[SK 452] Alle Stuten

Dieses Thema im Forum "Archiv" wurde erstellt von Canyon, 23 Mai 2017.

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Welche Stute soll gewinnen?

Diese Umfrage wurde geschlossen: 13 Sep. 2017
  1. Lady Felize

    11,1%
  2. Blazing Flame

    16,7%
  3. Samarra

    16,7%
  4. Chuckling Dancing Mess

    22,2%
  5. Ginny My Love

    33,3%
  1. Canyon

    Canyon Bekanntes Mitglied

    [SK 452] Alle Stuten
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    Regeln:
    - Es dürfen nur Stuten teilnehmen (Keine Hengste, Wallache oder Fohlen)
    - Jeder darf nur mit einer Stute teilnehmen.
    - Der Text darf maximal 3000 Zeichen enthalten, bitte überprüfen auf www.lettercount.com etc.!
    - 5 Joellen an mich (Canyon) mit dem Grund: SK 452
    - Teilnehmerzahl ist auf höchstens 10 Pferde begrenzt
    - Teilnahmeschluss bleibt vorerst offen und wird mind. 1 Tag vorher angekündigt
    - Ist die SK mehr als 2 Monate offen, erfolgt die Abstimmung auch ohne, dass 10 Stuten teilgenommen haben

    Gründe für eine Disqualifikation:
    - die Zeichenzahl des Textes stimmt nicht
    man hat mit Doppelaccounts abgestimmt
    - es wurde gebettelt
    - es wurde nicht überwiesen
    - die Teilnahme ist unvollständig
    - es liegt ein Verstoß gegen die Regeln vor
    - die Aufgaben wurden nicht erfüllt

    Aufgaben
    Die Kür darf frei ausgedacht werden, jedoch muss sie folgendes beinhalten:
    - das Einreiten/ Führen am Anfang der Kür mit anschließendem Grüßen
    - alle 3 GGA auf rechter und linker Hand
    - mindestens 2 verschiedene Hufschlagfiguren außer ganze Bahn
    - Richter verabschieden am Ende der Kür

    Die Gewinnerstuten werden durch folgendes System ermittelt:
    Aussehen Körungstext / Userabstimmung
    1 Punkt für jede Stimme

    Abstammung
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Elternteil
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Großelternteil[
    -0,5 Punkte für Inzucht betreffend Eltern & Großeltern je Pferd/Pony

    Offizielle Turniere & Wettbewerbe
    1 Punkt für jede Turnierschleife erster Platz
    1 Punkt für jede Schönheits Wettbewerb Schleife
    1 Punkt für jede Turnierschleife zweiter Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife dritter Platz
    1 Punkt je Fohlenschau-Schleife
    2 Punkte je Reiterspiel-Schleife

    Gesundheitscheck wenn vorhanden
    2 Punkte für Tierarztuntersuchung
    2 Punkte für Hufschmieduntersuchung
    Die Gesundheitschecks dürfen max. 6 Monate alt sein

    1 Punkt pro Ausbildungsbericht (nur Stufenerhöhungen zählen!)
    1 Punkt für ein Zubehörbild
    2 Punkte für ein Bild mit Zubehör & Bewegung
    Es wird nur ein Zubehörbild gewertet.

    Mindestpunktzahl für die Gewinner: 20 Punkte

    Teilnahmen bitte nach folgender Reihenfolge gliedern:
    Username
    verlinkter Pferdename
    Pferdebild
    Steckbrief (gespoilert) inkl. Turnierschleifen und korrekter Abstammungsverlinkung
    TA und HS Berichte (gespoilert)
    Trainingsberichte, nur die Stufenerhöhungen! (gespoilert)
    Kür + Zeichenzahl und Name des Prüfprogrammes

    Viel Spaß und Erfolg bei der Teilnahme!
     
    Zuletzt bearbeitet: 5 Sep. 2017
  2. FrauHolle

    FrauHolle Bekanntes Mitglied

    FrauHolle mit...
    Lady Felize
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    Abstammung
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    Von unbekannt

    Aus der Felizitas

    Exterieur
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    Stute
    24.12.2011
    Rasse: Hackney Pony x Araber
    Stockmaß: 146 cm
    Deckhaar: Silver Dapple Splash Overo
    Abzeichen: x

    Interieur / Beschreibung
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    Charaktereigenschaften:
    Ausgeglichen ●●●● Unausgeglichen
    Aufmerksam ●●●● Unaufmerksam
    Intelligent ●●●● Unintelligent
    Sozial ●●●● Unsozial
    Begabt ●●●● Unbegabt
    Ruhig ●●●● Nervös
    Loyal ●●●● Untreu
    Gutmütig ●●●● Boshaft
    Nervenstark ●●●● Scheu
    Temperamentvoll ●●●● Faul

    tollpatschig - schüchtern - neugierig - lebhaft

    Diese Stute hat Klasse, sie ist sehr lebhaft und neugierig, was ihr ziemliche Vorteile beim Lernen von Neuen Dingen bringt! Mit ihrer wunderschönen Farbe, fällt sie überall auf und zeigt dann auch gerne ihr Bestes. Sie ist im allgemeinen recht schüchtern, was meist eher bei Fremden auftritt. Doch wenn sie mal Vertrauen gefasst hat ist sie ein wahrer Begleiter, der aber manchmal gerne zur Tollpatschigkeit neigt.

    Besitzer: FrauHolle
    Vorbesitzer: Rinnaja
    VKR/Ersteller: Rinnaja

    Unterbringung: Offenstall #3

    Qualifizierungen & Erfolge
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    Dressur E A L M S S* S** S***
    Western E A L M S S* S** S***
    Springen E A L M S S* S** S***
    Military E A L M S S* S** S***
    Galopprennen E A L M S S* S** S***
    Distanz E A L M S S* S** S***
    Fahren E A L M S S* S** S***
    Gangreiten E A L M S S* S** S***
    Training Schleifenaufstieg


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    297. Militaryturnier (1.Platz)
    384. Westernturnier (2.Platz)
    403. Springturnier (2. Platz)
    304. Militaryturnier (1. Platz)
    405. Springturnier (1.Platz)
    372. Galopprennen (3.Platz)
    407. Dressurturnier (1. Platz)
    408. Dressurturnier (1. Platz)
    409. Springturnier (1.Platz)
    393. Westernturnier (1.Platz)
    311. Militaryturnier (2.Platz)
    416. Springturnier (3.Platz)
    193. Synchronspringen (2.Platz)


    Inoffiziell
    -

    Zuchtverband
    -

    Ausbildung und Zuchtdaten
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    Fohlen ABC | Eingeritten | Eingefahren

    Bodenarbeit
    x
    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Flehmen

    Abstammung: 0
    Schleifen: 13
    HS: 0
    TA: 2
    Trainer: 2
    Zubehör: 2
    Gesamt: 19


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    Schleife
    HK/SK

    Gencode: Ee|AA
    Zur Zucht zugelassen: nein
    Eingetragene Zucht: x

    Nachkommen
    -

    Gesundheitszustand
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    Letzter Tierarztbesuch:
    17. März 2017 (Pferdeklinik & mobiler Tierarzt „Horse Heaven“)

    Letzte Wurmkur: unbekannt

    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt

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    Felize mit kurzer Mähne
    Felize Trab - Bewegung

    Alte Version
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    Tierarztbericht – Pferdeklinik & mobiler Tierarzt „Horse Heaven“ | Lady Felize
    |17.03.2017 ©Möhrchen (2.348 Zeichen, 393 Wörter)

    Nach längerer Zeit machte ich mich endlich mal wieder auf den Weg zur Küstenranch zu meiner Schwester. Ich hatte mir den Rest des Tages extra frei genommen und freute mich auf einen schönen Tag mit ihr.
    Als ich auf den Hof fuhr schnappte ich mir gleich meine Sachen und machte mich auf die Suche nach meiner Schwester. Ich fand sie schließlich mit ihrer neuen Ponystute Lady Felize auf dem Reitplatz. Sie war auch der Grund meines Besuches, denn neue Pferde wurden nach der Ankunft auf der Küstenranch immer erstmal gründlich durchgecheckt. Ich begrüßte meine Schwester und schaute mir dann Lady Felize an. Sie war eine sehr hübsche gescheckte Stute, die mir sofort ins Auge fiel. Ich ließ sie an meiner Hand schnuppern, aber sie wich unsicher vor mir zurück. Ich hatte schon gehört, dass sie Fremden gegenüber etwas schüchtern war.
    Ich ließ ihr etwas Zeit und schließlich näherte sie sich doch ein wenig an mich an. Ich konnte ihr die Stirn und den Hals kraulen und sie ließ es mehr oder weniger entspannt geschehen. Ich schaute mir ihre Augen und Ohren an und öffnete dann ein wenig ihr Maul, um mir ihre Zähne anschauen zu können. Dann tastete ich mich über den Hals weiter zum Rücken vor und tastete jeden einzelnen Wirbel ab. Sie zeigte keinerlei Schmerzreaktionen, aber sie war immer noch etwas unsicher und wich ein paar Mal vor mir zurück.
    Ich bat meine Schwester, sie noch ein paar Runden zu longieren, damit ich mir Ladys Bewegungen anschauen konnte. Lady lief sehr flott, aber flüssig und locker. Ein paar Mal schoss sie los, ließ sich dann aber auch leicht wieder abfangen. Sie schien auf jeden Fall gut drauf zu sein.
    Anschließend holte ich mein Stethoskop heraus und hörte ihr Herz, ihre Lunge und ihrem Bauch ab. Ich konnte keine auffälligen Geräusche hören und auch insgesamt machte Lady einen sehr guten Eindruck, hatte gute Hufe und glänzendes Fell.
    „Das sieht doch alles sehr gut aus, die Kleine ist topfit“, stellte ich abschließend fest und gab Lady ein Leckerli, die sich mittlerweile ohne Probleme von mir anfassen ließ. Zusammen brachten wir sie wieder zurück auf ihren Paddock und schauten den Pferden noch eine Weile quatschend vom Zaun aus zu. Nach der langen Zeit gab es wieder so einiges zu erzählen...
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    24. April 2017 | (c)FrauHolle
    Dressur A -> L
    Im Strömenden Regen rannte ich rüber zum Stutenpaddock. Der Wind peitsche mir ins Gesicht und ich schaffte es gerade so, meine Kapuze über den Kopf zu ziehen. In Windeseile halfterte ich Lady Felize auf und lief mit ihr in Richtung Stallgasse. Genau dieses Wetter hasste ich an der Nordsee und ich war immer wieder froh, an solchen Tagen eine Reithalle zu haben. Ich hatte mir vorgenommen, in den nächsten Tagen mit Felize ein intensives Dressurtraining zu machen, um sie auf L-Niveau zu bringen. Felize war inzwischen zu meinem erfolgreichsten Turnierpferd geworden und ich war mächtig stolz auf sie. Regelmäßig war sie bei mir im Training und neben ihrem Job als Turnierpferd durfte sie entspannte Tage am Strand und auf der Weide verbringen. Der Ausritt am Strand, das Springtraining auf dem Platz, die Stangenarbeit auf dem Longierzirkel und die Fahrt zum Turnier waren inzwischen zur Routine geworden und ich konnte mich in jeder Situation auf Lady Felize verlassen.
    So nass wie sie war, konnte ich sie kaum putzen, weshalb ich mich recht schnell ans satteln machen konnte. Vor kurzem hatte ich ihr ein schickes neues Outfit gekauft und Trense und Sattel sahen noch so wunderschön neu aus. Ich schmiss die Abschwitzdecke über den Sattel, damit dieser auf dem Weg zu Halle nicht nass wurde, und lief in einem flotten Tempo rüber zur Halle. Schon auf diesem kurzen Weg waren wir wieder komplett nass geworden und ich legte die Decke und meine Jacke zum trocknen über die Bande. Ich parkte Felize neben dem Hocker und schwang mich in den Sattel. Für uns beide wurde dies eine anstrengende Stunde, das wusste ich schon jetzt.
    Nachdem ich sie warmgeritten war, trabte ich an und machte sie mit ein paar Bahnfiguren locker. Neben vielen Volte und Zirkeln, baute ich auch reichlich Schlangenlinien mit ein. Felize wurde immer durchlässiger und schnaubte zufrieden ab. Nach einer kurzen Schrittpause übte ich vermehrt das Zügel aus der Hand kauen lassen und das Halten aus dem Trab. Die dicken Wassertropfen, die auf das Dach der Reithalle prasselten, machten ein ungemütliches Geräusch, doch Felize ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und arbeitete konzentriert mit. Nach einer guten halben Stunde startenden wir die Galopparbeit. Nachdem ich sie einige Runden locker im leichten Sitz vorwärts geritten war, trainierte ich den versammelten Galopp, sowie das Überstreichen und Schritt - Galopp Übergänge. Völlig zufrieden kraulte ich meiner Stute den Hals, als ich ihr zwischendurch eine Verschnaufpause gönnte. Bevor ich Feierabend machen wollte, übet ich noch ein paar Galoppwechsel. Am langen Zügel ließ ich Felize zum Schluss ein paar Runden traben und ging schließlich ins Trockenreiten über. Ein erfolgreicher Trainingstag ging zu Ende, doch ich freute mich schon auf Morgen.
    Die nächsten beiden Tage liefen ungefähr genauso ab. Das Wetter war nicht wirklich besser, Felize gab sich, wie immer, sehr viel Mühe und wir kamen ein ganzes Stück voran. Selbst der Außengalopp saß immer besser und auch der versammelte Galopp gefiel mir schon richtig gut. Ich verliebte mich jeden Tag neu in meine Stute, denn das Training war jedes Mal wieder spannend und wir beiden lernten ein ganzes Stück dazu. Zwischen der vielen Galopparbeit, machten wir auch viele Hinterhandwendungen und Seitengänge. Auch eine komplette L - Dressuraufgabe ging ich solange durch, bis ich ein gutes Gefühl hatte. Am Ende des Trainings durfte Felize sich immer noch ausgiebig in der Halle wälzen. Auch wenn ich mir jedes mal dachte: 'Warum zum Teufel habe ich dieses Tier geputzt?', war der Anblick einer glücklichen Stute einfach nur schön und sie hatte sich es schließlich auch verdient.
    Nach den drei Tagen Dressurtraining wollte ich Felize zuallererst ein - zwei Tage Pause gönnen, bevor ich mich dann um die Anmeldung für ein Turnier kümmern wollte.


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    25. Mai 2017 | (c)FrauHolle
    Distanz E -> A
    Die Krönung stand kurz bevor und wir trainierten seit Wochen für den großen Tag. Lady Felize hatte sich bei den letzten Turnieren wirklich gut geschlagen und wir hatten eine sehr erfolgreiche Turniersaison hinter uns. Felize war ein toller Allrounder geworden, denn wir waren nicht nur in der Dressur und im Springen erfolgreich, sondern auch beim Military und Westernreiten. Heute wollte ich mich auf eine Disziplin konzentrieren, in der sowohl Felize, als auch ich noch sehr wenig Erfahrung hatten: Das Distanzreiten. Ich hatte mir eine Strecke über 28 km rausgesucht, für die wir wohl einige Zeit brauchen werden. Nachdem ich Lady Felize geputzt, gesattelt und getrenst hatte, ritt ich los. Von meinem Hof aus ritt ich Richtung Strand, denn die ersten Kilometer führten uns am Strand entlang. Bevor ich antrabte, kontrollierte ich noch einmal den Gurt. Entspannt ging ich ins Leichttraben und ließ Felize einfach am langen Zügel geradeaus laufen. Wir ritten ein ganzes Stück Richtung Südost an der Küste der Nordsee entlang. Die Strecke führte uns vom Strand herunter, über den Deich und schließlich auf einem Feldweg vom Wasser weg. Bis dahin trabten wir durchgängig und Felize hielt gut durch. Die Straße, auf der wir jetzt unterwegs waren, bot auf dem Grünstreifen genug Platz zum reiten und ich beschloss, anzugaloppieren. Im leichten Sitz ritt ich den langen, geraden Weg entlang, der bis nach Osterende führte. In Osterende ritten wir im Schritt über die große Straße und schließlich weiter auf einem Plattenweg. Lady Felize war, obwohl sie dort noch nie gewesen war, die Ruhe selbst und wir konnten wieder antraben. Parallel zu Straße ritten wir auf dem Plattenweg bis nach Tating und bogen schließlich nach rechts ab Richtung Tümlauer Koog. Das Wetter war wunderbar, der Himmel war blau, die Sonne strahlte und ich genoss es total, im entspannten Galopp durch den Tümlauer Koog zu reiten. Wir ritten ein kleines Stück am Wasser entlang und schließlich durch Brösum zurück nach Tating, wo wir wieder Richtung Sankt Peter Ording abbogen. Neben dem Fußweg, der Parallel zur Straße verlief, galoppierten wir fast bis zur "City" von Sankt Peter Ording. Über kleine Feldwege trabten wir wieder bis zum Wasser und schließlich am Wasser entlang zurück zum Hof. Völlig ausgepowert kamen Lady Felize und ich am Hof an. Gute eineinhalb Stunden waren wir unterwegs gewesen, allerdings waren wir fast die ganze Zeit getrabt oder galoppierte. Distanzritte waren nicht gerade Felize Stärke und trotzdem hatte sie wirklich gut durchgehalten. Ich nahm ihr den Sattel und die Trense ab und spritzte ihr ihre Beine mit dem Wasserschlauch ab. Bevor ich sie zurück in den Offenstall brachte, gab ich ihr noch ihre tägliche Futterration. Den Mix aus Müsli, etwas Hafer, frischen Karotten und Äpfeln hatte sie sich sichtlich verdient.
    Für die bevorstehende Krönung hatte ich ein sehr gutes Gewissen und hoffte sehr, dass ich Lady Felize bald meine erste eigene ,gekrönte Stute nennen durfte!

    Die Kür
    Aufgeregt ritt ich über den Abreiteplatz. Seit Tagen hatten Lady Felize und ich uns nun auf diesen Tag vorbereitet und jetzt war es endlich soweit. Beruhigend kraulte ich Felize den Hals, obwohl sie alles andere als unruhig war und völlig entspannt am langen Zügel über den Platz schlenderte. „Als nächstes ist die Startnummer 4 an der Reihe: Denise mit Lady Felize!“, tönte eine schrille Frauenstimme aus dem Lautsprecher. Ich atmete noch einmal tief durch, nahm die Zügel etwas auf, ritt vom Abreiteplatz und trabte auf den großen Dressurplatz, um die Richter zu begrüßen. Ich ließ meine Stute bei X stehen und grüßte die Richter, bevor ich wieder antrabte und auf der rechten Hand auf den Zirkel bei A ging. Ich zeigte einige Bahnfiguren, ritt Schlangenlinien und Volten im Trab und zeigte zwei saubere Schritt-Trab Übergänge. Bis jetzt klappte alles so, wie wir es geübt hatten, und trotzdem wollte meine Aufregung nicht verschwinden. Aus dem Schritt heraus galoppierte ich in der Ecke an, ging auf den Zirkel und zeigte einen einfachen Galoppwechsel, indem ich aus dem Zirkel wechselte. Bei C parierte ich Felize durch zum Trab und wechselte in einem Mitteltrab durch die ganze Bahn. Mit einer feinen Hilfe galoppierte ich sie wieder an und zeigte den Richtern das Überstreichen im Galopp, sowie einen Übergang aus dem Galopp zum Schritt. Nach einer Kehrtwendung trabte ich wieder an und ließ mir die Zügel aus der Hand kauen. Felize zeigte sich heute wirklich von ihrer besten Seite, streckte entspannt ihren Kopf nach unten und schnaubte ab. Ohne die Zügel aufzunehmen, ritt ich einen Übergang zum Schritt. Bei E hielt ich sie an, richtete sie rückwärts und galoppierte schließlich aus dem Stand heraus an. Diese Übung hatte im Training nicht immer funktioniert, doch heute hatte ich ein gutes Gefühl und glücklicherweise klappte es heute auch ohne Probleme. An der langen Seite gab ich etwas Gas, nahm sie vor der Ecke wieder auf und parierte durch zum Trab. Nun war meine Kür fast geschafft. Nachdem ich noch eine Kehrtvolte geritten war, bog ich auf die Mittellinie ab, hielt bei X an und verabschiedete die Richter. Das begeisterte Klatschen der Zuschauer erleichterte mich sehr. Glücklich und zufrieden lobte ich meine Stute und ritt am langen Zügel vom Platz. Es war alles genau so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte und ich hoffte sehr, dass es für die Krönung reichte!
    2392 Zeichen (http://www.lettercount.com/); (c)FrauHolle

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    Zuletzt bearbeitet: 25 Mai 2017
    Veija, Rinnaja und Canyon gefällt das.
  3. Canyon

    Canyon Bekanntes Mitglied

    meine Teilnahme mit
    Blazing Flame


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    Blazing Flame
    (Flame)

    Abstammung
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    Von Cash
    Von Colonels Aus der Eternal Flame

    Aus der Beauty
    Von Joker Aus der Bee

    Exterieur
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    Stute
    *2011
    (6 Jahre)
    Deutsches Reitpony | 145cm
    Bay Tovero mit Medicine Hat (Splash)
    x

    Interieur
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    "Blaze", wie sie liebevoll von allen genannt wird, ist ein junges Turnierpony mit vielversprechenden Gangarten kombiniert mit einzigartiger Farbe.
    Doch so einzigartig und wunderschön diese Stute auch ist, umso frecher kann sie sein. Die Kleine hat es faustdick hinter den Ohren und kann, schneller als das beste Auto von 0 auf 100km/h ist, vom lieben Schmusepony zur Furie werden, woher sie auch ihren Namen hat: Blazing Flame, lodernde Flamme. An guten Tagen arbeitet sie fleißig mit und zeigt was sie kann, doch an schlechten Tagen bleibt man lieber von ihr weg. Denn wie heißt ein guter Spruch dazu: "You don't scare me, i own a mare!"
    Flame ist ein sportlich gebautes DRP in Sonderfarbe, welche sie zu einem Blickfang macht. Das Temperament hat sie anscheinend vom Vollblut-Anteil der Rasse und den sturen Kopf durch den Pony Einfluss.

    Besitzer: Canyon & Zion (Vuyo Ndour)
    VKR/Ersteller: verfallen/RoBabeRo
    im Besitz seit: 5. April 2017
    Kaufpreis: x

    Qualifizierungen
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    Dressur E A L M S S*

    Western E A

    Springen E A L M S S* S** S***

    Military E A L M S

    Distanz E A L


    Erfolge
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    111. Synchronspringen | 118. Synchronspringen | 129. Synchronspringen | 134. Synchronspringen | 138. Synchronspringen | 139. Synchronspringen

    Ausbildung
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    Fohlen ABC | Eingeritten | Eingefahren x

    Reitschulpferdeausbildung
    Schrecktraining ✔ | Verladen ✔ | Longieren ✔ | Gelassenheitstraining ✔ | Hindernisgewöhnung x | Geländesicher ✔

    Zucht
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Schleife
    HK/SK

    Gencode: x
    Zur Zucht zugelassen: Nein
    Eingetragene Zucht: Tyrifjord Ranch

    Nachkommen
    -

    Gesundheit
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    Letzter Tierarztbesuch: 19. April 2017 durch "Horse Heaven"
    gechippt [] zuletzt kontrolliert []

    Gesamteindruck:
    Aktue Krankheit/en:
    Chronische Krankheit/en:
    Erbkrankheit/en:

    Letzter Hufschmiedbesuch: 06. April 2017 durch "Rook's Bay Stables"
    Ausgeschnitten/Korrigiert: Ja
    Hufbeschaffenheit:
    Hufkrankheit/en:

    Beschlag vorne: Bahrhuf
    Beschlag hinten: Bahrhuf

    Zubehör
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    Bahrhuferpaket
    06. April 2017 | 4571 Zeichen | Floooh

    Es war ein ruhiger Donnerstag Morgen, als ich gerade wieder in meinen Jeep stieg und noch einmal durch meine Nachrichten am Handy stöberte. Ich war gerade von einem kleinen Bummel in Sylling zurück, eine Stadt in Norwegen nahe des Tyrifjords. Eine herrliche Gegend und für jeden Reiter das absolute Paradies.
    Inzwischen war ich häufiger in ganz Europa auf verschiedene Touren, da sich meine Kunden nach den Jahren weit verstreut hatten. Umso besser für mich! Ich hatte selten die Gelegenheit neue Orte zu entdecken, würde ich diese nicht mit meinem Beruf verbinden.
    Gerade als ich das Handy zur Seite gelegt hatte erreichte mich ein Anruf auf dem Telefon des Jeeps. Am anderen Ende eine mir bekannte Stimme. Es war Malte Tordenværson, ein Trainer und Züchter der Tyrifjord Ranch. Diese Zucht war hauptsächlich durch ihre tollen Vollblüter bekannt. Von erstklassigen Englischen Vollblütern bis edlen Achal Tekkinern gab es hier so einges.
    Malte bat mich um einen Routinencheck der Hufe einer Stute von ihm. Blazing Flame war ihr Name. Also stimmte ich gleich zu und startete den Motor. Der Hof war quasi gleich ums Eck, weshalb ich nur wenige Minuten später den Modumveien entlang fuhr und gleich am Anfang des Parkplatzes meinen Wagen abstellte. Malte kam gerade den Weg der Weide runter und führte eine beinahe ganz weiße Stute bei sich. Nur ein kleiner Fleck im Gesicht, an den Ohren und in der Beinbeuge zeichneten sich in einem schönen Schokobraun.
    Ein traumhaft schönes Pony ! Ich war ja immer wieder gleich hin und weg wenn ich solch schöne Pferde zu sehen bekam.
    Mit einer freundlichen Begrüßung übernahm ich die Stute und stellte sie mir so hin, dass ich gut arbeiten konnte. Ich räumte mein Equipment aus und stellte mir mein Dreibein auf die richtige Höhe. Vorbereitend auf Flames kommende Körung, sollte sie noch einmal kontrolliert werden, sowie die passende Maniküre bekommen.
    Als Erstes schnappte ich mir Flames linken Vorderhuf und kratzte ihr einmal schnell und gründlich die Hufe aus, warf einen prüfenden Blick auf ihn und schnitt den überschüssigen Rand mit einer ab. Mit dem Messer schnitt ich schließlich den Strahl in Form und gab dem Huf auch von innen wieder die richtige Form.
    Das Barhuferpaket war die am häufigsten gewählte Leistung bei mir und ging dementsprechend flott von der Hand.
    Von linken Vorderfuß ging es ruckzuck zur Hinterhand. Dort dasselbe Spiel. Knipsen, Schneiden, Formen, Raspeln.. Pusten. Fertig. Zum Allgemeinzustand der Hufen konnte ich nichts negatives sagen. Das Horn war elastisch und fest, weder rissig noch konnte ich Fehlstellungen erkennen.
    Nach gut 10 Minuten, verlagerte ich mein Equipment auf die rechte Seite und drückte mich leicht gegen Flames Schulter um ihren Huf anzuheben. Diese Seite schien ihr allerdings weniger gut zu gefallen. Sie fing an leicht dagegen zudrücken und die Ohren anzulegen. Ponys eben. Einmal Stur immer stur. Allerdings hatte sie die Rechnung da mit der Falschen gemacht. Als Ponyzüchterin kannte ich diese Sperenzchen nur zu gut.
    Mit ein wenig Durchsetzungskraft gelang es mir letztendlich ihre Vorderhand hochzunehmen und auf meinem Bein abzulegen um auch hier den Huf frisch zu machen.
    Auch hier war der Huf in bestem Zustand. Lediglich etwas zu lang an der äußeren Seite. Dieses Problem war aber binnen Sekunden korrigiert. Auch als der Innenhuf fertig war und ich den Huf von Bein runter, nach vorne zog, um ihn auf dem Dreibein abzustellen, dauerte das Raspeln nur wenigen Sekunden.
    Zu guter Letzt folgte der letzte Hinterhuf. Auch dieser beschäftigte mich nur wenige Minuten. Insgesamt war ich mit der ganzen „Behandlung“ nach keiner halben Stunde fertig. Ein letzter prüfender Blick wanderte von Huf zu Huf. Ich bat Malte Blazing Flame einmal an mir entlang zu führen und sah mir das ganze noch einmal mit ihrer Bewegung an.
    Mit einem kurzen Abwinken stoppte ich die Beiden und nickte zufrieden. „ Das wars auch schon.. Alles super“ rief ich Malte zu, welcher gerade wieder auf mich zu kam. „Also nach wie vor, super Hufzustand. Genau wie es sein sollte. Auf der einen Seite war die außen länger, da kann man vielleicht schauen ob sie den Fuß falsch abnutzt. Sollte aber alles korrekt sein“ Malte bedankte sich für die schnelle Behandlung und begleitete mich noch eben zu meinem Jeep, ehe ich mich verabschiedete und langsam den Wagen zurücksetzte und von dem Hof herunterfuhr.
    Leider konnte ich den Tag immer noch nicht ganz nutzen, da mich gleich der nächste Anruf erwartete. Aber da würde sich wohl immer noch Zeit finden! Schließlich war ich noch länger in
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    Tierarztbericht
    19. April 2017 | 5.768 Zeichen | Möhrchen

    Gegen Abend machte ich mich auf den Weg auf die Tyrifjord Ranch. Nicolaus hatte mich vor einigen Tagen angerufen und um einen Termin gebeten. Er wollte mir seine eigene Stute Samarra, aber auch zwei andere Stuten des Hofes verstellen, dessen Besitzer selbst nicht dabei sein konnten.
    Als ich auf den Hof fuhr, wusste ich bereits, wo ich hin musste. Die Pferde waren schon in den Boxen und mümmelten zufrieden ihr Heu. Nicolaus war am Ende der Stallgasse gerade dabei, sein Sattelzeug zu fetten. Er kam auf mich zu und begrüßte mich, nach all den Terminen kannten wir uns inzwischen gut. Nachdem wir kurz geschnackt hatten, hole er die erste Patientin für heute.

    Seine Warmblutstute Samarra war heute die erste. Ich hielt ihr die Hand hin und sie schnupperte interessiert daran. Ich streichelte ihre Stirn und ihren Hals, bevor ich anfing, mir ihre Augen und Ohren anzuschauen. Sie war brav und hielt still, auch, als ich ihr Maul leicht öffnete, um einen Blick auf ihre Zähne zu werfen. Ich lobte sie und tastete mich dann über den Hals weiter zum Rücken vor. Ich tastete jeden einzelnen Wirbel ab, und Samarra zeigte keinerlei Schmerzen. Sie schaute mir aufmerksam dabei zu, wie ich jeden einzelnen Huf anhob und ihre Gelenke an den Beinen kontrollierte. Es sah alles wunderbar aus. Ich löste den Strick und bog ihren Hals einmal nach links und einmal nach links. Dann führte ich die auf der Stallgasse eine kleine Volte in jede Richtung. Alles sah geschmeidig und locker aus, ich war sehr zufrieden. Zum Schluss hörte ich ihr Herz, ihren Bauch und ihre Lunge ab. Auch hier: alles in Ordnung. Vor lauter Euphorie ließ ich mein Stethoskop fallen und Samarra erschreckte sich so sehr, als wäre gerade ein Felsbrocken zu Boden gefallen. Beruhigend streichelte ich der schnaubenden Stute den Hals und zeigte ihr das Stethoskop noch einmal. „Tut mir Leid Süße, aber so laut war es nun auch wieder nicht...“ Nicolaus lachte: „Typisch Samarra!“. Als sie sich wieder beruhigt hatte, verpasste ich ihr noch eine Impfung, was sie im Gegensatz zu dem leisen Geräusch sehr vorbildlich und brav geschehen ließ. Nicolaus brachte die Stute zurück in seine Box und kam wenig später mit der nächsten Patientin zurück.

    Blazing Flame war eine kleine gescheckte Reitponystute. Auch ihr streckte ich zur Begrüßung meine Hand entgegen, aber anstatt an ihr zu schnuppern, wollte sie direkt hinein zwicken. Erschrocken zog ich die Hand zurück. Schon hatte die Stute den Reißverschluss meiner Jackentasche zwischen den Zähnen und spielte damit herum. „Na du bist ja ein Clown...“, lachte ich und Nicolaus hatte alle Hände voll zu tun, ihre Nase von sämtlichen Dingen fern zu halten. Ich fing wieder damit an, mir ihre Augen und Ohren anzuschauen. Anschließend waren Nüstern, Zähne und Schleimhäute dran. Soweit war schon mal alles ok. Ich tastete ihre Rücken- sowie Halswirbel und ihre Beingelenke ab. Flame war ununterbrochen damit beschäftigt, sich irgendwelche Dinge zum rumspielen zu suchen. Erst stand sie einen Ticken zu dicht an meine Tierarzttasche und wollte sie ausräumen, dann knabbelte sie an meiner Jacke herum und hatte im nächsten Augenblick ihren Strick zwischen den Zähnen. So eine Untersuchung schien ihr eindeutig zu langweilig zu sein. Ich führte auch sie ein kleines Stück auf der Stallgasse hin und her, stellte und bog sie in alle Richtungen. Sie war zwar sehr unkonzentriert und achtete nicht sehr gut auf mich, aber ihre Muskulatur fühlte sich weich und gleichmäßig an. Zum Abschluss hörte ich sie noch ab, wo ich auch nichts Auffälliges feststellen konnte, dann konnte ich auch schon die Impfung aufziehen. Nicolaus lenkte sie vorne ab, aber da sie schon wieder vollkommen mit ihrem Strick beschäftigt war, bekam sie den kleinen Pieks nichtmal mit. Ich steckte ihr zur Belohnung ein Möhrchen zu und Nicolaus entließ sie zurück in ihre Box.

    Nun war als letzte Patientin Scarlett dran. Die gescheckte Trakehnerstute war wunderschön und ich verliebte mich sofort in ihren sanften Blick. Im Gegensatz zu Flame schnupperte sie interessiert an meiner Hand und stupste mich dann sofort mit der Nase an. Als ich anfing, ihre Stirn zu kraulen, legte sie den Kopf auf meinem Arm ab und ihre Augen wurden immer kleiner. Ich war sofort schockverliebt. Auch bei der Untersuchung verhielt sie sich sehr aufmerksam und artig. Sie ließ mich brav in ihre Augen und Ohren schauen, öffnete bereitwillig das Maul und gab mir alle vier Hufe noch bevor ich sie selbst anheben konnte. Solche Patienten hatte ich selten. Ich tastete noch ihren Rücken ab, wobei sie zwar etwas zappelte, aber trotzdem die meiste Zeit still stand. Dann führte ich auch sie ein kleines Stück die Stallgasse hinauf und hinunter und einige kleine Volten. Sie war sehr aufmerksam und befolgte jedes Kommando. Und auch sonst sah alles wunderbar aus, ihr ging es offensichtlich gut. Ich hörte zuerst ihr Herz, dann ihren Bauch und ihre Lunge ab und dann hatte sie die Untersuchung auch schon hinter sich. Ich holte die Impfung aus meiner Tasche und zog die Spritze auf. Ich hielt ihren Kopf leicht zur Seite, suchte mir die richtige Vene und setzte die Spritze. Sie zuckte kurz zusammen, blieb aber wie eine eins an Ort und Stelle stehen. Ich lobte sie und gab ihr ein Leckerli. Dann gab es noch eine kurze Kuscheleinheit, bevor Nicolaus sie wieder zurück in ihre Box brachte. Am liebsten hätte ich sie eingepackt...

    Ich trug die Impfungen in die Pässe aller drei Pferde ein und gab sie Nicolaus zurück, dann begleitete er mich zurück zu meinem Auto. Es war in der Zwischenzeit dunkel geworden und es regnete, daher beeilte ich mich, zurück nach Hause zu kommen.
    Springen E → A
    29. Juni 2015 | Veija
    [...]Nach den Galoppern und den Distanzern kümmerten wir uns um die Springpferde. Meine neue Stute Blazing Flame, die ich reiten würde, musste von E nach A gebracht werden, Eldrian Antrax, von Caleb geritten, von A auf L, Supernova von Alexis geritten ebenfalls und My lovely Horror Kid, von Aaron geritten, auch von A auf L.
    Gesagt getan. Ich trainierte mit Blaze in der Halle, die anderen draußen auf dem Platz. Blaze zeigte sich bis jetzt von ihrer besten Seite und nahm alle Sprünge solide hin. Sie war noch besser zu sitzen als einige meiner Westernpferde, was ich leicht bedauerte. Jedoch freute ich mich natürlich über ihren weichen Gang! Nach einer guten Stunde Training mit der Stute ging ich nach draußen und beobachtete die anderen beim Training. Eldrian entwickelte sich immer besser und auch Horror Kid hatte sich sehr gut auf der Gips Reminder Ranch eingelebt. Nun war also Schluss für heute und wir brachten die Pferde weg. Am nächsten Tag wiederholten wir unsere Trainingseinheit, ehe wir sie als ''mit Erfolg abgeschlossen'' abstempelten.[...]

    Springen A → L
    25. Juli 2015 | Veija
    Seufzend strich ich ein paar Namen auf einer Liste durch, wo die Trainingspferde drauf standen. Es waren im Endeffekt einfach viel zu viele Pferde, die wir mit 6 Leuten trainieren mussten, weshalb ich wohl bald an Personal aufstocken müsste- schon wieder.
    Heute hatten wir uns My lovely Horror Kid, Eldrian Antrax, Cauldron, Hell, Zuckerschock und Wimpys Little Devil vorgenommen. Nach dem satteln fanden wir uns auch schon auf dem Platz wieder, wobei Horror, Antrac und Cauldron in der Halle trainiert wurden, da sie schon eine Stufe höher waren als die anderen 3 Pferde. Den ganzen Vormittag verbrachten wir damit, den Pferden die Hindernisse schmackhaft zu machen und ließen es dann gut sein, damit die nächsten 6 an die Reihe kommen konnten. Diesmal waren es Pluie, Annie, Blaze, Jagger, Faster und Genuine. Ich ritt die stürmische Blaze, die sich heute nicht kleinkriegen lassen wollte. Ständig verweigerte sie oder warf die Stangen ab. Ich seufzte kurz und legte die Stangen ein Stück nach unten, ehe ich das Ganze nochmal versuchte. Dann klappte es und ich legte sie wieder hoch. Siehe da, die Stute konnte also doch springen!
    Als die Pferde dann fertig waren aßen wir etwas zu mittag, ehe wir weitere 6 Pferde aus ihren Boxen holten. Princess, What Lies Ahead, Gun and Slide, Shadow, Summertime und Sympathy for the Devil. Mit ihnen waren wir sehr schnell fertig, da sie alle sehr schnell lernten, so dass wir uns nun den restlichen Pferden widmen konnten. Es fehlten uns noch My Blue Gun, Possible Pasts, Smoking Chex, Ravi, Snuff, Enjoy Nature, Woodstock Lady und Augen auf, wobei letztere in Dressur trainiert wurde. Ich selbst schnappte mir Abby, mit der ich alleine auf den Dressurplatz ging. Es dauerte eine ganze Weile bis ich so ordentlich aufgewärmt hatte und sie locker an meinen Hilfen ging. Doch nach einer guten Stunde hatte ich ein schön gelassenes, locker laufendes Pferd unter mir, mit der es Spaß machte, zu trainieren. Ich schaute nun bei den anderen 5 vorbei, die immer wieder die Pferde unter sich tauschten und fleißig am Springen waren. Ich lachte kurz und brachte Abby dann weg, ehe ich den anderen half.

    Military E → A
    August 2015 | Veija
    "Hopp, hopp, hopp!", sagte ich und schubste Alexis weiter den Flur entlang. "Pferde trainieren!" "Aber ich will nicht!" "Du musst aber" - seufzen. Nicht nur von Alexis, sondern auch von Riley, der mitllerweile bei uns ziemlich eingespannt wurde und anpacken musste, wo gerade Not am Mann war. "Ja, Riley, du auch", sagte ich etwas schnippisch zu ihm und schob auch ihn den Gang entlang. "Come on", sagte Caleb und schnippte seine Kippe weg. Seit neustem rauchte er, was mir gar nicht in den Kram passte. "Caleb!", fauchte ich ihn an und sofort zuckte er zusammen, hob die Zigarette auf und schmiss sie, als sie ganz aus war, in den Mülleimer. "You should stop smoking.. it smells terrible!", sagte ich ihm doch er rollte nur mit den Augen und ging dann auf den Stall zu, wo die Arbeit auf uns wartete. Ich nehme mir Skrúður und Trainiere ihn in Distanz von L auf M, Riley und Alexis ihr trainiert Eldrian Antrax und Cauldron of Renascence in Dressur von A auf L, Alexis, Aaron und Caleb ihr schnappt euch Snuff, Lovely Summertime und Sympathy for the Devil und trainiert sie in Springen von A auf L. Gebongt?", fragte ich alle und bekam ein nicken zur antwort. "Gut, an die Arbeit!", verkündete ich fröhlich und ging zur ox von Skrudi, um ihn mir fertig zu machen. Nach dem putzen schmiss ich ihm seine Decke und einen Vielseitigkeitssattel auf den Rücken, ehe ich ihm die Trense anlegte und mit einem Helm auf dem Kopf den Hof verließ. Im Moment regnete es sehr viel hier in Kanada, weshalb ich für Training außerhalb der Halle immer passende Momente abwarten musste. Diesmal schien ich jedoch Glück zu haben und konnte mir ruhig Zeit lassen mit unserem Ritt. Als ich um die Ecke bog, sah ich schon wie Eldrian sich in der Dressur versuchte und an den neuen Übungen scheiterte. Kurz grinste ich. Der Hengst hatte sich so gut gemacht und war für meine Poloponyzucht so relevant, dass er das einfach hinbekommen musste, da glaubte ich fest an ihn. Skrudi war von seiner Kondition her schon sehr gut, weshalb ich sofort traben und galoppieren konnte, als wir aufgewärmt waren. Wir ritten eine Strecke, die er schon sehr gut kannte, aber diesmal zügiger und auch ein paar kleine Umwege, damit die Strecke länger wurde. Nach einer guten Stunde rief mich Alexis an, welche Pferde nun an der Reihe waren. "Schnappt euch Ravi, Blazing Flame, Lil Princess Gun, Wimpys Little Devil und What Lies Ahead. Trainiert sie in Military von E nach A. Wenn einer von euch früher fertig ist, holt der sich noch Woodstock Lady. Dann machen wir Schluss für heute.", gab ich Anweisungen und hörte, wie ALexis im Hintergrund die Pferde verteilte. Dann legte sie auf. Ich trieb Skrudi ein wenig an, damit er mir nicht unter dem Hintern einschlief. "Guter Junge", sagte ich und klopfte seinen Hals, der schon ordentlich nass vom Schwitzen war, weshalb ich mich entschied, umzudrehen. Schließlich wollte ich nicht, dass der Hengst krank wurde.

    Auf dem Rückweg begegnete ich Caleb, der mir mit Woodstock Lady entgegen kam. Wir nickten uns kurz zu, ehe ich auf dem Hof ankam, Skrudi schnell absattelte und ihm eine Decke auflegte. Dann machte brachte ich ihn in seine Box und gab ihm noch seine Kraftfutterportion. Da die anderen wohl noch lange nicht zurückkommen würden, entschied ich mich dazu, Like Honey and Milk zu satteln und in Hunter under Saddle von LK 3 auf LK 2 zu bringen. Gesagt getan. Nach 10 Minuten war ich mit ihr in der Halle und ging die Grundlagen nochmal alle durch. Honey fand es komischerweise heute gar nicht lustig, dass sie ständig Zug im Maul hatte, doch da musste sie durch, weil ich sie hier nicht mit durchängenden Zügeln reiten konnte. So stand mir eine ganze Stunde voller Diskussionen und Streitereien an, bis Honey einigermaßen ordentlich lief. Ich ließ sie dann aber auch in Ruhe, weil ich unser Training mit einem positiven Ergebnis abschließen wollte. Dann brachte ich sie wieder in ihre Box. Im Stall traf ich die anderen, weshalb wir nun ins Haus gingen und gemeinsam zu Abend aßen.

    Am nächsten Tag ging es wieder früh los. Naja, was hieß früh, es war 10 Uhr. Von 7 bis 10 hatten wir die Pferde gefüttert und auf die Koppeln gebracht, jetzt ging es ans Training. "Caleb, Aliena, Alexis, Aaron und Riley, ihr teilt euch folgende Pferde auf: Annie get your Gun Trail LK 2 auf LK 1, Hot Smoking Chex Trail LK 3 auf LK 2, My Blue Gun & Your possible Pasts Reining LK 3 auf LK 2 und Enjoy Nature Reining LK 5 auf LK 4. Ich fahre mit Hollywood King Gun und Black Sue DunIt zu unseren Nachbarn, um sie in Barrel Race und Pole Banding weiter zu bringen. Bis heut Abend dann!", verkündete ich die Tagesplanung. Alle nickten zufrieden, weshalb ich nun in den Stall ging und mir King und Sue schnappte, die ich sattelte und in den Hänger stellte. Hier war es üblich, dass die Tiere komplett gesattelt in den Hänger kamen. Natürlich trennte ich die beiden großräumig voneinander, doch ich hatte wenig Hengste, die ausgeprägte Hengstmanieren hatten, so dass ich mir da keine Sorgen machen musste. Bei der Halle angekommen kam mir der Besitzer entgegen der mir seinen Azubi vorstellte. "Oh gut, willst du reiten? Ich hab zwei Pferde dabei, kann jedoch nur eins davon reiten, gleichzeitig geht ja schlecht.. dann kannst du direkt mal andere Pferde kennen lernen.", schlug ich dem jungen Mann vor, der aufgeregt nickte. "Gut, komm mit", sagte ich und führte ihn zum Hänger, wo wir zu erst meine rabenschwarze Sue ausluden, die ich ihm in die Hand drückte, ehe ich meinen Hengst aus dem Henger holte. Er hatte kaum Zeit die Pferde zu bewundern, da war ich schon beinahe bei der Halle. "Kommst du?", fragte ich ihn und hielt ihm die Tür auf. Die Halle war so groß, dass wir gleichzeigt Barrel Race und Pole Banding trainieren konnten. Gemeinsam wärmten wir die Pferde also auf, ehe es losging. Mit King hatte ich gerade mehr zu kämpfen als der junge Mann mit Sue, bei denen es super klappte. King reagierte kaum auf meine Hilfen, wir fielen sogar bei der zweiten Tonne einmal hin. Da der Hengst jedoch sehr flink war, stand er kurze Zeit wieder auf den Beinen. Ich hatte mir natürlich aus Reflex am Sattelknauf festgehalten und konnte noch rechtzeigtig mein Bein wegziehen, bevor er auf es draufgefallen wäre.. Nach einer kurzen Pause machten wir jedoch weiter, da es langsam spät wurde und wir das Training heute noch abschließen mussten. Mittags hatten mich die anderen angerufen, wen sie noch trainieren sollten. Arbeit war ja genug da, weshalb ich ihnen noch Comeback of a fallen Goddess und Marly's Pluie aufs Auge drückte. Goddess musste in Cutting von LK 4 auf LK 3 gebracht werden. Pluie in der Pleasure von LK 3 auf LK 2.

    Als ich dann spät am Abend heim kam, waren alle Pferde versorgt in ihren Boxen. King und Sue stellte ich noch dazu, gab ihnen Kraftfutter und ging dann erschöpft ins Bett.

    Dressur E → A
    Januar 2016 | Veija
    "Beweg deinen Arsch!", sagte ich murrend zu Caleb und zog ihm die Decke vom Leib. "Wieso bist du eigentlich noch im Bett?! Du weißt genau so gut wie ich, wie viel zu tun ist!", knurrte ich ihn an. "Lass mich, ich hab Kopfweh", sagte er und riss mir die Decke aus den Fingern. "Caleb!", knurrte ich erneut und zog an der Decke. "Wir haben Aspirin, jetzt mach!" "Na gut", murrte er und griff nach meinen Armen, so dass ich, unbeholfen wie ich war, wegrutschte. Mit einem Ruck zog er mich auf sie drauf ins Bett. "Und was bekomm ich dafür?", fragte er mich süffisant grinsend, wie er es so oft tat, und zog mich näher an sich ran. "Caleb, lass das!", sagte ich und strampelte mich frei. Hätte er mich wirklich festgehalten, hätte ich keinerlei Chancen gehabt, doch er ließ locker und ich flog etwas weniger elegant auf den Boden. Schnell rappelte ich mich auf. "Steh jetzt auf!", sagte ich sauer und verließ mich hochrotem Kopf sein Zimmer. Natürlich musste ich im Flur auf Alexis stoßen. "Was ist denn mit dir passiert?", fragte sie mich und ich nuschelte nur in meinen nicht vorhandenen Bart hinein. "Nichts, an die Arbeit! Schick alle in die Reithalle, da teil ich die verdammten Aufgaben ein", maulte ich sie an und verschwand in meinem Zimmer. Ich knallte die Tür zu und sank daran herunter. Warum machte Caleb sowas immer? Warum tat er mir das immer wieder an? Er hatte mir mehr als deutlich gezeigt, dass ich keine Chance bei ihm hatte. Ich hatte mich mit Svejn vergnügt und auf einmal schien Caleb wieder Interesse zu haben? Verrückte Welt. Nichts desto trotz musste ich mich wieder aufraffen und zur Reithalle gehen, die Pferde mussten trainiert werden. An der Halle warteten schon alle auf ihre Befehle und ich zückte kurz mein Handy, um den Plan für diesen Monat vorzulesen. "Folgende Pferde müssen wir trainieren: Eldrian Antrax Trail LK 5 auf LK 4, Kunis, Blazing Flame, Ahyoka und Western Dancer in Dressur von E nach A, Monster Delusion & Versatilely Gold in Dressur A nach L sowie Zuckerschok in Dressur von L nach M. Priamos Ruffia Kincsem in Springen von E nach A, Marly's Plui & Annie get your Gun in der Pleasure, Pluie LK 2 auf 1, Annie LK 5 auf 4. Crescent Wolf, My Sweet Little Secret, Magnificient Crow, Miss Holly Golightly, Snapper Little Lena & Only Known in Texas müssen eingeritten werden, von Holly und Lena lasst ihr jedoch die Finger, die mache ich.", erklärte ich und machte eine kurze Pause. "Nun die Diziplin, für die unsere Ranch eigentlich bekannt ist. DunIts Smart Investment & Chocolate Dream Reining LK 5 auf 4. HGT's Enjoy Nature LK 4 auf 3, Comeback of a fallen Goddess LK 3 auf 2. Gun and Slide, Sympathy for the Devil, Sheza bat Cat & Your possible Pasts LK 2 auf 1. Bekommen wir das hin?", warf ich dann in die Runde und bekam von allen ein lautes "JA" zu hören. "Gut, wer macht wen?", fragte ich dann in die Runde und sah zu erst zu Caleb, Aliena und Amy Lee, meinen drei Westerncracks. "Ich mach Gun and Slide, Sympathy for the Devil, Sheza bat Cat, Your possible Pasts, Comeback of a fallen Goddess, Marly's Pluie und..." "Ich glaub das reicht erstmal", sagte ich lachend. Calebs Leidenschaft war das Training, weshalb ich ihn auch immer zu erst fragte. Er war einfach der Beste von uns allen. "Ich nehme dann Annie get your Gun, DunIts Smart Investment, Chocolate Dream, Only Known in Texas, Magnificient Crow und My sweet little Secret.", sagte Amy Lee und notierte sich die Namen in ihrem Handy. "Ich nehme dann Eldrian Antrax, Crescent Wolf und HGT's Enjoy Nature.", erklärte Aliena und verschwand sogleich, um mit den Tieren anzufangen. "Caleb du nimmst dir Murphy mit, Aliena du nimmst dir Finn mit", sagte ich noch und schaute zu Octavia und Bellamy. "Ihr beide kommt nachher mit mir mit", sagte ich lächelnd. Ich hatte es gerne, wenn Bellamy und seine Schwester zusammen waren, denn Bellamy konnte sehr aufbrausend werden, wenn er nicht wusste, wo seine Schwester war. "Aliena, Riley und Aaron, welche Pferde macht ihr?", fragte ich dann und blickte zu den dreien rüber. Aaron war der erste der sich meldete: "Ich will Priamos Ruffia Kincsem, Monster Delusion und Versatilely Gold machen", erklärte er und ich nickte. "Riley du?", fragte ich den jungen Mann dann. "Ich mache Western Dancer und Kunis", erklärte er und schaute nun zu Alexis, die als letzte an der Reihe war. "Ich mache dann Blazing Flame, Ahyoka und Zuckerschock", schlussfolgerte sie und ging an die Arbeit. Heute und auch die nächsten Tage würde es voll werden in der Halle und auf dem Round Pen. Die Reitplätze waren leider unbrauchbar im Moment. "Dann kommt Bellamy und Octavia, gehen wir die Pferde holen", erklärte ich lächelnd und ging vor. Mein Weg führte mich zur Koppel, auf der Holly und Lena standen. Beide standen dösend im Schnee und auf einen Pfiff hin hoben sie den Kopf, um auf mich zuzukommen. Lena hatte es momentan gar nicht leicht, denn durch ihre Blindheit und den Schnee konnte sie den Boden nicht gut unter sich fühlen, weshalb sie nur zögernd hinter Holly hertrabte. "Na ihr zwei Hübschen, alles gut?", fragte ich streichelte die beiden. "Octavia nimm dir Holly", sagte ich und reichte ihr das Halfter. Ich selbst holte mir Lena, die das Ganze Prozedere von wegen Aufhalftern und Putzen nur zu gut kannte. Mit den beiden Pferden gingen wir in ihre Boxen, da der Putzplatz komplett belegt war und ich mit Lena bis jetzt immer in der Box gestanden hatte, um sie zu putzen. "Bellamy du kannst deiner Schwester helfen, bei Lena würde ich das gerne alleine machen", erklärte ich und sah den fragenden Blick. "Stimmt, das könnt ihr ja gar nicht wissen.. Lena wurde hier auf dem Hof geboren und hat im Fohlenalter wegen einer schlimmen Augenentzündung das Augenlicht verloren, sie ist komplett blind, leider. Deshalb bin ich bei ihr auch so vorsichtig und lass eigentlich niemanden an sie heran.", erklärte ich. "Und die kann man später trotzdem reiten?", fragte Bellamy mich und ich nickte. "Ja genau, die kann man später auch reiten. Du wirst sehen, dass sie mal ein tolles Pferd werden wird", sagte ich zu ihm und nahm Lena die Decke ab, ehe ich anfing sie zu putzen. Was ich dann machte? Das war schon so zur Routine geworden, dass ich es gar nicht großartig aufführe: Gewöhnung an die Kommandos im Round Pen, Sattel auflegen, Trense drauf, immer wieder longieren, bei Lena viel mit Stimme arbeiten, Reiter drauf, und und und. Am Ende des Monats waren nun alle Pferde in den jeweiligen Klassen aufgestuft.

    Military A → L
    Mai 2016 | Samarti
    „Welch hoher Besuch.“
    Joline kommentierte meine Anwesenheit nur mit einem schiefen Grinsen, während Sophia sich eher darüber lustig machte, dass ich mich auch mal wieder blicken ließ. Ich war jetzt einige Monate lang tatsächlich sehr wenig zu Hause gewesen; immer nur auf Durchreise und irgendwie war das alles sehr stressig gewesen. Umso glücklicher war ich darüber, dass ich nun endlich wieder heimischen Boden betreten und mich meinem Alltag widmen konnte.
    Auch vor der Körung, die ich erst vor Kurzem mit Intoxicated bestritten hatte, war ich nicht nach Hause gereist. Es war also wirklich eine gefühlte Ewigkeit her, seit ich das Gestütshaus von innen gesehen hatte. Und während dieser Zeit hatte ich schon wieder Entscheidungen gefällt, welche ich mit Sicherheit früher oder später bereuen würde. So hatte ich Filly aus dem Sport verabschiedet, stattdessen diente sie nun vollständig als Freizeitpferd. Bei Hall of Fame CU, meiner Palominostute, hatte ich lange hin und her überlegt und sogar Rücksprache mit ihrer Züchterin gehalten, letztendlich waren wir aber zu dem Entschluss gelangt, dass sie noch eine Weile aktiv bleiben dürfte. Zu Ace of Clubs und Très Jolie musste ich da gar nichts erst sagen und obwohl Ocean Water doch schon eine ziemlich alte Dame war, würde auch sie noch nicht in den vollkommenen Ruhestand entlassen werden. Liluye würde, genau wie bereits zuvor, mit Fame weiterhin für den Ferienbetrieb laufen und Kinderpony spielen.
    Es wurden also tatsächlich immer weniger Ponys, die aktiv im Sport und in der Zucht bleiben würden, denn von der Zucht wollte ich mich etwas zurückziehen. So hatte ich auch diejenigen, die praktisch „alles“ erreicht hatten, in eine etwas längere Pause geschickt.

    Und obwohl deshalb doch etwas Ruhe einkehrte, hielt diese nicht lange an, denn ich nahm bald schon wieder Aufträge in Gwens und meinem Ausbildungsbetrieb an. Eins kam also zum Anderen und nur wenig später hatte ich ein weiteres Reitpony auf meinem Gestüt stehen: Blazing Flame. Die Scheckstute gehörte mir jedoch nicht (was ziemlich ungewöhnlich für ein DRP, das auf meinem Boden stand, war), sondern Verena O'Connor, und würde auch bald wieder abreisen, denn sie war tatsächlich ein Trainingspferd. Für sie galt es, in der nächsten Zeit im Geländeritt auf ein L-Niveau trainiert zu werden und um ehrlich zu sein, freute ich mich darauf auch schon wieder ziemlich.

    Die erste Zeit füllten wir, wie bei jedem anderen Trainingspferd, erst einmal mit einer Gewöhnungsphase an die neue, ungewohnte und völlig fremde Umgebung. Unser Nationalpark war geprägt von einer abwechslungsreichen Flora und Fauna und auch die Tierwelt kam hier nicht zu kurz. Damit wir während des Trainings nicht unangenehm überrascht wurden, nutzten wir diese erste Zeit, um uns auch miteinander anzufreunden.
    Ich lernte schnell, dass Blazing Flame ihrem Namen alle Ehre machte – das hatte Verena mir aber zuvor auch schon erklärt. Die Ponystute wies ein scheinheiliges Äußeres auf, als würde sie keiner Fliege was zu leide tun. Falls sie allerdings mal mit dem falschen Huf aufstand, konnte sich dies um hundertachtzig Grad wenden und das Reitpony wurde teilweise wirklich unberechenbar. Zwar hatte ich damit anfangs rechnen können, aber einmal haute es sogar mich aus dem Sattel, als Blazing Flame absolut keinen Bock auf das Training in der Reithalle hatte und sich kurzerhand dazu entschied, dass sie mich also schnell loswerden wollte. Danach war ich aber immer wieder auf der Hut und aus dem Sattel flog ich danach zum Glück kein einziges Mal mehr.
    Mit den Ausritten durch den Nationalpark stärkten wir Blazing Flames gesamten körperlichen Zustand. Das unebene Gelände förderte ihre Beinkoordination, viele längere Ritten konzentrierten sich auf den Ausbau ihrer Ausdauer. Generell wuchs ihre Kondition mit jedem Mal, und das betraf dann alles: nicht nur die Stärke, Schnelligkeit oder die Ausdauer, sondern das Gesamtpaket. Natürlich brachten wir ab und zu Dressurtraining oder auch Cavalettiarbeit mit ein, aber tatsächlich bestand die erste Zeit zum Großteil aus Ritten durch die kanadische Landschaft. Nach einiger Zeit hatten Blazing Flame und ich uns dann auch aneinander gewöhnt und fast schon angefreundet, doch so weit wollte ich mich noch nicht aus dem Fenster lehnen.

    „Ich hasse weißes Fell“, grummelte ich eines Morgens, als ich Verenas Pony von der Weide holte und beleidigt feststellte, dass sie sich wohl in einer riesigen Schlammpfütze gewälzt hatte. Aber da musste ich jetzt leider durch, ob wir jetzt um sieben Uhr mit dem Training einsteigen würden oder erst um elf.
    Im Springen war Blazing Flame bereits auf L-Niveau, zumindest hatte Verena sie laut eigenen Angaben auf diese Stufe trainiert und in diesem Punkt vertraute ich ihr auch. Nur zur absoluten Sicherheit legten wir ein paar Stunden in der Reithalle ein, in welcher wir uns langsam auf die Maße der Naturhindernisse vorbereiteten. Zum Glück hatte der Schecke da ihre guten Tage, sodass sie mal eben so mir nichts, dir nichts über die Hindernisse sprang und es wahnsinnig leicht aussehen ließ. Ich musste wirklich zugeben, dass in ihr Potential steckte, und zwar mehr, als ich anfangs erwartet hatte.

    Aufgrund der Tatsache, dass Blaze, wie sie daheim genannt wurde, bereits auf A-Niveau im Geländeritt war, waren ihr auch die meisten Sprünge nicht unbekannt. Stattdessen hatten wir nur die neuen Höhen und Weiten mit ihr üben müssen, die auch tatsächlich einen ziemlich großen Sprung machten. Das geforderte Durchschnittstempo pro Minute hatte sich um etwa 50 Meter pro Minute erhöht, dies hatten wir jedoch bereits zu genüge durch das Intervall- und Ausdauertraining im Gelände gefördert und gefordert. Man konnte schon jetzt deutliche Unterschiede an ihrer generellen Kondition ausmachen und es war immer schön, wenn man die Fortschritte so genau beobachten konnte.
    Für die Reitponystute hatte ich mich für einen Stilgeländeritt entschieden, um sie erst einmal auf das L-Niveau vorzubereiten. Das war nicht ganz so hart wie der Rest, aber an diesen könnte man sie später noch heranführen, wenn erst einmal die Grundlagen saßen. Das Fundament war also auch bei ihr für mich der absolut wichtigste Punkt, an den es sich zu halten galt.
    Hierbei hatten die Hindernisse eine maximale Höhe von 1,10 Metern, was wir in der Reithalle mit den normalen Sprünge schon üben konnten. So hatten wir sie also auch an die Weite von maximal 2,20 Metern heranführen können. Obwohl wir dabei ein wenig hatten improvisieren müssen, hatte es doch relativ gut geklappt. Gräben durften sogar bis zu 260 Zentimeter weit sein, was dann natürlich noch einmal einen großen Unterschied darstellte, aber ich war mir sicher, dass Blazing Flame das schaffen würde. So viel Energie, wie sie ab und an mal bündeln musste, wenn sie einen schlechten Tag hatte, könnte man mit hundertprozentiger Sicherheit in positivere Energie umwandeln und sie somit dazu bringen, sich nicht auf mich, sondern auf die erhöhten Anforderungen zu konzentrieren.
    Tiefsprünge hatten wir leider in der Reithalle nicht üben können, weshalb wir diese tatsächlich nur im Geländeparcours in Angriff nehmen konnten. Hatten sie bei einem A-Parcours eine maximale Tiefe von 120 Zentimetern, wurden nun bis zu vierzig Zentimeter draufgepackt. Für manche Pferde oder Ponys stellten gerade diese Sprünge eine ganz schöne Herausforderung dar. Natürlich sahen die etwas unheimlich aus und als Vierbeiner würde auch ich nicht gerne einfach nach unten springen, aber Blazing Flame war da schon sehr tapfer. Anfangs erschrocken über diese Art von Hindernissen, überwand sie solche Sprünge später, als wären es ganz normale Hindernisse. Sie zuckte kaum noch mit der Wimper und genau solche Trainingsfortschritte sorgten dafür, dass ich ziemlich stolz auf meine Patientin war.
    Der Stilgeländeritt der Klasse L hatte nun also zwanzig bis fünfundzwanzig Sprünge, die überwunden werden mussten und konnte eine Gesamtlänge von 2500 Metern aufweisen. Das konnte ganz schön in die Hose gehen, wenn das Pferd nicht schnell und ausdauernd genug war, aber genau das war auch der Grund, warum wir auch während des eigentlichen Trainings nie mit dem Fördern der Ausdauer und der Schnelligkeit aufhörten oder dies unterbrachen. Es war ein fundamentaler Bestandteil des gesamten Geländetrainings, denn das war um einiges vielseitiger, als so manch einer erwarten würde.

    Blazing Flame war ziemlich gelehrig, wenn sie denn gut genug gelaunt war, und zum Glück war dies in mehr als 50% der Trainingseinheiten der Fall. Zu Beginn hatte ich mir das relativ schwierig vorgestellt, doch letztendlich kamen wir doch sehr flott mit dem gesamten Training durch. Ich konnte als Verena schon bald wieder Bescheid geben, dass sich ihre Reitponystute auf den Heimweg machen würde. Da Verena ebenfalls in Kanada wohnte, würde es für Blaze nicht allzu lange dauern, bis sie wieder heimischen Boden betreten würde. Und so sehr ich mich auch freute, dass die Scheckstute sich sehr gut geschlagen hatte – ein bisschen weh tat es mir schon, sie gehen zu lassen. Denn auch Trainingspferde schloss ich immer sehr schnell ich mein Herz.

    Die Kür
    Kaum lebte die überaus hübsche Stute Blazing Flame bei uns auf der Ranch, entschlossen wir uns dazu, einen ersten Versuch zu wagen und sie krönen zu lassen. Es war gerade eine passende Krönung ausgeschrieben und so diskutierten wir nicht lange und meldeten sie an.
    Blaze hatte in den letzten Wochen viel Talent bewiesen und nachdem auch ihr letztes Training vor ein paar Tagen hervorragend geklappt hatte, stand einer Krönung eigentlich nichts mehr im Wege. Da allerdings wieder niemand anderes Zeit und Lust hatte, die Stute zu reiten, blieb es wieder an mir hängen. Super.
    In aller Frühe hatte ich die Stute also verladen und war mit ihr zu dem Gestüt gefahren, auf dem heute der große Tag stattfinden sollte. Blaze hatte bereits etwas Turniererfahrung, aber trotzdem merkte ich ihr an, wie aufgeregt sie war.
    Nachdem ich sie geputzt und gesattelt hatte, ging es auf einen Aufwärmplatz und wenig später weiter zur Reithalle, vor welcher wir noch einige Minuten warten mussten. Als dann der Lautsprecher über unseren Köpfen unsere Namen vorstellte, betrat ich mit Blaze im Mitteltrab die Halle. Ich versuchte so locker wie nur möglich zu reiten, damit Blaze ihre tollen Gangarten frei und ohne Zwang zeigen konnte. Die ersten Meter klappten noch nicht so, aber nachdem ich bei X angehalten und die Richter gegrüßt hatte, fiel anscheinend die erste Anspannung von der Stute ab und etwas lockerer trabte sie nun abermals an. Diesmal allerdings im versammelten Trab auf der rechten Hand, welchen wir eine ganze Bahn auch zeigten, bevor ich in den Schritt durchparierte und mit ihr auf den Mittelzirkel ging. Auf dem Mittelzirkel bewies ich den Richtern, dass Judi dank ihres vielen Trainings auch den Außengalopp beherrschte. Nachdem ich zwei Zirkelrunden galoppiert war, verließ ich den Zirkel und entschied mich im Bruchteil einer Sekunde dazu, Blazes Galoppkünste noch mehr zu präsentieren, in dem ich eine Schlangenlinie mit vier Bögen mit fliegendem Galoppwechsel ritt. Auch wenn es hin und wieder nicht ganz so flüssig wie erhofft funktionierte, gab die hübsche Stute ihr Bestes und schaffte diese Lektion ohne Probleme.
    Ich erklärte den Galopp nun für abgehackt und wandte mich dem Trab zu. Nach einem Wechsel durch die ganze Bahn ging es im schönen starken Trab auf der linken Hand weiter. Mit ein paar Trab – Schritt – Übergängen und einigen leichteren Bahnfiguren versuchte ich all ihr Können dem Publikum zu beweisen und ich hoffte, dass das auch geklappt hatte.
    Meine Kür beendete ich damit, dass ich im Schritt noch einmal aus der Ecke kehrt machte und dann gemütlich zum Mittelpunkt der Halle ritt, wo ich Blaze geschlossen anhielt, die Richter freundlich verabschiedete und am langen Zügel die Halle verließ.
    Ich war unheimlich froh, hoffentlich auch diesen Teil des Trainings endlich geschafft zu haben!
    2817 Zeichen | zeichenzähler.de | Canyon

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    Bewegung von Canyon | Zubehör von AlfurElfe
     
    Zuletzt bearbeitet: 10 Sep. 2017
    Zion, FrauHolle und Veija gefällt das.
  4. Zion

    Zion Bekanntes Mitglied

    meine Teilnahme mit
    Samarra

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    Samarra
    (Sammy)

    Abstammung
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    Von Bijou
    Von ubk Aus der ubk

    Aus der Shari
    Von ubk Aus der ubk

    Exterieur
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Stute
    *2014
    (3 Jahre)
    Trakehner | 169cm
    Dunkelfuchs
    x

    Interieur
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    willensstark | stur | charmant
    "Sammy" weiß genau was sie will. Sie hat das Durchsetzungvermögen ihrer Mutter geerbt und wusste von Anfang an, wohin es für sie gehen soll, nämlich bis ganz an die Spitze. Trotz ihres jungen Alters, versucht sie sich stetig zu verbessern und mit all ihrer Kraft gemocht zu werden. Das fällt der auffällig hübschen Stute jedoch nicht schwer und nur wenige können sich gegen ihren Charme wehren.
    Allerdings wird ihr auch schnell langweilig, wenn sie das Gefühl hat, nicht genug gefordert oder beschäftigt zu werden. Plötzliche Geräusche findet sie auch nicht gut und man muss in ihrer Nähe immer gut auf die eigenen Füße aufpassen, denn sie hat das Talent immer genau draufzutreten.
    Samarra hat das letzte Jahr in England verbracht, wo sie gründlich von professioneller Hand ausgebildet und schlussendlich auch eingeritten wurde. Nun soll sie vor allem im Springen, aber auch im Military Erfolge erzielen.

    Besitzer: Canyon (Nicolaus du Martin)
    VKR/Ersteller: Canyon
    im Besitz seit: 6. April 2017
    Kaufpreis: x

    Qualifizierungen
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    Dressur E A

    Military E A

    Springen E A L

    Distanz E A


    Erfolge
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    322. Fahrturnier | 397. Westernturnier | 323. Fahrturnier | 398. Westernturnier | 423. Dressurturnier | 200. Synchronspringen | 322. Militaryturnier | 431. Springturnier | 331. Fahrturnier

    Ausbildung
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    Fohlen ABC | Eingeritten | Eingefahren

    Springrpferdeausbildung
    Einreiten ✔ | Hindernisgewöhnung x | Stangenarbeit x | Gelassenheitstraining x

    Abstammung: 2
    Schleifen: 9
    HS: 2
    TA: 2
    Trainer: 2
    Zubehör: 1
    Gesamt: 18

    Zucht
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Schleife
    HK/SK

    Gencode: x
    Zur Zucht zugelassen: Nein
    Eingetragene Zucht: Tyrifjord Ranch

    Nachkommen
    -

    Gesundheit
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    Letzter Tierarztbesuch: 19. April 2017 durch "Horse Heaven"
    gechippt [] zuletzt kontrolliert []

    Gesamteindruck:
    Aktue Krankheit/en:
    Chronische Krankheit/en:
    Erbkrankheit/en:

    Letzter Hufschmiedbesuch: 27. Juli 2017 durch "Briar Cliff Farrier"
    Ausgeschnitten/Korrigiert: ja
    Hufbeschaffenheit:
    Hufkrankheit/en:

    Beschlag vorne: Bahrhufer
    Beschlag hinten: Bahrhufer
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    Hufschmiedbesuch: Stellungsfehler?
    27. Juli 2017 | 1449 Zeichen | Sosox3

    Wieder einmal fand ich mich in Norwegen wieder, neben Nico und seiner dreijährigen Stute gleich daneben. „Ja, die ist schon drei und soll nun auf die Körung. Also nur eine rasche Kontrolle.“ „Alles klar, mach ich“, sagte ich und kratzte ihr die Hufe ordentlich aus. Auf den ersten Blick hatte ich gesehen, dass sie hinten rechts einen Stellungsfehler hatte und sich der Huf momentan umformte. „Hatte Samarra jemals Hufrehe oder Sehnenschäden?“, fragte ich Nico und er sah mich unsicher an. „Nein? Wieso?“, fragte er mich nun. „Die hat hinten einen Umformungshuf. Wird dann ein vor kurzem erworbener Stellungsfehler sein. Ansonsten hat sie jedoch nichts. Das bedeutet allerdings, dass ich hinten den Huf erst kürzen muss und dann einen Sonderbeschlag mit Erhöhung anfertigen muss, damit sie hinten gerade steht und keine Rotation dadurch entsteht.“ Er schluckte. „Je nach Endstadium und Entwicklung des Hufes kann es auch sein, dass sie in ein paar Jahren wieder ohne Eisen laufen kann.“ „Okey, dann müssen wir das wohl machen“, murmelte er und hielt seine Stute fest, während ich die Zehe kürzte.
    Nachdem ich in einer benachbarten Schmiede das Eisen angefertigt hatte, fuhr ich wieder zu meinem Schützling und nagelte mithilfe seines Besitzers das Eisen an. „Besser jetzt als wenn es zu spät ist“, sagte ich und ließ Sammy mir vortraben. Etwas ungewohnt schien es ihr, doch nach zwei Runden traben ging sie taktrein. „Ihr könnt dann auf die Körung.“
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    Tierarztbericht
    19. April 2017 | 5.768 Zeichen | Möhrchen

    Gegen Abend machte ich mich auf den Weg auf die Tyrifjord Ranch. Nicolaus hatte mich vor einigen Tagen angerufen und um einen Termin gebeten. Er wollte mir seine eigene Stute Samarra, aber auch zwei andere Stuten des Hofes verstellen, dessen Besitzer selbst nicht dabei sein konnten.
    Als ich auf den Hof fuhr, wusste ich bereits, wo ich hin musste. Die Pferde waren schon in den Boxen und mümmelten zufrieden ihr Heu. Nicolaus war am Ende der Stallgasse gerade dabei, sein Sattelzeug zu fetten. Er kam auf mich zu und begrüßte mich, nach all den Terminen kannten wir uns inzwischen gut. Nachdem wir kurz geschnackt hatten, hole er die erste Patientin für heute.

    Seine Warmblutstute Samarra war heute die erste. Ich hielt ihr die Hand hin und sie schnupperte interessiert daran. Ich streichelte ihre Stirn und ihren Hals, bevor ich anfing, mir ihre Augen und Ohren anzuschauen. Sie war brav und hielt still, auch, als ich ihr Maul leicht öffnete, um einen Blick auf ihre Zähne zu werfen. Ich lobte sie und tastete mich dann über den Hals weiter zum Rücken vor. Ich tastete jeden einzelnen Wirbel ab, und Samarra zeigte keinerlei Schmerzen. Sie schaute mir aufmerksam dabei zu, wie ich jeden einzelnen Huf anhob und ihre Gelenke an den Beinen kontrollierte. Es sah alles wunderbar aus. Ich löste den Strick und bog ihren Hals einmal nach links und einmal nach links. Dann führte ich die auf der Stallgasse eine kleine Volte in jede Richtung. Alles sah geschmeidig und locker aus, ich war sehr zufrieden. Zum Schluss hörte ich ihr Herz, ihren Bauch und ihre Lunge ab. Auch hier: alles in Ordnung. Vor lauter Euphorie ließ ich mein Stethoskop fallen und Samarra erschreckte sich so sehr, als wäre gerade ein Felsbrocken zu Boden gefallen. Beruhigend streichelte ich der schnaubenden Stute den Hals und zeigte ihr das Stethoskop noch einmal. „Tut mir Leid Süße, aber so laut war es nun auch wieder nicht...“ Nicolaus lachte: „Typisch Samarra!“. Als sie sich wieder beruhigt hatte, verpasste ich ihr noch eine Impfung, was sie im Gegensatz zu dem leisen Geräusch sehr vorbildlich und brav geschehen ließ. Nicolaus brachte die Stute zurück in seine Box und kam wenig später mit der nächsten Patientin zurück.

    Blazing Flame war eine kleine gescheckte Reitponystute. Auch ihr streckte ich zur Begrüßung meine Hand entgegen, aber anstatt an ihr zu schnuppern, wollte sie direkt hinein zwicken. Erschrocken zog ich die Hand zurück. Schon hatte die Stute den Reißverschluss meiner Jackentasche zwischen den Zähnen und spielte damit herum. „Na du bist ja ein Clown...“, lachte ich und Nicolaus hatte alle Hände voll zu tun, ihre Nase von sämtlichen Dingen fern zu halten. Ich fing wieder damit an, mir ihre Augen und Ohren anzuschauen. Anschließend waren Nüstern, Zähne und Schleimhäute dran. Soweit war schon mal alles ok. Ich tastete ihre Rücken- sowie Halswirbel und ihre Beingelenke ab. Flame war ununterbrochen damit beschäftigt, sich irgendwelche Dinge zum rumspielen zu suchen. Erst stand sie einen Ticken zu dicht an meine Tierarzttasche und wollte sie ausräumen, dann knabbelte sie an meiner Jacke herum und hatte im nächsten Augenblick ihren Strick zwischen den Zähnen. So eine Untersuchung schien ihr eindeutig zu langweilig zu sein. Ich führte auch sie ein kleines Stück auf der Stallgasse hin und her, stellte und bog sie in alle Richtungen. Sie war zwar sehr unkonzentriert und achtete nicht sehr gut auf mich, aber ihre Muskulatur fühlte sich weich und gleichmäßig an. Zum Abschluss hörte ich sie noch ab, wo ich auch nichts Auffälliges feststellen konnte, dann konnte ich auch schon die Impfung aufziehen. Nicolaus lenkte sie vorne ab, aber da sie schon wieder vollkommen mit ihrem Strick beschäftigt war, bekam sie den kleinen Pieks nichtmal mit. Ich steckte ihr zur Belohnung ein Möhrchen zu und Nicolaus entließ sie zurück in ihre Box.

    Nun war als letzte Patientin Scarlett dran. Die gescheckte Trakehnerstute war wunderschön und ich verliebte mich sofort in ihren sanften Blick. Im Gegensatz zu Flame schnupperte sie interessiert an meiner Hand und stupste mich dann sofort mit der Nase an. Als ich anfing, ihre Stirn zu kraulen, legte sie den Kopf auf meinem Arm ab und ihre Augen wurden immer kleiner. Ich war sofort schockverliebt. Auch bei der Untersuchung verhielt sie sich sehr aufmerksam und artig. Sie ließ mich brav in ihre Augen und Ohren schauen, öffnete bereitwillig das Maul und gab mir alle vier Hufe noch bevor ich sie selbst anheben konnte. Solche Patienten hatte ich selten. Ich tastete noch ihren Rücken ab, wobei sie zwar etwas zappelte, aber trotzdem die meiste Zeit still stand. Dann führte ich auch sie ein kleines Stück die Stallgasse hinauf und hinunter und einige kleine Volten. Sie war sehr aufmerksam und befolgte jedes Kommando. Und auch sonst sah alles wunderbar aus, ihr ging es offensichtlich gut. Ich hörte zuerst ihr Herz, dann ihren Bauch und ihre Lunge ab und dann hatte sie die Untersuchung auch schon hinter sich. Ich holte die Impfung aus meiner Tasche und zog die Spritze auf. Ich hielt ihren Kopf leicht zur Seite, suchte mir die richtige Vene und setzte die Spritze. Sie zuckte kurz zusammen, blieb aber wie eine eins an Ort und Stelle stehen. Ich lobte sie und gab ihr ein Leckerli. Dann gab es noch eine kurze Kuscheleinheit, bevor Nicolaus sie wieder zurück in ihre Box brachte. Am liebsten hätte ich sie eingepackt...

    Ich trug die Impfungen in die Pässe aller drei Pferde ein und gab sie Nicolaus zurück, dann begleitete er mich zurück zu meinem Auto. Es war in der Zwischenzeit dunkel geworden und es regnete, daher beeilte ich mich, zurück nach Hause zu kommen.
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    Distanz E → A
    18. Mai 2017 | 4275 Zeichen | Canyon
    »Stört dich das nicht? Das mit den Namen?« fragt Petyr Nico. Nico zieht jedoch nur seine Augenbrauen nach oben und blickt Petyr herablassend an.
    »Stört es dich, lieber Petyr, dass es hier in Norwegen ganz viele Jonsens gibt?« Petyr antwortet nicht. »Na also. Und jetzt putze Sawanna, auch nur die kleinste Schürfstelle würde ich dir übel nehmen.«
    Grimmig blicke ich Nico an, was er jedoch nicht zu bemerken scheint. Ich hasse es, wenn er so großkotzig ist, vor allem wenn er so mit meinen Freunden umgeht. Ich halte mich jedoch davon ab, mich einzumischen und konzentriere mich weiter auf das Putzen von Prejudice.
    »In zehn Minuten ist Abflug!« Ruft Charly etwas weiter über den Rücken von Samarra hinweg. Ich seufze genervt, beeile mich jedoch mit Judis Sattelzeug, sodass ich wenig später pünktlich im Sattel sitze und ungeduldig auf die anderen vier Reiter mit ihren Pferden warte, welche alle mal wieder länger brauchen.
    Mit etwas Verspätung reiten wir jedoch dann vom Hof. Meine Motivation auf das Training war sehr gering, dafür würde ich nächste Woche zwei Freitage haben und endlich mal wieder Zeit für meine eigenen Pferde finden.
    Der Himmel war stark bewölkt und es war kälter als in den letzten Tagen. Eigentlich die perfekten Voraussetzungen für ein Distanztraining. Jedoch hatten wir hier fünf unerfahrene Pferde im Gelände. Alle waren jung und auch wenn sie die Umgebung durch unsere Ausritte schon kannten, war ein Distanztraining nochmal härter und anstrengender.
    Vuyo ritt dieses Mal Shyvana. Eine neue und recht wenig trainierte Stute, welche jedoch bereits in den letzten Tagen unter dem Sattel große Fortschritte gemacht hat. Außerdem ist Nico ja bekannt für sein schnelles Training. Zum Glück hat er damit bis jetzt durchgängig Erfolg gehabt.
    Nach einem gemächlichen Start erhöhen wir das Tempo, als wir die weichen Waldwege erreichen, welche sich rings um das Gestüt erstrecken. Nico und der Hengst Brego führen die weitere Stutengruppe an. Da Judi bereits in den höheren Klassen in der Dressur und im Springen mitspielt, ist sie dementsprechend trainiert und erkämpft sich nach kurzer Zeit den Platz direkt dahinter. Hinter mir kam Charly mit Sammy und den Schluss bildeten Vuyo und Shyvana.
    Im langsamen und gleichmäßigen Trab führt uns Nico die Waldwege entlang. Dreißig Kilometer stehen auf unserem Plan und ich befand meine Idee als immer noch gut, bereits am Vorabend Wasser auf dieser Strecke zu verteilen. Nicos Einschätzung ist, dass wir nur etwas mehr als zwei Stunden brauchen würden. Ich zweifele daran etwas, lasse ihm jedoch seine Hoffnung. Keins der Pferde ist lange Trabstrecken im Gelände gewöhnt und so müssen wir immer wieder kleine Schrittpausen einlegen. Hin und wieder zwingt uns auch das Gelände zu einer Verringerung des Tempos, sodass Nico auf Grund des nicht Einhaltens seines Zeitplans immer muffliger wird. Ich versuche ruhig zu bleiben und mich vor allem auf Judi zu konzentrieren, welche sich zwischendurch den ersten Platz sogar mit Brego teilt. Nico scheint jedoch es nicht für nötig zu sehen, den Hengst davon abzuhalten, Judi immer wieder mit Kopf und Huf zu drohen, sodass ich das Tempo wohl oder übel etwas zügeln muss.
    Nach der Hälfte der Strecke legen wir unsere Pause ein. Bereits auf der ersten Hälfte gab es kurze Wasserpausen, diesmal steigen wir jedoch ab, nehmen die Pulswerte und gönnen den Pferden eine kurze Pause. Kurz nachdem jedes Pferd wieder bereits für den zweiten Teil ist, steigen wir auf und führen den Ritt weiter. Mittlerweile galoppieren wir im ruhigen Tempo an geeigneten Stellen, geben den Pferden dafür mehr Schrittpausen, denn auch ihre Kraft versiegt so langsam.
    Petyr und Vuyo haben mittlerweile sogar aufgehört, ununterbrochen zu sprechen, sodass ich nur noch umgeben von den Geräuschen der Natur und dem Geklapper der Hufe bin.
    Nach etwas mehr als dreißig Kilometern kommen wir durchnässt wegen des eingesetzten Regens und mit müden Pferden wieder auf der Tyrifjord Ranch an. Bella und Tjarda sind zum Glück bereits zur Stelle und werfen allen Pferden zügig Abschwitzdecken über, sodass wir nur noch den Puls unserer Tiere nehmen brauchen und sie nach dem Absatteln auf die Weiden entlassen können.
    Wir waren uns einig, dass jeder der Fünf einen Aufstieg in die nächsthöhere Klasse verdient hatte.

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    Springen E → A
    18. Juni 2017 | 10.221 Zeichen | FrauHolle
    Ich hatte eine sehr stressige Woche mit vielen Turnieren und Aufträgen hinter mir. Doch bevor ich mir eine kleine Auszeit gönnen wollte, machte ich mich zu einem letzten Auftrag auf den Weg nach Norwegen, wo ich zwei Stuten trainieren sollte. Nachdem ich Freitag ein paar Stunden geschlafen hatte, machte ich mich gegen 23 Uhr auf den Weg nach Storøya. Der Weg nach Storøya führte mich durch Dänemark, Schweden und schließlich nach Norwegen. Nach einer langen Autofahrt und einer anstrengenden Nacht kam ich am Samstagmorgen gegen 10 Uhr am Tyrifjord an. Da ich schon einige Male auf der Tyrifjord Ranch gewesen war, wusste ich genau, wo ich hinmusste. Ich stellte mein Auto auf dem Parkplatz ab, schnappte mir meine Jacke vom Rücksitz, knallte die Autotür zu und schlenderte Richtung Stall. „Hey, du!“, ich zuckte zusammen. Erschrocken guckte ich mich um. An der Tür der Sattelkammer lehnte ein junger Mann mit blonden Locken und grinste mich komisch an. „Hast du dich verlaufen?“, fragte er. Etwas verwirrt antwortete ich: „Ich…. Ich bin die Trainerin. Ich soll…“, „…Samarra und Sawanna trainieren, richtig?“, ohne mich ausreden zu lassen beendete der Mann meinen Satz, „tut mir leid, du siehst nicht so aus als wenn du so viel drauf hast“. Ich war mir nicht so sicher, ob ich ihn gerade richtig verstanden hatte, doch ich glaube das hatte ich. Er musterte mich von oben bis unten, bis er mir schließlich seine Hand hinhielt: „Ich bin Nico, ich hoffe du wirst meinen beiden Stuten mal ein bisschen Feuer unterm Hintern machen“. Ohne auf eine Antwort von mir zu warten drückte er mir ein Halfter in die Hand und lief vor in Richtung Weide. „Das sind die beiden“, er zeigte auf zwei Fuchsstuten, „Sattel und Trense ist in der Sattelkammer, Springplatz gleich da vorne. Noch Fragen?“. Ich schüttelte den Kopf und brachte ein leises „Ich glaube nicht“ hervor. Nico drehte sich um, klopfte mir auf die Schulter und verschwand schließlich hinterm Stallgebäude. So ganz kam ich mit Nico noch nicht klar aber ich beschloss, mir über ihn nun keine Gedanken mehr zu machen, sondern mich aufs Training zu konzentrieren. Ich öffnete das Tor der Weide und ging auf eine der Pferde zu. „Du musst Sawanna sein, oder?“, flüsterte ich der Stute zu, während ich sie aufhalfterte, doch ich bekam natürlich keine Antwort. Ich führte Sawanna durchs Tor zum Putzplatz, wo ich anfing, ihr Fell zu striegeln. Nachdem ich auch die Hufe ausgekratzt und den Schweif gekämmt hatte, holte ich aus der Sattelkammer die Trense und den Sattel. Schon kurze Zeit später parkte ich Sawanna neben der Aufstiegshilfe auf dem Platz ein und schwang mich in den Sattel. Während ich warm ritt, begutachtete ich die verschiedenen Sprünge, die auf dem Platz aufgebaut waren. Für ein A-Springen mussten wir heute mindestens eine Höhe von einem Meter erreichen, was ich uns durchaus zutraute. Nachdem ich noch einmal den Sattelgurt kontrolliert hatte, nahm ich die Zügel auf und trabte an. Sawanna trabte in aller Ruhe los und ich fing an, sie mit vielen Wendungen locker zu bekommen. Schnell hatte ich mich an ihren schwungvollen Trab gewöhnt und ritt einige Schritt-Trab Übergänge. Nach guten 15 Minuten gönnte ich Sawanna eine Schrittpause, bevor ich mit der Galopparbeit startete. Ich galoppierte ein paar Runden auf dem Zirkel und ritt einige Übergänge, um mich an ihren Galopp zu gewöhnen. Schließlich steuerte ich sie auf den ersten Sprung zu. Sawanna machte einen großen Satz über das Cavaletti, welches ich gleich noch einmal von der anderen Hand anritt. Ich ritt eine Runde auf dem Zirkel und lenkte die Stute auf den Steilsprung zu. Auch diese Höhe von knappen 70 cm war für Sawanna kein Problem. Ich parierte sie durch zum Trab, ließ mir die Zügel aus der Hand kauen, nahm die Zügel nach kurzer Zeit wieder auf und galoppierte in der Ecke erneut an. Zufrieden lobte ich sie, als wir sowohl den Oxer in der Mitte der Bahn, als auch den Steilsprung bei E gut überwunden hatten. In einem großen Bogen ritt ich auf die Kombination aus einem Kreuz und einem Steilsprung zu. Viel zu spät sprang Sawanna über das Kreuz, weshalb auch der Abstand zum zweiten Sprung nicht richtig passte. Nach dem Kreuz setzte ich mich tief in den Sattel und versuchte, Sawanna zurückzuhalten. Zwar kamen wir, wie erwartete, auch an den Steilsprung viel zu nah, doch die Stange blieb zum Glück liegen. Ich wechselte die Hand und ritt erneut zur Kombination. Diesmal kamen wir perfekt an den ersten Sprung ran, sodass auch der zweite Absprung prima klappte. Erleichtert kraulte ich der Stute den Hals, als ich uns beiden eine kleine Schrittpause gönnte. Ich startete eine letzte Runde, in der ich einen kompletten Parcours abreiten wollte. Wir starteten unseren Ritt mit dem Cavaletti, danach wechselte ich durch die ganze Bahn und ließ Sawanna über den Oxer springen. Nach dem Steilsprung überquerten wir die Kombination von der rechten Hand aus und schließlich erneut den Oxer. Nachdem ich die Kombination aus dem Kreuz und dem Steilsprung von der anderen Seite abgeritten war, beendete ich den Parcours mit dem Steilsprung an der langen Seite bei E. Ich ging in den leichten Sitz, gab Sawanna den Zügel und ließ sie in einem flotten Tempo eine letzte Runde galoppieren, bevor ich sie durchparierte. Sawanna war ziemlich durchgeschwitzt, als ich nach einigen Runden Trab schließlich zum Trockenreiten überging. Am langen Zügel trottete sie über den Platz und schnaubte zufrieden ab.
    Eine gute dreiviertel Stunde später hatte ich Sawanna abgesattelt, übergeputzt, zurück auf die Weide gebracht, Samarra geholt und geputzt und war nun auf dem Weg zum Reitplatz. Ich war sehr gespannt, ob das zweite Training heute genauso gut verlaufen würde wie das erste. Ich hatte mich auf jeden Fall schon in die Stute verliebt, denn ihre Farbe und ihre Abzeichen waren genau nach meinem Geschmack. Im Nu war ich aufgestiegen und ritt die ersten Runden im Schritt über den Platz. Nach dem Warmreiten ging ich zur Trabarbeit über. Samarra hatten einen schwungvollen Trab und einen sehr guten Vorwärtsdrang. Mit vielen Bahnfiguren, Handwechseln und Übergängen machte ich sie warm. Obwohl wir uns hier und da noch nicht ganz einig waren und sie sich ab und zu etwas wiederwillig gegen meine Vorhaben wiedersetzte, fühlte ich mich sofort wohl auf der Stute. Unser erster Galopp lief zugegebenermaßen etwas chaotisch ab, den Samarra war nicht ganz meiner Meinung. Ich brauchte einige Anläufe, um mit ihrer Sturheit zurechtzukommen, doch schließlich gab Samarra auf und wir nahmen den ersten Sprung. Samarra hatte großes Potential und machte riesige Sätze über die kleinen Sprünge. Immer wieder musste ich sie zurücknehmen und zum Trab durchparieren, um sie unter Kontrolle zu behalten, doch insgesamt kamen wir ganz gut miteinander klar… Dachte ich… Im vollen Tempo raste die Stute links am Oxer vorbei, schlug einen Haken und galoppierte schließlich die lange Seite herunter. Während ich damit zu kämpfen hatte, mich im Sattel zu halten, versuchte ich Samarra zu bremsen, doch das interessierte sie eher wenig. Völlig verzweifelt zog ich mit aller Kraft am linken Zügel, um sie mit einer Volte zum durchparieren zu bringen. „Na gibt’s Probleme?“, Nico lehnte lässig am Zaun. Auch das noch! Vor lauter Springtraining hatte ich ihn schon fast vergessen. Natürlich musste er genau in diesem Moment ankommen. Wie lange stand er da wohl schon? Und was sollte er nun von mir denken? Zum Glück hatte ich hatte ich Samarra wieder einigermaßen im Griff, allerdings hatte meine Kraft ziemlich nachgelassen. Doch ich wollte nicht durchparieren, sondern Nico zeigen, dass ich nicht komplett überfordert war. Ich ritt zum Steilsprung, begrenzte mein Pferd mit meinen Beinen und den Zügeln und steuerte den Sprung genau in der Mitte an. Samarra zog ordentlich das Tempo an und flog geradezu über den Sprung. Völlig erschöpft parierte ich sie durch. „Ich glaube das hätte ich besser hinbekommen“, lachte Nico angeberisch, „ich habe sicherlich mehr Kraft und Kondition als du“. Seine Anmerkungen machten mich ziemlich wütend, doch ich versuchte, mir nichts anmerken zu lassen und es gelassen zu nehmen. Nico machte keine Anstalten, sich wieder an seine Arbeit zu machen, weshalb ich wohl oder übel mit Publikum weiter trainieren musste. Insgeheim hoffte ich so sehr, dass ich einen anständigen Ritt mit Samarra hinbekommen würde. Konzentrierte ritt ich auf den ersten Sprung zu. Ich setzte mich tief in den Sattel und nahm die Zügel erneut etwas an. Zwar war das Tempo mal wieder viel zu hoch, doch wir kamen heil über den Steilsprung rüber. Ich atmete tief durch und steuerte den Oxer an. Samarra versuchte erneut, links am Sprung vorbei zu laufen, doch ich reagierte sofort, lenkte sie mit meinem Schenkel und dirigierte sie über den Sprung. Erstaunlich harmonisch lief nun die Kommunikation zwischen uns beiden ab, als ich sie die Kombination springen ließ. Wir beendeten unsere Runde mit einem Steilsprung, bevor ich sie schließlich völlig zufrieden durchparierte und lobte. „Das sah ja doch noch ganz gut aus“, murmelte Nico. Ganz gut? Im Gegensatz zum Anfang war diese Runde Olympiareif. Mir viel ein riesen Stein vorm Herzen, dass ich vor Nico nicht komplett versagt hatte. Ich trabte noch kurz leicht und parierte dann durch zum Schritt. Ich hatte das Gefühl, Nico war immer noch nicht wirklich von mir überzeugt und seine kritischen Blicke machten mir etwas Angst. Ich wusste nicht genau was es war, doch irgendwie konnte ich mit seiner Art noch nicht so ganz umgehen. Während ich mich von Nico zulabern ließ, machte ich Samarra fertig. Meine Antworten zu Nicos Fragen begrenzten sich auf ein, höchstens zwei Sätze, dann redete Nico meist schon weiter und stellte mir die nächste Frage. „Komm ich helfe dir“, zwinkerte er mir zu, als ich die Sachen in die Sattelkammer bringen wollte. Er nahm mir den schweren Sattel aus der Hand und schleppte ihn in die Sattelkammer. „Sonst noch ein Wunsch, die Dame?“, fragte er freundlich. Aha, Nico hatte also noch eine andere Seite, die er mir wohl auch noch zeigen wollte. „Danke, ich bin wunschlos glücklich!“, grinste ich ihn an. Nico grinste zurück und wir mussten beide lachen. Vielleicht war er ja doch gar nicht so komisch, wie ich am Anfang gedacht hatte!

    Die Kür
    Ich konnte es kaum fassen, wie schnell manchmal die Zeit verstrich. Noch vor kurzem hatten wir unsere junge Samarra kaum zähmen können und nun war sie bereit für ihre Krönung. Dementsprechend war Charly natürlich aufgeregt und als sie den frisch geputzten Sattel auf Sammy Rücken legte, kaute sie nervös auf ihrer Lippe. Ihr Freund Nico stand wie immer entspannt daneben und hielt, total gelangweilt blickend, Sammy fest. Leider blieb auch für aufmunternde Worte meinerseits kaum noch Zeit, denn laut Plan war Charlys Start in nicht mal fünf Minuten und tatsächlich, einer Helfer kam auf uns zu und wies uns zum Halleneingang.
    »Komm Charly, das schaffst du schon!«, schaffte ich noch zu sagen, bevor sie sich gekonnt in den Sattel zog und zum Start lief. Nico und ich suchten uns derweil einen Platz auf der Tribüne, von welcher wir Charlys Ritt mit ansehen wollten. Als wir gerade saßen, wurden ihre Namen angesagt und da kam sie auch schon in die Halle, im langsamen Trab, und bog an der kurzen Seite zum Mittelpunkt ab, wo sie exakt stehen blieb. Sammy und Charly waren beides Perfektionisten, da klappte so etwas wie am Schnürchen. Auch das Begrüßen der Richter saß, auch wenn ich wusste, dass Charly ganz schön daran gearbeitet hatte, dass sich Sammy davor nicht erschreckte. Danach ging es im Trab auf der linken Hand und ganze Bahn weiter. Ich sah Charly an, dass sie aufgeregt war und auch wenn sie es wahrscheinlich nicht bemerkte, so kaute sie doch ununterbrochen auf ihrer Lippe. Na hoffentlich würden die Richter das nicht merken. Die Kür, die wir uns ausgedacht hatten, war nicht besonders schwer, sondern beinhaltete eher viele Schlangenlinien und Tempowechel, damit die Richter gut erkennen konnten, dass Sammy äußerst fein auf Hilfen reagierte. Ich richtete mein Augenmerk vor allem auf das Gleichgewicht der beiden, mit welchem das Duo immer zu kämpfen gehabt hatte. Allerdings hatten sich beide so verbessert, dass es kaum noch auffiel. Nach dem Trab auf beiden Händen versammelte Charly die Stute und galoppierte dann in einem langsamen Tempo an, bevor sie auf den Zirkel ging und nach zwei Runden aus dem Zirkel wechselte, um den Galopp auch noch auf der anderen Hand zu präsentieren. Sie wechselte dann auf die ganze Bahn, parierte sie in den Schritt durch, ging mit Sammy eine allerletzte Schlangenlinie mit drei Bögen durch die ganze Bahn, bevor sie in der Mittellinie kurz anhielt. Ich nickte anerkennend. Das hatte sie super gemacht. Im Trab ritt Charly Sammy zu C, wendete sie dann dort auf die Mittellinie, hielt bei X und verabschiedete die Richter mit einem zufriedenen Lächeln. Höchst erfreut über den Erfolg der beiden stand ich genauso wie viele der anderen auf und gab einen lobenden Applaus, bevor ich mich mit Nico auf den Weg zu Charly und Sammy machte.
    2789 Zeichen | zeichenzähler.de | Canyon

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    Bewegung (c) Quinzel | Halfter (c) AlfurElfe | HG (c) sadasha
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10 Sep. 2017
    Quinzel, FrauHolle und Bracelet gefällt das.
  5. Tassila

    Tassila Stolzer Besitzer eines Niederen Bayern!

    Teilnahme mit
    Chuckling Dancing Mess

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    Steckbrief
    • Chuckling Dancing Mess
      Rufname: Missy
      Geburtsdatum/Alter: 20. Mai, 6 Jahre
      Geschlecht: Stute

      Stammbaum
      aus der: ??~ von: ??

      Exterieur
      Größe: 154cm
      Rasse: Englisches Vollblut
      Fellfarbe: Gold Champagne
      Geno: ee/aa/ff/Crcr/Chch
      Abzeichen: Stern

      Interieur
      Sehr aufgedreht, sehr intelligent, sehr schnell. So hate Hunter Crowley diese Stute erstmals beschrieben und es trifft ihren Charakter auf den Punkt. Missy, wie sie immer gerufen wird, hat so viel Willensstärke und Durchhaltevermögen, dass sie im Rennsport mit Sicherheit Erfolge erzielen wird. Im Umgang mit anderen Pferden zeigt sie sich zickig, auch bei Menschen ist sie wählerisch. Sie lässt sich nicht von jedem anfassen und verschnappt jeden, den sie eben nicht mag (Tierärzte, Hufschmiede, Kinder, ...).

      Beschreibung
      Die recht kleine, goldfarbene Stute hat zweifelsohne ein Talent für Galopprennen. Kann aber mit anderen Disziplinen herzlich wenig anfangen. Man hat wohl mal versucht sie ganz normal englisch zu reiten, doch an "Trab" war da nicht zu denken. Und relativ schnell fiel sie vom Schritt in den Galopp. Ein geborener Renner eben.

      Geschichte
      Missy kommt aus England, aus einem Renngestüt, das sich schon seit einiger Zeit auf die selteneren Farben der Vollblüter spezialisiert hatte. Eigentlich sollte sie auch dort bleiben, wurde bestens für ihre Vorhaben ausgebildet und gefördert und dann doch verkauft, nachdem sie in ihren ersten Jahren im Sport mehr oder weniger durchschnittliche Leistungen erzielt hatte. Sie war schlichtweg nicht gut genug für die Leitung. So kam sie zum Bear Brook EC und schließlich zur TC Performace. Ihre Zeiten im Leistungssport sind vorbei, Missy geht nurnoch kürzere Distanzritte.

      Zuchtinfos
      Gekört/Gekrönt: •
      Vorgesehen für die Zucht: ✔
      Besitzer: Tassila
      VKR/Ersteller: Vhioti

    • Sporteinsatz
      Distanz | (ex Galopper)
    • Erfolge
      241.DR | 251.DR | 249.DR | 295. DR | 238.DR | 338.GR | 334.GR | 343.GR
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    • Gesundheit
      Gesundheitszustand: sehr gut
      Beschlag: keiner

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    Tierarzt [30.06.17]
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    2631 Zeichen von Calypso

    Da ich sowieso schon in Irland war, verband ich gleich mehrere Termine. Jetzt war ich wieder in den Süden Irlands unterwegs zu Tassila. Hier sollte ich zwei Pferde, die für die Prämierung vorbereitet werden sollten, anschauen und behandeln. Als ich auf dem Hof ankam kam mir ein zuständiger Mitarbeiter, Anton, entgegen und teilte mir mit das er heute die Untersuchungen mit begleiten würde. Er ging mit mir zu der ersten Patientin, eine Englische Vollblutstute namens Chuckling Dancing Mess. Er nannte sie liebevoll Messy und holte sie aus der Box heraus. Er warnte mich gleich mal vor das sie kein einfaches Pferd war und ich lieber etwas vorsichtiger sein sollte. Ich bekam ihre schlechte Stimmung gleich mal ein wenig zu spüren, denn als ich nur ein bisschen näher an sie heran trat warf sie den Kopf in meine Richtung und versuchte doch tatsächlich zu schnappen. Anton hatte sie jedoch fest am Strick und konnte sie gut einschätzen wann sie ihren Angriff starten würde. Ich versuchte die Untersuchung ruhig und trotzdem in einem flotten Tempo zu absolvieren. Das Abtasten gestaltete sich als etwas schwierig da Messy wirklich viele Tricks entwickelt hatte um sich einen Tierarzt vom Leib zu halten. Ich war jedoch geduldig und ließ sie ihren Willen nicht durchgehen. Nach dem Abhören mit dem Stethoskop kam das Impfen dran, was ich mit Anton´s Hilfe sehr gut meisterte, und schließlich laß ich den Chip noch ab und überreichte Anton eine Wurmkur. Die sollte er ihr lieber verabreichen. Zum Schluss ließ ich sie mir nochmal vorlaufen um die Bewegungsabläufe anzuschauen und zu sehen ob alles in Ordnung war. Ich streichelte Messy vorsichtig am Hals und entließ sie dann wieder in ihre Freiheit.
    Kurz darauf brachte Anton dann den nächsten Patienten. Einen wunderschönen Palomino Schecke namens Acapulco goes for Gold. Ich freundete mich sogleich mit ihm an und fing an ihn abzutasten. Der Hengst schien die Behandlung sogar etwas zu genießen, ganz im Gegensatz zu seiner vorherigen Artgenossin. Auch ihn ließ ich vortraben und hörte dann Herz und Lunge ab. Sein Allgemeinzustand war bestens und auch sonst machte er auf mich einen guten Eindruck. Schließlich ging es noch ans Impfen. Ich zog die erste Spritze auf und trat an Pacco heran. Er beäugte mich etwas kritisch, machte aber keinerlei Anstalten. Ein kleiner Piekser und schon war es geschafft. „Priima“ lobte ich ihn und streichelte über seine Schulter. „Die Wurmkur gebe ich wieder dir“ ich überreichte sie Anton und füllte noch den Impfpass aus. Dann kontrollierte ich noch den Chip mit dem Lesegerät und verabschiedete mich schließlich von meinen Freunde aus Irland.

    Hufschmied [01.09.17]
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    Hufkontrolle + Nachschneiden | Chuckling Dancing Mess & Acapulco goes for Gold

    Heute stand ein ruhiger Termin an, natürlich war eines der Pferde, soweit ich von der Besitzerin Tassila wusste, etwas heikel im Umgang, dies war diesmal die Stute, also stellte ich mich schon mal an Beine festhalten und Assistenten ein. Da ich nun seit neusten meinen Assistenten James Mickaleson dabei habe. ,,Hallo Tassila!", grüßte ich die Besitzerin der beiden Pferde und stellte meinen Assistenten gleich mal vor.
    Sie nickte und bat uns zum Stall, aufgrund dessen, da das Wetter heute nicht sonderlich gut war, verlegten wir den Termin nach Innen, dadurch das keine Eisen gemacht werden müssen war dies natürlich auch viel einfacher. Zuerst beschloss Tassila die Stute
    Chuckling Dancing Mess, kurz Missy, zu holen damit der schwere Fall hinter uns war. Als sie die Gold Champagne Stute angebunden war, grüßte ich diese mit einer Karotte, vielleicht brachte ja ein wenig Einschleimen was, doch schnell war klar das diese nicht so erfreut war als James ihr Bein anhob, schnell wollte sie es wieder zurück ziehen doch mein Partner hielt stand und nickte mir zu, als Zeichen das ich beginnen konnte. Also nahm ich mir mein Hufmesser und schnitt das abgestorbene Horn weg. Kurz musste ich inne halten da sie versuchte das Bein weg zu ziehen. ,,Tassila, probieren sie mal Missy abzulenken, damit wir schneller jedes Huf fertig haben.", bat ich die Besitzerin, welche sofort meiner Bitte nachging. Nach kurzen Kräftemessen ging es auch schon weiter und das Innenhorn war wieder normal, weitere Auffälligkeiten gab es nicht. Nun platzierte James den Hufbock und ich stellte das Huf auf diesen ab. Dort schnitt ich das überstehende Horn weg und raspelte den Rand zurecht. Das erste Bein konnte wieder zurück auf den Boden. Nun gingen wir zum zweiten Vorderhuf und dies hob ich nun an, hier schnitt ich nach einem kurzen Festhalten des Beines das Innenhorn aus und bockte das Huf auf. Nach kurzen Zucken konnte ich das zweite Huf abschließen und stellte es nach dem Glatt Raspeln wieder auf dem Boden. Nun kamen die Hinterbeine dran, James übernahm wieder die Beine und ich kümmerte mich ums Ausschneiden. Missy wurde zickig und wollte ihr Bein wegziehen, James ließ es schnell los und wich aus, da sie drohte zu fallen und auszuschlagen. Tassila beruhigte sie sofort und sprach mit liebevollen Worten: ,, Komm Kleine, ich weiß du magst das nicht aber es muss sein...". Wir warteten kurz ab bis sie nickte und nahmen unsere Aufgabe wieder zur Hand. James packte wieder das Bein und ich machte weiter, schnell war das Inennhorn frisch ausgeschnitten und wir bockten ihr Hinterbein auf. James hielt es fest und ich raspelte die Kanten weg, bis sie wieder glatt waren. Ich schnitt noch ein paar Ecken zurecht und ließ das Huf zu Boden, dann nahm James das letzte Huf, wo er das Innenhorn ausschnitt und ich mich dann um das Außenhorn kümmerte. James stellte das Bein auf den Hufbock, hielt es fest und ich wagte mich nach ein paar Zuckungen von der Stute, an das Huf. Hier schnitt ich ein stark verwachsenes Horn weg und begradigte den Rand wieder und somit ging ich nochmal mit der Hufraspel über die kaputten Stellen. ,,Hier musst du etwas aufpassen das es nicht wieder ausbricht und wenn doch sofort Anrufen, sonst sollte es wieder in Ordnung kommen!", lehrte ich Tassila und James ließ das Bein herunter. Tassila nickte, band die Stute los und führte sie zurück zum Paddock.
    Tassila kam mit einem hübschen Paint Horse namens Acapulco goes for Gold zurück, welcher laut ihr eher keine Probleme machen sollte. Also nickten wir ihr nochmal zustimmend zu, als sie dies erwähnte und machten uns an die Arbeit. James nahm sich wieder zuerst ein Vorderbein und nickte mir zu das ich anfangen konnte, also wagte wir uns weiter voran und James übernahm das Ausschneiden des Hufes, das abgestorbene Horn war nun weg und der Strahl wieder gerade. Nun legte James den Huf wieder auf den Bock und konnte ohne Probleme überstehendes Horn entfernen. Der Hengst war wirklich eine andere Nummer als die Stute, er wahr sichtlich Tiefen entspannt und genoss die 'Maniküre'. Tassila lobte den Schecken und entfernte sich ein paar Schritte um James bei seiner Arbeit zuzuschauen. Ich muss schon sagen mein neuer Helfer machte wirklich gute Arbeit. Als er das erste Huf fertig hatte stellte er es ab und nahm das zweite Vorderbein in Griff und schnitt mit ein paar gekonnten Bewegungen den Innenstrahl sowie das innere Horn zurecht. Unebenheiten waren entfernt und er stellte den Huf auf den Hufbock, wo er wieder mit der Außenkorrektur weiter machte. Er schnitt die ungeraden Stellen weg, raspelte sie glatt und stellte das Bein wieder auf den Boden ab. Nun half ich ihn beim Hinterbein und hielt es für den Anfang fest, da wir noch nicht wussten wie er da wohl Reagieren würde. Doch er ließ es über sich ergehen und James konnte ohne Probleme das Innenhorn schneiden. Auch beim Aufbocken des Hinterhufes, machte der Schecke keine Zuckungen und kaute gemütlich mit den Zähnen, während James sein Außenhorn begradigte und Kanten mit der Hufraspel entfernte. Das dritte Huf war erfolgreich neu geschnitten und das letzte war an der Reihe. Diesen übernahm nun ich hob das bein ab, schnappte mir den Huf und schnitt das abgestorbenen Innenhorn weg. Dann stellte ich sein Hinterhuf auf den etwas entfernten Hufbock und begradigte mit ein paar Bewegungen den Rand des Hufes. Schon war die Arbeit getan und ich ließ das Bein zu Boden. Tassila strahlte über beide Ohren und lobte ihren gescheckten Hengst ehe sie nochmal eine Runde drehte und die neuen Hufe bewunderte. ,,Ich bringe Pacco nur mal eben Weg und dann können wir den Rest klären. Nickend gab ihr James die Antwort und ich kehrte das am Boden liegende Hirn weg, machte es in eine Schaufel und schmiss den Dreck auf die mit Mist befüllte Schubkarre.
    Als Tassila zurück kam, hatte sie für uns zwei Kaffee's dabei, welche wir ihr dankend abnahmen und noch ein wenig zusammen saßen.
    5911. Zeichen

    Training ( x5)
    Dressur E-A [10.03.16 - Jackie]

    "Willkommen auf Briar Ridge", sagte Vel Stanton mit ihrem niemals endenden Lächeln. Dabei bildeten sich richtige Grübchen in ihrem Gesicht von denen Ashley meinen könnte, sie hätten niemals existiert. "Eh ja vielen Dank. Miss Stanton ? Ich muss aber leider wieder gehen, ich wollte ihnen nur die Pferde vorbei bringen", Hunter Crowley war etwas in Eile. "Ich habe noch nicht eingecheckt", sagte er ziemlich nervös und spielte dabei immer wieder mit seinen Fingern an seiner Jacke. Vel, schien begriffen zu haben, sie nickte und hob ihre Augenbrauen in die Höhe. "Können sie sich nur eben eine Minute Zeit nehmen ? Sie müssen noch die Papiere unterschreiben, danach kümmern sich unsere Trainer um ihre Beiden.", er nickte und folgte Vel ins Büro. In der Stallgasse hantierte währenddessen Ashley mit Redneck (Darly Gone Mad). "Ashley lass das Pferd in Ruhe ! Es wird dich noch verletzen", schimpfte Vel ihr hinterher. "Aber Mum!", Ashley sah das Vollblut etwas enttäuscht an "Meine Mutter hat doch gar keine Ahnung von dir". Liebevoll streichelte sie Rednecks Gesicht, es war untypisch für ihn, dass er sich anfassen ließ. "Nun aber zu ihnen", sprach Vel zu Hunter. "Hier steht ihr Wohnort, dort der Name ihrer Pferde sowie sonstige Informationen. Sie müssen nur noch unterschreiben. Bear Brook EC in Lincolnshire stimmt aber oder?"
    "Ja alles richtig", hektisch unterschrieb Hunter den Trainingsvertrag. "Sehr gut. Kommen sie wirklich von so weit her ?"
    "Ja, jetzt muss ich aber los!", glatt stieß Hunter den Stuhl beim aufstehen um, so eilig hatte er es. Vel blickte den jungen Burschen verwundert hinterher und folgte ihm im schnellen Schritt. "Bis bald!", Hunter warf ihr noch ein letztes Lächeln zu und stieg in seinen Wagen um sich auf zum Hotel zu machen. Nun waren die Pferde an der Reihe. Vel teilte Rick McSullen den Auftrag zu, welcher Thomas befahl die Pferde zu versorgen. Morgen sollten sie dann trainiert werden.
    *
    Am nächsten Morgen übernahm Jarret den zierlichen Rapproan Hengst, Heart of Ocean. Er holte das bereits gesattelte Pferd aus der Box, um ihn in der Halle warm zu reiten. Dabei fasste Jarret die Zügel kurz, sodass Ocean wenig Halsfreiheit hatte. Nach 10 Minuten gab Jarret dem Hengst die Haken um anzutraben. Da Ocean bereits einige Lektionen aus der A Dressur kannte, fehlte nicht mehr viel was dem Pferd beigebracht werden musste. Jarret ritt an F vorbei zu A und wechselte bei K durch die halbe Bahn, bei B angekommen ritt er schließlich wieder auf dem Hufschlag weiter. Nun musste Ocean das gleiche Spektakel auf der anderen Hand bewältigen, also ritt Jarret zunächst nach E um von dort aus in einem Bogen nach A zu reiten, nun konnte er an K vorbei Richtung H reiten. Im Trab ritt er zunächst auf den Hufschlag bis nach M um erneut durch die halbe Bahn zu wechseln. Bei E machte er zunächst halt. Auf Dauer wurde Ocean das Gebiss jedoch zu unangenehm, er schüttelte den Kopf und versuchte die Zügel los zu reißen, Jarret jedoch blieb hart und zog die Zügel bloß noch straffer an. Ocean begann zu quietschen und versuchte den Kopf nach unten zu reißen, da gab Jarret ihm die Gerte und trieb ihn in kleinen 8-Meter Volten. Ocean gab nach und beruhigte sich. Als nächstes galoppierte Jarret Ocean an. Nach einem Zirkel parierte er Ocean wieder in den Schritt durch und galoppierte ihn nach vier Schritten auf der neuen Hand wieder an. Ocean jedoch stockte etwas, darum wollte Jarret die Übung wiederholen. Er parierte Ocean durch, gab ihn nach drei Schritten eine halbe Parade und gab mit dem neuen inneren Zügel nach. Ocean galoppierte an. Nun gab er dem Hengst eine Parade und setzte sich tief in den Sattel, schloss dann seine Fäußte und spannte seinen Oberschenkel an, Jarret gab nach und trieb Ocean wieder an. "Perfekt", sagte er nüchtern und fuhr das Training fort indem er im versammelten Trab das Viereck verkleinerte und wieder vergrößerte. Zu guter letzt hielt er Ocean an und ließ ihm die Zügel aus der Hand kauen, dann stieg Jarret ab um Ocean an Thomas zu übergeben. "Bitte", sagte er kühl und drückte dem Pfleger die Zügel in die Hand. Thomas betrachtete den hübschen Hengst und rieb seine Stirn. "Mensch du schwitzt ja richtig", schnell brachte er den Rapproan in den Stall um ihn abzusatteln und ihm eine Decke aufzulegen damit er nicht krank wurde. "Jarret kann ein richtiges Arschloch sein oder ?", Thomas seufzte und verweilte eine Weile bei Hunters Pferd.
    *
    Nun war Sven damit beschäftigt Missy (Chuckling Dancing Mess) zu trainieren. Sie war mit der Dressur noch gar nicht vertraut, weshalb ihr Trainingsprogramm relativ klein ausfallen würde. Zunächst ritt Sven in die Reithalle ein und gurtete Missys Sattel nach. Schließlich trieb er die Vollblutstute an, sodass sie im Mittelschritt durch die ganze Bahn ging. Sven hielt die Zügel angenehm locker und achtete auf Missys Körpersprache. Zunächst ritt Sven nach C, auf den Zirkelpunkt bei M über X und schließlich zum Zirkelpunkt H. Erneut ritt Sven eine ganze Bahn, daraufhin trieb er Missy an um auf der linken Hand leichtzutraben. Nun ritt er in Schlangenlinien durch die ganze Bahn. Von A nach K, vorbei am Zirkelpunkt nach B und schließlich vom Zirkelpunkt von H nach C. Seine Hände lagen dabei konstant und ruhig am Hals der Stute. Nachdem Missy zehn Minuten lang getrabt wurde, gab er eine Parade und galoppierte Missy an. In Missy wurden Instinkte ausgelöst die sie dazu verleiten wollten schneller zu laufen, Sven jedoch hielt sie im Zaum, sodass sie in einem angenehmen Arbeitstrab auf der linken Hand lief. Nun wollte Sven die Seiten tauschen, also wechselte er durch die ganze Bahn und galoppierte auf der rechten Hand einen großen Zirkel. "Klopf Klopf", rief auf einmal eine sanfte Frauenstimme. Nein es war nicht Ashley. Sven drehte sich um und blickte zur Bande. Dort stand Judy, welche ihn temperamentvoll anlächelte. "Kann ich dir einen Ratschlag geben ?", sie lächelte.
    "Was denn ?" Sven zog ein wenig an den Zügeln bis Missy, wenn auch widerwillig stehen blieb. "Die Stute braucht etwas zu tun. Ich würd mit ihr Stangenarbeit machen, dann ist sie konzentrierter als wenn sie lächerliche Hufschlagfiguren laufen muss.", nun betrat Judy die Halle und nahm sich die ersten Holzstangen von der Wand. "Ich leg dir welche hin", sie schleppte die schwere Stange in die Mitte der Halle und holte 4 weitere. Dann klopfte sie sich die Hände ab und stellte sich an die Hallenwand. "So, dann reit mal im Trab über die Stangen". Sven taxierte die Holzbalken an und ließ Missy schnellen Schrittes drüber traben. PLONG. Die Stute stolperte über das Holz und schlürfte zurück auf den Hufschlag. "Guck. Sie ist gar nicht ganz bei Sache. Also noch mal". Erneut taxierte Sven die Stangen an. "Treib sie ein wenig", Missys Kopf schnellte hoch als Sven ihr etwas in den Bauch drückte. Schnell hob sie die Hufe weiter an und trabte diesmal etwas ordentlicher über die Stangen. "Das sieht schon besser aus Sven, allerdings war es nicht perfekt. Versuchs noch mal". Sven steuerte erneut auf die Stangen zu. Diesmal blieb die Stute konzentriert und trabte sauber über die Stangen hinweg. "Perfekt. Als Abschluss des Tages galoppier mit ihr über die Stangen. Aber warte, ich muss einen größeren Abstand legen". Bis Judy fertig war, ritt Sven die Stute im Galopp auf den Zirkel. Nun galoppierte er direkt auf die Stangen zu, allerdings in einem Mittelgalopp. Missy berührte einige Stangen, wurde kurz darauf aber direkt konzentrierter. Nach einem zweiten Anlauf, berührte sie nur noch eine Stange. "Gut. Ich möchte jetzt 5 Runden auf den Zirkel sehen, ohne dass du, bzw. das Pferd die Stangen berührt. Sven schwitzte bereits, ritt auf den Zirkel und über die Stangen hinweg. Nun war keine Zeit zum ausruhen, Sven musste erneut auf den Zirkel reiten um über die Stangen zu galoppieren. Nach den weiteren Versuchen konnte Sven endlich in den Schritt und auf die ganze Bahn reiten. Er ließ die Zügel locker, klopfte Missys Hals und lehnte sich erleichtert in den Sattel. "Man bist du eine Mimose", scherzte Judy und warf ihm einen neckenden Blick rüber. "Hey, kannst du mir mal die Decke rüberreichen?"
    "Ist dir kalt?", Judy lachte laut. "Natürlich nicht, aber das Pferd dampft" Sven konnte ein Männer-Kichern dennoch nicht unterdrücken. Er nahm ihr dankbar die Decke entgegen und deckte das Vollblut beim Trockenreiten ein. Es war als würde alle Last von Missy fallen, ein lautes Furzgeräusch ertönte, gefolgt von einem großen Apfelhaufen. "Mach ich schon", sagte Judy amüsiert und bewegte sich zum Mistboy. "Danke". Nach einigen Minuten stieg Sven vom Pferd und führte es in den Stall. Den Rest übernahm Thomas.
    *
    Als Thomas am nächsten Tag den Stallrundgang machte, bekam er einen Schrecken als er Ocean erblickte. Er stand an der hintersten Ecke der Box mit angelehnten Ohren und aufgerollten (?) Augen. "Hey alles gut", sagte Thomas mit einer sanften, leisen Stimme. Bei den Klang seiner Stimme, richtete Ocean seine Ohren wieder auf, blieb dennoch weiterhin hinten in der Box stehen. Eigentlich sollte Ocean in kürze von Jarret geritten werden. Also wartete Thomas einfach auf den Trainer und fütterte in der Zeit die anderen Pferde. Als Jarret reindonnerte und Ocean aus der Box führen wollte, sah er, dass das Pferd nicht gesattelt war. Wütend brüllte er durch die Stallgasse "WARUM IST ER NICHT GESATTELT ?" Thomas lief schnell zu ihm und versuchte ihm den Zustand des Pferdes zu erklären. "Hör mal! Das ist mir Scheiß egal! Deine Aufgabe ist es die Pferde vor dem Training zu satteln! Ansonsten siehste dich auf der Straße wieder". Das hat gesessen, Thomas blickte verschämt zu Boden. Er hielt es nicht für richtig das Pferd in solch einem Zustand zu reiten, geschweige denn überhaupt zu satteln. Aber was sollte er bloß tun, er konnte doch nicht gefeuert werden. Also ging er schnellen Schritts in die Sattelkammer um alles nötige zu holen. Ocean zu satteln war jedoch mehr als eine Herausforderung. Der Hengst wusste genau was geschehen wird und drehte sich ständig weg. Das er Thomas nicht angriff war schon ein Wunder. Als Thomas es jedoch geschafft hatte die Trense und den Sattel anzulegen, dampfte Jarret wütend davon. Thomas konnte ihm nicht folgen da er zuerst seine Arbeit zu ende machen musste. Also beeilte er sich mit seinen Verpflichtungen und betrat Augenblicklich die Halle um Jarret beim Training zu zusehen. Was er jedoch sah war mehr als nur erschreckend. Jarret riss an den Zügeln, hielt sie unangenehm kurz sodass Ocean keine Freiheit mehr hatte. Die Dressurlektionen beherrschte er zwar nun - aber Thomas bezweifelte, dass er sich in Zukunft gut reiten lassen würde. Zwischendurch tat Ocean sogar den ein oder anderen Buckler, Jarret jedoch gab ihm einen Hieb mit der Gerte und anschließend einige Volten um das Pferd wieder zu beruhigen. "Was wird bloß Hunter sagen", murmelte Thomas enttäuscht. Er ging noch mal zurück in den Stall um dem Pferd eine Decke zu holen wenn es vom 'Training' wieder kam. Dann brachte er den völlig verstörten Ocean eingedeckt in die Box. Thomas blieb etwas länger als nötig in der Box "Oh mein armer armer Junge. Was soll ich denn bloß tun. Es tut mir so Leid!" Das Training mit Missy hingegen verlief gut. Sven hatte die Stute gut unter Kontrolle und konnte ihr Temperament zum Vorteil nutzen.
    *
    Hunter bekam nach eineinhalb Wochen einen Anruf. Ocean und Missy seien soweit. Also fuhr Hunter nach GreenBriar Ridge. "Hallo", Vel lächelte ihn begeistert an. "Schön dass es so schnell ging", sagte Hunter etwas verunsichert. "Thomas verlädt die Pferde jetzt in den Hänger, wenn sie wollen können sie in der Zeit einen Kaffee trinken"
    "Oh nein Mrs. Stanton! Ich helfe Thomas, sind ja schließlich meine Pferde" - "Ok", Vels Lächeln verflog und sie blickte verunsichert in den Stall. Offensichtlich hatte Hunter dies mitbekommen denn er fragte "Ist etwas?", als er das schrille wiehern seines Pferdes hörte. Langsam und zögerlich betrat er den Stall um zu sehen was vorgefallen war. Ocean bäumte sich mehrfach auf, versuchte sich zu wehren und weigerte sich einen Schritt weiter zu gehen. Hunters Herz wäre beinahe in die Hose gerutscht als er sein Pferd erblickte. Schnell lief er auf Ocean zu "Ruhig mein Junge", erst als Ocean mit allen Vieren auf den Boden stand, blickte er zu Thomas und sagte wütend "Was habt ihr mit meinem Pferd gemacht!?", Thomas kamen beinahe die Tränen. Er war doch unschuldig. Er wollte Jarret doch immer wieder davon abhalten. Schnell klärte er die Situation auf, enttäuscht streichelte Hunter sein Pferd. "Oh mein Junge. Wie konnt ich denn nur ahnen". Thomas führte in der Zwischenzeit Missy in den Hänger, wartete vor dem schließen noch auf Hunter, der sein Pferd beruhigt hatte und zu der Stute stellte. "Hunter es tut mir wirklich Leid. Jarret kann reiten, hat aber absolut kein Feingefühl was die Pferde betrifft", Hunter antwortete nichts darauf, sondern stieg stumm in den Wagen. Mit dieser jämmerlichen Verabschiedung fuhr er schließlich zurück nach England.

    Dressur A-L [30.06.16 - Samarti]
    Obwohl Matthew sich ursprünglich um das Training von der Vollblutstute von Hunter kümmern wollte, blieb es letztendlich doch an mir hängen – und das nur aus dem Grund, dass Matthew sich bald mal Urlaub nehmen wollte und somit noch einige letzte Einkäufe erledigen musste, denn für ihn ging es nächste Woche nach Spanien. Ein wenig neidisch war ich schon, aber ich hatte selbst allerhand hier zu tun; mein Urlaub müsste sich also mal verschieben.
    Auch mit der Vollblutstute ging ich immer wieder ins Gelände. Bei ihr war besonders wichtig, dass sie sich mir öffnete, denn zu ihr durchzudringen war anfangs sichtlich schwer. Hunter hatte mich bereits vorgewarnt, dass sie sehr wählerisch sein sollte, dennoch hätte ich nicht damit gerechnet, dass sie mich zu Beginn komplett ignorieren und überhaupt nicht beachten würde.
    Die Bodenarbeit und die Arbeit im Gelände, inklusive entspannter Schrittausritte, nutzten wir also vor allem, um uns gegenseitig kennenzulernen und damit sie mir vertraute. Wäre diese Basis erst einmal geschaffen und das Fundament gelegt, würde dies die Arbeit mit dem Vollblut sichtlich vereinfachen und erleichtern. Und tatsächlich ging mein Plan nach einer Weile auf, denn nach einiger Zeit wurde die eigentlich ziemlich hübsche Stute sehr viel kooperativer als sie es ganz am Anfang noch gewesen war.

    Chuckling Dancing Mess hob nicht einmal den Kopf, als ich vor ihrer Box stand und hinein lugte, denn die Stute widmete sich vollkommen ihrem Heu und würdigte mich keines Blickes. Erst, als sich die Boxentür öffnete und sie das Halfter in meiner Hand erkannte, drehte sie mir den Hintern zu und legte die Ohren etwas an, um mir ihr Desinteresse mehr als deutlich zu machen. Während sie weiterhin auf ihrem Heu kaute, gelang es mir irgendwann, das Pferd auszutricksen und ihr das Halfter über den ausdrucksstarken Kopf zu streifen, was Missy zwar über sich ergehen ließ, doch ich konnte jetzt schon ihre Unlust erkennen, die sie auch nicht zu verstecken versuchte.
    Ehrlich gesagt ließ ich mir einige Zeit, um die goldfarbene Stute vorzubereiten und trödelte ziemlich viel herum, um mich davor zu drücken, die Hitze draußen zu durchqueren. Doch als bereits eine gute Stunde vergangen war und die Dämmerung langsam einsetzte, da es schon knapp zwanzig Uhr war, blieb mir nichts anderes über, als mich gemächlich mit dem Englischen Vollblut auf den Weg in die Reithalle zu machen. Diese stand glücklicherweise nicht weit von dem Stallgebäude, in dem wir waren, entfernt, sodass unser Weg zwar verdammt warm, aber angenehm kurz war.

    In der Reithalle angekommen, bemerkte ich, dass wir die Einzigen waren, die hier momentan herumturnten, worüber ich ebenso erleichtert wie glücklich war. Die Reithalle für sich allein zu haben war immer eine Erleichterung, denn so musste ich nicht auf die anderen Reiter Rücksicht nehmen, die möglicherweise etwas völlig anderes planten. Und wenn hier Sprünge gestanden hätten, hätte uns dies beim Training eher beeinträchtigt als weitergeholfen.
    Die Klasse L beinhaltete in der Dressur ganze fünf neue Bahnfiguren, denen wir uns in der ersten Zeit widmen würden, damit Missy ein angenehmer Einstieg in das neue Niveau geboten werden würde. Während in der Klasse A nur zehn Meter-Volten im Trab gefordert waren, kamen in der L-Dressur acht Meter-Volten dazu, die im Galopp absolviert werden sollten. Dennoch war dies keine Hürde, die für die Vollblutstute unmöglich zu bewältigen war. Wir begannen mit einem größeren Durchmesser, der ihr leichter fiel, und arbeiteten uns langsam auf die acht Meter zu, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Danach ging es an die Figur Halbe Volte links, halbe Volte rechts und Aus der Ecke kehrt mit acht Metern Durchmesser. Diese benötigten zwar insgesamt etwas mehr Zeit als die acht Meter-Volte, doch durch das vorige Training hatte sie bereits begriffen, dass sie etwas längere Wendungen laufen musste, um die Figuren korrekt auszuführen.
    Nachdem auch diese Figuren so aussahen, wie sie aussehen sollten, folgten noch der Wechsel durch die halbe Bahn und der Wechsel durch die Länge der Bahn, welche jedoch kaum der Rede wert waren.

    Ich bemerkte schnell, dass Chuckling Dancing Mess zwar arbeitswillig war, war sie doch sehr hektisch und flott unterwegs. Des Öfteren hatte ich Probleme, sie im Trab zu halten, weil sie stattdessen lieber eine Runde galoppieren wollte. Dieser Punkt bedurfte definitiv noch einiger Arbeit, denn so trabte sie kaum und wenn, dann nur sehr kurze Strecken, bis sie schon in den Galopp fiel. Besonders bei den versammelten Gangarten fiel das stark ins Auge.
    Obwohl dies in der L-Dressur lediglich die Versammlung im Trab und die Versammlung im Galopp betraf, hatte Missy schnell herausgefunden, dass die Herangehensweise für sie total Banane war. Die Schritt-Trab-Übergänge, die wir durchführten, um den versammelten Trab zu erreichen, fand sie, auf gut Deutsch gesagt, stinklangweilig und total dämlich, weshalb sie hier öfter mal auf Durchzug stellte und sich gegen mich wandte. Wenn es dann mal klappte, dass wir mehrere Wiederholungen durchführen konnten, so verstand das Vollblut doch recht schnell, was ich von ihr verlangte und zeigte somit, dass ihr Widerspruch keinesfalls aus Dummheit bestand, sondern einfach, weil sie keine Lust hatte.
    Während wir die Schritt-Trab-Übergänge wiederholten, verlangsamte Chuckling Dancing Mess ihren Trab also schon bald völlig selbstständig – zumindest nachdem wir ihr den Teil mit dem Angaloppieren aus dem Kopf geschlagen hatten –, da sie schnell den Sinn dahinter fand und verstand, dass sie nach dem Trab sowieso wieder den Schritt erwarten sollte und durchpariert werden würde. Dabei verkürzte sie also ihr äußeres Erscheinungsbild, was uns auf Dauer dann irgendwann zu den Anfängen eines versammelten Trabs führte, welche es nur noch auszubauen galt.
    Ebenso verhielt es sich beim versammelten Galopp. Auch hier folgten einige Schritt-Galopp-Übergänge, und da der Gold Champagne nicht blöd war, konnte sie natürlich eins und eins kombinieren und wurde auch im Galopp langsamer und verkürzte ihren Rahmen, wobei sie sich versammelte.

    Als die Gangarten sicher saßen und die Versammlungen einwandfrei abgerufen werden konnten, wandten wir uns dem Ende des Trainings zu: den Lektionen. Zwar hatte ich hin und wieder im Training auch mal einige, kleinere Anfänge der Lektionen eingebaut, damit Abwechslung gegeben war, so richtig Thema wurden diese jedoch immer erst zum Schluss, damit wir uns stets langsam steigern konnten. Neu hinzu kamen diesmal der Außengalopp, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung, wobei wir hier mit dem Außengalopp begannen.
    Hierbei galoppierten wir im Handgalopp und wechselten dann durch die halbe Bahn. Da beim Wechsel durch die ganze Bahn die Ecke ziemlich früh kam und Pferde dann im schlimmsten Fall in den Kreuzgalopp wechselten, war die halbe Bahn die günstigere Alternative, um den Außengalopp zu erreichen.
    Nach dem Wechsel durch die halbe Bahn hatten wir etwa zwanzig Meter, die wir im Außengalopp hinter uns brachten, bevor die nächste Ecke kam, in die wir allerdings nicht ritten, danach allerdings direkt wieder durch die halbe Bahn wechselten, um wieder in den Handgalopp zu springen, woraufhin ich Missy lobte und das Vorgehen wiederholte. Während der Übung musste ich natürlich stets darauf achten, dass ich meine Verbindung zum Pferdemaul nicht verlor und mein Gewicht richtig einzusetzen wusste. Zudem übten wir das Ganze auf beiden Händen, damit nicht der Fall eintrat, den ich bei einem meiner „Patienten“ schon einmal erleben durfte: Der Ausbilder hatte den Außengalopp lediglich auf der rechten Hand geübt, weshalb die linke Hand praktisch zur Unmöglichkeit geworden war.
    Auf den Außengalopp folgte die Kurzkehrt, die wir erreichten, indem ich die Schritte der Vollblutstute verkürzte, Missy also aufnahm, und nach links stellte, woraufhin das Pferd sich nach innen biegen sollte. Zu der Biegung nach innen verlagerte ich mein Gewicht in die Richtung, trieb mit dem inneren Schenkel und ließ den äußeren eine Handbreit hinter den Sattelgurt wandern, um die Biegung aufrechtzuerhalten. Am äußeren Zügel gab ich nach, um die Biegung überhaupt erst zu ermöglichen. Ab dem Moment, an dem das Pferd vorwärts-seitwärts treten wollte, hielt ich die Vorwärtsbewegung auf, indem ich mein Kreuz und meine Oberschenkel anspannte und eine kurze Parade am äußeren Zügel gab.
    Ich spürte immer wieder, wie konzentriert der Vierbeiner bei der Arbeit war und wie sehr sie sich trotz ihres Dickkopfes doch bemühte, alles korrekt auszuführen. Mit der Zeit hatten wir immer mehr gelernt, miteinander zu arbeiten, sodass die Phasen, in denen wir beide auf stur schalteten, so gut wie gar nicht mehr eintraten – und wenn doch, dann wurde die Übung so umfunktioniert, dass auch Missy nachgab und bereitwillig mitarbeitete.
    Immer, wenn die Sechsjährige seitwärts getreten war, trieb ich innen nach, um den nächsten Schritt auszulösen. Kreuz, Oberschenkel und der äußere Zügel hielten wieder die Vorwärtsbewegung auf. Dies ging so weiter, bis ein Halbkreis entstanden war, dann wiederholten wir das ganze Vorgehen nochmal – mit der Ausnahme, dass ich die Vorwärtsbewegung diesmal nicht aufhielt. Daraufhin stellte ich Missy wieder gerade und ritt mit ihr weiter.
    Je öfter wir dies übten, desto genauer und schöner führte das helle Pferd die Übung aus, sodass ich mich auch hiermit bald zufriedengeben konnte und die Kurzkehrt ebenfalls abhakt werden konnte.
    Der letzte Punkt auf meiner imaginären Checkliste war die Hinterhandwendung, welche für die Engländerin wohl am einfachsten anzueignen war. Zur Übung lagen hier am Anfang zwei Stangen in einem rechten Winkel zueinander auf dem Boden, die als Begrenzung dienen sollte. Dann ritten wir auf die Mittellinie, wendeten aus dem Schritt heraus und führten unseren Weg in die Ecke fort, in welche wir hineinritten. Es lag nun an ihr, dass sie sich um ihr inneres Hinterbein drehte.
    Wir übten dies so lange, bis es auch ohne die Stangen klappte und ich somit auch hier einen geschwungenen Haken setzen konnte, was das Ende des Trainings bedeutete.

    Es war also das dritte von drei Pferden, die in Hunter Crowleys Besitz waren und mit denen wir das Training erfolgreich abgeschlossen hatten. Dies bedeutete für mich, dass ich nun die Trainingsbestätigungen gesammelt per Post verschicken könnte und die drei Vierbeiner ihre Heimreise antreten würde. Mit Clarke hatte ich bereits gesprochen, ein Flieger war für mich – beziehungsweise die Pferde – organisiert worden und das einzige, was ich dabei zu tun hatte, war, die drei zum Flughafen zu verfrachten.
    Leichter gesagt als getan. In den Transporter wollten Ocean und Missy nicht so recht, ließen sich erst mit der Hilfe von Eismärchen und einigen Leckerlis dazu bringen, den Weg in die kleinen Boxen im Transporter zu bestreiten. Aber auch das war irgendwann geschafft und nachdem ich die Klappe verschlossen hatte, stieg ich ins Auto, drehte den Schlüssel im Zündschloss und machte mich auf den gefühlt unendlich langen Weg zum nächsten Flughafen.

    Dressur L-M [20.10.16 - Friese]
    Chuckling Dancing Mess - Dressur L auf M; Scarlet in Birth - Military E auf A
    „Missy ist doch gut. Wir haben doch die letzten Tage auch miteinander gearbeitet“ seufzte ich, als ich versuchte der Stute das Halfter über den Kopf zu ziehen. Die letzten Tage waren relativ gut verlaufen und nun sowas.

    Rückblick
    Vor ein paar Tagen war mein Flugzeug gelandet und Hunter hatte mich gleich abgeholt. Wir hatten alles Wichtige bereits vor meiner Abreise geklärt und hatten dann die letzten Details im Auto noch geklärt. Am Hof stiegen wir aus und er hatte mir die Pferde gezeigt. Zwei hübsche Dinger und auch vom Charakter her waren sie wirkliche Herausforderungen. Die nächsten Tage sollten nach meiner ersten Einschätzung sehr spannend werden.

    Zurück im Hier und Jetzt
    Oh ja! Die letzten Tage waren spannend geworden, aber es war dennoch gut gelaufen. Nichts im Vergleich zu jetzt gerade. Nach gut einer viertel Stunde hatte ich es jetzt dann doch mal geschafft. Chuckling Dancing Mess war dennoch nicht sonderlich begeistert. Ich seufzte kurz und klopfte ihr doch noch kurz den Hals. Ich holte ihren Putzkoffer und fing an ihr Fell sauber zu machen. Dies ging relativ schnell und ich ging nochmal in die Sattelkammer. Dort nahm ich mir ihren Dressursattel und die Trense mit. Sanft klopfte ich nochmal ihren Hals und legte ihr dann den Sattel auf den Rücken. Die Stute zickte wieder ein bisschen und ich versuchte nochmal sie zu beruhigen. Das würde ja heute ein witziges Training werden. Ich holte noch meinen Helm und die Gerte. Dann zog ich mir ersteren auf und trenste die Stute noch. Gemeinsam ging ich mit ihr zur Halle. Dort stieg ich dann auf ihren Rücken. Wir hatten bereits mit den Aufgaben der M-Dressur angefangen, aber da sie heute so komisch drauf war, wollte ich sie nicht weiter überfordern oder fördern sondern einfach nochmal ein bisschen den Grundgehorsam unter dem Sattel üben. Ich hatte Hunter vorher nach Erlaubnis gefragt und er fand die Idee wirklich gut. Ich klopfte sanft ihren Hals als ich aufstieg und ritt sie in aller Ruhe warm. Ganz in Ruhe war dies jedoch nicht, da sie immer wieder den Hals hochriss. Ich klopfte ihren Hals nochmal und übte dann Schritt-Trab- Übergänge. Sie sollte einfach lernen, dass sie dann nicht einfach weiterrennen sollte. Unsere eigentliche Trainingseinheit bestand nur daraus und aus Zirkeln und Volten. Vorhand- und Hinterhandwendung. Am Ende ließ ich ihr die Zügel lang und ritt sie wieder ab. Wirklich gefallen hatte ihr das ganze heute merkbar nicht und ich konnte mir schon denken, dass sie auch morgen nicht sonderlich Lust hatte zu arbeiten. Nachdem sie trocken war, stieg ich von ihrem Rücken und führte sie dann noch kurz ein paar Runden. Hierbei musste sie immer strickt hinter mir bleiben. Eigentlich würde ich das überflüssig finden, aber ich fand ihre Art mir gegenüber heute einfach nicht in Ordnung. Gerade schnappen und das ohne Ende war ich einfach kein Fan von. Ich brachte die Stute in ihre Box und verräumte dann alles. Als nächstes holte ich Scarlet in Birth aus ihrer Box und putzte sie dann. Die Stute hatte auch einen eher anstrengenden Charakter. Ich klopfte ihren Hals und holte dann ihren Sattel und die Trense. Dann holte ich noch die Gamaschen und meinen Helm. Ich platzierte alles auf der Stute und führte sie dann aus dem Stall. Ich lobte sie nochmal kurz und stieg dann auf ihren Rücken. Ich ließ ihr die Zügel lang und ritt sie im Gelände warm. Als nächstes folgte die Geländestrecke. Scarlet war ganz schön hitzig und schien schon zu wissen was nun kommen würde, als ich den Weg zur Strecke an. Ich trabte die Stute erst mal an der Strecke vorbei und ging sie dann im Galopp in die Richtung zurück in die wir gekommen waren. Danach lenkte ich sie nun endgültig auf die Strecke und sprang sie eine Runde. Die Stute zog brav an den Sprüngen an und schnaubte immer wieder ab. Scheinbar schien ihr das ganze hier sehr Spaß zu machen, aber genau das hatte ich die letzten Tage schon gemerkt. Morgen würde ich sie auf dem Platz nochmal springen. Aber darüber würde ich mir morgen nach dem Training mit Missy genauer Gedanken machen. Ich klopfte sanft den Hals der Stute und ging den Parcours dann ein weiteres Mal. Zum Schluss ritt ich sie ab und ließ ihr die Zügel auf dem Weg nachhause heim. Am Stall zurück, stieg ich von ihrem Rücken und klopfte ihr nochmal den Hals. Dann brachte ich sie in die Box und sattelte sie ab. Als nächstes folgte die Trense. Ich räumte beides auf und entfernte dann noch die Gamaschen von ihren Beinen. Ich räumte auch sie auf und gab den beiden Stuten noch etwas zu fressen. Für heute hatten sie beide den restlichen Tag eine Pause verdient. Ich klopfte beiden Hals nochmal, doch Messy schien darüber nicht gerade so erfreut. Ich ging nach drinnen und machte mir was zum Essen. Dann schaute ich meinen Plan nochmal durch und vermerkte in meinem Trainingsbuch über alles heute. Ich las mir noch ein paar Bücher durch über Bodenarbeit, Fohlen ABC und Einreiten. Da es schon spät war ging ich nur noch kurz duschen und auch schon ins Bett.
    Ich holte Chuckling Dancing Mess aus der Box und heute schien alles wieder besser sein. Nicht super, aber besser als gestern. Ich klopfte den Hals der gold champagnefarbenen Stute. Ich band sie dann vor der Box an und putzte sie schließlich. Als nächstes holte ich den Sattel und die Trense. Ich platzierte den Sattel auf ihrem Rücken und ging ein weiteres Mal in die Sattelkammer. Ich holte die Bandagen aus dem Spind und ging dann wieder zurück zu der Vollblutstute. Ich klopfte nochmal ihren Hals und bandagierte ihr die Beine. Als ich damit fertig war trenste ich sie und setzte meinen Helm auf. Gemeinsam ging ich mit ihr wieder zur Halle und stieg dort auf ihren Rücken. Ich ritt sie wieder in aller Ruhe warm und begann dann mit den bereits geübten Aufgaben der M-Dressur. Das heutige Merkmal lag auf Traversalen und Traversen. Ich klopfte ihr immer wieder dazwischen den Hals und versuchte weiterhin sie nicht zu überfordern. Dennoch sollte sie heute ein bisschen weiterkommen, da ich bald abreisen würde. Nachdem ich mit dem Training fertig war, ritt ich sie ab und brachte sie dann wieder in den Stall. Ich räumte ihr Zubehör auf und brachte sie nach draußen auf die Weide. Ich holte Scarlet aus der Box und putzte sie auch. Ich ging in die Sattelkammer und holte dann sowohl den Sattel als auch die Trense. Ich holte zudem noch die Gamaschen und platzierte alles auf der Stute. Ich zog ihr nochmal die Trense vom Kopf, da ich komplett vergessen hatte, dass ich die Hindernisse noch nicht aufgebaut hatte. Ich zog ihr das Halfter wieder auf dem Kopf. Ich ließ sie kurz stehen und ging zum Platz. Ich baute die Hindernisse auf und ging wieder nach drinnen. Zusammen mit der Stute ging ich wieder nach draußen und stieg auf ihren Rücken. Den Helm hatte ich natürlich mitgenommen und bereits aufgesetzt. Ich ritt sie warm und begann mit dem Parcours. Sie machte wirklich gut mit, war hier und da zwar noch ein bisschen zu stürmisch, aber das würden wir bis zu meiner Abreise auch noch hinbekommen.

    Genau diese war auch in einer guten Woche schon gekommen. Die Zeit war wirklich sehr schnell vergangen, aber ich war froh, was ich mit beiden Stuten erreicht hatte. Ich stellte beide Hunter nochmal in der gewünschten Disziplin vor und ging ein letztes Mal auf seinem Hof zum Duschen. Danach fuhr er mich zum Flughafen und ich stieg in das Flugzeug zu Rachel. Sie hatte mich um Hilfe im Stall geboten, besser gesagt um ein paar Trainingseinheiten für zwei Pferde.

    Galopprennen A-L [26.05.16 - Veija]
    Chuckling Dancing Mess & Majd Galopprennen A-L
    Heute waren Alexis und ich auf dem Weg zu Hunter Crowley nach England. Warum Alexis mit von der Partie war? Da ich mich um zwei Pferde kümmern musste. Chuckling Dancing Mess, eine Gold Champagne Stute, und Majd, ein Bay Tobiano Araber Hengst. Ob es so gut war die beiden zusammen galoppieren zu lassen, würde sich noch rausstellen. Doch zunächst saßen wir im Flugzeug und es würde wohl noch eine Weile dauern, ehe wir landen würden. "Was denkst du, wie trainiert man Vollblüter am besten?", fragte ich Alexis und sie überlegte. "Auf einem Rennen hat doch mal jemand gesagt, dass die Pferde jeden Tag 1,5 Stunden trainiert werden." "Das stimmt.", lobte ich sie. "Nur was macht man so lange? Ein Rennen dauert nur knapp 2-4 Minuten.", lachte ich und sah sie fragend an. "Jetzt muss ich überlegen...", murmelte sie. "Ah, ich weiß es! Ich glaube der Trainer hatte gesagt, dass sie die Pferde in aller Ruhe putzen, circa eine halbe Stunde warm reiten und dann auf die Bahn gehen. Mit in die Box stellen und losgaloppieren lassen ist es ja nicht getan.", verkündete sie stolz und wartete auf mein Lob. "Ja und wie gehts weiter? Nach dem Aufwärmen sind sie auf der Bahn, und dann?", fragte ich sie nun weiter. "Hmmm ich glaube eine Runde Aufgalopp und dann traben sie eine Weile, bis sie in die Startboxen gehen und das richtige Rennen anfängt?", fragte sie unsicher, doch ich nickte. "So hat er das zwar nicht gesagt, aber ich trainiere die Vollblüter so. Naja, ich wärme nicht so lange auf, sonst sind die ja schon völlig fertig, bevor sie mal richtig galoppiert sind.", erklärte ich ihr. "Ich schlafe noch eine Runde, es dauert noch etwas bis wir da sind." "Okay, ich auch."

    Irgendwann, als das Flugzeug zum Landeflug ansetzte, wachte ich wieder auf und schaute nach draußen. Jetzt war wieder der Moment gekommen, weshalb ich Flugzeuge so serh verabscheute- aber was wollte man machen, Pferde hin und her zu fliegen war wesentlich teurer, als Menschen hin und her zu fliegen. Nach dem Landen holten wir unsere Koffer ab und sahen uns nach einem Mann um, der mit einem Schild mit unseren Namen rumlaufen würde, doch wir fanden keinen. Ich schlug mir an den Kopf. "Wir sollten doch eigentlich schon vor ein paar Wochen hier auftauchen, den Termin hatte ich ja abgesagt. Klar, dass er jetzt nicht hier ist. Mist...", fluchte ich und sah auf mein Handy. Wir waren, warum auch immer, in Birmingham gelandet, was knapp 120 Kilometer von Lincolnshire, wo der Hof von Hunter lag, entfernt war. "Ein Taxi wird mordsteuer, ich rufe grade zu Hause an, dass sie mir die Nummer von Hunter durchgeben.", erklärte ich Alexis. "Schau du dich ein wenig um." Es dauerte also nicht lange, ehe ich die Telefonnummer von Hunter Crowley hatte und ihn anrufen konnte, um ihm unsere Lage zu erklären. Er erklärte sich sofort bereit, uns abholen zu kommen und entschuldigte sich gefühlte hundert Mal, obwohl ich ihm andauernd ins Wort fiel um ihm zu sagen, dass es meine Schuld wäre. Er würde ungefähr 1,5 Stunden brauchen, da er ordentlich fuhr und so erzählte er uns noch, dass gegenüber des Flughafens ein gutes Restaurant sei, wo er uns abholen könnte. Ich bejahte dies und sammelte Alexis ein, ehe wir in das Restaurant gingen und uns etwas zu essen bestellten. Unsere Mägen knurrten mittlerweile schon ganz schön.
    Nach einer guten Stunde waren wir satt gegessen und setzten uns draußen auf eine Bank, um auf Hunter zu warten, der nach einer Weile auch angefahren kam. "Hallo, ich bin Verena.", stellte ich mich vor. "Das ist Alexis, meine Cousine." "Freut mich.", sagte er und schüttelte uns beiden die Hand. "Dann wollen wir mal...", meinte er, ehe er uns, ganz Gentleman-like, die Koffer abnahm und verstaute. Ich setzte mich vorne ins Auto, Alexis hinten. Während der Fahrt sprachen wir relativ wenig, schließlich kannten wir uns kaum. In den nächsten Tagen würden wir uns näher kennen lernen und hätten uns bestimmt mehr zu erzählen. "Ich zeige euch gleich euer Zimmer, ich hoffe es ist ok, dass ihr ein Zimmer zusammen habt. Wenn ihr ausgepackt habt, könnt ihr euch die Pferde anschauen, dann gibts auch schon etwas zu essen.", wies er uns ein. Gesagt getan. Auf dem Hof angekommen zeigte er uns unser Zimmer, wir packten aus und waren ziemlich schnell im Stall verschwunden. Dort war ich gar nicht mehr von Savory Blossom wegzubekommen und hätte das Fohlen am liebsten in meinen Koffer gestopft. Ich hatte eine Vorliebe für Blütenzaubers Fohlen, eins durfte ich ja schon mein Eigen nennen, die kleine Blossom Magic. Aber auch sonst hatte Hunter einige Pferde hier stehen, die mir nicht ganz unbekannt waren. Auch zwei Tinker standen hier in seinem Stall, einen davon würde ich nächsten Monat trainieren, sogar in Western! Darauf freute ich mich schon.
    Doch bei diesem Besuch waren wir wegen zweier Vollblüter hier, die wir noch nicht gefunden hatten. "Oh guck mal, da!", sagte Alexis und zeigte auf eine Box, aus der ein schicker Goldschopf herausschaute. "Ah, das ist bestimmt Chuckling Dancing Mess, welche ich zu Hause die ganze Zeit Dancing Chuckling Morris genannte hatte.", lachte ich und Alexis sah mich nur fragend an. "Morris?" "Keine Ahnung, frag mich nicht...", murrte ich und schaute mich weiter um. "Oh, da ist Majd auch.", erklärte ich und auch zu diesem Pferd gingen wir herüber. Wir kraulten auch ihn kurz, bevor wir endlich wieder ins Haus gingen, um etwas zu essen. Es waren jetzt doch wieder drei Stunden vergangen und ein wenig Hunger hatten wir beide. Hunter hatte einen leckeren Hähnchensalat gemacht, wozu wir Brot aßen. "Hm, lecker!", lachte ich und unser Gespräch wurde schon etwas lockerer. Hunter erzählte über seine Pferde, wir erzählten über unsere Ranch.. Schließlich kamen wir zu dem Entschluss, dass Hunter hier ein paar super Galopper hatte. Vielleicht konnte man sich in naher, oder ferner, Zukunft einmal unter die Arme greifen, wenn Not am Mann war.
    Letztendlich ließen wir den Abend mit ein paar Bierflaschen ausklingen und gingen dann ins Bett, denn am nächsten Tag fing das eigentliche Training ja erst an.
    "Hunter hat ja gar keine Rennbahn hier...", sagte ich beim Anziehen zu Alexis und sah ihren entgeisterten Blick. "Na dann müssen wir ihn fragen, wo eine ist und dann da hin fahren.", sagte sie trocken und zuckte mit den Schultern. "Stimmt auch wieder...", murmelte ich und so gingen wir runter, um zusammen mit Hunter etwas zu frühstücken. "Sag mal, wo ist denn die nächste Rennbahn? Du hast ja gar keine hier.", fragte ich ihn dann und erklärte mir den Weg zur nächsten. "Ihr könnt unseren Wagen mit dem Hänger nehmen, ich brauche ihn die nächsten Tage nicht." "Super!", sagten Alexis und ich fast zeitgleich, ehe wir unser Geschirr abräumten und nochmal nach oben flitzten, um unsere Helme zu holen. Erst dann gingen wir in den Stall und verstauten die Ausrüstung im Hänger, bevor wir die Pferde aus der Box holten, sie kurz über putzten und dann im Hänger verstauten. Die Fahrt dauerte nicht lange, ehe wir an der kleinen Rennbahn ankamen. Es war wohl so eine Art Gemeinschaftsrennbahn, denn wir waren hier nicht alleine. Zähneknirschend sah ich zu Alexis. Ich hasste es, wenn beim Training fremde Pferde und Trainer dabei waren, denn oft wurden meine Trainingsmethoden kritisiert, obwohl ich sie für die richtigen hielt. Es war wohl nicht gerne gesehen, dass eine Frau Trainer und Jockey zugleich war. Mal schauen, was die Engländer so zu meckern hatten.
    "Komm, lass uns die beiden ausladen und fertig machen", erklärte ich ihr und sogleich luden wir die beiden Pferde aus, banden eins auf jeder Seite des Hängers an. Majd stand wie eine eins am Hänger, mein herumgewusel, weil ich dauernd Sachen verlegte, interessierte ihn überhaupt nicht, solange er ab und an eine Hand aufgelegt bekam und ich ihn für sein Verhalten lobte. Auch bei Missy und Alexis klappte alles super. Man musste wirklich sagen, Hunter hatte zwei super erzogene Vollblüter, das sah man nicht bei jedem. Als wir fertig waren, stellten wir die Steigbügel zu erst lang ein und gingen auf den kleinen Platz, welchen es an der Rennbahn gab. Gott sei Dank waren wir dort alleine und konnten die beiden Pferde in aller Ruhe aufwärmen. "Wir schauen uns das Ganze gleich mal an, ich habe keine Lust, die beiden mit fremden Pferden laufen zu lassen...", erklärte ich Alexis und sie nickte. "Mir gefällt die Bahn hier auch nicht."
    Nach einer guten halben Stunde aufwärmen stellten wir die Bügel kürzer und gingen zur Sandbahn. Majd war immer noch total cool, während Missy zuunehmends nervöser wurde und unter Alexis hin und her tänzelte. "Du hättest doch besser den Hengst reiten sollen.", lachte ich und schaute zu ihr rüber. Sie fand das jedoch gar nicht so witzig und biss angestrengt die Zähne zusammen. Auf der Bahn abgekommen tänzelte Majd auch ein wenig, so dass ich ihn in den Galopp antrieb und in Richtung Startboxen galoppierte. Alexis und Missy waren uns um Längen voraus, denn die Stute war sofort angaloppiert und losgeschossen. Die Trabphase ließen wir aus, da wir hier eben nicht die Einzigen waren, die hier trainieren wollten. Zum Glück halfen uns dann ein paar Leute, die beiden Pferde in die Startbox zu bekommen, ehe das Signal ertönte und wir losflogen. Missy war sofort einen Kopf vor uns, sie konnte besser starten als der Araber, doch das machte nichts, denn wir holten auf! Es war wirklich bis zum Schluss ein Kopf an Kopf Rennen, welches Missy und Alexis gewannen. "Super!", sagte ich zu den beiden und wir verließen die Bahn, da wir schon angepöbelt wurden, dass wir Platz machen sollten. Hier machte das Training wirklich keinen Spaß. Nachdem ich einen Mann zurück angezickt hatte, entschuldigte er sich und wir wurden in Ruhe gelassen, so dass wir die Pferde absatteln, kurz mit dem Schlauch abspritzen und trocken führen konnten, ohne nochmal darauf aufmerksam gemacht zu werden, dass wir zu langsam seien. Nach gut drei Stunden auf der Bahn fuhren wir wieder zu Hunter und erzählten ihm von dem Tag.
    Die nächsten beiden Tage blieben wir auf seinem Hof und bauten Kondition auf, was wir nicht nur an der Longe, sondern auch unter dem Sattel machten. Zudem übten wir das Starten mit Majd. Die nächsten drei Tage fuhren wir wieder auf die Rennbahn, ehe der Tag der Abreise gekommen war. "Fährst du uns nochmal zum Flughafen?", fragten wir Hunter und er nickte. Wir packten also schnell unsere Sachen, legten sie ins Auto und warteten auf Hunter. Auf der Fahrt redeten wir ziemlich viel über Missy und Majd, ehe wir uns von ihm verabschiedeten und auf unseren Flieger warteten. Für lange würde der Abschied nicht sein, denn bald würde ich für ihn zurückkommen, um ihm die Westernszene ein wenig näher zu bringen.

    Distanz E - A [16.04.17 - Canyon]

    Distanz E - A
    Seleya | Silmaril | Chuckling Dancing Mess
    22.335 Zeichen | Canyon

    Wenn ich einmal hier bin, dachte ich bei mir, kann ich auch gleich noch ein paar Blumen kaufen. Es regnete und der Himmel sah so aus, als sei er seit Tagen so grau und bewölkt. Ziemlich demotivierend. Ich mochte Regen, aber diese Hochhäuser, die ihre Arme ausstreckten, als würden sie die dicken Regenwolken zu uns hinunter ziehen wollen, die machten den erfrischenden Regen zu einem Guss voller Traurigkeit.
    Petyr und Vuyo neben mir schienen dies jedoch gar nicht zu merken. Sie unterhielten sich angeregt über Betriebssysteme. Bereits nach den ersten Minuten im Flugzeug hatte ich aufgehört, diesem Gespräch folgen zu wollen.
    "Da vorne ist ein Blumenladen," unterbrach ich das Gespräch der beiden. "Ich bin gleich wieder da." Vuyo nickte kurz und Petyr schien mich gar nicht erst gehört zu haben. Ich seufzte. Dann zog ich meine Kapuze über den Kopf und verließ den regensicheren Busunterstand.
    Der Blumenladen auf der anderen Straßenseite war über und über mit den verschiedensten Pflanzen bedeckt und wahrscheinlich kannte ich keine drei von denen beim Namen. Ich war definitiv zu selten Blumen kaufen.

    Fünf Minuten später verließ ich mit einem kleinen Strauß roter Tulpen den Laden. Der Regen war immer noch nicht weniger geworden und verwandelte die viel befahrene Straße zu einem reisenden Bach.
    "Was hast du denn mit denen vor?" Petyr drehte sich erstaunt zu mir. Ich war auch erstaunt, aber eher deswegen, weil mein Freund mich ausnahmsweise auch mal bemerkte. Mittlerweile war ich zu dem Entschluss gekommen, dass Charlys Idee doch gar nicht so praktisch war. "Schau mal, ich spendiere euch den Flug, ihr trainiert zusammen Tassilas Pferde und du kannst deine Schwester zum Geburtstag gratulieren. Perfekt, oder?" Hörte ich ihre Stimme in meinem Kopf nachhallen. Ja total perfekt.
    "Für meine Schwester." Nuschelte ich und deutete dann auf das andere Ende der Straße. "Da, Bus."

    Gefühlte Stunden später hielt der Bus an einer einsamen Haltestelle irgendwo im Nichts. Bepackt mit schweren Rucksäcken standen wir also orientierungslos wie im zum Glück immer weniger werdenden Regen. Drei Junge Männer, welche eigentlich schon längst ganz woanders sein sollten.
    "Seit ihr euch sicher, dass das der richtige Bus und die richtige Haltestelle gewesen ist?" Vuyo zweifelte anscheinend an Petyrs nicht vorhandenen Ortskenntnissen. Dieser hatte derweilen seine Nase tief in sein Handy gesteckt, auf welcher er angeblich eine unfehlbare App hatte.
    Wieder deutete ich nach links die Straße entlang und diesmal folgten die Blicke meiner beiden Gefährten meiner Bewegung. Ein einsames kleines Auto fuhr die geschlängelte Straße entlang, verschwand immer mal hinter einem Hügel, nur um kurz darauf wieder aus dem Nichts aufzutauchen.
    "Ist sie das?" Petyr kniff die Augen zusammen und versuchte den Fahrer des Gefährts zu erkennen. Ich zuckte nur mit den Schultern. Solche sinnlosen Fragen war ich mittlerweile nach all diesen Jahren von ihm gewöhnt.
    Klarheit hatten wir erst, als der kleine Wagen auf der anderen Straßenseite anhielt und das Fenster herunter gekurbelt wurde. "Seit ihr die drei vom THT?" Die Frau hinter dem Steuer war jung und hübsch und jedenfalls Petyr und Vuyo schien dieser Fakt davon zu überzeugen, dass sie die Richtige war. Ich folgte ihnen wie immer, was anderes blieb mir ja sowieso nicht übrig.

    Tassila brachte uns auf ein Gestüt unweit der Haltestelle, aber trotzdem soweit, dass ich ganz froh war, nicht hatte laufen zu müssen. Sie schien nett, vor allem hilfsbereit und wenig schreckhaft, immerhin fuhr sie mit drei jungen Männern durch die Gegend. Ohne größere Komplikationen kamen wir jedoch heil auf dem recht großen, aber sehr übersichtlichen Gestüt an. Vom Regen der letzten Tage sah alles recht verlassen und trostlos aus. Die Stangen auf dem Springplatz waren großen Pfützen gewichen und die meisten Pferde standen entweder im trockenen Stall unter den auf den Weiden verteilten Unterständen.
    Petyr und ich teilten uns ein Zimmer, während Vuyo das Glück hatte, eines für sich alleine zu ergattern. Es war klein und gemütlich und während Petyr seinen kompletten Inhalt des Rucksacks im gesamten Zimmer verteilte, ließ ich meinen Rucksack gepackt neben dem Bett stehen. In einigem Tagen würden wir sowieso wieder abreisen, was sollte dann die Arbeit mit dem Ein- und Ausräumen.
    Nachdem wir drei uns eingelebt hatten, Vuyo geduscht und Petyr vergeblich nach dem WLAN-Schlüssel gesucht hatte, machten wir uns auf den Weg in den Stall. Tassila erwartete uns bereits mit den drei Trainingspferden, welche vor ihren Boxen angebunden waren. Bereits im Auto hatten wir Tassila kennenlernen dürfen und Infos über die Pferde sammeln können, sodass mittlerweile feststand, wer welches Pferd trainieren würde. Vuyo blieb seiner alten Leidenschaft treu und würde das Englische Vollblut Missy trainieren. Den ganzen Namen hatte ich mir natürlich nicht gemerkt. Petyr hingegen, der Hengstkenner, würde sich dem einzigen Hengst verschreiben, Silmaril. Bis jetzt hatte Petyr meist die schwierigeren Fälle bekommen. Anscheinend schien seine Motivation nämlich nie enden zu können und er hatte das Talent, sobald der Morgenmuffel munter war, den Tag aufs Neue mit positiver und ständig nervender Einstellung zu beginnen. Für mich blieb nur noch Seleya. Hübsch, zart und ziemlich flink unterwegs, hatte Tassila mir diese beschrieben und ich hatte das Gefühl, dass wir das Ganze ohne Probleme hinbekommen würden.
    Außer den Pferden zeigte Tass uns noch den Stall mit seiner Sattelkammer, sowie die wichtigsten Gebäude des Hofes.
    Ich hatte das Gefühl, als würde das Gestüt nach Nelken duften und hinterließ in mir einen sehr positiven Nachdruck. Auch im Inneren des Stalls herrschte eine angenehme Stimmung. Die Decke hing weit über unseren Köpfen und war gepickt von lichtdurchflutenden Fenstern, welche jedenfalls etwas das miese Wetter vertrieben, das außerhalb des Stall herrschte. Nach einer Führung ließ Tassila uns alleine und jedenfalls ich freute mich darauf, nun mit Seleya beginnen zu können. Petyr hingegen hätte anscheinend gerne noch etwas mehr Zeit mit ihr verbracht, wandte sich dann aber wohl oder übel auch seinem Pferd zu.
    "Spaziergang?" Fragend blickte ich in die kleine Runde. Petyr verzog etwas das Gesicht, etwas Aktion hätte ihm bestimmt besser gefallen, nickte aber. Vuyo war wie immer einverstanden. Ih war schon viele Jahre Trainer und mittlerweile hatte ich mir einen recht guten und festen Trainingsplan angeeignet, welcher natürlich von Auftrag zu Auftrag auf die Bedürfnisse des Pferdes zugeschnitten wurde. Aber diesmal schien ein gemeinsamer Spaziergang für den Anfang keine schlechte Idee.
    "Draußen ist es aber nass." Meckerte Petyr, als er einen Blick aus dem Stalltor warf.
    "Umso besser, da können sich die Pferde gleich dran gewöhnen, dass man beim Distanzreiten mit jedem Wetter klarkommen muss und ein bisschen Nässe ist da wohl das geringste Übel." Meinte ich und begann dann damit, Seleya zu putzen. Stück für Stück erkundete ich ihren Körper, suchte nach Stellen die der jungen Stute gefielen und achtete auf die Dinge, die sie nicht so mochte. Sie schein recht pflegeleicht und schnell hatte ich eine Stelle unter dem Kinn gefunden, wo sie genüsslich den Kopf streckte und sobald ich aufhörte, nach mehr bettelte. Ich war wie immer der letzte, der den Stall verließ. Draußen traf ich wieder auf Petyr und Vuyo und zu dritt machten wir uns auf den Weg. Tassila hatte uns eine kleine Reitkarte gegeben und da wir die nächsten Tage sowieso viel im Gelände unterwegs sein wollten, war dies die perfekte Chance die Reitwege rund um das Gestüt bereits jetzt kennenzulernen und nicht erst dann, wenn es darauf an kam.
    Der Regen hatte zum Glück mittlerweile ganz aufgehört, auch wenn sich Petyr alle paar Minuten beschwerte, dass dieser nun aus dem Blätterdach der Bäume über uns tropfte. Trotzdem merkte ich ihm an, dass er sich auf das Training in der wunderschönen Natur Irlands freute. Auch Vuyo war heute sehr ausgelassen. Obwohl meist schweigsam, dauerte es nur wenige Minuten und die beiden waren abermals in ein tiefes Gespräch vertieft.
    Ich ließ mich etwas zurückfallen und erkundete mit Seleya die Natur rund um uns herum. Ich musste wissen, worauf ich mich einließ, wenn ich das erste Mal in de Distanzsattel steigen würde. Vor raschelndem Laub und allerlei Tiergeräuschen schien Seleya kaum bis gar keine Scheu zu haben. Nur ihr Spiegelbild in den zahlreich vertretenen Pfützen auf nserem Weg wollte ihr nicht gefallen. Stur blieb sie stehen und rührte sich keinen Schritt vor oder zurück. Ich ließ mir die benötigte Zeit, auch wenn dies bedeutete, meine beiden Kollegen etwas aus den Augen zu verlieren.
    Nachdem wir eine besonders fiese Pfütze nach etwas Überredungskunst und einigem nützlichen Wissen überwunden war, war ich soweit zurückgefallen, dass ich mich dazu entschied, etwas anzutraben. Leider war mein Schuhwerk nicht perfekt und ich hatte die hochmotivierte Seleya überschätzt, welche mich die ersten Meter unhaltbar mit sich schleifte, bis ich die Kontrolle wiedergefunden hatte und den Araber zum Durchparieren brachte. Bis wir nun Vuyo und Petyr erreicht hatten, übte ich ausführlich antraben und durchparieren und konnte jedenfalls kleine Fortschritte bei uns sehen.
    Auch Vuyo und Petyr hatten die Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern ähnliche Übungen durchgeführt. Sie schienen ein ganz gutes Team zu sein und gaben sich durchgängig gegenseitig Tipps.
    "Bereit für den Rückweg?" Keuchend kam ich neben ihnen zum stehen und blickte die beiden fragend an.
    Petyr nickte erleichtert und wendete seinen Hengst zum Gehen. "Let's go home!" Rief er unbedacht laut und Silmaril machte einen erschrockenen Ausweichschritt zur Seite.
    "Ach Petyr", ich seufzte. "Kommt, lasst uns gehen."

    Am Abend brachte ein Taxi Petyr und mich zu der nicht weit entfernten Wohnung meiner Schwester Juli. Vuyo hatte auf dem Gestüt bleiben wollen. Er kannte meine Schwester noch nicht und so höflich wie er war, hatte er uns alleine fahren lassen. Die frühlingshaften Tulpen hatte ich natürlich in all der Eile doch vergessen. Dann würde eben Tassila die Glückliche sein, wenn sie morgen noch leben sollten.
    Als meine etwas jüngere Schwester mit strahlendem Gesicht ihre Wohnungstür für uns öffnete, hielt ich ihr stattdessen ein paar flüchtig gepflückte Wildblumen vom Straßenrand entgegen und wahrscheinlich freute sie sich über diese mehr, als über die Gekauften. Petyr und ich verbrachten den Abend mit ihr auf der gemütlichen Couch, quatschten und riefen uns viel zu spät ein Taxi, welches uns zurück zum Gestüt fuhr. Ich fühlte mich besser und ein warmes Gefühl hatte sich in meiner Herzgegend ausgebreitet. Morgen konnte das Training starten! Ich war bereit.

    In aller Frühe betrat ich den Stall. Die meisten Pferde schliefen noch und nur das sachte Atmen der Tiere war in der morgendlichen Stille zu vernehmen. Kurz nach mir betrat auch Vuyo den Stall und etwas zu spät traf auch Petyr zu uns. Petyr hatte für sich und seinen Hengst den Roundpen zugesprochen bekommen, während Vuyo und ich mit den beiden Stuten die Halle nutzen würden. Es war das erste Mal, dass drei vom Trainerteam des THT gemeinsam einen Auftrag bearbeiteten und ich war gespannt zu sehen, wie sich drei Pferde unterschiedlich in den wenigen Tagen entwickeln würden.
    Ein fester Bestandteil des Trainings bei uns war die ständige Boden- und Platzarbeit und das vor allem bei jungen Pferden. Selbst mit unserem erfolgreichen Distanztraining war das Training im Gelände nur das Sahnehäubchen. Viel wichtiger war ein ausgeglichenes und gut trainiertes Pferd, auf welches, egal bei welchem Gelände, Verlass sein musste. Wir hatten es diesmal mit jungen Pferden zu tun und genau bei diesen war eine gründliche Vorbereitung bei einem anstehenden Distanzritt wichtig.
    Vuyo hatte mit seiner Missy die Aufgabe, der bereits erfolgreichen Galopper Stute beizubringen, dass es beim Distanzreiten nicht nur um Schnelligkeit, sondern auch um Ausdauer und einen für alle gesunden Mittelweg ging. Missy musste also lernen, ihre Energie einzuteilen und das für eine längere Strecke. Mit Seleya hatte ich einiges vor. Sie war bis jetzt eher Freizeitmäßig geritten wurden und dieses Training war das erste professionell durchgeführte. Am Ende des Aufenthaltes hier hatten wir drei vor, mit unseren Pferden einen Distanzritt in der Nähe zu gehen und bis dahin mussten alle Pferde fit sein.
    Bei Seleya merkte ich schnell, dass über den Winter verständlicherweise nicht viel getan wurde. Sie war anfangs ziemlich unausgeglichen und wollte bei unserer ersten Longeneinheit früher schneller werden, als ich es erlaubte. Anstatt dies zuzulassen, parierte ich sie immer in diesen Moment durch und versuchte so viel Tempo wie möglich rauszunehmen und erst wieder schneller zu werden, wenn Seleya selbst wieder ruhiger geworden war.
    Vuyo arbeitet heute mit Trabstangen. Missy hatte das Talent, gerne ihre Beine im Schritt und Trab kaum anzuheben und die Stangen zwangen sie nun aber dazu. Aus den Augenwinkeln beobachtete ich immer wieder Vuyos Arbeit und war ziemlich zufrieden mit seinen Fortschritten.
    Nach der ersten Longenarbeit brachte ich Seleya über die Mittagszeit auf die Weide. Auch Vuyo und Petyr taten es mir gleich. Während Vuyo sich jedoch etwas ausruhte, liehen Petyr und ich uns von Tass zwei Fahrräder und erkundeten die besten Wege für das Training rund ums Gestüt, um heute Nachmittag das Gelände schon gut zu kennen. Währenddessen berichtete mir Petyr vom Training mit Silmaril.
    “Er fühlt sich in geschlossenen Räumen auf jeden Fall sicherer, auch wenn seine Konzentration noch schnell auf andere Dinge überfliegt, vor allem, wenn er andere Pferde hört. Hübsche Stuten sind da sein Beuteschema.” Petyr grinste.
    “Da kenne ich noch jemanden.” Murmelte ich und blickte Petyr kurz an.
    “Haha”, lachte dieser trocken und berichtete mir dann noch weiter von Silmaril und seinen unschlagbar klaren Gangarten.
    Kurz bevor die Nachmittagssonne ganz hinter der dicken Wolkenwand verschwand, waren wir wieder auf dem Hof und nach einer kurzen Kaffeepause holten wir die Pferde wieder zu uns und sattelten diese für einen Ausritt. Mit unserem angesammelten Geländewissen und dem GPS Gerät von Petyr sollte hoffentlich nichts schief gehen. Erstaunt war ich auch, als ich die teure und gut gepflegte Distanzausrüstung der drei Pferde. Jede war schöner als die andere und als diese dann auf den Pferderücken lagen, wurde aus den jungen und unerfahrenen Pferden richtige Ausdauerläufer.
    Für heute stand nur ein Ausritt an. Zwar würden wir einige Stunden unterwegs sein, jedoch im gemäßigten Tempo und vor allem Missy und Seleya würde ein entspannter Ausritt sichtlich gut tun.
    Nachdem auch wir mit allem Nötigem und Überflüssigem ausgerüstet war, saßen wir das erste Mal auf unsere Trainingspferde auf und verließen im Entenmarsch den Hof. Silmaril und passend dazu Nico vorneweg, dann die entspannte Missy und Vuyo hinterher und zum Schluss dann natürlich Seleya und Malte. Also ich, ich Malte. Sie schien etwas entspannter zu laufen, wenn die Pferde vor ihr das Tempo angaben und Seleya nicht ständig davon ausging, dass sie zu langsam war. Auch ich genoss nach kurzer Eingewöhnungszeit am langen Zügel den Ritt, sprach unterwegs viel mit Sally und vielleicht summte ich auch hin und wieder Lieder vor mich hin. Ich war gut drauf, der heutige Tag konnte also nur ein Erfolg werden!
    Nach einiger Zeit tauschten wir die Reihenfolge. Vor allem, um etwas zu experimentieren, aber auch, weil Petyr mittlerweile mehrmals die falsche Abzweigung genommen hatte und wir so von unserer geplanten Route abweichen mussten.
    Petyr reihte sich nun hinter mir ein und Vuyo führte. Jedoch wurde bereits nach kurzer Zeit klar, dass die Kombination Silmaril und Seleya keine gute Idee gewesen war. Seleya wurde wieder unruhiger und tänzelnde hin und wieder von der einen Seite zu anderen. Auch Silmaril konnte den Duft der Stute vor ihm nicht ignorieren und obwohl Petyr einen größtmöglichsten Abstand hielt, tauschten wir nach einigen Metern abermals die Plätze. Seleya und ich hatten nun die Ehre und auch wenn ich Petyr hoffnungslos in Sachen Orientierung fand, war auch ich kein Meister darin. Allerdings war es für mich und Leya ein gutes Training und nach einiger Einspielzeit fand ich verschiedeneMethoden, den Ritt angenehm für alle zu gestalten. Das musste ein Trainer eben können. Gute Lösungen finden.
    Im Endeffekt war der Ausritt sehr lehrreich gewesen und als wir kurz vor der Dämmerung erschöpft aber zufrieden wieder das Gestüt betraten, hatten wir einige Ideen bekommen, wie wir das morgige Training gestalten würden.
    Müde fielen wir drei, und sicherlich auch die Pferde, wenig später ins Bett. Ich träumte mal wieder spannendes Zeug und das war definitiv ein Zeichen für einen gelungenen vergangenen Tag.

    Die nächsten zwei Tage waren recht ähnlich angelegt. Früh aufstehen, Pferde fertig machen und dann ab zur Bodenarbeit. Damit sich Silmaril an die Anwesenheit von Stuten gewöhnte und trotzdem konzentriert bei der Arbeit blieb, durfte Vuyo für seine Arbeit mit Missy den Round Pen nutzen, während ich mir nun die Halle mit Petyr teilen musste, welcher während seiner Arbeit nervige Musik hören musste. Vorteil daran war, dass sich die Pferde an anstrengende Geräuschkulisse gewöhnen konnten.
    Auch am Nachmittag ging es wieder zum Training ins Gelände. Diesmal trennten wir uns jedoch, damit jeder einzeln mit seinem Pferd üben konnte. Wir erhöhten diesmal auch das Tempo und die Anforderungen und machten uns von vornherein eine feste Strecke aus, auf welcher wir während der Mittagszeit sogar Wassereimer verteilt hatten. Außerdem begannen wir damit, Aufzeichnungen über den Puls def Pferde zu machen, um auch an dieser Baustelle noch etwas arbeiten zu können. Bei Leya stellte ich schnell fest, dass ihr Puls zu Anfang meist recht hoch war, was natürlich an ihrer Aufregung und der Energie lag, welche sie loswerden wollte. Ich nahm mir vor, sie morgen vor dem Ritt auf dem Platz warmzureiten um jedenfalls etwas an Energie loszuwerden. Es wäre schade, wenn sie bereits beim ersten Vet Check rausfliegen würde, obwohl ihr Puls später niedriger wird.
    Petyr hatte eher mit der Scheu seines Hengstes zu tun. Unbekannte und plötzlich auftauchende Geräusche verstörten den Hengst immer noch, sodass Petyr am nächsten Morgen ein kleines Schrecktraining für den Hengst zusammen suchte.
    Missy schien im Schritt und Trab ihr Gleichgewicht gefunden zu haben, legte jedoch im Galopp ziemlich an Tempo zu und bereitete damit Vuyo einige Probleme. Um ihm dort etwas Last von den Schultern zu nehmen, nahm ich mir am Tag darauf etwas Zeit und schaute den beiden bei der Arbeit zu, um ihnen dann schlussendlich einige hilfreiche Tipps und Ideenanregungen unterbreiten zu können.
    Nach zwei Tagen intensivem Training und Vorbereitung fuhren wir vier Tage nach unserer Ankunft mit den drei Pferden zu einem kleinen Distanzritt einige Kilometer südlich. Für Silmaril und Missy war dies keine neue Erfahrung, meine Seleya schien mit all den Pferden, verschiedenen Gerüchen und Stimmen noch etwas überfordert. Ich nahm mir wieder die Zeit, um sie abseits des Getümmels zu beruhigen und zu erwärmen, um dann auf der Strecke durchstarten zu können. Auch die vielen Tierarztkontrollen waren neu für sie, jedoch gewöhnte sie sich nach den ersten Untersuchungen recht schnell daran und zog mit ihrer eleganten Haltung immer mehr Blicke auf sich.
    Kurz vor unserem gemeinsamen Start versammelten wir uns nahe von diesem und besprachen nochmal die wichtigsten Details. Wir hofften natürlich, dass wir alle gemeinsam durchkamen und niemanden auf halber Strecke zurücklassen mussten.
    Als wir endlich starten konnten, schienen die Pferde anfangs noch etwas unruhig und wir mussten unser Tempo geringer halten als geplant, jedoch legte sich auch dies nach den ersten Meter in der ruhigen und wunderschönen Natur und zu sechst trabten wir am Feldrand entlang.
    Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn, als wir nach zehn Kilometern den ersten Vet Check erreichten. Unterwegs hatten wir bereits einmal kurz Trinkpause gemacht und mussten beim Tierarzt aufgrund eines kleinen Staus etwas länger warten. Zum Glück kam so auch Seleya problemlos durch die Kontrolle, die Pulswerte wurden auf dem roten Stück Papier notiert und zehn Minuten später starteten wir in die nächste Runde.
    Nach zwei Stunden erreichten wir tatsächlich unversehrt, aber erschöpft das Ziel. Vor allem auf dem letzten Stück hatten wir uns Zeit gelassen und damit zwar etwas Zeit verloren, welche wir jedoch durch die guten Pulswerte hoffentlich wieder aufholen würden.
    Wir warfen den Pferden Abschwitzdecken über und führten sie nach überstandenen Kontrollen einige Minuten trocken, bevor wir uns eine ruhige Ecke suchten und die Pferde grasen ließen. Für einen Platz hatte es diesmal noch nicht gereicht. Allerdings waren wir heute auch die unerfahrensten gewesen und hatten dafür ziemlich gut abgeschnitten.
    Am frühen Abend ging es dann für uns drei zurück zum Gestüt, wo wir von Tass erwartet wurden, welche gespannt auf Neuigkeiten wartete. Einen Sieg hatten wir ihr zwar nicht zu verkünden, dafür aber, dass alle drei Pferde in den verschiedensten Gebieten Fortschritte gemacht hatten und sich ausnahmslos alle einen Aufstieg in ein höheres Level erarbeitet hatten. Tass schien ziemlich zufrieden und ich mochte zufriedene Kunden.
    Es war das letzte Mal für uns gewesen, dass wir uns auf die Pferde gesetzt hatten. Nach einer viel zu kurzen Nacht holten wir die Pferde am nächsten Morgen noch einmal für etwas Bodenarbeit zu uns. Bewegung war wichtig, vor allem nach so einem Ritt.
    Meine Taschen waren jedoch schon gepackt und als ich nach getaner Arbeit Seleya auf die Weide gebracht und mich verabschiedet hatte, lud ich diese in Tassilas Auto und wenig später standen wir zu dritt wieder an der Bushaltestelle, diesmal jedoch auf der anderen Straßenseite.
    "Das war toll, das sollten wir wiederholen." Meinte Vuyo und blickte erst zu Petyr und dann zur anderen Seite zu mir. Auch ich musste zugeben, dass es Spaß gemacht hatte, mit zwei meiner besten Freunde zu verreisen. Vielleicht würde ich es auch wieder tun, mit großer Wahrscheinlichkeit dann, wenn es wieder ein so gelungenes Training werden würde, wie es hier auf dem Gestüt im Süden Irlands gewesen war.

    Die Kür
    "Lang ist's her" murmelte ich, setzte den Blinker und lenkte das Gespann auf das Gelände des Gestüts. Hier war heute Hochbetrieb, eine Stutenschau fand statt und trotz grau verhangenem Himmels hatten sich sogar ein paar Besucher her verirrt...

    Ich war mit Chuckling Dancing Mess hier, die Vollblutstute war noch nicht lange in meinem Besitz, doch ich habe sie bereits mit guten Voraussetzungen für die Prämierung übernommen und heute ist es nun soweit, sofern alles wie geplant klappt. Die Prüfung war zweigeteilt, zunächst sollten die Pferde an der Hand präsentiert werden, bevor dann die Rittigkeit bei einer Dressurkür demonstriert wird.

    Ich stieg aus, und warf blinzend einen Blick nach oben nachdem ich schon den ersten Regentropfen auf der Nasenspitze abbekommen hatte. "Ach komm, es kann doch jetzt noch ein Stündchen trocken bleiben, bitte.." grummelte Anton, der Missy heute unterm Sattel vorstellen sollte. Bis wir das (ebenfalls etwas mürrische) Vollblut ausgepackt und etwas herumgeführt hatten, war ein gleichmäßiger Nieselregen aufgezogen. Bei der Beurteilung an der Hand hatte ich deshalb eine äußerst wache und vorwärtsdrängende Stute neben mir, da die Regenschirme im Publikum ihr nicht wirklich gefielen. Ich brauchte deshalb auch gleich drei Ansätze, bis Missy zu Beginn gut stand um ihren Körperbau und Haltung begutachten zu lassen. Sie kaute ununterbrochen auf dem Gebiss und ihre Ohren zuckten unruhig hin und her, sodass ich ihre Aufmerksamkeit immer wieder auf mich lenken musste.
    Die obligatorische Trabrunde verlief hingegen besser als gedacht, Missy entlockte sich sogar ein wenig mehr Knieaktion als sie als ehemaliges Renn- und jetzt Distanzpferd normalerweise für nötig hielt: 'The Queen is not amused' und das zeigte Missy auch.

    "Wo hast du das Dressurpferd denn hergezaubert?" fragte Anton grinsend als er uns wieder zum Auto begleitete. "Wir nerven die zu Hause einfach zu wenig!" gab ich zurück und wir machten uns daran, das Vollblut zu satteln..

    Vom Zaun aus verfolgte ich dann Anton und Missy, die nach dem Gruß an die Richter zunächst Trab und Galopp jeweils auf ganzer Bahn linker und rechter Hand zeigten. Als Anton die Stute dann zum Schritt durchparierte, schien sich diese auch ein wenig beruhigt zu haben. Gut so, denn die folgenden Schlangenlinien im Trab zeigten so deutlich mehr Durchlässigkeit. Direkt auf meiner Höhe galoppierte Anton Missy dann wieder an und die beiden bogen auf eine Kreisbahn ein, gefolgt von einem Handwechsel durch den Zirkel, bevor er wieder zum Trab parierte und in der Bahnmitte hielt. Missy stand diesmal auf Anhieb ordentlich und kassierte nach der Verabschiedung erstmal Lob von ihrem lächelnden Reiter. Auch ich war vollends zufrieden mit der temperamentvollen Stute, jetzt hieß es abwarten wie das Urteil der Richter ausfallen wird..
    [2819 Zeichen | via lettercount.com | Tassila]

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    Occulta gefällt das.
  6. Gwen

    Gwen Jolly Tickled Pink!

    Gwendolyn Campbell mit
    Ginny My Love

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    Rufname: Ginny
    Geburtsjahr: 2012

    Von: Like Rain in the Desert

    von: unbekannt -- aus der: unbekannt

    Aus der: Jade
    von: tc Colonels Smoking Gun -- aus der: Miss Independent

    Rasse: Paint Horse
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Silver Dappled Splash White
    Stockmaß: 155cm

    Beschreibung:
    Ginny ist eine aufgeweckte, fröhliche Stute, die das Temperament ihres Vaters und die Neugier der Mutter geerbt hat. Sie verfügt über eine schnelle Auffassungsgabe und weiß diese auch im Vorteil für sich zu nutzen (oft zum Nachteil ihres Menschen). Manchmal ist die vorbildliche Stute eine kleine Chaotin und muss erst wieder in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Wenn man sich aber erst einmal mit ihr angefreundet hat, macht die Zusammenarbeit mit ihr riesigen Spaß! Schon jetzt verfügt Ginny außerdem über ein klares Gangbild und wird sicherlich ein super Partner für Sport und Freizeit.

    Ersteller: sweetvelvetrose
    Besitzer: Gwen
    Vorkaufsrecht: sweetvelvetrose

    Dressur A - Springen E - Western L - Distanz L

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    [7 Schleifen]
    2. Platz 376. Westernturnier
    3. Platz 379. Westernturnier
    2. Platz 291. Distanzturnier
    3. Platz 299. Distanzturnier
    3. Platz 433. Dressurturnier
    3. Platz 326. Militaryturnier
    2. Platz 305. Distanzturnier

    Tierarztbesuch 05.07.2017 - Pferdepraxis Sapala

    Es war noch früh am Morgen, als ich mich von der Zeitung losriss und mich auf den Weg zum ersten Termin machte. Ein wenig unsicher blickte ich hinauf zum Himmel, welcher heute komplett bewölkt war, während ein recht kalter Wind ging. Deshalb eilte ich noch einmal zurück und schnappte mir im Flur meine dickere Jacke. Ich wollte heute ungern erfrieren, denn ich bezweifelte, dass es auf der Nahanni Rivers Ranch großartig wärmer sein würde.
    Eine Dreiviertelstunde Fahrt brauchte ich bis zu dem friedlichen Hof von Gwendolyn Campbell. Schon länger war ich dort nicht mehr gewesen, durfte dafür heute aber direkt drei Pferde untersuchen. Ich parkte kurz vor dem Stall und wurde dann auch schon direkt von Gwen in Empfang genommen. Wie immer war sie an Gastfreundschaft nicht zu übertreffen und reichte mir eine Tasse frischen Kaffee, ehe wir in den Stall gingen.
    Dort breitete ich mich in aller Ruhe am Putzplatz aus, ehe Gwen das erste Pferd für heute holte. Dabei handelte es sich um Ohnezahn, dem ersten Pferd von Gwen. Ich kannte den Schimmel bereits und ich wusste auch, wie anstrengend er damals gewesen war. Heute machte er mir als Tierarzt keinerlei Probleme mehr. Er ließ sich brav vorführen und dann untersuchen. Zuerst warf ich einen Blick in Ohren, Augen und Maul, ehe ich Herz und Lunge abhörte. Dann kontrollierte ich die Körpertemperatur und abschließend tastete ich noch Wirbelsäule und Beine ab.
    Alles war in bester Ordnung und Ohnezahn war topfit. Ich lobte ihn ausgiebig und machte die Impfungen bereit. Ohnezahn wurde dieses Jahr nur gegen Influenza und Herpes geimpft, der Rest hatte noch Zeit. Dafür bekam er heute direkt noch seine Wurmkur hinterher und durfte dann zurück in seine Box. Ich erneuerte alle Materialien und nahm einen Schluck vom Kaffee, ehe schon das nächste Pferd vor mir stand.
    Wieder ein New Forest Pony und wieder ein Schimmel. "Oh, die ist aber neu", meinte ich lachend und so wurde mir Show White Cassedy vorgestellt, der neuste Neuzugang auf der Nahanni Rivers Ranch. Gwen versprach mir jedoch, dass das Pony keine Probleme machen würde und wie immer, konnte man ihren Worten Glauben schenken.
    Snow White Cassedy benahm sich genauso gut wie ihr Vorgänger, so dass weder die Untersuchung, noch das Abtasten oder die Impfungen ein Problem waren. Alles lief routiniert und zackig ab, so dass die Stute schneller als gedacht fertig war und sich allerhand Lob einheimste. "So wünsche ich mir das doch", grinste ich und entließ auch die Stute wieder zurück in ihre Box.
    Die letzte Kandidatin war erneut eine Stute, fiel aber sehr aus dem typischen Muster von Gwen heraus, denn Ginny My Love war ein Paint Horse. Ich kannte sie bereits, aber bei meinem letzten Besuch war sie noch vollkommen unförmig und fohlenhaft gewesen. Nun stand vor mir eine erwachsene Stute, die auch ordentlich an Muskeln aufgebaut hatte.
    Auch Ginny My Love benahm sich während der Untersuchung einwandfrei und zuckte auch kaum bei den Impfungen, sowie sie die Wurmkur brav schluckte. Dementsprechend waren wir schnell mit allen drei Pferden durch und ich hatte den Termin schneller als gedacht abgehandelt. Ich unterhielt mich noch kurz mit Gwen, ehe ich mich verabschiedete und mich auf den Weg zum nächsten Hof machte.

    Hufschmiedbesuch 30.06.2017 - Big Bear Farrier

    "Meine Güte!", knurre ich entnervt. "Einmal im Leben, einmal ist der Kunde nur wenige Meter von meiner eigenen Haustür entfernt und dann komme ich trotzdem zu spät". Völlig fertig schlage ich die Arme auf dem Lenkrad meines kleinen Transporters zusammen und hefte den Blick auf den Stau vor mir, als würde er davon vielleicht wie durch ein Wunder verschwinden. Mein Wagen steht. Ich stehe und befinde mich noch genau am gleichen Fleck wie noch zehn Minuten zuvor - Townsend Acres in greifbarer Ferne. Mein Blick richtet sich in Richtung Himmel. Auch dieser ist stark bewölkt, er könnte mein Glück jetzt noch perfekt machen.

    Als hätte ich es mit meinen schlechten Gedanken heraufbeschworen, hat der Himmel seine Pforten geöffnet und entlässt nun all seine Fruchtbarkeit über mir, gerade dann, als ich den letzten Abzweig in Richtung des Gestütes von Elisa Cranfield nehme. Trotz des strömenden Regens schaffe ich es, den Parkplatz zu finden und so viele Sachen wie möglich zusammen zu packen und auf dem hübschen und großzügigen Gelände den Stall zu finden, den man mir per Telefon beschrieben hat. Mit tropfenden Haaren und verschwommenen Blick, weil eine uralte und runde Brille meine Nase ziert, betrat ich endlich das hoffentlich richtige Gebäude. "Ich muss dringend zum Friseur", murmle ich, während ich versuche mit einer Hand mir einen klaren Blick zu verschaffen.
    "Wie bitte?"
    Ich schrecke auf. Vor mir steht eine junge Frau, welche mich mit hochgezogenen Augenbrauen fragend anblickt. "Nichts nichts!", sage ich schnell und strecke ihr dann versucht professionell die Hand entgegen und lächle schräg. "Xavier Cote, Hufschmied, Sie hatten mich für vier Pferde bestellt."
    "Ach genau, das war zwar nicht ich, sondern Gwen". Sie drehte sich um und rief laut den Namen ihrer Freundin, welche hastig den Kopf aus einer der Boxen streckte. "Der Hufschmied ist endlich da!"
    Ich lächle wieder schräg. Xavier, du siehst so nicht hübscher aus! Ich höre auf mit Lächeln. "Ich hatte versucht Sie deswegen zu erreichen, tut mir ehrlich leid, ich bin in einen Stau geraten."
    "Halb so wild!", meint Gwen freundlich und hält mir ihre Hand entgegen. "Gwendolyn Campbell, willkommen auf Townsend Acres. Wollen wir beginnen?"

    Gwen holt als Erstes eine schneeweiße Stute namens Snow White Cassedy aus ihrer Box. Passender Name, denke und begutachte das Schneewittchen mit kritischem Blick. Ich streichle kurz ihren Kopf und lasse meine Hand dann sacht in einer Bewegung das Bein herabgleiten. Einen Huf nach dem anderen hebe ich so an und werfe einen ersten prüfenden Blick auf das Laufwerk des Tieres. Da es draußen immer noch regnet, muss ich Gwen bitten, mir die Stute einmal im Schritt und Trab im Stall vorzuführen, sodass die Hufe laut auf dem harten Boden gegen den Regen anklappern.
    Ich nicke zufrieden. "Das sieht schon einmal sehr gut aus. Ich würde vorne innen etwas mehr wegnehmen, da scheint mir etwas zu viel zu sein." Gwen ist einverstanden und so mache ich mich mit meinem Werkzeug an die Arbeit. Überschüssiges Horn wird abgeraspelt und anschließend in eine ordentliche Form geschliffen, der Strahl wird überarbeitet und die Form des Hufes der perfekten Laufform angepasst. Gwen hat Geduld und grault ihre Stute ununterbrochen, während ich ihr von meiner Arbeit erzähle und wie immer jeden Arbeitsschritt kommentiere. Ich kann gar nicht anders, als während der Arbeit zu reden. Nachdem jeder überarbeitet wurde, suche ich die passende Eisengröße heraus und halte sie Cassy an. Ich lege kurz überlegend den Kopf schief, schüttle diesen dann und nehme doch eine kleinere Größe, welche auch ohne Probleme an die zarten Hufe passte. Mein mitgebrachter mobiler Ofen ist bereits erhitzt und so dauert es nicht lange, bis ich die Hufeisen auf die passende Form gebracht habe. Mit kräftigen und doch vorsichtigen Schlägen bringe ich die Hufnägel in die jungen Hufe von Cassedy ein. Sie zuckt kurz, lässt sich jedoch brav von Gwen beruhigen, welche sich zur Ablenkung etwas frisches Heu hat bringen lassen.
    Nachdem alle vier Hufeisen an ihrem neuen Platz sind, muss Gwen für mich noch einmal laufen und Cassedy mit ihren neuen Schuhen vorführen. "Sieht gut aus!", meine ich zu ihr, die Hände zufrieden in die Hüften gestemmt. "Ich glaube, sie ist fertig."

    Der nächste Schuhpatient Ginny my Love. Gwen stellt sie mir höflicherweise vor und ich mache mich kurz mit ihr bekannt. Vielleicht wechselt auch ein kleines Leckerli den Besitzer, das ist aber so schnell verschwunden, dass das niemand nachweisen kann. Auch Ginnys Hufe kontrolliere ich ein erstes Mal, lasse sie dann auf dem Modelsteg ihre Gangtalente vorführen und mache mich auch bei ihr an die Korrektur der Hufe. Ihre Hufe sind um einiges härter und widerstandsfähiger als die von Cassy und ich komme fast ins Schwitzen, als ich am vierten Huf angelangt bin und Ginny jedoch immer wieder neugierig den Kopf zu mir drehen will und so unbewusst ihr Gewicht auf das Bein verlagert, welches auf meinen Knien ruht.
    "Puh!", sage ich und wische mir den Schweiß von der Stirn. Kurz bin ich orientierungslos, denke dann jedoch: "Hufeisen." Eine andere Stimme in meinem Kopf stimmt diesem Gedanken zu und so mache ich mich an die Wahl der Hufeisengröße, bei welcher ich diesmal sofort richtig liege. Auch diese vier Kandidaten werden flink an ihren Platz gebracht, nochmal kurz kontrolliert und dann netterweise abermals von Gwen vorgeführt, damit der Hufschmied sich ein Bild machen konnte. Wieder gute Arbeit, denke ich selbstverliebt und klopfe mir in Gedanken auf die Schulter. Auch Gwen scheint zufrieden und bringt ihre frischbeschlagene Stute mit klappernden Hufen zurück in ihre Box.

    Nun sind Elisas Cranfields Pferde an der Reihe. Sie beginnt mit einer fuchsfarbenen Stute. "Liberté's Nessaja", meint Elisa. "Ein Rabicano", fügt sie noch stolz hinzu und ich sehe wie ihre Brust anschwillt.
    "Sehr hübsch!", meine ich ehrlich und lächle. Auch Nessi soll Hufeisen bekommen, die gleiche Prozedur also wie bereits zuvor. Nessi scheint mich zu mögen, aber vielleicht mag sie jeden, der ihr etwas mitbringt. Aber ein guter Streichler bin ich auch, dass weiß ich schon lange. Auch Elisa bitte ich darum, nach einem kurzen Blick unter die Hufe, mir die Stute einmal in Bewegung vorzuführen, was diese auch prompt macht. Ach wie sehr mochte ich nette Kunden! Nach en Begutachtung steht für mich schnell fest, was für mich zu tun ist und ich beginne fleißig mit dem Ausschneiden und Korrigieren der hübschen Hufe. Ich mag gestreifte Hufe, denke ich, als ich den vorderen Huf anhebe und mit gekonnten Bewegungen diesem zu einer viel hübscheren Form verhalf. "Sehr gut gepflegte Hufe hat sie!", lobe ich die Besitzerin und nicke anerkennend.
    Die Hufeisengröße ist dieselbe wie bei Cassy, sodass ich nicht lange suchen muss und gleich beginnen kann, diese anzupassen. Kurz darauf befestige ich diese dann noch an den Hufen der Stute und entlasse meinen dritten Kunden mit neuer Bekleidung zurück in ihre Box.

    Ich bin schon leicht verschwitzt, als Elisa mir die letzte Stute für heute bringt. Accomplishment scheint es auch nicht gut zu finden, dass sie die letzte ist oder vielleicht mag sie meinen Schmeichelversuch nicht, jedenfalls schnaubt sie ungeduldig und dreht unruhig den Kopf weg, als ich versuche sie zu streicheln. Ich zucke mit den Schultern. Dann eben nicht, denke ich und beginne abermals mit der Arbeit. "Einmal vorführen bitte", ich lächle und gebe Elisa den Weg frei. Auch wenn sich Acco mir gegenüber nicht wie eine Prinzessin benommen hatte, so schwebte sie nun die Stallgasse entlang, als wäre sie eine. "Wow", hauchte ich. "Also laufen kann sie wirklich!", Elisa grinst und streichelt stolz das hübsche Tier.
    Bei Acco gibt es nicht allzu viel Arbeit. Ihre Hufe haben eine noch sehr annehmbare Form und ich rasple nur wenig weg, um diese nicht zu zerstören. Nachdem die Hufe angepasst und angelegt sind, darf ich noch einmal Accos fließenden Gang bewundern und gebe sie dann zurück in Elisas Hände.

    Zufrieden reibe ich mir die verstaubten Hände an meiner Hose ab und beobachte Elisa wie sie die Stute wegbringt. Dann reiße ich mich aus meinen Gedanken und werfe das erste Mal einen Blick aus dem Stalltor nach draußen. Der Tag hatte also doch noch etwas Gutes zu bieten! Die Regenwolken sind fast verschwunden und lassen der Sonne doch endlich die Chance dazu, ihre Kraft zu zeigen. Glücklich grinse ich. Ich mag die Sonne.
    Nachdem Elisa und Gwen sich beide wieder bei mir eingefunden haben, schüttle ich die Hände der beiden, berede noch kurz einige wichtige Dinge und suche dann meine verteilten Sachen zusammen. Bevor ich jedoch in mein Auto steige, kehre ich die Stallgasse und befreie diese von den Hufresten, die die Pferde zurückgelassen hatten. Elisa und Gwen scheinen sich jedenfalls über meine Hilfe zu freuen, sodass ich mit gutem Gewissen trotz der Verspätung kurz darauf den Hof verlassen kann und wieder zurück in Richtung Heimat fahre.

    Es war immer wieder schön, wenn man Herausforderungen meisterte. Eine davon war Ginny My Love gewesen. Nicht die Stute an sich, sondern eher die Tatsache, auch ein Westernpferd dressurmäßig auf ein gutes Niveau zu bringen. Ginny My Love war schon einige Dressurturniere gegangen und verdankte ihre Westernschleifen vor allem dem Hunter under Saddle. Und nun war es so weit, dass ich entschied, die Stute auf einer Prämierung vorzustellen.
    Mit ihrer Abstammung und ihrem Exterieur sah ich da definitiv keine Probleme und war mir sicher, dass sie es schaffen würde. Dementsprechend entspannt saß ich heute dann auch auf meiner Stute und wartete nur noch auf unser Startzeichen. Warmgeritten war Ginny bereits und auch sie wartete geduldig, dass es losging.
    Als wir endlich aufgerufen wurden, nahm ich die Zügel auf und ritt los. Wir ritten in die Halle und steuerten geradewegs auf X zu. Dort parierten wir zum geschlossenen Stand durch und ich grüßte lächelnd die Richter. Kurz darauf nahm ich erneut die Zügel auf und trabte wieder an. Wir gingen zunächst auf die linke Hand und ganze Bahn. Nach einer Runde bog ich auf den Zirkel ab und gab die Galopphilfe.
    Ohne Probleme galoppierte Ginny an und zirkelte brav Runde um Runde, ehe ich sie zum Schritt durch parierte. Im Schritt gingen wir wieder ganze Bahn und wechselten dann einmal durch die ganze Bahn. Auf der rechten Hand blieben wir noch im Schritt, ehe wir wieder antrabten und auf den Zirkel gingen. Noch einmal galoppierten wir an, um auf allen beiden Händen die Grundgangarten gezeigt zu haben.
    Danach parierten wir zum Trab durch und bogen nochmals auf die Mittellinie ab. Bei X hielten wir wieder und ich verabschiedete mich von den Richtern. Ginny hatte ihre Aufgabe wie erwartet einwandfrei gemacht und bekam nach dem Abreiten auch erstmal eine ausgiebige Pause und ihr Futter. Ich lobte sie ausgiebig und wir warteten auf das Ergebnis der heutigen Prüfung. Ich war mir sicher, dass Ginny sich eine sehr gute Wertnote verdient hatte und sich demnächst eine Zuchtstute nennen dürfen würde.

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    Hintergrund von sadasha, Bewegung und Zubehör von Elii
     
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  7. Canyon

    Canyon Bekanntes Mitglied

    Ich erweitere diese SK auf alle Pferde und setzte den Teilnahmeschluss für Sonntag fest.
    Bitte meldet euch bei mir, wenn ihr noch teilnehmen wollt und es ggf zeitlich nicht schafft. Ich würde mich freuen, wenn die SK noch ein paar Teilnahmen vor der Abstimmung bekäme.
     
    FrauHolle gefällt das.
  8. Canyon

    Canyon Bekanntes Mitglied

    Die Abstimmung ist da!
    Sie endet am 13. September 2017 um 19:19 Uhr.
     

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