[SK 461] Spring- und Distanzpferde

Dieses Thema im Forum "Archiv" wurde erstellt von Canyon, 15 Sep. 2018.

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Welcher Stute möchtest du deine Stimme geben?

Diese Umfrage wurde geschlossen: 19 Nov. 2018
  1. Efeu

    22,2%
  2. Роса

    16,7%
  3. Алёна

    5,6%
  4. Анжелика

    11,1%
  5. Razita

    27,8%
  6. Possy Pleasure Mainstream

    0 Stimme(n)
    0,0%
  7. Paminta

    16,7%
  1. Canyon

    Canyon Bekanntes Mitglied

    [SK 461] Spring- und Distanzpferde
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    Regeln:
    - Es dürfen nur Stuten teilnehmen (Keine Hengste, Wallache oder Fohlen), die in den Bereichen Springen oder Distanz mindestens auf Stufe M stehen (gezählt werden hierbei die vorhandenen Schleifen und Trainingsberichte pro Disziplin).
    - Jeder darf mit bis zu drei Stuten teilnehmen, dabei ist es egal, wem diese gehören.
    - Der Text darf maximal 3000 Zeichen enthalten, bitte überprüfen auf www.lettercount.com etc.! Zur Überprüfung wird die Zeichenanzahl unter den Kürtext geschrieben, zusammen mit dem Prüfsystem.
    - Bitte überweist 5 Joellen pro Stute an mich (Canyon) mit dem Grund: SK 461
    - Der Teilnehmerzahl ist auf höchstens 10 Pferde begrenzt.
    - Der Teilnahmeschluss bleibt vorerst offen und wird mindestens einen Tag vorher angekündigt, außer die maximale Teilnehmerzahl ist bereits ausgefüllt.
    - Ist die SK mehr als 2 Monate offen, erfolgt die Abstimmung auch ohne, dass 10 Stuten teilgenommen haben, allerdings unter der Voraussetzung, dass es mindestens 5 Teilnahmen gibt.
    - Hufschmied- und Tierarztberichte sind mit dem richtigen Datum zu versehen.
    - Bitte achtet darauf, die Teilnahmebilder bei abload.de oder ähnlichem hochzuladen, damit sie auch später im Gewinnerthema angezeigt werden.

    Gründe für eine Disqualifikation:
    - die Zeichenzahl des Textes stimmt nicht
    man hat mit Doppelaccounts abgestimmt
    - es wurde gebettelt
    - es wurde nicht überwiesen
    - die Teilnahme ist unvollständig
    - es liegt ein Verstoß gegen die Regeln vor
    - die Aufgaben wurden nicht erfüllt

    Aufgaben
    Die Kür darf frei ausgedacht werden, jedoch muss sie folgendes beinhalten:
    - das Einreiten/ Führen am Anfang der Kür mit anschließendem Grüßen
    - alle 3 GGA auf rechter und linker Hand
    - mindestens 2 verschiedene Hufschlagfiguren außer ganze Bahn
    - Richter verabschieden am Ende der Kür

    Die Gewinnerstuten werden durch folgendes System ermittelt:
    Aussehen Körungstext / Userabstimmung
    1 Punkt für jede Stimme

    Abstammung
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Elternteil
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Großelternteil
    -0,5 Punkte für Inzucht betreffend Eltern & Großeltern je Pferd/Pony

    Offizielle Turniere & Wettbewerbe
    1 Punkt für jede Turnierschleife erster Platz
    1 Punkt für jede Schönheitswettbewerbsschleife
    1 Punkt für jede Turnierschleife zweiter Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife dritter Platz
    1 Punkt je Fohlenschauschleife
    2 Punkte je Reiterspielschleife

    Gesundheitscheck wenn vorhanden
    2 Punkte für Tierarztuntersuchung
    2 Punkte für Hufschmieduntersuchung
    Die Gesundheitschecks dürfen max. 6 Monate alt sein - Zählung erfolgt ab dem Tag der Anmeldung.

    1 Punkt pro Ausbildungsbericht (nur Stufenerhöhungen zählen!)
    1 Punkt für ein Zubehörbild
    2 Punkte für ein Bild mit Zubehör & Bewegung
    Es wird nur ein Zubehörbild gewertet.

    Mindestpunktzahl für die Gewinner: 20 Punkte

    Teilnahmen bitte nach folgender Reihenfolge gliedern:
    Username
    verlinkter Pferdename
    Pferdebild
    Steckbrief (gespoilert) inkl. Turnierschleifen und korrekter Abstammungsverlinkung
    TA und HS Berichte + Datum (gespoilert)
    Trainingsberichte, nur die Stufenerhöhungen! (gespoilert)
    Kür + Zeichenzahl und Name des Prüfprogrammes


    Viel Spaß und Erfolg bei der Teilnahme!
     
  2. Tassila

    Tassila Stolzer Besitzer eines Niederen Bayern!

    Teilnahme mit
    Efeu
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    Efeu zu Hause

    Steckbrief
    Abstammung
    Von: Come Back Black Jack
    Aus der: Estel

    Grunddaten
    Geburtstag & Alter: 15.6. ; 9 Jahre
    Geburtsort: (Deutschland)
    Geschlecht: Stute
    Rasse: Knabstrupper - Mix
    Fellfarbe: Black Blanket Spotted | Schabrackentiger (Ee,aa,nLp)
    Stockmaß: 1,63 m

    Charakterbeschreibung
    Efeu vereint die besten Eigenschaften ihrer Eltern, ihr Vater Black Jack war selbst erfolgreich im Springsport. Efeu selbst verfügt sowohl über das athletische Fundament und Springvermögen, als auch den Mut um im Vielseitigkeitssport zu bestehen. Estel gab ihrer Tochter sowohl die Farbe als auch ein ausgeglichenes Temperament mit.

    Ausbildung & Fitness
    Gesundheit: sehr gut
    TA: //
    HS: //
    T: Military E-A (BellaS, 26.4.17)
    Eingeritten: ja
    Einsatz: Vielseitigkeit

    Zuchtdaten
    Prämiert: nein
    Besitzer: Tassila

    Erfolge
    217.SST | 256.SST | 453.DT | 375.MT | 372.MT | 233.ST | 241.SST | 259.SST | 354. MT | 415.DT | 317.MT | 331.MT | 218.SST
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    61.FS
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    Training
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    Military E - A
    Efeu | Lune de Miel

    5543 Zeichen | © BellaS

    Wieder einmal hatte ich Gäste auf dem Hof. Vierbeinige Gäste. In meiner Funktion als Trainerin reiste ich inzwischen nicht mehr um die halbe Welt, sondern ließ die Pferde zu mir kommen. Das machte eine sorgfältiges Training für mich sehr viel einfacher, da ich neben den Pferden, die es zu trainieren galt, auch noch eine ganze Menge anderer Vierbeiner zu versorgen hatte. Außerdem hatte ich die idealen Trainingsbedingungen des norwegischen Frühlings und der Tyrifjord Ranch zur Verfügung, sowie die tatkräftige Hilfe meines gesamten Teams. Auf einmal war es mir möglich mehrere Pferde gleichzeitig zu trainieren, weil ich mich nicht mehr alle nacheinander reiten musste.
    Momentan hatte ich zwei Warmblüter im Training, die meine Bereiterin Tiffany Snow und ich in den Grundlagen der Vielseitigkeitsreiterei, auch Military genannt, trainierten. Während ich mir den Knabstrupper Mix Efeu ausgesucht hatte, die ein ausgesprochenes Springtalent sowie ein herrlich ausgeglichenes, aber doch vorhandenes, Temperament besaß. Tiffany dagegen kämpfte jeden Trainingstag wieder mit Lune de Miel, die Luna gerufen wurde. Die Stute war ein pures Energiebündel und zappelte dauerhaft, auch tänzeln und bocken waren ihr nicht fremd. Luna musste permanent beschäftigt werden, um ausgelastet zu sein und ihr unglaubliches Talent zu entfalten. Beide Stuten waren bisher eher springbetont geritten worden, daher verwendeten wir die ersten Tage ihres Aufenthalts in Norwegen zum Training in der ungeliebten Disziplin, der Dressur.
    Hier waren auf dem A-Niveau nur die Grundgangarten mit Mitteltempo und korrekter Haltung, sowie einige essenzielle Bahnfiguren gefordert, doch Luna genoss die Enge des Dressurvierecks und Steifheit der vorgegebenen Lektionen nicht wirklich. Beschäftigung war dieser Stute eher körperlich als geistig genehm. Sie wollte lieber wild drauf los galoppieren, als sich in gemäßigtem Tempo und schöner Haltung auf dem Hufschlag eines Dressurvierecks zu bewegen. Damit auch Efeu eine Chance auf etwas Fortschritt ohne Ablenkung hatte, schloss Yasuara sich mit ihrer Stute Layali an. Die Beiden waren ein eingespieltes Team und hatten bereits etwas Erfahrung in der Dressur, daher übernahmen sie immer wieder die Aufgabe Luna etwas zu erden, wenn sie auf unkluge Ideen kam. So schaffte es auch Tiffany nach drei Trainingstagen einen, zumindest halbwegs, schönen Mitteltrab und Mittelgalopp auf dem Zirkel zu zeigen. Efeu dagegen ritt sich angenehm und flüssig und lernte gerne und schnell. Ich saß gerne auf der hübschen Stute und wir hatten uns schnell zu einem guten Team zusammengerauft.
    Da es die letzten Tage regelmäßig geregnet hatte und die Geländestrecke stark aufgeweicht war, entschieden wir uns, immer noch zu dritt, das klassische Springtraining zuerst zu absolvieren. Vier glänzen sowohl Efeu, als auch Luna. Layali hatte mit ihren Langen Beinen und den bunten Hindernisstangen, die nur allzu leicht fielen, ihre Probleme. Luna dagegen jagte durch den Parcours als wären drei Teufel hinter ihr her und machte dabei nicht einen Fehler. Tiffany, die in den letzten Tagen zunehmend genervter geworden war, blühte regelrecht auf. noch beim Abendessen schwärmte sie von dem unglaublichen Willen und Vermögen der Stute, die am Hindernis auf einmal ein ganz anderes Pferd zu sein schien. Allerdings hatte auch ich das Training auf Efeu genossen, die eine grazile und wendige Springerin war. Mit ihr hatte man die Möglichkeit die Zeit nicht durch pures Tempo, sondern durch klug gewählten Weg und konsequentes Abkürzen zu verringern. Um auf Yasuaren Rücksicht zu nehmen, die uns bei der Dressur so gut geholfen hatte, sprangen wir am nächsten Tag noch einmal in klassischen Parcours. Heute allerdings auf dem Springplatz, den die Sonne, die am frühen Morgen endlich wieder aufgetaucht war, von einem Sumpf in einen Reitplatz zurück verwandelt hatte. Wenn sich das Wetter hielt, würde die Geländestrecke, die durch den Wald lief, spätestens morgen wieder ideal zu reiten sein.
    auf den nächsten Tag hatte ich mich besonders gefreut. Ich besaß kein Pferd, das in der Lage war die normale Geländestrecke zu springen und ich liebte den Adrenalinrausch, den das Fliegen über die massiven Hindernisse auslöste. Auch Yara und Tiffany, mit denen ich mich im Stall traf, grinsen bereits vor Vorfreude. Besonders Tiffany brannte darauf ihre unbändige Stute im Gelände an ihre Grenzen zu bringen.
    Gemeinsam sattelten wir die Stuten und machten uns auf den Weg zum Start. Tiffany, schon in der Vorfreude auf den Parcours gefangen, achtete gefährlich wenig auf ihre Stute. Das rächte sich sofort, denn Luna machte einen Satz, als aus dem Buch neben dem Weg eine Amsel aufflog. Die aschblonde Reiterin fand sich innerhalb eines Augenblicks halb auf dem Hals ihres Pferdes liegend wieder und besaß zum Glück die Geistesgegenwart mit der einen Hand in Lunas Mähne, mit der anderen in die Zügel zu greifen. So blieben Stute und Reiterin an ihrem angestammten Platz und der Ritt konnte fortgesetzt werden. Der kleine Zwischenfall hatte zur Folge, dass Tiffany nun aufmerksam genug war, um Lune de Miel unfallfrei aufzuwärmen und schließlich auch über die Strecke zu bringen. Alle drei Pferde erwiesen sich im Gelände als sichere Springer und zuverlässige Vielseitigkeitspferde, auch wenn die Zuverlässigkeit von Luna, wie auch von Layali stark vom Reiter abhing.
    Am nächsten Tag würden wir Robin als Zeitnehmer mitnehmen, doch ich wusste, alle drei Stuten hatten ihre Sache mehr als gut gemacht und konnten nun gut in der A-Vielseitigkeit, der CIC*, starten.

    "Ist das normal, dass ihr alle so entspannt seid? Ich hab mir das irgendwie aufregender vorgestellt." fragte Lea, die an diesem Wochenende (nach langem Betteln an ihre Eltern) zu Besuch war und noch nie bei einer Prämierung hinter den Kulissen gewesen war. Grund war ihr Onkel Anton, der immerhin mit weißer Hose und Hemd herausgeputzt war, aber seelenruhig an seinem Kaffeebecher nippte. Und Efeu, die ein Hinterbein entlastete und Tagträumen nachzuhängen schien. Anton grinste und erklärte "Mit Efeu gibt's keinen Stress, die ist Turniere und das drumherum alles gewohnt. Aber wehe du stellst sie vor einen Parcours und hast 'ne Stoppuhr dabei, dann geht's ab! Wirst sehen, sie weiß genau, wann es drauf ankommt."
    Zehn Minuten später sah Lea, was ihr Onkel meinte.
    Anton hatte die Bahn betreten, Efeu vor den Richtern aufgestellt und diese gegrüßt. Einer der Richter, ein älterer Herr mit kleiner Runder Brille auf der Nasenspitze (Lea musste schmunzeln, wie streng der dreinblickte!) gab Anton ein Zeichen und der marschierte los, Efeu schritt nebenher. Sie sah inzwischen konzentriert und aufmerksam aus, was ihr langjähriger Reiter wohl als nächstes verlangte. Anton führte sie zunächste im Schritt, geradeaus von den Richtern weg, machte dann Kehrt und kam wieder zurück. Anschließend liess er Efeu vom Zügel, mehrere Helfer in der Bahn hielten sie dann in Bewegung. So sollten die Richter ihren Trab und Galopp beurteilen können, und Efeu präsentierte sich auch schön, wenn auch als Vielseitigkeitspferd ihre Stärke nicht im Dressurviereck lag.
    Anton konnte Efeu dann wieder recht bald einfangen, nun folgte der letzte Teil der Präsentation, Trab an der Hand. Hierbei musste Anton ganz schön laufen, um Schritt zu halten, während er Efeu einmal um die Bahn, auf den Zirkel und schließlich durch Schlangenlinien führte.
    Am Ende grüßte er wieder die Richter und lobte die Stute. Zufrieden war auch seine Nichte drüben bei den Zuschauern und klatschte begeistert.
    [1969 Zeichen, via lettercount.com]
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    Efeu in ihrem Element: mit Anton im Gelände​
     
    Bracelet, adoptedfox, Occulta und 3 anderen gefällt das.
  3. Canyon

    Canyon Bekanntes Mitglied

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    Роса geritten von Susanna Winter
    von Canyon

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    Роса

    ● ○ ● ○

    Stute | *2014 | 160cm
    Budjonny
    Fuchs

    ● ○ ● ○

    Von unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    ● ○ ● ○

    Poca, oder Röschen, wie sie oft liebevoll genannt wird, heißt eigentlich übersetzt Tau. Aber auch Rose passt gut zu der zarten und filigranen Stute, die nichts aus der Ruhe bringt. Im Gelände ist sie sicher unterwegs und vor allem überaus trittsicher. Sie besitzt ein angemessenes Reittempo und ordnet sich gerne etwas weiter hinten ein, wenn sie in der Gruppe unterwegs ist.
    Nur Wasser, Wasser ist für sie ein Fluch. Sieht sie das spiegelnde etwas auf dem Boden, wehrt sie sich mit jedem Schritt dagegen und überspringt Pfützen zur Not auch im hohen Bogen. Regen stört sie hingegen wieder nicht.
    Trotz ihres jungen Alters zeigt sie bereits sehr viel Potential. Stärken und Schwächen müssen jedoch noch genauer herausgefunden werden.

    ● ○ ● ○

    Besitzer: Canyon
    VKR/Ersteller: Rinnaja
    im Besitz seit: 18. Juli 2018
    Kaufpreis: 500 Joellen

    ● ○ ● ○

    ● Schleifenaufstieg ● Trainingsaufstieg ● Potential

    Springen E A L M S S* S**

    Military E A L M S

    Dressur E A L M S S* S**

    Distanz E A L M S

    Galopprennen E A L M S

    ● ○ ● ○

    Fohlen ABC | Eingeritten | Eingefahren

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    360. Distanzturnier | 361. Distanzturnier | 261. Synchronspringen | 262. Synchronspringen

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    462. Westernturnier | 523. Dressurturnier | 409. Fahrturnier | 367. Distanzturnier

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    9. Synchronfahren | 380. Militaryturnier

    ● ○ ● ○

    [Schleife]
    Thema

    Abstammung: 0
    Schleifen: 10
    HS: 2
    TA: 2
    Trainer: 3
    Zubehör: 0
    Gesamt: 17

    Gencode: ee Aa
    Zur Zucht zugelassen: Nein
    Eingetragene Zucht: Zuchtgestüt Fominow

    Nachkommen
    -

    ● ○ ● ○

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    Untersuchung & Hufpflege
    Gähnend saß ich an meinem Frühstückstisch und trank den letzten Schluck meines Kaffees, ich war zwar noch nicht spät dran aber dennoch wollte ich sofort losfahren. Heute hatte ich nämlich meinen ersten richtigen Auftrag! Glücklich trat ich aus meinem Haus und stolzierte zu meinem kleinen Truck der mir als mobile Hufschmiede zur Seite stand. Nachdem ich nochmals ganz genau nachgesehen hatte, konnte ich mit Überzeugung sagen nichts vergessen zu haben. Ein letzter Blick auf mein Zuhause und schon saß ich in meinem Truck und fuhr los. Mein Ziel war das Zuchtgestüt Fominow, die liebe Gestütsleiterin hatte mich gebeten drei ihrer Zuchtpferde die Hufe zu kontrollieren. Nach einer Weile war meine Fahrt zu ende, das schöne Gestüt streckte sich vor meinem Truck aus, weshalb ich kurz innehielt um alles zu genießen. Dann parkte ich meinen Wagen und lief los um Canyon zu suchen. Die junge Frau war jedoch schnell gefunden und empfing mich freundlich, sie erklärte mir schnell wo ich meinen Truck parken könnte und wo ich alles aufbauen sollte. Während ich alles aufbaute führte Canyon drei wunderschöne Budjonny Pferde auf mich zu. Bevor ich diesen Auftrag erhielt hatte ich ehrlich gesagt noch nie etwas über diese Rasse gehört, doch jetzt wo diese drei vor mir standen bereute ich es, nicht schon viel früher mit diesen Tieren zu tun gehabt zu haben. Meine erste Patientin war ein Fuchs mit dem Namen Алёна. Ich musterte zuerst die schöne Farbe der Stute und die ruhige Art wie sie mich beobachtete, dann fasste ich vorsichtig ihr linkes Bein hinunter und hob es an. Ich begann damit dass ich ihre Hufe auf Hufkrankenheiten und ähnliches untersuchte. Bei Алёна schien dies aber eine reine Zeitverschwendung zu sein, da ihre Hufe nicht die kleinsten Anzeichen aufwiesen. So machte ich mich nachdem ich alle 4 Hufe untersucht hatte gleich an das raspeln und schneiden. Da Алёна Hufe noch nicht besonders lange waren dauerte auch diese Arbeit nicht besonders lange. "Sie war wirklich brav!“, stellte ich fest, nachdem meine Arbeit bei dieser Schönheit beendet war. Canyon lächelte stolz und führte meine nächste Patientin zu mir. Роса.
    Die junge Stute schien wie Алёна zuvor sehr ruhig zu sein, jedoch wirkte sie nicht ganz so begeistert über mein herum hantiere an ihren Hufen zu sein. Auch bei dir jüngeren Stute waren keine Hufkrankheiten zu entdecken, weshalb ich mich schnell an das raspeln und schneiden machte. Ein paar Mal versuchte die Stute mir ihr Bein zu entziehen und schnaubte ungeduldig, doch mit Hilfe ihrer Besitzerin war die Stute schnell beruhigt und lies die letzten paar Minuten meiner Behandlung über sich ergehen. Mein letzter Patient für heute war ein Hengst mit dem Namen Намисо. Wie seine beiden Vorgänger war auch dieser Hengst ein wunderschönes Tier. Der Hengst ließ sich vor meiner Arbeit erst einmal mit Streicheleinheiten verwöhnen und musterte mich danach nichtmehr ganz so misstrauisch. Nach ein paar Minuten konnte ich mich dann an die Arbeit machen, wie auch bei den beiden Stuten zuvor waren keinerlei Anzeichen auf Hufkrankheiten zu finden. Das raspeln und schneiden verlief bei Намисо etwas holprig da auch er manchmal sein Bein wegzog, aber nach einer Weile war auch mein letzter Patient fertig und glänzte in voller Pracht. Ich half Canyon dabei die Pferde zurück in ihre Ställe zu bringen, danach wurde ich von der Gestütsleiterin zu meinem Wagen begleitet wo ich mich freundlich von Canyon verabschiedete und dann in meinen Truck stieg. Für meinen ersten richtigen Auftrag war dies auf jeden Fall ein Erfolg gewesen! Und wer weiß vielleicht bekomme ich ja ein anderes Mal noch einmal die Chance auf dem Zuchtgestüt Fominow eines der Pferde zu behandeln!
    03.11.18 | 3.699 Zeichen | Sissicat

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    Chippen
    Nachdem ich bei Hunter in England war, ging es nach Deutschland. Der Flug war zum Glück nur circa eine Stunde, die ich dennoch voller Todesangst überstanden hatte.Diesmal hatte ich ein Hotel und hatte mit ein Fahrzeug gemietet um zum Gestüt von Dimitri Fominow zu kommen. Aufgeregt setzte ich mich in das rote Auto und fuhr lost. Das Navigationsystem führte mich sicher durch das unbekannte Gebiet. Bei einer Pause telefonierte ich mit Simon, der mir voller freude verkündete das er ein Westernpferd gekauft hatte und mehrere neue Aufträge eingegangen waren. Ein wenig überwältigt von den Neuigkeiten grübelte ich während der Fahrt weiter und versuchte einige organisatorischen Kram zu bewältigen.
    Nicht lange nachdem ich einen groben Plan entwickelt hatte war ich angekommen. "Zuchtgestüt Fominow" laß ich leise. "Wie originell". Perplex von meiner Gemeinheit packte ich die Geräte und die Nadeln für die Mikrochips, die Mikrochips selbst, sowie auch das Lesegerät ein. Mehr war diesmal nicht nötig. Die Pfedekennzeichnung dauerte an sich auch nicht lange und ich freute mich darauf die freie Zeit dann ein bisschen zu genießen. Sehr förmlich stellte ich mich dem Herrn Fominow vor. Er war direkt sehr persönlich und sehr freundlich, was mir die Nervosität nahm. "Ich bin eine sehr junge Tierärztin, nicht viele Leute nehmen mich dann für voll" sagte ich, nachdem der Besitzer der Budjonny Pony's bemerkte das ich nervös war. Er gab mir sein Verständnis zurück und erklärte das Alter keine Rolle spiele. "Das lernen ist eine Sache, das Können und die Leidenschaft, eine andere" sagte er. Dieses Zitat blieb mit im Gedächtnis und heiterte mich auch noch einige Wochen später auf. Ich wurde darauf hingewiesen das Алёна ehemalig eine Wunde an der Bauchdecke hatte. Bevor ich also mit dem Chippen loslegte, begrüßte ich die Fuchsstute und schaute mit die Stelle an. "Die Wunde ist sehr gut verheilt. Nicht mehr lange, dann wächst ihr Fell dort auch wieder normal nach. Es kann aber auch sein das der Haarwuchs dort ausfällt. Ist aber physisch nicht schlimm". Dimitri, wie er mir anbot, hörte aufmerksam
    zu und hielt dann die Stute fest, während ich den Chip nähe des Mähnenkammsplatzierte. Auch bei Poca war diese Prozedur schnell erledigt. Ich lobte beide Stuten mit einem Apfel und ging mit dem Lesegerät über dem Chip um sicher zu gehen, das dieser auch erkannt werden konnte. "Das war's schon. Der Pass ist beantragt und wird in einigen Tagen bis zu einer Woche per Post zugesendet" lächelte ich. Ich räumte die ganzen Packungen weg und erledigte den Anruf bei der zuständigen Stelle der Pässe. Ich bedankte mich bei Dimitri für den Kaffee am Ende und das aufmunternde Gespräch. Gegen Mittag hatte ich dann Zeit um im Hotel den Wellness Bereich zu testen.
    18.06.2018 | 2.598 Zeichen | Cooper

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    Springen E → A
    “Добро пожаловать! Ich hoffe du hast gut hergefunden!” begrüßte mich ein Mann, der in meinem Alter sein musste, auf dem Zuchtgestüt Fominow. “Ähm….Hi! Ja, aber ohne Navigation wäre ich aufgeschmissen gewesen.” antwortete ich etwas zögerlich da ich nicht wusste, was er zu mir gesagt hatte. Der Mann schien meine Unsicherheit zu bemerken, lachte kurz auf und streckte mir dann seine Hand entgegen. “Ich bin Dimitri. Dimitri Fominow. Komm, ich zeig dir alles!” sagte er mit russischem Akzent und ich folgte ihm in der Hoffnung, dass er nicht weiter in russisch sprechen würde, da ich kein einziges Wort verstand. Dimitri führte mich über sein Gestüt und erzählte mir von seiner Geschichte. Ich hörte aufmerksam zu und folgte ihm bis zu den Weiden. “Das da hinten ist Poca, die helle Fuchsstute. Ich würde dich dann jetzt allein lassen.” sagte er und zeigte auf eine der Stuten, die weiter hinten auf der großen Weide stand und döste. Ich nickte und ging mit ihm zurück auf den Hof um mir ein Halfter und einen Strick zu holen. Zurück bei den Weiden schlüpfte ich durch den Zaun und holte ein Leckerchen aus meiner Hosentasche um die Stute zu überzeugen, mit mir mit zu kommen. Die Ohren der Stute waren auf mich gerichtet und als ich nur noch wenige Meter von ihr entfernt war blieb ich stehen. Poca, was übersetzt Tau bedeutete, setzte sich in Bewegung und nahm neugierig meinen Geruch auf, bevor sie mit ihren zarten Lippen über meine Handinnenfläche wanderte um sich das Leckerchen zu nehmen. Ich streichelte sie zur Begrüßung über den Hals und zog ihr dann das Halfter an, um mit ihr zurück auf den Hof zu gehen wo ich sie gründlich zu putzen begann. Die Stute war sportlich gebaut und hatte doch einen feinen, zarten Touch der mir sehr gefiel. Nachdem ich die Stute fertig geputzt hatte räumte ich die Utensilien zusammen und ging in die Sattelkammer um den Sattel von Poca, die Trense und ein paar Gamaschen zum Schutz ihrer Beine zu holen. Ich legte Poca den Sattel auf und zog die Satteldecke glatt, bevor ich unter ihrem Bauch nach dem Sattelgurt griff und ihn locker anzog. Die Steigbügel zog ich nach unten und stellte sie auf meine Länge ein, bevor ich mich den Gamaschen widmete und sie auftrenste. Bereit für das Training setzte ich mir meinen Helm auf und führte die Stute auf den Platz. Hier waren bereits ein paar Cavalettis und Hindernisse aufgebaut und auch Trabstangen waren zu sehen. “Perfekt!” sagte ich freudig, nahm die Zügel über den Hals von Poca und stellte meinen Fuß in den Steigbügel um mich mit Schwung in ihren Sattel zu setzen. Während die Stute brav stehen blieb, sortierte ich die Zügel in meinen Händen und verstärkte dann den Druck durch meine Schenkel um sie erst im Schritt und dann im Trab warm zu reiten. Neben dem Wechsel durch die Bahn um sie sowohl auf der linken, als auch auf der rechten Hand zu gymnastizieren baute ich auch ein paar Hufschlagfiguren mit ein. Schlangenlinien, durch den Zirkel wechseln und Volten sollten die Stute auch bei der Wärme bei Laune halten. Schließlich galoppierte ich Poca an und taxierte die Cavaletti-Kombination bestehend aus 3 Cavalettis. Mit Leichtigkeit nahm sie die niedrigen Sprünge. Ich klopfte ihr den Hals und ritt dann das nächste Hindernis an: einen Steilsprung mit 90cm Höhe. Die Stute stellte die Ohren aufmerksam nach vorn und zog das Tempo etwas an um dann im richtigen Moment zum Sprung anzusetzen. Auch den Oxer, der mit einer Höhe von 105cm im Springreiten der Klasse A eingesetzt wurde, übersprang sie mit Leichtigkeit. Nach einer weiteren Runde über die Cavalettis taxierte ich den Wassergraben. Dimitri hatte mich darauf hingewiesen, dass die Stute ängstlich auf Wasser reagierte, doch ich hoffte das sie das in ihrer Konzentration übersah, immerhin war über dem Wassergraben ein Sprungständer mit 3 Stangen. Ich atmete tief durch, taxierte das Hindernis und konzentrierte mich auch nur auf den Sprung um die Stute nicht zu verunsichern und tatsächlich, es funktionierte! Stolz klopfte ich den verschwitzten Hals der Stute, wechselte auf den Zirkel um durch ihn auf die linke Hand zu wechseln um den letzten Sprung zu taxieren. Einer Kombination aus 2 Steilsprüngen verschiedener Höhe. Ich versammelte die Stute und zählte die Galoppsprünge bis zum Absprung mit. Poca hatte ihre Sache gut gemacht und ich parierte sie erst in den Trab und dann in den Schritt durch um sie noch ein paar Runden auf dem Platz trocken zu reiten und nun zeigte sich das, wovor Dimitri mich gewarnt hatte. Als ich neben dem Wassergraben vorbei reiten wollte scheute die Stute und trat ein paar Schritte Rückwärts. Beruhigend sprach ich auf sie ein und wendete ab. Sie hatte ordentlich geschwitzt und ich wollte sie jetzt keinen Stress unterziehen, schon gar nicht, wo sie doch gerade über ihren eigenen Schatten gesprungen war.
    Nach ein paar Runden im Schritt hielt ich die Stute an und stieg ab. Ich lockerte den Sattelgurt und nahm meinen Helm ab um zurück in den Stall zu gehen, wo ich ihr Gamaschen, Sattel und Trense abnahm und sie in den Hof führte um ihr die Beine mit Wasser zu kühlen, bevor ich sie zurück auf die Weide brachte wo ich mich von ihr verabschiedete. Auf dem Weg zurück in den Stall traf ich auf Dimitri, der sich erkundigte wie das Training war. “...ach und bevor ich es vergesse. Sie ist über den Wassergraben gesprungen!” fügte ich an und sah, wie seine Augenbrauen nach oben schnellten und er mich mit überraschten Augen ansah. “В самом деле? Wie hast du das geschafft?” fragte er ungläubig und drehte sich zu mir um. “Sie war so konzentriert, dass sie das Wasser nicht wahrgenommen haben muss. Beim Abreiten hingegen hat sie gescheut als wir vorbei reiten wollten.” sagte ich und brachte den Sattel, die Trense und die Gamaschen zurück in die Sattelkammer. “Das ist sehr gut zu wissen. Vielen Dank!” sagte Dimitri der mir gefolgt war und mich auf einen Tee nach drinnen einlud. Dankend nahm ich das Angebot an. Wer konnte zur russischen Gastfreundlichkeit schon Nein sagen?
    27.07.2018 | 5977 Zeichen | adoptedfox

    German Horse Center
    Springen A → L
    „Die Reitstunde fängt um 17:00 Uhr an“, sagte ich Brooke und grinste. „Also kannst du nicht mit zum Turnier um mich zu unterstützen?“ „Nein, das hast du gut erkannt. Nimm doch einfach Rabea mit, die hilft dir bestimmt gerne.“ „Wer kommt denn? Kennt man die Leute?“ „Also Abby und Val aus Mazedonien kommen und ein Dimitri Fominov mit seiner Stute Poca.“ Sie nickte ruhig und machte ihre Pferde für das Turnier fertig. „Ich muss dann los“, verabschiedete sie sich hastig und schloss die Tür ihres Zug- und Geländewagens. Eine halbe Stunde später kamen dann auch schon die Reitschüler. Das klang immer so als würde man mit Teenager arbeiten, was zum Teil auch der Fall war. Aber eben nicht immer. Dimitri und Poca waren die ersten, die ihren Weg zu uns in die Halle fanden. Wir trainierten in der Halle, da es draußen regnete und ich nicht dafür aufkommen wollte, wenn den Gastpferden etwas zustoßen sollte. Der Parcours war schon aufgestellt und wir fingen mit Stangenarbeit an um die Pferde warm zu machen. Dimitri hatte seine Stute gut unter Kontrolle, wenn gleich er auch immer den Wassergraben in einem großen Bogen umritt. „Dimitri, warum reitest du so große Bögen um den Graben?“ Neugierde hatte mich gepackt und ich wollte wissen, wo das Problem lag. „Poca hat panische Angst vor Wasser. Deswegen weiß ich nicht wie sie den Wassergraben meistert.“ „Okey, also, wenn du magst, reite ich ihn mal an, sollte es nicht funktionieren. Aber um in Turnieren der Klasse L zu reiten, muss der Wassergraben gesprungen werden.“ Er nickte und ritt weiter. Deila lief artig unter Val und Wasserstern war ziemlich unaufmerksam. „Abby nimm ihn mal etwas kürzer, er rennt unter dir weg.“ Wir übten mit 8 Hindernissen, darunter ein Wassergraben mit einer Weite von 3,00m, zwei Zweifache Kombinationen und eine dreifache. Angefangen bei einem Rick um uns an die Höhe von 1,15m zu gewöhnen. Die ersten Male lief Poca super, bei Wasserstern lief es auch gut, nachdem ich mich kurzerhand auf ihn setzte und ihn ordentlich an die Sprünge ritt. Abby schlug sich mit dem schwierigen Hengst jedoch gut für ihren Ausbildungsstand, wobei sie bei uns eher mit einem rittigeren Hengst lernen dürfte. Nun kamen wir jedoch zum schwierigeren Problem. Wir mussten Poca davon überzeugen über den Wassergraben zu springen. Also übten wir langsam mit ihr über die Plane zu gehen, die sie sehr verängstigte, da sie darunter blau war. „Ich denke wir üben jetzt einfach mal den Sprung zu springen und sollte das gut gehen, üben wir das ein zwei mal und dann dürft ihr den Parcours springen. Wenn er fehlerfrei geht, seid ihr fertig“, sagte ich und ließ Val mit Deila anfangen. Sie galoppierte ruhig auf die Sprünge zu und nahm sie nach dem Sprung etwas zurück. „Super Val. Gib ihr beim Sprung ein bisschen mehr den Zügel. Ja genau so“, sagte ich. „Gut so.“ Die nächste war Abigail mit Wasserstern. Der sonst unruhige Hengst schien nun konzentriert. Er flog fast über die Sprünge. Er war sicherlich für die Zeitspringen zu gebrauchen, an seinem Stil musste man vom Boden aus mehr arbeiten. „Dimitri, zeig ihr, dass der Wassergraben nur ein Sprung wie jeder andere ist“, versuchte ich ihn zu puschen und scheinbar trug es Früchte. „Na siehste, es läuft doch!“, lachte ich triumphierend und war stolz ihn so nach Hause fahren lassen zu können. „Ihr habt gute Arbeit geleistet, aber ihr müsst dran bleiben!“
    15.09.18 | 3.377 Zeichen | Sosox3

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    Springen L → M
    Es war noch früh am Morgen und doch herrschte auf dem Zuchtgestüt Fominow schon reges treiben. Dichter Nebel hing über den Weiden und die Grashalme waren mit Morgentau übersät. Die Pferde waren bereits vor einer halben Stunde gefüttert worden und während ein paar Pfleger des Zuchtgestüts mit dem ausmisten begannen, sammelten sich die anderen im Hof und besprachen die Aufgabenverteilung. Bevor ich in den Stall ging um Poca zu begrüßen, ging ich allerdings auf den Platz um einige Vorbereitungen für das spätere Training zu treffen. Ich baute Hindernisse ab um neue Kombinationen zu bilden und platzierte Trabstangen im Sand, stets darauf achtend, dass der Abstand passte und die Stute nicht aus dem Takt fiel. Nach meiner Ankunft auf dem Zuchtgestüt hatte Dimitri mich zu Poca gebracht, die sich seit meinem letzten Besuch einige Monate zuvor, bestens entwickelt hatte. Bereits am Nachmittag sattelte ich die Stute und ging mit ihr für ein kurzes Warm-Up in die Reithalle um mir ein Bild davon zu machen, welchen Ausbildungsstand sie nun hatte und wo ihre Schwächen lagen.
    “Das sollte passen.” sagte ich zu mir selbst und räumte die Ständer und Stangen, die ich nicht benötigt hatte, hinter den Zaun in die Wiese und ging in den Stall um Poca für das Training vorzubereiten. Nachdem ich die Stute ausgiebig geputzt hatte, kontrollierte ich ihre Beine um sicherzustellen, dass sie sich beim gestrigen Ritt keine Verzerrungen o.ä. zugefügt hatte - doch es war alles in Ordnung. Ich ging in die Sattelkammer und holte ihren Sattel, ihre Trense, das Vorderzeug, sowie ein paar Gamaschen und Hufglocken zum Schutz der Beine. Nachdem ich alles in der Stallgasse abgelegt hatte, legte ich ihr den Sattel auf und zog die Satteldecke zurecht, bevor ich unter ihrem Bauch nach dem Gurt griff und ihn locker verschloss. Ich befestigte das Vorderzeug und legte ihr die Gamaschen und Hufglocken an. “Du sprühst ja nur so vor Motivation!” lachte ich, als ich der Stute die Zügel über den Hals legte und diese genüsslich gähnte. Bereit für das Training, setzte ich mir meinen Helm auf und zog die Handschuhe an. Die Wetterlage hatte sich noch nicht wirklich gebessert. Der Nebel löste sich zwar zusehends auf, war aber noch immer dicht genug, dass man die Pferde auf den Weiden nur als schwache Silhouette erahnen konnte.
    Auf dem Platz angekommen stellte ich Poca auf, gurtete nach und kontrollierte die Länge der Steigbügel, bevor ich einen Fuß hinein stellte und mich mit Schwung in ihren Sattel setzte. Während des Schritt reitens ließ ich der Stute etwas mehr Zügel zur Verfügung damit sie sich ordentlich strecken konnte, bevor ich die Zügel aufnahm um eine konstante Verbindung zum Pferdemaul zu haben. Anfangs etwas träge, taute die Stute schnell auf und war voll bei der Sache, als ich sie antrabte und nach 2 Runden über die Trabstangen schickte. Nach einer weiteren Runde im Trab gab ich der Stute die Galopphilfen und sie sprang sauber über. Bevor wir in den Parcours gingen, ritt ich eine weitere Runde durch die Hindernisse und taxierte dann den ersten Sprung - ein Rick mit einer Höhe von 1.20m. Ich zählte die Galoppsprünge mit und Poca sprang im richtigen Zeitpunkt ab. Ich gab ihr die Zügel vor damit sie eine gute Bascule aufbauen konnte und stieg aus dem Sattel auf um sie über dem Sprung zu entlasten. Ich klopfte der Stute kurz den Hals, bevor wir das nächste Hindernis taxierten. Eine Kombination bestehend aus einem Oxer und 2 Rick-Sprüngen. Zwischen den Hindernissen lagen jeweils 2 Galoppsprünge sodass ich Poca schon vorher das Tempo drosselte, damit sie sich nicht verschätzte und schlimmstenfalls im Hindernis landete. Nach einer weiteren Kombination aus In-Out Sprüngen und einem Tripplebarren, taxierte ich den Wassergraben. Ich wusste das Poca damit immer Probleme hatte und spornte die Stute an. “Zeig was du drauf hast, Mädchen!” sagte ich etwas lauter und gab ihr die Hand vor. Die Stute sprang ohne zu zögern über den Graben und landete mit einem ihrer Hinterhufe sogar im Wasser, ohne zu scheuen, zu buckeln oder gar zu steigen! Mehr als stolz klopfte ich ihr den Hals und ritt eine Runde um den Parcours. Dimitri und seine Trainer hatten tolle Arbeit geleistet. Auch wenn die Stute weiterhin unsicher gegenüber Pfützen und Wasser war, war sie im Parcours voll bei der Sache und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Das zählte. Zurück im Parcours nahmen wir die Sprünge in Angriff, die ich auf 1.30m gelegt hatte. Nach einem weiteren Steilsprung, einem Oxer und einer Kombination aus 2 Rick-Sprüngen beendete ich das Training und ließ die Stute erst im Trab- dann im Schritt auslaufen und ließ ihr die Zügel lang. Sie hatte ihre Sache mehr als gut gemacht und Dimitri konnte stolz auf sein “Röschen” sein. Nach dem 10-minütigen trockenreiten hielt ich die Stute an, stieg ab und lockerte den Gurt um sie zurück in die Stallgasse zu führen. Dort angekommen band ich sie fest und sattelte sie ab. Ich verstaute ihre Utensilien wieder in ihrem Schrank und nahm mir eine der Abschwitzdecken, da die Stute noch nicht ganz trocken war und legte sie ihr auf. Ich brachte Poca auf die Weide, auf die sie zugeteilt war und verabschiedete mich von ihr. Ich hoffte, dass ich weiter an ihrer Ausbildung teilhaben durfte und ging zurück in den Stall um Ordnung zu schaffen. Bereits gestern hatte Dimitri mich darüber informiert, dass er am Vormittag nicht am Hof sein würde und so hinterließ ich ihm einen kleinen Brief, bevor ich meine Sachen zurück in den Koffer räumte und mich auf den Weg zum Flughafen machte.
    Poca war eine talentierte Stute und konnte nun ohne Probleme an Turnieren der Klasse M teilnehmen.
    03.11.2018 | 5630 Zeichen | adoptedfox

    Auf dem Zuchtgestüt Fominow gab es im Jahr bestimmte Veranstaltungen, die jeder besuchen musste, egal ob Trainer, Reiter oder Stallbursche und einer dieser waren die jährlichen Stutbuchwettbewerbe, die sich vor allem im Herbst ständig häuften. Es war die Zeit kurz bevor die Pferde nach einem anstrengenden Trainingssommer in ihre verdiente Winterpause gingen und vor allem die Stuten ihre letzten offiziellen Shows gingen, bevor im nächsten Frühjahr die Fohlen kommen würden.
    Heute waren es gleich drei Stuten und darunter auch meine Stute, jedoch war ich erst später an der Reihe. Zu erst würde Susanna die Stute Poca vorstellen. Ein zierliches Mädchen auf einem ebenso zierlichen Pferd. Und da fast das gesamte Gestüt anwesend war, hatte Dimka Fominow sogar daran gedacht, Plätze auf den Tribünen zu besorgen, damit wir auch in dem stürmischen Herbstwetter im trockenen saßen.
    Susanna hatte sich ruhige Herbstmusik ausgesucht, die mich an Vögel erinnerten, die gezielt ihrem Überwinterungsort entgegenflogen. Es gefiel mir, wie schwebend sie die Halle betrat und wie leichtfüßig sie bei X anhielt, um die Richter zu grüßen. Dann die linke Hand und ein Trab mit drei Schlangenlinien durch die ganze Halle. Sobald sie den Hufschlag erreicht hatte, bog sie auf den Zirkel auf und zur geschlossenen Seite galoppierte sie an. Gleichmäßig und passend zum Takt der Musik – sehr beeindruckend. Und auch Dimka neben mir war ganz in den Bann der weichen Bewegungen seiner Schülerin versunken.
    Nach dem Galopp parierte sie zum Schritt durch, verließ den Zirkel und wendete am Ende der langen Strecke, um auch die andere Hand präsentieren zu können. Hier das gleiche Schauspiel wieder. Trab und dann ein Ritt mitten durch die Halle. Eine Poca brauchte keine Bande, um gerade laufen zu können. Sie blieb auf der gleichen Hand und da diese Pocas gute Hand war, zeigte sie die wahre Pracht des wunderschönen und ausdrucksstarken Galopps auf ganzer Bahn. Kaum war sie durchpariert und hatte sich von den Richtern in der Mitte der Halle verabschiedet, begann Dimka zu klatschen und ich folgte seinem Beispiel. Pocas Krönung sollte nun nichts mehr im Wege stehen.
    Als Susanna die Halle verließ, winkte ich ihr freudig zu und ich sah ihren Augen an, dass auch sie erleichtert und glücklich über den gelungenen Auftritt war.

    2.309 Zeichen | geprüft auf zeichenzähler.de | Canyon
     
    Mohikanerin und adoptedfox gefällt das.
  4. Canyon

    Canyon Bekanntes Mitglied

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    Алёна geritten von Aron König
    von Canyon

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    Алёна

    ● ○ ● ○

    Stute | *2009 | 159cm
    Budjonny
    Fuchs

    ● ○ ● ○

    Von unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    ● ○ ● ○

    Die neunjährige Алёна ist eine erfahrensten Turnierstuten auf dem Gestüt, muskulös gebaut und von einer inneren Ruhe umgeben. Ihr leuchtendes Fell sticht auf jedem Turnier hervor, auch wenn sich Dimka stets darauf aufregt, dass keine der Satteldecken gut zu ihr passt. Vor längerer Zeit hatte sie einen schweren Unfall bei einem Turnier, bei dem sie sich am Bauch verletzte. Der Besitzer konnte weder die Kosten decken, noch sich ausreichend um die verletzte Stute kümmern, sodass Dimka sie aufkaufte und nach ihrer Genesung nun nochmal von vorne mit dem Training anfangen möchte.
    Алёна's Erfahrung merkt man auf jeden Fall im Umgang mit schwierigen Situationen, aber auch bei jüngeren Reitern. Sie hat stets Geduld und viel Ausdauer, auch auf ihre eigene Entwicklung bezogen.

    ● ○ ● ○

    Besitzer: Canyon
    VKR/Ersteller: Flair
    im Besitz seit: 18. Juni 2018
    Kaufpreis: 800 Joellen

    ● ○ ● ○

    ● Schleifenaufstieg ● Trainingsaufstieg ● Potential

    Springen E A L M S S* S**

    Military E A L M S

    Dressur E A L M S S* S**

    Distanz E A L M S

    Galopprennen E A L M S

    ● ○ ● ○

    Fohlen ABC | Eingeritten | Eingefahren

    [Schleife]
    Thema

    ● ○ ● ○

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    369. Militaryturnier | 255. Synchronspringen | 400. Fahrturnier | 359. Distanzturnier

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    260. Synchronspringen | 364. Distanzturnier | 261. Synchronspringen | 521. Dressurturnier

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    262. Synchronspringen | 366. Distanzturnier | 413. Fahrturnier


    Abstammung: 0
    Schleifen: 11
    HS: 2
    TA: 2
    Trainer: 3
    Zubehör: 2
    Gesamt: 20

    Gencode: ee Aa
    Zur Zucht zugelassen: Nein
    Eingetragene Zucht: Zuchtgestüt Fominow

    Nachkommen
    -

    ● ○ ● ○

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    Untersuchung & Hufpflege
    Gähnend saß ich an meinem Frühstückstisch und trank den letzten Schluck meines Kaffees, ich war zwar noch nicht spät dran aber dennoch wollte ich sofort losfahren. Heute hatte ich nämlich meinen ersten richtigen Auftrag! Glücklich trat ich aus meinem Haus und stolzierte zu meinem kleinen Truck der mir als mobile Hufschmiede zur Seite stand. Nachdem ich nochmals ganz genau nachgesehen hatte, konnte ich mit Überzeugung sagen nichts vergessen zu haben. Ein letzter Blick auf mein Zuhause und schon saß ich in meinem Truck und fuhr los. Mein Ziel war das Zuchtgestüt Fominow, die liebe Gestütsleiterin hatte mich gebeten drei ihrer Zuchtpferde die Hufe zu kontrollieren. Nach einer Weile war meine Fahrt zu ende, das schöne Gestüt streckte sich vor meinem Truck aus, weshalb ich kurz innehielt um alles zu genießen. Dann parkte ich meinen Wagen und lief los um Canyon zu suchen. Die junge Frau war jedoch schnell gefunden und empfing mich freundlich, sie erklärte mir schnell wo ich meinen Truck parken könnte und wo ich alles aufbauen sollte. Während ich alles aufbaute führte Canyon drei wunderschöne Budjonny Pferde auf mich zu. Bevor ich diesen Auftrag erhielt hatte ich ehrlich gesagt noch nie etwas über diese Rasse gehört, doch jetzt wo diese drei vor mir standen bereute ich es, nicht schon viel früher mit diesen Tieren zu tun gehabt zu haben. Meine erste Patientin war ein Fuchs mit dem Namen Алёна. Ich musterte zuerst die schöne Farbe der Stute und die ruhige Art wie sie mich beobachtete, dann fasste ich vorsichtig ihr linkes Bein hinunter und hob es an. Ich begann damit dass ich ihre Hufe auf Hufkrankenheiten und ähnliches untersuchte. Bei Алёна schien dies aber eine reine Zeitverschwendung zu sein, da ihre Hufe nicht die kleinsten Anzeichen aufwiesen. So machte ich mich nachdem ich alle 4 Hufe untersucht hatte gleich an das raspeln und schneiden. Da Алёна Hufe noch nicht besonders lange waren dauerte auch diese Arbeit nicht besonders lange. "Sie war wirklich brav!“, stellte ich fest, nachdem meine Arbeit bei dieser Schönheit beendet war. Canyon lächelte stolz und führte meine nächste Patientin zu mir. Роса.
    Die junge Stute schien wie Алёна zuvor sehr ruhig zu sein, jedoch wirkte sie nicht ganz so begeistert über mein herum hantiere an ihren Hufen zu sein. Auch bei dir jüngeren Stute waren keine Hufkrankheiten zu entdecken, weshalb ich mich schnell an das raspeln und schneiden machte. Ein paar Mal versuchte die Stute mir ihr Bein zu entziehen und schnaubte ungeduldig, doch mit Hilfe ihrer Besitzerin war die Stute schnell beruhigt und lies die letzten paar Minuten meiner Behandlung über sich ergehen. Mein letzter Patient für heute war ein Hengst mit dem Namen Намисо. Wie seine beiden Vorgänger war auch dieser Hengst ein wunderschönes Tier. Der Hengst ließ sich vor meiner Arbeit erst einmal mit Streicheleinheiten verwöhnen und musterte mich danach nichtmehr ganz so misstrauisch. Nach ein paar Minuten konnte ich mich dann an die Arbeit machen, wie auch bei den beiden Stuten zuvor waren keinerlei Anzeichen auf Hufkrankheiten zu finden. Das raspeln und schneiden verlief bei Намисо etwas holprig da auch er manchmal sein Bein wegzog, aber nach einer Weile war auch mein letzter Patient fertig und glänzte in voller Pracht. Ich half Canyon dabei die Pferde zurück in ihre Ställe zu bringen, danach wurde ich von der Gestütsleiterin zu meinem Wagen begleitet wo ich mich freundlich von Canyon verabschiedete und dann in meinen Truck stieg. Für meinen ersten richtigen Auftrag war dies auf jeden Fall ein Erfolg gewesen! Und wer weiß vielleicht bekomme ich ja ein anderes Mal noch einmal die Chance auf dem Zuchtgestüt Fominow eines der Pferde zu behandeln!
    03.11.18 | 3.699 Zeichen | Sissicat

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    Chippen
    Nachdem ich bei Hunter in England war, ging es nach Deutschland. Der Flug war zum Glück nur circa eine Stunde, die ich dennoch voller Todesangst überstanden hatte.Diesmal hatte ich ein Hotel und hatte mit ein Fahrzeug gemietet um zum Gestüt von Dimitri Fominow zu kommen. Aufgeregt setzte ich mich in das rote Auto und fuhr lost. Das Navigationsystem führte mich sicher durch das unbekannte Gebiet. Bei einer Pause telefonierte ich mit Simon, der mir voller freude verkündete das er ein Westernpferd gekauft hatte und mehrere neue Aufträge eingegangen waren. Ein wenig überwältigt von den Neuigkeiten grübelte ich während der Fahrt weiter und versuchte einige organisatorischen Kram zu bewältigen.
    Nicht lange nachdem ich einen groben Plan entwickelt hatte war ich angekommen. "Zuchtgestüt Fominow" laß ich leise. "Wie originell". Perplex von meiner Gemeinheit packte ich die Geräte und die Nadeln für die Mikrochips, die Mikrochips selbst, sowie auch das Lesegerät ein. Mehr war diesmal nicht nötig. Die Pfedekennzeichnung dauerte an sich auch nicht lange und ich freute mich darauf die freie Zeit dann ein bisschen zu genießen. Sehr förmlich stellte ich mich dem Herrn Fominow vor. Er war direkt sehr persönlich und sehr freundlich, was mir die Nervosität nahm. "Ich bin eine sehr junge Tierärztin, nicht viele Leute nehmen mich dann für voll" sagte ich, nachdem der Besitzer der Budjonny Pony's bemerkte das ich nervös war. Er gab mir sein Verständnis zurück und erklärte das Alter keine Rolle spiele. "Das lernen ist eine Sache, das Können und die Leidenschaft, eine andere" sagte er. Dieses Zitat blieb mit im Gedächtnis und heiterte mich auch noch einige Wochen später auf. Ich wurde darauf hingewiesen das Алёна ehemalig eine Wunde an der Bauchdecke hatte. Bevor ich also mit dem Chippen loslegte, begrüßte ich die Fuchsstute und schaute mit die Stelle an. "Die Wunde ist sehr gut verheilt. Nicht mehr lange, dann wächst ihr Fell dort auch wieder normal nach. Es kann aber auch sein das der Haarwuchs dort ausfällt. Ist aber physisch nicht schlimm". Dimitri, wie er mir anbot, hörte aufmerksam
    zu und hielt dann die Stute fest, während ich den Chip nähe des Mähnenkammsplatzierte. Auch bei Poca war diese Prozedur schnell erledigt. Ich lobte beide Stuten mit einem Apfel und ging mit dem Lesegerät über dem Chip um sicher zu gehen, das dieser auch erkannt werden konnte. "Das war's schon. Der Pass ist beantragt und wird in einigen Tagen bis zu einer Woche per Post zugesendet" lächelte ich. Ich räumte die ganzen Packungen weg und erledigte den Anruf bei der zuständigen Stelle der Pässe. Ich bedankte mich bei Dimitri für den Kaffee am Ende und das aufmunternde Gespräch. Gegen Mittag hatte ich dann Zeit um im Hotel den Wellness Bereich zu testen.
    18.06.2018 | 2.598 Zeichen | Cooper

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    Springen E → A
    Während der Trainingssaison war Sonntagabend reserviert für die Runde mit den Senior Trainern. Gegen halb acht, schon fertig geduscht und mit vollem Magen, machte sich Cat gemeinsam mit Bernie in Richtung Haupthaus auf. Eigentlich nur, weil sie anwesend sein musste; das Training mit Quarterback war momentan ihre Hauptaufgabe, und auch wenn der Hengst nicht wirklich leicht war, wuchs er ihr langsam aber sicher ans Herz.
    Aber trotzdem rief Maggie gegen Ende der Sitzung ihren Namen auf. Cat hatte eigentlich schon abgeschlossen und war mit den Gedanken woanders. Aber wie das so ist, wenn man plötzlich seinen Namen hörte, schoss ihr Kopf Richtung Senior Trainer und ein wenig elegantes „Hä?“ kam aus ihrem Mund.
    Maggie, die zwischen Frank und Logan saß, hob einen ihrer wichtigen, wichtigen Wichtig-Zettel in die Höhe. „Budjonny-Stute, Springen.“
    Cats Mund blieb weiter offen stehen. „Ich dachte—“

    Aber Maggie war schon beim nächsten Pferd und dem nächsten Jock. Cat blieb also nichts anderes übrig, als auf eine Erklärung zu warten. Immer noch reichlich verwirrt und mit einem mindestens genauso verwirrten, „leicht dümmlichen“ (Danke, Bernie) Gesichtsausdruck, ging sie nach der Runde schließlich zu den Senior Trainern nach vorne.
    Maggie drückte ihr gleich den Zettel mit der Beschreibung und den Details zum Pferd in die Hand. „Sollte ich mich nicht erstmal auf Quarterback konzentrieren?“ fragte Cat schließlich und versuchte, dabei nicht trotzig zu klingen.
    Erst jetzt, von nahem, viel Cat auf, wie fertig Maggie aussah; Strähnen fielen aus ihrem sonst immer pristinen Pferdeschwanz, sie hatte Augenringe und die ersten Fältchen, die sonst immer charmant aussahen, schienen plötzlich viel tiefer. Cat fühlte sich sofort schlecht – anstatt sich ihrem Schicksal anzunehmen, war sie bestimmt nur das nächste Problem für die Senior Trainerin an diesem Tag.
    Trotzdem schaffte Maggie ein kleines Lächeln. „Quarterback schrauben wir die nächsten Wochen gezwungenermaßen ein bisschen runter.“ Dann deutete sie auf den Zettel, den Cat noch immer nicht angeguckt hatte. „Den Auftrag brauchen wir. Wirklich. Wenn sie dann da ist, dann besprechen wir nochmal unter vier Augen, wie das läuft, okay?“

    Die Budjonny-Stute kam wenige Tage später auf Sandringham Manor an. Neun Jahre, wiederholte Cat in Gedanken, während sie über den Hof lief, um die Stute zu begrüßen. Neun Jahre. Fuchs. Aljona. Hatte erst einen Unfall auf einem Turnier und soll jetzt langsam wieder daran gewöhnt werden.
    Ein wenig neugierig lugte Cat in den B-Stall hinein. Aljona war schnell gefunden; sie war der einzige Fuchs im Stall; ihr rotes Fell schien schier zu glühen, während sie ruhig auf etwas Heu herumkaute. Cat beobachtete sie erst ein bisschen aus der Ferne – als das Tor aufgeschoben wurde, hatte die Stute kurz zu ihr aufgesehen, dann hatte sie sich wieder dem Futter gewidmet. Allgemein machte sie einen recht entspannten Eindruck, als wäre das das normalste der Welt, in einem fremden Stall in einem fremden Land zu stehen.
    Vielleicht war das sogar irgendwann ihr gesamtes Leben gewesen, dachte Cat. Dann kann ich wenigstens zügig mit dem Training anfangen.
    Auch, als Cat an die Boxentür trat, interessierte Aljona sich nicht großartig für sie. Vor allem nicht für die Finger, die Cat ihr zum Beschnuppern hinhielt.
    „Aljona,“ wisperte sie immer wieder. „Алёна. Aljonka. Hey.“
    Eher aus Höflichkeit als wirklichem Interesse schnupperte die Stute dann doch an ihrer Hand. Wenigstens ein Erfolg für den Tag. Cat sah Aljona noch eine Weile zu, dann wartete auch schon wieder das Training mit Quarterback.
    Beim ersten Ritt auf der Stute – noch ohne das wirkliche Training anzufangen – fühlte sich Cat, als würde sie das Reiten nochmal lernen. Sie wusste um Aljonas Verletzung am Bauch, hatte die Narbe gesehen und Aljonas Besitzer hatte auch ausdrücklich davor gewarnt, da die Stute an der Stelle nach wie vor extrem empfindlich war. Auf der linken Hand war es soweit in Ordnung; Aljona lief vorwärts, kaute zufrieden auf dem Gebiss und schien sich an nichts zu stören. Cats inneres Bein war fest am Sattelgurt und traf die Stelle daher nicht. Anders sah es auf der anderen Hand aus, wenn der äußere Schenkel ein kleines Stück hinter dem Sattelgurt lag. Cat war bedacht darauf, ordentlich zu treiben – mit der Wade, nicht mit der Hacke und außerdem so sanft wie möglich – und trotzdem schlug die Stute mit dem Schweif, machte einen Satz nach innen.
    Am Schluss des Trainings stieg Cat mit hochrotem Gesicht ab, das etwa die Farbe von Aljonas Fell angenommen hatte. Sie hatte beim Putzen schon bemerkt, dass es der Stute überhaupt nicht gefiel, wenn sie dort berührt wurde, aber es war fast nicht zu umgehen.
    In den nächsten Tagen arbeitete Cat also an Aljona und an sich selbst. Schnell merkte sie, dass Aljona durchaus entspannter lief, wenn Cat den linken Schenkel so gut wie gar nicht vom Sattelgurt bewegte. Während sie nebenbei noch alle paar Tage auf Quarterback saß, fiel ihr die Umstellung anfangs schwer – aber mit jeder Session fiel es ihr ein bisschen leichter. Aljona dagegen musste damit klarkommen, sich allein vom linken Zügel verwahren zu lassen. Das funktionierte weniger gut, bis Cat dann doch den linken Schenkel dazu nahm – nur eben am Sattelgurt.
    „Ich komm langsam selbst total durcheinander,“ jammerte sie Bernie eines Abends die Ohren voll. „Und Quarterback versteht die Welt langsam nicht mehr.“ Erst heute, beim Dressurtraining, hatte sich das gezeigt; am Morgen hatte Cat mit Aljona erste Stangenarbeit gemacht, nachmittags dann Training mit Quarterback. Während Maggie schier verrückt wurde, weil Cats äußerer Schenkel immer wieder nach vorne rutschte, dackelte Quarterback irgendwie durch den Zirkel. „Und noch ein Ei,“ rief Maggie nach jedem missglückten Versuch, und Cat hätte vor Frustration am liebsten geschrien.
    Bernie tätschelte ihr nur den Kopf. „Das wird schon,“ murmelte sie abwesend; ihre Aufmerksamkeit galt dem Fernseher mit den Explosionen oder dem Smartphone in ihrer Hand. Cat machte sich gar nichts daraus und jammerte ihre Freundin einfach weiter voll.
    Das schien irgendeine Blockade zu lösen – am nächsten Tag hatten Aljona und Cat das beste Training bis jetzt. Langsam fing die Stangenarbeit an, und auch, wenn die Stute lange brauchte, bis sie wusste, wie sie über die bunten Stangen laufen sollte, irgendwann war Cat und sogar Frank zufrieden. Seit es mehr in Richtung Springtraining ging, überwachte er die Stunden sporadisch und gab ab und zu einen Kommentar vom Rand des Reitplatzes ab. Dieses Mal, nachdem Aljona mit stolz gebogenem Hals und leichten Tritten über verschiedene Trabstangenkombinationen schritt und auch über die ersten kleinen Gymnastiksprünge setzte, parierte Cat sie mit geröteten Wangen vor Frank durch. Der zuckte mit den Schultern und brummelte „nicht schlecht“ – und für Frank-Verhältnisse war das ein absolut euphorisches Kompliment.
    Die Gymnastiksprünge nahmen zu, sowohl in Anzahl als auch Höhe. Das Trainingstempo würde Cat eher als gemütlich beschreiben; Aljona kannte zwar das Ganze schon, ließ sich aber trotzdem Zeit, alles zu lernen. Zu Beginn hatte Cat das ein bisschen an ihre Grenzen gebracht; vor dem ersten kleinen Parcours, nachdem die Stute schon eine ganze Zeit auf Sandringham Manor verbrachte, war sie das schon gewöhnt. Zwei Schritte nach vorn, einer zurück – so kam man auch irgendwann ans Ziel. Dementsprechend ging der erste Versuch, den kleinen Parcours auf E-Level zu springen, ordentlich in die Binsen. Nach einigen Wiederholungen schien Aljona ihren Groove zu finden – oder wiederzufinden. Die Galoppade ruhig und versammelt, der Absprung kräftig und die Landung leichtfüßig, schon wieder aufs nächste Hindernis fokussiert. Doch gerade, als die Stute anscheinend warm war und danach eiferte, noch weiter zu machen, beschloss Cat, für heute Schluss zu machen. Sie sollte sich ja nicht gleich übernehmen, und wer weiß, wann sie das letzte Mal so im Training stand. Passenderweise war der nächste Tag auch verregnet, sodass Aljona einen Tag Pause bekam.
    Nachdem das Springen auf E-Niveau gut klappte, wurde jetzt an der Höhe gearbeitet. Langsam natürlich; Zentimeter für Zentimeter wurden einzelne Hindernisse höher, und sobald Cat und Frank gefiel, wie Aljona das meisterte, auch schon die nächsten. Der Sprung von E auf A war nicht wirklich groß, weswegen der nächste große Punkt auf Aljonas Trainingsplan das Stiltraining war. Zumindest in dem Ausmaß, in dem man den Stil antrainieren konnte, beziehungsweise in der das Pferd überhaupt zum Stil beitragen konnte. Durchlässig war Aljona, war sie schon gewesen, seit sie auf dem Gestüt angekommen war – damit war der Grundstein auf jeden Fall schon einmal gelegt. Auch die Einschätzung der Distanz fiel Aljona nicht schwer; hier zeigte sich dann doch ihr Leben vor dem Unfall. An der ruhigen Galoppade hatte Cat von Anfang an arbeiten können. Es lief alles super.
    Und doch traf es sie dann ein wenig unvorbereitet, als Maggie an einem Sonntagabend das Training von Aljona für abgeschlossen erklärte. „In zwei Tagen wird die Budjonny-Stute zurück nach Deutschland fliegen,“ schloss die Trainerin ab und legte Aljonas Zettel auf den Tisch vor sich ab.
    Cat wurde hellhörig – ein Gestüt in Deutschland? Dann könnte sie das ja ganz einfach mal besuchen, oder wenn möglich sogar ihren Bruder als Pfleger dort einschleusen. Aljona war ihr ziemlich ans Herz gewachsen; mittlerweile begrüßte die Stute sie sogar schon mit einem leisen Brummeln. Und wegen der Stute hatte Cat ihr Interesse an Russisch wieder gefunden – Aljonka und Привет, моя красавица rollten mittlerweile wieder locker und flüssig von ihrer Zunge, die die Sprache ihrer Familie sonst immer abgelehnt hatte. Also ließ sie sich von Maggie den Namen des Gestüts geben, zu dem Aljona zurückkehren würde, und schickte den Link zur Website sofort an Lesja.
    31.07.2018 | 9.840 Zeichen | Rhapsody

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    Springen A → L
    Gähnend streckte ich mich und wollte am liebsten gar nicht aus dem warmen Bett steigen, doch mir blieb nichts anderes übrig und so gab ich mir einen Ruck. Nach dem Training gestern war ich in das Reiterstübchen neben der Reithalle gegangen, hatte mir einen heißen Kakao gemacht und die anderen Reiter beobachtet. In Deutschland war es mindestens 10 Grad kälter als in England. Hier war der Herbst schon eingetroffen. Ich machte mich für den Tag fertig und ging dann nach unten in die Küche zu Dimitri um mir eine Tasse Kaffee zu machen. “Алёна ist sehr feinfühlig. Als wir sie gekauft haben hatte sie einen schweren Unfall und ist seither sehr empfindlich im Bauchbereich. Bitte achte darauf, ja?” sagte Dimitri und ich beschwichtigte ihn, achtsam zu sein. Wir unterhielten uns noch einen Moment, bevor ich meine Tasse ab wusch und in den Stall ging. Als ich ihre Box gefunden hatte öffnete ich die Tür und begrüßte die Stute, bevor ich ihr das Halfter anzog und sie nach draußen in die Stallgasse führte. Ich ließ die Stute einen Moment allein um die Putzbox, ihren Sattel, die Trense und ein Set Gamaschen und Hufglocken zu holen, die ich später benötigen würde. Mit dem Striegel in der einen- und einer Bürste in der anderen Hand, begann ich das kurze Fell der Stute gründlich zu putzen. Nachdem ich die Hufe ausgekratzt und die Mähne und den Schweif gekämmt hatte, zog ich Алёна, die Aljona ausgesprochen wurde, die Hufglocken an. Auch während ich ihr die Gamaschen und Streichkappen anzog, blieb sie brav stehen. “Du bist eine ganz liebe, oder?” fragte ich sie und kraulte ihr die Stirn, was ihr zu gefallen schien da sich ihr Kopf immer weiter senkte und sie die Augen schloss. Ich nahm ihren Sattel vom Sattelhalter herunter, legte ihn auf den Rücken der Stute auf und korrigierte seinen Sitz, bevor ich die Satteldecke glatt zog und den Gurt schloss. Nachdem ich Алёна auch aufgetrenst hatte, setzte ich meinen Helm auf und führte die Stute über den Hof zum Springplatz, auf dem ich gestern schon mit Экстраординарный gewesen war. Bereits gestern Abend hatte ich den Platz für das heutige Training vorbereitet, hatte die Stangen höher gelegt und ein paar der Hindernisse umplatziert um einen abwechslungsreichen Parcours zu bieten. Die Stute hatte etwas mehr Erfahrung und sollte sicherer auf dem L-Niveau werden. Ich stellte die Stute auf und zog die Steigbügel nach unten. Nachdem ich sie auf meine Länge eingestellt hatte setzte ich einen Fuß in den Steigbügel und stieß mich ab. Sanft ließ ich mich in den Sattel “fallen” und sortierte sowohl meine Füße in den Steigbügeln, als auch die Zügel in meinen Händen, bevor wir uns im Schritt und Trab aufwärmten. Алёна reagierte tatsächlich auf kleinste Hilfen, daher achtete ich besonders darauf mein Bein ruhig am Pferd zu halten, um sie nicht zu verunsichern, oder gar ihr weh zu tun. Als die Stute sich mehr und mehr entspannte gab ich ihr die Galopphilfen und ritt sie ein paar Runden über die Galoppstangen und durch die Hindernisse, bevor ich das erste taxierte: Ein Rick mit 1.10m Höhe. Die Stute blieb entspannt, sprang im richtigen Moment ab und landete leichtfüßig auf der anderen Seite. “Klasse!” lobte ich sie laut und ritt sie an eine Kombination aus einem Oxer und einem einfachen Gatter. Алёна bemühte sich und zeigte eine gute Bascule über dem Sprung. Ich gab ihr etwas mehr Zügel vor und galoppierte sie im leichten Sitz auf dem Zirkel, bevor wir in die In-Out Hindernisse wechselten. Алёна zeigte große Ambitionen und das Training bereitete mir immer mehr Freude. Ein mal, als ich etwas unvorsichtig mit meinem äußeren Schenkel war, verweigerte sie den Absprung und machte einen Satz beiseite, dass es mich beinahe aus dem Sattel befördert hätte. Ich ließ die Stute dann eine Runde im Schritt laufen und streichelte sie unter der Mähne, um sie um Entschuldigung zu bitten. Zurück im Parcours nahmen wir den Tripplebarren, dessen höchste Stange auf 1.20m lag, in Angriff, sowie eine Kombination bestehend aus 3 Sprüngen. Immer wieder ritten wir auch über die Galoppstangen und die Cavalettis um die Konzentration und Laune zu behalten. Nach einer weiteren halben Stunde parierte ich die Stute durch und ritt sie ein paar Runden auf dem Platz trocken. “Что ты имеешь ввиду?” rief Dimitri mir zu, der gerade mit einem Pferd an der Hand vorbei lief, dass ich nicht kannte. Da ich nicht verstanden hatte was er sagte, zog ich die Schultern hoch und er lachte. “Was denkst du? Kann man sie anmelden für Turniere?” - “Logisch! Sie ist ein Traum!” rief ich ihm wieder zu und lächelte. Das war sie wirklich. “Du hast einen guten Tag erwischt. Oft ist sie sehr träge.” lachte Dimitri und lief weiter. Ich hielt Алёна an und stieg ab um sie zurück in die Stallgasse zu führen. Nachdem ich sie abgesattelt hatte legte ich ihr eine Abschwitzdecke auf und brachte sie auf einen leeren Paddock, damit sie sich etwas entspannen konnte. Ich räumte die Stallgasse auf und suchte dann Dimitri, um das Training und meine Abreise zu besprechen. Schon beim letzten Besuch bat man um meine Anwesenheit beim Essen und genau so wie beim letzten Mal, schmeckte es köstlich. “Wie heißt das?” fragte ich in die Runde und zeigte auf die Schale vor mir. Dimitri lachte und sagte: “Borschtsch. Wie kannst du das nicht kennen?”. Ich würde die russische Gastfreundlichkeit vermissen.
    29.09.2018 | 5334 Zeichen | adoptedfox

    Blakes Crow Meadow Training
    Hunter Hack LK 5 → LK 4
    Wo man als Trainer nicht alles hinkam. Heute stand ich vor dem Tor eines Reiterhofes in Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt ein Hof an einem schönen See. So zumindest hatte mir der Gestütsbesitzer Dimitri Fominow seine Anlage beschrieben. Und er hatte nicht untertrieben. Schon vom Tor aus konnte man einige Ecken des Sees sehen und die Schönheit dieser Anlage bewundern. Trainieren sollte ich hier eine Budjonnystute namens Алёна. Zum Glück hatte mir Dimitri vorher geschrieben, dass man ihren Namen Aljona aussprach, denn sonst hätte ich sie vermutlich Aneha genannt, denn so sah ihr Name für mich aus. "Guten Tag.", sagte plötzlich jemand hinter mir. Ich drehte mich um und schaute einen hochgewachsenen jungen Mann an, der mit seinem Auto hinter mir stand. Seltsam, das hatte ich gar nicht gehört gehabt. "Oh hallo.", packte ich mein bestes Deutsch aus. Durch Verena hatte ich doch einiges gelernt, auch wenn ich immer mehr davon vergaß. Kein Wunder, ich hatte ja auch nur mit ihr deutsch gesprochen.
    "Ich bin Dimitri Fominow. Sie müssen Caleb O'Dell sein?", fragte er mich und reichte mir die Hand. "Ja. Caleb.", antwortete ich und überlegte fieberhaft, welche Worte ich nun benutzen musste. Dimitiri kam mir jedoch zuvor und bat mir an, mich mit dem Wagen noch ein Stück mitzunehmen, dann müsse ich nicht einmal quer über das Gelände laufen. Ich lehnte natürlich nicht ab und stieg ein. Vor einem kleinen Haus hielt er an und wir stiegen aus. "In diesem Haus kannst du übernachten.", erklärte er mir und ich ging mit dem Gepäck hinter ihm her bis zu meinem Zimmer. "Pack in Ruhe aus, ich warte und bringe dich dann zu dem Pferd.", ich nickte zwar, hatte jedoch nicht alles genau verstanden. Er schien das wohl an meinem Blick zu erkennen und wiederholte seine Aussage nochmal in englisch. Nun nickte ich sicherer, grinste ihn kurz an und bedankte mich.
    Im Zimmer packte ich ein paar Sachen aus, zog mir eine dickere Jacke an und ging dann nach draußen, wo er schon auf mich wartete. Es liefen noch ein paar andere Menschen auf dem Gestüt rum, die alle komplett anders als ich gekleidet waren. Mit meinem Coybowhut, den blauen Jeans und den Boots kam ich mir wirklich fehl am Platz vor, doch Dimitri musste sich dessen bewusst gewesen sein, als er mich engagiert hatte. Schließlich sollte ich seine Stute auch in einer Westerndiziplin ausbilden. Ein bisschen Westerntouch hatte ich da schon von Amerika nach Deutschland mitzubringen - glaubte ich zumindest.
    Wir gingen sofort rüber zum Stall, in dem die Stute stand und er erklärte mir ein wenig etwas zu ihr. Besonders ihre Ausdauer und ihre Geduld hob er hervor, doch auch von ihrem Unfall erzählte er. Sie stand jetzt wieder voll im Training und sollte auf die Krönung vorbereitet werden. Da Dimitri viel von einer vielseitigen Ausbildung hielt, sollte ich sie auch im Hunter Hack trainieren und nicht im Springen. Bei dieser Klasse kam es viel auf Ausstrahlung und Haltung an- und Ausstrahlung hatte die Stute allemal. Dimitri zeigte mir noch, wo ich ihr Putzzeug und ihr Sattelzeug finden konnte und zeigte mir auch noch kurz die Reithalle, in der ich mich vorwiegend aufhalten würde, da es draußen mittlerweile richtig kalt wurde. Hier waren es ca. 15 Grad kälter als bei uns in New Mexico. Dimitri legte mir ans Herz, entweder morgens oder abends zu trainieren, da die Hall nachmittags fast immer belegt war. Ich nickte, dankte ihm für die Info und er verabschiedete sich dann von mir. Ich merkte zwar die Müdigkeit in all meinem Knochen, doch eine kleine Runde wollte ich noch mit Aljona machen, ehe ich ins Bett gehen wollte. Ich putzte die Stute einmal schnell über, sattelte sie dann und ging in die Halle. Dort lief noch ein anderes Pferd, welches jetzt jedoch fertig war und zusammen mit seinem Reiter die Halle verließ.
    Ich gurtete nach, stieg dann auf und ließ die Stute zunächst einmal stehen. Ich wollte von Anfang an, dass sie mir zuhörte und nicht einfach das tat, was sie gewohnt war zu tun. Ich nahm sie dann kurz an, trieb sie nach vorne und gab ihr wieder Zügel nach, als sie sich in Bewegung gesetzt hatte. Viel wollte ich heute wirklich nicht machen. Ich ritt sie eine Weile im Schritt, ehe ich sie antrabte und ein wenig darauf vorbereitete, dass ich sowohl meine Beine anlegen, als sie auch vorne zurücknehmen konnte, damit sie langsamer wurde, aber die Gangart beibehielt. Oft wurden die Pferde komplett anders trainiert und es dauerte eine Weile, bis sie verstanden, dass Beine anlegen nicht schneller werden bedeutete. Wir brauchten eine ganze Weile im Trab, bis sie diese Prozedur halbwegs verstanden hatte. Ich galoppierte sie noch kurz und hörte dann auch auf, denn das reichte für sie und vor allem auch für mich, denn ich war vom langen Flug wirklich geschafft. Es war tatsächlich eine Überlegung wert, Trainingspferde mindestens zwei Monate bei uns aufzunehmen, vielleicht sogar auch drei. Dann konnten sie zu uns fliegen, sich in Ruhe einleben und zwei oder drei Stufenerhöhungen erhalten. Wir hatten dann auf der Ranch auch fast jeden Tag Zeit, so dass sie aktiv in die Arbeit eingeplant wurden und wir nicht schnell eine Woche wegfliegen, arbeiten und so schnell es ging wieder zurück kommen mussten. Das würde ich mit Bellamy auf jeden Fall einmal absprechen und vielleicht ab dem nächsten Jahr einführen. Mit etwas Glück würden wir es vielleicht sogar noch dieses Jahr schaffen.
    Mit meinen Gedanken jedoch wieder bei Aljona hatte ich sie fertig abgeritten und brachte sie in den Stall, wo sie mir sofort ein Mitarbeiter aus der Hand nahm und versorgte. Ich nickte dankend und ging dann ins Haus, wo mir Dimitri noch etwas zu essen anbot, was ich wohlwollend annahm. Ich aß etwas und ging dann in mein Zimmer, wo ich mich fertig fürs Bett machte und schließlich schlafen ging. In den nächsten zwei Tagen trainierte ich sie morgens immer nur im Schritt, damit sie sich an meine Bein und Zügelhilfen gewöhnen konnte, ehe ich sie abends in allen drei Gangarten ritt. Man merkte, dass sie sich schnell daran gewöhnte, so dass ich mir am dritten Tag meines Besuches zwei Hindernisse aufgebaut hatte. Aljona war im Springen schon auf der Stufe L, weshalb für sie die kleinen Hindernisse mit ihren 80cm kein Problem darstellen sollten. Ich wärmte sie also gründlich auf und galoppierte sie dann an. Sie hatte sich schon wirklich gut an mich und meine Hilfen gewöhnt, so dass es kein Problem war, sie ruhig auf das erste Hindernis zugaloppieren zu lassen. Es war wichtig, dass sie davor nicht all zu viel anzog, was sie aber von sich aus nicht machte, da ich sie ein wenig zurück hielt. Sie sprang wunderschön sauber ab, kam super auf und ich konnte sie gleich danach nach rechts abwenden, einen fliegenden Galoppwechsel machen und dann das andere Hindernis springen. Sie hatte von sich aus einen wunderschönen, eleganten Stil, an dem es für die nächste Klasse nichts zu verbessern gab.
    In den nächsten Tagen übten wir vor allem, und immer noch, meine Hilfengebung. Das Springen ließen wir ein wenig außer Acht, da sie das wirklich gut konnte. Auch Rückwärtsrichten stand noch auf dem Programm, was sie jedoch auch noch aus ihrer früheren Turnierpferdzeit zu kennen schien. An meinem letzten Tag hier hatte ich die zwei Hindernisse so aufgebaut, wie sie bei einer Hunter Hack Prüfung stehen würden. Ich ritt also nach dem Aufwärmen kurz raus und dann wieder in die Halle, wendete sofort nach rechts ab und galoppierte die Stute an. Schnell steuerten wir auf den ersten Sprung zu und nahmen ihn schön sauber. Danach gab ich die Hilfen zu einem fliegenden Galoppwechsel, wir übersprangen das zweite Hindernis und ritten dann wieder auf den ersten Hufschlag, wo ich sie an einem Hütchen aus dem Galopp anhielt. Als sie stand, nahm ich die Zügel auf und richtete sie rückwärts. Ich lobte sie, ritt sie ab und brachte sie wieder in den Stall. Für die nächste Klasse war sie auf jeden Fall gerüstet. In einer höheren Klasse müsste noch an ihren Galoppsprüngen, jedoch auch am Stil beim Springen gearbeitet werden. Denn ihr passierte es doch des Öfteren, dass ihre Vorderbeine beim Springen nicht parallel waren, was große Punktabzüge auf einem Turnier gab. Ich verabschiedete mich bei Dimitri und wünschte ihm noch viel Erfolg mit seiner Stute, ehe ich mich wieder auf den Heimweg machte. Ich freute mich schon darauf, wieder im Westernsattel sitzen zu können. Wobei mir dieser Ausflug im Huntersattel definitiv Spaß gemacht hatte.
    31.10.2018 | 8.427 Zeichen | Veija

    Nachdem ich bereits Susanna zugeschaut hatte, blieb ich noch sitzen, um die Kür von Aron anzuschauen. Er ritt Алёна, eine erfahrene ältere Stute, die aufgrund ihrer Verletzung am Bauch in den letzten Saisons nicht an einer Krönung starten konnte. Aron war angehender Tierarzt und als Wahl für Алёна perfekt gewesen. Er war ruhig und gelassen und genau das merkte man auch, als er die Halle im Schritt mit der hübschen Fuchsstute betrat. Dimka erwartete von Алёна, dass sie ihr glänzendes Fell im Frühjahr an ihr Fohlen weitergab, denn das war eine der Besonderheiten der Budjonnys. Aron hatte sich farblich passend in schwarz-weiß-orange gekleidet und obwohl er etwas kräftiger war, war der Anfang der Kür genauso schwebend wie Pocas zuvor. Die Musik dazu sollte Алёна Geschichte darstellen und so war auch seine Vorstellung darauf ausgerichtet.
    Er grüßte die Richter vorbildlich und begann dann, unerwartet aber gut gelungen in einem spielerischen, fast unkontrolliert scheinendem Galopp – ich schätzte auf Алёна‘s Kindheit. Sie war auf einer der großen Steppen Russlands aufgewachsen und erst als Jungpferd importiert wurden. Für Алёна war diese Veränderung ein Schritt rückwärts gewesen, deswegen stoppte Aron die Stute plötzlich und ging einige Schritte im Rückwärstgang mit ihr, bevor er sie langsam im Schritt anlaufen ließ. Dann folgte der Trab, die Trainingszeit die folgte zum Turnierpferd und anschließend ein Zirkel, als Алёна‘s vorherige Besitzer bemerkten, dass die Stute mehr Zeit zum Lernen benötigte, als andere. Anschließend folgte die Verletzungsszene: Aron übersprang ein provisorisch aufgebautes Hindernis in der Mitte der Halle und machte danach einen großen Zirkel, den er Stück für Stück verkleinerte, bis Алёна schließlich zum Stillstand kam. Er ließ die Zügel lange und Алёна streckte ihre Kopf nach unten, Aron legte sich auf ihren Hals. Und erst dann, behutsam und langsam, nahm er die Zügel wieder auf, richtete sich und die Stute aus, und begann den zweiten Teil der Kür auf der anderen Hand. Dieser sollte Алёна‘s Leben nach dem Unfall darstellen und das viele Training, das sie danach hatte. Es war beeindruckend, all die Schlangenlinien, die exakt geritten wurden, egal ob im Trab oder Schritt und die tolle Zusammenarbeit zwischen Reiter und Pferd, die auch dem restlichen Publikum auffiel. Es war fast schade, als es zu Ende war und Aron sich von den Richtern verabschiedete. Der Applaus brandete auf und Aron verließ nach einem kurzen Nicken in unsere Richtung, die Halle.

    2.508 Zeichen | geprüft auf zeichenzähler.de | Canyon

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    Komplettes Bild von AliciaFarina <3
     
    Mohikanerin und adoptedfox gefällt das.
  5. Canyon

    Canyon Bekanntes Mitglied

    Am 16. November folgt hier die Abstimmung - bis dahin könnt ihr weiterhin teilnehmen.
    Zum Schutz gegen eine Disqualifikation kontrolliert nochmal eure Teilnahmen, bei Fehlern korrigiere ich euch diese gerne, wenn ihr mich per PN benachrichtigt.
     
  6. Canyon

    Canyon Bekanntes Mitglied

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    Анжелика geritten von Fira Beck
    von Canyon

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    Анжелика

    ● ○ ● ○

    Stute | *2009 | 161cm
    Budjonny
    Rappe

    ● ○ ● ○

    Von unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    ● ○ ● ○

    x | x | x
    Анжелика liebte den Menschen nicht, sie achtete ihn. Sie hat Respekt vor ihm, solange auch er Respekt vor ihr hat. Den Menschen hält sie auf Abstand, bis sie ihm vertraut, doch dann ist sie eine Reitgefährtin für jeden Anlass. Sie zeigt durchaus Talent in der Distanz, ist aber durch ihren schlanken Körperbau auch für den Springsport geeignet. Als eine der einzigen Rappstuten ist sie eine wichtige Vererberin des schwarzen Gens.
    Beim Reiten reagiert sie äußerst fein auf Hilfen, hat aber auch viel Energie. Mit den richtigen Gesten ist sie jedoch sehr gut zu händeln und ein Verlasspferd in schwierigen Situationen.

    ● ○ ● ○

    Besitzer: Canyon
    VKR/Ersteller: Canyon | LH von sadasha
    im Besitz seit: 16. Juni 2018
    Kaufpreis: 0 Joellen

    ● ○ ● ○

    ● Schleifenaufstieg ● Trainingsaufstieg ● Potential

    Springen E A L M S S* S**

    Military E A L M S

    Dressur E A L M S S* S**

    Distanz E A L M S

    Galopprennen E A L M S

    ● ○ ● ○

    Fohlen ABC | Eingeritten | Eingefahren

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    449. Westernturnier | 448. Galopprennen | 350. Distanzturnier | 508. Dressurturnier

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    252. Synchronspringen | 396. Fahrturnier | 455. Westernturnier | 255. Synchrospringen

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    369. Militaryturnier | 400. Fahrturnier

    ● ○ ● ○

    [Schleife]
    Thema

    Abstammung: 0
    Schleifen: 10
    HS: 2
    TA: 2
    Trainer: 2
    Zubehör: 2
    Gesamt: 19

    Gencode: EEaa
    Zur Zucht zugelassen: Nein
    Eingetragene Zucht: Zuchtgestüt Fominow

    Nachkommen
    -

    ● ○ ● ○

    Letzter Tierarztbesuch: 22. Juli 2018

    Letzter Hufschmiedbesuch: 15. Oktober 2018

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    Vollbeschlag
    Gut für mich, dass ich sowieso gerade in Deutschland unterwegs war als ein Auftrag für die Schmiede einging. Schlecht für mich, dass ich die mobile Schmiede auf meinem Hof in England gelassen hatte und auch Eisen hatte ich nicht dabei. Ich versprach meinem neusten Kunden mich gegen Abend noch einmal zu melden ob ich nun gleich am nächsten oder erst in zwei Tagen kommen könnte. Je nachdem ob ich eine mobile Schmiede in Deutschland mieten konnte oder ob ich zurück nach England musste um meine eigene abzuholen. Mir war es fast schon unangenehm Dimitri Fominow keine fünfzehn Minuten später wieder zu belästigen. Wenigstens mit erfreulichem Grund, denn ich konnte den Wagen einer alten Bekannten ausleihen und damit nach Mecklenburg fahren.
    Am nächsten Morgen stand ich früh auf um zu frühstücken, mein Werkzeug zu kontrollieren und es dann in die geliehene Schmiede zu werfen, ehe ich mich hinters Steuer setzte und losfuhr. Ich hatte den Wagen gestern sofort abgeholt, damit ich heute gleich zum Zuchtgestüt Fominow fahren konnte. Zwei Pferde erwarteten dort meine Leistung. Die Namen der Pferde – für mich unaussprechlich. Eine der Fragen, die ich Mr. Fominow stellen würde, sobald ich eintreffe. Kryptische Pferdenamen hatte ich in Deutschland bislang noch nicht gesehen und ich hatte hier einen Teil meines Lebens verbracht. Das Wetter war schlecht. Immer wieder Starkregenfälle, die die Fahrt verlangsamten. Ich hielt meine Laune mit guter Musik aufrecht, bis ich endlich in Mecklenburg ankam, wo es zu diesem Zeitpunkt nicht regnete. Doch auch hier war schon alles durchtränkt und der Himmel drohte förmlich mit noch mehr Nass. Ich nahm meinen Werkgürtel aus dem Wagen und legte ihn an, bevor ich mich etwas zurückhaltend auf dem Hof umsah. Auch an diesem Ort hatte der heiße Sommer Spuren hinterlassen. An manchen Bäumen war die Rinde abgeplatzt und es lagen viele vertrocknete Blätter auf dem Boden, die vom Regenfluss zusammengetrieben wurden. Lediglich den Pflanzen in Kübeln schien es noch so richtig gut zu gehen.

    „Mr. Crowley?“ Ein junger Mann Mitte zwanzig streckte mir seine Hand entgegen. Ich ergriff sie und nickte zustimmend. „Mr. Fominow, nehme ich an?“ Er ließ meine Hand los und nickte kaum merklich, da er sich mit einer ausladenden Geste von mir weg drehte. „Kommen sie mit. Ich mache sie mit den Budjonnys bekannt.“ Bei der Bezeichnung klingelte etwas in meinem Hinterkopf. Neugierig folgte ich in die Stallungen wo Pferdeköpfe aus den Boxen lugten um zu überprüfen wer die Ruhe störte. Mr. Fominow stellte mir jedes Pferd an dem wir vorbeigingen kurz vor. Ich versuchte auf die Namensschilder zu achten, doch der Mann ging so schnell, dass ich kaum hinterherkam. Die Namen klangen alle nicht nach dem, was ich in der Mail gelesen hatte. Mir brannte die Frage nach den russischen Namen auf der Zunge und als er endlich stehen blieb und mir ‚Yuri‘ vorstellte klopfte er kurz gegen die Box. „Einer ihrer heutigen Kunden.“ Meine Augen weiteten sich in Erstaunen. „Yuri?“, wiederholte ich leise und nahm mir nun die Zeit auf das Boxenschild zu gucken. Yuri stand dort nicht. Stattdessen die kryptischen Zeichen ‚Юрий‘. Wieder ging Mr. Fominow weiter und hielt ein paar Boxen später bei einem Rappen. „Das ist Anschelika.“ Ein Blick auf das Schild an der Box verriet mir, dass Anschelika in Russisch wenigstens ein bisschen Ähnlichkeit mit der Aussprache hatte: ‚Анжелика‘. „Mit ihr fangen wir an. Die Pferde sind beide unkompliziert. Brauchen beide neue Eisen.“ Er schob die Tür auf und trat in die Box. Die Rappstute ließ sich brav aufhalftern und auf die Stallgasse führen. Die Eisen klackerten mit jedem Schritt auf hartem Boden. „Kommen sie.“, forderte Mr. Fominow erneut und ich folgte. Während ich den beiden hinterherging beobachtete ich automatisch die Hufe der Stute. Wir gingen auf den Innenhof wo der Mann seine Stute automatisch im Trab vorstellte, sodass ich ein besseres Bild bekam. Dann machte er sie an einer Putzstange fest, während ich meinen Wagen vorfuhr, da ich Hufböcke und Amboss brauchen würde. „Sie sollte ihnen keine Probleme machen. Falls doch: Ich bin drinnen. Möchten sie einen Kaffee?“, fragte er, doch ich lehnte höflich ab. Anschelika war tatsächlich brav. Sie blieb ruhig stehen, während ich sie streichelte und mir im Anschluss den ersten Huf und das entsprechende Sporteisen ansah. Mit dem Finger tastete ich das Hufhorn ab. Doch bevor ich auch nur einen Schnitt machen konnte musste ich das alte Eisen abnehmen. Mit einer Zange zog ich die Nägel aus dem Huf. Das Eisen kam von ganz alleine mit. Ich legte es zur Seite und strich über die Durchbruchstellen im Huf. Dann nahm ich mein Hufmesser zur Hand und machte einen prüfenden Schnitt um zu sehen wie tief ich schneiden konnte. Erst danach schnitt ich mit groben Zügen das alte Horn runter und korrigierte dann mit immer feineren Schnitten und legte den Strahl frei. Die harte Hufwand musste ich mit einer Zange abknipsen. Da Anschelika neu beschlagen werden sollte, mussten Innenteil und Wand plan sein. Um dabei auf Nummer sicher zu gehen arbeitete ich mit der Raspel besonders ordentlich und überprüfte meine Arbeit immer wieder. Nach einem Positionswechsel bockte ich Anschelikas Huf nach vorne auf und arbeitete nun die Ränder und Kanten nach, bevor ich mich ihrem neuen Eisen widmete. Der Vorteil für mich als Hufschmied beim Sportbeschlag lag vor Allem darin, dass ich ihn nicht erhitzen musste um ihn an den Huf anzupassen. Nach Augenmaß griff ich direkt zur richtigen Größe für den Huf. Gezielte Schläge auf dem Amboss brachten das Eisen in die gewünschte Form. Die ersten Schläge weckten die Sinne der schwarzen Stute, sodass sie mich empört ansah. Sie gewöhnte sich schnell an die Unruhe und ließ mich problemlos das neue Eisen aufnageln. Bei den übrigen Hufen verfuhr gleich. Die Rappstute ließ die Prozedur geduldig über sich ergehen. Als alle vier Hufe ausgeschnitten und neu beschlagen waren trug ich Hufbalsam als Pflege auf. Damit war sie fertig und konnte zurück in ihre Box.

    Mr. Fominow kam mir bereits entgegen, als ich in Richtung Haus ging und nahm mir Anschelika ab. „Ich räume den Platz kurz auf. Wenn sie die Stute jetzt wegbringen, können sie den Hengst gleich mitbringen?“, fragte ich höflich und ging in die Hocke um mit der Kehrbürste das alte Horn zusammenzufegen. Mr. Fominow tat wie geheißen. Ein paar Minuten später brachte er mir einen stattlichen Fuchshengst. ‚Yuri.‘, erinnerte ich mich und beobachtete sein Gangwerk, während er mir vorgeführt wurde. Als er eben in der Box stand hätte ich nicht erwartet, dass er so edel laufen würde. Sehr taktklar und aufrecht. Beeindruckend. Seinem Besitzer war bewusst welchen Eindruck sein Hengst machte und lächelte mich heroisch an, als er ihn zurück zur Stange brachte. Schmunzelnd wartete ich, bis er ihn festgebunden hatte und strich dem Hengst dann über den Hals. Ein paar Tropfen kündigten erneute Schauer an und Wind kam auf. Mr. Fominow verabschiedete sich wieder ins Haus. Wie bei der Rappstute zuvor überprüfte ich auch bei diesem Hengst zuerst die Substanz des Horns, ehe ich das alte Eisen löste. Wieder schnitt ich das alte Horn runter und arbeitete den Strahl frei, ehe ich die Hufwand kürzte und alles plan feilte. Nachdem der Huf gut vorbereitet war suchte ich das richtige Eisen heraus und richtete es auf dem Amboss her, bis die Nagellöcher auf der weißen Linie des Hufes lagen. Mit ein paar Nägeln schlug ich das neue Eisen an. Auch Yuri war von den lauten Schlägen nicht begeistert, blieb aber dennoch ruhig stehen, wenngleich etwas verspannt. „Guter Junge.“, lobte ich zwischen den Hufen und streichelte ihn, ehe ich mit der Arbeit fortfuhr. Als ich mit den neuen Beschlägen fertig war stand Mr. Fominow schon wieder draußen und beobachtete mich dabei, wie ich bei seinem Fuchshengst Hufbalsam auftrug. Zufrieden lächelte er und löste den Strick. Während er Yuri zurück in die Box brachte überprüfte er meine Arbeit. Ich kehrte in der Zwischenzeit den Dreck weg, den ich verursacht hatte und räumte mein Werkzeug zurück in den Wagen. Als der Gestütsbesitzer zurückkam klärten wir den finanziellen Part und verabschiedeten uns in höflicher Distanz. Gerade als ich wieder im Wagen saß begann es aus Kübeln zu gießen. Glück gehabt, dachte ich grinsend und überprüfte kurz mein Telefon, ehe ich mich auf die Heimreise machte.
    15.10.2018 | 8.335 Zeichen | sadasha

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    Grunduntersuchung
    Heute bekam ich einen Neukunden und dieser schien nicht von hier zu kommen. Herr Fominow klang russisch und auch die Pferde hatten komische Namen, also ich konnte diese bei besten willen nicht aussprechen, nun hatte ich angst wie ich mich zu äußern sollte mit welchem Pferd ich anfangen möchte. Die ganze Fahrt über grübelte ich nach. Dann kam ich zum Schluss das ich Mare oder Gelding sagen werde.. Nach weiteren 30 Minuten kam ich auf dem großen Anwesen an. Ich stieg aus meinem Auto aus und holte die Tasche, heute wäre eine Grunduntersuchung und Impfen an die reihe. Mir kam schon ein Mann entgegen dieser schien wohl Fominow sein. „ Guten Tag Herr Fominow, ich bin die Tierärztin!“ stellte ich mich freundlich vor. „Dimitri, nennen Sie mich doch einfach Dimitri!“ kam er mir entgegen mit gebrochenen Deutsch. „Verzeihen Sie, wollen wir anfangen? Ich muss gestehen, ich kann die Namen ihre Pferde nicht aussprechen oder Gar verstehen!“ sagte ich kleinlaut. „ Das ist russisch, die Stute Анжелика heißt Anschelika und Юрий heißt Yuri Fangen wir mit Anschelika an.! Erklärte er mir und ließ die Rappstute holen. Ich ließ sie mir bei dieser Gelegenheit vortraben. Da zeigte sie keine Auffälligkeiten. Nun machte ich die Beugeprobe bei allen Beinen, auch da stellte ich nichts fest. Nun banden wir die Schönheit an und ich konnte mit meiner Untersuchung weiter machen.Ich sah mir Maul und die Zähne an. „ In ca 4 Wochen müssten sie mal gemacht werden!“ gab ich Dimitri Bescheid. Nun ging es weiter zu den Augen und Ohren. Mit wachen klaren Augen wurde ich von der Rappstute begutachtet und auch da konnte ich nichts feststellen. Nun tastete ich sie ab und da war auch nichts zu erkennen. Nun hörte ich mir sie noch ab, um genau sicher zu sein, und als ich sicher war impfte ich die Stute und lobte sie ausgiebig, sie war wirklich brav und geduldig.

    Dimitri brachte zurück in ihre Box und kam mit einem Fuchshengst wieder dieser war also auf Deutsch Yuri. Auch ihn ließ ich mir vortraben und die Beugeprobe machen. Mit stolzem Haupt präsentiert er sich vor mir. Der kecke Kerl wusste sich zu präsentieren. Nun banden wir ihn an, und ich bat Dimitri ihn mir zu sichern. Ich schaute auch bei ihm gründlich nach, doch Zähne waren in Ordnung und altersgemäß abgeschliffen. Die Augen waren klar und die Ohren waren frei von Milben und nun tastete ich den Fuchshengst ab dort war alles in Ordnung, nun hörte ich Darm und Lungen ab und die Geräusche waren vollkommen gut. Nun konnte ich Yuri in ruhe impfen. Ich trug alles ein und verabschiedete mich von Dimitri und erinnerte ihn an den Zahnarzttermin von Anschelika.
    22.07.2018 | 2.618 Zeichen | Elsaria

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    Distanz E → A
    Nach langer Pause ging es für mich wieder mal los, ich hatte einen Auftrag auf dem Zuchtgestüt Fominow, dort sollte ich zwei Pferde in der Distanz weiterbilden. Als ich mein süßen kleinen pinken Flitzer parkte kam Dimitri Fominow schon in meine Richtung. Er begrüßte mich und zeigte mir anschließend meine Übernachtungsmöglichkeit für die nächste Zeit und natürlich den Hof, damit ich wusste wo ich was fand. Dann verabschiedete er sich schon, denn ein großes Gestüt bedeutet viel Arbeit. Ich räumte meine Sachen so ein wie ich es brauchte und machte mich dann auf den Weg um Анжелика & Юрий die Anschelika und Yuri ausgesprochen wurden zu besuchen und bereits die erste Einheit durchzuführen. In der Nähe des Zuchtgestüts hatte ich eine Bekannte die mir dabei helfen wollte, Andrea wollte am nächsten Tag hinzustoßen. Ich schnappte mir als erstes Anschelika, die hübsche Budjonny Stute schaute mir mit wachen klaren Augen entgegen, sie ließ sich brav aufhalftern und kam bereitwillig mit mir mit. Nachdem ich die hübsche Rappstute geputzt hatte, sattelte ich sie und legte ihr meinen mitgebrachten Equizaum an, dort hatte ich vorher ihr Gebiss eingebaut. Ich hakte die Zügel ein und meine Longe, dann schnappte ich mir noch meinen bereitgelegten Helm und die Peitsche. In der Halle angekommen ließ ich Anschi erst mal an der Kurzlonge laufen, nach dem Aufwärmen im Schritt ließ ich sie auch Traben und Galoppieren. Sie reagierte gut auf meine Hilfen und ich setzte mich schließlich drauf um zu wissen auf was ich mich da eingelassen habe. Man merkte von der ersten Sekunde an, dass sie gut Power hat, aber sie ließ sich gut zurückhalten und reagierte fein auf meine Hilfen. Ich arbeitete sie etwas dressurlich um zu wissen wie sie da ausgebildet war und war sehr zufrieden mit ihr. Für den ersten Tag beendete ich meine Einheit nach einer guten Stunde lockerer Arbeit auf einem lockeren Pferd. Ich versorgte Anschi und holte anschließend Yuri. Der Fuchshengst hatte außer seinem Kaltbrand keine Abzeichen auf dem Körper, er ließ sich wie zuvor bereits Anschi brav putzen und auch beim Satteln machte er keine Anstalten. Mit ihm wiederholte ich das Prozedere, welches ich bereits mit Anschi gemacht hatte. Auch er hatte viel GO, aber er war ebenfalls fein ausgebildet und gut erzogen. Auch mit ihm hörte ich nach gut einer Stunde auf. Nachdem ich ihn versorgt hatte duschte ich schnell und fiel dann müde auf mein Bett, ich hatte völlig vergessen wie anstrengend solch ein Beritt ist.

    Am nächsten Tag hatten Andrea und ich uns für die ersten Ritte verabredet. Wir hatten und im Vorfeld bereits einige Runden ausgesucht welche nach und nach der gewünschten Distanz entsprachen. Heute ritt ich Yuri und Andrea Anschi, wir kontrollierten am Anfang den Puls der Pferde indem wir unsere Pulsuhren anschlossen. Dann ging es los, wie bereits vorher in der Halle bewiesen die beiden, dass sie viel GO haben aber sehr gut erzogen sind und wissen wie sie sich benehmen müssen. Als eine längere Rennstrecke kam ließen wie die beiden rennen, man merkte wie sie sich streckten und immer länger wurden. Nach der Strecke ließen wir sie austraben und ritten in lockeren Trab weiter. Zwischendurch kontrollierten wir immer wieder den Puls der beiden, machten die vorgeschriebene Pause und kontrollierten erneut. Wenn der Puls von beiden passend war ging es weiter. Sie hatten eine großartige Kondition und der Puls beruhigte sich immer genau passend. Wieder am Zuchtgestüt angekommen versorgten wir die Pferde und freuten uns auf die nächsten Einheiten. Der nächste Tag war eine aktive Pause, es ging nur locker ins Gelände, damit die beiden keinen Muskelkater bekommen. Am dritten Tag nach der ersten Einheit ging es wieder raus für eine längere Strecke, dieses Mal ritten wir bereits 25km welches der Mindestanforderung für Distanzwettbewerbe entsprach. Auch dies schafften die beiden ohne Probleme. Wieder drei Tage später waren wir bei 30, dann 35 und schließlich bei 40km. Als wir die 40km Strecke 2 Mal ohne Auffälligkeiten geritten war der Beritt beendet. Ich erklärte Dimitri was er zu beachten hat und bedankte mich für sein Vertrauen in mein Training.
    12.07.2018 | 4.177 Zeichen | AliciaFarina

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    Springen E → A
    Nachdem ich am frühen Montagmorgen meine Pferde versorgt hatte, machte ich mich auf den Weg zum Zuchtgestüt Fominow. Ich freute mich total auf eine neue Herausforderung und war sehr gespannt, was für ein Pferd heute auf mich wartete. Gegen 9 Uhr kam ich auf dem Gestüt an, wo ich freundlich von Dimitri empfangen wurde. Begeistert zeigte er mir seine Anlage und einige seiner Pferde. „Darf ich vorstellen“, Dimitri zeigte auf eine wunderschöne Rappstute, „das ist Anschelika“. Ich ließ die Stute an meiner Hand schnüffeln und streichelte ihr vorsichtig über die Nüstern. „Hallo schöne Maus“, begrüßte ich sie. Dimitri zeigte mir noch kurz, wo ich Anschelikas Sachen finde, dann machte ich mich an die Arbeit. Ich holte das Pferd aus der Box und führte sie zum Putzplatz. Zum Glück war sie einigermaßen sauber, sodass ich kurze Zeit später den Sattel und die Trense aus der Sattelkammer holte. Anschelika wartete geduldig am Putzplatz, bis ich ihr schließlich das Halfter vom Kopf zog und die zum Reitplatz führte. Dimitri hatte mir ein bisschen über Anschelika erzählt, doch ich war trotzdem sehr gespannt auf das Training. Auf dem Reitplatz baute ich zwei kleine Cavalettis auf. Nach einigen Runden im Schritt parkte ich die Stute in der Mitte vom Reitplatz und stieg auf. Gemütlich drehten wir die ersten Runden am langen Zügel. Langsam nahm ich die Zügel auf und fing an, Bahnfiguren zu reiten. Anschelika war flott unterwegs, doch reagierte sehr fein auf meine Hilfen. Nach dem Nachgurten trabte ich an und Anschelika düste los. Ich nahm die Zügel auf, parierte sie wieder durch und versuchte es gleich noch einmal. Mit etwas weniger Druck klappte es schon viel besser und wir ritten einige Übergänge, damit wir uns aneinander gewöhnen konnten. Wir wurden von Minute zu Minute besser und nach einer kleinen Schrittpause ging ich schließlich zur Galopparbeit über. Ich hatte Mühe, Anschelika im Galopp zu bremsen und versuchte, das Tempo mit vielen Volten und Übergängen runter zu schrauben. Anschelika schnaubte zufrieden, als ich mir im Trab die Zügel aus der Hand kauen ließ. Nach einer weiteren Schrittpause am langen Zügel trabte ich wieder an. In der Ecke galoppierte ich an und steuerte auf das Cavaletti, welches kurz vor X stand, zu. Anschelika machte einen riesigen Satz über den Sprung und galoppierte danach in einem flotten Tempo weiter. Ich nahm sie wieder etwas auf und ritt noch einmal über den Sprung. Zwar hatten wir über dem Sprung immer ziemlich viel Platz nach oben, doch immerhin klappte es mit dem Springen ganz gut. Ich ritt noch ein paar Mal über das Cavaletti und parierte schließlich durch. Ich kraulte Anschelika ausgiebig den Hals. Fürs erste war ich sehr zufrieden mit dem Training.
    Nachdem ich das Pferd versorgt hatte, gönnte ich mir eine kleine Mittagspause. Ich setzte mich mit einem Salamibrot und einer Flasche Wasser neben die Weide und beobachtete die Pferde. Der Hof hatte es mir echt angetan und ich konnte mich an den Pferden auf der Wiese gar nicht satt sehen.
    Am Nachmittag baute ich dann zusammen mit Dimitri einige Sprünge auf dem Reitplatz auf. Neben den Cavalettis, einem Kreuz und zwei Steilsprüngen, bauten wir auch einen Oxer und eine Kombination auf. Wir kontrollierten noch einmal die Abstände, dann holte ich Anschelika und machte sie fertig. Kurze Zeit später machte ich sie auf dem Reitplatz warm. Neugierig schaute sie sich die Sprünge an und stupste die Sprungständer an. Im Trab und Galopp wärmten wir uns für das Springtraining auf. Ich hatte nun das Gefühl, dass ich Anschelika gut unter Kontrolle hat und startete mit den Cavalettis. Artig sprang Anschelika anschließend mit mir über das Kreuz und auch der etwas niedrigere Steilsprung war für uns kein Problem. Ich machte eine kleine Trabpause und traute mich dann an den Oxer. Anschelika sprang wirklich sehr zuverlässig und nahm jeden Sprung mit Leichtigkeit. Auch Dimitri, der gerade mit einer Schubkarre am Reitplatz vorbei schob, blieb stehen und schaute uns einige Minuten begeistert zu. Konzentriert ritt ich auf die Kombination zu. An den zweiten Sprung kamen wir etwas zu nah, doch die Stange blieb liegen. Erleichtert lobte ich Anschelika und gönnte ihr eine Schrittpause. Zum Abschluss ritten wir einen kleinen Parcours über alle Sprünge. Anschelika gab sich wirklich Mühe und hatte augenscheinlich auch sehr viel Spaß am Springen. Nicht nur sie, sondern auch ich war ganz schön ins Schwitzen gekommen. Ich parierte durch zum Schritt und ritt am langen Zügel trocken. Nachdem ich Anschelika abgesattelt und abgetrenst hatte, holte ich eine Belohnung für sie und brachte sie schließlich zurück in ihre Herde. Inzwischen war es frühen Abend und ich hatte noch einen langen Rückweg vor mir. Zusammen mit Dimitri räumte ich die Sprünge vom Reitplatz zurück auf ihren Platz, verabschiedete mich dankend bei Dimitri und machte mich schließlich auf den Weg nach Hause. Das Training mit Anschelika hatte mir wirklich viel Spaß gemacht und ich hoffte, dass ich irgendwann noch einmal die Möglichkeit haben werde, mit ihr zu trainieren.
    13.08.2018 | 5.053 Zeichen | FrauHolle

    Heute wollte ich mir die Stutenkörung für Distanz und Springpferde ansehen - einfach nur aus Neugier. Ich fuhr hin und da verschlag es mich zu einer Springprüfung, obwohl meine Trakehner eher Dressurbezogen sind. Nun kam eine wunderschöne Rappstute namens Анжелика - Anschelika wie auf dem Flyer stand. Die Stute wurde heute im Springen gezeigt. Nachdem die Reiterin Fira Beck gegrüßt hatte, trieb sie ihr Pferd an und lenkte es zum ersten Sprung. Dieser war eine einfache Kombination. Anschelika nahm das Hindernis mit Leichtigkeit. Die Halle war still und alle sahen gespannt auf das Paar. Nun folgte einen Oxer, dort schlug sie mit dem Hinterhand die Stange an, doch sie blieb liegen. Danach kam ein In-and-out-Sprung, auch diesen meisterte die schöne Rappstute mit Bravour. Dann kam der Wassergraben, für manche Pferde bedeutete das der Horror und da würden viele Verweigerungen kommen. Doch Anschelika schenkte diesem Hindernis keine Beachtung und sprang einfach drüber hinweg, als ob nichts wäre. Die Stute präsentierte sich heute wunderbar. Mir gefiel ihr Arbeitseifer und ihre Farbe, nur leider die falsche Rasse für meine Zucht, ansonsten hätte ich sie später angefragt. Danach ging die Reiterin noch in den Galopp und ging erst auf der rechten Hand Schlangenlinien, dann auch auf der linken. Im Schritt zeigte sie eine Kehrtwende aus der Ecke und dann auf der anderen Hand noch eine einfache Schlangenlinie. Der Reiterin ließ die Stute noch austraben, in dem sie sie auf beiden Händen auf Zirkel ritt. Immer wieder tätschelte sie lobend den Hals der Stute, sie hatte wohl heute alles gegeben. Ich applaudierte und stand auf, ich wollte noch etwas mit der Besitzern dieses Pferdes reden und fragen woher sie stammte.
    1.725 Zeichen | geprüft auf zeichenzähler.de | Elsaria & Canyon

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    Bewegung Rhapsody, Sattel & Trense peachyes, Satteldecke Maleen, Hintergrund sadasha
     
    Zuletzt bearbeitet: 19 Nov. 2018
    Bracelet, Gwen und Tassila gefällt das.
  7. Eddi

    Eddi Jolly Happy Feet!

    Eddi mit Razita

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    Name: Razita
    geboren: 2008

    __________________

    Von: Ice Breaker

    Colour's Blind x To Where The Skies are Blue


    Aus der: Seference Surprime
    __________________

    Rasse: Hannoveraner
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Fuchs
    Stockmaß: 170 cm

    Beschreibung:

    Razita begeistert Menschen generell durch ihre liebenswürdige, aufgeschlossene Art. Und auch anderen Pferden gegenüber ist sie sehr sozial. Das macht sie zu einem wahren Freund und Gefährten, der es vermag, sich an verschiedenste Umstände und Gegebenheiten anzupassen und trotzdem stets in Bestleistung zu glänzen.
    Ortswechsel, besonders turnierbedingte, sind für Razita also kein Problem - im Gegenteil, mit dem richtigen Menschen genießt sie das Reisen, die Athmosphäre des Wettkampfs und persönliche Zuwendung im Besonderen. Sie gibt stets ihr Bestes und ist besonders im Springen sehr ehrgeizig und trägt generell das Potential eines großen Sportpferdes in sich.


    Ersteller: Cascar
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: Cascar

    Springen S** -- Military A

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    3. Platz des 298. Militaryturniers
    2. Platz 475. Springturnier

    __________________

    Gekört: nein
    Nachkommen: --

    Tierarztbesuch
    [15. November 2018, Eddi]

    Es war immer ein wenig ungewohnt im eigenen Stall unterwegs zu sein, aber alles andere wäre auch unsinnig gewesen. Besonders für die kurzen Rundumchecks war das kein Problem. Wenn es aber um die Bestätigungen für die Körungen ging, wurde immer ein Kollege hinzugezogen. Mittlerweile hatte ich da auch zwei feste Tierärzte, die mir da gerne unter die Arme griffen. Heute ging es um Altyn, Possy Pleasure Mainstream und Razita. Alle drei sollten schon bald zu den Körungen geschickt werden und dementsprechend benötigten sie ihre Gesundheitszertifikate. Wir begannen mit dem Hengst und nachdem ich Altyn im Schritt und Trab vorgeführt hatte, er die Beugeprobe bestanden hatte, wurde er kurz untersucht. Nachdem alles in Ordnung war, erneuerten wir die nötigen Impfungen und es gab noch eine Wurmkur und schon war der erste fertig.
    Als zweites folgte also Possy Pleasure Mainstream und erneut handelten wir alle Punkte ab. Auch bei ihr war alles im grünen Bereich und ich konnte mich nicht beschweren. Da sie schon in kurzer Zeit auf Reisen gehen sollte, waren bei ihr bereits alles Impfungen erneuert und auch die Wurmkur war aktuell. Das Gleiche galt für Razita, denn es gab durchaus eine Frist, bis wann die Impfungen da sein mussten. Beide Stuten würden schon bald hoffentlich zur Zucht zugelassen werden. Auch Razita bestand die Untersuchung ohne Probleme.
    Ich schaffte die beiden Stuten wieder in die Boxen und bekam dann die Gesundheitszertifikate ausgestellt. Ich bedankte mich herzlich und unterhielt mich noch kurz, ehe sich der Tierarzt wieder auf den Heimweg machte.

    Hufschmiedbesuch
    ]10. November 2018, Sissicat]

    Mein Wecker klingelte und riss mich so aus meinem Schlaf. Ich streckte mich und rieb mir die Augen um in dem hellen Licht etwas sehen zu können. Dann blickte ich auf meinen Kalender, der neben meinem Wecker stand, und entdeckte so das ich heute einen neuen Auftrag hatte. "Gestüt Sapala",murmelte ich und sprang aus meinem Bett, schnell machte ich mich fertig und kontrollierte ob ich auch alles was ich für diesen Auftrag brauchen würde in meinem kleinen Truck hatte. Dannach stieg ich auch schon in den Wagen und fuhr los. Nach einiger Zeit kam ich endlich an und betrachtete die große Anlage, ich fuhr auf den Hof wo ich sogleich von der Hofbesitzerin begrüßt wurde. Ich kurpelte das Fenster herunter und sie erklärte mir wo ich parken und ausladen solle. So tat ich was sie gesagt hatte und sie holte meinen ersten Patienten, Altyn, einen schönen Achal Tekkiner Hengst. Ich streichelte den Falbhengst in seinem Gesicht und kraulte ihn kurz hinter den Ohren. "Dann fangen wir mal an.",lächelte ich und hob seinen linken Vorderhuf hoch. Meine Aufgaben waren heute bei allen 3 Pferden gleich, durchecken und raspeln/schneiden. Altyn hielt, zu meiner großen Freude, seine Bein ruhig wodurch ich entspannt und schnell arbeiten konnte. Jedoch schien der Hengst den Kübel mit Wasser sehr zu bewundern, welchen ich hinter mich gestellt hatte um meine Werkzeuge nach jedem Pferd reinigen zu können. Ich konnte leider nicht schnell genug reagieren, da hatte der Falbe schon mit seiner Schnauze den Eimer umgeworfen und meine Hose nass gespritzt. "Danke... es ist eh so heiß hier.",seufzte ich und stellte den Eimer mit dem Restwasser weiter weg. Nach einpaar Minuten waren wir dann fertig und Eddi entschuldigte sich für den Hengst und führte ihn weg. Ich lachte nur und wartete auf das nächste Pferd. Das nächste Pferd war eine schöne gescheckte Trekehner Stute namens Possy Pleasure Mainstream. Die Stute musterte mich misstrauisch und schien nicht begeistert zu sein, von mir gestreichelt zu werden. Trotzallem schien es ihr nichts auszumachen von mir ihre Hufe untersucht zu bekommen. Auch das raspeln und schneiden lies die Stute über sich ergehen, wobei Eddi aber die gesamte Zeit über bei ihrem Gesicht stand und sie streichelte. Nach dieser Arbeit streckte ich mir und wollte Possy zufrieden am Hals tätscheln, doch die Stute schnaubte drohend weshalb ich es einfach sein lies. Sie schien ein schwieriges Pferd zu sein, jedenfalls für Menschen die sie nicht kannte. Meine letzte Patientin war Razita, eine Hannoveraner Stute. Im gegensatz zu ihren beiden Vorgängern schien sie weder verspielt noch zickig zu sein, was mich aufatmen lies, immerhin zitterte ich bereits durch die Nässe meiner Hose. Bei Razita war meine Arbeit überraschend schnell erledigt worüber ich dankbar war. Ich tätschelte die Stute nocheinmal freundlich und half Eddi dabei die Stute zurück zu bringen. Dannach packte ich mein "Zeug" zusammen, verabschiedete mich und fuhr nachhause.

    Stufenerhöhung Springen (E/A)
    [28.04.2014, Cascar]

    Razita sollte heute ihr erstes Stufentraining erfahren. Ich war zuversichtlich mit der Füchsin. Sie war groß, hatte lange Beine und eine wahnsinnig kräftige Vorderhand. Wozu sie die konkret brauchte, war mir allerdings noch ein Rätsel.
    Ich begann also wenig später arglos mit dem Putzen und Sattel. Mein Hotta achtete eifrig auf mich und freute sich augenscheinlich auf die Trainingseinheit. Mein Glück, dass in der Halle noch E und A Hindernisse standen, denn mein Dad war unterwegs und konnte mir deshalb nicht helfen.
    Ich gurtete nach, saß auf und begann mit dem Warmreiten. Razita hörte mir zu und stürzte sich beinahe übereifrig auf die Bahnfiguren, anschießend auch auf die E's. Die waren übrigens kein Problem. Ungefähr so wenig wie die nachfolgenden A-Sprünge. Dann nahm sie die Beine eben etwas höher. Die Stute musste mich für bekloppt halten. Ich lobte sie lachend und galoppierte kurz darauf noch einmal an, um den Qualifikationsparcours zu überwinden. Wie erwartet klappte das fehlerfrei, ich parierte durch und verließ schließlich den Rücken.

    Im Anschluss folgte ein erneutes Putzen, kuscheln und Füttern, worauf mein Hüh auf die Weide entlassen wurde. Einmal mehr war ich richtig zufrieden, mit der Füchsin.


    Stufenerhöhung Springen (A/L)
    [06.08.2014, Cascar]

    Der Morgen war frisch und nebelig, Tau hatte sich auf der gesamten Weide bereitgemacht. Meine Wanderschuhe waren durch, bis ich Zita erreichte und patschnass, als wir beide auf dem Putzplatz ankamen. Als allererstes gab es dort Kraftfutter und eine Runde Halskraulen, dann begann ich mit dem Putzen. Die Fuchsstute war, anders als sonst, ruhig und erstaunlich aufmerksam. Ich konnte zusehen, wie ihre Unterlippe einige Male zuckte, aber ansonsten stand sie still. Ich sattelte und führte sie letztendlich zur Halle.
    Hier war es ein wenig wärmer und sogleich erblickte ich unseren neuen Mitarbeiter. Seinen Namen hatte ich vergessen, aber er sah aus wie Anfang zwanzig; sein Haar war kurz und dunkelbraun. Ich grüßte und erkundigte mich möglichst unnauffällig. Er stellte sich mir als Marc vor.
    Heute richtete also statt Dad Marc die Sprünge ein, auf A bis L. In der Zeit führte und ritt ich Razita warm und erwischte mich dabei, wie ich den 'Mitarbeiter' beobachtete. Schließlich gab jener die Sprünge frei, ich galoppierte an und absolvierte gleich zwei Hindernisse in alter Höhe. Marc hatte sich zwischenzeitlich an die Bande verzogen und musterte mich mit hochgezogenen Augenbrauen. Ich grinste und absolvierte den ganzen A-Parcours fehlerfrei, dann lobte ich und ritt das erste L an.
    Razita riss und um ihre Professionalität war es auf einmal geschehen. Von nun an sprang sie jedes Mal zögernd und dementsprechend schlecht. Bis Marc mir Anweisung gab, die Zügel etwas aufzunehmen und sie sicherer durch den Parcours zu führen. Und tatsächlich, man lernte ja nie aus, sprang die Liebe nach diesem Anschub wieder wie früher; hob ihren mächtigen Körper weich vom Boden und setzte auf der anderen Seite gekonnt auf. Ich gewann mein Lächeln wieder und Zita absolvierte im Endeffekt, nach über zwei Stunden Arbeit, eine fehlerfreie Qualifikation für's L. Ich parierte durch, lobte sie zum gefühlt tausendsten Mal und ließ die Zügel lang. Als ich absaß kam Marc zu mir und gratulierte mir, dann gingen wir gemeinsam zum Putzplatz und sattelten ab. Bei der Gelegenheit zeigte ich ihm die Sattelkammer und schließlich auch alle Pferde, dir außer Zita im Offenstall standen. Damit war zumindest der Tag meiner Stute beendet.


    Stufenerhöhung Springen (L/M)
    [27.12.2014, Cascar]

    Weihnachten war vorbei, aber nur Razita und ich bekamen von meinem Dad eine Stufenerhöhung im Springen aufgehalst. Das nahm ich einfach zur Kenntnis und tappte in den Nordstall, wo mich Zita so erfreut empfing, dass sich meine Motivation verdoppelte. Während das Stütchen beim Hufe auskratzen an meinen Haaren knabberte, begann ich mich zu fragen, ob die Liebe das M schaffen könnte.
    Und ich erinnerte mich an so viele Turniere, die Razita nicht hatte bewältigen können, weil sie allein viel besser arbeitete als unter dem Einfluss und Stress der Öffentlichkeit.
    Aber wie dem auch sei, hier, in entspanntem Zustand in unserer Halle würde die Füchsin diese Herausforderung mit Bravour meistern.
    Grinsend putzte ich fertig, sattelte die Liebe und nahm sie mit in die Halle.

    Dort erwartete mich Marc. Er baute eben die Sprünge auf und verwies mich auf einen Zirkel, den er extra noch freigelassen hatte.
    Ich bedankte mich und begann Zita kurz darauf zu longieren.
    Problemlos funktionierte das und auch das Warmführen und -reiten, sodass wir vierzig Minuten nach Betreten der Halle mit den ersten Gymnastiksprüngen auf A- und L-Höhe begannen.
    Das steigerte sich zu kleinen Parcours, bis ich Razita schließlich als warm genug einstufte, das M zu probieren.
    Bisher war die Stute federleicht gewesen und irgendwie auch so erholt, dass sie wie in Trance Sicherheit gewonnen hatte.
    Das führte wohl dazu, dass wir das erste M gnadenlos rissen. Aber ich sah das positiv und Zita wohl auch, denn sie nahm die Beine in die Hand, legte einen Zahn zu und streckte sich noch ein wenig mehr.
    Mit Erfolg.
    Es dauerte einige Anläufe, bis Zita auf der Höhe mit ihrer neuen Taktik richtig sicher war, dafür konnte sie dann nichts mehr bremsen. Voller Spaß und Motivation nahmen wir uns schließlich den Qualifikationsparcours vor, den wir nur nicht schafften, weil wir zu langsam waren. Aber das konnten wir natürlich klären - im dritten Anlauf verkündete ich eine gelungene Stufenerhöhung Razitas von L auf M. Marc jubelte und klatschte, während ich durchparierte und mein Pferd überschwänglich lobte. So wollte ich das sehen.
    Grinsend stieg ich ab und führte die Füchsin trocken, bevor wir uns wieder durch den kalten Tag zum Stall begaben.


    Stufenerhöhung Springen (M/S)
    [27.01.2015, Cascar]

    Cheetah und Razita sollten heute wieder einmal eine Stufenerhöhung im Springen bekommen. Und was für eine.
    Im Schnee Neuseelands und von absolut verlässlichen Reitern, aber in erster Linie freute es mich total, die beiden Stuten, die ich schon so lange besaß und die mir so sehr vertrauten in den internationalen Springsport einzuweisen.
    Und ja, es gab viele Gedanken an diesem sonnigen Morgen. Der Schnee reflektierte das Licht und es war eine Freude, in den etwas dunkleren Stall zu kommen.
    Dort wurde ich sowohl von den beiden angesprochenen Stuten, als auch von Oliver und Marc begrüßt, die mir heute helfen sollten. Und wollten.
    Oli ging vor in die Halle, zum Aufbauen des Parcours, während Marc sich Zita aus der Box klaubte und zu putzen begann und ich genau das mit Cheetah tat. Die Säuberung und das Satteln verliefen problemlos, sodass wir pünktlich in der Halle eintrafen und die Hottas direkt zu longieren begannen.
    Oliver war derweil fertig und wir unterhielten uns ein wenig, während unsere Pferde schnaubten und die Bewegungen geschmeidiger wurden. Zwanzig Minuten später stiegen Marc und ich auf und begaben uns in die Bahn. Warmreiten.
    Schritt, Trab, Galopp, Bahnfiguren, fliegende Wechsel. Cheetah schwitzte, als wir mit den Gymnastiksprüngen begannen. Dennoch konnte ich sagen, dass die Stuten schon jetzt vorbildlich arbeiteten. Ich sah immer mal zu Zita, die ebenfalls wunderbar lief und als wir die ersten schweren Sprünge probierten, klappte tatsächlich beinahe alles. Nur ich parierte noch einmal durch, um nachzugurten.
    Anderthalb Stunden feilten wir an Tempo und Absprung, zwanzig weitere Minuten an der Höhe, bevor es zum Endspurt ging und wir einzeln den Qualifikationsparcours versuchten. Cheetah schaffte ihn, das sei gesagt, auf Anhieb, Razita beim dritten. Ich war unheimlich stolz auf meine Stuten, parierte meine Braune sofort durch und klopfte ihren Hals auf beiden Seiten. Oliver applaudierte mit erhobenen Händen und winkte uns in die Mitte, beglückwünschte uns, während wir abstiegen, die Bügel hochstellten und die Gurte lockerten. Eine vorbildliche Stufenerhöhung wurde beendet, als drei Menschen mit zwei Pferden die Halle in den Schnee verließen, der das Licht reflektierte.


    Stufenerhöhung Springen (S/S*)
    [08.06.2016, Cascar]

    Ich klopfte den Staub aus meinen Reithosen, zog dann die Chaps über und klaubte direkt Zitas Sattelzeug und Trense zusammen, bevor ich mich auf den Weg in den Turnierstall machte. Es war schon eine ganze Weile her, dass ich wirklich ernsthaft ein Pferd trainiert hatte, also freute ich mich gewaltig auf eine Stufenerhöhung, insbesondere auf eine Stufenerhöhung von Razita.
    Die Stute scheinbar auch, denn sie wieherte, als sie mich erblickte und ließ mich ohne zu meckern putzen und satteln, sodass die Prozedur zügig hinter uns gebracht werden konnte.
    Dann gingen wir einmal quer über den Hof in die Halle mit den Sprüngen, die wie gestern mein Dad beaufsichtigte und gerade am Parcours den letzten Schliff vornahm, auch wie gestern. Ich begrüßte ihn und führte mein Pferd dann warm, bevor ich die Gamaschen und Hufglocken anlegte, nachgurtete, die Bügel und das Vorderzeug einstellte und letztendlich aufstieg. Zita stand still und ließ sich dann geduldig warmreiten, im Schritt und Trab mit zunehmend engen Biegungen und Stellungen. Schließlich galoppierten wir an und bald darauf gingen wir tadellos einige Gymnastiksprünge, worauf wir uns einem Parcours auf M-Höhe widmeten. Daraufhin stockte mein Dad die Hindernisse auf, S ging Zita einmal fehlerfrei, dann zweimal nicht; sie begann heftig zu schwitzen. Die Sprünge wurden deshalb noch einmal erhöht, sodass wir die Arbeit im Idealfall schnell beenden konnten.
    Im ersten Anlauf ging vieles schief; Zita war trotz vieler Jahre Ausbildung nur mäßig erfahren, sodass ich als Reiter sehr viel leisten musste, um sie heil in's Ziel zu bringen. Das verstand ich allmählich und gab ihr über Hände, Schenkel, Gewicht und auch Stimme klar zu verstehen, was sie machen sollte. Razitas Konzentration stieg mit jedem Durchlauf, hatte ich das Gefühl, und schließlich schienen wir zu fliegen, absolvierten einen beinahe perfekten Durchgang in Topzeit, worauf ich erleichtert aufatmete und erschöpft durchparierte.
    Die Füchsin schnaufte und schwitzte und ich begann sie ruhig, am langen Zügel trockenzureiten. Nach gut zwanzig Minuten hatte sich die Lage beruhigt, ich saß ab und führte Zita noch ein paar Runden mit gelockertem Sattelgurt, bevor wir die Halle freudestrahlend Richtung Putzplatz verließen.
    Dort bekam das Hüh alles abgenommen, die Hufe kontrolliert und wurde schließlich zu Unglück auf die Weide geschoben. Mit einer neuen Stufe im Springen in der Tasche. Quasi.

    Kür
    Heute war es soweit: Razita wurde auf der Stutenprämierung vorgestellt. Sogar ihre Züchterin hatte uns heute begleitet und war bald aufgeregter als wir. Neben Razita hatten wir noch eine zweite Stute mit und wie es das Pech so wollte, lagen unsere beiden Starts unendlich weit auseinander. Zunächst würde Razita an der Reihe sein, sogar relativ früh. Dementsprechend hatte ich die Stute bereits abgeritten und wartete nun eigentlich nur noch auf unseren Aufruf, denn unser Vorreiter verließ soeben die Halle.
    Und zack, da war er und es ging los. Was Prämierungen betraf, war ich mittlerweile ein alter Hase, ebenso bei den Küren. Außerdem hatte man die Anforderungen arg herabgeschraubt - durchaus berechtigt, besonders für junge Pferde, aber für uns eben ein Kinderspiel. Im Trab ritten wir in die Halle ein und bei X hielten wir standardmäßig geschlossen an und grüßten die Richter.
    Kurzerhand ging es im Trab weiter, zunächst auf die rechte Hand. Razita zog schön voran, ohne sich aber fest im Maul zu machen. Sie trug sich selbst einwandfrei und ich konnte mich wirklich nicht beschweren. Wir gingen eine Runde auf den Zirkel und galoppierten bei X an, ehe wir auf die ganze Bahn wechselten. Beim nächsten passenden Punkt parierten wir wieder zum Trab durch und dann zum Schritt.
    Auf der rechten Hand waren nun alle Gangarten gezeigt, also stand ein Handwechsel an und somit war die zweite Bahnfigur auch bereits abgehakt. Motiviert schritt Razita vorwärts und wartete förmlich auf meine Trabhilfe und sofort sprang sie auch an. Erneut zeigten wir Schritt, Trab und Galopp, nur diesmal auf der linken Hand.
    Als auch das getan war, bogen wir auf die Mittellinie ab und hielten erneut bei X. Ich verabschiedete mich von den Richtern und nach dem Nicken ließ ich Razita die Zügel lang und lobte sie ausgiebig. Die erste Stute war somit erfolgreich vorgestellt und zufrieden verließen wir die Halle. Beim Abreiten würde ich mir Zeit lassen, immerhin musste ich gut über zwei Stunden Wartezeit sinnvoll nutzen.
    [2010 Zeichen | Eddi | gezählt auf Zeichenzähler.de]

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  8. Eddi

    Eddi Jolly Happy Feet!

    Eddi mit Possy Pleasure Mainstream

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    Name: Possy Pleasure Mainstream
    geboren: 2010

    __________________

    Von: Red Diamond
    Aus der: Ysun

    von: Royal Champion aus der: Mon Cherie

    __________________

    Rasse: Trakehner
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Fuchsschecke
    Stockmaß: 162 cm

    Beschreibung:

    Possy Pleasure Mainstream, oder einfach nur Possy, ist eine sehr aufgeweckte und zickige Stute, die gerne mit dem Feuer spielt.
    Somit sind verträumte Spaziergänge kaum möglich, dieses Pferd hat seinen eigenen Kopf und kann schnell sehr hochnäsig werden,
    was sich aber mehr zeigt unter anderen Pferden.
    Ihre Gänge hingegen sind ein wahrer Traum, doch man muss gut mit ihr arbeiten, das man sie auch trotz ihres Charakters dazu bringt ihr Potenzial zu zeigen.
    Possy benötigt viel Zuwendung, damit man irgendwann eine gute Stute unter sich hat,
    die dann durchaus auch ihre weiche Seite zeigt.


    Ersteller: Ivi.Kiwi
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: erloschen

    Springen S*** -- Fahren A -- Dressur A

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    [FS 212] Warmblüter
    1. Platz 333 Springturnier
    2. Platz 102. Synchronspringen
    2. Platz 121. Synchronspringen
    3. Platz 115. Synchronspringen
    2. Platz 8. Synchronfahren
    2. Platz 475. Dressurturnier
    1. Platz 476. Springturnier

    __________________

    Gekört: nein

    Nachkommen:

    --

    Tierarztbesuch
    [15. November 2018, Eddi]

    Es war immer ein wenig ungewohnt im eigenen Stall unterwegs zu sein, aber alles andere wäre auch unsinnig gewesen. Besonders für die kurzen Rundumchecks war das kein Problem. Wenn es aber um die Bestätigungen für die Körungen ging, wurde immer ein Kollege hinzugezogen. Mittlerweile hatte ich da auch zwei feste Tierärzte, die mir da gerne unter die Arme griffen. Heute ging es um Altyn, Possy Pleasure Mainstream und Razita. Alle drei sollten schon bald zu den Körungen geschickt werden und dementsprechend benötigten sie ihre Gesundheitszertifikate. Wir begannen mit dem Hengst und nachdem ich Altyn im Schritt und Trab vorgeführt hatte, er die Beugeprobe bestanden hatte, wurde er kurz untersucht. Nachdem alles in Ordnung war, erneuerten wir die nötigen Impfungen und es gab noch eine Wurmkur und schon war der erste fertig.
    Als zweites folgte also Possy Pleasure Mainstream und erneut handelten wir alle Punkte ab. Auch bei ihr war alles im grünen Bereich und ich konnte mich nicht beschweren. Da sie schon in kurzer Zeit auf Reisen gehen sollte, waren bei ihr bereits alles Impfungen erneuert und auch die Wurmkur war aktuell. Das Gleiche galt für Razita, denn es gab durchaus eine Frist, bis wann die Impfungen da sein mussten. Beide Stuten würden schon bald hoffentlich zur Zucht zugelassen werden. Auch Razita bestand die Untersuchung ohne Probleme.
    Ich schaffte die beiden Stuten wieder in die Boxen und bekam dann die Gesundheitszertifikate ausgestellt. Ich bedankte mich herzlich und unterhielt mich noch kurz, ehe sich der Tierarzt wieder auf den Heimweg machte.

    Hufschmiedbesuch
    ]10. November 2018, Sissicat]

    Mein Wecker klingelte und riss mich so aus meinem Schlaf. Ich streckte mich und rieb mir die Augen um in dem hellen Licht etwas sehen zu können. Dann blickte ich auf meinen Kalender, der neben meinem Wecker stand, und entdeckte so das ich heute einen neuen Auftrag hatte. "Gestüt Sapala",murmelte ich und sprang aus meinem Bett, schnell machte ich mich fertig und kontrollierte ob ich auch alles was ich für diesen Auftrag brauchen würde in meinem kleinen Truck hatte. Dannach stieg ich auch schon in den Wagen und fuhr los. Nach einiger Zeit kam ich endlich an und betrachtete die große Anlage, ich fuhr auf den Hof wo ich sogleich von der Hofbesitzerin begrüßt wurde. Ich kurpelte das Fenster herunter und sie erklärte mir wo ich parken und ausladen solle. So tat ich was sie gesagt hatte und sie holte meinen ersten Patienten, Altyn, einen schönen Achal Tekkiner Hengst. Ich streichelte den Falbhengst in seinem Gesicht und kraulte ihn kurz hinter den Ohren. "Dann fangen wir mal an.",lächelte ich und hob seinen linken Vorderhuf hoch. Meine Aufgaben waren heute bei allen 3 Pferden gleich, durchecken und raspeln/schneiden. Altyn hielt, zu meiner großen Freude, seine Bein ruhig wodurch ich entspannt und schnell arbeiten konnte. Jedoch schien der Hengst den Kübel mit Wasser sehr zu bewundern, welchen ich hinter mich gestellt hatte um meine Werkzeuge nach jedem Pferd reinigen zu können. Ich konnte leider nicht schnell genug reagieren, da hatte der Falbe schon mit seiner Schnauze den Eimer umgeworfen und meine Hose nass gespritzt. "Danke... es ist eh so heiß hier.",seufzte ich und stellte den Eimer mit dem Restwasser weiter weg. Nach einpaar Minuten waren wir dann fertig und Eddi entschuldigte sich für den Hengst und führte ihn weg. Ich lachte nur und wartete auf das nächste Pferd. Das nächste Pferd war eine schöne gescheckte Trekehner Stute namens Possy Pleasure Mainstream. Die Stute musterte mich misstrauisch und schien nicht begeistert zu sein, von mir gestreichelt zu werden. Trotzallem schien es ihr nichts auszumachen von mir ihre Hufe untersucht zu bekommen. Auch das raspeln und schneiden lies die Stute über sich ergehen, wobei Eddi aber die gesamte Zeit über bei ihrem Gesicht stand und sie streichelte. Nach dieser Arbeit streckte ich mir und wollte Possy zufrieden am Hals tätscheln, doch die Stute schnaubte drohend weshalb ich es einfach sein lies. Sie schien ein schwieriges Pferd zu sein, jedenfalls für Menschen die sie nicht kannte. Meine letzte Patientin war Razita, eine Hannoveraner Stute. Im gegensatz zu ihren beiden Vorgängern schien sie weder verspielt noch zickig zu sein, was mich aufatmen lies, immerhin zitterte ich bereits durch die Nässe meiner Hose. Bei Razita war meine Arbeit überraschend schnell erledigt worüber ich dankbar war. Ich tätschelte die Stute nocheinmal freundlich und half Eddi dabei die Stute zurück zu bringen. Dannach packte ich mein "Zeug" zusammen, verabschiedete mich und fuhr nachhause.

    (c) Muemmi | 6399 Zeichen | 08.11.2016
    - Springreiten -
    Possy Pleasure Mainstream (S -> S*)
    Fleming (M -> S)
    Mon Amie (S -> S*)

    Heute hatte ich ziemlich viel zu tun. Es standen drei Pferde für die Ausbildung auf den Plan und ich hatte mit der Klasse S, bzw. deren Teilbereiche, mittlerweile richtige Spitzenpferde unter mir. Da Fleming aus den Dreien noch der war, der von der Klasse M auf S wechseln würde, sprang ich mich mit ihm als Trainerin warm. Er war genauso fleißig wie beim letzten Mal und arbeite gut mit, auch wenn er doch noch etwas übermütig war. Auch bei diesem Training peilte Fleming ersteinmal alle Hindernisse zu hoch ein. Er merkte langsam, dass es hier nicht mehr um Klasse A oder L ging, sondern er jetzt bei den ganz Großen angekommen war. Dennoch schaffte er sie verhältnismäßig mit einer solchen Leichtigkeit, dass es mich, Luisa Goeke, die beste Springreiterin auf dem Hof, fast aus dem Sattel katapultierte. Ich war schlicht und ergreifend nicht darauf gefasst gewesen! Willi stand am Hallentor und lachte sofort los, als ich verdutzt schaute und dann fluchte. "Von wegen Einspringen!" Fleming spitzte die Ohren und buckelte leicht, ich fing ihn wieder ein und trainierte ihn gut eine Stunde. Fleming versorgte ich noch selbst, während Mia, meine zweite Hilfe in Sachen Ausbildung, schon Possy warmritt. Die Scheckenstute war mein ganzer Stolz der neuen Pferde, ich konnte mich gar nicht genug an ihr satt sehen. Sie hatte schon auf ihrem vorherigen Hof eine unglaublich gute Ausbildung genossen. Sie stand bereits in der Klasse S und hatte schon einige Schleifen abgeräumt. Als ich mit Fleming fertig war, ging ich in die Halle und übernahm Possy von Mia. "Ich geh nochmal durch den Stall, dann mach ich Mittagessen!" meinte sie, drückte mir die Zügel in die Hand und lächelte. "Das wäre super, wenn du mir eine Stunde gibst, bin ich da und helfe beim Hinrichten." "Ok, bis später!" "Vergiss Willi nicht! Der fährt draußen den Mist zusammen!" rief ich noch, sie gab mir einen Daumen nach oben und war schon aus der Halle. Fest im Sattel sitzend, ritt ich Mainstream an. Sie war vom Gang her ganz anders als Fleming, geschmeidiger und feiner auf die Hilfen. Ich musste bei ihr nicht so sehr aufpassen, ob wir richtig absprangen oder nicht. Sie hatte schon so viel Erfahrung, dass sie die Hindernisse richtig anpeilte, hob aber die Beine nicht immer sauber. Wir fegten in der ersten Runde zwei Stangen ab, bevor wir die dritte und vierte Runde perfekt und ohne Fehler meisterten. Es dauert Anfangs immer, bis sich neuer Reiter und Pferd verstehen. Mainstream würde neben ihrer Ausbildung und Teilnahme an Springturnieren in der oberen Liga auch die Zucht etwas aufwerten. Ich hatte schon öfter Ysun-Pferde unter dem Sattel, aber ganz sicher keine Red Diamond - Kombination dieser Linie. Hier war nicht mein Hannoveraner gemeint, sondern der Scheckentrakehner von Stelli, den ich schon vor Jahren für seine Springkünste und seine Farbvererbung vergöttert habe. Und jetzt hatte ich eine direkte Nachfahrin, eine schön gemusterte, talentierte, feinrittige Trakehnerstute. Loben klopfte ich ihr den Hals und ritt sie ab. Mainstream stellte ich trockengerieben und mit einer Decke in ihre Box, da es bis zum Mittagessen etwas knapp werden würde mit dem Duschen und Solarium. So würde sie morgen ihre Spezialbehandlung bekommen, um den eventuellen Muskelkater auszutreiben. Auf meinem Weg zum Haupthaus kam ich an Mon Amie vorbei. Die Holsteinerstute schnobberte mir entgegen, ich rieb ihr über den Kopf und gab ihr einen Kuss auf die Nüstern. "Mit dir mache ich gleich weiter Süße, aber lass mich erstmal Mittag machen und meinen Rücken schonen." meinte ich, steckte ihr ein Leckerli zu und ging hinüber. Im Flur stolperte ich dann fast über Idefix, der auf seine alten Tage hin jetzt lieber mal die ein oder andere Stunde im Wohnzimmer blieb und auf seinem Knochen herum kaute. Ich kraulte ihn ausgiebig, bis Willi zur Tür herein kam und Mia aus der Küche rief. Mit dabei waren jetzt auch Tom, Susan, und Leo. Zusammen aßen wir so oft es ging Mittag, wenn nicht gerade Heuernte oder ein großes Turnier außerhalb war. Wir waren mittlerweile wie eine richtige Familie geworden.
    Nach dem Mittagessen ging ich mit Idefix über die Weiden und kontrollierte die Tränken und Zäune. Die Youngsters liefen neugierig neben mit her, immer auf Möhren und Äpfel aus. Aber heute bekamen sie nur Streicheleinheiten und mussten sich mit dem Heu zufrieden geben, dass sie heute morgen bekommen hatten. Ich lief mit meinem Jack Russel noch eine größere Runde, brachte ihn dann zurück zum Haupthaus und machte mich dann an die letzte Ausbildung. Mon Amie war schnell geputzt, gesattelt und getrenst. Langsam gingen wir hinüber zur Halle und ich schwang mich auf den Rücken der hübschen Stute. Die "Kleine" wie ich sie oft nannte, avancierte langsam zu meiner Lieblingsstute auf dem Hof und es machte mir wahnsinnigen Spaß, mit ihr zu arbeiten. Auch sie reagierte feiner auf die Hilfen, als mein spritziger Fleming, aber sie stand ihm in Eifer nichts nach. Sauber galoppierte sie unter mir dahin und nahm den ersten Sprung. Bei ihr fühlte ich mich richtig wohl und schaffte die erste Runde sofort fehlerfrei. Wir arbeiteten uns immer besser an die Sprünge heran und konnten in der Schnelligkeit drauflegen. Nach einer halben Stunde ritt ich sie dressurmäßig noch ab und ließ sie ordentlich dehnen. Dann stieg ich ab, lobte sie ausgiebig und führte sie über den Hof zurück. Während Mon Amie unter ihrer Decke trocknete, bürstete ich noch Mainstreams und Flemings Fell aus, warf ihnen eine andere Decke über und machte mich an den Stalldienst. Als dieser erledigt war, widmete ich mich mit derselben Prozedur noch einmal Mon Amie, fütterte die Pferde und ging nach getaner Arbeit ins Haupthaus. Nachdem ich geduscht war, Idefix sein Fresschen bekommen hatte und der Arbeitsplan für morgen mit allen anderen durchgesprochen war, setzte ich mich an meinen Schreibtisch und vermerkte folgende Fortschritte im Register:
    "Mon Amie war auf Stufe S* zugelassen, ebenso Your Red Possy Pleasure Mainstream. Fleming hatte die Stufe S erreicht. Gezeichnet: Luisa Goeke, Ausbilderin für Springreiten, Military, Dressur, Distanz und Einreiten, Sportpferdezentrum Naundorf, 8. November 2016"
    Zufrieden und müde schloss ich das schwere Buch, kraulte Idefix hinter den Ohren und stand auf. "Los Kleiner. Gönnen wir uns noch eine heiße Schokolade und ein Hundeleckerchen?" meinte ich, löschte das Licht und ging mit dem Rüden in die Hofküche.

    Trainerbericht Springen | März 2017 | S* - S** | Muemmi
    Ich verzog das Gesicht, als der Wecker klingelte, aber nicht, weil ich aus dem Bett musste, sondern weil mich seit Tagen schlimme Halsschmerzen plagten. Irgendwas mit den Mandeln. Ich konnte kaum den Kaffee trinken, den ich auch für den Rest der Belegschaft frisch aufgebrüht hatte und auch die Stimme versagte ihren Dienst immer wieder. Ich schrieb mit Kreide die heutigen Aufgaben an die Tafel, als Willi zur Tür rein kam. „Morgen!“ meinte der in seinem muffeligen Ton, ich nickte ihm nur zu. „Immer noch Halsweh?“ meinte der dann doch mitfühlend und ich nickte noch einmal. Genau in dem Moment kam Dave zur Tür rein, der jetzt seit gut zwei Monaten hier arbeitete und diese Woche auf den Hof gezogen war. „Geht schon, danke“ krächzte ich und räumte den Frühstückstisch hin, während sich die beiden Männer an den Tisch setzten und über die Weiden sprachen. Allmählich kamen auch die anderen: Tom, Mia, Susan und Leo. Nachdem ich die erste heiße Tasse Kaffe intus hatte, konnte ich leichter reden und erklärte mit wenigen Worten die Aufgaben. Leo würde heute mit Willi die hinteren Weiden kontrollieren und ein altes Gatter neu einhängen, Mia und Susan würden sich um die Fohlen kümmern und sich dann den täglichen Aufgaben des Berittes annehmen. Dave würde mit mir und Willi vormittags im Stall klar Schiff machen, während sich Tom an die Büroarbeit machte. Nachmittags, wenn Willi mit Leo unterwegs wäre, würden wir uns um Spring- und Dressurtraining kümmern. „Tom übernimmt Webster und Reykja, die beiden müssen wir mal ein wenig pushen, damit in der Saison auch das Dressurstandbein stärker wird. Wir sind im Fahren und im Military sehr sehr gut, aber nur dafür ein Aushängeschild zu sein, öffnet uns zu wenige Tore in die S-Klassen.“ meinte ich ruhig und hustete dann doch. „Dave wird mir heute Mainstream und Amber abnehmen, für´s Springen bin ich die Woche noch nicht fit genug.“ Dave nickte und lächelte. Er hatte sich in meine Cremellostute regelrecht verliebt und träumte jetzt schon von ihren ersten Fohlen, am besten mit seinem frisch gekrönten Hengst Heros. „Ich selber werde Skadi in der Dressur fördern, sie ist noch sehr niedrigklassig und leicht zu reiten.“ meinte ich weiter und richtete das Wort eher an Tom. „Ist in Ordnung. Kommst du mit in den Stall?“ „Nachdem ich hier aufgeräumt und nach Idefix gesehen habe komme ich euch hinterher.“ Susan erzählte danach von ihren Prüfungen und wie es derzeit mit den Fohlen lief. Sie himmelte dabei heimlich Dave an, allen war ihre große Zuneigung zu ihm längst aufgefallen, vor allem Leo. Dave nickte nur, lächelte freundlich und klemmte sich dann den letzten Rest seines Honigbrotes in den Mund, bevor er das Kammerl verließ. „Man, Susan. Wegen dir kann Dave nichtmal in Ruhe frühstücken.“ meinte Willi dann ganz ungeniert. Leicht beleidigt, weil ihr Schwarm einfach so abgerauscht war, strich sie sich ihre Semmel. „Kümmer dich doch um dein Zeug Willi.“ erwiderte sie trotzig. „Schluss mit dem Kindergarten. Ihr kennt Dave doch, immer auf Achse.“ Tom. Er hatte es dick, wenn in der Früh schon Unfrieden auf den Hof kam. Dann wandte er sich an mich: „Lass stehen Luisa. Ich mach das schon. Geh rüber.“ Dankbar lächelte ich ihm zu und ging Dave hinterher in den Flur ins Hauptzimmer. Dort am Ofen hatte Idefix sein Körbchen. Er wurde in letzter Zeit immer schwächer, die letzten kalten Tage im Februar hatten ihm stark zugesetzt und er hatte sich trotz der ersten sommerlich, warmen Frühlingstage nicht wieder erholt. Der Tierarzt war letzte Woche hier und sehr deutlich: Wenn sich Idefix nicht in den nächsten Tagen deutlich erholen würde, sähe er keinen Ausweg mehr. Er war mittlerweile auch schon 12 Jahre alt, für einen Jack Russel eigentlich noch nicht sehr alt, allerdings war auch seine Mutter Paddi nur 10 Jahre alt geworden. Zu meinem Erstaunen saß Dave neben dem Körbchen und kraulte den weißen Rüden. „Er sieht besser aus. Schlapp und müde, aber deutlich besser.“ „Na mein Schatz, wie geht’s dir? Ja, komm her, lass ich in den Arm nehmen.“ flüsterte ich Idefix zu, der mir vorsichtig die rechte Backe ableckte, nachdem ich mich im Schneidersitz neben Dave gesetzt und meinen Hund auf den Schoß gezogen hatte. „Wenn du nur mal so mit mir reden würdest.“ scherzte Dave und streichelte Idefix über den Kopf. Ich zuckte innerlich zusammen. Solche Dinge sagte er mir in letzter Zeit häufiger. „Das ist nicht witzig Dave.“ sagte ich doch recht kühl und kraulte Idefix den Bauch. Der lag jetzt in meinem Schoß und schien sich wirklich langsam zu erholen. „Entschuldige.“ sagte der jetzt ernst, ein wenig Bedauern schwang in seiner Stimme mit. „Außerdem weißt du, dass das nicht geht.“ Ich hob Idefix wieder zurück in sein Körbchen und breitete die Decke über ihm aus. Er kuschelte sich ein und sah mich von unten mit runden Augen an. Ich streichelte nochmal über seinen Kopf, dann sah ich Dave an. Der hatte die Strin gerunzelt. „Ich würde mit Susan in Teufelsküche kommen.“ Da verdrehte er seine hübschen blauen Augen, die auch mich nicht ganz unberührt gelassen hatten, seit er vor einigen Wochen das erste Mal vor mir stand. „Ehrlich Dave, du musst Susan da mal klar sagen, dass es so nicht weiter geht. Tom ist grad nach deinem Abflug in die Presche gesprungen. Und ich möchte mich da nicht einmischen.“ Ich stand nun auf, er tat es mir nach. „Warum das?“ überging er meinen Tadel und sah mich auf einmal sehr durchdringend an. Ich schwieg zwei Sekunden, rührte keine Miene und meinte dann: „Klär das!“ Und grinste dann doch. „Ok, ist in Ordnung, ich rede später mit ihr.“ gab er dann lächelnd nach, sah dabei aber auch schuldbewusst auf den Boden. „Ciao Kleiner!“ zwinkerte ich Idefix zu und bat Dave dann, mir zu folgen. „Tom war so lieb, den Küchendienst zu übernehmen. Er war gestern lange fleißig, Bürokram wird heute kaum anfallen. Da hat er endlich genügend Zeit für Webster und Reki.“ „Letztere macht sich auch langsam richtig, richtig gut, ich hab ihm erst zugesehen, er hat ein Händchen, den Jungpferden die Lektionen schnell anzutrainieren.“ „Und sie sauber abrufen zu lassen und sie zu korrigieren. Ohne Tom wären wir wohl wirklich aufgeschmissen. Wir denken aber trotzdem darüber nach, einen zweiten Korrekturreiter einzustellen. Was meinst du?“ „Ich? Ich bin für Dressur nicht gut genug, um mir da eine Fachmeinung zu bilden. Aber einen Korrekturreiter mehr könnten wir gut brauchen.“ Susan kam genau in dem Moment hinter uns aus dem Haupthaus, auch sie hatte wohl ihr Frühstück schon beendet, dicht gefolgt von Leo und Willi. Als sie mich mit Dave zusammen sah, änderte sich kurz ihr Gesichtsausdruck. Ich hasste es, in diesem Drama Teil zu sein, obwohl ich mich nie direkt einmischte. Also schickte ich Dave mit einer direkten Anweisung sofort vor in den Stall und unsere Wege trennten sich. Ohne nochmal auf Susan einzugehen, machte ich mich an die Arbeit und fütterte die Pferde. Willi fuhr mit dem Traktor den Mist zusammen, während Leo und Dave das Ausmisten anfingen. Mia kam kurz vorbei und meinte, dass der Tierarzt angerufen hätte, dass er morgen nochmal nach Idefix sehen wollen würde. „Danke dir!“ Dann zog sie wieder von dannen, Susan hinterher. Als ich fertig mit Füttern, Heu geben, Putzen und Fegen war, holte ich Skadi und bürstete ihr schneeweißes Fell sauber und flocht ihr einen Bauernzopf in die Mähne. Sie sah damit immer recht hübsch aus. Dann sattelte ich sie und führte sie hinüber zum Platz. Dort war Tom mit Webster schon fleißig am Wiederholen der letzten Übungen, der Holsteinerhengst war wirklich ein Prachtkerl und tanzte unter Tom nur so dahin. Was ich im Springen und im Military gut konnte, hatte Tom in der Dressur perfektioniert. So ergänzte sich jeder auf dem Hof. „Sieht super aus!“ meinte ich, als er locker an mir vorbei galoppierte. Von der Stute ließ sich der Hengst nicht wirklich ablenken, Skadi stand auch ganz brav neben mir und ließ mich in Ruhe aufsteigen. Im versammelten Trab kam Webster erneut vorbei, ging dann wieder in den Mitteltrab und erneut in den Galopp. Die Hilfen von Tom waren kaum zu sehen. Ich ritt Skadi warm, bevor auch ich los legte und die einfachsten Sachen abfragte. Skadi würde heute von A auf E aufsteigen, Webster allerdings den großen Sprung von A nach L machen. Deswegen übernahm das Tom. Ich ritt also mit meiner leichten Erkältung heute nur einige wenige A-Aufgaben, die sich aus Mitteltrab und -galopp, Ganzen Bahnen, Zirkeln, Schlangenlinien und Volten zusammen setzten. Ich Leichttrabte und saß aus, hielt, wechselte den Zirkel, ritt Bögen und galoppierte wieder an. Ich liebte Skadis Galopp. Anfangs war die Stute wirklich schwierig, weil sie neu auf dem Hof war und mich noch nicht kannte. Auch bei Tom testete sie erst an, aber war dann wirklich sehr gelehrig und auch gut zu reiten. Sie war eigentlich nur unterfordert, denn als Warlander hatte sie eine kräftigere Statur und wurde meist als Kaltblutpferd gehalten, das eben nicht sehr viel spritzige Aufgaben brauchte. Skadi aber hatte Köpfchen. Der zwar ebenso intelligente Webster aber war anders. Der schwitzte mittlerweile ordentlich unter Tom, der dem Hengst viel abverlangte. Er war die Ruhe selbst und war auch gern dazu bereit, sich ausgiebig streicheln zu lassen. Er bettelte nie und war auch sonst sehr sozial. Allerdings hatte er sich sehr sehr schnell als Springer disqualifiziert, als klar wurde, dass wir ihn niemals über einen Wassergraben bringen würden. Davor hatte der Hengst nämlich ziemlichen Respekt. „So gar nicht seine Mutter Lacura...“ meinte ich damals trocken, die im vorherigen Leben wohl ein Fisch gewesen sein musste. Tom ritt gerade die letzte Runde ab und hielt auf das Gatter zu, als sich Dave zu uns gesellte. „Soll ich ihn dir abnehmen?“ meinte der, doch Tom winkte ab. „Lass mal. Ich hab heute nichtmehr viel zu tun. Und Reykja braucht nicht sehr lange, ich hab viel mit ihr gemacht letzte Woche. Aber danke.“ Dave sah Tom hinterher, der langsam am langen Zügel hinüber zu den Hauptstallungen ritt. „Du, Luisa. Mia würde Mainstream gerne im Training übernehmen wollen, bei den Fohlen ist alles klar und ihre Reitschülerin ist abgesprungen. Daher geht sie mit Susan zusammen trainieren in der Halle. Wäre das ok für dich?“ Als wenn der Tagesplan auch nur 3 Stunden so bleiben würde, wie man ihn aufgestellt hat. Auf einem Hof ändern sich dauernd zig Sachen an einem Tag, aber ich liebte Mia dafür, dass sie sofort zur Stelle war und den anderen die Arbeit abnahm. Zusätzlich war Susan fest eingebunden. „Ist gut. Und Amber?“ „Mach ich. Nach dem Mittag. Bist du fertig mit Skadi?“ Ich nickte. „Geht´s dir gut?“ fragte er dann vorsichtig, als ich nochmal hustete, nachdem ich abgestiegen war. „Ja. Ich würde mich nur Mittags gern eine Stunde hinlegen. Wenn du nichts dagegen hast, würde ich bei Amber gerne zusehen.“ „Ob ich da noch ordentlich Springreiten kann,...“ murmelte er und mein Herz machte einen Satz. Schon die zweite Anmerkung heute. Derweil war Military Dave´s Fachgebiet. Amber hatte vor einigen Wochen die Klasse S im Springen erreicht und sahnte seither in den Turnieren eine Schleife nach der anderen ab. Nun würden wir die Stute ins Gelände lassen. Ich ließ auch das unkommentiert und führte die weiße Warlanderin hinüber den Stallungen. Dort half Dave mir ohne weitere Worte beim Absatteln und versorgen der Stute. Als er ihr abschließend liebevoll den Kopf streichelte, sah ich ihm einen unbeobachteten Moment lang zu. Mir war damals schon klar, dass er den Hof auf den Kopf stellen würde. Aber dass er auch mich so erwischen würde… als er sich zu mir her drehte, lächelte ich dann doch, was ihn jetzt verwundern ließ und meinte, dass ich hinüber gehen würde, um das Mittagessen zu kochen. „Ich fahre hinaus zu Willi und Leo. Denen helfen. Ich bring sie dann mit, wenn wir fertig sind.“ Er verließ den Stall, ohne mich noch einmal anzusehen. Jetzt war ich verwirrt. Ich ging hinüber und kochte Gratin. Mittags kamen dann auch alle, Mia erzählte mir vom Fortschritt mit Mainstream. Sie Stute war jetzt im Stande, Sprunghöhen von 1,50m hühelos zu nehmen. „Wir haben 10 Hindernisse aufgebaut, das mit dem Wassergraben haben wir mal wieder provisorisch gelöst. Aber sie macht das sehr sehr gut. Da sie ja schon in der Klasse S geht, war sie heute sehr gelehrig. Und die S* wird keine Schwierigkeit mehr sein.“ Ich war glücklich, dass das mit Mainstream so gut klappte und ich neben Amber jetzt auch eine weitere Stute hatte, die in der S -Klasse ging. Die Saison würde bestimmt die ein oder andere Schleife nach Naundorf bringen. „Ok, also ist das auch geschafft. Danke euch beiden!“ Ich lächelte und Susan schien das mit dem Frühstück schon wieder vergessen zu haben. Sie schien immer wie ausgewechselt, wenn sie bei den Fohlen war, ganz egal, was den restlichen Tag passierte. Ich musste zugeben, dass sie bei ihrer Hingabe für die Fohlen durchaus ein Händchen bewies und nun hatten wir ja mit unseren Neuankömmlingen und Babys so einige auf dem Hof. Wir aßen zusammen und dann ging es wieder auf den Hof. Leo begleitete Willi noch bei den Reparaturen und zog auch Susan mit ins Boot. Tom machte sich ans Training mit Reykja und wollte danach ins Büro gehen. „Ist in Ordnung, dieses Mal räume ich auf.“ versprach ich und fing an, abzuspülen. Dave blieb erst am Tisch sitzen und studierte die aktuellen Anmeldungen für die wöchentlichen Turniere. „Lass mich dir helfen, dann kannst du schlafen gehen und dich erholen. Ich melde für die Turniere diese Woche, danach mache ich Amber fertig. In zwei Stunden, wenn du zusehen willst, können wir uns auf dem Platz treffen.“ „Ist ok, danke Dir.“ Er stand jetzt an der Spüle und stellte die letzten Teller neben das Waschbecken. In mir schlug sich die Erschöpfung die Bahn und ich war wirklich dankbar. Ich legte das Spültuch neben Dave und berührte ihn mit der rechten Hand an der Schulter, als ich mich bedankte. Zu Müde, um noch genau auf ihn zu achten ging ich hinüber zu Idefix, nahm ihn auf den Arm und trug ihn nach oben. Dort kuschelte ich mich in sein Fell, streichelte ihn und schlief dann ein. In weiter Ferne hörte ich Dave das Geschirr verräumen, dann den Kaffee kochen, Willi war kurz im Haus und telefonierte, ich hörte Susan und Dave kurz miteinander reden, dann wieder Ruhe. Ich dämmerte so vor mich hin. Dann Geschirrklappern. Ich drehte mich um und auch Idefix spitzte müde die Ohren. „Luisa?“ flüsterte Dave vorsichtig, als er die Türe zu meinem Schlafzimmer aufdrückte. Meine Wohnung war für jeden meiner Angestellten offen, solange ich mich dort befand und die Haustüre offen stand. Eine Vereinbarung, die aber jeder nur im Notfall nutzte. Sie lag über den Gemeinschaftsräumen und dem Büro, direkt neben der von Tom. „Ich stell dir den Tee da hin, Honig ist auch dabei. Lass dir Zeit, ich telefoniere noch eben mit einem Veranstalter wegen dem Jubiläumsturnier, dann mache ich Amber fertig.“ „Ist die Zeit schon rum?“ murmelte ich und sah ihn müde an. „Du hast fast drei Stunden geschlafen.“ meinte er, lächelte und ging dann wieder. Was? Drei Stunden? Idefix schnarchte neben mir, ich versuchte ihn nicht zu wecken, als ich aufstand und mir meine warmen Reitsachen anzog. Nebenzu nippte ich am Fencheltee, den keiner außer mir auf dem Hof leiden konnte. Dann ging ich nach unten. Dave war schon weg, die Küche aufgeräumt, das Büro leer. Tom war also noch im Stall. Als ich durch die Gasse ging, führte er Reykja gerade aus dem Solarium. Auch sie hatte er ordentlich gefordert. Reki würde Webster dicht folgen in der Dressur und sollte mit ihrem Stammbaum zusätzlich ein kleines Juwel unseres Hofes werden. Sie war gerade 6 Jahre alt, genau richtig, um ordentlich mit dem Training anzufangen, was man ihr auch optisch ansah. Ihr Vater Red war immer ein Baby geblieben, Reki allerdings schlug voll nach Seana, auch wenn diese ihr keinerlei Scheckung mitgegeben hatte. An die Überraschung bei der Geburt kann ich mich heute noch erinnern. „Sie war heute wirklich sehr lieb, ist sie immer, aber sie macht Webster echte Konkurrenz. Ich würde sie die Woche bei der Dressur vorstellen, vielleicht haben wir ja Glück. Derzeit sind viele starke Newcomer in der Gegend.“ Tom warf Reki eine leicht verblasste, rote Fleecedecke über und wickelte ihr Bandagen, während er mir berichtete, was er heute mit Reykja alles gemacht hatte. Die Stute würde ab sofort in der L-Klasse gehen, genauso wie Webster. Ich hatte vollstes Vertrauen in Tom und freute mich, man sah ihm richtig an, dass er heute Spaß hatte. „Ich werde rüber zum Spielplatz gehen, Dave trainiert Amber heute das erste Mal im Gelände.“ Tom nickte, wenn die Rede vom ´Spielplatz´ war, dann war unser kleiner Parcour auf einer abseitigen Wiese gemeint, den wir extra für´s Military hergerichtet hatten. Der Begriff kam von Leo und Dave, der sich irgendwann bei uns eingebürgert hatte. Den Namen hatte der aber eigentlich gar nicht mehr verdient. Nicht wie zu Anfangs standen dort nur 8 Hürden, sondern mittlerweile über eine Sandfläche und den Teich erweitert ganze 25 Stück. Wir hatten vor vier Wochen ordentlich angepackt, Baumstämme gestapelt, Hecken gepflanzt und einen reitbaren Weg zum Teich hinunter angelegt. Das meiste stammte vom Gelände selbst, die Bäume waren Rückschnitte der umliegenden Birken und Kiefern. Ich schlich mich langsam zum größten dieser Baumstämme, die wir seither oft als Zuschauerplatz nutzten und lehnte mich halb an. Dave hatte mich noch nicht gesehen und jagte Amber über den Platz. Die Stute sah unter ihm so wahnsinnig beeindruckend und stark aus, irgendwie stimmte die Chemie zwischen den beiden. Dann setzte sie zum ersten Sprung an, schloss sauber ab, warf die Beine nach vorne und galoppierte wild schnaubend auf das nächste Hindernis zu. Dave ritt manchmal sehr riskant, was mir nicht immer gut gefiel, aber wenn er auf Amber saß, war er wie ausgewechselt. Er lobte ihr klopfend den Hals, als er immer noch unbemerkt in meiner Nähe vorbei kam. Nur Amber hatte mich gesehen und spitzte die Ohren, was auch Dave registrierte. Er sah sich nach dem Baumstamm um, ich winkte ihm und ging langsam in die Mitte des Platzes. Er nickte angestrengt, nahm die Zügel kürzer und ritt das nächste Hindernis an. Er brauchte zwei Sprünge, um wieder genauso gut zu reiten, wie in der ersten Runde – oder bildete ich mir das nur ein? „Sie kommt gut an den Sprung und landet auch sauber, nur die Höhe macht mir immer Sorgen. Und sie muss zügiger ins Wasser. Lass ihr mehr Platz vorne, das sah eben richtig gut aus Dave!“ Er sagte nichts, grinste und ließ sich ein paar Zentimeter Zügel aus den Händen ziehen. Amber schnaubte ab und setzte erneut an, wuchtete ihr und Dave´s Gewicht über den ersten Stamm, dann über den Absprung und hinunter zum Teich. Sie zögerte merklich, aber Dave ließ nicht locker und trieb sie abwärts. Mit einem mächtigen Satz brach sie die Oberfläche ein, die eben noch spiegelglatt gewesen war und preschte auf der anderen Seite hinaus. „Guuut! Super!“ rief ich lobend, mich so über den ersten Erfolg freuend, dass ich kurz meine kaputte Stimme vergaß. „Sehe, du hast den Tee getrunken!“ lachte Dave und trabte Amber kurz an, ritt einige Wendungen und ließ sie dann kurzzeitig Schritt gehen. „Haha.“ Ich grinste in den Boden. „Fühlst du dich besser?“ „Ja, aber immer noch starke Halsschmerzen. Evt. fahre ich morgen rüber zum Tom´s Mutter, die hat immer einen guten Rat.“ Ich lächelte und sah ihn jetzt direkt an. Da schnalzte er mit der Zunge und trieb Amber wieder zum Galopp. Gut eine Dreiviertel-Stunde ritt er Amber durch den Parcours, wechselte Ruhe- mit Trainingsphasen ab. Dann war auch hier endgültig Schluss. „Mach Feierabend!“ Ich hob die linke Hand und winkte, bevor ich hinüber in den Stall ging. Abendfütterung. Vorher drehte ich aber noch eine Runde zu den Fohlen und zu Taciturn. Die Shettystute war die Erzieherin in dem Babyhaufen aus Nachkommen meiner letzten Zuchtpferde des Gestütes Ammersee. Viele meiner alten Hasen waren jetzt in Ruhestand und auf der Gnadenweide. Dann ging es wirklich in den Hauptstall, füttern, misten, die restlichen Pferde von der Weide holen. Willi, Leo und Susan kamen von den Weiden. „Das Holztor draußen war doch maroder, als ich dachte. Wir haben ein neues gebaut, sind aber nicht ganz fertig geworden. Ich müsste morgen auch neue Aufhänger für die Angel holen. Ich bin eh in der Stadt. Die alten hat es bei dem Sturm so verbogen.“ berichtete mir Willi und ich schickte ihn und die Azubis in den Feierabend. „Ich krieg das hier hin, alles gut, Tom ist drin im Büro, sagt ihm, dass er ebenfalls Feierabend machen kann. Der Rest kann bis morgen warten.“ „Danke, schönen Feierabend!“ Leo und Susan machten sich auf den Heimweg, beide wohnten in der Nähe des Hofes und hatten über das Wochenende frei bekommen. „Ciao Dave, schönes Wochenende!“ „Ciao Leo, bleib sauber!“ lachte der und betrat mit Amber im Schlepptau die Gasse. Ich war schon am Fegen, als er den Sattel und das Zaumzeug in die Kammer trug. „Hier ist alles sauber, Licht ist aus. Ich geh rüber in den Hengststall und schau nochmal nach dem Rechten.“ „Ist ok, ich mache hier alles klar und geh dann rüber.“ „Ok, bis gleich.“ Ich fegte den Rest zusammen, löschte dann auch das Licht und ging in die Küche. Dort saß Tom und rauchte seine Feierabendpfeife. Wir redeten noch lange über die Fahrturniere und die Dressuren, die Erfolge und auch über den zweiten Korreturreiter, als Dave wenig später dazu kam. Als es auf 21:00 Uhr zu ging, verabschiedete ich mich von den beiden, die mir eine gute Nacht wünschten. Ich ging aber erst noch hinüber ins Büro. Das Hoftagebuch war aufgeschlagen und der Eintrag für heute von Tom schon gemacht. Er hatte den Alltag und die Reparaturen notiert, die Fortschritte der Trainingseinheiten und was die Azubis heute gemacht hatten. Für die Pferde stand notiert:
    „Trainingseinheiten in der Dressur: Webster von Weltstar von Niveau A auf Niveau L – erfolgreich abgeschlossen, Reykja aus der Seana von Red Diamond II von Niveau A auf Niveau L – erfolgreich abgeschlossen, Skadi vom Gestüt Helsing von Niveau E auf Niveau A – erfolgreich abgeschlossen, erstere beiden geritten von: Tom Weber, letztere von: Luisa Goeke, Trainingseinheiten im Springen: Red Possy Pleasure Mainstream aus der Ysun von Red Diamond von Niveau S* auf S** - erfolgreich abgeschlossen, geritten von: Mia Andalik, Trainingseinheiten im Military: Amber von Atlanta von Niveau L auf Niveau M – erfolgreich abgeschlossen, geritten von: Dave Lange. Unterzeichner: Tom Weber“
    Ich lächelte und klappte das Buch zu, löschte das Licht und ging dann nach oben. Für heute waren wir wirklich fleißig genug gewesen.

    Kür
    Achtsam wie wir waren, hatten wir Possy Pleasure Mainstream etwas eher fertig gemacht und tatsächlich fielen vor uns zwei Pferde aus. Also hieß es dann ruckzuck warmreiten und sich auf die Kür vorbereiten. Zum Glück reichte ein kurzes Abreiten vollkommen und schneller als gedacht war dann unsere zweite Stute an der Reihe.
    Diesmal wurde sie von Tamara geritten, unserem jüngsten Schützling im Team. Sie sollte Erfahrung sammeln und so etwas war ideal. Also machte ich es mir wiederum auf der Tribüne bequem und wartete auf den Einritt des Paares. Sie hatte viel mit der Trakehnerstute geübt, auch wenn ich ihr versprochen hatte, dass die Kür kein Problem sein würde. Aber Tamara ging lieber auf Nummer sicher.
    Wie erwartet ritten die beiden souverän ein. Der Halt bei X verlief problemlos, ebenso das Grüßen. Tamaras Kür ähnelte meiner, so wie vermutlich jede Kür des heutigen Tages. Zunächst stellte sie unsere Stute auf der linken Hand in allen drei Gangarten vor. Possy Pleasure Mainstream (der Sprecher hatte wirklich zu tun gehabt mit dem Namen) machte ihre Abstammung alle Ehre und warf aufgrund der leichten Aufregung heute die Beine besonders.
    Dennoch hatte Tamara kaum etwas in der Hand und schien die Stute gut sitzen zu können. Zu unserem Glück hatte sie zwar viel Schwung, war aber nicht besonders groß oder lang, also glich sich das wieder aus. Es sah eben einfach nur schick aus. Einwandfrei absolvierten sie die Aufgaben und in lauter Aufregung baute Tamara auch noch eine Schlangenlinie mit drei Bögen ein. Wir hatten zuvor die Diskussion gehabt, was als Bahnfigur zählen würde und ob ein Handwechsel und ein paar Zirkel wirklich reichten.
    Aus Spaß hatte ich dann gemeint, dass sie meinetwegen noch eine weitere Figur einbauen sollte und siehe da, da war sie. Immerhin sah man dabei, wie schön Possy Pleasure Mainstream an den Hilfen stand, aktiv untertrat und sich schön bog. Die Schlangenlinie war immer ein tolles Indiz dafür, ob ein Pferd in der Rippengegend wirklich geschmeidig war oder sicher eher festmachte.
    Tamara präsentierte die Stute auch noch auf der rechten Hand in allen drei Gangarten und verabschiedete sich dann von den Richtern. Auch sie gab der Stute danach direkt die Zügel hin und verließ im Schritt die Halle. Draußen fing ich das Paar ab und lobte die Reiterin erst einmal für den Ritt. Tamara schien auch sichtlich erleichtert zu sein, es hinter sich zu haben, aber war auch stolz. "Na dann bin ich mal auf die Wertnoten gespannt", meinte ich und warf Possy Pleasure Mainstream die Abschwitzdecke über.
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  9. sadasha

    sadasha Bekanntes Mitglied

    sadashas Teilnahme mit
    Paminta
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    Stute
    5 Jahre
    Rasse Deutsches Sportpferd
    Stockmaß/Endmaß 162cm
    Fellfarbe Bay Near Leopard
    Geno unbekannt

    »⊱ —————————————— ⚜ —————————————— ⊰«


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    Charaktereigenschaften
    verzogen, grundsätzlich freundlich, nervös, selbstständig

    Vorgeschichte
    Paminta kam als Absetzer in private Hände und wurde dort zu einer schwer zu händelnden Stute (v)erzogen. Mit drei Jahren begann ihre Berittzeit, die professionell abgehalten wurde. Mit fünf Jahren kaufte das Ehepaar Ziegler die Stute. Sie versuchen nun die kleinen Fehler der Vorbesitzer auszubaden, die Paminta als unzumutbar abgaben.

    Beschreibung
    Unterm Sattel sind Pamintas Erziehungsprobleme dank des guten Beritts kaum zu spüren. Beim Abteilungsreiten oder bei Ausritten ist Paminta am liebsten vorne. Das Kleben lässt sich vom Sattel aus aber gut händeln. Ab und buckelt sie beim Übergang vom Trab in den Galopp. Das ist jedoch kein Vergleich zu ihrem Benehmen am Boden. An der Longe muss man sehr konsequent mit ihr sein, damit sie tatsächlich mal ordentlich galoppiert. Beim Führen rennt sie einen beinahe um, läuft einem in die Hacken, versucht einen wegzudrücken und will vorlaufen. Sie lässt sich da nur ungerne etwas von ihren Menschen vorschreiben und wird dann auch mal giftig. Es machen sich im Alltag viele kleine Dinge bemerkbar, an denen gearbeitet werden muss. Mit anderen Pferden kommt Paminta jedoch gut zurecht und sie hat Spaß daran Dinge selbstständig zu erarbeiten. Mit etwas Geduld kann man so das Ruder noch einmal umreißen. Ihre Nervosität wird sie wohl trotzdem nie ganz ablegen.


    »⊱ —————————————— ⚜ —————————————— ⊰«

    [​IMG]

    Trainingsplan
    Eingeritten ✔ | Eingefahren x

    Schleifenaufstieg | Trainingsaufstieg | Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Variationen

    Dressur E A L M S

    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S


    Springen E A L M S
    Show Jumping: E A* A** L M* M** S* S** S*** S****

    Military E A L M S

    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI** CIC/CCI*** CIC/CCI****


    Distanz
    E A L M S
    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN***


    »⊱ —————————————— ⚜ —————————————— ⊰«

    [​IMG]

    Offiziell
    SW 492
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    484. Springturnier
    489. Springturnier
    504. Springturnier
    353. Distanzturnier
    355. Distanzturnier
    515. Springturnier
    368. Distanzturnier
    525. Springturnier
    572. Springturnier
    572. Dressurturnier


    Inoffiziell

    keine

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    Von unbekannt

    Aus der unbekannt

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    Körpunkte
    Abstammung 0
    Schleifen 11
    HS 2
    TA 2
    Trainer 3
    Zubehör 2
    Gesamt 20


    Schleife
    SK

    Eingetragene Zucht Caenheide

    Besitzer sadasha (Leon Ziegler)
    VKR/Ersteller sadasha


    Nachkommen
    keine


    »⊱ —————————————— ⚜ —————————————— ⊰«

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    Letzter Tierarztbesuch 15. November 2018
    Gesamteindruck sehr gut


    Letzte Zahnpflege 15. November 2018
    Letzte Wurmkur 15. November 2018
    Letzte Impfung 15. November 2018


    Letzter Hufschmiedbesuch 15. November 2018
    Ausgeschnitten/Korrigiert 15. November 2018


    Beschlag vorne Sportbeschlag
    Beschlag hinten Sportbeschlag


    »⊱ —————————————— ⚜ —————————————— ⊰«

    PNG | Puzzel PNG | Offizieller Hintergrund

    SATTELKAMMER
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    15. November 2018 | von Elsaria
    Tierklinik zur Lindenweide | SK Grunduntersuchung

    Heute erreichte mich einen neuen Auftrag von einem neuen Kunden, Herr Ziegler hatte bei den letzten Tunieren von mir gehört und wollte mich testen. Solche Aufträge schossen mir sofort das Adrinalin ins blut den neue Kunden waren wichtig, jeder wollte seinen Kundenstamm erweitern egal welche Branche. Desshalb verschlug es mich in das Naturschutzgebiet Westdeutschlands. Die fahrt brauchte ich einen halben Tag, gegen 13 Uhr kam ich an und wurde von Herrn Ziegler empfangen. Der hof war wunderschön aufgebaut, Richtig zum wohlfühlen. Wir gingen sofort zur Stute Paminta war ein Bay Leopard Stute der Rasse Deutsches Sportpferd. Sie war wunderschön. Ich bat ihn die Stute mir vorzutraben. Mit meinem geschulten Blick konnte ich sofort erkennen ob da was im argen lag. Bei dieser wunderschönen Stute war alles in Ordnung. Schade das ich mich aus dem Pferdezuchtbetrieb ausgestiegen bin und nur noch Tierärztin war, sonst hätte ich wohlmöglich versucht ein nachkommen aus dieser Stute zu ergattern. Ihr Extrieur war einfach nahezu perfekt. Nun tastete ich die Stute ab. Auch da war nichts auffälliges. Dann hörte ich sie genau ab. Lunge Herz und Darm arbeiten so wie es sein sollten. Nun konnte ich die Stute ruhig impfen und leicht sedieren so das wir die Zähne noch fix machen konnten. Ich bat Leon wir hatten uns in der zwischenzeit das Du angeboten half mir mit dem Stüzen von Pamintas Kopf so das ich arbeiten konnte. Hin und da hatte sie ein paar scharfe ecken und kannten, diese ich schnell behob.. Als sie fertig war banden wir sie in ihrer Box an und ich trug alles in ihrem Pass ein und verabschiedete mich. Ich hoffte Leon war zufrieden mir meiner Leistung.
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    14. November 2018 | 3145 Zeichen von Sissicat
    Hufschmiedbericht


    "Once again!",rief ich glücklich als ich all mein Hufschmied "Zeugs" in meinen kleinen Wagen warf und mich vor das Lenkrad setzte. Heute hatte ich einen Auftrag bei dem Gestüt Caenheide. Der Hofbesitzer, Leon Ziegler, hatte mich vor ein paar Tagen angerufen und mich gefragt ob ich eine seiner Stuten beschlagen könnte. Natürlich habe ich zugesagt obwohl mir einwenig bang dabei war, da das 5 jährige Tier noch keinen Hufschmiedbesuch bekommen hat. Ich trommelte wie immer im Takt der Musik auf mein Lenkrad als ich in die Hofeinfahrt einbog. Leon Ziegler wartete bereits am Eingan auf mich und schüttelte mir durch mein geöffnetes Autofenster die Hand. "Fahren sie einfach durch, der Platz für den Hufschmied ist gleich davorne!",erklärte er und deutete hinter sich. Ich nickte und fuhr zu dem Platz, von dem ich hoffte das er den gemeint hatte. Während ich mein ganzes Equitment aufbaute, kam der Hofbesitzer mit einer schönen jungen deutsches Sportpferd Stute zu mir. Die Stute hatte die Ohren angelegt und zog unruhig am Strick, dennoch schaffte Leon es die Stute anzubinden und zu beruhigen. Ihr Name - so verrut mir ihr Besitzer nun - war Paminta. Außerdem erklärte er mir das, die Vorbesitzer der Stute sie ziemlich verwöhnt hätten und er keine Informationen über einen Hufschmiedbesuch bei der Stute hatte. Wie ich mir gedacht hatte die Stute hatte so einen Menschen wie mich wahrscheinlich noch nie gesehen. Toll. Am wichtigsten war einmal das die Stute keine Angst von Hufschmieden hat bzw. bekommt, daher streichelte ich sie sanft und gab ihr einen Apfel - den ich extra mitgebracht hatte. "Siehst du ich bin ganz brav.",lächelte ich und bückte mich dann um ihr linkes Vorderhuf zu heben. Zu meinem Glück schien ihr das durchchecken und ausschneiden bzw. korrigieren nicht so viel auszumachen, leider kam es öfters vor das sie mir ihr Bein entriss, oder ihr ganzes Gewicht in meine arme Hand stemmte, aber trotz allem hatte ich den einfacheren Part geschafft. Doch was würde die Stute jetzt tun? Ein brennendes Eisen an ihr Huf zu halten, würde ihr bestimmt nicht gefallen. Daher meinte ich zu Leon, dass er sich schoneinmal darauf vorbereiten sollte das Paminta zur Seite sprang. Ich suchte die passenden Hufeisen und hämmerte sie noch zurecht, wie erwartet sprang Paminta zur Seite als ich ihr das heiße Eisen an ihr Huf drückte, ich schaffte es das Eisen zu halten und dann im Wasser abkühlen zu lassen. Als ich dann wieder mit dem Eisen kam, sah mich die Stute mit einem Versuch-es-und-ich-mach-dich-fertig-Blick an. "Ganz ruhig, kleines. Es tut überhaupt nicht weh. Es klingt nur komisch.",flüsterte ich und hob ihr Huf, ich fing schnell aber auch ruhig mit meiner richtigen Arbeit an und versuchte es Paminta so angenehm wie möglich zu machen. Sie sprang bei den anderen Hufen auch oft zur Seite und wehrte sich ein bisschen, doch gott sei dank passierte weder dem Pferd noch uns Menschen etwas. Erschlöpft fuhr ich mir über die schweißnasse Stirn, Leon gab mir ein Glas Wasser und brachte -während ich trank- Paminta zurück in ihre Box. Als er zurück kam regelten wir das geschäftliche und danach fuhr ich auch schon nachhause.
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    13. April 2018 | 6349 Zeichen von Sosox3
    German Horse Center | Dressur E - A


    Nathan | „Willst du denn jetzt mitmachen mit Diamond? Ich muss das wissen, Leon Ziegler kommt gleich mit seiner Stute und mit ihr müssen wir direkt in die Halle und kurz darauf müssen wir wohl anfangen, weil die wohl keine Benimmregeln vom Boden kennt!“ Meine Erklärung sollte ziemlich passend sein, wie ich kurze Zeit später merken sollte. „Ja okey. Ich sattel die mal und komm dann in die Halle“, murrte Brooke und beeilte sich in den Stall um ihre Stute fertig zu machen. Ich begab mich in der Zeit in die Halle und legte ein paar Stangen in die Halle zum darüber traben. Ich hatte gar nicht so viel Zeit um mich auf die beiden vorzubereiten, doch ich hatte schon beim letzten Telefonat erfahren, dass Paminta eine harte Nuss sein würde, was den Umgang betraf. Umso gespannter war ich, als Brooke vor dem Team zu uns in die Halle kam und sich gleich darüber ausließ, was für ein schlechterzogenes Pferd dieser Leon denn haben würde. „Brooke, beherrsch dich! Das sind Kunden, die wir gerne über längere Zeit hier hätten und nicht nur einmalig! Mit deiner Fotografie bekommen wir momentan auch nichts rein!“ Da war er. Ihr wunder Punkt. Sie schloss missmutig den Mund und trieb ihre Stute vorwärts. „Im Übrigen, du hättest sie besser diesen Winter scheren sollen. Die wird gleich echt lange brauchen zum Trocknen!“ Sie rollte mit den Augen. Selber dran schuld. Leon Ziegler kam ein wenig später zu uns, sein Pferd führte ihn und drängte ihn durch die Hallentür. „Paminta! Lass das!“, fluchte er und versuchte sie rückwärts zu richten. „Ich halt sie grad, in der Zeit kannst du aufsteigen.“ Er nahm mein Angebot an und stieg so schnell es ging auf. Paminta war die Nervosität in Pferdegestalt und sie durfte sich erstmal in Ruhe warmmachen im Schritt. „Bindet auch die Stangen ein und biegt die Pferde ein bisschen. Die Stangen stehen nicht umsonst auf dem unteren Zirkel.“ Mein Rufen hallte durch die Große, lichtdurchflutete Halle. „Nate? Darf ich mit Warrior Gun auch in die Halle?“, hörte ich das leise, schüchterne Fragen einer mir nur genauestens bekannten Frauenstimme. Ich hatte sie gleich zuordnen können. „Wenn du am Ende eine A-Dressur reiten willst“, grinste ich und schaute mir Paminta’s Bewegungsablauf an. Das Schließen der Tür hatte ich vernommen und ließ die drei Pferde-Reiter-Paare ordentlich warm werden. „So Abteilung über die Stangen im Zirkel, voran Leon mit Paminta! Trab!“ Von oben aus klappte die Reiterei bei Leon ziemlich gut. Auch Paminta lief artig unterm Sattel. „Wie kam es denn dazu, das Paminta nur am Boden so unnausstehlich ist?“ Die Neugierde hatte mich gepackt. Ich wollte wissen, warum die bunte Stute so schwer zu händeln war. Zumindest nur vom Boden aus. „Wir haben sie so verzogen gekauft. Aber die hat Potenzial, nur das Arbeiten von unten macht sie so schwierig.“ „Okey, aber ihr arbeitet dran?“ „Natürlich, aber es ist nicht immer so einfach“, gab er zu. Brooke setzte zum Reden an, doch mein mahnender Blick straft sie, sodass sie doch lieber nichts sagte. „Brooke, reite mal eine ganze Bahn im Mitteltrab. Versuch dabei aber Diamond in der Anlehnung zu halten“ Sie nickte und folgte meiner Anweisung. „So siehts gut aus“, lobte ich die beiden. Rabea hatte Warrior Gun nun auch warm geritten und schon begann der Rappe auch schon zu schwitzen. „Hast du sie jetzt eigentlich fest als Reitbeteiligung?“, fragte ich Rabea neugierig. „Ja, ich soll sie 2x die Woche reiten. Ich dachte ich schaff das neben Abs.“ „Okey“, gab ich knapp meine Antwort kund und war etwas enttäuscht von ihr, dass sie mir nicht Bescheid gesagt hatte, ob das in Ordnung gehen würde. „So Abteilung Arbeitstrab und in der nächsten Ecke eine ganze Bahn im Wechsel. In der Ecke galoppiert ihr dann im Arbeitsgalopp an!“ Artig wie kleine Soldaten führten sie die Übungen aus, die ich ihnen riet und bildeten dabei eine super Abteilung. Sie übten an die Perfektion der Schlangenlinien mit jeweils 3 und 4 Bögen zu gelangen und die Aufgaben konnten sich langsam blicken lassen. „Leon, wenn du denkst, dass Paminta in einem geregelten Tempo läuft und den Rücken aufwölbt kannst du ihr halbe Paraden geben. – Super! Wenn du jetzt die Fäuste leicht öffnest, gibst du ihr mehr Raum zum Dehnen und sie läuft vorwärts abwärts.“ Ich wartete einige Schritte ab. „Wenn du jetzt die Fäuste wieder schließt, hat sie die Zügel aus der Hand gekaut!“ „Ihr macht das jetzt auch mal kurz, das ist für junge Pferde noch sehr anstrengend, deshalb macht das nur ein paar Schritte lang.“ Brooke versuchte es im Galopp, wo Diet Mountain Dew sich am besten hergab. Rabea übte es im Schritt. Am Ende der Stunde waren alle geschwitzt und lobten die Pferde. „Leon, das sah doch super aus. Wir üben gleich noch was vom Boden aus, die anderen können nach dem Trockenreiten die Halle verlassen, danke!“

    Nachdem wir endlich alleine waren, Paminta ein paar Minuten unter dem Solarium Pause gemacht hatte nach etlichem Aufregen bis sie dort geparkt war, konnten wir vom Boden aus ein bisschen arbeiten. Ich hatte schließlich Leon versprochen, noch ein wenig Tips bei der schwierigen Stute zu geben. Da standen wir nun, aufgeregt und Nervös weil ein Traktor an der Halle vorbeifuhr um uns Heu zu liefern. Leon zeigte mir gleich das Problem, das Paminta hatte. Sie lief einem rein, überholte. Sie bestimmte also die Geschwindigkeit und hielt nichts davon, wenn der Reiter sie zurück richtete. „Wir nehmen uns mal eine Gerte zur Hand. Wenn sie überholt, tippst du sie vorne an. Wenn sie nicht stehen bleibt, richten wir sie zurück. Erst ohne Gerte, dann mit, wenn sie immernoch nicht hört. Wir schlagen sie nur dabei nicht“, erklärte ich und nahm mir die Stute an. Ich ging los und schon spürte ich ihre Zehe in meiner Ferse. Ich hielt an, richtete sie mühselig zurück und versuchte es wieder. Sie war nie bei der Sache und hörte nicht auf den Menschen, bis wir die Gerte zur Hand nahmen. Sie schien etwas eingeschüchtert, achtete nun aber auch auf den Menschen, ohne, dass wir die Gerte einsetzten. Nach der Trainingseinheit, konnte Leon sie nun Führen mit der Ausnahme, dass sie ihn wenigstens etwas beachtete. „Wenn du jetzt am Ball bleibst, dann kannst du sie in ein paar Wochen normal führen.“ Ich verabschiedete die beiden guten Gewissens. Um Paminta das Fehlverhalten ganz auszutreiben, hätte ich sie hier auf dem Hof behalten müssen oder 2x die Woche zur Caenheide fahren.
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    31. Juli 2018 | 3389 Zeichen von AliciaFarina
    Trainingsbericht | Dressur A-L


    Während ich die Box einstreute, fuhr der große Pferdetransporter auf den Hof. Meine Berittstute Paminta wurde mir gerade vom Niederrhein gebracht. Sie sollte die nächsten Wochen bei mir verbringen und in der Dressur gefördert werden. Als ich fertig war, ging ich aus dem Stall und begrüßte den Fahrer, der Paminta bereits ausgeladen hatte. Ich übernahm alle Papiere von ihr und unterschrieb, dass sie bei mir angekommen war. Dann brachte ich sie in den Stall, sie versuchte mehrmals mich zu überholen, umzurempeln oder ähnliches, ich ließ sie sich aufspielen und ließ sie machen was sie meinte, ich nahm mir vor sie morgen vom Boden aus zu arbeiten. Als sie in der Box stand nahm ich mir vor sie morgen etwas zu arbeiten und holte anschließend ihr Sattelzeug aus dem Transporter. Der Fahrer fuhr wieder und ich setzte mich bei Paminta an die Box und beobachtete sie etwas. Nach einer Weile ließ ich sie alleine und kümmerte mich um meine anderen Pferde, damit Paminta sich an die neue Umgebung gewöhnen kann. Am Nachmittag ließ ich sie auf den Paddock, der an ihre Paddockbox angeschlossen ist, damit sie auch etwas anderes sieht außer ihre Box.

    Einen Tag später putzte ich sie ordentlich und fing an mit ihr zu arbeiten, ich legte ihr ihren sehr gut passenden Sattel auf und trenste sie, dann zog ich ihr ein Stallhalfter über und harkte eine Longe ein, ich nahm eine Peitsche, meine Handschuhe und meinen Helm mit und ging mit ihr in die Halle. Der Weg war eine Herausforderung, da sie wiederholt meinte mir in die Hacken rennen zu wollen und mich immer wieder umrempelte, da ich aber immer wieder dafür sorgte, dass sie das nicht tun soll war sie ziemlich schnell angesäuert. Als wir endlich in der Halle angekommen waren gurtete ich nach und ließ sie sich an der Longe warm laufen. Sie ließ sich relativ gut händeln, fand es aber sehr doof als ich wollte, dass sie einen ordentlichen Galopp läuft. Als sie warm war ließ ich sie traben und galoppieren. Nachdem sie auf beiden Händen locker gelaufen ist, nahm ich ihr das Halfter ab und stieg selber auf. Beim reiten merkte man ihr die Erziehungsprobleme nicht so an, das wurde mir aber schon gesagt, denn sie war vorher bereits in einem Problempferdeberitt. Ich trainierte auf dem Niveau einer Dressurpferde L, man merkte, dass Paminta bereits gut Zuhause gearbeitet wird, denn es war sehr angenehm sie zu reiten. Paminta zeigte sich leistungsbereit, solange keine anderen Pferde in der Nähe waren, denn sobald andere dabei waren versuchte sie mit ihnen wettzueifern, es war schwierig sie dann noch zum mitarbeiten zu bringen. In den nächsten Tagen erhöhte ich das Trainingsniveau, ich arbeitete an komplizierteren Lektionen und daran, dass Paminta sie sicher beherrschte. Zwischendurch machte ich auch immer mal wieder eine Bodenarbeitseinheit, damit das zusammenleben von uns sicherer und angenehmer für alle beteiligten ist. Nach einem knappen Monat fand ich, dass es soweit ist das Paminta wieder zurück zu ihrem Besitzer ziehen kann. Er kam sie auch persönlich abholen, ich ritt sie ihm vor und ließ Leon ebenfalls einmal reiten und erklärte ihm was ich mit ihr gemacht habe. Leon räumte nachdem wir sie versorgt hatten ihr Zubehör in den Anhänger und führte zum Schluss Paminta rauf. Ich gab Leon alle Papiere und verabschiedete mich dann von Paminta und winkte ihnen zu als sie wegfuhren.
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    18. September 2018 | 9.302 Zeichen von adoptedfox
    von Landsberg Trainingscenter | Springen Stufe E-A


    Erin | Die letzte Woche verging wie im Flug und es war mir unbegreiflich, wie wir das Arbeitspensum bewältigen konnten. Neben den Reitstunden, den gebuchten Trainingsstunden und der Versorgung der Pferde des Gestüts, mussten diese auch bewegt- und organisatorisches erledigt werden. Als könnte Käthe meine Gedanken lesen, murmelte sie leise etwas von “Wenn das vorbei ist brauch ich Urlaub.” als sie ihren Kaffee in eine Thermoskanne füllte und das Haus wieder in Richtung Stall verlies. Zu zweit war das allerdings nicht möglich, zumal das Gelände auch winterfest gemacht werden musste. Ich trank den letzten Schluck meines Kaffees aus und stellte die Tasse in den Geschirrspüler um mich meinen heutigen Aufgaben zu stellen. Nach der Fütterung der Pferde und der täglichen Kontrolle der Weiden, ging ich zu einer der Stuten, die gestern aus Deutschland eingetroffen waren. Ihr Name war Paminta und neben ihrem außergewöhnlichen Aussehen, hatte sie einen eindrucksvollen Charakter. Ja, eindrucksvoll beschrieb es am besten. Die Stute stand in der hintersten Ecke ihrer Box und zog sich die letzten Halme ihrer Heuration, die aus dem Heunetz gefallen waren, aus der Einstreu. Ich begrüßte Paminta und zog ihr das Halfter an um sie in die Stallgasse führen zu können. “Du bist wohl noch müde, was?” lachte ich, als sie mir brav folgte und mich nicht, wie am Vortag, versuchte zu überholen. Ich band die Stute vor ihrer Gastbox an und begann ihr kurzes Fell gründlich zu striegeln, bevor ich sie nochmals über bürstete und die Hufe auskratzte. Aufgrund ihrer ungewöhnlichen Fellfarbe und der Mähne, die sich auch mit Mähnenspray nicht bändigen ließ, hatte Paminta ein wildes aussehen und ihr Charakter tat sein übriges, das Gesamtbild zu vervollständigen. Ich sattelte die Stute und legte ihr Gamaschen und Streichkappen zum Schutz der Beine an, bevor ich das Halfter öffnete und es auf den Hals zog um sie aufzutrensen. Als auch ich meinen Helm und meine Schutzweste an hatte, löste ich das Halfter und ging mit der Stute über den Hof auf den Springplatz wo ich am Tag zuvor ein paar Kombinationen und Cavalettis vorbereitet hatte. Paminta konnte ihr Springvermögen schon in einigen Turnieren unter Beweis stellen, doch oft kam es vor dass sie falsch absprang oder das Hindernis gar falsch taxierte und verweigerte. Genau daran wollten wir heute arbeiten. Ich stellte die Stute abseits der Hindernisse auf und stellte einen Fuß in den Steigbügel um mich mit Schwung in ihren Sattel zu setzen. Ich sortierte die Zügel in meiner Hand und ritt die Stute im Schritt ein paar Runden warm, bevor wir auch trabten und zwischen den Hindernissen hindurch ritten um sie damit vertraut zu machen, dass es um mehr ging, als unkontrolliert über die bunt gestrichenen Stangen zu springen. Paminta hatte einen wunderbaren Galopp und ich gab ihr etwas mehr Zügel vor damit sie sich ordentlich strecken konnte. Für den Anfang begannen wir mit den Cavalettis und Galoppstangen damit ich sehen konnte wie sie die jeweiligen Hindernisse wahr nahm. Pamintas Ohren waren aufmerksam nach vorn gestellt und ich spürte wie sie sich anspannte, sobald der “Sprung” vor uns lag. Ich nahm die Zügel etwas auf um eine bessere Verbindung zum Pferdemaul zu haben und ging nach ein paar Sprüngen zum warm werden in den Parcours über. Dort hatte ich Kombinationen und Einzelsprünge mit einer Höhe von 80cm bis zu einem Meter vorbereitet. Sollte sich die Stute gut machen, hätten wir auch die Möglichkeit einen Steilsprung mit einzubauen, dessen höchstes Maß bei 1.10m lag, welches dem A* Niveau entsprach. Paminta war sehr aufmerksam bei der Sache und verstand schnell, dass sie nicht einfach über die Hindernisse springen sollte, sondern bestenfalls die Höhe besser selbst einschätzte und die Galoppsprünge reduzierte. Nach einer halben Stunde hätte ich die Zügel los lassen können, so motiviert arbeitete die Stute beinahe von selbst. Ich lobte sie ausgiebig und taxierte den Steilsprung. Ich spürte die Anspannung in der Stute beim Absprung, sah den Sprung unter uns und wie die Stute hinter dem Hindernis landete ohne die oberste Stange auch nur zu berühren. “Klasse! Der Wahnsinn!” lobte ich die Stute laut lachend und als wollte sie einstimmen, buckelte sie ein paar Mal bevor sie sich wieder fing und den Oxer in Angriff nahm mit einem Meter Höhe.
    Nach einer guten Stunde erklärte ich das Training für beendet und hielt die Stute damit ich den Sattelgurt lockern konnte. Sie hatte gut geschwitzt und da das Wetter heute mitspielte wollte ich sie kurz abspritzen bevor ich sie wieder in ihre Box stellte. Da die Weidebelegung ausgelastet war hatten wir 2 der Offenstallboxen umdisponiert um die beiden Pferde aus Deutschland in ihnen unterbringen zu können. Damit sie später nicht fror, legte ich der Stute eine leichte Abschwitzdecke auf und verabschiedete mich für den heutigen Tag von ihr um mich meinem zweiten Schützling zu widmen, Thavila. Die Stute beobachtete mich durch die Gitterstangen der Boxentür und ging von allein ein paar Schritte zurück, als ich die Boxentür öffnen wollte. Frau Ziegler hatte mir erzählt, dass die Stute sich ungern anfassen lies. Sie erzählte mir aber auch, dass sie salzige Leckerchen liebte. Ich hatte von zuhause eine Packung “Pretzels” mitgebracht und öffnete sie um ihr 2-3 Stückchen auf meiner Handfläche anzubieten. Die Stute blähte die Nüstern und reckte ihren Kopf um die salzigen Brezelstückchen mit ihren weichen Lippen von meiner Hand zu nehmen. Als sie sie mit schlagendem Kopf zerkaut hatte, flehmte sie und reckte mir wieder den Kopf entgegen. “Erst tun wir was, dann bekommst du noch mehr.” mahnte ich die Stute lachend und zog ihr das Halfter an um sie in die Stallgasse zu bringen. Ich band sie vor ihrer Gastbox an und putzte sie schnell über, um ihr den Aufenthalt hier so angenehm wie möglich zu gestalten. Nachdem Thavila geputzt war legte ich der Stute Gamaschen und Streichkappen an um ihre Beine zu schützen und sattelte sie auf. Beim auftrensen nahm sie ihren Kopf etwas nach unten damit ich besser an sie heran kam, was mir die Arbeit ungemein erleichterte, da ich nicht besonders groß war. Nun, wo Thavila geputzt und gesattelt vor mir stand, zog ich mir meine Schutzweste wieder an und setzte den Helm auf. “Dann legen wir mal los, oder?” fragte ich die Stute motiviert und führte sie über den Hof zum Springplatz. Bereits beim betreten des Platzes spannte sich die Stute merklich an. Kein Wunder. Fremder Reitplatz, fremde Umgebung, Gerüche… und dann auch noch bunte Hindernisse, mit denen die Stute sowieso anfängliche Probleme hatte. Ich sprach beruhigend auf sie ein und stellte sie auf, damit ich die Steigbügel auf meine Länge einstellen konnte und mich in ihren Sattel setzen konnte. Geduldig blieb Thavila stehen und wartete, bis ich meinen Sitz korrigiert und die Zügel in meinen Händen sortiert hatte, bevor sie im Schritt weit um die Hindernisse herum ging. Da sie in Zukunft öfter auf Turnieren vorgestellt werden würde und die Hindernisse meist noch auffälliger waren, als die, die im Training benutzt wurden, verkürzte ich den Abstand zum Parcours und ritt durch ihn hindurch um die Stute aufzuwärmen. Nach und nach wurde die Stute entspannter und roch interessiert an ihnen, als wir für einen Moment anhielten. Ich galoppierte Thavila wieder an und taxierte nun das erste Hindernis, einen Kreuzsprung. Die Ohren der Stute waren nach vorn gerichtet und sie sprang im richtigen Moment ab. Ich klopfte ihr lobend den Hals und ritt dann weitere Sprünge an. Eine Kombination aus einem Kreuzsprung und 2 Ricks, einem Oxer und einem Steilsprung mit einem Meter Höhe. Die Stute machte ihre Sache gut, sprang ein paar Mal zu früh ab, berührte aber nie die Stangen. Da die Stute immer mehr an ihrer Ausdauer scheiterte beendete ich das Training und ritt sie noch eine viertel Stunde lang auf dem Platz trocken, da sie es nicht mochte gewaschen oder gar abgespritzt zu werden. Ich lockerte den Gurt und ritt mit der Stute über den Hof. Vor dem Stall hielt ich sie an, stieg ab und führte sie in ihre Box wo ich ihr den Sattel, die Trense und die Gamaschen abnahm und ihr noch ein paar Brezelstückchen anbot, die sie sich redlich verdient hatte. Gedankenverloren klopfte ich ihr sogar den Hals und die Stute, die anscheinend ebenfalls abwesend war, ließ es zu ohne sich anzuspannen oder die Ohren anzulegen. Zufrieden mit dem heutigen Tag räumte ich die Stallgasse auf und trennte die Schabracken der beiden Pferde von den Sätteln um sie zum trocknen nach draußen in die Sonne zu hängen. Die restliche Woche verbrachte ich damit Paminta und Thavila auf dem Platz zu trainieren und baute den Parcours jeden Tag um, um Abwechslung zu schaffen. Einen Tag vor der Abreise der beiden schaffte ich es sogar mit Thavila einen langen Ausritt in den Wäldern Nottinghams zu unternehmen um an ihrer Ausdauer zu arbeiten, die sie beim Springreiten dringend benötigen würde. Auch wenn beide Pferde eine Nummer für sich waren, würde ich sie vermissen. Man konnte sie nicht mit den Pferden auf dem Gestüt vergleichen und ich war dankbar, dass sie bei den Ziegler’s auf Caenheide ein gutes, fürsorgliches Zuhause gefunden hatten. Paminta hatte ein großes Potenzial für den Springsport und wenn Thavilas Ausdauer sich verbesserte, konnte auch sie einige Platzierungen erreichen.

    Die Kür
    "Wir haben Glück, das Wetter ist auf unserer Seite!", sagte ich über das ganze Gesicht strahlend zu meiner Frau, die heute eher nicht so gut gelaunt war. Sie versuchte das nicht an mir auszulassen und versuchte sich ebenfalls an einem Lächeln. "Dir ist aber bewusst, dass die Kür in der Halle sein wird?", versicherte sie sich und ich nickte nicht minder begeistert. "Hast du mal reingeguckt und gesehen wie toll die Sonne da reinscheint?", fragte ich und stupste sie mit dem Ellebogen an, ehe sie etwas erwidern konnte. Paminta stand gesattelt und getrenst neben uns und wartete auf ihren Einsatz. "Ich geh uns mal warm machen." Franzi nickte und folgte uns noch ein Stück, ehe sie zur Tribühne abbog. Auf dem Arbeitsplatz steppte der Bär. Viele Kandidaten wärmten sich hier zeitgleich auf und drängten sich vor allem um die wenigen Cavalettisprünge, die hier für die Springpferde standen. Paminta und ich ritten erst ein paar Runden in Schritt und Trab, ehe wir uns einen Platz in der Reihe eines des Hindernisse erkämpften. Kaum gesprungen wurden wir auch schon in die Halle gerufen. Die nervöse Tigerscheckstute schlug aufgeregt mit ihrem Schweif, als wir die Halle im Trab betraten. Sie stellte sich jedoch sofort geschlossen auf, als wir in der Hallenmitte hielten um die Richter zu grüßen. Wir begannen die Kür auf der linken Hand und stellten hier zunächst Trab und Galopp vor, im Schritt ritten wir zuletzt eine Kehrtvolte um die Hand zu wechseln. Die rechte Hand lag und einfach besser. Paminta hatte sich jetzt etwas eingespielt, wenngleich ihr das Publikum nicht geheuer war. Sie brauchte stets ein paar Minuten bis sie zu ihrer Höchstform gelangte. Noch immer im Schritt ritten wir auf den nächsten Zirkel. Hier galoppierte ich sie aus dem Schritt heraus an und beschäftigte sie etwas mit den Zügeln, als ich merkte, dass sie doch wieder unruhig wurde. Die Stute reagierte sofort und kam wieder etwas runter. Wieder auf der ganzen Bahn parierte ich zum Trab. Wir ritten kurz vor Ende Schlangenlinien an der langen Seite und standen ehe wir uns versahen wieder in der Hallenmitte um uns von den Richtern zu verabschieden. Ich stieg aus dem Sattel, denn als Springpferd sollte Paminta auch noch Freispringen. Die Bahn dazu stand an einer langen Seite der Halle und war für unseren vorangegangenen Ritt abgesperrt worden. Ich sattelte Paminta ab und wartete auf die Zeichen der Mitarbeiter, ehe ich Paminta in die Gasse schickte. Voller Enthusiasmus nahm sie die Hürden und galoppierte danach an der Bande entlang, ehe sie wieder auf mich zutrabte. Die Richter nickten mir zum Abschied zu und wir verließen die Halle wieder. Draußen führte ich Paminta noch ein paar Minuten herum, damit sie sich abkühlen konnte. Erst dann brachte ich sie zurück zum Hänger, wo meine Frau schon auf uns wartete. "Ihr hattet schon bessere Tage.", erkannte sie. "Aber es sah dennoch sehr gut aus. Gut gemacht." Sie drückte mir einen Kuss auf und streichelte dann den fleckigen Hals meiner Stute, die ihren Kopf schon in den Futtereimer gesteckt hatte und genüsslich kaute.
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    Zuletzt bearbeitet: 15 Nov. 2018
    Mohikanerin, adoptedfox und Tassila gefällt das.
  10. Canyon

    Canyon Bekanntes Mitglied

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    Sie endet am 19. November 2018 um 17:22 Uhr.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16 Nov. 2018

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