[SK 464] Alle Stuten

Dieses Thema im Forum "Stutbuch Wettbewerbe" wurde erstellt von Canyon, 16 Nov. 2018.

  1. Canyon

    Canyon Bekanntes Mitglied

    [SK 464] Alle Stuten
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    Regeln:
    - Es dürfen nur Stuten teilnehmen (Keine Hengste, Wallache oder Fohlen), die in den Bereichen Springen oder Distanz mindestens auf Stufe M stehen (gezählt werden hierbei die vorhandenen Schleifen und Trainingsberichte pro Disziplin).
    - Jeder darf mit bis zu drei Stuten teilnehmen, dabei ist es egal, wem diese gehören.
    - Der Text darf maximal 3000 Zeichen enthalten, bitte überprüfen auf www.lettercount.com etc.! Zur Überprüfung wird die Zeichenanzahl unter den Kürtext geschrieben, zusammen mit dem Prüfsystem.
    - Bitte überweist 5 Joellen pro Stute an mich (Canyon) mit dem Grund: SK 464
    - Der Teilnehmerzahl ist auf höchstens 10 Pferde begrenzt.
    - Der Teilnahmeschluss bleibt vorerst offen und wird mindestens einen Tag vorher angekündigt, außer die maximale Teilnehmerzahl ist bereits ausgefüllt.
    - Ist die SK mehr als 2 Monate offen, erfolgt die Abstimmung auch ohne, dass 10 Stuten teilgenommen haben, allerdings unter der Voraussetzung, dass es mindestens 5 Teilnahmen gibt.
    - Hufschmied- und Tierarztberichte sind mit dem richtigen Datum zu versehen.
    - Bitte achtet darauf, die Teilnahmebilder bei abload.de oder ähnlichem hochzuladen, damit sie auch später im Gewinnerthema angezeigt werden.

    Gründe für eine Disqualifikation:
    - die Zeichenzahl des Textes stimmt nicht
    man hat mit Doppelaccounts abgestimmt
    - es wurde gebettelt
    - es wurde nicht überwiesen
    - die Teilnahme ist unvollständig
    - es liegt ein Verstoß gegen die Regeln vor
    - die Aufgaben wurden nicht erfüllt

    Aufgaben
    Die Kür darf frei ausgedacht werden, jedoch muss sie folgendes beinhalten:
    - das Einreiten/ Führen am Anfang der Kür mit anschließendem Grüßen
    - alle 3 GGA auf rechter und linker Hand
    - mindestens 2 verschiedene Hufschlagfiguren außer ganze Bahn
    - Richter verabschieden am Ende der Kür

    Die Gewinnerstuten werden durch folgendes System ermittelt:
    Aussehen Körungstext / Userabstimmung
    1 Punkt für jede Stimme

    Abstammung
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Elternteil
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Großelternteil
    -0,5 Punkte für Inzucht betreffend Eltern & Großeltern je Pferd/Pony

    Offizielle Turniere & Wettbewerbe
    1 Punkt für jede Turnierschleife erster Platz
    1 Punkt für jede Schönheitswettbewerbsschleife
    1 Punkt für jede Turnierschleife zweiter Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife dritter Platz
    1 Punkt je Fohlenschauschleife
    2 Punkte je Reiterspielschleife

    Gesundheitscheck wenn vorhanden
    2 Punkte für Tierarztuntersuchung
    2 Punkte für Hufschmieduntersuchung
    Die Gesundheitschecks dürfen max. 6 Monate alt sein - Zählung erfolgt ab dem Tag der Anmeldung.

    1 Punkt pro Ausbildungsbericht (nur Stufenerhöhungen zählen!)
    1 Punkt für ein Zubehörbild
    2 Punkte für ein Bild mit Zubehör & Bewegung
    Es wird nur ein Zubehörbild gewertet.

    Mindestpunktzahl für die Gewinner: 20 Punkte

    Teilnahmen bitte nach folgender Reihenfolge gliedern:
    Username
    verlinkter Pferdename
    Pferdebild
    Steckbrief (gespoilert) inkl. Turnierschleifen und korrekter Abstammungsverlinkung
    TA und HS Berichte + Datum (gespoilert)
    Trainingsberichte, nur die Stufenerhöhungen! (gespoilert)
    Kür + Zeichenzahl und Name des Prüfprogrammes


    Viel Spaß und Erfolg bei der Teilnahme!
     
  2. Occulta

    Occulta actually dead Staff

    Meine Teilnahme mit...
    Primo Victoria

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    Steckbrief
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    Vom: Ikarus

    Vom: Muskat
    Aus der: Saphira

    Aus der: Blütenzauber


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    Rufname: Primo, Prim
    Geburtstag: 05.05.
    Alter: 4 Jahre
    Stockmaß: wird ca. 1.69 m
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Schwarzbraun mit Birdcatcher-Spots
    (EE,Aa)
    Abzeichen: weisse Fesseln vorne, gestiefelt hl, Strichblesse
    Gesundheit: Sehr gut


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    Aufmerksam, manchmal schüchtern, verschmust, sehr menschenbezogen


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    Wie auch ihr Bruder Merino ist Primo eine aufmerksame Stute, die wegen ihrer Flaschenaufzucht noch mehr menschenbezogen ist als es Merino jemals sein wird. Manchmal ein wenig schüchtern, mag sie einem am liebsten auf den Arm springen. Beide Fohlen tragen das Erbe ihres Vaters weiter - die Birdcatcher Spots die Ikarus besonders machen trägt auch Primo im Fell. Zunächst ein wenig schwächlich, wird sie immer kräftiger, ausdauernder und zeigt das Talent eines wahren Rennpferdes. Um auch das Erbe ihrer Mutter fort zu tragen, scheint sie ab und an ihrem eigenen Kopf zu entwickeln, lässt sich jedoch in gute Bahnen lenken.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Vampyrin
    VKR: Vämp/Ravi
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: nein
    Nachkommen: -


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    Galopprennen Klasse: S***
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: A
    Military Klasse: A
    Dressur Klasse: A
    Distanz Klasse: E
    Wendigkeit: A

    Eignung: Galopprennen, Distanz
    Eingeritten: Nein


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    [RS 62] Halloween
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    1. Platz 343. Militaryturnier
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    1. Platz 454. Galopprennen
    1. Platz 464. Galopprennen
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    2. Platz 407. Galopprennen
    2. Platz 462. Galopprennen
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    Fohlenspringen
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    Primo's Spind

    TA Berichte
    Elsaria
    Tierklinik zur Lindenweide
    Grunduntersuchung + Impfen

    Patienten: Cryptic Spots (Hengst), Simba Twist (Hengst) Primo Victoria Stute

    Heute machte ich mich auf den Weg zu einer neuen Kundin MRS. Smith. Ich sollte 3 Ihrer Pferde anschauen, da sie für die Körung bereit waren und dann noch impfen. Die Fahrt war angenehm und ich kam ohne Zwischenfälle an. Ich nahm meinen Koffer und lief Richtung Stallungen. Der Hof war groß schön und sehr ordentlich. Kaum betrat ich den Stall wurde ich schon begrüßt. „Sie müssen die Ärztin sein, ich bin Occulta Smith!“ begrüßte mich eine junge Frau. Ich bejate und stellte meinen Koffer neben dem Anbinde Platz. Ich bat mit Cryptic Spots zu beginnen. Sofort holte sie den gepunkteten Hengsten aus seiner Box. Ich ließ ihn mir vortraben da war alles in Ordnung. Nun band frau Smith ihn an und ich begann mit meiner Untersuchung. Zähne waren in Ordnung, seine Augen klar, beim abtasten und abhören fand ich nichts. Der Hengst war vollkommen gesund. „Er ist gesund wie neu geboren!“ sagte ich zu seiner Besitzerin. Nun kontrollierte ich seinen Pass um zu sehen welche Impfungen notwendig waren, alle bis auf Tollwut. Diese müsste sie erst nächstes Jahr auffrischen. Nun zog ich die Spritzen, auf die ich brauchte, Herpes, Tetanus, Influenza und stepi Equi. Schnell injizierte ich die spritzen. Der Hengst blieb ruhig, darum bekam Cryptic Spots einen Apfel zur Belohnung. Nun konnte der nächste Hengst kommen, dieser war ein goldener kleiner Racker namens Simba Twist. Auch ihn ließ ich mir vortraben, und mein geschultes Auge sah, das da was im Argen war. Ich bat darum Simba anzubinden. Ich tastete den Hengst ab. Kopf war alles in Ordnung auch der hals und Brust waren intakt als ich mich weiter zu den Hufen abtastete bemerkte ich das das Kronrad heiß war und eine Beule gebildet hatte. Dies war ein Abszess. Sorgfältig schnitt ich den Abszess auf und ließ das Eiter ablaufen. Dann desinfizierte ich die stelle und band den huf dick ein und schüttete eine gelbe Flüssigkeit rein, dies würde die Bakterien abtöten und erklärte der Besitzerin das sie das 2-mal täglich erneuern musste und gab ihr noch Antibiotikum diese sollte sie 3 tage lang 1x am tag verabreichen. Nun machte ich mich weiter, der Rest war unauffällig. Nach einem abhörcheck impfte ich den Kandidaten. Ich sagte das er in 4 Tagen ruhig wieder in Training sein oder auf die Körung gehen kann. Der Abszess war am Anfang und so wurde er gleichbehandelt. Nun kam die Stute an die Reihe Primo Victoria. Ich nannte diese liebevoll Vicky. Auch sie ließ ich mir vortraben und da war nichts zu sehen. Dann schaute ich sie mir genauer an. Sie war vollkommen gesund. Beim abhören vernahm ich nur die üblichen Geräusche. So konnte ich auch sie mit ruhigem gewissen impfen. Ich packte alles zusammen trug alles in die Pferdepässe ein und verabschiedete mich von meiner Kundin. Ich hoffe das sie Zufrieden war.
    3 Okt. 2018

    HS Berichte

    Trainingsberichte [7]
    Occulta
    Galopptraining E-A

    Es war nun vier Wochen her, seit die Nachwuchsvollblüter vorsichtig angeritten worden waren. Sie kannten kaum mehr als das alle drei Gangarten unter dem Reiter, wobei gerade das Galoppieren den meisten die grössten Schwierigkeiten bereitete – jedenfalls in der Halle, wo sie immer wieder Kurven machen mussten. Heute wurden sie von den Kurven erlöst, jedenfalls von den engen. Denn heute durften Merino, Simba Twist, Miss Moneypenny, Riven in a Dream, Primo Victoria und der Neuling Cryptic Spots zum allerersten Mal auf die Rennbahn. „So eine ausgewogene Gruppe hatten wir schon lange nicht mehr“, scherzte Jonas. „Drei Hengste, drei Stuten und alle auf exakt demselben Niveau.“ Ich stimmte ihm fröhlich zu und schob Pennys Box auf. Die Schimmelstute begrüsste mich mit ihrer weichen rosa Schnauze und versuchte, am Reissverschluss meiner Jacke zu zupfen. Ich schob sie sanft beiseite und streifte ihr das violette Halfter über, dann führte ich sie durch die Stallgasse zu den Anbindestellen. Jonas half mir beim Anbinden, doch anschliessend verschwand er nach draussen, um im Nordstall die Trackponys Calico und Dod bereit zu machen. Neben Penny und mich gesellten sich Quinn mit Primo und Parker mit Riven. Wir legten mit dem Putzen der drei los und plauderten dabei über die Sieger der letzten Rennen. Ich konnte mir ein Gähnen nicht verkneifen, denn es war erst halb sechs Uhr und draussen noch stockfinster. Wir beeilten uns mit dem Putzen, denn wir wollten die Geduld der Youngsters nicht schon jetzt strapazieren. Ausserdem hatten wir einen strengen Zeitplan für heute, denn nach dem Mittag standen eine Fohlenschau, ein Halterwettbewerb und ein Springturnier an. Deshalb fand das Training heute auch wieder so früh am Morgen statt, obwohl es im Winter normalerweise keine Rolle spielte. Auch Primo war noch müde: die Stute gähnte herzhaft, während Quinn ihre Schulter massierte. Ich bürstete rasch noch Pennys Schweif, dann war sie bereit zum Satteln. Ich holte den etwas schwereren Trainingssattel und die sonstige Ausrüstung aus der Kammer. Zuerst legte ich ein polsterndes Pad auf, dann die eigentliche Satteldecke und schliesslich den Sattel. Das ganze fixierte ich mit dem Lammfell-Gurt, damit auch bestimmt nichts zwickte. Penny trampelte ungeduldig herum und ich hatte meine liebe Mühe, ihr die Bandagen anständig anzuziehen. Auf die wollte ich aber im Moment noch nicht verzichten, denn bei jungen, unbalancierten Pferden war die Gefahr zu gross, dass sie sich im Renngalopp verschätzten und sich selbst in die vorderen Sehnen traten. Beinverletzungen wollte man im Rennsport um jeden Preis vermeiden. Wir führten die fertig gesattelten Jungstuten nach draussen, wo die gleichaltrigen Jungs bereits warteten. Ajith und Oliver halfen den Jockeys und mir beim Aufsteigen. Danach ritten wir alle hintereinander zur Bahn. Die Trackponys, Calico und Dod, stiessen beim Nordstall zu uns. Merino tänzelte bereits aufgeregt, weil er offenbar dachte, wir gingen wieder ins Gelände. Aber wir bogen stattdessen auf den Galoppweg und trabten uns dort warm. Darren und Dod bildeten die Spitze, Jonas und Calico das Schlusslicht. Dazwischen trabten die jungen Pferde fleissig hintereinander und orientierten sich stark an der Gruppe. Das war in diesem Alter auch noch vollkommen erwünscht. Riven fand die über uns dunkel in die Höhe ragenden Tannen etwas gruselig, denn sie lief mit verklemmtem Schweif vor mir und Penny. Merino und Cryptic gerieten jetzt schon aneinander, denn der freche Merino versuchte immer wieder, nahe genug an das gepunktete Hinterteil seines Vordermanns zu kommen, um hineinzukneifen. Cryptic schlug als Antwort missmutig mit dem Schweif und bedeutete dem Frechdachs auf Abstand zu bleiben. Simba arbeitete heute sehr still mit. Er schien sich nicht besonders für die anderen Pferde um ihn herum zu interessieren, und da Merino zu weit von ihm weg war, konzentrierte er sich vollkommen auf April, die ihn ritt. Er trat sogar etwas ans Gebiss, wenn auch nicht konstant, da ihm dazu schlichtweg noch die Muskeln und die Balance fehlten. Zufrieden drehte ich den Kopf wieder nach vorne um mich auf mein eigenes Reittier zu konzentrieren. Ich spielte etwas mit den Zügeln und lud Penny ein, ebenfalls den Kopf etwas runter zu nehmen. Sobald sie im Genick nachgab, lobte ich sie durch rasches Überstreichen. So beschäftigte ich sie immer wieder etwas, während wir eine ganze Runde trabten. Danach ritten wir im Schritt zur Bahn. Heute waren die absoluten Basics gefragt: Betreten der Startbox, ein/zwei erste Starts und zuletzt ein erstes, kurzes Galopptraining. Ajith und Oliver warteten bereits auf uns. Wir ritten vor der Startmaschine eine Volte. Ajith und Oliver pickten einen nach dem anderen heraus und führten uns zügig auf die Boxen zu. Je rascher und entschlossener das ganze von statten ging, desto weniger zögerten auch die Pferde. Sie standen quasi drinnen, bevor sie richtig darüber nachdenken konnten. So erging es auch Penny und mir. Hinter uns schloss Ajith die Klappen, gerade rechtzeitig, bevor Penny den Rückwärtsgang einzulegen versuchte. Ajith drückte dagegen und ich trieb sie wieder vor, dann versuchte ich sie dort zu halten, bis alle drin waren. Sobald die letzte Klappe zuging, lief Oliver zum Auslöser und liess die Startmaschine aufschnappen. Natürlich wussten die jungen Vollblüter noch nicht, was sie zu tun hatten, also trieben wir sie energisch an und gaben ihnen die Zügel frei, um ihnen das Vorwärtsgehen schmackhaft zu machen. Die Reaktionsgeschwindigkeit war auch nach dem dritten Versuch noch bescheiden, aber immerhin kamen die meisten jetzt schon ein paar Sekunden nach dem Öffnen im Trab oder sogar Galopp, in Merino und Cryptics Fall, davon. Nach dem dritten Start trieben wir alle Pferde direkt weiter in den Galopp. Wir blieben dicht beieinander und strebten ein einheitliches Grundtempo an, auch um den Gehorsam zu schulen. Auf den letzten 200 Metern trieben wir sie nochmal etwas an, sodass wir diese in 15 Sekunden schafften. Dies würden wir nun die nächsten fünf Wochen lang widerholen und perfektionieren, bevor der nächste Schritt angegangen werden konnte. Die Trackponys kamen uns entgegen und begleiteten uns im Trab von der Bahn zurück zum Stall. Die jungen Pferde hatten bereits nach diesem bescheidenen Traning stark geschwitzt und saugten Luft durch die weit geöffneten Nüstern ein, was aufgrund der schlechten Kondition ganz normal war. Dies galt es in nächster Zeit deutlich zu verbessern. Doch jetzt war erstmal Feierabend für die Jungspunde. Für uns Pfleger hingegen hatte der Tag erst begonnen.
    30 Nov. 2016

    Occulta
    Galopptraining A-L

    Es war bereits der letzte Januartag, und ein besonders schöner noch dazu. Der Himmel war tiefblau und der eisige Wind, der den Schnee auf den Feldern verwirbelte, zauberte skurrile Landschaften. Während Oliver sich ärgerte, weil die seit wenigen Tagen endlich wieder eisfreie Strasse nun wieder mit Schnee bestaubt wurde, freute ich mich auf das heutige Training mit den Pferden. Es war harte Arbeit angesagt; in erster Linie ging es um die Körungsvorbereitung. Die jungen Pferde mussten noch viel lernen und es machte für mich keinen Sinn, ein ‚grünes‘ Pferd vorzustellen. Den Richtern gefielen wohlbemuskelte, ausbalancierte und gut erzogene Pferde schliesslich auch besser. Als erstes stand Renntraining auf dem Plan. Während die meisten Vollblüter am Morgen bereits ihr Winter-Fitness-Programm genossen hatten, kamen nun am frühen Nachmittag Coulee, Framed in History, Cabinet of Caligari und die sechs jüngsten Rennpferde auf ihre Kosten. Mir blieb wiedermal fast nichts anderes übrig, als meinen Frame zu reiten, da der Hengst bei mir einfach am besten lief und Quinn noch bis nächste Woche in den Ferien war. Ein Hauch Missmut erweckte das aber schon, zumal ich doch so gerne einen der Youngsters trainiert hätte. Nächste Woche eben wieder, dann ist Quinn auch wieder da. Ich holte den Schecken aus seiner Box und begann ihn zu putzen. Zunächst massierte ich ihn gründlich mit dem Gummistriegel, um den Staub und ausgefallenes Fell zu lösen. Dann spickte ich alles mit der langborstigen Staubbürste weg. Bereits danach begann Frames Fell schön zu glänzen, aber ich bearbeitete es trotzdem noch mit der Kardätsche und zuletzt mit der feinen Bürste, wie es Routine war. Wären wir jetzt an ein Rennen gegangen, hätte ich sogar zusätzlich noch mit einem Tuch oder Fellhandschuh und etwas Glanzspray den ultimativen Feinschliff gemacht. Das Langhaar hatte ich vor dem Durchgang mit der Kardätsche gekämmt, sodass der daraus fallende Staub nicht zuletzt noch auf das saubere Fell rieselt. Auch Frame’s zweifarbiger Schweif war bereits seidig und knotenfrei, wie es sich gehörte. Nun musste ich nur noch Hufauskratzen, danach konnte ich satteln. Frame gab seine Hufe artig, zog mir aber nach einer Weile den einen Vorderhuf aus der Hand und scharrte ungeduldig. Ich stupste ihn streng, woraufhin er ihn wieder stillhielt. Nun legte ich ein Stück Chamois Leder auf seinen Rücken, damit der Sattel während dem Training nicht verrutschen konnte. Darüber kam die dünne Baumwoll-Satteldecke. Dann legte ich das schützende Pad auf und faltete die Satteldecke vorne ein Stück weit darüber. Bevor ich den Sattel auflegte und mit dem gepolsterten Trainingsgurt festgurtete, platzierte ich noch ein kleines Lammfellpad hinter dem Widerrist, damit dieser auch wirklich ausreichend geschützt war. Manche Pferde brauchten das, andere nicht, da die Sättel nicht individuell auf die Pferde angepasst waren, sondern grundsätzlich für jedes Pferd verwendet wurden. Manche hatten auch anstelle eines Pads einfach eine dicke Satteldecke, manchmal sogar zwei, oder eine halb gefaltete. Für Frame war aber meine soeben angewandte Lösung bisher die beste und hatte noch nie Druckstellen oder abgebrochene Haare verursacht. Ich zäumte den Hengst und führte ihn nach draussen, gemeinsam mit den anderen Jockeys. Ajith und Oliver halfen uns beim Aufsteigen, dann ritten wir im Gänsemarsch zum Galoppweg, um uns auf einer Trabrunde aufzuwärmen. Merino lief zufrieden direkt hinter Simba Twist. Die beiden waren richtig gute Kumpel und hatten schon als Fohlen immer zusammen gespielt. Kaythara platzte fast vor Energie und tänzelte ungeduldig, wannimmer wir bremsen mussten. Auch Caligari liess sich davon etwas anstecken, aber das Gezapple der beiden war harmlos. Wir machten auf der Bahn einen freien Start, indem wir eine saubere Linie bildeten. Danach trainierten wir zwar alleine, aber so hatten es die Pferde einmal mehr geübt. Ich überholte mit Frame Miss Moneypenny und Cryptic Spots, damit ich niemanden mehr im Weg hatte. Dann nahm ich ihn wieder etwas zurück und gleiste ein anspruchsvolles Intervalltraining mit 2-furlong-sprints auf. Frame kam dabei ganz schön ins Schwitzen, sodass ich ihn nach dem Training gründlich mit dem Schwamm waschen musste. Den ganzen Körper wollte ich aufgrund der Aussentemperaturen nicht abspritzen. Auch Primo Victoria hatte viel geschwitzt und schnaufte noch lange nach dem austraben. Wir wuschen alle Pferde mit dem Schwamm und brachten sie danach direkt mit Abschwitzdecke in die Führmaschine oder übergaben sie einem Pfleger, damit sie sich trockenlaufen konnten. Zwischendurch boten wir ihnen auch etwas zu trinken an. Nach einer guten halben Stunde brachten wir die Pferde in die Boxen und gaben ihnen ihre Karotten zur Belohnung.
    31 Jan. 2017

    Occulta
    Galopptraining L-M
    Gruppe 1: tc Miss Moneypenny, PFS' Merino, PFS' Simba Twist, PFS' Cryptic Spots, Primo Victoria, Cassiopeia

    Fünf Uhr morgens, die Sonne war noch in der Ferne versteckt, doch der Himmel wurde im Osten bereits heller. Ich gähnte ein letztes Mal, dann streckte ich mich und war auf den Beinen. Ein rasches Müsli als Energiespender für den Morgen, dann musste ich mich auch schon im Hauptstall einfinden, denn das Training der Vollblüter fand aufgrund der sommerlichen Temperaturen seit ein paar Tagen wieder wie jeden Sommer besonders früh statt. Ich begann gleich damit, Merino zu putzen, während Ajith mit der Schubkarre umherhuschte und Heu verteilte. Neben mir bereitete Quinn Simba vor. Wir plauderten fröhlich und setzten uns Ziele für den heutigen Tag und das Training. Nach dem Putzen wurden die Trainingssättel aufgelegt und die restliche Ausrüstung vervollständigt. Dann ging es auch schon raus zum Aufsteigen. Alles ging Schlag auf Schlag; einer nach dem anderen wurde von Oliver auf’s Pferd geschmissen. Wir ritten im Gänsemarsch zum Galoppweg und begannen mit dem Aufwärmen im Trab. Nach einem kurzen Aufgalopp beschleunigten wir auf ein angemessenes Trainingstempo und zogen dieses über 1600 Meter durch. Auf den letzten 400 Metern trieben wir die jungen Rennpferde nochmals an, sodass wir sie im gesetzten Limit von 26 Sekunden passierten. Danach liessen wir die trotz der kühlen Morgenluft verschwitzten, heftig atmenden Jungspunde austraben. Ich lobte Merino ausgiebig, denn er hatte seine Gesamtzeit vom letzten Mal um etwas mehr als eine Sekunde unterboten. Aber seine Kondition war noch nicht gut genug, und seine Herzfrequenz, wie sich kurz darauf bei Olivers Kontrolle herausstellte, nahe an der 200er Grenze. Wenigstens Cassiopeia war wieder fitter geworden, denn nach einer erneuten Trainingspause wegen eines Viruses, das sie sich aufgeschnappt hatte, war sie wieder etwas hinter ihren gleichaltrigen Kollegen zurückgefallen und lief deshalb nun in der jüngsten Gruppe mit. Die anderen Nachwuchsrenner, Penny, Cryptic und Primo hatten keine Auffälligkeiten gezeigt und waren fit. Zufrieden beendeten wir das Training, indem wir die sechs in den Freilauftrainer zum Auskühlen brachten. Danach ging’s für die Jockey gleich weiter zur nächsten Gruppe.
    31 Mai 2017

    Occulta
    Galopptraining M-S
    Gruppe 1: PFS‘ Merino, Primo Victoria, Simba Twist, PFS’ Stromer’s Painting Gold, PFS’ Cryptic Spots, PFS’ Miss Moneypenny, Cassiopeia

    Ungeduldig tänzelte Cryptic vor der Startmaschine. Wir warteten darauf, dass Ajith uns reinführte, doch wir standen an der äussersten Position und der Pfleger hatte innen angefangen. Nacheinander brachte er Merino, Simba, Penny, Cassy, Primo und Goldy rein, bis schliesslich wir dran waren. Cryptic war total geladen und ich rollte, einen Blick zu Quinn werfend, die Augen. Sie grinste und meinte: „Better like this than a horse that’s falling asleep.“ Ich stimmte ihr zu und fragte, wie Goldy drauf sei. Das war das erste mal, dass sie mit der Gruppe mitlief. Wir hatten sie bisher nur Dressur geritten und einzeln auf der Bahn trainiert, oder Ausritte gemacht. Wir hatten nämlich zuerst sehen wollen, wie ihr Trainingsstand war. Oliver hatte sie für fit genug befunden, also konnte sie jetzt mit unseren Dreijährigen laufen. Sie hinkte dennoch ein wenig hinterher was die Erfahrung anging, da ihre alte Besitzerin nicht so viel Zeit zum Trainieren gehabt hatte. Cassy war auch immernoch bei der jüngsten Gruppe dabei, doch Oliver wollte sie bald wieder zu den älteren Rennpferden einteilen, weil sie deutlich mehr Ausdauer als die Jungen hatte. Ich war froh, dass die palomino Stute wieder aufholte.

    Endlich gab Ajith das Startsignal und die Klappen öffneten sich. Cryptic drückte wie erwartet gewaltig ab und ich musste mich gut in seiner Mähne festkrallen, um mit den kurzen Bügeln nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Er setzte sich mit ein paar grossen Sprüngen an die Spitze und ich überlegte zufrieden: Wenn er im nächsten Rennen so losspringt, kann er schon von Anfang an einen guten Vorsprung herausholen. Allerdings musste ich ihn jetzt etwas zurücknehmen, denn unser Training fand wie fast immer in Intervallen statt. 1600 Meter insgesamt waren es heute, dazwischen Phasen mit 200 Meter Sprints. Ich sah stets auf meine Armbanduhr um unsere Geschwindigkeit zu überprüfen. Cryptic machte sich heute echt gut, doch gegen Ende der 1600 Meter wurde er etwas langsamer, was mir zeigte, dass es in Sachen Ausdauer noch haperte. Merino und Simba bieben bis zum Schluss dicht beieinander, weil die beiden gerne zusammen liefen und sich so gegenseitig anstachelten. Sie wurden dicht verfolgt von Penny, die ziemlich zurückgehalten wurde, weil sie sich beim letzten Training zu sehr verausgabt hatte und mit einem zu hohen Puls durchs Ziel gekommen war. Quinn nahm’s mit Goldy noch gelassen und blieb zuhinterst. Die Stute konzentrierte sich und war gehorsam, das machte das Training sehr angenehm. Primo hingegen war etwas abgelenkt und irgendwie nicht auf der Spur. Nichts desto Trotz war es ein gutes Training gewesen und wir kamen mit jedem Tag wieder ein kleines Stück weiter.
    31 Aug. 2017

    Occulta
    Springen E-A
    Chiccory ox, Shades of Gray, A Winter’s Day, PFS’ Captured in Time, PFS’ Merino, Simba Twist, Primo Victoria, PFS’ Cryptic Spots

    Nachdem wir mit der ersten Springstunde fertig waren und ich Iskierka weggeräumt hatte, war nun eine etwas weniger erfahrene Gruppe dran. Diesmal ritt ich Merino, den Rappen mit den lustigen weissen Punkten. Auch seine Zwillingsschwester Primo war dabei, denn beide hatten etwa denselben Trainingsstand. Natürlich folgten uns auch die restlichen Rennpferde dieser Jahrgangsgruppe, Ciela, Simba und Cryptic, auf den Reitplatz, wo immernoch derselbe Parcours wie zuvor stand - nur dass Elliot ihn inzwischen etwas runtergestellt hatte. Aber insgesamt waren wir am Schluss sogar acht Pferd-Reiterpaare auf dem Sandplatz, denn Chiccory, Gray und Winter hatten das Springtraining auch nötig. Zuallererst wärmten wir uns wie immer gründlich auf. Danach trabten wir über ein paar Stangen und schulten den gleichmässigen Takt der Vollblüter. Als nächstes folgten ein paar einfache Kreuze und Steilsprünge, bevor wir schliesslich mehrere Hindernisse flüssig nacheinander anritten. Wir gingen alles schön langsam an, da die jüngeren Pferde der Gruppe wirklich noch ganz am Anfang des Springreitens standen. Sie waren ja auch eigentlich Rennpferde, und zumindest im Moment nur indirekt fürs Springen gedacht. Aber es konnte nicht schaden, ihre Ausbildung abwechslungsreich und vielseitig zu gestalten. Das beanspruchte auch wieder ganz andere Muskeln als das Galoppieren auf der Bahn, sodass sie weitere Kraft dazugewannen. Sie machten ihre Sache allesamt gut. Es gab zwar hie und da noch ein paar kleine Patzer, entweder mit Verweigerungen oder fallenden Stangen, aber das war nicht weiter schlimm. Besonders die jüngsten waren halt noch etwas tollpatschig und hatten nicht so viel Balance wie die älteren Pferde. Aber für erste Turniere würden sie bald bereit sein, da war ich mir sicher.
    31 Okt. 2017

    Occulta
    Galopptraining S*-S**
    Primo Victoria, PFS’ Merino, PFS’ Cryptic Spots, Simba Twist, tc Miss Moneypenny, Cassiopeia, PFS’ Stromer’s Painting Gold

    Ziemlich genau ein Jahr war es her, seit die Vollblüter aus der jüngsten Gruppe zum ersten Mal auf die Bahn gekommen waren. Primo Victoria, ihr Zwillingsbruder Merino, Cryptic, Simba und Penny waren innerhalb eines Jahres von absoluten Anfängern zu hervorragenden Rennpferden geworden, die nun allesamt in höheren Rennen starten konnten. Da sie nächstes Jahr mit den erfahreneren Vollblütern zusammen rennen mussten, wollten wir die fünf Jungspunde, Cassiopeia, die wir immernoch am Auftrainieren waren, und Goldy, die ja erst kürzlich dazugestossen war, bis zum Frühling noch etwas härter rannehmen. Oliver hatte einen strengen Plan mit Richtzeiten und -Strecken aufgestellt, an die wir uns Tag für Tag halten mussten. Normalerweise machten wir über den Winter etwas weniger hartes Training und eher eine Art Erholungsphase. Die jungen Pferde mussten aber trotzdem Fortschritte machen und bis zum Frühling das gewünschte Trainingslevel erreichen. Natürlich bekamen die jungen Pferde dennoch genug Pausen, damit sich ihre Muskeln optimal erholen und entwickeln konnten. Auch heute fand das morgentliche Training wie gewohnt statt, typisch für das Winterhalbjahr erst ab acht Uhr. Die Sonne ging daher gerade auf, als wir mit den fix fertig geputzten und gesattelten Pferden den Hauptstall verliessen. Ich wurde von Ajith per Räuberleiter auf Simbas Rücken gehoben und zupfte symbolisch die goldene Mähne des Hengstes unter der Fleecedecke hervor. Da die Vollblüter alle geschoren waren, trugen sie während des ganzen Trainings Fleece-Nierendecken. Wir ritten im Schritt zum Galoppweg, trabten an und wärmten die Vierbeiner auf. Merinos Decke war wohl nicht gut festgemacht, denn sie verrutschte während dem Traben. Ich rief daher Charly vor mir zu «Oi, Chaplin your exercise rug is off». Der Jockey drehte sich verwirrt nach hinten, entdeckte das Problem und zupfte die Decke im leichten Sitz zurecht. Er zwinkerte mir dankbar zu, weil er genau wusste, dass er Ärger von Oliver eingefangen hätte, wenn ich nicht gewesen wäre. Es war noch neblig auf den Wiesen um Pineforest herum und das in der Nähe liegende Dorf war vollständig verschluckt. So wirkte es fast, als sei Pineforest eine Insel inmitten von gähnender Leere, die ebenfalls drohte, in den grauen Schwaden zu verschwinden. Die Pferde liefen rhytmisch über den Schnitzelweg und mein Helm streifte hie und da einen Tannenzweig. Ein Blick über die Schulter verriet mir, dass Cassy direkt hinter uns schön am Zügel lief. Die Palominostute war nebst Vai Alida die einzige Trader Joe Nachkommin in meinem Stall. Weil Alida nicht mehr im Rennsport eingesetzt wurde, lasteten auf Cassy mehr Erwartungen. Es war unheimlich schade, dass sie mit ihrer Beinverletzung hatte pausieren müssen, denn so hatte sie viele wichtige Rennen verpasst. Aber dafür war sie nun umso fitter und zeigte das ganze Potential, das sie von ihrer Abstammung mitbekommen hatte. Wir bogen nach dem Einwärmen auf die Bahn und reihten uns vor der Startmaschine auf, die heute etwas weiter vorne stand. Simba ging zuverlässig rein und auch die anderen liessen sich, bis auf ein wenig Tänzeln, brav hineinführen. Oliver gab das Startsignal und die Tore klappten auf. Doch wenige Sekunden später pfiff er uns zurück. «Penny and Cryptic were too late! Do it again, and this time move your butt properly out of there.» Leicht verärgert trabte April neben mir her. «It was nothing, really. She went off perfectly fine», murmelte sie. Offenbar nicht ‘perfectly’ genug für Oliver. Simba war diesmal ein wenig zögerlich, weil er nicht verstand, warum wir beim ersten Mal gebremst hatten. Wir starteten erneut, wobei Oliver ruhig blieb. Simba legte einen guten Start hin, stockte dann aber, weil er förmlich erwartete, dass wir wieder bremsen mussten. Ich ermunterte ihn zu einem gleichmässigen Takt und hielt den Blick entschlossen nach vorne gerichtet. Dadurch, dass der Hengst etwas unsicher bezüglich des Starts gewesen war, drehte er nun immer wieder ein Ohr nach hinten zu mir und war deutlich aufmerksamer als sonst. Es war ein tolles Gefühl, den Athleten unter mir so sehr bei der Sache zu sehen. Auch Oliver beobachtete das Geschehen interessiert mit dem Feldstecher. Ich fragte mich, ob er nicht insgeheim genau das hatte ausprobieren wollen. Es schien aber nicht bei allen geklappt zu haben, denn Rita hatte mit Cryptic immer noch eine ordentliche Handvoll. Er erinnerte mich an seinen Vater, der je nach Wetter auch lustig aufgelegt war. Aber auch die beiden kamen durchs Ziel und das in der erforderlichen Zeit. Trotzdem motzte Oliver und liess Rita nochmal dreihundert Meter kontrolliert am Zügel galoppieren. Cryptic strotzte nach wie vor mit überschüssiger Energie, war aber danach etwas weniger quengelig. Oliver liess uns austraben und fasste, nachdem sich alle Pferde zum Trockenlaufen mit den Abschwitzdecken im Freilauftrainer befanden, nochmal rasch seine Beobachtungen von vorhin zusammen. Er erklärte, dass die Pferde nun auf einem höheren Level als zuvor waren und wir auch entsprechend auf die Details achten mussten. Wir durften keine Millisekunden in schlechten Starts oder Meinungsverschiedenheiten verschenken. Unsere Konkurrenz hatte eine erste ‘Filterung’ durchlaufen; die im nächsten Jahr startenden Vierjährigen waren allesamt Pferde, die von ihren Trainern als ‘Ertrag bringend’ eingestuft worden waren, ergo ‘nur die Guten’. Diesen Vortrag durften wir uns natürlich jedes Jahr um diese Zeit wieder anhören, entsprechend nickten alle nur mehr oder weniger augenrollend. Recht hatte er aber, und das mussten alle zugeben. Auch ich fragte mich, wie gut meine Vollblüter in der kommenden Saison abschneiden würden. Oliver war erstaunlich optimistisch gestimmt und klopfte mir lobend für das heutige Training auf die Schulter. Er meinte abschliessend, dass Cassy nun ruhig wieder in die älteren Gruppen wechseln konnte, da sie ihren Trainingsrückstand beinahe aufgeholt hatte. Ich stimmte dem zu.
    29 Nov. 2017

    Occulta
    Dressur E-A
    Caspian of the Moonlightvalley, A Winter’s Day, Primo Victoria, PFS’ Navy Sniper, Yoomee, PFS’ Shadows of the Past, Nera, Chanda, PFS’ Dancin’ to Jazz, Tayr al-Diyari, PFS’ Arctic Silver Lining, PFS’ Arctic Rainstorm, PFS’ British Oreo Rascal, PFS’ Glenn’s Dare to Shine, PFS’ Bacardi Limited, PFS’ Dressy Miss Allegra, PFS’ Merino, Simba Twist, PFS’ Cryptic Spots, White Dream, Fake my Destiny, Tic Tac, PFS’ Kicks-a-Lot, Vychahr, Parányi, Satine, Areion, Diarado, Co Pilot de la Bryére, Circus Dancer

    Wir hatten trotz der Hitze heute wieder viel vor; Dressurtraining, to be exact. Es war bereits Nachmittag, somit erwischten wir leider gerade die heisseste Tageszeit. Das liess sich kaum vermeiden, denn den ganzen Morgen hindurch hatten wir auch schon gearbeitet, und die Pferde bis spät in die Nacht wach zu halten war auch keine gute Option. Deshalb brachten Lisa und ich im Voraus ein paar Wasserflaschen zum Reitplatz und stellten einen Sonnenschirm auf, damit wenigstens die Trainerin nicht unter der prallen Sonne gebraten wurde. Es kam heute extra eine externe Dressurtrainerin auf Platz, die uns und die Pferde etwas fördern sollte. Lisa ritt also heute selber auch mal in der Stunde mit, anstatt sie zu leiten. Der Name der Trainerin lautete Fiona Ramsey; eine S-Dressurreiterin die auch schon international gestartet war. Ich war gespannt auf ihr Coaching und putzte zuerst gut gelaunt Yoomee. Lisa bereitete Shira vor, Linda hatte White Dream neben mir und Yoomee angebunden und Lily ritt natürlich wieder Fake. Jonas machte nicht mit, sondern sah nur zu und reichte uns später die Wasserflaschen, wenn wir eine Pause brauchten. Anne und Robin sattelten im Nordstall Sniper und Baccardi. Darren und David waren unterdessen bei den Stuten im Offenstall und kümmerten sich um Chanda und Jazz. Auch Angelina Moore war mit ihrer Stute Nera dabei, und sogar Rosie war mit Tayr zu uns rübergeritten. Sie wartete mit dem schicken Rennaraber vor dem Nebenstall und plauderte mit mir, während ich meine Connemarastute striegelte. Fiona kam etwas früher als gedacht und sah uns schonmal beim Satteln zu. Danach trudelte ein Pferd-Reiterpaar nach dem anderen auf dem Sandplatz ein und Fiona unterrichtete uns schon beim Aufwärmen. Wir mussten eine grosse acht quer über den Platz reiten, und dabei stets die richtgie Stellung und den Abstand zum Vordermann wahren. Ausserdem machten wir viele Schlangenlinien und Seitenwechsel. Fiona war also sehr fokussiert auf Biegung und Abwechslung. Nach einer Weile durften wir die Pferde nochmal richtig strecken lassen, ehe wir mit der eigentlichen Arbeit anfingen. Yoomee schnaubte zufrieden ab und trabte locker vorwärts. Diese erste Trainingsstunde war wie eine Art Einstieg in die Dressurarbeit, denn die Pferde waren allesamt noch nicht sehr weit in der Dressur ausgebildet. Deshalb forderten wir auch nur einfache Lektionen, wie korrekte Übergänge oder leicht verstärkten Trab. Auch einfache Galoppwechsel liess uns Fiona machen, wobei sie wiederum genau darauf achtete, dass wir die Pferde richtig umstellten. Sie schien wirklich ein Auge für Feinheiten zu haben und gab wertvolle Tipps in denn richtigen Momenten. Ich war ihr zum Beispiel dankbar, als sie mich darauf hinwies, dass ich mit der äusseren Hand zu sehr mitging in den Kurven, oder dass ich mich wiedermal leicht nach vorne neigte, als ich angaloppieren wollte. Auch für Lily und Fake hatte sie ein paar Tricks auf Lager, damit die Hackneyponystute ihr volles Bewegungspotential ausschöpfen konnte. Ich sah, wie Jonas den beiden mit einem stolzen Ausdruck zusah. Die erste Runde dauerte eine Dreiviertelstunde, dann liessen wir die Pferde austraben und bereiteten die nächste Gruppe vor. Währenddessen waren Quinn, Parker, Thomas, Rita, Charly und April mit Caspian, Merino, Primo, Winter, Simba und Cryptic an der Reihe. Dem was ich beim Putzen von Parányi sah nach zu urteilen, lief es auch bei ihnen gut, obwohl die Vollblüter doch etwas mehr Power zeigten und mit der konstanten Anlehnung noch etwas Mühe hatten. Um Fiona eine Pause zu gönnen, nahmen wir uns reichlich Zeit zum Putzen und tratschten mehr mit Rosie, die noch einen Moment länger blieb. Tayr scharrte schon ungeduldig, als sie sich schliesslich auf den Heimweg machte. Ich sattelte Parányi und brachte sie auf den Platz, gefolgt von Satine, Vychahr, Co Pilot, Circus Dancer und Diarado. Jetzt kamen wir richtig ins Schwitzen. Diese sechs Vierbeiner liefen bereits höhere Dressur und kannten die meisten Lektionen, sodass wir aus dem Vollen schöpfen konnten, was Fionas Erfahrung als Grand Prix Reiterin anging. Sie gab uns wertvolle Tipps um die Piaffe zu verbessern und zeigte uns, wie wir den verstärkten Trab noch eindrucksvoller aussehen lassen konnten. Parányi machte fleissig mit und gab sich Mühe. Sie konnte zwar noch keine Piaffe, aber dafür glänzte sie bei den Galoppwechseln. Und Vychahr beeindruckte Fiona mit seinem schwungvollen Bergaufgalopp an der langen Seite. Nur das rechtzeitige Bremsen vor der Ecke bereitete ihm und Lisa noch etwas Schwierigkeiten.

    Nachdem auch diese Stunde geschafft war, kippte ich erstmal eine halbe Wasserflasche runter und setzte mich beim Nebenstall an die Wand gelehnt in den Schatten, sobald die Rappstute versorgt war. „Alles klar, Occu?“, fragte Jonas mitfühlend, als er mich sah. Ich nickte müde aber grinsend. Es hatte trotz der Hitze Spass gemacht und ich hatte das Gefühl, durchaus ein paar nützliche Inputs bekommen zu haben. Bevor Fiona wieder abreiste, wollte ich ihr aber noch ein wenig von unserem Training mit den Miniature Horses zeigen. Die wurden zwar nicht geritten, aber am langen Zügel konnten auch sie ziemlich anständige Dressurlektionen erlernen. Mit Tiki und Kiwi demonstrierten wir schon etwas komplexere Übungen, während Oreo, Lining, Acira und Darling vor den Augen der Trainerin an den Grundlagen feilten. Auch Allegra, mit der wir erst vor kurzem überhaupt angefangen hatten, zeigte immerhin schonmal schöne Übergänge. Fiona war begeistert von den Minis und nahm sogar selber mal die Zügel von Oreo in die Finger. „He’d be so handsome under saddle, if he only was a warmblood“, stellte sie belustigt fest, als Oreo mit meiner Hilfe einen ansatzweise funktionierenden Spanischen Schritt vorführte. Zuletzt gab es noch ein kleines Highlight für Lily. Sie hatte eigentlich nur noch schnell Areion auf dem Platz bewegen wollen, jetzt wo der ganze Trubel vorbei war. Aber Fiona nahm sich die Zeit, ihr mit dem Tinker ebenfalls noch eine halbe Stunde Einzelunterricht zu geben. Lily kam sogar dazu, ihre ersten Galoppwechsel zu reiten, was aber natürlich nur klappte, weil Lisa das in letzter Zeit so intensiv mit Areion geübt hatte. Lily hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht, als sie ihren Tinker nach dem Unterricht strecken liess. Ich war Fiona dafür extrem dankbar. Nun liessen wir sie aber endlich ziehen und verabschiedeten uns. Es war ein anstrengender, aber toller Nachmittag gewesen.
    1 Sep. 2018

    Kür

    Heute war wiedermal ein geschäftiger Tag. Wir mussten vor dem Mittag mit Primo Victoria und Miss Moneypenny an eine Körung fahren, damit sie ihre Zuchtzulassung bekamen. Zum Glück stiegen beide sofort ein, denn unsere Zeit war etwas knapper berechnet, als mir lieb war. Auf dem Körungsgelände angekommen, luden wir beide aus, und machten sie nochmal hübsch. Zunächst war Primo dran. Sie war geschoren, weshalb ihr schönes, dunkles Fell eher gräulich wirkte, und man die weissen Birdcatcher-Spots deutlich sah. Ich hatte ihre schlammigen Beine zuhause extra nochmal mit Shampoo gewaschen, damit die Abzeichen schön weiss waren. Ich führte Primo also in die Halle und grüsste die Richter. Dann führte ich sie zuerst im Schritt, danach im Trab auf beide Seiten vor. Primo war etwas aufgeregt, aber nicht mehr als sonst, wenn wir auf Turniere oder an Rennen fuhren. Ihre Gänge waren ganz passabel und sie hatte einen schicken, athletischen Körperbau, also machte ich mir keine Sorgen um ihren Erfolg. Zuletzt durfte sie auch noch ihren Galopp im Freilauf vorführen, wiederum auf beide Seiten. Die Richter nickten zufrieden, als sie genug gesehen hatten. Ich grüsste sie erneut und verliess die Halle. Primo tätschelte ich stolz auf den Hals. Sie hatte sich hervorragend benommen.
    1'275 Zeichen mit Lz, geprüft mit Lettercount.com, Text by Occulta

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  3. Occulta

    Occulta actually dead Staff

    Meine Teilnahme mit...
    tc Miss Moneypenny

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    Steckbrief
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    Vom: Chiccory Ox

    Vom: Ehrengold

    Vom: Solo
    Aus der: Shew O'Gold

    Aus der: Black Pearl

    Aus der: Manchester's Memory

    Vom: Mr. Manchester
    Aus der: Desecration Smile


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    Rufname: Penny
    Geburtstag: 06.05.
    Alter: 4 Jahre
    Stockmaß: 1.67 m
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Gray (bay) splash
    (EE,Aa,Gg,Splspl)
    Abzeichen: Laterne, 4x hochweiß gestiefelt
    Gesundheit: Sehr gut


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    verspielt, neugierig, manchmal nervös und zappelig, fleissig


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    Penny hat den Witz und Charme ihres Vaters geerbt. Sie ist sehr neugierig und muss alles mit ihrem Maul untersuchen, wobei sie ab und zu etwas grob ist. Sie ist aber eigentlich eine gutmütige, fleissige Stute, die zu gefallen versucht. Nur manchmal hat sie ihre fünf Minuten, in denen sie nervös herumhampelt und kaum warten kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn viele Leute oder Pferde um sie herum sind.
    Penny war auf den ersten Eindruck ein aufmerksames, lebendiges Fohlen mit einer aussergewöhnlichen Färbung. Ihre Ahnentafel ist sehr vielversprechend und geprägt von ausgezeichneten Rennpferden.

    Miss Moneypenny stammt aus der bekannten Zucht TC Performance und wurde in Irland geboren.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Tassila
    VKR: Tassila
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: nein
    Nachkommen: -


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    Galopprennen Klasse: S**
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: M
    Military Klasse: A
    Dressur Klasse: E
    Distanz Klasse: E

    Eignung: Galopprennen, Military
    Eingeritten: Nein


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    [FS 228]
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    [ZSW 502]
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    1. Platz 370. Galopprennen
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    1. Platz 477. Springturnier
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    3. Platz 351. Militaryturnier
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    Penny's Spind

    TA Bericht

    HS Bericht
    Sissicat
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    Mein Wecker riss mich aus meinem Schlaf. Vor Schreck fiel ich daher aus meinem Bett und lag ausgestreckt auf dem Boden. Als mir einfiel das ich heute einen anstrengenden aber hoffentlich sehr erfolgreichen Tag hatte, ich hatte heute sogar zwei Aufträge in meinem Kalender eingeschrieben. Der erste führte mich zu den Pineforest Stables, einem Rennpferdegestüt unter der Leitung von Occulta Smith. Als ich mich fertig gemacht hatte und alles in meinem Truck verstaut war, stieg ich ein und fuhr los. Mein Radio war laut aufgedreht und begeleitete mich bis zu meinem Ziel mit lautstarker Musik. Als ich endlich angekommen war, wurde ich bereits von Occulta erwartet und durch den Hofeingang gewunken, sie bedeutete mir wo ich parken und mein "Zeugs" aufbauen konnte und verschwand dann bereits um das erste Pferd zu holen. Das Pferd mit dem Namen Miss Moneypenny, hatte schöne blaue Augen und war bereits mit ihren 4 Jahren Siegerin eines Galopprennens. Als Occulta sie zu mir führte wurde sofort mein ganzen Outfit untersucht und an meinen Handschuhen geknappert. Ich lachte und tätschelte die Stute am Hals. "Es kann sein das sie etwas unruhig steht... aber das lässt sich händeln.",erklärte Occulta und ich nickte verständlich. Es war gut das sie mich vorwarnte, so konnte ich mich bereits auf das kommende einstellen. Das erste Hufeisen war schnell entfernt und Penny lies es ohne Probleme mit sich machen. Bei dem zweiten Hufeisen, war Penny ebenfalls ziemlich ruhig obwohl man ihr bereits ansah das sie nervös wurde. Die letzten beiden Hufeisen konnte ich auch noch entfernen ohne Probleme. Nun wurde es schwieriger, immerhin musste ich nun die neuen Renneisen anbringen. Doch mit Occultas Hilfe schaffte ich es alle Hufeisen anzubringen und Penny einigermaßen ruhig zu halten. Danach waren wir fertig und Occulta tauschte Penny gegen das nächste Pferd aus, den Tinkerhengst Areion. Gelassen kam der Hengst zu mir und schnupperte an meinem Handschuh. "Na du?",fragte ich und lächelte den Tinker freundlich an. Bei ihm musste ich die großen Hufe nur feilen und ausschneien, da er Barhufer war. Areion stand da wie ein Teddybär und lies alles ruhig mit sich machen, wodurch wir schnell fertig waren und Occulta meinen letzten Patienten zu mir brachte. "O gott! Wie süß ist die den bitte!",rief ich aus und starrte das Mini pferdchen vor mir an. Kicks-a-Lot war eine American Miniature Horse Stute mit niedlichen blauen Augen und einen knuffigen rotbraunen Fleck bei ihrem Auge. Occulta lachte bei meinem kurzem Aufschrei und erklärte mir das die "Ice Princess" aus der Hofeigenen Zucht stammte und ihr ganzes Leben bis jetzt hierlebte. Während Occulta mir mehr über die Zucht erzählte machte ich mich wie auch bei Areion daran die kleinen Hufe von Kicks-a-Lot zu feilen und auszuschneiden. Die kleine Stute hatte es auf jedenfall faustdick hinter den Ohren und versuchte mir oft ihr Bein zu entziehen oder mich irgendwo zu zwicken, jedoch wich ich ihr gekonnt aus und erledigte meinen Auftrag. Zufrieden streifte ich mir meine Handschuhe von den Händen und meinte:"Alles erledigt!" Daraufhin verabschiedete ich mich von Occulta und fuhr nachhause.
    3149 Zeichen | Sissicat 4 Nov. 2018

    Trainingsberichte [7]
    Occulta
    Galopptraining E-A

    Es war nun vier Wochen her, seit die Nachwuchsvollblüter vorsichtig angeritten worden waren. Sie kannten kaum mehr als das alle drei Gangarten unter dem Reiter, wobei gerade das Galoppieren den meisten die grössten Schwierigkeiten bereitete – jedenfalls in der Halle, wo sie immer wieder Kurven machen mussten. Heute wurden sie von den Kurven erlöst, jedenfalls von den engen. Denn heute durften Merino, Simba Twist, Miss Moneypenny, Riven in a Dream, Primo Victoria und der Neuling Cryptic Spots zum allerersten Mal auf die Rennbahn. „So eine ausgewogene Gruppe hatten wir schon lange nicht mehr“, scherzte Jonas. „Drei Hengste, drei Stuten und alle auf exakt demselben Niveau.“ Ich stimmte ihm fröhlich zu und schob Pennys Box auf. Die Schimmelstute begrüsste mich mit ihrer weichen rosa Schnauze und versuchte, am Reissverschluss meiner Jacke zu zupfen. Ich schob sie sanft beiseite und streifte ihr das violette Halfter über, dann führte ich sie durch die Stallgasse zu den Anbindestellen. Jonas half mir beim Anbinden, doch anschliessend verschwand er nach draussen, um im Nordstall die Trackponys Calico und Dod bereit zu machen. Neben Penny und mich gesellten sich Quinn mit Primo und Parker mit Riven. Wir legten mit dem Putzen der drei los und plauderten dabei über die Sieger der letzten Rennen. Ich konnte mir ein Gähnen nicht verkneifen, denn es war erst halb sechs Uhr und draussen noch stockfinster. Wir beeilten uns mit dem Putzen, denn wir wollten die Geduld der Youngsters nicht schon jetzt strapazieren. Ausserdem hatten wir einen strengen Zeitplan für heute, denn nach dem Mittag standen eine Fohlenschau, ein Halterwettbewerb und ein Springturnier an. Deshalb fand das Training heute auch wieder so früh am Morgen statt, obwohl es im Winter normalerweise keine Rolle spielte. Auch Primo war noch müde: die Stute gähnte herzhaft, während Quinn ihre Schulter massierte. Ich bürstete rasch noch Pennys Schweif, dann war sie bereit zum Satteln. Ich holte den etwas schwereren Trainingssattel und die sonstige Ausrüstung aus der Kammer. Zuerst legte ich ein polsterndes Pad auf, dann die eigentliche Satteldecke und schliesslich den Sattel. Das ganze fixierte ich mit dem Lammfell-Gurt, damit auch bestimmt nichts zwickte. Penny trampelte ungeduldig herum und ich hatte meine liebe Mühe, ihr die Bandagen anständig anzuziehen. Auf die wollte ich aber im Moment noch nicht verzichten, denn bei jungen, unbalancierten Pferden war die Gefahr zu gross, dass sie sich im Renngalopp verschätzten und sich selbst in die vorderen Sehnen traten. Beinverletzungen wollte man im Rennsport um jeden Preis vermeiden. Wir führten die fertig gesattelten Jungstuten nach draussen, wo die gleichaltrigen Jungs bereits warteten. Ajith und Oliver halfen den Jockeys und mir beim Aufsteigen. Danach ritten wir alle hintereinander zur Bahn. Die Trackponys, Calico und Dod, stiessen beim Nordstall zu uns. Merino tänzelte bereits aufgeregt, weil er offenbar dachte, wir gingen wieder ins Gelände. Aber wir bogen stattdessen auf den Galoppweg und trabten uns dort warm. Darren und Dod bildeten die Spitze, Jonas und Calico das Schlusslicht. Dazwischen trabten die jungen Pferde fleissig hintereinander und orientierten sich stark an der Gruppe. Das war in diesem Alter auch noch vollkommen erwünscht. Riven fand die über uns dunkel in die Höhe ragenden Tannen etwas gruselig, denn sie lief mit verklemmtem Schweif vor mir und Penny. Merino und Cryptic gerieten jetzt schon aneinander, denn der freche Merino versuchte immer wieder, nahe genug an das gepunktete Hinterteil seines Vordermanns zu kommen, um hineinzukneifen. Cryptic schlug als Antwort missmutig mit dem Schweif und bedeutete dem Frechdachs auf Abstand zu bleiben. Simba arbeitete heute sehr still mit. Er schien sich nicht besonders für die anderen Pferde um ihn herum zu interessieren, und da Merino zu weit von ihm weg war, konzentrierte er sich vollkommen auf April, die ihn ritt. Er trat sogar etwas ans Gebiss, wenn auch nicht konstant, da ihm dazu schlichtweg noch die Muskeln und die Balance fehlten. Zufrieden drehte ich den Kopf wieder nach vorne um mich auf mein eigenes Reittier zu konzentrieren. Ich spielte etwas mit den Zügeln und lud Penny ein, ebenfalls den Kopf etwas runter zu nehmen. Sobald sie im Genick nachgab, lobte ich sie durch rasches Überstreichen. So beschäftigte ich sie immer wieder etwas, während wir eine ganze Runde trabten. Danach ritten wir im Schritt zur Bahn. Heute waren die absoluten Basics gefragt: Betreten der Startbox, ein/zwei erste Starts und zuletzt ein erstes, kurzes Galopptraining. Ajith und Oliver warteten bereits auf uns. Wir ritten vor der Startmaschine eine Volte. Ajith und Oliver pickten einen nach dem anderen heraus und führten uns zügig auf die Boxen zu. Je rascher und entschlossener das ganze von statten ging, desto weniger zögerten auch die Pferde. Sie standen quasi drinnen, bevor sie richtig darüber nachdenken konnten. So erging es auch Penny und mir. Hinter uns schloss Ajith die Klappen, gerade rechtzeitig, bevor Penny den Rückwärtsgang einzulegen versuchte. Ajith drückte dagegen und ich trieb sie wieder vor, dann versuchte ich sie dort zu halten, bis alle drin waren. Sobald die letzte Klappe zuging, lief Oliver zum Auslöser und liess die Startmaschine aufschnappen. Natürlich wussten die jungen Vollblüter noch nicht, was sie zu tun hatten, also trieben wir sie energisch an und gaben ihnen die Zügel frei, um ihnen das Vorwärtsgehen schmackhaft zu machen. Die Reaktionsgeschwindigkeit war auch nach dem dritten Versuch noch bescheiden, aber immerhin kamen die meisten jetzt schon ein paar Sekunden nach dem Öffnen im Trab oder sogar Galopp, in Merino und Cryptics Fall, davon. Nach dem dritten Start trieben wir alle Pferde direkt weiter in den Galopp. Wir blieben dicht beieinander und strebten ein einheitliches Grundtempo an, auch um den Gehorsam zu schulen. Auf den letzten 200 Metern trieben wir sie nochmal etwas an, sodass wir diese in 15 Sekunden schafften. Dies würden wir nun die nächsten fünf Wochen lang widerholen und perfektionieren, bevor der nächste Schritt angegangen werden konnte. Die Trackponys kamen uns entgegen und begleiteten uns im Trab von der Bahn zurück zum Stall. Die jungen Pferde hatten bereits nach diesem bescheidenen Traning stark geschwitzt und saugten Luft durch die weit geöffneten Nüstern ein, was aufgrund der schlechten Kondition ganz normal war. Dies galt es in nächster Zeit deutlich zu verbessern. Doch jetzt war erstmal Feierabend für die Jungspunde. Für uns Pfleger hingegen hatte der Tag erst begonnen.
    30 Nov. 2016

    Occulta
    Galopptraining A-L

    Es war bereits der letzte Januartag, und ein besonders schöner noch dazu. Der Himmel war tiefblau und der eisige Wind, der den Schnee auf den Feldern verwirbelte, zauberte skurrile Landschaften. Während Oliver sich ärgerte, weil die seit wenigen Tagen endlich wieder eisfreie Strasse nun wieder mit Schnee bestaubt wurde, freute ich mich auf das heutige Training mit den Pferden. Es war harte Arbeit angesagt; in erster Linie ging es um die Körungsvorbereitung. Die jungen Pferde mussten noch viel lernen und es machte für mich keinen Sinn, ein ‚grünes‘ Pferd vorzustellen. Den Richtern gefielen wohlbemuskelte, ausbalancierte und gut erzogene Pferde schliesslich auch besser. Als erstes stand Renntraining auf dem Plan. Während die meisten Vollblüter am Morgen bereits ihr Winter-Fitness-Programm genossen hatten, kamen nun am frühen Nachmittag Coulee, Framed in History, Cabinet of Caligari und die sechs jüngsten Rennpferde auf ihre Kosten. Mir blieb wiedermal fast nichts anderes übrig, als meinen Frame zu reiten, da der Hengst bei mir einfach am besten lief und Quinn noch bis nächste Woche in den Ferien war. Ein Hauch Missmut erweckte das aber schon, zumal ich doch so gerne einen der Youngsters trainiert hätte. Nächste Woche eben wieder, dann ist Quinn auch wieder da. Ich holte den Schecken aus seiner Box und begann ihn zu putzen. Zunächst massierte ich ihn gründlich mit dem Gummistriegel, um den Staub und ausgefallenes Fell zu lösen. Dann spickte ich alles mit der langborstigen Staubbürste weg. Bereits danach begann Frames Fell schön zu glänzen, aber ich bearbeitete es trotzdem noch mit der Kardätsche und zuletzt mit der feinen Bürste, wie es Routine war. Wären wir jetzt an ein Rennen gegangen, hätte ich sogar zusätzlich noch mit einem Tuch oder Fellhandschuh und etwas Glanzspray den ultimativen Feinschliff gemacht. Das Langhaar hatte ich vor dem Durchgang mit der Kardätsche gekämmt, sodass der daraus fallende Staub nicht zuletzt noch auf das saubere Fell rieselt. Auch Frame’s zweifarbiger Schweif war bereits seidig und knotenfrei, wie es sich gehörte. Nun musste ich nur noch Hufauskratzen, danach konnte ich satteln. Frame gab seine Hufe artig, zog mir aber nach einer Weile den einen Vorderhuf aus der Hand und scharrte ungeduldig. Ich stupste ihn streng, woraufhin er ihn wieder stillhielt. Nun legte ich ein Stück Chamois Leder auf seinen Rücken, damit der Sattel während dem Training nicht verrutschen konnte. Darüber kam die dünne Baumwoll-Satteldecke. Dann legte ich das schützende Pad auf und faltete die Satteldecke vorne ein Stück weit darüber. Bevor ich den Sattel auflegte und mit dem gepolsterten Trainingsgurt festgurtete, platzierte ich noch ein kleines Lammfellpad hinter dem Widerrist, damit dieser auch wirklich ausreichend geschützt war. Manche Pferde brauchten das, andere nicht, da die Sättel nicht individuell auf die Pferde angepasst waren, sondern grundsätzlich für jedes Pferd verwendet wurden. Manche hatten auch anstelle eines Pads einfach eine dicke Satteldecke, manchmal sogar zwei, oder eine halb gefaltete. Für Frame war aber meine soeben angewandte Lösung bisher die beste und hatte noch nie Druckstellen oder abgebrochene Haare verursacht. Ich zäumte den Hengst und führte ihn nach draussen, gemeinsam mit den anderen Jockeys. Ajith und Oliver halfen uns beim Aufsteigen, dann ritten wir im Gänsemarsch zum Galoppweg, um uns auf einer Trabrunde aufzuwärmen. Merino lief zufrieden direkt hinter Simba Twist. Die beiden waren richtig gute Kumpel und hatten schon als Fohlen immer zusammen gespielt. Kaythara platzte fast vor Energie und tänzelte ungeduldig, wannimmer wir bremsen mussten. Auch Caligari liess sich davon etwas anstecken, aber das Gezapple der beiden war harmlos. Wir machten auf der Bahn einen freien Start, indem wir eine saubere Linie bildeten. Danach trainierten wir zwar alleine, aber so hatten es die Pferde einmal mehr geübt. Ich überholte mit Frame Miss Moneypenny und Cryptic Spots, damit ich niemanden mehr im Weg hatte. Dann nahm ich ihn wieder etwas zurück und gleiste ein anspruchsvolles Intervalltraining mit 2-furlong-sprints auf. Frame kam dabei ganz schön ins Schwitzen, sodass ich ihn nach dem Training gründlich mit dem Schwamm waschen musste. Den ganzen Körper wollte ich aufgrund der Aussentemperaturen nicht abspritzen. Auch Primo Victoria hatte viel geschwitzt und schnaufte noch lange nach dem austraben. Wir wuschen alle Pferde mit dem Schwamm und brachten sie danach direkt mit Abschwitzdecke in die Führmaschine oder übergaben sie einem Pfleger, damit sie sich trockenlaufen konnten. Zwischendurch boten wir ihnen auch etwas zu trinken an. Nach einer guten halben Stunde brachten wir die Pferde in die Boxen und gaben ihnen ihre Karotten zur Belohnung.
    31 Jan. 2017

    Occulta
    Galopptraining L-M
    Gruppe 1: tc Miss Moneypenny, PFS' Merino, PFS' Simba Twist, PFS' Cryptic Spots, Primo Victoria, Cassiopeia

    Fünf Uhr morgens, die Sonne war noch in der Ferne versteckt, doch der Himmel wurde im Osten bereits heller. Ich gähnte ein letztes Mal, dann streckte ich mich und war auf den Beinen. Ein rasches Müsli als Energiespender für den Morgen, dann musste ich mich auch schon im Hauptstall einfinden, denn das Training der Vollblüter fand aufgrund der sommerlichen Temperaturen seit ein paar Tagen wieder wie jeden Sommer besonders früh statt. Ich begann gleich damit, Merino zu putzen, während Ajith mit der Schubkarre umherhuschte und Heu verteilte. Neben mir bereitete Quinn Simba vor. Wir plauderten fröhlich und setzten uns Ziele für den heutigen Tag und das Training. Nach dem Putzen wurden die Trainingssättel aufgelegt und die restliche Ausrüstung vervollständigt. Dann ging es auch schon raus zum Aufsteigen. Alles ging Schlag auf Schlag; einer nach dem anderen wurde von Oliver auf’s Pferd geschmissen. Wir ritten im Gänsemarsch zum Galoppweg und begannen mit dem Aufwärmen im Trab. Nach einem kurzen Aufgalopp beschleunigten wir auf ein angemessenes Trainingstempo und zogen dieses über 1600 Meter durch. Auf den letzten 400 Metern trieben wir die jungen Rennpferde nochmals an, sodass wir sie im gesetzten Limit von 26 Sekunden passierten. Danach liessen wir die trotz der kühlen Morgenluft verschwitzten, heftig atmenden Jungspunde austraben. Ich lobte Merino ausgiebig, denn er hatte seine Gesamtzeit vom letzten Mal um etwas mehr als eine Sekunde unterboten. Aber seine Kondition war noch nicht gut genug, und seine Herzfrequenz, wie sich kurz darauf bei Olivers Kontrolle herausstellte, nahe an der 200er Grenze. Wenigstens Cassiopeia war wieder fitter geworden, denn nach einer erneuten Trainingspause wegen eines Viruses, das sie sich aufgeschnappt hatte, war sie wieder etwas hinter ihren gleichaltrigen Kollegen zurückgefallen und lief deshalb nun in der jüngsten Gruppe mit. Die anderen Nachwuchsrenner, Penny, Cryptic und Primo hatten keine Auffälligkeiten gezeigt und waren fit. Zufrieden beendeten wir das Training, indem wir die sechs in den Freilauftrainer zum Auskühlen brachten. Danach ging’s für die Jockey gleich weiter zur nächsten Gruppe.
    31 Mai 2017

    Occulta
    Galopptraining M-S
    Gruppe 1: PFS‘ Merino, Primo Victoria, Simba Twist, PFS’ Stromer’s Painting Gold, PFS’ Cryptic Spots, PFS’ Miss Moneypenny, Cassiopeia

    Ungeduldig tänzelte Cryptic vor der Startmaschine. Wir warteten darauf, dass Ajith uns reinführte, doch wir standen an der äussersten Position und der Pfleger hatte innen angefangen. Nacheinander brachte er Merino, Simba, Penny, Cassy, Primo und Goldy rein, bis schliesslich wir dran waren. Cryptic war total geladen und ich rollte, einen Blick zu Quinn werfend, die Augen. Sie grinste und meinte: „Better like this than a horse that’s falling asleep.“ Ich stimmte ihr zu und fragte, wie Goldy drauf sei. Das war das erste mal, dass sie mit der Gruppe mitlief. Wir hatten sie bisher nur Dressur geritten und einzeln auf der Bahn trainiert, oder Ausritte gemacht. Wir hatten nämlich zuerst sehen wollen, wie ihr Trainingsstand war. Oliver hatte sie für fit genug befunden, also konnte sie jetzt mit unseren Dreijährigen laufen. Sie hinkte dennoch ein wenig hinterher was die Erfahrung anging, da ihre alte Besitzerin nicht so viel Zeit zum Trainieren gehabt hatte. Cassy war auch immernoch bei der jüngsten Gruppe dabei, doch Oliver wollte sie bald wieder zu den älteren Rennpferden einteilen, weil sie deutlich mehr Ausdauer als die Jungen hatte. Ich war froh, dass die palomino Stute wieder aufholte.

    Endlich gab Ajith das Startsignal und die Klappen öffneten sich. Cryptic drückte wie erwartet gewaltig ab und ich musste mich gut in seiner Mähne festkrallen, um mit den kurzen Bügeln nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Er setzte sich mit ein paar grossen Sprüngen an die Spitze und ich überlegte zufrieden: Wenn er im nächsten Rennen so losspringt, kann er schon von Anfang an einen guten Vorsprung herausholen. Allerdings musste ich ihn jetzt etwas zurücknehmen, denn unser Training fand wie fast immer in Intervallen statt. 1600 Meter insgesamt waren es heute, dazwischen Phasen mit 200 Meter Sprints. Ich sah stets auf meine Armbanduhr um unsere Geschwindigkeit zu überprüfen. Cryptic machte sich heute echt gut, doch gegen Ende der 1600 Meter wurde er etwas langsamer, was mir zeigte, dass es in Sachen Ausdauer noch haperte. Merino und Simba bieben bis zum Schluss dicht beieinander, weil die beiden gerne zusammen liefen und sich so gegenseitig anstachelten. Sie wurden dicht verfolgt von Penny, die ziemlich zurückgehalten wurde, weil sie sich beim letzten Training zu sehr verausgabt hatte und mit einem zu hohen Puls durchs Ziel gekommen war. Quinn nahm’s mit Goldy noch gelassen und blieb zuhinterst. Die Stute konzentrierte sich und war gehorsam, das machte das Training sehr angenehm. Primo hingegen war etwas abgelenkt und irgendwie nicht auf der Spur. Nichts desto Trotz war es ein gutes Training gewesen und wir kamen mit jedem Tag wieder ein kleines Stück weiter.
    31 Aug. 2017

    Occulta
    Springen A-L
    Chiccory ox, Shades of Gray, A Winter’s Day, PFS’ Captured in Time, PFS’ Merino, Simba Twist, Primo Victoria, PFS’ Cryptic Spots

    Nachdem wir mit der ersten Springstunde fertig waren und ich Iskierka weggeräumt hatte, war nun eine etwas weniger erfahrene Gruppe dran. Diesmal ritt ich Merino, den Rappen mit den lustigen weissen Punkten. Auch seine Zwillingsschwester Primo war dabei, denn beide hatten etwa denselben Trainingsstand. Natürlich folgten uns auch die restlichen Rennpferde dieser Jahrgangsgruppe, Ciela, Simba und Cryptic, auf den Reitplatz, wo immernoch derselbe Parcours wie zuvor stand - nur dass Elliot ihn inzwischen etwas runtergestellt hatte. Aber insgesamt waren wir am Schluss sogar acht Pferd-Reiterpaare auf dem Sandplatz, denn Chiccory, Gray und Winter hatten das Springtraining auch nötig. Zuallererst wärmten wir uns wie immer gründlich auf. Danach trabten wir über ein paar Stangen und schulten den gleichmässigen Takt der Vollblüter. Als nächstes folgten ein paar einfache Kreuze und Steilsprünge, bevor wir schliesslich mehrere Hindernisse flüssig nacheinander anritten. Wir gingen alles schön langsam an, da die jüngeren Pferde der Gruppe wirklich noch ganz am Anfang des Springreitens standen. Sie waren ja auch eigentlich Rennpferde, und zumindest im Moment nur indirekt fürs Springen gedacht. Aber es konnte nicht schaden, ihre Ausbildung abwechslungsreich und vielseitig zu gestalten. Das beanspruchte auch wieder ganz andere Muskeln als das Galoppieren auf der Bahn, sodass sie weitere Kraft dazugewannen. Sie machten ihre Sache allesamt gut. Es gab zwar hie und da noch ein paar kleine Patzer, entweder mit Verweigerungen oder fallenden Stangen, aber das war nicht weiter schlimm. Besonders die jüngsten waren halt noch etwas tollpatschig und hatten nicht so viel Balance wie die älteren Pferde. Aber für erste Turniere würden sie bald bereit sein, da war ich mir sicher.
    31 Okt. 2017

    Occulta
    Galopptraining S*-S**
    Primo Victoria, PFS’ Merino, PFS’ Cryptic Spots, Simba Twist, tc Miss Moneypenny, Cassiopeia, PFS’ Stromer’s Painting Gold

    Ziemlich genau ein Jahr war es her, seit die Vollblüter aus der jüngsten Gruppe zum ersten Mal auf die Bahn gekommen waren. Primo Victoria, ihr Zwillingsbruder Merino, Cryptic, Simba und Penny waren innerhalb eines Jahres von absoluten Anfängern zu hervorragenden Rennpferden geworden, die nun allesamt in höheren Rennen starten konnten. Da sie nächstes Jahr mit den erfahreneren Vollblütern zusammen rennen mussten, wollten wir die fünf Jungspunde, Cassiopeia, die wir immernoch am Auftrainieren waren, und Goldy, die ja erst kürzlich dazugestossen war, bis zum Frühling noch etwas härter rannehmen. Oliver hatte einen strengen Plan mit Richtzeiten und -Strecken aufgestellt, an die wir uns Tag für Tag halten mussten. Normalerweise machten wir über den Winter etwas weniger hartes Training und eher eine Art Erholungsphase. Die jungen Pferde mussten aber trotzdem Fortschritte machen und bis zum Frühling das gewünschte Trainingslevel erreichen. Natürlich bekamen die jungen Pferde dennoch genug Pausen, damit sich ihre Muskeln optimal erholen und entwickeln konnten. Auch heute fand das morgentliche Training wie gewohnt statt, typisch für das Winterhalbjahr erst ab acht Uhr. Die Sonne ging daher gerade auf, als wir mit den fix fertig geputzten und gesattelten Pferden den Hauptstall verliessen. Ich wurde von Ajith per Räuberleiter auf Simbas Rücken gehoben und zupfte symbolisch die goldene Mähne des Hengstes unter der Fleecedecke hervor. Da die Vollblüter alle geschoren waren, trugen sie während des ganzen Trainings Fleece-Nierendecken. Wir ritten im Schritt zum Galoppweg, trabten an und wärmten die Vierbeiner auf. Merinos Decke war wohl nicht gut festgemacht, denn sie verrutschte während dem Traben. Ich rief daher Charly vor mir zu «Oi, Chaplin your exercise rug is off». Der Jockey drehte sich verwirrt nach hinten, entdeckte das Problem und zupfte die Decke im leichten Sitz zurecht. Er zwinkerte mir dankbar zu, weil er genau wusste, dass er Ärger von Oliver eingefangen hätte, wenn ich nicht gewesen wäre. Es war noch neblig auf den Wiesen um Pineforest herum und das in der Nähe liegende Dorf war vollständig verschluckt. So wirkte es fast, als sei Pineforest eine Insel inmitten von gähnender Leere, die ebenfalls drohte, in den grauen Schwaden zu verschwinden. Die Pferde liefen rhytmisch über den Schnitzelweg und mein Helm streifte hie und da einen Tannenzweig. Ein Blick über die Schulter verriet mir, dass Cassy direkt hinter uns schön am Zügel lief. Die Palominostute war nebst Vai Alida die einzige Trader Joe Nachkommin in meinem Stall. Weil Alida nicht mehr im Rennsport eingesetzt wurde, lasteten auf Cassy mehr Erwartungen. Es war unheimlich schade, dass sie mit ihrer Beinverletzung hatte pausieren müssen, denn so hatte sie viele wichtige Rennen verpasst. Aber dafür war sie nun umso fitter und zeigte das ganze Potential, das sie von ihrer Abstammung mitbekommen hatte. Wir bogen nach dem Einwärmen auf die Bahn und reihten uns vor der Startmaschine auf, die heute etwas weiter vorne stand. Simba ging zuverlässig rein und auch die anderen liessen sich, bis auf ein wenig Tänzeln, brav hineinführen. Oliver gab das Startsignal und die Tore klappten auf. Doch wenige Sekunden später pfiff er uns zurück. «Penny and Cryptic were too late! Do it again, and this time move your butt properly out of there.» Leicht verärgert trabte April neben mir her. «It was nothing, really. She went off perfectly fine», murmelte sie. Offenbar nicht ‘perfectly’ genug für Oliver. Simba war diesmal ein wenig zögerlich, weil er nicht verstand, warum wir beim ersten Mal gebremst hatten. Wir starteten erneut, wobei Oliver ruhig blieb. Simba legte einen guten Start hin, stockte dann aber, weil er förmlich erwartete, dass wir wieder bremsen mussten. Ich ermunterte ihn zu einem gleichmässigen Takt und hielt den Blick entschlossen nach vorne gerichtet. Dadurch, dass der Hengst etwas unsicher bezüglich des Starts gewesen war, drehte er nun immer wieder ein Ohr nach hinten zu mir und war deutlich aufmerksamer als sonst. Es war ein tolles Gefühl, den Athleten unter mir so sehr bei der Sache zu sehen. Auch Oliver beobachtete das Geschehen interessiert mit dem Feldstecher. Ich fragte mich, ob er nicht insgeheim genau das hatte ausprobieren wollen. Es schien aber nicht bei allen geklappt zu haben, denn Rita hatte mit Cryptic immer noch eine ordentliche Handvoll. Er erinnerte mich an seinen Vater, der je nach Wetter auch lustig aufgelegt war. Aber auch die beiden kamen durchs Ziel und das in der erforderlichen Zeit. Trotzdem motzte Oliver und liess Rita nochmal dreihundert Meter kontrolliert am Zügel galoppieren. Cryptic strotzte nach wie vor mit überschüssiger Energie, war aber danach etwas weniger quengelig. Oliver liess uns austraben und fasste, nachdem sich alle Pferde zum Trockenlaufen mit den Abschwitzdecken im Freilauftrainer befanden, nochmal rasch seine Beobachtungen von vorhin zusammen. Er erklärte, dass die Pferde nun auf einem höheren Level als zuvor waren und wir auch entsprechend auf die Details achten mussten. Wir durften keine Millisekunden in schlechten Starts oder Meinungsverschiedenheiten verschenken. Unsere Konkurrenz hatte eine erste ‘Filterung’ durchlaufen; die im nächsten Jahr startenden Vierjährigen waren allesamt Pferde, die von ihren Trainern als ‘Ertrag bringend’ eingestuft worden waren, ergo ‘nur die Guten’. Diesen Vortrag durften wir uns natürlich jedes Jahr um diese Zeit wieder anhören, entsprechend nickten alle nur mehr oder weniger augenrollend. Recht hatte er aber, und das mussten alle zugeben. Auch ich fragte mich, wie gut meine Vollblüter in der kommenden Saison abschneiden würden. Oliver war erstaunlich optimistisch gestimmt und klopfte mir lobend für das heutige Training auf die Schulter. Er meinte abschliessend, dass Cassy nun ruhig wieder in die älteren Gruppen wechseln konnte, da sie ihren Trainingsrückstand beinahe aufgeholt hatte. Ich stimmte dem zu.
    29 Nov. 2017

    Occulta
    Springen L-M
    tc Miss Moneypenny

    Heute besuchte ich mit Miss Moneypenny einen unserer befreundeten Züchter in der Nähe von London, um auf dessen neuem Springplatz zu trainieren. Er hatte mich extra eingeladen, weil wir uns schon eine Weile nicht mehr gesehen hatten. Ich war sehr erfreut darüber und war gespannt auf den Platz, denn scheinbar hatte der speziellen Sandbelag, der sich hervorragend zum Springen eignete. Wenn er wirklich hielt, was er versprach, dann wollte ich eventuell auch unseren Platz auf Pineforest beim nächsten mal damit erneuern. Ich zog Penny karierte Transportgamaschen an, denn es lag doch ein Stückchen Fahrt vor uns. Sie stand die ganze Zeit über ruhig im Anhänger, obwohl sie alleine reiste. Wir übten das alleine Verladen immer mal wieder mit den Jungpferden, denn ich fand es wichtig, dass das kein Problem darstellte. In London angekommen, lud ich Penny aus und sattelte sie, nachdem ich die Gamaschen ausgezogen hatte. Sie schien interessiert in die fremde Umgebung und folgte mir eifrig, als ich sie zu den Stallgebäuden führte. Nick begrüsste uns fröhlich beim Tor und begleitete uns gleich auf den Platz. Er bewunderte meine hübsche Vollblutstute und ich wusste, dass er ein grosser Fan ihrer Abstammung war. Er hatte mich auch schon einmal bei einem Rennen gefragt, ob ich sie verkaufen würde, was ich natürlich verneinte. Er ahnte, dass das auch nach wie vor so war, also fragte er diesmal gar nicht erst, sondern beschränkte sich darauf, uns beim Springen scharfäugig zu beobachten. Zunächst wärmte ich Penny auf und forderte ein paar Seitengänge von ihr. Als sie warmgetrabt und -galoppiert war, widmeten wir uns den ersten niedrigen Steilsprüngen. Danach stellte Nick uns die Hindernisse aber rasch höher, und schon kurz darauf sprangen wir auch Oxer, Kombinationen, In-Outs und sogar eine dreifach Kombi; alles auf einem Meter oder leicht mehr. Am Ende wurde Nick etwas übermütig und stellte uns einen M-Parcours. Mir war zunächst etwas mulmig dabei, aber da Penny während des ganzen Trainings heute noch keine einzige Stange abgeworfen hatte, stimmte ich zu. Ich wusste, dass sie einzelne Hindernisse dieser Höhe gut überwinden konnte, aber wie es mit einem ganzen Parcours aussah, wusste ich nicht. Meine Sorge stellte sich als unnötig heraus: Penny war sehr aufmerksam und liess sich von mir hervorragend spannen, sodass wir auch in dieser Höhe einen fehlerlosen Parcours absolvieren konnten. Für ein eigentliches Rennpferd war das Spitze. Ich klopfte ihr beim Austraben stolz auf den Hals und liess die Zügel bis zur Schnalle lang. "Impressive", meinte auch Nick lobend. Ich stellte lächelnd fest, dass Penny wohl ein geborenes Springpferd sei, und nach ihrer Rennkarriere kaum Mühe haben werde, sich umzustellen. Wir plauderten noch etwas, während ich die Stute Schritt ritt. Irgendwann verabschiedete ich mich und lud Penny wieder ein - dann ging's ab nach Hause zum Abendessen.
    4 Nov. 2018

    Kür

    Heute war wiedermal ein geschäftiger Tag. Wir mussten vor dem Mittag mit Primo Victoria und Miss Moneypenny an eine Körung fahren, damit sie ihre Zuchtzulassung bekamen. Zum Glück stiegen beide sofort ein, denn unsere Zeit war etwas knapper berechnet, als mir lieb war. Auf dem Körungsgelände angekommen, luden wir beide aus, und machten sie nochmal hübsch. Als zweite war Penny dran. Ihre Mähne hatte ich extra hochgeflochten und ihr Schweif war schön seidig weich. Auch sie hatte ich zuvor noch mit Shampoo und warmem Wasser bearbeitet, damit sie nicht als Schlammmonster dastand. Ich führte Penny also ebenfalls in die Halle und grüsste erneut die Richter. Dann führte ich sie wiederum zuerst im Schritt, danach im Trab auf beide Seiten vor. Penny war ganz gelassen und cool. Sie schien sich kaum um die Leute auf der Tribüne zu kümmern. Auch bei ihr war ich sicher, dass sie durchkommen würde, denn sie brachte alles mit, was ein gutes Rennpferd haben musste. Ausserdem war sie ein Hingucker mit ihrer Farbe. Zuletzt durfte auch sie auch noch ihren Galopp im Freilauf vorführen, wiederum auf beide Seiten. Die Richter nickten abermals zufrieden, als sie genug gesehen hatten. Ich grüsste sie zum Abschied und verliess die Halle. Penny tätschelte ich stolz auf den Hals. Sie hatte sich genau wie Primo hervorragend benommen.
    1327 Zeichen mit Lz, geprüft mit Lettercount.com, Text by Occulta

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