Doll über den Hof führten. Der heftige Wind zerrte an unseren Haaren und zerzauste die Mähnen der Pferde. Lamira und Dolly waren auch nicht gerade begeistert von dem Wetter. Sie stämmten sich mit angelegten Ohren gegen den Wind und die Hannoveranerstute Lamira sprang bei jedem Geräusch senkrecht in die Luft. "Aber natürlich sind sie soweit. Du hast Dolly doch selbst trainiert und ihre Fortschritte live miterlebt. Woher auf einmal die Zweifel? Vertraust du unserer Diva etwa nicht?", fragte ich gespielt vorwurfsvoll zurück. Meg war noch nie ganz alleine mit dem Training eines Pferdes beauftragt gewesen und für Dolly und Lamira ging es heute immerhin schon um den Aufstieg in Klasse M der Dressur. Vom Anfängertraining waren wir längst entfernt. Aber Meg hatte große Fortschritte beim Training der Pferde gemacht und mir schon mehr als genug assistiert, sodass ich beschlossen hatte, ihr das Training von Dolly gänzlich zu überlassen, was die Dressur anging. Später beim Fahren würde ich sie dann wieder anleiten, da dies nicht Meg's Paradedisziplin war. In der Halle angekommen, schloss ich erleichtert die Türen hinter uns. Nachdem uns der Sommer fast gegrillt hatte, war nun das für England typische Herbstwetter eingetroffen und ich wusste schon beinahe nicht mehr, wie die Sonne eigentlich aussah. Na gut, vielleicht war das auch ein wenig übertrieben. Dennoch konnten einem der ewige Wind und der ständige Regen ganz schön aufs Gemüt schlagen. Ich gurtete nach und schwang mich auf Lamira's Rücken. Aufgrund von Dolly's Größe arbeitete Meg natürlich vom Boden aus mit der Stute. Das tat der Performance der beiden aber keinen Abbruch. Wenn Dolly irgendwann einmal soweit war, wollte ich, dass Meg sie beim Stutbuchwettbewerb vorstellte. Immerhin war Dolly ihr erstes komplett alleine ausgebildetes Pferd und Meg machte ihre Sache toll. Das Absetzen meiner beiden Vollblutfohlen Kazumi Princess El Assuad und Successful Dream hatte Meg ziemlich mitgenommen, da sie sehr an den Fohlen und ihren Müttern hing, zumal Kagami sich noch immer aufführte, wie eine Furie. Doch inzwischen hatte die sonst immer so fröhliche Meg ihr Lachen wieder gefunden. Nachdem Dolly und Lamira ordentlich aufgewärmt waren und sich durch den ein oder anderen Bocksprung auch schon ein wenig ausgepowert hatten, begann das eigentliche Abschlusstraining. Wir hatten in den letzten Wochen den Halt aus dem Galopp und den fliegenden Galoppwechsel geübt und perfektioniert. Schwerpunkt des Trainings waren jedoch in Klasse M die Seitengänge. Namentlich das Schulterherein, der Travers, der Renvers, die Traversalverschiebung und die halbe Pirouette im versammelten Schritt. All diese schwierigen Lektionen beherrschten meine beiden geliebten Stuten mittlerweile aus dem FF, sodass ich nicht überrascht war, als Meg und ich mit Lamira und Porcelain Doll das Stufentraining erfolgreich beendeten. Nun ging ihre Dressurausbildung langsam aufs Ende zu und damit auch die gemeinsame Zeit auf dem Platz. Für Lamira ging es nämlich bald auf dem Springparcours weiter, während ich Dolly im Fahren ausbilden wollte. Nun durften die beiden jedoch erst einmal stolz auf ihre hervorragende Leistung sein und ihren restlichen freien Tag genießen.

    Dressur M-S | 31. Oktober 2017
    "Oh wie ich mich auf die Party heute Abend freue!", strahlte ich, als ich meine Hannoveranerstute Lamira zum heutigen Training aus dem Stall führte. Auf dem Plan stand der Stufenaufstieg in Klasse S der Dressur und ich war unglaublich stolz auf die schöne Stute. Nebenbei hatten wir auch schon einmal mit dem Springtraining begonnen, da ich Lamira zum Vielseitigkeitspferd machen wollte. Die Veranlagung dafür hatte die agile Stute definitiv. Neben mir führte Meg die Miniature Horse Stute Porcelain Doll, die heute ebenfalls ihren Stufenaufstieg absolvieren sollte. Anders als für Lamira würde es für Dolly jedoch mit Fahrtraining weitergehen, bei dem ich Meg dann auch wieder zur Seite stehen würde. Dennoch sollte die junge Frau das Training führen und Dolly wenn es soweit war auch selbst beim Stutbuchwettbewerb vorstellen. Meg war völlig aus dem Häuschen gewesen, als ich ihr von dieser Neuigkeit erzählt hatte. Bisher hatte ich meine Pferde immer alle selbst vorgestellt, oder sie meiner guten Freundin Eddi überlassen. Der 31. Oktober war genauso, wie man sich das von einem englischen Halloween erwartet. Der Himmel war stahlgrau, es windete und überall flogen orange-rote Blätter herum. Heute Abend würde ich mit Meg ins Dorf fahren, wo praktisch für das gesamte Dorf eine einzige große Party geschmissen wurde. Donald und Samuel übernahmen die Aufsicht über das Gestüt, Brian hatte frei, blieb aber ebenfalls dort. Der stille junge Mann machte sich nicht viel aus Partys. Patrick war zu seiner Familie nach Hause gefahren und würde erst Mitte nächster Woche zurückkommen. Als ich in Lamira's Sattel saß, ritt ich die Stute im Schritt und Trab auf beiden Händen warm. Lamira war immer noch extrem stürmisch und sehr eigen, doch in der Dressur glänzte sie einfach. Die Stute liebte es, sich zu präsentieren und tanzte regelrecht durchs Viereck. Diese vollendete Eleganz und Grazie fehlte Dolly, die manchmal etwas zu stürmisch und tollpatschig war, doch auch die junge Porzellanscheckin konnte sich absolut sehen lassen. Mein Gemecker hatte inzwischen ein sehr hohes Niveau erreicht. Ich rechnete damit, dass beide Pferde in spätestens zwei Jahren zuchtfähig waren. Lamira holte mich mit einem unwirschen Kopfschütteln zurück in die Wirklichkeit und ich konzentrierte mich auf das Training, während Meg mit Dolly am Langzügel trainierte. Auf dem Plan stand zunächst die Schaukel. Bei der Schaukel ging es darum, die Pferde aus dem Rückwärtsrichten heraus direkt wieder im Schritt antreten zu lassen. Die Übergänge sollten dabei jeweils so fließend wie möglich ablaufen. Das hatte uns sehr viel Arbeit gekostet, doch die jetzige Wiederholung zeigte uns, dass die Stuten soweit waren. Auch die Traversale im Galopp klappte mehr als nur zufriedenstellend. Nachdem auch Passage und Piaffe abgehakt waren, konnte ich nicht widerstehen und fiel Lamira um den Hals, woraufhin die Stute einen Satz machte und in den Galopp fiel. Lachend parierte ich sie wieder durch und streckte Meg die Zunge heraus, die vor lauter Lachen schon Tränen in den Augen stehen hatte. "Naja, wenigstens wissen wir, dass Lamira nicht so auf Liebesbezeugungen steht.", japste sie.

    Fahren E-A | 02. November 2017
    "Oh verdammt ist das wieder kalt heute!", sagte ich bibbernd zu meiner Angestellten Meg. Die nickte nur und zog sich ihren Schal bis knapp unter die Augen. Als wir in den großen Stallungen angekommen waren, schloss ich die Tore hinter uns und atmete erleichtert aus. "Zum Glück findet das Fahrtraining für Klasse A ausschließlich in der Halle statt! Wir wären sonst wahrscheinlich auf dem Kutschbock festgefroren!", sagte Meg fröhlich. Diesmal nickte ich zustimmend, während ich im Kopf schon das heutige Trainingsprogramm durchging. Nun stand das Fahrtraining auf Klasse A mit meiner Miniature Horse Stute Porcelain Doll an. Dolly ging in der Dressur bereits solides S-Niveau, sodass es nun endlich an der Zeit für eine neue Disziplin war. Dolly hatte natürlich nie in ihrem Leben einen Reiter getragen, denn sogar die winzige Meg war zu groß für die Feenpferdchen. Selbstverständlich war Dolly mittlerweile eingefahren und lief sowohl vor dem Ein- als auch vor dem Zweispänner eine gute E-Aufgabe im Dressurfahren. Als das Stütchen auf Hochglanz poliert war, legten wir ihr Gamaschen an und führten sie hinaus in die beißende Kälte. Dort erwartete uns Donald mit der leichten Kutsche, um uns beim Anschirren zu helfen. Umsichtig legte ich zwei Fleecedecken auf den Rücken des Stütchens und machte sie am Geschirr fest. So ausgerüstet schauten wir zu, dass wir so schnell wie irgendwie möglich in die Reithalle kamen, um wenigstens vor dem Wind sicher zu sein. Ich war dank der fürchterlichen Kälte sogar am überlegen, ob ich im nächsten Jahr nicht eine Heizung in Reit- und Longierhalle installieren lassen würde. Ich schloss die Bandentür und gesellte mich dann zu Meg und Dolly. Wir setzten uns beide auf den Kutschbock und ich fuhr Dolly im Schritt an. Die Decke nahm ich ihr erst ab, bevor ich sie antraben ließ und Meg und ich wickelten uns dankbar darin ein. Wir wiederholten nun Lektionen aus Klasse E des Dressurfahrens. Das waren zum Beispiel der Zirkel im Gebrauchstrab, die Schritt-Trab-Übergänge, der Wechsel durch die ganze Bahn, absolutes Stillstehen und Tritte verlängern. Für mein Dressurpferdchen im Miniaturformat waren diese Aufgaben an sich schon längst kein Problem mehr, doch vor der Kutsche war es doch noch einmal etwas anderes, daher war ich auch umso gespannter, wie sie sich heute schlagen würde. Für den Aufstieg in Klasse A mussten wir die Kehrtvolte, die halbe Volte, die Kehrtwendung, das Rückwärtsrichten, den halben Mittelzirkel und einfache Schlangenlinien erarbeiten. Den Galopp hingegen brauchte man beim Dressurfahren so gut wie nie, daher ließ ich ihn im Training für Klasse A ganz weg. Er wurde erst nach dem Aufstieg in Klasse L relevant, da danach das Geländefahren an der Reihe war. Ich fuhr Dolly durch all die verschiedenen Aufgaben und stellte mit Freuden fest, dass sie sich wirklich hervorragend machte. Beim Rückwärtsrichten gab es noch einige kleinere Schwierigkeiten, aber alles andere lief glatt.
    So konnte ich schon bald darauf vom Kutschbock springen und die Kegel fürs Hindernisfahren aufstellen. In Klasse A standen diese 40-50 cm weiter auseinander als die Kutsche breit war - natürlich würde sich dieser Abstand mit jedem Stufenaufstieg verringern. Für Klasse A wurde lediglich das Durchfahren einzelner Kegelpaare sowie der einfachen Schlangenlinie verlangt. Wir begannen im Schritt und übten solange, bis wir uns schlussendlich im Trab durch die Kegelpaare bewegen konnten. Ich parierte mein Porzellanpüppchen zum Schritt durch, lobte es ausgiebig und erklärte das heutige Stufentraining für beendet.

    Fahren A-L | 23. Dezember 2017
    "Mensch, bin ich froh, wenn wir diesen Schnee wieder los sind!", schimpfte Meg, als sie neben mir her zur Reithalle stapfte. Dort erwartete uns mein Angestellter Patrick mit der American Miniature Horse Stute Porcelain Doll. Patrick war zwar kein besonders guter Reiter, konnte dafür aber toll mit den Pferden umgehen. Für meine kleine Porzellanpuppe stand heute das Stufentraining für den Aufstieg im Fahren auf Klasse L an der Tagesordnung. Sie hatte sich beim letzten Stufentraining so hervorragend geschlagen, dass ich unbedingt so schnell wie möglich weiter machen wollte, denn offensichtich lag Dolly diese Disziplin genauso gut wie die Dressur. Ich strich dem gescheckten Stütchen liebevoll über die weichen Mäuler, nahm Patrick die Fahrleinen aus der Hand und prüfte den Sitz von Gamaschen, Fahrgeschirr und Abschwitzdecke, bevor ich mich auf den Kutschbock setzte. Meg nahm neben mir Platz und ich fuhr mein Pferdchen im Schritt an. Dolly hatte heute ein wenig Pfeffer im Hintern, hörte aber dennoch brav auf meine Hilfen, sodass ich sehr zufrieden mir ihr war. Wie immer wiederholten wir erst einmal die Lektionen aus den Klassen E und A, bevor wir uns den neuen Aufgaben widmeten. Heute standen Schlangenlinien durch die Bahn mit drei Bögen und Tempowechseln bei Überqueren der Mittellinie an, außerdem die 20-Meter-Volte, der Mittelzirkel mit Zügel aus der Hand kauen lassen, der versammelte Trab und das Anfahren aus dem Rückwärtsrichten heraus. Waren diese Bestandteile des Dressurfahrens geschafft, war auch diesmal wieder das Hindernisfahren an der Reihe, bevor es dann im nächsten Stufentraining raus ins Gelände ging. Wie üblich ließ ich mir bei allen Aufgaben sehr viel Zeit, um das Pferdchen keinesfalls zu überfordern. Dolly arbeitete gut mit und ließ ihr Gezicke nach einer Weile auch bleiben. Sie war nun einmal eine Diva. Bevor ich die Kegel aufstellte galoppierte ich Dolly einmal an. Dies war bisher nicht Teil der Dressurfahren-Ausbildung gewesen, doch bevor es ins Gelände ging wollte ich den Galopp vor der Kutsche gerne regelmäßig ins Training einfließen lassen. Dennoch parierte ich das Stütchen kurz darauf wieder zum Schritt durch und machte mich an das Aufstellen der Kegel. Diesmal brauchten wir nämlich doch schon etliche Figuren. Heute bestand unser Hindernisfahrparcours aus drei Volten in verschiedenen Größen, einem U-, einem Eck- und einem Boxhindernis, die es zu durchfahren galt. Bis auf einen kleinen Zwischenfall, bei dem Porcelain Doll gegen einen Kegel austrat, lief auch dieser Teil des Trainings hervorragend und ich konnte mein Feenpferdchen schon kurze Zeit später im Fahren auf Klasse L hochstufen, was mich ungemein freute!

    Fahren L-M | 21. Oktober 2018
    Ich atmete tief ein und sah mich mit leuchtenden Augen auf meinem Gestüt um. Der Herbst war eingekehrt und hatte den Bäumen eine leuchtend bunte Blätterkrone verpasst. Heute stand das Training meiner American Miniature Horse Stute Porcelain Doll auf dem Plan. Für das Püppchen stand der Stufenaufstieg im Fahren auf Klasse M an. Dafür hatten wir die letzten Monate hart gearbeitet und waren regelmäßig ins Gelände gefahren. Ich ging in die Stallungen und begrüßte Dolly liebevoll. Keine zwei Minuten später tauchte meine Angestellte und Freundin Meg auf und ging mir zur Hand. Ich trainierte gerne mit der aufgeweckten jungen Frau, da sie nicht nur extrem wissbegierig sondern auch sehr begabt war. Meg's Traum war es zwar eigentlich Jockey zu werden, doch wir hatten gemeinsam beschlossen, dass es auf keinen Fall schaden konnte, wenn sie sich auch in den anderen Disziplinen auskannte. Wir machten das Stütchen in aller Ruhe fertig, legten ihr dann Gamaschen und einen Teil des Geschirrs an und führten sie anschließend nach draußen auf den Hof. Dort erwartete uns Samuel mit dem leichten Marathonwagen. Er würde uns als Sozius begleiten. Wir spannten Dolly an und Samuel holte auch noch Narnia aus dem Stall, die uns heute begleiten sollte. Allein im Gelände war Dolly nämlich noch sehr nervös. Meg und ich nahmen auf dem Kutschbock Platz und schon ging es auf ins Gelände. Die ersten Fahrten hatten wir geführt unternommen, doch das lag schon lange zurück. Dolly ließ sich noch immer sehr leicht ablenken und so manche Situation war nur dank der ruhigen Narnia ohne Schwierigkeiten ausgegangen. Die lief nämlich immer unerschütterlich vorwärts und zog Dolly ab und an ganz einfach mit. Ich genoss das schöne Wetter in vollen Zügen und trabte die Pferde auf einem Feldweg an. Sie liefen gesittet vorwärts und ich lobte sie mit meiner Stimme. Heute würden wir uns noch nicht dem Geländeparcours widmen, es ging erst einmal darum auf verschiedenen Untergründen zu fahren. Und natürlich stand auch ein breiter aber seichter Bachlauf an, den es zu durchqueren galt. Als der Bachlauf in Sicht kam und wir frontal darauf zufuhren, legte zu meiner großen Überraschung Dolly die Ohren flach an den Kopf. Eigentlich mochte die junge Stute Wasser sehr gerne. Ich parierte die Stuten zum Schritt durch und fuhr bis an den Rand des Baches. Dort stämmte Dolly die kleinen Hufe in den Boden, riss den Kopf hoch und bewegte sich dann keinen Milimeter mehr. "Hoppla, seit wann ist die denn wasserscheu?", fragte Samuel verwundert. Narnia versuchte dagegen begierig an das Wasser heranzukommen. Ich sprang vom Kutschbock, überließ Meg die Fahrleinen und ging nach vorn zu den Stuten. Dort kraulte ich Dolly beruhigend am Hals, bis die Stute den Kopf senkte. Nun führte ich sie Schritt für Schritt ins Wasser hinein. Mein Porzellanpüppchen war zwar nicht begeistert, folgte mir jedoch. Narnia hatte den Kopf hoch erhoben, die Ohren gespitzt und plantschte fröhlich durch das kühle Nass. Ich grinste. Die kleine Stute war eigentlich zu jeder Zeit ein wahrer Engel und zeigte sich auch heute von ihrer allerbesten Seite und ich war stolz auf sie. Wir durchquerten das Wasser noch einige Male, bis wir schließlich im Trab hindurchfahren konnten, ohne dass ich nebenher joggen musste. Nun stand ein kurzer spritziger Galopp auf einem ebenen Feldweg an, ehe wir zum Gestüt zurückfuhren. Somit war auch der Aufstieg in Klasse M des Fahrens gemeistert!

    Fahren M-S | 30. November 2018
    "Brian? Bist du soweit? Wir wollen los!", rief ich durch den Stall, während ich versuchte die American Miniature Horse Stute Porcelain Doll ruhig zu halten, die neben mir hertänzelte. Heute stand für das Püppchen nämlich der Aufstieg im Fahren auf Klasse S auf der Tagesordnung und ich wollte unbedingt jetzt loslegen, da ich heute noch eine Menge anderer Dinge zu erledigen hatte und dem Wetter Ende November auch nicht mehr so recht traute. Zum Glück hatte es zwar schon einmal geschneit, zwischenzeitlich aber wieder getaut, sodass wir ins Gelände fahren konnten. Brian war gerade beim Training mit einem seiner Schützlinge gewesen. Kurz durchzuckte mich ein Schmerz, weil ich an meine Angestellte und Freundin Meg dachte, die uns kürzlich verlassen hatte. Beim letzten Stufentraining mit Dolly war sie noch neben mir auf dem Kutschbock gesessen. Ich schüttelte den Kopf und versuchte die trüben Gedanken an Meg's Weggang zu verscheuchen. Porcelain Doll langweilte sich fürchterlich schnell und konnte dann auch mal recht biestig werden. "Noch zwei Minuten, dann komme ich!", schallte es da zurück. Ich nickte zufrieden und führte Dolly zur Kutsche. Donald, der uns heute begleiten würde, spannte zuerst Narnia an, die als moralische Unterstützung mitkommen würde und half mir anschließend mit Dolly. Im Fahren war dies nun erst einmal das letzte Abschlusstraining, danach wollte ich mit den Grand Prix Küren der Dressur weitermachen. Da meine Feenpferdchen aufgrund ihrer Größe nicht geritten wurden, fand dieses Training natürlich an der Hand statt. Als Brian aus dem Stall kam, war alles bereit zur Abfahrt und wir legten sofort los. Diesmal würden wir die richtige Geländestrecke nutzen, um die Pferde mit all den Aufgaben vertraut zu machen, die in einer Geländefahrprüfung auf sie zukommen konnten. Ich fuhr im Schritt vom Hof, ließ die Stütchen kurze Zeit später aber antraben. So erreichten wir den Beginn der Strecke recht flott. Donald holte die Stoppuhr aus seiner Tasche, überreichte sie Brian und diese drückte den Startknopf. Ich trieb Dolly und Narnia in den Galopp und wir preschten bis zur ersten Aufgabe vorwärts. Hier parierte ich die Stütchen wieder zum Trab durch, denn es ging um das Durchfahren von diversen Toren. Ich kannte den Weg durch dieses Labyrinth natürlich in und auswendig, immerhin hatte ich den Parcours entworfen. Doch für meine Stütchen war es etwas völlig neues. Daher lenkte ich sie beim ersten Mal langsamer durch die Tore hindurch, beim zweiten Mal legten wir schon einen flotten Trab hin. Anschließend folgte eine längere Galoppstrecke, die die Ausdauer der Pferde auf die Probe stellte. Allerdings hatte ich daran hart mit Dolly gearbeitet und Narnia stand sowieso schon wesentlich länger in gutem Training, sodass sie danach immer noch frisch vorwärts liefen. Nun ging es über eine rießige Holzbrücke - über diese konnte ich sogar mit einem Vierspänner bestehend nur aus Großpferden fahren, daher wirkten die winzigen Stütchen auf ihr ein wenig verloren. Die beiden Wasser die es zu durchfahren gab stellten mittlerweile auch kein Problem mehr dar und so machten wir uns bald darauf im Schritt auf den Weg zum Gestüt zurück. Ich war unglaublich stolz auf meine beiden Damen und plante im Kopf bereits das weitergehende Dressurtraining mit meinem Püppchen.

    Dressur S-S* | 31. Dezember 2018
    Bibbernd lief ich hinüber zu den Stallungen. Es war mittlerweile schon wieder Ende Dezember und der Winter hielt uns mit seinen eisigen Klauen im Griff. Heute war wieder einmal mein American Miniature Horse Stütchen Porcelain Doll mit einem Abschlusstraining an der Reihe. Wir hatten Monate lang mit ihr an der Dressur gearbeitet, da der Aufstieg in Klasse S* doch einiges erforderte. Zwar kamen keine neuen Lektionen mehr hinzu, doch die bisher schon gelernten mussten perfektioniert und verfeinert werden. Das galt selbstverständlich auch für den Grad der Versammlung, die Verstärkung und allgemein einfach für die Grundgangarten eines jeden Pferdes. Während ich beim Fahrtraining immer Unterstützung gebraucht hatte, konnte ich das Dressurtraining nun wieder alleine abhalten. Ich schlüpfte in Dolly's Box und begrüßte das kleine Stütchen mit einem Stück Möhre. Nachdem ich das Fell der Porzellanscheckin auf Hochglanz gebürstet, die kleinen Hufe ausgekratzt und Mähne und Schweif verlesen hatte, legte ich Dolly Bandagen an, den Longiergurt und die Trense. Dann schnallte ich einen Langzügel in den Trensenring, den anderen hielt ich zusammengerollt in der Hand. Ich führte das Porzellanpüppchen hinüber zur Reithalle und wärmte sie zuallererst im Schritt und Trab ordentlich auf. Ich ließ Dolly auch kurz auf beiden Händen galoppieren, damit das junge Stütchen ein wenig überschüssige Energie loswerden konnte. Wir begannen nun mit den diversen Gangarten und ich fragte sie jeweils versammelt, verstärkt, im Arbeits- und Mitteltempo ab. Dolly schienen die vielen und rasch aufeinanderfolgenden Tempowechsel nicht sehr zu gefallen, doch schließlich gab sie im Genick nach und zeigte die Gänge, die ich so sehr an ihr liebte. Weiter ging es mit dem geschlossenen Halt aus dem Trab, dem Galopp und der Passage. Das Püppchen arbeitete toll mit und so konnte ich schon bald mit den Seitengängen fortfahren. Dies waren Schulterherein, Renvers, Travers und die Traversale. Letztere fragte ich einfach, doppelt und im Zick-Zack ab. Zu guter letzt übten wir noch einige Übergänge von Passage zur Piaffe. Anschließend holte ich Dolly zu mir, führte sie ein wenig durch die Halle und lobte sie ausgiebig. Nun war das Training meines Püppchens erst einmal abgeschlossen und ein Stutbuchwettbewerb stand an. Im nächsten Jahr würde sich vielleicht endlich mein Traum von einem Fohlen aus ihr und meinem gekörten Hengst Rumpelstielzchen erfüllen!

    Die Kür
    "Last but not least....", grinste ich, als ich Dolly von meinem Trainer Brian übernahm. Die kleine American Miniature Horse Stute plusterte sich auf, wölbte den schlanken Hals und giftete zu einer großen Rappstute hinüber. Ich lachte. "Dolly, du bist wie diese kleinen, aggressiven Terrier, die sich immer mit Stärkeren anlegen müssen.", sagte ich, während ich ein Zöpfchen richtete, aus dem sich ein paar flachsblonde Haare gelöst hatten. Das Scheckstütchen ließ sich die Berührung nur kurz gefallen, dann wirbelte es herum, um der Rappstute hinterher zu wiehern. Diese nahm natürlich nicht einmal Notiz von meiner verrückten Diva. Da Dolly sich so aufspielte, war ich sehr froh, als unsere Startnummer aufgerufen wurde und das Stütchen etwas Ablenkung bekam. Ich schnalzte mit der Zunge und führte Dolly im Trab in die Halle. Das Ministütchen wuselte neben mir her. Reiten konnte ich Porcelain Doll selbstverständlich nicht, aber das brachte Abwechslung in diesen - für mich- doch sehr anstrengenden Tag. Als ich Dolly bei X zum Halten durchparierte und die Richter grüßte, musste ich mir ein Grinsen verkneifen. Die hatten bestimmt langsam die Nase voll von meinem Anblick. Da Dolly klassisch ausgebildet war, trug ich nun wieder weiße Hosen und einen Frack. Ich trabte mit Dolly an der Hand an und führte sie um die Bahn. Nun zeigten wir an beiden langen Seiten doppelte Schlangenlinien, bevor wir mit einem aus der Ecke kehrt die Hand wechselten und dazu übergingen, an den langen Seiten Dolly's Trabverstärkungen zu präsentieren. Die kleine Stute hatte sehr schöne Gänge und in diesem Moment konzentrierte sie sich zum Glück auch auf ihre Aufgabe. Dolly konnte ein Biest sein, aber sie war auch eine echte Diva, die es liebte, sich vor Publikum zu zeigen. Das kam mir in solchen Momenten natürlich sehr zugute. Ich wendete mit Dolly auf den Zirkel ab und ließ die kleine Scheckstute angaloppieren. Da Dolly so klein war, konnte ich mich ganz gut neben ihr halten, wobei ich die letzten Wochen hart für diesen Tag trainiert hatte. Wir wechselten durch die ganze Bahn und Dolly machte auf mein Kommando hin einen fliegenden Wechsel, ca eine Pferdelänge bevor wir den Hufschlag erreichten. Auch auf dieser Hand führte ich Dolly im Zirkel, da die Richter so ihre schöne bergauf Galoppade gut beurteilen konnten und ich das Mini-Pferdchen nicht die ganze Zeit verdeckte. Bei A parierte ich Dolly zum Halten durch, atmete einmal tief durch und führte sie im Schritt an. Nun hatten wir es fast geschafft und ich konnte ein wenig verschnaufen. Ich führte Dolly in Volten an der langen Seite entlang und wechselte dann im starken Schritt durch die ganze Bahn, bevor wir bei A auf die Mittellinie abwendeten und bei X zum finalen, letzten, endgültigen Halten kamen. Ich verabschiedete mich mit einem Gruß von den Richtern und war zwar unendlich stolz auf meine drei fleißigen Stuten, aber auch ziemlich erledigt und froh, dass dieser Tag vorüber war.
    [2950 Zeichen | geprüft mit lettercount.com | von Sammy]
     
  10. Cascar

    Cascar Bekanntes Mitglied

    Cascar Winterscape (Ann England)
    Devrienterreuth

    devri_neu_zuchthg.png

    Steckbrief

    Stallinterne Informationen
    _________________________________

    Zuchtname des Pferdes: Devrienterreuth
    Rufname(n): Devri
    Besitzer: Ruby Cearns
    Reitweise: Rennen / Klassisch
    Vorbesitzer: Canyon
    Vorkaufsrecht: Cascar

    Tierarzt: Eddi Caen
    Hufschmied:
    Ausbilder: Ruby Cearns
    Reitbeteiligung:

    Stall: Stutenstall
    Weide: im Gelände liegende Koppeln
    Einstreu: Stroh
    Futter: Heu, Saftfutter;
    Kraftfutter 2x täglich
    Anmerkungen:
    Portrait:


    Abstammung
    _________________________________



    Von: His Name Is Reuth
    Racing Honesty x Elend HR

    Aus der: Damascus
    Roganus x Diklamax

    Zur Zucht zugelassen:

    Züchter: unb.
    Eingetragene Zucht:
    Akhal Teke Breeding Association (ATBA)
    / Wintercape Stables (WCS)
    Gencode: n. g.
    Vererbung: n. g.
    Nachkommen:


    Exterieur
    _________________________________

    Geschlecht: Stute (weiblich)
    Geburtsdatum: 22.12.2012
    Rasse: Achal Tekkiner
    Herkunft: England

    Stockmaß/Endmaß: 166 cm
    Art: Pferd
    Typ: Vollblut

    Fellfarbe: Buckskin
    Langhaar: dunkelgrau
    Abzeichen:
    Sonstige Erkennungsmerkmale: fellfarblich
    mit großem Schwarzanteil / sehr dunkler
    Buckskin; lange Narbe auf der Innenseite
    des rechten Vorderbeins, Brandzeichen
    des WCS hinten links


    Interieur
    _________________________________


    freundlich ◆◆ bösartig


    introvertiert ◆◆◆◆ extrovertiert

    intelligent ◆ unintelligent

    selbstbewusst ◆◆◆ unsicher

    sozial ◆◆ unsozial

    nervös ◆◆◆◆ beständig

    ausgeglichen ◆◆ unausgeglichen

    temperamentvoll ◆◆ ruhig

    aufmerksam ◆◆◆◆ unaufmerksam

    streitlustig ◆ friedlich

    naiv ◆ dominant

    loyal ◆◆◆ untreu

    arbeitsfreudig ◆◆◆ faul

    geduldig ◆◆◆ ungeduldig


    Charakterbeschreibung: Devrienterreuth ist ein Vollblut durch und durch - klug,
    temperamentvoll, unabhängig und schnell. Die Stute vereint so beinahe alle Eigenschaften,
    die ein Achal Tekkiner haben sollte.
    Dennoch ist "Devri" mit Vorsicht zu genießen: Sie stellt Anfänger gern auf die Probe und nutzt
    die Unachtsamkeit ihres Reiters aus. Findet sie einen Menschen, der ihr ebenbürtig ist, entsteht
    zwischen den Beiden eine unaussprechliche Freundschaft, die aber von ihrer Seite niemals auf
    Vertrauen beruht - die Stute arbeitet stets und ausschließlich für sich selbst. Man kann sagen, sie
    "nimmt den Reiter mit" und präsentiert sich dabei lernwillig und leistungsbereit.

    Geschichte: Devrienterreuth stammt von einem Tekkinergestüt in England, wo sie hauptsächlich
    für das Rennen gezogen wurde. Mit zwei Jahren wurde sie allerdings aufgrund ihres
    unberechenbaren Charakters verkauft und gelangte so nach Neuseeland, in die WCS. Kurzzeitig
    reiste sie von dort nach Norwegen, ist aber seit 2017 wieder am anderen Ende der Welt. Ruby
    Cearns nahm die Stute da persönlich auf, verunglückte aber kurz darauf bei einem
    Pferderennen schwer. Devrienterreuth und auch Ruby, die seitdem im Rollstuhl
    sitzt, befinden sich derzeit auf dem Weg der Besserung.


    Qualifizierungen & Erfolge
    _________________________________


    Eignung: Distanz, Galopprennen

    Springen: E A L
    Military: E A L
    Western:
    Distanz: E A L M S S* S**

    Galopprennen: E A L x
    Fahren:

    Dressur: E A L M
    Gangreiten:
    Wendigkeit: E A L M S

    Turnierbedingter Aufstieg | Trainingsaufstieg | Potential


    Auszeichnungen:

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    3. Platz; 294. Galopprennen | 1. Platz; 267. Distanzturnier
    3. Platz; 488. Dressurturnier | 1. Platz; 490. Dressurturnier
    2. Platz; 491. Dressurturnier | 2. Platz; 240. Synchronspringen
    1. Platz; 241. Synchronspringen | 2. Platz; 494. Dressurturnier
    1. Platz; 495. Dressurturnier | 1. Platz; 244. Synchronspringen
    2. Platz; 545. Dressurturnier | 2. Platz; 546. Springturnier
    1. Platz; 395. Distanzturnier


    Ausbildungsstand
    _________________________________


    Fohlen ABC:
    Longiert:
    Eingeritten:
    Eingefahren:

    Beurteilung: Die Grundlagen beherrscht Devri sicher;
    sie arbeitet generell recht konzentriert.

    Gelassenheitstraining:
    Hindernisgewöhnung:
    Hängergewöhnung:
    Startboxgewöhnung:

    Roundpen: muss beschäftigt werden
    Reitplatz/Reithalle: ntwickelt bei Unterforderung Marotten;
    viele Bahnfiguren, Stangenarbeit, Abwechslung notwendig
    Gelände: liebt die Geschwindigkeit; bleibt nicht
    zwingend bei der Gruppe


    Gesundheitszustand
    _________________________________

    Gechippt:
    Geimpft:
    Bekannte Krankheiten:
    Anmerkungen: Zurzeit aufgrund der verheilenden
    OP-Narbe am rechten Vorderbein nicht im
    Training / Physiotherapie & Schwimmen

    Hufzustand: annehmbar
    Prüfstand:
    Beschlag vorn:
    Beschlag hinten:
    Anmerkungen: etwas lange Hufe,
    nicht beschlagen

    Trainingsberichte (4)

    Rennen (A/L) (Cascar)
    Der Tag ist entsetzlich warm, selbst um sieben Uhr morgens. Trotzdem fällt es mir ziemlich leicht, die zierlichen Reitstiefel, die ich ausgesprochen gern benutze, wenn es um meine Tekken geht, anzuziehen und das Haus zu verlassen. Auch im Stall bin ich die erste, also beginne ich ohne Umschweife mit dem Füttern der Pferde. Nach dem gestrigen Aussortieren zur Sommerweide ist es hier drin deutlich ruhiger und ich lasse mir Zeit. Gegen halb acht treffen dann Olli, Marc, Maria und zu meiner Freude die neuen Besitzer von Devri, Diego und Rubi, ein. Die letzteren sind Geschwister, ehemalig auf das Training von Rennpferden spezialisiert und seit kurzem mit auf dem Hof. Als Ausbilder. „Morgeen.“, grüßt als erster Oliver, bevor er sich einmal durch die blonden Haare fährt und dann Himmi den grauen Schopf krault. Ich grinse, erwidere den Gruß und zeige dann den Geschwistern die Box ihrer Stute. Sie haben die Liebe bisher erst ein- zweimal gesehen und begutachten die imposante Falbin einmal mehr neugierig. Farblich passen Pferd und Reiter gut zusammen: Diego hat rotes Haar, das er beim Frisör fesch hat schneiden lassen. So sieht man ihm seine knapp vierzig Jahre kaum an. Auch Rubi scheint noch jung, ich weiß, sie ist mitte dreißig, aber ihre Augen glänzen und das dunkelbraune Haar ist stark.

    „Du musst zu Feuerzauber!“, rufe ich kurzerhand Marc zu, der daraufhin auf den Hacken umkehrt und, wie ich annehme, zum Turnierstall läuft. Ich habe dann endlich Zeit für Dizzy, den Maria soeben aufgehalftert und aus der Box geführt hat. Der (leider sehr dreckige) Rappe ist mein heutiges Pferd und weil Maria nichts zu tun hat, hilft sie mir beim Putzen und Satteln. Mit Diego haben wir eine neue Trainingsmethode für unsere Galopper entwickelt. Diese baut deutlich mehr auf Kondition und den Ehrgeiz unserer Hottas.

    Vierzig Minuten später reiten wir über Trainingsmethoden und Turniererfolge redend vom Hof, hintereinander, geradewegs in den Wald. Maria ist im Stall und mistet aus.



    Dizzy läuft von Anfang an entspannt, obwohl er zu merken scheint, dass wir einen Ausritt machen und er vermutlich irgendwann galoppieren kann. Das führt dazu, dass er schon bald vor heimlicher Aufregung seine Beine nicht mehr koordiniert bekommt und auffällig oft stolpern. Ich versuche das mit einem Grinsen zu ignorieren und beteilige mich am Gespräch. „Wo ist eigentlich Kazoom?“, fragt Diego. „Draußen, auf der Sommerweide. Der hat Pause.“, klinke ich mich rasch ein. „Ach, das funktioniert? Ist er dann im Herbst nicht total lahm?“, mutmaßt Diego, aber Marc beruhigt sie: „Im Gegenteil, der ist dann nicht mehr so ausgelaugt und hat massenhaft Energie. Wie wir nach einem Urlaub. Olli, lass uns traben, Feuerzauber ist schon genervt.“ Oliver lässt sich nicht zweimal bitten und treibt Himmi in den Trab, der Dizzy eher zum Galopp reizt. Mit einem Satz springt der Rappe an und ich habe Mühe, ihn vor Devri und Feuerzauber durchzuparieren. Schließlich lache ich und lasse den Lieben laufen. Warm ist er ja, passieren kann von der Seite nichts.

    Und da haben wir es schon, das Wettrennen. Es dauert keine Minute und die vier Pferde setzen sich gegenseitig unter Druck, wir blockieren den, glücklicherweise leeren, Waldweg total. Erst als der See nach geschlagenen zehn Minuten in Sicht kommt, pariere ich ernsthaft durch. Distraction keucht und sein Hals ist feucht, aber er ist merklich ausgeglichener. Genüsslich streckt er den Hals, während wir am Ufer entlangreiten. „Lasst' durch's Wasser gehen!“, ruft Diego von weiter hinten. Ich nicke, obwohl ich nicht weiß, ob er das sehen kann und lenke mein Pferd über den feinen, weißen Sand Richtung Sonne und Wasser. Dizzy spitzt die Ohren und watet dann beinahe ohne zu zögern in das kühle Nass. Uns folgen Marc und Feuerzauber und etwas unbegeisterter Diego und Devri. Olli bekommt Himmi derweil nichtmal in unsere Nähe, sodass er absteigt und der Stute schonend beibringt, dass so viel Wasser eigentlich klasse für sie ist.



    Nach unserem Ausflug kehren wir ausgehungert auf den Hof zurück, wo wir unsere Pferde auf die Weide bringen und tatsächlich noch vor dem Frühstück die Boxen ausmisten. In der Konstellation sehen wir uns erst am folgenden Tag wieder, an dem wir den Hühs die Startboxen zeigen und eben speziell den Start und das darauf folgende Lenken auf die Innenbahn üben. Einzeln. Es stehen jedes Mal drei bis vier Ausbilder neben Reiter und Pferd und bewerten Taktik und Zusammenspiel. Gegen meine Erwartungen klappt das ziemlich gut und schafft vor allem eine entspannte Atmosphäre. Am dritten Tag werden unsere vier Schützlinge dann nur im Schritt und Trab longiert und ein kleiner Ausritt im Trab zum See stärkt die Bindung und fördert die Ausdauer.

    So kommt es, dass wir eines schönen Sonntags mit dem LKW und vier antrainierten Pferden auf die A

    uckland Rennbahn fahren. Der Himmel ist von grauen Wolken bedeckt, sodass die Temperaturen echt „nur“ knapp die 25°C erreichen. Gut, dass wir keine S-Galopper haben, da ist so eine Qualifikation schnell geschafft.

    Tatsächlich soll es aber nicht so problemlos gehen: Distraction ist hibbelig ohne Ende, als würde er wissen, wie die Bahn aussieht. Das legt sich keinesfalls, als Maria uns in die Startbox bringt und Dad den Start über die Lautsprecher ansagt. Ich bin tatsächlich heilfroh, als sich die Tore öffnen und die ganze Energie aus meinem Pferd herausbricht. Ich keuche auf, als die Zügel straff werden und der Rappe Gas gibt. Wir kommen gut weg, die innere Spur gehört von Anfang an uns. Bisher führen wir, aber ich will mich nicht umdrehen, das bremst nur. Deshalb höre ich am Schnaufen, wie Olliver mit Himmi von hinten an uns anschließt und … überholt. Mit angenommenen Zügeln und einem vergleichsweise schweren Jockey zieht die Graue an uns vorbei, ihre Augen sind starr auf die Bahn zu ihrer Rechten und Linken gerichtet. Ich lächle gegen den zerrenden Wind, lasse alle Vorsicht gehen und gebe Dizzy die Zügel vor. Daraufhin wird der Hengst zum einen schneller, zum anderen trudelt er und zieht mehr in die Mitte. Die Kurve liegt hinter uns, ich muss mich darum also nicht zwingend kümmern. Trotzdem gibt es einen gewissen Wegverlust, den Diego genau im richtigen Moment nutzt, um innen an uns vorbeizuziehen. Auch Devri befindet sich im Sprint, von Feuerzauber bekomme ich anschließend nichts mit; ich treibe Dizzy mit meiner Stimme und mit meinen Schenkeln, mache mich auf seinem Rücken so flach wie möglich und … wir passieren die Ziellinie als Dritte. Logisch.



    Die Reuther sind geborene Läufer, von Himmi reden wir nicht, sie könnte heute problemlos auf das M gesetzt werden. Devri hat indes gerade so ihr L geschafft und Feuerzauber und wir hier haben ein lockeres A. So können wir gegen Abend beruhigt nach hause fahren und unsere Pferde versorgen. Der Sommer hat begonnen und mich packt eine seltsame Euphorie. Das Wissen, dass diese Pferde hier sehr groß werden können.



    Distanz (E/A) (Canyon)

    Ich kannte Vuyo erst seit wenigen Tagen und trotzdem war er jetzt schon fest in unseren Trainingsplan verankert. Der schlanke und zierliche Afrikaner mit den krassen hellen Augen, war früher, bevor ihm ein Unfall die Möglichkeit genommen hatte, Jockey gewesen und hatte dann später in Reitschulen als Reitlehrer gearbeitet, bevor ihm dieser Job nicht mehr genügte und er sich bei uns als Trainer und Stallbursche bewarb.

    Ich mochte ihn seit dem ersten Augenblick und wusste, dass er gut zu dem kleinen Team passte. Er hatte sich außerdem dazu bereit erklärt, auch hin und wieder Reitunterricht für eventuelle Reitbeteiligungen zu geben und das hatte Charly ein breites Lächeln ins Gesicht gezaubert. Schon immer wollte sie auch jüngeren Menschen die Möglichkeit zum Reiten geben und jetzt mit Vuyo Ndour würde das vielleicht endlich möglich sein.

    Heute wollten Nico und ich ihn das erste Mal zu einem Distanztraining mitnehmen und ich als Trainer war gespannt, wie er sich so schlagen würde.

    Da Vuyo bereits viel Erfahrung mit Vollblütern hatte sammelte können, gab ich ihm eine unserer neuen Tekkenstuten in seine Hände. Raja war nicht nur überaus hübsch, sondern auch noch schlau und recht leicht zu handhaben und so glaubte ich, dass das Training ein purer Erfolg werden konnte.

    Wie immer würde ich meinen Óslogi reiten. Er war immer noch ein Traumpferd für mich und auch sein kleiner Gefährte Félagi würde später ein ganz großer werden, da war ich mir sicher.

    Lange hatte ich mit dem Gedanken gepfeilt ihn legen zu lassen, da ich ihm ein entspanntes Leben gönnen wollte, doch bis jetzt konnte ich mich dazu noch nicht durchringen.

    Für Nico blieb dann nur noch Adrenaline und auch wenn sie nur ein Trainingspferd war und es nicht mehr lange dauern würde, bis sie uns wieder verließ, hatte Nico, aber auch ich, einen Narren an ihr gefressen.

    Mal wieder packten wir die Trainingspferde in unsere Anhänger und fuhren, so wie wir es mittlerweile oft getan hatten, hinaus in die unbeschreiblich schöne Landschaft Norwegens.

    Ich hatte mir mittlerweile einige schöne Plätze notiert, an welchen wir gut unser kleines Lager aufbauen und auch gut starten konnten. Raja und Vuyo hatten heute wohl die wenigste Anzahl an Kilometern vor sich, während Nico und Line einiges zurücklegen würden. Ganze 65 Kilometer würden es für die beiden werden, weswegen Nico und ich bereits gestern Abend auf der ganzen Strecke Wasser versteckt hatten. So würden beide immer wieder an geeigneten Stellen Kraft schöpfen können, denn für beide würde es eine ganz schöne Anstrengung werden.

    An unserem Startplatz angekommen, luden wir die Pferde aus, sattelten diese und nahmen dann unsere Pulswerte, bevor wir uns für den Start bereit machten. Die letzten Wochen und Monate hatte ich mit meinem Óslogi Tag für Tag trainiert, auf dem Platz und im Gelände und so war ich mächtig stolz auf ihn, dass er mittlerweile erfolgreich auf A lief und mit dem heutigen Training seine Hufe auf die nächste Stufe setzen konnte. 35 Kilometer klangen nicht viel, doch für die kurzen Beinchen des Isländers war das eine ganz schöne Leistung.

    Nachdem wir alle startbereit waren, wünschten wir uns gegenseitig Glück und begannen den Ritt. Vuyo würde die komplette Strecke an meiner Seite bleiben, bevor ich ihn wieder hier absetzen und meinen Weg mit Óslogi alleine fortsetzen würde. Nico wollte mit Line alleine reiten, da er gerne seine Ruhe hatte und sich so besser konzentrieren konnte.

    Die ersten Meter legten wir erst einmal im Schritt zurück. Immerhin musste sich Vuyo an Raja gewöhnen und wir waren ja auch nicht auf einem Distanzturnier. Die Pferde brauchten nicht auch noch beim Training den Stress, den sie auf den Turnieren schon miterleben mussten. Nachdem sich Vuyo eingeritten hatte und auch die Pferde in der frischen Herbstluft langsam warm wurden, trabten wir an. Ich merkte jetzt schon, dass Raja und Óslogi nicht gerade die besten Trainingspartner waren, für nächsten Monat mussten wir uns dringend etwas anderes überlegen! Während Logi kurze und schnelle Trabschritte machte, streckte Raja einfach ihre langen Beine aus und schwebte geradezu durch die Luft. Aber so schlecht war das gar nicht, wenn die Pferde lernen mussten, auch auf andere zu achten.

    Unterwegs hatten Vuyo und ich endlich mal ausreichend Zeit uns besser kennenzulernen. Ich berichtete ihm von dem Leben auf der Tyrifjord Ranch, den Pferden und meiner Arbeit. Vuyo erzählte mir im Gegenzug von seinem Leben in Afrika, seiner Karriere als Jockey und seinem späteren Beruf als Reitlehrer. Und leider musste ich zugeben, dass ich ihn etwas beneidete, als er mir von seinen Weltreisen und vor allem Afrika berichtete, jedoch wusste ich trotzdem, dass ich für immer in Norwegen bleiben würde, denn hier war meine Heimat.

    Wir schafften es tatsächlich, die Hälfte der Strecke zu reiten ohne und zu verirren, auch wenn wir ohne Ende redeten. Zum Glück war der Regen in den letzten Tagen weniger geworden, sodass wir die meisten Teile der Strecke ohne Probleme traben konnten.

    An unserer Pausenstelle lagen mehrere verschlossene Eimer mit Wasser für die Pferde und Trinkflaschen für uns, auf welche wir vier uns gierig stürzten. Den Pferden nahmen wir wieder den Puls und ließen ihnen dann einige Minuten in Ruhe, bevor wir ein zweites Mal ihre Werte nahmen und kurz darauf unsere Reise fortsetzten.

    Für Vuyo war es nicht mehr weit, sodass ich ihn wenige Kilometer später wieder an unserem Startpunkt absetzte und die letzten 15 Kilometer alleine zurücklegte. Im flotten Trab, und an geeigneten Stellen galoppierte ich meinen Hengst an, ging es durch die unendliche Waldlandschaft von Norwegen. Ich liebte das Gelände und auch wenn ich meinen eigenen Gedanken nachhing, fragte ich mich hin und wieder, wo Nico und Adrenaline gerade waren. Fast das doppelte meiner Strecke mussten sie schaffen und würden deswegen nicht zurück zum Startplatz reiten, sondern gleich den ganzen Weg nach Hause zurück zum Tyrifjord.

    Nach etwa 2 ½ Stunde hatten Logi und ich es geschafft. Verschwitzt, aber dennoch zufrieden kamen wir auf der kleinen Lichtung an, auf welcher Vuyo Raja bereits ein kleines Paddock gebastelt hatte und nun die letzten warmen Sommerstrahlen genoss.

    Ich sprang von Óslogi ab, führte ihn sofort zu einem Wassereimer und ließ ihn trinken, bevor ich ihm den Sattel vom Rücken zog und ihm im Gegenzug eine Abschwitzdecke auf sein weiches Fell warf.

    Auch ihm gönnte ich noch ein paar ruhige Minuten, bevor es mit zwei Pferden, zwei Autos und zwei Anhängern zurück zur Ranch ging.

    Erstaunt musste ich feststellen, dass Nico mit Adrenaline bereits wieder auf dem Hof angekommen war, als Vuyo und ich die Gefährte auf den Parkplatz lenkten. Breit grinsend begrüßte uns Nico, während er Petyr dabei beobachtete, wie er sein Pferd am Waschplatz mit Wasser abspritzte.

    »Das nennt man mal schnell, ne?« meinte er, während er sich selbstlobend auf die Schulter klopfte. Auch wenn ich es ungerne tat, musste ich anerkennend nicken.

    Mal wieder hatten alle Trainingspferde das Distanztraining erfolgreich bestanden und durften von nun an eine Stufe höher laufen. Ein paar freie Tage hatten sie sich jetzt reichlich verdient!



    Dressur (E/A) (Cascar)

    "Aber das kannst du doch nicht machen! Hast du nicht gesehen, wie Spotti geschwitzt hat!?", Klage ich Alois an, doch insgeheim weiß ich, dass es zwecklos ist. "Cascar, zum einen ist das nicht deine Entscheidung, zum anderen brauchen wir wirklich einfach Hilfe mit den Pferden. Dass die alle nur auf der Koppel stehen willst du doch auch nicht!", wirft er ein und ich muss ihn wohl oder übel recht geben. "Wir können ja zusammen überlegen, wen die beiden Reiten.", sagt er weiter und beschwichtigt mich tatsächlich ein bisschen, mehr, als ich zugeben möchte. "Und ausgelernt haben die zwei ja auch noch nicht." - "Ja, aber dass man mit Ende dreißig noch seinen Reitstil ändert, wäre auch was neues.", schnaube ich. Alois lässt es darauf beruhen und wir verabschieden uns, während er mit Kira in Richtung eines Spazierganges strebt und ich mich auf den Weg zum Hauptstall mache. Ich habe viel vor und das wird mich ablenken, das spüre ich.
    Schon allein, weil ich heute mit Pferden und Disziplinen zu tun habe, denen ich sonst eher weniger begegne: Es geht um Dressurtraining und weil ich zweifelsfrei zugeben kann, dass das viele Menschen besser können als ich, treffe ich wenig später auf Ann. Sie ist zwar keine Ausbilderin, aber eine sehr gute Freundin und talentierte Dressurreiterin. Wir begrüßen uns also herzlich und weil ich so aufgewühlt bin, beginne ich ihr vom gestrigen, meiner Meinung nach eher schief gelaufenen, Springtraining zu erzählen. Sie hört aufmerksam zu, während sie CH's Unglück putzt und ich Devrienterreuth. Beide Stuten scheinen die Spannung in dem Gespräch zu spüren und stehen ganz still und ohne zu entlasten. Wir lassen uns trotzdem Zeit mit dem Satteln und Trensen und treffen schließlich wohlbehalten auf dem Reitplatz - auf Louis. Zu meinem Entsetzen longiert der nämlich dort keinen geringeren als Cherti. Er bringt es sogar noch fertig, ein freundliches "Hallo!", mit Akzent zu uns zu rufen. Mir sackt die Kinnlade ab, sodass mich Ann unauffällig in die Seite Boxen muss. Sie lässt sich nicht einschüchtern und sagt "Guten Tag!", zurück. Mir hat es die Sprache verschlagen. Ein bisschen wie gelähmt führe ich Devri warm, die ganz erquickt über ein bevorstehendes für sie (!) ist. "Ist das Louis oder Cedric?", fragt mich Ann dann. "Louis.", mühe ich mich ab. "Aber du hast doch gesagt, er ist nicht schlecht geritten, gestern.", fährt sie fort. "Ja, aber 'nicht schlecht' ist eben auch nicht 'gut'.", gebe ich finster zurück. "Ach komm schon!", neckt mich Ann. "Wer so gut aussieht, kann unmöglich nicht reiten." Und damit fragt sie Louis quer über den Platz, ob er nicht mit Cherti mit uns trainieren wolle.

    Mein erster Gedanke ist: Der arme Cherti. Doch ich muss wohl oder übel zugeben, dass ich Louis' Reitkünste wesentlich schlechter in Erinnerung habe, als er sich heute letztendlich präsentiert. Wie auf Celli gestern macht er auf dem Hengst einen souveränen Eindruck. Außerdem muss ich einfach sagen, dass ihm die Dressur wesentlich mehr liegt als das Springen.
    So viele Feinheiten bekomme ich dann aber doch nicht mit, denn es ist Devri, die heute unter mir läuft. Die Stute ist nun, nach knapp einem halben Jahr, wieder genesen. Ruby, ihre offizielle Besitzerin, die allerdings immer noch nicht wieder auf dem Hofgelände aufgetaucht ist, hat nicht so viel Glück gehabt: Seit dem verhängnisvollen Sturz auf der Rennbahn sitzt sie bis heute im Rollstuhl. Sie meldet sich nicht mehr, aber ich habe ihr im Namen meiner Familie eine Weihnachtskarte geschrieben.
    Devri aber ist ja nun wieder fit, das haben die OP, viel Physiotherapie und Schwimmtraining gebracht. Rennen läuft die Liebe zwar nie wieder, aber immerhin ist sie seit einigen Wochen in der Lage, weder einen Reiter zu tragen. Wir haben vorher schon viel an der Longe gemacht und jetzt sind wir auf einem Stand, auf dem die Stute gute Muskeln hat, sich selbst trägt und bereitwillig dehnt. Auch heute geht sie bereitwillig in einer feinen Anlehnung und lässt sich problemlos in den Grundgangarten reiten. Sogar das verlängern der Schritte im Trab, wie wir es die letzten Tage geübt haben, klappt auf Anhieb. Was mein Pferd ja noch nicht weiß, ist, dass ich heute auf sie einen kleinen Attentat vorhabe: Lektionen der A-Dressur.
    Ich sehe zu Ann hinüber und sie lächelt mir aufmunternd zu. Sie Reiter ja CH's Unglück, mit der ja lange so wirklich gar nichts gemacht würde. Auf dem WCS haben wir quasi sämtliche ihrer Muskeln restauriert. Jetzt läuft dienliche mehr im Reitunterricht, sondern soll mit ihrem mittleren Alter auch dich nochmal einige Turniere gehen - sportlich und ausnahmslos hübsch ist sie ja. Im Unterschied zu Devri steht sie allerdings nicht anz so gut im Training, weshalb Ann noch hin und wieder Mühe hat, Unglück daran zu hindern, sich aus der Anlehnung zu heben. Da hilft nur Beschäftigung und so üben wir zu viert ganz unauffällig Bahnfiguren, die auch bei einer A-Dressur eine große Rolle spielen. Ganz besonders sind das Handwechsel und Volten.
    Louis und Cherti machen während der Zeit ihr eigenes Ding. Der Hengst schielt zwar ab und an neugierig zu den Stuten, wendet seine sichelförmigen Ohren dann aber doch wieder seinem Reiter zu und scheint auch insgesamt ganz gut zu machen. Sogar der Mittelschritt klappt ganz augenscheinlich. Mit dem haben Ann und ich so unsere Probleme. Beide Stuten, zierlich wie sie sind, laufen nicht so gerne über den Rücken und es verlangt mir auch konditionell so einiges ab, Devri in die gewünschte Haltung zu manövrieren. Nachdem das schlaue Mädchen das aber einmal verstanden hat, klappt es zunehmend besser. Auch Anns Geduld zahlt sich aus, zumindest nachdem sie eine durchgehende Unglück einmal gebremst und nicht ohne Strenge beruhigt hat.
    So kommen schließlich alle Pferde und Reiter zum Mittelgalopp, der meiner Meinung nach wesentlich einfacher zu erreichen ist, als der Mittelschritt. Ob das auch auf ehemaliges Rennpferd zutrifft, bleibt wohl abzuwarten.
    Cherti und Louis schlagen sich zuerst einmal ganz gut, auch wenn er Hengst mit jedem Schritt seine Intelligenz klar macht: Sobald Louis nicht ganz aufmerksam ist, lässt er sich ein bisschen gehen, aber man sieht auch, dass der Schecke das Prinzip sehr wohl verstanden hat.
    Die beiden Vollblutstuten sind da um einiges zäher. CH's Unglück mit ihrer Neigung, die Anlehnung zu verlassen, muss von Ann ganz schön gearbeitet werden, bis sie weich und ausgelastet genug ist, um im Galopp ordentlich unterzutreten und über den Rücken zu schwingen. Ähnlich verhält es sich mit Devri, die im ersten Moment total auf Tempo schaltet und deshalb einen sehr flachen Galopp präsentiert. Mit viel Mühe, Geduld und Fingerspitzengefühl gelingt es mir aber schließlich auch bei ihr, den Mittelgalopp zu absolvieren. Danach üben wir alle noch ein bisschen unabhängig voneinander die Lektionen aus der E-Dressur wie Schenkelweichen und die Arbeitstempi der Gangarten.
    Nach insgesamt zwei Stunden sind alle im wahrsten Sinn fix und fertig. Trotzdem lief das Training so gut, dass ich es schaffe, einen zähen Abschiedgruß an Louis über die Lippen zu bekommen, bevor wir nach einigen Schrittrunden mit gelockertem Sattelgurt den Reitplatz verlassen. Es wird ja auch langsam dunkel.

    Springen (E/A) (Cascar)
    Es ist eine Anfängerspringstunde, die mit dem Longieren und Warmreiten über Trabstangen und Cavalettis beginnt. Ich habe mir bei einem wolkenverhangenem Himmel, rauen Temperaturen und hin und wieder viel Nieselregen viel vorgenommen - gleich drei Pferde reite ich heute im Parcours. Ganz nach dem Motto - die Wintermonate müssen genutzt werden, um im Sommer in Form zu sein. Okay, ganz so eng würde ich es dann doch nicht sehen, immerhin sind zwei meiner Stuten nachweislich keine Springpferde. In diesem Fall freut es mich einfach nur, Pferde zu reiten, die Spaß an dem Gehüpfe haben.
    In diesem Sinne sattle ich als erstes Omega. Die Liebe ist anhänglicher denn je und gibt sich - wie eigentlich immer - alle Mühe, gerät aber an der Longe hin und wieder ins Stolpern. Unter dem Sattel macht sie sich dafür sehr fein - sie vertraut ganz auf mich und meine Hilfen, lässt sich bereitwillig an den Zügel stellen und verkürzt und verlängert die Tritte auf Nachfrage sowohl im Trab, als auch im Galopp.
    Sie kennt Hindernisse eigentlich. Umso überraschter bin ich, als Oma zu Beginn zögert und ich sie doch sehr bestärken muss, damit sie über die bunten Stangen setzt. Danach aber scheint das Eis gebrochen und mit einer unheimlichen Kooperationsbereitschaft lässt sie sich durch den Parcours navigieren. Daraufhin steige ich ab, lasse Omega in der Mitte der Halle stehen (als Westernpferd bleibt die natürlich auch da) und stocke die Hindernisse und Kombinationen auf A-Höhe auf. Anschließend sitze ich wieder auf.
    Omega scheint verwirrt - die Sprünge sehen nicht sehr viel schlimmer aus, aber sie streckt sich, um die Stangen nicht zu streifen. Ich stelle mir vor, wie die Stute vom Boden aus aussehen muss und das Bild ist eigentlich ganz hübsch - nur eben nicht sehr gewaltig, wie man es sich von einem Springpferd wünschen würde. Aber das macht nichts. Dass Omas Qualitäten woanders liegen, weiß ich.
    Für diese Tatsache legt sie jede Menge Vertrauen und Mut an den Tag. Einmal macht sie sogar einen übermütigen Bocksprung, nachdem wir gelandet sind. Ich muss grinsen, pariere durch und klopfe ihren Hals. Ein A-Springen wäre mit ihr kein Problem. Dass sie so viel höher springt, als eigentlich nötig, ist typisch für junge Pferde und das wird sich sicherlich mit der Zeit geben.
    So kommt es, dass ich meine Liebe trockenreite, am langen Zügel, und schließlich im Stall bei Stani gegen Devrienterreuth tausche. Diese Dame spitzt sogleich die Ohren, als wir den Reitplatz betreten. Es hat wieder angefangen zu regnen und ich nehme mir die Zeit, Devri die bunten Holzbalken zu zeigen. Auch sie ist mit solchen Bauten vertraut und schnaubt schon beim Longieren zufrieden. Trabstangen kennt sie aber auch sehr gut aus dem Dressurtraining und tippelt bravourös und geübt darüber.
    Man könnte meinen, Sprungkombinationen sind nur eine kleine Erweiterung ebendieser Übung, wenn man Devri reitet - leichtfüßig bringt uns die Stute über die Hindernisse und hat jede Menge Spaß daran. Ich habe viel Grund zum Loben - auch auf der neuen Höhe! Letztendlich pariere ich nur widerwillig durch, weil ich ihr einst verletztes Bein nicht überlasten möchte.

    Die Letzte im Bunde ist Taste of Desire. Die junge Rappstute hat unter dem Sattel gewaltige Fortschritte gemacht. Sie kennt die Grundlagen der Dressur und des Springens, kaut vorbildlich am Gebiss und weiß, dass von ihr eine Anlehnung erwartet wird … daran arbeiten wir zugegebenermaßen noch, aber genau darum geht es ja in der Ausbildung.
    Am Sprung zeigt sie so viel Ehrgeiz wie ihr Vater! Und auch Eigenständigkeit und Souveränität, die weit über ihren Ausbildungsstand hinausreichen. Spaßeshalber reite ich sie am losen Zügel an einen Sprung und sie passt ihre Galoppsprünge selbstständig an, landet perfekt und sauber auf der anderen Seite. Der Unterschied zwischen meinen Buckskins und der Rappstute ist an dieser Stelle deutlich zu merken - Tasty hat es im Blut und sie liebt es. Die A-Höhe ist kein Problem, spaßeshalber stelle ich zwei Hindernisse auf L-Höhe und verändere eine Kombination so, dass stets nur ein Galoppsprünge zwischen den Hindernissen notwendig ist. Tasty schnaubt hitzig, als wir die Stangen anreiten, im letzten Moment konzentriert sie sich dann aber und schlängelt sich wortwörtlich durch den Parcours. Die Sprünge auf L-Höhe nimmt sie dabei unbemerkt genau so fehlerfrei mit, wie alle anderen.
    Am Ende sind wir beide außer Atem und ich sehr glücklich - was für ein Pferd! Ich kann es kaum erwarten, die Stute mit auf's Turnier zu nehmen! Dass sie aus unserer eigenen Zucht stammt, macht es nur noch besser.
    Insgeheim sehe ich sie schon als Vertreterin Neuseelands im nächsten Jolympia …

    Die Kür

    Ich klopfe Devrienterreuth den goldenen Hals, während Ann sich im Sattel
    zurechtsetzt, die Zügel sortiert (es sind schließlich vier!) und den Zylinder geraderückt.
    Dann lächelt sie mir zu. Ich glaube, eine Spur Nervosität in ihrer Miene zu erkennen,
    aber ich sage nichts. Ann hat Yacedor letzte Woche auf der Körung vorgestellt,
    da mache ich mir um sie keine Sorgen. Außerdem ist Devri gut vorbereitet,
    zwar gerade ein bisschen hibbelig, aber wer wäre das denn schon nicht,
    vor einem Auftritt vor mehr als 80 Personen!?
    Schließlich wird die Startnummer 34 aufgerufen, ich höre Ann tief durchatmen,
    dann treibt sie die Stute aus dem Schatten in die hellerleuchtete Arena.
    Bei X hält sie aus dem Trab und grüßt die Richter - blind vom Scheinwerferlicht,
    wie ich sehe, denn die Zielpersonen sitzen etwas erhöht auf einem Podest
    und die Reiterin sieht nicht auf. Ich schmunzle und beobachte die sorgfältig
    erarbeitete Kür von meiner Position hinter dem Eingang. Ann treibt die Stute
    sachte auf die ganze Bahn und da in einen Mitteltrab. Es geht auf einen Zirkel
    bei C und anschließend wechselt sie aus dem Zirkel und präsentiert so den
    Mitteltrab auf der linken Hand. Nach einem Wechsel durch die ganze Bahn
    pariert das Paar bei A zum Schritt durch, wechselt in derselben Gangart
    durch die Hälfte der Bahn und galoppiert anschließend - wieder bei A - an.
    Devrienterreuth springt in den Außengalopp. Natürlich.
    Aber Ann erinnert die Stute sachte mit dem äußeren Schenkel an die Biegung,
    die sie absolvieren sollte, und die Stute springt um. Trotzdem wechselt Ann im Trab die Hand,
    bevor sie den Innengalopp auf dieser Hand auch noch einmal vorführt.
    Zuletzt gibt sie der jungen Stute die Zügel vor, sodass Devri mit dem Kopf Schwung
    holen und auf einer langen Seite einen kurzen, waghalsigen Renngalopp präsentieren kann.
    An ihre Vergangenheit muss an einem Tag wie heute ja nun auch erinnert werden!
    Schließelich findet sich das schillernde Paar wieder bei X ein und verabschiedet die Richter.
    Ann wendet ihr Pferd und ich empfange sie am Ausgang mit dem Führstrick.
    Noch im Gehen beglückwünsche ich Ann ganz herzlich und Devrienterreuth streichle
    ich lobend über die Stirn.

    2170 Zeichen | zeichenzaehler.de | (c) Cascar

    devri_koerungsbild.png
     
  11. Auguri

    Auguri Mitglied

    Betty Goldstein
    mit
    The Unwritten Performance


    [​IMG]

    Steckbrief
    • The Unwritten Performance

      von: Trink auf's Leben
      Trinkbold x Lebenslust

      aus der: Unwritten
      Malibu x Lovely Letter
      •◆ —————————————————————————————————— ◆•
      Grundinformationen

      Geburtsjahr: 2009
      Alter: 10 Jahre
      Geschlecht: Stute
      Rasse: Hannoveraner (75%) x Pinto (25%)
      Stockmaß: 178 cm
      Deckhaar: Blue Roan
      Abzeichen: --


      Besitzer: Auguri
      Vorbesitzer: Edfriend
      Ersteller/Züchter: sweetvelvetrose
      Um-/Großgemalt von: --
      VKR: Edfirend


      Pfleger: --
      Reitbeteiligung: --


      Kaufpreis: 250
      verkäuflich [✗]
      Verkaufspreis: n. v.

      •◆ —————————————————————————————————— ◆•
      Beschreibung
      ausdrucksstark, gelassen, treu
      Uni ist ein richtiges Arbeitstier. Vor allem die Dressur liegt ihr sehr und sie wird gerne gefördert und gefordert. Sie arbeitet stehts fleißig mit und kann das Gelernte sehr schnell herausragent wiedergeben.
      Auch im Umgang mit dem Menschen ist sie unfasstbar liebenswert. Ihre Gelassenheit und Treue machen sie zu einer wahren Bereicherung im Reitstall. Im Herndenverband beansprucht sie einen sehr hohen Rang, jedoch ist sie eine faire und gutmütige Leitstute und bereitet selten Probleme mit ihren Artgenossen.
      •◆ —————————————————————————————————— ◆•
      Ausbildungsstand

      eingeritten [✓]
      eingefahren []
      Reitstil: Englisch


      für Anfänger geeignet [✓]
      geländesicher
      [✓]
      verladefromm [✓]
      schmiedefromm [✓]
      longiert [✓]
      Schwerpunkt-Disziplin(en): -
      Eignungen

      Freizeit – Zucht – Sport
      ----
      Dressur: E ★ A L M S S* S** S*** ☆
      Springen: E ★ A ☆ L ☆ M ☆ S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆
      Military: E ★ A L ☆ M ☆ S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆
      Distanz: E ★ A L ☆ M ☆ S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆
      Rennen: E ★ A ☆ L ☆ M ☆ S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆
      Western: E ★ A ☆ L ☆ M ☆ S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆
      Fahren: E ★ A L M S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆
      Wendigkeit: E ★ A ☆ L ☆ M ☆ S ☆ S* ☆ S** ☆ S*** ☆
      Blauer Stern: Aufstieg durch Turniererfolg // Roter Stern: Aufstieg durch Training


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      2. Platz
      220. Fahrturnier

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      1. Platz
      214. Distanzturnier

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      2. Platz
      320. Dressurturnier

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      1. Platz
      322. Dressurturnier

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      1. Platz
      323. Dressurturnier


      2. Platz
      218. Militaryturnier

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      3. Platz
      327. Dressurturnier

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      1. Platz
      248. Fahrturnier

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      2. Platz
      290. Fahrturnier

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      3. Platz
      548. Dressurturnier

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      3. Platz
      552. Dressurturnier

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      Zuchtdaten

      zur Zucht zugelassen [✗]
      steht als Leihstute zur Verfügung [✗]
      Momentane Punktzahl: 0 Punkte


      Erbkrankheiten: keine
      Eingetragene Zucht: --
      Carenté-Pferd [✗]
      Decktaxe: --
      Nachkommen --

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      Körperliche Gesundheit

      gechippt []
      Letzte Impfung: --
      Letzte Wurmkur: --
      Krankheiten: keine
      Beschwerden: keine


      Hufzustand

      beschlagen [✗]
      Letzte Kontrolle: --
      Letzter Beschlag: --
      Beschlag: --
      Beschwerden: keine

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    Tierarztbericht
    von Calypso, 2. Juni 2019
    Heute stand mal wieder eine Routine Untersuchung auf dem Plan. Ich sollte mir die Stute Unwritten Performance ansehen, da diese bald auf eine Stutenkörung gehen sollte. Am Nachmittag kam ich auf dem Hof an und wurde sogleich von ihrer Besitzerin in Empfang genommen. Sie führte mich zu der großen Hannoveraner Stute, die schon ruhig und gelassen am Putzplatz stand. Wie bei jedem Patienten, machte ich mich zunächst mit ihr bekannt. Ließ sie mich beschnuppern und streichelte sie. Sie war wenig beeindruckt und ich war mir sicher das diese Untersuchung ohne Probleme über die Bühne gehen würde. Nachdem ich sie gründlich abgetastet hatte, lief ihre Besitzerin mit ihr einige Runden über den Hof. Ich sah mir Unwritten Performance im Schritt und Trab genau an. Ihr Gangbild war zufriedenstellend. Als nächstes hörte ich Herz und Lunge mit dem Stethoskop ab. Auch hier konnte ich nichts beunruhigendes feststellen und ging sogleich zum Impfen über. Die Stute schnaubte zufrieden und die Augenlieder schlossen sich manchmal für einen kurzen Augenblick. Solch ruhige Patienten wünschte ich mir öfter. Bei der Spritze zuckte sie nur kurz zusammen und ging dann wieder in ihren Entspannungsmodus über. Zu guter letzt chippte ich sie noch und verglich dann die Nummer auf dem Papier. Gut das war auch erledigt. Alle Formalitäten ausgefüllt und die Wurmkur gab ich ihrer Besitzerin mit. Ich wünschte ihr viel Glück bei der Körung und steckte Unwritten Performance noch ein Leckerli zu.

    Hufschmied
    (-)


    Trainingsbericht
    (-)


    Die Kür
    Als unsere Startnummer ertönte klopfte ich ein letztes Mal The Unwritten Performances Hals und ritt sie im Schritt in Richtung Halle. Wir waren das erste Mal auf einer Körung, doch Uni nahm es gelassen. Seit Jahren ritten wir erfolgreich Turniere, sie war in ihrem Element. Kurz bevor wir das Tor passierten nahm ich die Zügel auf und trieb sie in einen lockeren Trab auf Punkt X zu. Dort parierte ich sie durch, sie blieb sofort geschlossen stehen; die Ohren nach hinten zu mir gerichtet. Ich nahm die Zügel in eine Hand und grüßte die Richter. Diese erwiderten den Gruß mit einem Nicken und das Glöckchen ertönte. Ich sortierte schnell meine Zügel zurück. Dann begann die Kür. Mit einer feinen Hilfe ließ sie sich aus dem Stand in einen lockeren und schön versammelten Galopp fallen. Wir ritten gerade aus auf die Richter zu und bogen dann bei A nach rechts in Richtung K ab und einen großen Zirkel. Uni lief in perfekter Anlehnung und ich merkte wie sie bei jedem Galoppsprung schön mit den Hinterbeinen unter trat. Als wir erneut bei A ankamen parierte ich sie in einen fleißigen Arbeitstrab durch und wir blieben auf dem äußeren Hufschlag bis wir M erreichten. Dort schickte ich sie in den Galopp, als ich zum Wechsel durch die ganze Bahn ansetzte. Diesmal war es ein starker Arbeitsgalopp. Es fühlte sich an als flogen wir durch die Halle und als wir X passierten sprang sie gekonnt um. Bei K angekommen drosselte ich das Tempo erneut zum versammelten Galopp, bei A parierte ich sie durch zu einen fleißigen Arbeitsschritt und lockerte die Zügel. Uni zeigte ihren gelassenen und doch fleißigen Schritt. Am lockeren Zügel ritt ich sie von F in Zick Zack Linien nach E und dann wieder nach M. Bei C nahm ich langsam wieder die Zügel auf, die Stute versammelte sich unter mir und bei H trieb ich sie zum Arbeitstrab. Wir blieben auf dem äußeren Hufschlag bis wir F erreichten, dann ritten wir erneut einen Wechsel durch die ganze Bahn in einem flotten starken Trab. Ich musste mich leicht nach hinten Lehnen um den starken Schwung den sie hierbei entwickelte aussitzen zu können. Sie schmiss die Vorderbeine regelrecht nach vorne und mit ihren kraftvollen Hinterbeinen schob sie uns weiter. Bei H bremste ich sie leicht ab zu einem versammelten Trab. Wir ritten einen großen Zirkel im Trab, bis wir erneut H erreichten. Dort ließ ich sie in den versammelten Galopp fallen. Bei C bogen wir wieder ab und auf X zu. Hier hielt ich sie an, nahm die Zügel in einen Hand und verabschiedete mit der andern die Richter. Nachdem sie mir zunickten gab ich Uni die Zügel hin und klopfte lobend ihren Hals, während sie sich in einen entspannten Schritt begab und wir die Halle verließen. Wir hatten es geschafft!
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    ~The Unwritten Performance bei den Vorbereitungen zur Körung

     
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  12. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

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    Die Abstimmung endet am 20. Juni 2019 um 22:25
     

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